Saguna Meditation

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Saguna Meditation ist Meditation auf etwas Konkretes. Guna heißt „Eigenschaft“. „Sa“ heißt „mit“. Saguna Meditation heißt „Meditation mit Eigenschaften“. Saguna Meditation ist für die Mehrheit der Meditierenden einfacher als Nirguna Meditation, abstrakte Meditation. Saguna Meditation kann heißen

Saguna Meditation kann selbst zur höchsten Verwirklichung führen – kann aber auch vorbereiten auf abstrakte Meditation, Nirguna Meditation:

Swami Sivananda über Saguna Meditation

Saguna und Nirguna Meditation

Es gibt zwei Arten der Meditation: die konkrete und die abstrakte. Der Anfänger sollte immer die konkrete Meditation üben, wenn auch einigen die abstrakte Meditation die leichtere zu sein scheint. Der Anfänger kann mit der Meditation beginnen, wenn er seine Gedanken gut zu konzentrieren (Pratyahara) und seine Sinnesorgane (Indriyas) auszuschalten vermag.

Ist das Bewusstsein unruhig und können die Gedanken sich nicht in einem Punkt sammeln, kann man auch in hundert Jahren nicht zur rechten Meditation kommen. Man muss Stufe für Stufe, Schritt für Schritt vorangehen und die Gedanken immer von neuem zu dem gewählten Punkt zurückführen. Man muss seine Wünsche verringern und auf Unwesentliches verzichten lernen, denn nur ein wunschloser Mensch kann ruhig in seiner Stellung verharren und Meditation üben. Leichte, sattva-erfüllte Nahrung und Keuschheit sind eine weitere Vorbedingung.

Auch das Bewusstsein ist von zweierlei Art: auf einen Punkt gesammelt oder ohne Ausrichtung. Ist man auf den Zwischenraum zwischen beiden Augenbrauen (Trikuta) konzentriert, ist auch das Bewusstsein in diesem Raum festgelegt.

Wenn Fliegen sich auf die linke Hand des Schülers setzen, wird er sie mit der rechten fortjagen, ohne sie zu bemerken, denn sonst wäre sein Bewusstsein nicht mehr ausgerichtet. Ebensowenig wie ein Samenkorn, das auch nur eine Sekunde im Feuer lag, jemals keimen und Blätter hervorbringen kann, auch wenn es auf fruchtbaren Boden gesät wird, ebensowenig vermag das Bewusstsein, das sich während der Meditation in Sinneswahrnehmungen verliert, vollkommene Früchte des Yoga hervorzubringen.

Beispiele für Saguna Meditation

Sieht man das Bild Krishnas vor sich und meditiert mit offenen Augen darüber, ist dies konkrete Meditation. Denkt man mit geschlossenen Augen über das Bild nach, ist es auch noch eine konkrete, doch feinstofflichere Meditation.

Meditiert man über das unendliche, abstrakte Licht, ist dies eine noch feinstofflichere Meditation. Die beiden ersten Arten gehören der Saguna-Meditation, die letztere der Nirguna-Meditation an. Selbst bei der letztgenannten Art handelt es sich zu Anfang noch um eine konkrete Form, auf die die Gedanken sich richten. Allmählich schwindet diese Form, und der Meditierende wird eins mit dem meditierten Gegenstand.

Die Meditation mit Attributen (Saguna) richtet sich auf eine Gestalt (Murti) Gottes. Die Meditation auf Gunas oder Attribute Gottes entspricht mystisch veranlagten Menschen. Sie sollen den Namen Gottes, das unaussprechliche Om, wiederholen und die Gedanken auf seine Attribute, seine Allwissenheit, Allmacht und Allgegenwart richten. So wird Reinheit sie erfüllen. Erschaue Gott im Lotus deines Herzens, in einem strahlenden Licht. Erblicke in Gedanken Füße, Beine, Brust, Kopf, Hände, Schmuck und Gewand und kehre wieder zu den Füßen zurück. Wiederhole immer von neuem diesen Vorgang.

Erblicke in Gedanken einen schönen Garten mit wunderbaren Blumen. In einer Ecke blüht herrlicher Jasmin, in einer anderen prächtige Rosen. In einer dritten Ecke stehen »Wunderblumen«, in der vierten »Shampak«-Blumen. Zuerst meditiere über den Jasmin, dann über die Rose, dann über die »Wunderblume« und endlich über die Shampak-Blume. Lass deine Gedanken sich fünfzehn Minuten lang in dieser Weise bewegen. Meditation über solche materiellen Formen bereitet den Geist für eine abstrakte Meditation über feinstofflichere Formen vor.

Stelle die Zeichnung des OM vor dir auf und konzentriere dich auf sie. Übe auch Trataka, das heißt: Halte mit offenen Augen den Blick unverwandt auf einen Punkt gerichtet, ohne mit den Wimpern zu zucken, bis dir die Tränen reichlich fließen .. Das ist zugleich Meditation mit und ohne Attribute. Bewahre das Bild des OM immer in deinem Meditationszimmer. Vor diesem Symbol Brahmans kannst du einen Kult feiern (Puja), Weihrauch abbrennen und Blumen opfern, wie dies dem Menschen entspricht, der in heutiger Form erzogen ist.

Copyright Divine Life Society

Saguna Meditation als Meditation über Eigenschaften Gottes

Swami Sivananda empfahl vielen seiner Schüler, über die Eigenschaften Gottes zu meditieren, wie Rama, Krishna, Shiva, Saraswati etc. Die Meditation über konkrete Aspekte Gottes und seiner Eigenschaften ist eine spezielle Form der Saguna Meditation.

Allgemeines zur Saguna Meditation über die Aspekte Gottes

Diese konkrete Meditation über Krishna, Rama, Shiva oder Devi in konkreter Gestalt ist geeignet für Schüler, die den Weg der Anbetung (Bhakti Marga) gehen. Man muss den Namen des Gottes wiederholen, an seine Eigenschaften denken: an Allwissenheit, Allmacht, Allgegenwart usw., dann werden die Gedanken rein. Das Bild Krishnas mit der Flöte in seinen Händen oder Vishnus mit Muschel, Diskus, Zepter und Lotus eignet sich gut für die konkrete Meditation. Stelle das Bild Vishnus in den Lotus deines Herzens inmitten eines strahlenden Lichtglanzes. Denke an seine Lotusfüße, an sein Kleid aus gelber Seide, an seinen Halsschmuck aus Gemmen, an sein Ohrgehänge, seine Krone usw. Dann kehre mit deinen Gedanken zu seinen Füßen zurück und meditiere weiter in gleicher Weise ohne Unterbrechung.

Diese Meditation über Eigenschaften (Gunas) bezieht sich auf eine Gestalt oder ein Bild, das man auswählt, auf Shiva, Vishnu, Rama oder Krishna,je nachdem, wie es den Neigungen des einzelnen entspricht. Der Schüler kann auch die Anweisungen seines Gurus befolgen, der für ihn die Schutzgottheit aussucht (Ishta Devata), die ihn leiten soll. Ein Bogenschütze nimmt zu Anfang ein weithin sichtbares Ziel.

Später geht er zu kleineren, am Ende zu subtilsten und kleinsten Zielen über. In gleicher Weise muss man zu Anfang mit der Meditation über Eigenschaften (Saguna) beginnen und sich dann zur abstrakten Meditation ohne Eigenschaften (Nirakara, Nirguna) erheben, wenn die Gedanken geschult und diszipliniert sind. Die höhere Form der konkreten Meditation hebt die Zerstreutheit (Vikshepa) auf. Drei bis sechs Monate lang sollte man den Blick fest auf ein Bild gerichtet halten (Trataka).

Nach sechs Monaten solcher Übung sollte der Schüler in Gedanken über die Vorstellung des Bildes eine halbe bis zwei Stunden zwischen bei den Augenbrauen (Trikuta) und nur dort meditieren. Schaue und fühle, daß deine Ishta in jedem Ding des Weltalls gegenwärtig ist. Wiederhole in Gedanken während der Meditation das Mantram deiner Gottheit.

Denke an ihre Eigenschaften, wie Allmacht, Allwissenheit usw .... Fühle, dass ihre Sattva-Tugenden auf dich überfließen und du sie wirklich besitzt. Gehst du ernsthaft deinen Weg, wirst du nach einem oder zwei Jahren deine Schutzgottheit erblicken. Folge diesen Anweisungen. Sie werden dir bei deiner Konzentration von Nutzen sein. Meditiere zu Beginn über das universelle Selbst (Virat Purusha). Gehe dann zur konkreten (Saguna) und später zur abstrakten Meditation (Nirguna) über.

Copyright Divine Life Society

Siehe auch

Literatur

  • Swami Sivananda, Die Kraft der Gedanken (2012)
  • Swami Sivananda, Jnana Yoga, Hrsg.: Divine Life Society, 2007
  • Swami Sivananda, Inspirierende Geschichten (2005)
  • Swami Sivananda, Göttliche Erkenntnis (2001)
  • Swami Sivananda, Hatha-Yoga. Der sichere Weg zu guter Gesundheit, langem Leben und Erweckung der höheren Kräfte (1964)
  • Swami Sivananda, Sadhana – Ein Lehrbuch mit Techniken zur spirituellen Vollkommenheit
  • Swami Sivananda: Feste und Fastentage im Hinduismus, Yoga Vidya Verlag

Weblinks

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