Erleuchtung: Unterschied zwischen den Versionen

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'''1.''' Samsara ist verursacht durch Unwissenheit über das Selbst und wird als drei emotionale Probleme erkannt.   
 
'''1.''' Samsara ist verursacht durch Unwissenheit über das Selbst und wird als drei emotionale Probleme erkannt.   
: (a) Anhaftung an Situationen, Dinge und Menschen (raga).   
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: ('''a''') Anhaftung an Situationen, Dinge und Menschen (raga).   
: (b) Geistige Verwirrung verursacht durch erwartungsbasierte Anhaftung.  Sogar der Gedanke an den Verlust eines Objektes der Anhaftung kann tiefen Schmerz verursachen. (shoka).   
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: ('''b''') Geistige Verwirrung verursacht durch erwartungsbasierte Anhaftung.  Sogar der Gedanke an den Verlust eines Objektes der Anhaftung kann tiefen Schmerz verursachen. (shoka).   
: (c)  Raga und shoka und moha (Täuschung, die durch raga and shoka verursacht wurde) bewirken einen Mangel an Unterscheidungskraft (aviveka).  Diese vier Stufen werden in Kapitel 1 dargelegt.   
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: ('''c''')  Raga und shoka und moha (Täuschung, die durch raga and shoka verursacht wurde) bewirken einen Mangel an Unterscheidungskraft (aviveka).   
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Diese vier Stufen werden in Kapitel 1 dargelegt.   
 
   
 
   
 
'''2.''' Samsara kann nicht aus eigener Kraft gelöst oder beseitigt werden. Wir sind hilflos.  Wenn Probleme auftauchen, wie soll ich reagieren?  Sollte ich standhaft bleiben und kämpfen oder sollte ich fliehen?  Kapitel 2 beginnt auf dieser Stufe.         
 
'''2.''' Samsara kann nicht aus eigener Kraft gelöst oder beseitigt werden. Wir sind hilflos.  Wenn Probleme auftauchen, wie soll ich reagieren?  Sollte ich standhaft bleiben und kämpfen oder sollte ich fliehen?  Kapitel 2 beginnt auf dieser Stufe.         
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'''4.''' Gib Dich dem Lehrer hin.  Sich selbst zu bedauern wegen des eigenen Leidens ist nicht genug, um Unterweisung zu erhalten. Die Bereitschaft unterrichtet zu werden ist notwendig.
 
'''4.''' Gib Dich dem Lehrer hin.  Sich selbst zu bedauern wegen des eigenen Leidens ist nicht genug, um Unterweisung zu erhalten. Die Bereitschaft unterrichtet zu werden ist notwendig.
   
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==Sitzen, Gehen und Gedankenarbeit==
 
==Sitzen, Gehen und Gedankenarbeit==
 
Erleuchtung entsteht in einem Menschen, wenn die Verspannungen im Körper und im Geist aufgelöst werden. Buddha hat dafür einen genial einfachen Weg entwickelt. Dieser Weg heißt: "Sitzen, Gehen und Gedankenarbeit." '''Wenn man beständig über einen langen Zeitraum im Wechsel Sitzen und Gehen praktiziert, werden die inneren Verspannungen optimal abgebaut.'''
 
Erleuchtung entsteht in einem Menschen, wenn die Verspannungen im Körper und im Geist aufgelöst werden. Buddha hat dafür einen genial einfachen Weg entwickelt. Dieser Weg heißt: "Sitzen, Gehen und Gedankenarbeit." '''Wenn man beständig über einen langen Zeitraum im Wechsel Sitzen und Gehen praktiziert, werden die inneren Verspannungen optimal abgebaut.'''

Version vom 20. Juni 2021, 16:20 Uhr

Erleuchtung ist im Buddhismus und oft auch im Yoga die Bezeichnung für den höchsten Bewusstseinszustand, der zur Erfahrung der Einheit, der Befreiung führt. Erleuchtung, lateinisch illuminatio, ist ein auch in der christlichen Mystik gebräuchlicher Begriff, z.B. als Erleuchtung durch den Heiligen Geist.

Buddha im Glück (Gold) der Erleuchtung. Erleuchtung - erläutert vom Yoga Standpunkt aus

In diesem Sinne ist Erleuchtung die spirituelle Durchdringung, die zu höherem Bewusstsein führt. In einem relativeren, profanen Sinn wird heute manchmal auch ein plötzlicher Einfall, eine Eingebung, eine neue Erkenntnis, als Erleuchtung bezeichnet: In diesem Sinn kann einem die Erleuchtung beim Wandern kommen, man kann eine plötzliche Erleuchtung haben. In diesem Artikel soll es mehr darum geben, was Erleuchtung im Sinne von Buddhismus und Yoga ist – und wie man sie erlangen kann.

Erleuchtung - (Moksha, Samadhi) ist das höchste Ziel im Yoga. Das Bewusstsein verändert sich und erhebt sich in die Ebene der Transzendenz (in Gott leben, im Licht leben). Das Ich-Bewusstsein (Ego) löst sich auf und wird durch ein Einheitsbewusstsein ersetzt. Man erfährt sich als eins mit allem und sieht sich in allen Wesen.

Die Grunderfahrung der Erleuchtung ist Sein (Frieden, Ruhe), Einheit (Egolosigkeit) und Glück. Im Yoga spricht man von Sat-Chit-Ananda. Sat bezieht sich auf das anhaftungslose Sein. Das Ich-Bewusstsein erlöscht und der Mensch gelangt in das Einheitsbewusstsein (Chit). Aus der Verbindung des Seins mit dem Einheitsbewusstsein entsteht dann von allein (aus Gnade) das innere Glück (Ananda).

Der Weg der Erleuchtung

Der Weg der Erleuchtung besteht im Wesentlichen aus konsequenter Gedankenarbeit (innerer Frieden, umfassende Liebe, Weisheit, Selbstdisziplin und inneres Glück üben) und regelmäßiger Meditation. Dann kommt der Geist zur Ruhe, der Mensch ruht in seiner wahren Natur (in Gott) und das innere Glück erwacht. Buddha lehrte dazu den Weg der vier Versenkungsstufen. So gelangt man ins Nirwana. Patanjali erklärte, dass Yoga im Zentrum Beruhigung der Gedanken ist (Yogasutra).

Wikipedia[1]: "Erleuchtung (illuminare → "erhellen") bezeichnet nach der am weitesten verbreiteten Auffassung eine religiös-spirituelle Erfahrung, bei der das Alltagsbewusstsein eines Menschen überschritten wird und eine besondere dauerhafte Einsicht in eine, wie auch immer geartete gesamtheitliche Wirklichkeit erlangt wird.

In den Konzepten, die mit "Erleuchtung" übersetzt werden und in der Frage, wie die jeweilige Erleuchtung erlangt werden kann, gibt es allerdings in den Überlieferungen der verschiedenen Kulturen erhebliche Unterschiede. Erleuchtung wird beispielsweise als spontan eingetretener Durchbruch bzw. als aus eigener Kraft erlangtes Endergebnis eines Prozesses geistiger Übung und Entwicklung, oder aber als Vereinigung mit einem universalen Bewusstsein oder als eine durch göttliche Gnade erlangte Heiligmäßigkeit verstanden. In der europäischen Religionsphilosophie wird der Sachverhalt "Erleuchtung" zu den "mystischen Erfahrungen" gezählt. Im Kontext asiatischer Religionen bezeichnet Erleuchtung das höchste Ziel der spirituellen Wege."

Viveka Chudamani - Mit der Erleuchtung verschwinden alle Probleme

- Kommentar zum Viveka Chudamani Vers 319 von Sukadev Bretz -

Dunkelheit und ihre Wirkungen als Unheil verlieren beim Aufgehen der Sonne ihre Bedeutung. Ebenso gibt es in der Erfahrung der nondualen Glückseligkeit und Freude keine Bindung und keine Spur von Leid mehr.

Mit dem Licht verschwindet die Dunkelheit

Angenommen du bist in einem Raum und es ist dunkel. Du kannst probieren die Dunkelheit zu vertreiben. Du kannst schauen, dass du überall jedes bisschen Dunkelheit findest und vertreibst. Es ist ein reichlich unsinniges Unterfangen. Du brauchst ja nur das Licht anzumachen. Ist das Licht an, ist die Dunkelheit verschwunden.

Unbefreit musst du mit der Dunkelheit zurechtkommen

Natürlich kannst du auch sagen, dass wenn es dunkel ist, du lernen musst mit der Dunkelheit zurecht zu kommen. Und solange du nicht gottverwirklicht bist, musst du auch lernen, in diesem Zustand der Nicht-Gottverwirklichung zurechtzukommen. Aber wenn du die Gottverwirklichung erreicht hast, dann ist alles in Ordnung. Dann brauchst du dir um nichts mehr Sorgen zu machen.

Du weißt, dass du das unsterbliche Selbst, der Atman bist. Nichts braucht dir mehr Sorgen zu machen. Du kannst sagen, dass langfristig alle Probleme verschwinden werden, weil du die Gottverwirklichung erreichen wirst. Kurzfristig ist manches noch anders und du musst im Dunklen lernen zurechtzukommen. Du weißt, dass du langfristig die Gottverwirklichung erreichst. Dann sind alle Schwierigkeiten des Lebens verschwunden. Freue dich darauf.

Eine qualifizierte erleuchtete Person

Ramana Maharshi

- Abschnitt aus dem Buch: Yoga der Liebe von James Swartz -

Für Freiheit musst du qualifiziert sein. Selbst wenn du erkennst, wer du bist, dir aber die Früchte vollkommen gefestigter Selbsterkenntnis – vollkommene Zufriedenheit mit dem Selbst und dem Ego – verwehrt bleiben, dann ist deine spirituelle Arbeit noch nicht zu Ende und du musst dich weiter qualifizieren. Eine qualifizierte Person ist urteilsfähig und leidenschaftslos und erfreut sich eines reinen, disziplinierten Geistes, dessen Konditionierung durch karma-yoga und Selbsterforschung neutralisiert worden ist. Wenn der Geist rein ist, kommt die Liebe, die man ist, auf reine, nicht anhaftende, unterscheidende Art und Weise zum Ausdruck. Vedāntas Standard ist also sehr hoch. Deshalb setzt sich die Lehrtradition (sampra-dāya) seit tausenden von Jahren in seiner ursprünglichen Klarheit und Reinheit fort.

Die vielen selbstgestrickten, modernen „Traditionen“ sind lediglich Versuche, irgendwelchen unqualifizierten Lehrern und Lehren eine gewisse Bedeutung zu verleihen. Sie werden im großen Ablauf der Geschichte noch nicht einmal eine Fußnote hinterlassen. Selbst die „Ganz Großen“ in unserer Lehrtradition, wie zum Beispiel Śaṅkarācārya, stellten klar, dass sie nur ein kleines Bindeglied in der Tradition sind. Ihre Lehren waren niemals ihre Lehren; sie betonten oder beleuchteten lediglich bestimmte Aspekte der ewigen mantras der upaniṣads, die den Lehren zugrunde liegen. Reine, bedingungslose Liebe erstrahlt nur dann, wenn Selbsterkenntnis gefestigt und der Geist ein leuchtender Reflektor ist.

So heißt es in der „Bhagavad-gītā“:

„Unter Tausenden von Menschen gibt es vielleicht einen, der nach Befreiung strebt. Und selbst unter diesen wenigen, die danach streben, ist selten einer, der mich wirklich kennt.“ [BhG 7.3]

Narada Bhakti Sutra - Vers 54

guṇarahitaṃ kāmanārahitaṃ pratikṣaṇa- vardhamānaṃ avicchinnaṃ sūkṣmataraṃ anubhāvarūpam  ॥ 54॥
Vers 54: „Reine Gottesliebe ist frei von materiellen Eigenschaften und Begierden, sie nimmt mit jedem Augenblick zu und wird immer als das eigene innerste Bewusstsein erfahren.“

Wenn dein Herz nicht rein ist, wird auch deine Liebe von materialistischen Eigenschaften und Begierden verunreinigt sein. Diese unendliche und bedingungslose Liebe, die sich bei einem richtigen mahātmā jedem gleichermaßen zuwendet, ist frei von Eigenschaften. Sie ist nicht verunreinigt durch Verlangen (rajas) oder Angst (tamas). Sie ist noch nicht einmal rein, insofern als Reinheit Unreinheit voraussetzt. Sie ist weder von sattva, noch von rajas oder tamas bestimmt, weil sie das guṇa-freie Selbst ist.

Kṛṣṇa sagt:

„Wenn man verstanden hat, dass der Handelnde nichts anderes ist als die guṇas und wenn man das Selbst erkennt, das jenseits der guṇas ist, dann erlangt man Meine Natur. Hat man die drei guṇas überwunden, die der Grund für die Wiedergeburt sind, wird die Person frei von Geburt, Tod, Alter und Kummer und erlangt Unsterblichkeit.“ [BhG 14.19-20]

Diese nonduale Hingabe, diese unendliche und bedingungslose Liebe, fordert nicht und ist frei von materiellen Wünschen. Eine fordernde Liebe ist keine echte, wirkliche Liebe. Wenn ich dich liebe, weil du ein schönes Gesicht hast, dann liebe ich dich nicht für die Schönheit, welche die Schönheit erst schön macht. Ich sehe dich nicht. Wenn ich aufhöre dich zu lieben, weil du nicht mehr tust, was ich verlange, dann ist meine Liebe nicht echt. Menschen, die wissen, wer sie sind, wollen von niemandem etwas.

Leidende Menschen hören auf, den Herrn zu verehren, wenn ihr Leiden durch ihre Gebete nicht gelindert wird. Sogar Erkenntnissuchende sind enttäuscht, wenn sie nicht erleuchtet werden, obwohl sie glauben, dass es ihnen zusteht. Doch nonduale bhaktas begehren noch nicht einmal Dinge, die īśvara ihnen gibt, weil sie in sich ruhen und zufrieden sind. Sie wollen nur das, was sie haben, was bedeutet, dass Selbstliebe frei von Verlangen ist.

Warum liebe ich īśvara, wenn ich nichts zurückbekomme? Weil īśvara Liebe ist und Liebe bereits die Belohnung ist; jede Situation ist gut, denn īśvara und ich sind ein und dasselbe. Für mich beinhaltet Selbstliebe īśvara. Meine Liebe schließt alles ein, weil ich nondual bin. Diese Liebe ist subtiler als das Subtilste, sie ist jenseits aller Objekte, immer gegenwärtig und wird kontinuierlich als „Ich bin“ erfahren.

Diese Verse können nur dann richtig verstanden werden, wenn wir uns die grundlegende Gleichung von vedānta vor Augen führen: Existenz ist gleich Gewahrsein, Gewahrsein ist gleich Glückseligkeit und Glückseligkeit ist gleich Liebe. Diese Begriffe sind synonym. Sie beziehen sich nicht auf vier „Teile“ des Selbst; sie sind das Selbst, das sich in verschiedenen Medien unterschiedlich manifestiert.

In der materiellen Welt zum Beispiel ist nur der „Existenz-Aspekt“ sichtbar. Wenn du sagst: „die Wand ist“, dann solltest du wissen, dass ihr „Dasein“ dem Selbst gehört. Eine Wand kann aber keine Liebe zeigen, weil sie kein reflektierendes Medium besitzt, also keinen feinstofflichen Körper. Existenz und Gewahrsein zusammen erfahren wir im physischen Körper, weil der physische Körper – ausgenommen unsere Haare und Nägel – vom feinstofflichen Körper durchdrungen ist. Wenn die Voraussetzungen stimmen – deine Liebsten verhalten sich zum Beispiel genau so, wie du es haben möchtest – dann manifestiert dein Geist Existenz, Gewahrsein und Liebe gegenüber dem, wer auch immer dafür verantwortlich ist, dass die Voraussetzungen stimmen. Es ist nicht die Glückseligkeit des feinstofflichen Körpers, des Geistes, sondern die Glückseligkeit des Selbst, reflektiert im Geist. Existenz, Gewahrsein, Glückseligkeit und Liebe bin Ich, nur zu verschiedenen Zeiten und unter verschiedenen Umständen unterschiedlich ausgedrückt.

Du kannst das, was du bist, nicht von dem trennen, was du weißt, weil die Realität nondual ist. Diese Liebe besteht daher in der Form direkter, endlos erfahrener Selbsterkenntnis. Du kannst dich nicht dazu zwingen, bedingungslos zu lieben; du kannst nur entdecken, wer du bist und dann wirst du erkennen, dass deine Liebe immer schon bedingungslos war und es immer sein wird.

Wenn nonduale Liebe unveränderlich und kontinuierlich ist, so wie die Schriften sagen, warum sagt der Vers, dass sie mit jedem Augenblick zunimmt? Wenn Selbsterkenntnis aufgrund stetig zunehmender Einsicht in die wahre Natur der Wirklichkeit zu der unerschütterlichen Überzeugung „ich bin das grenzenlose Selbst“ heranwächst, dann wächst meine Liebe für mich selbst und für andere immer weiter. Tatsächlich wächst sie nur scheinbar, da die hinderlichen Missverständnisse, Überzeugungen, Meinungen, Erwartungen und Täuschungen, die das reflektierende Medium, den feinstofflichen Körper, konditionieren, allmählich durch das Wissen zerstört werden.

Der Vollmond leuchtet während des Tages, am frühen Abend und um Mitternacht gleichermaßen, er wird aber bei Tage nicht gesehen, am frühen Abend erscheint er nur als blasser Himmelskörper und erst in dunkler Nacht erstrahlt er leuchtend hell. Wir sehen die Liebe in anderen oder in uns selbst nicht, wenn wir in saṃsāra gefangen sind. Wenn durch unsere Praxis von [karma-yoga] und Selbsterforschung rajas und tamas verringert werden, beginnen wir das fahle Licht der Liebe uns selbst und anderen gegenüber zu spüren. Wenn unser Geist aufgrund der gefestigten Selbsterkenntnis immer stärker von sattva bestimmt wird, intensiviert und vergrößert sich unsere Liebe und es wird vollkommen klar, dass jeder einzelne von uns eine Verkörperung reiner, nondualer Liebe ist.

Die vier Stufen der Erleuchtung

Vayu Mudra aus Yoga Sicht

- Abschnitt aus der Bhagavad Gita Zusammenfassung nach James Swartz -

1. Samsara ist verursacht durch Unwissenheit über das Selbst und wird als drei emotionale Probleme erkannt.

(a) Anhaftung an Situationen, Dinge und Menschen (raga).
(b) Geistige Verwirrung verursacht durch erwartungsbasierte Anhaftung. Sogar der Gedanke an den Verlust eines Objektes der Anhaftung kann tiefen Schmerz verursachen. (shoka).
(c) Raga und shoka und moha (Täuschung, die durch raga and shoka verursacht wurde) bewirken einen Mangel an Unterscheidungskraft (aviveka).

Diese vier Stufen werden in Kapitel 1 dargelegt.

2. Samsara kann nicht aus eigener Kraft gelöst oder beseitigt werden. Wir sind hilflos. Wenn Probleme auftauchen, wie soll ich reagieren? Sollte ich standhaft bleiben und kämpfen oder sollte ich fliehen? Kapitel 2 beginnt auf dieser Stufe.

3. Um samsara zu lösen ist die Hilfe von jemandem nötig, der nicht darin gefangen ist. Wenn Deine Suche aufrichtig ist wird ein Lehrer auftauchen. Wenn Du einen Lehrer suchst bist Du wahrlich nicht bereit für einen..

4. Gib Dich dem Lehrer hin. Sich selbst zu bedauern wegen des eigenen Leidens ist nicht genug, um Unterweisung zu erhalten. Die Bereitschaft unterrichtet zu werden ist notwendig.

Sitzen, Gehen und Gedankenarbeit

Erleuchtung entsteht in einem Menschen, wenn die Verspannungen im Körper und im Geist aufgelöst werden. Buddha hat dafür einen genial einfachen Weg entwickelt. Dieser Weg heißt: "Sitzen, Gehen und Gedankenarbeit." Wenn man beständig über einen langen Zeitraum im Wechsel Sitzen und Gehen praktiziert, werden die inneren Verspannungen optimal abgebaut.

Wenn man nur sitzt, wird der Geist schnell träge. Die regelmäßige Bewegung macht den Geist klar und hält den Körper gesund. Sie gibt dem Menschen innere Kraft. Sie befähigt den Menschen kraftvoll seinen spirituellen Weg zu gehen. Sie gibt ihm die Kraft als Sieger zu leben. Wenn man nur geht, ist der Geist zu unruhig. Inneres Glück entsteht aus der inneren Ruhe. Wird der Körper ganz ruhig gehalten, kann man gut in tiefere Dimensionen der Meditation gelangen.

Neben dem Sitzen und Gehen spielt nach Buddha für die Auflösung der inneren Verspannungen die Gedankenarbeit eine große Rolle. Ein Yogi sollte Gedanken der Liebe, Weisheit und Selbstdisziplin entwickeln. Er muss im Laufe der Zeit seine Gedanken immer mehr zur Ruhe bringen. Bis er ganz in der Ruhe lebt. Dann denkt er, wenn er das Denken braucht. Und er verweilt ohne Gedanken, wenn Gedanken nicht notwendig sind.

Dieses Grundmodell der Verspannungsauflösung kann man zu dem Weg der fünf Tätigkeiten weiter entwickeln: Liegen (oder Sitzen/Meditieren), Lesen (Gedankenarbeit), Gehen (Sport, Yoga), Gutes tun (etwas Arbeiten, Karma Yoga) und das Leben genießen (etwas Schönes tun). Diese fünf Tätigkeiten im ständigen Wechsel und jeweils in der persönlich richtigen Dauer sind ein effektiver Weg der Verspannungsauflösung.

Für Yogi Nils ist der spirituelle Tagesplan die zentrale Technik auf dem Weg ins Licht. Hauptsächlich mit einem sehr sensibel und gleichzeitig sehr konsequent praktizierten Tagesplan löst Nils die Verspannungen in seinem Körper und seinem Geist. Er verteilt seine spirituellen Übungen so über den Tag, dass ein ständiger innerer Reinigungsprozess aufrechterhalten wird. Das Geheimnis ist die richtige Anwendung der richtigen Technik im richtigen Moment. Der Weg des inneren Glücks erfordert viel Weisheit und inneres Gespür. Er muss jeden Tag sensibel und sehr individuell entwickelt werden. Nils beginnt den Tag mit einer positiven Tageseinstellung. Welche Übungen braucht er heute in welcher Reihenfolge? Wo sollen die Schwerpunkte liegen?

Seine Meditation teilt Yogi Nils grundsätzlich in zwei Stufen ein. In der ersten Stufe reinigt er durch Visualisierungen, Mantras und Atemübungen seine Energiekanäle und aktiviert seine Kundalini-Energie. Dann stoppt er radikal für einige Minuten alle Gedanken. Sein Geist kommt ganz zur Ruhe. Anschließend verweilt er einfach nur in der Ruhe und lässt die Gedanken und Gefühle kommen und gehen, wie sie wollen. Das ist die Stufe des Verweilens in der selbsttätigen Meditation. Alle stressbehafteten Gedanken und Gefühle kommen hoch. Würde man jetzt die Gedanken unterdrücken, würde kein tiefer Lösungsprozess entstehen.

Zu viel direkten Kontakt mit anderen Menschen sollten wir in der ersten Phase der Entwicklung der Erleuchtung vermeiden. Als Yogi muss man sehr sensibel herausfinden, wie viel Kontakt zu anderen Menschen einem gut tut. Ab einem bestimmten Punkt der äußeren Ruhe wendet sich die Energie eines Menschen nach innen. Sie lebt sich nicht mehr in äußeren Aktivitäten aus. Sie verlagert vielmehr ihren Schwerpunkt auf die innere Reinigung, die Auflösung der Verspannungen und die Entwicklung des inneren Glücks. Der Yogi wird dann weitgehend von alleine von seiner eigenen Lebensenergie gereinigt. Er braucht nicht mehr sehr viele spirituelle Übungen zu machen. Er muss nur in einem Zustand der ausreichenden körperlichen und geistigen Ruhe bleiben. Diesen Punkt der Umkehr der inneren Energie muss jeder Yogi finden. Er ist schwer zu finden und vor allem schwer zu bewahren. Die Lebensenergie drängt in die Überaktivität oder in die Trägheit. Beides muss ein Yogi mit täglicher Selbstdisziplin konsequent verhindern.

Ein effektives Yogi-Leben fühlt sich an wie ein ständiges Schwimmen gegen den Strom der eigenen neurotischen Impulse. Es ist wie ein Leben in einem Dampfkochtopf. Erst ist die Ruhe unerträglich langweilig und dann fängt die Energie plötzlich intensiv an in einem zu arbeiten. Wenn wir den Ruhedruck beständig bewahren, entsteht inneres Glück. Wir verwirklichen unser wahres Selbst, unseren tieferen Lebenssinn. Wir gelangen in ein dauerhaftes Leben im Licht.

Nach Swami Sivananda entsteht Erleuchtung durch die drei großen Grundsätze Ruhe, Üben und Liebe. Wenn ein Yogi alleine an einem Ort der Ruhe lebt, hat er die Hälfte des Weges zur Erleuchtung schon geschafft. Die zweite Hälfte bewältigt er mit seinen spirituellen Übungen. Durch das große Tor zu einem Leben im Licht schreitet er durch den Weg der umfassenden Liebe. Wenn ein Yogi im Schwerpunkt für das Glück seiner Mitmenschen und für das Ziel einer glücklichen Welt lebt, dann löst sich sein Ego auf. Verschwindet das Ego, ist der Mensch im Licht. Er entspannt sich so tief in seiner Seele, dass die Glücksenergie in ihm erwacht.

Shivas Segen

Shiva-Statue auf Bangalore

Shiva ist der oberste Gott im Hatha-Yoga. Wir können ihn als Symbol für einen siegreichen Yogi sehen. Er meistert das Leben mit den fünf Elementen Liebe (Perlenkette vor dem Herzchakra), Freude (inneres Glück, Meditationssitz), Weisheit (Kundalini-Schlange), Kraft (Dreizack, Trommel) und Ruhe (in der Ruhe leben, Mond über dem Kopf, Einheitsbewusstsein). Jeder spirituelle Mensch solte sich mindestens einmal in seinem Leben von einem erleuchteten Meister segnen lassen. Ein Darshan ist ein wichtiger Reinigungsschritt auf dem Weg zur Erleuchtung. Oft werden Erleuchtungsenergien übertragen, die sich eines Tages zu einer großen Gnade entfalten können.

1. Der Sieger = Wir schütteln unsere Fäuste in Höhe des Kopfes und denken: "Ich erreiche meine Ziele. Meine Ziele sind ... ".

2. Der Starke = Wir reiben die Hände/Füße auf der Erde, visualisieren unter uns den Berg Meru und denken: "Ich bewahre Gleichmut bei Leid. Ich gehe mit Ausdauer meinen Weg."

3. Der Gelassene = Wir machen große Kreise mit den Armen, visualisieren um uns herum den Kosmos voller Sterne und denken: "Ich lebe in der großen Ordnung des Kosmos. Ich nehme die Dinge so an, wie sie sind. Ich fließe positiv mit dem Leben."

4. Der Hatha-Yogi = Wir visualisieren in uns die Kundalini-Schlange, bewegen die Zehen, legen die Hände zusammen, kreisen mit den Daumen und denken: "Ich gehe den Weg des Hatha-Yoga. Ich rette mich durch meine spirituellen Übungen."

5. Der Karma-Yogi = Wir bewegen segnend eine Hand vor dem Herzchakra und denken: "Ich sende Licht zu ... Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben". Shiva bedeutet übersetzt "Der Gute". Er lebt im kosmischen Bewusstsein und sieht sich in allen seinen Mitwesen. Er möchte, dass alle Wesen glücklich sind.

6. Meister-Yoga = Wir reiben die Hände vor dem Herzchakra, visualisieren über uns im Himmel die erleuchteten Meister und denken: "Om alle erleuchteten Meister. On innere Weisheit. Ich bitte um Führung und Hilfe auf meinem Weg."

7. Shiva-Bild = Konzentriere dich auf ein Bild oder eine Statue von Shiva. Bewege eine Hand in Höhe des Herzchakras und nimm dadurch Energie von Shiva auf. Denke mehrmals das Mantra "Om Namah Shivaya" (Ich verbinde mich mit Shiva) und spüre, wie mit dem Mantra die Energie Shivas (aller erleuchteten Meister, aller Yogis) in dich hineinfließt.

8. Meditation = Wir legen die Hände in den Schoß, bewegen die Zehen und denken das Mantra "Om" im Bauch. Dann stoppen wir eine Minute alle Gedanken. Wir verweilen einige Zeit entspannt in der Meditation und kommen dann zurück.

Videos

Heinrich Zimmer über Erleuchtung

Ausschnitt aus der Legende von Kanakavarna aus "Buddhistische Legenden" von Heinrich Zimmer

Zu eben der Zeit war ein Werdender Buddha, der vor vierzig Weltaltern den Wandel zur Erleuchtung angetreten hatte, wieder in dieser Menschenwelt ins Leben getreten. Dieser Werdende Buddha sah in einem Gehölz, wie ein Sohn sich mit seiner Mutter verging, und wie er das sah, dachte er bei sich: "Wahrlich, diese Wesen kleben an Lüsten, sie sind ganz verklebt von Lüsten; wo er neun Monate in ihrem Leib zugebracht hat und ihre Brüste getrunken hat, da wird er noch verenden! Satt bin ich solcher Geschöpfe, die böse sind, entflammt von glühender Lust am Bösen, die verkehrten Blickes zur Wahrheit stehen und überwältigt sind von Gier nach dem Gemeinen, die ihre Mutter nicht als Mutter kennen, die keine Ehrfurcht vor heiligen Asketen und Brahmanen haben und die Älteren in der Familie nicht ehren. — Wer vermag um solcher Geschöpfe willen den Wandel zur Erleuchtung zu wandeln? Ich will mich dem Ziele weihen, das mir für mich selbst vorschwebt."

Da begab sich der Werdende Buddha abseits zur Wurzel eines Baumes. Er trat herzu und setzte sich bei der Wurzel des Baumes. Er verschränkte seine Schenkel und richtete den Leib gerade auf und stellte Besonnen¬heit vor sein Angesicht und verharrte in der schrittwei-sen Betrachtung des Aufgehens und Zergehens der fünf "Felder des Erfassens. Nämlich so:

"Dieses ist die sinnliche Form, dieses ist der Aufgang sinnlicher Form und dieses ist der Untergang sinnlicher Form.
Dieses ist die sinnliche Empfindung, dieses ist die begriffliche Benennung,
dieses sind die Gebilde, dieses ist das Bewusstsein. So geht das Bewusstsein auf —
so geht das Bewusstsein unter."

Als er so der Reihe nach in der Betrachtung des Aufgehens und Zergehens der fünf Felder des Erfassens verharrte, begriff er in Bälde:

"Allem, wem Entstehen eigen ist, ist auch Vergehen eigen" —
und damit hatte er die Einsame Erleuchtung erreicht. Da sprach der Erhabene Erleuchtet-Einsame, nachdem er die Dinge in ihrer wahren Folge betrachtet hatte, damals die Strophe:
"Wer den Dingen lebt, am Leben klebt,
aus dem Kleben erwächst das Leiden hienieden. —
Wer die Not im Kleben sieht,
seines Weges wie das Nashorn zieht: einsam und abgeschieden."

Erleuchtung als Grundlage für ethisches Verhalten und gesunde Psyche

Aus einem Vortrag von Sukadev Bretz

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Erleuchtung, was hat das mit Psychologie zu tun? Normalerweise, wenn ich über Erleuchtung spreche, dann mache ich es von einem reinen spirituellen Standpunkt aus, aber Erleuchtung hat auch etwas mit Psychologie zu tun. Die Psychologie ist ja die Wissenschaft, Logie, von der Psyche, von der menschlichen Natur und den menschlichen Eigenschaften und Fähigkeiten.

Und leider vergessen die modernen Psychologen allzu oft etwas sehr Wichtiges, nämlich die Erleuchtung. Menschen wollen letztlich Erleuchtung erlangen. Man kann auch sagen, der tiefste Aspekt des Menschseins, das ist die Erleuchtung. Menschen streben bewusst oder unbewusst nach Überbewusstsein, Menschen streben danach, das Höchste zu erfahren. Menschen sind auch nicht zufrieden bis zur Erleuchtung. Und ich glaube, das sollten die Psychologen mehr berücksichtigen.

Es reicht nicht aus, nur einfach die Psyche zu verstehen als Emotionen, und ich glaube auch nicht, dass die Evolutionsbiologie ausreicht, um menschliches Verhalten zu erklären, auch wenn zugegebenermaßen die Evolutionsbiologie und Psychologie schon eine ganze Menge erklären können, aber eben nicht alles.

Der Mensch hat auch einen Sinn im Leben und der Mensch spürt, es gibt etwas Höheres, es gibt die Erleuchtung. Die großen Meister aller Kulturen und die großen Heiligen der verschiedenen Religionen und auch die verschiedenen spirituellen Meister sagen: "Es gibt die Erleuchtung, du kannst die Erleuchtung erlangen und du wirst sie auch erlangen irgendwann."

Manche sagen: "Ja, du wirst sie erlangen nach vielen Inkarnationen." Andere sagen, dass es die Allerlösung gibt, dass nach einer ausreichenden Zeit in den Zwischenwelten, vielleicht im Fegefeuer, wie auch immer man es nennen will, man irgendwann zur Erleuchtung kommt. Das Bewusstsein des Menschen ist ausgerichtet zur Erfahrung der Einheit.

Der Mensch wird niemals zufrieden sein mit kleinem Glück, der Mensch will nur die höchste Erleuchtung erlangen. Und ich glaube, die menschliche Psyche ist am leichtesten zu verstehen, wenn du Erleuchtung in Betracht ziehst. Jetzt überlege selbst, denkst du nach über Erleuchtung? Weißt du, dass du irgendwann die Erleuchtung erlangen wirst? Was tust du, um die Erleuchtung zu erlangen?

Warte nicht auf die „ERLEUCHTUNG“ zünde „Selbst“ ein Licht in Dir an

Ein Artikel von Gerrit Kirstein, aus dem Yoga Vidya Journal Nr.36 - Sommer 2018

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Wir Frauen und Männer, die wir uns für Yoga interessieren und mit Hingabe praktizieren, gehen auf dem Yoga-Weg durch verschiedene Entwicklungsphasen. Sofern wir die damit verbundene Philosophie ernst nehmen und danach leben, und Yoga nicht nur als amüsante, sportliche Freizeitbeschäftigung betrachten, eint uns ein anspruchsvolles Ziel.

Das, was wir anstreben, sind beständige innere Harmonie und Wohlgefühl, Verbindung zum wahren Selbst und eine erhöhte Betrachtung, Erleuchtung. Wobei ich die Erkenntnis von Buddha bevorzuge, der nicht von der großen „Erleuchtung“ sprach, sondern bescheidener, vom „Erwachen“. Also einfach ein Zustand des bewussten Seins, im Einklang mit den Gesetzmäßigkeiten der Natur, den kosmischen Gegebenheiten und den alltäglichen Herausforderungen.

Überzogene Erwartungen an die Zukunft

Wenn wir in diese Richtung unterwegs sind und uns mit den genannten Zielen identifizieren, dann richten wir unseren Blick nach vorn, in die Zukunft. Wir erwarten, dass ein verheißungsvoller Zustand dauerhafter Akzeptanz und Zufriedenheit auf uns zukommt, uns quasi widerfährt. Also warten wir im Prinzip darauf, dass es eines Tages hoffentlich „Klick“ macht, und dass wir dann die große Erkenntnis verspüren, wer wir wirklich in unserem tiefen Wesen sind und was der wahre Sinn unseres Daseins in diesem Leben ist. Dann werden wir endlich glücklich und zufrieden sein, bis ans Ende unserer Tage… „ und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute…“

Ich möchte diese bekannte Schlussphrase aus Märchen und Sagen umdrehen, und dann könnte sie lauten: „… und wenn sie heute leben, dann sind sie noch nicht gestorben…“ Der Fokus liegt auf dem „Heute“ leben, also in der Gegenwart, oder wie man auch gern sagt „ im Hier und Jetzt“. Dabei habe ich den Eindruck, dass viele Menschen diese Aussage in ihrer Bedeutung noch nicht wirklich erkannt haben. Im Hier und Jetzt leben, heißt, nicht abwarten und hoffen auf eine überirdische Erscheinung oder auf das, was uns vielleicht Gutes in der Zukunft geschieht.

Nein, es verlangt, dass wir ganz bewusst und vor allem auch aktiv jetzt, heute, für einen Befindlichkeitszustand sorgen, der uns innerlich frei und stark sein lässt; damit wir schon in der Gegenwart Wohlgefühl, Geborgenheit und Freude in unserem wahren Wesen genießen können. Wir nehmen also unser Leben selbst in die Hand und folgen der Natur unseres inneren Wesens. Wer sollte es denn sonst für uns tun?

Das setzt aber voraus, dass wir uns von unseren überzogenen Erwartungen an eine Lösung von außen oder an das Wunder einer Erleuchtung oder Befreiung, wie auch immer sie geschehen sollten, verabschieden. Stattdessen können wir unser eigenes Licht in uns anzünden - wenn wir denn für Andere und nicht zuletzt auch für uns selbst, Licht sein wollen.

Erwachen im Jetzt ist möglich

Diese Entscheidung und die daraus folgenden Handlungen kann und wird uns niemand abnehmen. Das ist unsere ureigene Aufgabe. Wenn wir es nicht tun, werden wir diesen einzigartigen, verlockenden Zustand von Einheit, Freiheit und Harmonie nicht erleben. Ich bin mir sicher, dass es möglich ist, selbst für die eigene „Erleuchtung“ oder das „Erwachen“ zu sorgen.

Wir sind alle göttliche, auserwählte Wesen, und jeder von uns trägt das strahlende Licht seiner Einzigartigkeit in sich, sonst könnten wir gar nicht existieren. Aber leider haben viele den Zugang zu ihrem inneren, heiligen Raum, wo sie sich geschützt und sicher fühlen können und im Einklang mit sich sind, verloren. Sie haben aufgehört zu leuchten und ihre Ausstrahlung und Lebensfreude ist zugedeckt von Alltagssorgen und enttäuschenden Erfahrungen.

Unsere Gedanken bewegen sich oft im Spannungsfeld zwischen leidvollen, belastenden Erlebnissen der Vergangenheit und sehnsuchtsvollen, freundlichen Zukunftserwartungen. Aber das Leben findet nur in der Gegenwart statt. Sobald wir über Vergangenes nachdenken und es zulassen, dass schmerzhafte Erinnerungen unser Denken und Fühlen bestimmen, haben wir den Kontakt zur Gegenwart und damit zu uns verloren. Und wenn wir uns mit vagen Hoffnungen, Träumen, Wünschen und Zukunftsängsten beschäftigen, blockieren wir ebenfalls den Zugang zu unserem inneren Kern und Wonnegefühl, das die Inder als – Sat-Chid-Ananda – bezeichnen; absolutes Sein, Wissen und Glückseligkeit.

Wege zur harmonischen Einheit und Verbindung

Wie könnte es uns denn gelingen, weitgehend konstant bei uns, sprich gegenwärtig zu bleiben, wenn wir in die Vergangenheits- und Zukunftsfalle geraten sind? Wie können wir wieder aus diesem bedrückenden Zustand herauszukommen?

Die Antwort liegt in der natürlichen Weisheit unseres Körpers und der Kontrolle unserer Gedanken. Wenn wir in der Lage sind, möglichst gedankenfrei unseren Körper zu spüren, unsere mentalen Begrenzungen wahrzunehmen und durch Konzentration auf die Atmung in einen erweiterten Bewusstseinszustand zu gelangen, haben wir die Chance, uns intensiv zu spüren und wieder in eine harmonische Verbindung mit uns zu kommen.

Ein hilfreicher Weg ist es, den Körperkontakt nicht nur von außen, durch Bewegung und Berührung herzustellen, sondern sich mental in das Innere des Körpers hineinzuversetzen und aus der Geborgenheit dieses inneren „Zuhauses“ die Außenwelt zu betrachten und wahrzunehmen. Idealerweise beginnt man den Weg in den Körper mit einer längeren Meditation, um sich einzustimmen und sich Schritt für Schritt ganz zu öffnen. Danach konzentriert man sich ganz bewusst auf die Körperwahrnehmung.

Man fängt mit einer liebevollen Kontaktaufnahme zu den Füßen an, verbunden mit einem Dank an diese wichtigen Körperteile, die uns durch das Leben tragen und die Verbindung zu unserem „Grounding“, zur Erdverbindung, sind. Dann wandert man mit seiner Aufmerksamkeit Schritt für Schritt weiter über die anderen Körperteile – Beine, Becken, Rücken, Brustkorb, Hände, Arme, Schultern, Nacken bis hoch zum Kopf. Jede Region wird sanft und freundlich mit dankbaren Worten und Gefühlen gewürdigt. Wir können diesen Kontakt auch mit einer liebevollen Berührung unterstützen und intensivieren.

Körperempfinden und Atmung schaffen Bewusstsein

Aus dieser sanften, einfühlsamen Vorgehensweise wird sich das Gespür entwickeln, über welche Körperregion der Zugang in das Körper-Innere erfolgen kann. Hierbei hilft uns vor allem eine tiefe, gleichmäßige Atmung, die richtige Eingangspforte zu finden. So wie die Atemwelle rhythmisch unseren Körper bewegt, können auch wir uns dieser genuinen Bewegung hingeben und uns in der Schwingungsfrequenz mit dem Körper vereinen und zu einem Gefühl der Ganzheit kommen.

Wir bewohnen ganz bewusst unsere körperliche Hülle, verbinden uns mit der ihr innewohnenden Energie und können somit die übliche Dominanz des Verstandes temporär verlassen. Wenn wir uns in unserem eigenen Energiefeld eingerichtet haben und uns an dem, was wir verkörpern und fühlen, erfreuen, sind wir gegenwärtig. Das heißt, wir sind in einem Bewusstseins-Zustand, der uns erlaubt, alles was mit uns und um uns herum geschieht anzunehmen und so zu lassen, wie es ist.

Wir empfinden uns im Einklang und damit in Verbindung mit dem Selbst, mit unserer wahren Natur. Und dann werden wir erkennen, dass wir diese Wahrheit, diese Vollkommenheit, dieses Urwissen, bereits von Anbeginn an in uns getragen haben. Wir spüren wieder das Licht, das in uns brennt und uns wärmt und heil sein lässt. In diesem Zustand brauchen wir nicht mehr nach außen oder hoffnungsvoll in die Zukunft zu schauen, um unseren inneren Frieden und ein bejahendes Lebensgefühl zu finden. Alles, was wir für ein erfülltes Leben brauchen, ist schon in uns und steht uns zur Verfügung.

Das Wort Erleuchtung

Ähnliche Eigenschaften wie Erleuchtung - Synonyme

Ähnliche Eigenschaften wie Erleuchtung, also Synonyme zu Erleuchtung sind z.B. höchste Erkenntnis, Einssein, kosmisches Gewahrsein, höchstes Wissen, Wahrheit.

Ausgleichende Eigenschaften

Jede Eigenschaft, jede Tugend, die übertrieben wird, wird zu einer Untugend, zu einem Laster, einer nicht hilfreichen Eigenschaft. Erleuchtung übertrieben kann ausarten z.B. in Scharlatanerie, Scheinheiligkeit, Falschheit. Daher braucht Erleuchtung als Gegenpol die Kultivierung von Eingebung, Intuition, Spürsinn, [[]].

Gegenteil von Erleuchtung - Antonyme

Zu jeder Eigenschaft gibt es ein Gegenteil. Hier Möglichkeiten für Gegenteil von Erleuchtung, Antonyme zu Erleuchtung :

Erleuchtung Antonyme auf einen Blick

Antonyme Erleuchtung sind z.B. Eingebung, Intuition, Spürsinn, Getrenntsein, Verhaftung im Materiellen, Tapas,.

Erleuchtung im Kontext von Tugendengruppen, Persönlichkeitsfaktoren und Temperamenten

Siehe auch

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Literatur

Weblinks

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