Spleen

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Spleen - was ist das? Wie geht man damit um? Spleen ist eine manchmal abwertend gemeinte, manchmal humorvoll-wohlwollende Bezeichnung für eine leichte Verrücktheit, eine fixe Idee. Jeder Mensch hat den einen oder anderen Spleen, der ihn einzigartig und auch liebenswert macht. Der eine mag den Spleen haben, sein Frühstück immer im Stehen zu sich zu nehmen. Der andere mag den Spleen haben, sich immer am Hinterkopf zu kratzen, wenn er nicht mehr weiter weiß. Der nächste hat den Spleen, jeden Satz auf eine bestimmte Weise zu beginnen.

Freundschaft kann verlorengehen bei einem Übermaß an Spleen

Ein Spleen mag für unbeteiligte Außenstehende zunächst eigenartig wirken. Aber für diejenigen, die den Spleen des Menschen kennen, ist dieser Spleen eine Quelle der Freude, der Zugehörigkeit, der Verbundenheit. Die Kenntnis der Spleene der anderen kann eine Gruppe zu einer Gemeinschaft, ja zu einer verschworenen Gemeinschaft, zusammenschweißen. Hier ein paar Worte zur Begriffsherkunft Spleen, zur Etymologie von Spleen:

Das Wort Spleen in der Bedeutung merkwürdige Eigenart, Schrulle, Überspanntheit wurde im 18. Jahrhundert aus dem Englischen übernommen. Spleen ist die englische Bezeichnung für Milz. In der Medizin wurde damals die Milz bzw. ihre Erkrankung mit Verdrießlichkeit, Missstimmung, Schwermut, Laune in Verbindung gebracht. So bedeutete Spleen zunächst eine Form der Melancholie und Hypochondrie, die oft zum Selbstmord führt.

Schon die antiken Ärzte meinten, dass die Erkrankung der Milz Hypochondrie und Melancholie verursachen würde. Spleen wurde auch mit Milzsucht übersetzt. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bekam Spleen im Deutschen die Bedeutung plötzlicher Einfall, Verschrobenheit, Tick. Man kann lernen, zu seinen eigenen Spleenen zu stehen und den Spleen anderer wohlwollend zu akzeptieren.

Soll man seine Spleen bewahren?

Sukadev in einem Kurzvortrag 2016

Nina Hagen in Aarlborg, Dänemark auf einem Konzert 2003 Copyright

Soll man seine Spleens bewahren? Das ist eine interessante Frage. Ein Spleens ist ja irgendwo eine Marotte, eine Macke, etwas Außergewöhnliches, das man hat. Ich meine, grundsätzlich ist es gut, seine Spleens zu bewahren. Tief im Inneren bist du eins mit dem Unendlichen und dem Ewigen. So sagt es Yoga, Vedanta und die meisten spirituellen Traditionen. Diese Einheit mit allem ist eine Sache, aber du bist auch Individuum. Du hast einen Körper, eine Psyche. Und das, was dich etwas anders als andere macht, macht dich im besonderen Maße liebenswert.

Natürlich hat man verschiedene Arten von Spleens. Im Yoga sprechen wir von Sattva, Rajas und Tamas. So gibt es auch sattvige Spleens, rajasige Spleens und tamasige Spleens. Sattvig ist das Erhebende, rajasig das Unruhige und tamasig das Ungesunde, das, was eher nicht so gut ist. So kann man tamasige Spleens haben, wie zum Beispiel die Hände in den Mund zu nehmen oder irgendwelche Dinge tun, die nicht gesund sind. Diese sollte man abstellen.

Es gibt rajasige Spleens, die irgendwo so ein bisschen unruhig sind und Ausdruck von Nervosität. Heutzutage gilt es hilfreich diese abzustellen. Aber man weiß zum Beispiel, dass Menschen, die ihre Hände irgendwo ständig bewegen, kreativer sind. Und wenn man eine neue Idee hat, ist es eigentlich klüger, sich mit den Händen zu bewegen als sie ruhig zu halten.

Aber irgendwie gilt es in der Gesellschaft als komisch, wenn man die Händen irgendwie bewegt und die Finger bewegt. Dabei weiß man, dass oft gerade Menschen, die sehr kreativ sind, eigentlich irgendwo die Finger ständig bewegen. Ich weiß zum Beispiel von meinem Meister, dem Swami Vishnudevananda, dass er als er in den Westen kam, die Fingern viel bewegt hat. Dann wurde ihm irgendwann gesagt, dass das nicht so gut ankommt und dann hat er sich das irgendwo abgewöhnt. Denn das fiel ihm ja nicht schwer. Swami Vishnudevananda, wenn er etwas wollte, dann ging es.

Gut, und dann gibt es sattvige Spleens. Da kann man selbst überlegen, was das sein könnte. Man könnte sagen, "öfters mal ein Mantra wiederholen", öfters mal jemand anderem ein besonderes Kompliment machen, irgendwie etwas außergewöhnlich tun, etwas, was erhebend, gesund, aber auch etwas, das etwas individuelles ist. In diesem Sinne also, bei tamasige Spleens kann man erstmsl gucken, Marotten. Manchmal muss man dort auch jemand anderen fragen. Nicht immer kennt man seine Spleens. Die kann man probieren zu überwinden. Rajasige Spleens muss man überlegen, wie man damit umgeht. Und sattvige Spleens kann man pflegen, aber ohne sich damit zu identifizieren. Das waren ein paar Gedanken und Überlegungen zum Thema Spleens von spirituellen Aspekt aus. Mehr Informationen über "Spleens" auch auf www.yoga-vidya.de.

Umgang mit Spleen Anderer

Sukadev in einem Kurzvortrag 2015

Vielleicht ist in deiner Umgebung jemand der spleenig ist, der den einen oder anderen Spleen, die eine oder andere Macke hat. Jemand, der etwas macht, was weder gut noch schlecht ist.

Es ist einfach schön, wenn Menschen etwas spleenig sind. Es macht Menschsein aus, dass jeder Mensch etwas anders ist. Menschen werden für ihre kleinen Spleene geliebt. Du musst nicht versuchen anderen Menschen ihren kleinen Spleen auszutreiben.

Wenn du jemanden siehst, der einen kleinen Spleen hat, dann mache dich nicht lustig über ihn. Nimm es zur Kenntnis, freue dich darüber, eventuell erkenne ihm das sogar an. Es gibt schöne und weniger schöne Spleene. Es gibt die verschiedensten Formen von Macken, die Menschen haben können. Menschen sind individuell und ein Spleen macht Menschen besonders interessant.

Spleen in Beziehung zu anderen Persönlichkeitsmerkmalen

Spleen gehört zur Gruppe der Persönlichkeitsmerkmale, Schattenseiten, Laster und Tugenden. Um dieses Charaktermerkmal besser zu verstehen, wollen wir es in Beziehung setzen mit anderen:

Synonyme Spleen - ähnliche Eigenschaften

Synonyme Spleen sind zum Beispiel Tick, Marotte, Schrulle, Absonderlichkeit, Verrücktheit, Angewohnheit, Eigenheit .

Man kann die Synonyme in zwei Gruppen einteilen, solche mit positiver Konnotation und solche mit negativer Konnotation:

Synonyme mit negativer Konnotation

Synonyme, die gemeinhin als negativ gedeutet werden, sind zum Beispiel

Synonyme mit positiver Konnotation

Synonyme mit positiver Konnation können helfen, eine scheinbare Schattenseite auch positiv zu sehen. Synonyme mit positiver Konnotation sind zum Beispiel

Antonyme Spleen - Gegenteile

Narada - ein Narr Gottes (im positiven Sinne)

Antonyme sind Gegenteile. Antonyme, also Gegenteile, von Spleen sind zum Beispiel Ruhe, Geduld, Hingabe, Vergnügen, Schönmalerei . Man kann auch die Antonyme, die Gegenteile, einteilen in solche mit positiver Konnotation und solche mit negativer Konnotation.

Antonyme mit positiver Konnotation

Antonyme, also Gegenteile, zu einem Laster, einer Schattenseite, einer negativen Persönlichkeitseigenschaft, werden gemeinhin als Gegenpol interpretiert. Diese kann man kultivieren, um das Laster, die Schattenseite zu überwinden. Hier also einige Gegenpole zu Spleen, die eine positive Konnotation haben:

Antonyme mit negativer Konnotation

Nicht immer ist das Gegenteil einer Schattenseite, eines Lasters, gleich positiv. Hier einige Beispiele von Antonymen zu Spleen, die aber auch nicht als so vorteilhaft angesehen werden:

Eigenschaften im Alphabet davor oder danach

Hier einige Eigenschaften, die im Alphabet vor oder nach Spleen stehen:

Eigenschaftsgruppe

Spleen kann gezählt werden zu folgenden beiden Eigenschaftsgruppen:

Verwandte Wörter

Verwandte Wörter zu Spleen sind zum Beispiel das Adjektiv spleenig , sowie das Substantiv spleeniger Mensch.

Wer Spleen hat, der ist spleenig beziehungsweise ein spleeniger Mensch.

Siehe auch

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Gudakesha Prof. Dr. Becker,

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