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Digambara


Digambara (Sanskrit: दिगम्बर digambara adj. u. m.) wörtl.: "Himmel-Kleid" (Dish-Ambara), den Himmel (die Luft) zur Kleidung habend; nackt; Name einer Gruppe von Asketen in der Jaina-Tradition, die auf jegliche Kleidung verzichten. Ein nackter Bettelmönch. Ein Name von Shiva.

Yayatis Himmelfahrt

Digambara ist jemand der den Himmel als Kleidung hat, also ein Himmelbekleideter. Digambara ist jemand, der nackt ist. Digambara ist ein Beiname von Shiva. Digambara ist auch die Bezeichnung der Jain Mönche, die auf jegliche Kleidung verzichten. Digambara kommt von Dish bzw. Dik, was Himmel heißt. Ambara heißt Kleidung.

Sukadev über Digambara

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Digambara

Digambara heißt Himmelskleid, Digambara heißt auch jemand, der vom Himmel bekleidet ist. Digambara heißt also, jemand, der nackt ist, er hat keine Kleider, sondern er ist vom Himmel bekleidet. Digambara ist auch ein Name von Shiva. Shiva wird zwar oft dargestellt mit einem Lendenschutz, aber ansonsten hat er keine Kleider. Im Gegensatz zum Beispiel zu Krishna oder Vishnu, die sehr reichlich bekleidet sind. Shiva ist dort Digambara. Digambara ist aber auch ein Bettelmönch, der vollkommen nackt sein kann. In Indien gibt es eben eine Klasse von Mönchen und bestimmte Mönchsorden, die ziehen gar nichts an, sie drücken ihr Aufgeben von allen Wünschen und von allen Verhaftungen, allen Besitz auch darin aus, dass sie gar nichts anhaben. Digambara ist auch ein Name für eine bestimmte Klasse von Jain-Mönchen. Jainismus, die folgen den Lehren von Mahavira, ist ja eine der vielen Religionen in Indien und die ist besonders gekennzeichnet durch sehr starke Betonung auf Ahimsa, auf Nicht-Töten, Nicht-Verletzen. Und die Mönche dieser Traditionen, die noch dazu eben nackt durch die Gegend gehen, nennen sich dann auch Digambaras. Also, Digambara – Himmelskleid. Digambara – jemand, der nur vom Himmel bekleidet ist, einer, der aus spirituellen und religiösen Gründen nackt ist. Digambara – Name von Shiva. Digambara – Name von einer Gruppe von nackten Mönchen, sowohl im Hinduismus als auch im Jainismus.

Digambara im Jainismus

Die Digambara Sekte ist eine der Hauptströmungen des Jainismus. Ihre Anhänger tragen keinerlei Kleidung, da sie meinen, dass die Umwelt die beste Art ist, sich zu bedecken. Die Digambara Sekte als eine Hauptströmung des Jainismus ist auch bekannt als Digvasanas. Ihre Mitglieder tragen keine Kleider in Nachahmung von Mahavira. In Sanskrit bedeutet "Digambara" "Himmel bekleidet". Die Digambara Mönche betrachten sich selbst nicht als nackt sondern sehen sich als mit der Umwelt bekleidet.

Digambaras glauben, dass sie durch das Weglassen von Kleidung erfolgreich verweigern, dem Bedürfnis des Körpers nach Komfort nachzugeben. Sie haben nur zwei Besitztümer: ein Pfauenfederbesen, um ihren Weg von Insekten zu befreien, um sie nicht zu zertreten, und eine Wasserschale, um Wasser zu trinken. Sie erbetteln ihr Essen und essen nur einmal am Tag. Sie tragen die erhaltenen Almosen in hohlen Händen. Ein Digambara Mönch isst stehend aus der hohlen Hand. Die stehende Haltung ist vorgeschrieben, da ein Mönch, der aufgrund von Alter oder Krankheit nicht mehr stehen kann, seinen Körper durch Fasten bis zum Tod (Salekhana) abwerfen soll. Für Essen und Trinken benutzt er keine Töpfe oder Pfannen. Er isst das vorgeschriebene vegetarische Essen ohne Präferenzen.

Die nativen Jain-Gemeinschaften Maharashtra, Madhya Pradesh und Uttar Pradesh, Karnataka, Tamil Nadu sind alle Digambaras. Es gibt auch andere Digambara-Gemeinschaften, wie z.B. Saitwal, Lad, Khandelwal, Bagherwal oder Aggarwal. Die heiligste Stätte der Digambaras ist Sravana Belgola. Hier gibt es ein 75 Fuß (2,29 m) hohes Abbild von Bahubali (auch bekannt als Gommateshvara, welcher der jüngste der 100 Söhne der ersten Tirthankara, Rishabha und König von Podanpur war).

Bahubali steht in Meditation in der Kayotsargahaltung, die Arme entfernt von den Seiten, Kletterpflanzen umwachsen seine Arme und Beine und Ameisenhügel bedecken seine Unterschenkel als Symbol für die Dauer seiner Meditation. Die Digambaras glauben, dass er die erste Person ist, die Befreiung erreicht hat. In Tempeln berühren Digambaras das Abbild üblicherweise nicht. Ein "Upadhye" gnannter Priester führt Pujas aus und die Anbetung erfolgt auf einfache Art, wobei Blumen und Schmuck selten verwendet werden. Die Digambaras führen mithin ein sehr frommes, diszipliniertes Leben abgewandt von den Vergnügungen des materiellen, weltlichen Lebens.

Die aktuellen Digambara-Jains sind in unterschiedliche Sekten unterteilt. Die zwei bedeutensten sind die Visvapanthis oder Visapanthis (Bispanthis), wie sie heute zumeist genannt werden, aund die Terapanthis.

1. Die Visapanthis erkennen Bhattarakas als geistigen Führer an, erreichten Abbilder von Ksetrapalas (Göttern wie Bhairava) in ihren Tempeln, bedecken die Götterbilder mit Safran und verschönern sie mit Blumen; bieten ihnen Süßigkeiten an, verehren sie mit Geschenken in der Nacht und schwenken Lichter vor ihnen,

2. Terapanthis akzeptieren keine Bhattarakas, sie erreichten keine Ksetrapalas, bieten den Götterbildern keine Süßigkeiten oder Blumen dar, bringen keinen Safran und verehren sie nicht in der Nacht mit Gaben und Licht. Stattdessen beschränken sie sich darauf Aratrika Patha zu rezitieren.

3. Visapanthis huldigen in sitzender Position und Terapanthis im Stehen. Terapanthis sitzen nur, wenn sie die Perlen ihres Rosenkranzes zählen und sanft Mantras murmeln. Von all dem kann ersehen werden, dass die Terapanthis eine Sekte von Reformern ist. Sie sind gegen eine Reihe von Riten, welche in ihren Augen nicht zum Jainismus zu tun haben. Sie haben nichts mit den Terapanthis von Swetambaras zu tun. Visapanthis gibt es in großer Zahl in Maharashtra und Gujarat und Terapanthis sind zahlenmäßig überlegen in Rajaputana, in Uttar Pradesh und Madhya Pradesh.

Weitere heutige Digambara-Sekten sind die Teranapanthis oder Samaiyapanthis. Ihre Gemeinschaft wurde von Taranasvami gegründet. Sie stehen den Götterbildern feindlich gegenüber und verehren stattdessen die 14 Bücher ihres Gründer (Granthas), indem sie sie auf dem Altar aufbewahren.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

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