Gedanke

Aus Yogawiki
Gedanken können wie ein Orkan sein. Gedanke - erläutert vom Yoga Standpunkt aus

Ein Gedanke ist ein Akt mentaler Tätigkeit, ein Akt des Denkens und erfolgt unter Einbeziehung des Bewusstseins. Das Wort "Gedanke" wird aber auch im Sinn von "Idee, Einfall" gebraucht: "Mir kommt da gerade ein Gedanke". Gedanken sind elektromagnetische Wellen, Vrittis, Gedankenwellen. Diese bilden Muster in unserem Geist, Samskaras. Samskaras vertiefen sich mit jeder Wiederholung.

Die Quellen der Gedanken sind der Wille, das Unterbewusstsein und die Reaktion auf innere und äußere Reize und Umstände. Raja Yoga legt besonderen Wert auf die Entwicklung von Gedankenkraft. Ein Gedanke kann uns selbst und die Entwicklung unserer Umwelt nachhaltig beeinflussen. Wir bestimmen selbst, was geschieht. Der Einfluss des Beobachters und seiner Erwartungen auf Ereignisse wurde von der Quantenphysik experimentell nachgewiesen.

Beherrschung der Gedanken

Der indische Yoga Meister Swami Sivananda schrieb über das Thema „Gedankenkontrolle“:

Wer seine Gedanken in der Hand hat, kann die Natur beherrschen. Wenn man nach Jahren einen guten Freund wiedersieht, entspringt die Freude (Ananda), die man empfindet, nicht seinem Dasein, sondern den eigenen innersten Tiefen. Alle Gedanken konzentrieren sich auf diesen Augenblick. Ananda erwacht in dir.

Wenn die Gedanken nach verschiedenen Richtungen zerstreut sind, empfindet man Unbehagen. Werden sie durch Übungen zusammengefasst und vereinigt, erwächst aus dieser Konzentration Glückseligkeit (Ananda) in deinem Inneren. Im gleichen Ausmaß, in dem sich das Bewusstsein entwickelt, tritt der Schüler in bewusste Beziehung zu den geistigen Strömen, zu dem Bewusstsein der anderen, seien sie nah oder fern, lebendig oder tot. Ist sein Glaube stark genug, vermögen sich seine Gedanken mit Leichtigkeit auf den Gegenstand zu konzentrieren, den er erkennen will, und hieraus erwächst die Erkenntnis.

Bereitet die Konzentration im Herzen, zwischen den Augenbrauen (Trikuta) oder am Scheitel des Kopfes Schwierigkeiten, kann man sich auch auf irgendeinen Gegenstand im Außen konzentrieren, auf den blauen Himmel, auf das Sonnenlicht, die alles durchdringende Luft, auf Sonne, Mond oder Sterne. Dies soll man insbesondere tun, wenn man Kopfweh oder Schmerzen im Schädel spürt. Hat der Schüler gleiche Beschwerden, wenn er sich auf den Zwischenraum zwischen beiden Augenbrauen (Trikuta) oder durch Aufwärtsrichten der Augen konzentriert, soll er diese Übung sofort aufgeben und sich im Herzen konzentrieren. Gewöhnliches Denken beschäftigt sich mit Worten und ihrer Bedeutung, bisweilen auch mit dem Gegenstand selbst. Will man die Gedanken auf einen Punkt ausrichten, darf man weder an den Gegenstand noch an Worte und ihre Bedeutung denken.

Es gibt Medizinstudenten, die die medizinischen Kollegs sehr schnell nach Beginn ihres Studiums wieder verlassen, da es sie ekelt, Eitergeschwüre zu reinigen und Tote zu sezieren. Sie begehen einen ernsten Fehler. Mag das Studium auch zunächst abstoßend sein, nach Pathologie, Chirurgie, pathologischer Anatomie und Bakteriologie wird es bald sehr interessant. In gleicher Weise geben auch viele Schüler des geistigen Wegs nach kurzer Zeit die Konzentrationsübungen auf, weil sie ihnen zu schwer erscheinen, und begehen damit den gleichen Fehler wie die Medizinstudenten. Wenn du am Anfang darum kämpfen musst, das körperliche Bewusstsein zu überwinden, wird dieser physische Kampf unangenehm und peinlich sein. Erregungen und Gedanken (Sankalpas) werden übermächtig erscheinen.

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Nach zwei Jahren der Übung aber sind die Gedanken unbeteiligt, rein und stark geworden. Der Schüler wird darüber unendliche Freude (Ananda) empfinden, der gegenüber die Freuden der ganzen Welt nichts sind. Deshalb darf er unter keinen Umständen die Übungen aufgeben, sondern muss weitergehen und durchhalten. Geduld (Dhriti), Fröhlichkeit (Utsaha), Zähigkeit und Ausdauer (Sahasa) sind erforderlich, um Erfolg zu erzielen. Ernste Einsicht wird dazu beitragen, die verschiedenen Hindernisse zu erkennen, die den Weg der Konzentration hemmen. Der Schüler kann sie nun geduldig mit aller Anstrengung nacheinander entfernen, darf aber nicht neue Begriffe (Sankalpas) oder unbewußte Erinnerungen (Vasanas) wieder Wurzel schlagen lassen. Durch Unterscheidung (Viveka, Vichara) und Meditation (Dhyana) muss er sich im Keim vernichten.

Aufgabe des Menschen ist es, seine Stimme zu beherrschen und seine Gedanken zu konzentrieren. Es gab einmal einen Bogenmacher. Eines Tages war er so eifrig in seine Arbeit versunken, dass er nicht einmal des festlichen Zugs des Königs gewahr wurde, der vor seinem Laden vorbeizog. So stark muss die Konzentration sein, wenn man seine Gedanken auf Gott richtet. Man darf nur die Idee von Gott und diese allein haben. Zweifellos bedarf es Zeit und harten Kampfes, bis man eine solche vollkommene Konzentration (Ekagrata) erlangt hat. Diesen Bogenmacher ernannte Sri Dattatreya zu einem seiner geistigen Lehrer (Guru).

Selbst wenn die Gedanken während der Meditationsübung entweichen, soll der Schüler sich nicht beunruhigen. Er soll sie laufen lassen und sie dann langsam wieder zur Mitte (Lakshya) zurückführen. Durch wiederholte Übungen wird er es erreichen, sich in seinem Herzen zu konzentrieren, im Atman, der in seinem Herzen wohnt und der das Endziel des Lebens ist. Zu Anfang werden die Gedanken achtzigmal entlaufen, nach sechs Monaten vielleicht siebzigmal, nach einem Jahr mögen es noch fünfzigmal sein, nach zwei Jahren dreißigmal. Nach fünf Jahren werden sie sich endlich vollkommen auf das göttliche Bewusstsein konzentrieren und nicht mehr entweichen, selbst nicht, wenn der Schüler sich die größte Mühe gibt, sie fortzulassen. Sie werden dem Stier gleichen, der die Angewohnheit hatte, in die Gärten der Nachbarn einzudringen, um in ihnen zu weiden, und der nun Gras und Leinsamen wiederkaut, ohne seinen Ruheplatz zu verlassen. Das ist die immer wiederkehrende Erfahrung all derer, die die Beherrschung ihres Bewusstseins erreicht haben.

Sammelt eure Gedanken. Mit der gleichen Sorgfalt und Anstrengung, mit der man seine Jacke, die auf eine stachlige Pflanze gefallen ist, hochhebt und die Dornen langsam einzeln herauszieht, muss man die zerstreuten Gedanken einsammeln, die sich viele Jahre lang über die Gegenstände sinnlicher Wahrnehmung verstreut hatten.

Hat man einen stark entzündeten, schmerzhaften Furunkel auf dem Rücken, so wird man nachts nach dem Einschlafen den Schmerz nicht mehr spüren. Denn nur, wenn das Bewusstsein durch Nerven und Gedanken mit der schmerzhaften Stelle in Verbindung steht, empfindet man Schmerz. Zieht man die Gedanken bewusst von der kranken Stelle fort und konzentriert sie auf Gott oder ein anderes geeignetes Objekt, wird man keinen Schmerz mehr empfinden, auch nicht, wenn man wach ist. Das gleiche gilt, wenn man über einen starken Willen und große Ausdauer (Titiksha) verfügt. Denkt man dagegen unaufhörlich an Sorgen oder Krankheit, wird man Qual und Leiden noch verstärken.

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Schulung der Gedanken

Ein Artikel von Swami Sivananda

Die Schulung der Gedanken ist ein lebenswichtiges Thema. Sehr wenige Menschen kennen diese Kunst oder Wissenschaft. Selbst die sogenannten Gebildeten wissen nichts von dieser grundlegenden Erziehung. Sie alle denken aufs Geratewohl. Alle möglichen oberflächlichen Gedanken kommen und gehen. Es fehlen Ordnung und Harmonie, Rhythmus und Überlegung. Es ist kein abgestimmtes oder organisiertes Denken am Werk, weder System noch Disziplin. Alles ist höchstes Chaos und Unordnung. Die Gedanken werden nicht geklärt. Man kann nicht systematisch und ordentlich auch nur für zwei Minuten an etwas denken.

Ohne Verständnis der Gesetze des Denkens und des mentalen Bereichs herrscht inwendig ein vollkommenes Durcheinander vor. Alle Arten sinnlicher Gedanken kämpfen miteinander, um in den Denkbereich eines sinnenhaften Menschen einzudringen und gewinnen die Oberhand.

Das Sinnesorgan des Auges ringt darum, seine eigenen Gedanken anzubringen; es ist schaulustig und verlangt Sinnenhaftes zu sehen. Das Sinnesorgan Ohr will Radiomusik hören und so weiter. In den meisten Menschen existieren nur niedere Gedanken, lustvolle Überlegungen, Gedanken von Hass, Eifersucht und Angst. Sie können nicht einmal einen Augenblick einen einzigen edlen göttlichen Gedanken festhalten. Ihr Denken ist so geschaffen, daß die mentale Energie in die sinnlichen Eingrabungen einströmt.

Jeder hat seine eigene mentale Welt, seine eigene Art des Denkens, seine eigenen Wege des Verständnisses und Handelns. Ebenso wie Gesicht und Stimme jedes Menschen von denen der anderen unterschieden sind, ist es auch die Art des Denkens und Verstehens. Aus diesem Grund entstehen leicht Mißverständnisse zwischen Freunden. Man ist nicht in der Lage, die Ansichten eines anderen richtig aufzunehmen. So kommt es zu Bruch, Reibung, Zank selbst zwischen nahen Freunden. Man müsste auf die Denkschwingungen und mentalen Bewegungen eines anderen eingestellt sein, nur dann kann man ihn verstehen. Gedanken von Lust, Hass, Eifersucht und Ichhaftigkeit rufen entstellte Bilder im Denken hervor, überschatten das Verständnis und führen zu Verkehrungen des Intellekts, zum Verlust des Gedächtnisses und zu Verwirrung.

Jeder Gedanke hat ein Bild, hat eine Form, eine Dimension, Gewicht, Form, Farbe und so fort . Der Gedanke ist ebenso Stoff wie ein Stück Stein. Er bewegt sich und geht von einem Menschen zum anderen. Das Denken beeinflusst die Menschen. Mit starken Gedanken kann man leicht Menschen schwachen Denkens beeinflussen. Telepathie ist ein Zweig der okkulten Wissenschaft, durch den der Yogi Botschaften irgendeinem Menschen in irgendeinem Weltteil zukommen lassen kann. Es ist das erste bekannte telegrafische oder telefonische System dieser Welt, von dem die Yogis und Okkultisten alter Zeiten wußten.

Gedanken des Ärgers oder Hasses senden Pfeile gegen die gemeinte Person, fügen ihr Schaden zu und bringen Missstimmigkeit und Disharmonie in deren Gedankenwelt hervor. Später kommen sie zu dem Sender zurück und fügen auch ihm Schaden zu. Wenn man Wirkung und Kraft der Gedanken versteht, muss man sehr sorgfältig mit seinen Gedanken umgehen. Man sollte die Fähigkeit schaffen, nur Sattva-Denken zu entwickeln, indem man Zucht im Mentalen, Disziplin und Diät hält, indem man sinn- und heil volle Verse wiederholt, in guter Begleitung lebt, fromme Bücher studiert, Japa, Meditation, Atemschulung übt, Gebete spricht, etc.

Ein guter Mensch kann durch gute Gedanken seinem Freund helfen, auch wenn er sehr weit entfernt wohnt. Ihr dürft üblen Gedanken nicht den Weg in euer Mentales freigeben. Beobachtet stets eure Gedanken. Vermeidet sinn- loses und niederes Denken. Bewahrt und erhaltet alle eure Denk-Energie, die durch nichtiges Denken verschwendet wird. Beschäftigt euch mit tugendhaften Handlungen und dem Studium religiöser Bücher. Hierdurch könnt ihr gute und erhabene Gedanken ausbilden. Zerstört willkürliches Denken. Nehmt einen Gegenstand und denkt über seine verschiedenen Aspekte und Verhaltensweisen nach. Kein anderer Gedanke darf in das Bewusstsein eindringen. Holt immer wieder die Gedanken zu dem augenblicklichen Thema zurück.

Beginne mit dem Gedanken an Leben und Lehren des Jagadguru Adi Shankaracharya. Denke an seinen Geburtsort, an seine Jugend, seinen Charakter, seine Persönlichkeit, seine Tugend, seine Lehren, seine Schriften, seine Philosophie, an die Kräfte, die er von Zeit zu Zeit zur Schau stellt, an seine vier Schüler, seine vier Maths, an seinen Kommentar über die Gita, die Upanishaden und die Brahma Sutras.

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Denke nacheinander an diese Themen und in der richtigen Reihenfolge. Schöpfe sie wieder und wieder ganz aus. Dann nimm ein anderes Thema. Durch solche Übung wirst du geordnetes Denken entwickeln. Die mentalen Bilder werden intensive Stärke und Kraft gewinnen. Sie werden klar geformt und genau abgegrenzt sein. Bei den Durchschnittsmenschen sind sie gestört und nicht fest umgrenzt. Jeder Gedanke hat ein Bild. Ein Tisch ist ein gedankliches Bild, zu dem noch etwas Äußeres hinzukommt. Was immer du im Außen siehst, hat sein Gegenstück im Mentalen. Dem Schüler erscheint das Auge als ein kleines rundes Ding. Die Retina ist ein kleines Gebilde. Wie geschieht es dann, daß das Bild eines großen Berges durch eine kleine Öffnung hindurch auf den Denkapparat geworfen werden kann?

Wunder der Wunder! Das Bild eines Berges besteht schon im Denkorgan. Es gleicht einem großen weiten Segeltuch, auf dem alle Bilder der Gegenstände eingetragen sind, die außen gesehen werden.

Du mußt die Gesetze des Denkens kennen, das heißt das Gesetz der Assoziation, der Relativität und das Gesetz der Berührung. Dann kannst du sehr leicht das Denken schulen. Durch das Gesetz der Assoziation kannst du dich an Dinge erinnern.

Setz dich in Yogastellung, in Virasana, Padmasana oder Siddhasana. Wiederhole dein Mantra: Om oder Ram oder Hari Om zehn Minuten lang. Dann übe die Schulung der Gedanken.

Nachts tue das gleiche. Wenn du an einen Gegenstand denkst, laß keinen anderen eindringen. Wenn du an eine Rose denkst, dann denke nur an die verschiedenen Arten von Rosen, nicht an anderes. Denkst du an Barmherzigkeit, tue nur dies und denke nicht an Vergebung und Toleranz. Wenn du die Gita studierst, sollst du nicht an Tee oder Fußball denken. Du musst immer nur mit dem Thema, das du dir vorgenommen hast, beschäftigt sein.

Napoleon zügelte seine Gedanken in folgender Weise: »Wenn ich an erfreulichere Dinge denken möchte, schließe ich die Schubladen meiner Gedanken, in denen die weniger erfreulichen Dinge des Lebens liegen und öffne die Schubladen, die erfreulichere Gedanken enthalten. Wenn ich schlafen will, schließe ich aIle Schubladen des Denkens."

Gedanke ist Kraft und Bewegung. Gedanke ist Dynamik. Gedanken bewegen sich. Es gibt verschiedene Arten von Gedanken: instinktive, visuelle, mit den Ohren vernehmbare oder symbolische Gedanken. Es gibt auch emotional bedingte Gedanken. Bei geistiger Ermüdung verändert sich die Art des Denkprozesses vom Sehen zum Hören und schließlich vom Hören zur Bewegung. Es gibt eine sehr nahe Beziehung zwischen Denken und Atmung, ebenso zwischen dem Denkorgan und Prana. Wenn die Gedanken konzentriert sind, wird die Atmung langsamer. Beim schnellen Denken atmet man auch schneller. Es gibt eine Maschine, die Gedanken liest, den Psychograph, sie registriert fehlerlos die Art des Denkens.

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Kontrolle der Gedanken – Artikel von Swami Sivananda

Swami Sivananda schreibt zum Thema „Beherrschung der Gedanken“:

Swami Krishnananda mit Swami Sivananda 1945

Du mußt die Gewohnheiten und Wege deiner Gedanken kennen. Nur dann wirst du sie mit Leichtigkeit beherrschen und Willen, Gedächtnis und Denkschulung entwickeln. Eine der wesentlichsten Angewohnheiten der Gedanken ist ihr Herumwandern. Sie können nicht an einem Punkt bleiben. Darin gleichen sie der Luft. Das Denken ist voller Unruhe. Es ist ungestüm, stark und schwer zu bändigen.

»Es schwankt der innere Sinn,
Krishna ist ungestüm, gewaltsam, hart;
Zu zügeln ihn, acht' ich so schwer
als des Windes Zügelung.«

(Bhavagad Gita, Kap. 6,34)

Sri Krishna beschreibt mit doppelsinnigen Begriffen die Art, wie die Gewohnheit der wandernden Gedanken gezügelt werden kann. Zerstörung von Begierden und Beherrschung der Indriyas sind die wesentlichen Stufen der Gedankenkontrolle.

Das Begehren macht die Gedanken ruhelos. Die Indriyas laufen den Gegenständen nach und das Denken folgt den Indriyas wie der Hund seinem Herrn. Die Gedankenschwingungen zerstreuen sich in die Objekte. Alle mentalen Strahlen verteilen sich auf Erwerb, Besitz und Genuss von Sinnesfreuden. Dieser kleine hoffnungslose Mensch (Jiva) fällt in die Maschen und Netze der Gedanken und der trugvollen Indriyas. So gibt er allen Einflüsterungen und Gedanken nach, die ihm erfreuliche Empfindungen anbieten: ob dies Genuß für die Zunge oder sexuelle Befriedigung ist.

Wenn du dieses Herumwandern der Gedanken einstellen willst, mußt du allem Verlangen entsagen und die Indriyas beherrschen. Erst dann wirst du in der Übung der Konzentration und Meditation, in Willens-, Gedächtnis- und Gedankenschulung erfolgreich sein. Rechte Meditation kann nur nach innerer Reinigung geschehen. Man muss den Begierden dieser Welt entsagen und die Gedanken in Zucht halten. Will man anders meditieren, gleicht man einem Menschen, der einen wilden Elefanten mit einem dünnen Seidenfaden anbindet.

Sri Krishna zeigt die Art, wie man die wandernden Gedanken zurückhält. Gib ohne Einschränkung alles Verlangen auf, das vom Denken aus der Phantasie geholt wird und zügele auf jeder Seite die Ansamm- lung der Sinneswahrnehmungen. Mit Hilfe der Vernunft, die von Standhaftigkeit beherrscht wird, wird dein Sinnenleben immer ruhiger. Wenn dein Denken im Selbst ruht, sollte es sich mit nichts anderem beschäftigen. Sooft die schweifenden und wandernden Gedanken auftreten, zügele sie und bringe sie unter die Kontrolle des Selbst. Die Früchte, die aus dieser Übung hervorgehen, sind höchste Freude und Frieden.

Merke dir gut die Worte Sri Krishnas: »Alles Verlangen sollte ohne Einschränkung aufgegeben werden.« Die meisten Sadhaks und Schüler behalten noch einige Begierden, deren Erfüllung sie erstreben. Diese verstecken sich im Denkorgan. Weiter heißt es: »Auf jeder Seite.« Beherrschung eines Indriya allein genügt nicht. Alle Indriyas müssen von jeder Seite beherrscht werden. Auch dies ist ein lebenswichtiger Punkt. Da diese Übung schwer und mühsam ist, darfst du nicht entmutigt werden, sondern musst geduldig auf die Ergebnisse warten. Manche Menschen üben stoßweise, etwa drei Monate lang sechs Stunden am Tag. Wenn sie finden, daß sie keine greifbaren Erfolge in Gestalt von Kräften (Siddhis) erlangt haben, geben sie die Übung auf. Dies ist äußerst falsch. Deshalb sagt Sri Krishna: l) "Übe nach und nach und bleibe standhaft in der Übung." Abhyasa (Übung) bedeutet, dass man die Gedanken immer wieder zu dem einen Punkt zurückbringt, auf den sie fixiert und konzentriert sind. Dharana ist Konzentration der Gedanken auf einen Punkt. Wenn du dies erreicht hast, ist der Zustand der Konzentration (Ekagrata) erlangt. Nur noch ein Gedanke ist vorhanden.

Für den Anfänger ist das Thema der Konzentration unerfreulich und ermüdend. Dennoch ist es das wichtigste und segensreichste der Welt. Wenn man in der Konzentration vorankommt, wenn man sich wirklich dafür interessiert und einige Wohltaten erfahren hat, kann man die Übung nicht mehr aufgeben. Selbst nicht für einen Tag kann der Mensch ohne Konzentration bleiben; er wird unruhig, bis er sie übt. Konzentration bringt höchste Freude, innere geistige Kraft, nie endende Glückseligkeit und ewigen Frieden . Sie führt zu tiefer Erkenntnis und Innenschau, zu Intuition und Vereinigung mit Gott. Dies ist ein wunderbares Wissen in den drei Welten.

Konzentration auf einen Stuhl bedeutet, dass man den Stuhl, seine verschiedenen Teile, das besondere Holz, aus dem er hergestellt ist, seine Verarbeitung, seine Haltbarkeit, seine Kosten, die Behaglichkeit beim Sitzen und anderes mehr genau kennenlernt. Bei dieser Konzentration richten sich alle Gedanken auf den Stuhl. Meist aber wandert das Denken willkürlich von einem Gegenstand zum nächsten, zum dritten und so fort, einem Affen gleich.

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Immer arbeitet das Gesetz der Assoziation. Du magst an ein Buch denken, dann fällt dir das Bücherbord ein, von dem es genommen wurde, dann der Freund, den du auf dem Rückweg trafst. Nun denkst du an die Bahn, mit der du gefahren bist, dann weiter an Reisen, Alpen, Pinien und so fort. Dies alles geschieht in einem Augenblick. Die Gedanken arbeiten und bewegen sich mit unvorstellbarer Geschwindigkeit. Sie fangen einen Gegenstand, stellen etwas fest, verlassen dann diesen Gegenstand, und springen zu anderen über.

Es mag auch hierin eine Art von Konzentration liegen, wenn diese auch keine Kontinuität besitzt. Wirkliche Konzentration herrscht erst, wenn die Gedanken in einem Strom unaufhörlich über ein einziges Thema laufen, wie Öl von einem Gefäß zum anderen oder der anhaltende Klang einer Kirchenglocke. Der Schüler sollte seine Gedanken zurückholen, sobald sie ausweichen, und wieder in den gleichen Strom, in den gleichen Denkvorgang bringen, der sich mit einem einzigen Subjekt und einer einzigen Idee beschäftigt. Dies ist der geistige Weg (Sadhana). Dies ist Konzentration und Meditation. Der Erfolg führt zu Samadhi, dem Zustand des Überbewußtseins, der vierten Dimension, Turiya.

Zunächst ist das Hauptziel, die Bewegungen der Gedanken zu begrenzen und sie auf einen Punkt, einen Gegenstand, immer wieder und wieder zu lenken. Wenn auch dieser eine Gedanke vergeht, ist Samadhi erreicht. Das Mentale ist rein, leer, unbewegt. Über diesen Zustand der Gedankenlosigkeit mußt du dich noch erheben und mit dem höchsten Purusha oder Brahman identifizieren. Er ist der schweigsame Zeuge des Mentalen, der diesem Kraft und Liebe gibt. Erst jetzt erlangst du das höchste Ziel des Lebens. Nun hat das Mentale keine Empfindungen mehr.

Die westlichen Psychologen und Okkultisten verstehen dies nicht. Sie tasten in äußerster Finsternis umher und meinen, dass es nichts jenseits von Denken und Überlegen gibt. Mögen sie diese Überzeugung behalten. Früher oder später werden sie die Wahrheit einräumen müssen.

Einige meinen sogar, das Denken sei eine Sekretion des Gehirns. Welche wilde, absurde Idee! Sie sind dennoch so weit, die Gegenwart des Unbewussten zuzugeben, die den Hindu-Weisen seit undenklichen Zeiten bekannt war. Das Mentale ist nicht selbstleuchtend wie Atman oder der höchste Geist, aus dem das Selbst hervorgeht. Es erscheint in geborgten Federn. Es gleicht einem Glühwurm in der Regenzeit. Atma ist die Sonne der Sonnen, das Licht der Lichter. Er ist das höchste Licht, das ewige Licht, der Glanz aus eigener Quelle.

Noch einmal zurück zur Konzentration: Wenn du an einen Gegenstand denkst, musst du alles bedenken, was mit ihm in Verbindung steht, nicht aber andere Objekte einbeziehen. Zuerst kannst du jeden Gegenstand zur Konzentration nehmen, der dir angenehm ist. Später einen unerfreulichen, für den du immer und immer wieder Interesse wachrufen musst. Vergiss niemals den Grundsatz: "Ein Ding zu seiner Zeit und dieses gut getan", das ist eine wichtige Regel. Bei jeder Arbeit, die du beginnst, sei mit ganzem Herzen, mit ganzem Denken und ganzer Seele beteiligt.

Verrichte sie mit vollkommener Konzentration. Wozu andere sechs Stunden brauchen, das kannst du in einer halben Stunde verrichten. Dies ist die Tätigkeit eines Yogi. Du wirst dieses nach andauerndem, nicht nachlassendem Bemühen erreichen. Werde nicht entmutigt. Es ist eine Frage der Zeit, aber gib die Übung nicht einen einzigen Tag auf, selbst wenn du krank bist. In deinem Versagen liegt das Geheimnis deines Erfolges, in deiner Schwachheit das Geheimnis deiner Stärke. Gehe weiter, gürte deine Lenden, sei kühn, voller Mut und heiter. Eine herrliche Zukunft erwartet dich.

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Selbst, Gedanken und Psyche

Dem Selbst sind die Gedanken immer bekannt

- Ein Vortrag von Sukadev Bretz 2019 -

Kommentar zum 4. Kapitel des Yoga Sutras von Patanjali, Verse 18 – 21

Mit diesen Themen setzt sich Patanjali ab dem 18. Vers auseinander.

Vers 18:

Da die Natur des Selbst unveränderlich ist, sind die Gedanken des Geistes dem Selbst immer bekannt.

Es gibt Citta – das ist der Verstand, der Geist. Innerhalb des Citta gibt es Vrittis – Gedanken. Purusha ist das Selbst. Purusha nimmt die Vrittis in Citta wahr.

Es ist wichtig, dies zu verstehen. Wenn du zum Beispiel die Augen aufmachst und etwas siehst, dann siehst du nicht das Ding, sondern du siehst die Vrittis in deinem Citta, die hoffentlich das Ding widerspiegeln.

Es ist wichtig, dass du verstehst: Was auch immer du wahrnimmst – es ist subjektiv! Du nimmst die Wiederspiegelungen der äußeren Sinneseindrücke im Citta wahr.

Das Paradoxe ist dann natürlich auch: Ohne dass Purusha wirklich die Citta-Vrittis wahrnimmt, gibt es die Citta-Vrittis auch nicht. Sie können nur dann entstehen, wenn Purusa seine Aufmerksamkeit in die Citta-Vrittis hineingibt.

Vers 19:

Weil er wahrnehmbar ist, ist der Geist nicht selbst-erleuchtend.

Nicht der Geist nimmt wahr, deshalb ist er auch nicht selbst-erleuchtend. Du kannst den Geist wahrnehmen, du kannst die Gedanken und Emotionen, die Worte und Bilder wahrnehmen. Es kann sogar eine wortlose und eine bildlose Zeit geben.

In diesem Sinne: Du bist Purusha, das Selbst, aber der Gedanke „Selbst“ kann nichts wahrnehmen. Wenn Purusha - das Selbst - die Strahlen des Bewusstsein nicht zum Citta hinbringt, dann gibt es auch keine Citta-Vrittis.

Unterbewusst mag einiges ablaufen, aber die Citta-Vrittis sind ja auf der Oberfläche des Geistes. Damit diese überhaupt da sind, bedarf es der Bewusstheit. Deshalb ist es auch gar nicht schwer, deine Gedanken unter Kontrolle zu bringen: Richte dein Bewusstsein woanders hin, dann sind die Gedanken weg.

Vers 20:

Der Geist kann nicht zwei Dinge auf einmal wahrnehmen.

Der bewusste Geist kann immer nur eine Sache wahrnehmen, nicht zwei gleichzeitig. Deshalb ist es auch gut, wenn du dich nicht zu sehr multitasking beschäftigst. Du kannst - zumindest mit deinem bewussten Geist – nicht zwei Sachen gleichzeitig tun.

Unterbewusst geht natürlich eine ganze Menge: Dein Herz schlägt, deine Lungen atmen, dein Blutkreislauf versorgt deine Füße, deine Nieren verrichten ihre Arbeit, dein Magen zerwalkt die Nahrung und fügt Salzsäure hinzu, und dein Darm verdaut gerade – so viel passiert gleichzeitig. Aber mit deinem bewussten Geist geht nur eine Sache gleichzeitig.

Dies heißt auch: Eine einfache Weise, Wünsche zu beherrschen, ist, seine Aufmerksamkeit woanders hin zu richten. Wenn du deinen Geist woanders hin richtest, ist der Wunsch nicht mehr da.

Vers 21:

Würde ein Geist einen anderen Geist wahrnehmen, dann gäbe es die Absurdität von Wahrnehmung der Wahrnehmung sowie Verwirrung der Erinnerung.

Es ist nicht ein Citta, der den Citta des anderen wahrnimmt. Du kannst mit deinem Citta zwar bestimmte Aspekte des anderen in dir reflektieren, aber es ist nicht Citta, was es wahrnimmt, sondern es ist dein Bewusstsein, was wahrnimmt. Nicht Citta nimmt sich selbst oder die Vrittis wahr, nicht Citta nimmt das Citta des anderen wahr, auch nicht Buddhi nimmt etwas anderes wahr, sondern du als Purusha nimmst wahr. Du kannst die Citta-Vrittis wahrnehmen, du kannst das Funktionieren der Buddhi - des Intellektes - wahrnehmen, und du kannst auch die Reflektion der Gedanken des anderen in deinem eigenen Geist wahrnehmen. Aber es ist Bewusstsein, welches wahrnimmt.

So weit zu diesen Versen – du kannst ein wenig darüber nachdenken. Bewusstsein nimmt die Vrittis im Citta wahr, und es liegt an dir, wohin du dein Bewusstsein bringst. Denke darüber nach und nutze es praktisch im Alltag.

Überbewerte die Gedankenkraft nicht

Aus einem Artikel von Sukadev Bretz im Yoga Journal/Frühjahr 2010

Hier sollte man sich auch vor der Überbewertung von Gedankenkraft hüten. Mir hat einmal eine Frau gesagt – ich war auf Besuch in einem Zentrum – „Ich würde ja gerne in den Ashram kommen, aber ich kann nicht.“ Ich habe sie gefragt, warum nicht. Sie hat erst herumgedruckst und dann gesagt, ja, sie sei so negativ, das könne sie nicht machen. Dann habe ich weiter geforscht: „Was soll das heißen?“ – Ja, wenn sie in den Ashram käme, dann würde sie die ganze Atmosphäre stören. Dann habe ich gesagt: „Überschätze dich mal nicht.“ Schließlich hat sie gesagt, sie hätte jemanden umgebracht. Da habe ich gedacht: Was mache ich denn jetzt? Fällt das unter das Beichtgeheimnis, obgleich ich kein Pfarrer bin oder gehört das zur staatsbürgerlichen Pflicht, muss ich es dem Staatsanwalt übergeben? Aber jetzt wollte ich es trotzdem wissen. Irgendwie ist mir dann etwas flapsig herausgerutscht: „Wie hast Du das denn angestellt?“ Manchmal rutscht einem ja das heraus, was in einer Situation gerade angebracht ist. Dann hat sie gesagt, sie hätte einen Chef gehabt, der ein richtiger Fiesling gewesen sei und eines Morgens hätte sie gedacht: „Wenn er nur bei einem Autounfall umkommen würde.“ Und am Nachmittag hat sie gehört, dass er an einem Autounfall ums Leben gekommen ist. – Es hat einiges an Überredungskunst gekostet, ihr klar zu machen, dass man mit einfachen Gedanken keinen Menschen umbringt. Wenn er so ein Fiesling war, haben vermutlich viele Menschen diese Gedanken gehabt und außerdem haben solche Gedanken nicht diese Kraft. Es war ein zufälliges Einhergehen von negativen Gedanken, die man hatte, Aggressionsgedanken und äußeren Ereignissen. So machtvoll sind Gedanken nicht. Man braucht sich da kein schlechtes Gewissen zu machen.

Man sollte natürlich positive Gedanken kultivieren. Positive Gedanken zu entwickeln ist gut, aber man braucht sich kein schlechtes Gewissen zu machen, wenn man ab und zu negative Gedanken hat. Allerdings kann man mit negativen Gedanken auf eine andere Weise umgehen. Man kann sich bewusst machen, dass, wenn sie kommen, vermutlich ein bestimmter Geisteszustand damit einhergeht. Und anstatt sich über die negativen Gedanken ein schlechtes Gewissen zu machen und zu überlegen, was man noch alles tun könnte, um sie abzustellen, könnte man eher überlegen: Was ist sonst los? Vielleicht brauche ich ein wenig mehr Ruhe? Vielleicht sollte ich lernen, meine Aggressivität anders zu leben. Vielleicht gibt es jemanden, der Dinge tut, die nicht gut sind und ich sollte mich geschickt zur Wehr setzen. Wie auch immer, man kann sie als Zeichen ansehen. Man braucht sich deshalb keine Vorwürfe zu machen, sondern kann sie als ein Zeichen sehen, um aktiv zu werden.

Gedanken zur Gedankenlosigkeit

Das Wort Gedankenlosigkeit hat im deutschen eine Vielzahl von Bedeutungen. Ich bin ja Yogalehrer , spiritueller Lehrer und in der Yogatradition unterscheiden wir gerne zwischen Sattwa, Rajas und Tamas. Sattwa – ist was erhebt, was schön ist, das was in der Liebe ist, das was uns verbindet mit einer höheren Wirklichkeit. Rajas ist das unruhige, was einen aus dem Gleichgewicht bringt und Tamas ist die Trägheit, die Faulheit. In diesem Sinne kann man Gedankenlosigkeit als sattwig, rajasig und tamasig ansehen.

Es gibt z. B. die sogenannte rajasige Gedankenlosigkeit. Die ist nicht wirklich Gedankenlosigkeit, sondern man hat eine solche Vielzahl von Gedanken, dass man alles Mögliche vergisst. Wenn man also jemandem z. B. Gedankenlosigkeit vorwirft, dann heißt das manchmal, der kann keinen klaren Gedanken fassen, er hat tausend Sachen, aber nichts ist klar. Dadurch vergisst er. Und weil er Dinge vergisst, nennt man ihn Gedankenlos. Diese rajasige Form von Gedankenlosigkeit kann man natürlich überwinden, indem man sich bewusst macht, was ist jetzt meine Aufgabe, was ist mein Ziel, was ist mein Anliegen, wie werde ich dem Gerecht und was ist jetzt dran. Priorisieren und evtl. aufschreiben, was zu tun ist. Hilfreich sind Merkzettel oder Checklisten. Und so vergisst du nicht, das was nötig ist. Also rajasige Gedankenlosigkeit im Sinne von Dinge vergessen, überwindet man, indem man sich konzentriert, fokussiert und systematisch vorgeht.

Dann gibt es die tamasige Gedankenlosigkeit. Tamasige Gedankenlosigkeit ist die Trägheit. Keine Ideen, man weiß nicht, was zu tun ist. Man weißt gar nicht, was das alles soll. Wie kannst du mit dieser tamasigen Gedankenlosigkeit umgehen? Das Beste wäre, übe Yoga, übe Meditation. Mit Yoga und Meditation bekommst du neues Prana, neue Lebensenergie. Wenn du Asanas - Yogastellungen übst, Pranayama - Atemübungen übst, wenn du meditierst, fließt wieder die Lebensenergie. Hast du Lebensenergie, bist du wacher, hast mehr Enthusiasmus, wenn du mehr Enthusiasmus hast, geht vieles so viel leichter.

Dann gibt es noch die sattwige Gedankenlosigkeit. Das heißt, volles Bewusstsein bei keinem Gedanken. Und der große Meister, Pantanjali bezeichnet diese Gedankenlosigkeit als etwas Großartiges. Im Vers 1.2 des Yogasutra des Pantanjali heißt es, yogash chitta-vritti-nirodhah - Yoga ist das zur Ruhe bringen der Gedanken im Geist. Tadâ drashtuh swarûpe ‘vasthânam - Dann ruht der Wahrnehmende (Seher) in seiner wahren Natur. Volle Bewusstheit ohne Gedanken, das ist Shamadi – Überbewusstsein, das ist Selbstverwirklichung, Gottverwirklichung. Das ist die Erfahrung des kosmischen Bewusstseins. Die Erfahrung dessen, was du wirklich bist. Diese Art von sattwige Gedankenlosigkeit, ist letztlich auch ein Ziel der Meditation – das ist die Erleuchtung. Das waren ein paar Gedanken zur Gedankenlosigkeit. Sattwige, rajasige und tamasige Gedanken- losigkeit. Mehr zu diesem Thema findest du auf unseren Internetseiten www.yoga-vidya.de Dort kannst du auch suchen nach Raja Yoga. Raja Yoga spricht sehr viel über Gedanken, Konzentration und guten Umgang mit Gedanken, um letztlich zu einer sattwigen Gedankenlosigkeit zu kommen.


Gedankenchaos und Angst

Ein Eintrag im Yoga Vidya Lexikon der Tugenden ein Eintrag im Yoga Lexikon der Persönlichkeit und im Umgang mit Angst Podcast von www.yoga-vidya.de

Gedankenchaos, was hat Gedankenchaos und Angst miteinander zu tun? Es gibt verschiedene Formen von Angst und es gibt verschiedene Formen von Gedankenchaos. Grundsätzlich, Gedanken-chaos muss ja auch nichts schlechtes sein. Es ist durchaus gut, sich mal im Gedankenchaos zu befinden. Es ist gut, mal in der Unruhe zu sein, es ist gut, mal verschiedene Dinge durcheinander zu bringen. Manchmal kann es sein, dass irgendwas schief gegangen ist, manchmal kann es sein, das du 26 neue Möglichkeiten findest. Und es ist gut eine Weile das Gedankenchaos zuzulassen. Gedankenchaos kann etwas für Kreativität sein. Gedankenchaos kann dir helfen neue Orientierung zu finden. Es ist dann sogar hilfreich aufzuschreiben. Du schreibst einfach auf, was dir alles durch den Kopf geht. In dein Handy oder du kannst es diktieren oder dein Handy kann transkribieren, was du so hinein sprichst. Du kannst dein Gedankenchaos überwinden, indem du es erst ausdrücken lässt und du es als Chance begreifst und indem du es niederschreibst.

Gedankenchaos kann aber auch eine Manifestation oder eine der Stufen einer Vatastörung sein. Es gibt im Ayurveda System, dem indischen Medizinsystem, die drei Grundtemperamente, Vatta, Pitta und Kapha. Und dann gibt es noch weitere Zwischentemperamente Vatta-Pitta, Vatta-Kapha, Pitta-Kapha, Pitta-Vatta, Kapha-Vatta, Kapha-Pitta also noch viele Unterabteilungen und es gibt Menschen die in der einen Situation mehr Vatta und in der anderen mehr Pitta sind. Angenommen du hast jetzt mit Ayurveda nichts zu tun, dann bist du spätestens jetzt verwirrt. Macht aber nichts, ich möchte nur kurz sagen, es gibt das Kaphatemperament, welches ehr gemütlich ist. Es gibt das Pittatemperament, welches feurig, enthusiastisch, temperamentvoll, leistungs- und zielorientiert und es gibt das Vattatemperament, welches vielseitig Interesse hat, kreativ ist, tausend Ideen hat und das Vattatemperatment hat eine gewisse Neigung zur Freude, Enthusiasmus und Kreativität aber auch eine Neigung zum Gedankenchaos.

Wenn ein inneres oder äußeres Chaos zu lange andauert hat das einen Einfluß auf das Energiesystem und das hat einen negativen Einfluss auf Körper, Energie und Geist. Aus der Unausgeglichenheit kann dann das Gefühl von Angst entstehen. Das ist so eine Schrittfolge, die in Verbindung ist mit einer Störung des Vataelementes. Zuerst Freude und voller Enthusiasmus, viele Ideen und Lebendigkeit.

Der nächste Schritt wäre dann, dass aus Angst dann Panik entsteht. Das Vata-Element ist dann extrem gestört. Wie kannst du Vatta reduzieren? Dazu findest du auf unseren Internetseiten viele Tipps. Geregelte Malzeiten, Meditation, Tiefenentspannung, Yogapraxis, Massagen, das sind ein paar Aspekte dazu. Ich würde dir einfach raten, beobachte. Gehörst du zu den Vata-Typen, bei denen die Schritte sind: Gedankenchaos, Unausgeglichenheit, Angststörung, Panik – dann erkenne rechtzeitig, wenn Vatta erhöht ist und lerne Methoden Vatta zu reduzieren. Alle Tipps zu Vattaelement und was Vatta mit Angst zu tun hat und wie du Vatta zügig reduzieren kannst, findest du auf unseren (Vata-Störung)

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Seminare

Raja Yoga, positives Denken, Gedankenkraft

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Meditation

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