Ego: Unterschied zwischen den Versionen

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Überwinde das Ego und vermeide die Identifikation
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'''Ein Kommentar zur Bhagavad Gitazum 18. Kapitel ab Vers 13'''
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=== Überwinde das Ego und vermeide die Identifikation ===
  
 
'''Kapitel 18 Vers 13:'''
 
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''pancaitani maha-baho karanani nibodha me sankhye kritante proktani siddhaye sarva-karmanam''
 
''pancaitani maha-baho karanani nibodha me sankhye kritante proktani siddhaye sarva-karmanam''
  
Erfahre von Mir, Oh mächtig bewaffneter Arjuna, diese fünf Ursachen für das Ausführen von Handlungen, wie sie im System der Sankhyas dargestellt werden.
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Erfahre von Mir, Oh mächtig bewaffneter Arjuna, diese fünf Ursachen für das Ausführen von Handlungen, wie sie im System der [[Sankhya]]s dargestellt werden.
  
Kapitel 18 Vers 14:  
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'''Kapitel 18 Vers 14:'''
  
adhisthanam tatha karta karanam ca prithag-vidham vividhas ca prithak cesta daivam caivatra pancamam
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''adhisthanam tatha karta karanam ca prithag-vidham vividhas ca prithak cesta daivam caivatra pancamam''
  
Der Sitz (der Körper), der Handelnde, die einzelnen Sinne, die verschiedenen Funktionen und auch die herrschende Gottheit, als fünfte
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Der Sitz (der Körper), der Handelnde, die einzelnen Sinne, die verschiedenen Funktionen und auch die herrschende Gottheit, als fünfte.
  
Jede Handlung, die ein Mensch mit seinem Körper, seiner Sprache, oder seinem Geist ausführt, sei sie recht oder unrecht, ist die Ursache dafür. Da dies nun so ist, sieht wahrlich der Mensch nicht, weil sein Verstehen nicht ausgebildet ist, das isolierte Selbst, als Handelnden. So ist sein Verstand irregeführt. Wer frei vom ich Gedanken ist, wessen Verstehen nicht von der Vorstellung von Gut und Böse gefärbt ist, tötet nicht und ist nicht durch Karma gebunden, auch wenn er tötet.  
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Jede [[Handlung]], die ein [[Mensch]] mit seinem [[Körper]], seiner Sprache, oder seinem [[Geist]] ausführt, sei sie recht oder unrecht, ist die Ursache dafür. Da dies nun so ist, sieht wahrlich der Mensch nicht, weil sein Verstehen nicht ausgebildet ist, das isolierte [[Selbst]], als Handelnden. So ist sein [[Verstand]] irregeführt. Wer frei vom Ich-[[Gedanken]] ist, wessen Verstehen nicht von der Vorstellung von [[Gut]] und [[Böse]] gefärbt ist, tötet nicht und ist nicht durch [https://www.yoga-vidya.de/karma/ Karma] gebunden, auch wenn er tötet.  
  
Es gibt 5 Ursachen von Handlungen. Es gibt den Körper, welcher das Instrument zum Handeln ist. Wenn du handeln willst, dann brauchst du einen Körper. Es gibt den Handelnden, was der „karta“ ist. Was letztlich die Psyche ist, den Körper letztendlich irgendwo bewegt. Es gibt auch noch die verschiedenen Funktionen, wie „karana“. Die verschiedenen Sinne spielen auch eine Rolle. Und zusätzlich kommt die Göttliche Fügung, also „daiva“.  
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Es gibt fünf Ursachen von Handlungen. Es gibt den Körper, welcher das [[Instrument]] zum Handeln ist. Wenn du handeln willst, dann brauchst du einen Körper. Es gibt den Handelnden, was der „karta“ ist, was letztlich die [[Psyche]] ist, den Körper letztendlich irgendwo bewegt. Es gibt auch noch die verschiedenen Funktionen, wie „[[karana]]“. Die verschiedenen Sinne spielen auch eine Rolle. Und zusätzlich kommt die [[Göttliche]] [[Fügung]], also „[[daiva]]“.  
  
Das heißt, dass nicht du handelst! Der Körper ist, da. Du hast die einzelnen Sinn, es gibt deine Psyche und verschiedene weitere Funktionen. Du bist aufgehoben in einem größeren Ganzen. Und was letztlich heraus kommt ist „daiva“, die Göttliche Fügung.  
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Das heißt, dass nicht du handelst! Der Körper ist da. Du hast die einzelnen [[Sinne]], es gibt deine Psyche und verschiedene weitere Funktionen. Du bist aufgehoben in einem größeren Ganzen. Und was letztlich heraus kommt ist „daiva“, die Göttliche Fügung.  
  
Egal, durch was du etwas tust, du kannst es mit deinem Körper, mit der Sprache und durch das Gendenken. Die Gedanken sind auch geistige Kräfte, denn jeder Gedanke hat eine Power. Aber auch hier gibt es diese fünf als Ursache. So bist nicht du, derjenige, der alles macht, sondern was auch immer du tust, ist irgendwo mit allem verbunden.  
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Egal, durch was du etwas tust, du kannst es mit deinem Körper, mit der Sprache und durch die [[Gedanken]]. Die [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/sivananda/die-kraft-der-gedanken/ Gedanken] sind auch [[geistige Kräfte]], denn jeder Gedanke hat eine [[Power]]. Aber auch hier gibt es diese fünf als [[Ursache]]. So bist nicht du, derjenige, der alles macht, sondern was auch immer du tust, ist irgendwo mit allem [[verbunden]].  
  
Dein Körper braucht Nahrung, dein Körper braucht Essen, Atem, Flüssigkeit, du hast ein Zusammenwirken mit anderen, dein Körper braucht Nahrung, hat verschiedene Fähigkeiten und Funktionen, deine Psyche steht im Austausch mit anderen. Du selbst machst eigentlich gar nichts. Du selbst bist das Selbst an sich, jenseits von Körper und Psyche. Und Körper und Psyche sind letztlich in einem größeren Ganzen ausgehoben.  
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Dein Körper braucht [[Nahrung]], dein Körper braucht Essen, [[Atem]], [[Flüssigkeit]], du hast ein Zusammenwirken mit anderen, dein Körper braucht Nahrung, hat verschiedene Fähigkeiten und Funktionen, deine Psyche steht im Austausch mit anderen. Du selbst machst eigentlich gar nichts. Du selbst bist das [[Selbst]] an sich, jenseits von Körper und Psyche. Und Körper und Psyche sind letztlich in einem größeren Ganzen aufgehoben.  
  
Im siebzehnten Vers geht es, darum wer frei vom „Ich“-Gedanken ist. Denke nicht dass du der handelnde bist, sondern sei dir bewusst dass ehe es geschieht, du es geschehen lässt. Ich hatte ein Gespräch mit einem indischen Yoga Meister, Swami Yogaswarupananda hat gerne gesgat: „happening, not doing“. Das soll heißen: Glaube nicht, dass du etwas tust, sondern lasse es geschehen.
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=== Freiheit vom Ich-Gedanken ===
  
Mein Name ist Sukadev, ich bin Gründer und Leiter von Yoga Vidya. Und manche sind erstaunt darüber, wie viel Yoga Vidya bewirkt und macht und dass das mein Verdienst ist. Ich habe aber nicht das Gefühl, dass ich etwas tue. Es ist etwas passiert und es hat sich manifestiert. Ich habe natürlich auch Energie durch meinen Körper und meine Psyche fließen lassen, aber mein Streben ist nie irgendwelche Ziele zu erreichen. Mein Streben ist es, geschehen zu lassen, was geschehen will. Was Swami Sivananda/ das Göttliche bewirken will.
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Im siebzehnten Vers geht es darum, wer frei vom „Ich“-Gedanken ist. Denke nicht dass du der Handelnde bist, sondern sei dir [[bewusst]] dass ehe es geschieht, du es geschehen lässt. Ich hatte ein Gespräch mit einem indischen Yoga Meister, Swami Yogaswarupananda, er hat gerne gesagt: „happening, not doing“. Das soll heißen: Glaube nicht, dass du etwas tust, sondern lasse es geschehen.
  
Meine Woche besteht etwa aus 80 Stunden Seva und ich denke mir dabei nicht, dass ich besonders viel mache, sondern es geht darum es geschehen zu lassen. Solange Körper und Psyche machen können und dabei helfen können, dass sich viele zusammen engagieren, dann ist es geschehen.
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=== Es geschehen zu lassen ===
  
Man soll sich frei von „Ich“-Gedanken machen und auch nicht die Vorstellung von Gut und Böse haben. Es gibt natürlich ethische und nicht ethische Handlungen, was ganz klar ist. Aber wenn du immer denkst, wie schlimm etwas gewesen ist und was für furchtbare Sachen mir ein Mensch angetan hat. Wenn du ständig ärgerlich bist, was ein anderer dir angetan hat, oder du dich jahrelang schuldig fühlst, egal ob das andere ganz anders sehen, dann bist du verhaftet.  
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Mein Name ist Sukadev, ich bin Gründer und Leiter von Yoga Vidya. Und manche sind erstaunt darüber, wie viel Yoga Vidya bewirkt und macht und dass das mein [[Verdienst]] ist. Ich habe aber nicht das Gefühl, dass ich etwas tue. Es ist etwas passiert und es hat sich manifestiert. Ich habe natürlich auch [[Energie]] durch meinen Körper und meine Psyche fließen lassen, aber mein Streben ist nie irgendwelche Ziele zu erreichen. Mein Streben ist es, geschehen zu lassen, was geschehen will. Was [[Swami Sivananda]], das Göttliche bewirken will.
  
Entscheide dich für das ethische. Wenn du mal etwas Unethisches gemacht hast, dann gebe es offen zu, bitte um Entschuldigung und mache den Schaden soweit es möglich ist gut. Gegenüber dem Menschen, dem du das angetan hast, gegenüber anderen Menschen, oder gegenüber einer Gemeinnützigen Organisation. So kannst du negatives Karma wieder beruhigen, aber ansonsten solltest du loslassen und aufhören zu denken, wie schlimm oder gut etwas ist. Höre auch auf nachträglich Handlungen zu bedauern, wenn du sie nach bestem Wissen und Gewissen getan hast.  
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Meine Woche besteht etwa aus 80 Stunden [[Seva]] und ich denke mir dabei nicht, dass ich besonders viel mache, sondern es geht darum es geschehen zu lassen. Solange Körper und Psyche machen können und dabei helfen können, dass sich viele zusammen engagieren, dann ist es geschehen.  
  
So sagt Krishna, dass wenn du dich nicht identifizierst, du kein Karma schaffst. Handle ohne Verhaftung und Identifikation!
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Man soll sich frei von „Ich“-Gedanken machen und auch nicht die Vorstellung von Gut und Böse haben. Es gibt natürlich [[ethisch]]e und nicht ethische Handlungen, was ganz klar ist. Aber wenn du immer denkst, wie [[schlimm]] etwas gewesen ist und was für furchtbare Sachen mir ein Mensch angetan hat. Wenn du ständig [[ärgerlich]] bist, was ein Anderer dir angetan hat, oder du dich jahrelang [[schuldig]] fühlst, egal ob das andere ganz anders sehen, dann bist du [[verhaftet]].  
  
=== Video - Identifiziere dich nicht - Löse dich vom Ego ===
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Entscheide dich für das ethische. Wenn du mal etwas Unethisches gemacht hast, dann gebe es [[offen]] zu, bitte um [[Entschuldigung]] und mache den Schaden soweit es möglich ist gut. Gegenüber dem Menschen, dem du das angetan hast, gegenüber anderen Menschen, oder gegenüber einer [[Gemeinnützig]]en Organisation. So kannst du negatives [[Karma]] wieder beruhigen, aber ansonsten solltest du [[loslassen]] und aufhören zu [[denken]], wie schlimm oder gut etwas ist. Höre auch auf nachträglich Handlungen zu bedauern, wenn du sie nach bestem [[Wissen]] und [[Gewissen]] getan hast.
  
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So sagt [[Krishna]], dass wenn du dich nicht identifizierst, du kein Karma schaffst. Handle ohne [[Verhaftung]] und [[Identifikation]]!
  
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=== Video - Identifiziere dich nicht - Löse dich vom Ego ===
  
 
==Einfühlungsvermögen durch Ego Überwindung==
 
==Einfühlungsvermögen durch Ego Überwindung==

Version vom 17. Juli 2019, 12:43 Uhr

Ego ist das lateinische Wort für Ich. Ego hat in verschiedenen philosophischen, religiösen und spirituellen Systemen und in der Psychologie ganz unterschiedliche Bedeutungen. Ego wird definiert als die Vorstellung, die der Mensch in seiner Selbstwahrnehmung und Erfahrung von sich hat. Im Triaden-Modell von Sigmund Freud vermittelt das Ego zwischen den Trieben des Es und den Normen des Über-Ich.

Als Ego wird manchmal auch die Identifikation verstanden. Egoismus bedeutet in diesem Kontext die Ichbezogenheit. Egoismus bedeutet, dass man etwas nur für sich tut und die Interessen anderer nicht beachtet.

Ego - erläutert vom Yoga Standpunkt aus

Was ist dieses Ego?

Swami Sivananda

Auszug aus dem Buch "Jnana Yoga" von Swami Sivananda (Hrsg.: Divine Life Society, 2007), S. 32-34

Ego, Egoismus, Egozentrik - Ahamkara in Sanskrit, ist das selbstbehauptende Prinzip, das aus Ignoranz (Prakriti) geborene Tattva. Abhimana ist Egoismus, Garva ist Egoismus.

Der Same dieses Egos ist der unterscheidende Intellekt, Bheda Buddhi. Es ist das Ego, das die Getrenntheit von Gott, Atman, erschafft. Das Ego ist die Ursache allen Leides, die Ursache von Geburt und Tod.

Dieses Ego identifiziert sich mit dem Körper, mit dem Geist und den Sinnen. Wo immer Ego ist, ist Ich und Mein, Mögen und Nichtmögen, Lust, Ärger, Habsucht, Heuchelei, Stolz, Eifersucht, Verblendung, Arroganz, Dünkel, Anmaßung, Vasanas (Denkbahnen), Trishna (Verlangen nach Sinnesgenuss), Vrittis (Erregung des Geistes), Sankalpa (Wille), Abhinivesha (Anhaftung am Leben), Kartha (Ansporn), Bhokta (Genuss).

Es bedarf eines tiefen Verständnisses über die Beschaffenheit dieses Egos, um es vernichten zu können. Vernichten des Egos ist nichts weiter als das Vernichten des Geistes. Vernichten von Gedanke, Wunsch, Verlangen, Ich und Mein, Eifersucht, Stolz und Lust sowie die Kontrolle der Sinne sind wirkliches Vernichten von Ego und Geist.

Egoismus erscheint in subtiler Form. Der grobe Egoismus ist nicht so gefährlich wie der subtile. Der gesellschaftliche Egoismus ist eine subtile Form. Der Mensch identifiziert sich mit der Gesellschaft und haftet an ihr beziehungsweise ihrem Kult an. Es fehlt an Universalität.

Das Wirken des Egoismus‘ ist rätselhaft. Es ist sehr schwer, seine unzähligen Wege zu erkennen. Es bedarf eines feinen und scharfen Intellekts, um ihm auf die Spur zu kommen. Gehe täglich in die Stille und schaue nach innen, dann wirst du in der Lage sein, seine geheimen Pfade zu erforschen. Dieses Ego liebt seinen Geburtsort, seinen Landkreis, die Menschen seiner Stadt, seine Muttersprache, seine Verwandten und Freunde, seine Essgewohnheiten, seinen Kleidungsstil. Was es nicht mag sind die Lebensformen der anderen.

Dieses Ego möchte Macht und Einfluss über andere gewinnen. Es will Titel, Ruhm, Respekt, Wohlstand, Haus, Frau und Kinder. Es will sich selbst erhöhen. Es will andere dominieren und über sie bestimmen. Wenn jemand es auf seine Schwachstellen hinweist, fühlt es sich in seiner Eitelkeit gekränkt. Wenn es jemand würdigt, ist es in Hochstimmung. Dieses Ego spricht: ‚Ich weiß alles. Er weiß nichts. Was ich sage, ist richtig. Was sie sagt, ist falsch. Er ist mir unterlegen. Ich stehe über ihr.‘ Das Ego fordert von anderen, dass sie seinen Wegen folgen.

Dieses Ego lauert wie ein Dieb, wenn du dich nach innen wendest und dich der Selbstanalyse unterziehst. Es wird deinen Versuchen und deinem Erkennen ausweichen. Sei auf der Hut. Wenn du Gottes Gnade erlangst - durch Japa, Kirtan, Gebet und Hingabe, dann kannst du das Ego leicht vernichten. Nur durch die Gnade Gottes wird deine Selbsthingabe vollkommen.

Wenn das Ego mit dem kosmischen Ego verschmilzt, erlangst du die Einheit in Gott, auch Selbstverwirklichung genannt. Mögest du das Ziel des Lebens erreichen und ewige Glückseligkeit erlangen - durch Vernichtung dieses kleinen Egos!

Erkenne die Versteckspiele deines Ego

Ego ist eine interessante Sache und das Ego hat alle möglichen Versteckspiele. Das grobstoffliche Ego ist leicht zu erkennen. Ein grobes Ego wird sagen, ich will das haben, ich will das haben und das will ich auch noch haben. Ein grobstoffliches Ego setzt sich durch und will alles Mögliche bekommen. Aber das Ego kann auch Versteckspiele spielen.

So wie das Kätzchen kann sich auch das Ego verstecken

Es kann sich verstecken, in dem es so ein bisschen sagt: „Ich bin besser als andere. Ich bin großartiger als andere. Ich bin uneigennütziger als andere.“ Das Ego kann kleine Versteckspiele haben und kann irgendwo sagen: „Für meinen spirituellen Weg, brauche ich das. Ich brauche jetzt meine Zeit für die Meditation und Asanas - um Pranayama sollen sich andere drum kümmern.

Versteht mich nicht falsch, man sollte täglich Asanas und Pranayama und Meditation üben. Aber dahinter kann sich auch ein Egoismus verstecken. Es kann dort Versteckspiele machen. Ego kann sich auch manifestieren, wenn man eigentlich weiß, jetzt sollte ich Asanas und Pranayama üben, aber das Ego (Faulheit,Ignoranz) hat keine Lust dazu. Das Ego versteckt sich wieder und sagt: „Ja, ich muss mich noch um mein Enkelkind kümmern. Ich muss mich um meinen Neffen, um meine Nichte kümmern. Ich muss mich noch um dieses und alles Mögliche kümmern. Das Ego schiebt alles Mögliche vor.

Manchmal musst du einfach erkennen, das ist deine Aufgabe und dann stellst du fest, das Ego versteckt sich. Versteckspiele heißt, es sieht so aus, als ob es eigentlich etwas Gutes wäre. Aber eigentlich macht es nur das Ego, um sein Mögen und Nichtmögen decken zu können. So gibt es auch Menschen, die faul und träge sind und das Ego versteckt sich dahinter und sagt: „Ich bin achtsam und ruhig und besonders spirituell.“ Es gibt Menschen, die das meinen. Da kann sich das Ego verstecken. Ego kann sich hinter allem verstecken. Es gilt sich dessen bewusst zu sein. Es ist eine herausfordernde und faszinierende Aufgabe für einen spirituellen Aspiranten zu schauen, wohinter verbirgt sich das Ego.

Und nochmal: „Was ist überhaupt das Ego?“

  • Ego ist eine Identifikation - Ego heißt du identifizierst dich mit etwas.
  • Ego will, dass das, womit es sich identifiziert irgendwie von anderen anerkannt wird.
  • Und Ego will sein Raga, sein Mögen, befriedigt bekommen und will zu seinem Nichtmögen eben nicht gezwungen werden.

Das Ego mag bestimmte Dinge und mag anderes nicht; will großartig erscheinen und identifiziert sich. Und das Ego kann sich dort auch wunderbar verstecken.

Daher eine Aufgabe auf dem spirituellen Weg ist es, die Versteckspiele des Egos zu erkennen und letztlich zu überwinden.

Umgang mit Ego anderer

Aus einem Vortrag von Sukadev

Ego ist das Ich. Lateinisch heißt Ego Ich, alles was sich auf das Ich bezieht ist das Ego. Im Yoga spielt das Ego eine große Rolle. Es gibt das sogenannte sattwige, rajassige und tamassige Ego. Das tamassige Ego kann man wieder auf verschiedene Weise definieren. Tamassiges Ego kann sein mangelndes Selbstwertgefühl, sich selbst runter zu machen und sich selbst als schlecht zu erleben. Rajassiges Ego will zeigen, ich bin besser als alle anderen. Das rajassige Ego will sich behaupten gegen andere. Rajassiges Ego braucht Bestätigung von Außen.

Sattwiges Ego heißt, man akzeptiert die Fähigkeiten von Körper und Psyche und will diese einsetzen zum Wohl von anderen. Ein sattwiges Ego identifiziert sich vielleicht gar nicht mit dem Vorübergehenden, sondern weiß, ich bin das unsterbliche Selbst, der Atman. Ich bin eins mit allem, ich habe jetzt einen Körper, ich habe ein Psychen an der will ich arbeiten und mit diesem Körper und dieser Psyche gehe ich um. Eine gewisse kleine Identifikation gibt es auch beim sattwigen Ego, aber es ist nur eine kleine Identifikation.

Wenn du jetzt mit anderen Menschen umgehst, dann bemühe dich, deren sattwiges Ego zu stärken. Ihnen klar zu machen, du bist das unsterbliche Selbst. Du bist nicht der Körper und diese Psyche. Und du brauchst auch nichts Äußeres um wirklich glücklich zu sein. Bemühe dich, das Gute zu tun, bemühe dich, für andere da zu sein. So kannst du andere motivieren. Wenn du auf das tamassige Ego anderer stößt, dann ermutige sie, anstatt dass sie sich selbst nieder machen und sich selbst nicht wertschätzen.

Hilf den Menschen zur Selbstliebe, zur Eigenliebe zu gelangen und sich von ihrem rajasigen Ego zu befreien. Du kannst ihnen helfen zu sehen, das tiefe Glück, die tiefe Freude, die tiefe Liebe ist eben nicht abhängig von Äußerem, von Besitz, von Vergnügen und Anerkennung anderer.

Das Ego entdecken - von Sri Swami Venkatesananda

Alles, was entsprechend dem Diktat des Geistes getan wird, ist eine Falle. Sogar die sogenannten yogischen oder spirituellen Praktiken, die auf Anreiz des Geistes unternommen werden, können im besten Fall eine goldene Falle sein, ein Gefängnis. Die innere Intelligenz muss das erkennen. Sie ist dazu in der Lage, aber sie kann sich selbst nicht entfliehen. ‘Ich’ kann sich nicht selbst befreien, aber es kann den Mangel in all diesen Praktiken sehen, die Gefahr dieser Falle. Wenn du Karma Yoga machst, ist das ein ehrbarer sozialer Dienst – was insofern gut ist als es anderen von enormem Nutzen ist. Wenn du Bhakti Yoga als Praxis wählst — drei Stunden Japa, zwei Stunden Puja und zwei Stunden Kirtan — ist das ebenfalls sehr gut, denn in diesen sieben Stunden hast du nichts Schlechtes getan. Wenn du Yoga-Asanas, Pranayama und eine Art der Meditation betreibst, erfreust du dich guter Gesundheit und bist somit weniger Belastung für andere, was ein enormer Beitrag ist. Gesund zu sein ist einer der größten Dienste, den du der Menschheit erweisen kannst. Wenn andere dich gründlich vergessen, bist du der größte Diener der Menschheit. Aber als Sadhana zur Selbsterkenntnis oder Moksha ist das von keinem großen Wert, es sei denn, du tust es, weil die Gurus es sagen und nicht weil der Geist es so mag.

Durch nichts davon ist Moksha oder Befreiung möglich. Es sind alles Fallen, egal, wie deine Einstellung dazu ist. Selbsterkenntnis ist davon unabhängig. Gurudev hat die Essenz seiner Lehren in einem Lied herauskristallisiert, dessen erste Zeile lautet "Diene, liebe, gebe, reinige, meditiere, erkenne." Bitte, betreibe Karma Yoga, so gut es dir möglich ist. Über all dem liebe Gott, tue Gutes, reinige dich durch alle möglichen Yoga Praktiken — Japa, Meditation, und all das. Meditiere und erkenne die Wahrheit der Upanishaden. Die nächste Zeile lautet: "Sei gut, tue Gutes, sei mitfühlend." Die dritte: "Erfrage wer du bist, erkenne dich selbst und sei frei." Verbinde dies alles in deinem Sadhana.

Anpassung kann helfen

Nun kommt der komplizierte Teil. Die nächste Zeile des Liedes lautet: "Passe dich an, richte dich aus, gib nach, ertrage Beleidigung, ertrage Verletzung, höchstes Sadhana". Ist das in deinem Leben möglich? Man erwartet, dass die Ethik zuerst kommt und zuletzt die Selbsterkenntnis. Im ersten Teil — diene, liebe, meditiere, erkenne — ist es möglich, sich dem, was allgemein Selbsttäuschung genannt wird, zu widmen, in dem Glauben, dass du Karma Yoga, Bhakti Yoga oder Hatha Yoga betreibst, nur weil du ein paar Yoga Posen gut kannst — und wenn du für eine beträchtliche Zeit in einer bestimmten Haltung sitzen kannst, kannst du dir und anderen sagen, dass du dich in tiefem Samadhi befindest. All dies ist möglich. Aber Anpassungsfähigkeit ist nicht so einfach, denn sie greift das Ego direkt an und zerstört es — während der ganze Rest nicht zur Sache kommt. Es ist einfach, Dinge aufzugeben, die du zu besitzen glaubst. Ein Hemd, ein Buch, ein wenig Geld, Obst — denn der Geist oder das Ego sagt, "Oh, ich bekomme wieder etwas davon", aber seine Meinungen und Ideologien aufzugeben ist viel schwieriger, und seine Meinung über sich selbst, seines Selbstwertes aufzugeben, ist extrem schwierig. Von allen Bildern in der Welt ist das Selbstbild am schwersten anzukratzen, geschweige denn zu brechen.

Ist es dir möglich jemanden anzusehen, mit dem du überhaupt nicht konform gehst und ohne Scheinheiligkeit zu sagen, "Sie könnten Recht haben"? Während solcher weniger Momente schau dir genau an, was in dir vorgeht. Da passiert eine Kombination aus Erdbeben, Vulkanausbruch, Tornado und Flutwelle, alles zusammen. Das ist das Ego. Du hast es! Versuche nicht, es zu reparieren. Es schmerzt, es schmerzt. Du meine Güte, es schmerzt! Sieh dir genau an, was in dir passiert. Das ist das Ego.

Die äußere Situation löst sich von selbst. Jemand diskutiert mit dir, du sagst, "Sie könnten Recht haben" und dann ist er zufrieden und geht weg — oder er ist unzufrieden und geht weg. Das ist von wenig Bedeutung. Du tust dies nicht, um jemandem zu gefallen — das ist eine andere Falle. Noch tust du dies, um dir selber zu missfallen — das wäre Masochismus, ebenso nutzlos, und füttert das Ego — "Ich bin ein Mensch von enormer Anpassungsfähigkeit (oder Bescheidenheit)." Niemanden interessiert das. Absolut niemanden auf dieser Welt interessiert dein Glück oder deine Erlösung. Also macht es keinen Sinn, all diese Dinge zu tun, um anderen zu gefallen, oder sich anzustrengen, andere zu überzeugen, dass du ein großer Yogi bist oder ein Sadhu oder ein heiliger Mann. All das ist totale Zeitverschwendung. Versuche stattdessen, dich anderen anzupassen, und dem Menschen, der dir vehement widerspricht. Sage zu ihm, "Ja, Sie könnten Recht haben", oder "Sie haben Recht," und beobachte gleichzeitig, was in dir vorgeht.

Als Gurudev Swami Sivananda den Geist des Dienens betonte, erhöhte er Anpassungsfähigkeit über alles. Er betonte: "Das aggressive, selbstbestimmte, rajasige Ego ist dein Feind." Es muss verschwinden. Karma Yoga wird dir helfen — oder aber wird Karma Yoga dir erst möglich werden, nachdem du das selbstbestimmte Ego zerstört hast. Selbst der kleinste Dienst an anderen wird dir helfen, denn damit wirst du gezwungen, dich anzupassen. Es wird massenweise Gelegenheiten geben, dich anzupassen. Bhakti-, Raja- und Hatha Yoga können dir helfen, aber sie sind nur Unterstützung, nicht der Hauptschlüssel. Der Hauptschlüssel ist "Passe dich an, richte dich aus, gib nach."

Sivananda Ashram in Rishikesh

Sadguru Sivananda hatte kein Ego mehr

Ich habe noch nie einen großen Heiligen mit einem so weichen Nicht-Ego gesehen, wie Swamiji eines hatte. Der ganze Ashram schuldet ihm seine Existenz, und jeder Stein wurde von ihm gelegt. Anfangs, in den 1940ern, irritierte es einige von uns Jüngeren, ihn vor einem seiner eigenen Schüler stehen zu sehen und diesen in einem Ton nach dessen Meinung zu fragen, als sei der Meister selbst ein Untergebener. Es gab dort einen Swami, bekannt als Swami Vishuddhananda, der unser Postmeister war und auch verantwortlich für die Konstruktion des Tempels und so weiter. Eines Tages standen Swamiji und dieser Swami Vishuddhananda nur einige Schritte voneinander entfernt und Swamiji machte einige Vorschläge für die Veranda des Tempels. Es war, als wäre er der Untergebene, ein neuer Rekrut für den Ashram. Er fragte "Könnten wir das machen? Wäre das in Ordnung? Was denkst du?" Nie habe ich ihn ein Machtwort sprechen oder einen Befehl geben hören. Selbst wenn er sehr dringend etwas erledigt haben wollte, würde er bloß fragen, "Sollten wir das so und so machen?" Nur wenn du begannst ihm zuzustimmen, so dass er sich wohlfühlte und wusste, dass du ganz seiner Meinung bist, konnte es vorkommen, dass er sagte, "Gehe schnell und erledige das." Aber sobald es auch nur einen Einwand gab, würde er das Vorhaben sofort unterbrechen. Er würde dir Obst und Milch geben und dich in den Himmel heben, "Ah, du bist ein großartiger Mensch. Niemand hat so brillante Ideen wie du." Eine halbe Stunde später würde er darauf zurückkommen, "Du hattest gesagt, es sollte so gemacht werden. Ich glaube, das wäre nicht so gut. Wie wäre es hiermit?" Streiche als erstes dein Ego. Hier ist eine Gelegenheit, ein Widerspruch, jemand, der dir etwas entgegensetzt. Das ist eine direkte Herausforderung für das Ego. Lasse es schmelzen, lasse es verschwinden. Dann wird das passieren, was passieren soll.

"Passe dich an, richte dich aus, gib nach, ertrage Beleidigung, ertrage Verletzung." Das ist das höchste Sadhana und der direkteste Weg zur Selbsterkenntnis, weil er das Ego durchtrennt. Das heißt nicht, dass wir in dieser Welt so leben und agieren sollen, dass wir Kritik, Beleidigung und Verletzung anziehen (In dem Fall verdienst du es nicht besser!). Aber tue dein Bestes, tue das Richtige zur rechten Zeit, auf die richtige Art und Weise am richtigen Ort. Das ist deine Pflicht. Das ist Yoga. Für dieses Ziel gibt es keinen Kompromiss. Trotz allem, was immer du auch tust, du wirst immer jemanden finden, der verärgert ist, jemanden, der dich nicht leiden kann, oder das, was du tust, oder wie du aussiehst. Was ist deine Einstellung gegenüber einer solchen Person? Dein erster Impuls ist, sie auszuschließen oder wegzulaufen, eine solche Situation zu verdrängen, zu kitten oder zu vermeiden. Wenn du das tust, hast du die beste Gelegenheit zerstört, das höchste Sadhana zu praktizieren. In einem seiner ganz frühen Briefe an Swami Paramanandaji, hatte Gurudev geschrieben, "Ich möchte Leute um mich haben, die mich kritisieren, herabwürdigen, ärgern, sogar verletzen." Dies ist kein Masochismus. Er genoss es weder, verfolgt zu werden, noch litt er an einem Märtyrerkomplex; er zog Kritik weder an, noch suchte er nach ihr; er benahm sich extrem vorsichtig; er folgte so gut er konnte den gesellschaftlichen Normen und man konnte an seinem Verhalten nichts auszusetzen finden — es war stets vorbildlich. Aber trotzdem, wenn er, was unvermeidlich war, einmal von irgendwem kritisiert wurde, konnte man seine Einzigartigkeit erkennen. Es gab Momente, in denen selbst seine eigenen Schüler ihn offen oder andeutungsweise verspotteten oder kritisierten — er wusste es — aber selbst dann konnte man nicht die geringste Spur von Missbilligung oder Missfallen finden. Seine Liebe war konstant. Gelegentlich genoss der Kritiker bevorzugte Behandlung — nur gelegentlich, denn selbst das wurde nicht zur Religion erhoben. Es war nicht so, dass er das genoss oder es ihm behagte - das wäre eine weitere Falle. Es tut weh — es muss weh tun. Wenn du dein Bestes gegeben hast, um das Richtige zu tun, und trotzdem dafür kritisiert wirst, ist das keine Freude, aber du nutzt diese Gelegenheit, um dieses Ego zu entdecken. Es ist eine Gelegenheit, zu fragen, "Wer bin ich?" Wer ist es, der hier verletzt wird, wer ist es, der hier beleidigt wird, und was ist Beleidigung?

Gurudev betonte oft, dass Beleidigung und Kritik nichts als Wind, Luft seien. Es gibt noch eine andere Möglichkeit der Betrachtung. Den meisten von euch sind die Kundalini-Chakras bekannt und wahrscheinlich weißt du auch, dass laut Shat-Chakra Nimpana die Chakren eine bestimmte Anzahl von Blütenblättern haben. Es heißt, dass bestimmte Töne mit selbigen assoziiert werden, und wenn du das alles zusammennimmst, bekommst du das Sanskrit Alphabet. Der erste Vokal ist ‘a’ und der letzte Konsonant ist ‘ha’. Aham auf Sanskrit (oder ‘Ich’) ist nichts, aber all diese Töne zusammen, und alle ihm zugesprochenen Wörter sind ebenfalls nur Worte, bloße Töne. ‘Ich’ (Aham) ist ein nicht-existenter Ton; ‘Narr‘ ist ein weiterer nicht existenter Ton und ‘Idiot’ ist ein weiterer nicht existenter Ton. Dieser nicht existente Ton wird jenem nicht existenten Ton zugesprochen. Also was soll’s? Es ist in die Luft geblasene Luft — absolut nichts. Jemand, der dieses Yoga praktiziert, betrachtet Verletzung als Segen, ohne sich daran zu weiden, ohne sie zu heilen, aber sie nutzend, um dieses Aham zu erkennen, um zu entdecken, wer dieses ‘Ich’ ist.

Man muss unterscheiden zwischen physischem Schmerz und psychologischem Leid. Physischer Schmerz mag Behandlung und Heilung bedürfen. Der Körper an sich verlangt dies. Gurudev war außergewöhnlich vorsichtig, was den Schutz des physischen Körpers anbelangt, und in seinen letzten Jahren nahm er mehr Medizin als Nahrung zu sich. Physischer Schmerz kann behandelt werden, vermieden werden, geheilt werden oder entfernt werden, aber psychologisches Leid sollte nicht behandelt, entfernt oder vermieden werden. Es sollte genutzt werden, um das zu entdecken, was dieses Leid erfährt. Mit jeder Erfahrung, mit der man in der Lage ist, die Quelle des Leids aufzuspüren, — nämlich das Ego — dann ist dieses Ego es ein für allemal los und kommt zur Befreiung. Erst dann erreicht es Befreiung. Daher betonte Gurudev dies besonders. Wenn es einen starken inneren Drang gibt, das Ego zu finden, entdeckt man im Lichte dieses Dranges, dass das Ego (das ‘Ich‘, Das Selbst) nicht existiert.

In dieser Situation fließt die Tugend ohne jede Anstrengung. Alle Yamas und Niyamas wohnen dir inne, alle Disziplinen, die wir die ganze Zeit diskutiert haben werden ohne Anstrengung dein. Du bist mit Leichtigkeit selbstlos — nicht weil du denkst, das selbstlose Selbst führt dich zu Moksha, sondern Moksha ist bereits da. Du bist vom Selbst befreit und deswegen bist du selbstlos. Es gibt keine Alternative. Du liebst Gott, nicht weil du ein Recht auf den Himmel erwartest. Es gibt kein ‘weil’. Das Leben selbst ist eine fortwährende Meditation. Dieser Drang nach Befreiung, nach der Wahrheit über das Ego, und die Entdeckung seiner Nicht-Existenz, lässt dich realisieren, dass es für das Ego möglich war wegen zu wenig Achtsamkeit zu entstehen, und wenn du nicht dein gesamtes Leben aufmerksam und achtsam bist, kann es wieder entstehen — also gibt es konstante Achtsamkeit.

Diese achtsame Wachsamkeit der Möglichkeit des aufkommenden Egos ist selbst Meditation. Es gibt keine andere Meditation. In dieser Meditation vermeidet man das Aufkommen des Egos. Diese Achtsamkeit selbst ist das innere Licht oder Erkenntnis, und so lange es hell scheint, kann der Dämon Ego nicht entstehen. Das ist Meditation. Und das ist auch Selbsterkenntnis, Gotteserkenntnis oder Befreiung, wie auch immer du es nennen möchtest.

Dieser Artikel wurde verfasst von Swami Venkatesananda hier im Original

Welt und Ego sind nur Einbildungen

Ein Eintrag im Yoga Vidya Lexikon der Tugenden und Gedanken zum Thema "Einbildung". Von Sukadev Bretz 2016

Sukadev trommelt im Satsang

Im Vedanta gibt es die großartige Aussage: Sarvam Kalvidam Brahman. Alles ist wahrhaftig Brahman. Der große Yogameister Shankaracharya hat es so ausgedrückt: Brahma Satyam. Es gibt nur Brahman. Jagan Mithya. Die Welt ist Einbildung. Jivo Brahmai Vanapara. Das Individuum ist nichts anderes als Brahman allein.

Hier erstmal das Konzept der Einbildung: Einbildung heißt, man bildet etwas. Man schafft etwas. Es gibt die Welt und über diese Welt bildet man etwas. Das kommt dann zur Einbildung.

Shankara sagt, die Welt selbst ist eine Einbildung. Und diese Einbildung kann man überwinden. Die Physik würde sagen, die ganze Welt besteht aus Energie und der Mensch bildet sich die Welt ein in Farben und Formen, Gerüchen, Geschmäckern. Er macht sich ein Bild von der Welt und er gibt dem Namen. Über Worte, Konzepte, Bilder schaffen wir die Welt. Das ist auch in der modernen Kommunikationstheorie und die der Philosophie wie auch in der Psychologie etwas, was man als "Konstruktivismus" bezeichnet.

Im Yoga geht man noch weiter und sagt: Überhaupt schon eine Vorstellung, dass es eine Welt gibt, ist eine Einbildung. Es gibt keine Welt. Es gibt nur Brahman. Bewusstsein an sich. Bewusstsein stellt sich als die Welt dar.

So ähnlich wie die Traumwelt. Angenommen du hast letze Nacht geträumt. Als du aufgewacht bist, hast du gedacht, ah, das war nur ein Traum. Du hast also diese Welt in dem Moment, wo du aufgewacht bist, vergessen. Du hast festgestellt, die Traumwelt war nur Einbildung. Und im Traum hast du wahrscheinlich auch dich selbst geträumt. Vielleicht hast du geträumt, du warst eine Prinzessin, Schuhverkäufer oder irgendein Finanzbeamter. Gut, Prinzessin träumen relativ viele. Ich glaube wenige träumen, sie waren Finanzbeamter, wenn sie nicht im wirklichen Leben auch Finanzbeamte sind. Aber egal, was du geträumt hast, die Person, die du im Traum geträumt hat, ist auch nur Einbildung. Wenn du aufwachst, erkennst du, das Ego, das gedacht hat: "Ich bin die Prinzessin", ist Einbildung. Das ganze Königreich war Einbildung.

In diesem Sinne, auch in der jetzigen Welt ist die Welt Einbildung. Wenn du ins Überbewusstsein aufwachst, erkennst du: "Die Welt war Traum.". Das Ego, das denkt: "Ich heiße Karl-Otto. Ich heiße Petra. Ich bin so und so viel Jahre alt. Ich bin Italiener, Grieche, Inder, was auch immer.", ist Einbildung. Ego ist Einbildung, Welt ist Einbildung. Es gibt weder die Welt, noch das Ego. Es gibt nur reines, allumfassendes Bewusstsein. So wie du aus einem Traum aufwachen kannst, kannst du auch aus dieser Welt und diesem Ego aufwachen.

Wie wachst du auf? Mit Spiritualität, Meditation, spiritueller Praxis und letztlich auch mit der Frage "Wer bin ich?".

Das waren einige Gedanken zum Thema "Einbildung". Mehr findest du unter www.yoga-vidya.de. Dort kannst du besonders nach "Vedanta" suchen, Vedanta ist die Philosophie des Absoluten. Vedanta erläutert dir, wer du wirklich bist und gibt Meditationstechniken, um das tatsächlich zu erfahren.

Identifiziere dich nicht - Löse dich vom Ego

- Ein Vortrag von Sukadev Bretz 2019 -

Ein Kommentar zur Bhagavad Gita zum 18. Kapitel ab Vers 13

Überwinde das Ego und vermeide die Identifikation

Kapitel 18 Vers 13:

pancaitani maha-baho karanani nibodha me sankhye kritante proktani siddhaye sarva-karmanam

Erfahre von Mir, Oh mächtig bewaffneter Arjuna, diese fünf Ursachen für das Ausführen von Handlungen, wie sie im System der Sankhyas dargestellt werden.

Kapitel 18 Vers 14:

adhisthanam tatha karta karanam ca prithag-vidham vividhas ca prithak cesta daivam caivatra pancamam

Der Sitz (der Körper), der Handelnde, die einzelnen Sinne, die verschiedenen Funktionen und auch die herrschende Gottheit, als fünfte.

Jede Handlung, die ein Mensch mit seinem Körper, seiner Sprache, oder seinem Geist ausführt, sei sie recht oder unrecht, ist die Ursache dafür. Da dies nun so ist, sieht wahrlich der Mensch nicht, weil sein Verstehen nicht ausgebildet ist, das isolierte Selbst, als Handelnden. So ist sein Verstand irregeführt. Wer frei vom Ich-Gedanken ist, wessen Verstehen nicht von der Vorstellung von Gut und Böse gefärbt ist, tötet nicht und ist nicht durch Karma gebunden, auch wenn er tötet.

Es gibt fünf Ursachen von Handlungen. Es gibt den Körper, welcher das Instrument zum Handeln ist. Wenn du handeln willst, dann brauchst du einen Körper. Es gibt den Handelnden, was der „karta“ ist, was letztlich die Psyche ist, den Körper letztendlich irgendwo bewegt. Es gibt auch noch die verschiedenen Funktionen, wie „karana“. Die verschiedenen Sinne spielen auch eine Rolle. Und zusätzlich kommt die Göttliche Fügung, also „daiva“.

Das heißt, dass nicht du handelst! Der Körper ist da. Du hast die einzelnen Sinne, es gibt deine Psyche und verschiedene weitere Funktionen. Du bist aufgehoben in einem größeren Ganzen. Und was letztlich heraus kommt ist „daiva“, die Göttliche Fügung.

Egal, durch was du etwas tust, du kannst es mit deinem Körper, mit der Sprache und durch die Gedanken. Die Gedanken sind auch geistige Kräfte, denn jeder Gedanke hat eine Power. Aber auch hier gibt es diese fünf als Ursache. So bist nicht du, derjenige, der alles macht, sondern was auch immer du tust, ist irgendwo mit allem verbunden.

Dein Körper braucht Nahrung, dein Körper braucht Essen, Atem, Flüssigkeit, du hast ein Zusammenwirken mit anderen, dein Körper braucht Nahrung, hat verschiedene Fähigkeiten und Funktionen, deine Psyche steht im Austausch mit anderen. Du selbst machst eigentlich gar nichts. Du selbst bist das Selbst an sich, jenseits von Körper und Psyche. Und Körper und Psyche sind letztlich in einem größeren Ganzen aufgehoben.

Freiheit vom Ich-Gedanken

Im siebzehnten Vers geht es darum, wer frei vom „Ich“-Gedanken ist. Denke nicht dass du der Handelnde bist, sondern sei dir bewusst dass ehe es geschieht, du es geschehen lässt. Ich hatte ein Gespräch mit einem indischen Yoga Meister, Swami Yogaswarupananda, er hat gerne gesagt: „happening, not doing“. Das soll heißen: Glaube nicht, dass du etwas tust, sondern lasse es geschehen.

Es geschehen zu lassen

Mein Name ist Sukadev, ich bin Gründer und Leiter von Yoga Vidya. Und manche sind erstaunt darüber, wie viel Yoga Vidya bewirkt und macht und dass das mein Verdienst ist. Ich habe aber nicht das Gefühl, dass ich etwas tue. Es ist etwas passiert und es hat sich manifestiert. Ich habe natürlich auch Energie durch meinen Körper und meine Psyche fließen lassen, aber mein Streben ist nie irgendwelche Ziele zu erreichen. Mein Streben ist es, geschehen zu lassen, was geschehen will. Was Swami Sivananda, das Göttliche bewirken will.

Meine Woche besteht etwa aus 80 Stunden Seva und ich denke mir dabei nicht, dass ich besonders viel mache, sondern es geht darum es geschehen zu lassen. Solange Körper und Psyche machen können und dabei helfen können, dass sich viele zusammen engagieren, dann ist es geschehen.

Man soll sich frei von „Ich“-Gedanken machen und auch nicht die Vorstellung von Gut und Böse haben. Es gibt natürlich ethische und nicht ethische Handlungen, was ganz klar ist. Aber wenn du immer denkst, wie schlimm etwas gewesen ist und was für furchtbare Sachen mir ein Mensch angetan hat. Wenn du ständig ärgerlich bist, was ein Anderer dir angetan hat, oder du dich jahrelang schuldig fühlst, egal ob das andere ganz anders sehen, dann bist du verhaftet.

Entscheide dich für das ethische. Wenn du mal etwas Unethisches gemacht hast, dann gebe es offen zu, bitte um Entschuldigung und mache den Schaden soweit es möglich ist gut. Gegenüber dem Menschen, dem du das angetan hast, gegenüber anderen Menschen, oder gegenüber einer Gemeinnützigen Organisation. So kannst du negatives Karma wieder beruhigen, aber ansonsten solltest du loslassen und aufhören zu denken, wie schlimm oder gut etwas ist. Höre auch auf nachträglich Handlungen zu bedauern, wenn du sie nach bestem Wissen und Gewissen getan hast.

So sagt Krishna, dass wenn du dich nicht identifizierst, du kein Karma schaffst. Handle ohne Verhaftung und Identifikation!

Video - Identifiziere dich nicht - Löse dich vom Ego

Einfühlungsvermögen durch Ego Überwindung

Hier ein Vortrag zum Thema Einfühlungsvermögen durch Ego Überwindung von und mit Sukadev Bretz aus der Reihe Yoga Vidya Schulung, Vorträge zum ganzheitlichen Yoga. Dies ist ein Kommentar zum Yogasutra des Patanjali, 3. Kapitel Vers 39


Ego auf Sanskrit

Ego kann auf Sanskrit übersetzt werden mit Ahamkara oder Asmita.

Siehe auch

Literatur

  • Swami Sivananda, Die Kraft der Gedanken (2012)
  • Swami Sivananda, Götter und Göttinnen im Hinduismus (2008)
  • Swami Sivananda, Jnana Yoga, Hrsg.: Divine Life Society, 2007
  • Swami Sivananda, Inspirierende Geschichten (2005)
  • Swami Sivananda, Japa Yoga (2003)
  • Swami Sivananda, Göttliche Erkenntnis (2001)
  • Swami Sivananda, Autobiographie von Swami Sivananda (1999)
  • Swami Sivananda, Shrimad Bhagavad Gita. Erläuternder Text und Kommentar von Swami Sivananda (1998)
  • Swami Sivananda, Gedanken zur Kontemplation (1996)
  • Swami Sivananda, Hatha-Yoga. Der sichere Weg zu guter Gesundheit, langem Leben und Erweckung der höheren Kräfte (1964)
  • Swami Sivananda, Sadhana – Ein Lehrbuch mit Techniken zur spirituellen Vollkommenheit
  • Swami Sivananda: Feste und Fastentage im Hinduismus, Yoga Vidya Verlag

Weblinks

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