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	<title>Yogawiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Wissenschaft&amp;diff=46784</id>
		<title>Wissenschaft</title>
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		<updated>2013-02-27T08:54:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sutra: /* 2. Blick: Kritik der wissenschaftlichen Vernunft */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Wissenschaft und Yoga - gegensätzliche Welten?==&lt;br /&gt;
Artikel von R. W., erschienen im Yoga Vidya Journal Nr. 15, Frühjahr 2006. Entstanden aus einer Niederschrift eines Vortrags bei einem Kongress „[[Yoga]] und [[Meditation]]“ bei Yoga Vidya Bad Meinberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemeldet habe ich mich zu diesem Kongress mit dem Angebot, in einem Workshop oder Arbeitskreis von meinen persönlichen [[Erfahrung]]en als [[Wissenschaft]]ler und [[Yogalehrer]] zu berichten. Als ich mich dann im Kongressprogramm unversehens als Redner für den Eröffnungsvortrag wieder fand, schien mir, dass dafür ein lockeres Plaudern über meine Erfahrungen nicht ganz angemessen sei. Deshalb müssen sie sich nun einen Vortrag zumuten lassen. Um diese [[Zumutung]] aber in [[Grenze]]n zu halten, werde ich mehrfach eine Denkpause einlegen. Dann haben sie und ich [[Gelegenheit]], uns kurz zu [[Sammlung|sammeln]] und die Eingangsübung zu wiederholen. Beginnen will ich mit dem, was angekündigt war und nun in den Untertitel gerutscht ist: dem Biographischen. Es folgen dann vier Blicke auf das [[Thema]]. Als erstes will ich zeigen, dass Wissenschaftler, vor allem in Deutschland, Yoga und Meditation ganz verbreitet für etwas [[Irrationalität|Irrationales]] und damit Unwissenschaftliches halten. Als zweites werde ich auf begründete [[Zweifel]] eingehen, die in der neueren philosophischen [[Diskussion]] an der vermeintlichen [[Rationalität]] der Wissenschaft vorgebracht worden sind. Als zweites will ich aus meiner Sicht [[Gemeinsamkeit]]en und Unterschiede im Verhältnis von Yoga und Wissenschaft aufzeigen. Als viertes schließlich möchte ich von einigen neueren [[Entwicklung]]en im Verhältnis von Wissenschaft und Yoga berichten. Sie lassen darauf hoffen, dass sich westliche Wissenschaft und östliche [[Weisheit]]slehren und Meditationsschulen allmählich doch für einander öffnen und zu einem wechselseitig [[Fruchtbarkeit|fruchtbaren]] [[Austausch]] gelangen könnten. Ein noch winziger [[Hoffnung]]sschimmer ist die „Society for Meditation and Meditation Research“, die diesen Kongress mit veranstaltet. Die [[Widerstand|Widerstände]] gegen einen [[Wandel]] sind freilich stark und der [[Weg]], sie zu [[Überwindung|überwinden]] wird lang und [[Beschwerlichkeit|beschwerlich]] sein. Machen wir uns da nichts vor!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Nun aber erst zum Persönlichen===&lt;br /&gt;
Von 1974 bis zur Pensionierung im Februar 2003 habe ich an der Uni Bremen [[Arbeit]]srecht gelehrt. Mit nur einer längeren [[Unterbrechung]] bin ich meinen [[Aufgabe]]n in [[Forschung]] und [[Lehre]] nach besten [[Kräfte]]n nachgekommen. Schon seit meiner [[Student]]enzeit habe ich mich der [[Politik|politischen Linken zugeordnet, jedoch ohne [[Bindung]] an eine Partei. Seit 1972 bin ich Gewerkschaftsmitglied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weltanschaulich hielt ich mich bis in mein 50stes Lebensjahr für einen am Marxismus orientierten [[Atheist]]en, war aber eher ein nicht ganz [[Unglaube|ungläubiger]] Nichtchrist. Wenn ich noch während meiner Lehrtätigkeit in den neunziger Jahren Yogalehrer wurde und zwar in der [[Spiritualität|spirituellen]] [[Tradition]] der[[ Meister]] des [[Himalaya]]s, so hat das mit der bereits erwähnten [[Unterbrechung]] zu tun und die war durch eine einschneidende [[Lebenskrise]] [[Zwang|erzwungen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Mitte meines 50. Lebensjahrs brach die Fassade des linken und dennoch durchaus [[Erfolg|erfolgreichen Akademikers schlagartig zusammen. Meine [[Ehe]] war längst [[Bruch|zerbrochen]]. Die [[Hoffnung]]en, sie wieder kitten zu können, zerschlugen sich endgültig im Juli 1988, als ich kurz vor einer geplanten Forschungsreise nach Japan auch [[Körper|körperlich]] und [[Psyche|psychisch]] zusammenbrach: [[Diagnose]] Gehirntumor. Vor und während der 4 Std. dauernden [[Operation]] hatte mein [[Leben]] - wie mir der operierende [[Arzt]] später sagte - an einem seidenen [[Faden]] gehangen. Diese [[Erfahrung]] [[fordern|forderte]] einige Tage nach der OP meinen [[Lebensmut]] heraus und führte noch in der [[Klinik]] zu dem [[Entschluss]], mich und mein Leben von [[Grund]] auf zu [[ändern]]. Schon ab Februar 1989 besuchte ich [[Yogakurs]]e und [[praktizieren|praktizierte]] täglich morgens eine Stunde lang oder auch länger [[Yogaübung]]en. Daneben hätten sie mich damals in [[Therapie|psychotherapeutischen]] [[Sitzung]]en und als zumeist einzige männliche [[Teilnehmer]]in in einer Frauentanzgruppe und beim Tango Argentino treffen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ich nach der erzwungenen [[Pause]], körperlich noch gezeichnet, meine [[Tätigkeit]] an der [[Uni]] wieder [[Aufnehme|aufnahm]], merkte ich schon bald an den [[Blick]]en meiner Kolleginnen und [[Kollege]]n, dass sie mich mindestens für wunderlich, wenn nicht gar für leicht [[Anormalität|anormal]] hielten, für einen mit einem Dachschaden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einige meiner Kollegen war das [[Maß]] dann offenbar voll, als sich folgendes ereignete: vom Bremer Regionalfernsehen wurde ich für einen gesundheitspolitischen [[Beitrag]] um ein [[Interview]] zu der [[Frage]] [[gebeten]], wie sich mein Leben durch [[Krankheit]] und [[Operation]] [[Veränderung|verändert]] habe. Dieses Interview wurde auf meinen [[Vorschlag]] nach einer kurzen [[Sequenz|Tanzsequenz]] im Kreise meiner Frauengruppe aufgezeichnet und war sehr kurz. Denn ich sagte sinngemäß eigentlich nur, dass ich - wie man ja sehen könne - meine [[Lebenszeit]] jetzt anders und intensiver [[Nutzen|nutze]] und mir meine [[Arbeit]] nicht mehr das Wichtigste im Leben sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vermutlich in [[Reaktion]] auf dieses Interview fragte einer meiner Jurakollegen bei einer auf [[Gesundheitswissenschaft]] [[Spezialisation|spezialisiert]]en Kollegin an, ob noch [[Normalität|normal]] sei, was ich da triebe. Die Kollegin, die mich gut kannte, [[Information|informierte]] mich, ohne den [[Name]]n zu nennen. Sie hatte ihm gesagt, er solle mich selbst [[Frage|fragen]]. Ich weiß bis heute nicht, wer es war und auch nicht was ich [[Antwort|geantwortet]] hätte, habe aber von da an in meinem [[Fachbereich]] [[Friheit|frei]] nach dem [[Motto]] gelebt: &amp;quot;Ist der [[Ruf]] erst ruiniert…..&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach ca. zwei Jahren der [[Yogapraxis]] [[Entschluss|entschloss]] ich mich, eine [[Ausbildung]] zum [[Yogalehrer]] [[Aufnahme|aufzunehmen]]. Zu dieser [[Zeit]] war trotz erster positiver [[Erfahrung]]en auch in meinem [[Kopf]] noch die [[Sperre]], dass es sich beim Yoga um etwas Irrationales handele. Vor allem die Meditation hielt ich für [[Unvereinbarkeit|unvereinbar]] mit meiner [[Verpflichtung]] auf die wissenschaftliche Rationalität. Wie würde ich den [[Spagat]] zwischen diesen beiden [[Gegensatz|gegensätzlichen]] Welten aushalten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dieser bangen Frage fuhr ich im Februar 1992 in das erste Ausbildungswochenende am &amp;quot;[[Himalaya Institut]] für [[Yogawissenschaft]] und [[Philosophie]]&amp;quot;. Wegen dieses Namens meinte ich, mit meinen [[Zweifel]]n hier am besten aufgehoben zu sein. Schon am ersten [[Tag]] [[Erfüllung|erfüllte]] sich meine [[Erwartung]] voll. Bis heute [[Begleitung|begleitet]] mich seitdem die [[Botschaft]] des Ausbildungs[[leiter]]s, Wolfgang Bischoff. Er begann zwar seinen [[Einführung]]s[[vortrag]] mit einem für mich damals noch befremdlichen [[Sprechgesang]], einem [[Mantra]], befremdlich, weil ich da das Irrationale des Yoga auf mich zukommen sah, doch schloss er den Vortrag mit den [[Wort]]en: &amp;quot;Glaub mir kein Wort, [[Zweifel|bezweifle]] alles, was ich sage, aber mach die Übungen, die ich dir empfehle und überprüfe selbst!&amp;quot; Das entsprach voll meinem Credo als Wissenschaftler! In Ahrensburg lernte ich nicht nur Yoga-Übungen und erste Meditationen, sondern erhielt auch [[Kenntnis]]se über die indische Philosophie, vor allem über die Yoga-, [[Sankhya|Samkhya]]- und [[Vedanta]]philosophie. Hinzu kamen Anstöße, auch über Grundfragen von Wissenschaft und Philosophie des Westens nachzudenken, die mich seit meinem [[Studium]] kaum noch [[Beschäftigung|beschäftigt]] hatten. Vor allem [[Bewegung|bewegte]] mich die Frage: Was eigentlich ist Wissenschaft? Da war ich nun viele Jahre beruflich als Wissenschaftler tätig gewesen, aber kaum je war mir diese Frage in den [[Sinn]] gekommen oder gestellt worden. Nun konnte und wollte ich sie nicht länger [[Verdrängung|verdrängen]]. Damit bin ich über das Persönliche des Unterthemas beim [[Sachlichkeit|Sachlichen]] und beim [[Thema]] angekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wissenschaft und Yoga – gegensätzliche Welten?===&lt;br /&gt;
Dazu zwei Vor[[bemerkung]]en:&lt;br /&gt;
1. Soweit im Folgenden von Yoga die [[Rede]] ist, meint das für mein [[Verständnis]] immer auch die Meditation in einer [[denkbar]] breiten Palette von Übungs[[methode]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
n. Denn Yoga [[zielen|zielt]] – das muss ich hier nicht [[näher]] [[ausführen]] - in allen seinen [[Teile]]n [[letztlich]] auf die Meditation als der [[oberste]]n [[Stufe]] des achtstufigen Weges nach [[Patanjali]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seinem [[Yogasutra|Yoga Sutra]] zufolge [[dienen]] die [[körperlich]]en [[Übung]]en (Asanas) nur dem [[Zweck]], Menschen auf die Meditation [[vorbereiten|vorzubereiten]]. Sie sollen [[befähigen|befähigt]] werden, über eine längere Zeit im [[aufrecht]]en [[Sitz]] zu [[meditieren]], ohne durch körperliche und [[mental]]e [[Störung]]en [[ablenken|abgelenkt]] zu werden. Dem [[gleich]]en [[Zweck]] dienen die Übungen mit dem [[Atem]] und der [[Lebensenergie]] ([[Pranayama]]) und das [[Zurückziehen]] der [[Sinne]] von den [[Objekt]]en der [[äußere]]n Welt ([[pratyahara]]). Wegen der [[zentral]]en [[Rolle]] der Meditation im Yoga nach Patanjali prägte mein [[Lehrer]], [[Sri]] [[Swami]] [[Rama]], einer der [[bedeutend]]sten [[Yogi]]s des vorigen Jahrhunderts, die [[Definition]]: „Yoga is meditation in action“ zu dt. „Yoga ist Meditation im [[Handeln]]“ oder auch „ist [[Achtsamkeit]] im Handeln“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Unmittelbar beziehen sich meine [[Ausführung]]en zwar nur auf den Yoga. Doch stehen sie für das [[Verhältnis]] der Wissenschaft zu anderen [[spirituell]]en [[Lehre]]n und Meditationspraktiken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1. Blick: Yoga und Wissenschaft.===&lt;br /&gt;
Auf den ersten [[Blick]] [[scheinen|scheint]] es aus der [[Perspektive]] beider – des Yoga wie der Wissenschaft - keine einander fremderen Welten zu geben als eben diese beiden. Wie suspekt vielen Wissenschaftlern alle östlichen Weisheitslehren und alles ist, was mit Meditation zusammenhängt, mag folgendes [[Zitat]] aus dem philosophischen Beitrag eines Professors der Paläobiologie und Geologie belegen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Heute tauchen vereinzelt [[Missionar]]e des Irrationalen in der [[Ethnologie]] und [[Anthropologie]] auf, kann in der Philosophie die Ablehnung der reinen, der [[wissenschaftlich]]en [[Ratio]] zu einem Plädoyer für die Einbeziehung der [[Mystik]] und Meditation (…) werden. Selbst in den auf [[nüchtern]]e [[Sachlichkeit]] so [[bedacht]]en [[Naturwissenschaften]] sägen heute einige dem Irrationalen Zuneigende eifrigst am eigenen Ast. Nicht zuletzt eine Reihe von Physikern, die sich (…) in den Irrgarten ostasiatischer Mystik oder in [[parapsychologisch|parapsychologische]], dubiose Winkel verirrt haben!“&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Anmerkungen zu dieser Textstelle [[erfahren]] wir, was und wen er damit u. a. meint: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Gewisse Abschnitte in C. F. Weizsäcker: Der [[Garten]] des [[Menschlich]]en.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sollte sich der große [[Physiker]] und [[Philosoph]] von Weizsäcker [[Wirklichkeit|wirklich]] ins Irrationale verirrt haben? Genügt als [[Beleg]] dafür, dass Weizsäcker u. a. Vorworte zu zwei spirituellen Büchern geschrieben, ein Interview über seine Meditationserfahrungen gegeben und beides in seinem Buch veröffentlicht hat? Dieser Angriff richtet sich nicht nur gegen von Weizsäcker, sondern gegen mehrere ebenfalls namentlich genannte Wissenschaftler wie z. B. &#039;&#039;Fritjof Capra&#039;&#039;. Vor den [[Auge]]n unseres Gewährsmannes tut sich offenbar ein großer Sumpf an Irrationalität auf, in dem die von ihm vertretene [[Lehre]], rein rationale Wissenschaft zu [[versinken]] droht. Eine Satire möchte man schreiben, wenn die [[Sache]] nicht ernst wäre. Denn diese Äußerungen stehen stellvertretend für das [[Denken]] vieler Wissenschaftler, die das nur nicht so dankenswert offen und deutlich sagen. Meine eigenen Erfahrungen belegen das. Yogis und Meditierende aller [[Traditionen]] haben aber – wenn ich [[recht]] sehe - ihrerseits ein mindestens distanziertes Verhältnis zur anderen Seite, zur Wissenschaft. Diese Distanz scheint in den Erfahrungen und in der [[Einstellung]] Meditierender zu [[wurzeln]]: &#039;&#039;„Ich weiß, welche Erfahrungen ich im Meditieren mache und ich weiß auch, dass ich weiß oder dass ich nichts [[Wissen|weiß]]. Das brauche ich mir doch von einem Wissenschaftler nicht auch noch bescheinigen zu lassen.“&#039;&#039; Verkannt wird dabei die gesellschaftliche Bedeutung von Wissenschaft für die Akzeptanz und damit auch für die Verbreitung der Meditation und anderer spiritueller Praktiken in breiten [[Kreise]]n der [[Bevölkerung]], die wir dafür gewinnen wollen. Verkannt wird dabei auch, wie wichtig die wissenschaftliche [[Akzeptanz]] in unseren Breiten ist, um etwa die Anerkennung von Meditation als wirksame Gesundheits[[prävention]] oder gar als [[Heilverfahren]] zu erlangen, mit der [[Folge]], dass gegebenenfalls die Kassen für die Kosten ihrer [[klinisch]]en und [[therapeutisch]]en [[Anwendung]] aufzukommen hätten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2. Blick: Kritik der wissenschaftlichen Vernunft===&lt;br /&gt;
Unter diesem Titel veröffentlichte Kurt Hübner 1977, damals Professor für Philosophie an der Universität Kiel, ein umfängliches philosophisches Werk. Darin weist er gestützt auf [[Analyse]]n anscheinend rein rationaler Argumentation der Mathematik und auf wissenschaftliche [[Methoden]] und Ergebnisse der Geschichtswissenschaft nach, wie unhaltbar die zumeist ungeprüfte [[Annahme]] ist, dass in der Wissenschaft ausschließlich und allein das [[Prinzip]] der Rationalität regiere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hübner bezieht sich auf die griechische [[Mythologie]], aus der heraus sich heutige Philosophie und Wissenschaft überhaupt erst entwickelt haben und in der er eine eigene Rationalität ausmacht. Im Vergleich dazu verdeutlicht er, wie stark rational nicht begründbare [[Element]]e selbst noch die heutige Wissenschaft [[Prägung|prägen]]. Umfängliche Zitate aus Hübners Werk will ich ihnen und mir ersparen. Die können sie in der gedruckten ausführlicheren Fassung nachlesen. Hier nur zwei Zitate aus Hübners [[Schlussfolgerung]] am Ende seiner gründlichen [[Analyse]]: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Nichts wäre (….) falscher, als dem Mythos, wie das oft geschieht, Irrationalität zu unterstellen, dem die Wissenschaft als etwas Rationales entgegentritt.“ An späterer Stelle der Zusammenfassung schreibt Hübner: Es gibt (….) keinen theoretisch [[Zwang|zwingenden]] Grund anzunehmen, dass alle Welt mythische Sichtweisen als solche, (.....) ins Reich des [[Märchen]]s verbannen muss, wenn sie nicht (…..) den [[Verstand]] verlieren will.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer H. gewidmeten Festschrift „Zur Kritik der wissenschaftlichen Rationalität“ (1986) haben sich mehrere Philosophen seiner Kritik angeschlossen und seine Argumentation in die eine oder andere Richtung ausgebaut. Für [[Nachweis]]e und Zitate verweise ich sie ebenfalls auf die schriftliche Fassung. So schreibt Kockelmans, ein amerikanischer Philosophieprofessor, mit Bezug auf die [[Sozialwissenschaft]] u. a.: Man sollte s. E. erkennen, „dass es mythische [[Dimensionen]] sowohl in der Wissenschaft als auch in der Philosophie gibt.“ &#039;&#039;In der Wissenschaft erblickt er sie - ganz ähnlich wie Hübner - in „tief eingewurzelten Überzeugungen (…), für die (bis jetzt) keine rationale [[Rechtfertigung]] gegeben worden ist“.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Hübner noch zwischen Wissenschaft und Mythos [[Klarheit|klar]] [[Unterscheidung|unterscheidet]] und nur [[Vergleichbarkeit|Vergleichbares]] in beiden ausmacht, geht MacCormac, ein Wissenschaftstheoretiker aus den USA, noch einen [[Schritt]] weiter. Er behauptet, dass bestimmte vermeintlich wissenschaftlich bewiesene [[Tatsache]]n selbst eine Art Mythos sind. Wissenschaftler bedienen sich nämlich zur [[Erklärung]] und [[Deutung]] ihrer [[Befund]]e nicht selten „grundlegender [[Metapher]]n“. Gemeint sind damit bildhaft [[Beschreibung|beschreibende]] [[Vergleich]]e, wie etwa das [[Bild]] vom [[Urknall]] als dem [[Beginn]] der [[Entstehung]] des [[Kosmos]]: Wodurch [[Unterscheidung|unterscheidet]] sich diese von den Wissenschaftlern als [[Tatsache]] [[Betrachtung|betrachtete]] und [[Verbreitung|verbreitete]] [[Theorie]] vom [[Urknall]] eigentlich noch von den vielen mythischen und [[Religion|religiösen]] [[Erklärung]]en, etwa dem der [[Bibel]]:&#039;&#039; „Am [[Anfang]] war das [[Wort]] …“&#039;&#039;, wofür auch gesagt werden kann: Am Anfang war der [[Laut]], oder war die [[Schwingung]] oder war die Idee, die zur Schwingung und zum Wort oder auch zum Knall wurde. Nun mag man hier einwenden: dass bei &#039;&#039;Hübner&#039;&#039; und den anderen Autoren nur vom Mythos die Rede ist, nicht aber von der Mystik, der Meditation, und von östlichen Weisheitslehren. Wichtig sind die im Vergleich zum Mythos vorgetragenen Zweifel am [[Ausschließlichkeitsanspruch]] der Wissenschaft auf [[Rationalität]] vor allem deshalb, weil in der wissenschaftlichen Kritik an [[Meinung|vermeintlich]] irrationalen Lehren Mythos und Meditation in einen Topf geworfen werden. Dafür erinnere ich an das obige Zitat aus dem Beitrag des Paläobiologen, der ja ausdrücklich auch die Meditation dem [[Verdacht]] der Irrationalität [[Unterstellung|unterstellt]] hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===3. Blick: Was ist Wissenschaft? Was haben Yoga und Meditation mit ihr gemeinsam? Worin unterscheiden sie sich von Wissenschaft?===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Was ist Wissenschaft====&lt;br /&gt;
„Wissenschaft“ - so das dtv-Lexikon - ist &#039;&#039;„der [[Inbegriff]] des durch [[Forschung]], [[Lehre]], und überlieferte [[Literatur]] [[Bildung|gebildeten]], [[Ordnung|geordneten]], [[Begründung|begründeten]], für gesichert erachteten [[Wissen]]s einer [[Zeit]]; auch die für seinen [[Erwerb]] typische, [[Methode|methodisch]]-[[Systematik|systematische]] Forschungs- und [[Erkenntnis]]arbeit, sowie ihr [[Organisation|organisatorisch]]-[[Institut|institutioneller]] Rahmen“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser [[Begriff]] ist mit dem [[Bezug]] auf das „Wissen einer Zeit“ zeitlos gültig. Er lässt selbst noch die von [[Kirche]] und [[Klerus]] [[Dogma|dogmatisierten]] mittelalterlichen Lehren über die [[Welt]] und den [[Kosmos]] als Wissenschaft gelten. Denn auch das war das „Wissen einer Zeit“ [[Gewinn|gewonnen]] durch die damals „typische systematische [[Erkenntnis]]arbeit“ der [[Bibelexegese]] und der Dogmatisierung von [[Bibel|biblischen]] [[Text]]stellen. Auch diese Erkenntnisarbeit war eingebunden in einen „organisatorisch- institutionellen [[Rahmen]]“, wie ihn eben die damalige [[Kirche]] mit ihren [[Priesterseminar]]en und [[Kloster|Klöstern]] bot. Da wäre es ein Leichtes, das [[Studium]] und die [[Weitergabe]] des [[Yoga]] und der ihm zugrunde liegenden [[Basis]]texte der klassischen indischen [[Philosophie]] in den zahlreichen indischen Ashrams und außerindischen [[Yogalehrer]]-[[Ausbildung]]s[[Zentrum|zentren]] ebenfalls unter dem oben [[Zitat|zitierten]][[ Begriff]] von Wissenschaft zu fassen. So [[Einfachheit|einfach]] will ich es ihnen und mir nicht machen. Denn sicher würden wir in der heutigen [[Situation]] beiden nicht [[Gerechtigkeit|gerecht]], wollten wir Wissenschaft und Yoga ohne weitere [[Umstand|Umstände]] gleichsetzen! Fragen wir also weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Was ist Wissenschaft heute? Was haben Yoga und Meditation mit heutiger Wissenschaft gemein und was [[unterscheiden|unterscheidet]] sie voneinander?====&lt;br /&gt;
Heutige Wissenschaft umfasst das systematische [[Bemühung|Bemühen]] um [[Objektivität|objektive]] [[Erkenntnis]] bzw. inter[[Subjektivität|subjektiv]] nachprüfbares Wissen. Als objektiv und nachprüfbar gilt dabei nur, was unter gleichen [[Bedingung]]en von anderen [[Forscher]]n nachgeprüft werden kann. Ferner umfasst auch heutige Wissenschaft alles, was als [[Ergebnis]] dieses Bemühens an [[Geschichte|geschichtlich]] aufgehäuftem Wissen bereit liegt. Hinsichtlich ihrer [[Gegenstand|Gegenstände]] [[Beziehung|bezieht]] sie sich mit dem [[Streben]] nach Erkenntnis auf das [[gesamt]]e [[Spektrum]] der [[Gegenständlichkeit|gegenständlichen]], mit den [[Sinne]]n [[Wahrnehmung|wahrnehmbaren]] Welt. Dazu gehört auch der Mensch als Teil dieser Welt. [[Zerlegung|Zerlegt]] in kleine und kleinste Teilaspekte betrachtet Wissenschaft diese Gegenstände in zahlreichen Zweig- und Unterdisziplinen. Wie stark vielfach fraktioniert Wissenschaft heute ist, will ich nur an einigen [[Beispiel]]en verdeutlichen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. In der Medizin gibt es heute fast schon für jedes [[Organ]], jedes [[Krankheit]]sbild und jeden [[Körperteil]] darauf [[Spezialisierung|spezialisierte]] [[Medizin|medizinische]] Teildisziplin. (Anästhesie, [[Allergologie]],[[ HNO]], [[Kardiologie]], [[Nephrologie]], [[Onkologie]], [[Proktologie]] usw. ) Werfen sie dafür einmal nur einen Blick in die [[Ärztetafel]] im Telefonbuch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. In der [[Psychologie]] [[begegnen]] uns u. a. die Allgemeine, die Entwicklungs-, Familien- und Sozial-, Sport- und Bewegungs- und sogar die Arbeits- und Technikpsychologie, wobei man sich fragt: Geht es hier um eine eigene [[Psyche]] der Technik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Noch bunter ist das Bild in der [[Soziologie]]. Kaum ein Gegenstand der sozialen Welt, der noch nicht mit dem [[Anhängsel]] „Soziologie“ in den [[Rang]] einer eigenen wissenschaftlichen Teildisziplin erhoben worden wäre: (Familien-, Arbeits- und Industrie-, Rechts-, Medizin-, Verwaltungs- und Organisations, Wissens und [[Kultur]]- Politische - und Filmsoziologie bis hin zur Soziologie des [[Geschlecht]]erverhältnisses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Für meine eigene frühere [[Disziplin]] die [[Rechtswissenschaft]] könnte ich ihnen ebenfalls ein breites [[Spektrum]] an Teildisziplinen auflisten, das fast schon ans Skurrile grenzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Kaum anders ist das Bild in den so genannten exakten [[Naturwissenschaft]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Soweit es in allen [[Zweig]]en der Wissenschaft um [[menschlich]]e Erkenntnis geht, stehen alle immer auch vor der [[Frage]] nach dem [[Erkennung|erkennen]]den [[Subjekt]], dem Menschen und seinen [[Möglichkeit]]en und [[Grenze]]n der Erkenntnis. Das sind zentrale [[Fragestellung]]en u. a. der Philosophie, der [[Erkenntnistheorie]] und der Psychologie und neuerdings der [[Kognitionswissenschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Yoga geht es um Erkenntnis. Doch zielt Erkenntnis im Meditieren als der obersten [[Stufe]] des [[Yogaweg]]es vorrangig auf [[Selbsterkenntnis]] bzw. auf die Erkenntnis des [[Selbst|SELBST]] oder - in der [[Buddhismus|buddhistischen]] [[Begriff]]lichkeit - des [[Nichtselbst|NICHTSELBST]] als des [[Wesen]]s der [[Mensch|menschlichen]] [[Persönlichkeit]]. Nur in diesem [[Zusammenhang]] [[Richter|richtet]] sie sich auch auf die [[Gegenstand|gegenständliche]] Welt als dem [[Ort]] und [[Raum]] der menschlichen [[Existenz]] und [[Befindlichkeit]]. Deswegen haben große [[Meditation]]s[[meister]] aller [[Richtung]]en und [[Schule]]n immer wieder darauf [[Hineis|hingewiesen]], dass sie über die Erkenntnis des [[Mikrokosmos]] der menschlichen Persönlichkeit zugleich auch ein tiefes Wissen über den [[Makrokosmos]] [[Erlangung|erlangt]] haben, bzw. über das, was - mit Goethe - die Welt im Innersten [[Zusammenhalt|zusammenhält]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso wie in der Wissenschaft gibt es auch im Yoga und in allen anderen Schulen und [[Tradition]]en der Meditation einen [[Reichtum|reichen]] [[Schatz]] geschichtlich [[Anhäufung|aufgehäuften]] Wissens. Denn alle großen Meister haben ihre [[Erfahrung]]en und ihr im [[Zustand]] der Meditation [[Gewinn|gewonnenes]] Wissen der [[Nachwelt]] in [[Spiritualität|spirituellen]] [[Schrift]]en [[Überlieferung|überliefert]]. Einige dieser Schriften sind mehrere tausend Jahre alt, wie etwa die [[Veden]] und [[Upanishaden]] Indiens, die als die ältesten Schriften der [[Menschheit]] überhaupt gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser [[Beschreibung|beschreiben]]den Ebene sind also Wissenschaft und Meditation durchaus noch mit einander [[Vergleich|vergleichbar]]. Doch [[Deutung|deuten]] sich hier bereits [[Unterschied]]e in Bezug auf die Gegenstände und [[Methode]]n der Erkenntnis an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Unterschiede zwischen Wissenschaft und Yoga===&lt;br /&gt;
====Der Mensch als Objekt der Erkenntnis====&lt;br /&gt;
Im gängigen Wissenschaftsverständnis dienen den Wissenschaftlern die gegenständliche Welt und der Kosmos, aber auch die Menschen als Objekte ihrer Forschungen und zwar in der oben beschriebenen nach Fachdisziplinen parzellierten [[Weise]]. Der Wissenschaftler als das forschende Subjekt betrachtet also den Menschen als Objekt seines [[Bemühen]]s um Erkenntnis. Subjekt und Objekt der Erkenntnis sind hier [[Trennung|getrennt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem [[Übung]]s- und [[Erkenntnis]]weg des [[Yoga]] ist jeder nach Wissen [[Streben|strebende]] Mensch zugleich Subjekt und Objekt seines Bemühens um Erkenntnis. Die in der Wissenschaft übliche [[Trennung]] ist hier also aufgehoben. Dabei betrachtet sich der meditierende Mensch von vornherein in seiner ganzheitlichen Existenz als Wesen aus [[Körper]], [[Seele]] und [[Geist]] mit dem [[Atem]] als [[Bindeglied]] zwischen diesen Dreien und eingebettet in [[Natur]], [[Welt]] und [[Kosmos]] sowie in [[Gesellschaft|gesellschaftliche]] [[Zusammenhang|Zusammenhänge]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Instrumente und Methoden der Erkenntnis: [[Verstand]] und [[Objektivität]] versus [[Introspektion]] und [[Intuition]]====&lt;br /&gt;
Heutige Wissenschaft strebt nach überprüfbarem, objektivem Wissen und [[Meinung|meint]] dafür allein auf den Verstand setzen zu dürfen, auf die menschliche [[Ratio]]. Man kann diesen Zusammenhang auch so [[Formulierung|formulieren]]: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil heutige Wissenschaft ausschließlich auf Rationalität setzt, lässt sie nur solche Methoden als wissenschaftlich [[Geltung|gelten]], mit denen die Ergebnisse intersubjektiv überprüft werden können. Das ist zugleich der eigentliche [[Grund]] für die Zergliederung des in seiner Ganzheit lebenden Menschen in unterschiedliche Teilaspekte, die von gegeneinander [[Abgrenzung|abgegrenzten]] wissenschaftlichen Disziplinen je gesondert [[Untersuchung|untersucht]] werden. Mit diesen [[Verfahren]] [[Verbindung|verbinden]] Wissenschaftler die [[Hoffnung]], in der je getrennten Untersuchung des Zerteilten irgendwie einmal zur [[Rekonstruktion]] des Ganzen zu gelangen, die Teilerkenntnisse also wie in einem Puzzle zum Ganzen zusammensetzen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich aber gibt es auf kaum einem [[Gebiet]] heute noch einen Wissenschaftler, der sich umfassend in allen Zweigdisziplinen seines Fachs auskennt. Erst recht ist niemand mehr in der [[Lage]], alle Wissenschaften zu überschauen. Die [[Spezialisierung]] schreitet munter weiter voran und das [[Gegenmittel]] der „interdisziplinären [[Zusammenarbeit]]“ greift nur teilweise und langsam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Yoga und Meditation&#039;&#039;&#039; lehnen – so wie ich die [[Grundlage]]ntexte und die [[Nyaya]]-[[Philosophie]], eine der sieben Hauptschulen der indischen Philosophie verstehe - den [[Rationalität]] rationalen [[Weg]] der Erkenntnis durchaus nicht ab. Denn auch Meditierende leben in dieser Welt der [[Erscheinung]]en und [[Dualität]]en und darin benötigen wir Menschen den [[Verstand]], um uns [[Orientierung|orientieren]] und angemessen [[Handlung|handeln]] zu können. Doch wird den in der Wissenschaft bevorzugten [[Quantität|quantitativen]] und den schon scheel angesehe]en [[Qualität|qualitativen]] Erkenntnisverfahren in den Basistexten der [[Yogaphilosophie]] ein nur [[Begrenzung|begrenzter]] Erkenntniswert in Bezug auf die materielle Welt der Erscheinungen zugebilligt. Die großen Meister der Meditation halten dafür, dass auf diesem Wege weder das [[Wesen]] der Menschen [[Erkenntnis|erkannt]] werden kann noch das der Welt und des Kosmos. Denn das Wesen oder das [[Ganze]]] ist nicht etwa nur mehr, sondern etwas anderes als die [[Summe]] der Teile. Es kann nur in der [[Innenschau]] mittels [[Intuition]], nicht aber [[Rationalität|rational]] erfasst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb bedient sich &#039;&#039;&#039;Yoga&#039;&#039;&#039; der [[Systematik|systematischen]] Innenschau, der Introspektion, wenn man diesen Begriff nicht auf das verkürzt, was die „Introspektionisten“ des beginnenden 20. Jhs. darunter [[Verstand|verstanden]]. Im Yoga und in der Meditation werden Praktizierende systematisch [[Anleitung|angeleitet]], ihre [[Achtsamkeit]] nach innen zu richten und in der Innenschau die [[Kraft]] der Intuition zur [[Erlangung]] von Selbsterkenntnis und von [[Erkenntnis]]sen über die äußere Welt und ihre [[Befindlichkeit]] in ihr zu [[Nutzen|nutzen]]. In der Wissenschaft wird dagegen die Introspektion heute rundweg als unwissenschaftlich [[Ablehnung|abgelehnt]], weil sie angeblich keine [[Möglichkeit]] böte, [[Objektivität|objektive]] Erkenntnisse zu erlangen, die sich nach den gleichen Methoden durch andere überprüfen lassen. Dagegen ließe sich schon Folgendes einwenden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden mehrere Menschen nach den gleichen Methoden im Meditieren angeleitet, dann können mit einiger Übung – wie wir wissen - alle die gleichen oder vergleichbare Erfahrungen machen. Wäre das nicht mit gleichem Recht als intersubjektive Nachprüfung [[Anerkennung|anzuerkennen]] wie die [[Wiederholung]] einer qualitativen soziologischen oder psychologischen [[Studie]], in der sich die Forscher der teilnehmenden [[Beobachtung]] bedienen? Neuerdings aber wachsen mit wissenschaftlichen Methoden und Verfahren zur Untersuchung der [[Struktur]]en und [[Vorgang|Vorgänge]] im [[Gehirn]] die [[Chance]]n, mit allgemein [[Anerkennung|anerkannten]] wissenschaftlichen [[Verfahren]] wenigstens ansatzweise [[Darstellung|darzustellen]], wie sich Yoga und Meditation auf die [[Funktione]]n des Gehirns [[Auswirkung|auswirken]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Intuition]] wird von der Wissenschaft ebenfalls [[Abwehr|abgewehrt]] und kaum je in ihrer [[Bedeutung]] auch für die Wissenschaft anerkannt, geschweige denn im wissenschaftlichen [[Prozess]] systematisch genutzt. Dabei trägt sie zur [[Gewinnung]] wissenschaftlicher Erkenntnisse vielleicht sogar mehr und anderes bei als der [[Verstand]]. Nur wenige Wissenschaftler aber sind so [[Souveränität|souverän]] wie [[Albert Einstein]], sich [[Offenheit|offen]] zur Intuition als dem eigentlichen Vater ihrer [[Entdeckung]] zu [[Bekennung|bekennen]]. Einstein hat in einem Brief oder [[Gespräch]] einmal sinngemäß gesagt, dass ihm die Relativitätstheorie auf einem [[Spaziergang]] in den Bergen plötzlich aufgegangen sei. Nur um sie in [[Wort]]e zu fassen, habe er danach seinen Verstand [[Anstrengung|anstrengen]] müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die meisten Wissenschaftler mit der Intuition [[Probleme]] haben, so liegt das m. E. daran, dass sich, was sie sei, weder einfach [[Definition|definieren]] noch rational [[Erklärung|erklären]] lässt. Man mag sie als [[Unmittelbarkeit|unmittelbare]] [[Eingebung]] [[Beschreibung|beschreiben]] oder als das innere [[Aufleuchten]] einer [[Idee]], woher auch immer sie kommen mag. Wer je in seinem [[Leben]] bei welcher [[Gelegenheit]] auch immer eine solche Eingebung hatte, der weiß, dass sie sich mit aller Kraft des Verstandes aus ihrem [[Versteck]] nicht hervorlocken lässt. Im [[Gegenteil]]: je mehr wir den Verstand anstrengen, ein bestimmtes Problem zu [[Lösung|lösen]], desto mehr [[Schein|scheint]] sich die Lösung zu verbergen. Geben wir alle [[Anstrengung]] auf und legen eine [[Ruhe]]pause ein oder gehen wir erst einmal – wie Einstein – [[Spaziergang|spazieren]] oder auch [[Schlaf|schlafen]], so geschieht es nicht selten genug, oft auch am frühen [[Morgen]] kurz vor oder nach dem [[Aufstehen]], dass sich plötzlich ein [[Aha]]-[[Erlebnis]] einstellt und wir die [[Lösung]] [[Fund|gefunden]] haben. Diese [[Erfahrung]] hat – so [[Gedanke|denke]] ich - jeder von ihnen selbst schon gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Intuition entspringt ganz augenscheinlich einer anderen [[Quelle]] als das verstandesmäßige [[Denken]]. Sie leuchtet zumeist unangekündigt auf und woher sie kommt, ist eine [[Offenheit|offene]] Frage. Steigt sie aus unserem eigenen inneren [[Selbst]] auf oder wird sie uns von einer höheren, [[Gott|göttlichen]] [[Kraft]] außerhalb von uns eingegeben, oder von einem [[All]]-[[Bewusstsein]], das zugleich in uns und außerhalb von uns ist? Dazu mag sich jeder seine eigenen Gedanken machen. Besonders [[Intensität|intensiv]]  – so meine [[Erfahrung]] - macht sich Intuition bemerkbar, wenn ich in die [[Stille]] gehe und [[Meditation|meditiere]]. Sie ist daher für mich recht eigentlich ein Kind der Stille und der Meditation. Diese auf der Erfahrung beruhende [[Einsicht]] machen sich alle Wege der Meditation zunutze. Sie bedienen sich in systematischer Weise der Intuition als Quelle der Erkenntnis. Und daher [[Vermittlung|vermitteln]] alle Schulen den Menschen die [[Fähigkeit]], [[Willen|willentlich]] die [[Sinne]] von der äußeren Welt [[Rückzug|zurückzuziehen]] und in das [[Schweigen]] der [[Worte]] und der [[Gedanken]] zu gehen, und damit in jene Stille, die dem [[Denken]] vorausgeht und aus der allein die [[Stimme]] der Intuition zu uns zu [[Sprache|sprechen]] [[Beginn|beginnt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Neuere Tendenzen einer Annäherung von Wissenschaft und Meditation==&lt;br /&gt;
Alle [[Schule]]n des Yoga und der Meditation haben ihr Wissen [[Jahrhunderte]] lang wie eine Art [[Geheimlehre]] behandelt. Nur an [[speziell]] [[Vorbereitung|vorbereitete]] [[Einweihung|eingeweihte]] [[Schüler]] wurde das Wissen jeweils von einem [[Meister]] direkt [[Weitergabe|weiter gegeben]]. Nach und nach aber haben Yoga und Meditation in Indien einen [[Anerkennung|anerkannten]] [[Platz]] auch im wissenschaftlichen [[Bereich]] erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen [[Rückschritt]] gab es dann während der kolonialen [[Unterdrückung]] des Landes. Doch ist das Band zwischen Yoga und Wissenschaft in Indien nie völlig abgerissen. Nach dem [[Sieg]] der [[Unabhängigkeitsbewegung]] wurden die [[Bande]] in moderner [[Gestalt]] wieder [[Leben|belebt]] und nach und nach fester geknüpft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen gibt es einige vom [[Staat]] als [[Universität]]en anerkannte [[Yogahochschule]]n, in denen anders als in den üblichen [[Ashram]]s Yoga und Meditation nicht nur [[Unterricht|unterrichtet]] werden, sondern zugleich auch Gegenstände der [[Forschung]] sind, zum [[Beispiel]] die Yoga-Universität der [[Sivananda]] Tradition in [[Munger]] und das [[Swami]] [[Rama]] [[Yoga]] [[Gurukulam]] in [[Rishikesh]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Westen]] [[Beginn|begann]] sich erst seit dem 19. Jahrhundert nach und nach für Yoga und Meditation zu [Interesse|interessieren]]. Erste [[Bericht]]e über den Yoga gelangten durch [[Reisende]] und durch Verwaltungsbeamte der britischen [[Kolonialmacht]] in den Westen. [[Verstärkung|Verstärkt]] nahm das [[Interesse]] dann zu als die ersten großen [[Yogameister]] seit dem Ende des 19. Jahrhunderts in den Westen kamen und Yoga und Meditation hier zu [[Verbreitung|verbreiten]] begannen. Beide galten allerdings lange Zeit als zwei verschiedene [[Ding]]e. Yoga wurde mit Nachwirkungen bis heute [[Trennung|getrennt]] von der Meditation als eine Art von spezieller [[Gymnastik]] betrachtet und im [[Hatha Yoga]] verbreitet so unterrichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Weg des Yoga in den Westen begann gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Erst rund 70 Jahre später begann sich die Wissenschaft des Westens für Yoga und Meditation zu [[Interesse|interessieren]], anfangs vor allem in den USA. Nach und nach öffneten sich hier anerkannte große private Forschungsstätten, Kliniken und Universitätsinstitute für Forschungen über Yoga und Meditation. Dieser Prozess nahm in den siebziger Jahren des 20. Jhd. einen größeren Aufschwung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grob gesagt kann damit die wissenschaftliche Forschung über Yoga und Meditation in den [[USA]] heute auf eine [[Geschichte]] von ca. 35 Jahren zurückblicken. Doch sind bereits in dieser [[Relativität|relativ]] kurzen Zeit unzählige [[Studien]] von Psychologen und Medizinern über die präventiven [[Gesundheit|gesundheitlichen]] [[Wirkung]]en des Yoga und der Meditation durchgeführt worden. An großen [[Klinik]]en wie u. a. an der [[Herz]]spezialklinik von Dr. Dean [[Ornish]] wurden beide auch auf ihre [Therapie|therapeutischen]] Wirkungen hin [[Erprobung|erprobt]]. Die [[Ergebnis]]se dazu sind in vielen Begleituntersuchungen [[Dokumentation|dokumentiert]] worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit einiger [[Verzögerung]] schwappte das wissenschaftliche [[Interesse]] am Yoga dann seit dem Beginn der 80er Jahre nach [[Europa]] herüber, kam aber in Deutschland so ziemlich zuletzt an, nämlich erst Ende der 80er Jahre. Immerhin gibt es auch in Deutschland nun schon seit mehr als einem Jahrzehnt eine sich langsam [[Etablierung|etablierende]] [[Yogaforschung|Yoga]]- und  Meditationsforschung]]. Die erst im Juli 2000 gegründete [[Society]] for [[Meditation]] and Meditation [[Research]] hat bereits drei wissenschaftliche [[Kongress]]e durchgeführt bzw. mit [[Veranstaltung|veranstaltet]] (2001 in Heidelberg, 2002 in Bochum und 2004 in Köln). Dieser Kongress hier ist nun der vierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts gibt es weltweit ein stärker zunehmendes wissenschaftliches Interesse an Yoga und Meditation. In Bibliographien aus neuerer Zeit werden über 900 zumeist englischsprachige [[Empirik|empirische]] Studien und [[Theorie|theoretische]] Arbeiten [[Nachweis|nachgewiesen]] und zwar über 300 allein zum [[Thema]] [[Stress]]bewältigung durch [[Yoga]] und [[Meditation]]. Etwa gleich groß ist die Anzahl der [[Psychologie|psychologischen]] und [[Medizin|medizinischen]] Studien über Yoga für [[Kinder]] und [[Jugendliche]] und über Yoga und Meditation für alte [[Mensch]]en. Diese Bibliographien wurden in den USA erstellt und [[Erfassung|erfassen]] einigermaßen vollständig nur die englischsprachige [[Literatur]], nicht aber Studien in anderen [[Sprache]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stützten sich wissenschaftliche [[Untersuchung]]en anfangs zumeist auf die [[Befragung]] [[Praxis|Praktizierender]], auf psychologische [[Test]]s und auf andere relativ weiche [[Methode]]n der Untersuchung und [[Datenerhebung]], so hat die Forschung auf diesem Gebiet seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts einen qualitativen [[Sprung]] getan und so eine neue [[Stufe]] [erreichen|erreicht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[EEG]]-[[Verfahren]] zur [[Messung]] der Gehirnströme und Bild gebende Verfahren zur Untersuchung der [[Gehirnaktivitäten]] im [[Zustand]] der Meditation in Kernspingeräten erlauben zwar noch keinen [[Perfektionismus|perfekten]] [[Einblick]] in das, was im [[Gehirn]] Meditierender vorgeht. Sie lassen aber nach und nach immer deutlicher erkennen, dass Meditation gehirnphysiologische [[Wirkung]]en hat, die als erhöhte [[Geist|geistige]] [[Wachheit]] und [[Konzentration]] bei gleichzeitiger tiefster [[Entspannung]] zu deuten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist in meinen Worten eines der wichtigsten Ergebnisse einer noch nicht publizierten, aber schon zur [[Veröffentlichung]] angenommenen bibliographischen Studie von Cahn und Polich, zweier amerikanischer Wissenschaftler von der University of [[California]] und vom renommierten Scripps Research [[Institute]]. Die [[Autor]]en haben nahezu 350 neuere und neueste empirische Studien vergleichend [[Auswertung|ausgewertet]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein großer Teil davon gilt den im EEG und im Kernspin messbaren Wirkungen der Meditation auf die Aktivitäten des Gehirns. Die auch nur grob gekürzte [[Wiedergabe]] von [[Detail]]s ihrer Ergebnisse will ich den [[Fach]]wissenschaftlern überlassen, weil das zu sehr ins Fach[[spezifisch]]e geht, von dem andere hier im Saal, wie vor allem Ulrich Ott, der deutsche [[Spezialist]] auf diesem Gebiet der Forschung, mehr [[Verstand|verstehen]] als ich. Hier nur einige kurze [[Zitat]]e aus der [[Zusammenfassung]] in [[Übersetzung]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die klinische [[Anwendbar]]keit solcher Methoden der Meditation voran bringen zu können, sei &#039;&#039;„eine [[Fortsetzung]] derartiger Untersuchungen und die [[Vergleich|vergleichende]] [[Bewertung]] ihrer Ergebnisse notwendig.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Eine große Herausforderung für die [[Grundlage]]nforschung zur Meditation verbleibt die eindeutige quantitative Unterscheidung und [[Topographie|topographische]] [[Darstellung]] des Unterschieds zwischen Meditation und Zuständen beginnenden Tiefschlafs. (……..)“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Obwohl eine umfassende empirische und theoretische Grundlage noch fehlt, ist jedenfalls eindeutig, dass „die [[Funktion]]sweise des [[Zentrale|zentralen]] [[Nervensystem]]s durch Meditation [[Beeinflussung|beeinflusst]]“ wird. Der spezifische [[Nutzen]] meditativer Praktiken in [[Verbindung]] mit psychologischen und [[Neuropharmakologie|neuropharmakologischen]] [[Therapie]]n ist eine große [[Triebkraft]] für [[Zukunft|künftige]] Studien.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse solcher Studien sind auch in [[Öffentlichkeit|populär]]wissenschaftlichen [[Bericht]]en schon [[Verbreitung|verbreitet]] worden. So z. B. in dem [[Artikel]] „Die neuronale [[Erleuchtung]]“ von &#039;&#039;&#039;Ulrich Kraft&#039;&#039;&#039; in „Gehirn und Geist“ Heft 10 2005, S.12 ff. Selbst Tage[[zeitung]]en wie die Süddeutsche haben dieses Thema bereits aufgegriffen, SZ 68. Ausgabe, 2005 S.11 „Mönche in der Magnetröhre“ ebenfalls von &#039;&#039;&#039;Ulrich Kraft&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch an deutschen Universitäten gibt es inzwischen Wissenschaftler, die sich im [[Kontext]] von Forschungen über die Funktionsweise des Gehirns (wie z. B. über Neurokognition) für die Wirkungen der Meditation auf die Funktionen des Gehirns interessieren. Anstatt Meditationsforschung weiterhin pauschal abzulehnen und für Rufschädigung zu halten, nehmen sie Forschungen dazu auf und [[Betreuung|betreuen]] [[Diplom]]- und [[Doktor]]arbeiten zu dieser Thematik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Große Meditationsmeister, wie z. B. der [[Dalai Lama]] und Sri [[Swami]] [[Veda]] [[Bharati]], die beide in engem [[Austausch]] miteinander stehen, [[Unterstützung|unterstützen]] die [[Bemühung]]en der Wissenschaft. Sie stellen sich selbst für [[Untersuchung]]en der [[Zustand|Zustände]] ihres [[Bewusstsein]]s in der Meditation zur [[Verfügung]] und fordern ihre Schüler auf, das ebenfalls zu tun. Dieser [[Aufforderung]] bin ich in Bremen vor vier Wochen nachgekommen. Von hier aus möchte ich Meditierende aller [[Richtung]]en mit längeren [[Erfahrung]]en, aber auch Anfänger in der Meditation dringend bitten, sich im Interesse der an dieser Thematik arbeitenden Nachwuchswissenschaftler ebenfalls auf eine solche Untersuchung einzulassen. Für mich war es eine [[Erfahrung]], die mich auch ganz persönlich [[Bereicherung|bereichert]] und auf meinem [[Weg]] vorangebracht]] hat. Vor allzu großen [[Erwartung]]en in diese Forschungen – so denke ich - muss [[warnung|gewarnt]] werden. Die hier [[Präsenz|anwesend]]en Wissenschaftler, die schon jetzt an derartigen Studien arbeiten oder sie unterstützen, wissen besser als ich um die [[Möglichkeit]]en und [[Grenze]]n dessen, was auch mit den neuesten Apparaturen technisch machbar ist. Eines, so scheint mir, kann jetzt schon gesagt werden: Das Eigentliche, worum es der Meditation geht, die subjektive Erfahrung des [[Wille|willentlich]] herbeigeführten anderen, höheren [[Zustand]]s des Bewusstseins, wie immer man den in den [[Unterschied||unterschiedlichen]] Traditionen bezeichnen mag - [[Samadhi]] oder [[Satori]] oder [[Befreiung]] - wird für die Wissenschaftler ein [[Geheimnis]] bleiben. Was es subjektiv [[Bedeutung|bedeutet]], in den Zustand des Samadhi oder in die große [[Leere]] [einzutreten, diese Erfahrung erschließt sich nur dem, der die meditative [[Reise]] in das nahe liegende und dennoch unbekannte [[Innere]] antritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Eigene Erfahrung als Yogalehrer und Wissenschaftler==&lt;br /&gt;
Zusammenfassung meiner eigenen Erfahrungen in zwei Sätzen: Ich kann als Wissenschaftler Yoga betreiben und Yogalehrer sein, ohne mich von der Wissenschaft lossagen und meinen rationalen Verstand an der Garderobe abgeben zu müssen. Ich [[Gewinn|gewinne]] sogar etwas auch für die Wissenschaft [[Wichtiges]] hinzu: eine [[Verstärkung|verstärkte]] [[Intuition|intuitive]] Kraft, die in meinen Meditationen von Zeit zu Zeit mit kleineren oder größeren Erkenntnissen aufleuchtet! Der anfangs befürchtete [[Spagat]] ist für&lt;br /&gt;
mich inzwischen ein erträgliches Stehen auf beiden Beinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Persönlichem habe ich [[Beginn|begonnen]] und damit will ich schließen. Warum ich nach meiner [[Tumor]]operation den spirituellen Weg eingeschlagen habe und nicht wieder in die alten Geleise zurück geraten bin, wie man das immer wieder von Menschen nach ähnlich einschneidenden Erfahrungen hört, mag mit der folgenden Geschichte zusammenhängen. Sie deutet darauf hin, dass ich schon seit meiner Schulzeit auf dem spirituellen Weg war, ohne das selbst zu wissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Albrecht Haushofer, ein bedeutender Wissenschaftler und Dichter, den die Nazis wegen [[Zugehörigkeit]] zum [[Widerstand]] zum [[Tod]]e [[Verurteilung|verurteilt]] und in Moabit hingerichtet haben, hat in seiner [[Tod]]eszelle wunderbare Sonette geschrieben, darunter eines auf eine Mücke, die er im ersten [[Impuls]] erschlagen wollte, dann aber [[Ruhe|ruhig]] [[Beobachtung|beobachtete]], während sie sich von seinem [[Blut]] nährte. Die letzten Zeilen dieses Gedichts lauten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Wir sind ja beide, Mensch und Mücke, nichts als kleine Schatten eines großen Lichts“.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beeindruckt von diesem [[Gedicht]] habe ich als Schüler 1957 ein Jahr vor dem Abitur vom Spätherbst an täglich im Erdkundezimmer, das ich damals verwaltete, eine Mücke genährt. Beim ersten Mal habe ich meinen Finger unmerklich langsam an sie angenähert, bis sie aufsprang, [[Stich|stach]] und zu saugen begann. Als sie rundum gesättigt war, setzte sie sich wieder auf ihren [[Platz]] am Fenster und dort saß sie von da an immer, bis ich morgens kam und ihr wieder meinen [[Finger]] anbot. Am Tag vor den Weihnachtsferien habe ich sie mittags vor dem Verlassen der Schule noch einmal saugen lassen und als ich im Januar wieder in die Schule kann, lag sie tot auf dem Fensterbrett genau unter der Stelle, wo sie vergeblich auf meinen Finger gewartet haben mag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kann mir irgend jemand [[Erklärung|erklären]], warum ich von da an in meinem ganzen [[Leben]] von Mücken in den verschiedensten [[Nähe|nahen]] und [[Ferne|fernen]] [[Gegend]]en der [[Welt]] fast immer nur dann gestochen worden bin, und zwar selbst in den dicksten Schwärmen, wenn ich es ihnen angeboten oder mindestens [[Mentalität|mental]] [[Erlaubnis|erlaubt]] habe? Könnte das kausal mit meiner Blutspende an die Mücke in meiner Schulzeit zusammenhängen? Und um welche [[Art]] von [[Kausalität]] handelt es sich? Um eine im [[Sinne]] der Naturwissenschaft? Hat mein [[Handeln]] eine auf mich bezogene [[Genetik|genetische]] Stechhemmung in allen Mückenarten der Welt [[Wirkung|bewirkt]]? Oder folgen die Mücken einer Art [[Moral]][[kodex]], der ihnen [[Verbreitung|verbietet]], ohne [[Einwilligung]] das Blut von [[Wohltäter]]n der [[Spezies]] anzuzapfen? Oder hat meine Mücke damals [[Stellvertretung|stellvertretend]] für ihre Artgenossen einen [[Vertrag]] mit mir geschlossen, besiegelt mit meinem Blut, an den sich alle Mücken der Welt bis heute halten, weil sie anders als wir Menschen von [[Natur]] aus vertrags[[treu]] sind? Die wenigen [[Ausnahme]]n, die es auch gegeben hat, erkläre ich mir damit, dass mich diese Mücken irrtümlich für einen anderen [[Mensch]]en oder gar für ein [[Tier]] gehalten haben. Warum sollten sich nicht auch Mücken irren? Selbst Wissenschaftlern geht es ja oft nicht anders. Ist doch die [[Geschichte]] der Wissenschaft zugleich auch die Geschichte wissenschaftlicher Irrtümer. Leider sind nur wenige Wissenschaftler zu [[Lebzeiten]] so [[selbstkritisch]] wie jener in den Geschichten des weisen Brecht vom Herrn Keuner. Der antwortete auf die [[Frage]], was er tue: &#039;&#039;&amp;quot;Ich bereite gerade meinen nächsten [[Irrtum]] vor&amp;quot;!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Schlussentspannung]]: [[Atem]][[achtsamkeit]]&lt;br /&gt;
R. W.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sonstiges==&lt;br /&gt;
Vgl. auch  etwa:&lt;br /&gt;
[[Buddhismus]]:  zum Beispiel der [[Dalai Lama]], Yongey Mingyur Rinpoche oder [[Jack Kornfield]] erklären, dass der  bis zur heutigen [[Praxis]] weniger eine [[Religion]] als vielmehr eine Wissenschaft des Geistes ist: ...erprobt, hat überprüfbare ... Beschreibungen für menschliches Empfinden und Verhalten;  konkrete Übungen und Techniken zur [[psychotherapie|Überwindung]] vieler menschlicher Konflikte und Sorgen. Damit überbrückt der Buddhismus die oft als schmerzlich empfundene Kluft zwischen Wissenschaft und Religion, zwischen Innovation und alter Überlieferung. ..&lt;br /&gt;
[[Albert Einstein]]: wenn  Religion - mit den Erfordernissen der modernen Wissenschaft vereinbar -  er (B.)Carl Friedrich von Weizsäcker stellte sich en Zukunftsmenschen als ein Individuum vor, in dem christliche [[Psychotherapie|Ethik, wissenschaftliches Denken und die buddhistischen Stärken]] integriert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein eventuelles Beispiel: Sogenannte [[Nonne]]nstudien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;In Amerika (..)  600 Nonnen eines katholischen Ordens (gaben..)  ihr Gehirn der Wissenschaft. Die Schwestern wurden im regelmäßigen Abstand (und) die Hirne nach dem [[Tod]] untersucht. Da gab es Nonnen, die waren blitzgescheit bis zu ihrem Tod und hatten doch Gehirnveränderungen, die auf ein schwerstes Alzheimer-Stadium hindeuteten. Das Gleiche sehen wir bei Parkinson.&amp;quot;   Trotz der objektiven [[Messung]] (posthum): sie waren  gesund geblieben. Wahrscheinlich schützten ein regelmäßiger Tagesablauf mit [[Zeit]] für ein geradezu [[heilig]]es [[mehr]] im [[Kloster]] ohne [[fernsehen|Informationsfluten]]; und auch [[Mittelmaß|maßvolle]] [[körper]]liche Bewegung, gesunde [[Ernährung]] ohne  zu [[Nikotin|rauchen]], [[Singen]]... (vgl wikipgenauer / zu belegen / eigener Artikel vielleicht):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Wissenschaftliche Studien]]&lt;br /&gt;
* [[Kunst]]: [http://mein.yoga-vidya.de/video/om-namo-nayanaya-geschichte]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p42_Die-Wissenschaft-des-Pranayama/ Swami Sivananda: Die Wissenschaft des Pranayama]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p208_Bleep---What-the-Bleep-do-we--now--/ Bleep - What the Bleep do we (k)now!]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/ayurveda/ Ayurveda - die Wissenschaft vom Leben]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/center/haus-bad-meinberg/yoga/was-ist-yoga/ Was ist Yoga?]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/wissenschaft/ Yoga als universelle Wissenschaft]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Buch/Wissenschaft/science00.htm Online Buch: Yoga als eine universelle Wissenschaft]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/yogatherapie/lesestoff/wissenschaftl-arbeiten/ Wissenschaftliche Arbeiten]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/service/presse/pressemitteilungen/detailansicht/article/forschungspreis-fuer-meditation-bei-yoga-vidya-in-bad-meinberg-vergeben/ Forschungspreis für Meditation bei Yoga Vidya]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/tag/wissenschaftliche-arbeiten/ Wissenschaftliche Arbeiten - Highlights]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/yogatherapie/lesestoff/artikel/ Yoga im Spiegel der Wissenschaft]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/interessengebiet/yoga-und-meditation-einfuehrung/ Yoga und Meditation Einführung]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Multimedia==&lt;br /&gt;
===Thomas Hübl: Inner Science - Die Wissenschaft des Erwachens===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|pAYAbtDRxfg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vortrag von Sukadev: &amp;quot;Braucht Yoga die Wissenschaft&amp;quot;?===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|1Qu4nRajEfg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vortrag: Meditation in naturwissenschaftlicher Forschung===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|UC6Xozp03Tc}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Quantenaktivist===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|kGbiR2MORYw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Weitere Gedanken zum Thema====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039;&#039;   erweitert das [[Vidya|Wissen]] durch methodische Forschung  nach neuen Erkenntnissen. [[Statistik|Statistische]] Tabellen gehen immer mehr in [[Messung|Einzelheiten]] der [[Psychologie]] beispielsweise, fort von ganzheitlicher [[Erfahrung|Praxis]] -  das   unterscheidet sich von [[Weisheit]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dogmatische Lehrsätze, womöglich  an  &amp;quot;die Erde ist eine Fläche&amp;quot; [[glauben]] zu sollen, sind sowieso [[Eignung|etwas anderes]]... verglichen mit  [[sinn]]voller [[Tradition]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemein gibt es in der [[Wirkungsforschung]] [[logos|viele Ursachen zugleich]], von denen oft schon eine wirkt... Menschen sind sehr unterschiedlich etc... Indes:  [[Wirkungen des Yoga]] und der [[Meditation]] lassen sich auch [[Wissenschaftliche Studien|beforschen]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vgl.: &amp;quot;&#039;&#039;Altes Wissen schafft neue Wissenschaft&#039;&#039;: Erkenntnisse [[mode]]rner &#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; stützen und bestätigen das intuitive [[Erfahrung]]swissen der alten [[Yogi]]s  [[mehr]] und mehr:  Kongress 11/2011 [https://www.yoga-vidya.de/events/yoga-kongress/]&amp;quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;&amp;quot;Wissenschaft hilft gegen [[Scharlatan|Aberglauben]] und etwa Schwermetall-Gifte [[Mode|früher]] in [[Ayurveda]] Heilmitteln (...) Und nach einiger [[Zeit]] wirken viele Forschungsergebnisse wieder [[Fahrender yogi|überholt]].&amp;quot; [[Zitat]] provisorisch ungenau, hier ab zu tippen: [ http://mein.yoga-vidya.de/video/satsang-vom-yoga-kongress-2011-bei-yoga-vidya-bad-meinberg]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
.....&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwa teilnehmender Beobachtung[http://de.wikipedia.org/wiki/Teilnehmende_Beobachtung] oder auch ethnologischen Studien-Reportagen  wie denen der Margaret Mead  wird von   der  &#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; oft  zu wenig [[Distanz]] vorgeworfen. Große Zahlen - wie auch im [[Breitensport]] - sind etwas anderes...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ein möglicher Satz dazu: &lt;br /&gt;
::&#039;&#039;Wo kriege ich mehr (Anhänger) statt was ist richtig; so sind auch [[Öffentlichkeit|Umfrageergebnisse]] über was man tut etc. kein in sich Maßstab für das [[Wahrheit|Wahre]] und das Richtige, wie man lebt&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Unterschied zwischen Wünschenswertem, auch wenn &#039;&#039;wissenschaft&#039;&#039;lich belegt - und trotzdem evtl. ganz abweichender [[Praxis]] (erforschen): die Kluft...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch [[Binsenwahrheit|Binsenwahr]]:  die Naturwissenschaften werten gern die anderen  mit  so vielschichtigen  Gegenstandsbereichen wie  [[Seele]],   [[Tradition]]...als Müll&#039;&#039;wissenschaften&#039;&#039; / zweiter Klasse ab, u. a. weil Handlungswissen für Märkte fehlt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indes: Gerade auch die [[Bhagavadgita]] wird u.a. &amp;quot;&#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; des Lebens&amp;quot; genannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Swami]] [[Sivananda]] beschreibt &#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; im [[Fliegender Yogi|technischen]] [[Zeit]]alter auch geradezu mit [[Distanz]].  und: &amp;quot;&#039;&#039;7. Schulbildung ist unvollständig, solange sie nicht einführt zu vermitteln, dass Wissen unbegrenzt ist.&#039;&#039;&amp;quot; ([[Göttliches Elexier]], 9)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere mögliche [[Zitat]]e: &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;ein [[tor|Schlüssel]] jenseits all unseres angehäuften [[Vidya|Wissen]]s und der vielen Worte, die uns den Blick auf uns selbst und die Welt eher verstellen als erhellen.&amp;quot; (Hempel, [[Reclam Verlag]] [[Zen]]-[[Yoga]], S. 10)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;Es gibt eine berühmte Unterweisung in der [[Zen]]-[[Tradition]], in der ein Schüler nach dem [[Mond]] fragt. Ein Zweig wird benutzt, um auf ihn zu zeigen, und die Lehre warnt uns, den Zweig nicht mit dem Mond zu verwechseln. Das Problem [[bibliotherapie|mit den Worten]] ist, dass sie Zweige sind – sie können nie der Mond sein. Im besten Fall sind sie [[Sundaram|wunderschöne]] Zweige, die die Form, das [[Licht]] oder die Herrlichkeit des Mondes beschreiben und es unseren Augen erlauben, ihn direkt anzusehen. Im schlimmsten Fall sind sie weitverzweigte Äste, die sich in viele Richtungen ausbreiten und uns noch mehr durcheinanderbringen. &lt;br /&gt;
&amp;quot;S. 9 hier:  [http://theseus-verlag.de/Verlage/Theseus/Theseus-Top-10-Bestseller/Schatten-auf-dem-Pfad.html]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Studien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga und Wissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sutra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Verstand&amp;diff=46782</id>
		<title>Verstand</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Verstand&amp;diff=46782"/>
		<updated>2013-02-27T08:47:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sutra: Die Seite wurde geleert.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sutra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Verstand&amp;diff=46781</id>
		<title>Verstand</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Verstand&amp;diff=46781"/>
		<updated>2013-02-27T08:47:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sutra: Der Seiteninhalt wurde durch einen anderen Text ersetzt: „&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Verstand&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Verstand&#039;&#039;&#039;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sutra</name></author>
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		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Wissenschaft&amp;diff=46780</id>
		<title>Wissenschaft</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Wissenschaft&amp;diff=46780"/>
		<updated>2013-02-27T08:46:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sutra: /* 2. Blick: Kritik der wissenschaftlichen Vernunft */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Wissenschaft und Yoga - gegensätzliche Welten?==&lt;br /&gt;
Artikel von R. W., erschienen im Yoga Vidya Journal Nr. 15, Frühjahr 2006. Entstanden aus einer Niederschrift eines Vortrags bei einem Kongress „[[Yoga]] und [[Meditation]]“ bei Yoga Vidya Bad Meinberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemeldet habe ich mich zu diesem Kongress mit dem Angebot, in einem Workshop oder Arbeitskreis von meinen persönlichen [[Erfahrung]]en als [[Wissenschaft]]ler und [[Yogalehrer]] zu berichten. Als ich mich dann im Kongressprogramm unversehens als Redner für den Eröffnungsvortrag wieder fand, schien mir, dass dafür ein lockeres Plaudern über meine Erfahrungen nicht ganz angemessen sei. Deshalb müssen sie sich nun einen Vortrag zumuten lassen. Um diese [[Zumutung]] aber in [[Grenze]]n zu halten, werde ich mehrfach eine Denkpause einlegen. Dann haben sie und ich [[Gelegenheit]], uns kurz zu [[Sammlung|sammeln]] und die Eingangsübung zu wiederholen. Beginnen will ich mit dem, was angekündigt war und nun in den Untertitel gerutscht ist: dem Biographischen. Es folgen dann vier Blicke auf das [[Thema]]. Als erstes will ich zeigen, dass Wissenschaftler, vor allem in Deutschland, Yoga und Meditation ganz verbreitet für etwas [[Irrationalität|Irrationales]] und damit Unwissenschaftliches halten. Als zweites werde ich auf begründete [[Zweifel]] eingehen, die in der neueren philosophischen [[Diskussion]] an der vermeintlichen [[Rationalität]] der Wissenschaft vorgebracht worden sind. Als zweites will ich aus meiner Sicht [[Gemeinsamkeit]]en und Unterschiede im Verhältnis von Yoga und Wissenschaft aufzeigen. Als viertes schließlich möchte ich von einigen neueren [[Entwicklung]]en im Verhältnis von Wissenschaft und Yoga berichten. Sie lassen darauf hoffen, dass sich westliche Wissenschaft und östliche [[Weisheit]]slehren und Meditationsschulen allmählich doch für einander öffnen und zu einem wechselseitig [[Fruchtbarkeit|fruchtbaren]] [[Austausch]] gelangen könnten. Ein noch winziger [[Hoffnung]]sschimmer ist die „Society for Meditation and Meditation Research“, die diesen Kongress mit veranstaltet. Die [[Widerstand|Widerstände]] gegen einen [[Wandel]] sind freilich stark und der [[Weg]], sie zu [[Überwindung|überwinden]] wird lang und [[Beschwerlichkeit|beschwerlich]] sein. Machen wir uns da nichts vor!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Nun aber erst zum Persönlichen===&lt;br /&gt;
Von 1974 bis zur Pensionierung im Februar 2003 habe ich an der Uni Bremen [[Arbeit]]srecht gelehrt. Mit nur einer längeren [[Unterbrechung]] bin ich meinen [[Aufgabe]]n in [[Forschung]] und [[Lehre]] nach besten [[Kräfte]]n nachgekommen. Schon seit meiner [[Student]]enzeit habe ich mich der [[Politik|politischen Linken zugeordnet, jedoch ohne [[Bindung]] an eine Partei. Seit 1972 bin ich Gewerkschaftsmitglied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weltanschaulich hielt ich mich bis in mein 50stes Lebensjahr für einen am Marxismus orientierten [[Atheist]]en, war aber eher ein nicht ganz [[Unglaube|ungläubiger]] Nichtchrist. Wenn ich noch während meiner Lehrtätigkeit in den neunziger Jahren Yogalehrer wurde und zwar in der [[Spiritualität|spirituellen]] [[Tradition]] der[[ Meister]] des [[Himalaya]]s, so hat das mit der bereits erwähnten [[Unterbrechung]] zu tun und die war durch eine einschneidende [[Lebenskrise]] [[Zwang|erzwungen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Mitte meines 50. Lebensjahrs brach die Fassade des linken und dennoch durchaus [[Erfolg|erfolgreichen Akademikers schlagartig zusammen. Meine [[Ehe]] war längst [[Bruch|zerbrochen]]. Die [[Hoffnung]]en, sie wieder kitten zu können, zerschlugen sich endgültig im Juli 1988, als ich kurz vor einer geplanten Forschungsreise nach Japan auch [[Körper|körperlich]] und [[Psyche|psychisch]] zusammenbrach: [[Diagnose]] Gehirntumor. Vor und während der 4 Std. dauernden [[Operation]] hatte mein [[Leben]] - wie mir der operierende [[Arzt]] später sagte - an einem seidenen [[Faden]] gehangen. Diese [[Erfahrung]] [[fordern|forderte]] einige Tage nach der OP meinen [[Lebensmut]] heraus und führte noch in der [[Klinik]] zu dem [[Entschluss]], mich und mein Leben von [[Grund]] auf zu [[ändern]]. Schon ab Februar 1989 besuchte ich [[Yogakurs]]e und [[praktizieren|praktizierte]] täglich morgens eine Stunde lang oder auch länger [[Yogaübung]]en. Daneben hätten sie mich damals in [[Therapie|psychotherapeutischen]] [[Sitzung]]en und als zumeist einzige männliche [[Teilnehmer]]in in einer Frauentanzgruppe und beim Tango Argentino treffen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ich nach der erzwungenen [[Pause]], körperlich noch gezeichnet, meine [[Tätigkeit]] an der [[Uni]] wieder [[Aufnehme|aufnahm]], merkte ich schon bald an den [[Blick]]en meiner Kolleginnen und [[Kollege]]n, dass sie mich mindestens für wunderlich, wenn nicht gar für leicht [[Anormalität|anormal]] hielten, für einen mit einem Dachschaden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einige meiner Kollegen war das [[Maß]] dann offenbar voll, als sich folgendes ereignete: vom Bremer Regionalfernsehen wurde ich für einen gesundheitspolitischen [[Beitrag]] um ein [[Interview]] zu der [[Frage]] [[gebeten]], wie sich mein Leben durch [[Krankheit]] und [[Operation]] [[Veränderung|verändert]] habe. Dieses Interview wurde auf meinen [[Vorschlag]] nach einer kurzen [[Sequenz|Tanzsequenz]] im Kreise meiner Frauengruppe aufgezeichnet und war sehr kurz. Denn ich sagte sinngemäß eigentlich nur, dass ich - wie man ja sehen könne - meine [[Lebenszeit]] jetzt anders und intensiver [[Nutzen|nutze]] und mir meine [[Arbeit]] nicht mehr das Wichtigste im Leben sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vermutlich in [[Reaktion]] auf dieses Interview fragte einer meiner Jurakollegen bei einer auf [[Gesundheitswissenschaft]] [[Spezialisation|spezialisiert]]en Kollegin an, ob noch [[Normalität|normal]] sei, was ich da triebe. Die Kollegin, die mich gut kannte, [[Information|informierte]] mich, ohne den [[Name]]n zu nennen. Sie hatte ihm gesagt, er solle mich selbst [[Frage|fragen]]. Ich weiß bis heute nicht, wer es war und auch nicht was ich [[Antwort|geantwortet]] hätte, habe aber von da an in meinem [[Fachbereich]] [[Friheit|frei]] nach dem [[Motto]] gelebt: &amp;quot;Ist der [[Ruf]] erst ruiniert…..&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach ca. zwei Jahren der [[Yogapraxis]] [[Entschluss|entschloss]] ich mich, eine [[Ausbildung]] zum [[Yogalehrer]] [[Aufnahme|aufzunehmen]]. Zu dieser [[Zeit]] war trotz erster positiver [[Erfahrung]]en auch in meinem [[Kopf]] noch die [[Sperre]], dass es sich beim Yoga um etwas Irrationales handele. Vor allem die Meditation hielt ich für [[Unvereinbarkeit|unvereinbar]] mit meiner [[Verpflichtung]] auf die wissenschaftliche Rationalität. Wie würde ich den [[Spagat]] zwischen diesen beiden [[Gegensatz|gegensätzlichen]] Welten aushalten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dieser bangen Frage fuhr ich im Februar 1992 in das erste Ausbildungswochenende am &amp;quot;[[Himalaya Institut]] für [[Yogawissenschaft]] und [[Philosophie]]&amp;quot;. Wegen dieses Namens meinte ich, mit meinen [[Zweifel]]n hier am besten aufgehoben zu sein. Schon am ersten [[Tag]] [[Erfüllung|erfüllte]] sich meine [[Erwartung]] voll. Bis heute [[Begleitung|begleitet]] mich seitdem die [[Botschaft]] des Ausbildungs[[leiter]]s, Wolfgang Bischoff. Er begann zwar seinen [[Einführung]]s[[vortrag]] mit einem für mich damals noch befremdlichen [[Sprechgesang]], einem [[Mantra]], befremdlich, weil ich da das Irrationale des Yoga auf mich zukommen sah, doch schloss er den Vortrag mit den [[Wort]]en: &amp;quot;Glaub mir kein Wort, [[Zweifel|bezweifle]] alles, was ich sage, aber mach die Übungen, die ich dir empfehle und überprüfe selbst!&amp;quot; Das entsprach voll meinem Credo als Wissenschaftler! In Ahrensburg lernte ich nicht nur Yoga-Übungen und erste Meditationen, sondern erhielt auch [[Kenntnis]]se über die indische Philosophie, vor allem über die Yoga-, [[Sankhya|Samkhya]]- und [[Vedanta]]philosophie. Hinzu kamen Anstöße, auch über Grundfragen von Wissenschaft und Philosophie des Westens nachzudenken, die mich seit meinem [[Studium]] kaum noch [[Beschäftigung|beschäftigt]] hatten. Vor allem [[Bewegung|bewegte]] mich die Frage: Was eigentlich ist Wissenschaft? Da war ich nun viele Jahre beruflich als Wissenschaftler tätig gewesen, aber kaum je war mir diese Frage in den [[Sinn]] gekommen oder gestellt worden. Nun konnte und wollte ich sie nicht länger [[Verdrängung|verdrängen]]. Damit bin ich über das Persönliche des Unterthemas beim [[Sachlichkeit|Sachlichen]] und beim [[Thema]] angekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wissenschaft und Yoga – gegensätzliche Welten?===&lt;br /&gt;
Dazu zwei Vor[[bemerkung]]en:&lt;br /&gt;
1. Soweit im Folgenden von Yoga die [[Rede]] ist, meint das für mein [[Verständnis]] immer auch die Meditation in einer [[denkbar]] breiten Palette von Übungs[[methode]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
n. Denn Yoga [[zielen|zielt]] – das muss ich hier nicht [[näher]] [[ausführen]] - in allen seinen [[Teile]]n [[letztlich]] auf die Meditation als der [[oberste]]n [[Stufe]] des achtstufigen Weges nach [[Patanjali]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seinem [[Yogasutra|Yoga Sutra]] zufolge [[dienen]] die [[körperlich]]en [[Übung]]en (Asanas) nur dem [[Zweck]], Menschen auf die Meditation [[vorbereiten|vorzubereiten]]. Sie sollen [[befähigen|befähigt]] werden, über eine längere Zeit im [[aufrecht]]en [[Sitz]] zu [[meditieren]], ohne durch körperliche und [[mental]]e [[Störung]]en [[ablenken|abgelenkt]] zu werden. Dem [[gleich]]en [[Zweck]] dienen die Übungen mit dem [[Atem]] und der [[Lebensenergie]] ([[Pranayama]]) und das [[Zurückziehen]] der [[Sinne]] von den [[Objekt]]en der [[äußere]]n Welt ([[pratyahara]]). Wegen der [[zentral]]en [[Rolle]] der Meditation im Yoga nach Patanjali prägte mein [[Lehrer]], [[Sri]] [[Swami]] [[Rama]], einer der [[bedeutend]]sten [[Yogi]]s des vorigen Jahrhunderts, die [[Definition]]: „Yoga is meditation in action“ zu dt. „Yoga ist Meditation im [[Handeln]]“ oder auch „ist [[Achtsamkeit]] im Handeln“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Unmittelbar beziehen sich meine [[Ausführung]]en zwar nur auf den Yoga. Doch stehen sie für das [[Verhältnis]] der Wissenschaft zu anderen [[spirituell]]en [[Lehre]]n und Meditationspraktiken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1. Blick: Yoga und Wissenschaft.===&lt;br /&gt;
Auf den ersten [[Blick]] [[scheinen|scheint]] es aus der [[Perspektive]] beider – des Yoga wie der Wissenschaft - keine einander fremderen Welten zu geben als eben diese beiden. Wie suspekt vielen Wissenschaftlern alle östlichen Weisheitslehren und alles ist, was mit Meditation zusammenhängt, mag folgendes [[Zitat]] aus dem philosophischen Beitrag eines Professors der Paläobiologie und Geologie belegen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Heute tauchen vereinzelt [[Missionar]]e des Irrationalen in der [[Ethnologie]] und [[Anthropologie]] auf, kann in der Philosophie die Ablehnung der reinen, der [[wissenschaftlich]]en [[Ratio]] zu einem Plädoyer für die Einbeziehung der [[Mystik]] und Meditation (…) werden. Selbst in den auf [[nüchtern]]e [[Sachlichkeit]] so [[bedacht]]en [[Naturwissenschaften]] sägen heute einige dem Irrationalen Zuneigende eifrigst am eigenen Ast. Nicht zuletzt eine Reihe von Physikern, die sich (…) in den Irrgarten ostasiatischer Mystik oder in [[parapsychologisch|parapsychologische]], dubiose Winkel verirrt haben!“&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Anmerkungen zu dieser Textstelle [[erfahren]] wir, was und wen er damit u. a. meint: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Gewisse Abschnitte in C. F. Weizsäcker: Der [[Garten]] des [[Menschlich]]en.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sollte sich der große [[Physiker]] und [[Philosoph]] von Weizsäcker [[Wirklichkeit|wirklich]] ins Irrationale verirrt haben? Genügt als [[Beleg]] dafür, dass Weizsäcker u. a. Vorworte zu zwei spirituellen Büchern geschrieben, ein Interview über seine Meditationserfahrungen gegeben und beides in seinem Buch veröffentlicht hat? Dieser Angriff richtet sich nicht nur gegen von Weizsäcker, sondern gegen mehrere ebenfalls namentlich genannte Wissenschaftler wie z. B. &#039;&#039;Fritjof Capra&#039;&#039;. Vor den [[Auge]]n unseres Gewährsmannes tut sich offenbar ein großer Sumpf an Irrationalität auf, in dem die von ihm vertretene [[Lehre]], rein rationale Wissenschaft zu [[versinken]] droht. Eine Satire möchte man schreiben, wenn die [[Sache]] nicht ernst wäre. Denn diese Äußerungen stehen stellvertretend für das [[Denken]] vieler Wissenschaftler, die das nur nicht so dankenswert offen und deutlich sagen. Meine eigenen Erfahrungen belegen das. Yogis und Meditierende aller [[Traditionen]] haben aber – wenn ich [[recht]] sehe - ihrerseits ein mindestens distanziertes Verhältnis zur anderen Seite, zur Wissenschaft. Diese Distanz scheint in den Erfahrungen und in der [[Einstellung]] Meditierender zu [[wurzeln]]: &#039;&#039;„Ich weiß, welche Erfahrungen ich im Meditieren mache und ich weiß auch, dass ich weiß oder dass ich nichts [[Wissen|weiß]]. Das brauche ich mir doch von einem Wissenschaftler nicht auch noch bescheinigen zu lassen.“&#039;&#039; Verkannt wird dabei die gesellschaftliche Bedeutung von Wissenschaft für die Akzeptanz und damit auch für die Verbreitung der Meditation und anderer spiritueller Praktiken in breiten [[Kreise]]n der [[Bevölkerung]], die wir dafür gewinnen wollen. Verkannt wird dabei auch, wie wichtig die wissenschaftliche [[Akzeptanz]] in unseren Breiten ist, um etwa die Anerkennung von Meditation als wirksame Gesundheits[[prävention]] oder gar als [[Heilverfahren]] zu erlangen, mit der [[Folge]], dass gegebenenfalls die Kassen für die Kosten ihrer [[klinisch]]en und [[therapeutisch]]en [[Anwendung]] aufzukommen hätten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2. Blick: Kritik der wissenschaftlichen Vernunft===&lt;br /&gt;
Unter diesem Titel veröffentlichte Kurt Hübner 1977, damals Professor für Philosophie an der Universität Kiel, ein umfängliches philosophisches Werk. Darin weist er gestützt auf [[Analyse]]n anscheinend rein rationaler Argumentation der Mathematik und auf wissenschaftliche [[Methoden]] und Ergebnisse der Geschichtswissenschaft nach, wie unhaltbar die zumeist ungeprüfte [[Annahme]] ist, dass in der Wissenschaft ausschließlich und allein das [[Prinzip]] der Rationalität regiere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hübner bezieht sich auf die griechische [[Mythologie]], aus der heraus sich heutige Philosophie und Wissenschaft überhaupt erst entwickelt haben und in der er eine eigene Rationalität ausmacht. Im Vergleich dazu verdeutlicht er, wie stark rational nicht begründbare [[Element]]e selbst noch die heutige Wissenschaft [[Prägung|prägen]]. Umfängliche Zitate aus Hübners Werk will ich ihnen und mir ersparen. Die können sie in der gedruckten ausführlicheren Fassung nachlesen. Hier nur zwei Zitate aus Hübners [[Schlussfolgerung]] am Ende seiner gründlichen [[Analyse]]: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Nichts wäre (….) falscher, als dem Mythos, wie das oft geschieht, Irrationalität zu unterstellen, dem die Wissenschaft als etwas Rationales entgegentritt.“ An späterer Stelle der Zusammenfassung schreibt Hübner: Es gibt (….) keinen theoretisch [[Zwang|zwingenden]] Grund anzunehmen, dass alle Welt mythische Sichtweisen als solche, (.....) ins Reich des [[Märchen]]s verbannen muss, wenn sie nicht (…..) den [[Verstand]] [[Verlust|verlieren]] will.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer H. gewidmeten Festschrift „Zur [[Kritik]] der wissenschaftlichen Rationalität“ (1986) haben sich mehrere Philosophen seiner Kritik angeschlossen und seine [[Argumentation]] in die eine oder andere [[Richtung]] ausgebaut. Für [[Nachweis]]e und Zitate [[Verweis|verweise]] ich sie ebenfalls auf die schriftliche Fassung. So schreibt Kockelmans, ein amerikanischer Philosophieprofessor, mit [[Bezug]] auf die [[Sozialwissenschaft]] u. a.: Man sollte s. E. erkennen, „dass es mythische [[Dimensionen]] sowohl in der Wissenschaft als auch in der Philosophie gibt.“ &#039;&#039;In der Wissenschaft erblickt er sie - ganz ähnlich wie Hübner - in „tief eingewurzelten Überzeugungen (…), für die (bis jetzt) keine rationale [[Rechtfertigung]] gegeben worden ist“.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Hübner noch zwischen Wissenschaft und Mythos [[Klarheit|klar]] [[Unterscheidung|unterscheidet]] und nur [[Vergleichbarkeit|Vergleichbares]] in beiden ausmacht, geht MacCormac, ein Wissenschaftstheoretiker aus den USA, noch einen [[Schritt]] weiter. Er behauptet, dass bestimmte vermeintlich wissenschaftlich bewiesene [[Tatsache]]n selbst eine Art Mythos sind. Wissenschaftler bedienen sich nämlich zur [[Erklärung]] und [[Deutung]] ihrer [[Befund]]e nicht selten „grundlegender [[Metapher]]n“. Gemeint sind damit bildhaft [[Beschreibung|beschreibende]] [[Vergleich]]e, wie etwa das [[Bild]] vom [[Urknall]] als dem [[Beginn]] der [[Entstehung]] des [[Kosmos]]: Wodurch [[Unterscheidung|unterscheidet]] sich diese von den Wissenschaftlern als [[Tatsache]] [[Betrachtung|betrachtete]] und [[Verbreitung|verbreitete]] [[Theorie]] vom [[Urknall]] eigentlich noch von den vielen mythischen und [[Religion|religiösen]] [[Erklärung]]en, etwa dem der [[Bibel]]:&#039;&#039; „Am [[Anfang]] war das [[Wort]] …“&#039;&#039;, wofür auch gesagt werden kann: Am Anfang war der [[Laut]], oder war die [[Schwingung]] oder war die Idee, die zur Schwingung und zum Wort oder auch zum Knall wurde. Nun mag man hier einwenden: dass bei &#039;&#039;Hübner&#039;&#039; und den anderen Autoren nur vom Mythos die Rede ist, nicht aber von der Mystik, der Meditation, und von östlichen Weisheitslehren. Wichtig sind die im Vergleich zum Mythos vorgetragenen Zweifel am [[Ausschließlichkeitsanspruch]] der Wissenschaft auf [[Rationalität]] vor allem deshalb, weil in der wissenschaftlichen Kritik an [[Meinung|vermeintlich]] irrationalen Lehren Mythos und Meditation in einen Topf geworfen werden. Dafür erinnere ich an das obige Zitat aus dem Beitrag des Paläobiologen, der ja ausdrücklich auch die Meditation dem [[Verdacht]] der Irrationalität [[Unterstellung|unterstellt]] hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===3. Blick: Was ist Wissenschaft? Was haben Yoga und Meditation mit ihr gemeinsam? Worin unterscheiden sie sich von Wissenschaft?===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Was ist Wissenschaft====&lt;br /&gt;
„Wissenschaft“ - so das dtv-Lexikon - ist &#039;&#039;„der [[Inbegriff]] des durch [[Forschung]], [[Lehre]], und überlieferte [[Literatur]] [[Bildung|gebildeten]], [[Ordnung|geordneten]], [[Begründung|begründeten]], für gesichert erachteten [[Wissen]]s einer [[Zeit]]; auch die für seinen [[Erwerb]] typische, [[Methode|methodisch]]-[[Systematik|systematische]] Forschungs- und [[Erkenntnis]]arbeit, sowie ihr [[Organisation|organisatorisch]]-[[Institut|institutioneller]] Rahmen“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser [[Begriff]] ist mit dem [[Bezug]] auf das „Wissen einer Zeit“ zeitlos gültig. Er lässt selbst noch die von [[Kirche]] und [[Klerus]] [[Dogma|dogmatisierten]] mittelalterlichen Lehren über die [[Welt]] und den [[Kosmos]] als Wissenschaft gelten. Denn auch das war das „Wissen einer Zeit“ [[Gewinn|gewonnen]] durch die damals „typische systematische [[Erkenntnis]]arbeit“ der [[Bibelexegese]] und der Dogmatisierung von [[Bibel|biblischen]] [[Text]]stellen. Auch diese Erkenntnisarbeit war eingebunden in einen „organisatorisch- institutionellen [[Rahmen]]“, wie ihn eben die damalige [[Kirche]] mit ihren [[Priesterseminar]]en und [[Kloster|Klöstern]] bot. Da wäre es ein Leichtes, das [[Studium]] und die [[Weitergabe]] des [[Yoga]] und der ihm zugrunde liegenden [[Basis]]texte der klassischen indischen [[Philosophie]] in den zahlreichen indischen Ashrams und außerindischen [[Yogalehrer]]-[[Ausbildung]]s[[Zentrum|zentren]] ebenfalls unter dem oben [[Zitat|zitierten]][[ Begriff]] von Wissenschaft zu fassen. So [[Einfachheit|einfach]] will ich es ihnen und mir nicht machen. Denn sicher würden wir in der heutigen [[Situation]] beiden nicht [[Gerechtigkeit|gerecht]], wollten wir Wissenschaft und Yoga ohne weitere [[Umstand|Umstände]] gleichsetzen! Fragen wir also weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Was ist Wissenschaft heute? Was haben Yoga und Meditation mit heutiger Wissenschaft gemein und was [[unterscheiden|unterscheidet]] sie voneinander?====&lt;br /&gt;
Heutige Wissenschaft umfasst das systematische [[Bemühung|Bemühen]] um [[Objektivität|objektive]] [[Erkenntnis]] bzw. inter[[Subjektivität|subjektiv]] nachprüfbares Wissen. Als objektiv und nachprüfbar gilt dabei nur, was unter gleichen [[Bedingung]]en von anderen [[Forscher]]n nachgeprüft werden kann. Ferner umfasst auch heutige Wissenschaft alles, was als [[Ergebnis]] dieses Bemühens an [[Geschichte|geschichtlich]] aufgehäuftem Wissen bereit liegt. Hinsichtlich ihrer [[Gegenstand|Gegenstände]] [[Beziehung|bezieht]] sie sich mit dem [[Streben]] nach Erkenntnis auf das [[gesamt]]e [[Spektrum]] der [[Gegenständlichkeit|gegenständlichen]], mit den [[Sinne]]n [[Wahrnehmung|wahrnehmbaren]] Welt. Dazu gehört auch der Mensch als Teil dieser Welt. [[Zerlegung|Zerlegt]] in kleine und kleinste Teilaspekte betrachtet Wissenschaft diese Gegenstände in zahlreichen Zweig- und Unterdisziplinen. Wie stark vielfach fraktioniert Wissenschaft heute ist, will ich nur an einigen [[Beispiel]]en verdeutlichen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. In der Medizin gibt es heute fast schon für jedes [[Organ]], jedes [[Krankheit]]sbild und jeden [[Körperteil]] darauf [[Spezialisierung|spezialisierte]] [[Medizin|medizinische]] Teildisziplin. (Anästhesie, [[Allergologie]],[[ HNO]], [[Kardiologie]], [[Nephrologie]], [[Onkologie]], [[Proktologie]] usw. ) Werfen sie dafür einmal nur einen Blick in die [[Ärztetafel]] im Telefonbuch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. In der [[Psychologie]] [[begegnen]] uns u. a. die Allgemeine, die Entwicklungs-, Familien- und Sozial-, Sport- und Bewegungs- und sogar die Arbeits- und Technikpsychologie, wobei man sich fragt: Geht es hier um eine eigene [[Psyche]] der Technik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Noch bunter ist das Bild in der [[Soziologie]]. Kaum ein Gegenstand der sozialen Welt, der noch nicht mit dem [[Anhängsel]] „Soziologie“ in den [[Rang]] einer eigenen wissenschaftlichen Teildisziplin erhoben worden wäre: (Familien-, Arbeits- und Industrie-, Rechts-, Medizin-, Verwaltungs- und Organisations, Wissens und [[Kultur]]- Politische - und Filmsoziologie bis hin zur Soziologie des [[Geschlecht]]erverhältnisses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Für meine eigene frühere [[Disziplin]] die [[Rechtswissenschaft]] könnte ich ihnen ebenfalls ein breites [[Spektrum]] an Teildisziplinen auflisten, das fast schon ans Skurrile grenzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Kaum anders ist das Bild in den so genannten exakten [[Naturwissenschaft]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Soweit es in allen [[Zweig]]en der Wissenschaft um [[menschlich]]e Erkenntnis geht, stehen alle immer auch vor der [[Frage]] nach dem [[Erkennung|erkennen]]den [[Subjekt]], dem Menschen und seinen [[Möglichkeit]]en und [[Grenze]]n der Erkenntnis. Das sind zentrale [[Fragestellung]]en u. a. der Philosophie, der [[Erkenntnistheorie]] und der Psychologie und neuerdings der [[Kognitionswissenschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Yoga geht es um Erkenntnis. Doch zielt Erkenntnis im Meditieren als der obersten [[Stufe]] des [[Yogaweg]]es vorrangig auf [[Selbsterkenntnis]] bzw. auf die Erkenntnis des [[Selbst|SELBST]] oder - in der [[Buddhismus|buddhistischen]] [[Begriff]]lichkeit - des [[Nichtselbst|NICHTSELBST]] als des [[Wesen]]s der [[Mensch|menschlichen]] [[Persönlichkeit]]. Nur in diesem [[Zusammenhang]] [[Richter|richtet]] sie sich auch auf die [[Gegenstand|gegenständliche]] Welt als dem [[Ort]] und [[Raum]] der menschlichen [[Existenz]] und [[Befindlichkeit]]. Deswegen haben große [[Meditation]]s[[meister]] aller [[Richtung]]en und [[Schule]]n immer wieder darauf [[Hineis|hingewiesen]], dass sie über die Erkenntnis des [[Mikrokosmos]] der menschlichen Persönlichkeit zugleich auch ein tiefes Wissen über den [[Makrokosmos]] [[Erlangung|erlangt]] haben, bzw. über das, was - mit Goethe - die Welt im Innersten [[Zusammenhalt|zusammenhält]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso wie in der Wissenschaft gibt es auch im Yoga und in allen anderen Schulen und [[Tradition]]en der Meditation einen [[Reichtum|reichen]] [[Schatz]] geschichtlich [[Anhäufung|aufgehäuften]] Wissens. Denn alle großen Meister haben ihre [[Erfahrung]]en und ihr im [[Zustand]] der Meditation [[Gewinn|gewonnenes]] Wissen der [[Nachwelt]] in [[Spiritualität|spirituellen]] [[Schrift]]en [[Überlieferung|überliefert]]. Einige dieser Schriften sind mehrere tausend Jahre alt, wie etwa die [[Veden]] und [[Upanishaden]] Indiens, die als die ältesten Schriften der [[Menschheit]] überhaupt gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser [[Beschreibung|beschreiben]]den Ebene sind also Wissenschaft und Meditation durchaus noch mit einander [[Vergleich|vergleichbar]]. Doch [[Deutung|deuten]] sich hier bereits [[Unterschied]]e in Bezug auf die Gegenstände und [[Methode]]n der Erkenntnis an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Unterschiede zwischen Wissenschaft und Yoga===&lt;br /&gt;
====Der Mensch als Objekt der Erkenntnis====&lt;br /&gt;
Im gängigen Wissenschaftsverständnis dienen den Wissenschaftlern die gegenständliche Welt und der Kosmos, aber auch die Menschen als Objekte ihrer Forschungen und zwar in der oben beschriebenen nach Fachdisziplinen parzellierten [[Weise]]. Der Wissenschaftler als das forschende Subjekt betrachtet also den Menschen als Objekt seines [[Bemühen]]s um Erkenntnis. Subjekt und Objekt der Erkenntnis sind hier [[Trennung|getrennt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem [[Übung]]s- und [[Erkenntnis]]weg des [[Yoga]] ist jeder nach Wissen [[Streben|strebende]] Mensch zugleich Subjekt und Objekt seines Bemühens um Erkenntnis. Die in der Wissenschaft übliche [[Trennung]] ist hier also aufgehoben. Dabei betrachtet sich der meditierende Mensch von vornherein in seiner ganzheitlichen Existenz als Wesen aus [[Körper]], [[Seele]] und [[Geist]] mit dem [[Atem]] als [[Bindeglied]] zwischen diesen Dreien und eingebettet in [[Natur]], [[Welt]] und [[Kosmos]] sowie in [[Gesellschaft|gesellschaftliche]] [[Zusammenhang|Zusammenhänge]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Instrumente und Methoden der Erkenntnis: [[Verstand]] und [[Objektivität]] versus [[Introspektion]] und [[Intuition]]====&lt;br /&gt;
Heutige Wissenschaft strebt nach überprüfbarem, objektivem Wissen und [[Meinung|meint]] dafür allein auf den Verstand setzen zu dürfen, auf die menschliche [[Ratio]]. Man kann diesen Zusammenhang auch so [[Formulierung|formulieren]]: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil heutige Wissenschaft ausschließlich auf Rationalität setzt, lässt sie nur solche Methoden als wissenschaftlich [[Geltung|gelten]], mit denen die Ergebnisse intersubjektiv überprüft werden können. Das ist zugleich der eigentliche [[Grund]] für die Zergliederung des in seiner Ganzheit lebenden Menschen in unterschiedliche Teilaspekte, die von gegeneinander [[Abgrenzung|abgegrenzten]] wissenschaftlichen Disziplinen je gesondert [[Untersuchung|untersucht]] werden. Mit diesen [[Verfahren]] [[Verbindung|verbinden]] Wissenschaftler die [[Hoffnung]], in der je getrennten Untersuchung des Zerteilten irgendwie einmal zur [[Rekonstruktion]] des Ganzen zu gelangen, die Teilerkenntnisse also wie in einem Puzzle zum Ganzen zusammensetzen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich aber gibt es auf kaum einem [[Gebiet]] heute noch einen Wissenschaftler, der sich umfassend in allen Zweigdisziplinen seines Fachs auskennt. Erst recht ist niemand mehr in der [[Lage]], alle Wissenschaften zu überschauen. Die [[Spezialisierung]] schreitet munter weiter voran und das [[Gegenmittel]] der „interdisziplinären [[Zusammenarbeit]]“ greift nur teilweise und langsam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Yoga und Meditation&#039;&#039;&#039; lehnen – so wie ich die [[Grundlage]]ntexte und die [[Nyaya]]-[[Philosophie]], eine der sieben Hauptschulen der indischen Philosophie verstehe - den [[Rationalität]] rationalen [[Weg]] der Erkenntnis durchaus nicht ab. Denn auch Meditierende leben in dieser Welt der [[Erscheinung]]en und [[Dualität]]en und darin benötigen wir Menschen den [[Verstand]], um uns [[Orientierung|orientieren]] und angemessen [[Handlung|handeln]] zu können. Doch wird den in der Wissenschaft bevorzugten [[Quantität|quantitativen]] und den schon scheel angesehe]en [[Qualität|qualitativen]] Erkenntnisverfahren in den Basistexten der [[Yogaphilosophie]] ein nur [[Begrenzung|begrenzter]] Erkenntniswert in Bezug auf die materielle Welt der Erscheinungen zugebilligt. Die großen Meister der Meditation halten dafür, dass auf diesem Wege weder das [[Wesen]] der Menschen [[Erkenntnis|erkannt]] werden kann noch das der Welt und des Kosmos. Denn das Wesen oder das [[Ganze]]] ist nicht etwa nur mehr, sondern etwas anderes als die [[Summe]] der Teile. Es kann nur in der [[Innenschau]] mittels [[Intuition]], nicht aber [[Rationalität|rational]] erfasst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb bedient sich &#039;&#039;&#039;Yoga&#039;&#039;&#039; der [[Systematik|systematischen]] Innenschau, der Introspektion, wenn man diesen Begriff nicht auf das verkürzt, was die „Introspektionisten“ des beginnenden 20. Jhs. darunter [[Verstand|verstanden]]. Im Yoga und in der Meditation werden Praktizierende systematisch [[Anleitung|angeleitet]], ihre [[Achtsamkeit]] nach innen zu richten und in der Innenschau die [[Kraft]] der Intuition zur [[Erlangung]] von Selbsterkenntnis und von [[Erkenntnis]]sen über die äußere Welt und ihre [[Befindlichkeit]] in ihr zu [[Nutzen|nutzen]]. In der Wissenschaft wird dagegen die Introspektion heute rundweg als unwissenschaftlich [[Ablehnung|abgelehnt]], weil sie angeblich keine [[Möglichkeit]] böte, [[Objektivität|objektive]] Erkenntnisse zu erlangen, die sich nach den gleichen Methoden durch andere überprüfen lassen. Dagegen ließe sich schon Folgendes einwenden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden mehrere Menschen nach den gleichen Methoden im Meditieren angeleitet, dann können mit einiger Übung – wie wir wissen - alle die gleichen oder vergleichbare Erfahrungen machen. Wäre das nicht mit gleichem Recht als intersubjektive Nachprüfung [[Anerkennung|anzuerkennen]] wie die [[Wiederholung]] einer qualitativen soziologischen oder psychologischen [[Studie]], in der sich die Forscher der teilnehmenden [[Beobachtung]] bedienen? Neuerdings aber wachsen mit wissenschaftlichen Methoden und Verfahren zur Untersuchung der [[Struktur]]en und [[Vorgang|Vorgänge]] im [[Gehirn]] die [[Chance]]n, mit allgemein [[Anerkennung|anerkannten]] wissenschaftlichen [[Verfahren]] wenigstens ansatzweise [[Darstellung|darzustellen]], wie sich Yoga und Meditation auf die [[Funktione]]n des Gehirns [[Auswirkung|auswirken]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Intuition]] wird von der Wissenschaft ebenfalls [[Abwehr|abgewehrt]] und kaum je in ihrer [[Bedeutung]] auch für die Wissenschaft anerkannt, geschweige denn im wissenschaftlichen [[Prozess]] systematisch genutzt. Dabei trägt sie zur [[Gewinnung]] wissenschaftlicher Erkenntnisse vielleicht sogar mehr und anderes bei als der [[Verstand]]. Nur wenige Wissenschaftler aber sind so [[Souveränität|souverän]] wie [[Albert Einstein]], sich [[Offenheit|offen]] zur Intuition als dem eigentlichen Vater ihrer [[Entdeckung]] zu [[Bekennung|bekennen]]. Einstein hat in einem Brief oder [[Gespräch]] einmal sinngemäß gesagt, dass ihm die Relativitätstheorie auf einem [[Spaziergang]] in den Bergen plötzlich aufgegangen sei. Nur um sie in [[Wort]]e zu fassen, habe er danach seinen Verstand [[Anstrengung|anstrengen]] müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die meisten Wissenschaftler mit der Intuition [[Probleme]] haben, so liegt das m. E. daran, dass sich, was sie sei, weder einfach [[Definition|definieren]] noch rational [[Erklärung|erklären]] lässt. Man mag sie als [[Unmittelbarkeit|unmittelbare]] [[Eingebung]] [[Beschreibung|beschreiben]] oder als das innere [[Aufleuchten]] einer [[Idee]], woher auch immer sie kommen mag. Wer je in seinem [[Leben]] bei welcher [[Gelegenheit]] auch immer eine solche Eingebung hatte, der weiß, dass sie sich mit aller Kraft des Verstandes aus ihrem [[Versteck]] nicht hervorlocken lässt. Im [[Gegenteil]]: je mehr wir den Verstand anstrengen, ein bestimmtes Problem zu [[Lösung|lösen]], desto mehr [[Schein|scheint]] sich die Lösung zu verbergen. Geben wir alle [[Anstrengung]] auf und legen eine [[Ruhe]]pause ein oder gehen wir erst einmal – wie Einstein – [[Spaziergang|spazieren]] oder auch [[Schlaf|schlafen]], so geschieht es nicht selten genug, oft auch am frühen [[Morgen]] kurz vor oder nach dem [[Aufstehen]], dass sich plötzlich ein [[Aha]]-[[Erlebnis]] einstellt und wir die [[Lösung]] [[Fund|gefunden]] haben. Diese [[Erfahrung]] hat – so [[Gedanke|denke]] ich - jeder von ihnen selbst schon gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Intuition entspringt ganz augenscheinlich einer anderen [[Quelle]] als das verstandesmäßige [[Denken]]. Sie leuchtet zumeist unangekündigt auf und woher sie kommt, ist eine [[Offenheit|offene]] Frage. Steigt sie aus unserem eigenen inneren [[Selbst]] auf oder wird sie uns von einer höheren, [[Gott|göttlichen]] [[Kraft]] außerhalb von uns eingegeben, oder von einem [[All]]-[[Bewusstsein]], das zugleich in uns und außerhalb von uns ist? Dazu mag sich jeder seine eigenen Gedanken machen. Besonders [[Intensität|intensiv]]  – so meine [[Erfahrung]] - macht sich Intuition bemerkbar, wenn ich in die [[Stille]] gehe und [[Meditation|meditiere]]. Sie ist daher für mich recht eigentlich ein Kind der Stille und der Meditation. Diese auf der Erfahrung beruhende [[Einsicht]] machen sich alle Wege der Meditation zunutze. Sie bedienen sich in systematischer Weise der Intuition als Quelle der Erkenntnis. Und daher [[Vermittlung|vermitteln]] alle Schulen den Menschen die [[Fähigkeit]], [[Willen|willentlich]] die [[Sinne]] von der äußeren Welt [[Rückzug|zurückzuziehen]] und in das [[Schweigen]] der [[Worte]] und der [[Gedanken]] zu gehen, und damit in jene Stille, die dem [[Denken]] vorausgeht und aus der allein die [[Stimme]] der Intuition zu uns zu [[Sprache|sprechen]] [[Beginn|beginnt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Neuere Tendenzen einer Annäherung von Wissenschaft und Meditation==&lt;br /&gt;
Alle [[Schule]]n des Yoga und der Meditation haben ihr Wissen [[Jahrhunderte]] lang wie eine Art [[Geheimlehre]] behandelt. Nur an [[speziell]] [[Vorbereitung|vorbereitete]] [[Einweihung|eingeweihte]] [[Schüler]] wurde das Wissen jeweils von einem [[Meister]] direkt [[Weitergabe|weiter gegeben]]. Nach und nach aber haben Yoga und Meditation in Indien einen [[Anerkennung|anerkannten]] [[Platz]] auch im wissenschaftlichen [[Bereich]] erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen [[Rückschritt]] gab es dann während der kolonialen [[Unterdrückung]] des Landes. Doch ist das Band zwischen Yoga und Wissenschaft in Indien nie völlig abgerissen. Nach dem [[Sieg]] der [[Unabhängigkeitsbewegung]] wurden die [[Bande]] in moderner [[Gestalt]] wieder [[Leben|belebt]] und nach und nach fester geknüpft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen gibt es einige vom [[Staat]] als [[Universität]]en anerkannte [[Yogahochschule]]n, in denen anders als in den üblichen [[Ashram]]s Yoga und Meditation nicht nur [[Unterricht|unterrichtet]] werden, sondern zugleich auch Gegenstände der [[Forschung]] sind, zum [[Beispiel]] die Yoga-Universität der [[Sivananda]] Tradition in [[Munger]] und das [[Swami]] [[Rama]] [[Yoga]] [[Gurukulam]] in [[Rishikesh]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Westen]] [[Beginn|begann]] sich erst seit dem 19. Jahrhundert nach und nach für Yoga und Meditation zu [Interesse|interessieren]]. Erste [[Bericht]]e über den Yoga gelangten durch [[Reisende]] und durch Verwaltungsbeamte der britischen [[Kolonialmacht]] in den Westen. [[Verstärkung|Verstärkt]] nahm das [[Interesse]] dann zu als die ersten großen [[Yogameister]] seit dem Ende des 19. Jahrhunderts in den Westen kamen und Yoga und Meditation hier zu [[Verbreitung|verbreiten]] begannen. Beide galten allerdings lange Zeit als zwei verschiedene [[Ding]]e. Yoga wurde mit Nachwirkungen bis heute [[Trennung|getrennt]] von der Meditation als eine Art von spezieller [[Gymnastik]] betrachtet und im [[Hatha Yoga]] verbreitet so unterrichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Weg des Yoga in den Westen begann gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Erst rund 70 Jahre später begann sich die Wissenschaft des Westens für Yoga und Meditation zu [[Interesse|interessieren]], anfangs vor allem in den USA. Nach und nach öffneten sich hier anerkannte große private Forschungsstätten, Kliniken und Universitätsinstitute für Forschungen über Yoga und Meditation. Dieser Prozess nahm in den siebziger Jahren des 20. Jhd. einen größeren Aufschwung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grob gesagt kann damit die wissenschaftliche Forschung über Yoga und Meditation in den [[USA]] heute auf eine [[Geschichte]] von ca. 35 Jahren zurückblicken. Doch sind bereits in dieser [[Relativität|relativ]] kurzen Zeit unzählige [[Studien]] von Psychologen und Medizinern über die präventiven [[Gesundheit|gesundheitlichen]] [[Wirkung]]en des Yoga und der Meditation durchgeführt worden. An großen [[Klinik]]en wie u. a. an der [[Herz]]spezialklinik von Dr. Dean [[Ornish]] wurden beide auch auf ihre [Therapie|therapeutischen]] Wirkungen hin [[Erprobung|erprobt]]. Die [[Ergebnis]]se dazu sind in vielen Begleituntersuchungen [[Dokumentation|dokumentiert]] worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit einiger [[Verzögerung]] schwappte das wissenschaftliche [[Interesse]] am Yoga dann seit dem Beginn der 80er Jahre nach [[Europa]] herüber, kam aber in Deutschland so ziemlich zuletzt an, nämlich erst Ende der 80er Jahre. Immerhin gibt es auch in Deutschland nun schon seit mehr als einem Jahrzehnt eine sich langsam [[Etablierung|etablierende]] [[Yogaforschung|Yoga]]- und  Meditationsforschung]]. Die erst im Juli 2000 gegründete [[Society]] for [[Meditation]] and Meditation [[Research]] hat bereits drei wissenschaftliche [[Kongress]]e durchgeführt bzw. mit [[Veranstaltung|veranstaltet]] (2001 in Heidelberg, 2002 in Bochum und 2004 in Köln). Dieser Kongress hier ist nun der vierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts gibt es weltweit ein stärker zunehmendes wissenschaftliches Interesse an Yoga und Meditation. In Bibliographien aus neuerer Zeit werden über 900 zumeist englischsprachige [[Empirik|empirische]] Studien und [[Theorie|theoretische]] Arbeiten [[Nachweis|nachgewiesen]] und zwar über 300 allein zum [[Thema]] [[Stress]]bewältigung durch [[Yoga]] und [[Meditation]]. Etwa gleich groß ist die Anzahl der [[Psychologie|psychologischen]] und [[Medizin|medizinischen]] Studien über Yoga für [[Kinder]] und [[Jugendliche]] und über Yoga und Meditation für alte [[Mensch]]en. Diese Bibliographien wurden in den USA erstellt und [[Erfassung|erfassen]] einigermaßen vollständig nur die englischsprachige [[Literatur]], nicht aber Studien in anderen [[Sprache]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stützten sich wissenschaftliche [[Untersuchung]]en anfangs zumeist auf die [[Befragung]] [[Praxis|Praktizierender]], auf psychologische [[Test]]s und auf andere relativ weiche [[Methode]]n der Untersuchung und [[Datenerhebung]], so hat die Forschung auf diesem Gebiet seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts einen qualitativen [[Sprung]] getan und so eine neue [[Stufe]] [erreichen|erreicht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[EEG]]-[[Verfahren]] zur [[Messung]] der Gehirnströme und Bild gebende Verfahren zur Untersuchung der [[Gehirnaktivitäten]] im [[Zustand]] der Meditation in Kernspingeräten erlauben zwar noch keinen [[Perfektionismus|perfekten]] [[Einblick]] in das, was im [[Gehirn]] Meditierender vorgeht. Sie lassen aber nach und nach immer deutlicher erkennen, dass Meditation gehirnphysiologische [[Wirkung]]en hat, die als erhöhte [[Geist|geistige]] [[Wachheit]] und [[Konzentration]] bei gleichzeitiger tiefster [[Entspannung]] zu deuten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist in meinen Worten eines der wichtigsten Ergebnisse einer noch nicht publizierten, aber schon zur [[Veröffentlichung]] angenommenen bibliographischen Studie von Cahn und Polich, zweier amerikanischer Wissenschaftler von der University of [[California]] und vom renommierten Scripps Research [[Institute]]. Die [[Autor]]en haben nahezu 350 neuere und neueste empirische Studien vergleichend [[Auswertung|ausgewertet]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein großer Teil davon gilt den im EEG und im Kernspin messbaren Wirkungen der Meditation auf die Aktivitäten des Gehirns. Die auch nur grob gekürzte [[Wiedergabe]] von [[Detail]]s ihrer Ergebnisse will ich den [[Fach]]wissenschaftlern überlassen, weil das zu sehr ins Fach[[spezifisch]]e geht, von dem andere hier im Saal, wie vor allem Ulrich Ott, der deutsche [[Spezialist]] auf diesem Gebiet der Forschung, mehr [[Verstand|verstehen]] als ich. Hier nur einige kurze [[Zitat]]e aus der [[Zusammenfassung]] in [[Übersetzung]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die klinische [[Anwendbar]]keit solcher Methoden der Meditation voran bringen zu können, sei &#039;&#039;„eine [[Fortsetzung]] derartiger Untersuchungen und die [[Vergleich|vergleichende]] [[Bewertung]] ihrer Ergebnisse notwendig.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Eine große Herausforderung für die [[Grundlage]]nforschung zur Meditation verbleibt die eindeutige quantitative Unterscheidung und [[Topographie|topographische]] [[Darstellung]] des Unterschieds zwischen Meditation und Zuständen beginnenden Tiefschlafs. (……..)“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Obwohl eine umfassende empirische und theoretische Grundlage noch fehlt, ist jedenfalls eindeutig, dass „die [[Funktion]]sweise des [[Zentrale|zentralen]] [[Nervensystem]]s durch Meditation [[Beeinflussung|beeinflusst]]“ wird. Der spezifische [[Nutzen]] meditativer Praktiken in [[Verbindung]] mit psychologischen und [[Neuropharmakologie|neuropharmakologischen]] [[Therapie]]n ist eine große [[Triebkraft]] für [[Zukunft|künftige]] Studien.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse solcher Studien sind auch in [[Öffentlichkeit|populär]]wissenschaftlichen [[Bericht]]en schon [[Verbreitung|verbreitet]] worden. So z. B. in dem [[Artikel]] „Die neuronale [[Erleuchtung]]“ von &#039;&#039;&#039;Ulrich Kraft&#039;&#039;&#039; in „Gehirn und Geist“ Heft 10 2005, S.12 ff. Selbst Tage[[zeitung]]en wie die Süddeutsche haben dieses Thema bereits aufgegriffen, SZ 68. Ausgabe, 2005 S.11 „Mönche in der Magnetröhre“ ebenfalls von &#039;&#039;&#039;Ulrich Kraft&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch an deutschen Universitäten gibt es inzwischen Wissenschaftler, die sich im [[Kontext]] von Forschungen über die Funktionsweise des Gehirns (wie z. B. über Neurokognition) für die Wirkungen der Meditation auf die Funktionen des Gehirns interessieren. Anstatt Meditationsforschung weiterhin pauschal abzulehnen und für Rufschädigung zu halten, nehmen sie Forschungen dazu auf und [[Betreuung|betreuen]] [[Diplom]]- und [[Doktor]]arbeiten zu dieser Thematik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Große Meditationsmeister, wie z. B. der [[Dalai Lama]] und Sri [[Swami]] [[Veda]] [[Bharati]], die beide in engem [[Austausch]] miteinander stehen, [[Unterstützung|unterstützen]] die [[Bemühung]]en der Wissenschaft. Sie stellen sich selbst für [[Untersuchung]]en der [[Zustand|Zustände]] ihres [[Bewusstsein]]s in der Meditation zur [[Verfügung]] und fordern ihre Schüler auf, das ebenfalls zu tun. Dieser [[Aufforderung]] bin ich in Bremen vor vier Wochen nachgekommen. Von hier aus möchte ich Meditierende aller [[Richtung]]en mit längeren [[Erfahrung]]en, aber auch Anfänger in der Meditation dringend bitten, sich im Interesse der an dieser Thematik arbeitenden Nachwuchswissenschaftler ebenfalls auf eine solche Untersuchung einzulassen. Für mich war es eine [[Erfahrung]], die mich auch ganz persönlich [[Bereicherung|bereichert]] und auf meinem [[Weg]] vorangebracht]] hat. Vor allzu großen [[Erwartung]]en in diese Forschungen – so denke ich - muss [[warnung|gewarnt]] werden. Die hier [[Präsenz|anwesend]]en Wissenschaftler, die schon jetzt an derartigen Studien arbeiten oder sie unterstützen, wissen besser als ich um die [[Möglichkeit]]en und [[Grenze]]n dessen, was auch mit den neuesten Apparaturen technisch machbar ist. Eines, so scheint mir, kann jetzt schon gesagt werden: Das Eigentliche, worum es der Meditation geht, die subjektive Erfahrung des [[Wille|willentlich]] herbeigeführten anderen, höheren [[Zustand]]s des Bewusstseins, wie immer man den in den [[Unterschied||unterschiedlichen]] Traditionen bezeichnen mag - [[Samadhi]] oder [[Satori]] oder [[Befreiung]] - wird für die Wissenschaftler ein [[Geheimnis]] bleiben. Was es subjektiv [[Bedeutung|bedeutet]], in den Zustand des Samadhi oder in die große [[Leere]] [einzutreten, diese Erfahrung erschließt sich nur dem, der die meditative [[Reise]] in das nahe liegende und dennoch unbekannte [[Innere]] antritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Eigene Erfahrung als Yogalehrer und Wissenschaftler==&lt;br /&gt;
Zusammenfassung meiner eigenen Erfahrungen in zwei Sätzen: Ich kann als Wissenschaftler Yoga betreiben und Yogalehrer sein, ohne mich von der Wissenschaft lossagen und meinen rationalen Verstand an der Garderobe abgeben zu müssen. Ich [[Gewinn|gewinne]] sogar etwas auch für die Wissenschaft [[Wichtiges]] hinzu: eine [[Verstärkung|verstärkte]] [[Intuition|intuitive]] Kraft, die in meinen Meditationen von Zeit zu Zeit mit kleineren oder größeren Erkenntnissen aufleuchtet! Der anfangs befürchtete [[Spagat]] ist für&lt;br /&gt;
mich inzwischen ein erträgliches Stehen auf beiden Beinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Persönlichem habe ich [[Beginn|begonnen]] und damit will ich schließen. Warum ich nach meiner [[Tumor]]operation den spirituellen Weg eingeschlagen habe und nicht wieder in die alten Geleise zurück geraten bin, wie man das immer wieder von Menschen nach ähnlich einschneidenden Erfahrungen hört, mag mit der folgenden Geschichte zusammenhängen. Sie deutet darauf hin, dass ich schon seit meiner Schulzeit auf dem spirituellen Weg war, ohne das selbst zu wissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Albrecht Haushofer, ein bedeutender Wissenschaftler und Dichter, den die Nazis wegen [[Zugehörigkeit]] zum [[Widerstand]] zum [[Tod]]e [[Verurteilung|verurteilt]] und in Moabit hingerichtet haben, hat in seiner [[Tod]]eszelle wunderbare Sonette geschrieben, darunter eines auf eine Mücke, die er im ersten [[Impuls]] erschlagen wollte, dann aber [[Ruhe|ruhig]] [[Beobachtung|beobachtete]], während sie sich von seinem [[Blut]] nährte. Die letzten Zeilen dieses Gedichts lauten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Wir sind ja beide, Mensch und Mücke, nichts als kleine Schatten eines großen Lichts“.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beeindruckt von diesem [[Gedicht]] habe ich als Schüler 1957 ein Jahr vor dem Abitur vom Spätherbst an täglich im Erdkundezimmer, das ich damals verwaltete, eine Mücke genährt. Beim ersten Mal habe ich meinen Finger unmerklich langsam an sie angenähert, bis sie aufsprang, [[Stich|stach]] und zu saugen begann. Als sie rundum gesättigt war, setzte sie sich wieder auf ihren [[Platz]] am Fenster und dort saß sie von da an immer, bis ich morgens kam und ihr wieder meinen [[Finger]] anbot. Am Tag vor den Weihnachtsferien habe ich sie mittags vor dem Verlassen der Schule noch einmal saugen lassen und als ich im Januar wieder in die Schule kann, lag sie tot auf dem Fensterbrett genau unter der Stelle, wo sie vergeblich auf meinen Finger gewartet haben mag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kann mir irgend jemand [[Erklärung|erklären]], warum ich von da an in meinem ganzen [[Leben]] von Mücken in den verschiedensten [[Nähe|nahen]] und [[Ferne|fernen]] [[Gegend]]en der [[Welt]] fast immer nur dann gestochen worden bin, und zwar selbst in den dicksten Schwärmen, wenn ich es ihnen angeboten oder mindestens [[Mentalität|mental]] [[Erlaubnis|erlaubt]] habe? Könnte das kausal mit meiner Blutspende an die Mücke in meiner Schulzeit zusammenhängen? Und um welche [[Art]] von [[Kausalität]] handelt es sich? Um eine im [[Sinne]] der Naturwissenschaft? Hat mein [[Handeln]] eine auf mich bezogene [[Genetik|genetische]] Stechhemmung in allen Mückenarten der Welt [[Wirkung|bewirkt]]? Oder folgen die Mücken einer Art [[Moral]][[kodex]], der ihnen [[Verbreitung|verbietet]], ohne [[Einwilligung]] das Blut von [[Wohltäter]]n der [[Spezies]] anzuzapfen? Oder hat meine Mücke damals [[Stellvertretung|stellvertretend]] für ihre Artgenossen einen [[Vertrag]] mit mir geschlossen, besiegelt mit meinem Blut, an den sich alle Mücken der Welt bis heute halten, weil sie anders als wir Menschen von [[Natur]] aus vertrags[[treu]] sind? Die wenigen [[Ausnahme]]n, die es auch gegeben hat, erkläre ich mir damit, dass mich diese Mücken irrtümlich für einen anderen [[Mensch]]en oder gar für ein [[Tier]] gehalten haben. Warum sollten sich nicht auch Mücken irren? Selbst Wissenschaftlern geht es ja oft nicht anders. Ist doch die [[Geschichte]] der Wissenschaft zugleich auch die Geschichte wissenschaftlicher Irrtümer. Leider sind nur wenige Wissenschaftler zu [[Lebzeiten]] so [[selbstkritisch]] wie jener in den Geschichten des weisen Brecht vom Herrn Keuner. Der antwortete auf die [[Frage]], was er tue: &#039;&#039;&amp;quot;Ich bereite gerade meinen nächsten [[Irrtum]] vor&amp;quot;!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Schlussentspannung]]: [[Atem]][[achtsamkeit]]&lt;br /&gt;
R. W.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sonstiges==&lt;br /&gt;
Vgl. auch  etwa:&lt;br /&gt;
[[Buddhismus]]:  zum Beispiel der [[Dalai Lama]], Yongey Mingyur Rinpoche oder [[Jack Kornfield]] erklären, dass der  bis zur heutigen [[Praxis]] weniger eine [[Religion]] als vielmehr eine Wissenschaft des Geistes ist: ...erprobt, hat überprüfbare ... Beschreibungen für menschliches Empfinden und Verhalten;  konkrete Übungen und Techniken zur [[psychotherapie|Überwindung]] vieler menschlicher Konflikte und Sorgen. Damit überbrückt der Buddhismus die oft als schmerzlich empfundene Kluft zwischen Wissenschaft und Religion, zwischen Innovation und alter Überlieferung. ..&lt;br /&gt;
[[Albert Einstein]]: wenn  Religion - mit den Erfordernissen der modernen Wissenschaft vereinbar -  er (B.)Carl Friedrich von Weizsäcker stellte sich en Zukunftsmenschen als ein Individuum vor, in dem christliche [[Psychotherapie|Ethik, wissenschaftliches Denken und die buddhistischen Stärken]] integriert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein eventuelles Beispiel: Sogenannte [[Nonne]]nstudien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;In Amerika (..)  600 Nonnen eines katholischen Ordens (gaben..)  ihr Gehirn der Wissenschaft. Die Schwestern wurden im regelmäßigen Abstand (und) die Hirne nach dem [[Tod]] untersucht. Da gab es Nonnen, die waren blitzgescheit bis zu ihrem Tod und hatten doch Gehirnveränderungen, die auf ein schwerstes Alzheimer-Stadium hindeuteten. Das Gleiche sehen wir bei Parkinson.&amp;quot;   Trotz der objektiven [[Messung]] (posthum): sie waren  gesund geblieben. Wahrscheinlich schützten ein regelmäßiger Tagesablauf mit [[Zeit]] für ein geradezu [[heilig]]es [[mehr]] im [[Kloster]] ohne [[fernsehen|Informationsfluten]]; und auch [[Mittelmaß|maßvolle]] [[körper]]liche Bewegung, gesunde [[Ernährung]] ohne  zu [[Nikotin|rauchen]], [[Singen]]... (vgl wikipgenauer / zu belegen / eigener Artikel vielleicht):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Wissenschaftliche Studien]]&lt;br /&gt;
* [[Kunst]]: [http://mein.yoga-vidya.de/video/om-namo-nayanaya-geschichte]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p42_Die-Wissenschaft-des-Pranayama/ Swami Sivananda: Die Wissenschaft des Pranayama]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p208_Bleep---What-the-Bleep-do-we--now--/ Bleep - What the Bleep do we (k)now!]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/ayurveda/ Ayurveda - die Wissenschaft vom Leben]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/center/haus-bad-meinberg/yoga/was-ist-yoga/ Was ist Yoga?]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/wissenschaft/ Yoga als universelle Wissenschaft]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Buch/Wissenschaft/science00.htm Online Buch: Yoga als eine universelle Wissenschaft]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/yogatherapie/lesestoff/wissenschaftl-arbeiten/ Wissenschaftliche Arbeiten]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/service/presse/pressemitteilungen/detailansicht/article/forschungspreis-fuer-meditation-bei-yoga-vidya-in-bad-meinberg-vergeben/ Forschungspreis für Meditation bei Yoga Vidya]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/tag/wissenschaftliche-arbeiten/ Wissenschaftliche Arbeiten - Highlights]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/yogatherapie/lesestoff/artikel/ Yoga im Spiegel der Wissenschaft]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/interessengebiet/yoga-und-meditation-einfuehrung/ Yoga und Meditation Einführung]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Multimedia==&lt;br /&gt;
===Thomas Hübl: Inner Science - Die Wissenschaft des Erwachens===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|pAYAbtDRxfg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vortrag von Sukadev: &amp;quot;Braucht Yoga die Wissenschaft&amp;quot;?===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|1Qu4nRajEfg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vortrag: Meditation in naturwissenschaftlicher Forschung===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|UC6Xozp03Tc}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Quantenaktivist===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|kGbiR2MORYw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Weitere Gedanken zum Thema====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039;&#039;   erweitert das [[Vidya|Wissen]] durch methodische Forschung  nach neuen Erkenntnissen. [[Statistik|Statistische]] Tabellen gehen immer mehr in [[Messung|Einzelheiten]] der [[Psychologie]] beispielsweise, fort von ganzheitlicher [[Erfahrung|Praxis]] -  das   unterscheidet sich von [[Weisheit]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dogmatische Lehrsätze, womöglich  an  &amp;quot;die Erde ist eine Fläche&amp;quot; [[glauben]] zu sollen, sind sowieso [[Eignung|etwas anderes]]... verglichen mit  [[sinn]]voller [[Tradition]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemein gibt es in der [[Wirkungsforschung]] [[logos|viele Ursachen zugleich]], von denen oft schon eine wirkt... Menschen sind sehr unterschiedlich etc... Indes:  [[Wirkungen des Yoga]] und der [[Meditation]] lassen sich auch [[Wissenschaftliche Studien|beforschen]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vgl.: &amp;quot;&#039;&#039;Altes Wissen schafft neue Wissenschaft&#039;&#039;: Erkenntnisse [[mode]]rner &#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; stützen und bestätigen das intuitive [[Erfahrung]]swissen der alten [[Yogi]]s  [[mehr]] und mehr:  Kongress 11/2011 [https://www.yoga-vidya.de/events/yoga-kongress/]&amp;quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;&amp;quot;Wissenschaft hilft gegen [[Scharlatan|Aberglauben]] und etwa Schwermetall-Gifte [[Mode|früher]] in [[Ayurveda]] Heilmitteln (...) Und nach einiger [[Zeit]] wirken viele Forschungsergebnisse wieder [[Fahrender yogi|überholt]].&amp;quot; [[Zitat]] provisorisch ungenau, hier ab zu tippen: [ http://mein.yoga-vidya.de/video/satsang-vom-yoga-kongress-2011-bei-yoga-vidya-bad-meinberg]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
.....&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwa teilnehmender Beobachtung[http://de.wikipedia.org/wiki/Teilnehmende_Beobachtung] oder auch ethnologischen Studien-Reportagen  wie denen der Margaret Mead  wird von   der  &#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; oft  zu wenig [[Distanz]] vorgeworfen. Große Zahlen - wie auch im [[Breitensport]] - sind etwas anderes...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ein möglicher Satz dazu: &lt;br /&gt;
::&#039;&#039;Wo kriege ich mehr (Anhänger) statt was ist richtig; so sind auch [[Öffentlichkeit|Umfrageergebnisse]] über was man tut etc. kein in sich Maßstab für das [[Wahrheit|Wahre]] und das Richtige, wie man lebt&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Unterschied zwischen Wünschenswertem, auch wenn &#039;&#039;wissenschaft&#039;&#039;lich belegt - und trotzdem evtl. ganz abweichender [[Praxis]] (erforschen): die Kluft...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch [[Binsenwahrheit|Binsenwahr]]:  die Naturwissenschaften werten gern die anderen  mit  so vielschichtigen  Gegenstandsbereichen wie  [[Seele]],   [[Tradition]]...als Müll&#039;&#039;wissenschaften&#039;&#039; / zweiter Klasse ab, u. a. weil Handlungswissen für Märkte fehlt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indes: Gerade auch die [[Bhagavadgita]] wird u.a. &amp;quot;&#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; des Lebens&amp;quot; genannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Swami]] [[Sivananda]] beschreibt &#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; im [[Fliegender Yogi|technischen]] [[Zeit]]alter auch geradezu mit [[Distanz]].  und: &amp;quot;&#039;&#039;7. Schulbildung ist unvollständig, solange sie nicht einführt zu vermitteln, dass Wissen unbegrenzt ist.&#039;&#039;&amp;quot; ([[Göttliches Elexier]], 9)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere mögliche [[Zitat]]e: &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;ein [[tor|Schlüssel]] jenseits all unseres angehäuften [[Vidya|Wissen]]s und der vielen Worte, die uns den Blick auf uns selbst und die Welt eher verstellen als erhellen.&amp;quot; (Hempel, [[Reclam Verlag]] [[Zen]]-[[Yoga]], S. 10)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;Es gibt eine berühmte Unterweisung in der [[Zen]]-[[Tradition]], in der ein Schüler nach dem [[Mond]] fragt. Ein Zweig wird benutzt, um auf ihn zu zeigen, und die Lehre warnt uns, den Zweig nicht mit dem Mond zu verwechseln. Das Problem [[bibliotherapie|mit den Worten]] ist, dass sie Zweige sind – sie können nie der Mond sein. Im besten Fall sind sie [[Sundaram|wunderschöne]] Zweige, die die Form, das [[Licht]] oder die Herrlichkeit des Mondes beschreiben und es unseren Augen erlauben, ihn direkt anzusehen. Im schlimmsten Fall sind sie weitverzweigte Äste, die sich in viele Richtungen ausbreiten und uns noch mehr durcheinanderbringen. &lt;br /&gt;
&amp;quot;S. 9 hier:  [http://theseus-verlag.de/Verlage/Theseus/Theseus-Top-10-Bestseller/Schatten-auf-dem-Pfad.html]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Studien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga und Wissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sutra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Wissenschaft&amp;diff=46778</id>
		<title>Wissenschaft</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Wissenschaft&amp;diff=46778"/>
		<updated>2013-02-27T08:43:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sutra: /* 2. Blick: Kritik der wissenschaftlichen Vernunft */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Wissenschaft und Yoga - gegensätzliche Welten?==&lt;br /&gt;
Artikel von R. W., erschienen im Yoga Vidya Journal Nr. 15, Frühjahr 2006. Entstanden aus einer Niederschrift eines Vortrags bei einem Kongress „[[Yoga]] und [[Meditation]]“ bei Yoga Vidya Bad Meinberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemeldet habe ich mich zu diesem Kongress mit dem Angebot, in einem Workshop oder Arbeitskreis von meinen persönlichen [[Erfahrung]]en als [[Wissenschaft]]ler und [[Yogalehrer]] zu berichten. Als ich mich dann im Kongressprogramm unversehens als Redner für den Eröffnungsvortrag wieder fand, schien mir, dass dafür ein lockeres Plaudern über meine Erfahrungen nicht ganz angemessen sei. Deshalb müssen sie sich nun einen Vortrag zumuten lassen. Um diese [[Zumutung]] aber in [[Grenze]]n zu halten, werde ich mehrfach eine Denkpause einlegen. Dann haben sie und ich [[Gelegenheit]], uns kurz zu [[Sammlung|sammeln]] und die Eingangsübung zu wiederholen. Beginnen will ich mit dem, was angekündigt war und nun in den Untertitel gerutscht ist: dem Biographischen. Es folgen dann vier Blicke auf das [[Thema]]. Als erstes will ich zeigen, dass Wissenschaftler, vor allem in Deutschland, Yoga und Meditation ganz verbreitet für etwas [[Irrationalität|Irrationales]] und damit Unwissenschaftliches halten. Als zweites werde ich auf begründete [[Zweifel]] eingehen, die in der neueren philosophischen [[Diskussion]] an der vermeintlichen [[Rationalität]] der Wissenschaft vorgebracht worden sind. Als zweites will ich aus meiner Sicht [[Gemeinsamkeit]]en und Unterschiede im Verhältnis von Yoga und Wissenschaft aufzeigen. Als viertes schließlich möchte ich von einigen neueren [[Entwicklung]]en im Verhältnis von Wissenschaft und Yoga berichten. Sie lassen darauf hoffen, dass sich westliche Wissenschaft und östliche [[Weisheit]]slehren und Meditationsschulen allmählich doch für einander öffnen und zu einem wechselseitig [[Fruchtbarkeit|fruchtbaren]] [[Austausch]] gelangen könnten. Ein noch winziger [[Hoffnung]]sschimmer ist die „Society for Meditation and Meditation Research“, die diesen Kongress mit veranstaltet. Die [[Widerstand|Widerstände]] gegen einen [[Wandel]] sind freilich stark und der [[Weg]], sie zu [[Überwindung|überwinden]] wird lang und [[Beschwerlichkeit|beschwerlich]] sein. Machen wir uns da nichts vor!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Nun aber erst zum Persönlichen===&lt;br /&gt;
Von 1974 bis zur Pensionierung im Februar 2003 habe ich an der Uni Bremen [[Arbeit]]srecht gelehrt. Mit nur einer längeren [[Unterbrechung]] bin ich meinen [[Aufgabe]]n in [[Forschung]] und [[Lehre]] nach besten [[Kräfte]]n nachgekommen. Schon seit meiner [[Student]]enzeit habe ich mich der [[Politik|politischen Linken zugeordnet, jedoch ohne [[Bindung]] an eine Partei. Seit 1972 bin ich Gewerkschaftsmitglied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weltanschaulich hielt ich mich bis in mein 50stes Lebensjahr für einen am Marxismus orientierten [[Atheist]]en, war aber eher ein nicht ganz [[Unglaube|ungläubiger]] Nichtchrist. Wenn ich noch während meiner Lehrtätigkeit in den neunziger Jahren Yogalehrer wurde und zwar in der [[Spiritualität|spirituellen]] [[Tradition]] der[[ Meister]] des [[Himalaya]]s, so hat das mit der bereits erwähnten [[Unterbrechung]] zu tun und die war durch eine einschneidende [[Lebenskrise]] [[Zwang|erzwungen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Mitte meines 50. Lebensjahrs brach die Fassade des linken und dennoch durchaus [[Erfolg|erfolgreichen Akademikers schlagartig zusammen. Meine [[Ehe]] war längst [[Bruch|zerbrochen]]. Die [[Hoffnung]]en, sie wieder kitten zu können, zerschlugen sich endgültig im Juli 1988, als ich kurz vor einer geplanten Forschungsreise nach Japan auch [[Körper|körperlich]] und [[Psyche|psychisch]] zusammenbrach: [[Diagnose]] Gehirntumor. Vor und während der 4 Std. dauernden [[Operation]] hatte mein [[Leben]] - wie mir der operierende [[Arzt]] später sagte - an einem seidenen [[Faden]] gehangen. Diese [[Erfahrung]] [[fordern|forderte]] einige Tage nach der OP meinen [[Lebensmut]] heraus und führte noch in der [[Klinik]] zu dem [[Entschluss]], mich und mein Leben von [[Grund]] auf zu [[ändern]]. Schon ab Februar 1989 besuchte ich [[Yogakurs]]e und [[praktizieren|praktizierte]] täglich morgens eine Stunde lang oder auch länger [[Yogaübung]]en. Daneben hätten sie mich damals in [[Therapie|psychotherapeutischen]] [[Sitzung]]en und als zumeist einzige männliche [[Teilnehmer]]in in einer Frauentanzgruppe und beim Tango Argentino treffen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ich nach der erzwungenen [[Pause]], körperlich noch gezeichnet, meine [[Tätigkeit]] an der [[Uni]] wieder [[Aufnehme|aufnahm]], merkte ich schon bald an den [[Blick]]en meiner Kolleginnen und [[Kollege]]n, dass sie mich mindestens für wunderlich, wenn nicht gar für leicht [[Anormalität|anormal]] hielten, für einen mit einem Dachschaden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einige meiner Kollegen war das [[Maß]] dann offenbar voll, als sich folgendes ereignete: vom Bremer Regionalfernsehen wurde ich für einen gesundheitspolitischen [[Beitrag]] um ein [[Interview]] zu der [[Frage]] [[gebeten]], wie sich mein Leben durch [[Krankheit]] und [[Operation]] [[Veränderung|verändert]] habe. Dieses Interview wurde auf meinen [[Vorschlag]] nach einer kurzen [[Sequenz|Tanzsequenz]] im Kreise meiner Frauengruppe aufgezeichnet und war sehr kurz. Denn ich sagte sinngemäß eigentlich nur, dass ich - wie man ja sehen könne - meine [[Lebenszeit]] jetzt anders und intensiver [[Nutzen|nutze]] und mir meine [[Arbeit]] nicht mehr das Wichtigste im Leben sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vermutlich in [[Reaktion]] auf dieses Interview fragte einer meiner Jurakollegen bei einer auf [[Gesundheitswissenschaft]] [[Spezialisation|spezialisiert]]en Kollegin an, ob noch [[Normalität|normal]] sei, was ich da triebe. Die Kollegin, die mich gut kannte, [[Information|informierte]] mich, ohne den [[Name]]n zu nennen. Sie hatte ihm gesagt, er solle mich selbst [[Frage|fragen]]. Ich weiß bis heute nicht, wer es war und auch nicht was ich [[Antwort|geantwortet]] hätte, habe aber von da an in meinem [[Fachbereich]] [[Friheit|frei]] nach dem [[Motto]] gelebt: &amp;quot;Ist der [[Ruf]] erst ruiniert…..&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach ca. zwei Jahren der [[Yogapraxis]] [[Entschluss|entschloss]] ich mich, eine [[Ausbildung]] zum [[Yogalehrer]] [[Aufnahme|aufzunehmen]]. Zu dieser [[Zeit]] war trotz erster positiver [[Erfahrung]]en auch in meinem [[Kopf]] noch die [[Sperre]], dass es sich beim Yoga um etwas Irrationales handele. Vor allem die Meditation hielt ich für [[Unvereinbarkeit|unvereinbar]] mit meiner [[Verpflichtung]] auf die wissenschaftliche Rationalität. Wie würde ich den [[Spagat]] zwischen diesen beiden [[Gegensatz|gegensätzlichen]] Welten aushalten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dieser bangen Frage fuhr ich im Februar 1992 in das erste Ausbildungswochenende am &amp;quot;[[Himalaya Institut]] für [[Yogawissenschaft]] und [[Philosophie]]&amp;quot;. Wegen dieses Namens meinte ich, mit meinen [[Zweifel]]n hier am besten aufgehoben zu sein. Schon am ersten [[Tag]] [[Erfüllung|erfüllte]] sich meine [[Erwartung]] voll. Bis heute [[Begleitung|begleitet]] mich seitdem die [[Botschaft]] des Ausbildungs[[leiter]]s, Wolfgang Bischoff. Er begann zwar seinen [[Einführung]]s[[vortrag]] mit einem für mich damals noch befremdlichen [[Sprechgesang]], einem [[Mantra]], befremdlich, weil ich da das Irrationale des Yoga auf mich zukommen sah, doch schloss er den Vortrag mit den [[Wort]]en: &amp;quot;Glaub mir kein Wort, [[Zweifel|bezweifle]] alles, was ich sage, aber mach die Übungen, die ich dir empfehle und überprüfe selbst!&amp;quot; Das entsprach voll meinem Credo als Wissenschaftler! In Ahrensburg lernte ich nicht nur Yoga-Übungen und erste Meditationen, sondern erhielt auch [[Kenntnis]]se über die indische Philosophie, vor allem über die Yoga-, [[Sankhya|Samkhya]]- und [[Vedanta]]philosophie. Hinzu kamen Anstöße, auch über Grundfragen von Wissenschaft und Philosophie des Westens nachzudenken, die mich seit meinem [[Studium]] kaum noch [[Beschäftigung|beschäftigt]] hatten. Vor allem [[Bewegung|bewegte]] mich die Frage: Was eigentlich ist Wissenschaft? Da war ich nun viele Jahre beruflich als Wissenschaftler tätig gewesen, aber kaum je war mir diese Frage in den [[Sinn]] gekommen oder gestellt worden. Nun konnte und wollte ich sie nicht länger [[Verdrängung|verdrängen]]. Damit bin ich über das Persönliche des Unterthemas beim [[Sachlichkeit|Sachlichen]] und beim [[Thema]] angekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wissenschaft und Yoga – gegensätzliche Welten?===&lt;br /&gt;
Dazu zwei Vor[[bemerkung]]en:&lt;br /&gt;
1. Soweit im Folgenden von Yoga die [[Rede]] ist, meint das für mein [[Verständnis]] immer auch die Meditation in einer [[denkbar]] breiten Palette von Übungs[[methode]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
n. Denn Yoga [[zielen|zielt]] – das muss ich hier nicht [[näher]] [[ausführen]] - in allen seinen [[Teile]]n [[letztlich]] auf die Meditation als der [[oberste]]n [[Stufe]] des achtstufigen Weges nach [[Patanjali]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seinem [[Yogasutra|Yoga Sutra]] zufolge [[dienen]] die [[körperlich]]en [[Übung]]en (Asanas) nur dem [[Zweck]], Menschen auf die Meditation [[vorbereiten|vorzubereiten]]. Sie sollen [[befähigen|befähigt]] werden, über eine längere Zeit im [[aufrecht]]en [[Sitz]] zu [[meditieren]], ohne durch körperliche und [[mental]]e [[Störung]]en [[ablenken|abgelenkt]] zu werden. Dem [[gleich]]en [[Zweck]] dienen die Übungen mit dem [[Atem]] und der [[Lebensenergie]] ([[Pranayama]]) und das [[Zurückziehen]] der [[Sinne]] von den [[Objekt]]en der [[äußere]]n Welt ([[pratyahara]]). Wegen der [[zentral]]en [[Rolle]] der Meditation im Yoga nach Patanjali prägte mein [[Lehrer]], [[Sri]] [[Swami]] [[Rama]], einer der [[bedeutend]]sten [[Yogi]]s des vorigen Jahrhunderts, die [[Definition]]: „Yoga is meditation in action“ zu dt. „Yoga ist Meditation im [[Handeln]]“ oder auch „ist [[Achtsamkeit]] im Handeln“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Unmittelbar beziehen sich meine [[Ausführung]]en zwar nur auf den Yoga. Doch stehen sie für das [[Verhältnis]] der Wissenschaft zu anderen [[spirituell]]en [[Lehre]]n und Meditationspraktiken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1. Blick: Yoga und Wissenschaft.===&lt;br /&gt;
Auf den ersten [[Blick]] [[scheinen|scheint]] es aus der [[Perspektive]] beider – des Yoga wie der Wissenschaft - keine einander fremderen Welten zu geben als eben diese beiden. Wie suspekt vielen Wissenschaftlern alle östlichen Weisheitslehren und alles ist, was mit Meditation zusammenhängt, mag folgendes [[Zitat]] aus dem philosophischen Beitrag eines Professors der Paläobiologie und Geologie belegen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Heute tauchen vereinzelt [[Missionar]]e des Irrationalen in der [[Ethnologie]] und [[Anthropologie]] auf, kann in der Philosophie die Ablehnung der reinen, der [[wissenschaftlich]]en [[Ratio]] zu einem Plädoyer für die Einbeziehung der [[Mystik]] und Meditation (…) werden. Selbst in den auf [[nüchtern]]e [[Sachlichkeit]] so [[bedacht]]en [[Naturwissenschaften]] sägen heute einige dem Irrationalen Zuneigende eifrigst am eigenen Ast. Nicht zuletzt eine Reihe von Physikern, die sich (…) in den Irrgarten ostasiatischer Mystik oder in [[parapsychologisch|parapsychologische]], dubiose Winkel verirrt haben!“&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Anmerkungen zu dieser Textstelle [[erfahren]] wir, was und wen er damit u. a. meint: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Gewisse Abschnitte in C. F. Weizsäcker: Der [[Garten]] des [[Menschlich]]en.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sollte sich der große [[Physiker]] und [[Philosoph]] von Weizsäcker [[Wirklichkeit|wirklich]] ins Irrationale verirrt haben? Genügt als [[Beleg]] dafür, dass Weizsäcker u. a. Vorworte zu zwei spirituellen Büchern geschrieben, ein Interview über seine Meditationserfahrungen gegeben und beides in seinem Buch veröffentlicht hat? Dieser Angriff richtet sich nicht nur gegen von Weizsäcker, sondern gegen mehrere ebenfalls namentlich genannte Wissenschaftler wie z. B. &#039;&#039;Fritjof Capra&#039;&#039;. Vor den [[Auge]]n unseres Gewährsmannes tut sich offenbar ein großer Sumpf an Irrationalität auf, in dem die von ihm vertretene [[Lehre]], rein rationale Wissenschaft zu [[versinken]] droht. Eine Satire möchte man schreiben, wenn die [[Sache]] nicht ernst wäre. Denn diese Äußerungen stehen stellvertretend für das [[Denken]] vieler Wissenschaftler, die das nur nicht so dankenswert offen und deutlich sagen. Meine eigenen Erfahrungen belegen das. Yogis und Meditierende aller [[Traditionen]] haben aber – wenn ich [[recht]] sehe - ihrerseits ein mindestens distanziertes Verhältnis zur anderen Seite, zur Wissenschaft. Diese Distanz scheint in den Erfahrungen und in der [[Einstellung]] Meditierender zu [[wurzeln]]: &#039;&#039;„Ich weiß, welche Erfahrungen ich im Meditieren mache und ich weiß auch, dass ich weiß oder dass ich nichts [[Wissen|weiß]]. Das brauche ich mir doch von einem Wissenschaftler nicht auch noch bescheinigen zu lassen.“&#039;&#039; Verkannt wird dabei die gesellschaftliche Bedeutung von Wissenschaft für die Akzeptanz und damit auch für die Verbreitung der Meditation und anderer spiritueller Praktiken in breiten [[Kreise]]n der [[Bevölkerung]], die wir dafür gewinnen wollen. Verkannt wird dabei auch, wie wichtig die wissenschaftliche [[Akzeptanz]] in unseren Breiten ist, um etwa die Anerkennung von Meditation als wirksame Gesundheits[[prävention]] oder gar als [[Heilverfahren]] zu erlangen, mit der [[Folge]], dass gegebenenfalls die Kassen für die Kosten ihrer [[klinisch]]en und [[therapeutisch]]en [[Anwendung]] aufzukommen hätten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2. Blick: Kritik der wissenschaftlichen Vernunft===&lt;br /&gt;
Unter diesem Titel veröffentlichte Kurt Hübner 1977, damals Professor für Philosophie an der Universität Kiel, ein umfängliches philosophisches Werk. Darin weist er gestützt auf [[Analyse]]n anscheinend rein rationaler Argumentation der Mathematik und auf wissenschaftliche [[Methoden]] und Ergebnisse der Geschichtswissenschaft nach, wie unhaltbar die zumeist ungeprüfte [[Annahme]] ist, dass in der Wissenschaft ausschließlich und allein das [[Prinzip]] der Rationalität regiere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hübner bezieht sich auf die griechische [[Mythologie]], aus der heraus sich heutige Philosophie und Wissenschaft überhaupt erst [[Entwicklung|entwickelt]] haben und in der er eine eigene Rationalität ausmacht. Im [[Vergleich]] dazu verdeutlicht er, wie stark rational nicht begründbare [[Element]]e selbst noch die heutige Wissenschaft [[Prägung|prägen]]. Umfängliche Zitate aus Hübners Werk will ich ihnen und mir ersparen. Die können sie in der gedruckten ausführlicheren [[Fassung]] nachlesen. Hier nur zwei Zitate aus Hübners [[Schlussfolgerung]] am Ende seiner [[Gründlichkeit|gründlichen]] [[Analyse]]: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Nichts wäre (….) falscher, als dem Mythos, wie das oft geschieht, Irrationalität zu [[Unterstellung|unterstellen]], dem die Wissenschaft als etwas Rationales entgegentritt.“ An späterer [[Stelle]] der [[Zusammenfassung]] schreibt Hübner: Es gibt (….) keinen [[Theorie|theoretisch]] [[Zwang|zwingenden]] [[Grund]] [[Annahme|anzunehmen]], dass alle Welt mythische Sichtweisen als solche, (.....) ins Reich des [[Märchen]]s [[Verbannung|verbannen]] muss, wenn sie nicht (…..) den [[Verstand]] [[Verlust|verlieren]] will.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer H. gewidmeten Festschrift „Zur [[Kritik]] der wissenschaftlichen Rationalität“ (1986) haben sich mehrere Philosophen seiner Kritik angeschlossen und seine [[Argumentation]] in die eine oder andere [[Richtung]] ausgebaut. Für [[Nachweis]]e und Zitate [[Verweis|verweise]] ich sie ebenfalls auf die schriftliche Fassung. So schreibt Kockelmans, ein amerikanischer Philosophieprofessor, mit [[Bezug]] auf die [[Sozialwissenschaft]] u. a.: Man sollte s. E. erkennen, „dass es mythische [[Dimensionen]] sowohl in der Wissenschaft als auch in der Philosophie gibt.“ &#039;&#039;In der Wissenschaft erblickt er sie - ganz ähnlich wie Hübner - in „tief eingewurzelten Überzeugungen (…), für die (bis jetzt) keine rationale [[Rechtfertigung]] gegeben worden ist“.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Hübner noch zwischen Wissenschaft und Mythos [[Klarheit|klar]] [[Unterscheidung|unterscheidet]] und nur [[Vergleichbarkeit|Vergleichbares]] in beiden ausmacht, geht MacCormac, ein Wissenschaftstheoretiker aus den USA, noch einen [[Schritt]] weiter. Er behauptet, dass bestimmte vermeintlich wissenschaftlich bewiesene [[Tatsache]]n selbst eine Art Mythos sind. Wissenschaftler bedienen sich nämlich zur [[Erklärung]] und [[Deutung]] ihrer [[Befund]]e nicht selten „grundlegender [[Metapher]]n“. Gemeint sind damit bildhaft [[Beschreibung|beschreibende]] [[Vergleich]]e, wie etwa das [[Bild]] vom [[Urknall]] als dem [[Beginn]] der [[Entstehung]] des [[Kosmos]]: Wodurch [[Unterscheidung|unterscheidet]] sich diese von den Wissenschaftlern als [[Tatsache]] [[Betrachtung|betrachtete]] und [[Verbreitung|verbreitete]] [[Theorie]] vom [[Urknall]] eigentlich noch von den vielen mythischen und [[Religion|religiösen]] [[Erklärung]]en, etwa dem der [[Bibel]]:&#039;&#039; „Am [[Anfang]] war das [[Wort]] …“&#039;&#039;, wofür auch gesagt werden kann: Am Anfang war der [[Laut]], oder war die [[Schwingung]] oder war die Idee, die zur Schwingung und zum Wort oder auch zum Knall wurde. Nun mag man hier einwenden: dass bei &#039;&#039;Hübner&#039;&#039; und den anderen Autoren nur vom Mythos die Rede ist, nicht aber von der Mystik, der Meditation, und von östlichen Weisheitslehren. Wichtig sind die im Vergleich zum Mythos vorgetragenen Zweifel am [[Ausschließlichkeitsanspruch]] der Wissenschaft auf [[Rationalität]] vor allem deshalb, weil in der wissenschaftlichen Kritik an [[Meinung|vermeintlich]] irrationalen Lehren Mythos und Meditation in einen Topf geworfen werden. Dafür erinnere ich an das obige Zitat aus dem Beitrag des Paläobiologen, der ja ausdrücklich auch die Meditation dem [[Verdacht]] der Irrationalität [[Unterstellung|unterstellt]] hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===3. Blick: Was ist Wissenschaft? Was haben Yoga und Meditation mit ihr gemeinsam? Worin unterscheiden sie sich von Wissenschaft?===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Was ist Wissenschaft====&lt;br /&gt;
„Wissenschaft“ - so das dtv-Lexikon - ist &#039;&#039;„der [[Inbegriff]] des durch [[Forschung]], [[Lehre]], und überlieferte [[Literatur]] [[Bildung|gebildeten]], [[Ordnung|geordneten]], [[Begründung|begründeten]], für gesichert erachteten [[Wissen]]s einer [[Zeit]]; auch die für seinen [[Erwerb]] typische, [[Methode|methodisch]]-[[Systematik|systematische]] Forschungs- und [[Erkenntnis]]arbeit, sowie ihr [[Organisation|organisatorisch]]-[[Institut|institutioneller]] Rahmen“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser [[Begriff]] ist mit dem [[Bezug]] auf das „Wissen einer Zeit“ zeitlos gültig. Er lässt selbst noch die von [[Kirche]] und [[Klerus]] [[Dogma|dogmatisierten]] mittelalterlichen Lehren über die [[Welt]] und den [[Kosmos]] als Wissenschaft gelten. Denn auch das war das „Wissen einer Zeit“ [[Gewinn|gewonnen]] durch die damals „typische systematische [[Erkenntnis]]arbeit“ der [[Bibelexegese]] und der Dogmatisierung von [[Bibel|biblischen]] [[Text]]stellen. Auch diese Erkenntnisarbeit war eingebunden in einen „organisatorisch- institutionellen [[Rahmen]]“, wie ihn eben die damalige [[Kirche]] mit ihren [[Priesterseminar]]en und [[Kloster|Klöstern]] bot. Da wäre es ein Leichtes, das [[Studium]] und die [[Weitergabe]] des [[Yoga]] und der ihm zugrunde liegenden [[Basis]]texte der klassischen indischen [[Philosophie]] in den zahlreichen indischen Ashrams und außerindischen [[Yogalehrer]]-[[Ausbildung]]s[[Zentrum|zentren]] ebenfalls unter dem oben [[Zitat|zitierten]][[ Begriff]] von Wissenschaft zu fassen. So [[Einfachheit|einfach]] will ich es ihnen und mir nicht machen. Denn sicher würden wir in der heutigen [[Situation]] beiden nicht [[Gerechtigkeit|gerecht]], wollten wir Wissenschaft und Yoga ohne weitere [[Umstand|Umstände]] gleichsetzen! Fragen wir also weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Was ist Wissenschaft heute? Was haben Yoga und Meditation mit heutiger Wissenschaft gemein und was [[unterscheiden|unterscheidet]] sie voneinander?====&lt;br /&gt;
Heutige Wissenschaft umfasst das systematische [[Bemühung|Bemühen]] um [[Objektivität|objektive]] [[Erkenntnis]] bzw. inter[[Subjektivität|subjektiv]] nachprüfbares Wissen. Als objektiv und nachprüfbar gilt dabei nur, was unter gleichen [[Bedingung]]en von anderen [[Forscher]]n nachgeprüft werden kann. Ferner umfasst auch heutige Wissenschaft alles, was als [[Ergebnis]] dieses Bemühens an [[Geschichte|geschichtlich]] aufgehäuftem Wissen bereit liegt. Hinsichtlich ihrer [[Gegenstand|Gegenstände]] [[Beziehung|bezieht]] sie sich mit dem [[Streben]] nach Erkenntnis auf das [[gesamt]]e [[Spektrum]] der [[Gegenständlichkeit|gegenständlichen]], mit den [[Sinne]]n [[Wahrnehmung|wahrnehmbaren]] Welt. Dazu gehört auch der Mensch als Teil dieser Welt. [[Zerlegung|Zerlegt]] in kleine und kleinste Teilaspekte betrachtet Wissenschaft diese Gegenstände in zahlreichen Zweig- und Unterdisziplinen. Wie stark vielfach fraktioniert Wissenschaft heute ist, will ich nur an einigen [[Beispiel]]en verdeutlichen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. In der Medizin gibt es heute fast schon für jedes [[Organ]], jedes [[Krankheit]]sbild und jeden [[Körperteil]] darauf [[Spezialisierung|spezialisierte]] [[Medizin|medizinische]] Teildisziplin. (Anästhesie, [[Allergologie]],[[ HNO]], [[Kardiologie]], [[Nephrologie]], [[Onkologie]], [[Proktologie]] usw. ) Werfen sie dafür einmal nur einen Blick in die [[Ärztetafel]] im Telefonbuch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. In der [[Psychologie]] [[begegnen]] uns u. a. die Allgemeine, die Entwicklungs-, Familien- und Sozial-, Sport- und Bewegungs- und sogar die Arbeits- und Technikpsychologie, wobei man sich fragt: Geht es hier um eine eigene [[Psyche]] der Technik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Noch bunter ist das Bild in der [[Soziologie]]. Kaum ein Gegenstand der sozialen Welt, der noch nicht mit dem [[Anhängsel]] „Soziologie“ in den [[Rang]] einer eigenen wissenschaftlichen Teildisziplin erhoben worden wäre: (Familien-, Arbeits- und Industrie-, Rechts-, Medizin-, Verwaltungs- und Organisations, Wissens und [[Kultur]]- Politische - und Filmsoziologie bis hin zur Soziologie des [[Geschlecht]]erverhältnisses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Für meine eigene frühere [[Disziplin]] die [[Rechtswissenschaft]] könnte ich ihnen ebenfalls ein breites [[Spektrum]] an Teildisziplinen auflisten, das fast schon ans Skurrile grenzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Kaum anders ist das Bild in den so genannten exakten [[Naturwissenschaft]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Soweit es in allen [[Zweig]]en der Wissenschaft um [[menschlich]]e Erkenntnis geht, stehen alle immer auch vor der [[Frage]] nach dem [[Erkennung|erkennen]]den [[Subjekt]], dem Menschen und seinen [[Möglichkeit]]en und [[Grenze]]n der Erkenntnis. Das sind zentrale [[Fragestellung]]en u. a. der Philosophie, der [[Erkenntnistheorie]] und der Psychologie und neuerdings der [[Kognitionswissenschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Yoga geht es um Erkenntnis. Doch zielt Erkenntnis im Meditieren als der obersten [[Stufe]] des [[Yogaweg]]es vorrangig auf [[Selbsterkenntnis]] bzw. auf die Erkenntnis des [[Selbst|SELBST]] oder - in der [[Buddhismus|buddhistischen]] [[Begriff]]lichkeit - des [[Nichtselbst|NICHTSELBST]] als des [[Wesen]]s der [[Mensch|menschlichen]] [[Persönlichkeit]]. Nur in diesem [[Zusammenhang]] [[Richter|richtet]] sie sich auch auf die [[Gegenstand|gegenständliche]] Welt als dem [[Ort]] und [[Raum]] der menschlichen [[Existenz]] und [[Befindlichkeit]]. Deswegen haben große [[Meditation]]s[[meister]] aller [[Richtung]]en und [[Schule]]n immer wieder darauf [[Hineis|hingewiesen]], dass sie über die Erkenntnis des [[Mikrokosmos]] der menschlichen Persönlichkeit zugleich auch ein tiefes Wissen über den [[Makrokosmos]] [[Erlangung|erlangt]] haben, bzw. über das, was - mit Goethe - die Welt im Innersten [[Zusammenhalt|zusammenhält]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso wie in der Wissenschaft gibt es auch im Yoga und in allen anderen Schulen und [[Tradition]]en der Meditation einen [[Reichtum|reichen]] [[Schatz]] geschichtlich [[Anhäufung|aufgehäuften]] Wissens. Denn alle großen Meister haben ihre [[Erfahrung]]en und ihr im [[Zustand]] der Meditation [[Gewinn|gewonnenes]] Wissen der [[Nachwelt]] in [[Spiritualität|spirituellen]] [[Schrift]]en [[Überlieferung|überliefert]]. Einige dieser Schriften sind mehrere tausend Jahre alt, wie etwa die [[Veden]] und [[Upanishaden]] Indiens, die als die ältesten Schriften der [[Menschheit]] überhaupt gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser [[Beschreibung|beschreiben]]den Ebene sind also Wissenschaft und Meditation durchaus noch mit einander [[Vergleich|vergleichbar]]. Doch [[Deutung|deuten]] sich hier bereits [[Unterschied]]e in Bezug auf die Gegenstände und [[Methode]]n der Erkenntnis an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Unterschiede zwischen Wissenschaft und Yoga===&lt;br /&gt;
====Der Mensch als Objekt der Erkenntnis====&lt;br /&gt;
Im gängigen Wissenschaftsverständnis dienen den Wissenschaftlern die gegenständliche Welt und der Kosmos, aber auch die Menschen als Objekte ihrer Forschungen und zwar in der oben beschriebenen nach Fachdisziplinen parzellierten [[Weise]]. Der Wissenschaftler als das forschende Subjekt betrachtet also den Menschen als Objekt seines [[Bemühen]]s um Erkenntnis. Subjekt und Objekt der Erkenntnis sind hier [[Trennung|getrennt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem [[Übung]]s- und [[Erkenntnis]]weg des [[Yoga]] ist jeder nach Wissen [[Streben|strebende]] Mensch zugleich Subjekt und Objekt seines Bemühens um Erkenntnis. Die in der Wissenschaft übliche [[Trennung]] ist hier also aufgehoben. Dabei betrachtet sich der meditierende Mensch von vornherein in seiner ganzheitlichen Existenz als Wesen aus [[Körper]], [[Seele]] und [[Geist]] mit dem [[Atem]] als [[Bindeglied]] zwischen diesen Dreien und eingebettet in [[Natur]], [[Welt]] und [[Kosmos]] sowie in [[Gesellschaft|gesellschaftliche]] [[Zusammenhang|Zusammenhänge]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Instrumente und Methoden der Erkenntnis: [[Verstand]] und [[Objektivität]] versus [[Introspektion]] und [[Intuition]]====&lt;br /&gt;
Heutige Wissenschaft strebt nach überprüfbarem, objektivem Wissen und [[Meinung|meint]] dafür allein auf den Verstand setzen zu dürfen, auf die menschliche [[Ratio]]. Man kann diesen Zusammenhang auch so [[Formulierung|formulieren]]: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil heutige Wissenschaft ausschließlich auf Rationalität setzt, lässt sie nur solche Methoden als wissenschaftlich [[Geltung|gelten]], mit denen die Ergebnisse intersubjektiv überprüft werden können. Das ist zugleich der eigentliche [[Grund]] für die Zergliederung des in seiner Ganzheit lebenden Menschen in unterschiedliche Teilaspekte, die von gegeneinander [[Abgrenzung|abgegrenzten]] wissenschaftlichen Disziplinen je gesondert [[Untersuchung|untersucht]] werden. Mit diesen [[Verfahren]] [[Verbindung|verbinden]] Wissenschaftler die [[Hoffnung]], in der je getrennten Untersuchung des Zerteilten irgendwie einmal zur [[Rekonstruktion]] des Ganzen zu gelangen, die Teilerkenntnisse also wie in einem Puzzle zum Ganzen zusammensetzen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich aber gibt es auf kaum einem [[Gebiet]] heute noch einen Wissenschaftler, der sich umfassend in allen Zweigdisziplinen seines Fachs auskennt. Erst recht ist niemand mehr in der [[Lage]], alle Wissenschaften zu überschauen. Die [[Spezialisierung]] schreitet munter weiter voran und das [[Gegenmittel]] der „interdisziplinären [[Zusammenarbeit]]“ greift nur teilweise und langsam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Yoga und Meditation&#039;&#039;&#039; lehnen – so wie ich die [[Grundlage]]ntexte und die [[Nyaya]]-[[Philosophie]], eine der sieben Hauptschulen der indischen Philosophie verstehe - den [[Rationalität]] rationalen [[Weg]] der Erkenntnis durchaus nicht ab. Denn auch Meditierende leben in dieser Welt der [[Erscheinung]]en und [[Dualität]]en und darin benötigen wir Menschen den [[Verstand]], um uns [[Orientierung|orientieren]] und angemessen [[Handlung|handeln]] zu können. Doch wird den in der Wissenschaft bevorzugten [[Quantität|quantitativen]] und den schon scheel angesehe]en [[Qualität|qualitativen]] Erkenntnisverfahren in den Basistexten der [[Yogaphilosophie]] ein nur [[Begrenzung|begrenzter]] Erkenntniswert in Bezug auf die materielle Welt der Erscheinungen zugebilligt. Die großen Meister der Meditation halten dafür, dass auf diesem Wege weder das [[Wesen]] der Menschen [[Erkenntnis|erkannt]] werden kann noch das der Welt und des Kosmos. Denn das Wesen oder das [[Ganze]]] ist nicht etwa nur mehr, sondern etwas anderes als die [[Summe]] der Teile. Es kann nur in der [[Innenschau]] mittels [[Intuition]], nicht aber [[Rationalität|rational]] erfasst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb bedient sich &#039;&#039;&#039;Yoga&#039;&#039;&#039; der [[Systematik|systematischen]] Innenschau, der Introspektion, wenn man diesen Begriff nicht auf das verkürzt, was die „Introspektionisten“ des beginnenden 20. Jhs. darunter [[Verstand|verstanden]]. Im Yoga und in der Meditation werden Praktizierende systematisch [[Anleitung|angeleitet]], ihre [[Achtsamkeit]] nach innen zu richten und in der Innenschau die [[Kraft]] der Intuition zur [[Erlangung]] von Selbsterkenntnis und von [[Erkenntnis]]sen über die äußere Welt und ihre [[Befindlichkeit]] in ihr zu [[Nutzen|nutzen]]. In der Wissenschaft wird dagegen die Introspektion heute rundweg als unwissenschaftlich [[Ablehnung|abgelehnt]], weil sie angeblich keine [[Möglichkeit]] böte, [[Objektivität|objektive]] Erkenntnisse zu erlangen, die sich nach den gleichen Methoden durch andere überprüfen lassen. Dagegen ließe sich schon Folgendes einwenden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden mehrere Menschen nach den gleichen Methoden im Meditieren angeleitet, dann können mit einiger Übung – wie wir wissen - alle die gleichen oder vergleichbare Erfahrungen machen. Wäre das nicht mit gleichem Recht als intersubjektive Nachprüfung [[Anerkennung|anzuerkennen]] wie die [[Wiederholung]] einer qualitativen soziologischen oder psychologischen [[Studie]], in der sich die Forscher der teilnehmenden [[Beobachtung]] bedienen? Neuerdings aber wachsen mit wissenschaftlichen Methoden und Verfahren zur Untersuchung der [[Struktur]]en und [[Vorgang|Vorgänge]] im [[Gehirn]] die [[Chance]]n, mit allgemein [[Anerkennung|anerkannten]] wissenschaftlichen [[Verfahren]] wenigstens ansatzweise [[Darstellung|darzustellen]], wie sich Yoga und Meditation auf die [[Funktione]]n des Gehirns [[Auswirkung|auswirken]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Intuition]] wird von der Wissenschaft ebenfalls [[Abwehr|abgewehrt]] und kaum je in ihrer [[Bedeutung]] auch für die Wissenschaft anerkannt, geschweige denn im wissenschaftlichen [[Prozess]] systematisch genutzt. Dabei trägt sie zur [[Gewinnung]] wissenschaftlicher Erkenntnisse vielleicht sogar mehr und anderes bei als der [[Verstand]]. Nur wenige Wissenschaftler aber sind so [[Souveränität|souverän]] wie [[Albert Einstein]], sich [[Offenheit|offen]] zur Intuition als dem eigentlichen Vater ihrer [[Entdeckung]] zu [[Bekennung|bekennen]]. Einstein hat in einem Brief oder [[Gespräch]] einmal sinngemäß gesagt, dass ihm die Relativitätstheorie auf einem [[Spaziergang]] in den Bergen plötzlich aufgegangen sei. Nur um sie in [[Wort]]e zu fassen, habe er danach seinen Verstand [[Anstrengung|anstrengen]] müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die meisten Wissenschaftler mit der Intuition [[Probleme]] haben, so liegt das m. E. daran, dass sich, was sie sei, weder einfach [[Definition|definieren]] noch rational [[Erklärung|erklären]] lässt. Man mag sie als [[Unmittelbarkeit|unmittelbare]] [[Eingebung]] [[Beschreibung|beschreiben]] oder als das innere [[Aufleuchten]] einer [[Idee]], woher auch immer sie kommen mag. Wer je in seinem [[Leben]] bei welcher [[Gelegenheit]] auch immer eine solche Eingebung hatte, der weiß, dass sie sich mit aller Kraft des Verstandes aus ihrem [[Versteck]] nicht hervorlocken lässt. Im [[Gegenteil]]: je mehr wir den Verstand anstrengen, ein bestimmtes Problem zu [[Lösung|lösen]], desto mehr [[Schein|scheint]] sich die Lösung zu verbergen. Geben wir alle [[Anstrengung]] auf und legen eine [[Ruhe]]pause ein oder gehen wir erst einmal – wie Einstein – [[Spaziergang|spazieren]] oder auch [[Schlaf|schlafen]], so geschieht es nicht selten genug, oft auch am frühen [[Morgen]] kurz vor oder nach dem [[Aufstehen]], dass sich plötzlich ein [[Aha]]-[[Erlebnis]] einstellt und wir die [[Lösung]] [[Fund|gefunden]] haben. Diese [[Erfahrung]] hat – so [[Gedanke|denke]] ich - jeder von ihnen selbst schon gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Intuition entspringt ganz augenscheinlich einer anderen [[Quelle]] als das verstandesmäßige [[Denken]]. Sie leuchtet zumeist unangekündigt auf und woher sie kommt, ist eine [[Offenheit|offene]] Frage. Steigt sie aus unserem eigenen inneren [[Selbst]] auf oder wird sie uns von einer höheren, [[Gott|göttlichen]] [[Kraft]] außerhalb von uns eingegeben, oder von einem [[All]]-[[Bewusstsein]], das zugleich in uns und außerhalb von uns ist? Dazu mag sich jeder seine eigenen Gedanken machen. Besonders [[Intensität|intensiv]]  – so meine [[Erfahrung]] - macht sich Intuition bemerkbar, wenn ich in die [[Stille]] gehe und [[Meditation|meditiere]]. Sie ist daher für mich recht eigentlich ein Kind der Stille und der Meditation. Diese auf der Erfahrung beruhende [[Einsicht]] machen sich alle Wege der Meditation zunutze. Sie bedienen sich in systematischer Weise der Intuition als Quelle der Erkenntnis. Und daher [[Vermittlung|vermitteln]] alle Schulen den Menschen die [[Fähigkeit]], [[Willen|willentlich]] die [[Sinne]] von der äußeren Welt [[Rückzug|zurückzuziehen]] und in das [[Schweigen]] der [[Worte]] und der [[Gedanken]] zu gehen, und damit in jene Stille, die dem [[Denken]] vorausgeht und aus der allein die [[Stimme]] der Intuition zu uns zu [[Sprache|sprechen]] [[Beginn|beginnt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Neuere Tendenzen einer Annäherung von Wissenschaft und Meditation==&lt;br /&gt;
Alle [[Schule]]n des Yoga und der Meditation haben ihr Wissen [[Jahrhunderte]] lang wie eine Art [[Geheimlehre]] behandelt. Nur an [[speziell]] [[Vorbereitung|vorbereitete]] [[Einweihung|eingeweihte]] [[Schüler]] wurde das Wissen jeweils von einem [[Meister]] direkt [[Weitergabe|weiter gegeben]]. Nach und nach aber haben Yoga und Meditation in Indien einen [[Anerkennung|anerkannten]] [[Platz]] auch im wissenschaftlichen [[Bereich]] erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen [[Rückschritt]] gab es dann während der kolonialen [[Unterdrückung]] des Landes. Doch ist das Band zwischen Yoga und Wissenschaft in Indien nie völlig abgerissen. Nach dem [[Sieg]] der [[Unabhängigkeitsbewegung]] wurden die [[Bande]] in moderner [[Gestalt]] wieder [[Leben|belebt]] und nach und nach fester geknüpft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen gibt es einige vom [[Staat]] als [[Universität]]en anerkannte [[Yogahochschule]]n, in denen anders als in den üblichen [[Ashram]]s Yoga und Meditation nicht nur [[Unterricht|unterrichtet]] werden, sondern zugleich auch Gegenstände der [[Forschung]] sind, zum [[Beispiel]] die Yoga-Universität der [[Sivananda]] Tradition in [[Munger]] und das [[Swami]] [[Rama]] [[Yoga]] [[Gurukulam]] in [[Rishikesh]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Westen]] [[Beginn|begann]] sich erst seit dem 19. Jahrhundert nach und nach für Yoga und Meditation zu [Interesse|interessieren]]. Erste [[Bericht]]e über den Yoga gelangten durch [[Reisende]] und durch Verwaltungsbeamte der britischen [[Kolonialmacht]] in den Westen. [[Verstärkung|Verstärkt]] nahm das [[Interesse]] dann zu als die ersten großen [[Yogameister]] seit dem Ende des 19. Jahrhunderts in den Westen kamen und Yoga und Meditation hier zu [[Verbreitung|verbreiten]] begannen. Beide galten allerdings lange Zeit als zwei verschiedene [[Ding]]e. Yoga wurde mit Nachwirkungen bis heute [[Trennung|getrennt]] von der Meditation als eine Art von spezieller [[Gymnastik]] betrachtet und im [[Hatha Yoga]] verbreitet so unterrichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Weg des Yoga in den Westen begann gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Erst rund 70 Jahre später begann sich die Wissenschaft des Westens für Yoga und Meditation zu [[Interesse|interessieren]], anfangs vor allem in den USA. Nach und nach öffneten sich hier anerkannte große private Forschungsstätten, Kliniken und Universitätsinstitute für Forschungen über Yoga und Meditation. Dieser Prozess nahm in den siebziger Jahren des 20. Jhd. einen größeren Aufschwung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grob gesagt kann damit die wissenschaftliche Forschung über Yoga und Meditation in den [[USA]] heute auf eine [[Geschichte]] von ca. 35 Jahren zurückblicken. Doch sind bereits in dieser [[Relativität|relativ]] kurzen Zeit unzählige [[Studien]] von Psychologen und Medizinern über die präventiven [[Gesundheit|gesundheitlichen]] [[Wirkung]]en des Yoga und der Meditation durchgeführt worden. An großen [[Klinik]]en wie u. a. an der [[Herz]]spezialklinik von Dr. Dean [[Ornish]] wurden beide auch auf ihre [Therapie|therapeutischen]] Wirkungen hin [[Erprobung|erprobt]]. Die [[Ergebnis]]se dazu sind in vielen Begleituntersuchungen [[Dokumentation|dokumentiert]] worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit einiger [[Verzögerung]] schwappte das wissenschaftliche [[Interesse]] am Yoga dann seit dem Beginn der 80er Jahre nach [[Europa]] herüber, kam aber in Deutschland so ziemlich zuletzt an, nämlich erst Ende der 80er Jahre. Immerhin gibt es auch in Deutschland nun schon seit mehr als einem Jahrzehnt eine sich langsam [[Etablierung|etablierende]] [[Yogaforschung|Yoga]]- und  Meditationsforschung]]. Die erst im Juli 2000 gegründete [[Society]] for [[Meditation]] and Meditation [[Research]] hat bereits drei wissenschaftliche [[Kongress]]e durchgeführt bzw. mit [[Veranstaltung|veranstaltet]] (2001 in Heidelberg, 2002 in Bochum und 2004 in Köln). Dieser Kongress hier ist nun der vierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts gibt es weltweit ein stärker zunehmendes wissenschaftliches Interesse an Yoga und Meditation. In Bibliographien aus neuerer Zeit werden über 900 zumeist englischsprachige [[Empirik|empirische]] Studien und [[Theorie|theoretische]] Arbeiten [[Nachweis|nachgewiesen]] und zwar über 300 allein zum [[Thema]] [[Stress]]bewältigung durch [[Yoga]] und [[Meditation]]. Etwa gleich groß ist die Anzahl der [[Psychologie|psychologischen]] und [[Medizin|medizinischen]] Studien über Yoga für [[Kinder]] und [[Jugendliche]] und über Yoga und Meditation für alte [[Mensch]]en. Diese Bibliographien wurden in den USA erstellt und [[Erfassung|erfassen]] einigermaßen vollständig nur die englischsprachige [[Literatur]], nicht aber Studien in anderen [[Sprache]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stützten sich wissenschaftliche [[Untersuchung]]en anfangs zumeist auf die [[Befragung]] [[Praxis|Praktizierender]], auf psychologische [[Test]]s und auf andere relativ weiche [[Methode]]n der Untersuchung und [[Datenerhebung]], so hat die Forschung auf diesem Gebiet seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts einen qualitativen [[Sprung]] getan und so eine neue [[Stufe]] [erreichen|erreicht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[EEG]]-[[Verfahren]] zur [[Messung]] der Gehirnströme und Bild gebende Verfahren zur Untersuchung der [[Gehirnaktivitäten]] im [[Zustand]] der Meditation in Kernspingeräten erlauben zwar noch keinen [[Perfektionismus|perfekten]] [[Einblick]] in das, was im [[Gehirn]] Meditierender vorgeht. Sie lassen aber nach und nach immer deutlicher erkennen, dass Meditation gehirnphysiologische [[Wirkung]]en hat, die als erhöhte [[Geist|geistige]] [[Wachheit]] und [[Konzentration]] bei gleichzeitiger tiefster [[Entspannung]] zu deuten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist in meinen Worten eines der wichtigsten Ergebnisse einer noch nicht publizierten, aber schon zur [[Veröffentlichung]] angenommenen bibliographischen Studie von Cahn und Polich, zweier amerikanischer Wissenschaftler von der University of [[California]] und vom renommierten Scripps Research [[Institute]]. Die [[Autor]]en haben nahezu 350 neuere und neueste empirische Studien vergleichend [[Auswertung|ausgewertet]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein großer Teil davon gilt den im EEG und im Kernspin messbaren Wirkungen der Meditation auf die Aktivitäten des Gehirns. Die auch nur grob gekürzte [[Wiedergabe]] von [[Detail]]s ihrer Ergebnisse will ich den [[Fach]]wissenschaftlern überlassen, weil das zu sehr ins Fach[[spezifisch]]e geht, von dem andere hier im Saal, wie vor allem Ulrich Ott, der deutsche [[Spezialist]] auf diesem Gebiet der Forschung, mehr [[Verstand|verstehen]] als ich. Hier nur einige kurze [[Zitat]]e aus der [[Zusammenfassung]] in [[Übersetzung]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die klinische [[Anwendbar]]keit solcher Methoden der Meditation voran bringen zu können, sei &#039;&#039;„eine [[Fortsetzung]] derartiger Untersuchungen und die [[Vergleich|vergleichende]] [[Bewertung]] ihrer Ergebnisse notwendig.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Eine große Herausforderung für die [[Grundlage]]nforschung zur Meditation verbleibt die eindeutige quantitative Unterscheidung und [[Topographie|topographische]] [[Darstellung]] des Unterschieds zwischen Meditation und Zuständen beginnenden Tiefschlafs. (……..)“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Obwohl eine umfassende empirische und theoretische Grundlage noch fehlt, ist jedenfalls eindeutig, dass „die [[Funktion]]sweise des [[Zentrale|zentralen]] [[Nervensystem]]s durch Meditation [[Beeinflussung|beeinflusst]]“ wird. Der spezifische [[Nutzen]] meditativer Praktiken in [[Verbindung]] mit psychologischen und [[Neuropharmakologie|neuropharmakologischen]] [[Therapie]]n ist eine große [[Triebkraft]] für [[Zukunft|künftige]] Studien.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse solcher Studien sind auch in [[Öffentlichkeit|populär]]wissenschaftlichen [[Bericht]]en schon [[Verbreitung|verbreitet]] worden. So z. B. in dem [[Artikel]] „Die neuronale [[Erleuchtung]]“ von &#039;&#039;&#039;Ulrich Kraft&#039;&#039;&#039; in „Gehirn und Geist“ Heft 10 2005, S.12 ff. Selbst Tage[[zeitung]]en wie die Süddeutsche haben dieses Thema bereits aufgegriffen, SZ 68. Ausgabe, 2005 S.11 „Mönche in der Magnetröhre“ ebenfalls von &#039;&#039;&#039;Ulrich Kraft&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch an deutschen Universitäten gibt es inzwischen Wissenschaftler, die sich im [[Kontext]] von Forschungen über die Funktionsweise des Gehirns (wie z. B. über Neurokognition) für die Wirkungen der Meditation auf die Funktionen des Gehirns interessieren. Anstatt Meditationsforschung weiterhin pauschal abzulehnen und für Rufschädigung zu halten, nehmen sie Forschungen dazu auf und [[Betreuung|betreuen]] [[Diplom]]- und [[Doktor]]arbeiten zu dieser Thematik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Große Meditationsmeister, wie z. B. der [[Dalai Lama]] und Sri [[Swami]] [[Veda]] [[Bharati]], die beide in engem [[Austausch]] miteinander stehen, [[Unterstützung|unterstützen]] die [[Bemühung]]en der Wissenschaft. Sie stellen sich selbst für [[Untersuchung]]en der [[Zustand|Zustände]] ihres [[Bewusstsein]]s in der Meditation zur [[Verfügung]] und fordern ihre Schüler auf, das ebenfalls zu tun. Dieser [[Aufforderung]] bin ich in Bremen vor vier Wochen nachgekommen. Von hier aus möchte ich Meditierende aller [[Richtung]]en mit längeren [[Erfahrung]]en, aber auch Anfänger in der Meditation dringend bitten, sich im Interesse der an dieser Thematik arbeitenden Nachwuchswissenschaftler ebenfalls auf eine solche Untersuchung einzulassen. Für mich war es eine [[Erfahrung]], die mich auch ganz persönlich [[Bereicherung|bereichert]] und auf meinem [[Weg]] vorangebracht]] hat. Vor allzu großen [[Erwartung]]en in diese Forschungen – so denke ich - muss [[warnung|gewarnt]] werden. Die hier [[Präsenz|anwesend]]en Wissenschaftler, die schon jetzt an derartigen Studien arbeiten oder sie unterstützen, wissen besser als ich um die [[Möglichkeit]]en und [[Grenze]]n dessen, was auch mit den neuesten Apparaturen technisch machbar ist. Eines, so scheint mir, kann jetzt schon gesagt werden: Das Eigentliche, worum es der Meditation geht, die subjektive Erfahrung des [[Wille|willentlich]] herbeigeführten anderen, höheren [[Zustand]]s des Bewusstseins, wie immer man den in den [[Unterschied||unterschiedlichen]] Traditionen bezeichnen mag - [[Samadhi]] oder [[Satori]] oder [[Befreiung]] - wird für die Wissenschaftler ein [[Geheimnis]] bleiben. Was es subjektiv [[Bedeutung|bedeutet]], in den Zustand des Samadhi oder in die große [[Leere]] [einzutreten, diese Erfahrung erschließt sich nur dem, der die meditative [[Reise]] in das nahe liegende und dennoch unbekannte [[Innere]] antritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Eigene Erfahrung als Yogalehrer und Wissenschaftler==&lt;br /&gt;
Zusammenfassung meiner eigenen Erfahrungen in zwei Sätzen: Ich kann als Wissenschaftler Yoga betreiben und Yogalehrer sein, ohne mich von der Wissenschaft lossagen und meinen rationalen Verstand an der Garderobe abgeben zu müssen. Ich [[Gewinn|gewinne]] sogar etwas auch für die Wissenschaft [[Wichtiges]] hinzu: eine [[Verstärkung|verstärkte]] [[Intuition|intuitive]] Kraft, die in meinen Meditationen von Zeit zu Zeit mit kleineren oder größeren Erkenntnissen aufleuchtet! Der anfangs befürchtete [[Spagat]] ist für&lt;br /&gt;
mich inzwischen ein erträgliches Stehen auf beiden Beinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Persönlichem habe ich [[Beginn|begonnen]] und damit will ich schließen. Warum ich nach meiner [[Tumor]]operation den spirituellen Weg eingeschlagen habe und nicht wieder in die alten Geleise zurück geraten bin, wie man das immer wieder von Menschen nach ähnlich einschneidenden Erfahrungen hört, mag mit der folgenden Geschichte zusammenhängen. Sie deutet darauf hin, dass ich schon seit meiner Schulzeit auf dem spirituellen Weg war, ohne das selbst zu wissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Albrecht Haushofer, ein bedeutender Wissenschaftler und Dichter, den die Nazis wegen [[Zugehörigkeit]] zum [[Widerstand]] zum [[Tod]]e [[Verurteilung|verurteilt]] und in Moabit hingerichtet haben, hat in seiner [[Tod]]eszelle wunderbare Sonette geschrieben, darunter eines auf eine Mücke, die er im ersten [[Impuls]] erschlagen wollte, dann aber [[Ruhe|ruhig]] [[Beobachtung|beobachtete]], während sie sich von seinem [[Blut]] nährte. Die letzten Zeilen dieses Gedichts lauten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Wir sind ja beide, Mensch und Mücke, nichts als kleine Schatten eines großen Lichts“.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beeindruckt von diesem [[Gedicht]] habe ich als Schüler 1957 ein Jahr vor dem Abitur vom Spätherbst an täglich im Erdkundezimmer, das ich damals verwaltete, eine Mücke genährt. Beim ersten Mal habe ich meinen Finger unmerklich langsam an sie angenähert, bis sie aufsprang, [[Stich|stach]] und zu saugen begann. Als sie rundum gesättigt war, setzte sie sich wieder auf ihren [[Platz]] am Fenster und dort saß sie von da an immer, bis ich morgens kam und ihr wieder meinen [[Finger]] anbot. Am Tag vor den Weihnachtsferien habe ich sie mittags vor dem Verlassen der Schule noch einmal saugen lassen und als ich im Januar wieder in die Schule kann, lag sie tot auf dem Fensterbrett genau unter der Stelle, wo sie vergeblich auf meinen Finger gewartet haben mag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kann mir irgend jemand [[Erklärung|erklären]], warum ich von da an in meinem ganzen [[Leben]] von Mücken in den verschiedensten [[Nähe|nahen]] und [[Ferne|fernen]] [[Gegend]]en der [[Welt]] fast immer nur dann gestochen worden bin, und zwar selbst in den dicksten Schwärmen, wenn ich es ihnen angeboten oder mindestens [[Mentalität|mental]] [[Erlaubnis|erlaubt]] habe? Könnte das kausal mit meiner Blutspende an die Mücke in meiner Schulzeit zusammenhängen? Und um welche [[Art]] von [[Kausalität]] handelt es sich? Um eine im [[Sinne]] der Naturwissenschaft? Hat mein [[Handeln]] eine auf mich bezogene [[Genetik|genetische]] Stechhemmung in allen Mückenarten der Welt [[Wirkung|bewirkt]]? Oder folgen die Mücken einer Art [[Moral]][[kodex]], der ihnen [[Verbreitung|verbietet]], ohne [[Einwilligung]] das Blut von [[Wohltäter]]n der [[Spezies]] anzuzapfen? Oder hat meine Mücke damals [[Stellvertretung|stellvertretend]] für ihre Artgenossen einen [[Vertrag]] mit mir geschlossen, besiegelt mit meinem Blut, an den sich alle Mücken der Welt bis heute halten, weil sie anders als wir Menschen von [[Natur]] aus vertrags[[treu]] sind? Die wenigen [[Ausnahme]]n, die es auch gegeben hat, erkläre ich mir damit, dass mich diese Mücken irrtümlich für einen anderen [[Mensch]]en oder gar für ein [[Tier]] gehalten haben. Warum sollten sich nicht auch Mücken irren? Selbst Wissenschaftlern geht es ja oft nicht anders. Ist doch die [[Geschichte]] der Wissenschaft zugleich auch die Geschichte wissenschaftlicher Irrtümer. Leider sind nur wenige Wissenschaftler zu [[Lebzeiten]] so [[selbstkritisch]] wie jener in den Geschichten des weisen Brecht vom Herrn Keuner. Der antwortete auf die [[Frage]], was er tue: &#039;&#039;&amp;quot;Ich bereite gerade meinen nächsten [[Irrtum]] vor&amp;quot;!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Schlussentspannung]]: [[Atem]][[achtsamkeit]]&lt;br /&gt;
R. W.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sonstiges==&lt;br /&gt;
Vgl. auch  etwa:&lt;br /&gt;
[[Buddhismus]]:  zum Beispiel der [[Dalai Lama]], Yongey Mingyur Rinpoche oder [[Jack Kornfield]] erklären, dass der  bis zur heutigen [[Praxis]] weniger eine [[Religion]] als vielmehr eine Wissenschaft des Geistes ist: ...erprobt, hat überprüfbare ... Beschreibungen für menschliches Empfinden und Verhalten;  konkrete Übungen und Techniken zur [[psychotherapie|Überwindung]] vieler menschlicher Konflikte und Sorgen. Damit überbrückt der Buddhismus die oft als schmerzlich empfundene Kluft zwischen Wissenschaft und Religion, zwischen Innovation und alter Überlieferung. ..&lt;br /&gt;
[[Albert Einstein]]: wenn  Religion - mit den Erfordernissen der modernen Wissenschaft vereinbar -  er (B.)Carl Friedrich von Weizsäcker stellte sich en Zukunftsmenschen als ein Individuum vor, in dem christliche [[Psychotherapie|Ethik, wissenschaftliches Denken und die buddhistischen Stärken]] integriert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein eventuelles Beispiel: Sogenannte [[Nonne]]nstudien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;In Amerika (..)  600 Nonnen eines katholischen Ordens (gaben..)  ihr Gehirn der Wissenschaft. Die Schwestern wurden im regelmäßigen Abstand (und) die Hirne nach dem [[Tod]] untersucht. Da gab es Nonnen, die waren blitzgescheit bis zu ihrem Tod und hatten doch Gehirnveränderungen, die auf ein schwerstes Alzheimer-Stadium hindeuteten. Das Gleiche sehen wir bei Parkinson.&amp;quot;   Trotz der objektiven [[Messung]] (posthum): sie waren  gesund geblieben. Wahrscheinlich schützten ein regelmäßiger Tagesablauf mit [[Zeit]] für ein geradezu [[heilig]]es [[mehr]] im [[Kloster]] ohne [[fernsehen|Informationsfluten]]; und auch [[Mittelmaß|maßvolle]] [[körper]]liche Bewegung, gesunde [[Ernährung]] ohne  zu [[Nikotin|rauchen]], [[Singen]]... (vgl wikipgenauer / zu belegen / eigener Artikel vielleicht):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Wissenschaftliche Studien]]&lt;br /&gt;
* [[Kunst]]: [http://mein.yoga-vidya.de/video/om-namo-nayanaya-geschichte]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p42_Die-Wissenschaft-des-Pranayama/ Swami Sivananda: Die Wissenschaft des Pranayama]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p208_Bleep---What-the-Bleep-do-we--now--/ Bleep - What the Bleep do we (k)now!]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/ayurveda/ Ayurveda - die Wissenschaft vom Leben]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/center/haus-bad-meinberg/yoga/was-ist-yoga/ Was ist Yoga?]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/wissenschaft/ Yoga als universelle Wissenschaft]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Buch/Wissenschaft/science00.htm Online Buch: Yoga als eine universelle Wissenschaft]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/yogatherapie/lesestoff/wissenschaftl-arbeiten/ Wissenschaftliche Arbeiten]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/service/presse/pressemitteilungen/detailansicht/article/forschungspreis-fuer-meditation-bei-yoga-vidya-in-bad-meinberg-vergeben/ Forschungspreis für Meditation bei Yoga Vidya]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/tag/wissenschaftliche-arbeiten/ Wissenschaftliche Arbeiten - Highlights]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/yogatherapie/lesestoff/artikel/ Yoga im Spiegel der Wissenschaft]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/interessengebiet/yoga-und-meditation-einfuehrung/ Yoga und Meditation Einführung]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Multimedia==&lt;br /&gt;
===Thomas Hübl: Inner Science - Die Wissenschaft des Erwachens===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|pAYAbtDRxfg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vortrag von Sukadev: &amp;quot;Braucht Yoga die Wissenschaft&amp;quot;?===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|1Qu4nRajEfg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vortrag: Meditation in naturwissenschaftlicher Forschung===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|UC6Xozp03Tc}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Quantenaktivist===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|kGbiR2MORYw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Weitere Gedanken zum Thema====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039;&#039;   erweitert das [[Vidya|Wissen]] durch methodische Forschung  nach neuen Erkenntnissen. [[Statistik|Statistische]] Tabellen gehen immer mehr in [[Messung|Einzelheiten]] der [[Psychologie]] beispielsweise, fort von ganzheitlicher [[Erfahrung|Praxis]] -  das   unterscheidet sich von [[Weisheit]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dogmatische Lehrsätze, womöglich  an  &amp;quot;die Erde ist eine Fläche&amp;quot; [[glauben]] zu sollen, sind sowieso [[Eignung|etwas anderes]]... verglichen mit  [[sinn]]voller [[Tradition]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemein gibt es in der [[Wirkungsforschung]] [[logos|viele Ursachen zugleich]], von denen oft schon eine wirkt... Menschen sind sehr unterschiedlich etc... Indes:  [[Wirkungen des Yoga]] und der [[Meditation]] lassen sich auch [[Wissenschaftliche Studien|beforschen]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vgl.: &amp;quot;&#039;&#039;Altes Wissen schafft neue Wissenschaft&#039;&#039;: Erkenntnisse [[mode]]rner &#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; stützen und bestätigen das intuitive [[Erfahrung]]swissen der alten [[Yogi]]s  [[mehr]] und mehr:  Kongress 11/2011 [https://www.yoga-vidya.de/events/yoga-kongress/]&amp;quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;&amp;quot;Wissenschaft hilft gegen [[Scharlatan|Aberglauben]] und etwa Schwermetall-Gifte [[Mode|früher]] in [[Ayurveda]] Heilmitteln (...) Und nach einiger [[Zeit]] wirken viele Forschungsergebnisse wieder [[Fahrender yogi|überholt]].&amp;quot; [[Zitat]] provisorisch ungenau, hier ab zu tippen: [ http://mein.yoga-vidya.de/video/satsang-vom-yoga-kongress-2011-bei-yoga-vidya-bad-meinberg]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
.....&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwa teilnehmender Beobachtung[http://de.wikipedia.org/wiki/Teilnehmende_Beobachtung] oder auch ethnologischen Studien-Reportagen  wie denen der Margaret Mead  wird von   der  &#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; oft  zu wenig [[Distanz]] vorgeworfen. Große Zahlen - wie auch im [[Breitensport]] - sind etwas anderes...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ein möglicher Satz dazu: &lt;br /&gt;
::&#039;&#039;Wo kriege ich mehr (Anhänger) statt was ist richtig; so sind auch [[Öffentlichkeit|Umfrageergebnisse]] über was man tut etc. kein in sich Maßstab für das [[Wahrheit|Wahre]] und das Richtige, wie man lebt&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Unterschied zwischen Wünschenswertem, auch wenn &#039;&#039;wissenschaft&#039;&#039;lich belegt - und trotzdem evtl. ganz abweichender [[Praxis]] (erforschen): die Kluft...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch [[Binsenwahrheit|Binsenwahr]]:  die Naturwissenschaften werten gern die anderen  mit  so vielschichtigen  Gegenstandsbereichen wie  [[Seele]],   [[Tradition]]...als Müll&#039;&#039;wissenschaften&#039;&#039; / zweiter Klasse ab, u. a. weil Handlungswissen für Märkte fehlt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indes: Gerade auch die [[Bhagavadgita]] wird u.a. &amp;quot;&#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; des Lebens&amp;quot; genannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Swami]] [[Sivananda]] beschreibt &#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; im [[Fliegender Yogi|technischen]] [[Zeit]]alter auch geradezu mit [[Distanz]].  und: &amp;quot;&#039;&#039;7. Schulbildung ist unvollständig, solange sie nicht einführt zu vermitteln, dass Wissen unbegrenzt ist.&#039;&#039;&amp;quot; ([[Göttliches Elexier]], 9)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere mögliche [[Zitat]]e: &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;ein [[tor|Schlüssel]] jenseits all unseres angehäuften [[Vidya|Wissen]]s und der vielen Worte, die uns den Blick auf uns selbst und die Welt eher verstellen als erhellen.&amp;quot; (Hempel, [[Reclam Verlag]] [[Zen]]-[[Yoga]], S. 10)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;Es gibt eine berühmte Unterweisung in der [[Zen]]-[[Tradition]], in der ein Schüler nach dem [[Mond]] fragt. Ein Zweig wird benutzt, um auf ihn zu zeigen, und die Lehre warnt uns, den Zweig nicht mit dem Mond zu verwechseln. Das Problem [[bibliotherapie|mit den Worten]] ist, dass sie Zweige sind – sie können nie der Mond sein. Im besten Fall sind sie [[Sundaram|wunderschöne]] Zweige, die die Form, das [[Licht]] oder die Herrlichkeit des Mondes beschreiben und es unseren Augen erlauben, ihn direkt anzusehen. Im schlimmsten Fall sind sie weitverzweigte Äste, die sich in viele Richtungen ausbreiten und uns noch mehr durcheinanderbringen. &lt;br /&gt;
&amp;quot;S. 9 hier:  [http://theseus-verlag.de/Verlage/Theseus/Theseus-Top-10-Bestseller/Schatten-auf-dem-Pfad.html]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Studien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga und Wissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sutra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Wissenschaft&amp;diff=46777</id>
		<title>Wissenschaft</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Wissenschaft&amp;diff=46777"/>
		<updated>2013-02-27T08:34:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sutra: /* 1. Blick: Yoga und Wissenschaft. */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Wissenschaft und Yoga - gegensätzliche Welten?==&lt;br /&gt;
Artikel von R. W., erschienen im Yoga Vidya Journal Nr. 15, Frühjahr 2006. Entstanden aus einer Niederschrift eines Vortrags bei einem Kongress „[[Yoga]] und [[Meditation]]“ bei Yoga Vidya Bad Meinberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemeldet habe ich mich zu diesem Kongress mit dem Angebot, in einem Workshop oder Arbeitskreis von meinen persönlichen [[Erfahrung]]en als [[Wissenschaft]]ler und [[Yogalehrer]] zu berichten. Als ich mich dann im Kongressprogramm unversehens als Redner für den Eröffnungsvortrag wieder fand, schien mir, dass dafür ein lockeres Plaudern über meine Erfahrungen nicht ganz angemessen sei. Deshalb müssen sie sich nun einen Vortrag zumuten lassen. Um diese [[Zumutung]] aber in [[Grenze]]n zu halten, werde ich mehrfach eine Denkpause einlegen. Dann haben sie und ich [[Gelegenheit]], uns kurz zu [[Sammlung|sammeln]] und die Eingangsübung zu wiederholen. Beginnen will ich mit dem, was angekündigt war und nun in den Untertitel gerutscht ist: dem Biographischen. Es folgen dann vier Blicke auf das [[Thema]]. Als erstes will ich zeigen, dass Wissenschaftler, vor allem in Deutschland, Yoga und Meditation ganz verbreitet für etwas [[Irrationalität|Irrationales]] und damit Unwissenschaftliches halten. Als zweites werde ich auf begründete [[Zweifel]] eingehen, die in der neueren philosophischen [[Diskussion]] an der vermeintlichen [[Rationalität]] der Wissenschaft vorgebracht worden sind. Als zweites will ich aus meiner Sicht [[Gemeinsamkeit]]en und Unterschiede im Verhältnis von Yoga und Wissenschaft aufzeigen. Als viertes schließlich möchte ich von einigen neueren [[Entwicklung]]en im Verhältnis von Wissenschaft und Yoga berichten. Sie lassen darauf hoffen, dass sich westliche Wissenschaft und östliche [[Weisheit]]slehren und Meditationsschulen allmählich doch für einander öffnen und zu einem wechselseitig [[Fruchtbarkeit|fruchtbaren]] [[Austausch]] gelangen könnten. Ein noch winziger [[Hoffnung]]sschimmer ist die „Society for Meditation and Meditation Research“, die diesen Kongress mit veranstaltet. Die [[Widerstand|Widerstände]] gegen einen [[Wandel]] sind freilich stark und der [[Weg]], sie zu [[Überwindung|überwinden]] wird lang und [[Beschwerlichkeit|beschwerlich]] sein. Machen wir uns da nichts vor!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Nun aber erst zum Persönlichen===&lt;br /&gt;
Von 1974 bis zur Pensionierung im Februar 2003 habe ich an der Uni Bremen [[Arbeit]]srecht gelehrt. Mit nur einer längeren [[Unterbrechung]] bin ich meinen [[Aufgabe]]n in [[Forschung]] und [[Lehre]] nach besten [[Kräfte]]n nachgekommen. Schon seit meiner [[Student]]enzeit habe ich mich der [[Politik|politischen Linken zugeordnet, jedoch ohne [[Bindung]] an eine Partei. Seit 1972 bin ich Gewerkschaftsmitglied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weltanschaulich hielt ich mich bis in mein 50stes Lebensjahr für einen am Marxismus orientierten [[Atheist]]en, war aber eher ein nicht ganz [[Unglaube|ungläubiger]] Nichtchrist. Wenn ich noch während meiner Lehrtätigkeit in den neunziger Jahren Yogalehrer wurde und zwar in der [[Spiritualität|spirituellen]] [[Tradition]] der[[ Meister]] des [[Himalaya]]s, so hat das mit der bereits erwähnten [[Unterbrechung]] zu tun und die war durch eine einschneidende [[Lebenskrise]] [[Zwang|erzwungen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Mitte meines 50. Lebensjahrs brach die Fassade des linken und dennoch durchaus [[Erfolg|erfolgreichen Akademikers schlagartig zusammen. Meine [[Ehe]] war längst [[Bruch|zerbrochen]]. Die [[Hoffnung]]en, sie wieder kitten zu können, zerschlugen sich endgültig im Juli 1988, als ich kurz vor einer geplanten Forschungsreise nach Japan auch [[Körper|körperlich]] und [[Psyche|psychisch]] zusammenbrach: [[Diagnose]] Gehirntumor. Vor und während der 4 Std. dauernden [[Operation]] hatte mein [[Leben]] - wie mir der operierende [[Arzt]] später sagte - an einem seidenen [[Faden]] gehangen. Diese [[Erfahrung]] [[fordern|forderte]] einige Tage nach der OP meinen [[Lebensmut]] heraus und führte noch in der [[Klinik]] zu dem [[Entschluss]], mich und mein Leben von [[Grund]] auf zu [[ändern]]. Schon ab Februar 1989 besuchte ich [[Yogakurs]]e und [[praktizieren|praktizierte]] täglich morgens eine Stunde lang oder auch länger [[Yogaübung]]en. Daneben hätten sie mich damals in [[Therapie|psychotherapeutischen]] [[Sitzung]]en und als zumeist einzige männliche [[Teilnehmer]]in in einer Frauentanzgruppe und beim Tango Argentino treffen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ich nach der erzwungenen [[Pause]], körperlich noch gezeichnet, meine [[Tätigkeit]] an der [[Uni]] wieder [[Aufnehme|aufnahm]], merkte ich schon bald an den [[Blick]]en meiner Kolleginnen und [[Kollege]]n, dass sie mich mindestens für wunderlich, wenn nicht gar für leicht [[Anormalität|anormal]] hielten, für einen mit einem Dachschaden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einige meiner Kollegen war das [[Maß]] dann offenbar voll, als sich folgendes ereignete: vom Bremer Regionalfernsehen wurde ich für einen gesundheitspolitischen [[Beitrag]] um ein [[Interview]] zu der [[Frage]] [[gebeten]], wie sich mein Leben durch [[Krankheit]] und [[Operation]] [[Veränderung|verändert]] habe. Dieses Interview wurde auf meinen [[Vorschlag]] nach einer kurzen [[Sequenz|Tanzsequenz]] im Kreise meiner Frauengruppe aufgezeichnet und war sehr kurz. Denn ich sagte sinngemäß eigentlich nur, dass ich - wie man ja sehen könne - meine [[Lebenszeit]] jetzt anders und intensiver [[Nutzen|nutze]] und mir meine [[Arbeit]] nicht mehr das Wichtigste im Leben sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vermutlich in [[Reaktion]] auf dieses Interview fragte einer meiner Jurakollegen bei einer auf [[Gesundheitswissenschaft]] [[Spezialisation|spezialisiert]]en Kollegin an, ob noch [[Normalität|normal]] sei, was ich da triebe. Die Kollegin, die mich gut kannte, [[Information|informierte]] mich, ohne den [[Name]]n zu nennen. Sie hatte ihm gesagt, er solle mich selbst [[Frage|fragen]]. Ich weiß bis heute nicht, wer es war und auch nicht was ich [[Antwort|geantwortet]] hätte, habe aber von da an in meinem [[Fachbereich]] [[Friheit|frei]] nach dem [[Motto]] gelebt: &amp;quot;Ist der [[Ruf]] erst ruiniert…..&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach ca. zwei Jahren der [[Yogapraxis]] [[Entschluss|entschloss]] ich mich, eine [[Ausbildung]] zum [[Yogalehrer]] [[Aufnahme|aufzunehmen]]. Zu dieser [[Zeit]] war trotz erster positiver [[Erfahrung]]en auch in meinem [[Kopf]] noch die [[Sperre]], dass es sich beim Yoga um etwas Irrationales handele. Vor allem die Meditation hielt ich für [[Unvereinbarkeit|unvereinbar]] mit meiner [[Verpflichtung]] auf die wissenschaftliche Rationalität. Wie würde ich den [[Spagat]] zwischen diesen beiden [[Gegensatz|gegensätzlichen]] Welten aushalten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dieser bangen Frage fuhr ich im Februar 1992 in das erste Ausbildungswochenende am &amp;quot;[[Himalaya Institut]] für [[Yogawissenschaft]] und [[Philosophie]]&amp;quot;. Wegen dieses Namens meinte ich, mit meinen [[Zweifel]]n hier am besten aufgehoben zu sein. Schon am ersten [[Tag]] [[Erfüllung|erfüllte]] sich meine [[Erwartung]] voll. Bis heute [[Begleitung|begleitet]] mich seitdem die [[Botschaft]] des Ausbildungs[[leiter]]s, Wolfgang Bischoff. Er begann zwar seinen [[Einführung]]s[[vortrag]] mit einem für mich damals noch befremdlichen [[Sprechgesang]], einem [[Mantra]], befremdlich, weil ich da das Irrationale des Yoga auf mich zukommen sah, doch schloss er den Vortrag mit den [[Wort]]en: &amp;quot;Glaub mir kein Wort, [[Zweifel|bezweifle]] alles, was ich sage, aber mach die Übungen, die ich dir empfehle und überprüfe selbst!&amp;quot; Das entsprach voll meinem Credo als Wissenschaftler! In Ahrensburg lernte ich nicht nur Yoga-Übungen und erste Meditationen, sondern erhielt auch [[Kenntnis]]se über die indische Philosophie, vor allem über die Yoga-, [[Sankhya|Samkhya]]- und [[Vedanta]]philosophie. Hinzu kamen Anstöße, auch über Grundfragen von Wissenschaft und Philosophie des Westens nachzudenken, die mich seit meinem [[Studium]] kaum noch [[Beschäftigung|beschäftigt]] hatten. Vor allem [[Bewegung|bewegte]] mich die Frage: Was eigentlich ist Wissenschaft? Da war ich nun viele Jahre beruflich als Wissenschaftler tätig gewesen, aber kaum je war mir diese Frage in den [[Sinn]] gekommen oder gestellt worden. Nun konnte und wollte ich sie nicht länger [[Verdrängung|verdrängen]]. Damit bin ich über das Persönliche des Unterthemas beim [[Sachlichkeit|Sachlichen]] und beim [[Thema]] angekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wissenschaft und Yoga – gegensätzliche Welten?===&lt;br /&gt;
Dazu zwei Vor[[bemerkung]]en:&lt;br /&gt;
1. Soweit im Folgenden von Yoga die [[Rede]] ist, meint das für mein [[Verständnis]] immer auch die Meditation in einer [[denkbar]] breiten Palette von Übungs[[methode]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
n. Denn Yoga [[zielen|zielt]] – das muss ich hier nicht [[näher]] [[ausführen]] - in allen seinen [[Teile]]n [[letztlich]] auf die Meditation als der [[oberste]]n [[Stufe]] des achtstufigen Weges nach [[Patanjali]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seinem [[Yogasutra|Yoga Sutra]] zufolge [[dienen]] die [[körperlich]]en [[Übung]]en (Asanas) nur dem [[Zweck]], Menschen auf die Meditation [[vorbereiten|vorzubereiten]]. Sie sollen [[befähigen|befähigt]] werden, über eine längere Zeit im [[aufrecht]]en [[Sitz]] zu [[meditieren]], ohne durch körperliche und [[mental]]e [[Störung]]en [[ablenken|abgelenkt]] zu werden. Dem [[gleich]]en [[Zweck]] dienen die Übungen mit dem [[Atem]] und der [[Lebensenergie]] ([[Pranayama]]) und das [[Zurückziehen]] der [[Sinne]] von den [[Objekt]]en der [[äußere]]n Welt ([[pratyahara]]). Wegen der [[zentral]]en [[Rolle]] der Meditation im Yoga nach Patanjali prägte mein [[Lehrer]], [[Sri]] [[Swami]] [[Rama]], einer der [[bedeutend]]sten [[Yogi]]s des vorigen Jahrhunderts, die [[Definition]]: „Yoga is meditation in action“ zu dt. „Yoga ist Meditation im [[Handeln]]“ oder auch „ist [[Achtsamkeit]] im Handeln“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Unmittelbar beziehen sich meine [[Ausführung]]en zwar nur auf den Yoga. Doch stehen sie für das [[Verhältnis]] der Wissenschaft zu anderen [[spirituell]]en [[Lehre]]n und Meditationspraktiken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1. Blick: Yoga und Wissenschaft.===&lt;br /&gt;
Auf den ersten [[Blick]] [[scheinen|scheint]] es aus der [[Perspektive]] beider – des Yoga wie der Wissenschaft - keine einander fremderen Welten zu geben als eben diese beiden. Wie suspekt vielen Wissenschaftlern alle östlichen Weisheitslehren und alles ist, was mit Meditation zusammenhängt, mag folgendes [[Zitat]] aus dem philosophischen Beitrag eines Professors der Paläobiologie und Geologie belegen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Heute tauchen vereinzelt [[Missionar]]e des Irrationalen in der [[Ethnologie]] und [[Anthropologie]] auf, kann in der Philosophie die Ablehnung der reinen, der [[wissenschaftlich]]en [[Ratio]] zu einem Plädoyer für die Einbeziehung der [[Mystik]] und Meditation (…) werden. Selbst in den auf [[nüchtern]]e [[Sachlichkeit]] so [[bedacht]]en [[Naturwissenschaften]] sägen heute einige dem Irrationalen Zuneigende eifrigst am eigenen Ast. Nicht zuletzt eine Reihe von Physikern, die sich (…) in den Irrgarten ostasiatischer Mystik oder in [[parapsychologisch|parapsychologische]], dubiose Winkel verirrt haben!“&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Anmerkungen zu dieser Textstelle [[erfahren]] wir, was und wen er damit u. a. meint: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Gewisse Abschnitte in C. F. Weizsäcker: Der [[Garten]] des [[Menschlich]]en.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sollte sich der große [[Physiker]] und [[Philosoph]] von Weizsäcker [[Wirklichkeit|wirklich]] ins Irrationale verirrt haben? Genügt als [[Beleg]] dafür, dass Weizsäcker u. a. Vorworte zu zwei spirituellen Büchern geschrieben, ein Interview über seine Meditationserfahrungen gegeben und beides in seinem Buch veröffentlicht hat? Dieser Angriff richtet sich nicht nur gegen von Weizsäcker, sondern gegen mehrere ebenfalls namentlich genannte Wissenschaftler wie z. B. &#039;&#039;Fritjof Capra&#039;&#039;. Vor den [[Auge]]n unseres Gewährsmannes tut sich offenbar ein großer Sumpf an Irrationalität auf, in dem die von ihm vertretene [[Lehre]], rein rationale Wissenschaft zu [[versinken]] droht. Eine Satire möchte man schreiben, wenn die [[Sache]] nicht ernst wäre. Denn diese Äußerungen stehen stellvertretend für das [[Denken]] vieler Wissenschaftler, die das nur nicht so dankenswert offen und deutlich sagen. Meine eigenen Erfahrungen belegen das. Yogis und Meditierende aller [[Traditionen]] haben aber – wenn ich [[recht]] sehe - ihrerseits ein mindestens distanziertes Verhältnis zur anderen Seite, zur Wissenschaft. Diese Distanz scheint in den Erfahrungen und in der [[Einstellung]] Meditierender zu [[wurzeln]]: &#039;&#039;„Ich weiß, welche Erfahrungen ich im Meditieren mache und ich weiß auch, dass ich weiß oder dass ich nichts [[Wissen|weiß]]. Das brauche ich mir doch von einem Wissenschaftler nicht auch noch bescheinigen zu lassen.“&#039;&#039; Verkannt wird dabei die gesellschaftliche Bedeutung von Wissenschaft für die Akzeptanz und damit auch für die Verbreitung der Meditation und anderer spiritueller Praktiken in breiten [[Kreise]]n der [[Bevölkerung]], die wir dafür gewinnen wollen. Verkannt wird dabei auch, wie wichtig die wissenschaftliche [[Akzeptanz]] in unseren Breiten ist, um etwa die Anerkennung von Meditation als wirksame Gesundheits[[prävention]] oder gar als [[Heilverfahren]] zu erlangen, mit der [[Folge]], dass gegebenenfalls die Kassen für die Kosten ihrer [[klinisch]]en und [[therapeutisch]]en [[Anwendung]] aufzukommen hätten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2. Blick: Kritik der wissenschaftlichen Vernunft===&lt;br /&gt;
Unter diesem Titel [[Veröffentlichung|veröffentlichte]] Kurt Hübner 1977, damals [[Professor]] für Philosophie an der [[Universität]] Kiel, ein umfängliches philosophisches [[Werk]]. Darin weist er [[Stütze|gestützt]] auf [[Analyse]]n anscheinend rein rationaler [[Argumentation]]en der [[Mathematik]] und auf wissenschaftliche Methoden und [[Ergebnis]]se der Geschichtswissenschaft nach, wie unhaltbar die zumeist ungeprüfte [[Annahme]] ist, dass in der Wissenschaft [[Ausschließlichkeit|ausschließlich]] und allein das [[Prinzip]] der Rationalität [[Regierung|regiere]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hübner bezieht sich auf die griechische [[Mythologie]], aus der heraus sich heutige Philosophie und Wissenschaft überhaupt erst [[Entwicklung|entwickelt]] haben und in der er eine eigene Rationalität ausmacht. Im [[Vergleich]] dazu verdeutlicht er, wie stark rational nicht begründbare [[Element]]e selbst noch die heutige Wissenschaft [[Prägung|prägen]]. Umfängliche Zitate aus Hübners Werk will ich ihnen und mir ersparen. Die können sie in der gedruckten ausführlicheren [[Fassung]] nachlesen. Hier nur zwei Zitate aus Hübners [[Schlussfolgerung]] am Ende seiner [[Gründlichkeit|gründlichen]] [[Analyse]]: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Nichts wäre (….) falscher, als dem Mythos, wie das oft geschieht, Irrationalität zu [[Unterstellung|unterstellen]], dem die Wissenschaft als etwas Rationales entgegentritt.“ An späterer [[Stelle]] der [[Zusammenfassung]] schreibt Hübner: Es gibt (….) keinen [[Theorie|theoretisch]] [[Zwang|zwingenden]] [[Grund]] [[Annahme|anzunehmen]], dass alle Welt mythische Sichtweisen als solche, (.....) ins Reich des [[Märchen]]s [[Verbannung|verbannen]] muss, wenn sie nicht (…..) den [[Verstand]] [[Verlust|verlieren]] will.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer H. gewidmeten Festschrift „Zur [[Kritik]] der wissenschaftlichen Rationalität“ (1986) haben sich mehrere Philosophen seiner Kritik angeschlossen und seine [[Argumentation]] in die eine oder andere [[Richtung]] ausgebaut. Für [[Nachweis]]e und Zitate [[Verweis|verweise]] ich sie ebenfalls auf die schriftliche Fassung. So schreibt Kockelmans, ein amerikanischer Philosophieprofessor, mit [[Bezug]] auf die [[Sozialwissenschaft]] u. a.: Man sollte s. E. erkennen, „dass es mythische [[Dimensionen]] sowohl in der Wissenschaft als auch in der Philosophie gibt.“ &#039;&#039;In der Wissenschaft erblickt er sie - ganz ähnlich wie Hübner - in „tief eingewurzelten Überzeugungen (…), für die (bis jetzt) keine rationale [[Rechtfertigung]] gegeben worden ist“.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Hübner noch zwischen Wissenschaft und Mythos [[Klarheit|klar]] [[Unterscheidung|unterscheidet]] und nur [[Vergleichbarkeit|Vergleichbares]] in beiden ausmacht, geht MacCormac, ein Wissenschaftstheoretiker aus den USA, noch einen [[Schritt]] weiter. Er behauptet, dass bestimmte vermeintlich wissenschaftlich bewiesene [[Tatsache]]n selbst eine Art Mythos sind. Wissenschaftler bedienen sich nämlich zur [[Erklärung]] und [[Deutung]] ihrer [[Befund]]e nicht selten „grundlegender [[Metapher]]n“. Gemeint sind damit bildhaft [[Beschreibung|beschreibende]] [[Vergleich]]e, wie etwa das [[Bild]] vom [[Urknall]] als dem [[Beginn]] der [[Entstehung]] des [[Kosmos]]: Wodurch [[Unterscheidung|unterscheidet]] sich diese von den Wissenschaftlern als [[Tatsache]] [[Betrachtung|betrachtete]] und [[Verbreitung|verbreitete]] [[Theorie]] vom [[Urknall]] eigentlich noch von den vielen mythischen und [[Religion|religiösen]] [[Erklärung]]en, etwa dem der [[Bibel]]:&#039;&#039; „Am [[Anfang]] war das [[Wort]] …“&#039;&#039;, wofür auch gesagt werden kann: Am Anfang war der [[Laut]], oder war die [[Schwingung]] oder war die Idee, die zur Schwingung und zum Wort oder auch zum Knall wurde. Nun mag man hier einwenden: dass bei &#039;&#039;Hübner&#039;&#039; und den anderen Autoren nur vom Mythos die Rede ist, nicht aber von der Mystik, der Meditation, und von östlichen Weisheitslehren. Wichtig sind die im Vergleich zum Mythos vorgetragenen Zweifel am [[Ausschließlichkeitsanspruch]] der Wissenschaft auf [[Rationalität]] vor allem deshalb, weil in der wissenschaftlichen Kritik an [[Meinung|vermeintlich]] irrationalen Lehren Mythos und Meditation in einen Topf geworfen werden. Dafür erinnere ich an das obige Zitat aus dem Beitrag des Paläobiologen, der ja ausdrücklich auch die Meditation dem [[Verdacht]] der Irrationalität [[Unterstellung|unterstellt]] hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===3. Blick: Was ist Wissenschaft? Was haben Yoga und Meditation mit ihr gemeinsam? Worin unterscheiden sie sich von Wissenschaft?===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Was ist Wissenschaft====&lt;br /&gt;
„Wissenschaft“ - so das dtv-Lexikon - ist &#039;&#039;„der [[Inbegriff]] des durch [[Forschung]], [[Lehre]], und überlieferte [[Literatur]] [[Bildung|gebildeten]], [[Ordnung|geordneten]], [[Begründung|begründeten]], für gesichert erachteten [[Wissen]]s einer [[Zeit]]; auch die für seinen [[Erwerb]] typische, [[Methode|methodisch]]-[[Systematik|systematische]] Forschungs- und [[Erkenntnis]]arbeit, sowie ihr [[Organisation|organisatorisch]]-[[Institut|institutioneller]] Rahmen“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser [[Begriff]] ist mit dem [[Bezug]] auf das „Wissen einer Zeit“ zeitlos gültig. Er lässt selbst noch die von [[Kirche]] und [[Klerus]] [[Dogma|dogmatisierten]] mittelalterlichen Lehren über die [[Welt]] und den [[Kosmos]] als Wissenschaft gelten. Denn auch das war das „Wissen einer Zeit“ [[Gewinn|gewonnen]] durch die damals „typische systematische [[Erkenntnis]]arbeit“ der [[Bibelexegese]] und der Dogmatisierung von [[Bibel|biblischen]] [[Text]]stellen. Auch diese Erkenntnisarbeit war eingebunden in einen „organisatorisch- institutionellen [[Rahmen]]“, wie ihn eben die damalige [[Kirche]] mit ihren [[Priesterseminar]]en und [[Kloster|Klöstern]] bot. Da wäre es ein Leichtes, das [[Studium]] und die [[Weitergabe]] des [[Yoga]] und der ihm zugrunde liegenden [[Basis]]texte der klassischen indischen [[Philosophie]] in den zahlreichen indischen Ashrams und außerindischen [[Yogalehrer]]-[[Ausbildung]]s[[Zentrum|zentren]] ebenfalls unter dem oben [[Zitat|zitierten]][[ Begriff]] von Wissenschaft zu fassen. So [[Einfachheit|einfach]] will ich es ihnen und mir nicht machen. Denn sicher würden wir in der heutigen [[Situation]] beiden nicht [[Gerechtigkeit|gerecht]], wollten wir Wissenschaft und Yoga ohne weitere [[Umstand|Umstände]] gleichsetzen! Fragen wir also weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Was ist Wissenschaft heute? Was haben Yoga und Meditation mit heutiger Wissenschaft gemein und was [[unterscheiden|unterscheidet]] sie voneinander?====&lt;br /&gt;
Heutige Wissenschaft umfasst das systematische [[Bemühung|Bemühen]] um [[Objektivität|objektive]] [[Erkenntnis]] bzw. inter[[Subjektivität|subjektiv]] nachprüfbares Wissen. Als objektiv und nachprüfbar gilt dabei nur, was unter gleichen [[Bedingung]]en von anderen [[Forscher]]n nachgeprüft werden kann. Ferner umfasst auch heutige Wissenschaft alles, was als [[Ergebnis]] dieses Bemühens an [[Geschichte|geschichtlich]] aufgehäuftem Wissen bereit liegt. Hinsichtlich ihrer [[Gegenstand|Gegenstände]] [[Beziehung|bezieht]] sie sich mit dem [[Streben]] nach Erkenntnis auf das [[gesamt]]e [[Spektrum]] der [[Gegenständlichkeit|gegenständlichen]], mit den [[Sinne]]n [[Wahrnehmung|wahrnehmbaren]] Welt. Dazu gehört auch der Mensch als Teil dieser Welt. [[Zerlegung|Zerlegt]] in kleine und kleinste Teilaspekte betrachtet Wissenschaft diese Gegenstände in zahlreichen Zweig- und Unterdisziplinen. Wie stark vielfach fraktioniert Wissenschaft heute ist, will ich nur an einigen [[Beispiel]]en verdeutlichen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. In der Medizin gibt es heute fast schon für jedes [[Organ]], jedes [[Krankheit]]sbild und jeden [[Körperteil]] darauf [[Spezialisierung|spezialisierte]] [[Medizin|medizinische]] Teildisziplin. (Anästhesie, [[Allergologie]],[[ HNO]], [[Kardiologie]], [[Nephrologie]], [[Onkologie]], [[Proktologie]] usw. ) Werfen sie dafür einmal nur einen Blick in die [[Ärztetafel]] im Telefonbuch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. In der [[Psychologie]] [[begegnen]] uns u. a. die Allgemeine, die Entwicklungs-, Familien- und Sozial-, Sport- und Bewegungs- und sogar die Arbeits- und Technikpsychologie, wobei man sich fragt: Geht es hier um eine eigene [[Psyche]] der Technik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Noch bunter ist das Bild in der [[Soziologie]]. Kaum ein Gegenstand der sozialen Welt, der noch nicht mit dem [[Anhängsel]] „Soziologie“ in den [[Rang]] einer eigenen wissenschaftlichen Teildisziplin erhoben worden wäre: (Familien-, Arbeits- und Industrie-, Rechts-, Medizin-, Verwaltungs- und Organisations, Wissens und [[Kultur]]- Politische - und Filmsoziologie bis hin zur Soziologie des [[Geschlecht]]erverhältnisses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Für meine eigene frühere [[Disziplin]] die [[Rechtswissenschaft]] könnte ich ihnen ebenfalls ein breites [[Spektrum]] an Teildisziplinen auflisten, das fast schon ans Skurrile grenzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Kaum anders ist das Bild in den so genannten exakten [[Naturwissenschaft]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Soweit es in allen [[Zweig]]en der Wissenschaft um [[menschlich]]e Erkenntnis geht, stehen alle immer auch vor der [[Frage]] nach dem [[Erkennung|erkennen]]den [[Subjekt]], dem Menschen und seinen [[Möglichkeit]]en und [[Grenze]]n der Erkenntnis. Das sind zentrale [[Fragestellung]]en u. a. der Philosophie, der [[Erkenntnistheorie]] und der Psychologie und neuerdings der [[Kognitionswissenschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Yoga geht es um Erkenntnis. Doch zielt Erkenntnis im Meditieren als der obersten [[Stufe]] des [[Yogaweg]]es vorrangig auf [[Selbsterkenntnis]] bzw. auf die Erkenntnis des [[Selbst|SELBST]] oder - in der [[Buddhismus|buddhistischen]] [[Begriff]]lichkeit - des [[Nichtselbst|NICHTSELBST]] als des [[Wesen]]s der [[Mensch|menschlichen]] [[Persönlichkeit]]. Nur in diesem [[Zusammenhang]] [[Richter|richtet]] sie sich auch auf die [[Gegenstand|gegenständliche]] Welt als dem [[Ort]] und [[Raum]] der menschlichen [[Existenz]] und [[Befindlichkeit]]. Deswegen haben große [[Meditation]]s[[meister]] aller [[Richtung]]en und [[Schule]]n immer wieder darauf [[Hineis|hingewiesen]], dass sie über die Erkenntnis des [[Mikrokosmos]] der menschlichen Persönlichkeit zugleich auch ein tiefes Wissen über den [[Makrokosmos]] [[Erlangung|erlangt]] haben, bzw. über das, was - mit Goethe - die Welt im Innersten [[Zusammenhalt|zusammenhält]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso wie in der Wissenschaft gibt es auch im Yoga und in allen anderen Schulen und [[Tradition]]en der Meditation einen [[Reichtum|reichen]] [[Schatz]] geschichtlich [[Anhäufung|aufgehäuften]] Wissens. Denn alle großen Meister haben ihre [[Erfahrung]]en und ihr im [[Zustand]] der Meditation [[Gewinn|gewonnenes]] Wissen der [[Nachwelt]] in [[Spiritualität|spirituellen]] [[Schrift]]en [[Überlieferung|überliefert]]. Einige dieser Schriften sind mehrere tausend Jahre alt, wie etwa die [[Veden]] und [[Upanishaden]] Indiens, die als die ältesten Schriften der [[Menschheit]] überhaupt gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser [[Beschreibung|beschreiben]]den Ebene sind also Wissenschaft und Meditation durchaus noch mit einander [[Vergleich|vergleichbar]]. Doch [[Deutung|deuten]] sich hier bereits [[Unterschied]]e in Bezug auf die Gegenstände und [[Methode]]n der Erkenntnis an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Unterschiede zwischen Wissenschaft und Yoga===&lt;br /&gt;
====Der Mensch als Objekt der Erkenntnis====&lt;br /&gt;
Im gängigen Wissenschaftsverständnis dienen den Wissenschaftlern die gegenständliche Welt und der Kosmos, aber auch die Menschen als Objekte ihrer Forschungen und zwar in der oben beschriebenen nach Fachdisziplinen parzellierten [[Weise]]. Der Wissenschaftler als das forschende Subjekt betrachtet also den Menschen als Objekt seines [[Bemühen]]s um Erkenntnis. Subjekt und Objekt der Erkenntnis sind hier [[Trennung|getrennt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem [[Übung]]s- und [[Erkenntnis]]weg des [[Yoga]] ist jeder nach Wissen [[Streben|strebende]] Mensch zugleich Subjekt und Objekt seines Bemühens um Erkenntnis. Die in der Wissenschaft übliche [[Trennung]] ist hier also aufgehoben. Dabei betrachtet sich der meditierende Mensch von vornherein in seiner ganzheitlichen Existenz als Wesen aus [[Körper]], [[Seele]] und [[Geist]] mit dem [[Atem]] als [[Bindeglied]] zwischen diesen Dreien und eingebettet in [[Natur]], [[Welt]] und [[Kosmos]] sowie in [[Gesellschaft|gesellschaftliche]] [[Zusammenhang|Zusammenhänge]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Instrumente und Methoden der Erkenntnis: [[Verstand]] und [[Objektivität]] versus [[Introspektion]] und [[Intuition]]====&lt;br /&gt;
Heutige Wissenschaft strebt nach überprüfbarem, objektivem Wissen und [[Meinung|meint]] dafür allein auf den Verstand setzen zu dürfen, auf die menschliche [[Ratio]]. Man kann diesen Zusammenhang auch so [[Formulierung|formulieren]]: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil heutige Wissenschaft ausschließlich auf Rationalität setzt, lässt sie nur solche Methoden als wissenschaftlich [[Geltung|gelten]], mit denen die Ergebnisse intersubjektiv überprüft werden können. Das ist zugleich der eigentliche [[Grund]] für die Zergliederung des in seiner Ganzheit lebenden Menschen in unterschiedliche Teilaspekte, die von gegeneinander [[Abgrenzung|abgegrenzten]] wissenschaftlichen Disziplinen je gesondert [[Untersuchung|untersucht]] werden. Mit diesen [[Verfahren]] [[Verbindung|verbinden]] Wissenschaftler die [[Hoffnung]], in der je getrennten Untersuchung des Zerteilten irgendwie einmal zur [[Rekonstruktion]] des Ganzen zu gelangen, die Teilerkenntnisse also wie in einem Puzzle zum Ganzen zusammensetzen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich aber gibt es auf kaum einem [[Gebiet]] heute noch einen Wissenschaftler, der sich umfassend in allen Zweigdisziplinen seines Fachs auskennt. Erst recht ist niemand mehr in der [[Lage]], alle Wissenschaften zu überschauen. Die [[Spezialisierung]] schreitet munter weiter voran und das [[Gegenmittel]] der „interdisziplinären [[Zusammenarbeit]]“ greift nur teilweise und langsam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Yoga und Meditation&#039;&#039;&#039; lehnen – so wie ich die [[Grundlage]]ntexte und die [[Nyaya]]-[[Philosophie]], eine der sieben Hauptschulen der indischen Philosophie verstehe - den [[Rationalität]] rationalen [[Weg]] der Erkenntnis durchaus nicht ab. Denn auch Meditierende leben in dieser Welt der [[Erscheinung]]en und [[Dualität]]en und darin benötigen wir Menschen den [[Verstand]], um uns [[Orientierung|orientieren]] und angemessen [[Handlung|handeln]] zu können. Doch wird den in der Wissenschaft bevorzugten [[Quantität|quantitativen]] und den schon scheel angesehe]en [[Qualität|qualitativen]] Erkenntnisverfahren in den Basistexten der [[Yogaphilosophie]] ein nur [[Begrenzung|begrenzter]] Erkenntniswert in Bezug auf die materielle Welt der Erscheinungen zugebilligt. Die großen Meister der Meditation halten dafür, dass auf diesem Wege weder das [[Wesen]] der Menschen [[Erkenntnis|erkannt]] werden kann noch das der Welt und des Kosmos. Denn das Wesen oder das [[Ganze]]] ist nicht etwa nur mehr, sondern etwas anderes als die [[Summe]] der Teile. Es kann nur in der [[Innenschau]] mittels [[Intuition]], nicht aber [[Rationalität|rational]] erfasst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb bedient sich &#039;&#039;&#039;Yoga&#039;&#039;&#039; der [[Systematik|systematischen]] Innenschau, der Introspektion, wenn man diesen Begriff nicht auf das verkürzt, was die „Introspektionisten“ des beginnenden 20. Jhs. darunter [[Verstand|verstanden]]. Im Yoga und in der Meditation werden Praktizierende systematisch [[Anleitung|angeleitet]], ihre [[Achtsamkeit]] nach innen zu richten und in der Innenschau die [[Kraft]] der Intuition zur [[Erlangung]] von Selbsterkenntnis und von [[Erkenntnis]]sen über die äußere Welt und ihre [[Befindlichkeit]] in ihr zu [[Nutzen|nutzen]]. In der Wissenschaft wird dagegen die Introspektion heute rundweg als unwissenschaftlich [[Ablehnung|abgelehnt]], weil sie angeblich keine [[Möglichkeit]] böte, [[Objektivität|objektive]] Erkenntnisse zu erlangen, die sich nach den gleichen Methoden durch andere überprüfen lassen. Dagegen ließe sich schon Folgendes einwenden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden mehrere Menschen nach den gleichen Methoden im Meditieren angeleitet, dann können mit einiger Übung – wie wir wissen - alle die gleichen oder vergleichbare Erfahrungen machen. Wäre das nicht mit gleichem Recht als intersubjektive Nachprüfung [[Anerkennung|anzuerkennen]] wie die [[Wiederholung]] einer qualitativen soziologischen oder psychologischen [[Studie]], in der sich die Forscher der teilnehmenden [[Beobachtung]] bedienen? Neuerdings aber wachsen mit wissenschaftlichen Methoden und Verfahren zur Untersuchung der [[Struktur]]en und [[Vorgang|Vorgänge]] im [[Gehirn]] die [[Chance]]n, mit allgemein [[Anerkennung|anerkannten]] wissenschaftlichen [[Verfahren]] wenigstens ansatzweise [[Darstellung|darzustellen]], wie sich Yoga und Meditation auf die [[Funktione]]n des Gehirns [[Auswirkung|auswirken]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Intuition]] wird von der Wissenschaft ebenfalls [[Abwehr|abgewehrt]] und kaum je in ihrer [[Bedeutung]] auch für die Wissenschaft anerkannt, geschweige denn im wissenschaftlichen [[Prozess]] systematisch genutzt. Dabei trägt sie zur [[Gewinnung]] wissenschaftlicher Erkenntnisse vielleicht sogar mehr und anderes bei als der [[Verstand]]. Nur wenige Wissenschaftler aber sind so [[Souveränität|souverän]] wie [[Albert Einstein]], sich [[Offenheit|offen]] zur Intuition als dem eigentlichen Vater ihrer [[Entdeckung]] zu [[Bekennung|bekennen]]. Einstein hat in einem Brief oder [[Gespräch]] einmal sinngemäß gesagt, dass ihm die Relativitätstheorie auf einem [[Spaziergang]] in den Bergen plötzlich aufgegangen sei. Nur um sie in [[Wort]]e zu fassen, habe er danach seinen Verstand [[Anstrengung|anstrengen]] müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die meisten Wissenschaftler mit der Intuition [[Probleme]] haben, so liegt das m. E. daran, dass sich, was sie sei, weder einfach [[Definition|definieren]] noch rational [[Erklärung|erklären]] lässt. Man mag sie als [[Unmittelbarkeit|unmittelbare]] [[Eingebung]] [[Beschreibung|beschreiben]] oder als das innere [[Aufleuchten]] einer [[Idee]], woher auch immer sie kommen mag. Wer je in seinem [[Leben]] bei welcher [[Gelegenheit]] auch immer eine solche Eingebung hatte, der weiß, dass sie sich mit aller Kraft des Verstandes aus ihrem [[Versteck]] nicht hervorlocken lässt. Im [[Gegenteil]]: je mehr wir den Verstand anstrengen, ein bestimmtes Problem zu [[Lösung|lösen]], desto mehr [[Schein|scheint]] sich die Lösung zu verbergen. Geben wir alle [[Anstrengung]] auf und legen eine [[Ruhe]]pause ein oder gehen wir erst einmal – wie Einstein – [[Spaziergang|spazieren]] oder auch [[Schlaf|schlafen]], so geschieht es nicht selten genug, oft auch am frühen [[Morgen]] kurz vor oder nach dem [[Aufstehen]], dass sich plötzlich ein [[Aha]]-[[Erlebnis]] einstellt und wir die [[Lösung]] [[Fund|gefunden]] haben. Diese [[Erfahrung]] hat – so [[Gedanke|denke]] ich - jeder von ihnen selbst schon gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Intuition entspringt ganz augenscheinlich einer anderen [[Quelle]] als das verstandesmäßige [[Denken]]. Sie leuchtet zumeist unangekündigt auf und woher sie kommt, ist eine [[Offenheit|offene]] Frage. Steigt sie aus unserem eigenen inneren [[Selbst]] auf oder wird sie uns von einer höheren, [[Gott|göttlichen]] [[Kraft]] außerhalb von uns eingegeben, oder von einem [[All]]-[[Bewusstsein]], das zugleich in uns und außerhalb von uns ist? Dazu mag sich jeder seine eigenen Gedanken machen. Besonders [[Intensität|intensiv]]  – so meine [[Erfahrung]] - macht sich Intuition bemerkbar, wenn ich in die [[Stille]] gehe und [[Meditation|meditiere]]. Sie ist daher für mich recht eigentlich ein Kind der Stille und der Meditation. Diese auf der Erfahrung beruhende [[Einsicht]] machen sich alle Wege der Meditation zunutze. Sie bedienen sich in systematischer Weise der Intuition als Quelle der Erkenntnis. Und daher [[Vermittlung|vermitteln]] alle Schulen den Menschen die [[Fähigkeit]], [[Willen|willentlich]] die [[Sinne]] von der äußeren Welt [[Rückzug|zurückzuziehen]] und in das [[Schweigen]] der [[Worte]] und der [[Gedanken]] zu gehen, und damit in jene Stille, die dem [[Denken]] vorausgeht und aus der allein die [[Stimme]] der Intuition zu uns zu [[Sprache|sprechen]] [[Beginn|beginnt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Neuere Tendenzen einer Annäherung von Wissenschaft und Meditation==&lt;br /&gt;
Alle [[Schule]]n des Yoga und der Meditation haben ihr Wissen [[Jahrhunderte]] lang wie eine Art [[Geheimlehre]] behandelt. Nur an [[speziell]] [[Vorbereitung|vorbereitete]] [[Einweihung|eingeweihte]] [[Schüler]] wurde das Wissen jeweils von einem [[Meister]] direkt [[Weitergabe|weiter gegeben]]. Nach und nach aber haben Yoga und Meditation in Indien einen [[Anerkennung|anerkannten]] [[Platz]] auch im wissenschaftlichen [[Bereich]] erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen [[Rückschritt]] gab es dann während der kolonialen [[Unterdrückung]] des Landes. Doch ist das Band zwischen Yoga und Wissenschaft in Indien nie völlig abgerissen. Nach dem [[Sieg]] der [[Unabhängigkeitsbewegung]] wurden die [[Bande]] in moderner [[Gestalt]] wieder [[Leben|belebt]] und nach und nach fester geknüpft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen gibt es einige vom [[Staat]] als [[Universität]]en anerkannte [[Yogahochschule]]n, in denen anders als in den üblichen [[Ashram]]s Yoga und Meditation nicht nur [[Unterricht|unterrichtet]] werden, sondern zugleich auch Gegenstände der [[Forschung]] sind, zum [[Beispiel]] die Yoga-Universität der [[Sivananda]] Tradition in [[Munger]] und das [[Swami]] [[Rama]] [[Yoga]] [[Gurukulam]] in [[Rishikesh]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Westen]] [[Beginn|begann]] sich erst seit dem 19. Jahrhundert nach und nach für Yoga und Meditation zu [Interesse|interessieren]]. Erste [[Bericht]]e über den Yoga gelangten durch [[Reisende]] und durch Verwaltungsbeamte der britischen [[Kolonialmacht]] in den Westen. [[Verstärkung|Verstärkt]] nahm das [[Interesse]] dann zu als die ersten großen [[Yogameister]] seit dem Ende des 19. Jahrhunderts in den Westen kamen und Yoga und Meditation hier zu [[Verbreitung|verbreiten]] begannen. Beide galten allerdings lange Zeit als zwei verschiedene [[Ding]]e. Yoga wurde mit Nachwirkungen bis heute [[Trennung|getrennt]] von der Meditation als eine Art von spezieller [[Gymnastik]] betrachtet und im [[Hatha Yoga]] verbreitet so unterrichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Weg des Yoga in den Westen begann gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Erst rund 70 Jahre später begann sich die Wissenschaft des Westens für Yoga und Meditation zu [[Interesse|interessieren]], anfangs vor allem in den USA. Nach und nach öffneten sich hier anerkannte große private Forschungsstätten, Kliniken und Universitätsinstitute für Forschungen über Yoga und Meditation. Dieser Prozess nahm in den siebziger Jahren des 20. Jhd. einen größeren Aufschwung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grob gesagt kann damit die wissenschaftliche Forschung über Yoga und Meditation in den [[USA]] heute auf eine [[Geschichte]] von ca. 35 Jahren zurückblicken. Doch sind bereits in dieser [[Relativität|relativ]] kurzen Zeit unzählige [[Studien]] von Psychologen und Medizinern über die präventiven [[Gesundheit|gesundheitlichen]] [[Wirkung]]en des Yoga und der Meditation durchgeführt worden. An großen [[Klinik]]en wie u. a. an der [[Herz]]spezialklinik von Dr. Dean [[Ornish]] wurden beide auch auf ihre [Therapie|therapeutischen]] Wirkungen hin [[Erprobung|erprobt]]. Die [[Ergebnis]]se dazu sind in vielen Begleituntersuchungen [[Dokumentation|dokumentiert]] worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit einiger [[Verzögerung]] schwappte das wissenschaftliche [[Interesse]] am Yoga dann seit dem Beginn der 80er Jahre nach [[Europa]] herüber, kam aber in Deutschland so ziemlich zuletzt an, nämlich erst Ende der 80er Jahre. Immerhin gibt es auch in Deutschland nun schon seit mehr als einem Jahrzehnt eine sich langsam [[Etablierung|etablierende]] [[Yogaforschung|Yoga]]- und  Meditationsforschung]]. Die erst im Juli 2000 gegründete [[Society]] for [[Meditation]] and Meditation [[Research]] hat bereits drei wissenschaftliche [[Kongress]]e durchgeführt bzw. mit [[Veranstaltung|veranstaltet]] (2001 in Heidelberg, 2002 in Bochum und 2004 in Köln). Dieser Kongress hier ist nun der vierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts gibt es weltweit ein stärker zunehmendes wissenschaftliches Interesse an Yoga und Meditation. In Bibliographien aus neuerer Zeit werden über 900 zumeist englischsprachige [[Empirik|empirische]] Studien und [[Theorie|theoretische]] Arbeiten [[Nachweis|nachgewiesen]] und zwar über 300 allein zum [[Thema]] [[Stress]]bewältigung durch [[Yoga]] und [[Meditation]]. Etwa gleich groß ist die Anzahl der [[Psychologie|psychologischen]] und [[Medizin|medizinischen]] Studien über Yoga für [[Kinder]] und [[Jugendliche]] und über Yoga und Meditation für alte [[Mensch]]en. Diese Bibliographien wurden in den USA erstellt und [[Erfassung|erfassen]] einigermaßen vollständig nur die englischsprachige [[Literatur]], nicht aber Studien in anderen [[Sprache]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stützten sich wissenschaftliche [[Untersuchung]]en anfangs zumeist auf die [[Befragung]] [[Praxis|Praktizierender]], auf psychologische [[Test]]s und auf andere relativ weiche [[Methode]]n der Untersuchung und [[Datenerhebung]], so hat die Forschung auf diesem Gebiet seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts einen qualitativen [[Sprung]] getan und so eine neue [[Stufe]] [erreichen|erreicht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[EEG]]-[[Verfahren]] zur [[Messung]] der Gehirnströme und Bild gebende Verfahren zur Untersuchung der [[Gehirnaktivitäten]] im [[Zustand]] der Meditation in Kernspingeräten erlauben zwar noch keinen [[Perfektionismus|perfekten]] [[Einblick]] in das, was im [[Gehirn]] Meditierender vorgeht. Sie lassen aber nach und nach immer deutlicher erkennen, dass Meditation gehirnphysiologische [[Wirkung]]en hat, die als erhöhte [[Geist|geistige]] [[Wachheit]] und [[Konzentration]] bei gleichzeitiger tiefster [[Entspannung]] zu deuten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist in meinen Worten eines der wichtigsten Ergebnisse einer noch nicht publizierten, aber schon zur [[Veröffentlichung]] angenommenen bibliographischen Studie von Cahn und Polich, zweier amerikanischer Wissenschaftler von der University of [[California]] und vom renommierten Scripps Research [[Institute]]. Die [[Autor]]en haben nahezu 350 neuere und neueste empirische Studien vergleichend [[Auswertung|ausgewertet]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein großer Teil davon gilt den im EEG und im Kernspin messbaren Wirkungen der Meditation auf die Aktivitäten des Gehirns. Die auch nur grob gekürzte [[Wiedergabe]] von [[Detail]]s ihrer Ergebnisse will ich den [[Fach]]wissenschaftlern überlassen, weil das zu sehr ins Fach[[spezifisch]]e geht, von dem andere hier im Saal, wie vor allem Ulrich Ott, der deutsche [[Spezialist]] auf diesem Gebiet der Forschung, mehr [[Verstand|verstehen]] als ich. Hier nur einige kurze [[Zitat]]e aus der [[Zusammenfassung]] in [[Übersetzung]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die klinische [[Anwendbar]]keit solcher Methoden der Meditation voran bringen zu können, sei &#039;&#039;„eine [[Fortsetzung]] derartiger Untersuchungen und die [[Vergleich|vergleichende]] [[Bewertung]] ihrer Ergebnisse notwendig.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Eine große Herausforderung für die [[Grundlage]]nforschung zur Meditation verbleibt die eindeutige quantitative Unterscheidung und [[Topographie|topographische]] [[Darstellung]] des Unterschieds zwischen Meditation und Zuständen beginnenden Tiefschlafs. (……..)“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Obwohl eine umfassende empirische und theoretische Grundlage noch fehlt, ist jedenfalls eindeutig, dass „die [[Funktion]]sweise des [[Zentrale|zentralen]] [[Nervensystem]]s durch Meditation [[Beeinflussung|beeinflusst]]“ wird. Der spezifische [[Nutzen]] meditativer Praktiken in [[Verbindung]] mit psychologischen und [[Neuropharmakologie|neuropharmakologischen]] [[Therapie]]n ist eine große [[Triebkraft]] für [[Zukunft|künftige]] Studien.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse solcher Studien sind auch in [[Öffentlichkeit|populär]]wissenschaftlichen [[Bericht]]en schon [[Verbreitung|verbreitet]] worden. So z. B. in dem [[Artikel]] „Die neuronale [[Erleuchtung]]“ von &#039;&#039;&#039;Ulrich Kraft&#039;&#039;&#039; in „Gehirn und Geist“ Heft 10 2005, S.12 ff. Selbst Tage[[zeitung]]en wie die Süddeutsche haben dieses Thema bereits aufgegriffen, SZ 68. Ausgabe, 2005 S.11 „Mönche in der Magnetröhre“ ebenfalls von &#039;&#039;&#039;Ulrich Kraft&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch an deutschen Universitäten gibt es inzwischen Wissenschaftler, die sich im [[Kontext]] von Forschungen über die Funktionsweise des Gehirns (wie z. B. über Neurokognition) für die Wirkungen der Meditation auf die Funktionen des Gehirns interessieren. Anstatt Meditationsforschung weiterhin pauschal abzulehnen und für Rufschädigung zu halten, nehmen sie Forschungen dazu auf und [[Betreuung|betreuen]] [[Diplom]]- und [[Doktor]]arbeiten zu dieser Thematik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Große Meditationsmeister, wie z. B. der [[Dalai Lama]] und Sri [[Swami]] [[Veda]] [[Bharati]], die beide in engem [[Austausch]] miteinander stehen, [[Unterstützung|unterstützen]] die [[Bemühung]]en der Wissenschaft. Sie stellen sich selbst für [[Untersuchung]]en der [[Zustand|Zustände]] ihres [[Bewusstsein]]s in der Meditation zur [[Verfügung]] und fordern ihre Schüler auf, das ebenfalls zu tun. Dieser [[Aufforderung]] bin ich in Bremen vor vier Wochen nachgekommen. Von hier aus möchte ich Meditierende aller [[Richtung]]en mit längeren [[Erfahrung]]en, aber auch Anfänger in der Meditation dringend bitten, sich im Interesse der an dieser Thematik arbeitenden Nachwuchswissenschaftler ebenfalls auf eine solche Untersuchung einzulassen. Für mich war es eine [[Erfahrung]], die mich auch ganz persönlich [[Bereicherung|bereichert]] und auf meinem [[Weg]] vorangebracht]] hat. Vor allzu großen [[Erwartung]]en in diese Forschungen – so denke ich - muss [[warnung|gewarnt]] werden. Die hier [[Präsenz|anwesend]]en Wissenschaftler, die schon jetzt an derartigen Studien arbeiten oder sie unterstützen, wissen besser als ich um die [[Möglichkeit]]en und [[Grenze]]n dessen, was auch mit den neuesten Apparaturen technisch machbar ist. Eines, so scheint mir, kann jetzt schon gesagt werden: Das Eigentliche, worum es der Meditation geht, die subjektive Erfahrung des [[Wille|willentlich]] herbeigeführten anderen, höheren [[Zustand]]s des Bewusstseins, wie immer man den in den [[Unterschied||unterschiedlichen]] Traditionen bezeichnen mag - [[Samadhi]] oder [[Satori]] oder [[Befreiung]] - wird für die Wissenschaftler ein [[Geheimnis]] bleiben. Was es subjektiv [[Bedeutung|bedeutet]], in den Zustand des Samadhi oder in die große [[Leere]] [einzutreten, diese Erfahrung erschließt sich nur dem, der die meditative [[Reise]] in das nahe liegende und dennoch unbekannte [[Innere]] antritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Eigene Erfahrung als Yogalehrer und Wissenschaftler==&lt;br /&gt;
Zusammenfassung meiner eigenen Erfahrungen in zwei Sätzen: Ich kann als Wissenschaftler Yoga betreiben und Yogalehrer sein, ohne mich von der Wissenschaft lossagen und meinen rationalen Verstand an der Garderobe abgeben zu müssen. Ich [[Gewinn|gewinne]] sogar etwas auch für die Wissenschaft [[Wichtiges]] hinzu: eine [[Verstärkung|verstärkte]] [[Intuition|intuitive]] Kraft, die in meinen Meditationen von Zeit zu Zeit mit kleineren oder größeren Erkenntnissen aufleuchtet! Der anfangs befürchtete [[Spagat]] ist für&lt;br /&gt;
mich inzwischen ein erträgliches Stehen auf beiden Beinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Persönlichem habe ich [[Beginn|begonnen]] und damit will ich schließen. Warum ich nach meiner [[Tumor]]operation den spirituellen Weg eingeschlagen habe und nicht wieder in die alten Geleise zurück geraten bin, wie man das immer wieder von Menschen nach ähnlich einschneidenden Erfahrungen hört, mag mit der folgenden Geschichte zusammenhängen. Sie deutet darauf hin, dass ich schon seit meiner Schulzeit auf dem spirituellen Weg war, ohne das selbst zu wissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Albrecht Haushofer, ein bedeutender Wissenschaftler und Dichter, den die Nazis wegen [[Zugehörigkeit]] zum [[Widerstand]] zum [[Tod]]e [[Verurteilung|verurteilt]] und in Moabit hingerichtet haben, hat in seiner [[Tod]]eszelle wunderbare Sonette geschrieben, darunter eines auf eine Mücke, die er im ersten [[Impuls]] erschlagen wollte, dann aber [[Ruhe|ruhig]] [[Beobachtung|beobachtete]], während sie sich von seinem [[Blut]] nährte. Die letzten Zeilen dieses Gedichts lauten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Wir sind ja beide, Mensch und Mücke, nichts als kleine Schatten eines großen Lichts“.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beeindruckt von diesem [[Gedicht]] habe ich als Schüler 1957 ein Jahr vor dem Abitur vom Spätherbst an täglich im Erdkundezimmer, das ich damals verwaltete, eine Mücke genährt. Beim ersten Mal habe ich meinen Finger unmerklich langsam an sie angenähert, bis sie aufsprang, [[Stich|stach]] und zu saugen begann. Als sie rundum gesättigt war, setzte sie sich wieder auf ihren [[Platz]] am Fenster und dort saß sie von da an immer, bis ich morgens kam und ihr wieder meinen [[Finger]] anbot. Am Tag vor den Weihnachtsferien habe ich sie mittags vor dem Verlassen der Schule noch einmal saugen lassen und als ich im Januar wieder in die Schule kann, lag sie tot auf dem Fensterbrett genau unter der Stelle, wo sie vergeblich auf meinen Finger gewartet haben mag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kann mir irgend jemand [[Erklärung|erklären]], warum ich von da an in meinem ganzen [[Leben]] von Mücken in den verschiedensten [[Nähe|nahen]] und [[Ferne|fernen]] [[Gegend]]en der [[Welt]] fast immer nur dann gestochen worden bin, und zwar selbst in den dicksten Schwärmen, wenn ich es ihnen angeboten oder mindestens [[Mentalität|mental]] [[Erlaubnis|erlaubt]] habe? Könnte das kausal mit meiner Blutspende an die Mücke in meiner Schulzeit zusammenhängen? Und um welche [[Art]] von [[Kausalität]] handelt es sich? Um eine im [[Sinne]] der Naturwissenschaft? Hat mein [[Handeln]] eine auf mich bezogene [[Genetik|genetische]] Stechhemmung in allen Mückenarten der Welt [[Wirkung|bewirkt]]? Oder folgen die Mücken einer Art [[Moral]][[kodex]], der ihnen [[Verbreitung|verbietet]], ohne [[Einwilligung]] das Blut von [[Wohltäter]]n der [[Spezies]] anzuzapfen? Oder hat meine Mücke damals [[Stellvertretung|stellvertretend]] für ihre Artgenossen einen [[Vertrag]] mit mir geschlossen, besiegelt mit meinem Blut, an den sich alle Mücken der Welt bis heute halten, weil sie anders als wir Menschen von [[Natur]] aus vertrags[[treu]] sind? Die wenigen [[Ausnahme]]n, die es auch gegeben hat, erkläre ich mir damit, dass mich diese Mücken irrtümlich für einen anderen [[Mensch]]en oder gar für ein [[Tier]] gehalten haben. Warum sollten sich nicht auch Mücken irren? Selbst Wissenschaftlern geht es ja oft nicht anders. Ist doch die [[Geschichte]] der Wissenschaft zugleich auch die Geschichte wissenschaftlicher Irrtümer. Leider sind nur wenige Wissenschaftler zu [[Lebzeiten]] so [[selbstkritisch]] wie jener in den Geschichten des weisen Brecht vom Herrn Keuner. Der antwortete auf die [[Frage]], was er tue: &#039;&#039;&amp;quot;Ich bereite gerade meinen nächsten [[Irrtum]] vor&amp;quot;!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Schlussentspannung]]: [[Atem]][[achtsamkeit]]&lt;br /&gt;
R. W.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sonstiges==&lt;br /&gt;
Vgl. auch  etwa:&lt;br /&gt;
[[Buddhismus]]:  zum Beispiel der [[Dalai Lama]], Yongey Mingyur Rinpoche oder [[Jack Kornfield]] erklären, dass der  bis zur heutigen [[Praxis]] weniger eine [[Religion]] als vielmehr eine Wissenschaft des Geistes ist: ...erprobt, hat überprüfbare ... Beschreibungen für menschliches Empfinden und Verhalten;  konkrete Übungen und Techniken zur [[psychotherapie|Überwindung]] vieler menschlicher Konflikte und Sorgen. Damit überbrückt der Buddhismus die oft als schmerzlich empfundene Kluft zwischen Wissenschaft und Religion, zwischen Innovation und alter Überlieferung. ..&lt;br /&gt;
[[Albert Einstein]]: wenn  Religion - mit den Erfordernissen der modernen Wissenschaft vereinbar -  er (B.)Carl Friedrich von Weizsäcker stellte sich en Zukunftsmenschen als ein Individuum vor, in dem christliche [[Psychotherapie|Ethik, wissenschaftliches Denken und die buddhistischen Stärken]] integriert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein eventuelles Beispiel: Sogenannte [[Nonne]]nstudien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;In Amerika (..)  600 Nonnen eines katholischen Ordens (gaben..)  ihr Gehirn der Wissenschaft. Die Schwestern wurden im regelmäßigen Abstand (und) die Hirne nach dem [[Tod]] untersucht. Da gab es Nonnen, die waren blitzgescheit bis zu ihrem Tod und hatten doch Gehirnveränderungen, die auf ein schwerstes Alzheimer-Stadium hindeuteten. Das Gleiche sehen wir bei Parkinson.&amp;quot;   Trotz der objektiven [[Messung]] (posthum): sie waren  gesund geblieben. Wahrscheinlich schützten ein regelmäßiger Tagesablauf mit [[Zeit]] für ein geradezu [[heilig]]es [[mehr]] im [[Kloster]] ohne [[fernsehen|Informationsfluten]]; und auch [[Mittelmaß|maßvolle]] [[körper]]liche Bewegung, gesunde [[Ernährung]] ohne  zu [[Nikotin|rauchen]], [[Singen]]... (vgl wikipgenauer / zu belegen / eigener Artikel vielleicht):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Wissenschaftliche Studien]]&lt;br /&gt;
* [[Kunst]]: [http://mein.yoga-vidya.de/video/om-namo-nayanaya-geschichte]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p42_Die-Wissenschaft-des-Pranayama/ Swami Sivananda: Die Wissenschaft des Pranayama]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p208_Bleep---What-the-Bleep-do-we--now--/ Bleep - What the Bleep do we (k)now!]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/ayurveda/ Ayurveda - die Wissenschaft vom Leben]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/center/haus-bad-meinberg/yoga/was-ist-yoga/ Was ist Yoga?]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/wissenschaft/ Yoga als universelle Wissenschaft]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Buch/Wissenschaft/science00.htm Online Buch: Yoga als eine universelle Wissenschaft]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/yogatherapie/lesestoff/wissenschaftl-arbeiten/ Wissenschaftliche Arbeiten]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/service/presse/pressemitteilungen/detailansicht/article/forschungspreis-fuer-meditation-bei-yoga-vidya-in-bad-meinberg-vergeben/ Forschungspreis für Meditation bei Yoga Vidya]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/tag/wissenschaftliche-arbeiten/ Wissenschaftliche Arbeiten - Highlights]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/yogatherapie/lesestoff/artikel/ Yoga im Spiegel der Wissenschaft]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/interessengebiet/yoga-und-meditation-einfuehrung/ Yoga und Meditation Einführung]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Multimedia==&lt;br /&gt;
===Thomas Hübl: Inner Science - Die Wissenschaft des Erwachens===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|pAYAbtDRxfg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vortrag von Sukadev: &amp;quot;Braucht Yoga die Wissenschaft&amp;quot;?===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|1Qu4nRajEfg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vortrag: Meditation in naturwissenschaftlicher Forschung===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|UC6Xozp03Tc}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Quantenaktivist===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|kGbiR2MORYw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Weitere Gedanken zum Thema====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039;&#039;   erweitert das [[Vidya|Wissen]] durch methodische Forschung  nach neuen Erkenntnissen. [[Statistik|Statistische]] Tabellen gehen immer mehr in [[Messung|Einzelheiten]] der [[Psychologie]] beispielsweise, fort von ganzheitlicher [[Erfahrung|Praxis]] -  das   unterscheidet sich von [[Weisheit]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dogmatische Lehrsätze, womöglich  an  &amp;quot;die Erde ist eine Fläche&amp;quot; [[glauben]] zu sollen, sind sowieso [[Eignung|etwas anderes]]... verglichen mit  [[sinn]]voller [[Tradition]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemein gibt es in der [[Wirkungsforschung]] [[logos|viele Ursachen zugleich]], von denen oft schon eine wirkt... Menschen sind sehr unterschiedlich etc... Indes:  [[Wirkungen des Yoga]] und der [[Meditation]] lassen sich auch [[Wissenschaftliche Studien|beforschen]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vgl.: &amp;quot;&#039;&#039;Altes Wissen schafft neue Wissenschaft&#039;&#039;: Erkenntnisse [[mode]]rner &#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; stützen und bestätigen das intuitive [[Erfahrung]]swissen der alten [[Yogi]]s  [[mehr]] und mehr:  Kongress 11/2011 [https://www.yoga-vidya.de/events/yoga-kongress/]&amp;quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;&amp;quot;Wissenschaft hilft gegen [[Scharlatan|Aberglauben]] und etwa Schwermetall-Gifte [[Mode|früher]] in [[Ayurveda]] Heilmitteln (...) Und nach einiger [[Zeit]] wirken viele Forschungsergebnisse wieder [[Fahrender yogi|überholt]].&amp;quot; [[Zitat]] provisorisch ungenau, hier ab zu tippen: [ http://mein.yoga-vidya.de/video/satsang-vom-yoga-kongress-2011-bei-yoga-vidya-bad-meinberg]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
.....&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwa teilnehmender Beobachtung[http://de.wikipedia.org/wiki/Teilnehmende_Beobachtung] oder auch ethnologischen Studien-Reportagen  wie denen der Margaret Mead  wird von   der  &#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; oft  zu wenig [[Distanz]] vorgeworfen. Große Zahlen - wie auch im [[Breitensport]] - sind etwas anderes...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ein möglicher Satz dazu: &lt;br /&gt;
::&#039;&#039;Wo kriege ich mehr (Anhänger) statt was ist richtig; so sind auch [[Öffentlichkeit|Umfrageergebnisse]] über was man tut etc. kein in sich Maßstab für das [[Wahrheit|Wahre]] und das Richtige, wie man lebt&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Unterschied zwischen Wünschenswertem, auch wenn &#039;&#039;wissenschaft&#039;&#039;lich belegt - und trotzdem evtl. ganz abweichender [[Praxis]] (erforschen): die Kluft...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch [[Binsenwahrheit|Binsenwahr]]:  die Naturwissenschaften werten gern die anderen  mit  so vielschichtigen  Gegenstandsbereichen wie  [[Seele]],   [[Tradition]]...als Müll&#039;&#039;wissenschaften&#039;&#039; / zweiter Klasse ab, u. a. weil Handlungswissen für Märkte fehlt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indes: Gerade auch die [[Bhagavadgita]] wird u.a. &amp;quot;&#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; des Lebens&amp;quot; genannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Swami]] [[Sivananda]] beschreibt &#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; im [[Fliegender Yogi|technischen]] [[Zeit]]alter auch geradezu mit [[Distanz]].  und: &amp;quot;&#039;&#039;7. Schulbildung ist unvollständig, solange sie nicht einführt zu vermitteln, dass Wissen unbegrenzt ist.&#039;&#039;&amp;quot; ([[Göttliches Elexier]], 9)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere mögliche [[Zitat]]e: &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;ein [[tor|Schlüssel]] jenseits all unseres angehäuften [[Vidya|Wissen]]s und der vielen Worte, die uns den Blick auf uns selbst und die Welt eher verstellen als erhellen.&amp;quot; (Hempel, [[Reclam Verlag]] [[Zen]]-[[Yoga]], S. 10)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;Es gibt eine berühmte Unterweisung in der [[Zen]]-[[Tradition]], in der ein Schüler nach dem [[Mond]] fragt. Ein Zweig wird benutzt, um auf ihn zu zeigen, und die Lehre warnt uns, den Zweig nicht mit dem Mond zu verwechseln. Das Problem [[bibliotherapie|mit den Worten]] ist, dass sie Zweige sind – sie können nie der Mond sein. Im besten Fall sind sie [[Sundaram|wunderschöne]] Zweige, die die Form, das [[Licht]] oder die Herrlichkeit des Mondes beschreiben und es unseren Augen erlauben, ihn direkt anzusehen. Im schlimmsten Fall sind sie weitverzweigte Äste, die sich in viele Richtungen ausbreiten und uns noch mehr durcheinanderbringen. &lt;br /&gt;
&amp;quot;S. 9 hier:  [http://theseus-verlag.de/Verlage/Theseus/Theseus-Top-10-Bestseller/Schatten-auf-dem-Pfad.html]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Studien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga und Wissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sutra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Wissenschaft&amp;diff=46776</id>
		<title>Wissenschaft</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Wissenschaft&amp;diff=46776"/>
		<updated>2013-02-27T08:34:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sutra: /* 1. Blick: Yoga und Wissenschaft. */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Wissenschaft und Yoga - gegensätzliche Welten?==&lt;br /&gt;
Artikel von R. W., erschienen im Yoga Vidya Journal Nr. 15, Frühjahr 2006. Entstanden aus einer Niederschrift eines Vortrags bei einem Kongress „[[Yoga]] und [[Meditation]]“ bei Yoga Vidya Bad Meinberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemeldet habe ich mich zu diesem Kongress mit dem Angebot, in einem Workshop oder Arbeitskreis von meinen persönlichen [[Erfahrung]]en als [[Wissenschaft]]ler und [[Yogalehrer]] zu berichten. Als ich mich dann im Kongressprogramm unversehens als Redner für den Eröffnungsvortrag wieder fand, schien mir, dass dafür ein lockeres Plaudern über meine Erfahrungen nicht ganz angemessen sei. Deshalb müssen sie sich nun einen Vortrag zumuten lassen. Um diese [[Zumutung]] aber in [[Grenze]]n zu halten, werde ich mehrfach eine Denkpause einlegen. Dann haben sie und ich [[Gelegenheit]], uns kurz zu [[Sammlung|sammeln]] und die Eingangsübung zu wiederholen. Beginnen will ich mit dem, was angekündigt war und nun in den Untertitel gerutscht ist: dem Biographischen. Es folgen dann vier Blicke auf das [[Thema]]. Als erstes will ich zeigen, dass Wissenschaftler, vor allem in Deutschland, Yoga und Meditation ganz verbreitet für etwas [[Irrationalität|Irrationales]] und damit Unwissenschaftliches halten. Als zweites werde ich auf begründete [[Zweifel]] eingehen, die in der neueren philosophischen [[Diskussion]] an der vermeintlichen [[Rationalität]] der Wissenschaft vorgebracht worden sind. Als zweites will ich aus meiner Sicht [[Gemeinsamkeit]]en und Unterschiede im Verhältnis von Yoga und Wissenschaft aufzeigen. Als viertes schließlich möchte ich von einigen neueren [[Entwicklung]]en im Verhältnis von Wissenschaft und Yoga berichten. Sie lassen darauf hoffen, dass sich westliche Wissenschaft und östliche [[Weisheit]]slehren und Meditationsschulen allmählich doch für einander öffnen und zu einem wechselseitig [[Fruchtbarkeit|fruchtbaren]] [[Austausch]] gelangen könnten. Ein noch winziger [[Hoffnung]]sschimmer ist die „Society for Meditation and Meditation Research“, die diesen Kongress mit veranstaltet. Die [[Widerstand|Widerstände]] gegen einen [[Wandel]] sind freilich stark und der [[Weg]], sie zu [[Überwindung|überwinden]] wird lang und [[Beschwerlichkeit|beschwerlich]] sein. Machen wir uns da nichts vor!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Nun aber erst zum Persönlichen===&lt;br /&gt;
Von 1974 bis zur Pensionierung im Februar 2003 habe ich an der Uni Bremen [[Arbeit]]srecht gelehrt. Mit nur einer längeren [[Unterbrechung]] bin ich meinen [[Aufgabe]]n in [[Forschung]] und [[Lehre]] nach besten [[Kräfte]]n nachgekommen. Schon seit meiner [[Student]]enzeit habe ich mich der [[Politik|politischen Linken zugeordnet, jedoch ohne [[Bindung]] an eine Partei. Seit 1972 bin ich Gewerkschaftsmitglied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weltanschaulich hielt ich mich bis in mein 50stes Lebensjahr für einen am Marxismus orientierten [[Atheist]]en, war aber eher ein nicht ganz [[Unglaube|ungläubiger]] Nichtchrist. Wenn ich noch während meiner Lehrtätigkeit in den neunziger Jahren Yogalehrer wurde und zwar in der [[Spiritualität|spirituellen]] [[Tradition]] der[[ Meister]] des [[Himalaya]]s, so hat das mit der bereits erwähnten [[Unterbrechung]] zu tun und die war durch eine einschneidende [[Lebenskrise]] [[Zwang|erzwungen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Mitte meines 50. Lebensjahrs brach die Fassade des linken und dennoch durchaus [[Erfolg|erfolgreichen Akademikers schlagartig zusammen. Meine [[Ehe]] war längst [[Bruch|zerbrochen]]. Die [[Hoffnung]]en, sie wieder kitten zu können, zerschlugen sich endgültig im Juli 1988, als ich kurz vor einer geplanten Forschungsreise nach Japan auch [[Körper|körperlich]] und [[Psyche|psychisch]] zusammenbrach: [[Diagnose]] Gehirntumor. Vor und während der 4 Std. dauernden [[Operation]] hatte mein [[Leben]] - wie mir der operierende [[Arzt]] später sagte - an einem seidenen [[Faden]] gehangen. Diese [[Erfahrung]] [[fordern|forderte]] einige Tage nach der OP meinen [[Lebensmut]] heraus und führte noch in der [[Klinik]] zu dem [[Entschluss]], mich und mein Leben von [[Grund]] auf zu [[ändern]]. Schon ab Februar 1989 besuchte ich [[Yogakurs]]e und [[praktizieren|praktizierte]] täglich morgens eine Stunde lang oder auch länger [[Yogaübung]]en. Daneben hätten sie mich damals in [[Therapie|psychotherapeutischen]] [[Sitzung]]en und als zumeist einzige männliche [[Teilnehmer]]in in einer Frauentanzgruppe und beim Tango Argentino treffen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ich nach der erzwungenen [[Pause]], körperlich noch gezeichnet, meine [[Tätigkeit]] an der [[Uni]] wieder [[Aufnehme|aufnahm]], merkte ich schon bald an den [[Blick]]en meiner Kolleginnen und [[Kollege]]n, dass sie mich mindestens für wunderlich, wenn nicht gar für leicht [[Anormalität|anormal]] hielten, für einen mit einem Dachschaden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einige meiner Kollegen war das [[Maß]] dann offenbar voll, als sich folgendes ereignete: vom Bremer Regionalfernsehen wurde ich für einen gesundheitspolitischen [[Beitrag]] um ein [[Interview]] zu der [[Frage]] [[gebeten]], wie sich mein Leben durch [[Krankheit]] und [[Operation]] [[Veränderung|verändert]] habe. Dieses Interview wurde auf meinen [[Vorschlag]] nach einer kurzen [[Sequenz|Tanzsequenz]] im Kreise meiner Frauengruppe aufgezeichnet und war sehr kurz. Denn ich sagte sinngemäß eigentlich nur, dass ich - wie man ja sehen könne - meine [[Lebenszeit]] jetzt anders und intensiver [[Nutzen|nutze]] und mir meine [[Arbeit]] nicht mehr das Wichtigste im Leben sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vermutlich in [[Reaktion]] auf dieses Interview fragte einer meiner Jurakollegen bei einer auf [[Gesundheitswissenschaft]] [[Spezialisation|spezialisiert]]en Kollegin an, ob noch [[Normalität|normal]] sei, was ich da triebe. Die Kollegin, die mich gut kannte, [[Information|informierte]] mich, ohne den [[Name]]n zu nennen. Sie hatte ihm gesagt, er solle mich selbst [[Frage|fragen]]. Ich weiß bis heute nicht, wer es war und auch nicht was ich [[Antwort|geantwortet]] hätte, habe aber von da an in meinem [[Fachbereich]] [[Friheit|frei]] nach dem [[Motto]] gelebt: &amp;quot;Ist der [[Ruf]] erst ruiniert…..&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach ca. zwei Jahren der [[Yogapraxis]] [[Entschluss|entschloss]] ich mich, eine [[Ausbildung]] zum [[Yogalehrer]] [[Aufnahme|aufzunehmen]]. Zu dieser [[Zeit]] war trotz erster positiver [[Erfahrung]]en auch in meinem [[Kopf]] noch die [[Sperre]], dass es sich beim Yoga um etwas Irrationales handele. Vor allem die Meditation hielt ich für [[Unvereinbarkeit|unvereinbar]] mit meiner [[Verpflichtung]] auf die wissenschaftliche Rationalität. Wie würde ich den [[Spagat]] zwischen diesen beiden [[Gegensatz|gegensätzlichen]] Welten aushalten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dieser bangen Frage fuhr ich im Februar 1992 in das erste Ausbildungswochenende am &amp;quot;[[Himalaya Institut]] für [[Yogawissenschaft]] und [[Philosophie]]&amp;quot;. Wegen dieses Namens meinte ich, mit meinen [[Zweifel]]n hier am besten aufgehoben zu sein. Schon am ersten [[Tag]] [[Erfüllung|erfüllte]] sich meine [[Erwartung]] voll. Bis heute [[Begleitung|begleitet]] mich seitdem die [[Botschaft]] des Ausbildungs[[leiter]]s, Wolfgang Bischoff. Er begann zwar seinen [[Einführung]]s[[vortrag]] mit einem für mich damals noch befremdlichen [[Sprechgesang]], einem [[Mantra]], befremdlich, weil ich da das Irrationale des Yoga auf mich zukommen sah, doch schloss er den Vortrag mit den [[Wort]]en: &amp;quot;Glaub mir kein Wort, [[Zweifel|bezweifle]] alles, was ich sage, aber mach die Übungen, die ich dir empfehle und überprüfe selbst!&amp;quot; Das entsprach voll meinem Credo als Wissenschaftler! In Ahrensburg lernte ich nicht nur Yoga-Übungen und erste Meditationen, sondern erhielt auch [[Kenntnis]]se über die indische Philosophie, vor allem über die Yoga-, [[Sankhya|Samkhya]]- und [[Vedanta]]philosophie. Hinzu kamen Anstöße, auch über Grundfragen von Wissenschaft und Philosophie des Westens nachzudenken, die mich seit meinem [[Studium]] kaum noch [[Beschäftigung|beschäftigt]] hatten. Vor allem [[Bewegung|bewegte]] mich die Frage: Was eigentlich ist Wissenschaft? Da war ich nun viele Jahre beruflich als Wissenschaftler tätig gewesen, aber kaum je war mir diese Frage in den [[Sinn]] gekommen oder gestellt worden. Nun konnte und wollte ich sie nicht länger [[Verdrängung|verdrängen]]. Damit bin ich über das Persönliche des Unterthemas beim [[Sachlichkeit|Sachlichen]] und beim [[Thema]] angekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wissenschaft und Yoga – gegensätzliche Welten?===&lt;br /&gt;
Dazu zwei Vor[[bemerkung]]en:&lt;br /&gt;
1. Soweit im Folgenden von Yoga die [[Rede]] ist, meint das für mein [[Verständnis]] immer auch die Meditation in einer [[denkbar]] breiten Palette von Übungs[[methode]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
n. Denn Yoga [[zielen|zielt]] – das muss ich hier nicht [[näher]] [[ausführen]] - in allen seinen [[Teile]]n [[letztlich]] auf die Meditation als der [[oberste]]n [[Stufe]] des achtstufigen Weges nach [[Patanjali]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seinem [[Yogasutra|Yoga Sutra]] zufolge [[dienen]] die [[körperlich]]en [[Übung]]en (Asanas) nur dem [[Zweck]], Menschen auf die Meditation [[vorbereiten|vorzubereiten]]. Sie sollen [[befähigen|befähigt]] werden, über eine längere Zeit im [[aufrecht]]en [[Sitz]] zu [[meditieren]], ohne durch körperliche und [[mental]]e [[Störung]]en [[ablenken|abgelenkt]] zu werden. Dem [[gleich]]en [[Zweck]] dienen die Übungen mit dem [[Atem]] und der [[Lebensenergie]] ([[Pranayama]]) und das [[Zurückziehen]] der [[Sinne]] von den [[Objekt]]en der [[äußere]]n Welt ([[pratyahara]]). Wegen der [[zentral]]en [[Rolle]] der Meditation im Yoga nach Patanjali prägte mein [[Lehrer]], [[Sri]] [[Swami]] [[Rama]], einer der [[bedeutend]]sten [[Yogi]]s des vorigen Jahrhunderts, die [[Definition]]: „Yoga is meditation in action“ zu dt. „Yoga ist Meditation im [[Handeln]]“ oder auch „ist [[Achtsamkeit]] im Handeln“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Unmittelbar beziehen sich meine [[Ausführung]]en zwar nur auf den Yoga. Doch stehen sie für das [[Verhältnis]] der Wissenschaft zu anderen [[spirituell]]en [[Lehre]]n und Meditationspraktiken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1. Blick: Yoga und Wissenschaft.===&lt;br /&gt;
Auf den ersten [[Blick]] [[scheinen|scheint]] es aus der [[Perspektive]] beider – des Yoga wie der Wissenschaft - keine einander fremderen Welten zu geben als eben diese beiden. Wie suspekt vielen Wissenschaftlern alle östlichen Weisheitslehren und alles ist, was mit Meditation zusammenhängt, mag folgendes [[Zitat]] aus dem philosophischen Beitrag eines Professors der Paläobiologie und Geologie belegen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Heute tauchen vereinzelt [[Missionar]]e des Irrationalen in der [[Ethnologie]] und [[Anthropologie]] auf, kann in der Philosophie die Ablehnung der reinen, der [[wissenschaftlich]]en [[Ratio]] zu einem Plädoyer für die Einbeziehung der [[Mystik]] und Meditation (…) werden. Selbst in den auf [[nüchtern]]e [[Sachlichkeit]] so [[bedacht]]en [[Naturwissenschaften]] sägen heute einige dem Irrationalen Zuneigende eifrigst am eigenen Ast. Nicht zuletzt eine Reihe von Physikern, die sich (…) in den Irrgarten ostasiatischer Mystik oder in [[parapsychologisch|parapsychologische]], dubiose Winkel verirrt haben!“&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Anmerkungen zu dieser Textstelle [[erfahren]] wir, was und wen er damit u. a. meint: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Gewisse Abschnitte in C. F. Weizsäcker: Der [[Garten]] des [[Menschlich]]en.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sollte sich der große [[Physiker]] und [[Philosoph]] von Weizsäcker [[Wirklichkeit|wirklich]] ins Irrationale verirrt haben? Genügt als [[Beleg]] dafür, dass Weizsäcker u. a. Vorworte zu zwei spirituellen Büchern geschrieben, ein Interview über seine Meditationserfahrungen gegeben und beides in seinem Buch veröffentlicht hat? Dieser Angriff richtet sich nicht nur gegen von Weizsäcker, sondern gegen mehrere ebenfalls namentlich genannte Wissenschaftler wie z. B. &#039;&#039;Fritjof Capra&#039;&#039;. Vor den [[Auge]]n unseres Gewährsmannes tut sich offenbar ein großer Sumpf an Irrationalität auf, in dem die von ihm vertretene [[Lehre]], rein rationale Wissenschaft zu [[versinken]] droht. Eine Satire möchte man schreiben, wenn die [[Sache]] nicht ernst wäre. Denn diese Äußerungen stehen stellvertretend für das [[Denken]] vieler Wissenschaftler, die das nur nicht so dankenswert offen und deutlich sagen. Meine eigenen Erfahrungen belegen das. Yogis und Meditierende aller [[Traditionen]] haben aber – wenn ich [[recht]] sehe - ihrerseits ein mindestens distanziertes [[Verhältnis]] zur anderen Seite, zur Wissenschaft. Diese Distanz scheint in den Erfahrungen und in der [[Einstellung]] Meditierender zu [[wurzeln]]: &#039;&#039;„Ich weiß, welche Erfahrungen ich im Meditieren mache und ich weiß auch, dass ich weiß oder dass ich nichts [[Wissen|weiß]]. Das brauche ich mir doch von einem Wissenschaftler nicht auch noch bescheinigen zu lassen.“&#039;&#039; Verkannt wird dabei die gesellschaftliche Bedeutung von Wissenschaft für die Akzeptanz und damit auch für die Verbreitung der Meditation und anderer spiritueller Praktiken in breiten [[Kreise]]n der [[Bevölkerung]], die wir dafür gewinnen wollen. Verkannt wird dabei auch, wie wichtig die wissenschaftliche [[Akzeptanz]] in unseren Breiten ist, um etwa die Anerkennung von Meditation als wirksame Gesundheits[[prävention]] oder gar als [[Heilverfahren]] zu erlangen, mit der [[Folge]], dass gegebenenfalls die Kassen für die Kosten ihrer [[klinisch]]en und [[therapeutisch]]en [[Anwendung]] aufzukommen hätten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2. Blick: Kritik der wissenschaftlichen Vernunft===&lt;br /&gt;
Unter diesem Titel [[Veröffentlichung|veröffentlichte]] Kurt Hübner 1977, damals [[Professor]] für Philosophie an der [[Universität]] Kiel, ein umfängliches philosophisches [[Werk]]. Darin weist er [[Stütze|gestützt]] auf [[Analyse]]n anscheinend rein rationaler [[Argumentation]]en der [[Mathematik]] und auf wissenschaftliche Methoden und [[Ergebnis]]se der Geschichtswissenschaft nach, wie unhaltbar die zumeist ungeprüfte [[Annahme]] ist, dass in der Wissenschaft [[Ausschließlichkeit|ausschließlich]] und allein das [[Prinzip]] der Rationalität [[Regierung|regiere]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hübner bezieht sich auf die griechische [[Mythologie]], aus der heraus sich heutige Philosophie und Wissenschaft überhaupt erst [[Entwicklung|entwickelt]] haben und in der er eine eigene Rationalität ausmacht. Im [[Vergleich]] dazu verdeutlicht er, wie stark rational nicht begründbare [[Element]]e selbst noch die heutige Wissenschaft [[Prägung|prägen]]. Umfängliche Zitate aus Hübners Werk will ich ihnen und mir ersparen. Die können sie in der gedruckten ausführlicheren [[Fassung]] nachlesen. Hier nur zwei Zitate aus Hübners [[Schlussfolgerung]] am Ende seiner [[Gründlichkeit|gründlichen]] [[Analyse]]: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Nichts wäre (….) falscher, als dem Mythos, wie das oft geschieht, Irrationalität zu [[Unterstellung|unterstellen]], dem die Wissenschaft als etwas Rationales entgegentritt.“ An späterer [[Stelle]] der [[Zusammenfassung]] schreibt Hübner: Es gibt (….) keinen [[Theorie|theoretisch]] [[Zwang|zwingenden]] [[Grund]] [[Annahme|anzunehmen]], dass alle Welt mythische Sichtweisen als solche, (.....) ins Reich des [[Märchen]]s [[Verbannung|verbannen]] muss, wenn sie nicht (…..) den [[Verstand]] [[Verlust|verlieren]] will.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer H. gewidmeten Festschrift „Zur [[Kritik]] der wissenschaftlichen Rationalität“ (1986) haben sich mehrere Philosophen seiner Kritik angeschlossen und seine [[Argumentation]] in die eine oder andere [[Richtung]] ausgebaut. Für [[Nachweis]]e und Zitate [[Verweis|verweise]] ich sie ebenfalls auf die schriftliche Fassung. So schreibt Kockelmans, ein amerikanischer Philosophieprofessor, mit [[Bezug]] auf die [[Sozialwissenschaft]] u. a.: Man sollte s. E. erkennen, „dass es mythische [[Dimensionen]] sowohl in der Wissenschaft als auch in der Philosophie gibt.“ &#039;&#039;In der Wissenschaft erblickt er sie - ganz ähnlich wie Hübner - in „tief eingewurzelten Überzeugungen (…), für die (bis jetzt) keine rationale [[Rechtfertigung]] gegeben worden ist“.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Hübner noch zwischen Wissenschaft und Mythos [[Klarheit|klar]] [[Unterscheidung|unterscheidet]] und nur [[Vergleichbarkeit|Vergleichbares]] in beiden ausmacht, geht MacCormac, ein Wissenschaftstheoretiker aus den USA, noch einen [[Schritt]] weiter. Er behauptet, dass bestimmte vermeintlich wissenschaftlich bewiesene [[Tatsache]]n selbst eine Art Mythos sind. Wissenschaftler bedienen sich nämlich zur [[Erklärung]] und [[Deutung]] ihrer [[Befund]]e nicht selten „grundlegender [[Metapher]]n“. Gemeint sind damit bildhaft [[Beschreibung|beschreibende]] [[Vergleich]]e, wie etwa das [[Bild]] vom [[Urknall]] als dem [[Beginn]] der [[Entstehung]] des [[Kosmos]]: Wodurch [[Unterscheidung|unterscheidet]] sich diese von den Wissenschaftlern als [[Tatsache]] [[Betrachtung|betrachtete]] und [[Verbreitung|verbreitete]] [[Theorie]] vom [[Urknall]] eigentlich noch von den vielen mythischen und [[Religion|religiösen]] [[Erklärung]]en, etwa dem der [[Bibel]]:&#039;&#039; „Am [[Anfang]] war das [[Wort]] …“&#039;&#039;, wofür auch gesagt werden kann: Am Anfang war der [[Laut]], oder war die [[Schwingung]] oder war die Idee, die zur Schwingung und zum Wort oder auch zum Knall wurde. Nun mag man hier einwenden: dass bei &#039;&#039;Hübner&#039;&#039; und den anderen Autoren nur vom Mythos die Rede ist, nicht aber von der Mystik, der Meditation, und von östlichen Weisheitslehren. Wichtig sind die im Vergleich zum Mythos vorgetragenen Zweifel am [[Ausschließlichkeitsanspruch]] der Wissenschaft auf [[Rationalität]] vor allem deshalb, weil in der wissenschaftlichen Kritik an [[Meinung|vermeintlich]] irrationalen Lehren Mythos und Meditation in einen Topf geworfen werden. Dafür erinnere ich an das obige Zitat aus dem Beitrag des Paläobiologen, der ja ausdrücklich auch die Meditation dem [[Verdacht]] der Irrationalität [[Unterstellung|unterstellt]] hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===3. Blick: Was ist Wissenschaft? Was haben Yoga und Meditation mit ihr gemeinsam? Worin unterscheiden sie sich von Wissenschaft?===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Was ist Wissenschaft====&lt;br /&gt;
„Wissenschaft“ - so das dtv-Lexikon - ist &#039;&#039;„der [[Inbegriff]] des durch [[Forschung]], [[Lehre]], und überlieferte [[Literatur]] [[Bildung|gebildeten]], [[Ordnung|geordneten]], [[Begründung|begründeten]], für gesichert erachteten [[Wissen]]s einer [[Zeit]]; auch die für seinen [[Erwerb]] typische, [[Methode|methodisch]]-[[Systematik|systematische]] Forschungs- und [[Erkenntnis]]arbeit, sowie ihr [[Organisation|organisatorisch]]-[[Institut|institutioneller]] Rahmen“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser [[Begriff]] ist mit dem [[Bezug]] auf das „Wissen einer Zeit“ zeitlos gültig. Er lässt selbst noch die von [[Kirche]] und [[Klerus]] [[Dogma|dogmatisierten]] mittelalterlichen Lehren über die [[Welt]] und den [[Kosmos]] als Wissenschaft gelten. Denn auch das war das „Wissen einer Zeit“ [[Gewinn|gewonnen]] durch die damals „typische systematische [[Erkenntnis]]arbeit“ der [[Bibelexegese]] und der Dogmatisierung von [[Bibel|biblischen]] [[Text]]stellen. Auch diese Erkenntnisarbeit war eingebunden in einen „organisatorisch- institutionellen [[Rahmen]]“, wie ihn eben die damalige [[Kirche]] mit ihren [[Priesterseminar]]en und [[Kloster|Klöstern]] bot. Da wäre es ein Leichtes, das [[Studium]] und die [[Weitergabe]] des [[Yoga]] und der ihm zugrunde liegenden [[Basis]]texte der klassischen indischen [[Philosophie]] in den zahlreichen indischen Ashrams und außerindischen [[Yogalehrer]]-[[Ausbildung]]s[[Zentrum|zentren]] ebenfalls unter dem oben [[Zitat|zitierten]][[ Begriff]] von Wissenschaft zu fassen. So [[Einfachheit|einfach]] will ich es ihnen und mir nicht machen. Denn sicher würden wir in der heutigen [[Situation]] beiden nicht [[Gerechtigkeit|gerecht]], wollten wir Wissenschaft und Yoga ohne weitere [[Umstand|Umstände]] gleichsetzen! Fragen wir also weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Was ist Wissenschaft heute? Was haben Yoga und Meditation mit heutiger Wissenschaft gemein und was [[unterscheiden|unterscheidet]] sie voneinander?====&lt;br /&gt;
Heutige Wissenschaft umfasst das systematische [[Bemühung|Bemühen]] um [[Objektivität|objektive]] [[Erkenntnis]] bzw. inter[[Subjektivität|subjektiv]] nachprüfbares Wissen. Als objektiv und nachprüfbar gilt dabei nur, was unter gleichen [[Bedingung]]en von anderen [[Forscher]]n nachgeprüft werden kann. Ferner umfasst auch heutige Wissenschaft alles, was als [[Ergebnis]] dieses Bemühens an [[Geschichte|geschichtlich]] aufgehäuftem Wissen bereit liegt. Hinsichtlich ihrer [[Gegenstand|Gegenstände]] [[Beziehung|bezieht]] sie sich mit dem [[Streben]] nach Erkenntnis auf das [[gesamt]]e [[Spektrum]] der [[Gegenständlichkeit|gegenständlichen]], mit den [[Sinne]]n [[Wahrnehmung|wahrnehmbaren]] Welt. Dazu gehört auch der Mensch als Teil dieser Welt. [[Zerlegung|Zerlegt]] in kleine und kleinste Teilaspekte betrachtet Wissenschaft diese Gegenstände in zahlreichen Zweig- und Unterdisziplinen. Wie stark vielfach fraktioniert Wissenschaft heute ist, will ich nur an einigen [[Beispiel]]en verdeutlichen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. In der Medizin gibt es heute fast schon für jedes [[Organ]], jedes [[Krankheit]]sbild und jeden [[Körperteil]] darauf [[Spezialisierung|spezialisierte]] [[Medizin|medizinische]] Teildisziplin. (Anästhesie, [[Allergologie]],[[ HNO]], [[Kardiologie]], [[Nephrologie]], [[Onkologie]], [[Proktologie]] usw. ) Werfen sie dafür einmal nur einen Blick in die [[Ärztetafel]] im Telefonbuch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. In der [[Psychologie]] [[begegnen]] uns u. a. die Allgemeine, die Entwicklungs-, Familien- und Sozial-, Sport- und Bewegungs- und sogar die Arbeits- und Technikpsychologie, wobei man sich fragt: Geht es hier um eine eigene [[Psyche]] der Technik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Noch bunter ist das Bild in der [[Soziologie]]. Kaum ein Gegenstand der sozialen Welt, der noch nicht mit dem [[Anhängsel]] „Soziologie“ in den [[Rang]] einer eigenen wissenschaftlichen Teildisziplin erhoben worden wäre: (Familien-, Arbeits- und Industrie-, Rechts-, Medizin-, Verwaltungs- und Organisations, Wissens und [[Kultur]]- Politische - und Filmsoziologie bis hin zur Soziologie des [[Geschlecht]]erverhältnisses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Für meine eigene frühere [[Disziplin]] die [[Rechtswissenschaft]] könnte ich ihnen ebenfalls ein breites [[Spektrum]] an Teildisziplinen auflisten, das fast schon ans Skurrile grenzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Kaum anders ist das Bild in den so genannten exakten [[Naturwissenschaft]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Soweit es in allen [[Zweig]]en der Wissenschaft um [[menschlich]]e Erkenntnis geht, stehen alle immer auch vor der [[Frage]] nach dem [[Erkennung|erkennen]]den [[Subjekt]], dem Menschen und seinen [[Möglichkeit]]en und [[Grenze]]n der Erkenntnis. Das sind zentrale [[Fragestellung]]en u. a. der Philosophie, der [[Erkenntnistheorie]] und der Psychologie und neuerdings der [[Kognitionswissenschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Yoga geht es um Erkenntnis. Doch zielt Erkenntnis im Meditieren als der obersten [[Stufe]] des [[Yogaweg]]es vorrangig auf [[Selbsterkenntnis]] bzw. auf die Erkenntnis des [[Selbst|SELBST]] oder - in der [[Buddhismus|buddhistischen]] [[Begriff]]lichkeit - des [[Nichtselbst|NICHTSELBST]] als des [[Wesen]]s der [[Mensch|menschlichen]] [[Persönlichkeit]]. Nur in diesem [[Zusammenhang]] [[Richter|richtet]] sie sich auch auf die [[Gegenstand|gegenständliche]] Welt als dem [[Ort]] und [[Raum]] der menschlichen [[Existenz]] und [[Befindlichkeit]]. Deswegen haben große [[Meditation]]s[[meister]] aller [[Richtung]]en und [[Schule]]n immer wieder darauf [[Hineis|hingewiesen]], dass sie über die Erkenntnis des [[Mikrokosmos]] der menschlichen Persönlichkeit zugleich auch ein tiefes Wissen über den [[Makrokosmos]] [[Erlangung|erlangt]] haben, bzw. über das, was - mit Goethe - die Welt im Innersten [[Zusammenhalt|zusammenhält]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso wie in der Wissenschaft gibt es auch im Yoga und in allen anderen Schulen und [[Tradition]]en der Meditation einen [[Reichtum|reichen]] [[Schatz]] geschichtlich [[Anhäufung|aufgehäuften]] Wissens. Denn alle großen Meister haben ihre [[Erfahrung]]en und ihr im [[Zustand]] der Meditation [[Gewinn|gewonnenes]] Wissen der [[Nachwelt]] in [[Spiritualität|spirituellen]] [[Schrift]]en [[Überlieferung|überliefert]]. Einige dieser Schriften sind mehrere tausend Jahre alt, wie etwa die [[Veden]] und [[Upanishaden]] Indiens, die als die ältesten Schriften der [[Menschheit]] überhaupt gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser [[Beschreibung|beschreiben]]den Ebene sind also Wissenschaft und Meditation durchaus noch mit einander [[Vergleich|vergleichbar]]. Doch [[Deutung|deuten]] sich hier bereits [[Unterschied]]e in Bezug auf die Gegenstände und [[Methode]]n der Erkenntnis an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Unterschiede zwischen Wissenschaft und Yoga===&lt;br /&gt;
====Der Mensch als Objekt der Erkenntnis====&lt;br /&gt;
Im gängigen Wissenschaftsverständnis dienen den Wissenschaftlern die gegenständliche Welt und der Kosmos, aber auch die Menschen als Objekte ihrer Forschungen und zwar in der oben beschriebenen nach Fachdisziplinen parzellierten [[Weise]]. Der Wissenschaftler als das forschende Subjekt betrachtet also den Menschen als Objekt seines [[Bemühen]]s um Erkenntnis. Subjekt und Objekt der Erkenntnis sind hier [[Trennung|getrennt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem [[Übung]]s- und [[Erkenntnis]]weg des [[Yoga]] ist jeder nach Wissen [[Streben|strebende]] Mensch zugleich Subjekt und Objekt seines Bemühens um Erkenntnis. Die in der Wissenschaft übliche [[Trennung]] ist hier also aufgehoben. Dabei betrachtet sich der meditierende Mensch von vornherein in seiner ganzheitlichen Existenz als Wesen aus [[Körper]], [[Seele]] und [[Geist]] mit dem [[Atem]] als [[Bindeglied]] zwischen diesen Dreien und eingebettet in [[Natur]], [[Welt]] und [[Kosmos]] sowie in [[Gesellschaft|gesellschaftliche]] [[Zusammenhang|Zusammenhänge]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Instrumente und Methoden der Erkenntnis: [[Verstand]] und [[Objektivität]] versus [[Introspektion]] und [[Intuition]]====&lt;br /&gt;
Heutige Wissenschaft strebt nach überprüfbarem, objektivem Wissen und [[Meinung|meint]] dafür allein auf den Verstand setzen zu dürfen, auf die menschliche [[Ratio]]. Man kann diesen Zusammenhang auch so [[Formulierung|formulieren]]: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil heutige Wissenschaft ausschließlich auf Rationalität setzt, lässt sie nur solche Methoden als wissenschaftlich [[Geltung|gelten]], mit denen die Ergebnisse intersubjektiv überprüft werden können. Das ist zugleich der eigentliche [[Grund]] für die Zergliederung des in seiner Ganzheit lebenden Menschen in unterschiedliche Teilaspekte, die von gegeneinander [[Abgrenzung|abgegrenzten]] wissenschaftlichen Disziplinen je gesondert [[Untersuchung|untersucht]] werden. Mit diesen [[Verfahren]] [[Verbindung|verbinden]] Wissenschaftler die [[Hoffnung]], in der je getrennten Untersuchung des Zerteilten irgendwie einmal zur [[Rekonstruktion]] des Ganzen zu gelangen, die Teilerkenntnisse also wie in einem Puzzle zum Ganzen zusammensetzen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich aber gibt es auf kaum einem [[Gebiet]] heute noch einen Wissenschaftler, der sich umfassend in allen Zweigdisziplinen seines Fachs auskennt. Erst recht ist niemand mehr in der [[Lage]], alle Wissenschaften zu überschauen. Die [[Spezialisierung]] schreitet munter weiter voran und das [[Gegenmittel]] der „interdisziplinären [[Zusammenarbeit]]“ greift nur teilweise und langsam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Yoga und Meditation&#039;&#039;&#039; lehnen – so wie ich die [[Grundlage]]ntexte und die [[Nyaya]]-[[Philosophie]], eine der sieben Hauptschulen der indischen Philosophie verstehe - den [[Rationalität]] rationalen [[Weg]] der Erkenntnis durchaus nicht ab. Denn auch Meditierende leben in dieser Welt der [[Erscheinung]]en und [[Dualität]]en und darin benötigen wir Menschen den [[Verstand]], um uns [[Orientierung|orientieren]] und angemessen [[Handlung|handeln]] zu können. Doch wird den in der Wissenschaft bevorzugten [[Quantität|quantitativen]] und den schon scheel angesehe]en [[Qualität|qualitativen]] Erkenntnisverfahren in den Basistexten der [[Yogaphilosophie]] ein nur [[Begrenzung|begrenzter]] Erkenntniswert in Bezug auf die materielle Welt der Erscheinungen zugebilligt. Die großen Meister der Meditation halten dafür, dass auf diesem Wege weder das [[Wesen]] der Menschen [[Erkenntnis|erkannt]] werden kann noch das der Welt und des Kosmos. Denn das Wesen oder das [[Ganze]]] ist nicht etwa nur mehr, sondern etwas anderes als die [[Summe]] der Teile. Es kann nur in der [[Innenschau]] mittels [[Intuition]], nicht aber [[Rationalität|rational]] erfasst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb bedient sich &#039;&#039;&#039;Yoga&#039;&#039;&#039; der [[Systematik|systematischen]] Innenschau, der Introspektion, wenn man diesen Begriff nicht auf das verkürzt, was die „Introspektionisten“ des beginnenden 20. Jhs. darunter [[Verstand|verstanden]]. Im Yoga und in der Meditation werden Praktizierende systematisch [[Anleitung|angeleitet]], ihre [[Achtsamkeit]] nach innen zu richten und in der Innenschau die [[Kraft]] der Intuition zur [[Erlangung]] von Selbsterkenntnis und von [[Erkenntnis]]sen über die äußere Welt und ihre [[Befindlichkeit]] in ihr zu [[Nutzen|nutzen]]. In der Wissenschaft wird dagegen die Introspektion heute rundweg als unwissenschaftlich [[Ablehnung|abgelehnt]], weil sie angeblich keine [[Möglichkeit]] böte, [[Objektivität|objektive]] Erkenntnisse zu erlangen, die sich nach den gleichen Methoden durch andere überprüfen lassen. Dagegen ließe sich schon Folgendes einwenden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden mehrere Menschen nach den gleichen Methoden im Meditieren angeleitet, dann können mit einiger Übung – wie wir wissen - alle die gleichen oder vergleichbare Erfahrungen machen. Wäre das nicht mit gleichem Recht als intersubjektive Nachprüfung [[Anerkennung|anzuerkennen]] wie die [[Wiederholung]] einer qualitativen soziologischen oder psychologischen [[Studie]], in der sich die Forscher der teilnehmenden [[Beobachtung]] bedienen? Neuerdings aber wachsen mit wissenschaftlichen Methoden und Verfahren zur Untersuchung der [[Struktur]]en und [[Vorgang|Vorgänge]] im [[Gehirn]] die [[Chance]]n, mit allgemein [[Anerkennung|anerkannten]] wissenschaftlichen [[Verfahren]] wenigstens ansatzweise [[Darstellung|darzustellen]], wie sich Yoga und Meditation auf die [[Funktione]]n des Gehirns [[Auswirkung|auswirken]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Intuition]] wird von der Wissenschaft ebenfalls [[Abwehr|abgewehrt]] und kaum je in ihrer [[Bedeutung]] auch für die Wissenschaft anerkannt, geschweige denn im wissenschaftlichen [[Prozess]] systematisch genutzt. Dabei trägt sie zur [[Gewinnung]] wissenschaftlicher Erkenntnisse vielleicht sogar mehr und anderes bei als der [[Verstand]]. Nur wenige Wissenschaftler aber sind so [[Souveränität|souverän]] wie [[Albert Einstein]], sich [[Offenheit|offen]] zur Intuition als dem eigentlichen Vater ihrer [[Entdeckung]] zu [[Bekennung|bekennen]]. Einstein hat in einem Brief oder [[Gespräch]] einmal sinngemäß gesagt, dass ihm die Relativitätstheorie auf einem [[Spaziergang]] in den Bergen plötzlich aufgegangen sei. Nur um sie in [[Wort]]e zu fassen, habe er danach seinen Verstand [[Anstrengung|anstrengen]] müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die meisten Wissenschaftler mit der Intuition [[Probleme]] haben, so liegt das m. E. daran, dass sich, was sie sei, weder einfach [[Definition|definieren]] noch rational [[Erklärung|erklären]] lässt. Man mag sie als [[Unmittelbarkeit|unmittelbare]] [[Eingebung]] [[Beschreibung|beschreiben]] oder als das innere [[Aufleuchten]] einer [[Idee]], woher auch immer sie kommen mag. Wer je in seinem [[Leben]] bei welcher [[Gelegenheit]] auch immer eine solche Eingebung hatte, der weiß, dass sie sich mit aller Kraft des Verstandes aus ihrem [[Versteck]] nicht hervorlocken lässt. Im [[Gegenteil]]: je mehr wir den Verstand anstrengen, ein bestimmtes Problem zu [[Lösung|lösen]], desto mehr [[Schein|scheint]] sich die Lösung zu verbergen. Geben wir alle [[Anstrengung]] auf und legen eine [[Ruhe]]pause ein oder gehen wir erst einmal – wie Einstein – [[Spaziergang|spazieren]] oder auch [[Schlaf|schlafen]], so geschieht es nicht selten genug, oft auch am frühen [[Morgen]] kurz vor oder nach dem [[Aufstehen]], dass sich plötzlich ein [[Aha]]-[[Erlebnis]] einstellt und wir die [[Lösung]] [[Fund|gefunden]] haben. Diese [[Erfahrung]] hat – so [[Gedanke|denke]] ich - jeder von ihnen selbst schon gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Intuition entspringt ganz augenscheinlich einer anderen [[Quelle]] als das verstandesmäßige [[Denken]]. Sie leuchtet zumeist unangekündigt auf und woher sie kommt, ist eine [[Offenheit|offene]] Frage. Steigt sie aus unserem eigenen inneren [[Selbst]] auf oder wird sie uns von einer höheren, [[Gott|göttlichen]] [[Kraft]] außerhalb von uns eingegeben, oder von einem [[All]]-[[Bewusstsein]], das zugleich in uns und außerhalb von uns ist? Dazu mag sich jeder seine eigenen Gedanken machen. Besonders [[Intensität|intensiv]]  – so meine [[Erfahrung]] - macht sich Intuition bemerkbar, wenn ich in die [[Stille]] gehe und [[Meditation|meditiere]]. Sie ist daher für mich recht eigentlich ein Kind der Stille und der Meditation. Diese auf der Erfahrung beruhende [[Einsicht]] machen sich alle Wege der Meditation zunutze. Sie bedienen sich in systematischer Weise der Intuition als Quelle der Erkenntnis. Und daher [[Vermittlung|vermitteln]] alle Schulen den Menschen die [[Fähigkeit]], [[Willen|willentlich]] die [[Sinne]] von der äußeren Welt [[Rückzug|zurückzuziehen]] und in das [[Schweigen]] der [[Worte]] und der [[Gedanken]] zu gehen, und damit in jene Stille, die dem [[Denken]] vorausgeht und aus der allein die [[Stimme]] der Intuition zu uns zu [[Sprache|sprechen]] [[Beginn|beginnt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Neuere Tendenzen einer Annäherung von Wissenschaft und Meditation==&lt;br /&gt;
Alle [[Schule]]n des Yoga und der Meditation haben ihr Wissen [[Jahrhunderte]] lang wie eine Art [[Geheimlehre]] behandelt. Nur an [[speziell]] [[Vorbereitung|vorbereitete]] [[Einweihung|eingeweihte]] [[Schüler]] wurde das Wissen jeweils von einem [[Meister]] direkt [[Weitergabe|weiter gegeben]]. Nach und nach aber haben Yoga und Meditation in Indien einen [[Anerkennung|anerkannten]] [[Platz]] auch im wissenschaftlichen [[Bereich]] erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen [[Rückschritt]] gab es dann während der kolonialen [[Unterdrückung]] des Landes. Doch ist das Band zwischen Yoga und Wissenschaft in Indien nie völlig abgerissen. Nach dem [[Sieg]] der [[Unabhängigkeitsbewegung]] wurden die [[Bande]] in moderner [[Gestalt]] wieder [[Leben|belebt]] und nach und nach fester geknüpft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen gibt es einige vom [[Staat]] als [[Universität]]en anerkannte [[Yogahochschule]]n, in denen anders als in den üblichen [[Ashram]]s Yoga und Meditation nicht nur [[Unterricht|unterrichtet]] werden, sondern zugleich auch Gegenstände der [[Forschung]] sind, zum [[Beispiel]] die Yoga-Universität der [[Sivananda]] Tradition in [[Munger]] und das [[Swami]] [[Rama]] [[Yoga]] [[Gurukulam]] in [[Rishikesh]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Westen]] [[Beginn|begann]] sich erst seit dem 19. Jahrhundert nach und nach für Yoga und Meditation zu [Interesse|interessieren]]. Erste [[Bericht]]e über den Yoga gelangten durch [[Reisende]] und durch Verwaltungsbeamte der britischen [[Kolonialmacht]] in den Westen. [[Verstärkung|Verstärkt]] nahm das [[Interesse]] dann zu als die ersten großen [[Yogameister]] seit dem Ende des 19. Jahrhunderts in den Westen kamen und Yoga und Meditation hier zu [[Verbreitung|verbreiten]] begannen. Beide galten allerdings lange Zeit als zwei verschiedene [[Ding]]e. Yoga wurde mit Nachwirkungen bis heute [[Trennung|getrennt]] von der Meditation als eine Art von spezieller [[Gymnastik]] betrachtet und im [[Hatha Yoga]] verbreitet so unterrichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Weg des Yoga in den Westen begann gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Erst rund 70 Jahre später begann sich die Wissenschaft des Westens für Yoga und Meditation zu [[Interesse|interessieren]], anfangs vor allem in den USA. Nach und nach öffneten sich hier anerkannte große private Forschungsstätten, Kliniken und Universitätsinstitute für Forschungen über Yoga und Meditation. Dieser Prozess nahm in den siebziger Jahren des 20. Jhd. einen größeren Aufschwung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grob gesagt kann damit die wissenschaftliche Forschung über Yoga und Meditation in den [[USA]] heute auf eine [[Geschichte]] von ca. 35 Jahren zurückblicken. Doch sind bereits in dieser [[Relativität|relativ]] kurzen Zeit unzählige [[Studien]] von Psychologen und Medizinern über die präventiven [[Gesundheit|gesundheitlichen]] [[Wirkung]]en des Yoga und der Meditation durchgeführt worden. An großen [[Klinik]]en wie u. a. an der [[Herz]]spezialklinik von Dr. Dean [[Ornish]] wurden beide auch auf ihre [Therapie|therapeutischen]] Wirkungen hin [[Erprobung|erprobt]]. Die [[Ergebnis]]se dazu sind in vielen Begleituntersuchungen [[Dokumentation|dokumentiert]] worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit einiger [[Verzögerung]] schwappte das wissenschaftliche [[Interesse]] am Yoga dann seit dem Beginn der 80er Jahre nach [[Europa]] herüber, kam aber in Deutschland so ziemlich zuletzt an, nämlich erst Ende der 80er Jahre. Immerhin gibt es auch in Deutschland nun schon seit mehr als einem Jahrzehnt eine sich langsam [[Etablierung|etablierende]] [[Yogaforschung|Yoga]]- und  Meditationsforschung]]. Die erst im Juli 2000 gegründete [[Society]] for [[Meditation]] and Meditation [[Research]] hat bereits drei wissenschaftliche [[Kongress]]e durchgeführt bzw. mit [[Veranstaltung|veranstaltet]] (2001 in Heidelberg, 2002 in Bochum und 2004 in Köln). Dieser Kongress hier ist nun der vierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts gibt es weltweit ein stärker zunehmendes wissenschaftliches Interesse an Yoga und Meditation. In Bibliographien aus neuerer Zeit werden über 900 zumeist englischsprachige [[Empirik|empirische]] Studien und [[Theorie|theoretische]] Arbeiten [[Nachweis|nachgewiesen]] und zwar über 300 allein zum [[Thema]] [[Stress]]bewältigung durch [[Yoga]] und [[Meditation]]. Etwa gleich groß ist die Anzahl der [[Psychologie|psychologischen]] und [[Medizin|medizinischen]] Studien über Yoga für [[Kinder]] und [[Jugendliche]] und über Yoga und Meditation für alte [[Mensch]]en. Diese Bibliographien wurden in den USA erstellt und [[Erfassung|erfassen]] einigermaßen vollständig nur die englischsprachige [[Literatur]], nicht aber Studien in anderen [[Sprache]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stützten sich wissenschaftliche [[Untersuchung]]en anfangs zumeist auf die [[Befragung]] [[Praxis|Praktizierender]], auf psychologische [[Test]]s und auf andere relativ weiche [[Methode]]n der Untersuchung und [[Datenerhebung]], so hat die Forschung auf diesem Gebiet seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts einen qualitativen [[Sprung]] getan und so eine neue [[Stufe]] [erreichen|erreicht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[EEG]]-[[Verfahren]] zur [[Messung]] der Gehirnströme und Bild gebende Verfahren zur Untersuchung der [[Gehirnaktivitäten]] im [[Zustand]] der Meditation in Kernspingeräten erlauben zwar noch keinen [[Perfektionismus|perfekten]] [[Einblick]] in das, was im [[Gehirn]] Meditierender vorgeht. Sie lassen aber nach und nach immer deutlicher erkennen, dass Meditation gehirnphysiologische [[Wirkung]]en hat, die als erhöhte [[Geist|geistige]] [[Wachheit]] und [[Konzentration]] bei gleichzeitiger tiefster [[Entspannung]] zu deuten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist in meinen Worten eines der wichtigsten Ergebnisse einer noch nicht publizierten, aber schon zur [[Veröffentlichung]] angenommenen bibliographischen Studie von Cahn und Polich, zweier amerikanischer Wissenschaftler von der University of [[California]] und vom renommierten Scripps Research [[Institute]]. Die [[Autor]]en haben nahezu 350 neuere und neueste empirische Studien vergleichend [[Auswertung|ausgewertet]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein großer Teil davon gilt den im EEG und im Kernspin messbaren Wirkungen der Meditation auf die Aktivitäten des Gehirns. Die auch nur grob gekürzte [[Wiedergabe]] von [[Detail]]s ihrer Ergebnisse will ich den [[Fach]]wissenschaftlern überlassen, weil das zu sehr ins Fach[[spezifisch]]e geht, von dem andere hier im Saal, wie vor allem Ulrich Ott, der deutsche [[Spezialist]] auf diesem Gebiet der Forschung, mehr [[Verstand|verstehen]] als ich. Hier nur einige kurze [[Zitat]]e aus der [[Zusammenfassung]] in [[Übersetzung]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die klinische [[Anwendbar]]keit solcher Methoden der Meditation voran bringen zu können, sei &#039;&#039;„eine [[Fortsetzung]] derartiger Untersuchungen und die [[Vergleich|vergleichende]] [[Bewertung]] ihrer Ergebnisse notwendig.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Eine große Herausforderung für die [[Grundlage]]nforschung zur Meditation verbleibt die eindeutige quantitative Unterscheidung und [[Topographie|topographische]] [[Darstellung]] des Unterschieds zwischen Meditation und Zuständen beginnenden Tiefschlafs. (……..)“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Obwohl eine umfassende empirische und theoretische Grundlage noch fehlt, ist jedenfalls eindeutig, dass „die [[Funktion]]sweise des [[Zentrale|zentralen]] [[Nervensystem]]s durch Meditation [[Beeinflussung|beeinflusst]]“ wird. Der spezifische [[Nutzen]] meditativer Praktiken in [[Verbindung]] mit psychologischen und [[Neuropharmakologie|neuropharmakologischen]] [[Therapie]]n ist eine große [[Triebkraft]] für [[Zukunft|künftige]] Studien.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse solcher Studien sind auch in [[Öffentlichkeit|populär]]wissenschaftlichen [[Bericht]]en schon [[Verbreitung|verbreitet]] worden. So z. B. in dem [[Artikel]] „Die neuronale [[Erleuchtung]]“ von &#039;&#039;&#039;Ulrich Kraft&#039;&#039;&#039; in „Gehirn und Geist“ Heft 10 2005, S.12 ff. Selbst Tage[[zeitung]]en wie die Süddeutsche haben dieses Thema bereits aufgegriffen, SZ 68. Ausgabe, 2005 S.11 „Mönche in der Magnetröhre“ ebenfalls von &#039;&#039;&#039;Ulrich Kraft&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch an deutschen Universitäten gibt es inzwischen Wissenschaftler, die sich im [[Kontext]] von Forschungen über die Funktionsweise des Gehirns (wie z. B. über Neurokognition) für die Wirkungen der Meditation auf die Funktionen des Gehirns interessieren. Anstatt Meditationsforschung weiterhin pauschal abzulehnen und für Rufschädigung zu halten, nehmen sie Forschungen dazu auf und [[Betreuung|betreuen]] [[Diplom]]- und [[Doktor]]arbeiten zu dieser Thematik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Große Meditationsmeister, wie z. B. der [[Dalai Lama]] und Sri [[Swami]] [[Veda]] [[Bharati]], die beide in engem [[Austausch]] miteinander stehen, [[Unterstützung|unterstützen]] die [[Bemühung]]en der Wissenschaft. Sie stellen sich selbst für [[Untersuchung]]en der [[Zustand|Zustände]] ihres [[Bewusstsein]]s in der Meditation zur [[Verfügung]] und fordern ihre Schüler auf, das ebenfalls zu tun. Dieser [[Aufforderung]] bin ich in Bremen vor vier Wochen nachgekommen. Von hier aus möchte ich Meditierende aller [[Richtung]]en mit längeren [[Erfahrung]]en, aber auch Anfänger in der Meditation dringend bitten, sich im Interesse der an dieser Thematik arbeitenden Nachwuchswissenschaftler ebenfalls auf eine solche Untersuchung einzulassen. Für mich war es eine [[Erfahrung]], die mich auch ganz persönlich [[Bereicherung|bereichert]] und auf meinem [[Weg]] vorangebracht]] hat. Vor allzu großen [[Erwartung]]en in diese Forschungen – so denke ich - muss [[warnung|gewarnt]] werden. Die hier [[Präsenz|anwesend]]en Wissenschaftler, die schon jetzt an derartigen Studien arbeiten oder sie unterstützen, wissen besser als ich um die [[Möglichkeit]]en und [[Grenze]]n dessen, was auch mit den neuesten Apparaturen technisch machbar ist. Eines, so scheint mir, kann jetzt schon gesagt werden: Das Eigentliche, worum es der Meditation geht, die subjektive Erfahrung des [[Wille|willentlich]] herbeigeführten anderen, höheren [[Zustand]]s des Bewusstseins, wie immer man den in den [[Unterschied||unterschiedlichen]] Traditionen bezeichnen mag - [[Samadhi]] oder [[Satori]] oder [[Befreiung]] - wird für die Wissenschaftler ein [[Geheimnis]] bleiben. Was es subjektiv [[Bedeutung|bedeutet]], in den Zustand des Samadhi oder in die große [[Leere]] [einzutreten, diese Erfahrung erschließt sich nur dem, der die meditative [[Reise]] in das nahe liegende und dennoch unbekannte [[Innere]] antritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Eigene Erfahrung als Yogalehrer und Wissenschaftler==&lt;br /&gt;
Zusammenfassung meiner eigenen Erfahrungen in zwei Sätzen: Ich kann als Wissenschaftler Yoga betreiben und Yogalehrer sein, ohne mich von der Wissenschaft lossagen und meinen rationalen Verstand an der Garderobe abgeben zu müssen. Ich [[Gewinn|gewinne]] sogar etwas auch für die Wissenschaft [[Wichtiges]] hinzu: eine [[Verstärkung|verstärkte]] [[Intuition|intuitive]] Kraft, die in meinen Meditationen von Zeit zu Zeit mit kleineren oder größeren Erkenntnissen aufleuchtet! Der anfangs befürchtete [[Spagat]] ist für&lt;br /&gt;
mich inzwischen ein erträgliches Stehen auf beiden Beinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Persönlichem habe ich [[Beginn|begonnen]] und damit will ich schließen. Warum ich nach meiner [[Tumor]]operation den spirituellen Weg eingeschlagen habe und nicht wieder in die alten Geleise zurück geraten bin, wie man das immer wieder von Menschen nach ähnlich einschneidenden Erfahrungen hört, mag mit der folgenden Geschichte zusammenhängen. Sie deutet darauf hin, dass ich schon seit meiner Schulzeit auf dem spirituellen Weg war, ohne das selbst zu wissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Albrecht Haushofer, ein bedeutender Wissenschaftler und Dichter, den die Nazis wegen [[Zugehörigkeit]] zum [[Widerstand]] zum [[Tod]]e [[Verurteilung|verurteilt]] und in Moabit hingerichtet haben, hat in seiner [[Tod]]eszelle wunderbare Sonette geschrieben, darunter eines auf eine Mücke, die er im ersten [[Impuls]] erschlagen wollte, dann aber [[Ruhe|ruhig]] [[Beobachtung|beobachtete]], während sie sich von seinem [[Blut]] nährte. Die letzten Zeilen dieses Gedichts lauten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Wir sind ja beide, Mensch und Mücke, nichts als kleine Schatten eines großen Lichts“.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beeindruckt von diesem [[Gedicht]] habe ich als Schüler 1957 ein Jahr vor dem Abitur vom Spätherbst an täglich im Erdkundezimmer, das ich damals verwaltete, eine Mücke genährt. Beim ersten Mal habe ich meinen Finger unmerklich langsam an sie angenähert, bis sie aufsprang, [[Stich|stach]] und zu saugen begann. Als sie rundum gesättigt war, setzte sie sich wieder auf ihren [[Platz]] am Fenster und dort saß sie von da an immer, bis ich morgens kam und ihr wieder meinen [[Finger]] anbot. Am Tag vor den Weihnachtsferien habe ich sie mittags vor dem Verlassen der Schule noch einmal saugen lassen und als ich im Januar wieder in die Schule kann, lag sie tot auf dem Fensterbrett genau unter der Stelle, wo sie vergeblich auf meinen Finger gewartet haben mag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kann mir irgend jemand [[Erklärung|erklären]], warum ich von da an in meinem ganzen [[Leben]] von Mücken in den verschiedensten [[Nähe|nahen]] und [[Ferne|fernen]] [[Gegend]]en der [[Welt]] fast immer nur dann gestochen worden bin, und zwar selbst in den dicksten Schwärmen, wenn ich es ihnen angeboten oder mindestens [[Mentalität|mental]] [[Erlaubnis|erlaubt]] habe? Könnte das kausal mit meiner Blutspende an die Mücke in meiner Schulzeit zusammenhängen? Und um welche [[Art]] von [[Kausalität]] handelt es sich? Um eine im [[Sinne]] der Naturwissenschaft? Hat mein [[Handeln]] eine auf mich bezogene [[Genetik|genetische]] Stechhemmung in allen Mückenarten der Welt [[Wirkung|bewirkt]]? Oder folgen die Mücken einer Art [[Moral]][[kodex]], der ihnen [[Verbreitung|verbietet]], ohne [[Einwilligung]] das Blut von [[Wohltäter]]n der [[Spezies]] anzuzapfen? Oder hat meine Mücke damals [[Stellvertretung|stellvertretend]] für ihre Artgenossen einen [[Vertrag]] mit mir geschlossen, besiegelt mit meinem Blut, an den sich alle Mücken der Welt bis heute halten, weil sie anders als wir Menschen von [[Natur]] aus vertrags[[treu]] sind? Die wenigen [[Ausnahme]]n, die es auch gegeben hat, erkläre ich mir damit, dass mich diese Mücken irrtümlich für einen anderen [[Mensch]]en oder gar für ein [[Tier]] gehalten haben. Warum sollten sich nicht auch Mücken irren? Selbst Wissenschaftlern geht es ja oft nicht anders. Ist doch die [[Geschichte]] der Wissenschaft zugleich auch die Geschichte wissenschaftlicher Irrtümer. Leider sind nur wenige Wissenschaftler zu [[Lebzeiten]] so [[selbstkritisch]] wie jener in den Geschichten des weisen Brecht vom Herrn Keuner. Der antwortete auf die [[Frage]], was er tue: &#039;&#039;&amp;quot;Ich bereite gerade meinen nächsten [[Irrtum]] vor&amp;quot;!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Schlussentspannung]]: [[Atem]][[achtsamkeit]]&lt;br /&gt;
R. W.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sonstiges==&lt;br /&gt;
Vgl. auch  etwa:&lt;br /&gt;
[[Buddhismus]]:  zum Beispiel der [[Dalai Lama]], Yongey Mingyur Rinpoche oder [[Jack Kornfield]] erklären, dass der  bis zur heutigen [[Praxis]] weniger eine [[Religion]] als vielmehr eine Wissenschaft des Geistes ist: ...erprobt, hat überprüfbare ... Beschreibungen für menschliches Empfinden und Verhalten;  konkrete Übungen und Techniken zur [[psychotherapie|Überwindung]] vieler menschlicher Konflikte und Sorgen. Damit überbrückt der Buddhismus die oft als schmerzlich empfundene Kluft zwischen Wissenschaft und Religion, zwischen Innovation und alter Überlieferung. ..&lt;br /&gt;
[[Albert Einstein]]: wenn  Religion - mit den Erfordernissen der modernen Wissenschaft vereinbar -  er (B.)Carl Friedrich von Weizsäcker stellte sich en Zukunftsmenschen als ein Individuum vor, in dem christliche [[Psychotherapie|Ethik, wissenschaftliches Denken und die buddhistischen Stärken]] integriert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein eventuelles Beispiel: Sogenannte [[Nonne]]nstudien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;In Amerika (..)  600 Nonnen eines katholischen Ordens (gaben..)  ihr Gehirn der Wissenschaft. Die Schwestern wurden im regelmäßigen Abstand (und) die Hirne nach dem [[Tod]] untersucht. Da gab es Nonnen, die waren blitzgescheit bis zu ihrem Tod und hatten doch Gehirnveränderungen, die auf ein schwerstes Alzheimer-Stadium hindeuteten. Das Gleiche sehen wir bei Parkinson.&amp;quot;   Trotz der objektiven [[Messung]] (posthum): sie waren  gesund geblieben. Wahrscheinlich schützten ein regelmäßiger Tagesablauf mit [[Zeit]] für ein geradezu [[heilig]]es [[mehr]] im [[Kloster]] ohne [[fernsehen|Informationsfluten]]; und auch [[Mittelmaß|maßvolle]] [[körper]]liche Bewegung, gesunde [[Ernährung]] ohne  zu [[Nikotin|rauchen]], [[Singen]]... (vgl wikipgenauer / zu belegen / eigener Artikel vielleicht):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Wissenschaftliche Studien]]&lt;br /&gt;
* [[Kunst]]: [http://mein.yoga-vidya.de/video/om-namo-nayanaya-geschichte]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p42_Die-Wissenschaft-des-Pranayama/ Swami Sivananda: Die Wissenschaft des Pranayama]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p208_Bleep---What-the-Bleep-do-we--now--/ Bleep - What the Bleep do we (k)now!]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/ayurveda/ Ayurveda - die Wissenschaft vom Leben]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/center/haus-bad-meinberg/yoga/was-ist-yoga/ Was ist Yoga?]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/wissenschaft/ Yoga als universelle Wissenschaft]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Buch/Wissenschaft/science00.htm Online Buch: Yoga als eine universelle Wissenschaft]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/yogatherapie/lesestoff/wissenschaftl-arbeiten/ Wissenschaftliche Arbeiten]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/service/presse/pressemitteilungen/detailansicht/article/forschungspreis-fuer-meditation-bei-yoga-vidya-in-bad-meinberg-vergeben/ Forschungspreis für Meditation bei Yoga Vidya]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/tag/wissenschaftliche-arbeiten/ Wissenschaftliche Arbeiten - Highlights]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/yogatherapie/lesestoff/artikel/ Yoga im Spiegel der Wissenschaft]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/interessengebiet/yoga-und-meditation-einfuehrung/ Yoga und Meditation Einführung]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Multimedia==&lt;br /&gt;
===Thomas Hübl: Inner Science - Die Wissenschaft des Erwachens===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|pAYAbtDRxfg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vortrag von Sukadev: &amp;quot;Braucht Yoga die Wissenschaft&amp;quot;?===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|1Qu4nRajEfg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vortrag: Meditation in naturwissenschaftlicher Forschung===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|UC6Xozp03Tc}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Quantenaktivist===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|kGbiR2MORYw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Weitere Gedanken zum Thema====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039;&#039;   erweitert das [[Vidya|Wissen]] durch methodische Forschung  nach neuen Erkenntnissen. [[Statistik|Statistische]] Tabellen gehen immer mehr in [[Messung|Einzelheiten]] der [[Psychologie]] beispielsweise, fort von ganzheitlicher [[Erfahrung|Praxis]] -  das   unterscheidet sich von [[Weisheit]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dogmatische Lehrsätze, womöglich  an  &amp;quot;die Erde ist eine Fläche&amp;quot; [[glauben]] zu sollen, sind sowieso [[Eignung|etwas anderes]]... verglichen mit  [[sinn]]voller [[Tradition]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemein gibt es in der [[Wirkungsforschung]] [[logos|viele Ursachen zugleich]], von denen oft schon eine wirkt... Menschen sind sehr unterschiedlich etc... Indes:  [[Wirkungen des Yoga]] und der [[Meditation]] lassen sich auch [[Wissenschaftliche Studien|beforschen]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vgl.: &amp;quot;&#039;&#039;Altes Wissen schafft neue Wissenschaft&#039;&#039;: Erkenntnisse [[mode]]rner &#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; stützen und bestätigen das intuitive [[Erfahrung]]swissen der alten [[Yogi]]s  [[mehr]] und mehr:  Kongress 11/2011 [https://www.yoga-vidya.de/events/yoga-kongress/]&amp;quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;&amp;quot;Wissenschaft hilft gegen [[Scharlatan|Aberglauben]] und etwa Schwermetall-Gifte [[Mode|früher]] in [[Ayurveda]] Heilmitteln (...) Und nach einiger [[Zeit]] wirken viele Forschungsergebnisse wieder [[Fahrender yogi|überholt]].&amp;quot; [[Zitat]] provisorisch ungenau, hier ab zu tippen: [ http://mein.yoga-vidya.de/video/satsang-vom-yoga-kongress-2011-bei-yoga-vidya-bad-meinberg]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
.....&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwa teilnehmender Beobachtung[http://de.wikipedia.org/wiki/Teilnehmende_Beobachtung] oder auch ethnologischen Studien-Reportagen  wie denen der Margaret Mead  wird von   der  &#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; oft  zu wenig [[Distanz]] vorgeworfen. Große Zahlen - wie auch im [[Breitensport]] - sind etwas anderes...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ein möglicher Satz dazu: &lt;br /&gt;
::&#039;&#039;Wo kriege ich mehr (Anhänger) statt was ist richtig; so sind auch [[Öffentlichkeit|Umfrageergebnisse]] über was man tut etc. kein in sich Maßstab für das [[Wahrheit|Wahre]] und das Richtige, wie man lebt&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Unterschied zwischen Wünschenswertem, auch wenn &#039;&#039;wissenschaft&#039;&#039;lich belegt - und trotzdem evtl. ganz abweichender [[Praxis]] (erforschen): die Kluft...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch [[Binsenwahrheit|Binsenwahr]]:  die Naturwissenschaften werten gern die anderen  mit  so vielschichtigen  Gegenstandsbereichen wie  [[Seele]],   [[Tradition]]...als Müll&#039;&#039;wissenschaften&#039;&#039; / zweiter Klasse ab, u. a. weil Handlungswissen für Märkte fehlt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indes: Gerade auch die [[Bhagavadgita]] wird u.a. &amp;quot;&#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; des Lebens&amp;quot; genannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Swami]] [[Sivananda]] beschreibt &#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; im [[Fliegender Yogi|technischen]] [[Zeit]]alter auch geradezu mit [[Distanz]].  und: &amp;quot;&#039;&#039;7. Schulbildung ist unvollständig, solange sie nicht einführt zu vermitteln, dass Wissen unbegrenzt ist.&#039;&#039;&amp;quot; ([[Göttliches Elexier]], 9)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere mögliche [[Zitat]]e: &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;ein [[tor|Schlüssel]] jenseits all unseres angehäuften [[Vidya|Wissen]]s und der vielen Worte, die uns den Blick auf uns selbst und die Welt eher verstellen als erhellen.&amp;quot; (Hempel, [[Reclam Verlag]] [[Zen]]-[[Yoga]], S. 10)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;Es gibt eine berühmte Unterweisung in der [[Zen]]-[[Tradition]], in der ein Schüler nach dem [[Mond]] fragt. Ein Zweig wird benutzt, um auf ihn zu zeigen, und die Lehre warnt uns, den Zweig nicht mit dem Mond zu verwechseln. Das Problem [[bibliotherapie|mit den Worten]] ist, dass sie Zweige sind – sie können nie der Mond sein. Im besten Fall sind sie [[Sundaram|wunderschöne]] Zweige, die die Form, das [[Licht]] oder die Herrlichkeit des Mondes beschreiben und es unseren Augen erlauben, ihn direkt anzusehen. Im schlimmsten Fall sind sie weitverzweigte Äste, die sich in viele Richtungen ausbreiten und uns noch mehr durcheinanderbringen. &lt;br /&gt;
&amp;quot;S. 9 hier:  [http://theseus-verlag.de/Verlage/Theseus/Theseus-Top-10-Bestseller/Schatten-auf-dem-Pfad.html]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Studien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga und Wissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sutra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Wissenschaft&amp;diff=46775</id>
		<title>Wissenschaft</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Wissenschaft&amp;diff=46775"/>
		<updated>2013-02-27T08:32:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sutra: /* 1. Blick: Yoga und Wissenschaft. */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Wissenschaft und Yoga - gegensätzliche Welten?==&lt;br /&gt;
Artikel von R. W., erschienen im Yoga Vidya Journal Nr. 15, Frühjahr 2006. Entstanden aus einer Niederschrift eines Vortrags bei einem Kongress „[[Yoga]] und [[Meditation]]“ bei Yoga Vidya Bad Meinberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemeldet habe ich mich zu diesem Kongress mit dem Angebot, in einem Workshop oder Arbeitskreis von meinen persönlichen [[Erfahrung]]en als [[Wissenschaft]]ler und [[Yogalehrer]] zu berichten. Als ich mich dann im Kongressprogramm unversehens als Redner für den Eröffnungsvortrag wieder fand, schien mir, dass dafür ein lockeres Plaudern über meine Erfahrungen nicht ganz angemessen sei. Deshalb müssen sie sich nun einen Vortrag zumuten lassen. Um diese [[Zumutung]] aber in [[Grenze]]n zu halten, werde ich mehrfach eine Denkpause einlegen. Dann haben sie und ich [[Gelegenheit]], uns kurz zu [[Sammlung|sammeln]] und die Eingangsübung zu wiederholen. Beginnen will ich mit dem, was angekündigt war und nun in den Untertitel gerutscht ist: dem Biographischen. Es folgen dann vier Blicke auf das [[Thema]]. Als erstes will ich zeigen, dass Wissenschaftler, vor allem in Deutschland, Yoga und Meditation ganz verbreitet für etwas [[Irrationalität|Irrationales]] und damit Unwissenschaftliches halten. Als zweites werde ich auf begründete [[Zweifel]] eingehen, die in der neueren philosophischen [[Diskussion]] an der vermeintlichen [[Rationalität]] der Wissenschaft vorgebracht worden sind. Als zweites will ich aus meiner Sicht [[Gemeinsamkeit]]en und Unterschiede im Verhältnis von Yoga und Wissenschaft aufzeigen. Als viertes schließlich möchte ich von einigen neueren [[Entwicklung]]en im Verhältnis von Wissenschaft und Yoga berichten. Sie lassen darauf hoffen, dass sich westliche Wissenschaft und östliche [[Weisheit]]slehren und Meditationsschulen allmählich doch für einander öffnen und zu einem wechselseitig [[Fruchtbarkeit|fruchtbaren]] [[Austausch]] gelangen könnten. Ein noch winziger [[Hoffnung]]sschimmer ist die „Society for Meditation and Meditation Research“, die diesen Kongress mit veranstaltet. Die [[Widerstand|Widerstände]] gegen einen [[Wandel]] sind freilich stark und der [[Weg]], sie zu [[Überwindung|überwinden]] wird lang und [[Beschwerlichkeit|beschwerlich]] sein. Machen wir uns da nichts vor!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Nun aber erst zum Persönlichen===&lt;br /&gt;
Von 1974 bis zur Pensionierung im Februar 2003 habe ich an der Uni Bremen [[Arbeit]]srecht gelehrt. Mit nur einer längeren [[Unterbrechung]] bin ich meinen [[Aufgabe]]n in [[Forschung]] und [[Lehre]] nach besten [[Kräfte]]n nachgekommen. Schon seit meiner [[Student]]enzeit habe ich mich der [[Politik|politischen Linken zugeordnet, jedoch ohne [[Bindung]] an eine Partei. Seit 1972 bin ich Gewerkschaftsmitglied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weltanschaulich hielt ich mich bis in mein 50stes Lebensjahr für einen am Marxismus orientierten [[Atheist]]en, war aber eher ein nicht ganz [[Unglaube|ungläubiger]] Nichtchrist. Wenn ich noch während meiner Lehrtätigkeit in den neunziger Jahren Yogalehrer wurde und zwar in der [[Spiritualität|spirituellen]] [[Tradition]] der[[ Meister]] des [[Himalaya]]s, so hat das mit der bereits erwähnten [[Unterbrechung]] zu tun und die war durch eine einschneidende [[Lebenskrise]] [[Zwang|erzwungen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Mitte meines 50. Lebensjahrs brach die Fassade des linken und dennoch durchaus [[Erfolg|erfolgreichen Akademikers schlagartig zusammen. Meine [[Ehe]] war längst [[Bruch|zerbrochen]]. Die [[Hoffnung]]en, sie wieder kitten zu können, zerschlugen sich endgültig im Juli 1988, als ich kurz vor einer geplanten Forschungsreise nach Japan auch [[Körper|körperlich]] und [[Psyche|psychisch]] zusammenbrach: [[Diagnose]] Gehirntumor. Vor und während der 4 Std. dauernden [[Operation]] hatte mein [[Leben]] - wie mir der operierende [[Arzt]] später sagte - an einem seidenen [[Faden]] gehangen. Diese [[Erfahrung]] [[fordern|forderte]] einige Tage nach der OP meinen [[Lebensmut]] heraus und führte noch in der [[Klinik]] zu dem [[Entschluss]], mich und mein Leben von [[Grund]] auf zu [[ändern]]. Schon ab Februar 1989 besuchte ich [[Yogakurs]]e und [[praktizieren|praktizierte]] täglich morgens eine Stunde lang oder auch länger [[Yogaübung]]en. Daneben hätten sie mich damals in [[Therapie|psychotherapeutischen]] [[Sitzung]]en und als zumeist einzige männliche [[Teilnehmer]]in in einer Frauentanzgruppe und beim Tango Argentino treffen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ich nach der erzwungenen [[Pause]], körperlich noch gezeichnet, meine [[Tätigkeit]] an der [[Uni]] wieder [[Aufnehme|aufnahm]], merkte ich schon bald an den [[Blick]]en meiner Kolleginnen und [[Kollege]]n, dass sie mich mindestens für wunderlich, wenn nicht gar für leicht [[Anormalität|anormal]] hielten, für einen mit einem Dachschaden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einige meiner Kollegen war das [[Maß]] dann offenbar voll, als sich folgendes ereignete: vom Bremer Regionalfernsehen wurde ich für einen gesundheitspolitischen [[Beitrag]] um ein [[Interview]] zu der [[Frage]] [[gebeten]], wie sich mein Leben durch [[Krankheit]] und [[Operation]] [[Veränderung|verändert]] habe. Dieses Interview wurde auf meinen [[Vorschlag]] nach einer kurzen [[Sequenz|Tanzsequenz]] im Kreise meiner Frauengruppe aufgezeichnet und war sehr kurz. Denn ich sagte sinngemäß eigentlich nur, dass ich - wie man ja sehen könne - meine [[Lebenszeit]] jetzt anders und intensiver [[Nutzen|nutze]] und mir meine [[Arbeit]] nicht mehr das Wichtigste im Leben sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vermutlich in [[Reaktion]] auf dieses Interview fragte einer meiner Jurakollegen bei einer auf [[Gesundheitswissenschaft]] [[Spezialisation|spezialisiert]]en Kollegin an, ob noch [[Normalität|normal]] sei, was ich da triebe. Die Kollegin, die mich gut kannte, [[Information|informierte]] mich, ohne den [[Name]]n zu nennen. Sie hatte ihm gesagt, er solle mich selbst [[Frage|fragen]]. Ich weiß bis heute nicht, wer es war und auch nicht was ich [[Antwort|geantwortet]] hätte, habe aber von da an in meinem [[Fachbereich]] [[Friheit|frei]] nach dem [[Motto]] gelebt: &amp;quot;Ist der [[Ruf]] erst ruiniert…..&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach ca. zwei Jahren der [[Yogapraxis]] [[Entschluss|entschloss]] ich mich, eine [[Ausbildung]] zum [[Yogalehrer]] [[Aufnahme|aufzunehmen]]. Zu dieser [[Zeit]] war trotz erster positiver [[Erfahrung]]en auch in meinem [[Kopf]] noch die [[Sperre]], dass es sich beim Yoga um etwas Irrationales handele. Vor allem die Meditation hielt ich für [[Unvereinbarkeit|unvereinbar]] mit meiner [[Verpflichtung]] auf die wissenschaftliche Rationalität. Wie würde ich den [[Spagat]] zwischen diesen beiden [[Gegensatz|gegensätzlichen]] Welten aushalten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dieser bangen Frage fuhr ich im Februar 1992 in das erste Ausbildungswochenende am &amp;quot;[[Himalaya Institut]] für [[Yogawissenschaft]] und [[Philosophie]]&amp;quot;. Wegen dieses Namens meinte ich, mit meinen [[Zweifel]]n hier am besten aufgehoben zu sein. Schon am ersten [[Tag]] [[Erfüllung|erfüllte]] sich meine [[Erwartung]] voll. Bis heute [[Begleitung|begleitet]] mich seitdem die [[Botschaft]] des Ausbildungs[[leiter]]s, Wolfgang Bischoff. Er begann zwar seinen [[Einführung]]s[[vortrag]] mit einem für mich damals noch befremdlichen [[Sprechgesang]], einem [[Mantra]], befremdlich, weil ich da das Irrationale des Yoga auf mich zukommen sah, doch schloss er den Vortrag mit den [[Wort]]en: &amp;quot;Glaub mir kein Wort, [[Zweifel|bezweifle]] alles, was ich sage, aber mach die Übungen, die ich dir empfehle und überprüfe selbst!&amp;quot; Das entsprach voll meinem Credo als Wissenschaftler! In Ahrensburg lernte ich nicht nur Yoga-Übungen und erste Meditationen, sondern erhielt auch [[Kenntnis]]se über die indische Philosophie, vor allem über die Yoga-, [[Sankhya|Samkhya]]- und [[Vedanta]]philosophie. Hinzu kamen Anstöße, auch über Grundfragen von Wissenschaft und Philosophie des Westens nachzudenken, die mich seit meinem [[Studium]] kaum noch [[Beschäftigung|beschäftigt]] hatten. Vor allem [[Bewegung|bewegte]] mich die Frage: Was eigentlich ist Wissenschaft? Da war ich nun viele Jahre beruflich als Wissenschaftler tätig gewesen, aber kaum je war mir diese Frage in den [[Sinn]] gekommen oder gestellt worden. Nun konnte und wollte ich sie nicht länger [[Verdrängung|verdrängen]]. Damit bin ich über das Persönliche des Unterthemas beim [[Sachlichkeit|Sachlichen]] und beim [[Thema]] angekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wissenschaft und Yoga – gegensätzliche Welten?===&lt;br /&gt;
Dazu zwei Vor[[bemerkung]]en:&lt;br /&gt;
1. Soweit im Folgenden von Yoga die [[Rede]] ist, meint das für mein [[Verständnis]] immer auch die Meditation in einer [[denkbar]] breiten Palette von Übungs[[methode]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
n. Denn Yoga [[zielen|zielt]] – das muss ich hier nicht [[näher]] [[ausführen]] - in allen seinen [[Teile]]n [[letztlich]] auf die Meditation als der [[oberste]]n [[Stufe]] des achtstufigen Weges nach [[Patanjali]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seinem [[Yogasutra|Yoga Sutra]] zufolge [[dienen]] die [[körperlich]]en [[Übung]]en (Asanas) nur dem [[Zweck]], Menschen auf die Meditation [[vorbereiten|vorzubereiten]]. Sie sollen [[befähigen|befähigt]] werden, über eine längere Zeit im [[aufrecht]]en [[Sitz]] zu [[meditieren]], ohne durch körperliche und [[mental]]e [[Störung]]en [[ablenken|abgelenkt]] zu werden. Dem [[gleich]]en [[Zweck]] dienen die Übungen mit dem [[Atem]] und der [[Lebensenergie]] ([[Pranayama]]) und das [[Zurückziehen]] der [[Sinne]] von den [[Objekt]]en der [[äußere]]n Welt ([[pratyahara]]). Wegen der [[zentral]]en [[Rolle]] der Meditation im Yoga nach Patanjali prägte mein [[Lehrer]], [[Sri]] [[Swami]] [[Rama]], einer der [[bedeutend]]sten [[Yogi]]s des vorigen Jahrhunderts, die [[Definition]]: „Yoga is meditation in action“ zu dt. „Yoga ist Meditation im [[Handeln]]“ oder auch „ist [[Achtsamkeit]] im Handeln“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Unmittelbar beziehen sich meine [[Ausführung]]en zwar nur auf den Yoga. Doch stehen sie für das [[Verhältnis]] der Wissenschaft zu anderen [[spirituell]]en [[Lehre]]n und Meditationspraktiken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1. Blick: Yoga und Wissenschaft.===&lt;br /&gt;
Auf den ersten [[Blick]] [[scheinen|scheint]] es aus der [[Perspektive]] beider – des Yoga wie der Wissenschaft - keine einander fremderen Welten zu geben als eben diese beiden. Wie suspekt vielen Wissenschaftlern alle östlichen Weisheitslehren und alles ist, was mit Meditation zusammenhängt, mag folgendes [[Zitat]] aus dem philosophischen Beitrag eines Professors der Paläobiologie und Geologie belegen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Heute tauchen vereinzelt [[Missionar]]e des Irrationalen in der [[Ethnologie]] und [[Anthropologie]] auf, kann in der Philosophie die Ablehnung der reinen, der [[wissenschaftlich]]en [[Ratio]] zu einem Plädoyer für die Einbeziehung der [[Mystik]] und Meditation (…) werden. Selbst in den auf [[nüchtern]]e [[Sachlichkeit]] so [[bedacht]]en [[Naturwissenschaften]] sägen heute einige dem Irrationalen Zuneigende eifrigst am eigenen Ast. Nicht zuletzt eine Reihe von Physikern, die sich (…) in den Irrgarten ostasiatischer Mystik oder in [[parapsychologisch|parapsychologische]], dubiose Winkel verirrt haben!“&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Anmerkungen zu dieser Textstelle [[erfahren]] wir, was und wen er damit u. a. meint: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Gewisse Abschnitte in C. F. Weizsäcker: Der [[Garten]] des [[Menschlich]]en.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sollte sich der große [[Physiker]] und [[Philosoph]] von Weizsäcker [[Wirklichkeit|wirklich]] ins Irrationale verirrt haben? Genügt als [[Beleg]] dafür, dass Weizsäcker u. a. Vorworte zu zwei spirituellen Büchern geschrieben, ein Interview über seine Meditationserfahrungen gegeben und beides in seinem Buch veröffentlicht hat? Dieser Angriff richtet sich nicht nur gegen von Weizsäcker, sondern gegen mehrere ebenfalls namentlich genannte Wissenschaftler wie z. B. &#039;&#039;Fritjof Capra&#039;&#039;. Vor den [[Auge]]n unseres Gewährsmannes tut sich offenbar ein großer Sumpf an Irrationalität auf, in dem die von ihm vertretene [[Lehre]], rein rationale Wissenschaft zu [[versinken]] droht. Eine Satire möchte man schreiben, wenn die [[Sache]] nicht ernst wäre. Denn diese Äußerungen stehen stellvertretend für das [[Denken]] vieler Wissenschaftler, die das nur nicht so dankenswert offen und deutlich sagen. Meine eigenen Erfahrungen belegen das. Yogis und Meditierende aller [[Traditionen]] haben aber – wenn ich [[recht]] sehe - ihrerseits ein mindestens distanziertes [[Verhältnis]] zur anderen Seite, zur Wissenschaft. Diese Distanz scheint in den Erfahrungen und in der [[Einstellung]] Meditierender zu [[wurzeln]]: &#039;&#039;„Ich weiß, welche Erfahrungen ich im Meditieren mache und ich weiß auch, dass ich weiß oder dass ich nichts [[Wissen|weiß]]. Das brauche ich mir doch von einem Wissenschaftler nicht auch noch bescheinigen zu lassen.“&#039;&#039; Verkannt wird dabei die gesellschaftliche Bedeutung von Wissenschaft für die Akzeptanz und damit auch für die Verbreitung der Meditation und anderer spiritueller Praktiken in breiten [[Kreise]]n der [[Bevölkerung]], die wir dafür gewinnen wollen. Verkannt wird dabei auch, wie wichtig die wissenschaftliche [[Akzeptanz]] in unseren 1* Heinrich Karl Erben, Episteme, Mythos und [[human]]e [[Zukunft]] in: Lenk, H. (Hg.) Zur [[Kritik]] der wissenschaftlichen [[Vernunft]], 1986 Breiten ist, um etwa die Anerkennung von Meditation als wirksame Gesundheits[[prävention]] oder gar als [[Heilverfahren]] zu erlangen, mit der [[Folge]], dass gegebenenfalls die Kassen für die Kosten ihrer [[klinisch]]en und [[therapeutisch]]en [[Anwendung]] aufzukommen hätten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2. Blick: Kritik der wissenschaftlichen Vernunft===&lt;br /&gt;
Unter diesem Titel [[Veröffentlichung|veröffentlichte]] Kurt Hübner 1977, damals [[Professor]] für Philosophie an der [[Universität]] Kiel, ein umfängliches philosophisches [[Werk]]. Darin weist er [[Stütze|gestützt]] auf [[Analyse]]n anscheinend rein rationaler [[Argumentation]]en der [[Mathematik]] und auf wissenschaftliche Methoden und [[Ergebnis]]se der Geschichtswissenschaft nach, wie unhaltbar die zumeist ungeprüfte [[Annahme]] ist, dass in der Wissenschaft [[Ausschließlichkeit|ausschließlich]] und allein das [[Prinzip]] der Rationalität [[Regierung|regiere]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hübner bezieht sich auf die griechische [[Mythologie]], aus der heraus sich heutige Philosophie und Wissenschaft überhaupt erst [[Entwicklung|entwickelt]] haben und in der er eine eigene Rationalität ausmacht. Im [[Vergleich]] dazu verdeutlicht er, wie stark rational nicht begründbare [[Element]]e selbst noch die heutige Wissenschaft [[Prägung|prägen]]. Umfängliche Zitate aus Hübners Werk will ich ihnen und mir ersparen. Die können sie in der gedruckten ausführlicheren [[Fassung]] nachlesen. Hier nur zwei Zitate aus Hübners [[Schlussfolgerung]] am Ende seiner [[Gründlichkeit|gründlichen]] [[Analyse]]: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Nichts wäre (….) falscher, als dem Mythos, wie das oft geschieht, Irrationalität zu [[Unterstellung|unterstellen]], dem die Wissenschaft als etwas Rationales entgegentritt.“ An späterer [[Stelle]] der [[Zusammenfassung]] schreibt Hübner: Es gibt (….) keinen [[Theorie|theoretisch]] [[Zwang|zwingenden]] [[Grund]] [[Annahme|anzunehmen]], dass alle Welt mythische Sichtweisen als solche, (.....) ins Reich des [[Märchen]]s [[Verbannung|verbannen]] muss, wenn sie nicht (…..) den [[Verstand]] [[Verlust|verlieren]] will.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer H. gewidmeten Festschrift „Zur [[Kritik]] der wissenschaftlichen Rationalität“ (1986) haben sich mehrere Philosophen seiner Kritik angeschlossen und seine [[Argumentation]] in die eine oder andere [[Richtung]] ausgebaut. Für [[Nachweis]]e und Zitate [[Verweis|verweise]] ich sie ebenfalls auf die schriftliche Fassung. So schreibt Kockelmans, ein amerikanischer Philosophieprofessor, mit [[Bezug]] auf die [[Sozialwissenschaft]] u. a.: Man sollte s. E. erkennen, „dass es mythische [[Dimensionen]] sowohl in der Wissenschaft als auch in der Philosophie gibt.“ &#039;&#039;In der Wissenschaft erblickt er sie - ganz ähnlich wie Hübner - in „tief eingewurzelten Überzeugungen (…), für die (bis jetzt) keine rationale [[Rechtfertigung]] gegeben worden ist“.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Hübner noch zwischen Wissenschaft und Mythos [[Klarheit|klar]] [[Unterscheidung|unterscheidet]] und nur [[Vergleichbarkeit|Vergleichbares]] in beiden ausmacht, geht MacCormac, ein Wissenschaftstheoretiker aus den USA, noch einen [[Schritt]] weiter. Er behauptet, dass bestimmte vermeintlich wissenschaftlich bewiesene [[Tatsache]]n selbst eine Art Mythos sind. Wissenschaftler bedienen sich nämlich zur [[Erklärung]] und [[Deutung]] ihrer [[Befund]]e nicht selten „grundlegender [[Metapher]]n“. Gemeint sind damit bildhaft [[Beschreibung|beschreibende]] [[Vergleich]]e, wie etwa das [[Bild]] vom [[Urknall]] als dem [[Beginn]] der [[Entstehung]] des [[Kosmos]]: Wodurch [[Unterscheidung|unterscheidet]] sich diese von den Wissenschaftlern als [[Tatsache]] [[Betrachtung|betrachtete]] und [[Verbreitung|verbreitete]] [[Theorie]] vom [[Urknall]] eigentlich noch von den vielen mythischen und [[Religion|religiösen]] [[Erklärung]]en, etwa dem der [[Bibel]]:&#039;&#039; „Am [[Anfang]] war das [[Wort]] …“&#039;&#039;, wofür auch gesagt werden kann: Am Anfang war der [[Laut]], oder war die [[Schwingung]] oder war die Idee, die zur Schwingung und zum Wort oder auch zum Knall wurde. Nun mag man hier einwenden: dass bei &#039;&#039;Hübner&#039;&#039; und den anderen Autoren nur vom Mythos die Rede ist, nicht aber von der Mystik, der Meditation, und von östlichen Weisheitslehren. Wichtig sind die im Vergleich zum Mythos vorgetragenen Zweifel am [[Ausschließlichkeitsanspruch]] der Wissenschaft auf [[Rationalität]] vor allem deshalb, weil in der wissenschaftlichen Kritik an [[Meinung|vermeintlich]] irrationalen Lehren Mythos und Meditation in einen Topf geworfen werden. Dafür erinnere ich an das obige Zitat aus dem Beitrag des Paläobiologen, der ja ausdrücklich auch die Meditation dem [[Verdacht]] der Irrationalität [[Unterstellung|unterstellt]] hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===3. Blick: Was ist Wissenschaft? Was haben Yoga und Meditation mit ihr gemeinsam? Worin unterscheiden sie sich von Wissenschaft?===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Was ist Wissenschaft====&lt;br /&gt;
„Wissenschaft“ - so das dtv-Lexikon - ist &#039;&#039;„der [[Inbegriff]] des durch [[Forschung]], [[Lehre]], und überlieferte [[Literatur]] [[Bildung|gebildeten]], [[Ordnung|geordneten]], [[Begründung|begründeten]], für gesichert erachteten [[Wissen]]s einer [[Zeit]]; auch die für seinen [[Erwerb]] typische, [[Methode|methodisch]]-[[Systematik|systematische]] Forschungs- und [[Erkenntnis]]arbeit, sowie ihr [[Organisation|organisatorisch]]-[[Institut|institutioneller]] Rahmen“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser [[Begriff]] ist mit dem [[Bezug]] auf das „Wissen einer Zeit“ zeitlos gültig. Er lässt selbst noch die von [[Kirche]] und [[Klerus]] [[Dogma|dogmatisierten]] mittelalterlichen Lehren über die [[Welt]] und den [[Kosmos]] als Wissenschaft gelten. Denn auch das war das „Wissen einer Zeit“ [[Gewinn|gewonnen]] durch die damals „typische systematische [[Erkenntnis]]arbeit“ der [[Bibelexegese]] und der Dogmatisierung von [[Bibel|biblischen]] [[Text]]stellen. Auch diese Erkenntnisarbeit war eingebunden in einen „organisatorisch- institutionellen [[Rahmen]]“, wie ihn eben die damalige [[Kirche]] mit ihren [[Priesterseminar]]en und [[Kloster|Klöstern]] bot. Da wäre es ein Leichtes, das [[Studium]] und die [[Weitergabe]] des [[Yoga]] und der ihm zugrunde liegenden [[Basis]]texte der klassischen indischen [[Philosophie]] in den zahlreichen indischen Ashrams und außerindischen [[Yogalehrer]]-[[Ausbildung]]s[[Zentrum|zentren]] ebenfalls unter dem oben [[Zitat|zitierten]][[ Begriff]] von Wissenschaft zu fassen. So [[Einfachheit|einfach]] will ich es ihnen und mir nicht machen. Denn sicher würden wir in der heutigen [[Situation]] beiden nicht [[Gerechtigkeit|gerecht]], wollten wir Wissenschaft und Yoga ohne weitere [[Umstand|Umstände]] gleichsetzen! Fragen wir also weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Was ist Wissenschaft heute? Was haben Yoga und Meditation mit heutiger Wissenschaft gemein und was [[unterscheiden|unterscheidet]] sie voneinander?====&lt;br /&gt;
Heutige Wissenschaft umfasst das systematische [[Bemühung|Bemühen]] um [[Objektivität|objektive]] [[Erkenntnis]] bzw. inter[[Subjektivität|subjektiv]] nachprüfbares Wissen. Als objektiv und nachprüfbar gilt dabei nur, was unter gleichen [[Bedingung]]en von anderen [[Forscher]]n nachgeprüft werden kann. Ferner umfasst auch heutige Wissenschaft alles, was als [[Ergebnis]] dieses Bemühens an [[Geschichte|geschichtlich]] aufgehäuftem Wissen bereit liegt. Hinsichtlich ihrer [[Gegenstand|Gegenstände]] [[Beziehung|bezieht]] sie sich mit dem [[Streben]] nach Erkenntnis auf das [[gesamt]]e [[Spektrum]] der [[Gegenständlichkeit|gegenständlichen]], mit den [[Sinne]]n [[Wahrnehmung|wahrnehmbaren]] Welt. Dazu gehört auch der Mensch als Teil dieser Welt. [[Zerlegung|Zerlegt]] in kleine und kleinste Teilaspekte betrachtet Wissenschaft diese Gegenstände in zahlreichen Zweig- und Unterdisziplinen. Wie stark vielfach fraktioniert Wissenschaft heute ist, will ich nur an einigen [[Beispiel]]en verdeutlichen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. In der Medizin gibt es heute fast schon für jedes [[Organ]], jedes [[Krankheit]]sbild und jeden [[Körperteil]] darauf [[Spezialisierung|spezialisierte]] [[Medizin|medizinische]] Teildisziplin. (Anästhesie, [[Allergologie]],[[ HNO]], [[Kardiologie]], [[Nephrologie]], [[Onkologie]], [[Proktologie]] usw. ) Werfen sie dafür einmal nur einen Blick in die [[Ärztetafel]] im Telefonbuch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. In der [[Psychologie]] [[begegnen]] uns u. a. die Allgemeine, die Entwicklungs-, Familien- und Sozial-, Sport- und Bewegungs- und sogar die Arbeits- und Technikpsychologie, wobei man sich fragt: Geht es hier um eine eigene [[Psyche]] der Technik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Noch bunter ist das Bild in der [[Soziologie]]. Kaum ein Gegenstand der sozialen Welt, der noch nicht mit dem [[Anhängsel]] „Soziologie“ in den [[Rang]] einer eigenen wissenschaftlichen Teildisziplin erhoben worden wäre: (Familien-, Arbeits- und Industrie-, Rechts-, Medizin-, Verwaltungs- und Organisations, Wissens und [[Kultur]]- Politische - und Filmsoziologie bis hin zur Soziologie des [[Geschlecht]]erverhältnisses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Für meine eigene frühere [[Disziplin]] die [[Rechtswissenschaft]] könnte ich ihnen ebenfalls ein breites [[Spektrum]] an Teildisziplinen auflisten, das fast schon ans Skurrile grenzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Kaum anders ist das Bild in den so genannten exakten [[Naturwissenschaft]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Soweit es in allen [[Zweig]]en der Wissenschaft um [[menschlich]]e Erkenntnis geht, stehen alle immer auch vor der [[Frage]] nach dem [[Erkennung|erkennen]]den [[Subjekt]], dem Menschen und seinen [[Möglichkeit]]en und [[Grenze]]n der Erkenntnis. Das sind zentrale [[Fragestellung]]en u. a. der Philosophie, der [[Erkenntnistheorie]] und der Psychologie und neuerdings der [[Kognitionswissenschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Yoga geht es um Erkenntnis. Doch zielt Erkenntnis im Meditieren als der obersten [[Stufe]] des [[Yogaweg]]es vorrangig auf [[Selbsterkenntnis]] bzw. auf die Erkenntnis des [[Selbst|SELBST]] oder - in der [[Buddhismus|buddhistischen]] [[Begriff]]lichkeit - des [[Nichtselbst|NICHTSELBST]] als des [[Wesen]]s der [[Mensch|menschlichen]] [[Persönlichkeit]]. Nur in diesem [[Zusammenhang]] [[Richter|richtet]] sie sich auch auf die [[Gegenstand|gegenständliche]] Welt als dem [[Ort]] und [[Raum]] der menschlichen [[Existenz]] und [[Befindlichkeit]]. Deswegen haben große [[Meditation]]s[[meister]] aller [[Richtung]]en und [[Schule]]n immer wieder darauf [[Hineis|hingewiesen]], dass sie über die Erkenntnis des [[Mikrokosmos]] der menschlichen Persönlichkeit zugleich auch ein tiefes Wissen über den [[Makrokosmos]] [[Erlangung|erlangt]] haben, bzw. über das, was - mit Goethe - die Welt im Innersten [[Zusammenhalt|zusammenhält]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso wie in der Wissenschaft gibt es auch im Yoga und in allen anderen Schulen und [[Tradition]]en der Meditation einen [[Reichtum|reichen]] [[Schatz]] geschichtlich [[Anhäufung|aufgehäuften]] Wissens. Denn alle großen Meister haben ihre [[Erfahrung]]en und ihr im [[Zustand]] der Meditation [[Gewinn|gewonnenes]] Wissen der [[Nachwelt]] in [[Spiritualität|spirituellen]] [[Schrift]]en [[Überlieferung|überliefert]]. Einige dieser Schriften sind mehrere tausend Jahre alt, wie etwa die [[Veden]] und [[Upanishaden]] Indiens, die als die ältesten Schriften der [[Menschheit]] überhaupt gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser [[Beschreibung|beschreiben]]den Ebene sind also Wissenschaft und Meditation durchaus noch mit einander [[Vergleich|vergleichbar]]. Doch [[Deutung|deuten]] sich hier bereits [[Unterschied]]e in Bezug auf die Gegenstände und [[Methode]]n der Erkenntnis an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Unterschiede zwischen Wissenschaft und Yoga===&lt;br /&gt;
====Der Mensch als Objekt der Erkenntnis====&lt;br /&gt;
Im gängigen Wissenschaftsverständnis dienen den Wissenschaftlern die gegenständliche Welt und der Kosmos, aber auch die Menschen als Objekte ihrer Forschungen und zwar in der oben beschriebenen nach Fachdisziplinen parzellierten [[Weise]]. Der Wissenschaftler als das forschende Subjekt betrachtet also den Menschen als Objekt seines [[Bemühen]]s um Erkenntnis. Subjekt und Objekt der Erkenntnis sind hier [[Trennung|getrennt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem [[Übung]]s- und [[Erkenntnis]]weg des [[Yoga]] ist jeder nach Wissen [[Streben|strebende]] Mensch zugleich Subjekt und Objekt seines Bemühens um Erkenntnis. Die in der Wissenschaft übliche [[Trennung]] ist hier also aufgehoben. Dabei betrachtet sich der meditierende Mensch von vornherein in seiner ganzheitlichen Existenz als Wesen aus [[Körper]], [[Seele]] und [[Geist]] mit dem [[Atem]] als [[Bindeglied]] zwischen diesen Dreien und eingebettet in [[Natur]], [[Welt]] und [[Kosmos]] sowie in [[Gesellschaft|gesellschaftliche]] [[Zusammenhang|Zusammenhänge]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Instrumente und Methoden der Erkenntnis: [[Verstand]] und [[Objektivität]] versus [[Introspektion]] und [[Intuition]]====&lt;br /&gt;
Heutige Wissenschaft strebt nach überprüfbarem, objektivem Wissen und [[Meinung|meint]] dafür allein auf den Verstand setzen zu dürfen, auf die menschliche [[Ratio]]. Man kann diesen Zusammenhang auch so [[Formulierung|formulieren]]: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil heutige Wissenschaft ausschließlich auf Rationalität setzt, lässt sie nur solche Methoden als wissenschaftlich [[Geltung|gelten]], mit denen die Ergebnisse intersubjektiv überprüft werden können. Das ist zugleich der eigentliche [[Grund]] für die Zergliederung des in seiner Ganzheit lebenden Menschen in unterschiedliche Teilaspekte, die von gegeneinander [[Abgrenzung|abgegrenzten]] wissenschaftlichen Disziplinen je gesondert [[Untersuchung|untersucht]] werden. Mit diesen [[Verfahren]] [[Verbindung|verbinden]] Wissenschaftler die [[Hoffnung]], in der je getrennten Untersuchung des Zerteilten irgendwie einmal zur [[Rekonstruktion]] des Ganzen zu gelangen, die Teilerkenntnisse also wie in einem Puzzle zum Ganzen zusammensetzen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich aber gibt es auf kaum einem [[Gebiet]] heute noch einen Wissenschaftler, der sich umfassend in allen Zweigdisziplinen seines Fachs auskennt. Erst recht ist niemand mehr in der [[Lage]], alle Wissenschaften zu überschauen. Die [[Spezialisierung]] schreitet munter weiter voran und das [[Gegenmittel]] der „interdisziplinären [[Zusammenarbeit]]“ greift nur teilweise und langsam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Yoga und Meditation&#039;&#039;&#039; lehnen – so wie ich die [[Grundlage]]ntexte und die [[Nyaya]]-[[Philosophie]], eine der sieben Hauptschulen der indischen Philosophie verstehe - den [[Rationalität]] rationalen [[Weg]] der Erkenntnis durchaus nicht ab. Denn auch Meditierende leben in dieser Welt der [[Erscheinung]]en und [[Dualität]]en und darin benötigen wir Menschen den [[Verstand]], um uns [[Orientierung|orientieren]] und angemessen [[Handlung|handeln]] zu können. Doch wird den in der Wissenschaft bevorzugten [[Quantität|quantitativen]] und den schon scheel angesehe]en [[Qualität|qualitativen]] Erkenntnisverfahren in den Basistexten der [[Yogaphilosophie]] ein nur [[Begrenzung|begrenzter]] Erkenntniswert in Bezug auf die materielle Welt der Erscheinungen zugebilligt. Die großen Meister der Meditation halten dafür, dass auf diesem Wege weder das [[Wesen]] der Menschen [[Erkenntnis|erkannt]] werden kann noch das der Welt und des Kosmos. Denn das Wesen oder das [[Ganze]]] ist nicht etwa nur mehr, sondern etwas anderes als die [[Summe]] der Teile. Es kann nur in der [[Innenschau]] mittels [[Intuition]], nicht aber [[Rationalität|rational]] erfasst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb bedient sich &#039;&#039;&#039;Yoga&#039;&#039;&#039; der [[Systematik|systematischen]] Innenschau, der Introspektion, wenn man diesen Begriff nicht auf das verkürzt, was die „Introspektionisten“ des beginnenden 20. Jhs. darunter [[Verstand|verstanden]]. Im Yoga und in der Meditation werden Praktizierende systematisch [[Anleitung|angeleitet]], ihre [[Achtsamkeit]] nach innen zu richten und in der Innenschau die [[Kraft]] der Intuition zur [[Erlangung]] von Selbsterkenntnis und von [[Erkenntnis]]sen über die äußere Welt und ihre [[Befindlichkeit]] in ihr zu [[Nutzen|nutzen]]. In der Wissenschaft wird dagegen die Introspektion heute rundweg als unwissenschaftlich [[Ablehnung|abgelehnt]], weil sie angeblich keine [[Möglichkeit]] böte, [[Objektivität|objektive]] Erkenntnisse zu erlangen, die sich nach den gleichen Methoden durch andere überprüfen lassen. Dagegen ließe sich schon Folgendes einwenden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden mehrere Menschen nach den gleichen Methoden im Meditieren angeleitet, dann können mit einiger Übung – wie wir wissen - alle die gleichen oder vergleichbare Erfahrungen machen. Wäre das nicht mit gleichem Recht als intersubjektive Nachprüfung [[Anerkennung|anzuerkennen]] wie die [[Wiederholung]] einer qualitativen soziologischen oder psychologischen [[Studie]], in der sich die Forscher der teilnehmenden [[Beobachtung]] bedienen? Neuerdings aber wachsen mit wissenschaftlichen Methoden und Verfahren zur Untersuchung der [[Struktur]]en und [[Vorgang|Vorgänge]] im [[Gehirn]] die [[Chance]]n, mit allgemein [[Anerkennung|anerkannten]] wissenschaftlichen [[Verfahren]] wenigstens ansatzweise [[Darstellung|darzustellen]], wie sich Yoga und Meditation auf die [[Funktione]]n des Gehirns [[Auswirkung|auswirken]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Intuition]] wird von der Wissenschaft ebenfalls [[Abwehr|abgewehrt]] und kaum je in ihrer [[Bedeutung]] auch für die Wissenschaft anerkannt, geschweige denn im wissenschaftlichen [[Prozess]] systematisch genutzt. Dabei trägt sie zur [[Gewinnung]] wissenschaftlicher Erkenntnisse vielleicht sogar mehr und anderes bei als der [[Verstand]]. Nur wenige Wissenschaftler aber sind so [[Souveränität|souverän]] wie [[Albert Einstein]], sich [[Offenheit|offen]] zur Intuition als dem eigentlichen Vater ihrer [[Entdeckung]] zu [[Bekennung|bekennen]]. Einstein hat in einem Brief oder [[Gespräch]] einmal sinngemäß gesagt, dass ihm die Relativitätstheorie auf einem [[Spaziergang]] in den Bergen plötzlich aufgegangen sei. Nur um sie in [[Wort]]e zu fassen, habe er danach seinen Verstand [[Anstrengung|anstrengen]] müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die meisten Wissenschaftler mit der Intuition [[Probleme]] haben, so liegt das m. E. daran, dass sich, was sie sei, weder einfach [[Definition|definieren]] noch rational [[Erklärung|erklären]] lässt. Man mag sie als [[Unmittelbarkeit|unmittelbare]] [[Eingebung]] [[Beschreibung|beschreiben]] oder als das innere [[Aufleuchten]] einer [[Idee]], woher auch immer sie kommen mag. Wer je in seinem [[Leben]] bei welcher [[Gelegenheit]] auch immer eine solche Eingebung hatte, der weiß, dass sie sich mit aller Kraft des Verstandes aus ihrem [[Versteck]] nicht hervorlocken lässt. Im [[Gegenteil]]: je mehr wir den Verstand anstrengen, ein bestimmtes Problem zu [[Lösung|lösen]], desto mehr [[Schein|scheint]] sich die Lösung zu verbergen. Geben wir alle [[Anstrengung]] auf und legen eine [[Ruhe]]pause ein oder gehen wir erst einmal – wie Einstein – [[Spaziergang|spazieren]] oder auch [[Schlaf|schlafen]], so geschieht es nicht selten genug, oft auch am frühen [[Morgen]] kurz vor oder nach dem [[Aufstehen]], dass sich plötzlich ein [[Aha]]-[[Erlebnis]] einstellt und wir die [[Lösung]] [[Fund|gefunden]] haben. Diese [[Erfahrung]] hat – so [[Gedanke|denke]] ich - jeder von ihnen selbst schon gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Intuition entspringt ganz augenscheinlich einer anderen [[Quelle]] als das verstandesmäßige [[Denken]]. Sie leuchtet zumeist unangekündigt auf und woher sie kommt, ist eine [[Offenheit|offene]] Frage. Steigt sie aus unserem eigenen inneren [[Selbst]] auf oder wird sie uns von einer höheren, [[Gott|göttlichen]] [[Kraft]] außerhalb von uns eingegeben, oder von einem [[All]]-[[Bewusstsein]], das zugleich in uns und außerhalb von uns ist? Dazu mag sich jeder seine eigenen Gedanken machen. Besonders [[Intensität|intensiv]]  – so meine [[Erfahrung]] - macht sich Intuition bemerkbar, wenn ich in die [[Stille]] gehe und [[Meditation|meditiere]]. Sie ist daher für mich recht eigentlich ein Kind der Stille und der Meditation. Diese auf der Erfahrung beruhende [[Einsicht]] machen sich alle Wege der Meditation zunutze. Sie bedienen sich in systematischer Weise der Intuition als Quelle der Erkenntnis. Und daher [[Vermittlung|vermitteln]] alle Schulen den Menschen die [[Fähigkeit]], [[Willen|willentlich]] die [[Sinne]] von der äußeren Welt [[Rückzug|zurückzuziehen]] und in das [[Schweigen]] der [[Worte]] und der [[Gedanken]] zu gehen, und damit in jene Stille, die dem [[Denken]] vorausgeht und aus der allein die [[Stimme]] der Intuition zu uns zu [[Sprache|sprechen]] [[Beginn|beginnt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Neuere Tendenzen einer Annäherung von Wissenschaft und Meditation==&lt;br /&gt;
Alle [[Schule]]n des Yoga und der Meditation haben ihr Wissen [[Jahrhunderte]] lang wie eine Art [[Geheimlehre]] behandelt. Nur an [[speziell]] [[Vorbereitung|vorbereitete]] [[Einweihung|eingeweihte]] [[Schüler]] wurde das Wissen jeweils von einem [[Meister]] direkt [[Weitergabe|weiter gegeben]]. Nach und nach aber haben Yoga und Meditation in Indien einen [[Anerkennung|anerkannten]] [[Platz]] auch im wissenschaftlichen [[Bereich]] erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen [[Rückschritt]] gab es dann während der kolonialen [[Unterdrückung]] des Landes. Doch ist das Band zwischen Yoga und Wissenschaft in Indien nie völlig abgerissen. Nach dem [[Sieg]] der [[Unabhängigkeitsbewegung]] wurden die [[Bande]] in moderner [[Gestalt]] wieder [[Leben|belebt]] und nach und nach fester geknüpft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen gibt es einige vom [[Staat]] als [[Universität]]en anerkannte [[Yogahochschule]]n, in denen anders als in den üblichen [[Ashram]]s Yoga und Meditation nicht nur [[Unterricht|unterrichtet]] werden, sondern zugleich auch Gegenstände der [[Forschung]] sind, zum [[Beispiel]] die Yoga-Universität der [[Sivananda]] Tradition in [[Munger]] und das [[Swami]] [[Rama]] [[Yoga]] [[Gurukulam]] in [[Rishikesh]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Westen]] [[Beginn|begann]] sich erst seit dem 19. Jahrhundert nach und nach für Yoga und Meditation zu [Interesse|interessieren]]. Erste [[Bericht]]e über den Yoga gelangten durch [[Reisende]] und durch Verwaltungsbeamte der britischen [[Kolonialmacht]] in den Westen. [[Verstärkung|Verstärkt]] nahm das [[Interesse]] dann zu als die ersten großen [[Yogameister]] seit dem Ende des 19. Jahrhunderts in den Westen kamen und Yoga und Meditation hier zu [[Verbreitung|verbreiten]] begannen. Beide galten allerdings lange Zeit als zwei verschiedene [[Ding]]e. Yoga wurde mit Nachwirkungen bis heute [[Trennung|getrennt]] von der Meditation als eine Art von spezieller [[Gymnastik]] betrachtet und im [[Hatha Yoga]] verbreitet so unterrichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Weg des Yoga in den Westen begann gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Erst rund 70 Jahre später begann sich die Wissenschaft des Westens für Yoga und Meditation zu [[Interesse|interessieren]], anfangs vor allem in den USA. Nach und nach öffneten sich hier anerkannte große private Forschungsstätten, Kliniken und Universitätsinstitute für Forschungen über Yoga und Meditation. Dieser Prozess nahm in den siebziger Jahren des 20. Jhd. einen größeren Aufschwung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grob gesagt kann damit die wissenschaftliche Forschung über Yoga und Meditation in den [[USA]] heute auf eine [[Geschichte]] von ca. 35 Jahren zurückblicken. Doch sind bereits in dieser [[Relativität|relativ]] kurzen Zeit unzählige [[Studien]] von Psychologen und Medizinern über die präventiven [[Gesundheit|gesundheitlichen]] [[Wirkung]]en des Yoga und der Meditation durchgeführt worden. An großen [[Klinik]]en wie u. a. an der [[Herz]]spezialklinik von Dr. Dean [[Ornish]] wurden beide auch auf ihre [Therapie|therapeutischen]] Wirkungen hin [[Erprobung|erprobt]]. Die [[Ergebnis]]se dazu sind in vielen Begleituntersuchungen [[Dokumentation|dokumentiert]] worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit einiger [[Verzögerung]] schwappte das wissenschaftliche [[Interesse]] am Yoga dann seit dem Beginn der 80er Jahre nach [[Europa]] herüber, kam aber in Deutschland so ziemlich zuletzt an, nämlich erst Ende der 80er Jahre. Immerhin gibt es auch in Deutschland nun schon seit mehr als einem Jahrzehnt eine sich langsam [[Etablierung|etablierende]] [[Yogaforschung|Yoga]]- und  Meditationsforschung]]. Die erst im Juli 2000 gegründete [[Society]] for [[Meditation]] and Meditation [[Research]] hat bereits drei wissenschaftliche [[Kongress]]e durchgeführt bzw. mit [[Veranstaltung|veranstaltet]] (2001 in Heidelberg, 2002 in Bochum und 2004 in Köln). Dieser Kongress hier ist nun der vierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts gibt es weltweit ein stärker zunehmendes wissenschaftliches Interesse an Yoga und Meditation. In Bibliographien aus neuerer Zeit werden über 900 zumeist englischsprachige [[Empirik|empirische]] Studien und [[Theorie|theoretische]] Arbeiten [[Nachweis|nachgewiesen]] und zwar über 300 allein zum [[Thema]] [[Stress]]bewältigung durch [[Yoga]] und [[Meditation]]. Etwa gleich groß ist die Anzahl der [[Psychologie|psychologischen]] und [[Medizin|medizinischen]] Studien über Yoga für [[Kinder]] und [[Jugendliche]] und über Yoga und Meditation für alte [[Mensch]]en. Diese Bibliographien wurden in den USA erstellt und [[Erfassung|erfassen]] einigermaßen vollständig nur die englischsprachige [[Literatur]], nicht aber Studien in anderen [[Sprache]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stützten sich wissenschaftliche [[Untersuchung]]en anfangs zumeist auf die [[Befragung]] [[Praxis|Praktizierender]], auf psychologische [[Test]]s und auf andere relativ weiche [[Methode]]n der Untersuchung und [[Datenerhebung]], so hat die Forschung auf diesem Gebiet seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts einen qualitativen [[Sprung]] getan und so eine neue [[Stufe]] [erreichen|erreicht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[EEG]]-[[Verfahren]] zur [[Messung]] der Gehirnströme und Bild gebende Verfahren zur Untersuchung der [[Gehirnaktivitäten]] im [[Zustand]] der Meditation in Kernspingeräten erlauben zwar noch keinen [[Perfektionismus|perfekten]] [[Einblick]] in das, was im [[Gehirn]] Meditierender vorgeht. Sie lassen aber nach und nach immer deutlicher erkennen, dass Meditation gehirnphysiologische [[Wirkung]]en hat, die als erhöhte [[Geist|geistige]] [[Wachheit]] und [[Konzentration]] bei gleichzeitiger tiefster [[Entspannung]] zu deuten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist in meinen Worten eines der wichtigsten Ergebnisse einer noch nicht publizierten, aber schon zur [[Veröffentlichung]] angenommenen bibliographischen Studie von Cahn und Polich, zweier amerikanischer Wissenschaftler von der University of [[California]] und vom renommierten Scripps Research [[Institute]]. Die [[Autor]]en haben nahezu 350 neuere und neueste empirische Studien vergleichend [[Auswertung|ausgewertet]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein großer Teil davon gilt den im EEG und im Kernspin messbaren Wirkungen der Meditation auf die Aktivitäten des Gehirns. Die auch nur grob gekürzte [[Wiedergabe]] von [[Detail]]s ihrer Ergebnisse will ich den [[Fach]]wissenschaftlern überlassen, weil das zu sehr ins Fach[[spezifisch]]e geht, von dem andere hier im Saal, wie vor allem Ulrich Ott, der deutsche [[Spezialist]] auf diesem Gebiet der Forschung, mehr [[Verstand|verstehen]] als ich. Hier nur einige kurze [[Zitat]]e aus der [[Zusammenfassung]] in [[Übersetzung]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die klinische [[Anwendbar]]keit solcher Methoden der Meditation voran bringen zu können, sei &#039;&#039;„eine [[Fortsetzung]] derartiger Untersuchungen und die [[Vergleich|vergleichende]] [[Bewertung]] ihrer Ergebnisse notwendig.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Eine große Herausforderung für die [[Grundlage]]nforschung zur Meditation verbleibt die eindeutige quantitative Unterscheidung und [[Topographie|topographische]] [[Darstellung]] des Unterschieds zwischen Meditation und Zuständen beginnenden Tiefschlafs. (……..)“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Obwohl eine umfassende empirische und theoretische Grundlage noch fehlt, ist jedenfalls eindeutig, dass „die [[Funktion]]sweise des [[Zentrale|zentralen]] [[Nervensystem]]s durch Meditation [[Beeinflussung|beeinflusst]]“ wird. Der spezifische [[Nutzen]] meditativer Praktiken in [[Verbindung]] mit psychologischen und [[Neuropharmakologie|neuropharmakologischen]] [[Therapie]]n ist eine große [[Triebkraft]] für [[Zukunft|künftige]] Studien.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse solcher Studien sind auch in [[Öffentlichkeit|populär]]wissenschaftlichen [[Bericht]]en schon [[Verbreitung|verbreitet]] worden. So z. B. in dem [[Artikel]] „Die neuronale [[Erleuchtung]]“ von &#039;&#039;&#039;Ulrich Kraft&#039;&#039;&#039; in „Gehirn und Geist“ Heft 10 2005, S.12 ff. Selbst Tage[[zeitung]]en wie die Süddeutsche haben dieses Thema bereits aufgegriffen, SZ 68. Ausgabe, 2005 S.11 „Mönche in der Magnetröhre“ ebenfalls von &#039;&#039;&#039;Ulrich Kraft&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch an deutschen Universitäten gibt es inzwischen Wissenschaftler, die sich im [[Kontext]] von Forschungen über die Funktionsweise des Gehirns (wie z. B. über Neurokognition) für die Wirkungen der Meditation auf die Funktionen des Gehirns interessieren. Anstatt Meditationsforschung weiterhin pauschal abzulehnen und für Rufschädigung zu halten, nehmen sie Forschungen dazu auf und [[Betreuung|betreuen]] [[Diplom]]- und [[Doktor]]arbeiten zu dieser Thematik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Große Meditationsmeister, wie z. B. der [[Dalai Lama]] und Sri [[Swami]] [[Veda]] [[Bharati]], die beide in engem [[Austausch]] miteinander stehen, [[Unterstützung|unterstützen]] die [[Bemühung]]en der Wissenschaft. Sie stellen sich selbst für [[Untersuchung]]en der [[Zustand|Zustände]] ihres [[Bewusstsein]]s in der Meditation zur [[Verfügung]] und fordern ihre Schüler auf, das ebenfalls zu tun. Dieser [[Aufforderung]] bin ich in Bremen vor vier Wochen nachgekommen. Von hier aus möchte ich Meditierende aller [[Richtung]]en mit längeren [[Erfahrung]]en, aber auch Anfänger in der Meditation dringend bitten, sich im Interesse der an dieser Thematik arbeitenden Nachwuchswissenschaftler ebenfalls auf eine solche Untersuchung einzulassen. Für mich war es eine [[Erfahrung]], die mich auch ganz persönlich [[Bereicherung|bereichert]] und auf meinem [[Weg]] vorangebracht]] hat. Vor allzu großen [[Erwartung]]en in diese Forschungen – so denke ich - muss [[warnung|gewarnt]] werden. Die hier [[Präsenz|anwesend]]en Wissenschaftler, die schon jetzt an derartigen Studien arbeiten oder sie unterstützen, wissen besser als ich um die [[Möglichkeit]]en und [[Grenze]]n dessen, was auch mit den neuesten Apparaturen technisch machbar ist. Eines, so scheint mir, kann jetzt schon gesagt werden: Das Eigentliche, worum es der Meditation geht, die subjektive Erfahrung des [[Wille|willentlich]] herbeigeführten anderen, höheren [[Zustand]]s des Bewusstseins, wie immer man den in den [[Unterschied||unterschiedlichen]] Traditionen bezeichnen mag - [[Samadhi]] oder [[Satori]] oder [[Befreiung]] - wird für die Wissenschaftler ein [[Geheimnis]] bleiben. Was es subjektiv [[Bedeutung|bedeutet]], in den Zustand des Samadhi oder in die große [[Leere]] [einzutreten, diese Erfahrung erschließt sich nur dem, der die meditative [[Reise]] in das nahe liegende und dennoch unbekannte [[Innere]] antritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Eigene Erfahrung als Yogalehrer und Wissenschaftler==&lt;br /&gt;
Zusammenfassung meiner eigenen Erfahrungen in zwei Sätzen: Ich kann als Wissenschaftler Yoga betreiben und Yogalehrer sein, ohne mich von der Wissenschaft lossagen und meinen rationalen Verstand an der Garderobe abgeben zu müssen. Ich [[Gewinn|gewinne]] sogar etwas auch für die Wissenschaft [[Wichtiges]] hinzu: eine [[Verstärkung|verstärkte]] [[Intuition|intuitive]] Kraft, die in meinen Meditationen von Zeit zu Zeit mit kleineren oder größeren Erkenntnissen aufleuchtet! Der anfangs befürchtete [[Spagat]] ist für&lt;br /&gt;
mich inzwischen ein erträgliches Stehen auf beiden Beinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Persönlichem habe ich [[Beginn|begonnen]] und damit will ich schließen. Warum ich nach meiner [[Tumor]]operation den spirituellen Weg eingeschlagen habe und nicht wieder in die alten Geleise zurück geraten bin, wie man das immer wieder von Menschen nach ähnlich einschneidenden Erfahrungen hört, mag mit der folgenden Geschichte zusammenhängen. Sie deutet darauf hin, dass ich schon seit meiner Schulzeit auf dem spirituellen Weg war, ohne das selbst zu wissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Albrecht Haushofer, ein bedeutender Wissenschaftler und Dichter, den die Nazis wegen [[Zugehörigkeit]] zum [[Widerstand]] zum [[Tod]]e [[Verurteilung|verurteilt]] und in Moabit hingerichtet haben, hat in seiner [[Tod]]eszelle wunderbare Sonette geschrieben, darunter eines auf eine Mücke, die er im ersten [[Impuls]] erschlagen wollte, dann aber [[Ruhe|ruhig]] [[Beobachtung|beobachtete]], während sie sich von seinem [[Blut]] nährte. Die letzten Zeilen dieses Gedichts lauten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Wir sind ja beide, Mensch und Mücke, nichts als kleine Schatten eines großen Lichts“.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beeindruckt von diesem [[Gedicht]] habe ich als Schüler 1957 ein Jahr vor dem Abitur vom Spätherbst an täglich im Erdkundezimmer, das ich damals verwaltete, eine Mücke genährt. Beim ersten Mal habe ich meinen Finger unmerklich langsam an sie angenähert, bis sie aufsprang, [[Stich|stach]] und zu saugen begann. Als sie rundum gesättigt war, setzte sie sich wieder auf ihren [[Platz]] am Fenster und dort saß sie von da an immer, bis ich morgens kam und ihr wieder meinen [[Finger]] anbot. Am Tag vor den Weihnachtsferien habe ich sie mittags vor dem Verlassen der Schule noch einmal saugen lassen und als ich im Januar wieder in die Schule kann, lag sie tot auf dem Fensterbrett genau unter der Stelle, wo sie vergeblich auf meinen Finger gewartet haben mag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kann mir irgend jemand [[Erklärung|erklären]], warum ich von da an in meinem ganzen [[Leben]] von Mücken in den verschiedensten [[Nähe|nahen]] und [[Ferne|fernen]] [[Gegend]]en der [[Welt]] fast immer nur dann gestochen worden bin, und zwar selbst in den dicksten Schwärmen, wenn ich es ihnen angeboten oder mindestens [[Mentalität|mental]] [[Erlaubnis|erlaubt]] habe? Könnte das kausal mit meiner Blutspende an die Mücke in meiner Schulzeit zusammenhängen? Und um welche [[Art]] von [[Kausalität]] handelt es sich? Um eine im [[Sinne]] der Naturwissenschaft? Hat mein [[Handeln]] eine auf mich bezogene [[Genetik|genetische]] Stechhemmung in allen Mückenarten der Welt [[Wirkung|bewirkt]]? Oder folgen die Mücken einer Art [[Moral]][[kodex]], der ihnen [[Verbreitung|verbietet]], ohne [[Einwilligung]] das Blut von [[Wohltäter]]n der [[Spezies]] anzuzapfen? Oder hat meine Mücke damals [[Stellvertretung|stellvertretend]] für ihre Artgenossen einen [[Vertrag]] mit mir geschlossen, besiegelt mit meinem Blut, an den sich alle Mücken der Welt bis heute halten, weil sie anders als wir Menschen von [[Natur]] aus vertrags[[treu]] sind? Die wenigen [[Ausnahme]]n, die es auch gegeben hat, erkläre ich mir damit, dass mich diese Mücken irrtümlich für einen anderen [[Mensch]]en oder gar für ein [[Tier]] gehalten haben. Warum sollten sich nicht auch Mücken irren? Selbst Wissenschaftlern geht es ja oft nicht anders. Ist doch die [[Geschichte]] der Wissenschaft zugleich auch die Geschichte wissenschaftlicher Irrtümer. Leider sind nur wenige Wissenschaftler zu [[Lebzeiten]] so [[selbstkritisch]] wie jener in den Geschichten des weisen Brecht vom Herrn Keuner. Der antwortete auf die [[Frage]], was er tue: &#039;&#039;&amp;quot;Ich bereite gerade meinen nächsten [[Irrtum]] vor&amp;quot;!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Schlussentspannung]]: [[Atem]][[achtsamkeit]]&lt;br /&gt;
R. W.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sonstiges==&lt;br /&gt;
Vgl. auch  etwa:&lt;br /&gt;
[[Buddhismus]]:  zum Beispiel der [[Dalai Lama]], Yongey Mingyur Rinpoche oder [[Jack Kornfield]] erklären, dass der  bis zur heutigen [[Praxis]] weniger eine [[Religion]] als vielmehr eine Wissenschaft des Geistes ist: ...erprobt, hat überprüfbare ... Beschreibungen für menschliches Empfinden und Verhalten;  konkrete Übungen und Techniken zur [[psychotherapie|Überwindung]] vieler menschlicher Konflikte und Sorgen. Damit überbrückt der Buddhismus die oft als schmerzlich empfundene Kluft zwischen Wissenschaft und Religion, zwischen Innovation und alter Überlieferung. ..&lt;br /&gt;
[[Albert Einstein]]: wenn  Religion - mit den Erfordernissen der modernen Wissenschaft vereinbar -  er (B.)Carl Friedrich von Weizsäcker stellte sich en Zukunftsmenschen als ein Individuum vor, in dem christliche [[Psychotherapie|Ethik, wissenschaftliches Denken und die buddhistischen Stärken]] integriert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein eventuelles Beispiel: Sogenannte [[Nonne]]nstudien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;In Amerika (..)  600 Nonnen eines katholischen Ordens (gaben..)  ihr Gehirn der Wissenschaft. Die Schwestern wurden im regelmäßigen Abstand (und) die Hirne nach dem [[Tod]] untersucht. Da gab es Nonnen, die waren blitzgescheit bis zu ihrem Tod und hatten doch Gehirnveränderungen, die auf ein schwerstes Alzheimer-Stadium hindeuteten. Das Gleiche sehen wir bei Parkinson.&amp;quot;   Trotz der objektiven [[Messung]] (posthum): sie waren  gesund geblieben. Wahrscheinlich schützten ein regelmäßiger Tagesablauf mit [[Zeit]] für ein geradezu [[heilig]]es [[mehr]] im [[Kloster]] ohne [[fernsehen|Informationsfluten]]; und auch [[Mittelmaß|maßvolle]] [[körper]]liche Bewegung, gesunde [[Ernährung]] ohne  zu [[Nikotin|rauchen]], [[Singen]]... (vgl wikipgenauer / zu belegen / eigener Artikel vielleicht):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Wissenschaftliche Studien]]&lt;br /&gt;
* [[Kunst]]: [http://mein.yoga-vidya.de/video/om-namo-nayanaya-geschichte]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p42_Die-Wissenschaft-des-Pranayama/ Swami Sivananda: Die Wissenschaft des Pranayama]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p208_Bleep---What-the-Bleep-do-we--now--/ Bleep - What the Bleep do we (k)now!]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/ayurveda/ Ayurveda - die Wissenschaft vom Leben]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/center/haus-bad-meinberg/yoga/was-ist-yoga/ Was ist Yoga?]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/wissenschaft/ Yoga als universelle Wissenschaft]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Buch/Wissenschaft/science00.htm Online Buch: Yoga als eine universelle Wissenschaft]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/yogatherapie/lesestoff/wissenschaftl-arbeiten/ Wissenschaftliche Arbeiten]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/service/presse/pressemitteilungen/detailansicht/article/forschungspreis-fuer-meditation-bei-yoga-vidya-in-bad-meinberg-vergeben/ Forschungspreis für Meditation bei Yoga Vidya]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/tag/wissenschaftliche-arbeiten/ Wissenschaftliche Arbeiten - Highlights]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/yogatherapie/lesestoff/artikel/ Yoga im Spiegel der Wissenschaft]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/interessengebiet/yoga-und-meditation-einfuehrung/ Yoga und Meditation Einführung]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Multimedia==&lt;br /&gt;
===Thomas Hübl: Inner Science - Die Wissenschaft des Erwachens===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|pAYAbtDRxfg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vortrag von Sukadev: &amp;quot;Braucht Yoga die Wissenschaft&amp;quot;?===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|1Qu4nRajEfg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vortrag: Meditation in naturwissenschaftlicher Forschung===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|UC6Xozp03Tc}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Quantenaktivist===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|kGbiR2MORYw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Weitere Gedanken zum Thema====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039;&#039;   erweitert das [[Vidya|Wissen]] durch methodische Forschung  nach neuen Erkenntnissen. [[Statistik|Statistische]] Tabellen gehen immer mehr in [[Messung|Einzelheiten]] der [[Psychologie]] beispielsweise, fort von ganzheitlicher [[Erfahrung|Praxis]] -  das   unterscheidet sich von [[Weisheit]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dogmatische Lehrsätze, womöglich  an  &amp;quot;die Erde ist eine Fläche&amp;quot; [[glauben]] zu sollen, sind sowieso [[Eignung|etwas anderes]]... verglichen mit  [[sinn]]voller [[Tradition]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemein gibt es in der [[Wirkungsforschung]] [[logos|viele Ursachen zugleich]], von denen oft schon eine wirkt... Menschen sind sehr unterschiedlich etc... Indes:  [[Wirkungen des Yoga]] und der [[Meditation]] lassen sich auch [[Wissenschaftliche Studien|beforschen]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vgl.: &amp;quot;&#039;&#039;Altes Wissen schafft neue Wissenschaft&#039;&#039;: Erkenntnisse [[mode]]rner &#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; stützen und bestätigen das intuitive [[Erfahrung]]swissen der alten [[Yogi]]s  [[mehr]] und mehr:  Kongress 11/2011 [https://www.yoga-vidya.de/events/yoga-kongress/]&amp;quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;&amp;quot;Wissenschaft hilft gegen [[Scharlatan|Aberglauben]] und etwa Schwermetall-Gifte [[Mode|früher]] in [[Ayurveda]] Heilmitteln (...) Und nach einiger [[Zeit]] wirken viele Forschungsergebnisse wieder [[Fahrender yogi|überholt]].&amp;quot; [[Zitat]] provisorisch ungenau, hier ab zu tippen: [ http://mein.yoga-vidya.de/video/satsang-vom-yoga-kongress-2011-bei-yoga-vidya-bad-meinberg]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
.....&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwa teilnehmender Beobachtung[http://de.wikipedia.org/wiki/Teilnehmende_Beobachtung] oder auch ethnologischen Studien-Reportagen  wie denen der Margaret Mead  wird von   der  &#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; oft  zu wenig [[Distanz]] vorgeworfen. Große Zahlen - wie auch im [[Breitensport]] - sind etwas anderes...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ein möglicher Satz dazu: &lt;br /&gt;
::&#039;&#039;Wo kriege ich mehr (Anhänger) statt was ist richtig; so sind auch [[Öffentlichkeit|Umfrageergebnisse]] über was man tut etc. kein in sich Maßstab für das [[Wahrheit|Wahre]] und das Richtige, wie man lebt&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Unterschied zwischen Wünschenswertem, auch wenn &#039;&#039;wissenschaft&#039;&#039;lich belegt - und trotzdem evtl. ganz abweichender [[Praxis]] (erforschen): die Kluft...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch [[Binsenwahrheit|Binsenwahr]]:  die Naturwissenschaften werten gern die anderen  mit  so vielschichtigen  Gegenstandsbereichen wie  [[Seele]],   [[Tradition]]...als Müll&#039;&#039;wissenschaften&#039;&#039; / zweiter Klasse ab, u. a. weil Handlungswissen für Märkte fehlt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indes: Gerade auch die [[Bhagavadgita]] wird u.a. &amp;quot;&#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; des Lebens&amp;quot; genannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Swami]] [[Sivananda]] beschreibt &#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; im [[Fliegender Yogi|technischen]] [[Zeit]]alter auch geradezu mit [[Distanz]].  und: &amp;quot;&#039;&#039;7. Schulbildung ist unvollständig, solange sie nicht einführt zu vermitteln, dass Wissen unbegrenzt ist.&#039;&#039;&amp;quot; ([[Göttliches Elexier]], 9)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere mögliche [[Zitat]]e: &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;ein [[tor|Schlüssel]] jenseits all unseres angehäuften [[Vidya|Wissen]]s und der vielen Worte, die uns den Blick auf uns selbst und die Welt eher verstellen als erhellen.&amp;quot; (Hempel, [[Reclam Verlag]] [[Zen]]-[[Yoga]], S. 10)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;Es gibt eine berühmte Unterweisung in der [[Zen]]-[[Tradition]], in der ein Schüler nach dem [[Mond]] fragt. Ein Zweig wird benutzt, um auf ihn zu zeigen, und die Lehre warnt uns, den Zweig nicht mit dem Mond zu verwechseln. Das Problem [[bibliotherapie|mit den Worten]] ist, dass sie Zweige sind – sie können nie der Mond sein. Im besten Fall sind sie [[Sundaram|wunderschöne]] Zweige, die die Form, das [[Licht]] oder die Herrlichkeit des Mondes beschreiben und es unseren Augen erlauben, ihn direkt anzusehen. Im schlimmsten Fall sind sie weitverzweigte Äste, die sich in viele Richtungen ausbreiten und uns noch mehr durcheinanderbringen. &lt;br /&gt;
&amp;quot;S. 9 hier:  [http://theseus-verlag.de/Verlage/Theseus/Theseus-Top-10-Bestseller/Schatten-auf-dem-Pfad.html]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Studien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga und Wissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sutra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Wissenschaft&amp;diff=46765</id>
		<title>Wissenschaft</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Wissenschaft&amp;diff=46765"/>
		<updated>2013-02-27T08:13:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sutra: /* 1. Blick: Yoga und Wissenschaft. */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Wissenschaft und Yoga - gegensätzliche Welten?==&lt;br /&gt;
Artikel von R. W., erschienen im Yoga Vidya Journal Nr. 15, Frühjahr 2006. Entstanden aus einer Niederschrift eines Vortrags bei einem Kongress „[[Yoga]] und [[Meditation]]“ bei Yoga Vidya Bad Meinberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemeldet habe ich mich zu diesem Kongress mit dem Angebot, in einem Workshop oder Arbeitskreis von meinen persönlichen [[Erfahrung]]en als [[Wissenschaft]]ler und [[Yogalehrer]] zu berichten. Als ich mich dann im Kongressprogramm unversehens als Redner für den Eröffnungsvortrag wieder fand, schien mir, dass dafür ein lockeres Plaudern über meine Erfahrungen nicht ganz angemessen sei. Deshalb müssen sie sich nun einen Vortrag zumuten lassen. Um diese [[Zumutung]] aber in [[Grenze]]n zu halten, werde ich mehrfach eine Denkpause einlegen. Dann haben sie und ich [[Gelegenheit]], uns kurz zu [[Sammlung|sammeln]] und die Eingangsübung zu wiederholen. Beginnen will ich mit dem, was angekündigt war und nun in den Untertitel gerutscht ist: dem Biographischen. Es folgen dann vier Blicke auf das [[Thema]]. Als erstes will ich zeigen, dass Wissenschaftler, vor allem in Deutschland, Yoga und Meditation ganz verbreitet für etwas [[Irrationalität|Irrationales]] und damit Unwissenschaftliches halten. Als zweites werde ich auf begründete [[Zweifel]] eingehen, die in der neueren philosophischen [[Diskussion]] an der vermeintlichen [[Rationalität]] der Wissenschaft vorgebracht worden sind. Als zweites will ich aus meiner Sicht [[Gemeinsamkeit]]en und Unterschiede im Verhältnis von Yoga und Wissenschaft aufzeigen. Als viertes schließlich möchte ich von einigen neueren [[Entwicklung]]en im Verhältnis von Wissenschaft und Yoga berichten. Sie lassen darauf hoffen, dass sich westliche Wissenschaft und östliche [[Weisheit]]slehren und Meditationsschulen allmählich doch für einander öffnen und zu einem wechselseitig [[Fruchtbarkeit|fruchtbaren]] [[Austausch]] gelangen könnten. Ein noch winziger [[Hoffnung]]sschimmer ist die „Society for Meditation and Meditation Research“, die diesen Kongress mit veranstaltet. Die [[Widerstand|Widerstände]] gegen einen [[Wandel]] sind freilich stark und der [[Weg]], sie zu [[Überwindung|überwinden]] wird lang und [[Beschwerlichkeit|beschwerlich]] sein. Machen wir uns da nichts vor!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Nun aber erst zum Persönlichen===&lt;br /&gt;
Von 1974 bis zur Pensionierung im Februar 2003 habe ich an der Uni Bremen [[Arbeit]]srecht gelehrt. Mit nur einer längeren [[Unterbrechung]] bin ich meinen [[Aufgabe]]n in [[Forschung]] und [[Lehre]] nach besten [[Kräfte]]n nachgekommen. Schon seit meiner [[Student]]enzeit habe ich mich der [[Politik|politischen Linken zugeordnet, jedoch ohne [[Bindung]] an eine Partei. Seit 1972 bin ich Gewerkschaftsmitglied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weltanschaulich hielt ich mich bis in mein 50stes Lebensjahr für einen am Marxismus orientierten [[Atheist]]en, war aber eher ein nicht ganz [[Unglaube|ungläubiger]] Nichtchrist. Wenn ich noch während meiner Lehrtätigkeit in den neunziger Jahren Yogalehrer wurde und zwar in der [[Spiritualität|spirituellen]] [[Tradition]] der[[ Meister]] des [[Himalaya]]s, so hat das mit der bereits erwähnten [[Unterbrechung]] zu tun und die war durch eine einschneidende [[Lebenskrise]] [[Zwang|erzwungen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Mitte meines 50. Lebensjahrs brach die Fassade des linken und dennoch durchaus [[Erfolg|erfolgreichen Akademikers schlagartig zusammen. Meine [[Ehe]] war längst [[Bruch|zerbrochen]]. Die [[Hoffnung]]en, sie wieder kitten zu können, zerschlugen sich endgültig im Juli 1988, als ich kurz vor einer geplanten Forschungsreise nach Japan auch [[Körper|körperlich]] und [[Psyche|psychisch]] zusammenbrach: [[Diagnose]] Gehirntumor. Vor und während der 4 Std. dauernden [[Operation]] hatte mein [[Leben]] - wie mir der operierende [[Arzt]] später sagte - an einem seidenen [[Faden]] gehangen. Diese [[Erfahrung]] [[fordern|forderte]] einige Tage nach der OP meinen [[Lebensmut]] heraus und führte noch in der [[Klinik]] zu dem [[Entschluss]], mich und mein Leben von [[Grund]] auf zu [[ändern]]. Schon ab Februar 1989 besuchte ich [[Yogakurs]]e und [[praktizieren|praktizierte]] täglich morgens eine Stunde lang oder auch länger [[Yogaübung]]en. Daneben hätten sie mich damals in [[Therapie|psychotherapeutischen]] [[Sitzung]]en und als zumeist einzige männliche [[Teilnehmer]]in in einer Frauentanzgruppe und beim Tango Argentino treffen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ich nach der erzwungenen [[Pause]], körperlich noch gezeichnet, meine [[Tätigkeit]] an der [[Uni]] wieder [[Aufnehme|aufnahm]], merkte ich schon bald an den [[Blick]]en meiner Kolleginnen und [[Kollege]]n, dass sie mich mindestens für wunderlich, wenn nicht gar für leicht [[Anormalität|anormal]] hielten, für einen mit einem Dachschaden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einige meiner Kollegen war das [[Maß]] dann offenbar voll, als sich folgendes ereignete: vom Bremer Regionalfernsehen wurde ich für einen gesundheitspolitischen [[Beitrag]] um ein [[Interview]] zu der [[Frage]] [[gebeten]], wie sich mein Leben durch [[Krankheit]] und [[Operation]] [[Veränderung|verändert]] habe. Dieses Interview wurde auf meinen [[Vorschlag]] nach einer kurzen [[Sequenz|Tanzsequenz]] im Kreise meiner Frauengruppe aufgezeichnet und war sehr kurz. Denn ich sagte sinngemäß eigentlich nur, dass ich - wie man ja sehen könne - meine [[Lebenszeit]] jetzt anders und intensiver [[Nutzen|nutze]] und mir meine [[Arbeit]] nicht mehr das Wichtigste im Leben sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vermutlich in [[Reaktion]] auf dieses Interview fragte einer meiner Jurakollegen bei einer auf [[Gesundheitswissenschaft]] [[Spezialisation|spezialisiert]]en Kollegin an, ob noch [[Normalität|normal]] sei, was ich da triebe. Die Kollegin, die mich gut kannte, [[Information|informierte]] mich, ohne den [[Name]]n zu nennen. Sie hatte ihm gesagt, er solle mich selbst [[Frage|fragen]]. Ich weiß bis heute nicht, wer es war und auch nicht was ich [[Antwort|geantwortet]] hätte, habe aber von da an in meinem [[Fachbereich]] [[Friheit|frei]] nach dem [[Motto]] gelebt: &amp;quot;Ist der [[Ruf]] erst ruiniert…..&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach ca. zwei Jahren der [[Yogapraxis]] [[Entschluss|entschloss]] ich mich, eine [[Ausbildung]] zum [[Yogalehrer]] [[Aufnahme|aufzunehmen]]. Zu dieser [[Zeit]] war trotz erster positiver [[Erfahrung]]en auch in meinem [[Kopf]] noch die [[Sperre]], dass es sich beim Yoga um etwas Irrationales handele. Vor allem die Meditation hielt ich für [[Unvereinbarkeit|unvereinbar]] mit meiner [[Verpflichtung]] auf die wissenschaftliche Rationalität. Wie würde ich den [[Spagat]] zwischen diesen beiden [[Gegensatz|gegensätzlichen]] Welten aushalten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dieser bangen Frage fuhr ich im Februar 1992 in das erste Ausbildungswochenende am &amp;quot;[[Himalaya Institut]] für [[Yogawissenschaft]] und [[Philosophie]]&amp;quot;. Wegen dieses Namens meinte ich, mit meinen [[Zweifel]]n hier am besten aufgehoben zu sein. Schon am ersten [[Tag]] [[Erfüllung|erfüllte]] sich meine [[Erwartung]] voll. Bis heute [[Begleitung|begleitet]] mich seitdem die [[Botschaft]] des Ausbildungs[[leiter]]s, Wolfgang Bischoff. Er begann zwar seinen [[Einführung]]s[[vortrag]] mit einem für mich damals noch befremdlichen [[Sprechgesang]], einem [[Mantra]], befremdlich, weil ich da das Irrationale des Yoga auf mich zukommen sah, doch schloss er den Vortrag mit den [[Wort]]en: &amp;quot;Glaub mir kein Wort, [[Zweifel|bezweifle]] alles, was ich sage, aber mach die Übungen, die ich dir empfehle und überprüfe selbst!&amp;quot; Das entsprach voll meinem Credo als Wissenschaftler! In Ahrensburg lernte ich nicht nur Yoga-Übungen und erste Meditationen, sondern erhielt auch [[Kenntnis]]se über die indische Philosophie, vor allem über die Yoga-, [[Sankhya|Samkhya]]- und [[Vedanta]]philosophie. Hinzu kamen Anstöße, auch über Grundfragen von Wissenschaft und Philosophie des Westens nachzudenken, die mich seit meinem [[Studium]] kaum noch [[Beschäftigung|beschäftigt]] hatten. Vor allem [[Bewegung|bewegte]] mich die Frage: Was eigentlich ist Wissenschaft? Da war ich nun viele Jahre beruflich als Wissenschaftler tätig gewesen, aber kaum je war mir diese Frage in den [[Sinn]] gekommen oder gestellt worden. Nun konnte und wollte ich sie nicht länger [[Verdrängung|verdrängen]]. Damit bin ich über das Persönliche des Unterthemas beim [[Sachlichkeit|Sachlichen]] und beim [[Thema]] angekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wissenschaft und Yoga – gegensätzliche Welten?===&lt;br /&gt;
Dazu zwei Vor[[bemerkung]]en:&lt;br /&gt;
1. Soweit im Folgenden von Yoga die [[Rede]] ist, meint das für mein [[Verständnis]] immer auch die Meditation in einer [[denkbar]] breiten Palette von Übungs[[methode]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
n. Denn Yoga [[zielen|zielt]] – das muss ich hier nicht [[näher]] [[ausführen]] - in allen seinen [[Teile]]n [[letztlich]] auf die Meditation als der [[oberste]]n [[Stufe]] des achtstufigen Weges nach [[Patanjali]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seinem [[Yogasutra|Yoga Sutra]] zufolge [[dienen]] die [[körperlich]]en [[Übung]]en (Asanas) nur dem [[Zweck]], Menschen auf die Meditation [[vorbereiten|vorzubereiten]]. Sie sollen [[befähigen|befähigt]] werden, über eine längere Zeit im [[aufrecht]]en [[Sitz]] zu [[meditieren]], ohne durch körperliche und [[mental]]e [[Störung]]en [[ablenken|abgelenkt]] zu werden. Dem [[gleich]]en [[Zweck]] dienen die Übungen mit dem [[Atem]] und der [[Lebensenergie]] ([[Pranayama]]) und das [[Zurückziehen]] der [[Sinne]] von den [[Objekt]]en der [[äußere]]n Welt ([[pratyahara]]). Wegen der [[zentral]]en [[Rolle]] der Meditation im Yoga nach Patanjali prägte mein [[Lehrer]], [[Sri]] [[Swami]] [[Rama]], einer der [[bedeutend]]sten [[Yogi]]s des vorigen Jahrhunderts, die [[Definition]]: „Yoga is meditation in action“ zu dt. „Yoga ist Meditation im [[Handeln]]“ oder auch „ist [[Achtsamkeit]] im Handeln“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Unmittelbar beziehen sich meine [[Ausführung]]en zwar nur auf den Yoga. Doch stehen sie für das [[Verhältnis]] der Wissenschaft zu anderen [[spirituell]]en [[Lehre]]n und Meditationspraktiken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1. Blick: Yoga und Wissenschaft.===&lt;br /&gt;
Auf den ersten [[Blick]] [[scheinen|scheint]] es aus der [[Perspektive]] beider – des Yoga wie der Wissenschaft - keine einander fremderen Welten zu geben als eben diese beiden. Wie suspekt vielen Wissenschaftlern alle östlichen Weisheitslehren und alles ist, was mit Meditation zusammenhängt, mag folgendes [[Zitat]] aus dem philosophischen Beitrag eines Professors der Paläobiologie und Geologie belegen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Heute tauchen vereinzelt [[Missionar]]e des Irrationalen in der [[Ethnologie]] und [[Anthropologie]] auf, kann in der Philosophie die Ablehnung der reinen, der [[wissenschaftlich]]en [[Ratio]] zu einem Plädoyer für die Einbeziehung der [[Mystik]] und Meditation (…) werden. Selbst in den auf [[nüchtern]]e [[Sachlichkeit]] so [[bedacht]]en [[Naturwissenschaften]] sägen heute einige dem Irrationalen Zuneigende eifrigst am eigenen Ast. Nicht zuletzt eine Reihe von Physikern, die sich (…) in den Irrgarten ostasiatischer Mystik oder in [[parapsychologisch|parapsychologische]], dubiose Winkel verirrt haben!“&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Anmerkungen zu dieser Textstelle [[erfahren]] wir, was und wen er damit u. a. meint: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Gewisse Abschnitte in C. F. Weizsäcker: Der [[Garten]] des [[Menschlich]]en.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sollte sich der große [[Physiker]] und [[Philosoph]] von Weizsäcker [[Wirklichkeit|wirklich]] ins Irrationale verirrt haben? Genügt als [[Beleg]] dafür, dass Weizsäcker u. a. Vorworte zu zwei spirituellen Büchern geschrieben, ein Interview über seine Meditationserfahrungen gegeben und beides in seinem Buch veröffentlicht hat? Dieser Angriff richtet sich nicht nur gegen von Weizsäcker, sondern gegen mehrere ebenfalls namentlich genannte Wissenschaftler wie z. B. &#039;&#039;Fritjof Capra&#039;&#039;. Vor den [[Auge]]n unseres Gewährsmannes tut sich offenbar ein großer Sumpf an Irrationalität auf, in dem die von ihm vertretene [[Lehre]], rein rationale Wissenschaft zu [[versinken]] droht. Eine Satire möchte man schreiben, wenn die [[Sache]] nicht [[ernst]] wäre. Denn diese Äußerungen stehen stellvertretend für das [[Denken]] vieler Wissenschaftler, die das nur nicht so dankenswert offen und deutlich sagen. Meine eigenen Erfahrungen belegen das. Yogis und Meditierende aller [[Traditionen]] haben aber – wenn ich [[recht]] sehe - ihrerseits ein mindestens [[distanzieren|distanziertes]] [[Verhältnis]] zur anderen [[Seite]], zur Wissenschaft. Diese Distanz scheint in den Erfahrungen und in der [[Einstellung]] Meditierender zu [[wurzeln]]: &#039;&#039;„Ich weiß, welche Erfahrungen ich im Meditieren mache und ich weiß auch, dass ich weiß oder dass ich nichts [[wissen|weiß]]. Das [[brauchen|brauche]] ich mir doch von einem Wissenschaftler nicht auch noch bescheinigen zu [[lassen]].“&#039;&#039; [[verkennen|Verkannt]] wird dabei die gesellschaftliche Bedeutung von Wissenschaft für die Akzeptanz und damit auch für die Verbreitung der Meditation und anderer spiritueller Praktiken in breiten [[Kreise]]n der [[Bevölkerung]], die wir dafür [[gewinnen]] wollen. Verkannt wird dabei auch, wie [[wichtig]] die wissenschaftliche [[Akzeptanz]] in unseren 1* Heinrich Karl Erben, Episteme, Mythos und [[human]]e [[Zukunft]] in: Lenk, H. (Hg.) Zur [[Kritik]] der wissenschaftlichen [[Vernunft]], 1986 Breiten ist, um etwa die Anerkennung von Meditation als wirksame Gesundheits[[prävention]] oder gar als [[Heilverfahren]] zu [[erlangen]], mit der [[Folge]], dass gegebenenfalls die Kassen für die Kosten ihrer [[klinisch]]en und [[therapeutisch]]en [[Anwendung]] aufzukommen hätten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2. Blick: Kritik der wissenschaftlichen Vernunft===&lt;br /&gt;
Unter diesem Titel [[Veröffentlichung|veröffentlichte]] Kurt Hübner 1977, damals [[Professor]] für Philosophie an der [[Universität]] Kiel, ein umfängliches philosophisches [[Werk]]. Darin weist er [[Stütze|gestützt]] auf [[Analyse]]n anscheinend rein rationaler [[Argumentation]]en der [[Mathematik]] und auf wissenschaftliche Methoden und [[Ergebnis]]se der Geschichtswissenschaft nach, wie unhaltbar die zumeist ungeprüfte [[Annahme]] ist, dass in der Wissenschaft [[Ausschließlichkeit|ausschließlich]] und allein das [[Prinzip]] der Rationalität [[Regierung|regiere]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hübner bezieht sich auf die griechische [[Mythologie]], aus der heraus sich heutige Philosophie und Wissenschaft überhaupt erst [[Entwicklung|entwickelt]] haben und in der er eine eigene Rationalität ausmacht. Im [[Vergleich]] dazu verdeutlicht er, wie stark rational nicht begründbare [[Element]]e selbst noch die heutige Wissenschaft [[Prägung|prägen]]. Umfängliche Zitate aus Hübners Werk will ich ihnen und mir ersparen. Die können sie in der gedruckten ausführlicheren [[Fassung]] nachlesen. Hier nur zwei Zitate aus Hübners [[Schlussfolgerung]] am Ende seiner [[Gründlichkeit|gründlichen]] [[Analyse]]: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Nichts wäre (….) falscher, als dem Mythos, wie das oft geschieht, Irrationalität zu [[Unterstellung|unterstellen]], dem die Wissenschaft als etwas Rationales entgegentritt.“ An späterer [[Stelle]] der [[Zusammenfassung]] schreibt Hübner: Es gibt (….) keinen [[Theorie|theoretisch]] [[Zwang|zwingenden]] [[Grund]] [[Annahme|anzunehmen]], dass alle Welt mythische Sichtweisen als solche, (.....) ins Reich des [[Märchen]]s [[Verbannung|verbannen]] muss, wenn sie nicht (…..) den [[Verstand]] [[Verlust|verlieren]] will.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer H. gewidmeten Festschrift „Zur [[Kritik]] der wissenschaftlichen Rationalität“ (1986) haben sich mehrere Philosophen seiner Kritik angeschlossen und seine [[Argumentation]] in die eine oder andere [[Richtung]] ausgebaut. Für [[Nachweis]]e und Zitate [[Verweis|verweise]] ich sie ebenfalls auf die schriftliche Fassung. So schreibt Kockelmans, ein amerikanischer Philosophieprofessor, mit [[Bezug]] auf die [[Sozialwissenschaft]] u. a.: Man sollte s. E. erkennen, „dass es mythische [[Dimensionen]] sowohl in der Wissenschaft als auch in der Philosophie gibt.“ &#039;&#039;In der Wissenschaft erblickt er sie - ganz ähnlich wie Hübner - in „tief eingewurzelten Überzeugungen (…), für die (bis jetzt) keine rationale [[Rechtfertigung]] gegeben worden ist“.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Hübner noch zwischen Wissenschaft und Mythos [[Klarheit|klar]] [[Unterscheidung|unterscheidet]] und nur [[Vergleichbarkeit|Vergleichbares]] in beiden ausmacht, geht MacCormac, ein Wissenschaftstheoretiker aus den USA, noch einen [[Schritt]] weiter. Er behauptet, dass bestimmte vermeintlich wissenschaftlich bewiesene [[Tatsache]]n selbst eine Art Mythos sind. Wissenschaftler bedienen sich nämlich zur [[Erklärung]] und [[Deutung]] ihrer [[Befund]]e nicht selten „grundlegender [[Metapher]]n“. Gemeint sind damit bildhaft [[Beschreibung|beschreibende]] [[Vergleich]]e, wie etwa das [[Bild]] vom [[Urknall]] als dem [[Beginn]] der [[Entstehung]] des [[Kosmos]]: Wodurch [[Unterscheidung|unterscheidet]] sich diese von den Wissenschaftlern als [[Tatsache]] [[Betrachtung|betrachtete]] und [[Verbreitung|verbreitete]] [[Theorie]] vom [[Urknall]] eigentlich noch von den vielen mythischen und [[Religion|religiösen]] [[Erklärung]]en, etwa dem der [[Bibel]]:&#039;&#039; „Am [[Anfang]] war das [[Wort]] …“&#039;&#039;, wofür auch gesagt werden kann: Am Anfang war der [[Laut]], oder war die [[Schwingung]] oder war die Idee, die zur Schwingung und zum Wort oder auch zum Knall wurde. Nun mag man hier einwenden: dass bei &#039;&#039;Hübner&#039;&#039; und den anderen Autoren nur vom Mythos die Rede ist, nicht aber von der Mystik, der Meditation, und von östlichen Weisheitslehren. Wichtig sind die im Vergleich zum Mythos vorgetragenen Zweifel am [[Ausschließlichkeitsanspruch]] der Wissenschaft auf [[Rationalität]] vor allem deshalb, weil in der wissenschaftlichen Kritik an [[Meinung|vermeintlich]] irrationalen Lehren Mythos und Meditation in einen Topf geworfen werden. Dafür erinnere ich an das obige Zitat aus dem Beitrag des Paläobiologen, der ja ausdrücklich auch die Meditation dem [[Verdacht]] der Irrationalität [[Unterstellung|unterstellt]] hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===3. Blick: Was ist Wissenschaft? Was haben Yoga und Meditation mit ihr gemeinsam? Worin unterscheiden sie sich von Wissenschaft?===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Was ist Wissenschaft====&lt;br /&gt;
„Wissenschaft“ - so das dtv-Lexikon - ist &#039;&#039;„der [[Inbegriff]] des durch [[Forschung]], [[Lehre]], und überlieferte [[Literatur]] [[Bildung|gebildeten]], [[Ordnung|geordneten]], [[Begründung|begründeten]], für gesichert erachteten [[Wissen]]s einer [[Zeit]]; auch die für seinen [[Erwerb]] typische, [[Methode|methodisch]]-[[Systematik|systematische]] Forschungs- und [[Erkenntnis]]arbeit, sowie ihr [[Organisation|organisatorisch]]-[[Institut|institutioneller]] Rahmen“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser [[Begriff]] ist mit dem [[Bezug]] auf das „Wissen einer Zeit“ zeitlos gültig. Er lässt selbst noch die von [[Kirche]] und [[Klerus]] [[Dogma|dogmatisierten]] mittelalterlichen Lehren über die [[Welt]] und den [[Kosmos]] als Wissenschaft gelten. Denn auch das war das „Wissen einer Zeit“ [[Gewinn|gewonnen]] durch die damals „typische systematische [[Erkenntnis]]arbeit“ der [[Bibelexegese]] und der Dogmatisierung von [[Bibel|biblischen]] [[Text]]stellen. Auch diese Erkenntnisarbeit war eingebunden in einen „organisatorisch- institutionellen [[Rahmen]]“, wie ihn eben die damalige [[Kirche]] mit ihren [[Priesterseminar]]en und [[Kloster|Klöstern]] bot. Da wäre es ein Leichtes, das [[Studium]] und die [[Weitergabe]] des [[Yoga]] und der ihm zugrunde liegenden [[Basis]]texte der klassischen indischen [[Philosophie]] in den zahlreichen indischen Ashrams und außerindischen [[Yogalehrer]]-[[Ausbildung]]s[[Zentrum|zentren]] ebenfalls unter dem oben [[Zitat|zitierten]][[ Begriff]] von Wissenschaft zu fassen. So [[Einfachheit|einfach]] will ich es ihnen und mir nicht machen. Denn sicher würden wir in der heutigen [[Situation]] beiden nicht [[Gerechtigkeit|gerecht]], wollten wir Wissenschaft und Yoga ohne weitere [[Umstand|Umstände]] gleichsetzen! Fragen wir also weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Was ist Wissenschaft heute? Was haben Yoga und Meditation mit heutiger Wissenschaft gemein und was [[unterscheiden|unterscheidet]] sie voneinander?====&lt;br /&gt;
Heutige Wissenschaft umfasst das systematische [[Bemühung|Bemühen]] um [[Objektivität|objektive]] [[Erkenntnis]] bzw. inter[[Subjektivität|subjektiv]] nachprüfbares Wissen. Als objektiv und nachprüfbar gilt dabei nur, was unter gleichen [[Bedingung]]en von anderen [[Forscher]]n nachgeprüft werden kann. Ferner umfasst auch heutige Wissenschaft alles, was als [[Ergebnis]] dieses Bemühens an [[Geschichte|geschichtlich]] aufgehäuftem Wissen bereit liegt. Hinsichtlich ihrer [[Gegenstand|Gegenstände]] [[Beziehung|bezieht]] sie sich mit dem [[Streben]] nach Erkenntnis auf das [[gesamt]]e [[Spektrum]] der [[Gegenständlichkeit|gegenständlichen]], mit den [[Sinne]]n [[Wahrnehmung|wahrnehmbaren]] Welt. Dazu gehört auch der Mensch als Teil dieser Welt. [[Zerlegung|Zerlegt]] in kleine und kleinste Teilaspekte betrachtet Wissenschaft diese Gegenstände in zahlreichen Zweig- und Unterdisziplinen. Wie stark vielfach fraktioniert Wissenschaft heute ist, will ich nur an einigen [[Beispiel]]en verdeutlichen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. In der Medizin gibt es heute fast schon für jedes [[Organ]], jedes [[Krankheit]]sbild und jeden [[Körperteil]] darauf [[Spezialisierung|spezialisierte]] [[Medizin|medizinische]] Teildisziplin. (Anästhesie, [[Allergologie]],[[ HNO]], [[Kardiologie]], [[Nephrologie]], [[Onkologie]], [[Proktologie]] usw. ) Werfen sie dafür einmal nur einen Blick in die [[Ärztetafel]] im Telefonbuch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. In der [[Psychologie]] [[begegnen]] uns u. a. die Allgemeine, die Entwicklungs-, Familien- und Sozial-, Sport- und Bewegungs- und sogar die Arbeits- und Technikpsychologie, wobei man sich fragt: Geht es hier um eine eigene [[Psyche]] der Technik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Noch bunter ist das Bild in der [[Soziologie]]. Kaum ein Gegenstand der sozialen Welt, der noch nicht mit dem [[Anhängsel]] „Soziologie“ in den [[Rang]] einer eigenen wissenschaftlichen Teildisziplin erhoben worden wäre: (Familien-, Arbeits- und Industrie-, Rechts-, Medizin-, Verwaltungs- und Organisations, Wissens und [[Kultur]]- Politische - und Filmsoziologie bis hin zur Soziologie des [[Geschlecht]]erverhältnisses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Für meine eigene frühere [[Disziplin]] die [[Rechtswissenschaft]] könnte ich ihnen ebenfalls ein breites [[Spektrum]] an Teildisziplinen auflisten, das fast schon ans Skurrile grenzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Kaum anders ist das Bild in den so genannten exakten [[Naturwissenschaft]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Soweit es in allen [[Zweig]]en der Wissenschaft um [[menschlich]]e Erkenntnis geht, stehen alle immer auch vor der [[Frage]] nach dem [[Erkennung|erkennen]]den [[Subjekt]], dem Menschen und seinen [[Möglichkeit]]en und [[Grenze]]n der Erkenntnis. Das sind zentrale [[Fragestellung]]en u. a. der Philosophie, der [[Erkenntnistheorie]] und der Psychologie und neuerdings der [[Kognitionswissenschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Yoga geht es um Erkenntnis. Doch zielt Erkenntnis im Meditieren als der obersten [[Stufe]] des [[Yogaweg]]es vorrangig auf [[Selbsterkenntnis]] bzw. auf die Erkenntnis des [[Selbst|SELBST]] oder - in der [[Buddhismus|buddhistischen]] [[Begriff]]lichkeit - des [[Nichtselbst|NICHTSELBST]] als des [[Wesen]]s der [[Mensch|menschlichen]] [[Persönlichkeit]]. Nur in diesem [[Zusammenhang]] [[Richter|richtet]] sie sich auch auf die [[Gegenstand|gegenständliche]] Welt als dem [[Ort]] und [[Raum]] der menschlichen [[Existenz]] und [[Befindlichkeit]]. Deswegen haben große [[Meditation]]s[[meister]] aller [[Richtung]]en und [[Schule]]n immer wieder darauf [[Hineis|hingewiesen]], dass sie über die Erkenntnis des [[Mikrokosmos]] der menschlichen Persönlichkeit zugleich auch ein tiefes Wissen über den [[Makrokosmos]] [[Erlangung|erlangt]] haben, bzw. über das, was - mit Goethe - die Welt im Innersten [[Zusammenhalt|zusammenhält]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso wie in der Wissenschaft gibt es auch im Yoga und in allen anderen Schulen und [[Tradition]]en der Meditation einen [[Reichtum|reichen]] [[Schatz]] geschichtlich [[Anhäufung|aufgehäuften]] Wissens. Denn alle großen Meister haben ihre [[Erfahrung]]en und ihr im [[Zustand]] der Meditation [[Gewinn|gewonnenes]] Wissen der [[Nachwelt]] in [[Spiritualität|spirituellen]] [[Schrift]]en [[Überlieferung|überliefert]]. Einige dieser Schriften sind mehrere tausend Jahre alt, wie etwa die [[Veden]] und [[Upanishaden]] Indiens, die als die ältesten Schriften der [[Menschheit]] überhaupt gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser [[Beschreibung|beschreiben]]den Ebene sind also Wissenschaft und Meditation durchaus noch mit einander [[Vergleich|vergleichbar]]. Doch [[Deutung|deuten]] sich hier bereits [[Unterschied]]e in Bezug auf die Gegenstände und [[Methode]]n der Erkenntnis an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Unterschiede zwischen Wissenschaft und Yoga===&lt;br /&gt;
====Der Mensch als Objekt der Erkenntnis====&lt;br /&gt;
Im gängigen Wissenschaftsverständnis dienen den Wissenschaftlern die gegenständliche Welt und der Kosmos, aber auch die Menschen als Objekte ihrer Forschungen und zwar in der oben beschriebenen nach Fachdisziplinen parzellierten [[Weise]]. Der Wissenschaftler als das forschende Subjekt betrachtet also den Menschen als Objekt seines [[Bemühen]]s um Erkenntnis. Subjekt und Objekt der Erkenntnis sind hier [[Trennung|getrennt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem [[Übung]]s- und [[Erkenntnis]]weg des [[Yoga]] ist jeder nach Wissen [[Streben|strebende]] Mensch zugleich Subjekt und Objekt seines Bemühens um Erkenntnis. Die in der Wissenschaft übliche [[Trennung]] ist hier also aufgehoben. Dabei betrachtet sich der meditierende Mensch von vornherein in seiner ganzheitlichen Existenz als Wesen aus [[Körper]], [[Seele]] und [[Geist]] mit dem [[Atem]] als [[Bindeglied]] zwischen diesen Dreien und eingebettet in [[Natur]], [[Welt]] und [[Kosmos]] sowie in [[Gesellschaft|gesellschaftliche]] [[Zusammenhang|Zusammenhänge]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Instrumente und Methoden der Erkenntnis: [[Verstand]] und [[Objektivität]] versus [[Introspektion]] und [[Intuition]]====&lt;br /&gt;
Heutige Wissenschaft strebt nach überprüfbarem, objektivem Wissen und [[Meinung|meint]] dafür allein auf den Verstand setzen zu dürfen, auf die menschliche [[Ratio]]. Man kann diesen Zusammenhang auch so [[Formulierung|formulieren]]: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil heutige Wissenschaft ausschließlich auf Rationalität setzt, lässt sie nur solche Methoden als wissenschaftlich [[Geltung|gelten]], mit denen die Ergebnisse intersubjektiv überprüft werden können. Das ist zugleich der eigentliche [[Grund]] für die Zergliederung des in seiner Ganzheit lebenden Menschen in unterschiedliche Teilaspekte, die von gegeneinander [[Abgrenzung|abgegrenzten]] wissenschaftlichen Disziplinen je gesondert [[Untersuchung|untersucht]] werden. Mit diesen [[Verfahren]] [[Verbindung|verbinden]] Wissenschaftler die [[Hoffnung]], in der je getrennten Untersuchung des Zerteilten irgendwie einmal zur [[Rekonstruktion]] des Ganzen zu gelangen, die Teilerkenntnisse also wie in einem Puzzle zum Ganzen zusammensetzen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich aber gibt es auf kaum einem [[Gebiet]] heute noch einen Wissenschaftler, der sich umfassend in allen Zweigdisziplinen seines Fachs auskennt. Erst recht ist niemand mehr in der [[Lage]], alle Wissenschaften zu überschauen. Die [[Spezialisierung]] schreitet munter weiter voran und das [[Gegenmittel]] der „interdisziplinären [[Zusammenarbeit]]“ greift nur teilweise und langsam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Yoga und Meditation&#039;&#039;&#039; lehnen – so wie ich die [[Grundlage]]ntexte und die [[Nyaya]]-[[Philosophie]], eine der sieben Hauptschulen der indischen Philosophie verstehe - den [[Rationalität]] rationalen [[Weg]] der Erkenntnis durchaus nicht ab. Denn auch Meditierende leben in dieser Welt der [[Erscheinung]]en und [[Dualität]]en und darin benötigen wir Menschen den [[Verstand]], um uns [[Orientierung|orientieren]] und angemessen [[Handlung|handeln]] zu können. Doch wird den in der Wissenschaft bevorzugten [[Quantität|quantitativen]] und den schon scheel angesehe]en [[Qualität|qualitativen]] Erkenntnisverfahren in den Basistexten der [[Yogaphilosophie]] ein nur [[Begrenzung|begrenzter]] Erkenntniswert in Bezug auf die materielle Welt der Erscheinungen zugebilligt. Die großen Meister der Meditation halten dafür, dass auf diesem Wege weder das [[Wesen]] der Menschen [[Erkenntnis|erkannt]] werden kann noch das der Welt und des Kosmos. Denn das Wesen oder das [[Ganze]]] ist nicht etwa nur mehr, sondern etwas anderes als die [[Summe]] der Teile. Es kann nur in der [[Innenschau]] mittels [[Intuition]], nicht aber [[Rationalität|rational]] erfasst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb bedient sich &#039;&#039;&#039;Yoga&#039;&#039;&#039; der [[Systematik|systematischen]] Innenschau, der Introspektion, wenn man diesen Begriff nicht auf das verkürzt, was die „Introspektionisten“ des beginnenden 20. Jhs. darunter [[Verstand|verstanden]]. Im Yoga und in der Meditation werden Praktizierende systematisch [[Anleitung|angeleitet]], ihre [[Achtsamkeit]] nach innen zu richten und in der Innenschau die [[Kraft]] der Intuition zur [[Erlangung]] von Selbsterkenntnis und von [[Erkenntnis]]sen über die äußere Welt und ihre [[Befindlichkeit]] in ihr zu [[Nutzen|nutzen]]. In der Wissenschaft wird dagegen die Introspektion heute rundweg als unwissenschaftlich [[Ablehnung|abgelehnt]], weil sie angeblich keine [[Möglichkeit]] böte, [[Objektivität|objektive]] Erkenntnisse zu erlangen, die sich nach den gleichen Methoden durch andere überprüfen lassen. Dagegen ließe sich schon Folgendes einwenden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden mehrere Menschen nach den gleichen Methoden im Meditieren angeleitet, dann können mit einiger Übung – wie wir wissen - alle die gleichen oder vergleichbare Erfahrungen machen. Wäre das nicht mit gleichem Recht als intersubjektive Nachprüfung [[Anerkennung|anzuerkennen]] wie die [[Wiederholung]] einer qualitativen soziologischen oder psychologischen [[Studie]], in der sich die Forscher der teilnehmenden [[Beobachtung]] bedienen? Neuerdings aber wachsen mit wissenschaftlichen Methoden und Verfahren zur Untersuchung der [[Struktur]]en und [[Vorgang|Vorgänge]] im [[Gehirn]] die [[Chance]]n, mit allgemein [[Anerkennung|anerkannten]] wissenschaftlichen [[Verfahren]] wenigstens ansatzweise [[Darstellung|darzustellen]], wie sich Yoga und Meditation auf die [[Funktione]]n des Gehirns [[Auswirkung|auswirken]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Intuition]] wird von der Wissenschaft ebenfalls [[Abwehr|abgewehrt]] und kaum je in ihrer [[Bedeutung]] auch für die Wissenschaft anerkannt, geschweige denn im wissenschaftlichen [[Prozess]] systematisch genutzt. Dabei trägt sie zur [[Gewinnung]] wissenschaftlicher Erkenntnisse vielleicht sogar mehr und anderes bei als der [[Verstand]]. Nur wenige Wissenschaftler aber sind so [[Souveränität|souverän]] wie [[Albert Einstein]], sich [[Offenheit|offen]] zur Intuition als dem eigentlichen Vater ihrer [[Entdeckung]] zu [[Bekennung|bekennen]]. Einstein hat in einem Brief oder [[Gespräch]] einmal sinngemäß gesagt, dass ihm die Relativitätstheorie auf einem [[Spaziergang]] in den Bergen plötzlich aufgegangen sei. Nur um sie in [[Wort]]e zu fassen, habe er danach seinen Verstand [[Anstrengung|anstrengen]] müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die meisten Wissenschaftler mit der Intuition [[Probleme]] haben, so liegt das m. E. daran, dass sich, was sie sei, weder einfach [[Definition|definieren]] noch rational [[Erklärung|erklären]] lässt. Man mag sie als [[Unmittelbarkeit|unmittelbare]] [[Eingebung]] [[Beschreibung|beschreiben]] oder als das innere [[Aufleuchten]] einer [[Idee]], woher auch immer sie kommen mag. Wer je in seinem [[Leben]] bei welcher [[Gelegenheit]] auch immer eine solche Eingebung hatte, der weiß, dass sie sich mit aller Kraft des Verstandes aus ihrem [[Versteck]] nicht hervorlocken lässt. Im [[Gegenteil]]: je mehr wir den Verstand anstrengen, ein bestimmtes Problem zu [[Lösung|lösen]], desto mehr [[Schein|scheint]] sich die Lösung zu verbergen. Geben wir alle [[Anstrengung]] auf und legen eine [[Ruhe]]pause ein oder gehen wir erst einmal – wie Einstein – [[Spaziergang|spazieren]] oder auch [[Schlaf|schlafen]], so geschieht es nicht selten genug, oft auch am frühen [[Morgen]] kurz vor oder nach dem [[Aufstehen]], dass sich plötzlich ein [[Aha]]-[[Erlebnis]] einstellt und wir die [[Lösung]] [[Fund|gefunden]] haben. Diese [[Erfahrung]] hat – so [[Gedanke|denke]] ich - jeder von ihnen selbst schon gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Intuition entspringt ganz augenscheinlich einer anderen [[Quelle]] als das verstandesmäßige [[Denken]]. Sie leuchtet zumeist unangekündigt auf und woher sie kommt, ist eine [[Offenheit|offene]] Frage. Steigt sie aus unserem eigenen inneren [[Selbst]] auf oder wird sie uns von einer höheren, [[Gott|göttlichen]] [[Kraft]] außerhalb von uns eingegeben, oder von einem [[All]]-[[Bewusstsein]], das zugleich in uns und außerhalb von uns ist? Dazu mag sich jeder seine eigenen Gedanken machen. Besonders [[Intensität|intensiv]]  – so meine [[Erfahrung]] - macht sich Intuition bemerkbar, wenn ich in die [[Stille]] gehe und [[Meditation|meditiere]]. Sie ist daher für mich recht eigentlich ein Kind der Stille und der Meditation. Diese auf der Erfahrung beruhende [[Einsicht]] machen sich alle Wege der Meditation zunutze. Sie bedienen sich in systematischer Weise der Intuition als Quelle der Erkenntnis. Und daher [[Vermittlung|vermitteln]] alle Schulen den Menschen die [[Fähigkeit]], [[Willen|willentlich]] die [[Sinne]] von der äußeren Welt [[Rückzug|zurückzuziehen]] und in das [[Schweigen]] der [[Worte]] und der [[Gedanken]] zu gehen, und damit in jene Stille, die dem [[Denken]] vorausgeht und aus der allein die [[Stimme]] der Intuition zu uns zu [[Sprache|sprechen]] [[Beginn|beginnt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Neuere Tendenzen einer Annäherung von Wissenschaft und Meditation==&lt;br /&gt;
Alle [[Schule]]n des Yoga und der Meditation haben ihr Wissen [[Jahrhunderte]] lang wie eine Art [[Geheimlehre]] behandelt. Nur an [[speziell]] [[Vorbereitung|vorbereitete]] [[Einweihung|eingeweihte]] [[Schüler]] wurde das Wissen jeweils von einem [[Meister]] direkt [[Weitergabe|weiter gegeben]]. Nach und nach aber haben Yoga und Meditation in Indien einen [[Anerkennung|anerkannten]] [[Platz]] auch im wissenschaftlichen [[Bereich]] erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen [[Rückschritt]] gab es dann während der kolonialen [[Unterdrückung]] des Landes. Doch ist das Band zwischen Yoga und Wissenschaft in Indien nie völlig abgerissen. Nach dem [[Sieg]] der [[Unabhängigkeitsbewegung]] wurden die [[Bande]] in moderner [[Gestalt]] wieder [[Leben|belebt]] und nach und nach fester geknüpft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen gibt es einige vom [[Staat]] als [[Universität]]en anerkannte [[Yogahochschule]]n, in denen anders als in den üblichen [[Ashram]]s Yoga und Meditation nicht nur [[Unterricht|unterrichtet]] werden, sondern zugleich auch Gegenstände der [[Forschung]] sind, zum [[Beispiel]] die Yoga-Universität der [[Sivananda]] Tradition in [[Munger]] und das [[Swami]] [[Rama]] [[Yoga]] [[Gurukulam]] in [[Rishikesh]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Westen]] [[Beginn|begann]] sich erst seit dem 19. Jahrhundert nach und nach für Yoga und Meditation zu [Interesse|interessieren]]. Erste [[Bericht]]e über den Yoga gelangten durch [[Reisende]] und durch Verwaltungsbeamte der britischen [[Kolonialmacht]] in den Westen. [[Verstärkung|Verstärkt]] nahm das [[Interesse]] dann zu als die ersten großen [[Yogameister]] seit dem Ende des 19. Jahrhunderts in den Westen kamen und Yoga und Meditation hier zu [[Verbreitung|verbreiten]] begannen. Beide galten allerdings lange Zeit als zwei verschiedene [[Ding]]e. Yoga wurde mit Nachwirkungen bis heute [[Trennung|getrennt]] von der Meditation als eine Art von spezieller [[Gymnastik]] betrachtet und im [[Hatha Yoga]] verbreitet so unterrichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Weg des Yoga in den Westen begann gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Erst rund 70 Jahre später begann sich die Wissenschaft des Westens für Yoga und Meditation zu [[Interesse|interessieren]], anfangs vor allem in den USA. Nach und nach öffneten sich hier anerkannte große private Forschungsstätten, Kliniken und Universitätsinstitute für Forschungen über Yoga und Meditation. Dieser Prozess nahm in den siebziger Jahren des 20. Jhd. einen größeren Aufschwung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grob gesagt kann damit die wissenschaftliche Forschung über Yoga und Meditation in den [[USA]] heute auf eine [[Geschichte]] von ca. 35 Jahren zurückblicken. Doch sind bereits in dieser [[Relativität|relativ]] kurzen Zeit unzählige [[Studien]] von Psychologen und Medizinern über die präventiven [[Gesundheit|gesundheitlichen]] [[Wirkung]]en des Yoga und der Meditation durchgeführt worden. An großen [[Klinik]]en wie u. a. an der [[Herz]]spezialklinik von Dr. Dean [[Ornish]] wurden beide auch auf ihre [Therapie|therapeutischen]] Wirkungen hin [[Erprobung|erprobt]]. Die [[Ergebnis]]se dazu sind in vielen Begleituntersuchungen [[Dokumentation|dokumentiert]] worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit einiger [[Verzögerung]] schwappte das wissenschaftliche [[Interesse]] am Yoga dann seit dem Beginn der 80er Jahre nach [[Europa]] herüber, kam aber in Deutschland so ziemlich zuletzt an, nämlich erst Ende der 80er Jahre. Immerhin gibt es auch in Deutschland nun schon seit mehr als einem Jahrzehnt eine sich langsam [[Etablierung|etablierende]] [[Yogaforschung|Yoga]]- und  Meditationsforschung]]. Die erst im Juli 2000 gegründete [[Society]] for [[Meditation]] and Meditation [[Research]] hat bereits drei wissenschaftliche [[Kongress]]e durchgeführt bzw. mit [[Veranstaltung|veranstaltet]] (2001 in Heidelberg, 2002 in Bochum und 2004 in Köln). Dieser Kongress hier ist nun der vierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts gibt es weltweit ein stärker zunehmendes wissenschaftliches Interesse an Yoga und Meditation. In Bibliographien aus neuerer Zeit werden über 900 zumeist englischsprachige [[Empirik|empirische]] Studien und [[Theorie|theoretische]] Arbeiten [[Nachweis|nachgewiesen]] und zwar über 300 allein zum [[Thema]] [[Stress]]bewältigung durch [[Yoga]] und [[Meditation]]. Etwa gleich groß ist die Anzahl der [[Psychologie|psychologischen]] und [[Medizin|medizinischen]] Studien über Yoga für [[Kinder]] und [[Jugendliche]] und über Yoga und Meditation für alte [[Mensch]]en. Diese Bibliographien wurden in den USA erstellt und [[Erfassung|erfassen]] einigermaßen vollständig nur die englischsprachige [[Literatur]], nicht aber Studien in anderen [[Sprache]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stützten sich wissenschaftliche [[Untersuchung]]en anfangs zumeist auf die [[Befragung]] [[Praxis|Praktizierender]], auf psychologische [[Test]]s und auf andere relativ weiche [[Methode]]n der Untersuchung und [[Datenerhebung]], so hat die Forschung auf diesem Gebiet seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts einen qualitativen [[Sprung]] getan und so eine neue [[Stufe]] [erreichen|erreicht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[EEG]]-[[Verfahren]] zur [[Messung]] der Gehirnströme und Bild gebende Verfahren zur Untersuchung der [[Gehirnaktivitäten]] im [[Zustand]] der Meditation in Kernspingeräten erlauben zwar noch keinen [[Perfektionismus|perfekten]] [[Einblick]] in das, was im [[Gehirn]] Meditierender vorgeht. Sie lassen aber nach und nach immer deutlicher erkennen, dass Meditation gehirnphysiologische [[Wirkung]]en hat, die als erhöhte [[Geist|geistige]] [[Wachheit]] und [[Konzentration]] bei gleichzeitiger tiefster [[Entspannung]] zu deuten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist in meinen Worten eines der wichtigsten Ergebnisse einer noch nicht publizierten, aber schon zur [[Veröffentlichung]] angenommenen bibliographischen Studie von Cahn und Polich, zweier amerikanischer Wissenschaftler von der University of [[California]] und vom renommierten Scripps Research [[Institute]]. Die [[Autor]]en haben nahezu 350 neuere und neueste empirische Studien vergleichend [[Auswertung|ausgewertet]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein großer Teil davon gilt den im EEG und im Kernspin messbaren Wirkungen der Meditation auf die Aktivitäten des Gehirns. Die auch nur grob gekürzte [[Wiedergabe]] von [[Detail]]s ihrer Ergebnisse will ich den [[Fach]]wissenschaftlern überlassen, weil das zu sehr ins Fach[[spezifisch]]e geht, von dem andere hier im Saal, wie vor allem Ulrich Ott, der deutsche [[Spezialist]] auf diesem Gebiet der Forschung, mehr [[Verstand|verstehen]] als ich. Hier nur einige kurze [[Zitat]]e aus der [[Zusammenfassung]] in [[Übersetzung]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die klinische [[Anwendbar]]keit solcher Methoden der Meditation voran bringen zu können, sei &#039;&#039;„eine [[Fortsetzung]] derartiger Untersuchungen und die [[Vergleich|vergleichende]] [[Bewertung]] ihrer Ergebnisse notwendig.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Eine große Herausforderung für die [[Grundlage]]nforschung zur Meditation verbleibt die eindeutige quantitative Unterscheidung und [[Topographie|topographische]] [[Darstellung]] des Unterschieds zwischen Meditation und Zuständen beginnenden Tiefschlafs. (……..)“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Obwohl eine umfassende empirische und theoretische Grundlage noch fehlt, ist jedenfalls eindeutig, dass „die [[Funktion]]sweise des [[Zentrale|zentralen]] [[Nervensystem]]s durch Meditation [[Beeinflussung|beeinflusst]]“ wird. Der spezifische [[Nutzen]] meditativer Praktiken in [[Verbindung]] mit psychologischen und [[Neuropharmakologie|neuropharmakologischen]] [[Therapie]]n ist eine große [[Triebkraft]] für [[Zukunft|künftige]] Studien.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse solcher Studien sind auch in [[Öffentlichkeit|populär]]wissenschaftlichen [[Bericht]]en schon [[Verbreitung|verbreitet]] worden. So z. B. in dem [[Artikel]] „Die neuronale [[Erleuchtung]]“ von &#039;&#039;&#039;Ulrich Kraft&#039;&#039;&#039; in „Gehirn und Geist“ Heft 10 2005, S.12 ff. Selbst Tage[[zeitung]]en wie die Süddeutsche haben dieses Thema bereits aufgegriffen, SZ 68. Ausgabe, 2005 S.11 „Mönche in der Magnetröhre“ ebenfalls von &#039;&#039;&#039;Ulrich Kraft&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch an deutschen Universitäten gibt es inzwischen Wissenschaftler, die sich im [[Kontext]] von Forschungen über die Funktionsweise des Gehirns (wie z. B. über Neurokognition) für die Wirkungen der Meditation auf die Funktionen des Gehirns interessieren. Anstatt Meditationsforschung weiterhin pauschal abzulehnen und für Rufschädigung zu halten, nehmen sie Forschungen dazu auf und [[Betreuung|betreuen]] [[Diplom]]- und [[Doktor]]arbeiten zu dieser Thematik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Große Meditationsmeister, wie z. B. der [[Dalai Lama]] und Sri [[Swami]] [[Veda]] [[Bharati]], die beide in engem [[Austausch]] miteinander stehen, [[Unterstützung|unterstützen]] die [[Bemühung]]en der Wissenschaft. Sie stellen sich selbst für [[Untersuchung]]en der [[Zustand|Zustände]] ihres [[Bewusstsein]]s in der Meditation zur [[Verfügung]] und fordern ihre Schüler auf, das ebenfalls zu tun. Dieser [[Aufforderung]] bin ich in Bremen vor vier Wochen nachgekommen. Von hier aus möchte ich Meditierende aller [[Richtung]]en mit längeren [[Erfahrung]]en, aber auch Anfänger in der Meditation dringend bitten, sich im Interesse der an dieser Thematik arbeitenden Nachwuchswissenschaftler ebenfalls auf eine solche Untersuchung einzulassen. Für mich war es eine [[Erfahrung]], die mich auch ganz persönlich [[Bereicherung|bereichert]] und auf meinem [[Weg]] vorangebracht]] hat. Vor allzu großen [[Erwartung]]en in diese Forschungen – so denke ich - muss [[warnung|gewarnt]] werden. Die hier [[Präsenz|anwesend]]en Wissenschaftler, die schon jetzt an derartigen Studien arbeiten oder sie unterstützen, wissen besser als ich um die [[Möglichkeit]]en und [[Grenze]]n dessen, was auch mit den neuesten Apparaturen technisch machbar ist. Eines, so scheint mir, kann jetzt schon gesagt werden: Das Eigentliche, worum es der Meditation geht, die subjektive Erfahrung des [[Wille|willentlich]] herbeigeführten anderen, höheren [[Zustand]]s des Bewusstseins, wie immer man den in den [[Unterschied||unterschiedlichen]] Traditionen bezeichnen mag - [[Samadhi]] oder [[Satori]] oder [[Befreiung]] - wird für die Wissenschaftler ein [[Geheimnis]] bleiben. Was es subjektiv [[Bedeutung|bedeutet]], in den Zustand des Samadhi oder in die große [[Leere]] [einzutreten, diese Erfahrung erschließt sich nur dem, der die meditative [[Reise]] in das nahe liegende und dennoch unbekannte [[Innere]] antritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Eigene Erfahrung als Yogalehrer und Wissenschaftler==&lt;br /&gt;
Zusammenfassung meiner eigenen Erfahrungen in zwei Sätzen: Ich kann als Wissenschaftler Yoga betreiben und Yogalehrer sein, ohne mich von der Wissenschaft lossagen und meinen rationalen Verstand an der Garderobe abgeben zu müssen. Ich [[Gewinn|gewinne]] sogar etwas auch für die Wissenschaft [[Wichtiges]] hinzu: eine [[Verstärkung|verstärkte]] [[Intuition|intuitive]] Kraft, die in meinen Meditationen von Zeit zu Zeit mit kleineren oder größeren Erkenntnissen aufleuchtet! Der anfangs befürchtete [[Spagat]] ist für&lt;br /&gt;
mich inzwischen ein erträgliches Stehen auf beiden Beinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Persönlichem habe ich [[Beginn|begonnen]] und damit will ich schließen. Warum ich nach meiner [[Tumor]]operation den spirituellen Weg eingeschlagen habe und nicht wieder in die alten Geleise zurück geraten bin, wie man das immer wieder von Menschen nach ähnlich einschneidenden Erfahrungen hört, mag mit der folgenden Geschichte zusammenhängen. Sie deutet darauf hin, dass ich schon seit meiner Schulzeit auf dem spirituellen Weg war, ohne das selbst zu wissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Albrecht Haushofer, ein bedeutender Wissenschaftler und Dichter, den die Nazis wegen [[Zugehörigkeit]] zum [[Widerstand]] zum [[Tod]]e [[Verurteilung|verurteilt]] und in Moabit hingerichtet haben, hat in seiner [[Tod]]eszelle wunderbare Sonette geschrieben, darunter eines auf eine Mücke, die er im ersten [[Impuls]] erschlagen wollte, dann aber [[Ruhe|ruhig]] [[Beobachtung|beobachtete]], während sie sich von seinem [[Blut]] nährte. Die letzten Zeilen dieses Gedichts lauten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Wir sind ja beide, Mensch und Mücke, nichts als kleine Schatten eines großen Lichts“.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beeindruckt von diesem [[Gedicht]] habe ich als Schüler 1957 ein Jahr vor dem Abitur vom Spätherbst an täglich im Erdkundezimmer, das ich damals verwaltete, eine Mücke genährt. Beim ersten Mal habe ich meinen Finger unmerklich langsam an sie angenähert, bis sie aufsprang, [[Stich|stach]] und zu saugen begann. Als sie rundum gesättigt war, setzte sie sich wieder auf ihren [[Platz]] am Fenster und dort saß sie von da an immer, bis ich morgens kam und ihr wieder meinen [[Finger]] anbot. Am Tag vor den Weihnachtsferien habe ich sie mittags vor dem Verlassen der Schule noch einmal saugen lassen und als ich im Januar wieder in die Schule kann, lag sie tot auf dem Fensterbrett genau unter der Stelle, wo sie vergeblich auf meinen Finger gewartet haben mag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kann mir irgend jemand [[Erklärung|erklären]], warum ich von da an in meinem ganzen [[Leben]] von Mücken in den verschiedensten [[Nähe|nahen]] und [[Ferne|fernen]] [[Gegend]]en der [[Welt]] fast immer nur dann gestochen worden bin, und zwar selbst in den dicksten Schwärmen, wenn ich es ihnen angeboten oder mindestens [[Mentalität|mental]] [[Erlaubnis|erlaubt]] habe? Könnte das kausal mit meiner Blutspende an die Mücke in meiner Schulzeit zusammenhängen? Und um welche [[Art]] von [[Kausalität]] handelt es sich? Um eine im [[Sinne]] der Naturwissenschaft? Hat mein [[Handeln]] eine auf mich bezogene [[Genetik|genetische]] Stechhemmung in allen Mückenarten der Welt [[Wirkung|bewirkt]]? Oder folgen die Mücken einer Art [[Moral]][[kodex]], der ihnen [[Verbreitung|verbietet]], ohne [[Einwilligung]] das Blut von [[Wohltäter]]n der [[Spezies]] anzuzapfen? Oder hat meine Mücke damals [[Stellvertretung|stellvertretend]] für ihre Artgenossen einen [[Vertrag]] mit mir geschlossen, besiegelt mit meinem Blut, an den sich alle Mücken der Welt bis heute halten, weil sie anders als wir Menschen von [[Natur]] aus vertrags[[treu]] sind? Die wenigen [[Ausnahme]]n, die es auch gegeben hat, erkläre ich mir damit, dass mich diese Mücken irrtümlich für einen anderen [[Mensch]]en oder gar für ein [[Tier]] gehalten haben. Warum sollten sich nicht auch Mücken irren? Selbst Wissenschaftlern geht es ja oft nicht anders. Ist doch die [[Geschichte]] der Wissenschaft zugleich auch die Geschichte wissenschaftlicher Irrtümer. Leider sind nur wenige Wissenschaftler zu [[Lebzeiten]] so [[selbstkritisch]] wie jener in den Geschichten des weisen Brecht vom Herrn Keuner. Der antwortete auf die [[Frage]], was er tue: &#039;&#039;&amp;quot;Ich bereite gerade meinen nächsten [[Irrtum]] vor&amp;quot;!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Schlussentspannung]]: [[Atem]][[achtsamkeit]]&lt;br /&gt;
R. W.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sonstiges==&lt;br /&gt;
Vgl. auch  etwa:&lt;br /&gt;
[[Buddhismus]]:  zum Beispiel der [[Dalai Lama]], Yongey Mingyur Rinpoche oder [[Jack Kornfield]] erklären, dass der  bis zur heutigen [[Praxis]] weniger eine [[Religion]] als vielmehr eine Wissenschaft des Geistes ist: ...erprobt, hat überprüfbare ... Beschreibungen für menschliches Empfinden und Verhalten;  konkrete Übungen und Techniken zur [[psychotherapie|Überwindung]] vieler menschlicher Konflikte und Sorgen. Damit überbrückt der Buddhismus die oft als schmerzlich empfundene Kluft zwischen Wissenschaft und Religion, zwischen Innovation und alter Überlieferung. ..&lt;br /&gt;
[[Albert Einstein]]: wenn  Religion - mit den Erfordernissen der modernen Wissenschaft vereinbar -  er (B.)Carl Friedrich von Weizsäcker stellte sich en Zukunftsmenschen als ein Individuum vor, in dem christliche [[Psychotherapie|Ethik, wissenschaftliches Denken und die buddhistischen Stärken]] integriert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein eventuelles Beispiel: Sogenannte [[Nonne]]nstudien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;In Amerika (..)  600 Nonnen eines katholischen Ordens (gaben..)  ihr Gehirn der Wissenschaft. Die Schwestern wurden im regelmäßigen Abstand (und) die Hirne nach dem [[Tod]] untersucht. Da gab es Nonnen, die waren blitzgescheit bis zu ihrem Tod und hatten doch Gehirnveränderungen, die auf ein schwerstes Alzheimer-Stadium hindeuteten. Das Gleiche sehen wir bei Parkinson.&amp;quot;   Trotz der objektiven [[Messung]] (posthum): sie waren  gesund geblieben. Wahrscheinlich schützten ein regelmäßiger Tagesablauf mit [[Zeit]] für ein geradezu [[heilig]]es [[mehr]] im [[Kloster]] ohne [[fernsehen|Informationsfluten]]; und auch [[Mittelmaß|maßvolle]] [[körper]]liche Bewegung, gesunde [[Ernährung]] ohne  zu [[Nikotin|rauchen]], [[Singen]]... (vgl wikipgenauer / zu belegen / eigener Artikel vielleicht):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Wissenschaftliche Studien]]&lt;br /&gt;
* [[Kunst]]: [http://mein.yoga-vidya.de/video/om-namo-nayanaya-geschichte]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p42_Die-Wissenschaft-des-Pranayama/ Swami Sivananda: Die Wissenschaft des Pranayama]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p208_Bleep---What-the-Bleep-do-we--now--/ Bleep - What the Bleep do we (k)now!]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/ayurveda/ Ayurveda - die Wissenschaft vom Leben]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/center/haus-bad-meinberg/yoga/was-ist-yoga/ Was ist Yoga?]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/wissenschaft/ Yoga als universelle Wissenschaft]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Buch/Wissenschaft/science00.htm Online Buch: Yoga als eine universelle Wissenschaft]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/yogatherapie/lesestoff/wissenschaftl-arbeiten/ Wissenschaftliche Arbeiten]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/service/presse/pressemitteilungen/detailansicht/article/forschungspreis-fuer-meditation-bei-yoga-vidya-in-bad-meinberg-vergeben/ Forschungspreis für Meditation bei Yoga Vidya]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/tag/wissenschaftliche-arbeiten/ Wissenschaftliche Arbeiten - Highlights]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/yogatherapie/lesestoff/artikel/ Yoga im Spiegel der Wissenschaft]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/interessengebiet/yoga-und-meditation-einfuehrung/ Yoga und Meditation Einführung]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Multimedia==&lt;br /&gt;
===Thomas Hübl: Inner Science - Die Wissenschaft des Erwachens===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|pAYAbtDRxfg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vortrag von Sukadev: &amp;quot;Braucht Yoga die Wissenschaft&amp;quot;?===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|1Qu4nRajEfg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vortrag: Meditation in naturwissenschaftlicher Forschung===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|UC6Xozp03Tc}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Quantenaktivist===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|kGbiR2MORYw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Weitere Gedanken zum Thema====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039;&#039;   erweitert das [[Vidya|Wissen]] durch methodische Forschung  nach neuen Erkenntnissen. [[Statistik|Statistische]] Tabellen gehen immer mehr in [[Messung|Einzelheiten]] der [[Psychologie]] beispielsweise, fort von ganzheitlicher [[Erfahrung|Praxis]] -  das   unterscheidet sich von [[Weisheit]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dogmatische Lehrsätze, womöglich  an  &amp;quot;die Erde ist eine Fläche&amp;quot; [[glauben]] zu sollen, sind sowieso [[Eignung|etwas anderes]]... verglichen mit  [[sinn]]voller [[Tradition]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemein gibt es in der [[Wirkungsforschung]] [[logos|viele Ursachen zugleich]], von denen oft schon eine wirkt... Menschen sind sehr unterschiedlich etc... Indes:  [[Wirkungen des Yoga]] und der [[Meditation]] lassen sich auch [[Wissenschaftliche Studien|beforschen]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vgl.: &amp;quot;&#039;&#039;Altes Wissen schafft neue Wissenschaft&#039;&#039;: Erkenntnisse [[mode]]rner &#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; stützen und bestätigen das intuitive [[Erfahrung]]swissen der alten [[Yogi]]s  [[mehr]] und mehr:  Kongress 11/2011 [https://www.yoga-vidya.de/events/yoga-kongress/]&amp;quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;&amp;quot;Wissenschaft hilft gegen [[Scharlatan|Aberglauben]] und etwa Schwermetall-Gifte [[Mode|früher]] in [[Ayurveda]] Heilmitteln (...) Und nach einiger [[Zeit]] wirken viele Forschungsergebnisse wieder [[Fahrender yogi|überholt]].&amp;quot; [[Zitat]] provisorisch ungenau, hier ab zu tippen: [ http://mein.yoga-vidya.de/video/satsang-vom-yoga-kongress-2011-bei-yoga-vidya-bad-meinberg]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
.....&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwa teilnehmender Beobachtung[http://de.wikipedia.org/wiki/Teilnehmende_Beobachtung] oder auch ethnologischen Studien-Reportagen  wie denen der Margaret Mead  wird von   der  &#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; oft  zu wenig [[Distanz]] vorgeworfen. Große Zahlen - wie auch im [[Breitensport]] - sind etwas anderes...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ein möglicher Satz dazu: &lt;br /&gt;
::&#039;&#039;Wo kriege ich mehr (Anhänger) statt was ist richtig; so sind auch [[Öffentlichkeit|Umfrageergebnisse]] über was man tut etc. kein in sich Maßstab für das [[Wahrheit|Wahre]] und das Richtige, wie man lebt&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Unterschied zwischen Wünschenswertem, auch wenn &#039;&#039;wissenschaft&#039;&#039;lich belegt - und trotzdem evtl. ganz abweichender [[Praxis]] (erforschen): die Kluft...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch [[Binsenwahrheit|Binsenwahr]]:  die Naturwissenschaften werten gern die anderen  mit  so vielschichtigen  Gegenstandsbereichen wie  [[Seele]],   [[Tradition]]...als Müll&#039;&#039;wissenschaften&#039;&#039; / zweiter Klasse ab, u. a. weil Handlungswissen für Märkte fehlt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indes: Gerade auch die [[Bhagavadgita]] wird u.a. &amp;quot;&#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; des Lebens&amp;quot; genannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Swami]] [[Sivananda]] beschreibt &#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; im [[Fliegender Yogi|technischen]] [[Zeit]]alter auch geradezu mit [[Distanz]].  und: &amp;quot;&#039;&#039;7. Schulbildung ist unvollständig, solange sie nicht einführt zu vermitteln, dass Wissen unbegrenzt ist.&#039;&#039;&amp;quot; ([[Göttliches Elexier]], 9)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere mögliche [[Zitat]]e: &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;ein [[tor|Schlüssel]] jenseits all unseres angehäuften [[Vidya|Wissen]]s und der vielen Worte, die uns den Blick auf uns selbst und die Welt eher verstellen als erhellen.&amp;quot; (Hempel, [[Reclam Verlag]] [[Zen]]-[[Yoga]], S. 10)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;Es gibt eine berühmte Unterweisung in der [[Zen]]-[[Tradition]], in der ein Schüler nach dem [[Mond]] fragt. Ein Zweig wird benutzt, um auf ihn zu zeigen, und die Lehre warnt uns, den Zweig nicht mit dem Mond zu verwechseln. Das Problem [[bibliotherapie|mit den Worten]] ist, dass sie Zweige sind – sie können nie der Mond sein. Im besten Fall sind sie [[Sundaram|wunderschöne]] Zweige, die die Form, das [[Licht]] oder die Herrlichkeit des Mondes beschreiben und es unseren Augen erlauben, ihn direkt anzusehen. Im schlimmsten Fall sind sie weitverzweigte Äste, die sich in viele Richtungen ausbreiten und uns noch mehr durcheinanderbringen. &lt;br /&gt;
&amp;quot;S. 9 hier:  [http://theseus-verlag.de/Verlage/Theseus/Theseus-Top-10-Bestseller/Schatten-auf-dem-Pfad.html]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Studien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga und Wissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sutra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Wissenschaft&amp;diff=46762</id>
		<title>Wissenschaft</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Wissenschaft&amp;diff=46762"/>
		<updated>2013-02-27T08:10:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sutra: /* 1. Blick: Yoga und Wissenschaft. */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Wissenschaft und Yoga - gegensätzliche Welten?==&lt;br /&gt;
Artikel von R. W., erschienen im Yoga Vidya Journal Nr. 15, Frühjahr 2006. Entstanden aus einer Niederschrift eines Vortrags bei einem Kongress „[[Yoga]] und [[Meditation]]“ bei Yoga Vidya Bad Meinberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemeldet habe ich mich zu diesem Kongress mit dem Angebot, in einem Workshop oder Arbeitskreis von meinen persönlichen [[Erfahrung]]en als [[Wissenschaft]]ler und [[Yogalehrer]] zu berichten. Als ich mich dann im Kongressprogramm unversehens als Redner für den Eröffnungsvortrag wieder fand, schien mir, dass dafür ein lockeres Plaudern über meine Erfahrungen nicht ganz angemessen sei. Deshalb müssen sie sich nun einen Vortrag zumuten lassen. Um diese [[Zumutung]] aber in [[Grenze]]n zu halten, werde ich mehrfach eine Denkpause einlegen. Dann haben sie und ich [[Gelegenheit]], uns kurz zu [[Sammlung|sammeln]] und die Eingangsübung zu wiederholen. Beginnen will ich mit dem, was angekündigt war und nun in den Untertitel gerutscht ist: dem Biographischen. Es folgen dann vier Blicke auf das [[Thema]]. Als erstes will ich zeigen, dass Wissenschaftler, vor allem in Deutschland, Yoga und Meditation ganz verbreitet für etwas [[Irrationalität|Irrationales]] und damit Unwissenschaftliches halten. Als zweites werde ich auf begründete [[Zweifel]] eingehen, die in der neueren philosophischen [[Diskussion]] an der vermeintlichen [[Rationalität]] der Wissenschaft vorgebracht worden sind. Als zweites will ich aus meiner Sicht [[Gemeinsamkeit]]en und Unterschiede im Verhältnis von Yoga und Wissenschaft aufzeigen. Als viertes schließlich möchte ich von einigen neueren [[Entwicklung]]en im Verhältnis von Wissenschaft und Yoga berichten. Sie lassen darauf hoffen, dass sich westliche Wissenschaft und östliche [[Weisheit]]slehren und Meditationsschulen allmählich doch für einander öffnen und zu einem wechselseitig [[Fruchtbarkeit|fruchtbaren]] [[Austausch]] gelangen könnten. Ein noch winziger [[Hoffnung]]sschimmer ist die „Society for Meditation and Meditation Research“, die diesen Kongress mit veranstaltet. Die [[Widerstand|Widerstände]] gegen einen [[Wandel]] sind freilich stark und der [[Weg]], sie zu [[Überwindung|überwinden]] wird lang und [[Beschwerlichkeit|beschwerlich]] sein. Machen wir uns da nichts vor!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Nun aber erst zum Persönlichen===&lt;br /&gt;
Von 1974 bis zur Pensionierung im Februar 2003 habe ich an der Uni Bremen [[Arbeit]]srecht gelehrt. Mit nur einer längeren [[Unterbrechung]] bin ich meinen [[Aufgabe]]n in [[Forschung]] und [[Lehre]] nach besten [[Kräfte]]n nachgekommen. Schon seit meiner [[Student]]enzeit habe ich mich der [[Politik|politischen Linken zugeordnet, jedoch ohne [[Bindung]] an eine Partei. Seit 1972 bin ich Gewerkschaftsmitglied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weltanschaulich hielt ich mich bis in mein 50stes Lebensjahr für einen am Marxismus orientierten [[Atheist]]en, war aber eher ein nicht ganz [[Unglaube|ungläubiger]] Nichtchrist. Wenn ich noch während meiner Lehrtätigkeit in den neunziger Jahren Yogalehrer wurde und zwar in der [[Spiritualität|spirituellen]] [[Tradition]] der[[ Meister]] des [[Himalaya]]s, so hat das mit der bereits erwähnten [[Unterbrechung]] zu tun und die war durch eine einschneidende [[Lebenskrise]] [[Zwang|erzwungen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Mitte meines 50. Lebensjahrs brach die Fassade des linken und dennoch durchaus [[Erfolg|erfolgreichen Akademikers schlagartig zusammen. Meine [[Ehe]] war längst [[Bruch|zerbrochen]]. Die [[Hoffnung]]en, sie wieder kitten zu können, zerschlugen sich endgültig im Juli 1988, als ich kurz vor einer geplanten Forschungsreise nach Japan auch [[Körper|körperlich]] und [[Psyche|psychisch]] zusammenbrach: [[Diagnose]] Gehirntumor. Vor und während der 4 Std. dauernden [[Operation]] hatte mein [[Leben]] - wie mir der operierende [[Arzt]] später sagte - an einem seidenen [[Faden]] gehangen. Diese [[Erfahrung]] [[fordern|forderte]] einige Tage nach der OP meinen [[Lebensmut]] heraus und führte noch in der [[Klinik]] zu dem [[Entschluss]], mich und mein Leben von [[Grund]] auf zu [[ändern]]. Schon ab Februar 1989 besuchte ich [[Yogakurs]]e und [[praktizieren|praktizierte]] täglich morgens eine Stunde lang oder auch länger [[Yogaübung]]en. Daneben hätten sie mich damals in [[Therapie|psychotherapeutischen]] [[Sitzung]]en und als zumeist einzige männliche [[Teilnehmer]]in in einer Frauentanzgruppe und beim Tango Argentino treffen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ich nach der erzwungenen [[Pause]], körperlich noch gezeichnet, meine [[Tätigkeit]] an der [[Uni]] wieder [[Aufnehme|aufnahm]], merkte ich schon bald an den [[Blick]]en meiner Kolleginnen und [[Kollege]]n, dass sie mich mindestens für wunderlich, wenn nicht gar für leicht [[Anormalität|anormal]] hielten, für einen mit einem Dachschaden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einige meiner Kollegen war das [[Maß]] dann offenbar voll, als sich folgendes ereignete: vom Bremer Regionalfernsehen wurde ich für einen gesundheitspolitischen [[Beitrag]] um ein [[Interview]] zu der [[Frage]] [[gebeten]], wie sich mein Leben durch [[Krankheit]] und [[Operation]] [[Veränderung|verändert]] habe. Dieses Interview wurde auf meinen [[Vorschlag]] nach einer kurzen [[Sequenz|Tanzsequenz]] im Kreise meiner Frauengruppe aufgezeichnet und war sehr kurz. Denn ich sagte sinngemäß eigentlich nur, dass ich - wie man ja sehen könne - meine [[Lebenszeit]] jetzt anders und intensiver [[Nutzen|nutze]] und mir meine [[Arbeit]] nicht mehr das Wichtigste im Leben sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vermutlich in [[Reaktion]] auf dieses Interview fragte einer meiner Jurakollegen bei einer auf [[Gesundheitswissenschaft]] [[Spezialisation|spezialisiert]]en Kollegin an, ob noch [[Normalität|normal]] sei, was ich da triebe. Die Kollegin, die mich gut kannte, [[Information|informierte]] mich, ohne den [[Name]]n zu nennen. Sie hatte ihm gesagt, er solle mich selbst [[Frage|fragen]]. Ich weiß bis heute nicht, wer es war und auch nicht was ich [[Antwort|geantwortet]] hätte, habe aber von da an in meinem [[Fachbereich]] [[Friheit|frei]] nach dem [[Motto]] gelebt: &amp;quot;Ist der [[Ruf]] erst ruiniert…..&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach ca. zwei Jahren der [[Yogapraxis]] [[Entschluss|entschloss]] ich mich, eine [[Ausbildung]] zum [[Yogalehrer]] [[Aufnahme|aufzunehmen]]. Zu dieser [[Zeit]] war trotz erster positiver [[Erfahrung]]en auch in meinem [[Kopf]] noch die [[Sperre]], dass es sich beim Yoga um etwas Irrationales handele. Vor allem die Meditation hielt ich für [[Unvereinbarkeit|unvereinbar]] mit meiner [[Verpflichtung]] auf die wissenschaftliche Rationalität. Wie würde ich den [[Spagat]] zwischen diesen beiden [[Gegensatz|gegensätzlichen]] Welten aushalten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dieser bangen Frage fuhr ich im Februar 1992 in das erste Ausbildungswochenende am &amp;quot;[[Himalaya Institut]] für [[Yogawissenschaft]] und [[Philosophie]]&amp;quot;. Wegen dieses Namens meinte ich, mit meinen [[Zweifel]]n hier am besten aufgehoben zu sein. Schon am ersten [[Tag]] [[Erfüllung|erfüllte]] sich meine [[Erwartung]] voll. Bis heute [[Begleitung|begleitet]] mich seitdem die [[Botschaft]] des Ausbildungs[[leiter]]s, Wolfgang Bischoff. Er begann zwar seinen [[Einführung]]s[[vortrag]] mit einem für mich damals noch befremdlichen [[Sprechgesang]], einem [[Mantra]], befremdlich, weil ich da das Irrationale des Yoga auf mich zukommen sah, doch schloss er den Vortrag mit den [[Wort]]en: &amp;quot;Glaub mir kein Wort, [[Zweifel|bezweifle]] alles, was ich sage, aber mach die Übungen, die ich dir empfehle und überprüfe selbst!&amp;quot; Das entsprach voll meinem Credo als Wissenschaftler! In Ahrensburg lernte ich nicht nur Yoga-Übungen und erste Meditationen, sondern erhielt auch [[Kenntnis]]se über die indische Philosophie, vor allem über die Yoga-, [[Sankhya|Samkhya]]- und [[Vedanta]]philosophie. Hinzu kamen Anstöße, auch über Grundfragen von Wissenschaft und Philosophie des Westens nachzudenken, die mich seit meinem [[Studium]] kaum noch [[Beschäftigung|beschäftigt]] hatten. Vor allem [[Bewegung|bewegte]] mich die Frage: Was eigentlich ist Wissenschaft? Da war ich nun viele Jahre beruflich als Wissenschaftler tätig gewesen, aber kaum je war mir diese Frage in den [[Sinn]] gekommen oder gestellt worden. Nun konnte und wollte ich sie nicht länger [[Verdrängung|verdrängen]]. Damit bin ich über das Persönliche des Unterthemas beim [[Sachlichkeit|Sachlichen]] und beim [[Thema]] angekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wissenschaft und Yoga – gegensätzliche Welten?===&lt;br /&gt;
Dazu zwei Vor[[bemerkung]]en:&lt;br /&gt;
1. Soweit im Folgenden von Yoga die [[Rede]] ist, meint das für mein [[Verständnis]] immer auch die Meditation in einer [[denkbar]] breiten Palette von Übungs[[methode]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
n. Denn Yoga [[zielen|zielt]] – das muss ich hier nicht [[näher]] [[ausführen]] - in allen seinen [[Teile]]n [[letztlich]] auf die Meditation als der [[oberste]]n [[Stufe]] des achtstufigen Weges nach [[Patanjali]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seinem [[Yogasutra|Yoga Sutra]] zufolge [[dienen]] die [[körperlich]]en [[Übung]]en (Asanas) nur dem [[Zweck]], Menschen auf die Meditation [[vorbereiten|vorzubereiten]]. Sie sollen [[befähigen|befähigt]] werden, über eine längere Zeit im [[aufrecht]]en [[Sitz]] zu [[meditieren]], ohne durch körperliche und [[mental]]e [[Störung]]en [[ablenken|abgelenkt]] zu werden. Dem [[gleich]]en [[Zweck]] dienen die Übungen mit dem [[Atem]] und der [[Lebensenergie]] ([[Pranayama]]) und das [[Zurückziehen]] der [[Sinne]] von den [[Objekt]]en der [[äußere]]n Welt ([[pratyahara]]). Wegen der [[zentral]]en [[Rolle]] der Meditation im Yoga nach Patanjali prägte mein [[Lehrer]], [[Sri]] [[Swami]] [[Rama]], einer der [[bedeutend]]sten [[Yogi]]s des vorigen Jahrhunderts, die [[Definition]]: „Yoga is meditation in action“ zu dt. „Yoga ist Meditation im [[Handeln]]“ oder auch „ist [[Achtsamkeit]] im Handeln“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Unmittelbar beziehen sich meine [[Ausführung]]en zwar nur auf den Yoga. Doch stehen sie für das [[Verhältnis]] der Wissenschaft zu anderen [[spirituell]]en [[Lehre]]n und Meditationspraktiken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1. Blick: Yoga und Wissenschaft.===&lt;br /&gt;
Auf den ersten [[Blick]] [[scheinen|scheint]] es aus der [[Perspektive]] beider – des Yoga wie der Wissenschaft - keine einander fremderen Welten zu geben als eben diese beiden. Wie suspekt vielen Wissenschaftlern alle östlichen Weisheitslehren und alles ist, was mit Meditation zusammenhängt, mag folgendes [[Zitat]] aus dem philosophischen Beitrag eines Professors der Paläobiologie und Geologie belegen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Heute tauchen vereinzelt [[Missionar]]e des Irrationalen in der [[Ethnologie]] und [[Anthropologie]] auf, kann in der Philosophie die Ablehnung der reinen, der [[wissenschaftlich]]en [[Ratio]] zu einem Plädoyer für die Einbeziehung der [[Mystik]] und Meditation (…) werden. Selbst in den auf [[nüchtern]]e [[Sachlichkeit]] so [[bedacht]]en [[Naturwissenschaften]] sägen heute einige dem Irrationalen Zuneigende eifrigst am eigenen Ast. Nicht zuletzt eine Reihe von Physikern, die sich (…) in den Irrgarten ostasiatischer Mystik oder in [[parapsychologisch|parapsychologische]], dubiose Winkel verirrt haben!“&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Anmerkungen zu dieser Textstelle [[erfahren]] wir, was und wen er damit u. a. meint: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Gewisse Abschnitte in C. F. Weizsäcker: Der [[Garten]] des [[Menschlich]]en.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sollte sich der große [[Physiker]] und [[Philosoph]] von Weizsäcker [[Wirklichkeit|wirklich]] ins Irrationale verirrt haben? Genügt als [[Beleg]] dafür, dass Weizsäcker u. a. Vorworte zu zwei spirituellen Büchern geschrieben, ein Interview über seine Meditationserfahrungen gegeben und beides in seinem Buch [[veröffentlichen|veröffentlicht]] hat? Dieser Angriff richtet sich nicht nur gegen von Weizsäcker, sondern gegen mehrere ebenfalls namentlich genannte Wissenschaftler wie z. B. &#039;&#039;Fritjof Capra&#039;&#039;. Vor den [[Auge]]n unseres Gewährsmannes tut sich offenbar ein großer [[Sumpf]] an Irrationalität auf, in dem die von ihm [[vertreten]]e [[Lehre]], rein rationale Wissenschaft zu [[versinken]] [[drohen|droht]]. Eine Satire möchte man [[schreiben]], wenn die [[Sache]] nicht [[ernst]] wäre. Denn diese Äußerungen stehen stellvertretend für das [[Denken]] vieler Wissenschaftler, die das nur nicht so dankenswert offen und deutlich sagen. Meine eigenen Erfahrungen belegen das. Yogis und Meditierende aller [[Traditionen]] haben aber – wenn ich [[recht]] sehe - ihrerseits ein mindestens [[distanzieren|distanziertes]] [[Verhältnis]] zur anderen [[Seite]], zur Wissenschaft. Diese Distanz scheint in den Erfahrungen und in der [[Einstellung]] Meditierender zu [[wurzeln]]: &#039;&#039;„Ich weiß, welche Erfahrungen ich im Meditieren mache und ich weiß auch, dass ich weiß oder dass ich nichts [[wissen|weiß]]. Das [[brauchen|brauche]] ich mir doch von einem Wissenschaftler nicht auch noch bescheinigen zu [[lassen]].“&#039;&#039; [[verkennen|Verkannt]] wird dabei die gesellschaftliche Bedeutung von Wissenschaft für die Akzeptanz und damit auch für die Verbreitung der Meditation und anderer spiritueller Praktiken in breiten [[Kreise]]n der [[Bevölkerung]], die wir dafür [[gewinnen]] wollen. Verkannt wird dabei auch, wie [[wichtig]] die wissenschaftliche [[Akzeptanz]] in unseren 1* Heinrich Karl Erben, Episteme, Mythos und [[human]]e [[Zukunft]] in: Lenk, H. (Hg.) Zur [[Kritik]] der wissenschaftlichen [[Vernunft]], 1986 Breiten ist, um etwa die Anerkennung von Meditation als wirksame Gesundheits[[prävention]] oder gar als [[Heilverfahren]] zu [[erlangen]], mit der [[Folge]], dass gegebenenfalls die Kassen für die Kosten ihrer [[klinisch]]en und [[therapeutisch]]en [[Anwendung]] aufzukommen hätten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2. Blick: Kritik der wissenschaftlichen Vernunft===&lt;br /&gt;
Unter diesem Titel [[Veröffentlichung|veröffentlichte]] Kurt Hübner 1977, damals [[Professor]] für Philosophie an der [[Universität]] Kiel, ein umfängliches philosophisches [[Werk]]. Darin weist er [[Stütze|gestützt]] auf [[Analyse]]n anscheinend rein rationaler [[Argumentation]]en der [[Mathematik]] und auf wissenschaftliche Methoden und [[Ergebnis]]se der Geschichtswissenschaft nach, wie unhaltbar die zumeist ungeprüfte [[Annahme]] ist, dass in der Wissenschaft [[Ausschließlichkeit|ausschließlich]] und allein das [[Prinzip]] der Rationalität [[Regierung|regiere]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hübner bezieht sich auf die griechische [[Mythologie]], aus der heraus sich heutige Philosophie und Wissenschaft überhaupt erst [[Entwicklung|entwickelt]] haben und in der er eine eigene Rationalität ausmacht. Im [[Vergleich]] dazu verdeutlicht er, wie stark rational nicht begründbare [[Element]]e selbst noch die heutige Wissenschaft [[Prägung|prägen]]. Umfängliche Zitate aus Hübners Werk will ich ihnen und mir ersparen. Die können sie in der gedruckten ausführlicheren [[Fassung]] nachlesen. Hier nur zwei Zitate aus Hübners [[Schlussfolgerung]] am Ende seiner [[Gründlichkeit|gründlichen]] [[Analyse]]: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Nichts wäre (….) falscher, als dem Mythos, wie das oft geschieht, Irrationalität zu [[Unterstellung|unterstellen]], dem die Wissenschaft als etwas Rationales entgegentritt.“ An späterer [[Stelle]] der [[Zusammenfassung]] schreibt Hübner: Es gibt (….) keinen [[Theorie|theoretisch]] [[Zwang|zwingenden]] [[Grund]] [[Annahme|anzunehmen]], dass alle Welt mythische Sichtweisen als solche, (.....) ins Reich des [[Märchen]]s [[Verbannung|verbannen]] muss, wenn sie nicht (…..) den [[Verstand]] [[Verlust|verlieren]] will.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer H. gewidmeten Festschrift „Zur [[Kritik]] der wissenschaftlichen Rationalität“ (1986) haben sich mehrere Philosophen seiner Kritik angeschlossen und seine [[Argumentation]] in die eine oder andere [[Richtung]] ausgebaut. Für [[Nachweis]]e und Zitate [[Verweis|verweise]] ich sie ebenfalls auf die schriftliche Fassung. So schreibt Kockelmans, ein amerikanischer Philosophieprofessor, mit [[Bezug]] auf die [[Sozialwissenschaft]] u. a.: Man sollte s. E. erkennen, „dass es mythische [[Dimensionen]] sowohl in der Wissenschaft als auch in der Philosophie gibt.“ &#039;&#039;In der Wissenschaft erblickt er sie - ganz ähnlich wie Hübner - in „tief eingewurzelten Überzeugungen (…), für die (bis jetzt) keine rationale [[Rechtfertigung]] gegeben worden ist“.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Hübner noch zwischen Wissenschaft und Mythos [[Klarheit|klar]] [[Unterscheidung|unterscheidet]] und nur [[Vergleichbarkeit|Vergleichbares]] in beiden ausmacht, geht MacCormac, ein Wissenschaftstheoretiker aus den USA, noch einen [[Schritt]] weiter. Er behauptet, dass bestimmte vermeintlich wissenschaftlich bewiesene [[Tatsache]]n selbst eine Art Mythos sind. Wissenschaftler bedienen sich nämlich zur [[Erklärung]] und [[Deutung]] ihrer [[Befund]]e nicht selten „grundlegender [[Metapher]]n“. Gemeint sind damit bildhaft [[Beschreibung|beschreibende]] [[Vergleich]]e, wie etwa das [[Bild]] vom [[Urknall]] als dem [[Beginn]] der [[Entstehung]] des [[Kosmos]]: Wodurch [[Unterscheidung|unterscheidet]] sich diese von den Wissenschaftlern als [[Tatsache]] [[Betrachtung|betrachtete]] und [[Verbreitung|verbreitete]] [[Theorie]] vom [[Urknall]] eigentlich noch von den vielen mythischen und [[Religion|religiösen]] [[Erklärung]]en, etwa dem der [[Bibel]]:&#039;&#039; „Am [[Anfang]] war das [[Wort]] …“&#039;&#039;, wofür auch gesagt werden kann: Am Anfang war der [[Laut]], oder war die [[Schwingung]] oder war die Idee, die zur Schwingung und zum Wort oder auch zum Knall wurde. Nun mag man hier einwenden: dass bei &#039;&#039;Hübner&#039;&#039; und den anderen Autoren nur vom Mythos die Rede ist, nicht aber von der Mystik, der Meditation, und von östlichen Weisheitslehren. Wichtig sind die im Vergleich zum Mythos vorgetragenen Zweifel am [[Ausschließlichkeitsanspruch]] der Wissenschaft auf [[Rationalität]] vor allem deshalb, weil in der wissenschaftlichen Kritik an [[Meinung|vermeintlich]] irrationalen Lehren Mythos und Meditation in einen Topf geworfen werden. Dafür erinnere ich an das obige Zitat aus dem Beitrag des Paläobiologen, der ja ausdrücklich auch die Meditation dem [[Verdacht]] der Irrationalität [[Unterstellung|unterstellt]] hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===3. Blick: Was ist Wissenschaft? Was haben Yoga und Meditation mit ihr gemeinsam? Worin unterscheiden sie sich von Wissenschaft?===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Was ist Wissenschaft====&lt;br /&gt;
„Wissenschaft“ - so das dtv-Lexikon - ist &#039;&#039;„der [[Inbegriff]] des durch [[Forschung]], [[Lehre]], und überlieferte [[Literatur]] [[Bildung|gebildeten]], [[Ordnung|geordneten]], [[Begründung|begründeten]], für gesichert erachteten [[Wissen]]s einer [[Zeit]]; auch die für seinen [[Erwerb]] typische, [[Methode|methodisch]]-[[Systematik|systematische]] Forschungs- und [[Erkenntnis]]arbeit, sowie ihr [[Organisation|organisatorisch]]-[[Institut|institutioneller]] Rahmen“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser [[Begriff]] ist mit dem [[Bezug]] auf das „Wissen einer Zeit“ zeitlos gültig. Er lässt selbst noch die von [[Kirche]] und [[Klerus]] [[Dogma|dogmatisierten]] mittelalterlichen Lehren über die [[Welt]] und den [[Kosmos]] als Wissenschaft gelten. Denn auch das war das „Wissen einer Zeit“ [[Gewinn|gewonnen]] durch die damals „typische systematische [[Erkenntnis]]arbeit“ der [[Bibelexegese]] und der Dogmatisierung von [[Bibel|biblischen]] [[Text]]stellen. Auch diese Erkenntnisarbeit war eingebunden in einen „organisatorisch- institutionellen [[Rahmen]]“, wie ihn eben die damalige [[Kirche]] mit ihren [[Priesterseminar]]en und [[Kloster|Klöstern]] bot. Da wäre es ein Leichtes, das [[Studium]] und die [[Weitergabe]] des [[Yoga]] und der ihm zugrunde liegenden [[Basis]]texte der klassischen indischen [[Philosophie]] in den zahlreichen indischen Ashrams und außerindischen [[Yogalehrer]]-[[Ausbildung]]s[[Zentrum|zentren]] ebenfalls unter dem oben [[Zitat|zitierten]][[ Begriff]] von Wissenschaft zu fassen. So [[Einfachheit|einfach]] will ich es ihnen und mir nicht machen. Denn sicher würden wir in der heutigen [[Situation]] beiden nicht [[Gerechtigkeit|gerecht]], wollten wir Wissenschaft und Yoga ohne weitere [[Umstand|Umstände]] gleichsetzen! Fragen wir also weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Was ist Wissenschaft heute? Was haben Yoga und Meditation mit heutiger Wissenschaft gemein und was [[unterscheiden|unterscheidet]] sie voneinander?====&lt;br /&gt;
Heutige Wissenschaft umfasst das systematische [[Bemühung|Bemühen]] um [[Objektivität|objektive]] [[Erkenntnis]] bzw. inter[[Subjektivität|subjektiv]] nachprüfbares Wissen. Als objektiv und nachprüfbar gilt dabei nur, was unter gleichen [[Bedingung]]en von anderen [[Forscher]]n nachgeprüft werden kann. Ferner umfasst auch heutige Wissenschaft alles, was als [[Ergebnis]] dieses Bemühens an [[Geschichte|geschichtlich]] aufgehäuftem Wissen bereit liegt. Hinsichtlich ihrer [[Gegenstand|Gegenstände]] [[Beziehung|bezieht]] sie sich mit dem [[Streben]] nach Erkenntnis auf das [[gesamt]]e [[Spektrum]] der [[Gegenständlichkeit|gegenständlichen]], mit den [[Sinne]]n [[Wahrnehmung|wahrnehmbaren]] Welt. Dazu gehört auch der Mensch als Teil dieser Welt. [[Zerlegung|Zerlegt]] in kleine und kleinste Teilaspekte betrachtet Wissenschaft diese Gegenstände in zahlreichen Zweig- und Unterdisziplinen. Wie stark vielfach fraktioniert Wissenschaft heute ist, will ich nur an einigen [[Beispiel]]en verdeutlichen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. In der Medizin gibt es heute fast schon für jedes [[Organ]], jedes [[Krankheit]]sbild und jeden [[Körperteil]] darauf [[Spezialisierung|spezialisierte]] [[Medizin|medizinische]] Teildisziplin. (Anästhesie, [[Allergologie]],[[ HNO]], [[Kardiologie]], [[Nephrologie]], [[Onkologie]], [[Proktologie]] usw. ) Werfen sie dafür einmal nur einen Blick in die [[Ärztetafel]] im Telefonbuch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. In der [[Psychologie]] [[begegnen]] uns u. a. die Allgemeine, die Entwicklungs-, Familien- und Sozial-, Sport- und Bewegungs- und sogar die Arbeits- und Technikpsychologie, wobei man sich fragt: Geht es hier um eine eigene [[Psyche]] der Technik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Noch bunter ist das Bild in der [[Soziologie]]. Kaum ein Gegenstand der sozialen Welt, der noch nicht mit dem [[Anhängsel]] „Soziologie“ in den [[Rang]] einer eigenen wissenschaftlichen Teildisziplin erhoben worden wäre: (Familien-, Arbeits- und Industrie-, Rechts-, Medizin-, Verwaltungs- und Organisations, Wissens und [[Kultur]]- Politische - und Filmsoziologie bis hin zur Soziologie des [[Geschlecht]]erverhältnisses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Für meine eigene frühere [[Disziplin]] die [[Rechtswissenschaft]] könnte ich ihnen ebenfalls ein breites [[Spektrum]] an Teildisziplinen auflisten, das fast schon ans Skurrile grenzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Kaum anders ist das Bild in den so genannten exakten [[Naturwissenschaft]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Soweit es in allen [[Zweig]]en der Wissenschaft um [[menschlich]]e Erkenntnis geht, stehen alle immer auch vor der [[Frage]] nach dem [[Erkennung|erkennen]]den [[Subjekt]], dem Menschen und seinen [[Möglichkeit]]en und [[Grenze]]n der Erkenntnis. Das sind zentrale [[Fragestellung]]en u. a. der Philosophie, der [[Erkenntnistheorie]] und der Psychologie und neuerdings der [[Kognitionswissenschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Yoga geht es um Erkenntnis. Doch zielt Erkenntnis im Meditieren als der obersten [[Stufe]] des [[Yogaweg]]es vorrangig auf [[Selbsterkenntnis]] bzw. auf die Erkenntnis des [[Selbst|SELBST]] oder - in der [[Buddhismus|buddhistischen]] [[Begriff]]lichkeit - des [[Nichtselbst|NICHTSELBST]] als des [[Wesen]]s der [[Mensch|menschlichen]] [[Persönlichkeit]]. Nur in diesem [[Zusammenhang]] [[Richter|richtet]] sie sich auch auf die [[Gegenstand|gegenständliche]] Welt als dem [[Ort]] und [[Raum]] der menschlichen [[Existenz]] und [[Befindlichkeit]]. Deswegen haben große [[Meditation]]s[[meister]] aller [[Richtung]]en und [[Schule]]n immer wieder darauf [[Hineis|hingewiesen]], dass sie über die Erkenntnis des [[Mikrokosmos]] der menschlichen Persönlichkeit zugleich auch ein tiefes Wissen über den [[Makrokosmos]] [[Erlangung|erlangt]] haben, bzw. über das, was - mit Goethe - die Welt im Innersten [[Zusammenhalt|zusammenhält]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso wie in der Wissenschaft gibt es auch im Yoga und in allen anderen Schulen und [[Tradition]]en der Meditation einen [[Reichtum|reichen]] [[Schatz]] geschichtlich [[Anhäufung|aufgehäuften]] Wissens. Denn alle großen Meister haben ihre [[Erfahrung]]en und ihr im [[Zustand]] der Meditation [[Gewinn|gewonnenes]] Wissen der [[Nachwelt]] in [[Spiritualität|spirituellen]] [[Schrift]]en [[Überlieferung|überliefert]]. Einige dieser Schriften sind mehrere tausend Jahre alt, wie etwa die [[Veden]] und [[Upanishaden]] Indiens, die als die ältesten Schriften der [[Menschheit]] überhaupt gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser [[Beschreibung|beschreiben]]den Ebene sind also Wissenschaft und Meditation durchaus noch mit einander [[Vergleich|vergleichbar]]. Doch [[Deutung|deuten]] sich hier bereits [[Unterschied]]e in Bezug auf die Gegenstände und [[Methode]]n der Erkenntnis an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Unterschiede zwischen Wissenschaft und Yoga===&lt;br /&gt;
====Der Mensch als Objekt der Erkenntnis====&lt;br /&gt;
Im gängigen Wissenschaftsverständnis dienen den Wissenschaftlern die gegenständliche Welt und der Kosmos, aber auch die Menschen als Objekte ihrer Forschungen und zwar in der oben beschriebenen nach Fachdisziplinen parzellierten [[Weise]]. Der Wissenschaftler als das forschende Subjekt betrachtet also den Menschen als Objekt seines [[Bemühen]]s um Erkenntnis. Subjekt und Objekt der Erkenntnis sind hier [[Trennung|getrennt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem [[Übung]]s- und [[Erkenntnis]]weg des [[Yoga]] ist jeder nach Wissen [[Streben|strebende]] Mensch zugleich Subjekt und Objekt seines Bemühens um Erkenntnis. Die in der Wissenschaft übliche [[Trennung]] ist hier also aufgehoben. Dabei betrachtet sich der meditierende Mensch von vornherein in seiner ganzheitlichen Existenz als Wesen aus [[Körper]], [[Seele]] und [[Geist]] mit dem [[Atem]] als [[Bindeglied]] zwischen diesen Dreien und eingebettet in [[Natur]], [[Welt]] und [[Kosmos]] sowie in [[Gesellschaft|gesellschaftliche]] [[Zusammenhang|Zusammenhänge]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Instrumente und Methoden der Erkenntnis: [[Verstand]] und [[Objektivität]] versus [[Introspektion]] und [[Intuition]]====&lt;br /&gt;
Heutige Wissenschaft strebt nach überprüfbarem, objektivem Wissen und [[Meinung|meint]] dafür allein auf den Verstand setzen zu dürfen, auf die menschliche [[Ratio]]. Man kann diesen Zusammenhang auch so [[Formulierung|formulieren]]: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil heutige Wissenschaft ausschließlich auf Rationalität setzt, lässt sie nur solche Methoden als wissenschaftlich [[Geltung|gelten]], mit denen die Ergebnisse intersubjektiv überprüft werden können. Das ist zugleich der eigentliche [[Grund]] für die Zergliederung des in seiner Ganzheit lebenden Menschen in unterschiedliche Teilaspekte, die von gegeneinander [[Abgrenzung|abgegrenzten]] wissenschaftlichen Disziplinen je gesondert [[Untersuchung|untersucht]] werden. Mit diesen [[Verfahren]] [[Verbindung|verbinden]] Wissenschaftler die [[Hoffnung]], in der je getrennten Untersuchung des Zerteilten irgendwie einmal zur [[Rekonstruktion]] des Ganzen zu gelangen, die Teilerkenntnisse also wie in einem Puzzle zum Ganzen zusammensetzen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich aber gibt es auf kaum einem [[Gebiet]] heute noch einen Wissenschaftler, der sich umfassend in allen Zweigdisziplinen seines Fachs auskennt. Erst recht ist niemand mehr in der [[Lage]], alle Wissenschaften zu überschauen. Die [[Spezialisierung]] schreitet munter weiter voran und das [[Gegenmittel]] der „interdisziplinären [[Zusammenarbeit]]“ greift nur teilweise und langsam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Yoga und Meditation&#039;&#039;&#039; lehnen – so wie ich die [[Grundlage]]ntexte und die [[Nyaya]]-[[Philosophie]], eine der sieben Hauptschulen der indischen Philosophie verstehe - den [[Rationalität]] rationalen [[Weg]] der Erkenntnis durchaus nicht ab. Denn auch Meditierende leben in dieser Welt der [[Erscheinung]]en und [[Dualität]]en und darin benötigen wir Menschen den [[Verstand]], um uns [[Orientierung|orientieren]] und angemessen [[Handlung|handeln]] zu können. Doch wird den in der Wissenschaft bevorzugten [[Quantität|quantitativen]] und den schon scheel angesehe]en [[Qualität|qualitativen]] Erkenntnisverfahren in den Basistexten der [[Yogaphilosophie]] ein nur [[Begrenzung|begrenzter]] Erkenntniswert in Bezug auf die materielle Welt der Erscheinungen zugebilligt. Die großen Meister der Meditation halten dafür, dass auf diesem Wege weder das [[Wesen]] der Menschen [[Erkenntnis|erkannt]] werden kann noch das der Welt und des Kosmos. Denn das Wesen oder das [[Ganze]]] ist nicht etwa nur mehr, sondern etwas anderes als die [[Summe]] der Teile. Es kann nur in der [[Innenschau]] mittels [[Intuition]], nicht aber [[Rationalität|rational]] erfasst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb bedient sich &#039;&#039;&#039;Yoga&#039;&#039;&#039; der [[Systematik|systematischen]] Innenschau, der Introspektion, wenn man diesen Begriff nicht auf das verkürzt, was die „Introspektionisten“ des beginnenden 20. Jhs. darunter [[Verstand|verstanden]]. Im Yoga und in der Meditation werden Praktizierende systematisch [[Anleitung|angeleitet]], ihre [[Achtsamkeit]] nach innen zu richten und in der Innenschau die [[Kraft]] der Intuition zur [[Erlangung]] von Selbsterkenntnis und von [[Erkenntnis]]sen über die äußere Welt und ihre [[Befindlichkeit]] in ihr zu [[Nutzen|nutzen]]. In der Wissenschaft wird dagegen die Introspektion heute rundweg als unwissenschaftlich [[Ablehnung|abgelehnt]], weil sie angeblich keine [[Möglichkeit]] böte, [[Objektivität|objektive]] Erkenntnisse zu erlangen, die sich nach den gleichen Methoden durch andere überprüfen lassen. Dagegen ließe sich schon Folgendes einwenden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden mehrere Menschen nach den gleichen Methoden im Meditieren angeleitet, dann können mit einiger Übung – wie wir wissen - alle die gleichen oder vergleichbare Erfahrungen machen. Wäre das nicht mit gleichem Recht als intersubjektive Nachprüfung [[Anerkennung|anzuerkennen]] wie die [[Wiederholung]] einer qualitativen soziologischen oder psychologischen [[Studie]], in der sich die Forscher der teilnehmenden [[Beobachtung]] bedienen? Neuerdings aber wachsen mit wissenschaftlichen Methoden und Verfahren zur Untersuchung der [[Struktur]]en und [[Vorgang|Vorgänge]] im [[Gehirn]] die [[Chance]]n, mit allgemein [[Anerkennung|anerkannten]] wissenschaftlichen [[Verfahren]] wenigstens ansatzweise [[Darstellung|darzustellen]], wie sich Yoga und Meditation auf die [[Funktione]]n des Gehirns [[Auswirkung|auswirken]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Intuition]] wird von der Wissenschaft ebenfalls [[Abwehr|abgewehrt]] und kaum je in ihrer [[Bedeutung]] auch für die Wissenschaft anerkannt, geschweige denn im wissenschaftlichen [[Prozess]] systematisch genutzt. Dabei trägt sie zur [[Gewinnung]] wissenschaftlicher Erkenntnisse vielleicht sogar mehr und anderes bei als der [[Verstand]]. Nur wenige Wissenschaftler aber sind so [[Souveränität|souverän]] wie [[Albert Einstein]], sich [[Offenheit|offen]] zur Intuition als dem eigentlichen Vater ihrer [[Entdeckung]] zu [[Bekennung|bekennen]]. Einstein hat in einem Brief oder [[Gespräch]] einmal sinngemäß gesagt, dass ihm die Relativitätstheorie auf einem [[Spaziergang]] in den Bergen plötzlich aufgegangen sei. Nur um sie in [[Wort]]e zu fassen, habe er danach seinen Verstand [[Anstrengung|anstrengen]] müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die meisten Wissenschaftler mit der Intuition [[Probleme]] haben, so liegt das m. E. daran, dass sich, was sie sei, weder einfach [[Definition|definieren]] noch rational [[Erklärung|erklären]] lässt. Man mag sie als [[Unmittelbarkeit|unmittelbare]] [[Eingebung]] [[Beschreibung|beschreiben]] oder als das innere [[Aufleuchten]] einer [[Idee]], woher auch immer sie kommen mag. Wer je in seinem [[Leben]] bei welcher [[Gelegenheit]] auch immer eine solche Eingebung hatte, der weiß, dass sie sich mit aller Kraft des Verstandes aus ihrem [[Versteck]] nicht hervorlocken lässt. Im [[Gegenteil]]: je mehr wir den Verstand anstrengen, ein bestimmtes Problem zu [[Lösung|lösen]], desto mehr [[Schein|scheint]] sich die Lösung zu verbergen. Geben wir alle [[Anstrengung]] auf und legen eine [[Ruhe]]pause ein oder gehen wir erst einmal – wie Einstein – [[Spaziergang|spazieren]] oder auch [[Schlaf|schlafen]], so geschieht es nicht selten genug, oft auch am frühen [[Morgen]] kurz vor oder nach dem [[Aufstehen]], dass sich plötzlich ein [[Aha]]-[[Erlebnis]] einstellt und wir die [[Lösung]] [[Fund|gefunden]] haben. Diese [[Erfahrung]] hat – so [[Gedanke|denke]] ich - jeder von ihnen selbst schon gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Intuition entspringt ganz augenscheinlich einer anderen [[Quelle]] als das verstandesmäßige [[Denken]]. Sie leuchtet zumeist unangekündigt auf und woher sie kommt, ist eine [[Offenheit|offene]] Frage. Steigt sie aus unserem eigenen inneren [[Selbst]] auf oder wird sie uns von einer höheren, [[Gott|göttlichen]] [[Kraft]] außerhalb von uns eingegeben, oder von einem [[All]]-[[Bewusstsein]], das zugleich in uns und außerhalb von uns ist? Dazu mag sich jeder seine eigenen Gedanken machen. Besonders [[Intensität|intensiv]]  – so meine [[Erfahrung]] - macht sich Intuition bemerkbar, wenn ich in die [[Stille]] gehe und [[Meditation|meditiere]]. Sie ist daher für mich recht eigentlich ein Kind der Stille und der Meditation. Diese auf der Erfahrung beruhende [[Einsicht]] machen sich alle Wege der Meditation zunutze. Sie bedienen sich in systematischer Weise der Intuition als Quelle der Erkenntnis. Und daher [[Vermittlung|vermitteln]] alle Schulen den Menschen die [[Fähigkeit]], [[Willen|willentlich]] die [[Sinne]] von der äußeren Welt [[Rückzug|zurückzuziehen]] und in das [[Schweigen]] der [[Worte]] und der [[Gedanken]] zu gehen, und damit in jene Stille, die dem [[Denken]] vorausgeht und aus der allein die [[Stimme]] der Intuition zu uns zu [[Sprache|sprechen]] [[Beginn|beginnt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Neuere Tendenzen einer Annäherung von Wissenschaft und Meditation==&lt;br /&gt;
Alle [[Schule]]n des Yoga und der Meditation haben ihr Wissen [[Jahrhunderte]] lang wie eine Art [[Geheimlehre]] behandelt. Nur an [[speziell]] [[Vorbereitung|vorbereitete]] [[Einweihung|eingeweihte]] [[Schüler]] wurde das Wissen jeweils von einem [[Meister]] direkt [[Weitergabe|weiter gegeben]]. Nach und nach aber haben Yoga und Meditation in Indien einen [[Anerkennung|anerkannten]] [[Platz]] auch im wissenschaftlichen [[Bereich]] erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen [[Rückschritt]] gab es dann während der kolonialen [[Unterdrückung]] des Landes. Doch ist das Band zwischen Yoga und Wissenschaft in Indien nie völlig abgerissen. Nach dem [[Sieg]] der [[Unabhängigkeitsbewegung]] wurden die [[Bande]] in moderner [[Gestalt]] wieder [[Leben|belebt]] und nach und nach fester geknüpft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen gibt es einige vom [[Staat]] als [[Universität]]en anerkannte [[Yogahochschule]]n, in denen anders als in den üblichen [[Ashram]]s Yoga und Meditation nicht nur [[Unterricht|unterrichtet]] werden, sondern zugleich auch Gegenstände der [[Forschung]] sind, zum [[Beispiel]] die Yoga-Universität der [[Sivananda]] Tradition in [[Munger]] und das [[Swami]] [[Rama]] [[Yoga]] [[Gurukulam]] in [[Rishikesh]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Westen]] [[Beginn|begann]] sich erst seit dem 19. Jahrhundert nach und nach für Yoga und Meditation zu [Interesse|interessieren]]. Erste [[Bericht]]e über den Yoga gelangten durch [[Reisende]] und durch Verwaltungsbeamte der britischen [[Kolonialmacht]] in den Westen. [[Verstärkung|Verstärkt]] nahm das [[Interesse]] dann zu als die ersten großen [[Yogameister]] seit dem Ende des 19. Jahrhunderts in den Westen kamen und Yoga und Meditation hier zu [[Verbreitung|verbreiten]] begannen. Beide galten allerdings lange Zeit als zwei verschiedene [[Ding]]e. Yoga wurde mit Nachwirkungen bis heute [[Trennung|getrennt]] von der Meditation als eine Art von spezieller [[Gymnastik]] betrachtet und im [[Hatha Yoga]] verbreitet so unterrichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Weg des Yoga in den Westen begann gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Erst rund 70 Jahre später begann sich die Wissenschaft des Westens für Yoga und Meditation zu [[Interesse|interessieren]], anfangs vor allem in den USA. Nach und nach öffneten sich hier anerkannte große private Forschungsstätten, Kliniken und Universitätsinstitute für Forschungen über Yoga und Meditation. Dieser Prozess nahm in den siebziger Jahren des 20. Jhd. einen größeren Aufschwung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grob gesagt kann damit die wissenschaftliche Forschung über Yoga und Meditation in den [[USA]] heute auf eine [[Geschichte]] von ca. 35 Jahren zurückblicken. Doch sind bereits in dieser [[Relativität|relativ]] kurzen Zeit unzählige [[Studien]] von Psychologen und Medizinern über die präventiven [[Gesundheit|gesundheitlichen]] [[Wirkung]]en des Yoga und der Meditation durchgeführt worden. An großen [[Klinik]]en wie u. a. an der [[Herz]]spezialklinik von Dr. Dean [[Ornish]] wurden beide auch auf ihre [Therapie|therapeutischen]] Wirkungen hin [[Erprobung|erprobt]]. Die [[Ergebnis]]se dazu sind in vielen Begleituntersuchungen [[Dokumentation|dokumentiert]] worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit einiger [[Verzögerung]] schwappte das wissenschaftliche [[Interesse]] am Yoga dann seit dem Beginn der 80er Jahre nach [[Europa]] herüber, kam aber in Deutschland so ziemlich zuletzt an, nämlich erst Ende der 80er Jahre. Immerhin gibt es auch in Deutschland nun schon seit mehr als einem Jahrzehnt eine sich langsam [[Etablierung|etablierende]] [[Yogaforschung|Yoga]]- und  Meditationsforschung]]. Die erst im Juli 2000 gegründete [[Society]] for [[Meditation]] and Meditation [[Research]] hat bereits drei wissenschaftliche [[Kongress]]e durchgeführt bzw. mit [[Veranstaltung|veranstaltet]] (2001 in Heidelberg, 2002 in Bochum und 2004 in Köln). Dieser Kongress hier ist nun der vierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts gibt es weltweit ein stärker zunehmendes wissenschaftliches Interesse an Yoga und Meditation. In Bibliographien aus neuerer Zeit werden über 900 zumeist englischsprachige [[Empirik|empirische]] Studien und [[Theorie|theoretische]] Arbeiten [[Nachweis|nachgewiesen]] und zwar über 300 allein zum [[Thema]] [[Stress]]bewältigung durch [[Yoga]] und [[Meditation]]. Etwa gleich groß ist die Anzahl der [[Psychologie|psychologischen]] und [[Medizin|medizinischen]] Studien über Yoga für [[Kinder]] und [[Jugendliche]] und über Yoga und Meditation für alte [[Mensch]]en. Diese Bibliographien wurden in den USA erstellt und [[Erfassung|erfassen]] einigermaßen vollständig nur die englischsprachige [[Literatur]], nicht aber Studien in anderen [[Sprache]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stützten sich wissenschaftliche [[Untersuchung]]en anfangs zumeist auf die [[Befragung]] [[Praxis|Praktizierender]], auf psychologische [[Test]]s und auf andere relativ weiche [[Methode]]n der Untersuchung und [[Datenerhebung]], so hat die Forschung auf diesem Gebiet seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts einen qualitativen [[Sprung]] getan und so eine neue [[Stufe]] [erreichen|erreicht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[EEG]]-[[Verfahren]] zur [[Messung]] der Gehirnströme und Bild gebende Verfahren zur Untersuchung der [[Gehirnaktivitäten]] im [[Zustand]] der Meditation in Kernspingeräten erlauben zwar noch keinen [[Perfektionismus|perfekten]] [[Einblick]] in das, was im [[Gehirn]] Meditierender vorgeht. Sie lassen aber nach und nach immer deutlicher erkennen, dass Meditation gehirnphysiologische [[Wirkung]]en hat, die als erhöhte [[Geist|geistige]] [[Wachheit]] und [[Konzentration]] bei gleichzeitiger tiefster [[Entspannung]] zu deuten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist in meinen Worten eines der wichtigsten Ergebnisse einer noch nicht publizierten, aber schon zur [[Veröffentlichung]] angenommenen bibliographischen Studie von Cahn und Polich, zweier amerikanischer Wissenschaftler von der University of [[California]] und vom renommierten Scripps Research [[Institute]]. Die [[Autor]]en haben nahezu 350 neuere und neueste empirische Studien vergleichend [[Auswertung|ausgewertet]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein großer Teil davon gilt den im EEG und im Kernspin messbaren Wirkungen der Meditation auf die Aktivitäten des Gehirns. Die auch nur grob gekürzte [[Wiedergabe]] von [[Detail]]s ihrer Ergebnisse will ich den [[Fach]]wissenschaftlern überlassen, weil das zu sehr ins Fach[[spezifisch]]e geht, von dem andere hier im Saal, wie vor allem Ulrich Ott, der deutsche [[Spezialist]] auf diesem Gebiet der Forschung, mehr [[Verstand|verstehen]] als ich. Hier nur einige kurze [[Zitat]]e aus der [[Zusammenfassung]] in [[Übersetzung]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die klinische [[Anwendbar]]keit solcher Methoden der Meditation voran bringen zu können, sei &#039;&#039;„eine [[Fortsetzung]] derartiger Untersuchungen und die [[Vergleich|vergleichende]] [[Bewertung]] ihrer Ergebnisse notwendig.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Eine große Herausforderung für die [[Grundlage]]nforschung zur Meditation verbleibt die eindeutige quantitative Unterscheidung und [[Topographie|topographische]] [[Darstellung]] des Unterschieds zwischen Meditation und Zuständen beginnenden Tiefschlafs. (……..)“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Obwohl eine umfassende empirische und theoretische Grundlage noch fehlt, ist jedenfalls eindeutig, dass „die [[Funktion]]sweise des [[Zentrale|zentralen]] [[Nervensystem]]s durch Meditation [[Beeinflussung|beeinflusst]]“ wird. Der spezifische [[Nutzen]] meditativer Praktiken in [[Verbindung]] mit psychologischen und [[Neuropharmakologie|neuropharmakologischen]] [[Therapie]]n ist eine große [[Triebkraft]] für [[Zukunft|künftige]] Studien.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse solcher Studien sind auch in [[Öffentlichkeit|populär]]wissenschaftlichen [[Bericht]]en schon [[Verbreitung|verbreitet]] worden. So z. B. in dem [[Artikel]] „Die neuronale [[Erleuchtung]]“ von &#039;&#039;&#039;Ulrich Kraft&#039;&#039;&#039; in „Gehirn und Geist“ Heft 10 2005, S.12 ff. Selbst Tage[[zeitung]]en wie die Süddeutsche haben dieses Thema bereits aufgegriffen, SZ 68. Ausgabe, 2005 S.11 „Mönche in der Magnetröhre“ ebenfalls von &#039;&#039;&#039;Ulrich Kraft&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch an deutschen Universitäten gibt es inzwischen Wissenschaftler, die sich im [[Kontext]] von Forschungen über die Funktionsweise des Gehirns (wie z. B. über Neurokognition) für die Wirkungen der Meditation auf die Funktionen des Gehirns interessieren. Anstatt Meditationsforschung weiterhin pauschal abzulehnen und für Rufschädigung zu halten, nehmen sie Forschungen dazu auf und [[Betreuung|betreuen]] [[Diplom]]- und [[Doktor]]arbeiten zu dieser Thematik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Große Meditationsmeister, wie z. B. der [[Dalai Lama]] und Sri [[Swami]] [[Veda]] [[Bharati]], die beide in engem [[Austausch]] miteinander stehen, [[Unterstützung|unterstützen]] die [[Bemühung]]en der Wissenschaft. Sie stellen sich selbst für [[Untersuchung]]en der [[Zustand|Zustände]] ihres [[Bewusstsein]]s in der Meditation zur [[Verfügung]] und fordern ihre Schüler auf, das ebenfalls zu tun. Dieser [[Aufforderung]] bin ich in Bremen vor vier Wochen nachgekommen. Von hier aus möchte ich Meditierende aller [[Richtung]]en mit längeren [[Erfahrung]]en, aber auch Anfänger in der Meditation dringend bitten, sich im Interesse der an dieser Thematik arbeitenden Nachwuchswissenschaftler ebenfalls auf eine solche Untersuchung einzulassen. Für mich war es eine [[Erfahrung]], die mich auch ganz persönlich [[Bereicherung|bereichert]] und auf meinem [[Weg]] vorangebracht]] hat. Vor allzu großen [[Erwartung]]en in diese Forschungen – so denke ich - muss [[warnung|gewarnt]] werden. Die hier [[Präsenz|anwesend]]en Wissenschaftler, die schon jetzt an derartigen Studien arbeiten oder sie unterstützen, wissen besser als ich um die [[Möglichkeit]]en und [[Grenze]]n dessen, was auch mit den neuesten Apparaturen technisch machbar ist. Eines, so scheint mir, kann jetzt schon gesagt werden: Das Eigentliche, worum es der Meditation geht, die subjektive Erfahrung des [[Wille|willentlich]] herbeigeführten anderen, höheren [[Zustand]]s des Bewusstseins, wie immer man den in den [[Unterschied||unterschiedlichen]] Traditionen bezeichnen mag - [[Samadhi]] oder [[Satori]] oder [[Befreiung]] - wird für die Wissenschaftler ein [[Geheimnis]] bleiben. Was es subjektiv [[Bedeutung|bedeutet]], in den Zustand des Samadhi oder in die große [[Leere]] [einzutreten, diese Erfahrung erschließt sich nur dem, der die meditative [[Reise]] in das nahe liegende und dennoch unbekannte [[Innere]] antritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Eigene Erfahrung als Yogalehrer und Wissenschaftler==&lt;br /&gt;
Zusammenfassung meiner eigenen Erfahrungen in zwei Sätzen: Ich kann als Wissenschaftler Yoga betreiben und Yogalehrer sein, ohne mich von der Wissenschaft lossagen und meinen rationalen Verstand an der Garderobe abgeben zu müssen. Ich [[Gewinn|gewinne]] sogar etwas auch für die Wissenschaft [[Wichtiges]] hinzu: eine [[Verstärkung|verstärkte]] [[Intuition|intuitive]] Kraft, die in meinen Meditationen von Zeit zu Zeit mit kleineren oder größeren Erkenntnissen aufleuchtet! Der anfangs befürchtete [[Spagat]] ist für&lt;br /&gt;
mich inzwischen ein erträgliches Stehen auf beiden Beinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Persönlichem habe ich [[Beginn|begonnen]] und damit will ich schließen. Warum ich nach meiner [[Tumor]]operation den spirituellen Weg eingeschlagen habe und nicht wieder in die alten Geleise zurück geraten bin, wie man das immer wieder von Menschen nach ähnlich einschneidenden Erfahrungen hört, mag mit der folgenden Geschichte zusammenhängen. Sie deutet darauf hin, dass ich schon seit meiner Schulzeit auf dem spirituellen Weg war, ohne das selbst zu wissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Albrecht Haushofer, ein bedeutender Wissenschaftler und Dichter, den die Nazis wegen [[Zugehörigkeit]] zum [[Widerstand]] zum [[Tod]]e [[Verurteilung|verurteilt]] und in Moabit hingerichtet haben, hat in seiner [[Tod]]eszelle wunderbare Sonette geschrieben, darunter eines auf eine Mücke, die er im ersten [[Impuls]] erschlagen wollte, dann aber [[Ruhe|ruhig]] [[Beobachtung|beobachtete]], während sie sich von seinem [[Blut]] nährte. Die letzten Zeilen dieses Gedichts lauten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Wir sind ja beide, Mensch und Mücke, nichts als kleine Schatten eines großen Lichts“.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beeindruckt von diesem [[Gedicht]] habe ich als Schüler 1957 ein Jahr vor dem Abitur vom Spätherbst an täglich im Erdkundezimmer, das ich damals verwaltete, eine Mücke genährt. Beim ersten Mal habe ich meinen Finger unmerklich langsam an sie angenähert, bis sie aufsprang, [[Stich|stach]] und zu saugen begann. Als sie rundum gesättigt war, setzte sie sich wieder auf ihren [[Platz]] am Fenster und dort saß sie von da an immer, bis ich morgens kam und ihr wieder meinen [[Finger]] anbot. Am Tag vor den Weihnachtsferien habe ich sie mittags vor dem Verlassen der Schule noch einmal saugen lassen und als ich im Januar wieder in die Schule kann, lag sie tot auf dem Fensterbrett genau unter der Stelle, wo sie vergeblich auf meinen Finger gewartet haben mag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kann mir irgend jemand [[Erklärung|erklären]], warum ich von da an in meinem ganzen [[Leben]] von Mücken in den verschiedensten [[Nähe|nahen]] und [[Ferne|fernen]] [[Gegend]]en der [[Welt]] fast immer nur dann gestochen worden bin, und zwar selbst in den dicksten Schwärmen, wenn ich es ihnen angeboten oder mindestens [[Mentalität|mental]] [[Erlaubnis|erlaubt]] habe? Könnte das kausal mit meiner Blutspende an die Mücke in meiner Schulzeit zusammenhängen? Und um welche [[Art]] von [[Kausalität]] handelt es sich? Um eine im [[Sinne]] der Naturwissenschaft? Hat mein [[Handeln]] eine auf mich bezogene [[Genetik|genetische]] Stechhemmung in allen Mückenarten der Welt [[Wirkung|bewirkt]]? Oder folgen die Mücken einer Art [[Moral]][[kodex]], der ihnen [[Verbreitung|verbietet]], ohne [[Einwilligung]] das Blut von [[Wohltäter]]n der [[Spezies]] anzuzapfen? Oder hat meine Mücke damals [[Stellvertretung|stellvertretend]] für ihre Artgenossen einen [[Vertrag]] mit mir geschlossen, besiegelt mit meinem Blut, an den sich alle Mücken der Welt bis heute halten, weil sie anders als wir Menschen von [[Natur]] aus vertrags[[treu]] sind? Die wenigen [[Ausnahme]]n, die es auch gegeben hat, erkläre ich mir damit, dass mich diese Mücken irrtümlich für einen anderen [[Mensch]]en oder gar für ein [[Tier]] gehalten haben. Warum sollten sich nicht auch Mücken irren? Selbst Wissenschaftlern geht es ja oft nicht anders. Ist doch die [[Geschichte]] der Wissenschaft zugleich auch die Geschichte wissenschaftlicher Irrtümer. Leider sind nur wenige Wissenschaftler zu [[Lebzeiten]] so [[selbstkritisch]] wie jener in den Geschichten des weisen Brecht vom Herrn Keuner. Der antwortete auf die [[Frage]], was er tue: &#039;&#039;&amp;quot;Ich bereite gerade meinen nächsten [[Irrtum]] vor&amp;quot;!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Schlussentspannung]]: [[Atem]][[achtsamkeit]]&lt;br /&gt;
R. W.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sonstiges==&lt;br /&gt;
Vgl. auch  etwa:&lt;br /&gt;
[[Buddhismus]]:  zum Beispiel der [[Dalai Lama]], Yongey Mingyur Rinpoche oder [[Jack Kornfield]] erklären, dass der  bis zur heutigen [[Praxis]] weniger eine [[Religion]] als vielmehr eine Wissenschaft des Geistes ist: ...erprobt, hat überprüfbare ... Beschreibungen für menschliches Empfinden und Verhalten;  konkrete Übungen und Techniken zur [[psychotherapie|Überwindung]] vieler menschlicher Konflikte und Sorgen. Damit überbrückt der Buddhismus die oft als schmerzlich empfundene Kluft zwischen Wissenschaft und Religion, zwischen Innovation und alter Überlieferung. ..&lt;br /&gt;
[[Albert Einstein]]: wenn  Religion - mit den Erfordernissen der modernen Wissenschaft vereinbar -  er (B.)Carl Friedrich von Weizsäcker stellte sich en Zukunftsmenschen als ein Individuum vor, in dem christliche [[Psychotherapie|Ethik, wissenschaftliches Denken und die buddhistischen Stärken]] integriert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein eventuelles Beispiel: Sogenannte [[Nonne]]nstudien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;In Amerika (..)  600 Nonnen eines katholischen Ordens (gaben..)  ihr Gehirn der Wissenschaft. Die Schwestern wurden im regelmäßigen Abstand (und) die Hirne nach dem [[Tod]] untersucht. Da gab es Nonnen, die waren blitzgescheit bis zu ihrem Tod und hatten doch Gehirnveränderungen, die auf ein schwerstes Alzheimer-Stadium hindeuteten. Das Gleiche sehen wir bei Parkinson.&amp;quot;   Trotz der objektiven [[Messung]] (posthum): sie waren  gesund geblieben. Wahrscheinlich schützten ein regelmäßiger Tagesablauf mit [[Zeit]] für ein geradezu [[heilig]]es [[mehr]] im [[Kloster]] ohne [[fernsehen|Informationsfluten]]; und auch [[Mittelmaß|maßvolle]] [[körper]]liche Bewegung, gesunde [[Ernährung]] ohne  zu [[Nikotin|rauchen]], [[Singen]]... (vgl wikipgenauer / zu belegen / eigener Artikel vielleicht):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Wissenschaftliche Studien]]&lt;br /&gt;
* [[Kunst]]: [http://mein.yoga-vidya.de/video/om-namo-nayanaya-geschichte]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p42_Die-Wissenschaft-des-Pranayama/ Swami Sivananda: Die Wissenschaft des Pranayama]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p208_Bleep---What-the-Bleep-do-we--now--/ Bleep - What the Bleep do we (k)now!]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/ayurveda/ Ayurveda - die Wissenschaft vom Leben]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/center/haus-bad-meinberg/yoga/was-ist-yoga/ Was ist Yoga?]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/wissenschaft/ Yoga als universelle Wissenschaft]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Buch/Wissenschaft/science00.htm Online Buch: Yoga als eine universelle Wissenschaft]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/yogatherapie/lesestoff/wissenschaftl-arbeiten/ Wissenschaftliche Arbeiten]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/service/presse/pressemitteilungen/detailansicht/article/forschungspreis-fuer-meditation-bei-yoga-vidya-in-bad-meinberg-vergeben/ Forschungspreis für Meditation bei Yoga Vidya]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/tag/wissenschaftliche-arbeiten/ Wissenschaftliche Arbeiten - Highlights]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/yogatherapie/lesestoff/artikel/ Yoga im Spiegel der Wissenschaft]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/interessengebiet/yoga-und-meditation-einfuehrung/ Yoga und Meditation Einführung]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Multimedia==&lt;br /&gt;
===Thomas Hübl: Inner Science - Die Wissenschaft des Erwachens===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|pAYAbtDRxfg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vortrag von Sukadev: &amp;quot;Braucht Yoga die Wissenschaft&amp;quot;?===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|1Qu4nRajEfg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vortrag: Meditation in naturwissenschaftlicher Forschung===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|UC6Xozp03Tc}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Quantenaktivist===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|kGbiR2MORYw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Weitere Gedanken zum Thema====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039;&#039;   erweitert das [[Vidya|Wissen]] durch methodische Forschung  nach neuen Erkenntnissen. [[Statistik|Statistische]] Tabellen gehen immer mehr in [[Messung|Einzelheiten]] der [[Psychologie]] beispielsweise, fort von ganzheitlicher [[Erfahrung|Praxis]] -  das   unterscheidet sich von [[Weisheit]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dogmatische Lehrsätze, womöglich  an  &amp;quot;die Erde ist eine Fläche&amp;quot; [[glauben]] zu sollen, sind sowieso [[Eignung|etwas anderes]]... verglichen mit  [[sinn]]voller [[Tradition]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemein gibt es in der [[Wirkungsforschung]] [[logos|viele Ursachen zugleich]], von denen oft schon eine wirkt... Menschen sind sehr unterschiedlich etc... Indes:  [[Wirkungen des Yoga]] und der [[Meditation]] lassen sich auch [[Wissenschaftliche Studien|beforschen]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vgl.: &amp;quot;&#039;&#039;Altes Wissen schafft neue Wissenschaft&#039;&#039;: Erkenntnisse [[mode]]rner &#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; stützen und bestätigen das intuitive [[Erfahrung]]swissen der alten [[Yogi]]s  [[mehr]] und mehr:  Kongress 11/2011 [https://www.yoga-vidya.de/events/yoga-kongress/]&amp;quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;&amp;quot;Wissenschaft hilft gegen [[Scharlatan|Aberglauben]] und etwa Schwermetall-Gifte [[Mode|früher]] in [[Ayurveda]] Heilmitteln (...) Und nach einiger [[Zeit]] wirken viele Forschungsergebnisse wieder [[Fahrender yogi|überholt]].&amp;quot; [[Zitat]] provisorisch ungenau, hier ab zu tippen: [ http://mein.yoga-vidya.de/video/satsang-vom-yoga-kongress-2011-bei-yoga-vidya-bad-meinberg]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
.....&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwa teilnehmender Beobachtung[http://de.wikipedia.org/wiki/Teilnehmende_Beobachtung] oder auch ethnologischen Studien-Reportagen  wie denen der Margaret Mead  wird von   der  &#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; oft  zu wenig [[Distanz]] vorgeworfen. Große Zahlen - wie auch im [[Breitensport]] - sind etwas anderes...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ein möglicher Satz dazu: &lt;br /&gt;
::&#039;&#039;Wo kriege ich mehr (Anhänger) statt was ist richtig; so sind auch [[Öffentlichkeit|Umfrageergebnisse]] über was man tut etc. kein in sich Maßstab für das [[Wahrheit|Wahre]] und das Richtige, wie man lebt&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Unterschied zwischen Wünschenswertem, auch wenn &#039;&#039;wissenschaft&#039;&#039;lich belegt - und trotzdem evtl. ganz abweichender [[Praxis]] (erforschen): die Kluft...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch [[Binsenwahrheit|Binsenwahr]]:  die Naturwissenschaften werten gern die anderen  mit  so vielschichtigen  Gegenstandsbereichen wie  [[Seele]],   [[Tradition]]...als Müll&#039;&#039;wissenschaften&#039;&#039; / zweiter Klasse ab, u. a. weil Handlungswissen für Märkte fehlt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indes: Gerade auch die [[Bhagavadgita]] wird u.a. &amp;quot;&#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; des Lebens&amp;quot; genannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Swami]] [[Sivananda]] beschreibt &#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; im [[Fliegender Yogi|technischen]] [[Zeit]]alter auch geradezu mit [[Distanz]].  und: &amp;quot;&#039;&#039;7. Schulbildung ist unvollständig, solange sie nicht einführt zu vermitteln, dass Wissen unbegrenzt ist.&#039;&#039;&amp;quot; ([[Göttliches Elexier]], 9)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere mögliche [[Zitat]]e: &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;ein [[tor|Schlüssel]] jenseits all unseres angehäuften [[Vidya|Wissen]]s und der vielen Worte, die uns den Blick auf uns selbst und die Welt eher verstellen als erhellen.&amp;quot; (Hempel, [[Reclam Verlag]] [[Zen]]-[[Yoga]], S. 10)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;Es gibt eine berühmte Unterweisung in der [[Zen]]-[[Tradition]], in der ein Schüler nach dem [[Mond]] fragt. Ein Zweig wird benutzt, um auf ihn zu zeigen, und die Lehre warnt uns, den Zweig nicht mit dem Mond zu verwechseln. Das Problem [[bibliotherapie|mit den Worten]] ist, dass sie Zweige sind – sie können nie der Mond sein. Im besten Fall sind sie [[Sundaram|wunderschöne]] Zweige, die die Form, das [[Licht]] oder die Herrlichkeit des Mondes beschreiben und es unseren Augen erlauben, ihn direkt anzusehen. Im schlimmsten Fall sind sie weitverzweigte Äste, die sich in viele Richtungen ausbreiten und uns noch mehr durcheinanderbringen. &lt;br /&gt;
&amp;quot;S. 9 hier:  [http://theseus-verlag.de/Verlage/Theseus/Theseus-Top-10-Bestseller/Schatten-auf-dem-Pfad.html]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Studien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga und Wissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sutra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Wissenschaft&amp;diff=46760</id>
		<title>Wissenschaft</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Wissenschaft&amp;diff=46760"/>
		<updated>2013-02-27T08:07:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sutra: /* 1. Blick: Yoga und Wissenschaft. */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Wissenschaft und Yoga - gegensätzliche Welten?==&lt;br /&gt;
Artikel von R. W., erschienen im Yoga Vidya Journal Nr. 15, Frühjahr 2006. Entstanden aus einer Niederschrift eines Vortrags bei einem Kongress „[[Yoga]] und [[Meditation]]“ bei Yoga Vidya Bad Meinberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemeldet habe ich mich zu diesem Kongress mit dem Angebot, in einem Workshop oder Arbeitskreis von meinen persönlichen [[Erfahrung]]en als [[Wissenschaft]]ler und [[Yogalehrer]] zu berichten. Als ich mich dann im Kongressprogramm unversehens als Redner für den Eröffnungsvortrag wieder fand, schien mir, dass dafür ein lockeres Plaudern über meine Erfahrungen nicht ganz angemessen sei. Deshalb müssen sie sich nun einen Vortrag zumuten lassen. Um diese [[Zumutung]] aber in [[Grenze]]n zu halten, werde ich mehrfach eine Denkpause einlegen. Dann haben sie und ich [[Gelegenheit]], uns kurz zu [[Sammlung|sammeln]] und die Eingangsübung zu wiederholen. Beginnen will ich mit dem, was angekündigt war und nun in den Untertitel gerutscht ist: dem Biographischen. Es folgen dann vier Blicke auf das [[Thema]]. Als erstes will ich zeigen, dass Wissenschaftler, vor allem in Deutschland, Yoga und Meditation ganz verbreitet für etwas [[Irrationalität|Irrationales]] und damit Unwissenschaftliches halten. Als zweites werde ich auf begründete [[Zweifel]] eingehen, die in der neueren philosophischen [[Diskussion]] an der vermeintlichen [[Rationalität]] der Wissenschaft vorgebracht worden sind. Als zweites will ich aus meiner Sicht [[Gemeinsamkeit]]en und Unterschiede im Verhältnis von Yoga und Wissenschaft aufzeigen. Als viertes schließlich möchte ich von einigen neueren [[Entwicklung]]en im Verhältnis von Wissenschaft und Yoga berichten. Sie lassen darauf hoffen, dass sich westliche Wissenschaft und östliche [[Weisheit]]slehren und Meditationsschulen allmählich doch für einander öffnen und zu einem wechselseitig [[Fruchtbarkeit|fruchtbaren]] [[Austausch]] gelangen könnten. Ein noch winziger [[Hoffnung]]sschimmer ist die „Society for Meditation and Meditation Research“, die diesen Kongress mit veranstaltet. Die [[Widerstand|Widerstände]] gegen einen [[Wandel]] sind freilich stark und der [[Weg]], sie zu [[Überwindung|überwinden]] wird lang und [[Beschwerlichkeit|beschwerlich]] sein. Machen wir uns da nichts vor!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Nun aber erst zum Persönlichen===&lt;br /&gt;
Von 1974 bis zur Pensionierung im Februar 2003 habe ich an der Uni Bremen [[Arbeit]]srecht gelehrt. Mit nur einer längeren [[Unterbrechung]] bin ich meinen [[Aufgabe]]n in [[Forschung]] und [[Lehre]] nach besten [[Kräfte]]n nachgekommen. Schon seit meiner [[Student]]enzeit habe ich mich der [[Politik|politischen Linken zugeordnet, jedoch ohne [[Bindung]] an eine Partei. Seit 1972 bin ich Gewerkschaftsmitglied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weltanschaulich hielt ich mich bis in mein 50stes Lebensjahr für einen am Marxismus orientierten [[Atheist]]en, war aber eher ein nicht ganz [[Unglaube|ungläubiger]] Nichtchrist. Wenn ich noch während meiner Lehrtätigkeit in den neunziger Jahren Yogalehrer wurde und zwar in der [[Spiritualität|spirituellen]] [[Tradition]] der[[ Meister]] des [[Himalaya]]s, so hat das mit der bereits erwähnten [[Unterbrechung]] zu tun und die war durch eine einschneidende [[Lebenskrise]] [[Zwang|erzwungen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Mitte meines 50. Lebensjahrs brach die Fassade des linken und dennoch durchaus [[Erfolg|erfolgreichen Akademikers schlagartig zusammen. Meine [[Ehe]] war längst [[Bruch|zerbrochen]]. Die [[Hoffnung]]en, sie wieder kitten zu können, zerschlugen sich endgültig im Juli 1988, als ich kurz vor einer geplanten Forschungsreise nach Japan auch [[Körper|körperlich]] und [[Psyche|psychisch]] zusammenbrach: [[Diagnose]] Gehirntumor. Vor und während der 4 Std. dauernden [[Operation]] hatte mein [[Leben]] - wie mir der operierende [[Arzt]] später sagte - an einem seidenen [[Faden]] gehangen. Diese [[Erfahrung]] [[fordern|forderte]] einige Tage nach der OP meinen [[Lebensmut]] heraus und führte noch in der [[Klinik]] zu dem [[Entschluss]], mich und mein Leben von [[Grund]] auf zu [[ändern]]. Schon ab Februar 1989 besuchte ich [[Yogakurs]]e und [[praktizieren|praktizierte]] täglich morgens eine Stunde lang oder auch länger [[Yogaübung]]en. Daneben hätten sie mich damals in [[Therapie|psychotherapeutischen]] [[Sitzung]]en und als zumeist einzige männliche [[Teilnehmer]]in in einer Frauentanzgruppe und beim Tango Argentino treffen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ich nach der erzwungenen [[Pause]], körperlich noch gezeichnet, meine [[Tätigkeit]] an der [[Uni]] wieder [[Aufnehme|aufnahm]], merkte ich schon bald an den [[Blick]]en meiner Kolleginnen und [[Kollege]]n, dass sie mich mindestens für wunderlich, wenn nicht gar für leicht [[Anormalität|anormal]] hielten, für einen mit einem Dachschaden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einige meiner Kollegen war das [[Maß]] dann offenbar voll, als sich folgendes ereignete: vom Bremer Regionalfernsehen wurde ich für einen gesundheitspolitischen [[Beitrag]] um ein [[Interview]] zu der [[Frage]] [[gebeten]], wie sich mein Leben durch [[Krankheit]] und [[Operation]] [[Veränderung|verändert]] habe. Dieses Interview wurde auf meinen [[Vorschlag]] nach einer kurzen [[Sequenz|Tanzsequenz]] im Kreise meiner Frauengruppe aufgezeichnet und war sehr kurz. Denn ich sagte sinngemäß eigentlich nur, dass ich - wie man ja sehen könne - meine [[Lebenszeit]] jetzt anders und intensiver [[Nutzen|nutze]] und mir meine [[Arbeit]] nicht mehr das Wichtigste im Leben sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vermutlich in [[Reaktion]] auf dieses Interview fragte einer meiner Jurakollegen bei einer auf [[Gesundheitswissenschaft]] [[Spezialisation|spezialisiert]]en Kollegin an, ob noch [[Normalität|normal]] sei, was ich da triebe. Die Kollegin, die mich gut kannte, [[Information|informierte]] mich, ohne den [[Name]]n zu nennen. Sie hatte ihm gesagt, er solle mich selbst [[Frage|fragen]]. Ich weiß bis heute nicht, wer es war und auch nicht was ich [[Antwort|geantwortet]] hätte, habe aber von da an in meinem [[Fachbereich]] [[Friheit|frei]] nach dem [[Motto]] gelebt: &amp;quot;Ist der [[Ruf]] erst ruiniert…..&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach ca. zwei Jahren der [[Yogapraxis]] [[Entschluss|entschloss]] ich mich, eine [[Ausbildung]] zum [[Yogalehrer]] [[Aufnahme|aufzunehmen]]. Zu dieser [[Zeit]] war trotz erster positiver [[Erfahrung]]en auch in meinem [[Kopf]] noch die [[Sperre]], dass es sich beim Yoga um etwas Irrationales handele. Vor allem die Meditation hielt ich für [[Unvereinbarkeit|unvereinbar]] mit meiner [[Verpflichtung]] auf die wissenschaftliche Rationalität. Wie würde ich den [[Spagat]] zwischen diesen beiden [[Gegensatz|gegensätzlichen]] Welten aushalten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dieser bangen Frage fuhr ich im Februar 1992 in das erste Ausbildungswochenende am &amp;quot;[[Himalaya Institut]] für [[Yogawissenschaft]] und [[Philosophie]]&amp;quot;. Wegen dieses Namens meinte ich, mit meinen [[Zweifel]]n hier am besten aufgehoben zu sein. Schon am ersten [[Tag]] [[Erfüllung|erfüllte]] sich meine [[Erwartung]] voll. Bis heute [[Begleitung|begleitet]] mich seitdem die [[Botschaft]] des Ausbildungs[[leiter]]s, Wolfgang Bischoff. Er begann zwar seinen [[Einführung]]s[[vortrag]] mit einem für mich damals noch befremdlichen [[Sprechgesang]], einem [[Mantra]], befremdlich, weil ich da das Irrationale des Yoga auf mich zukommen sah, doch schloss er den Vortrag mit den [[Wort]]en: &amp;quot;Glaub mir kein Wort, [[Zweifel|bezweifle]] alles, was ich sage, aber mach die Übungen, die ich dir empfehle und überprüfe selbst!&amp;quot; Das entsprach voll meinem Credo als Wissenschaftler! In Ahrensburg lernte ich nicht nur Yoga-Übungen und erste Meditationen, sondern erhielt auch [[Kenntnis]]se über die indische Philosophie, vor allem über die Yoga-, [[Sankhya|Samkhya]]- und [[Vedanta]]philosophie. Hinzu kamen Anstöße, auch über Grundfragen von Wissenschaft und Philosophie des Westens nachzudenken, die mich seit meinem [[Studium]] kaum noch [[Beschäftigung|beschäftigt]] hatten. Vor allem [[Bewegung|bewegte]] mich die Frage: Was eigentlich ist Wissenschaft? Da war ich nun viele Jahre beruflich als Wissenschaftler tätig gewesen, aber kaum je war mir diese Frage in den [[Sinn]] gekommen oder gestellt worden. Nun konnte und wollte ich sie nicht länger [[Verdrängung|verdrängen]]. Damit bin ich über das Persönliche des Unterthemas beim [[Sachlichkeit|Sachlichen]] und beim [[Thema]] angekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wissenschaft und Yoga – gegensätzliche Welten?===&lt;br /&gt;
Dazu zwei Vor[[bemerkung]]en:&lt;br /&gt;
1. Soweit im Folgenden von Yoga die [[Rede]] ist, meint das für mein [[Verständnis]] immer auch die Meditation in einer [[denkbar]] breiten Palette von Übungs[[methode]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
n. Denn Yoga [[zielen|zielt]] – das muss ich hier nicht [[näher]] [[ausführen]] - in allen seinen [[Teile]]n [[letztlich]] auf die Meditation als der [[oberste]]n [[Stufe]] des achtstufigen Weges nach [[Patanjali]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seinem [[Yogasutra|Yoga Sutra]] zufolge [[dienen]] die [[körperlich]]en [[Übung]]en (Asanas) nur dem [[Zweck]], Menschen auf die Meditation [[vorbereiten|vorzubereiten]]. Sie sollen [[befähigen|befähigt]] werden, über eine längere Zeit im [[aufrecht]]en [[Sitz]] zu [[meditieren]], ohne durch körperliche und [[mental]]e [[Störung]]en [[ablenken|abgelenkt]] zu werden. Dem [[gleich]]en [[Zweck]] dienen die Übungen mit dem [[Atem]] und der [[Lebensenergie]] ([[Pranayama]]) und das [[Zurückziehen]] der [[Sinne]] von den [[Objekt]]en der [[äußere]]n Welt ([[pratyahara]]). Wegen der [[zentral]]en [[Rolle]] der Meditation im Yoga nach Patanjali prägte mein [[Lehrer]], [[Sri]] [[Swami]] [[Rama]], einer der [[bedeutend]]sten [[Yogi]]s des vorigen Jahrhunderts, die [[Definition]]: „Yoga is meditation in action“ zu dt. „Yoga ist Meditation im [[Handeln]]“ oder auch „ist [[Achtsamkeit]] im Handeln“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Unmittelbar beziehen sich meine [[Ausführung]]en zwar nur auf den Yoga. Doch stehen sie für das [[Verhältnis]] der Wissenschaft zu anderen [[spirituell]]en [[Lehre]]n und Meditationspraktiken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1. Blick: Yoga und Wissenschaft.===&lt;br /&gt;
Auf den ersten [[Blick]] [[scheinen|scheint]] es aus der [[Perspektive]] beider – des Yoga wie der Wissenschaft - keine einander fremderen Welten zu geben als eben diese beiden. Wie suspekt vielen Wissenschaftlern alle östlichen Weisheitslehren und alles ist, was mit Meditation zusammenhängt, mag folgendes [[Zitat]] aus dem philosophischen Beitrag eines Professors der Paläobiologie und Geologie belegen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Heute tauchen vereinzelt [[Missionar]]e des Irrationalen in der [[Ethnologie]] und [[Anthropologie]] auf, kann in der Philosophie die Ablehnung der reinen, der [[wissenschaftlich]]en [[Ratio]] zu einem Plädoyer für die Einbeziehung der [[Mystik]] und Meditation (…) werden. Selbst in den auf [[nüchtern]]e [[Sachlichkeit]] so [[bedacht]]en [[Naturwissenschaften]] sägen heute einige dem Irrationalen Zuneigende eifrigst am eigenen Ast. Nicht zuletzt eine Reihe von Physikern, die sich (…) in den Irrgarten ostasiatischer Mystik oder in [[parapsychologisch|parapsychologische]], dubiose Winkel verirrt haben!“&#039;&#039; 1*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Anmerkungen zu dieser Textstelle [[erfahren]] wir, was und wen er damit u. a. meint: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Gewisse Abschnitte in C. F. Weizsäcker: Der [[Garten]] des [[Menschlich]]en.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sollte sich der große [[Physiker]] und [[Philosoph]] von Weizsäcker [[wirklich]] ins Irrationale verirrt haben? Genügt als [[Beleg]] dafür, dass Weizsäcker u. a. Vorworte zu zwei spirituellen Büchern geschrieben, ein Interview über seine Meditationserfahrungen gegeben und beides in seinem Buch [[veröffentlichen|veröffentlicht]] hat? Dieser [[Angriff]] richtet sich nicht nur gegen von Weizsäcker, sondern gegen mehrere ebenfalls [[namentlich]] [[nennen|genannte]] Wissenschaftler wie z. B. &#039;&#039;Fritjof Capra&#039;&#039;. Vor den [[Auge]]n unseres Gewährsmannes tut sich offenbar ein großer [[Sumpf]] an Irrationalität auf, in dem die von ihm [[vertreten]]e [[Lehre]], rein rationale Wissenschaft zu [[versinken]] [[drohen|droht]]. Eine Satire möchte man [[schreiben]], wenn die [[Sache]] nicht [[ernst]] wäre. Denn diese Äußerungen stehen stellvertretend für das [[Denken]] vieler Wissenschaftler, die das nur nicht so dankenswert [[offen]] und [[deutlich]] sagen. Meine eigenen Erfahrungen belegen das. Yogis und Meditierende aller [[Traditionen]] haben aber – wenn ich [[recht]] sehe - ihrerseits ein mindestens [[distanzieren|distanziertes]] [[Verhältnis]] zur anderen [[Seite]], zur Wissenschaft. Diese Distanz scheint in den Erfahrungen und in der [[Einstellung]] Meditierender zu [[wurzeln]]: &#039;&#039;„Ich weiß, welche Erfahrungen ich im Meditieren mache und ich weiß auch, dass ich weiß oder dass ich nichts [[wissen|weiß]]. Das [[brauchen|brauche]] ich mir doch von einem Wissenschaftler nicht auch noch bescheinigen zu [[lassen]].“&#039;&#039; [[verkennen|Verkannt]] wird dabei die gesellschaftliche Bedeutung von Wissenschaft für die Akzeptanz und damit auch für die Verbreitung der Meditation und anderer spiritueller Praktiken in breiten [[Kreise]]n der [[Bevölkerung]], die wir dafür [[gewinnen]] wollen. Verkannt wird dabei auch, wie [[wichtig]] die wissenschaftliche [[Akzeptanz]] in unseren 1* Heinrich Karl Erben, Episteme, Mythos und [[human]]e [[Zukunft]] in: Lenk, H. (Hg.) Zur [[Kritik]] der wissenschaftlichen [[Vernunft]], 1986 Breiten ist, um etwa die Anerkennung von Meditation als wirksame Gesundheits[[prävention]] oder gar als [[Heilverfahren]] zu [[erlangen]], mit der [[Folge]], dass gegebenenfalls die Kassen für die Kosten ihrer [[klinisch]]en und [[therapeutisch]]en [[Anwendung]] aufzukommen hätten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2. Blick: Kritik der wissenschaftlichen Vernunft===&lt;br /&gt;
Unter diesem Titel [[Veröffentlichung|veröffentlichte]] Kurt Hübner 1977, damals [[Professor]] für Philosophie an der [[Universität]] Kiel, ein umfängliches philosophisches [[Werk]]. Darin weist er [[Stütze|gestützt]] auf [[Analyse]]n anscheinend rein rationaler [[Argumentation]]en der [[Mathematik]] und auf wissenschaftliche Methoden und [[Ergebnis]]se der Geschichtswissenschaft nach, wie unhaltbar die zumeist ungeprüfte [[Annahme]] ist, dass in der Wissenschaft [[Ausschließlichkeit|ausschließlich]] und allein das [[Prinzip]] der Rationalität [[Regierung|regiere]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hübner bezieht sich auf die griechische [[Mythologie]], aus der heraus sich heutige Philosophie und Wissenschaft überhaupt erst [[Entwicklung|entwickelt]] haben und in der er eine eigene Rationalität ausmacht. Im [[Vergleich]] dazu verdeutlicht er, wie stark rational nicht begründbare [[Element]]e selbst noch die heutige Wissenschaft [[Prägung|prägen]]. Umfängliche Zitate aus Hübners Werk will ich ihnen und mir ersparen. Die können sie in der gedruckten ausführlicheren [[Fassung]] nachlesen. Hier nur zwei Zitate aus Hübners [[Schlussfolgerung]] am Ende seiner [[Gründlichkeit|gründlichen]] [[Analyse]]: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Nichts wäre (….) falscher, als dem Mythos, wie das oft geschieht, Irrationalität zu [[Unterstellung|unterstellen]], dem die Wissenschaft als etwas Rationales entgegentritt.“ An späterer [[Stelle]] der [[Zusammenfassung]] schreibt Hübner: Es gibt (….) keinen [[Theorie|theoretisch]] [[Zwang|zwingenden]] [[Grund]] [[Annahme|anzunehmen]], dass alle Welt mythische Sichtweisen als solche, (.....) ins Reich des [[Märchen]]s [[Verbannung|verbannen]] muss, wenn sie nicht (…..) den [[Verstand]] [[Verlust|verlieren]] will.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer H. gewidmeten Festschrift „Zur [[Kritik]] der wissenschaftlichen Rationalität“ (1986) haben sich mehrere Philosophen seiner Kritik angeschlossen und seine [[Argumentation]] in die eine oder andere [[Richtung]] ausgebaut. Für [[Nachweis]]e und Zitate [[Verweis|verweise]] ich sie ebenfalls auf die schriftliche Fassung. So schreibt Kockelmans, ein amerikanischer Philosophieprofessor, mit [[Bezug]] auf die [[Sozialwissenschaft]] u. a.: Man sollte s. E. erkennen, „dass es mythische [[Dimensionen]] sowohl in der Wissenschaft als auch in der Philosophie gibt.“ &#039;&#039;In der Wissenschaft erblickt er sie - ganz ähnlich wie Hübner - in „tief eingewurzelten Überzeugungen (…), für die (bis jetzt) keine rationale [[Rechtfertigung]] gegeben worden ist“.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Hübner noch zwischen Wissenschaft und Mythos [[Klarheit|klar]] [[Unterscheidung|unterscheidet]] und nur [[Vergleichbarkeit|Vergleichbares]] in beiden ausmacht, geht MacCormac, ein Wissenschaftstheoretiker aus den USA, noch einen [[Schritt]] weiter. Er behauptet, dass bestimmte vermeintlich wissenschaftlich bewiesene [[Tatsache]]n selbst eine Art Mythos sind. Wissenschaftler bedienen sich nämlich zur [[Erklärung]] und [[Deutung]] ihrer [[Befund]]e nicht selten „grundlegender [[Metapher]]n“. Gemeint sind damit bildhaft [[Beschreibung|beschreibende]] [[Vergleich]]e, wie etwa das [[Bild]] vom [[Urknall]] als dem [[Beginn]] der [[Entstehung]] des [[Kosmos]]: Wodurch [[Unterscheidung|unterscheidet]] sich diese von den Wissenschaftlern als [[Tatsache]] [[Betrachtung|betrachtete]] und [[Verbreitung|verbreitete]] [[Theorie]] vom [[Urknall]] eigentlich noch von den vielen mythischen und [[Religion|religiösen]] [[Erklärung]]en, etwa dem der [[Bibel]]:&#039;&#039; „Am [[Anfang]] war das [[Wort]] …“&#039;&#039;, wofür auch gesagt werden kann: Am Anfang war der [[Laut]], oder war die [[Schwingung]] oder war die Idee, die zur Schwingung und zum Wort oder auch zum Knall wurde. Nun mag man hier einwenden: dass bei &#039;&#039;Hübner&#039;&#039; und den anderen Autoren nur vom Mythos die Rede ist, nicht aber von der Mystik, der Meditation, und von östlichen Weisheitslehren. Wichtig sind die im Vergleich zum Mythos vorgetragenen Zweifel am [[Ausschließlichkeitsanspruch]] der Wissenschaft auf [[Rationalität]] vor allem deshalb, weil in der wissenschaftlichen Kritik an [[Meinung|vermeintlich]] irrationalen Lehren Mythos und Meditation in einen Topf geworfen werden. Dafür erinnere ich an das obige Zitat aus dem Beitrag des Paläobiologen, der ja ausdrücklich auch die Meditation dem [[Verdacht]] der Irrationalität [[Unterstellung|unterstellt]] hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===3. Blick: Was ist Wissenschaft? Was haben Yoga und Meditation mit ihr gemeinsam? Worin unterscheiden sie sich von Wissenschaft?===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Was ist Wissenschaft====&lt;br /&gt;
„Wissenschaft“ - so das dtv-Lexikon - ist &#039;&#039;„der [[Inbegriff]] des durch [[Forschung]], [[Lehre]], und überlieferte [[Literatur]] [[Bildung|gebildeten]], [[Ordnung|geordneten]], [[Begründung|begründeten]], für gesichert erachteten [[Wissen]]s einer [[Zeit]]; auch die für seinen [[Erwerb]] typische, [[Methode|methodisch]]-[[Systematik|systematische]] Forschungs- und [[Erkenntnis]]arbeit, sowie ihr [[Organisation|organisatorisch]]-[[Institut|institutioneller]] Rahmen“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser [[Begriff]] ist mit dem [[Bezug]] auf das „Wissen einer Zeit“ zeitlos gültig. Er lässt selbst noch die von [[Kirche]] und [[Klerus]] [[Dogma|dogmatisierten]] mittelalterlichen Lehren über die [[Welt]] und den [[Kosmos]] als Wissenschaft gelten. Denn auch das war das „Wissen einer Zeit“ [[Gewinn|gewonnen]] durch die damals „typische systematische [[Erkenntnis]]arbeit“ der [[Bibelexegese]] und der Dogmatisierung von [[Bibel|biblischen]] [[Text]]stellen. Auch diese Erkenntnisarbeit war eingebunden in einen „organisatorisch- institutionellen [[Rahmen]]“, wie ihn eben die damalige [[Kirche]] mit ihren [[Priesterseminar]]en und [[Kloster|Klöstern]] bot. Da wäre es ein Leichtes, das [[Studium]] und die [[Weitergabe]] des [[Yoga]] und der ihm zugrunde liegenden [[Basis]]texte der klassischen indischen [[Philosophie]] in den zahlreichen indischen Ashrams und außerindischen [[Yogalehrer]]-[[Ausbildung]]s[[Zentrum|zentren]] ebenfalls unter dem oben [[Zitat|zitierten]][[ Begriff]] von Wissenschaft zu fassen. So [[Einfachheit|einfach]] will ich es ihnen und mir nicht machen. Denn sicher würden wir in der heutigen [[Situation]] beiden nicht [[Gerechtigkeit|gerecht]], wollten wir Wissenschaft und Yoga ohne weitere [[Umstand|Umstände]] gleichsetzen! Fragen wir also weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Was ist Wissenschaft heute? Was haben Yoga und Meditation mit heutiger Wissenschaft gemein und was [[unterscheiden|unterscheidet]] sie voneinander?====&lt;br /&gt;
Heutige Wissenschaft umfasst das systematische [[Bemühung|Bemühen]] um [[Objektivität|objektive]] [[Erkenntnis]] bzw. inter[[Subjektivität|subjektiv]] nachprüfbares Wissen. Als objektiv und nachprüfbar gilt dabei nur, was unter gleichen [[Bedingung]]en von anderen [[Forscher]]n nachgeprüft werden kann. Ferner umfasst auch heutige Wissenschaft alles, was als [[Ergebnis]] dieses Bemühens an [[Geschichte|geschichtlich]] aufgehäuftem Wissen bereit liegt. Hinsichtlich ihrer [[Gegenstand|Gegenstände]] [[Beziehung|bezieht]] sie sich mit dem [[Streben]] nach Erkenntnis auf das [[gesamt]]e [[Spektrum]] der [[Gegenständlichkeit|gegenständlichen]], mit den [[Sinne]]n [[Wahrnehmung|wahrnehmbaren]] Welt. Dazu gehört auch der Mensch als Teil dieser Welt. [[Zerlegung|Zerlegt]] in kleine und kleinste Teilaspekte betrachtet Wissenschaft diese Gegenstände in zahlreichen Zweig- und Unterdisziplinen. Wie stark vielfach fraktioniert Wissenschaft heute ist, will ich nur an einigen [[Beispiel]]en verdeutlichen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. In der Medizin gibt es heute fast schon für jedes [[Organ]], jedes [[Krankheit]]sbild und jeden [[Körperteil]] darauf [[Spezialisierung|spezialisierte]] [[Medizin|medizinische]] Teildisziplin. (Anästhesie, [[Allergologie]],[[ HNO]], [[Kardiologie]], [[Nephrologie]], [[Onkologie]], [[Proktologie]] usw. ) Werfen sie dafür einmal nur einen Blick in die [[Ärztetafel]] im Telefonbuch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. In der [[Psychologie]] [[begegnen]] uns u. a. die Allgemeine, die Entwicklungs-, Familien- und Sozial-, Sport- und Bewegungs- und sogar die Arbeits- und Technikpsychologie, wobei man sich fragt: Geht es hier um eine eigene [[Psyche]] der Technik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Noch bunter ist das Bild in der [[Soziologie]]. Kaum ein Gegenstand der sozialen Welt, der noch nicht mit dem [[Anhängsel]] „Soziologie“ in den [[Rang]] einer eigenen wissenschaftlichen Teildisziplin erhoben worden wäre: (Familien-, Arbeits- und Industrie-, Rechts-, Medizin-, Verwaltungs- und Organisations, Wissens und [[Kultur]]- Politische - und Filmsoziologie bis hin zur Soziologie des [[Geschlecht]]erverhältnisses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Für meine eigene frühere [[Disziplin]] die [[Rechtswissenschaft]] könnte ich ihnen ebenfalls ein breites [[Spektrum]] an Teildisziplinen auflisten, das fast schon ans Skurrile grenzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Kaum anders ist das Bild in den so genannten exakten [[Naturwissenschaft]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Soweit es in allen [[Zweig]]en der Wissenschaft um [[menschlich]]e Erkenntnis geht, stehen alle immer auch vor der [[Frage]] nach dem [[Erkennung|erkennen]]den [[Subjekt]], dem Menschen und seinen [[Möglichkeit]]en und [[Grenze]]n der Erkenntnis. Das sind zentrale [[Fragestellung]]en u. a. der Philosophie, der [[Erkenntnistheorie]] und der Psychologie und neuerdings der [[Kognitionswissenschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Yoga geht es um Erkenntnis. Doch zielt Erkenntnis im Meditieren als der obersten [[Stufe]] des [[Yogaweg]]es vorrangig auf [[Selbsterkenntnis]] bzw. auf die Erkenntnis des [[Selbst|SELBST]] oder - in der [[Buddhismus|buddhistischen]] [[Begriff]]lichkeit - des [[Nichtselbst|NICHTSELBST]] als des [[Wesen]]s der [[Mensch|menschlichen]] [[Persönlichkeit]]. Nur in diesem [[Zusammenhang]] [[Richter|richtet]] sie sich auch auf die [[Gegenstand|gegenständliche]] Welt als dem [[Ort]] und [[Raum]] der menschlichen [[Existenz]] und [[Befindlichkeit]]. Deswegen haben große [[Meditation]]s[[meister]] aller [[Richtung]]en und [[Schule]]n immer wieder darauf [[Hineis|hingewiesen]], dass sie über die Erkenntnis des [[Mikrokosmos]] der menschlichen Persönlichkeit zugleich auch ein tiefes Wissen über den [[Makrokosmos]] [[Erlangung|erlangt]] haben, bzw. über das, was - mit Goethe - die Welt im Innersten [[Zusammenhalt|zusammenhält]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso wie in der Wissenschaft gibt es auch im Yoga und in allen anderen Schulen und [[Tradition]]en der Meditation einen [[Reichtum|reichen]] [[Schatz]] geschichtlich [[Anhäufung|aufgehäuften]] Wissens. Denn alle großen Meister haben ihre [[Erfahrung]]en und ihr im [[Zustand]] der Meditation [[Gewinn|gewonnenes]] Wissen der [[Nachwelt]] in [[Spiritualität|spirituellen]] [[Schrift]]en [[Überlieferung|überliefert]]. Einige dieser Schriften sind mehrere tausend Jahre alt, wie etwa die [[Veden]] und [[Upanishaden]] Indiens, die als die ältesten Schriften der [[Menschheit]] überhaupt gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser [[Beschreibung|beschreiben]]den Ebene sind also Wissenschaft und Meditation durchaus noch mit einander [[Vergleich|vergleichbar]]. Doch [[Deutung|deuten]] sich hier bereits [[Unterschied]]e in Bezug auf die Gegenstände und [[Methode]]n der Erkenntnis an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Unterschiede zwischen Wissenschaft und Yoga===&lt;br /&gt;
====Der Mensch als Objekt der Erkenntnis====&lt;br /&gt;
Im gängigen Wissenschaftsverständnis dienen den Wissenschaftlern die gegenständliche Welt und der Kosmos, aber auch die Menschen als Objekte ihrer Forschungen und zwar in der oben beschriebenen nach Fachdisziplinen parzellierten [[Weise]]. Der Wissenschaftler als das forschende Subjekt betrachtet also den Menschen als Objekt seines [[Bemühen]]s um Erkenntnis. Subjekt und Objekt der Erkenntnis sind hier [[Trennung|getrennt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem [[Übung]]s- und [[Erkenntnis]]weg des [[Yoga]] ist jeder nach Wissen [[Streben|strebende]] Mensch zugleich Subjekt und Objekt seines Bemühens um Erkenntnis. Die in der Wissenschaft übliche [[Trennung]] ist hier also aufgehoben. Dabei betrachtet sich der meditierende Mensch von vornherein in seiner ganzheitlichen Existenz als Wesen aus [[Körper]], [[Seele]] und [[Geist]] mit dem [[Atem]] als [[Bindeglied]] zwischen diesen Dreien und eingebettet in [[Natur]], [[Welt]] und [[Kosmos]] sowie in [[Gesellschaft|gesellschaftliche]] [[Zusammenhang|Zusammenhänge]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Instrumente und Methoden der Erkenntnis: [[Verstand]] und [[Objektivität]] versus [[Introspektion]] und [[Intuition]]====&lt;br /&gt;
Heutige Wissenschaft strebt nach überprüfbarem, objektivem Wissen und [[Meinung|meint]] dafür allein auf den Verstand setzen zu dürfen, auf die menschliche [[Ratio]]. Man kann diesen Zusammenhang auch so [[Formulierung|formulieren]]: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil heutige Wissenschaft ausschließlich auf Rationalität setzt, lässt sie nur solche Methoden als wissenschaftlich [[Geltung|gelten]], mit denen die Ergebnisse intersubjektiv überprüft werden können. Das ist zugleich der eigentliche [[Grund]] für die Zergliederung des in seiner Ganzheit lebenden Menschen in unterschiedliche Teilaspekte, die von gegeneinander [[Abgrenzung|abgegrenzten]] wissenschaftlichen Disziplinen je gesondert [[Untersuchung|untersucht]] werden. Mit diesen [[Verfahren]] [[Verbindung|verbinden]] Wissenschaftler die [[Hoffnung]], in der je getrennten Untersuchung des Zerteilten irgendwie einmal zur [[Rekonstruktion]] des Ganzen zu gelangen, die Teilerkenntnisse also wie in einem Puzzle zum Ganzen zusammensetzen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich aber gibt es auf kaum einem [[Gebiet]] heute noch einen Wissenschaftler, der sich umfassend in allen Zweigdisziplinen seines Fachs auskennt. Erst recht ist niemand mehr in der [[Lage]], alle Wissenschaften zu überschauen. Die [[Spezialisierung]] schreitet munter weiter voran und das [[Gegenmittel]] der „interdisziplinären [[Zusammenarbeit]]“ greift nur teilweise und langsam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Yoga und Meditation&#039;&#039;&#039; lehnen – so wie ich die [[Grundlage]]ntexte und die [[Nyaya]]-[[Philosophie]], eine der sieben Hauptschulen der indischen Philosophie verstehe - den [[Rationalität]] rationalen [[Weg]] der Erkenntnis durchaus nicht ab. Denn auch Meditierende leben in dieser Welt der [[Erscheinung]]en und [[Dualität]]en und darin benötigen wir Menschen den [[Verstand]], um uns [[Orientierung|orientieren]] und angemessen [[Handlung|handeln]] zu können. Doch wird den in der Wissenschaft bevorzugten [[Quantität|quantitativen]] und den schon scheel angesehe]en [[Qualität|qualitativen]] Erkenntnisverfahren in den Basistexten der [[Yogaphilosophie]] ein nur [[Begrenzung|begrenzter]] Erkenntniswert in Bezug auf die materielle Welt der Erscheinungen zugebilligt. Die großen Meister der Meditation halten dafür, dass auf diesem Wege weder das [[Wesen]] der Menschen [[Erkenntnis|erkannt]] werden kann noch das der Welt und des Kosmos. Denn das Wesen oder das [[Ganze]]] ist nicht etwa nur mehr, sondern etwas anderes als die [[Summe]] der Teile. Es kann nur in der [[Innenschau]] mittels [[Intuition]], nicht aber [[Rationalität|rational]] erfasst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb bedient sich &#039;&#039;&#039;Yoga&#039;&#039;&#039; der [[Systematik|systematischen]] Innenschau, der Introspektion, wenn man diesen Begriff nicht auf das verkürzt, was die „Introspektionisten“ des beginnenden 20. Jhs. darunter [[Verstand|verstanden]]. Im Yoga und in der Meditation werden Praktizierende systematisch [[Anleitung|angeleitet]], ihre [[Achtsamkeit]] nach innen zu richten und in der Innenschau die [[Kraft]] der Intuition zur [[Erlangung]] von Selbsterkenntnis und von [[Erkenntnis]]sen über die äußere Welt und ihre [[Befindlichkeit]] in ihr zu [[Nutzen|nutzen]]. In der Wissenschaft wird dagegen die Introspektion heute rundweg als unwissenschaftlich [[Ablehnung|abgelehnt]], weil sie angeblich keine [[Möglichkeit]] böte, [[Objektivität|objektive]] Erkenntnisse zu erlangen, die sich nach den gleichen Methoden durch andere überprüfen lassen. Dagegen ließe sich schon Folgendes einwenden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden mehrere Menschen nach den gleichen Methoden im Meditieren angeleitet, dann können mit einiger Übung – wie wir wissen - alle die gleichen oder vergleichbare Erfahrungen machen. Wäre das nicht mit gleichem Recht als intersubjektive Nachprüfung [[Anerkennung|anzuerkennen]] wie die [[Wiederholung]] einer qualitativen soziologischen oder psychologischen [[Studie]], in der sich die Forscher der teilnehmenden [[Beobachtung]] bedienen? Neuerdings aber wachsen mit wissenschaftlichen Methoden und Verfahren zur Untersuchung der [[Struktur]]en und [[Vorgang|Vorgänge]] im [[Gehirn]] die [[Chance]]n, mit allgemein [[Anerkennung|anerkannten]] wissenschaftlichen [[Verfahren]] wenigstens ansatzweise [[Darstellung|darzustellen]], wie sich Yoga und Meditation auf die [[Funktione]]n des Gehirns [[Auswirkung|auswirken]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Intuition]] wird von der Wissenschaft ebenfalls [[Abwehr|abgewehrt]] und kaum je in ihrer [[Bedeutung]] auch für die Wissenschaft anerkannt, geschweige denn im wissenschaftlichen [[Prozess]] systematisch genutzt. Dabei trägt sie zur [[Gewinnung]] wissenschaftlicher Erkenntnisse vielleicht sogar mehr und anderes bei als der [[Verstand]]. Nur wenige Wissenschaftler aber sind so [[Souveränität|souverän]] wie [[Albert Einstein]], sich [[Offenheit|offen]] zur Intuition als dem eigentlichen Vater ihrer [[Entdeckung]] zu [[Bekennung|bekennen]]. Einstein hat in einem Brief oder [[Gespräch]] einmal sinngemäß gesagt, dass ihm die Relativitätstheorie auf einem [[Spaziergang]] in den Bergen plötzlich aufgegangen sei. Nur um sie in [[Wort]]e zu fassen, habe er danach seinen Verstand [[Anstrengung|anstrengen]] müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die meisten Wissenschaftler mit der Intuition [[Probleme]] haben, so liegt das m. E. daran, dass sich, was sie sei, weder einfach [[Definition|definieren]] noch rational [[Erklärung|erklären]] lässt. Man mag sie als [[Unmittelbarkeit|unmittelbare]] [[Eingebung]] [[Beschreibung|beschreiben]] oder als das innere [[Aufleuchten]] einer [[Idee]], woher auch immer sie kommen mag. Wer je in seinem [[Leben]] bei welcher [[Gelegenheit]] auch immer eine solche Eingebung hatte, der weiß, dass sie sich mit aller Kraft des Verstandes aus ihrem [[Versteck]] nicht hervorlocken lässt. Im [[Gegenteil]]: je mehr wir den Verstand anstrengen, ein bestimmtes Problem zu [[Lösung|lösen]], desto mehr [[Schein|scheint]] sich die Lösung zu verbergen. Geben wir alle [[Anstrengung]] auf und legen eine [[Ruhe]]pause ein oder gehen wir erst einmal – wie Einstein – [[Spaziergang|spazieren]] oder auch [[Schlaf|schlafen]], so geschieht es nicht selten genug, oft auch am frühen [[Morgen]] kurz vor oder nach dem [[Aufstehen]], dass sich plötzlich ein [[Aha]]-[[Erlebnis]] einstellt und wir die [[Lösung]] [[Fund|gefunden]] haben. Diese [[Erfahrung]] hat – so [[Gedanke|denke]] ich - jeder von ihnen selbst schon gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Intuition entspringt ganz augenscheinlich einer anderen [[Quelle]] als das verstandesmäßige [[Denken]]. Sie leuchtet zumeist unangekündigt auf und woher sie kommt, ist eine [[Offenheit|offene]] Frage. Steigt sie aus unserem eigenen inneren [[Selbst]] auf oder wird sie uns von einer höheren, [[Gott|göttlichen]] [[Kraft]] außerhalb von uns eingegeben, oder von einem [[All]]-[[Bewusstsein]], das zugleich in uns und außerhalb von uns ist? Dazu mag sich jeder seine eigenen Gedanken machen. Besonders [[Intensität|intensiv]]  – so meine [[Erfahrung]] - macht sich Intuition bemerkbar, wenn ich in die [[Stille]] gehe und [[Meditation|meditiere]]. Sie ist daher für mich recht eigentlich ein Kind der Stille und der Meditation. Diese auf der Erfahrung beruhende [[Einsicht]] machen sich alle Wege der Meditation zunutze. Sie bedienen sich in systematischer Weise der Intuition als Quelle der Erkenntnis. Und daher [[Vermittlung|vermitteln]] alle Schulen den Menschen die [[Fähigkeit]], [[Willen|willentlich]] die [[Sinne]] von der äußeren Welt [[Rückzug|zurückzuziehen]] und in das [[Schweigen]] der [[Worte]] und der [[Gedanken]] zu gehen, und damit in jene Stille, die dem [[Denken]] vorausgeht und aus der allein die [[Stimme]] der Intuition zu uns zu [[Sprache|sprechen]] [[Beginn|beginnt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Neuere Tendenzen einer Annäherung von Wissenschaft und Meditation==&lt;br /&gt;
Alle [[Schule]]n des Yoga und der Meditation haben ihr Wissen [[Jahrhunderte]] lang wie eine Art [[Geheimlehre]] behandelt. Nur an [[speziell]] [[Vorbereitung|vorbereitete]] [[Einweihung|eingeweihte]] [[Schüler]] wurde das Wissen jeweils von einem [[Meister]] direkt [[Weitergabe|weiter gegeben]]. Nach und nach aber haben Yoga und Meditation in Indien einen [[Anerkennung|anerkannten]] [[Platz]] auch im wissenschaftlichen [[Bereich]] erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen [[Rückschritt]] gab es dann während der kolonialen [[Unterdrückung]] des Landes. Doch ist das Band zwischen Yoga und Wissenschaft in Indien nie völlig abgerissen. Nach dem [[Sieg]] der [[Unabhängigkeitsbewegung]] wurden die [[Bande]] in moderner [[Gestalt]] wieder [[Leben|belebt]] und nach und nach fester geknüpft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen gibt es einige vom [[Staat]] als [[Universität]]en anerkannte [[Yogahochschule]]n, in denen anders als in den üblichen [[Ashram]]s Yoga und Meditation nicht nur [[Unterricht|unterrichtet]] werden, sondern zugleich auch Gegenstände der [[Forschung]] sind, zum [[Beispiel]] die Yoga-Universität der [[Sivananda]] Tradition in [[Munger]] und das [[Swami]] [[Rama]] [[Yoga]] [[Gurukulam]] in [[Rishikesh]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Westen]] [[Beginn|begann]] sich erst seit dem 19. Jahrhundert nach und nach für Yoga und Meditation zu [Interesse|interessieren]]. Erste [[Bericht]]e über den Yoga gelangten durch [[Reisende]] und durch Verwaltungsbeamte der britischen [[Kolonialmacht]] in den Westen. [[Verstärkung|Verstärkt]] nahm das [[Interesse]] dann zu als die ersten großen [[Yogameister]] seit dem Ende des 19. Jahrhunderts in den Westen kamen und Yoga und Meditation hier zu [[Verbreitung|verbreiten]] begannen. Beide galten allerdings lange Zeit als zwei verschiedene [[Ding]]e. Yoga wurde mit Nachwirkungen bis heute [[Trennung|getrennt]] von der Meditation als eine Art von spezieller [[Gymnastik]] betrachtet und im [[Hatha Yoga]] verbreitet so unterrichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Weg des Yoga in den Westen begann gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Erst rund 70 Jahre später begann sich die Wissenschaft des Westens für Yoga und Meditation zu [[Interesse|interessieren]], anfangs vor allem in den USA. Nach und nach öffneten sich hier anerkannte große private Forschungsstätten, Kliniken und Universitätsinstitute für Forschungen über Yoga und Meditation. Dieser Prozess nahm in den siebziger Jahren des 20. Jhd. einen größeren Aufschwung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grob gesagt kann damit die wissenschaftliche Forschung über Yoga und Meditation in den [[USA]] heute auf eine [[Geschichte]] von ca. 35 Jahren zurückblicken. Doch sind bereits in dieser [[Relativität|relativ]] kurzen Zeit unzählige [[Studien]] von Psychologen und Medizinern über die präventiven [[Gesundheit|gesundheitlichen]] [[Wirkung]]en des Yoga und der Meditation durchgeführt worden. An großen [[Klinik]]en wie u. a. an der [[Herz]]spezialklinik von Dr. Dean [[Ornish]] wurden beide auch auf ihre [Therapie|therapeutischen]] Wirkungen hin [[Erprobung|erprobt]]. Die [[Ergebnis]]se dazu sind in vielen Begleituntersuchungen [[Dokumentation|dokumentiert]] worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit einiger [[Verzögerung]] schwappte das wissenschaftliche [[Interesse]] am Yoga dann seit dem Beginn der 80er Jahre nach [[Europa]] herüber, kam aber in Deutschland so ziemlich zuletzt an, nämlich erst Ende der 80er Jahre. Immerhin gibt es auch in Deutschland nun schon seit mehr als einem Jahrzehnt eine sich langsam [[Etablierung|etablierende]] [[Yogaforschung|Yoga]]- und  Meditationsforschung]]. Die erst im Juli 2000 gegründete [[Society]] for [[Meditation]] and Meditation [[Research]] hat bereits drei wissenschaftliche [[Kongress]]e durchgeführt bzw. mit [[Veranstaltung|veranstaltet]] (2001 in Heidelberg, 2002 in Bochum und 2004 in Köln). Dieser Kongress hier ist nun der vierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts gibt es weltweit ein stärker zunehmendes wissenschaftliches Interesse an Yoga und Meditation. In Bibliographien aus neuerer Zeit werden über 900 zumeist englischsprachige [[Empirik|empirische]] Studien und [[Theorie|theoretische]] Arbeiten [[Nachweis|nachgewiesen]] und zwar über 300 allein zum [[Thema]] [[Stress]]bewältigung durch [[Yoga]] und [[Meditation]]. Etwa gleich groß ist die Anzahl der [[Psychologie|psychologischen]] und [[Medizin|medizinischen]] Studien über Yoga für [[Kinder]] und [[Jugendliche]] und über Yoga und Meditation für alte [[Mensch]]en. Diese Bibliographien wurden in den USA erstellt und [[Erfassung|erfassen]] einigermaßen vollständig nur die englischsprachige [[Literatur]], nicht aber Studien in anderen [[Sprache]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stützten sich wissenschaftliche [[Untersuchung]]en anfangs zumeist auf die [[Befragung]] [[Praxis|Praktizierender]], auf psychologische [[Test]]s und auf andere relativ weiche [[Methode]]n der Untersuchung und [[Datenerhebung]], so hat die Forschung auf diesem Gebiet seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts einen qualitativen [[Sprung]] getan und so eine neue [[Stufe]] [erreichen|erreicht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[EEG]]-[[Verfahren]] zur [[Messung]] der Gehirnströme und Bild gebende Verfahren zur Untersuchung der [[Gehirnaktivitäten]] im [[Zustand]] der Meditation in Kernspingeräten erlauben zwar noch keinen [[Perfektionismus|perfekten]] [[Einblick]] in das, was im [[Gehirn]] Meditierender vorgeht. Sie lassen aber nach und nach immer deutlicher erkennen, dass Meditation gehirnphysiologische [[Wirkung]]en hat, die als erhöhte [[Geist|geistige]] [[Wachheit]] und [[Konzentration]] bei gleichzeitiger tiefster [[Entspannung]] zu deuten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist in meinen Worten eines der wichtigsten Ergebnisse einer noch nicht publizierten, aber schon zur [[Veröffentlichung]] angenommenen bibliographischen Studie von Cahn und Polich, zweier amerikanischer Wissenschaftler von der University of [[California]] und vom renommierten Scripps Research [[Institute]]. Die [[Autor]]en haben nahezu 350 neuere und neueste empirische Studien vergleichend [[Auswertung|ausgewertet]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein großer Teil davon gilt den im EEG und im Kernspin messbaren Wirkungen der Meditation auf die Aktivitäten des Gehirns. Die auch nur grob gekürzte [[Wiedergabe]] von [[Detail]]s ihrer Ergebnisse will ich den [[Fach]]wissenschaftlern überlassen, weil das zu sehr ins Fach[[spezifisch]]e geht, von dem andere hier im Saal, wie vor allem Ulrich Ott, der deutsche [[Spezialist]] auf diesem Gebiet der Forschung, mehr [[Verstand|verstehen]] als ich. Hier nur einige kurze [[Zitat]]e aus der [[Zusammenfassung]] in [[Übersetzung]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die klinische [[Anwendbar]]keit solcher Methoden der Meditation voran bringen zu können, sei &#039;&#039;„eine [[Fortsetzung]] derartiger Untersuchungen und die [[Vergleich|vergleichende]] [[Bewertung]] ihrer Ergebnisse notwendig.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Eine große Herausforderung für die [[Grundlage]]nforschung zur Meditation verbleibt die eindeutige quantitative Unterscheidung und [[Topographie|topographische]] [[Darstellung]] des Unterschieds zwischen Meditation und Zuständen beginnenden Tiefschlafs. (……..)“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Obwohl eine umfassende empirische und theoretische Grundlage noch fehlt, ist jedenfalls eindeutig, dass „die [[Funktion]]sweise des [[Zentrale|zentralen]] [[Nervensystem]]s durch Meditation [[Beeinflussung|beeinflusst]]“ wird. Der spezifische [[Nutzen]] meditativer Praktiken in [[Verbindung]] mit psychologischen und [[Neuropharmakologie|neuropharmakologischen]] [[Therapie]]n ist eine große [[Triebkraft]] für [[Zukunft|künftige]] Studien.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse solcher Studien sind auch in [[Öffentlichkeit|populär]]wissenschaftlichen [[Bericht]]en schon [[Verbreitung|verbreitet]] worden. So z. B. in dem [[Artikel]] „Die neuronale [[Erleuchtung]]“ von &#039;&#039;&#039;Ulrich Kraft&#039;&#039;&#039; in „Gehirn und Geist“ Heft 10 2005, S.12 ff. Selbst Tage[[zeitung]]en wie die Süddeutsche haben dieses Thema bereits aufgegriffen, SZ 68. Ausgabe, 2005 S.11 „Mönche in der Magnetröhre“ ebenfalls von &#039;&#039;&#039;Ulrich Kraft&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch an deutschen Universitäten gibt es inzwischen Wissenschaftler, die sich im [[Kontext]] von Forschungen über die Funktionsweise des Gehirns (wie z. B. über Neurokognition) für die Wirkungen der Meditation auf die Funktionen des Gehirns interessieren. Anstatt Meditationsforschung weiterhin pauschal abzulehnen und für Rufschädigung zu halten, nehmen sie Forschungen dazu auf und [[Betreuung|betreuen]] [[Diplom]]- und [[Doktor]]arbeiten zu dieser Thematik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Große Meditationsmeister, wie z. B. der [[Dalai Lama]] und Sri [[Swami]] [[Veda]] [[Bharati]], die beide in engem [[Austausch]] miteinander stehen, [[Unterstützung|unterstützen]] die [[Bemühung]]en der Wissenschaft. Sie stellen sich selbst für [[Untersuchung]]en der [[Zustand|Zustände]] ihres [[Bewusstsein]]s in der Meditation zur [[Verfügung]] und fordern ihre Schüler auf, das ebenfalls zu tun. Dieser [[Aufforderung]] bin ich in Bremen vor vier Wochen nachgekommen. Von hier aus möchte ich Meditierende aller [[Richtung]]en mit längeren [[Erfahrung]]en, aber auch Anfänger in der Meditation dringend bitten, sich im Interesse der an dieser Thematik arbeitenden Nachwuchswissenschaftler ebenfalls auf eine solche Untersuchung einzulassen. Für mich war es eine [[Erfahrung]], die mich auch ganz persönlich [[Bereicherung|bereichert]] und auf meinem [[Weg]] vorangebracht]] hat. Vor allzu großen [[Erwartung]]en in diese Forschungen – so denke ich - muss [[warnung|gewarnt]] werden. Die hier [[Präsenz|anwesend]]en Wissenschaftler, die schon jetzt an derartigen Studien arbeiten oder sie unterstützen, wissen besser als ich um die [[Möglichkeit]]en und [[Grenze]]n dessen, was auch mit den neuesten Apparaturen technisch machbar ist. Eines, so scheint mir, kann jetzt schon gesagt werden: Das Eigentliche, worum es der Meditation geht, die subjektive Erfahrung des [[Wille|willentlich]] herbeigeführten anderen, höheren [[Zustand]]s des Bewusstseins, wie immer man den in den [[Unterschied||unterschiedlichen]] Traditionen bezeichnen mag - [[Samadhi]] oder [[Satori]] oder [[Befreiung]] - wird für die Wissenschaftler ein [[Geheimnis]] bleiben. Was es subjektiv [[Bedeutung|bedeutet]], in den Zustand des Samadhi oder in die große [[Leere]] [einzutreten, diese Erfahrung erschließt sich nur dem, der die meditative [[Reise]] in das nahe liegende und dennoch unbekannte [[Innere]] antritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Eigene Erfahrung als Yogalehrer und Wissenschaftler==&lt;br /&gt;
Zusammenfassung meiner eigenen Erfahrungen in zwei Sätzen: Ich kann als Wissenschaftler Yoga betreiben und Yogalehrer sein, ohne mich von der Wissenschaft lossagen und meinen rationalen Verstand an der Garderobe abgeben zu müssen. Ich [[Gewinn|gewinne]] sogar etwas auch für die Wissenschaft [[Wichtiges]] hinzu: eine [[Verstärkung|verstärkte]] [[Intuition|intuitive]] Kraft, die in meinen Meditationen von Zeit zu Zeit mit kleineren oder größeren Erkenntnissen aufleuchtet! Der anfangs befürchtete [[Spagat]] ist für&lt;br /&gt;
mich inzwischen ein erträgliches Stehen auf beiden Beinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Persönlichem habe ich [[Beginn|begonnen]] und damit will ich schließen. Warum ich nach meiner [[Tumor]]operation den spirituellen Weg eingeschlagen habe und nicht wieder in die alten Geleise zurück geraten bin, wie man das immer wieder von Menschen nach ähnlich einschneidenden Erfahrungen hört, mag mit der folgenden Geschichte zusammenhängen. Sie deutet darauf hin, dass ich schon seit meiner Schulzeit auf dem spirituellen Weg war, ohne das selbst zu wissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Albrecht Haushofer, ein bedeutender Wissenschaftler und Dichter, den die Nazis wegen [[Zugehörigkeit]] zum [[Widerstand]] zum [[Tod]]e [[Verurteilung|verurteilt]] und in Moabit hingerichtet haben, hat in seiner [[Tod]]eszelle wunderbare Sonette geschrieben, darunter eines auf eine Mücke, die er im ersten [[Impuls]] erschlagen wollte, dann aber [[Ruhe|ruhig]] [[Beobachtung|beobachtete]], während sie sich von seinem [[Blut]] nährte. Die letzten Zeilen dieses Gedichts lauten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Wir sind ja beide, Mensch und Mücke, nichts als kleine Schatten eines großen Lichts“.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beeindruckt von diesem [[Gedicht]] habe ich als Schüler 1957 ein Jahr vor dem Abitur vom Spätherbst an täglich im Erdkundezimmer, das ich damals verwaltete, eine Mücke genährt. Beim ersten Mal habe ich meinen Finger unmerklich langsam an sie angenähert, bis sie aufsprang, [[Stich|stach]] und zu saugen begann. Als sie rundum gesättigt war, setzte sie sich wieder auf ihren [[Platz]] am Fenster und dort saß sie von da an immer, bis ich morgens kam und ihr wieder meinen [[Finger]] anbot. Am Tag vor den Weihnachtsferien habe ich sie mittags vor dem Verlassen der Schule noch einmal saugen lassen und als ich im Januar wieder in die Schule kann, lag sie tot auf dem Fensterbrett genau unter der Stelle, wo sie vergeblich auf meinen Finger gewartet haben mag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kann mir irgend jemand [[Erklärung|erklären]], warum ich von da an in meinem ganzen [[Leben]] von Mücken in den verschiedensten [[Nähe|nahen]] und [[Ferne|fernen]] [[Gegend]]en der [[Welt]] fast immer nur dann gestochen worden bin, und zwar selbst in den dicksten Schwärmen, wenn ich es ihnen angeboten oder mindestens [[Mentalität|mental]] [[Erlaubnis|erlaubt]] habe? Könnte das kausal mit meiner Blutspende an die Mücke in meiner Schulzeit zusammenhängen? Und um welche [[Art]] von [[Kausalität]] handelt es sich? Um eine im [[Sinne]] der Naturwissenschaft? Hat mein [[Handeln]] eine auf mich bezogene [[Genetik|genetische]] Stechhemmung in allen Mückenarten der Welt [[Wirkung|bewirkt]]? Oder folgen die Mücken einer Art [[Moral]][[kodex]], der ihnen [[Verbreitung|verbietet]], ohne [[Einwilligung]] das Blut von [[Wohltäter]]n der [[Spezies]] anzuzapfen? Oder hat meine Mücke damals [[Stellvertretung|stellvertretend]] für ihre Artgenossen einen [[Vertrag]] mit mir geschlossen, besiegelt mit meinem Blut, an den sich alle Mücken der Welt bis heute halten, weil sie anders als wir Menschen von [[Natur]] aus vertrags[[treu]] sind? Die wenigen [[Ausnahme]]n, die es auch gegeben hat, erkläre ich mir damit, dass mich diese Mücken irrtümlich für einen anderen [[Mensch]]en oder gar für ein [[Tier]] gehalten haben. Warum sollten sich nicht auch Mücken irren? Selbst Wissenschaftlern geht es ja oft nicht anders. Ist doch die [[Geschichte]] der Wissenschaft zugleich auch die Geschichte wissenschaftlicher Irrtümer. Leider sind nur wenige Wissenschaftler zu [[Lebzeiten]] so [[selbstkritisch]] wie jener in den Geschichten des weisen Brecht vom Herrn Keuner. Der antwortete auf die [[Frage]], was er tue: &#039;&#039;&amp;quot;Ich bereite gerade meinen nächsten [[Irrtum]] vor&amp;quot;!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Schlussentspannung]]: [[Atem]][[achtsamkeit]]&lt;br /&gt;
R. W.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sonstiges==&lt;br /&gt;
Vgl. auch  etwa:&lt;br /&gt;
[[Buddhismus]]:  zum Beispiel der [[Dalai Lama]], Yongey Mingyur Rinpoche oder [[Jack Kornfield]] erklären, dass der  bis zur heutigen [[Praxis]] weniger eine [[Religion]] als vielmehr eine Wissenschaft des Geistes ist: ...erprobt, hat überprüfbare ... Beschreibungen für menschliches Empfinden und Verhalten;  konkrete Übungen und Techniken zur [[psychotherapie|Überwindung]] vieler menschlicher Konflikte und Sorgen. Damit überbrückt der Buddhismus die oft als schmerzlich empfundene Kluft zwischen Wissenschaft und Religion, zwischen Innovation und alter Überlieferung. ..&lt;br /&gt;
[[Albert Einstein]]: wenn  Religion - mit den Erfordernissen der modernen Wissenschaft vereinbar -  er (B.)Carl Friedrich von Weizsäcker stellte sich en Zukunftsmenschen als ein Individuum vor, in dem christliche [[Psychotherapie|Ethik, wissenschaftliches Denken und die buddhistischen Stärken]] integriert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein eventuelles Beispiel: Sogenannte [[Nonne]]nstudien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;In Amerika (..)  600 Nonnen eines katholischen Ordens (gaben..)  ihr Gehirn der Wissenschaft. Die Schwestern wurden im regelmäßigen Abstand (und) die Hirne nach dem [[Tod]] untersucht. Da gab es Nonnen, die waren blitzgescheit bis zu ihrem Tod und hatten doch Gehirnveränderungen, die auf ein schwerstes Alzheimer-Stadium hindeuteten. Das Gleiche sehen wir bei Parkinson.&amp;quot;   Trotz der objektiven [[Messung]] (posthum): sie waren  gesund geblieben. Wahrscheinlich schützten ein regelmäßiger Tagesablauf mit [[Zeit]] für ein geradezu [[heilig]]es [[mehr]] im [[Kloster]] ohne [[fernsehen|Informationsfluten]]; und auch [[Mittelmaß|maßvolle]] [[körper]]liche Bewegung, gesunde [[Ernährung]] ohne  zu [[Nikotin|rauchen]], [[Singen]]... (vgl wikipgenauer / zu belegen / eigener Artikel vielleicht):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Wissenschaftliche Studien]]&lt;br /&gt;
* [[Kunst]]: [http://mein.yoga-vidya.de/video/om-namo-nayanaya-geschichte]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p42_Die-Wissenschaft-des-Pranayama/ Swami Sivananda: Die Wissenschaft des Pranayama]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p208_Bleep---What-the-Bleep-do-we--now--/ Bleep - What the Bleep do we (k)now!]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/ayurveda/ Ayurveda - die Wissenschaft vom Leben]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/center/haus-bad-meinberg/yoga/was-ist-yoga/ Was ist Yoga?]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/wissenschaft/ Yoga als universelle Wissenschaft]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Buch/Wissenschaft/science00.htm Online Buch: Yoga als eine universelle Wissenschaft]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/yogatherapie/lesestoff/wissenschaftl-arbeiten/ Wissenschaftliche Arbeiten]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/service/presse/pressemitteilungen/detailansicht/article/forschungspreis-fuer-meditation-bei-yoga-vidya-in-bad-meinberg-vergeben/ Forschungspreis für Meditation bei Yoga Vidya]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/tag/wissenschaftliche-arbeiten/ Wissenschaftliche Arbeiten - Highlights]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/yogatherapie/lesestoff/artikel/ Yoga im Spiegel der Wissenschaft]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/interessengebiet/yoga-und-meditation-einfuehrung/ Yoga und Meditation Einführung]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Multimedia==&lt;br /&gt;
===Thomas Hübl: Inner Science - Die Wissenschaft des Erwachens===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|pAYAbtDRxfg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vortrag von Sukadev: &amp;quot;Braucht Yoga die Wissenschaft&amp;quot;?===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|1Qu4nRajEfg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vortrag: Meditation in naturwissenschaftlicher Forschung===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|UC6Xozp03Tc}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Quantenaktivist===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|kGbiR2MORYw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Weitere Gedanken zum Thema====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039;&#039;   erweitert das [[Vidya|Wissen]] durch methodische Forschung  nach neuen Erkenntnissen. [[Statistik|Statistische]] Tabellen gehen immer mehr in [[Messung|Einzelheiten]] der [[Psychologie]] beispielsweise, fort von ganzheitlicher [[Erfahrung|Praxis]] -  das   unterscheidet sich von [[Weisheit]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dogmatische Lehrsätze, womöglich  an  &amp;quot;die Erde ist eine Fläche&amp;quot; [[glauben]] zu sollen, sind sowieso [[Eignung|etwas anderes]]... verglichen mit  [[sinn]]voller [[Tradition]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemein gibt es in der [[Wirkungsforschung]] [[logos|viele Ursachen zugleich]], von denen oft schon eine wirkt... Menschen sind sehr unterschiedlich etc... Indes:  [[Wirkungen des Yoga]] und der [[Meditation]] lassen sich auch [[Wissenschaftliche Studien|beforschen]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vgl.: &amp;quot;&#039;&#039;Altes Wissen schafft neue Wissenschaft&#039;&#039;: Erkenntnisse [[mode]]rner &#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; stützen und bestätigen das intuitive [[Erfahrung]]swissen der alten [[Yogi]]s  [[mehr]] und mehr:  Kongress 11/2011 [https://www.yoga-vidya.de/events/yoga-kongress/]&amp;quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;&amp;quot;Wissenschaft hilft gegen [[Scharlatan|Aberglauben]] und etwa Schwermetall-Gifte [[Mode|früher]] in [[Ayurveda]] Heilmitteln (...) Und nach einiger [[Zeit]] wirken viele Forschungsergebnisse wieder [[Fahrender yogi|überholt]].&amp;quot; [[Zitat]] provisorisch ungenau, hier ab zu tippen: [ http://mein.yoga-vidya.de/video/satsang-vom-yoga-kongress-2011-bei-yoga-vidya-bad-meinberg]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
.....&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwa teilnehmender Beobachtung[http://de.wikipedia.org/wiki/Teilnehmende_Beobachtung] oder auch ethnologischen Studien-Reportagen  wie denen der Margaret Mead  wird von   der  &#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; oft  zu wenig [[Distanz]] vorgeworfen. Große Zahlen - wie auch im [[Breitensport]] - sind etwas anderes...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ein möglicher Satz dazu: &lt;br /&gt;
::&#039;&#039;Wo kriege ich mehr (Anhänger) statt was ist richtig; so sind auch [[Öffentlichkeit|Umfrageergebnisse]] über was man tut etc. kein in sich Maßstab für das [[Wahrheit|Wahre]] und das Richtige, wie man lebt&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Unterschied zwischen Wünschenswertem, auch wenn &#039;&#039;wissenschaft&#039;&#039;lich belegt - und trotzdem evtl. ganz abweichender [[Praxis]] (erforschen): die Kluft...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch [[Binsenwahrheit|Binsenwahr]]:  die Naturwissenschaften werten gern die anderen  mit  so vielschichtigen  Gegenstandsbereichen wie  [[Seele]],   [[Tradition]]...als Müll&#039;&#039;wissenschaften&#039;&#039; / zweiter Klasse ab, u. a. weil Handlungswissen für Märkte fehlt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indes: Gerade auch die [[Bhagavadgita]] wird u.a. &amp;quot;&#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; des Lebens&amp;quot; genannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Swami]] [[Sivananda]] beschreibt &#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; im [[Fliegender Yogi|technischen]] [[Zeit]]alter auch geradezu mit [[Distanz]].  und: &amp;quot;&#039;&#039;7. Schulbildung ist unvollständig, solange sie nicht einführt zu vermitteln, dass Wissen unbegrenzt ist.&#039;&#039;&amp;quot; ([[Göttliches Elexier]], 9)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere mögliche [[Zitat]]e: &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;ein [[tor|Schlüssel]] jenseits all unseres angehäuften [[Vidya|Wissen]]s und der vielen Worte, die uns den Blick auf uns selbst und die Welt eher verstellen als erhellen.&amp;quot; (Hempel, [[Reclam Verlag]] [[Zen]]-[[Yoga]], S. 10)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;Es gibt eine berühmte Unterweisung in der [[Zen]]-[[Tradition]], in der ein Schüler nach dem [[Mond]] fragt. Ein Zweig wird benutzt, um auf ihn zu zeigen, und die Lehre warnt uns, den Zweig nicht mit dem Mond zu verwechseln. Das Problem [[bibliotherapie|mit den Worten]] ist, dass sie Zweige sind – sie können nie der Mond sein. Im besten Fall sind sie [[Sundaram|wunderschöne]] Zweige, die die Form, das [[Licht]] oder die Herrlichkeit des Mondes beschreiben und es unseren Augen erlauben, ihn direkt anzusehen. Im schlimmsten Fall sind sie weitverzweigte Äste, die sich in viele Richtungen ausbreiten und uns noch mehr durcheinanderbringen. &lt;br /&gt;
&amp;quot;S. 9 hier:  [http://theseus-verlag.de/Verlage/Theseus/Theseus-Top-10-Bestseller/Schatten-auf-dem-Pfad.html]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Studien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga und Wissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sutra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Wissenschaft&amp;diff=46758</id>
		<title>Wissenschaft</title>
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		<updated>2013-02-27T08:04:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sutra: /* 1. Blick: Yoga und Wissenschaft. */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Wissenschaft und Yoga - gegensätzliche Welten?==&lt;br /&gt;
Artikel von R. W., erschienen im Yoga Vidya Journal Nr. 15, Frühjahr 2006. Entstanden aus einer Niederschrift eines Vortrags bei einem Kongress „[[Yoga]] und [[Meditation]]“ bei Yoga Vidya Bad Meinberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemeldet habe ich mich zu diesem Kongress mit dem Angebot, in einem Workshop oder Arbeitskreis von meinen persönlichen [[Erfahrung]]en als [[Wissenschaft]]ler und [[Yogalehrer]] zu berichten. Als ich mich dann im Kongressprogramm unversehens als Redner für den Eröffnungsvortrag wieder fand, schien mir, dass dafür ein lockeres Plaudern über meine Erfahrungen nicht ganz angemessen sei. Deshalb müssen sie sich nun einen Vortrag zumuten lassen. Um diese [[Zumutung]] aber in [[Grenze]]n zu halten, werde ich mehrfach eine Denkpause einlegen. Dann haben sie und ich [[Gelegenheit]], uns kurz zu [[Sammlung|sammeln]] und die Eingangsübung zu wiederholen. Beginnen will ich mit dem, was angekündigt war und nun in den Untertitel gerutscht ist: dem Biographischen. Es folgen dann vier Blicke auf das [[Thema]]. Als erstes will ich zeigen, dass Wissenschaftler, vor allem in Deutschland, Yoga und Meditation ganz verbreitet für etwas [[Irrationalität|Irrationales]] und damit Unwissenschaftliches halten. Als zweites werde ich auf begründete [[Zweifel]] eingehen, die in der neueren philosophischen [[Diskussion]] an der vermeintlichen [[Rationalität]] der Wissenschaft vorgebracht worden sind. Als zweites will ich aus meiner Sicht [[Gemeinsamkeit]]en und Unterschiede im Verhältnis von Yoga und Wissenschaft aufzeigen. Als viertes schließlich möchte ich von einigen neueren [[Entwicklung]]en im Verhältnis von Wissenschaft und Yoga berichten. Sie lassen darauf hoffen, dass sich westliche Wissenschaft und östliche [[Weisheit]]slehren und Meditationsschulen allmählich doch für einander öffnen und zu einem wechselseitig [[Fruchtbarkeit|fruchtbaren]] [[Austausch]] gelangen könnten. Ein noch winziger [[Hoffnung]]sschimmer ist die „Society for Meditation and Meditation Research“, die diesen Kongress mit veranstaltet. Die [[Widerstand|Widerstände]] gegen einen [[Wandel]] sind freilich stark und der [[Weg]], sie zu [[Überwindung|überwinden]] wird lang und [[Beschwerlichkeit|beschwerlich]] sein. Machen wir uns da nichts vor!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Nun aber erst zum Persönlichen===&lt;br /&gt;
Von 1974 bis zur Pensionierung im Februar 2003 habe ich an der Uni Bremen [[Arbeit]]srecht gelehrt. Mit nur einer längeren [[Unterbrechung]] bin ich meinen [[Aufgabe]]n in [[Forschung]] und [[Lehre]] nach besten [[Kräfte]]n nachgekommen. Schon seit meiner [[Student]]enzeit habe ich mich der [[Politik|politischen Linken zugeordnet, jedoch ohne [[Bindung]] an eine Partei. Seit 1972 bin ich Gewerkschaftsmitglied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weltanschaulich hielt ich mich bis in mein 50stes Lebensjahr für einen am Marxismus orientierten [[Atheist]]en, war aber eher ein nicht ganz [[Unglaube|ungläubiger]] Nichtchrist. Wenn ich noch während meiner Lehrtätigkeit in den neunziger Jahren Yogalehrer wurde und zwar in der [[Spiritualität|spirituellen]] [[Tradition]] der[[ Meister]] des [[Himalaya]]s, so hat das mit der bereits erwähnten [[Unterbrechung]] zu tun und die war durch eine einschneidende [[Lebenskrise]] [[Zwang|erzwungen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Mitte meines 50. Lebensjahrs brach die Fassade des linken und dennoch durchaus [[Erfolg|erfolgreichen Akademikers schlagartig zusammen. Meine [[Ehe]] war längst [[Bruch|zerbrochen]]. Die [[Hoffnung]]en, sie wieder kitten zu können, zerschlugen sich endgültig im Juli 1988, als ich kurz vor einer geplanten Forschungsreise nach Japan auch [[Körper|körperlich]] und [[Psyche|psychisch]] zusammenbrach: [[Diagnose]] Gehirntumor. Vor und während der 4 Std. dauernden [[Operation]] hatte mein [[Leben]] - wie mir der operierende [[Arzt]] später sagte - an einem seidenen [[Faden]] gehangen. Diese [[Erfahrung]] [[fordern|forderte]] einige Tage nach der OP meinen [[Lebensmut]] heraus und führte noch in der [[Klinik]] zu dem [[Entschluss]], mich und mein Leben von [[Grund]] auf zu [[ändern]]. Schon ab Februar 1989 besuchte ich [[Yogakurs]]e und [[praktizieren|praktizierte]] täglich morgens eine Stunde lang oder auch länger [[Yogaübung]]en. Daneben hätten sie mich damals in [[Therapie|psychotherapeutischen]] [[Sitzung]]en und als zumeist einzige männliche [[Teilnehmer]]in in einer Frauentanzgruppe und beim Tango Argentino treffen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ich nach der erzwungenen [[Pause]], körperlich noch gezeichnet, meine [[Tätigkeit]] an der [[Uni]] wieder [[Aufnehme|aufnahm]], merkte ich schon bald an den [[Blick]]en meiner Kolleginnen und [[Kollege]]n, dass sie mich mindestens für wunderlich, wenn nicht gar für leicht [[Anormalität|anormal]] hielten, für einen mit einem Dachschaden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einige meiner Kollegen war das [[Maß]] dann offenbar voll, als sich folgendes ereignete: vom Bremer Regionalfernsehen wurde ich für einen gesundheitspolitischen [[Beitrag]] um ein [[Interview]] zu der [[Frage]] [[gebeten]], wie sich mein Leben durch [[Krankheit]] und [[Operation]] [[Veränderung|verändert]] habe. Dieses Interview wurde auf meinen [[Vorschlag]] nach einer kurzen [[Sequenz|Tanzsequenz]] im Kreise meiner Frauengruppe aufgezeichnet und war sehr kurz. Denn ich sagte sinngemäß eigentlich nur, dass ich - wie man ja sehen könne - meine [[Lebenszeit]] jetzt anders und intensiver [[Nutzen|nutze]] und mir meine [[Arbeit]] nicht mehr das Wichtigste im Leben sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vermutlich in [[Reaktion]] auf dieses Interview fragte einer meiner Jurakollegen bei einer auf [[Gesundheitswissenschaft]] [[Spezialisation|spezialisiert]]en Kollegin an, ob noch [[Normalität|normal]] sei, was ich da triebe. Die Kollegin, die mich gut kannte, [[Information|informierte]] mich, ohne den [[Name]]n zu nennen. Sie hatte ihm gesagt, er solle mich selbst [[Frage|fragen]]. Ich weiß bis heute nicht, wer es war und auch nicht was ich [[Antwort|geantwortet]] hätte, habe aber von da an in meinem [[Fachbereich]] [[Friheit|frei]] nach dem [[Motto]] gelebt: &amp;quot;Ist der [[Ruf]] erst ruiniert…..&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach ca. zwei Jahren der [[Yogapraxis]] [[Entschluss|entschloss]] ich mich, eine [[Ausbildung]] zum [[Yogalehrer]] [[Aufnahme|aufzunehmen]]. Zu dieser [[Zeit]] war trotz erster positiver [[Erfahrung]]en auch in meinem [[Kopf]] noch die [[Sperre]], dass es sich beim Yoga um etwas Irrationales handele. Vor allem die Meditation hielt ich für [[Unvereinbarkeit|unvereinbar]] mit meiner [[Verpflichtung]] auf die wissenschaftliche Rationalität. Wie würde ich den [[Spagat]] zwischen diesen beiden [[Gegensatz|gegensätzlichen]] Welten aushalten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dieser bangen Frage fuhr ich im Februar 1992 in das erste Ausbildungswochenende am &amp;quot;[[Himalaya Institut]] für [[Yogawissenschaft]] und [[Philosophie]]&amp;quot;. Wegen dieses Namens meinte ich, mit meinen [[Zweifel]]n hier am besten aufgehoben zu sein. Schon am ersten [[Tag]] [[Erfüllung|erfüllte]] sich meine [[Erwartung]] voll. Bis heute [[Begleitung|begleitet]] mich seitdem die [[Botschaft]] des Ausbildungs[[leiter]]s, Wolfgang Bischoff. Er begann zwar seinen [[Einführung]]s[[vortrag]] mit einem für mich damals noch befremdlichen [[Sprechgesang]], einem [[Mantra]], befremdlich, weil ich da das Irrationale des Yoga auf mich zukommen sah, doch schloss er den Vortrag mit den [[Wort]]en: &amp;quot;Glaub mir kein Wort, [[Zweifel|bezweifle]] alles, was ich sage, aber mach die Übungen, die ich dir empfehle und überprüfe selbst!&amp;quot; Das entsprach voll meinem Credo als Wissenschaftler! In Ahrensburg lernte ich nicht nur Yoga-Übungen und erste Meditationen, sondern erhielt auch [[Kenntnis]]se über die indische Philosophie, vor allem über die Yoga-, [[Sankhya|Samkhya]]- und [[Vedanta]]philosophie. Hinzu kamen Anstöße, auch über Grundfragen von Wissenschaft und Philosophie des Westens nachzudenken, die mich seit meinem [[Studium]] kaum noch [[Beschäftigung|beschäftigt]] hatten. Vor allem [[Bewegung|bewegte]] mich die Frage: Was eigentlich ist Wissenschaft? Da war ich nun viele Jahre beruflich als Wissenschaftler tätig gewesen, aber kaum je war mir diese Frage in den [[Sinn]] gekommen oder gestellt worden. Nun konnte und wollte ich sie nicht länger [[Verdrängung|verdrängen]]. Damit bin ich über das Persönliche des Unterthemas beim [[Sachlichkeit|Sachlichen]] und beim [[Thema]] angekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wissenschaft und Yoga – gegensätzliche Welten?===&lt;br /&gt;
Dazu zwei Vor[[bemerkung]]en:&lt;br /&gt;
1. Soweit im Folgenden von Yoga die [[Rede]] ist, meint das für mein [[Verständnis]] immer auch die Meditation in einer [[denkbar]] breiten Palette von Übungs[[methode]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
n. Denn Yoga [[zielen|zielt]] – das muss ich hier nicht [[näher]] [[ausführen]] - in allen seinen [[Teile]]n [[letztlich]] auf die Meditation als der [[oberste]]n [[Stufe]] des achtstufigen Weges nach [[Patanjali]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seinem [[Yogasutra|Yoga Sutra]] zufolge [[dienen]] die [[körperlich]]en [[Übung]]en (Asanas) nur dem [[Zweck]], Menschen auf die Meditation [[vorbereiten|vorzubereiten]]. Sie sollen [[befähigen|befähigt]] werden, über eine längere Zeit im [[aufrecht]]en [[Sitz]] zu [[meditieren]], ohne durch körperliche und [[mental]]e [[Störung]]en [[ablenken|abgelenkt]] zu werden. Dem [[gleich]]en [[Zweck]] dienen die Übungen mit dem [[Atem]] und der [[Lebensenergie]] ([[Pranayama]]) und das [[Zurückziehen]] der [[Sinne]] von den [[Objekt]]en der [[äußere]]n Welt ([[pratyahara]]). Wegen der [[zentral]]en [[Rolle]] der Meditation im Yoga nach Patanjali prägte mein [[Lehrer]], [[Sri]] [[Swami]] [[Rama]], einer der [[bedeutend]]sten [[Yogi]]s des vorigen Jahrhunderts, die [[Definition]]: „Yoga is meditation in action“ zu dt. „Yoga ist Meditation im [[Handeln]]“ oder auch „ist [[Achtsamkeit]] im Handeln“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Unmittelbar beziehen sich meine [[Ausführung]]en zwar nur auf den Yoga. Doch stehen sie für das [[Verhältnis]] der Wissenschaft zu anderen [[spirituell]]en [[Lehre]]n und Meditationspraktiken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1. Blick: Yoga und Wissenschaft.===&lt;br /&gt;
Auf den ersten [[Blick]] [[scheinen|scheint]] es aus der [[Perspektive]] beider – des Yoga wie der Wissenschaft - keine einander fremderen Welten zu geben als eben diese beiden. Wie suspekt vielen Wissenschaftlern alle östlichen Weisheitslehren und alles ist, was mit Meditation zusammenhängt, mag folgendes [[Zitat]] aus dem philosophischen Beitrag eines Professors der Paläobiologie und Geologie [[belegen]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Heute tauchen vereinzelt [[Missionar]]e des Irrationalen in der [[Ethnologie]] und [[Anthropologie]] auf, kann in der Philosophie die Ablehnung der reinen, der [[wissenschaftlich]]en [[Ratio]] zu einem Plädoyer für die Einbeziehung der [[Mystik]] und Meditation (…) werden. Selbst in den auf [[nüchtern]]e [[Sachlichkeit]] so [[bedacht]]en [[Naturwissenschaften]] sägen heute einige dem Irrationalen Zuneigende [[eifrig]]st am eigenen Ast. Nicht zuletzt eine Reihe von Physikern, die sich (…) in den Irrgarten ostasiatischer Mystik oder in [[parapsychologisch|parapsychologische]], dubiose [[Winkel]] [[verirren|verirrt]] haben!“&#039;&#039; 1*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[Anmerkung]]en zu dieser Textstelle [[erfahren]] wir, was und wen er damit u. a. meint: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Gewisse [[Abschnitt]]e in C. F. Weizsäcker: Der [[Garten]] des [[Menschlich]]en.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sollte sich der große [[Physiker]] und [[Philosoph]] von Weizsäcker [[wirklich]] ins Irrationale verirrt haben? Genügt als [[Beleg]] dafür, dass Weizsäcker u. a. Vorworte zu zwei spirituellen Büchern geschrieben, ein Interview über seine Meditationserfahrungen gegeben und beides in seinem Buch [[veröffentlichen|veröffentlicht]] hat? Dieser [[Angriff]] richtet sich nicht nur gegen von Weizsäcker, sondern gegen mehrere ebenfalls [[namentlich]] [[nennen|genannte]] Wissenschaftler wie z. B. &#039;&#039;Fritjof Capra&#039;&#039;. Vor den [[Auge]]n unseres Gewährsmannes tut sich offenbar ein großer [[Sumpf]] an Irrationalität auf, in dem die von ihm [[vertreten]]e [[Lehre]], rein rationale Wissenschaft zu [[versinken]] [[drohen|droht]]. Eine Satire möchte man [[schreiben]], wenn die [[Sache]] nicht [[ernst]] wäre. Denn diese Äußerungen stehen stellvertretend für das [[Denken]] vieler Wissenschaftler, die das nur nicht so dankenswert [[offen]] und [[deutlich]] sagen. Meine eigenen Erfahrungen belegen das. Yogis und Meditierende aller [[Traditionen]] haben aber – wenn ich [[recht]] sehe - ihrerseits ein mindestens [[distanzieren|distanziertes]] [[Verhältnis]] zur anderen [[Seite]], zur Wissenschaft. Diese Distanz scheint in den Erfahrungen und in der [[Einstellung]] Meditierender zu [[wurzeln]]: &#039;&#039;„Ich weiß, welche Erfahrungen ich im Meditieren mache und ich weiß auch, dass ich weiß oder dass ich nichts [[wissen|weiß]]. Das [[brauchen|brauche]] ich mir doch von einem Wissenschaftler nicht auch noch bescheinigen zu [[lassen]].“&#039;&#039; [[verkennen|Verkannt]] wird dabei die gesellschaftliche Bedeutung von Wissenschaft für die Akzeptanz und damit auch für die Verbreitung der Meditation und anderer spiritueller Praktiken in breiten [[Kreise]]n der [[Bevölkerung]], die wir dafür [[gewinnen]] wollen. Verkannt wird dabei auch, wie [[wichtig]] die wissenschaftliche [[Akzeptanz]] in unseren 1* Heinrich Karl Erben, Episteme, Mythos und [[human]]e [[Zukunft]] in: Lenk, H. (Hg.) Zur [[Kritik]] der wissenschaftlichen [[Vernunft]], 1986 Breiten ist, um etwa die Anerkennung von Meditation als wirksame Gesundheits[[prävention]] oder gar als [[Heilverfahren]] zu [[erlangen]], mit der [[Folge]], dass gegebenenfalls die Kassen für die Kosten ihrer [[klinisch]]en und [[therapeutisch]]en [[Anwendung]] aufzukommen hätten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2. Blick: Kritik der wissenschaftlichen Vernunft===&lt;br /&gt;
Unter diesem Titel [[Veröffentlichung|veröffentlichte]] Kurt Hübner 1977, damals [[Professor]] für Philosophie an der [[Universität]] Kiel, ein umfängliches philosophisches [[Werk]]. Darin weist er [[Stütze|gestützt]] auf [[Analyse]]n anscheinend rein rationaler [[Argumentation]]en der [[Mathematik]] und auf wissenschaftliche Methoden und [[Ergebnis]]se der Geschichtswissenschaft nach, wie unhaltbar die zumeist ungeprüfte [[Annahme]] ist, dass in der Wissenschaft [[Ausschließlichkeit|ausschließlich]] und allein das [[Prinzip]] der Rationalität [[Regierung|regiere]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hübner bezieht sich auf die griechische [[Mythologie]], aus der heraus sich heutige Philosophie und Wissenschaft überhaupt erst [[Entwicklung|entwickelt]] haben und in der er eine eigene Rationalität ausmacht. Im [[Vergleich]] dazu verdeutlicht er, wie stark rational nicht begründbare [[Element]]e selbst noch die heutige Wissenschaft [[Prägung|prägen]]. Umfängliche Zitate aus Hübners Werk will ich ihnen und mir ersparen. Die können sie in der gedruckten ausführlicheren [[Fassung]] nachlesen. Hier nur zwei Zitate aus Hübners [[Schlussfolgerung]] am Ende seiner [[Gründlichkeit|gründlichen]] [[Analyse]]: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Nichts wäre (….) falscher, als dem Mythos, wie das oft geschieht, Irrationalität zu [[Unterstellung|unterstellen]], dem die Wissenschaft als etwas Rationales entgegentritt.“ An späterer [[Stelle]] der [[Zusammenfassung]] schreibt Hübner: Es gibt (….) keinen [[Theorie|theoretisch]] [[Zwang|zwingenden]] [[Grund]] [[Annahme|anzunehmen]], dass alle Welt mythische Sichtweisen als solche, (.....) ins Reich des [[Märchen]]s [[Verbannung|verbannen]] muss, wenn sie nicht (…..) den [[Verstand]] [[Verlust|verlieren]] will.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer H. gewidmeten Festschrift „Zur [[Kritik]] der wissenschaftlichen Rationalität“ (1986) haben sich mehrere Philosophen seiner Kritik angeschlossen und seine [[Argumentation]] in die eine oder andere [[Richtung]] ausgebaut. Für [[Nachweis]]e und Zitate [[Verweis|verweise]] ich sie ebenfalls auf die schriftliche Fassung. So schreibt Kockelmans, ein amerikanischer Philosophieprofessor, mit [[Bezug]] auf die [[Sozialwissenschaft]] u. a.: Man sollte s. E. erkennen, „dass es mythische [[Dimensionen]] sowohl in der Wissenschaft als auch in der Philosophie gibt.“ &#039;&#039;In der Wissenschaft erblickt er sie - ganz ähnlich wie Hübner - in „tief eingewurzelten Überzeugungen (…), für die (bis jetzt) keine rationale [[Rechtfertigung]] gegeben worden ist“.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Hübner noch zwischen Wissenschaft und Mythos [[Klarheit|klar]] [[Unterscheidung|unterscheidet]] und nur [[Vergleichbarkeit|Vergleichbares]] in beiden ausmacht, geht MacCormac, ein Wissenschaftstheoretiker aus den USA, noch einen [[Schritt]] weiter. Er behauptet, dass bestimmte vermeintlich wissenschaftlich bewiesene [[Tatsache]]n selbst eine Art Mythos sind. Wissenschaftler bedienen sich nämlich zur [[Erklärung]] und [[Deutung]] ihrer [[Befund]]e nicht selten „grundlegender [[Metapher]]n“. Gemeint sind damit bildhaft [[Beschreibung|beschreibende]] [[Vergleich]]e, wie etwa das [[Bild]] vom [[Urknall]] als dem [[Beginn]] der [[Entstehung]] des [[Kosmos]]: Wodurch [[Unterscheidung|unterscheidet]] sich diese von den Wissenschaftlern als [[Tatsache]] [[Betrachtung|betrachtete]] und [[Verbreitung|verbreitete]] [[Theorie]] vom [[Urknall]] eigentlich noch von den vielen mythischen und [[Religion|religiösen]] [[Erklärung]]en, etwa dem der [[Bibel]]:&#039;&#039; „Am [[Anfang]] war das [[Wort]] …“&#039;&#039;, wofür auch gesagt werden kann: Am Anfang war der [[Laut]], oder war die [[Schwingung]] oder war die Idee, die zur Schwingung und zum Wort oder auch zum Knall wurde. Nun mag man hier einwenden: dass bei &#039;&#039;Hübner&#039;&#039; und den anderen Autoren nur vom Mythos die Rede ist, nicht aber von der Mystik, der Meditation, und von östlichen Weisheitslehren. Wichtig sind die im Vergleich zum Mythos vorgetragenen Zweifel am [[Ausschließlichkeitsanspruch]] der Wissenschaft auf [[Rationalität]] vor allem deshalb, weil in der wissenschaftlichen Kritik an [[Meinung|vermeintlich]] irrationalen Lehren Mythos und Meditation in einen Topf geworfen werden. Dafür erinnere ich an das obige Zitat aus dem Beitrag des Paläobiologen, der ja ausdrücklich auch die Meditation dem [[Verdacht]] der Irrationalität [[Unterstellung|unterstellt]] hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===3. Blick: Was ist Wissenschaft? Was haben Yoga und Meditation mit ihr gemeinsam? Worin unterscheiden sie sich von Wissenschaft?===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Was ist Wissenschaft====&lt;br /&gt;
„Wissenschaft“ - so das dtv-Lexikon - ist &#039;&#039;„der [[Inbegriff]] des durch [[Forschung]], [[Lehre]], und überlieferte [[Literatur]] [[Bildung|gebildeten]], [[Ordnung|geordneten]], [[Begründung|begründeten]], für gesichert erachteten [[Wissen]]s einer [[Zeit]]; auch die für seinen [[Erwerb]] typische, [[Methode|methodisch]]-[[Systematik|systematische]] Forschungs- und [[Erkenntnis]]arbeit, sowie ihr [[Organisation|organisatorisch]]-[[Institut|institutioneller]] Rahmen“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser [[Begriff]] ist mit dem [[Bezug]] auf das „Wissen einer Zeit“ zeitlos gültig. Er lässt selbst noch die von [[Kirche]] und [[Klerus]] [[Dogma|dogmatisierten]] mittelalterlichen Lehren über die [[Welt]] und den [[Kosmos]] als Wissenschaft gelten. Denn auch das war das „Wissen einer Zeit“ [[Gewinn|gewonnen]] durch die damals „typische systematische [[Erkenntnis]]arbeit“ der [[Bibelexegese]] und der Dogmatisierung von [[Bibel|biblischen]] [[Text]]stellen. Auch diese Erkenntnisarbeit war eingebunden in einen „organisatorisch- institutionellen [[Rahmen]]“, wie ihn eben die damalige [[Kirche]] mit ihren [[Priesterseminar]]en und [[Kloster|Klöstern]] bot. Da wäre es ein Leichtes, das [[Studium]] und die [[Weitergabe]] des [[Yoga]] und der ihm zugrunde liegenden [[Basis]]texte der klassischen indischen [[Philosophie]] in den zahlreichen indischen Ashrams und außerindischen [[Yogalehrer]]-[[Ausbildung]]s[[Zentrum|zentren]] ebenfalls unter dem oben [[Zitat|zitierten]][[ Begriff]] von Wissenschaft zu fassen. So [[Einfachheit|einfach]] will ich es ihnen und mir nicht machen. Denn sicher würden wir in der heutigen [[Situation]] beiden nicht [[Gerechtigkeit|gerecht]], wollten wir Wissenschaft und Yoga ohne weitere [[Umstand|Umstände]] gleichsetzen! Fragen wir also weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Was ist Wissenschaft heute? Was haben Yoga und Meditation mit heutiger Wissenschaft gemein und was [[unterscheiden|unterscheidet]] sie voneinander?====&lt;br /&gt;
Heutige Wissenschaft umfasst das systematische [[Bemühung|Bemühen]] um [[Objektivität|objektive]] [[Erkenntnis]] bzw. inter[[Subjektivität|subjektiv]] nachprüfbares Wissen. Als objektiv und nachprüfbar gilt dabei nur, was unter gleichen [[Bedingung]]en von anderen [[Forscher]]n nachgeprüft werden kann. Ferner umfasst auch heutige Wissenschaft alles, was als [[Ergebnis]] dieses Bemühens an [[Geschichte|geschichtlich]] aufgehäuftem Wissen bereit liegt. Hinsichtlich ihrer [[Gegenstand|Gegenstände]] [[Beziehung|bezieht]] sie sich mit dem [[Streben]] nach Erkenntnis auf das [[gesamt]]e [[Spektrum]] der [[Gegenständlichkeit|gegenständlichen]], mit den [[Sinne]]n [[Wahrnehmung|wahrnehmbaren]] Welt. Dazu gehört auch der Mensch als Teil dieser Welt. [[Zerlegung|Zerlegt]] in kleine und kleinste Teilaspekte betrachtet Wissenschaft diese Gegenstände in zahlreichen Zweig- und Unterdisziplinen. Wie stark vielfach fraktioniert Wissenschaft heute ist, will ich nur an einigen [[Beispiel]]en verdeutlichen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. In der Medizin gibt es heute fast schon für jedes [[Organ]], jedes [[Krankheit]]sbild und jeden [[Körperteil]] darauf [[Spezialisierung|spezialisierte]] [[Medizin|medizinische]] Teildisziplin. (Anästhesie, [[Allergologie]],[[ HNO]], [[Kardiologie]], [[Nephrologie]], [[Onkologie]], [[Proktologie]] usw. ) Werfen sie dafür einmal nur einen Blick in die [[Ärztetafel]] im Telefonbuch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. In der [[Psychologie]] [[begegnen]] uns u. a. die Allgemeine, die Entwicklungs-, Familien- und Sozial-, Sport- und Bewegungs- und sogar die Arbeits- und Technikpsychologie, wobei man sich fragt: Geht es hier um eine eigene [[Psyche]] der Technik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Noch bunter ist das Bild in der [[Soziologie]]. Kaum ein Gegenstand der sozialen Welt, der noch nicht mit dem [[Anhängsel]] „Soziologie“ in den [[Rang]] einer eigenen wissenschaftlichen Teildisziplin erhoben worden wäre: (Familien-, Arbeits- und Industrie-, Rechts-, Medizin-, Verwaltungs- und Organisations, Wissens und [[Kultur]]- Politische - und Filmsoziologie bis hin zur Soziologie des [[Geschlecht]]erverhältnisses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Für meine eigene frühere [[Disziplin]] die [[Rechtswissenschaft]] könnte ich ihnen ebenfalls ein breites [[Spektrum]] an Teildisziplinen auflisten, das fast schon ans Skurrile grenzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Kaum anders ist das Bild in den so genannten exakten [[Naturwissenschaft]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Soweit es in allen [[Zweig]]en der Wissenschaft um [[menschlich]]e Erkenntnis geht, stehen alle immer auch vor der [[Frage]] nach dem [[Erkennung|erkennen]]den [[Subjekt]], dem Menschen und seinen [[Möglichkeit]]en und [[Grenze]]n der Erkenntnis. Das sind zentrale [[Fragestellung]]en u. a. der Philosophie, der [[Erkenntnistheorie]] und der Psychologie und neuerdings der [[Kognitionswissenschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Yoga geht es um Erkenntnis. Doch zielt Erkenntnis im Meditieren als der obersten [[Stufe]] des [[Yogaweg]]es vorrangig auf [[Selbsterkenntnis]] bzw. auf die Erkenntnis des [[Selbst|SELBST]] oder - in der [[Buddhismus|buddhistischen]] [[Begriff]]lichkeit - des [[Nichtselbst|NICHTSELBST]] als des [[Wesen]]s der [[Mensch|menschlichen]] [[Persönlichkeit]]. Nur in diesem [[Zusammenhang]] [[Richter|richtet]] sie sich auch auf die [[Gegenstand|gegenständliche]] Welt als dem [[Ort]] und [[Raum]] der menschlichen [[Existenz]] und [[Befindlichkeit]]. Deswegen haben große [[Meditation]]s[[meister]] aller [[Richtung]]en und [[Schule]]n immer wieder darauf [[Hineis|hingewiesen]], dass sie über die Erkenntnis des [[Mikrokosmos]] der menschlichen Persönlichkeit zugleich auch ein tiefes Wissen über den [[Makrokosmos]] [[Erlangung|erlangt]] haben, bzw. über das, was - mit Goethe - die Welt im Innersten [[Zusammenhalt|zusammenhält]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso wie in der Wissenschaft gibt es auch im Yoga und in allen anderen Schulen und [[Tradition]]en der Meditation einen [[Reichtum|reichen]] [[Schatz]] geschichtlich [[Anhäufung|aufgehäuften]] Wissens. Denn alle großen Meister haben ihre [[Erfahrung]]en und ihr im [[Zustand]] der Meditation [[Gewinn|gewonnenes]] Wissen der [[Nachwelt]] in [[Spiritualität|spirituellen]] [[Schrift]]en [[Überlieferung|überliefert]]. Einige dieser Schriften sind mehrere tausend Jahre alt, wie etwa die [[Veden]] und [[Upanishaden]] Indiens, die als die ältesten Schriften der [[Menschheit]] überhaupt gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser [[Beschreibung|beschreiben]]den Ebene sind also Wissenschaft und Meditation durchaus noch mit einander [[Vergleich|vergleichbar]]. Doch [[Deutung|deuten]] sich hier bereits [[Unterschied]]e in Bezug auf die Gegenstände und [[Methode]]n der Erkenntnis an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Unterschiede zwischen Wissenschaft und Yoga===&lt;br /&gt;
====Der Mensch als Objekt der Erkenntnis====&lt;br /&gt;
Im gängigen Wissenschaftsverständnis dienen den Wissenschaftlern die gegenständliche Welt und der Kosmos, aber auch die Menschen als Objekte ihrer Forschungen und zwar in der oben beschriebenen nach Fachdisziplinen parzellierten [[Weise]]. Der Wissenschaftler als das forschende Subjekt betrachtet also den Menschen als Objekt seines [[Bemühen]]s um Erkenntnis. Subjekt und Objekt der Erkenntnis sind hier [[Trennung|getrennt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem [[Übung]]s- und [[Erkenntnis]]weg des [[Yoga]] ist jeder nach Wissen [[Streben|strebende]] Mensch zugleich Subjekt und Objekt seines Bemühens um Erkenntnis. Die in der Wissenschaft übliche [[Trennung]] ist hier also aufgehoben. Dabei betrachtet sich der meditierende Mensch von vornherein in seiner ganzheitlichen Existenz als Wesen aus [[Körper]], [[Seele]] und [[Geist]] mit dem [[Atem]] als [[Bindeglied]] zwischen diesen Dreien und eingebettet in [[Natur]], [[Welt]] und [[Kosmos]] sowie in [[Gesellschaft|gesellschaftliche]] [[Zusammenhang|Zusammenhänge]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Instrumente und Methoden der Erkenntnis: [[Verstand]] und [[Objektivität]] versus [[Introspektion]] und [[Intuition]]====&lt;br /&gt;
Heutige Wissenschaft strebt nach überprüfbarem, objektivem Wissen und [[Meinung|meint]] dafür allein auf den Verstand setzen zu dürfen, auf die menschliche [[Ratio]]. Man kann diesen Zusammenhang auch so [[Formulierung|formulieren]]: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil heutige Wissenschaft ausschließlich auf Rationalität setzt, lässt sie nur solche Methoden als wissenschaftlich [[Geltung|gelten]], mit denen die Ergebnisse intersubjektiv überprüft werden können. Das ist zugleich der eigentliche [[Grund]] für die Zergliederung des in seiner Ganzheit lebenden Menschen in unterschiedliche Teilaspekte, die von gegeneinander [[Abgrenzung|abgegrenzten]] wissenschaftlichen Disziplinen je gesondert [[Untersuchung|untersucht]] werden. Mit diesen [[Verfahren]] [[Verbindung|verbinden]] Wissenschaftler die [[Hoffnung]], in der je getrennten Untersuchung des Zerteilten irgendwie einmal zur [[Rekonstruktion]] des Ganzen zu gelangen, die Teilerkenntnisse also wie in einem Puzzle zum Ganzen zusammensetzen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich aber gibt es auf kaum einem [[Gebiet]] heute noch einen Wissenschaftler, der sich umfassend in allen Zweigdisziplinen seines Fachs auskennt. Erst recht ist niemand mehr in der [[Lage]], alle Wissenschaften zu überschauen. Die [[Spezialisierung]] schreitet munter weiter voran und das [[Gegenmittel]] der „interdisziplinären [[Zusammenarbeit]]“ greift nur teilweise und langsam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Yoga und Meditation&#039;&#039;&#039; lehnen – so wie ich die [[Grundlage]]ntexte und die [[Nyaya]]-[[Philosophie]], eine der sieben Hauptschulen der indischen Philosophie verstehe - den [[Rationalität]] rationalen [[Weg]] der Erkenntnis durchaus nicht ab. Denn auch Meditierende leben in dieser Welt der [[Erscheinung]]en und [[Dualität]]en und darin benötigen wir Menschen den [[Verstand]], um uns [[Orientierung|orientieren]] und angemessen [[Handlung|handeln]] zu können. Doch wird den in der Wissenschaft bevorzugten [[Quantität|quantitativen]] und den schon scheel angesehe]en [[Qualität|qualitativen]] Erkenntnisverfahren in den Basistexten der [[Yogaphilosophie]] ein nur [[Begrenzung|begrenzter]] Erkenntniswert in Bezug auf die materielle Welt der Erscheinungen zugebilligt. Die großen Meister der Meditation halten dafür, dass auf diesem Wege weder das [[Wesen]] der Menschen [[Erkenntnis|erkannt]] werden kann noch das der Welt und des Kosmos. Denn das Wesen oder das [[Ganze]]] ist nicht etwa nur mehr, sondern etwas anderes als die [[Summe]] der Teile. Es kann nur in der [[Innenschau]] mittels [[Intuition]], nicht aber [[Rationalität|rational]] erfasst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb bedient sich &#039;&#039;&#039;Yoga&#039;&#039;&#039; der [[Systematik|systematischen]] Innenschau, der Introspektion, wenn man diesen Begriff nicht auf das verkürzt, was die „Introspektionisten“ des beginnenden 20. Jhs. darunter [[Verstand|verstanden]]. Im Yoga und in der Meditation werden Praktizierende systematisch [[Anleitung|angeleitet]], ihre [[Achtsamkeit]] nach innen zu richten und in der Innenschau die [[Kraft]] der Intuition zur [[Erlangung]] von Selbsterkenntnis und von [[Erkenntnis]]sen über die äußere Welt und ihre [[Befindlichkeit]] in ihr zu [[Nutzen|nutzen]]. In der Wissenschaft wird dagegen die Introspektion heute rundweg als unwissenschaftlich [[Ablehnung|abgelehnt]], weil sie angeblich keine [[Möglichkeit]] böte, [[Objektivität|objektive]] Erkenntnisse zu erlangen, die sich nach den gleichen Methoden durch andere überprüfen lassen. Dagegen ließe sich schon Folgendes einwenden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden mehrere Menschen nach den gleichen Methoden im Meditieren angeleitet, dann können mit einiger Übung – wie wir wissen - alle die gleichen oder vergleichbare Erfahrungen machen. Wäre das nicht mit gleichem Recht als intersubjektive Nachprüfung [[Anerkennung|anzuerkennen]] wie die [[Wiederholung]] einer qualitativen soziologischen oder psychologischen [[Studie]], in der sich die Forscher der teilnehmenden [[Beobachtung]] bedienen? Neuerdings aber wachsen mit wissenschaftlichen Methoden und Verfahren zur Untersuchung der [[Struktur]]en und [[Vorgang|Vorgänge]] im [[Gehirn]] die [[Chance]]n, mit allgemein [[Anerkennung|anerkannten]] wissenschaftlichen [[Verfahren]] wenigstens ansatzweise [[Darstellung|darzustellen]], wie sich Yoga und Meditation auf die [[Funktione]]n des Gehirns [[Auswirkung|auswirken]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Intuition]] wird von der Wissenschaft ebenfalls [[Abwehr|abgewehrt]] und kaum je in ihrer [[Bedeutung]] auch für die Wissenschaft anerkannt, geschweige denn im wissenschaftlichen [[Prozess]] systematisch genutzt. Dabei trägt sie zur [[Gewinnung]] wissenschaftlicher Erkenntnisse vielleicht sogar mehr und anderes bei als der [[Verstand]]. Nur wenige Wissenschaftler aber sind so [[Souveränität|souverän]] wie [[Albert Einstein]], sich [[Offenheit|offen]] zur Intuition als dem eigentlichen Vater ihrer [[Entdeckung]] zu [[Bekennung|bekennen]]. Einstein hat in einem Brief oder [[Gespräch]] einmal sinngemäß gesagt, dass ihm die Relativitätstheorie auf einem [[Spaziergang]] in den Bergen plötzlich aufgegangen sei. Nur um sie in [[Wort]]e zu fassen, habe er danach seinen Verstand [[Anstrengung|anstrengen]] müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die meisten Wissenschaftler mit der Intuition [[Probleme]] haben, so liegt das m. E. daran, dass sich, was sie sei, weder einfach [[Definition|definieren]] noch rational [[Erklärung|erklären]] lässt. Man mag sie als [[Unmittelbarkeit|unmittelbare]] [[Eingebung]] [[Beschreibung|beschreiben]] oder als das innere [[Aufleuchten]] einer [[Idee]], woher auch immer sie kommen mag. Wer je in seinem [[Leben]] bei welcher [[Gelegenheit]] auch immer eine solche Eingebung hatte, der weiß, dass sie sich mit aller Kraft des Verstandes aus ihrem [[Versteck]] nicht hervorlocken lässt. Im [[Gegenteil]]: je mehr wir den Verstand anstrengen, ein bestimmtes Problem zu [[Lösung|lösen]], desto mehr [[Schein|scheint]] sich die Lösung zu verbergen. Geben wir alle [[Anstrengung]] auf und legen eine [[Ruhe]]pause ein oder gehen wir erst einmal – wie Einstein – [[Spaziergang|spazieren]] oder auch [[Schlaf|schlafen]], so geschieht es nicht selten genug, oft auch am frühen [[Morgen]] kurz vor oder nach dem [[Aufstehen]], dass sich plötzlich ein [[Aha]]-[[Erlebnis]] einstellt und wir die [[Lösung]] [[Fund|gefunden]] haben. Diese [[Erfahrung]] hat – so [[Gedanke|denke]] ich - jeder von ihnen selbst schon gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Intuition entspringt ganz augenscheinlich einer anderen [[Quelle]] als das verstandesmäßige [[Denken]]. Sie leuchtet zumeist unangekündigt auf und woher sie kommt, ist eine [[Offenheit|offene]] Frage. Steigt sie aus unserem eigenen inneren [[Selbst]] auf oder wird sie uns von einer höheren, [[Gott|göttlichen]] [[Kraft]] außerhalb von uns eingegeben, oder von einem [[All]]-[[Bewusstsein]], das zugleich in uns und außerhalb von uns ist? Dazu mag sich jeder seine eigenen Gedanken machen. Besonders [[Intensität|intensiv]]  – so meine [[Erfahrung]] - macht sich Intuition bemerkbar, wenn ich in die [[Stille]] gehe und [[Meditation|meditiere]]. Sie ist daher für mich recht eigentlich ein Kind der Stille und der Meditation. Diese auf der Erfahrung beruhende [[Einsicht]] machen sich alle Wege der Meditation zunutze. Sie bedienen sich in systematischer Weise der Intuition als Quelle der Erkenntnis. Und daher [[Vermittlung|vermitteln]] alle Schulen den Menschen die [[Fähigkeit]], [[Willen|willentlich]] die [[Sinne]] von der äußeren Welt [[Rückzug|zurückzuziehen]] und in das [[Schweigen]] der [[Worte]] und der [[Gedanken]] zu gehen, und damit in jene Stille, die dem [[Denken]] vorausgeht und aus der allein die [[Stimme]] der Intuition zu uns zu [[Sprache|sprechen]] [[Beginn|beginnt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Neuere Tendenzen einer Annäherung von Wissenschaft und Meditation==&lt;br /&gt;
Alle [[Schule]]n des Yoga und der Meditation haben ihr Wissen [[Jahrhunderte]] lang wie eine Art [[Geheimlehre]] behandelt. Nur an [[speziell]] [[Vorbereitung|vorbereitete]] [[Einweihung|eingeweihte]] [[Schüler]] wurde das Wissen jeweils von einem [[Meister]] direkt [[Weitergabe|weiter gegeben]]. Nach und nach aber haben Yoga und Meditation in Indien einen [[Anerkennung|anerkannten]] [[Platz]] auch im wissenschaftlichen [[Bereich]] erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen [[Rückschritt]] gab es dann während der kolonialen [[Unterdrückung]] des Landes. Doch ist das Band zwischen Yoga und Wissenschaft in Indien nie völlig abgerissen. Nach dem [[Sieg]] der [[Unabhängigkeitsbewegung]] wurden die [[Bande]] in moderner [[Gestalt]] wieder [[Leben|belebt]] und nach und nach fester geknüpft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen gibt es einige vom [[Staat]] als [[Universität]]en anerkannte [[Yogahochschule]]n, in denen anders als in den üblichen [[Ashram]]s Yoga und Meditation nicht nur [[Unterricht|unterrichtet]] werden, sondern zugleich auch Gegenstände der [[Forschung]] sind, zum [[Beispiel]] die Yoga-Universität der [[Sivananda]] Tradition in [[Munger]] und das [[Swami]] [[Rama]] [[Yoga]] [[Gurukulam]] in [[Rishikesh]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Westen]] [[Beginn|begann]] sich erst seit dem 19. Jahrhundert nach und nach für Yoga und Meditation zu [Interesse|interessieren]]. Erste [[Bericht]]e über den Yoga gelangten durch [[Reisende]] und durch Verwaltungsbeamte der britischen [[Kolonialmacht]] in den Westen. [[Verstärkung|Verstärkt]] nahm das [[Interesse]] dann zu als die ersten großen [[Yogameister]] seit dem Ende des 19. Jahrhunderts in den Westen kamen und Yoga und Meditation hier zu [[Verbreitung|verbreiten]] begannen. Beide galten allerdings lange Zeit als zwei verschiedene [[Ding]]e. Yoga wurde mit Nachwirkungen bis heute [[Trennung|getrennt]] von der Meditation als eine Art von spezieller [[Gymnastik]] betrachtet und im [[Hatha Yoga]] verbreitet so unterrichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Weg des Yoga in den Westen begann gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Erst rund 70 Jahre später begann sich die Wissenschaft des Westens für Yoga und Meditation zu [[Interesse|interessieren]], anfangs vor allem in den USA. Nach und nach öffneten sich hier anerkannte große private Forschungsstätten, Kliniken und Universitätsinstitute für Forschungen über Yoga und Meditation. Dieser Prozess nahm in den siebziger Jahren des 20. Jhd. einen größeren Aufschwung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grob gesagt kann damit die wissenschaftliche Forschung über Yoga und Meditation in den [[USA]] heute auf eine [[Geschichte]] von ca. 35 Jahren zurückblicken. Doch sind bereits in dieser [[Relativität|relativ]] kurzen Zeit unzählige [[Studien]] von Psychologen und Medizinern über die präventiven [[Gesundheit|gesundheitlichen]] [[Wirkung]]en des Yoga und der Meditation durchgeführt worden. An großen [[Klinik]]en wie u. a. an der [[Herz]]spezialklinik von Dr. Dean [[Ornish]] wurden beide auch auf ihre [Therapie|therapeutischen]] Wirkungen hin [[Erprobung|erprobt]]. Die [[Ergebnis]]se dazu sind in vielen Begleituntersuchungen [[Dokumentation|dokumentiert]] worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit einiger [[Verzögerung]] schwappte das wissenschaftliche [[Interesse]] am Yoga dann seit dem Beginn der 80er Jahre nach [[Europa]] herüber, kam aber in Deutschland so ziemlich zuletzt an, nämlich erst Ende der 80er Jahre. Immerhin gibt es auch in Deutschland nun schon seit mehr als einem Jahrzehnt eine sich langsam [[Etablierung|etablierende]] [[Yogaforschung|Yoga]]- und  Meditationsforschung]]. Die erst im Juli 2000 gegründete [[Society]] for [[Meditation]] and Meditation [[Research]] hat bereits drei wissenschaftliche [[Kongress]]e durchgeführt bzw. mit [[Veranstaltung|veranstaltet]] (2001 in Heidelberg, 2002 in Bochum und 2004 in Köln). Dieser Kongress hier ist nun der vierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts gibt es weltweit ein stärker zunehmendes wissenschaftliches Interesse an Yoga und Meditation. In Bibliographien aus neuerer Zeit werden über 900 zumeist englischsprachige [[Empirik|empirische]] Studien und [[Theorie|theoretische]] Arbeiten [[Nachweis|nachgewiesen]] und zwar über 300 allein zum [[Thema]] [[Stress]]bewältigung durch [[Yoga]] und [[Meditation]]. Etwa gleich groß ist die Anzahl der [[Psychologie|psychologischen]] und [[Medizin|medizinischen]] Studien über Yoga für [[Kinder]] und [[Jugendliche]] und über Yoga und Meditation für alte [[Mensch]]en. Diese Bibliographien wurden in den USA erstellt und [[Erfassung|erfassen]] einigermaßen vollständig nur die englischsprachige [[Literatur]], nicht aber Studien in anderen [[Sprache]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stützten sich wissenschaftliche [[Untersuchung]]en anfangs zumeist auf die [[Befragung]] [[Praxis|Praktizierender]], auf psychologische [[Test]]s und auf andere relativ weiche [[Methode]]n der Untersuchung und [[Datenerhebung]], so hat die Forschung auf diesem Gebiet seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts einen qualitativen [[Sprung]] getan und so eine neue [[Stufe]] [erreichen|erreicht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[EEG]]-[[Verfahren]] zur [[Messung]] der Gehirnströme und Bild gebende Verfahren zur Untersuchung der [[Gehirnaktivitäten]] im [[Zustand]] der Meditation in Kernspingeräten erlauben zwar noch keinen [[Perfektionismus|perfekten]] [[Einblick]] in das, was im [[Gehirn]] Meditierender vorgeht. Sie lassen aber nach und nach immer deutlicher erkennen, dass Meditation gehirnphysiologische [[Wirkung]]en hat, die als erhöhte [[Geist|geistige]] [[Wachheit]] und [[Konzentration]] bei gleichzeitiger tiefster [[Entspannung]] zu deuten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist in meinen Worten eines der wichtigsten Ergebnisse einer noch nicht publizierten, aber schon zur [[Veröffentlichung]] angenommenen bibliographischen Studie von Cahn und Polich, zweier amerikanischer Wissenschaftler von der University of [[California]] und vom renommierten Scripps Research [[Institute]]. Die [[Autor]]en haben nahezu 350 neuere und neueste empirische Studien vergleichend [[Auswertung|ausgewertet]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein großer Teil davon gilt den im EEG und im Kernspin messbaren Wirkungen der Meditation auf die Aktivitäten des Gehirns. Die auch nur grob gekürzte [[Wiedergabe]] von [[Detail]]s ihrer Ergebnisse will ich den [[Fach]]wissenschaftlern überlassen, weil das zu sehr ins Fach[[spezifisch]]e geht, von dem andere hier im Saal, wie vor allem Ulrich Ott, der deutsche [[Spezialist]] auf diesem Gebiet der Forschung, mehr [[Verstand|verstehen]] als ich. Hier nur einige kurze [[Zitat]]e aus der [[Zusammenfassung]] in [[Übersetzung]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die klinische [[Anwendbar]]keit solcher Methoden der Meditation voran bringen zu können, sei &#039;&#039;„eine [[Fortsetzung]] derartiger Untersuchungen und die [[Vergleich|vergleichende]] [[Bewertung]] ihrer Ergebnisse notwendig.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Eine große Herausforderung für die [[Grundlage]]nforschung zur Meditation verbleibt die eindeutige quantitative Unterscheidung und [[Topographie|topographische]] [[Darstellung]] des Unterschieds zwischen Meditation und Zuständen beginnenden Tiefschlafs. (……..)“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Obwohl eine umfassende empirische und theoretische Grundlage noch fehlt, ist jedenfalls eindeutig, dass „die [[Funktion]]sweise des [[Zentrale|zentralen]] [[Nervensystem]]s durch Meditation [[Beeinflussung|beeinflusst]]“ wird. Der spezifische [[Nutzen]] meditativer Praktiken in [[Verbindung]] mit psychologischen und [[Neuropharmakologie|neuropharmakologischen]] [[Therapie]]n ist eine große [[Triebkraft]] für [[Zukunft|künftige]] Studien.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse solcher Studien sind auch in [[Öffentlichkeit|populär]]wissenschaftlichen [[Bericht]]en schon [[Verbreitung|verbreitet]] worden. So z. B. in dem [[Artikel]] „Die neuronale [[Erleuchtung]]“ von &#039;&#039;&#039;Ulrich Kraft&#039;&#039;&#039; in „Gehirn und Geist“ Heft 10 2005, S.12 ff. Selbst Tage[[zeitung]]en wie die Süddeutsche haben dieses Thema bereits aufgegriffen, SZ 68. Ausgabe, 2005 S.11 „Mönche in der Magnetröhre“ ebenfalls von &#039;&#039;&#039;Ulrich Kraft&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch an deutschen Universitäten gibt es inzwischen Wissenschaftler, die sich im [[Kontext]] von Forschungen über die Funktionsweise des Gehirns (wie z. B. über Neurokognition) für die Wirkungen der Meditation auf die Funktionen des Gehirns interessieren. Anstatt Meditationsforschung weiterhin pauschal abzulehnen und für Rufschädigung zu halten, nehmen sie Forschungen dazu auf und [[Betreuung|betreuen]] [[Diplom]]- und [[Doktor]]arbeiten zu dieser Thematik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Große Meditationsmeister, wie z. B. der [[Dalai Lama]] und Sri [[Swami]] [[Veda]] [[Bharati]], die beide in engem [[Austausch]] miteinander stehen, [[Unterstützung|unterstützen]] die [[Bemühung]]en der Wissenschaft. Sie stellen sich selbst für [[Untersuchung]]en der [[Zustand|Zustände]] ihres [[Bewusstsein]]s in der Meditation zur [[Verfügung]] und fordern ihre Schüler auf, das ebenfalls zu tun. Dieser [[Aufforderung]] bin ich in Bremen vor vier Wochen nachgekommen. Von hier aus möchte ich Meditierende aller [[Richtung]]en mit längeren [[Erfahrung]]en, aber auch Anfänger in der Meditation dringend bitten, sich im Interesse der an dieser Thematik arbeitenden Nachwuchswissenschaftler ebenfalls auf eine solche Untersuchung einzulassen. Für mich war es eine [[Erfahrung]], die mich auch ganz persönlich [[Bereicherung|bereichert]] und auf meinem [[Weg]] vorangebracht]] hat. Vor allzu großen [[Erwartung]]en in diese Forschungen – so denke ich - muss [[warnung|gewarnt]] werden. Die hier [[Präsenz|anwesend]]en Wissenschaftler, die schon jetzt an derartigen Studien arbeiten oder sie unterstützen, wissen besser als ich um die [[Möglichkeit]]en und [[Grenze]]n dessen, was auch mit den neuesten Apparaturen technisch machbar ist. Eines, so scheint mir, kann jetzt schon gesagt werden: Das Eigentliche, worum es der Meditation geht, die subjektive Erfahrung des [[Wille|willentlich]] herbeigeführten anderen, höheren [[Zustand]]s des Bewusstseins, wie immer man den in den [[Unterschied||unterschiedlichen]] Traditionen bezeichnen mag - [[Samadhi]] oder [[Satori]] oder [[Befreiung]] - wird für die Wissenschaftler ein [[Geheimnis]] bleiben. Was es subjektiv [[Bedeutung|bedeutet]], in den Zustand des Samadhi oder in die große [[Leere]] [einzutreten, diese Erfahrung erschließt sich nur dem, der die meditative [[Reise]] in das nahe liegende und dennoch unbekannte [[Innere]] antritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Eigene Erfahrung als Yogalehrer und Wissenschaftler==&lt;br /&gt;
Zusammenfassung meiner eigenen Erfahrungen in zwei Sätzen: Ich kann als Wissenschaftler Yoga betreiben und Yogalehrer sein, ohne mich von der Wissenschaft lossagen und meinen rationalen Verstand an der Garderobe abgeben zu müssen. Ich [[Gewinn|gewinne]] sogar etwas auch für die Wissenschaft [[Wichtiges]] hinzu: eine [[Verstärkung|verstärkte]] [[Intuition|intuitive]] Kraft, die in meinen Meditationen von Zeit zu Zeit mit kleineren oder größeren Erkenntnissen aufleuchtet! Der anfangs befürchtete [[Spagat]] ist für&lt;br /&gt;
mich inzwischen ein erträgliches Stehen auf beiden Beinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Persönlichem habe ich [[Beginn|begonnen]] und damit will ich schließen. Warum ich nach meiner [[Tumor]]operation den spirituellen Weg eingeschlagen habe und nicht wieder in die alten Geleise zurück geraten bin, wie man das immer wieder von Menschen nach ähnlich einschneidenden Erfahrungen hört, mag mit der folgenden Geschichte zusammenhängen. Sie deutet darauf hin, dass ich schon seit meiner Schulzeit auf dem spirituellen Weg war, ohne das selbst zu wissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Albrecht Haushofer, ein bedeutender Wissenschaftler und Dichter, den die Nazis wegen [[Zugehörigkeit]] zum [[Widerstand]] zum [[Tod]]e [[Verurteilung|verurteilt]] und in Moabit hingerichtet haben, hat in seiner [[Tod]]eszelle wunderbare Sonette geschrieben, darunter eines auf eine Mücke, die er im ersten [[Impuls]] erschlagen wollte, dann aber [[Ruhe|ruhig]] [[Beobachtung|beobachtete]], während sie sich von seinem [[Blut]] nährte. Die letzten Zeilen dieses Gedichts lauten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Wir sind ja beide, Mensch und Mücke, nichts als kleine Schatten eines großen Lichts“.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beeindruckt von diesem [[Gedicht]] habe ich als Schüler 1957 ein Jahr vor dem Abitur vom Spätherbst an täglich im Erdkundezimmer, das ich damals verwaltete, eine Mücke genährt. Beim ersten Mal habe ich meinen Finger unmerklich langsam an sie angenähert, bis sie aufsprang, [[Stich|stach]] und zu saugen begann. Als sie rundum gesättigt war, setzte sie sich wieder auf ihren [[Platz]] am Fenster und dort saß sie von da an immer, bis ich morgens kam und ihr wieder meinen [[Finger]] anbot. Am Tag vor den Weihnachtsferien habe ich sie mittags vor dem Verlassen der Schule noch einmal saugen lassen und als ich im Januar wieder in die Schule kann, lag sie tot auf dem Fensterbrett genau unter der Stelle, wo sie vergeblich auf meinen Finger gewartet haben mag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kann mir irgend jemand [[Erklärung|erklären]], warum ich von da an in meinem ganzen [[Leben]] von Mücken in den verschiedensten [[Nähe|nahen]] und [[Ferne|fernen]] [[Gegend]]en der [[Welt]] fast immer nur dann gestochen worden bin, und zwar selbst in den dicksten Schwärmen, wenn ich es ihnen angeboten oder mindestens [[Mentalität|mental]] [[Erlaubnis|erlaubt]] habe? Könnte das kausal mit meiner Blutspende an die Mücke in meiner Schulzeit zusammenhängen? Und um welche [[Art]] von [[Kausalität]] handelt es sich? Um eine im [[Sinne]] der Naturwissenschaft? Hat mein [[Handeln]] eine auf mich bezogene [[Genetik|genetische]] Stechhemmung in allen Mückenarten der Welt [[Wirkung|bewirkt]]? Oder folgen die Mücken einer Art [[Moral]][[kodex]], der ihnen [[Verbreitung|verbietet]], ohne [[Einwilligung]] das Blut von [[Wohltäter]]n der [[Spezies]] anzuzapfen? Oder hat meine Mücke damals [[Stellvertretung|stellvertretend]] für ihre Artgenossen einen [[Vertrag]] mit mir geschlossen, besiegelt mit meinem Blut, an den sich alle Mücken der Welt bis heute halten, weil sie anders als wir Menschen von [[Natur]] aus vertrags[[treu]] sind? Die wenigen [[Ausnahme]]n, die es auch gegeben hat, erkläre ich mir damit, dass mich diese Mücken irrtümlich für einen anderen [[Mensch]]en oder gar für ein [[Tier]] gehalten haben. Warum sollten sich nicht auch Mücken irren? Selbst Wissenschaftlern geht es ja oft nicht anders. Ist doch die [[Geschichte]] der Wissenschaft zugleich auch die Geschichte wissenschaftlicher Irrtümer. Leider sind nur wenige Wissenschaftler zu [[Lebzeiten]] so [[selbstkritisch]] wie jener in den Geschichten des weisen Brecht vom Herrn Keuner. Der antwortete auf die [[Frage]], was er tue: &#039;&#039;&amp;quot;Ich bereite gerade meinen nächsten [[Irrtum]] vor&amp;quot;!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Schlussentspannung]]: [[Atem]][[achtsamkeit]]&lt;br /&gt;
R. W.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sonstiges==&lt;br /&gt;
Vgl. auch  etwa:&lt;br /&gt;
[[Buddhismus]]:  zum Beispiel der [[Dalai Lama]], Yongey Mingyur Rinpoche oder [[Jack Kornfield]] erklären, dass der  bis zur heutigen [[Praxis]] weniger eine [[Religion]] als vielmehr eine Wissenschaft des Geistes ist: ...erprobt, hat überprüfbare ... Beschreibungen für menschliches Empfinden und Verhalten;  konkrete Übungen und Techniken zur [[psychotherapie|Überwindung]] vieler menschlicher Konflikte und Sorgen. Damit überbrückt der Buddhismus die oft als schmerzlich empfundene Kluft zwischen Wissenschaft und Religion, zwischen Innovation und alter Überlieferung. ..&lt;br /&gt;
[[Albert Einstein]]: wenn  Religion - mit den Erfordernissen der modernen Wissenschaft vereinbar -  er (B.)Carl Friedrich von Weizsäcker stellte sich en Zukunftsmenschen als ein Individuum vor, in dem christliche [[Psychotherapie|Ethik, wissenschaftliches Denken und die buddhistischen Stärken]] integriert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein eventuelles Beispiel: Sogenannte [[Nonne]]nstudien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;In Amerika (..)  600 Nonnen eines katholischen Ordens (gaben..)  ihr Gehirn der Wissenschaft. Die Schwestern wurden im regelmäßigen Abstand (und) die Hirne nach dem [[Tod]] untersucht. Da gab es Nonnen, die waren blitzgescheit bis zu ihrem Tod und hatten doch Gehirnveränderungen, die auf ein schwerstes Alzheimer-Stadium hindeuteten. Das Gleiche sehen wir bei Parkinson.&amp;quot;   Trotz der objektiven [[Messung]] (posthum): sie waren  gesund geblieben. Wahrscheinlich schützten ein regelmäßiger Tagesablauf mit [[Zeit]] für ein geradezu [[heilig]]es [[mehr]] im [[Kloster]] ohne [[fernsehen|Informationsfluten]]; und auch [[Mittelmaß|maßvolle]] [[körper]]liche Bewegung, gesunde [[Ernährung]] ohne  zu [[Nikotin|rauchen]], [[Singen]]... (vgl wikipgenauer / zu belegen / eigener Artikel vielleicht):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Wissenschaftliche Studien]]&lt;br /&gt;
* [[Kunst]]: [http://mein.yoga-vidya.de/video/om-namo-nayanaya-geschichte]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p42_Die-Wissenschaft-des-Pranayama/ Swami Sivananda: Die Wissenschaft des Pranayama]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p208_Bleep---What-the-Bleep-do-we--now--/ Bleep - What the Bleep do we (k)now!]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/ayurveda/ Ayurveda - die Wissenschaft vom Leben]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/center/haus-bad-meinberg/yoga/was-ist-yoga/ Was ist Yoga?]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/wissenschaft/ Yoga als universelle Wissenschaft]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Buch/Wissenschaft/science00.htm Online Buch: Yoga als eine universelle Wissenschaft]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/yogatherapie/lesestoff/wissenschaftl-arbeiten/ Wissenschaftliche Arbeiten]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/service/presse/pressemitteilungen/detailansicht/article/forschungspreis-fuer-meditation-bei-yoga-vidya-in-bad-meinberg-vergeben/ Forschungspreis für Meditation bei Yoga Vidya]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/tag/wissenschaftliche-arbeiten/ Wissenschaftliche Arbeiten - Highlights]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/yogatherapie/lesestoff/artikel/ Yoga im Spiegel der Wissenschaft]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/interessengebiet/yoga-und-meditation-einfuehrung/ Yoga und Meditation Einführung]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Multimedia==&lt;br /&gt;
===Thomas Hübl: Inner Science - Die Wissenschaft des Erwachens===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|pAYAbtDRxfg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vortrag von Sukadev: &amp;quot;Braucht Yoga die Wissenschaft&amp;quot;?===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|1Qu4nRajEfg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vortrag: Meditation in naturwissenschaftlicher Forschung===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|UC6Xozp03Tc}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Quantenaktivist===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|kGbiR2MORYw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Weitere Gedanken zum Thema====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039;&#039;   erweitert das [[Vidya|Wissen]] durch methodische Forschung  nach neuen Erkenntnissen. [[Statistik|Statistische]] Tabellen gehen immer mehr in [[Messung|Einzelheiten]] der [[Psychologie]] beispielsweise, fort von ganzheitlicher [[Erfahrung|Praxis]] -  das   unterscheidet sich von [[Weisheit]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dogmatische Lehrsätze, womöglich  an  &amp;quot;die Erde ist eine Fläche&amp;quot; [[glauben]] zu sollen, sind sowieso [[Eignung|etwas anderes]]... verglichen mit  [[sinn]]voller [[Tradition]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemein gibt es in der [[Wirkungsforschung]] [[logos|viele Ursachen zugleich]], von denen oft schon eine wirkt... Menschen sind sehr unterschiedlich etc... Indes:  [[Wirkungen des Yoga]] und der [[Meditation]] lassen sich auch [[Wissenschaftliche Studien|beforschen]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vgl.: &amp;quot;&#039;&#039;Altes Wissen schafft neue Wissenschaft&#039;&#039;: Erkenntnisse [[mode]]rner &#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; stützen und bestätigen das intuitive [[Erfahrung]]swissen der alten [[Yogi]]s  [[mehr]] und mehr:  Kongress 11/2011 [https://www.yoga-vidya.de/events/yoga-kongress/]&amp;quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;&amp;quot;Wissenschaft hilft gegen [[Scharlatan|Aberglauben]] und etwa Schwermetall-Gifte [[Mode|früher]] in [[Ayurveda]] Heilmitteln (...) Und nach einiger [[Zeit]] wirken viele Forschungsergebnisse wieder [[Fahrender yogi|überholt]].&amp;quot; [[Zitat]] provisorisch ungenau, hier ab zu tippen: [ http://mein.yoga-vidya.de/video/satsang-vom-yoga-kongress-2011-bei-yoga-vidya-bad-meinberg]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
.....&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwa teilnehmender Beobachtung[http://de.wikipedia.org/wiki/Teilnehmende_Beobachtung] oder auch ethnologischen Studien-Reportagen  wie denen der Margaret Mead  wird von   der  &#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; oft  zu wenig [[Distanz]] vorgeworfen. Große Zahlen - wie auch im [[Breitensport]] - sind etwas anderes...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ein möglicher Satz dazu: &lt;br /&gt;
::&#039;&#039;Wo kriege ich mehr (Anhänger) statt was ist richtig; so sind auch [[Öffentlichkeit|Umfrageergebnisse]] über was man tut etc. kein in sich Maßstab für das [[Wahrheit|Wahre]] und das Richtige, wie man lebt&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Unterschied zwischen Wünschenswertem, auch wenn &#039;&#039;wissenschaft&#039;&#039;lich belegt - und trotzdem evtl. ganz abweichender [[Praxis]] (erforschen): die Kluft...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch [[Binsenwahrheit|Binsenwahr]]:  die Naturwissenschaften werten gern die anderen  mit  so vielschichtigen  Gegenstandsbereichen wie  [[Seele]],   [[Tradition]]...als Müll&#039;&#039;wissenschaften&#039;&#039; / zweiter Klasse ab, u. a. weil Handlungswissen für Märkte fehlt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indes: Gerade auch die [[Bhagavadgita]] wird u.a. &amp;quot;&#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; des Lebens&amp;quot; genannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Swami]] [[Sivananda]] beschreibt &#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; im [[Fliegender Yogi|technischen]] [[Zeit]]alter auch geradezu mit [[Distanz]].  und: &amp;quot;&#039;&#039;7. Schulbildung ist unvollständig, solange sie nicht einführt zu vermitteln, dass Wissen unbegrenzt ist.&#039;&#039;&amp;quot; ([[Göttliches Elexier]], 9)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere mögliche [[Zitat]]e: &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;ein [[tor|Schlüssel]] jenseits all unseres angehäuften [[Vidya|Wissen]]s und der vielen Worte, die uns den Blick auf uns selbst und die Welt eher verstellen als erhellen.&amp;quot; (Hempel, [[Reclam Verlag]] [[Zen]]-[[Yoga]], S. 10)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;Es gibt eine berühmte Unterweisung in der [[Zen]]-[[Tradition]], in der ein Schüler nach dem [[Mond]] fragt. Ein Zweig wird benutzt, um auf ihn zu zeigen, und die Lehre warnt uns, den Zweig nicht mit dem Mond zu verwechseln. Das Problem [[bibliotherapie|mit den Worten]] ist, dass sie Zweige sind – sie können nie der Mond sein. Im besten Fall sind sie [[Sundaram|wunderschöne]] Zweige, die die Form, das [[Licht]] oder die Herrlichkeit des Mondes beschreiben und es unseren Augen erlauben, ihn direkt anzusehen. Im schlimmsten Fall sind sie weitverzweigte Äste, die sich in viele Richtungen ausbreiten und uns noch mehr durcheinanderbringen. &lt;br /&gt;
&amp;quot;S. 9 hier:  [http://theseus-verlag.de/Verlage/Theseus/Theseus-Top-10-Bestseller/Schatten-auf-dem-Pfad.html]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Studien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga und Wissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sutra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Wissenschaft&amp;diff=46757</id>
		<title>Wissenschaft</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Wissenschaft&amp;diff=46757"/>
		<updated>2013-02-27T08:03:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sutra: /* 1. Blick: Yoga und Wissenschaft. */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Wissenschaft und Yoga - gegensätzliche Welten?==&lt;br /&gt;
Artikel von R. W., erschienen im Yoga Vidya Journal Nr. 15, Frühjahr 2006. Entstanden aus einer Niederschrift eines Vortrags bei einem Kongress „[[Yoga]] und [[Meditation]]“ bei Yoga Vidya Bad Meinberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemeldet habe ich mich zu diesem Kongress mit dem Angebot, in einem Workshop oder Arbeitskreis von meinen persönlichen [[Erfahrung]]en als [[Wissenschaft]]ler und [[Yogalehrer]] zu berichten. Als ich mich dann im Kongressprogramm unversehens als Redner für den Eröffnungsvortrag wieder fand, schien mir, dass dafür ein lockeres Plaudern über meine Erfahrungen nicht ganz angemessen sei. Deshalb müssen sie sich nun einen Vortrag zumuten lassen. Um diese [[Zumutung]] aber in [[Grenze]]n zu halten, werde ich mehrfach eine Denkpause einlegen. Dann haben sie und ich [[Gelegenheit]], uns kurz zu [[Sammlung|sammeln]] und die Eingangsübung zu wiederholen. Beginnen will ich mit dem, was angekündigt war und nun in den Untertitel gerutscht ist: dem Biographischen. Es folgen dann vier Blicke auf das [[Thema]]. Als erstes will ich zeigen, dass Wissenschaftler, vor allem in Deutschland, Yoga und Meditation ganz verbreitet für etwas [[Irrationalität|Irrationales]] und damit Unwissenschaftliches halten. Als zweites werde ich auf begründete [[Zweifel]] eingehen, die in der neueren philosophischen [[Diskussion]] an der vermeintlichen [[Rationalität]] der Wissenschaft vorgebracht worden sind. Als zweites will ich aus meiner Sicht [[Gemeinsamkeit]]en und Unterschiede im Verhältnis von Yoga und Wissenschaft aufzeigen. Als viertes schließlich möchte ich von einigen neueren [[Entwicklung]]en im Verhältnis von Wissenschaft und Yoga berichten. Sie lassen darauf hoffen, dass sich westliche Wissenschaft und östliche [[Weisheit]]slehren und Meditationsschulen allmählich doch für einander öffnen und zu einem wechselseitig [[Fruchtbarkeit|fruchtbaren]] [[Austausch]] gelangen könnten. Ein noch winziger [[Hoffnung]]sschimmer ist die „Society for Meditation and Meditation Research“, die diesen Kongress mit veranstaltet. Die [[Widerstand|Widerstände]] gegen einen [[Wandel]] sind freilich stark und der [[Weg]], sie zu [[Überwindung|überwinden]] wird lang und [[Beschwerlichkeit|beschwerlich]] sein. Machen wir uns da nichts vor!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Nun aber erst zum Persönlichen===&lt;br /&gt;
Von 1974 bis zur Pensionierung im Februar 2003 habe ich an der Uni Bremen [[Arbeit]]srecht gelehrt. Mit nur einer längeren [[Unterbrechung]] bin ich meinen [[Aufgabe]]n in [[Forschung]] und [[Lehre]] nach besten [[Kräfte]]n nachgekommen. Schon seit meiner [[Student]]enzeit habe ich mich der [[Politik|politischen Linken zugeordnet, jedoch ohne [[Bindung]] an eine Partei. Seit 1972 bin ich Gewerkschaftsmitglied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weltanschaulich hielt ich mich bis in mein 50stes Lebensjahr für einen am Marxismus orientierten [[Atheist]]en, war aber eher ein nicht ganz [[Unglaube|ungläubiger]] Nichtchrist. Wenn ich noch während meiner Lehrtätigkeit in den neunziger Jahren Yogalehrer wurde und zwar in der [[Spiritualität|spirituellen]] [[Tradition]] der[[ Meister]] des [[Himalaya]]s, so hat das mit der bereits erwähnten [[Unterbrechung]] zu tun und die war durch eine einschneidende [[Lebenskrise]] [[Zwang|erzwungen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Mitte meines 50. Lebensjahrs brach die Fassade des linken und dennoch durchaus [[Erfolg|erfolgreichen Akademikers schlagartig zusammen. Meine [[Ehe]] war längst [[Bruch|zerbrochen]]. Die [[Hoffnung]]en, sie wieder kitten zu können, zerschlugen sich endgültig im Juli 1988, als ich kurz vor einer geplanten Forschungsreise nach Japan auch [[Körper|körperlich]] und [[Psyche|psychisch]] zusammenbrach: [[Diagnose]] Gehirntumor. Vor und während der 4 Std. dauernden [[Operation]] hatte mein [[Leben]] - wie mir der operierende [[Arzt]] später sagte - an einem seidenen [[Faden]] gehangen. Diese [[Erfahrung]] [[fordern|forderte]] einige Tage nach der OP meinen [[Lebensmut]] heraus und führte noch in der [[Klinik]] zu dem [[Entschluss]], mich und mein Leben von [[Grund]] auf zu [[ändern]]. Schon ab Februar 1989 besuchte ich [[Yogakurs]]e und [[praktizieren|praktizierte]] täglich morgens eine Stunde lang oder auch länger [[Yogaübung]]en. Daneben hätten sie mich damals in [[Therapie|psychotherapeutischen]] [[Sitzung]]en und als zumeist einzige männliche [[Teilnehmer]]in in einer Frauentanzgruppe und beim Tango Argentino treffen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ich nach der erzwungenen [[Pause]], körperlich noch gezeichnet, meine [[Tätigkeit]] an der [[Uni]] wieder [[Aufnehme|aufnahm]], merkte ich schon bald an den [[Blick]]en meiner Kolleginnen und [[Kollege]]n, dass sie mich mindestens für wunderlich, wenn nicht gar für leicht [[Anormalität|anormal]] hielten, für einen mit einem Dachschaden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einige meiner Kollegen war das [[Maß]] dann offenbar voll, als sich folgendes ereignete: vom Bremer Regionalfernsehen wurde ich für einen gesundheitspolitischen [[Beitrag]] um ein [[Interview]] zu der [[Frage]] [[gebeten]], wie sich mein Leben durch [[Krankheit]] und [[Operation]] [[Veränderung|verändert]] habe. Dieses Interview wurde auf meinen [[Vorschlag]] nach einer kurzen [[Sequenz|Tanzsequenz]] im Kreise meiner Frauengruppe aufgezeichnet und war sehr kurz. Denn ich sagte sinngemäß eigentlich nur, dass ich - wie man ja sehen könne - meine [[Lebenszeit]] jetzt anders und intensiver [[Nutzen|nutze]] und mir meine [[Arbeit]] nicht mehr das Wichtigste im Leben sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vermutlich in [[Reaktion]] auf dieses Interview fragte einer meiner Jurakollegen bei einer auf [[Gesundheitswissenschaft]] [[Spezialisation|spezialisiert]]en Kollegin an, ob noch [[Normalität|normal]] sei, was ich da triebe. Die Kollegin, die mich gut kannte, [[Information|informierte]] mich, ohne den [[Name]]n zu nennen. Sie hatte ihm gesagt, er solle mich selbst [[Frage|fragen]]. Ich weiß bis heute nicht, wer es war und auch nicht was ich [[Antwort|geantwortet]] hätte, habe aber von da an in meinem [[Fachbereich]] [[Friheit|frei]] nach dem [[Motto]] gelebt: &amp;quot;Ist der [[Ruf]] erst ruiniert…..&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach ca. zwei Jahren der [[Yogapraxis]] [[Entschluss|entschloss]] ich mich, eine [[Ausbildung]] zum [[Yogalehrer]] [[Aufnahme|aufzunehmen]]. Zu dieser [[Zeit]] war trotz erster positiver [[Erfahrung]]en auch in meinem [[Kopf]] noch die [[Sperre]], dass es sich beim Yoga um etwas Irrationales handele. Vor allem die Meditation hielt ich für [[Unvereinbarkeit|unvereinbar]] mit meiner [[Verpflichtung]] auf die wissenschaftliche Rationalität. Wie würde ich den [[Spagat]] zwischen diesen beiden [[Gegensatz|gegensätzlichen]] Welten aushalten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dieser bangen Frage fuhr ich im Februar 1992 in das erste Ausbildungswochenende am &amp;quot;[[Himalaya Institut]] für [[Yogawissenschaft]] und [[Philosophie]]&amp;quot;. Wegen dieses Namens meinte ich, mit meinen [[Zweifel]]n hier am besten aufgehoben zu sein. Schon am ersten [[Tag]] [[Erfüllung|erfüllte]] sich meine [[Erwartung]] voll. Bis heute [[Begleitung|begleitet]] mich seitdem die [[Botschaft]] des Ausbildungs[[leiter]]s, Wolfgang Bischoff. Er begann zwar seinen [[Einführung]]s[[vortrag]] mit einem für mich damals noch befremdlichen [[Sprechgesang]], einem [[Mantra]], befremdlich, weil ich da das Irrationale des Yoga auf mich zukommen sah, doch schloss er den Vortrag mit den [[Wort]]en: &amp;quot;Glaub mir kein Wort, [[Zweifel|bezweifle]] alles, was ich sage, aber mach die Übungen, die ich dir empfehle und überprüfe selbst!&amp;quot; Das entsprach voll meinem Credo als Wissenschaftler! In Ahrensburg lernte ich nicht nur Yoga-Übungen und erste Meditationen, sondern erhielt auch [[Kenntnis]]se über die indische Philosophie, vor allem über die Yoga-, [[Sankhya|Samkhya]]- und [[Vedanta]]philosophie. Hinzu kamen Anstöße, auch über Grundfragen von Wissenschaft und Philosophie des Westens nachzudenken, die mich seit meinem [[Studium]] kaum noch [[Beschäftigung|beschäftigt]] hatten. Vor allem [[Bewegung|bewegte]] mich die Frage: Was eigentlich ist Wissenschaft? Da war ich nun viele Jahre beruflich als Wissenschaftler tätig gewesen, aber kaum je war mir diese Frage in den [[Sinn]] gekommen oder gestellt worden. Nun konnte und wollte ich sie nicht länger [[Verdrängung|verdrängen]]. Damit bin ich über das Persönliche des Unterthemas beim [[Sachlichkeit|Sachlichen]] und beim [[Thema]] angekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wissenschaft und Yoga – gegensätzliche Welten?===&lt;br /&gt;
Dazu zwei Vor[[bemerkung]]en:&lt;br /&gt;
1. Soweit im Folgenden von Yoga die [[Rede]] ist, meint das für mein [[Verständnis]] immer auch die Meditation in einer [[denkbar]] breiten Palette von Übungs[[methode]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
n. Denn Yoga [[zielen|zielt]] – das muss ich hier nicht [[näher]] [[ausführen]] - in allen seinen [[Teile]]n [[letztlich]] auf die Meditation als der [[oberste]]n [[Stufe]] des achtstufigen Weges nach [[Patanjali]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seinem [[Yogasutra|Yoga Sutra]] zufolge [[dienen]] die [[körperlich]]en [[Übung]]en (Asanas) nur dem [[Zweck]], Menschen auf die Meditation [[vorbereiten|vorzubereiten]]. Sie sollen [[befähigen|befähigt]] werden, über eine längere Zeit im [[aufrecht]]en [[Sitz]] zu [[meditieren]], ohne durch körperliche und [[mental]]e [[Störung]]en [[ablenken|abgelenkt]] zu werden. Dem [[gleich]]en [[Zweck]] dienen die Übungen mit dem [[Atem]] und der [[Lebensenergie]] ([[Pranayama]]) und das [[Zurückziehen]] der [[Sinne]] von den [[Objekt]]en der [[äußere]]n Welt ([[pratyahara]]). Wegen der [[zentral]]en [[Rolle]] der Meditation im Yoga nach Patanjali prägte mein [[Lehrer]], [[Sri]] [[Swami]] [[Rama]], einer der [[bedeutend]]sten [[Yogi]]s des vorigen Jahrhunderts, die [[Definition]]: „Yoga is meditation in action“ zu dt. „Yoga ist Meditation im [[Handeln]]“ oder auch „ist [[Achtsamkeit]] im Handeln“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Unmittelbar beziehen sich meine [[Ausführung]]en zwar nur auf den Yoga. Doch stehen sie für das [[Verhältnis]] der Wissenschaft zu anderen [[spirituell]]en [[Lehre]]n und Meditationspraktiken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1. Blick: Yoga und Wissenschaft.===&lt;br /&gt;
Auf den ersten [[Blick]] [[scheinen|scheint]] es aus der [[Perspektive]] beider – des Yoga wie der Wissenschaft - keine einander fremderen Welten zu geben als eben diese beiden. Wie suspekt vielen Wissenschaftlern alle östlichen Weisheitslehren und alles ist, was mit Meditation zusammenhängt, mag folgendes [[Zitat]] aus dem philosophischen Beitrag eines Professors der Paläobiologie und Geologie [[belegen]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Heute [[tauchen]] vereinzelt [[Missionar]]e des Irrationalen in der [[Ethnologie]] und [[Anthropologie]] auf, kann in der Philosophie die Ablehnung der reinen, der [[wissenschaftlich]]en [[Ratio]] zu einem Plädoyer für die Einbeziehung der [[Mystik]] und Meditation (…) werden. Selbst in den auf [[nüchtern]]e [[Sachlichkeit]] so [[bedacht]]en [[Naturwissenschaften]] sägen heute einige dem Irrationalen Zuneigende [[eifrig]]st am eigenen Ast. Nicht zuletzt eine Reihe von Physikern, die sich (…) in den Irrgarten ostasiatischer Mystik oder in [[parapsychologisch|parapsychologische]], dubiose [[Winkel]] [[verirren|verirrt]] haben!“&#039;&#039; 1*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[Anmerkung]]en zu dieser Textstelle [[erfahren]] wir, was und wen er damit u. a. meint: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Gewisse [[Abschnitt]]e in C. F. Weizsäcker: Der [[Garten]] des [[Menschlich]]en.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sollte sich der große [[Physiker]] und [[Philosoph]] von Weizsäcker [[wirklich]] ins Irrationale verirrt haben? Genügt als [[Beleg]] dafür, dass Weizsäcker u. a. Vorworte zu zwei spirituellen Büchern geschrieben, ein Interview über seine Meditationserfahrungen gegeben und beides in seinem Buch [[veröffentlichen|veröffentlicht]] hat? Dieser [[Angriff]] richtet sich nicht nur gegen von Weizsäcker, sondern gegen mehrere ebenfalls [[namentlich]] [[nennen|genannte]] Wissenschaftler wie z. B. &#039;&#039;Fritjof Capra&#039;&#039;. Vor den [[Auge]]n unseres Gewährsmannes tut sich offenbar ein großer [[Sumpf]] an Irrationalität auf, in dem die von ihm [[vertreten]]e [[Lehre]], rein rationale Wissenschaft zu [[versinken]] [[drohen|droht]]. Eine Satire möchte man [[schreiben]], wenn die [[Sache]] nicht [[ernst]] wäre. Denn diese Äußerungen stehen stellvertretend für das [[Denken]] vieler Wissenschaftler, die das nur nicht so dankenswert [[offen]] und [[deutlich]] sagen. Meine eigenen Erfahrungen belegen das. Yogis und Meditierende aller [[Traditionen]] haben aber – wenn ich [[recht]] sehe - ihrerseits ein mindestens [[distanzieren|distanziertes]] [[Verhältnis]] zur anderen [[Seite]], zur Wissenschaft. Diese Distanz scheint in den Erfahrungen und in der [[Einstellung]] Meditierender zu [[wurzeln]]: &#039;&#039;„Ich weiß, welche Erfahrungen ich im Meditieren mache und ich weiß auch, dass ich weiß oder dass ich nichts [[wissen|weiß]]. Das [[brauchen|brauche]] ich mir doch von einem Wissenschaftler nicht auch noch bescheinigen zu [[lassen]].“&#039;&#039; [[verkennen|Verkannt]] wird dabei die gesellschaftliche Bedeutung von Wissenschaft für die Akzeptanz und damit auch für die Verbreitung der Meditation und anderer spiritueller Praktiken in breiten [[Kreise]]n der [[Bevölkerung]], die wir dafür [[gewinnen]] wollen. Verkannt wird dabei auch, wie [[wichtig]] die wissenschaftliche [[Akzeptanz]] in unseren 1* Heinrich Karl Erben, Episteme, Mythos und [[human]]e [[Zukunft]] in: Lenk, H. (Hg.) Zur [[Kritik]] der wissenschaftlichen [[Vernunft]], 1986 Breiten ist, um etwa die Anerkennung von Meditation als wirksame Gesundheits[[prävention]] oder gar als [[Heilverfahren]] zu [[erlangen]], mit der [[Folge]], dass gegebenenfalls die Kassen für die Kosten ihrer [[klinisch]]en und [[therapeutisch]]en [[Anwendung]] aufzukommen hätten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2. Blick: Kritik der wissenschaftlichen Vernunft===&lt;br /&gt;
Unter diesem Titel [[Veröffentlichung|veröffentlichte]] Kurt Hübner 1977, damals [[Professor]] für Philosophie an der [[Universität]] Kiel, ein umfängliches philosophisches [[Werk]]. Darin weist er [[Stütze|gestützt]] auf [[Analyse]]n anscheinend rein rationaler [[Argumentation]]en der [[Mathematik]] und auf wissenschaftliche Methoden und [[Ergebnis]]se der Geschichtswissenschaft nach, wie unhaltbar die zumeist ungeprüfte [[Annahme]] ist, dass in der Wissenschaft [[Ausschließlichkeit|ausschließlich]] und allein das [[Prinzip]] der Rationalität [[Regierung|regiere]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hübner bezieht sich auf die griechische [[Mythologie]], aus der heraus sich heutige Philosophie und Wissenschaft überhaupt erst [[Entwicklung|entwickelt]] haben und in der er eine eigene Rationalität ausmacht. Im [[Vergleich]] dazu verdeutlicht er, wie stark rational nicht begründbare [[Element]]e selbst noch die heutige Wissenschaft [[Prägung|prägen]]. Umfängliche Zitate aus Hübners Werk will ich ihnen und mir ersparen. Die können sie in der gedruckten ausführlicheren [[Fassung]] nachlesen. Hier nur zwei Zitate aus Hübners [[Schlussfolgerung]] am Ende seiner [[Gründlichkeit|gründlichen]] [[Analyse]]: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Nichts wäre (….) falscher, als dem Mythos, wie das oft geschieht, Irrationalität zu [[Unterstellung|unterstellen]], dem die Wissenschaft als etwas Rationales entgegentritt.“ An späterer [[Stelle]] der [[Zusammenfassung]] schreibt Hübner: Es gibt (….) keinen [[Theorie|theoretisch]] [[Zwang|zwingenden]] [[Grund]] [[Annahme|anzunehmen]], dass alle Welt mythische Sichtweisen als solche, (.....) ins Reich des [[Märchen]]s [[Verbannung|verbannen]] muss, wenn sie nicht (…..) den [[Verstand]] [[Verlust|verlieren]] will.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer H. gewidmeten Festschrift „Zur [[Kritik]] der wissenschaftlichen Rationalität“ (1986) haben sich mehrere Philosophen seiner Kritik angeschlossen und seine [[Argumentation]] in die eine oder andere [[Richtung]] ausgebaut. Für [[Nachweis]]e und Zitate [[Verweis|verweise]] ich sie ebenfalls auf die schriftliche Fassung. So schreibt Kockelmans, ein amerikanischer Philosophieprofessor, mit [[Bezug]] auf die [[Sozialwissenschaft]] u. a.: Man sollte s. E. erkennen, „dass es mythische [[Dimensionen]] sowohl in der Wissenschaft als auch in der Philosophie gibt.“ &#039;&#039;In der Wissenschaft erblickt er sie - ganz ähnlich wie Hübner - in „tief eingewurzelten Überzeugungen (…), für die (bis jetzt) keine rationale [[Rechtfertigung]] gegeben worden ist“.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Hübner noch zwischen Wissenschaft und Mythos [[Klarheit|klar]] [[Unterscheidung|unterscheidet]] und nur [[Vergleichbarkeit|Vergleichbares]] in beiden ausmacht, geht MacCormac, ein Wissenschaftstheoretiker aus den USA, noch einen [[Schritt]] weiter. Er behauptet, dass bestimmte vermeintlich wissenschaftlich bewiesene [[Tatsache]]n selbst eine Art Mythos sind. Wissenschaftler bedienen sich nämlich zur [[Erklärung]] und [[Deutung]] ihrer [[Befund]]e nicht selten „grundlegender [[Metapher]]n“. Gemeint sind damit bildhaft [[Beschreibung|beschreibende]] [[Vergleich]]e, wie etwa das [[Bild]] vom [[Urknall]] als dem [[Beginn]] der [[Entstehung]] des [[Kosmos]]: Wodurch [[Unterscheidung|unterscheidet]] sich diese von den Wissenschaftlern als [[Tatsache]] [[Betrachtung|betrachtete]] und [[Verbreitung|verbreitete]] [[Theorie]] vom [[Urknall]] eigentlich noch von den vielen mythischen und [[Religion|religiösen]] [[Erklärung]]en, etwa dem der [[Bibel]]:&#039;&#039; „Am [[Anfang]] war das [[Wort]] …“&#039;&#039;, wofür auch gesagt werden kann: Am Anfang war der [[Laut]], oder war die [[Schwingung]] oder war die Idee, die zur Schwingung und zum Wort oder auch zum Knall wurde. Nun mag man hier einwenden: dass bei &#039;&#039;Hübner&#039;&#039; und den anderen Autoren nur vom Mythos die Rede ist, nicht aber von der Mystik, der Meditation, und von östlichen Weisheitslehren. Wichtig sind die im Vergleich zum Mythos vorgetragenen Zweifel am [[Ausschließlichkeitsanspruch]] der Wissenschaft auf [[Rationalität]] vor allem deshalb, weil in der wissenschaftlichen Kritik an [[Meinung|vermeintlich]] irrationalen Lehren Mythos und Meditation in einen Topf geworfen werden. Dafür erinnere ich an das obige Zitat aus dem Beitrag des Paläobiologen, der ja ausdrücklich auch die Meditation dem [[Verdacht]] der Irrationalität [[Unterstellung|unterstellt]] hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===3. Blick: Was ist Wissenschaft? Was haben Yoga und Meditation mit ihr gemeinsam? Worin unterscheiden sie sich von Wissenschaft?===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Was ist Wissenschaft====&lt;br /&gt;
„Wissenschaft“ - so das dtv-Lexikon - ist &#039;&#039;„der [[Inbegriff]] des durch [[Forschung]], [[Lehre]], und überlieferte [[Literatur]] [[Bildung|gebildeten]], [[Ordnung|geordneten]], [[Begründung|begründeten]], für gesichert erachteten [[Wissen]]s einer [[Zeit]]; auch die für seinen [[Erwerb]] typische, [[Methode|methodisch]]-[[Systematik|systematische]] Forschungs- und [[Erkenntnis]]arbeit, sowie ihr [[Organisation|organisatorisch]]-[[Institut|institutioneller]] Rahmen“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser [[Begriff]] ist mit dem [[Bezug]] auf das „Wissen einer Zeit“ zeitlos gültig. Er lässt selbst noch die von [[Kirche]] und [[Klerus]] [[Dogma|dogmatisierten]] mittelalterlichen Lehren über die [[Welt]] und den [[Kosmos]] als Wissenschaft gelten. Denn auch das war das „Wissen einer Zeit“ [[Gewinn|gewonnen]] durch die damals „typische systematische [[Erkenntnis]]arbeit“ der [[Bibelexegese]] und der Dogmatisierung von [[Bibel|biblischen]] [[Text]]stellen. Auch diese Erkenntnisarbeit war eingebunden in einen „organisatorisch- institutionellen [[Rahmen]]“, wie ihn eben die damalige [[Kirche]] mit ihren [[Priesterseminar]]en und [[Kloster|Klöstern]] bot. Da wäre es ein Leichtes, das [[Studium]] und die [[Weitergabe]] des [[Yoga]] und der ihm zugrunde liegenden [[Basis]]texte der klassischen indischen [[Philosophie]] in den zahlreichen indischen Ashrams und außerindischen [[Yogalehrer]]-[[Ausbildung]]s[[Zentrum|zentren]] ebenfalls unter dem oben [[Zitat|zitierten]][[ Begriff]] von Wissenschaft zu fassen. So [[Einfachheit|einfach]] will ich es ihnen und mir nicht machen. Denn sicher würden wir in der heutigen [[Situation]] beiden nicht [[Gerechtigkeit|gerecht]], wollten wir Wissenschaft und Yoga ohne weitere [[Umstand|Umstände]] gleichsetzen! Fragen wir also weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Was ist Wissenschaft heute? Was haben Yoga und Meditation mit heutiger Wissenschaft gemein und was [[unterscheiden|unterscheidet]] sie voneinander?====&lt;br /&gt;
Heutige Wissenschaft umfasst das systematische [[Bemühung|Bemühen]] um [[Objektivität|objektive]] [[Erkenntnis]] bzw. inter[[Subjektivität|subjektiv]] nachprüfbares Wissen. Als objektiv und nachprüfbar gilt dabei nur, was unter gleichen [[Bedingung]]en von anderen [[Forscher]]n nachgeprüft werden kann. Ferner umfasst auch heutige Wissenschaft alles, was als [[Ergebnis]] dieses Bemühens an [[Geschichte|geschichtlich]] aufgehäuftem Wissen bereit liegt. Hinsichtlich ihrer [[Gegenstand|Gegenstände]] [[Beziehung|bezieht]] sie sich mit dem [[Streben]] nach Erkenntnis auf das [[gesamt]]e [[Spektrum]] der [[Gegenständlichkeit|gegenständlichen]], mit den [[Sinne]]n [[Wahrnehmung|wahrnehmbaren]] Welt. Dazu gehört auch der Mensch als Teil dieser Welt. [[Zerlegung|Zerlegt]] in kleine und kleinste Teilaspekte betrachtet Wissenschaft diese Gegenstände in zahlreichen Zweig- und Unterdisziplinen. Wie stark vielfach fraktioniert Wissenschaft heute ist, will ich nur an einigen [[Beispiel]]en verdeutlichen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. In der Medizin gibt es heute fast schon für jedes [[Organ]], jedes [[Krankheit]]sbild und jeden [[Körperteil]] darauf [[Spezialisierung|spezialisierte]] [[Medizin|medizinische]] Teildisziplin. (Anästhesie, [[Allergologie]],[[ HNO]], [[Kardiologie]], [[Nephrologie]], [[Onkologie]], [[Proktologie]] usw. ) Werfen sie dafür einmal nur einen Blick in die [[Ärztetafel]] im Telefonbuch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. In der [[Psychologie]] [[begegnen]] uns u. a. die Allgemeine, die Entwicklungs-, Familien- und Sozial-, Sport- und Bewegungs- und sogar die Arbeits- und Technikpsychologie, wobei man sich fragt: Geht es hier um eine eigene [[Psyche]] der Technik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Noch bunter ist das Bild in der [[Soziologie]]. Kaum ein Gegenstand der sozialen Welt, der noch nicht mit dem [[Anhängsel]] „Soziologie“ in den [[Rang]] einer eigenen wissenschaftlichen Teildisziplin erhoben worden wäre: (Familien-, Arbeits- und Industrie-, Rechts-, Medizin-, Verwaltungs- und Organisations, Wissens und [[Kultur]]- Politische - und Filmsoziologie bis hin zur Soziologie des [[Geschlecht]]erverhältnisses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Für meine eigene frühere [[Disziplin]] die [[Rechtswissenschaft]] könnte ich ihnen ebenfalls ein breites [[Spektrum]] an Teildisziplinen auflisten, das fast schon ans Skurrile grenzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Kaum anders ist das Bild in den so genannten exakten [[Naturwissenschaft]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Soweit es in allen [[Zweig]]en der Wissenschaft um [[menschlich]]e Erkenntnis geht, stehen alle immer auch vor der [[Frage]] nach dem [[Erkennung|erkennen]]den [[Subjekt]], dem Menschen und seinen [[Möglichkeit]]en und [[Grenze]]n der Erkenntnis. Das sind zentrale [[Fragestellung]]en u. a. der Philosophie, der [[Erkenntnistheorie]] und der Psychologie und neuerdings der [[Kognitionswissenschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Yoga geht es um Erkenntnis. Doch zielt Erkenntnis im Meditieren als der obersten [[Stufe]] des [[Yogaweg]]es vorrangig auf [[Selbsterkenntnis]] bzw. auf die Erkenntnis des [[Selbst|SELBST]] oder - in der [[Buddhismus|buddhistischen]] [[Begriff]]lichkeit - des [[Nichtselbst|NICHTSELBST]] als des [[Wesen]]s der [[Mensch|menschlichen]] [[Persönlichkeit]]. Nur in diesem [[Zusammenhang]] [[Richter|richtet]] sie sich auch auf die [[Gegenstand|gegenständliche]] Welt als dem [[Ort]] und [[Raum]] der menschlichen [[Existenz]] und [[Befindlichkeit]]. Deswegen haben große [[Meditation]]s[[meister]] aller [[Richtung]]en und [[Schule]]n immer wieder darauf [[Hineis|hingewiesen]], dass sie über die Erkenntnis des [[Mikrokosmos]] der menschlichen Persönlichkeit zugleich auch ein tiefes Wissen über den [[Makrokosmos]] [[Erlangung|erlangt]] haben, bzw. über das, was - mit Goethe - die Welt im Innersten [[Zusammenhalt|zusammenhält]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso wie in der Wissenschaft gibt es auch im Yoga und in allen anderen Schulen und [[Tradition]]en der Meditation einen [[Reichtum|reichen]] [[Schatz]] geschichtlich [[Anhäufung|aufgehäuften]] Wissens. Denn alle großen Meister haben ihre [[Erfahrung]]en und ihr im [[Zustand]] der Meditation [[Gewinn|gewonnenes]] Wissen der [[Nachwelt]] in [[Spiritualität|spirituellen]] [[Schrift]]en [[Überlieferung|überliefert]]. Einige dieser Schriften sind mehrere tausend Jahre alt, wie etwa die [[Veden]] und [[Upanishaden]] Indiens, die als die ältesten Schriften der [[Menschheit]] überhaupt gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser [[Beschreibung|beschreiben]]den Ebene sind also Wissenschaft und Meditation durchaus noch mit einander [[Vergleich|vergleichbar]]. Doch [[Deutung|deuten]] sich hier bereits [[Unterschied]]e in Bezug auf die Gegenstände und [[Methode]]n der Erkenntnis an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Unterschiede zwischen Wissenschaft und Yoga===&lt;br /&gt;
====Der Mensch als Objekt der Erkenntnis====&lt;br /&gt;
Im gängigen Wissenschaftsverständnis dienen den Wissenschaftlern die gegenständliche Welt und der Kosmos, aber auch die Menschen als Objekte ihrer Forschungen und zwar in der oben beschriebenen nach Fachdisziplinen parzellierten [[Weise]]. Der Wissenschaftler als das forschende Subjekt betrachtet also den Menschen als Objekt seines [[Bemühen]]s um Erkenntnis. Subjekt und Objekt der Erkenntnis sind hier [[Trennung|getrennt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem [[Übung]]s- und [[Erkenntnis]]weg des [[Yoga]] ist jeder nach Wissen [[Streben|strebende]] Mensch zugleich Subjekt und Objekt seines Bemühens um Erkenntnis. Die in der Wissenschaft übliche [[Trennung]] ist hier also aufgehoben. Dabei betrachtet sich der meditierende Mensch von vornherein in seiner ganzheitlichen Existenz als Wesen aus [[Körper]], [[Seele]] und [[Geist]] mit dem [[Atem]] als [[Bindeglied]] zwischen diesen Dreien und eingebettet in [[Natur]], [[Welt]] und [[Kosmos]] sowie in [[Gesellschaft|gesellschaftliche]] [[Zusammenhang|Zusammenhänge]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Instrumente und Methoden der Erkenntnis: [[Verstand]] und [[Objektivität]] versus [[Introspektion]] und [[Intuition]]====&lt;br /&gt;
Heutige Wissenschaft strebt nach überprüfbarem, objektivem Wissen und [[Meinung|meint]] dafür allein auf den Verstand setzen zu dürfen, auf die menschliche [[Ratio]]. Man kann diesen Zusammenhang auch so [[Formulierung|formulieren]]: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil heutige Wissenschaft ausschließlich auf Rationalität setzt, lässt sie nur solche Methoden als wissenschaftlich [[Geltung|gelten]], mit denen die Ergebnisse intersubjektiv überprüft werden können. Das ist zugleich der eigentliche [[Grund]] für die Zergliederung des in seiner Ganzheit lebenden Menschen in unterschiedliche Teilaspekte, die von gegeneinander [[Abgrenzung|abgegrenzten]] wissenschaftlichen Disziplinen je gesondert [[Untersuchung|untersucht]] werden. Mit diesen [[Verfahren]] [[Verbindung|verbinden]] Wissenschaftler die [[Hoffnung]], in der je getrennten Untersuchung des Zerteilten irgendwie einmal zur [[Rekonstruktion]] des Ganzen zu gelangen, die Teilerkenntnisse also wie in einem Puzzle zum Ganzen zusammensetzen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich aber gibt es auf kaum einem [[Gebiet]] heute noch einen Wissenschaftler, der sich umfassend in allen Zweigdisziplinen seines Fachs auskennt. Erst recht ist niemand mehr in der [[Lage]], alle Wissenschaften zu überschauen. Die [[Spezialisierung]] schreitet munter weiter voran und das [[Gegenmittel]] der „interdisziplinären [[Zusammenarbeit]]“ greift nur teilweise und langsam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Yoga und Meditation&#039;&#039;&#039; lehnen – so wie ich die [[Grundlage]]ntexte und die [[Nyaya]]-[[Philosophie]], eine der sieben Hauptschulen der indischen Philosophie verstehe - den [[Rationalität]] rationalen [[Weg]] der Erkenntnis durchaus nicht ab. Denn auch Meditierende leben in dieser Welt der [[Erscheinung]]en und [[Dualität]]en und darin benötigen wir Menschen den [[Verstand]], um uns [[Orientierung|orientieren]] und angemessen [[Handlung|handeln]] zu können. Doch wird den in der Wissenschaft bevorzugten [[Quantität|quantitativen]] und den schon scheel angesehe]en [[Qualität|qualitativen]] Erkenntnisverfahren in den Basistexten der [[Yogaphilosophie]] ein nur [[Begrenzung|begrenzter]] Erkenntniswert in Bezug auf die materielle Welt der Erscheinungen zugebilligt. Die großen Meister der Meditation halten dafür, dass auf diesem Wege weder das [[Wesen]] der Menschen [[Erkenntnis|erkannt]] werden kann noch das der Welt und des Kosmos. Denn das Wesen oder das [[Ganze]]] ist nicht etwa nur mehr, sondern etwas anderes als die [[Summe]] der Teile. Es kann nur in der [[Innenschau]] mittels [[Intuition]], nicht aber [[Rationalität|rational]] erfasst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb bedient sich &#039;&#039;&#039;Yoga&#039;&#039;&#039; der [[Systematik|systematischen]] Innenschau, der Introspektion, wenn man diesen Begriff nicht auf das verkürzt, was die „Introspektionisten“ des beginnenden 20. Jhs. darunter [[Verstand|verstanden]]. Im Yoga und in der Meditation werden Praktizierende systematisch [[Anleitung|angeleitet]], ihre [[Achtsamkeit]] nach innen zu richten und in der Innenschau die [[Kraft]] der Intuition zur [[Erlangung]] von Selbsterkenntnis und von [[Erkenntnis]]sen über die äußere Welt und ihre [[Befindlichkeit]] in ihr zu [[Nutzen|nutzen]]. In der Wissenschaft wird dagegen die Introspektion heute rundweg als unwissenschaftlich [[Ablehnung|abgelehnt]], weil sie angeblich keine [[Möglichkeit]] böte, [[Objektivität|objektive]] Erkenntnisse zu erlangen, die sich nach den gleichen Methoden durch andere überprüfen lassen. Dagegen ließe sich schon Folgendes einwenden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden mehrere Menschen nach den gleichen Methoden im Meditieren angeleitet, dann können mit einiger Übung – wie wir wissen - alle die gleichen oder vergleichbare Erfahrungen machen. Wäre das nicht mit gleichem Recht als intersubjektive Nachprüfung [[Anerkennung|anzuerkennen]] wie die [[Wiederholung]] einer qualitativen soziologischen oder psychologischen [[Studie]], in der sich die Forscher der teilnehmenden [[Beobachtung]] bedienen? Neuerdings aber wachsen mit wissenschaftlichen Methoden und Verfahren zur Untersuchung der [[Struktur]]en und [[Vorgang|Vorgänge]] im [[Gehirn]] die [[Chance]]n, mit allgemein [[Anerkennung|anerkannten]] wissenschaftlichen [[Verfahren]] wenigstens ansatzweise [[Darstellung|darzustellen]], wie sich Yoga und Meditation auf die [[Funktione]]n des Gehirns [[Auswirkung|auswirken]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Intuition]] wird von der Wissenschaft ebenfalls [[Abwehr|abgewehrt]] und kaum je in ihrer [[Bedeutung]] auch für die Wissenschaft anerkannt, geschweige denn im wissenschaftlichen [[Prozess]] systematisch genutzt. Dabei trägt sie zur [[Gewinnung]] wissenschaftlicher Erkenntnisse vielleicht sogar mehr und anderes bei als der [[Verstand]]. Nur wenige Wissenschaftler aber sind so [[Souveränität|souverän]] wie [[Albert Einstein]], sich [[Offenheit|offen]] zur Intuition als dem eigentlichen Vater ihrer [[Entdeckung]] zu [[Bekennung|bekennen]]. Einstein hat in einem Brief oder [[Gespräch]] einmal sinngemäß gesagt, dass ihm die Relativitätstheorie auf einem [[Spaziergang]] in den Bergen plötzlich aufgegangen sei. Nur um sie in [[Wort]]e zu fassen, habe er danach seinen Verstand [[Anstrengung|anstrengen]] müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die meisten Wissenschaftler mit der Intuition [[Probleme]] haben, so liegt das m. E. daran, dass sich, was sie sei, weder einfach [[Definition|definieren]] noch rational [[Erklärung|erklären]] lässt. Man mag sie als [[Unmittelbarkeit|unmittelbare]] [[Eingebung]] [[Beschreibung|beschreiben]] oder als das innere [[Aufleuchten]] einer [[Idee]], woher auch immer sie kommen mag. Wer je in seinem [[Leben]] bei welcher [[Gelegenheit]] auch immer eine solche Eingebung hatte, der weiß, dass sie sich mit aller Kraft des Verstandes aus ihrem [[Versteck]] nicht hervorlocken lässt. Im [[Gegenteil]]: je mehr wir den Verstand anstrengen, ein bestimmtes Problem zu [[Lösung|lösen]], desto mehr [[Schein|scheint]] sich die Lösung zu verbergen. Geben wir alle [[Anstrengung]] auf und legen eine [[Ruhe]]pause ein oder gehen wir erst einmal – wie Einstein – [[Spaziergang|spazieren]] oder auch [[Schlaf|schlafen]], so geschieht es nicht selten genug, oft auch am frühen [[Morgen]] kurz vor oder nach dem [[Aufstehen]], dass sich plötzlich ein [[Aha]]-[[Erlebnis]] einstellt und wir die [[Lösung]] [[Fund|gefunden]] haben. Diese [[Erfahrung]] hat – so [[Gedanke|denke]] ich - jeder von ihnen selbst schon gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Intuition entspringt ganz augenscheinlich einer anderen [[Quelle]] als das verstandesmäßige [[Denken]]. Sie leuchtet zumeist unangekündigt auf und woher sie kommt, ist eine [[Offenheit|offene]] Frage. Steigt sie aus unserem eigenen inneren [[Selbst]] auf oder wird sie uns von einer höheren, [[Gott|göttlichen]] [[Kraft]] außerhalb von uns eingegeben, oder von einem [[All]]-[[Bewusstsein]], das zugleich in uns und außerhalb von uns ist? Dazu mag sich jeder seine eigenen Gedanken machen. Besonders [[Intensität|intensiv]]  – so meine [[Erfahrung]] - macht sich Intuition bemerkbar, wenn ich in die [[Stille]] gehe und [[Meditation|meditiere]]. Sie ist daher für mich recht eigentlich ein Kind der Stille und der Meditation. Diese auf der Erfahrung beruhende [[Einsicht]] machen sich alle Wege der Meditation zunutze. Sie bedienen sich in systematischer Weise der Intuition als Quelle der Erkenntnis. Und daher [[Vermittlung|vermitteln]] alle Schulen den Menschen die [[Fähigkeit]], [[Willen|willentlich]] die [[Sinne]] von der äußeren Welt [[Rückzug|zurückzuziehen]] und in das [[Schweigen]] der [[Worte]] und der [[Gedanken]] zu gehen, und damit in jene Stille, die dem [[Denken]] vorausgeht und aus der allein die [[Stimme]] der Intuition zu uns zu [[Sprache|sprechen]] [[Beginn|beginnt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Neuere Tendenzen einer Annäherung von Wissenschaft und Meditation==&lt;br /&gt;
Alle [[Schule]]n des Yoga und der Meditation haben ihr Wissen [[Jahrhunderte]] lang wie eine Art [[Geheimlehre]] behandelt. Nur an [[speziell]] [[Vorbereitung|vorbereitete]] [[Einweihung|eingeweihte]] [[Schüler]] wurde das Wissen jeweils von einem [[Meister]] direkt [[Weitergabe|weiter gegeben]]. Nach und nach aber haben Yoga und Meditation in Indien einen [[Anerkennung|anerkannten]] [[Platz]] auch im wissenschaftlichen [[Bereich]] erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen [[Rückschritt]] gab es dann während der kolonialen [[Unterdrückung]] des Landes. Doch ist das Band zwischen Yoga und Wissenschaft in Indien nie völlig abgerissen. Nach dem [[Sieg]] der [[Unabhängigkeitsbewegung]] wurden die [[Bande]] in moderner [[Gestalt]] wieder [[Leben|belebt]] und nach und nach fester geknüpft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen gibt es einige vom [[Staat]] als [[Universität]]en anerkannte [[Yogahochschule]]n, in denen anders als in den üblichen [[Ashram]]s Yoga und Meditation nicht nur [[Unterricht|unterrichtet]] werden, sondern zugleich auch Gegenstände der [[Forschung]] sind, zum [[Beispiel]] die Yoga-Universität der [[Sivananda]] Tradition in [[Munger]] und das [[Swami]] [[Rama]] [[Yoga]] [[Gurukulam]] in [[Rishikesh]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Westen]] [[Beginn|begann]] sich erst seit dem 19. Jahrhundert nach und nach für Yoga und Meditation zu [Interesse|interessieren]]. Erste [[Bericht]]e über den Yoga gelangten durch [[Reisende]] und durch Verwaltungsbeamte der britischen [[Kolonialmacht]] in den Westen. [[Verstärkung|Verstärkt]] nahm das [[Interesse]] dann zu als die ersten großen [[Yogameister]] seit dem Ende des 19. Jahrhunderts in den Westen kamen und Yoga und Meditation hier zu [[Verbreitung|verbreiten]] begannen. Beide galten allerdings lange Zeit als zwei verschiedene [[Ding]]e. Yoga wurde mit Nachwirkungen bis heute [[Trennung|getrennt]] von der Meditation als eine Art von spezieller [[Gymnastik]] betrachtet und im [[Hatha Yoga]] verbreitet so unterrichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Weg des Yoga in den Westen begann gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Erst rund 70 Jahre später begann sich die Wissenschaft des Westens für Yoga und Meditation zu [[Interesse|interessieren]], anfangs vor allem in den USA. Nach und nach öffneten sich hier anerkannte große private Forschungsstätten, Kliniken und Universitätsinstitute für Forschungen über Yoga und Meditation. Dieser Prozess nahm in den siebziger Jahren des 20. Jhd. einen größeren Aufschwung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grob gesagt kann damit die wissenschaftliche Forschung über Yoga und Meditation in den [[USA]] heute auf eine [[Geschichte]] von ca. 35 Jahren zurückblicken. Doch sind bereits in dieser [[Relativität|relativ]] kurzen Zeit unzählige [[Studien]] von Psychologen und Medizinern über die präventiven [[Gesundheit|gesundheitlichen]] [[Wirkung]]en des Yoga und der Meditation durchgeführt worden. An großen [[Klinik]]en wie u. a. an der [[Herz]]spezialklinik von Dr. Dean [[Ornish]] wurden beide auch auf ihre [Therapie|therapeutischen]] Wirkungen hin [[Erprobung|erprobt]]. Die [[Ergebnis]]se dazu sind in vielen Begleituntersuchungen [[Dokumentation|dokumentiert]] worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit einiger [[Verzögerung]] schwappte das wissenschaftliche [[Interesse]] am Yoga dann seit dem Beginn der 80er Jahre nach [[Europa]] herüber, kam aber in Deutschland so ziemlich zuletzt an, nämlich erst Ende der 80er Jahre. Immerhin gibt es auch in Deutschland nun schon seit mehr als einem Jahrzehnt eine sich langsam [[Etablierung|etablierende]] [[Yogaforschung|Yoga]]- und  Meditationsforschung]]. Die erst im Juli 2000 gegründete [[Society]] for [[Meditation]] and Meditation [[Research]] hat bereits drei wissenschaftliche [[Kongress]]e durchgeführt bzw. mit [[Veranstaltung|veranstaltet]] (2001 in Heidelberg, 2002 in Bochum und 2004 in Köln). Dieser Kongress hier ist nun der vierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts gibt es weltweit ein stärker zunehmendes wissenschaftliches Interesse an Yoga und Meditation. In Bibliographien aus neuerer Zeit werden über 900 zumeist englischsprachige [[Empirik|empirische]] Studien und [[Theorie|theoretische]] Arbeiten [[Nachweis|nachgewiesen]] und zwar über 300 allein zum [[Thema]] [[Stress]]bewältigung durch [[Yoga]] und [[Meditation]]. Etwa gleich groß ist die Anzahl der [[Psychologie|psychologischen]] und [[Medizin|medizinischen]] Studien über Yoga für [[Kinder]] und [[Jugendliche]] und über Yoga und Meditation für alte [[Mensch]]en. Diese Bibliographien wurden in den USA erstellt und [[Erfassung|erfassen]] einigermaßen vollständig nur die englischsprachige [[Literatur]], nicht aber Studien in anderen [[Sprache]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stützten sich wissenschaftliche [[Untersuchung]]en anfangs zumeist auf die [[Befragung]] [[Praxis|Praktizierender]], auf psychologische [[Test]]s und auf andere relativ weiche [[Methode]]n der Untersuchung und [[Datenerhebung]], so hat die Forschung auf diesem Gebiet seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts einen qualitativen [[Sprung]] getan und so eine neue [[Stufe]] [erreichen|erreicht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[EEG]]-[[Verfahren]] zur [[Messung]] der Gehirnströme und Bild gebende Verfahren zur Untersuchung der [[Gehirnaktivitäten]] im [[Zustand]] der Meditation in Kernspingeräten erlauben zwar noch keinen [[Perfektionismus|perfekten]] [[Einblick]] in das, was im [[Gehirn]] Meditierender vorgeht. Sie lassen aber nach und nach immer deutlicher erkennen, dass Meditation gehirnphysiologische [[Wirkung]]en hat, die als erhöhte [[Geist|geistige]] [[Wachheit]] und [[Konzentration]] bei gleichzeitiger tiefster [[Entspannung]] zu deuten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist in meinen Worten eines der wichtigsten Ergebnisse einer noch nicht publizierten, aber schon zur [[Veröffentlichung]] angenommenen bibliographischen Studie von Cahn und Polich, zweier amerikanischer Wissenschaftler von der University of [[California]] und vom renommierten Scripps Research [[Institute]]. Die [[Autor]]en haben nahezu 350 neuere und neueste empirische Studien vergleichend [[Auswertung|ausgewertet]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein großer Teil davon gilt den im EEG und im Kernspin messbaren Wirkungen der Meditation auf die Aktivitäten des Gehirns. Die auch nur grob gekürzte [[Wiedergabe]] von [[Detail]]s ihrer Ergebnisse will ich den [[Fach]]wissenschaftlern überlassen, weil das zu sehr ins Fach[[spezifisch]]e geht, von dem andere hier im Saal, wie vor allem Ulrich Ott, der deutsche [[Spezialist]] auf diesem Gebiet der Forschung, mehr [[Verstand|verstehen]] als ich. Hier nur einige kurze [[Zitat]]e aus der [[Zusammenfassung]] in [[Übersetzung]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die klinische [[Anwendbar]]keit solcher Methoden der Meditation voran bringen zu können, sei &#039;&#039;„eine [[Fortsetzung]] derartiger Untersuchungen und die [[Vergleich|vergleichende]] [[Bewertung]] ihrer Ergebnisse notwendig.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Eine große Herausforderung für die [[Grundlage]]nforschung zur Meditation verbleibt die eindeutige quantitative Unterscheidung und [[Topographie|topographische]] [[Darstellung]] des Unterschieds zwischen Meditation und Zuständen beginnenden Tiefschlafs. (……..)“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Obwohl eine umfassende empirische und theoretische Grundlage noch fehlt, ist jedenfalls eindeutig, dass „die [[Funktion]]sweise des [[Zentrale|zentralen]] [[Nervensystem]]s durch Meditation [[Beeinflussung|beeinflusst]]“ wird. Der spezifische [[Nutzen]] meditativer Praktiken in [[Verbindung]] mit psychologischen und [[Neuropharmakologie|neuropharmakologischen]] [[Therapie]]n ist eine große [[Triebkraft]] für [[Zukunft|künftige]] Studien.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse solcher Studien sind auch in [[Öffentlichkeit|populär]]wissenschaftlichen [[Bericht]]en schon [[Verbreitung|verbreitet]] worden. So z. B. in dem [[Artikel]] „Die neuronale [[Erleuchtung]]“ von &#039;&#039;&#039;Ulrich Kraft&#039;&#039;&#039; in „Gehirn und Geist“ Heft 10 2005, S.12 ff. Selbst Tage[[zeitung]]en wie die Süddeutsche haben dieses Thema bereits aufgegriffen, SZ 68. Ausgabe, 2005 S.11 „Mönche in der Magnetröhre“ ebenfalls von &#039;&#039;&#039;Ulrich Kraft&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch an deutschen Universitäten gibt es inzwischen Wissenschaftler, die sich im [[Kontext]] von Forschungen über die Funktionsweise des Gehirns (wie z. B. über Neurokognition) für die Wirkungen der Meditation auf die Funktionen des Gehirns interessieren. Anstatt Meditationsforschung weiterhin pauschal abzulehnen und für Rufschädigung zu halten, nehmen sie Forschungen dazu auf und [[Betreuung|betreuen]] [[Diplom]]- und [[Doktor]]arbeiten zu dieser Thematik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Große Meditationsmeister, wie z. B. der [[Dalai Lama]] und Sri [[Swami]] [[Veda]] [[Bharati]], die beide in engem [[Austausch]] miteinander stehen, [[Unterstützung|unterstützen]] die [[Bemühung]]en der Wissenschaft. Sie stellen sich selbst für [[Untersuchung]]en der [[Zustand|Zustände]] ihres [[Bewusstsein]]s in der Meditation zur [[Verfügung]] und fordern ihre Schüler auf, das ebenfalls zu tun. Dieser [[Aufforderung]] bin ich in Bremen vor vier Wochen nachgekommen. Von hier aus möchte ich Meditierende aller [[Richtung]]en mit längeren [[Erfahrung]]en, aber auch Anfänger in der Meditation dringend bitten, sich im Interesse der an dieser Thematik arbeitenden Nachwuchswissenschaftler ebenfalls auf eine solche Untersuchung einzulassen. Für mich war es eine [[Erfahrung]], die mich auch ganz persönlich [[Bereicherung|bereichert]] und auf meinem [[Weg]] vorangebracht]] hat. Vor allzu großen [[Erwartung]]en in diese Forschungen – so denke ich - muss [[warnung|gewarnt]] werden. Die hier [[Präsenz|anwesend]]en Wissenschaftler, die schon jetzt an derartigen Studien arbeiten oder sie unterstützen, wissen besser als ich um die [[Möglichkeit]]en und [[Grenze]]n dessen, was auch mit den neuesten Apparaturen technisch machbar ist. Eines, so scheint mir, kann jetzt schon gesagt werden: Das Eigentliche, worum es der Meditation geht, die subjektive Erfahrung des [[Wille|willentlich]] herbeigeführten anderen, höheren [[Zustand]]s des Bewusstseins, wie immer man den in den [[Unterschied||unterschiedlichen]] Traditionen bezeichnen mag - [[Samadhi]] oder [[Satori]] oder [[Befreiung]] - wird für die Wissenschaftler ein [[Geheimnis]] bleiben. Was es subjektiv [[Bedeutung|bedeutet]], in den Zustand des Samadhi oder in die große [[Leere]] [einzutreten, diese Erfahrung erschließt sich nur dem, der die meditative [[Reise]] in das nahe liegende und dennoch unbekannte [[Innere]] antritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Eigene Erfahrung als Yogalehrer und Wissenschaftler==&lt;br /&gt;
Zusammenfassung meiner eigenen Erfahrungen in zwei Sätzen: Ich kann als Wissenschaftler Yoga betreiben und Yogalehrer sein, ohne mich von der Wissenschaft lossagen und meinen rationalen Verstand an der Garderobe abgeben zu müssen. Ich [[Gewinn|gewinne]] sogar etwas auch für die Wissenschaft [[Wichtiges]] hinzu: eine [[Verstärkung|verstärkte]] [[Intuition|intuitive]] Kraft, die in meinen Meditationen von Zeit zu Zeit mit kleineren oder größeren Erkenntnissen aufleuchtet! Der anfangs befürchtete [[Spagat]] ist für&lt;br /&gt;
mich inzwischen ein erträgliches Stehen auf beiden Beinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Persönlichem habe ich [[Beginn|begonnen]] und damit will ich schließen. Warum ich nach meiner [[Tumor]]operation den spirituellen Weg eingeschlagen habe und nicht wieder in die alten Geleise zurück geraten bin, wie man das immer wieder von Menschen nach ähnlich einschneidenden Erfahrungen hört, mag mit der folgenden Geschichte zusammenhängen. Sie deutet darauf hin, dass ich schon seit meiner Schulzeit auf dem spirituellen Weg war, ohne das selbst zu wissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Albrecht Haushofer, ein bedeutender Wissenschaftler und Dichter, den die Nazis wegen [[Zugehörigkeit]] zum [[Widerstand]] zum [[Tod]]e [[Verurteilung|verurteilt]] und in Moabit hingerichtet haben, hat in seiner [[Tod]]eszelle wunderbare Sonette geschrieben, darunter eines auf eine Mücke, die er im ersten [[Impuls]] erschlagen wollte, dann aber [[Ruhe|ruhig]] [[Beobachtung|beobachtete]], während sie sich von seinem [[Blut]] nährte. Die letzten Zeilen dieses Gedichts lauten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Wir sind ja beide, Mensch und Mücke, nichts als kleine Schatten eines großen Lichts“.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beeindruckt von diesem [[Gedicht]] habe ich als Schüler 1957 ein Jahr vor dem Abitur vom Spätherbst an täglich im Erdkundezimmer, das ich damals verwaltete, eine Mücke genährt. Beim ersten Mal habe ich meinen Finger unmerklich langsam an sie angenähert, bis sie aufsprang, [[Stich|stach]] und zu saugen begann. Als sie rundum gesättigt war, setzte sie sich wieder auf ihren [[Platz]] am Fenster und dort saß sie von da an immer, bis ich morgens kam und ihr wieder meinen [[Finger]] anbot. Am Tag vor den Weihnachtsferien habe ich sie mittags vor dem Verlassen der Schule noch einmal saugen lassen und als ich im Januar wieder in die Schule kann, lag sie tot auf dem Fensterbrett genau unter der Stelle, wo sie vergeblich auf meinen Finger gewartet haben mag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kann mir irgend jemand [[Erklärung|erklären]], warum ich von da an in meinem ganzen [[Leben]] von Mücken in den verschiedensten [[Nähe|nahen]] und [[Ferne|fernen]] [[Gegend]]en der [[Welt]] fast immer nur dann gestochen worden bin, und zwar selbst in den dicksten Schwärmen, wenn ich es ihnen angeboten oder mindestens [[Mentalität|mental]] [[Erlaubnis|erlaubt]] habe? Könnte das kausal mit meiner Blutspende an die Mücke in meiner Schulzeit zusammenhängen? Und um welche [[Art]] von [[Kausalität]] handelt es sich? Um eine im [[Sinne]] der Naturwissenschaft? Hat mein [[Handeln]] eine auf mich bezogene [[Genetik|genetische]] Stechhemmung in allen Mückenarten der Welt [[Wirkung|bewirkt]]? Oder folgen die Mücken einer Art [[Moral]][[kodex]], der ihnen [[Verbreitung|verbietet]], ohne [[Einwilligung]] das Blut von [[Wohltäter]]n der [[Spezies]] anzuzapfen? Oder hat meine Mücke damals [[Stellvertretung|stellvertretend]] für ihre Artgenossen einen [[Vertrag]] mit mir geschlossen, besiegelt mit meinem Blut, an den sich alle Mücken der Welt bis heute halten, weil sie anders als wir Menschen von [[Natur]] aus vertrags[[treu]] sind? Die wenigen [[Ausnahme]]n, die es auch gegeben hat, erkläre ich mir damit, dass mich diese Mücken irrtümlich für einen anderen [[Mensch]]en oder gar für ein [[Tier]] gehalten haben. Warum sollten sich nicht auch Mücken irren? Selbst Wissenschaftlern geht es ja oft nicht anders. Ist doch die [[Geschichte]] der Wissenschaft zugleich auch die Geschichte wissenschaftlicher Irrtümer. Leider sind nur wenige Wissenschaftler zu [[Lebzeiten]] so [[selbstkritisch]] wie jener in den Geschichten des weisen Brecht vom Herrn Keuner. Der antwortete auf die [[Frage]], was er tue: &#039;&#039;&amp;quot;Ich bereite gerade meinen nächsten [[Irrtum]] vor&amp;quot;!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Schlussentspannung]]: [[Atem]][[achtsamkeit]]&lt;br /&gt;
R. W.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sonstiges==&lt;br /&gt;
Vgl. auch  etwa:&lt;br /&gt;
[[Buddhismus]]:  zum Beispiel der [[Dalai Lama]], Yongey Mingyur Rinpoche oder [[Jack Kornfield]] erklären, dass der  bis zur heutigen [[Praxis]] weniger eine [[Religion]] als vielmehr eine Wissenschaft des Geistes ist: ...erprobt, hat überprüfbare ... Beschreibungen für menschliches Empfinden und Verhalten;  konkrete Übungen und Techniken zur [[psychotherapie|Überwindung]] vieler menschlicher Konflikte und Sorgen. Damit überbrückt der Buddhismus die oft als schmerzlich empfundene Kluft zwischen Wissenschaft und Religion, zwischen Innovation und alter Überlieferung. ..&lt;br /&gt;
[[Albert Einstein]]: wenn  Religion - mit den Erfordernissen der modernen Wissenschaft vereinbar -  er (B.)Carl Friedrich von Weizsäcker stellte sich en Zukunftsmenschen als ein Individuum vor, in dem christliche [[Psychotherapie|Ethik, wissenschaftliches Denken und die buddhistischen Stärken]] integriert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein eventuelles Beispiel: Sogenannte [[Nonne]]nstudien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;In Amerika (..)  600 Nonnen eines katholischen Ordens (gaben..)  ihr Gehirn der Wissenschaft. Die Schwestern wurden im regelmäßigen Abstand (und) die Hirne nach dem [[Tod]] untersucht. Da gab es Nonnen, die waren blitzgescheit bis zu ihrem Tod und hatten doch Gehirnveränderungen, die auf ein schwerstes Alzheimer-Stadium hindeuteten. Das Gleiche sehen wir bei Parkinson.&amp;quot;   Trotz der objektiven [[Messung]] (posthum): sie waren  gesund geblieben. Wahrscheinlich schützten ein regelmäßiger Tagesablauf mit [[Zeit]] für ein geradezu [[heilig]]es [[mehr]] im [[Kloster]] ohne [[fernsehen|Informationsfluten]]; und auch [[Mittelmaß|maßvolle]] [[körper]]liche Bewegung, gesunde [[Ernährung]] ohne  zu [[Nikotin|rauchen]], [[Singen]]... (vgl wikipgenauer / zu belegen / eigener Artikel vielleicht):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Wissenschaftliche Studien]]&lt;br /&gt;
* [[Kunst]]: [http://mein.yoga-vidya.de/video/om-namo-nayanaya-geschichte]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p42_Die-Wissenschaft-des-Pranayama/ Swami Sivananda: Die Wissenschaft des Pranayama]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p208_Bleep---What-the-Bleep-do-we--now--/ Bleep - What the Bleep do we (k)now!]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/ayurveda/ Ayurveda - die Wissenschaft vom Leben]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/center/haus-bad-meinberg/yoga/was-ist-yoga/ Was ist Yoga?]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/wissenschaft/ Yoga als universelle Wissenschaft]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Buch/Wissenschaft/science00.htm Online Buch: Yoga als eine universelle Wissenschaft]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/yogatherapie/lesestoff/wissenschaftl-arbeiten/ Wissenschaftliche Arbeiten]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/service/presse/pressemitteilungen/detailansicht/article/forschungspreis-fuer-meditation-bei-yoga-vidya-in-bad-meinberg-vergeben/ Forschungspreis für Meditation bei Yoga Vidya]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/tag/wissenschaftliche-arbeiten/ Wissenschaftliche Arbeiten - Highlights]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/yogatherapie/lesestoff/artikel/ Yoga im Spiegel der Wissenschaft]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/interessengebiet/yoga-und-meditation-einfuehrung/ Yoga und Meditation Einführung]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Multimedia==&lt;br /&gt;
===Thomas Hübl: Inner Science - Die Wissenschaft des Erwachens===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|pAYAbtDRxfg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vortrag von Sukadev: &amp;quot;Braucht Yoga die Wissenschaft&amp;quot;?===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|1Qu4nRajEfg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vortrag: Meditation in naturwissenschaftlicher Forschung===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|UC6Xozp03Tc}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Quantenaktivist===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|kGbiR2MORYw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Weitere Gedanken zum Thema====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039;&#039;   erweitert das [[Vidya|Wissen]] durch methodische Forschung  nach neuen Erkenntnissen. [[Statistik|Statistische]] Tabellen gehen immer mehr in [[Messung|Einzelheiten]] der [[Psychologie]] beispielsweise, fort von ganzheitlicher [[Erfahrung|Praxis]] -  das   unterscheidet sich von [[Weisheit]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dogmatische Lehrsätze, womöglich  an  &amp;quot;die Erde ist eine Fläche&amp;quot; [[glauben]] zu sollen, sind sowieso [[Eignung|etwas anderes]]... verglichen mit  [[sinn]]voller [[Tradition]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemein gibt es in der [[Wirkungsforschung]] [[logos|viele Ursachen zugleich]], von denen oft schon eine wirkt... Menschen sind sehr unterschiedlich etc... Indes:  [[Wirkungen des Yoga]] und der [[Meditation]] lassen sich auch [[Wissenschaftliche Studien|beforschen]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vgl.: &amp;quot;&#039;&#039;Altes Wissen schafft neue Wissenschaft&#039;&#039;: Erkenntnisse [[mode]]rner &#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; stützen und bestätigen das intuitive [[Erfahrung]]swissen der alten [[Yogi]]s  [[mehr]] und mehr:  Kongress 11/2011 [https://www.yoga-vidya.de/events/yoga-kongress/]&amp;quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;&amp;quot;Wissenschaft hilft gegen [[Scharlatan|Aberglauben]] und etwa Schwermetall-Gifte [[Mode|früher]] in [[Ayurveda]] Heilmitteln (...) Und nach einiger [[Zeit]] wirken viele Forschungsergebnisse wieder [[Fahrender yogi|überholt]].&amp;quot; [[Zitat]] provisorisch ungenau, hier ab zu tippen: [ http://mein.yoga-vidya.de/video/satsang-vom-yoga-kongress-2011-bei-yoga-vidya-bad-meinberg]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
.....&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwa teilnehmender Beobachtung[http://de.wikipedia.org/wiki/Teilnehmende_Beobachtung] oder auch ethnologischen Studien-Reportagen  wie denen der Margaret Mead  wird von   der  &#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; oft  zu wenig [[Distanz]] vorgeworfen. Große Zahlen - wie auch im [[Breitensport]] - sind etwas anderes...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ein möglicher Satz dazu: &lt;br /&gt;
::&#039;&#039;Wo kriege ich mehr (Anhänger) statt was ist richtig; so sind auch [[Öffentlichkeit|Umfrageergebnisse]] über was man tut etc. kein in sich Maßstab für das [[Wahrheit|Wahre]] und das Richtige, wie man lebt&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Unterschied zwischen Wünschenswertem, auch wenn &#039;&#039;wissenschaft&#039;&#039;lich belegt - und trotzdem evtl. ganz abweichender [[Praxis]] (erforschen): die Kluft...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch [[Binsenwahrheit|Binsenwahr]]:  die Naturwissenschaften werten gern die anderen  mit  so vielschichtigen  Gegenstandsbereichen wie  [[Seele]],   [[Tradition]]...als Müll&#039;&#039;wissenschaften&#039;&#039; / zweiter Klasse ab, u. a. weil Handlungswissen für Märkte fehlt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indes: Gerade auch die [[Bhagavadgita]] wird u.a. &amp;quot;&#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; des Lebens&amp;quot; genannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Swami]] [[Sivananda]] beschreibt &#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; im [[Fliegender Yogi|technischen]] [[Zeit]]alter auch geradezu mit [[Distanz]].  und: &amp;quot;&#039;&#039;7. Schulbildung ist unvollständig, solange sie nicht einführt zu vermitteln, dass Wissen unbegrenzt ist.&#039;&#039;&amp;quot; ([[Göttliches Elexier]], 9)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere mögliche [[Zitat]]e: &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;ein [[tor|Schlüssel]] jenseits all unseres angehäuften [[Vidya|Wissen]]s und der vielen Worte, die uns den Blick auf uns selbst und die Welt eher verstellen als erhellen.&amp;quot; (Hempel, [[Reclam Verlag]] [[Zen]]-[[Yoga]], S. 10)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;Es gibt eine berühmte Unterweisung in der [[Zen]]-[[Tradition]], in der ein Schüler nach dem [[Mond]] fragt. Ein Zweig wird benutzt, um auf ihn zu zeigen, und die Lehre warnt uns, den Zweig nicht mit dem Mond zu verwechseln. Das Problem [[bibliotherapie|mit den Worten]] ist, dass sie Zweige sind – sie können nie der Mond sein. Im besten Fall sind sie [[Sundaram|wunderschöne]] Zweige, die die Form, das [[Licht]] oder die Herrlichkeit des Mondes beschreiben und es unseren Augen erlauben, ihn direkt anzusehen. Im schlimmsten Fall sind sie weitverzweigte Äste, die sich in viele Richtungen ausbreiten und uns noch mehr durcheinanderbringen. &lt;br /&gt;
&amp;quot;S. 9 hier:  [http://theseus-verlag.de/Verlage/Theseus/Theseus-Top-10-Bestseller/Schatten-auf-dem-Pfad.html]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Studien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga und Wissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sutra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Wissenschaft&amp;diff=46756</id>
		<title>Wissenschaft</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Wissenschaft&amp;diff=46756"/>
		<updated>2013-02-27T07:58:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sutra: /* 1. Blick: Yoga und Wissenschaft. */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Wissenschaft und Yoga - gegensätzliche Welten?==&lt;br /&gt;
Artikel von R. W., erschienen im Yoga Vidya Journal Nr. 15, Frühjahr 2006. Entstanden aus einer Niederschrift eines Vortrags bei einem Kongress „[[Yoga]] und [[Meditation]]“ bei Yoga Vidya Bad Meinberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemeldet habe ich mich zu diesem Kongress mit dem Angebot, in einem Workshop oder Arbeitskreis von meinen persönlichen [[Erfahrung]]en als [[Wissenschaft]]ler und [[Yogalehrer]] zu berichten. Als ich mich dann im Kongressprogramm unversehens als Redner für den Eröffnungsvortrag wieder fand, schien mir, dass dafür ein lockeres Plaudern über meine Erfahrungen nicht ganz angemessen sei. Deshalb müssen sie sich nun einen Vortrag zumuten lassen. Um diese [[Zumutung]] aber in [[Grenze]]n zu halten, werde ich mehrfach eine Denkpause einlegen. Dann haben sie und ich [[Gelegenheit]], uns kurz zu [[Sammlung|sammeln]] und die Eingangsübung zu wiederholen. Beginnen will ich mit dem, was angekündigt war und nun in den Untertitel gerutscht ist: dem Biographischen. Es folgen dann vier Blicke auf das [[Thema]]. Als erstes will ich zeigen, dass Wissenschaftler, vor allem in Deutschland, Yoga und Meditation ganz verbreitet für etwas [[Irrationalität|Irrationales]] und damit Unwissenschaftliches halten. Als zweites werde ich auf begründete [[Zweifel]] eingehen, die in der neueren philosophischen [[Diskussion]] an der vermeintlichen [[Rationalität]] der Wissenschaft vorgebracht worden sind. Als zweites will ich aus meiner Sicht [[Gemeinsamkeit]]en und Unterschiede im Verhältnis von Yoga und Wissenschaft aufzeigen. Als viertes schließlich möchte ich von einigen neueren [[Entwicklung]]en im Verhältnis von Wissenschaft und Yoga berichten. Sie lassen darauf hoffen, dass sich westliche Wissenschaft und östliche [[Weisheit]]slehren und Meditationsschulen allmählich doch für einander öffnen und zu einem wechselseitig [[Fruchtbarkeit|fruchtbaren]] [[Austausch]] gelangen könnten. Ein noch winziger [[Hoffnung]]sschimmer ist die „Society for Meditation and Meditation Research“, die diesen Kongress mit veranstaltet. Die [[Widerstand|Widerstände]] gegen einen [[Wandel]] sind freilich stark und der [[Weg]], sie zu [[Überwindung|überwinden]] wird lang und [[Beschwerlichkeit|beschwerlich]] sein. Machen wir uns da nichts vor!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Nun aber erst zum Persönlichen===&lt;br /&gt;
Von 1974 bis zur Pensionierung im Februar 2003 habe ich an der Uni Bremen [[Arbeit]]srecht gelehrt. Mit nur einer längeren [[Unterbrechung]] bin ich meinen [[Aufgabe]]n in [[Forschung]] und [[Lehre]] nach besten [[Kräfte]]n nachgekommen. Schon seit meiner [[Student]]enzeit habe ich mich der [[Politik|politischen Linken zugeordnet, jedoch ohne [[Bindung]] an eine Partei. Seit 1972 bin ich Gewerkschaftsmitglied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weltanschaulich hielt ich mich bis in mein 50stes Lebensjahr für einen am Marxismus orientierten [[Atheist]]en, war aber eher ein nicht ganz [[Unglaube|ungläubiger]] Nichtchrist. Wenn ich noch während meiner Lehrtätigkeit in den neunziger Jahren Yogalehrer wurde und zwar in der [[Spiritualität|spirituellen]] [[Tradition]] der[[ Meister]] des [[Himalaya]]s, so hat das mit der bereits erwähnten [[Unterbrechung]] zu tun und die war durch eine einschneidende [[Lebenskrise]] [[Zwang|erzwungen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Mitte meines 50. Lebensjahrs brach die Fassade des linken und dennoch durchaus [[Erfolg|erfolgreichen Akademikers schlagartig zusammen. Meine [[Ehe]] war längst [[Bruch|zerbrochen]]. Die [[Hoffnung]]en, sie wieder kitten zu können, zerschlugen sich endgültig im Juli 1988, als ich kurz vor einer geplanten Forschungsreise nach Japan auch [[Körper|körperlich]] und [[Psyche|psychisch]] zusammenbrach: [[Diagnose]] Gehirntumor. Vor und während der 4 Std. dauernden [[Operation]] hatte mein [[Leben]] - wie mir der operierende [[Arzt]] später sagte - an einem seidenen [[Faden]] gehangen. Diese [[Erfahrung]] [[fordern|forderte]] einige Tage nach der OP meinen [[Lebensmut]] heraus und führte noch in der [[Klinik]] zu dem [[Entschluss]], mich und mein Leben von [[Grund]] auf zu [[ändern]]. Schon ab Februar 1989 besuchte ich [[Yogakurs]]e und [[praktizieren|praktizierte]] täglich morgens eine Stunde lang oder auch länger [[Yogaübung]]en. Daneben hätten sie mich damals in [[Therapie|psychotherapeutischen]] [[Sitzung]]en und als zumeist einzige männliche [[Teilnehmer]]in in einer Frauentanzgruppe und beim Tango Argentino treffen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ich nach der erzwungenen [[Pause]], körperlich noch gezeichnet, meine [[Tätigkeit]] an der [[Uni]] wieder [[Aufnehme|aufnahm]], merkte ich schon bald an den [[Blick]]en meiner Kolleginnen und [[Kollege]]n, dass sie mich mindestens für wunderlich, wenn nicht gar für leicht [[Anormalität|anormal]] hielten, für einen mit einem Dachschaden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einige meiner Kollegen war das [[Maß]] dann offenbar voll, als sich folgendes ereignete: vom Bremer Regionalfernsehen wurde ich für einen gesundheitspolitischen [[Beitrag]] um ein [[Interview]] zu der [[Frage]] [[gebeten]], wie sich mein Leben durch [[Krankheit]] und [[Operation]] [[Veränderung|verändert]] habe. Dieses Interview wurde auf meinen [[Vorschlag]] nach einer kurzen [[Sequenz|Tanzsequenz]] im Kreise meiner Frauengruppe aufgezeichnet und war sehr kurz. Denn ich sagte sinngemäß eigentlich nur, dass ich - wie man ja sehen könne - meine [[Lebenszeit]] jetzt anders und intensiver [[Nutzen|nutze]] und mir meine [[Arbeit]] nicht mehr das Wichtigste im Leben sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vermutlich in [[Reaktion]] auf dieses Interview fragte einer meiner Jurakollegen bei einer auf [[Gesundheitswissenschaft]] [[Spezialisation|spezialisiert]]en Kollegin an, ob noch [[Normalität|normal]] sei, was ich da triebe. Die Kollegin, die mich gut kannte, [[Information|informierte]] mich, ohne den [[Name]]n zu nennen. Sie hatte ihm gesagt, er solle mich selbst [[Frage|fragen]]. Ich weiß bis heute nicht, wer es war und auch nicht was ich [[Antwort|geantwortet]] hätte, habe aber von da an in meinem [[Fachbereich]] [[Friheit|frei]] nach dem [[Motto]] gelebt: &amp;quot;Ist der [[Ruf]] erst ruiniert…..&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach ca. zwei Jahren der [[Yogapraxis]] [[Entschluss|entschloss]] ich mich, eine [[Ausbildung]] zum [[Yogalehrer]] [[Aufnahme|aufzunehmen]]. Zu dieser [[Zeit]] war trotz erster positiver [[Erfahrung]]en auch in meinem [[Kopf]] noch die [[Sperre]], dass es sich beim Yoga um etwas Irrationales handele. Vor allem die Meditation hielt ich für [[Unvereinbarkeit|unvereinbar]] mit meiner [[Verpflichtung]] auf die wissenschaftliche Rationalität. Wie würde ich den [[Spagat]] zwischen diesen beiden [[Gegensatz|gegensätzlichen]] Welten aushalten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dieser bangen Frage fuhr ich im Februar 1992 in das erste Ausbildungswochenende am &amp;quot;[[Himalaya Institut]] für [[Yogawissenschaft]] und [[Philosophie]]&amp;quot;. Wegen dieses Namens meinte ich, mit meinen [[Zweifel]]n hier am besten aufgehoben zu sein. Schon am ersten [[Tag]] [[Erfüllung|erfüllte]] sich meine [[Erwartung]] voll. Bis heute [[Begleitung|begleitet]] mich seitdem die [[Botschaft]] des Ausbildungs[[leiter]]s, Wolfgang Bischoff. Er begann zwar seinen [[Einführung]]s[[vortrag]] mit einem für mich damals noch befremdlichen [[Sprechgesang]], einem [[Mantra]], befremdlich, weil ich da das Irrationale des Yoga auf mich zukommen sah, doch schloss er den Vortrag mit den [[Wort]]en: &amp;quot;Glaub mir kein Wort, [[Zweifel|bezweifle]] alles, was ich sage, aber mach die Übungen, die ich dir empfehle und überprüfe selbst!&amp;quot; Das entsprach voll meinem Credo als Wissenschaftler! In Ahrensburg lernte ich nicht nur Yoga-Übungen und erste Meditationen, sondern erhielt auch [[Kenntnis]]se über die indische Philosophie, vor allem über die Yoga-, [[Sankhya|Samkhya]]- und [[Vedanta]]philosophie. Hinzu kamen Anstöße, auch über Grundfragen von Wissenschaft und Philosophie des Westens nachzudenken, die mich seit meinem [[Studium]] kaum noch [[Beschäftigung|beschäftigt]] hatten. Vor allem [[Bewegung|bewegte]] mich die Frage: Was eigentlich ist Wissenschaft? Da war ich nun viele Jahre beruflich als Wissenschaftler tätig gewesen, aber kaum je war mir diese Frage in den [[Sinn]] gekommen oder gestellt worden. Nun konnte und wollte ich sie nicht länger [[Verdrängung|verdrängen]]. Damit bin ich über das Persönliche des Unterthemas beim [[Sachlichkeit|Sachlichen]] und beim [[Thema]] angekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wissenschaft und Yoga – gegensätzliche Welten?===&lt;br /&gt;
Dazu zwei Vor[[bemerkung]]en:&lt;br /&gt;
1. Soweit im Folgenden von Yoga die [[Rede]] ist, meint das für mein [[Verständnis]] immer auch die Meditation in einer [[denkbar]] breiten Palette von Übungs[[methode]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
n. Denn Yoga [[zielen|zielt]] – das muss ich hier nicht [[näher]] [[ausführen]] - in allen seinen [[Teile]]n [[letztlich]] auf die Meditation als der [[oberste]]n [[Stufe]] des achtstufigen Weges nach [[Patanjali]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seinem [[Yogasutra|Yoga Sutra]] zufolge [[dienen]] die [[körperlich]]en [[Übung]]en (Asanas) nur dem [[Zweck]], Menschen auf die Meditation [[vorbereiten|vorzubereiten]]. Sie sollen [[befähigen|befähigt]] werden, über eine längere Zeit im [[aufrecht]]en [[Sitz]] zu [[meditieren]], ohne durch körperliche und [[mental]]e [[Störung]]en [[ablenken|abgelenkt]] zu werden. Dem [[gleich]]en [[Zweck]] dienen die Übungen mit dem [[Atem]] und der [[Lebensenergie]] ([[Pranayama]]) und das [[Zurückziehen]] der [[Sinne]] von den [[Objekt]]en der [[äußere]]n Welt ([[pratyahara]]). Wegen der [[zentral]]en [[Rolle]] der Meditation im Yoga nach Patanjali prägte mein [[Lehrer]], [[Sri]] [[Swami]] [[Rama]], einer der [[bedeutend]]sten [[Yogi]]s des vorigen Jahrhunderts, die [[Definition]]: „Yoga is meditation in action“ zu dt. „Yoga ist Meditation im [[Handeln]]“ oder auch „ist [[Achtsamkeit]] im Handeln“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Unmittelbar beziehen sich meine [[Ausführung]]en zwar nur auf den Yoga. Doch stehen sie für das [[Verhältnis]] der Wissenschaft zu anderen [[spirituell]]en [[Lehre]]n und Meditationspraktiken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1. Blick: Yoga und Wissenschaft.===&lt;br /&gt;
Einander fremde gegensätzliche Welten oder „Rationalität contra Irrationalität“ Auf den ersten [[Blick]] [[scheinen|scheint]] es aus der [[Perspektive]] beider – des Yoga wie der Wissenschaft - keine einander fremderen Welten zu geben als eben diese beiden. Wie suspekt vielen Wissenschaftlern alle östlichen Weisheitslehren und alles ist, was mit Meditation zusammenhängt, mag folgendes [[Zitat]] aus dem philosophischen Beitrag eines Professors der Paläobiologie und Geologie [[belegen]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Heute [[tauchen]] vereinzelt [[Missionar]]e des Irrationalen in der [[Ethnologie]] und [[Anthropologie]] auf, kann in der Philosophie die Ablehnung der reinen, der [[wissenschaftlich]]en [[Ratio]] zu einem Plädoyer für die Einbeziehung der [[Mystik]] und Meditation (…) werden. Selbst in den auf [[nüchtern]]e [[Sachlichkeit]] so [[bedacht]]en [[Naturwissenschaften]] sägen heute einige dem Irrationalen Zuneigende [[eifrig]]st am eigenen Ast. Nicht zuletzt eine Reihe von Physikern, die sich (…) in den Irrgarten ostasiatischer Mystik oder in [[parapsychologisch|parapsychologische]], dubiose [[Winkel]] [[verirren|verirrt]] haben!“&#039;&#039; 1*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[Anmerkung]]en zu dieser Textstelle [[erfahren]] wir, was und wen er damit u. a. meint: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Gewisse [[Abschnitt]]e in C. F. Weizsäcker: Der [[Garten]] des [[Menschlich]]en.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sollte sich der große [[Physiker]] und [[Philosoph]] von Weizsäcker [[wirklich]] ins Irrationale verirrt haben? Genügt als [[Beleg]] dafür, dass Weizsäcker u. a. Vorworte zu zwei spirituellen Büchern geschrieben, ein Interview über seine Meditationserfahrungen gegeben und beides in seinem Buch [[veröffentlichen|veröffentlicht]] hat? Dieser [[Angriff]] richtet sich nicht nur gegen von Weizsäcker, sondern gegen mehrere ebenfalls [[namentlich]] [[nennen|genannte]] Wissenschaftler wie z. B. &#039;&#039;Fritjof Capra&#039;&#039;. Vor den [[Auge]]n unseres Gewährsmannes tut sich offenbar ein großer [[Sumpf]] an Irrationalität auf, in dem die von ihm [[vertreten]]e [[Lehre]], rein rationale Wissenschaft zu [[versinken]] [[drohen|droht]]. Eine Satire möchte man [[schreiben]], wenn die [[Sache]] nicht [[ernst]] wäre. Denn diese Äußerungen stehen stellvertretend für das [[Denken]] vieler Wissenschaftler, die das nur nicht so dankenswert [[offen]] und [[deutlich]] sagen. Meine eigenen Erfahrungen belegen das. Yogis und Meditierende aller [[Traditionen]] haben aber – wenn ich [[recht]] sehe - ihrerseits ein mindestens [[distanzieren|distanziertes]] [[Verhältnis]] zur anderen [[Seite]], zur Wissenschaft. Diese Distanz scheint in den Erfahrungen und in der [[Einstellung]] Meditierender zu [[wurzeln]]: &#039;&#039;„Ich weiß, welche Erfahrungen ich im Meditieren mache und ich weiß auch, dass ich weiß oder dass ich nichts [[wissen|weiß]]. Das [[brauchen|brauche]] ich mir doch von einem Wissenschaftler nicht auch noch bescheinigen zu [[lassen]].“&#039;&#039; [[verkennen|Verkannt]] wird dabei die gesellschaftliche Bedeutung von Wissenschaft für die Akzeptanz und damit auch für die Verbreitung der Meditation und anderer spiritueller Praktiken in breiten [[Kreise]]n der [[Bevölkerung]], die wir dafür [[gewinnen]] wollen. Verkannt wird dabei auch, wie [[wichtig]] die wissenschaftliche [[Akzeptanz]] in unseren 1* Heinrich Karl Erben, Episteme, Mythos und [[human]]e [[Zukunft]] in: Lenk, H. (Hg.) Zur [[Kritik]] der wissenschaftlichen [[Vernunft]], 1986 Breiten ist, um etwa die Anerkennung von Meditation als wirksame Gesundheits[[prävention]] oder gar als [[Heilverfahren]] zu [[erlangen]], mit der [[Folge]], dass gegebenenfalls die Kassen für die Kosten ihrer [[klinisch]]en und [[therapeutisch]]en [[Anwendung]] aufzukommen hätten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2. Blick: Kritik der wissenschaftlichen Vernunft===&lt;br /&gt;
Unter diesem Titel [[Veröffentlichung|veröffentlichte]] Kurt Hübner 1977, damals [[Professor]] für Philosophie an der [[Universität]] Kiel, ein umfängliches philosophisches [[Werk]]. Darin weist er [[Stütze|gestützt]] auf [[Analyse]]n anscheinend rein rationaler [[Argumentation]]en der [[Mathematik]] und auf wissenschaftliche Methoden und [[Ergebnis]]se der Geschichtswissenschaft nach, wie unhaltbar die zumeist ungeprüfte [[Annahme]] ist, dass in der Wissenschaft [[Ausschließlichkeit|ausschließlich]] und allein das [[Prinzip]] der Rationalität [[Regierung|regiere]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hübner bezieht sich auf die griechische [[Mythologie]], aus der heraus sich heutige Philosophie und Wissenschaft überhaupt erst [[Entwicklung|entwickelt]] haben und in der er eine eigene Rationalität ausmacht. Im [[Vergleich]] dazu verdeutlicht er, wie stark rational nicht begründbare [[Element]]e selbst noch die heutige Wissenschaft [[Prägung|prägen]]. Umfängliche Zitate aus Hübners Werk will ich ihnen und mir ersparen. Die können sie in der gedruckten ausführlicheren [[Fassung]] nachlesen. Hier nur zwei Zitate aus Hübners [[Schlussfolgerung]] am Ende seiner [[Gründlichkeit|gründlichen]] [[Analyse]]: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Nichts wäre (….) falscher, als dem Mythos, wie das oft geschieht, Irrationalität zu [[Unterstellung|unterstellen]], dem die Wissenschaft als etwas Rationales entgegentritt.“ An späterer [[Stelle]] der [[Zusammenfassung]] schreibt Hübner: Es gibt (….) keinen [[Theorie|theoretisch]] [[Zwang|zwingenden]] [[Grund]] [[Annahme|anzunehmen]], dass alle Welt mythische Sichtweisen als solche, (.....) ins Reich des [[Märchen]]s [[Verbannung|verbannen]] muss, wenn sie nicht (…..) den [[Verstand]] [[Verlust|verlieren]] will.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer H. gewidmeten Festschrift „Zur [[Kritik]] der wissenschaftlichen Rationalität“ (1986) haben sich mehrere Philosophen seiner Kritik angeschlossen und seine [[Argumentation]] in die eine oder andere [[Richtung]] ausgebaut. Für [[Nachweis]]e und Zitate [[Verweis|verweise]] ich sie ebenfalls auf die schriftliche Fassung. So schreibt Kockelmans, ein amerikanischer Philosophieprofessor, mit [[Bezug]] auf die [[Sozialwissenschaft]] u. a.: Man sollte s. E. erkennen, „dass es mythische [[Dimensionen]] sowohl in der Wissenschaft als auch in der Philosophie gibt.“ &#039;&#039;In der Wissenschaft erblickt er sie - ganz ähnlich wie Hübner - in „tief eingewurzelten Überzeugungen (…), für die (bis jetzt) keine rationale [[Rechtfertigung]] gegeben worden ist“.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Hübner noch zwischen Wissenschaft und Mythos [[Klarheit|klar]] [[Unterscheidung|unterscheidet]] und nur [[Vergleichbarkeit|Vergleichbares]] in beiden ausmacht, geht MacCormac, ein Wissenschaftstheoretiker aus den USA, noch einen [[Schritt]] weiter. Er behauptet, dass bestimmte vermeintlich wissenschaftlich bewiesene [[Tatsache]]n selbst eine Art Mythos sind. Wissenschaftler bedienen sich nämlich zur [[Erklärung]] und [[Deutung]] ihrer [[Befund]]e nicht selten „grundlegender [[Metapher]]n“. Gemeint sind damit bildhaft [[Beschreibung|beschreibende]] [[Vergleich]]e, wie etwa das [[Bild]] vom [[Urknall]] als dem [[Beginn]] der [[Entstehung]] des [[Kosmos]]: Wodurch [[Unterscheidung|unterscheidet]] sich diese von den Wissenschaftlern als [[Tatsache]] [[Betrachtung|betrachtete]] und [[Verbreitung|verbreitete]] [[Theorie]] vom [[Urknall]] eigentlich noch von den vielen mythischen und [[Religion|religiösen]] [[Erklärung]]en, etwa dem der [[Bibel]]:&#039;&#039; „Am [[Anfang]] war das [[Wort]] …“&#039;&#039;, wofür auch gesagt werden kann: Am Anfang war der [[Laut]], oder war die [[Schwingung]] oder war die Idee, die zur Schwingung und zum Wort oder auch zum Knall wurde. Nun mag man hier einwenden: dass bei &#039;&#039;Hübner&#039;&#039; und den anderen Autoren nur vom Mythos die Rede ist, nicht aber von der Mystik, der Meditation, und von östlichen Weisheitslehren. Wichtig sind die im Vergleich zum Mythos vorgetragenen Zweifel am [[Ausschließlichkeitsanspruch]] der Wissenschaft auf [[Rationalität]] vor allem deshalb, weil in der wissenschaftlichen Kritik an [[Meinung|vermeintlich]] irrationalen Lehren Mythos und Meditation in einen Topf geworfen werden. Dafür erinnere ich an das obige Zitat aus dem Beitrag des Paläobiologen, der ja ausdrücklich auch die Meditation dem [[Verdacht]] der Irrationalität [[Unterstellung|unterstellt]] hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===3. Blick: Was ist Wissenschaft? Was haben Yoga und Meditation mit ihr gemeinsam? Worin unterscheiden sie sich von Wissenschaft?===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Was ist Wissenschaft====&lt;br /&gt;
„Wissenschaft“ - so das dtv-Lexikon - ist &#039;&#039;„der [[Inbegriff]] des durch [[Forschung]], [[Lehre]], und überlieferte [[Literatur]] [[Bildung|gebildeten]], [[Ordnung|geordneten]], [[Begründung|begründeten]], für gesichert erachteten [[Wissen]]s einer [[Zeit]]; auch die für seinen [[Erwerb]] typische, [[Methode|methodisch]]-[[Systematik|systematische]] Forschungs- und [[Erkenntnis]]arbeit, sowie ihr [[Organisation|organisatorisch]]-[[Institut|institutioneller]] Rahmen“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser [[Begriff]] ist mit dem [[Bezug]] auf das „Wissen einer Zeit“ zeitlos gültig. Er lässt selbst noch die von [[Kirche]] und [[Klerus]] [[Dogma|dogmatisierten]] mittelalterlichen Lehren über die [[Welt]] und den [[Kosmos]] als Wissenschaft gelten. Denn auch das war das „Wissen einer Zeit“ [[Gewinn|gewonnen]] durch die damals „typische systematische [[Erkenntnis]]arbeit“ der [[Bibelexegese]] und der Dogmatisierung von [[Bibel|biblischen]] [[Text]]stellen. Auch diese Erkenntnisarbeit war eingebunden in einen „organisatorisch- institutionellen [[Rahmen]]“, wie ihn eben die damalige [[Kirche]] mit ihren [[Priesterseminar]]en und [[Kloster|Klöstern]] bot. Da wäre es ein Leichtes, das [[Studium]] und die [[Weitergabe]] des [[Yoga]] und der ihm zugrunde liegenden [[Basis]]texte der klassischen indischen [[Philosophie]] in den zahlreichen indischen Ashrams und außerindischen [[Yogalehrer]]-[[Ausbildung]]s[[Zentrum|zentren]] ebenfalls unter dem oben [[Zitat|zitierten]][[ Begriff]] von Wissenschaft zu fassen. So [[Einfachheit|einfach]] will ich es ihnen und mir nicht machen. Denn sicher würden wir in der heutigen [[Situation]] beiden nicht [[Gerechtigkeit|gerecht]], wollten wir Wissenschaft und Yoga ohne weitere [[Umstand|Umstände]] gleichsetzen! Fragen wir also weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Was ist Wissenschaft heute? Was haben Yoga und Meditation mit heutiger Wissenschaft gemein und was [[unterscheiden|unterscheidet]] sie voneinander?====&lt;br /&gt;
Heutige Wissenschaft umfasst das systematische [[Bemühung|Bemühen]] um [[Objektivität|objektive]] [[Erkenntnis]] bzw. inter[[Subjektivität|subjektiv]] nachprüfbares Wissen. Als objektiv und nachprüfbar gilt dabei nur, was unter gleichen [[Bedingung]]en von anderen [[Forscher]]n nachgeprüft werden kann. Ferner umfasst auch heutige Wissenschaft alles, was als [[Ergebnis]] dieses Bemühens an [[Geschichte|geschichtlich]] aufgehäuftem Wissen bereit liegt. Hinsichtlich ihrer [[Gegenstand|Gegenstände]] [[Beziehung|bezieht]] sie sich mit dem [[Streben]] nach Erkenntnis auf das [[gesamt]]e [[Spektrum]] der [[Gegenständlichkeit|gegenständlichen]], mit den [[Sinne]]n [[Wahrnehmung|wahrnehmbaren]] Welt. Dazu gehört auch der Mensch als Teil dieser Welt. [[Zerlegung|Zerlegt]] in kleine und kleinste Teilaspekte betrachtet Wissenschaft diese Gegenstände in zahlreichen Zweig- und Unterdisziplinen. Wie stark vielfach fraktioniert Wissenschaft heute ist, will ich nur an einigen [[Beispiel]]en verdeutlichen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. In der Medizin gibt es heute fast schon für jedes [[Organ]], jedes [[Krankheit]]sbild und jeden [[Körperteil]] darauf [[Spezialisierung|spezialisierte]] [[Medizin|medizinische]] Teildisziplin. (Anästhesie, [[Allergologie]],[[ HNO]], [[Kardiologie]], [[Nephrologie]], [[Onkologie]], [[Proktologie]] usw. ) Werfen sie dafür einmal nur einen Blick in die [[Ärztetafel]] im Telefonbuch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. In der [[Psychologie]] [[begegnen]] uns u. a. die Allgemeine, die Entwicklungs-, Familien- und Sozial-, Sport- und Bewegungs- und sogar die Arbeits- und Technikpsychologie, wobei man sich fragt: Geht es hier um eine eigene [[Psyche]] der Technik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Noch bunter ist das Bild in der [[Soziologie]]. Kaum ein Gegenstand der sozialen Welt, der noch nicht mit dem [[Anhängsel]] „Soziologie“ in den [[Rang]] einer eigenen wissenschaftlichen Teildisziplin erhoben worden wäre: (Familien-, Arbeits- und Industrie-, Rechts-, Medizin-, Verwaltungs- und Organisations, Wissens und [[Kultur]]- Politische - und Filmsoziologie bis hin zur Soziologie des [[Geschlecht]]erverhältnisses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Für meine eigene frühere [[Disziplin]] die [[Rechtswissenschaft]] könnte ich ihnen ebenfalls ein breites [[Spektrum]] an Teildisziplinen auflisten, das fast schon ans Skurrile grenzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Kaum anders ist das Bild in den so genannten exakten [[Naturwissenschaft]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Soweit es in allen [[Zweig]]en der Wissenschaft um [[menschlich]]e Erkenntnis geht, stehen alle immer auch vor der [[Frage]] nach dem [[Erkennung|erkennen]]den [[Subjekt]], dem Menschen und seinen [[Möglichkeit]]en und [[Grenze]]n der Erkenntnis. Das sind zentrale [[Fragestellung]]en u. a. der Philosophie, der [[Erkenntnistheorie]] und der Psychologie und neuerdings der [[Kognitionswissenschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Yoga geht es um Erkenntnis. Doch zielt Erkenntnis im Meditieren als der obersten [[Stufe]] des [[Yogaweg]]es vorrangig auf [[Selbsterkenntnis]] bzw. auf die Erkenntnis des [[Selbst|SELBST]] oder - in der [[Buddhismus|buddhistischen]] [[Begriff]]lichkeit - des [[Nichtselbst|NICHTSELBST]] als des [[Wesen]]s der [[Mensch|menschlichen]] [[Persönlichkeit]]. Nur in diesem [[Zusammenhang]] [[Richter|richtet]] sie sich auch auf die [[Gegenstand|gegenständliche]] Welt als dem [[Ort]] und [[Raum]] der menschlichen [[Existenz]] und [[Befindlichkeit]]. Deswegen haben große [[Meditation]]s[[meister]] aller [[Richtung]]en und [[Schule]]n immer wieder darauf [[Hineis|hingewiesen]], dass sie über die Erkenntnis des [[Mikrokosmos]] der menschlichen Persönlichkeit zugleich auch ein tiefes Wissen über den [[Makrokosmos]] [[Erlangung|erlangt]] haben, bzw. über das, was - mit Goethe - die Welt im Innersten [[Zusammenhalt|zusammenhält]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso wie in der Wissenschaft gibt es auch im Yoga und in allen anderen Schulen und [[Tradition]]en der Meditation einen [[Reichtum|reichen]] [[Schatz]] geschichtlich [[Anhäufung|aufgehäuften]] Wissens. Denn alle großen Meister haben ihre [[Erfahrung]]en und ihr im [[Zustand]] der Meditation [[Gewinn|gewonnenes]] Wissen der [[Nachwelt]] in [[Spiritualität|spirituellen]] [[Schrift]]en [[Überlieferung|überliefert]]. Einige dieser Schriften sind mehrere tausend Jahre alt, wie etwa die [[Veden]] und [[Upanishaden]] Indiens, die als die ältesten Schriften der [[Menschheit]] überhaupt gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser [[Beschreibung|beschreiben]]den Ebene sind also Wissenschaft und Meditation durchaus noch mit einander [[Vergleich|vergleichbar]]. Doch [[Deutung|deuten]] sich hier bereits [[Unterschied]]e in Bezug auf die Gegenstände und [[Methode]]n der Erkenntnis an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Unterschiede zwischen Wissenschaft und Yoga===&lt;br /&gt;
====Der Mensch als Objekt der Erkenntnis====&lt;br /&gt;
Im gängigen Wissenschaftsverständnis dienen den Wissenschaftlern die gegenständliche Welt und der Kosmos, aber auch die Menschen als Objekte ihrer Forschungen und zwar in der oben beschriebenen nach Fachdisziplinen parzellierten [[Weise]]. Der Wissenschaftler als das forschende Subjekt betrachtet also den Menschen als Objekt seines [[Bemühen]]s um Erkenntnis. Subjekt und Objekt der Erkenntnis sind hier [[Trennung|getrennt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem [[Übung]]s- und [[Erkenntnis]]weg des [[Yoga]] ist jeder nach Wissen [[Streben|strebende]] Mensch zugleich Subjekt und Objekt seines Bemühens um Erkenntnis. Die in der Wissenschaft übliche [[Trennung]] ist hier also aufgehoben. Dabei betrachtet sich der meditierende Mensch von vornherein in seiner ganzheitlichen Existenz als Wesen aus [[Körper]], [[Seele]] und [[Geist]] mit dem [[Atem]] als [[Bindeglied]] zwischen diesen Dreien und eingebettet in [[Natur]], [[Welt]] und [[Kosmos]] sowie in [[Gesellschaft|gesellschaftliche]] [[Zusammenhang|Zusammenhänge]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Instrumente und Methoden der Erkenntnis: [[Verstand]] und [[Objektivität]] versus [[Introspektion]] und [[Intuition]]====&lt;br /&gt;
Heutige Wissenschaft strebt nach überprüfbarem, objektivem Wissen und [[Meinung|meint]] dafür allein auf den Verstand setzen zu dürfen, auf die menschliche [[Ratio]]. Man kann diesen Zusammenhang auch so [[Formulierung|formulieren]]: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil heutige Wissenschaft ausschließlich auf Rationalität setzt, lässt sie nur solche Methoden als wissenschaftlich [[Geltung|gelten]], mit denen die Ergebnisse intersubjektiv überprüft werden können. Das ist zugleich der eigentliche [[Grund]] für die Zergliederung des in seiner Ganzheit lebenden Menschen in unterschiedliche Teilaspekte, die von gegeneinander [[Abgrenzung|abgegrenzten]] wissenschaftlichen Disziplinen je gesondert [[Untersuchung|untersucht]] werden. Mit diesen [[Verfahren]] [[Verbindung|verbinden]] Wissenschaftler die [[Hoffnung]], in der je getrennten Untersuchung des Zerteilten irgendwie einmal zur [[Rekonstruktion]] des Ganzen zu gelangen, die Teilerkenntnisse also wie in einem Puzzle zum Ganzen zusammensetzen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich aber gibt es auf kaum einem [[Gebiet]] heute noch einen Wissenschaftler, der sich umfassend in allen Zweigdisziplinen seines Fachs auskennt. Erst recht ist niemand mehr in der [[Lage]], alle Wissenschaften zu überschauen. Die [[Spezialisierung]] schreitet munter weiter voran und das [[Gegenmittel]] der „interdisziplinären [[Zusammenarbeit]]“ greift nur teilweise und langsam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Yoga und Meditation&#039;&#039;&#039; lehnen – so wie ich die [[Grundlage]]ntexte und die [[Nyaya]]-[[Philosophie]], eine der sieben Hauptschulen der indischen Philosophie verstehe - den [[Rationalität]] rationalen [[Weg]] der Erkenntnis durchaus nicht ab. Denn auch Meditierende leben in dieser Welt der [[Erscheinung]]en und [[Dualität]]en und darin benötigen wir Menschen den [[Verstand]], um uns [[Orientierung|orientieren]] und angemessen [[Handlung|handeln]] zu können. Doch wird den in der Wissenschaft bevorzugten [[Quantität|quantitativen]] und den schon scheel angesehe]en [[Qualität|qualitativen]] Erkenntnisverfahren in den Basistexten der [[Yogaphilosophie]] ein nur [[Begrenzung|begrenzter]] Erkenntniswert in Bezug auf die materielle Welt der Erscheinungen zugebilligt. Die großen Meister der Meditation halten dafür, dass auf diesem Wege weder das [[Wesen]] der Menschen [[Erkenntnis|erkannt]] werden kann noch das der Welt und des Kosmos. Denn das Wesen oder das [[Ganze]]] ist nicht etwa nur mehr, sondern etwas anderes als die [[Summe]] der Teile. Es kann nur in der [[Innenschau]] mittels [[Intuition]], nicht aber [[Rationalität|rational]] erfasst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb bedient sich &#039;&#039;&#039;Yoga&#039;&#039;&#039; der [[Systematik|systematischen]] Innenschau, der Introspektion, wenn man diesen Begriff nicht auf das verkürzt, was die „Introspektionisten“ des beginnenden 20. Jhs. darunter [[Verstand|verstanden]]. Im Yoga und in der Meditation werden Praktizierende systematisch [[Anleitung|angeleitet]], ihre [[Achtsamkeit]] nach innen zu richten und in der Innenschau die [[Kraft]] der Intuition zur [[Erlangung]] von Selbsterkenntnis und von [[Erkenntnis]]sen über die äußere Welt und ihre [[Befindlichkeit]] in ihr zu [[Nutzen|nutzen]]. In der Wissenschaft wird dagegen die Introspektion heute rundweg als unwissenschaftlich [[Ablehnung|abgelehnt]], weil sie angeblich keine [[Möglichkeit]] böte, [[Objektivität|objektive]] Erkenntnisse zu erlangen, die sich nach den gleichen Methoden durch andere überprüfen lassen. Dagegen ließe sich schon Folgendes einwenden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden mehrere Menschen nach den gleichen Methoden im Meditieren angeleitet, dann können mit einiger Übung – wie wir wissen - alle die gleichen oder vergleichbare Erfahrungen machen. Wäre das nicht mit gleichem Recht als intersubjektive Nachprüfung [[Anerkennung|anzuerkennen]] wie die [[Wiederholung]] einer qualitativen soziologischen oder psychologischen [[Studie]], in der sich die Forscher der teilnehmenden [[Beobachtung]] bedienen? Neuerdings aber wachsen mit wissenschaftlichen Methoden und Verfahren zur Untersuchung der [[Struktur]]en und [[Vorgang|Vorgänge]] im [[Gehirn]] die [[Chance]]n, mit allgemein [[Anerkennung|anerkannten]] wissenschaftlichen [[Verfahren]] wenigstens ansatzweise [[Darstellung|darzustellen]], wie sich Yoga und Meditation auf die [[Funktione]]n des Gehirns [[Auswirkung|auswirken]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Intuition]] wird von der Wissenschaft ebenfalls [[Abwehr|abgewehrt]] und kaum je in ihrer [[Bedeutung]] auch für die Wissenschaft anerkannt, geschweige denn im wissenschaftlichen [[Prozess]] systematisch genutzt. Dabei trägt sie zur [[Gewinnung]] wissenschaftlicher Erkenntnisse vielleicht sogar mehr und anderes bei als der [[Verstand]]. Nur wenige Wissenschaftler aber sind so [[Souveränität|souverän]] wie [[Albert Einstein]], sich [[Offenheit|offen]] zur Intuition als dem eigentlichen Vater ihrer [[Entdeckung]] zu [[Bekennung|bekennen]]. Einstein hat in einem Brief oder [[Gespräch]] einmal sinngemäß gesagt, dass ihm die Relativitätstheorie auf einem [[Spaziergang]] in den Bergen plötzlich aufgegangen sei. Nur um sie in [[Wort]]e zu fassen, habe er danach seinen Verstand [[Anstrengung|anstrengen]] müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die meisten Wissenschaftler mit der Intuition [[Probleme]] haben, so liegt das m. E. daran, dass sich, was sie sei, weder einfach [[Definition|definieren]] noch rational [[Erklärung|erklären]] lässt. Man mag sie als [[Unmittelbarkeit|unmittelbare]] [[Eingebung]] [[Beschreibung|beschreiben]] oder als das innere [[Aufleuchten]] einer [[Idee]], woher auch immer sie kommen mag. Wer je in seinem [[Leben]] bei welcher [[Gelegenheit]] auch immer eine solche Eingebung hatte, der weiß, dass sie sich mit aller Kraft des Verstandes aus ihrem [[Versteck]] nicht hervorlocken lässt. Im [[Gegenteil]]: je mehr wir den Verstand anstrengen, ein bestimmtes Problem zu [[Lösung|lösen]], desto mehr [[Schein|scheint]] sich die Lösung zu verbergen. Geben wir alle [[Anstrengung]] auf und legen eine [[Ruhe]]pause ein oder gehen wir erst einmal – wie Einstein – [[Spaziergang|spazieren]] oder auch [[Schlaf|schlafen]], so geschieht es nicht selten genug, oft auch am frühen [[Morgen]] kurz vor oder nach dem [[Aufstehen]], dass sich plötzlich ein [[Aha]]-[[Erlebnis]] einstellt und wir die [[Lösung]] [[Fund|gefunden]] haben. Diese [[Erfahrung]] hat – so [[Gedanke|denke]] ich - jeder von ihnen selbst schon gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Intuition entspringt ganz augenscheinlich einer anderen [[Quelle]] als das verstandesmäßige [[Denken]]. Sie leuchtet zumeist unangekündigt auf und woher sie kommt, ist eine [[Offenheit|offene]] Frage. Steigt sie aus unserem eigenen inneren [[Selbst]] auf oder wird sie uns von einer höheren, [[Gott|göttlichen]] [[Kraft]] außerhalb von uns eingegeben, oder von einem [[All]]-[[Bewusstsein]], das zugleich in uns und außerhalb von uns ist? Dazu mag sich jeder seine eigenen Gedanken machen. Besonders [[Intensität|intensiv]]  – so meine [[Erfahrung]] - macht sich Intuition bemerkbar, wenn ich in die [[Stille]] gehe und [[Meditation|meditiere]]. Sie ist daher für mich recht eigentlich ein Kind der Stille und der Meditation. Diese auf der Erfahrung beruhende [[Einsicht]] machen sich alle Wege der Meditation zunutze. Sie bedienen sich in systematischer Weise der Intuition als Quelle der Erkenntnis. Und daher [[Vermittlung|vermitteln]] alle Schulen den Menschen die [[Fähigkeit]], [[Willen|willentlich]] die [[Sinne]] von der äußeren Welt [[Rückzug|zurückzuziehen]] und in das [[Schweigen]] der [[Worte]] und der [[Gedanken]] zu gehen, und damit in jene Stille, die dem [[Denken]] vorausgeht und aus der allein die [[Stimme]] der Intuition zu uns zu [[Sprache|sprechen]] [[Beginn|beginnt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Neuere Tendenzen einer Annäherung von Wissenschaft und Meditation==&lt;br /&gt;
Alle [[Schule]]n des Yoga und der Meditation haben ihr Wissen [[Jahrhunderte]] lang wie eine Art [[Geheimlehre]] behandelt. Nur an [[speziell]] [[Vorbereitung|vorbereitete]] [[Einweihung|eingeweihte]] [[Schüler]] wurde das Wissen jeweils von einem [[Meister]] direkt [[Weitergabe|weiter gegeben]]. Nach und nach aber haben Yoga und Meditation in Indien einen [[Anerkennung|anerkannten]] [[Platz]] auch im wissenschaftlichen [[Bereich]] erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen [[Rückschritt]] gab es dann während der kolonialen [[Unterdrückung]] des Landes. Doch ist das Band zwischen Yoga und Wissenschaft in Indien nie völlig abgerissen. Nach dem [[Sieg]] der [[Unabhängigkeitsbewegung]] wurden die [[Bande]] in moderner [[Gestalt]] wieder [[Leben|belebt]] und nach und nach fester geknüpft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen gibt es einige vom [[Staat]] als [[Universität]]en anerkannte [[Yogahochschule]]n, in denen anders als in den üblichen [[Ashram]]s Yoga und Meditation nicht nur [[Unterricht|unterrichtet]] werden, sondern zugleich auch Gegenstände der [[Forschung]] sind, zum [[Beispiel]] die Yoga-Universität der [[Sivananda]] Tradition in [[Munger]] und das [[Swami]] [[Rama]] [[Yoga]] [[Gurukulam]] in [[Rishikesh]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Westen]] [[Beginn|begann]] sich erst seit dem 19. Jahrhundert nach und nach für Yoga und Meditation zu [Interesse|interessieren]]. Erste [[Bericht]]e über den Yoga gelangten durch [[Reisende]] und durch Verwaltungsbeamte der britischen [[Kolonialmacht]] in den Westen. [[Verstärkung|Verstärkt]] nahm das [[Interesse]] dann zu als die ersten großen [[Yogameister]] seit dem Ende des 19. Jahrhunderts in den Westen kamen und Yoga und Meditation hier zu [[Verbreitung|verbreiten]] begannen. Beide galten allerdings lange Zeit als zwei verschiedene [[Ding]]e. Yoga wurde mit Nachwirkungen bis heute [[Trennung|getrennt]] von der Meditation als eine Art von spezieller [[Gymnastik]] betrachtet und im [[Hatha Yoga]] verbreitet so unterrichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Weg des Yoga in den Westen begann gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Erst rund 70 Jahre später begann sich die Wissenschaft des Westens für Yoga und Meditation zu [[Interesse|interessieren]], anfangs vor allem in den USA. Nach und nach öffneten sich hier anerkannte große private Forschungsstätten, Kliniken und Universitätsinstitute für Forschungen über Yoga und Meditation. Dieser Prozess nahm in den siebziger Jahren des 20. Jhd. einen größeren Aufschwung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grob gesagt kann damit die wissenschaftliche Forschung über Yoga und Meditation in den [[USA]] heute auf eine [[Geschichte]] von ca. 35 Jahren zurückblicken. Doch sind bereits in dieser [[Relativität|relativ]] kurzen Zeit unzählige [[Studien]] von Psychologen und Medizinern über die präventiven [[Gesundheit|gesundheitlichen]] [[Wirkung]]en des Yoga und der Meditation durchgeführt worden. An großen [[Klinik]]en wie u. a. an der [[Herz]]spezialklinik von Dr. Dean [[Ornish]] wurden beide auch auf ihre [Therapie|therapeutischen]] Wirkungen hin [[Erprobung|erprobt]]. Die [[Ergebnis]]se dazu sind in vielen Begleituntersuchungen [[Dokumentation|dokumentiert]] worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit einiger [[Verzögerung]] schwappte das wissenschaftliche [[Interesse]] am Yoga dann seit dem Beginn der 80er Jahre nach [[Europa]] herüber, kam aber in Deutschland so ziemlich zuletzt an, nämlich erst Ende der 80er Jahre. Immerhin gibt es auch in Deutschland nun schon seit mehr als einem Jahrzehnt eine sich langsam [[Etablierung|etablierende]] [[Yogaforschung|Yoga]]- und  Meditationsforschung]]. Die erst im Juli 2000 gegründete [[Society]] for [[Meditation]] and Meditation [[Research]] hat bereits drei wissenschaftliche [[Kongress]]e durchgeführt bzw. mit [[Veranstaltung|veranstaltet]] (2001 in Heidelberg, 2002 in Bochum und 2004 in Köln). Dieser Kongress hier ist nun der vierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts gibt es weltweit ein stärker zunehmendes wissenschaftliches Interesse an Yoga und Meditation. In Bibliographien aus neuerer Zeit werden über 900 zumeist englischsprachige [[Empirik|empirische]] Studien und [[Theorie|theoretische]] Arbeiten [[Nachweis|nachgewiesen]] und zwar über 300 allein zum [[Thema]] [[Stress]]bewältigung durch [[Yoga]] und [[Meditation]]. Etwa gleich groß ist die Anzahl der [[Psychologie|psychologischen]] und [[Medizin|medizinischen]] Studien über Yoga für [[Kinder]] und [[Jugendliche]] und über Yoga und Meditation für alte [[Mensch]]en. Diese Bibliographien wurden in den USA erstellt und [[Erfassung|erfassen]] einigermaßen vollständig nur die englischsprachige [[Literatur]], nicht aber Studien in anderen [[Sprache]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stützten sich wissenschaftliche [[Untersuchung]]en anfangs zumeist auf die [[Befragung]] [[Praxis|Praktizierender]], auf psychologische [[Test]]s und auf andere relativ weiche [[Methode]]n der Untersuchung und [[Datenerhebung]], so hat die Forschung auf diesem Gebiet seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts einen qualitativen [[Sprung]] getan und so eine neue [[Stufe]] [erreichen|erreicht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[EEG]]-[[Verfahren]] zur [[Messung]] der Gehirnströme und Bild gebende Verfahren zur Untersuchung der [[Gehirnaktivitäten]] im [[Zustand]] der Meditation in Kernspingeräten erlauben zwar noch keinen [[Perfektionismus|perfekten]] [[Einblick]] in das, was im [[Gehirn]] Meditierender vorgeht. Sie lassen aber nach und nach immer deutlicher erkennen, dass Meditation gehirnphysiologische [[Wirkung]]en hat, die als erhöhte [[Geist|geistige]] [[Wachheit]] und [[Konzentration]] bei gleichzeitiger tiefster [[Entspannung]] zu deuten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist in meinen Worten eines der wichtigsten Ergebnisse einer noch nicht publizierten, aber schon zur [[Veröffentlichung]] angenommenen bibliographischen Studie von Cahn und Polich, zweier amerikanischer Wissenschaftler von der University of [[California]] und vom renommierten Scripps Research [[Institute]]. Die [[Autor]]en haben nahezu 350 neuere und neueste empirische Studien vergleichend [[Auswertung|ausgewertet]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein großer Teil davon gilt den im EEG und im Kernspin messbaren Wirkungen der Meditation auf die Aktivitäten des Gehirns. Die auch nur grob gekürzte [[Wiedergabe]] von [[Detail]]s ihrer Ergebnisse will ich den [[Fach]]wissenschaftlern überlassen, weil das zu sehr ins Fach[[spezifisch]]e geht, von dem andere hier im Saal, wie vor allem Ulrich Ott, der deutsche [[Spezialist]] auf diesem Gebiet der Forschung, mehr [[Verstand|verstehen]] als ich. Hier nur einige kurze [[Zitat]]e aus der [[Zusammenfassung]] in [[Übersetzung]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die klinische [[Anwendbar]]keit solcher Methoden der Meditation voran bringen zu können, sei &#039;&#039;„eine [[Fortsetzung]] derartiger Untersuchungen und die [[Vergleich|vergleichende]] [[Bewertung]] ihrer Ergebnisse notwendig.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Eine große Herausforderung für die [[Grundlage]]nforschung zur Meditation verbleibt die eindeutige quantitative Unterscheidung und [[Topographie|topographische]] [[Darstellung]] des Unterschieds zwischen Meditation und Zuständen beginnenden Tiefschlafs. (……..)“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Obwohl eine umfassende empirische und theoretische Grundlage noch fehlt, ist jedenfalls eindeutig, dass „die [[Funktion]]sweise des [[Zentrale|zentralen]] [[Nervensystem]]s durch Meditation [[Beeinflussung|beeinflusst]]“ wird. Der spezifische [[Nutzen]] meditativer Praktiken in [[Verbindung]] mit psychologischen und [[Neuropharmakologie|neuropharmakologischen]] [[Therapie]]n ist eine große [[Triebkraft]] für [[Zukunft|künftige]] Studien.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse solcher Studien sind auch in [[Öffentlichkeit|populär]]wissenschaftlichen [[Bericht]]en schon [[Verbreitung|verbreitet]] worden. So z. B. in dem [[Artikel]] „Die neuronale [[Erleuchtung]]“ von &#039;&#039;&#039;Ulrich Kraft&#039;&#039;&#039; in „Gehirn und Geist“ Heft 10 2005, S.12 ff. Selbst Tage[[zeitung]]en wie die Süddeutsche haben dieses Thema bereits aufgegriffen, SZ 68. Ausgabe, 2005 S.11 „Mönche in der Magnetröhre“ ebenfalls von &#039;&#039;&#039;Ulrich Kraft&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch an deutschen Universitäten gibt es inzwischen Wissenschaftler, die sich im [[Kontext]] von Forschungen über die Funktionsweise des Gehirns (wie z. B. über Neurokognition) für die Wirkungen der Meditation auf die Funktionen des Gehirns interessieren. Anstatt Meditationsforschung weiterhin pauschal abzulehnen und für Rufschädigung zu halten, nehmen sie Forschungen dazu auf und [[Betreuung|betreuen]] [[Diplom]]- und [[Doktor]]arbeiten zu dieser Thematik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Große Meditationsmeister, wie z. B. der [[Dalai Lama]] und Sri [[Swami]] [[Veda]] [[Bharati]], die beide in engem [[Austausch]] miteinander stehen, [[Unterstützung|unterstützen]] die [[Bemühung]]en der Wissenschaft. Sie stellen sich selbst für [[Untersuchung]]en der [[Zustand|Zustände]] ihres [[Bewusstsein]]s in der Meditation zur [[Verfügung]] und fordern ihre Schüler auf, das ebenfalls zu tun. Dieser [[Aufforderung]] bin ich in Bremen vor vier Wochen nachgekommen. Von hier aus möchte ich Meditierende aller [[Richtung]]en mit längeren [[Erfahrung]]en, aber auch Anfänger in der Meditation dringend bitten, sich im Interesse der an dieser Thematik arbeitenden Nachwuchswissenschaftler ebenfalls auf eine solche Untersuchung einzulassen. Für mich war es eine [[Erfahrung]], die mich auch ganz persönlich [[Bereicherung|bereichert]] und auf meinem [[Weg]] vorangebracht]] hat. Vor allzu großen [[Erwartung]]en in diese Forschungen – so denke ich - muss [[warnung|gewarnt]] werden. Die hier [[Präsenz|anwesend]]en Wissenschaftler, die schon jetzt an derartigen Studien arbeiten oder sie unterstützen, wissen besser als ich um die [[Möglichkeit]]en und [[Grenze]]n dessen, was auch mit den neuesten Apparaturen technisch machbar ist. Eines, so scheint mir, kann jetzt schon gesagt werden: Das Eigentliche, worum es der Meditation geht, die subjektive Erfahrung des [[Wille|willentlich]] herbeigeführten anderen, höheren [[Zustand]]s des Bewusstseins, wie immer man den in den [[Unterschied||unterschiedlichen]] Traditionen bezeichnen mag - [[Samadhi]] oder [[Satori]] oder [[Befreiung]] - wird für die Wissenschaftler ein [[Geheimnis]] bleiben. Was es subjektiv [[Bedeutung|bedeutet]], in den Zustand des Samadhi oder in die große [[Leere]] [einzutreten, diese Erfahrung erschließt sich nur dem, der die meditative [[Reise]] in das nahe liegende und dennoch unbekannte [[Innere]] antritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Eigene Erfahrung als Yogalehrer und Wissenschaftler==&lt;br /&gt;
Zusammenfassung meiner eigenen Erfahrungen in zwei Sätzen: Ich kann als Wissenschaftler Yoga betreiben und Yogalehrer sein, ohne mich von der Wissenschaft lossagen und meinen rationalen Verstand an der Garderobe abgeben zu müssen. Ich [[Gewinn|gewinne]] sogar etwas auch für die Wissenschaft [[Wichtiges]] hinzu: eine [[Verstärkung|verstärkte]] [[Intuition|intuitive]] Kraft, die in meinen Meditationen von Zeit zu Zeit mit kleineren oder größeren Erkenntnissen aufleuchtet! Der anfangs befürchtete [[Spagat]] ist für&lt;br /&gt;
mich inzwischen ein erträgliches Stehen auf beiden Beinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Persönlichem habe ich [[Beginn|begonnen]] und damit will ich schließen. Warum ich nach meiner [[Tumor]]operation den spirituellen Weg eingeschlagen habe und nicht wieder in die alten Geleise zurück geraten bin, wie man das immer wieder von Menschen nach ähnlich einschneidenden Erfahrungen hört, mag mit der folgenden Geschichte zusammenhängen. Sie deutet darauf hin, dass ich schon seit meiner Schulzeit auf dem spirituellen Weg war, ohne das selbst zu wissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Albrecht Haushofer, ein bedeutender Wissenschaftler und Dichter, den die Nazis wegen [[Zugehörigkeit]] zum [[Widerstand]] zum [[Tod]]e [[Verurteilung|verurteilt]] und in Moabit hingerichtet haben, hat in seiner [[Tod]]eszelle wunderbare Sonette geschrieben, darunter eines auf eine Mücke, die er im ersten [[Impuls]] erschlagen wollte, dann aber [[Ruhe|ruhig]] [[Beobachtung|beobachtete]], während sie sich von seinem [[Blut]] nährte. Die letzten Zeilen dieses Gedichts lauten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Wir sind ja beide, Mensch und Mücke, nichts als kleine Schatten eines großen Lichts“.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beeindruckt von diesem [[Gedicht]] habe ich als Schüler 1957 ein Jahr vor dem Abitur vom Spätherbst an täglich im Erdkundezimmer, das ich damals verwaltete, eine Mücke genährt. Beim ersten Mal habe ich meinen Finger unmerklich langsam an sie angenähert, bis sie aufsprang, [[Stich|stach]] und zu saugen begann. Als sie rundum gesättigt war, setzte sie sich wieder auf ihren [[Platz]] am Fenster und dort saß sie von da an immer, bis ich morgens kam und ihr wieder meinen [[Finger]] anbot. Am Tag vor den Weihnachtsferien habe ich sie mittags vor dem Verlassen der Schule noch einmal saugen lassen und als ich im Januar wieder in die Schule kann, lag sie tot auf dem Fensterbrett genau unter der Stelle, wo sie vergeblich auf meinen Finger gewartet haben mag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kann mir irgend jemand [[Erklärung|erklären]], warum ich von da an in meinem ganzen [[Leben]] von Mücken in den verschiedensten [[Nähe|nahen]] und [[Ferne|fernen]] [[Gegend]]en der [[Welt]] fast immer nur dann gestochen worden bin, und zwar selbst in den dicksten Schwärmen, wenn ich es ihnen angeboten oder mindestens [[Mentalität|mental]] [[Erlaubnis|erlaubt]] habe? Könnte das kausal mit meiner Blutspende an die Mücke in meiner Schulzeit zusammenhängen? Und um welche [[Art]] von [[Kausalität]] handelt es sich? Um eine im [[Sinne]] der Naturwissenschaft? Hat mein [[Handeln]] eine auf mich bezogene [[Genetik|genetische]] Stechhemmung in allen Mückenarten der Welt [[Wirkung|bewirkt]]? Oder folgen die Mücken einer Art [[Moral]][[kodex]], der ihnen [[Verbreitung|verbietet]], ohne [[Einwilligung]] das Blut von [[Wohltäter]]n der [[Spezies]] anzuzapfen? Oder hat meine Mücke damals [[Stellvertretung|stellvertretend]] für ihre Artgenossen einen [[Vertrag]] mit mir geschlossen, besiegelt mit meinem Blut, an den sich alle Mücken der Welt bis heute halten, weil sie anders als wir Menschen von [[Natur]] aus vertrags[[treu]] sind? Die wenigen [[Ausnahme]]n, die es auch gegeben hat, erkläre ich mir damit, dass mich diese Mücken irrtümlich für einen anderen [[Mensch]]en oder gar für ein [[Tier]] gehalten haben. Warum sollten sich nicht auch Mücken irren? Selbst Wissenschaftlern geht es ja oft nicht anders. Ist doch die [[Geschichte]] der Wissenschaft zugleich auch die Geschichte wissenschaftlicher Irrtümer. Leider sind nur wenige Wissenschaftler zu [[Lebzeiten]] so [[selbstkritisch]] wie jener in den Geschichten des weisen Brecht vom Herrn Keuner. Der antwortete auf die [[Frage]], was er tue: &#039;&#039;&amp;quot;Ich bereite gerade meinen nächsten [[Irrtum]] vor&amp;quot;!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Schlussentspannung]]: [[Atem]][[achtsamkeit]]&lt;br /&gt;
R. W.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sonstiges==&lt;br /&gt;
Vgl. auch  etwa:&lt;br /&gt;
[[Buddhismus]]:  zum Beispiel der [[Dalai Lama]], Yongey Mingyur Rinpoche oder [[Jack Kornfield]] erklären, dass der  bis zur heutigen [[Praxis]] weniger eine [[Religion]] als vielmehr eine Wissenschaft des Geistes ist: ...erprobt, hat überprüfbare ... Beschreibungen für menschliches Empfinden und Verhalten;  konkrete Übungen und Techniken zur [[psychotherapie|Überwindung]] vieler menschlicher Konflikte und Sorgen. Damit überbrückt der Buddhismus die oft als schmerzlich empfundene Kluft zwischen Wissenschaft und Religion, zwischen Innovation und alter Überlieferung. ..&lt;br /&gt;
[[Albert Einstein]]: wenn  Religion - mit den Erfordernissen der modernen Wissenschaft vereinbar -  er (B.)Carl Friedrich von Weizsäcker stellte sich en Zukunftsmenschen als ein Individuum vor, in dem christliche [[Psychotherapie|Ethik, wissenschaftliches Denken und die buddhistischen Stärken]] integriert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein eventuelles Beispiel: Sogenannte [[Nonne]]nstudien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;In Amerika (..)  600 Nonnen eines katholischen Ordens (gaben..)  ihr Gehirn der Wissenschaft. Die Schwestern wurden im regelmäßigen Abstand (und) die Hirne nach dem [[Tod]] untersucht. Da gab es Nonnen, die waren blitzgescheit bis zu ihrem Tod und hatten doch Gehirnveränderungen, die auf ein schwerstes Alzheimer-Stadium hindeuteten. Das Gleiche sehen wir bei Parkinson.&amp;quot;   Trotz der objektiven [[Messung]] (posthum): sie waren  gesund geblieben. Wahrscheinlich schützten ein regelmäßiger Tagesablauf mit [[Zeit]] für ein geradezu [[heilig]]es [[mehr]] im [[Kloster]] ohne [[fernsehen|Informationsfluten]]; und auch [[Mittelmaß|maßvolle]] [[körper]]liche Bewegung, gesunde [[Ernährung]] ohne  zu [[Nikotin|rauchen]], [[Singen]]... (vgl wikipgenauer / zu belegen / eigener Artikel vielleicht):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Wissenschaftliche Studien]]&lt;br /&gt;
* [[Kunst]]: [http://mein.yoga-vidya.de/video/om-namo-nayanaya-geschichte]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p42_Die-Wissenschaft-des-Pranayama/ Swami Sivananda: Die Wissenschaft des Pranayama]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p208_Bleep---What-the-Bleep-do-we--now--/ Bleep - What the Bleep do we (k)now!]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/ayurveda/ Ayurveda - die Wissenschaft vom Leben]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/center/haus-bad-meinberg/yoga/was-ist-yoga/ Was ist Yoga?]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/wissenschaft/ Yoga als universelle Wissenschaft]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Buch/Wissenschaft/science00.htm Online Buch: Yoga als eine universelle Wissenschaft]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/yogatherapie/lesestoff/wissenschaftl-arbeiten/ Wissenschaftliche Arbeiten]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/service/presse/pressemitteilungen/detailansicht/article/forschungspreis-fuer-meditation-bei-yoga-vidya-in-bad-meinberg-vergeben/ Forschungspreis für Meditation bei Yoga Vidya]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/tag/wissenschaftliche-arbeiten/ Wissenschaftliche Arbeiten - Highlights]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/yogatherapie/lesestoff/artikel/ Yoga im Spiegel der Wissenschaft]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/interessengebiet/yoga-und-meditation-einfuehrung/ Yoga und Meditation Einführung]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Multimedia==&lt;br /&gt;
===Thomas Hübl: Inner Science - Die Wissenschaft des Erwachens===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|pAYAbtDRxfg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vortrag von Sukadev: &amp;quot;Braucht Yoga die Wissenschaft&amp;quot;?===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|1Qu4nRajEfg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vortrag: Meditation in naturwissenschaftlicher Forschung===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|UC6Xozp03Tc}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Quantenaktivist===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|kGbiR2MORYw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Weitere Gedanken zum Thema====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039;&#039;   erweitert das [[Vidya|Wissen]] durch methodische Forschung  nach neuen Erkenntnissen. [[Statistik|Statistische]] Tabellen gehen immer mehr in [[Messung|Einzelheiten]] der [[Psychologie]] beispielsweise, fort von ganzheitlicher [[Erfahrung|Praxis]] -  das   unterscheidet sich von [[Weisheit]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dogmatische Lehrsätze, womöglich  an  &amp;quot;die Erde ist eine Fläche&amp;quot; [[glauben]] zu sollen, sind sowieso [[Eignung|etwas anderes]]... verglichen mit  [[sinn]]voller [[Tradition]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemein gibt es in der [[Wirkungsforschung]] [[logos|viele Ursachen zugleich]], von denen oft schon eine wirkt... Menschen sind sehr unterschiedlich etc... Indes:  [[Wirkungen des Yoga]] und der [[Meditation]] lassen sich auch [[Wissenschaftliche Studien|beforschen]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vgl.: &amp;quot;&#039;&#039;Altes Wissen schafft neue Wissenschaft&#039;&#039;: Erkenntnisse [[mode]]rner &#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; stützen und bestätigen das intuitive [[Erfahrung]]swissen der alten [[Yogi]]s  [[mehr]] und mehr:  Kongress 11/2011 [https://www.yoga-vidya.de/events/yoga-kongress/]&amp;quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;&amp;quot;Wissenschaft hilft gegen [[Scharlatan|Aberglauben]] und etwa Schwermetall-Gifte [[Mode|früher]] in [[Ayurveda]] Heilmitteln (...) Und nach einiger [[Zeit]] wirken viele Forschungsergebnisse wieder [[Fahrender yogi|überholt]].&amp;quot; [[Zitat]] provisorisch ungenau, hier ab zu tippen: [ http://mein.yoga-vidya.de/video/satsang-vom-yoga-kongress-2011-bei-yoga-vidya-bad-meinberg]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
.....&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwa teilnehmender Beobachtung[http://de.wikipedia.org/wiki/Teilnehmende_Beobachtung] oder auch ethnologischen Studien-Reportagen  wie denen der Margaret Mead  wird von   der  &#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; oft  zu wenig [[Distanz]] vorgeworfen. Große Zahlen - wie auch im [[Breitensport]] - sind etwas anderes...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ein möglicher Satz dazu: &lt;br /&gt;
::&#039;&#039;Wo kriege ich mehr (Anhänger) statt was ist richtig; so sind auch [[Öffentlichkeit|Umfrageergebnisse]] über was man tut etc. kein in sich Maßstab für das [[Wahrheit|Wahre]] und das Richtige, wie man lebt&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Unterschied zwischen Wünschenswertem, auch wenn &#039;&#039;wissenschaft&#039;&#039;lich belegt - und trotzdem evtl. ganz abweichender [[Praxis]] (erforschen): die Kluft...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch [[Binsenwahrheit|Binsenwahr]]:  die Naturwissenschaften werten gern die anderen  mit  so vielschichtigen  Gegenstandsbereichen wie  [[Seele]],   [[Tradition]]...als Müll&#039;&#039;wissenschaften&#039;&#039; / zweiter Klasse ab, u. a. weil Handlungswissen für Märkte fehlt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indes: Gerade auch die [[Bhagavadgita]] wird u.a. &amp;quot;&#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; des Lebens&amp;quot; genannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Swami]] [[Sivananda]] beschreibt &#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; im [[Fliegender Yogi|technischen]] [[Zeit]]alter auch geradezu mit [[Distanz]].  und: &amp;quot;&#039;&#039;7. Schulbildung ist unvollständig, solange sie nicht einführt zu vermitteln, dass Wissen unbegrenzt ist.&#039;&#039;&amp;quot; ([[Göttliches Elexier]], 9)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere mögliche [[Zitat]]e: &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;ein [[tor|Schlüssel]] jenseits all unseres angehäuften [[Vidya|Wissen]]s und der vielen Worte, die uns den Blick auf uns selbst und die Welt eher verstellen als erhellen.&amp;quot; (Hempel, [[Reclam Verlag]] [[Zen]]-[[Yoga]], S. 10)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;Es gibt eine berühmte Unterweisung in der [[Zen]]-[[Tradition]], in der ein Schüler nach dem [[Mond]] fragt. Ein Zweig wird benutzt, um auf ihn zu zeigen, und die Lehre warnt uns, den Zweig nicht mit dem Mond zu verwechseln. Das Problem [[bibliotherapie|mit den Worten]] ist, dass sie Zweige sind – sie können nie der Mond sein. Im besten Fall sind sie [[Sundaram|wunderschöne]] Zweige, die die Form, das [[Licht]] oder die Herrlichkeit des Mondes beschreiben und es unseren Augen erlauben, ihn direkt anzusehen. Im schlimmsten Fall sind sie weitverzweigte Äste, die sich in viele Richtungen ausbreiten und uns noch mehr durcheinanderbringen. &lt;br /&gt;
&amp;quot;S. 9 hier:  [http://theseus-verlag.de/Verlage/Theseus/Theseus-Top-10-Bestseller/Schatten-auf-dem-Pfad.html]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Studien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga und Wissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sutra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Wissenschaft&amp;diff=46717</id>
		<title>Wissenschaft</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Wissenschaft&amp;diff=46717"/>
		<updated>2013-02-26T09:30:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sutra: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Wissenschaft und Yoga - gegensätzliche Welten?==&lt;br /&gt;
Artikel von R. W., erschienen im Yoga Vidya Journal Nr. 15, Frühjahr 2006. Entstanden aus einer Niederschrift eines Vortrags bei einem Kongress „[[Yoga]] und [[Meditation]]“ bei Yoga Vidya Bad Meinberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemeldet habe ich mich zu diesem Kongress mit dem Angebot, in einem Workshop oder Arbeitskreis von meinen persönlichen [[Erfahrung]]en als [[Wissenschaft]]ler und [[Yogalehrer]] zu berichten. Als ich mich dann im Kongressprogramm unversehens als Redner für den Eröffnungsvortrag wieder fand, schien mir, dass dafür ein lockeres Plaudern über meine Erfahrungen nicht ganz angemessen sei. Deshalb müssen sie sich nun einen Vortrag zumuten lassen. Um diese [[Zumutung]] aber in [[Grenze]]n zu halten, werde ich mehrfach eine Denkpause einlegen. Dann haben sie und ich [[Gelegenheit]], uns kurz zu [[Sammlung|sammeln]] und die Eingangsübung zu wiederholen. Beginnen will ich mit dem, was angekündigt war und nun in den Untertitel gerutscht ist: dem Biographischen. Es folgen dann vier Blicke auf das [[Thema]]. Als erstes will ich zeigen, dass Wissenschaftler, vor allem in Deutschland, Yoga und Meditation ganz verbreitet für etwas [[Irrationalität|Irrationales]] und damit Unwissenschaftliches halten. Als zweites werde ich auf begründete [[Zweifel]] eingehen, die in der neueren philosophischen [[Diskussion]] an der vermeintlichen [[Rationalität]] der Wissenschaft vorgebracht worden sind. Als zweites will ich aus meiner Sicht [[Gemeinsamkeit]]en und Unterschiede im Verhältnis von Yoga und Wissenschaft aufzeigen. Als viertes schließlich möchte ich von einigen neueren [[Entwicklung]]en im Verhältnis von Wissenschaft und Yoga berichten. Sie lassen darauf hoffen, dass sich westliche Wissenschaft und östliche [[Weisheit]]slehren und Meditationsschulen allmählich doch für einander öffnen und zu einem wechselseitig [[Fruchtbarkeit|fruchtbaren]] [[Austausch]] gelangen könnten. Ein noch winziger [[Hoffnung]]sschimmer ist die „Society for Meditation and Meditation Research“, die diesen Kongress mit veranstaltet. Die [[Widerstand|Widerstände]] gegen einen [[Wandel]] sind freilich stark und der [[Weg]], sie zu [[Überwindung|überwinden]] wird lang und [[Beschwerlichkeit|beschwerlich]] sein. Machen wir uns da nichts vor!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Nun aber erst zum Persönlichen===&lt;br /&gt;
Von 1974 bis zur Pensionierung im Februar 2003 habe ich an der Uni Bremen [[Arbeit]]srecht gelehrt. Mit nur einer längeren [[Unterbrechung]] bin ich meinen [[Aufgabe]]n in [[Forschung]] und [[Lehre]] nach besten [[Kräfte]]n nachgekommen. Schon seit meiner [[Student]]enzeit habe ich mich der [[Politik|politischen Linken zugeordnet, jedoch ohne [[Bindung]] an eine Partei. Seit 1972 bin ich Gewerkschaftsmitglied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weltanschaulich hielt ich mich bis in mein 50stes Lebensjahr für einen am Marxismus orientierten [[Atheist]]en, war aber eher ein nicht ganz [[Unglaube|ungläubiger]] Nichtchrist. Wenn ich noch während meiner Lehrtätigkeit in den neunziger Jahren Yogalehrer wurde und zwar in der [[Spiritualität|spirituellen]] [[Tradition]] der[[ Meister]] des [[Himalaya]]s, so hat das mit der bereits erwähnten [[Unterbrechung]] zu tun und die war durch eine einschneidende [[Lebenskrise]] [[Zwang|erzwungen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Mitte meines 50. Lebensjahrs brach die Fassade des linken und dennoch durchaus [[Erfolg|erfolgreichen Akademikers schlagartig zusammen. Meine [[Ehe]] war längst [[Bruch|zerbrochen]]. Die [[Hoffnung]]en, sie wieder kitten zu können, zerschlugen sich endgültig im Juli 1988, als ich kurz vor einer geplanten Forschungsreise nach Japan auch [[Körper|körperlich]] und [[Psyche|psychisch]] zusammenbrach: [[Diagnose]] Gehirntumor. Vor und während der 4 Std. dauernden [[Operation]] hatte mein [[Leben]] - wie mir der operierende [[Arzt]] später sagte - an einem seidenen [[Faden]] gehangen. Diese [[Erfahrung]] [[fordern|forderte]] einige Tage nach der OP meinen [[Lebensmut]] heraus und führte noch in der [[Klinik]] zu dem [[Entschluss]], mich und mein Leben von [[Grund]] auf zu [[ändern]]. Schon ab Februar 1989 besuchte ich [[Yogakurs]]e und [[praktizieren|praktizierte]] täglich morgens eine Stunde lang oder auch länger [[Yogaübung]]en. Daneben hätten sie mich damals in [[Therapie|psychotherapeutischen]] [[Sitzung]]en und als zumeist einzige männliche [[Teilnehmer]]in in einer Frauentanzgruppe und beim Tango Argentino treffen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ich nach der erzwungenen [[Pause]], körperlich noch gezeichnet, meine [[Tätigkeit]] an der [[Uni]] wieder [[Aufnehme|aufnahm]], merkte ich schon bald an den [[Blick]]en meiner Kolleginnen und [[Kollege]]n, dass sie mich mindestens für wunderlich, wenn nicht gar für leicht [[Anormalität|anormal]] hielten, für einen mit einem Dachschaden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einige meiner Kollegen war das [[Maß]] dann offenbar voll, als sich folgendes ereignete: vom Bremer Regionalfernsehen wurde ich für einen gesundheitspolitischen [[Beitrag]] um ein [[Interview]] zu der [[Frage]] [[gebeten]], wie sich mein Leben durch [[Krankheit]] und [[Operation]] [[Veränderung|verändert]] habe. Dieses Interview wurde auf meinen [[Vorschlag]] nach einer kurzen [[Sequenz|Tanzsequenz]] im Kreise meiner Frauengruppe aufgezeichnet und war sehr kurz. Denn ich sagte sinngemäß eigentlich nur, dass ich - wie man ja sehen könne - meine [[Lebenszeit]] jetzt anders und intensiver [[Nutzen|nutze]] und mir meine [[Arbeit]] nicht mehr das Wichtigste im Leben sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vermutlich in [[Reaktion]] auf dieses Interview fragte einer meiner Jurakollegen bei einer auf [[Gesundheitswissenschaft]] [[Spezialisation|spezialisiert]]en Kollegin an, ob noch [[Normalität|normal]] sei, was ich da triebe. Die Kollegin, die mich gut kannte, [[Information|informierte]] mich, ohne den [[Name]]n zu nennen. Sie hatte ihm gesagt, er solle mich selbst [[Frage|fragen]]. Ich weiß bis heute nicht, wer es war und auch nicht was ich [[Antwort|geantwortet]] hätte, habe aber von da an in meinem [[Fachbereich]] [[Friheit|frei]] nach dem [[Motto]] gelebt: &amp;quot;Ist der [[Ruf]] erst ruiniert…..&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach ca. zwei Jahren der [[Yogapraxis]] [[Entschluss|entschloss]] ich mich, eine [[Ausbildung]] zum [[Yogalehrer]] [[Aufnahme|aufzunehmen]]. Zu dieser [[Zeit]] war trotz erster positiver [[Erfahrung]]en auch in meinem [[Kopf]] noch die [[Sperre]], dass es sich beim Yoga um etwas Irrationales handele. Vor allem die Meditation hielt ich für [[Unvereinbarkeit|unvereinbar]] mit meiner [[Verpflichtung]] auf die wissenschaftliche Rationalität. Wie würde ich den [[Spagat]] zwischen diesen beiden [[Gegensatz|gegensätzlichen]] Welten aushalten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dieser bangen Frage fuhr ich im Februar 1992 in das erste Ausbildungswochenende am &amp;quot;[[Himalaya Institut]] für [[Yogawissenschaft]] und [[Philosophie]]&amp;quot;. Wegen dieses Namens meinte ich, mit meinen [[Zweifel]]n hier am besten aufgehoben zu sein. Schon am ersten [[Tag]] [[Erfüllung|erfüllte]] sich meine [[Erwartung]] voll. Bis heute [[Begleitung|begleitet]] mich seitdem die [[Botschaft]] des Ausbildungs[[leiter]]s, Wolfgang Bischoff. Er begann zwar seinen [[Einführung]]s[[vortrag]] mit einem für mich damals noch befremdlichen [[Sprechgesang]], einem [[Mantra]], befremdlich, weil ich da das Irrationale des Yoga auf mich zukommen sah, doch schloss er den Vortrag mit den [[Wort]]en: &amp;quot;Glaub mir kein Wort, [[Zweifel|bezweifle]] alles, was ich sage, aber mach die Übungen, die ich dir empfehle und überprüfe selbst!&amp;quot; Das entsprach voll meinem Credo als Wissenschaftler! In Ahrensburg lernte ich nicht nur Yoga-Übungen und erste Meditationen, sondern erhielt auch [[Kenntnis]]se über die indische Philosophie, vor allem über die Yoga-, [[Sankhya|Samkhya]]- und [[Vedanta]]philosophie. Hinzu kamen Anstöße, auch über Grundfragen von Wissenschaft und Philosophie des Westens nachzudenken, die mich seit meinem [[Studium]] kaum noch [[Beschäftigung|beschäftigt]] hatten. Vor allem [[Bewegung|bewegte]] mich die Frage: Was eigentlich ist Wissenschaft? Da war ich nun viele Jahre beruflich als Wissenschaftler tätig gewesen, aber kaum je war mir diese Frage in den [[Sinn]] gekommen oder gestellt worden. Nun konnte und wollte ich sie nicht länger [[Verdrängung|verdrängen]]. Damit bin ich über das Persönliche des Unterthemas beim [[Sachlichkeit|Sachlichen]] und beim [[Thema]] angekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wissenschaft und Yoga – gegensätzliche Welten?===&lt;br /&gt;
Dazu zwei Vor[[bemerkung]]en:&lt;br /&gt;
1. Soweit im Folgenden von Yoga die [[Rede]] ist, meint das für mein [[Verständnis]] immer auch die Meditation in einer [[denkbar]] breiten Palette von Übungs[[methode]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
n. Denn Yoga [[zielen|zielt]] – das muss ich hier nicht [[näher]] [[ausführen]] - in allen seinen [[Teile]]n [[letztlich]] auf die Meditation als der [[oberste]]n [[Stufe]] des achtstufigen Weges nach [[Patanjali]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seinem [[Yogasutra|Yoga Sutra]] zufolge [[dienen]] die [[körperlich]]en [[Übung]]en (Asanas) nur dem [[Zweck]], Menschen auf die Meditation [[vorbereiten|vorzubereiten]]. Sie sollen [[befähigen|befähigt]] werden, über eine längere Zeit im [[aufrecht]]en [[Sitz]] zu [[meditieren]], ohne durch körperliche und [[mental]]e [[Störung]]en [[ablenken|abgelenkt]] zu werden. Dem [[gleich]]en [[Zweck]] dienen die Übungen mit dem [[Atem]] und der [[Lebensenergie]] ([[Pranayama]]) und das [[Zurückziehen]] der [[Sinne]] von den [[Objekt]]en der [[äußere]]n Welt ([[pratyahara]]). Wegen der [[zentral]]en [[Rolle]] der Meditation im Yoga nach Patanjali prägte mein [[Lehrer]], [[Sri]] [[Swami]] [[Rama]], einer der [[bedeutend]]sten [[Yogi]]s des vorigen Jahrhunderts, die [[Definition]]: „Yoga is meditation in action“ zu dt. „Yoga ist Meditation im [[Handeln]]“ oder auch „ist [[Achtsamkeit]] im Handeln“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Unmittelbar beziehen sich meine [[Ausführung]]en zwar nur auf den Yoga. Doch stehen sie für das [[Verhältnis]] der Wissenschaft zu anderen [[spirituell]]en [[Lehre]]n und Meditationspraktiken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1. Blick: Yoga und Wissenschaft.===&lt;br /&gt;
Einander [[fremd]]e gegensätzliche Welten oder „Rationalität contra Irrationalität“ Auf den ersten [[Blick]] [[scheinen|scheint]] es aus der [[Perspektive]] beider – des Yoga wie der Wissenschaft - keine einander fremderen Welten zu geben als eben diese beiden. Wie suspekt vielen Wissenschaftlern alle östlichen Weisheitslehren und alles ist, was mit Meditation zusammenhängt, mag folgendes [[Zitat]] aus dem philosophischen Beitrag eines Professors der Paläobiologie und Geologie [[belegen]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Heute [[tauchen]] vereinzelt [[Missionar]]e des Irrationalen in der [[Ethnologie]] und [[Anthropologie]] auf, kann in der Philosophie die Ablehnung der reinen, der [[wissenschaftlich]]en [[Ratio]] zu einem Plädoyer für die Einbeziehung der [[Mystik]] und Meditation (…) werden. Selbst in den auf [[nüchtern]]e [[Sachlichkeit]] so [[bedacht]]en [[Naturwissenschaften]] sägen heute einige dem Irrationalen Zuneigende [[eifrig]]st am eigenen Ast. Nicht zuletzt eine Reihe von Physikern, die sich (…) in den Irrgarten ostasiatischer Mystik oder in [[parapsychologisch|parapsychologische]], dubiose [[Winkel]] [[verirren|verirrt]] haben!“&#039;&#039; 1*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[Anmerkung]]en zu dieser Textstelle [[erfahren]] wir, was und wen er damit u. a. meint: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Gewisse [[Abschnitt]]e in C. F. Weizsäcker: Der [[Garten]] des [[Menschlich]]en.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sollte sich der große [[Physiker]] und [[Philosoph]] von Weizsäcker [[wirklich]] ins Irrationale verirrt haben? Genügt als [[Beleg]] dafür, dass Weizsäcker u. a. Vorworte zu zwei spirituellen Büchern geschrieben, ein Interview über seine Meditationserfahrungen gegeben und beides in seinem Buch [[veröffentlichen|veröffentlicht]] hat? Dieser [[Angriff]] richtet sich nicht nur gegen von Weizsäcker, sondern gegen mehrere ebenfalls [[namentlich]] [[nennen|genannte]] Wissenschaftler wie z. B. &#039;&#039;Fritjof Capra&#039;&#039;. Vor den [[Auge]]n unseres Gewährsmannes tut sich offenbar ein großer [[Sumpf]] an Irrationalität auf, in dem die von ihm [[vertreten]]e [[Lehre]], rein rationale Wissenschaft zu [[versinken]] [[drohen|droht]]. Eine Satire möchte man [[schreiben]], wenn die [[Sache]] nicht [[ernst]] wäre. Denn diese Äußerungen stehen stellvertretend für das [[Denken]] vieler Wissenschaftler, die das nur nicht so dankenswert [[offen]] und [[deutlich]] sagen. Meine eigenen Erfahrungen belegen das. Yogis und Meditierende aller [[Traditionen]] haben aber – wenn ich [[recht]] sehe - ihrerseits ein mindestens [[distanzieren|distanziertes]] [[Verhältnis]] zur anderen [[Seite]], zur Wissenschaft. Diese Distanz scheint in den Erfahrungen und in der [[Einstellung]] Meditierender zu [[wurzeln]]: &#039;&#039;„Ich weiß, welche Erfahrungen ich im Meditieren mache und ich weiß auch, dass ich weiß oder dass ich nichts [[wissen|weiß]]. Das [[brauchen|brauche]] ich mir doch von einem Wissenschaftler nicht auch noch bescheinigen zu [[lassen]].“&#039;&#039; [[verkennen|Verkannt]] wird dabei die gesellschaftliche Bedeutung von Wissenschaft für die Akzeptanz und damit auch für die Verbreitung der Meditation und anderer spiritueller Praktiken in breiten [[Kreise]]n der [[Bevölkerung]], die wir dafür [[gewinnen]] wollen. Verkannt wird dabei auch, wie [[wichtig]] die wissenschaftliche [[Akzeptanz]] in unseren 1* Heinrich Karl Erben, Episteme, Mythos und [[human]]e [[Zukunft]] in: Lenk, H. (Hg.) Zur [[Kritik]] der wissenschaftlichen [[Vernunft]], 1986 Breiten ist, um etwa die Anerkennung von Meditation als wirksame Gesundheits[[prävention]] oder gar als [[Heilverfahren]] zu [[erlangen]], mit der [[Folge]], dass gegebenenfalls die Kassen für die Kosten ihrer [[klinisch]]en und [[therapeutisch]]en [[Anwendung]] aufzukommen hätten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2. Blick: Kritik der wissenschaftlichen Vernunft===&lt;br /&gt;
Unter diesem Titel [[Veröffentlichung|veröffentlichte]] Kurt Hübner 1977, damals [[Professor]] für Philosophie an der [[Universität]] Kiel, ein umfängliches philosophisches [[Werk]]. Darin weist er [[Stütze|gestützt]] auf [[Analyse]]n anscheinend rein rationaler [[Argumentation]]en der [[Mathematik]] und auf wissenschaftliche Methoden und [[Ergebnis]]se der Geschichtswissenschaft nach, wie unhaltbar die zumeist ungeprüfte [[Annahme]] ist, dass in der Wissenschaft [[Ausschließlichkeit|ausschließlich]] und allein das [[Prinzip]] der Rationalität [[Regierung|regiere]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hübner bezieht sich auf die griechische [[Mythologie]], aus der heraus sich heutige Philosophie und Wissenschaft überhaupt erst [[Entwicklung|entwickelt]] haben und in der er eine eigene Rationalität ausmacht. Im [[Vergleich]] dazu verdeutlicht er, wie stark rational nicht begründbare [[Element]]e selbst noch die heutige Wissenschaft [[Prägung|prägen]]. Umfängliche Zitate aus Hübners Werk will ich ihnen und mir ersparen. Die können sie in der gedruckten ausführlicheren [[Fassung]] nachlesen. Hier nur zwei Zitate aus Hübners [[Schlussfolgerung]] am Ende seiner [[Gründlichkeit|gründlichen]] [[Analyse]]: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Nichts wäre (….) falscher, als dem Mythos, wie das oft geschieht, Irrationalität zu [[Unterstellung|unterstellen]], dem die Wissenschaft als etwas Rationales entgegentritt.“ An späterer [[Stelle]] der [[Zusammenfassung]] schreibt Hübner: Es gibt (….) keinen [[Theorie|theoretisch]] [[Zwang|zwingenden]] [[Grund]] [[Annahme|anzunehmen]], dass alle Welt mythische Sichtweisen als solche, (.....) ins Reich des [[Märchen]]s [[Verbannung|verbannen]] muss, wenn sie nicht (…..) den [[Verstand]] [[Verlust|verlieren]] will.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer H. gewidmeten Festschrift „Zur [[Kritik]] der wissenschaftlichen Rationalität“ (1986) haben sich mehrere Philosophen seiner Kritik angeschlossen und seine [[Argumentation]] in die eine oder andere [[Richtung]] ausgebaut. Für [[Nachweis]]e und Zitate [[Verweis|verweise]] ich sie ebenfalls auf die schriftliche Fassung. So schreibt Kockelmans, ein amerikanischer Philosophieprofessor, mit [[Bezug]] auf die [[Sozialwissenschaft]] u. a.: Man sollte s. E. erkennen, „dass es mythische [[Dimensionen]] sowohl in der Wissenschaft als auch in der Philosophie gibt.“ &#039;&#039;In der Wissenschaft erblickt er sie - ganz ähnlich wie Hübner - in „tief eingewurzelten Überzeugungen (…), für die (bis jetzt) keine rationale [[Rechtfertigung]] gegeben worden ist“.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Hübner noch zwischen Wissenschaft und Mythos [[Klarheit|klar]] [[Unterscheidung|unterscheidet]] und nur [[Vergleichbarkeit|Vergleichbares]] in beiden ausmacht, geht MacCormac, ein Wissenschaftstheoretiker aus den USA, noch einen [[Schritt]] weiter. Er behauptet, dass bestimmte vermeintlich wissenschaftlich bewiesene [[Tatsache]]n selbst eine Art Mythos sind. Wissenschaftler bedienen sich nämlich zur [[Erklärung]] und [[Deutung]] ihrer [[Befund]]e nicht selten „grundlegender [[Metapher]]n“. Gemeint sind damit bildhaft [[Beschreibung|beschreibende]] [[Vergleich]]e, wie etwa das [[Bild]] vom [[Urknall]] als dem [[Beginn]] der [[Entstehung]] des [[Kosmos]]: Wodurch [[Unterscheidung|unterscheidet]] sich diese von den Wissenschaftlern als [[Tatsache]] [[Betrachtung|betrachtete]] und [[Verbreitung|verbreitete]] [[Theorie]] vom [[Urknall]] eigentlich noch von den vielen mythischen und [[Religion|religiösen]] [[Erklärung]]en, etwa dem der [[Bibel]]:&#039;&#039; „Am [[Anfang]] war das [[Wort]] …“&#039;&#039;, wofür auch gesagt werden kann: Am Anfang war der [[Laut]], oder war die [[Schwingung]] oder war die Idee, die zur Schwingung und zum Wort oder auch zum Knall wurde. Nun mag man hier einwenden: dass bei &#039;&#039;Hübner&#039;&#039; und den anderen Autoren nur vom Mythos die Rede ist, nicht aber von der Mystik, der Meditation, und von östlichen Weisheitslehren. Wichtig sind die im Vergleich zum Mythos vorgetragenen Zweifel am [[Ausschließlichkeitsanspruch]] der Wissenschaft auf [[Rationalität]] vor allem deshalb, weil in der wissenschaftlichen Kritik an [[Meinung|vermeintlich]] irrationalen Lehren Mythos und Meditation in einen Topf geworfen werden. Dafür erinnere ich an das obige Zitat aus dem Beitrag des Paläobiologen, der ja ausdrücklich auch die Meditation dem [[Verdacht]] der Irrationalität [[Unterstellung|unterstellt]] hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===3. Blick: Was ist Wissenschaft? Was haben Yoga und Meditation mit ihr gemeinsam? Worin unterscheiden sie sich von Wissenschaft?===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Was ist Wissenschaft====&lt;br /&gt;
„Wissenschaft“ - so das dtv-Lexikon - ist &#039;&#039;„der [[Inbegriff]] des durch [[Forschung]], [[Lehre]], und überlieferte [[Literatur]] [[Bildung|gebildeten]], [[Ordnung|geordneten]], [[Begründung|begründeten]], für gesichert erachteten [[Wissen]]s einer [[Zeit]]; auch die für seinen [[Erwerb]] typische, [[Methode|methodisch]]-[[Systematik|systematische]] Forschungs- und [[Erkenntnis]]arbeit, sowie ihr [[Organisation|organisatorisch]]-[[Institut|institutioneller]] Rahmen“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser [[Begriff]] ist mit dem [[Bezug]] auf das „Wissen einer Zeit“ zeitlos gültig. Er lässt selbst noch die von [[Kirche]] und [[Klerus]] [[Dogma|dogmatisierten]] mittelalterlichen Lehren über die [[Welt]] und den [[Kosmos]] als Wissenschaft gelten. Denn auch das war das „Wissen einer Zeit“ [[Gewinn|gewonnen]] durch die damals „typische systematische [[Erkenntnis]]arbeit“ der [[Bibelexegese]] und der Dogmatisierung von [[Bibel|biblischen]] [[Text]]stellen. Auch diese Erkenntnisarbeit war eingebunden in einen „organisatorisch- institutionellen [[Rahmen]]“, wie ihn eben die damalige [[Kirche]] mit ihren [[Priesterseminar]]en und [[Kloster|Klöstern]] bot. Da wäre es ein Leichtes, das [[Studium]] und die [[Weitergabe]] des [[Yoga]] und der ihm zugrunde liegenden [[Basis]]texte der klassischen indischen [[Philosophie]] in den zahlreichen indischen Ashrams und außerindischen [[Yogalehrer]]-[[Ausbildung]]s[[Zentrum|zentren]] ebenfalls unter dem oben [[Zitat|zitierten]][[ Begriff]] von Wissenschaft zu fassen. So [[Einfachheit|einfach]] will ich es ihnen und mir nicht machen. Denn sicher würden wir in der heutigen [[Situation]] beiden nicht [[Gerechtigkeit|gerecht]], wollten wir Wissenschaft und Yoga ohne weitere [[Umstand|Umstände]] gleichsetzen! Fragen wir also weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Was ist Wissenschaft heute? Was haben Yoga und Meditation mit heutiger Wissenschaft gemein und was [[unterscheiden|unterscheidet]] sie voneinander?====&lt;br /&gt;
Heutige Wissenschaft umfasst das systematische [[Bemühung|Bemühen]] um [[Objektivität|objektive]] [[Erkenntnis]] bzw. inter[[Subjektivität|subjektiv]] nachprüfbares Wissen. Als objektiv und nachprüfbar gilt dabei nur, was unter gleichen [[Bedingung]]en von anderen [[Forscher]]n nachgeprüft werden kann. Ferner umfasst auch heutige Wissenschaft alles, was als [[Ergebnis]] dieses Bemühens an [[Geschichte|geschichtlich]] aufgehäuftem Wissen bereit liegt. Hinsichtlich ihrer [[Gegenstand|Gegenstände]] [[Beziehung|bezieht]] sie sich mit dem [[Streben]] nach Erkenntnis auf das [[gesamt]]e [[Spektrum]] der [[Gegenständlichkeit|gegenständlichen]], mit den [[Sinne]]n [[Wahrnehmung|wahrnehmbaren]] Welt. Dazu gehört auch der Mensch als Teil dieser Welt. [[Zerlegung|Zerlegt]] in kleine und kleinste Teilaspekte betrachtet Wissenschaft diese Gegenstände in zahlreichen Zweig- und Unterdisziplinen. Wie stark vielfach fraktioniert Wissenschaft heute ist, will ich nur an einigen [[Beispiel]]en verdeutlichen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. In der Medizin gibt es heute fast schon für jedes [[Organ]], jedes [[Krankheit]]sbild und jeden [[Körperteil]] darauf [[Spezialisierung|spezialisierte]] [[Medizin|medizinische]] Teildisziplin. (Anästhesie, [[Allergologie]],[[ HNO]], [[Kardiologie]], [[Nephrologie]], [[Onkologie]], [[Proktologie]] usw. ) Werfen sie dafür einmal nur einen Blick in die [[Ärztetafel]] im Telefonbuch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. In der [[Psychologie]] [[begegnen]] uns u. a. die Allgemeine, die Entwicklungs-, Familien- und Sozial-, Sport- und Bewegungs- und sogar die Arbeits- und Technikpsychologie, wobei man sich fragt: Geht es hier um eine eigene [[Psyche]] der Technik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Noch bunter ist das Bild in der [[Soziologie]]. Kaum ein Gegenstand der sozialen Welt, der noch nicht mit dem [[Anhängsel]] „Soziologie“ in den [[Rang]] einer eigenen wissenschaftlichen Teildisziplin erhoben worden wäre: (Familien-, Arbeits- und Industrie-, Rechts-, Medizin-, Verwaltungs- und Organisations, Wissens und [[Kultur]]- Politische - und Filmsoziologie bis hin zur Soziologie des [[Geschlecht]]erverhältnisses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Für meine eigene frühere [[Disziplin]] die [[Rechtswissenschaft]] könnte ich ihnen ebenfalls ein breites [[Spektrum]] an Teildisziplinen auflisten, das fast schon ans Skurrile grenzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Kaum anders ist das Bild in den so genannten exakten [[Naturwissenschaft]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Soweit es in allen [[Zweig]]en der Wissenschaft um [[menschlich]]e Erkenntnis geht, stehen alle immer auch vor der [[Frage]] nach dem [[Erkennung|erkennen]]den [[Subjekt]], dem Menschen und seinen [[Möglichkeit]]en und [[Grenze]]n der Erkenntnis. Das sind zentrale [[Fragestellung]]en u. a. der Philosophie, der [[Erkenntnistheorie]] und der Psychologie und neuerdings der [[Kognitionswissenschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Yoga geht es um Erkenntnis. Doch zielt Erkenntnis im Meditieren als der obersten [[Stufe]] des [[Yogaweg]]es vorrangig auf [[Selbsterkenntnis]] bzw. auf die Erkenntnis des [[Selbst|SELBST]] oder - in der [[Buddhismus|buddhistischen]] [[Begriff]]lichkeit - des [[Nichtselbst|NICHTSELBST]] als des [[Wesen]]s der [[Mensch|menschlichen]] [[Persönlichkeit]]. Nur in diesem [[Zusammenhang]] [[Richter|richtet]] sie sich auch auf die [[Gegenstand|gegenständliche]] Welt als dem [[Ort]] und [[Raum]] der menschlichen [[Existenz]] und [[Befindlichkeit]]. Deswegen haben große [[Meditation]]s[[meister]] aller [[Richtung]]en und [[Schule]]n immer wieder darauf [[Hineis|hingewiesen]], dass sie über die Erkenntnis des [[Mikrokosmos]] der menschlichen Persönlichkeit zugleich auch ein tiefes Wissen über den [[Makrokosmos]] [[Erlangung|erlangt]] haben, bzw. über das, was - mit Goethe - die Welt im Innersten [[Zusammenhalt|zusammenhält]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso wie in der Wissenschaft gibt es auch im Yoga und in allen anderen Schulen und [[Tradition]]en der Meditation einen [[Reichtum|reichen]] [[Schatz]] geschichtlich [[Anhäufung|aufgehäuften]] Wissens. Denn alle großen Meister haben ihre [[Erfahrung]]en und ihr im [[Zustand]] der Meditation [[Gewinn|gewonnenes]] Wissen der [[Nachwelt]] in [[Spiritualität|spirituellen]] [[Schrift]]en [[Überlieferung|überliefert]]. Einige dieser Schriften sind mehrere tausend Jahre alt, wie etwa die [[Veden]] und [[Upanishaden]] Indiens, die als die ältesten Schriften der [[Menschheit]] überhaupt gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser [[Beschreibung|beschreiben]]den Ebene sind also Wissenschaft und Meditation durchaus noch mit einander [[Vergleich|vergleichbar]]. Doch [[Deutung|deuten]] sich hier bereits [[Unterschied]]e in Bezug auf die Gegenstände und [[Methode]]n der Erkenntnis an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Unterschiede zwischen Wissenschaft und Yoga===&lt;br /&gt;
====Der Mensch als Objekt der Erkenntnis====&lt;br /&gt;
Im gängigen Wissenschaftsverständnis dienen den Wissenschaftlern die gegenständliche Welt und der Kosmos, aber auch die Menschen als Objekte ihrer Forschungen und zwar in der oben beschriebenen nach Fachdisziplinen parzellierten [[Weise]]. Der Wissenschaftler als das forschende Subjekt betrachtet also den Menschen als Objekt seines [[Bemühen]]s um Erkenntnis. Subjekt und Objekt der Erkenntnis sind hier [[Trennung|getrennt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem [[Übung]]s- und [[Erkenntnis]]weg des [[Yoga]] ist jeder nach Wissen [[Streben|strebende]] Mensch zugleich Subjekt und Objekt seines Bemühens um Erkenntnis. Die in der Wissenschaft übliche [[Trennung]] ist hier also aufgehoben. Dabei betrachtet sich der meditierende Mensch von vornherein in seiner ganzheitlichen Existenz als Wesen aus [[Körper]], [[Seele]] und [[Geist]] mit dem [[Atem]] als [[Bindeglied]] zwischen diesen Dreien und eingebettet in [[Natur]], [[Welt]] und [[Kosmos]] sowie in [[Gesellschaft|gesellschaftliche]] [[Zusammenhang|Zusammenhänge]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Instrumente und Methoden der Erkenntnis: [[Verstand]] und [[Objektivität]] versus [[Introspektion]] und [[Intuition]]====&lt;br /&gt;
Heutige Wissenschaft strebt nach überprüfbarem, objektivem Wissen und [[Meinung|meint]] dafür allein auf den Verstand setzen zu dürfen, auf die menschliche [[Ratio]]. Man kann diesen Zusammenhang auch so [[Formulierung|formulieren]]: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil heutige Wissenschaft ausschließlich auf Rationalität setzt, lässt sie nur solche Methoden als wissenschaftlich [[Geltung|gelten]], mit denen die Ergebnisse intersubjektiv überprüft werden können. Das ist zugleich der eigentliche [[Grund]] für die Zergliederung des in seiner Ganzheit lebenden Menschen in unterschiedliche Teilaspekte, die von gegeneinander [[Abgrenzung|abgegrenzten]] wissenschaftlichen Disziplinen je gesondert [[Untersuchung|untersucht]] werden. Mit diesen [[Verfahren]] [[Verbindung|verbinden]] Wissenschaftler die [[Hoffnung]], in der je getrennten Untersuchung des Zerteilten irgendwie einmal zur [[Rekonstruktion]] des Ganzen zu gelangen, die Teilerkenntnisse also wie in einem Puzzle zum Ganzen zusammensetzen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich aber gibt es auf kaum einem [[Gebiet]] heute noch einen Wissenschaftler, der sich umfassend in allen Zweigdisziplinen seines Fachs auskennt. Erst recht ist niemand mehr in der [[Lage]], alle Wissenschaften zu überschauen. Die [[Spezialisierung]] schreitet munter weiter voran und das [[Gegenmittel]] der „interdisziplinären [[Zusammenarbeit]]“ greift nur teilweise und langsam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Yoga und Meditation&#039;&#039;&#039; lehnen – so wie ich die [[Grundlage]]ntexte und die [[Nyaya]]-[[Philosophie]], eine der sieben Hauptschulen der indischen Philosophie verstehe - den [[Rationalität]] rationalen [[Weg]] der Erkenntnis durchaus nicht ab. Denn auch Meditierende leben in dieser Welt der [[Erscheinung]]en und [[Dualität]]en und darin benötigen wir Menschen den [[Verstand]], um uns [[Orientierung|orientieren]] und angemessen [[Handlung|handeln]] zu können. Doch wird den in der Wissenschaft bevorzugten [[Quantität|quantitativen]] und den schon scheel angesehe]en [[Qualität|qualitativen]] Erkenntnisverfahren in den Basistexten der [[Yogaphilosophie]] ein nur [[Begrenzung|begrenzter]] Erkenntniswert in Bezug auf die materielle Welt der Erscheinungen zugebilligt. Die großen Meister der Meditation halten dafür, dass auf diesem Wege weder das [[Wesen]] der Menschen [[Erkenntnis|erkannt]] werden kann noch das der Welt und des Kosmos. Denn das Wesen oder das [[Ganze]]] ist nicht etwa nur mehr, sondern etwas anderes als die [[Summe]] der Teile. Es kann nur in der [[Innenschau]] mittels [[Intuition]], nicht aber [[Rationalität|rational]] erfasst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb bedient sich &#039;&#039;&#039;Yoga&#039;&#039;&#039; der [[Systematik|systematischen]] Innenschau, der Introspektion, wenn man diesen Begriff nicht auf das verkürzt, was die „Introspektionisten“ des beginnenden 20. Jhs. darunter [[Verstand|verstanden]]. Im Yoga und in der Meditation werden Praktizierende systematisch [[Anleitung|angeleitet]], ihre [[Achtsamkeit]] nach innen zu richten und in der Innenschau die [[Kraft]] der Intuition zur [[Erlangung]] von Selbsterkenntnis und von [[Erkenntnis]]sen über die äußere Welt und ihre [[Befindlichkeit]] in ihr zu [[Nutzen|nutzen]]. In der Wissenschaft wird dagegen die Introspektion heute rundweg als unwissenschaftlich [[Ablehnung|abgelehnt]], weil sie angeblich keine [[Möglichkeit]] böte, [[Objektivität|objektive]] Erkenntnisse zu erlangen, die sich nach den gleichen Methoden durch andere überprüfen lassen. Dagegen ließe sich schon Folgendes einwenden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden mehrere Menschen nach den gleichen Methoden im Meditieren angeleitet, dann können mit einiger Übung – wie wir wissen - alle die gleichen oder vergleichbare Erfahrungen machen. Wäre das nicht mit gleichem Recht als intersubjektive Nachprüfung [[Anerkennung|anzuerkennen]] wie die [[Wiederholung]] einer qualitativen soziologischen oder psychologischen [[Studie]], in der sich die Forscher der teilnehmenden [[Beobachtung]] bedienen? Neuerdings aber wachsen mit wissenschaftlichen Methoden und Verfahren zur Untersuchung der [[Struktur]]en und [[Vorgang|Vorgänge]] im [[Gehirn]] die [[Chance]]n, mit allgemein [[Anerkennung|anerkannten]] wissenschaftlichen [[Verfahren]] wenigstens ansatzweise [[Darstellung|darzustellen]], wie sich Yoga und Meditation auf die [[Funktione]]n des Gehirns [[Auswirkung|auswirken]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Intuition]] wird von der Wissenschaft ebenfalls [[Abwehr|abgewehrt]] und kaum je in ihrer [[Bedeutung]] auch für die Wissenschaft anerkannt, geschweige denn im wissenschaftlichen [[Prozess]] systematisch genutzt. Dabei trägt sie zur [[Gewinnung]] wissenschaftlicher Erkenntnisse vielleicht sogar mehr und anderes bei als der [[Verstand]]. Nur wenige Wissenschaftler aber sind so [[Souveränität|souverän]] wie [[Albert Einstein]], sich [[Offenheit|offen]] zur Intuition als dem eigentlichen Vater ihrer [[Entdeckung]] zu [[Bekennung|bekennen]]. Einstein hat in einem Brief oder [[Gespräch]] einmal sinngemäß gesagt, dass ihm die Relativitätstheorie auf einem [[Spaziergang]] in den Bergen plötzlich aufgegangen sei. Nur um sie in [[Wort]]e zu fassen, habe er danach seinen Verstand [[Anstrengung|anstrengen]] müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die meisten Wissenschaftler mit der Intuition [[Probleme]] haben, so liegt das m. E. daran, dass sich, was sie sei, weder einfach [[Definition|definieren]] noch rational [[Erklärung|erklären]] lässt. Man mag sie als [[Unmittelbarkeit|unmittelbare]] [[Eingebung]] [[Beschreibung|beschreiben]] oder als das innere [[Aufleuchten]] einer [[Idee]], woher auch immer sie kommen mag. Wer je in seinem [[Leben]] bei welcher [[Gelegenheit]] auch immer eine solche Eingebung hatte, der weiß, dass sie sich mit aller Kraft des Verstandes aus ihrem [[Versteck]] nicht hervorlocken lässt. Im [[Gegenteil]]: je mehr wir den Verstand anstrengen, ein bestimmtes Problem zu [[Lösung|lösen]], desto mehr [[Schein|scheint]] sich die Lösung zu verbergen. Geben wir alle [[Anstrengung]] auf und legen eine [[Ruhe]]pause ein oder gehen wir erst einmal – wie Einstein – [[Spaziergang|spazieren]] oder auch [[Schlaf|schlafen]], so geschieht es nicht selten genug, oft auch am frühen [[Morgen]] kurz vor oder nach dem [[Aufstehen]], dass sich plötzlich ein [[Aha]]-[[Erlebnis]] einstellt und wir die [[Lösung]] [[Fund|gefunden]] haben. Diese [[Erfahrung]] hat – so [[Gedanke|denke]] ich - jeder von ihnen selbst schon gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Intuition entspringt ganz augenscheinlich einer anderen [[Quelle]] als das verstandesmäßige [[Denken]]. Sie leuchtet zumeist unangekündigt auf und woher sie kommt, ist eine [[Offenheit|offene]] Frage. Steigt sie aus unserem eigenen inneren [[Selbst]] auf oder wird sie uns von einer höheren, [[Gott|göttlichen]] [[Kraft]] außerhalb von uns eingegeben, oder von einem [[All]]-[[Bewusstsein]], das zugleich in uns und außerhalb von uns ist? Dazu mag sich jeder seine eigenen Gedanken machen. Besonders [[Intensität|intensiv]]  – so meine [[Erfahrung]] - macht sich Intuition bemerkbar, wenn ich in die [[Stille]] gehe und [[Meditation|meditiere]]. Sie ist daher für mich recht eigentlich ein Kind der Stille und der Meditation. Diese auf der Erfahrung beruhende [[Einsicht]] machen sich alle Wege der Meditation zunutze. Sie bedienen sich in systematischer Weise der Intuition als Quelle der Erkenntnis. Und daher [[Vermittlung|vermitteln]] alle Schulen den Menschen die [[Fähigkeit]], [[Willen|willentlich]] die [[Sinne]] von der äußeren Welt [[Rückzug|zurückzuziehen]] und in das [[Schweigen]] der [[Worte]] und der [[Gedanken]] zu gehen, und damit in jene Stille, die dem [[Denken]] vorausgeht und aus der allein die [[Stimme]] der Intuition zu uns zu [[Sprache|sprechen]] [[Beginn|beginnt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Neuere Tendenzen einer Annäherung von Wissenschaft und Meditation==&lt;br /&gt;
Alle [[Schule]]n des Yoga und der Meditation haben ihr Wissen [[Jahrhunderte]] lang wie eine Art [[Geheimlehre]] behandelt. Nur an [[speziell]] [[Vorbereitung|vorbereitete]] [[Einweihung|eingeweihte]] [[Schüler]] wurde das Wissen jeweils von einem [[Meister]] direkt [[Weitergabe|weiter gegeben]]. Nach und nach aber haben Yoga und Meditation in Indien einen [[Anerkennung|anerkannten]] [[Platz]] auch im wissenschaftlichen [[Bereich]] erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen [[Rückschritt]] gab es dann während der kolonialen [[Unterdrückung]] des Landes. Doch ist das Band zwischen Yoga und Wissenschaft in Indien nie völlig abgerissen. Nach dem [[Sieg]] der [[Unabhängigkeitsbewegung]] wurden die [[Bande]] in moderner [[Gestalt]] wieder [[Leben|belebt]] und nach und nach fester geknüpft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen gibt es einige vom [[Staat]] als [[Universität]]en anerkannte [[Yogahochschule]]n, in denen anders als in den üblichen [[Ashram]]s Yoga und Meditation nicht nur [[Unterricht|unterrichtet]] werden, sondern zugleich auch Gegenstände der [[Forschung]] sind, zum [[Beispiel]] die Yoga-Universität der [[Sivananda]] Tradition in [[Munger]] und das [[Swami]] [[Rama]] [[Yoga]] [[Gurukulam]] in [[Rishikesh]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Westen]] [[Beginn|begann]] sich erst seit dem 19. Jahrhundert nach und nach für Yoga und Meditation zu [Interesse|interessieren]]. Erste [[Bericht]]e über den Yoga gelangten durch [[Reisende]] und durch Verwaltungsbeamte der britischen [[Kolonialmacht]] in den Westen. [[Verstärkung|Verstärkt]] nahm das [[Interesse]] dann zu als die ersten großen [[Yogameister]] seit dem Ende des 19. Jahrhunderts in den Westen kamen und Yoga und Meditation hier zu [[Verbreitung|verbreiten]] begannen. Beide galten allerdings lange Zeit als zwei verschiedene [[Ding]]e. Yoga wurde mit Nachwirkungen bis heute [[Trennung|getrennt]] von der Meditation als eine Art von spezieller [[Gymnastik]] betrachtet und im [[Hatha Yoga]] verbreitet so unterrichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Weg des Yoga in den Westen begann gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Erst rund 70 Jahre später begann sich die Wissenschaft des Westens für Yoga und Meditation zu [[Interesse|interessieren]], anfangs vor allem in den USA. Nach und nach öffneten sich hier anerkannte große private Forschungsstätten, Kliniken und Universitätsinstitute für Forschungen über Yoga und Meditation. Dieser Prozess nahm in den siebziger Jahren des 20. Jhd. einen größeren Aufschwung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grob gesagt kann damit die wissenschaftliche Forschung über Yoga und Meditation in den [[USA]] heute auf eine [[Geschichte]] von ca. 35 Jahren zurückblicken. Doch sind bereits in dieser [[Relativität|relativ]] kurzen Zeit unzählige [[Studien]] von Psychologen und Medizinern über die präventiven [[Gesundheit|gesundheitlichen]] [[Wirkung]]en des Yoga und der Meditation durchgeführt worden. An großen [[Klinik]]en wie u. a. an der [[Herz]]spezialklinik von Dr. Dean [[Ornish]] wurden beide auch auf ihre [Therapie|therapeutischen]] Wirkungen hin [[Erprobung|erprobt]]. Die [[Ergebnis]]se dazu sind in vielen Begleituntersuchungen [[Dokumentation|dokumentiert]] worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit einiger [[Verzögerung]] schwappte das wissenschaftliche [[Interesse]] am Yoga dann seit dem Beginn der 80er Jahre nach [[Europa]] herüber, kam aber in Deutschland so ziemlich zuletzt an, nämlich erst Ende der 80er Jahre. Immerhin gibt es auch in Deutschland nun schon seit mehr als einem Jahrzehnt eine sich langsam [[Etablierung|etablierende]] [[Yogaforschung|Yoga]]- und  Meditationsforschung]]. Die erst im Juli 2000 gegründete [[Society]] for [[Meditation]] and Meditation [[Research]] hat bereits drei wissenschaftliche [[Kongress]]e durchgeführt bzw. mit [[Veranstaltung|veranstaltet]] (2001 in Heidelberg, 2002 in Bochum und 2004 in Köln). Dieser Kongress hier ist nun der vierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts gibt es weltweit ein stärker zunehmendes wissenschaftliches Interesse an Yoga und Meditation. In Bibliographien aus neuerer Zeit werden über 900 zumeist englischsprachige [[Empirik|empirische]] Studien und [[Theorie|theoretische]] Arbeiten [[Nachweis|nachgewiesen]] und zwar über 300 allein zum [[Thema]] [[Stress]]bewältigung durch [[Yoga]] und [[Meditation]]. Etwa gleich groß ist die Anzahl der [[Psychologie|psychologischen]] und [[Medizin|medizinischen]] Studien über Yoga für [[Kinder]] und [[Jugendliche]] und über Yoga und Meditation für alte [[Mensch]]en. Diese Bibliographien wurden in den USA erstellt und [[Erfassung|erfassen]] einigermaßen vollständig nur die englischsprachige [[Literatur]], nicht aber Studien in anderen [[Sprache]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stützten sich wissenschaftliche [[Untersuchung]]en anfangs zumeist auf die [[Befragung]] [[Praxis|Praktizierender]], auf psychologische [[Test]]s und auf andere relativ weiche [[Methode]]n der Untersuchung und [[Datenerhebung]], so hat die Forschung auf diesem Gebiet seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts einen qualitativen [[Sprung]] getan und so eine neue [[Stufe]] [erreichen|erreicht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[EEG]]-[[Verfahren]] zur [[Messung]] der Gehirnströme und Bild gebende Verfahren zur Untersuchung der [[Gehirnaktivitäten]] im [[Zustand]] der Meditation in Kernspingeräten erlauben zwar noch keinen [[Perfektionismus|perfekten]] [[Einblick]] in das, was im [[Gehirn]] Meditierender vorgeht. Sie lassen aber nach und nach immer deutlicher erkennen, dass Meditation gehirnphysiologische [[Wirkung]]en hat, die als erhöhte [[Geist|geistige]] [[Wachheit]] und [[Konzentration]] bei gleichzeitiger tiefster [[Entspannung]] zu deuten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist in meinen Worten eines der wichtigsten Ergebnisse einer noch nicht publizierten, aber schon zur [[Veröffentlichung]] angenommenen bibliographischen Studie von Cahn und Polich, zweier amerikanischer Wissenschaftler von der University of [[California]] und vom renommierten Scripps Research [[Institute]]. Die [[Autor]]en haben nahezu 350 neuere und neueste empirische Studien vergleichend [[Auswertung|ausgewertet]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein großer Teil davon gilt den im EEG und im Kernspin messbaren Wirkungen der Meditation auf die Aktivitäten des Gehirns. Die auch nur grob gekürzte [[Wiedergabe]] von [[Detail]]s ihrer Ergebnisse will ich den [[Fach]]wissenschaftlern überlassen, weil das zu sehr ins Fach[[spezifisch]]e geht, von dem andere hier im Saal, wie vor allem Ulrich Ott, der deutsche [[Spezialist]] auf diesem Gebiet der Forschung, mehr [[Verstand|verstehen]] als ich. Hier nur einige kurze [[Zitat]]e aus der [[Zusammenfassung]] in [[Übersetzung]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die klinische [[Anwendbar]]keit solcher Methoden der Meditation voran bringen zu können, sei &#039;&#039;„eine [[Fortsetzung]] derartiger Untersuchungen und die [[Vergleich|vergleichende]] [[Bewertung]] ihrer Ergebnisse notwendig.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Eine große Herausforderung für die [[Grundlage]]nforschung zur Meditation verbleibt die eindeutige quantitative Unterscheidung und [[Topographie|topographische]] [[Darstellung]] des Unterschieds zwischen Meditation und Zuständen beginnenden Tiefschlafs. (……..)“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Obwohl eine umfassende empirische und theoretische Grundlage noch fehlt, ist jedenfalls eindeutig, dass „die [[Funktion]]sweise des [[Zentrale|zentralen]] [[Nervensystem]]s durch Meditation [[Beeinflussung|beeinflusst]]“ wird. Der spezifische [[Nutzen]] meditativer Praktiken in [[Verbindung]] mit psychologischen und [[Neuropharmakologie|neuropharmakologischen]] [[Therapie]]n ist eine große [[Triebkraft]] für [[Zukunft|künftige]] Studien.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse solcher Studien sind auch in [[Öffentlichkeit|populär]]wissenschaftlichen [[Bericht]]en schon [[Verbreitung|verbreitet]] worden. So z. B. in dem [[Artikel]] „Die neuronale [[Erleuchtung]]“ von &#039;&#039;&#039;Ulrich Kraft&#039;&#039;&#039; in „Gehirn und Geist“ Heft 10 2005, S.12 ff. Selbst Tage[[zeitung]]en wie die Süddeutsche haben dieses Thema bereits aufgegriffen, SZ 68. Ausgabe, 2005 S.11 „Mönche in der Magnetröhre“ ebenfalls von &#039;&#039;&#039;Ulrich Kraft&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch an deutschen Universitäten gibt es inzwischen Wissenschaftler, die sich im [[Kontext]] von Forschungen über die Funktionsweise des Gehirns (wie z. B. über Neurokognition) für die Wirkungen der Meditation auf die Funktionen des Gehirns interessieren. Anstatt Meditationsforschung weiterhin pauschal abzulehnen und für Rufschädigung zu halten, nehmen sie Forschungen dazu auf und [[Betreuung|betreuen]] [[Diplom]]- und [[Doktor]]arbeiten zu dieser Thematik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Große Meditationsmeister, wie z. B. der [[Dalai Lama]] und Sri [[Swami]] [[Veda]] [[Bharati]], die beide in engem [[Austausch]] miteinander stehen, [[Unterstützung|unterstützen]] die [[Bemühung]]en der Wissenschaft. Sie stellen sich selbst für [[Untersuchung]]en der [[Zustand|Zustände]] ihres [[Bewusstsein]]s in der Meditation zur [[Verfügung]] und fordern ihre Schüler auf, das ebenfalls zu tun. Dieser [[Aufforderung]] bin ich in Bremen vor vier Wochen nachgekommen. Von hier aus möchte ich Meditierende aller [[Richtung]]en mit längeren [[Erfahrung]]en, aber auch Anfänger in der Meditation dringend bitten, sich im Interesse der an dieser Thematik arbeitenden Nachwuchswissenschaftler ebenfalls auf eine solche Untersuchung einzulassen. Für mich war es eine [[Erfahrung]], die mich auch ganz persönlich [[Bereicherung|bereichert]] und auf meinem [[Weg]] vorangebracht]] hat. Vor allzu großen [[Erwartung]]en in diese Forschungen – so denke ich - muss [[warnung|gewarnt]] werden. Die hier [[Präsenz|anwesend]]en Wissenschaftler, die schon jetzt an derartigen Studien arbeiten oder sie unterstützen, wissen besser als ich um die [[Möglichkeit]]en und [[Grenze]]n dessen, was auch mit den neuesten Apparaturen technisch machbar ist. Eines, so scheint mir, kann jetzt schon gesagt werden: Das Eigentliche, worum es der Meditation geht, die subjektive Erfahrung des [[Wille|willentlich]] herbeigeführten anderen, höheren [[Zustand]]s des Bewusstseins, wie immer man den in den [[Unterschied||unterschiedlichen]] Traditionen bezeichnen mag - [[Samadhi]] oder [[Satori]] oder [[Befreiung]] - wird für die Wissenschaftler ein [[Geheimnis]] bleiben. Was es subjektiv [[Bedeutung|bedeutet]], in den Zustand des Samadhi oder in die große [[Leere]] [einzutreten, diese Erfahrung erschließt sich nur dem, der die meditative [[Reise]] in das nahe liegende und dennoch unbekannte [[Innere]] antritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Eigene Erfahrung als Yogalehrer und Wissenschaftler==&lt;br /&gt;
Zusammenfassung meiner eigenen Erfahrungen in zwei Sätzen: Ich kann als Wissenschaftler Yoga betreiben und Yogalehrer sein, ohne mich von der Wissenschaft lossagen und meinen rationalen Verstand an der Garderobe abgeben zu müssen. Ich [[Gewinn|gewinne]] sogar etwas auch für die Wissenschaft [[Wichtiges]] hinzu: eine [[Verstärkung|verstärkte]] [[Intuition|intuitive]] Kraft, die in meinen Meditationen von Zeit zu Zeit mit kleineren oder größeren Erkenntnissen aufleuchtet! Der anfangs befürchtete [[Spagat]] ist für&lt;br /&gt;
mich inzwischen ein erträgliches Stehen auf beiden Beinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Persönlichem habe ich [[Beginn|begonnen]] und damit will ich schließen. Warum ich nach meiner [[Tumor]]operation den spirituellen Weg eingeschlagen habe und nicht wieder in die alten Geleise zurück geraten bin, wie man das immer wieder von Menschen nach ähnlich einschneidenden Erfahrungen hört, mag mit der folgenden Geschichte zusammenhängen. Sie deutet darauf hin, dass ich schon seit meiner Schulzeit auf dem spirituellen Weg war, ohne das selbst zu wissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Albrecht Haushofer, ein bedeutender Wissenschaftler und Dichter, den die Nazis wegen [[Zugehörigkeit]] zum [[Widerstand]] zum [[Tod]]e [[Verurteilung|verurteilt]] und in Moabit hingerichtet haben, hat in seiner [[Tod]]eszelle wunderbare Sonette geschrieben, darunter eines auf eine Mücke, die er im ersten [[Impuls]] erschlagen wollte, dann aber [[Ruhe|ruhig]] [[Beobachtung|beobachtete]], während sie sich von seinem [[Blut]] nährte. Die letzten Zeilen dieses Gedichts lauten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Wir sind ja beide, Mensch und Mücke, nichts als kleine Schatten eines großen Lichts“.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beeindruckt von diesem [[Gedicht]] habe ich als Schüler 1957 ein Jahr vor dem Abitur vom Spätherbst an täglich im Erdkundezimmer, das ich damals verwaltete, eine Mücke genährt. Beim ersten Mal habe ich meinen Finger unmerklich langsam an sie angenähert, bis sie aufsprang, [[Stich|stach]] und zu saugen begann. Als sie rundum gesättigt war, setzte sie sich wieder auf ihren [[Platz]] am Fenster und dort saß sie von da an immer, bis ich morgens kam und ihr wieder meinen [[Finger]] anbot. Am Tag vor den Weihnachtsferien habe ich sie mittags vor dem Verlassen der Schule noch einmal saugen lassen und als ich im Januar wieder in die Schule kann, lag sie tot auf dem Fensterbrett genau unter der Stelle, wo sie vergeblich auf meinen Finger gewartet haben mag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kann mir irgend jemand [[Erklärung|erklären]], warum ich von da an in meinem ganzen [[Leben]] von Mücken in den verschiedensten [[Nähe|nahen]] und [[Ferne|fernen]] [[Gegend]]en der [[Welt]] fast immer nur dann gestochen worden bin, und zwar selbst in den dicksten Schwärmen, wenn ich es ihnen angeboten oder mindestens [[Mentalität|mental]] [[Erlaubnis|erlaubt]] habe? Könnte das kausal mit meiner Blutspende an die Mücke in meiner Schulzeit zusammenhängen? Und um welche [[Art]] von [[Kausalität]] handelt es sich? Um eine im [[Sinne]] der Naturwissenschaft? Hat mein [[Handeln]] eine auf mich bezogene [[Genetik|genetische]] Stechhemmung in allen Mückenarten der Welt [[Wirkung|bewirkt]]? Oder folgen die Mücken einer Art [[Moral]][[kodex]], der ihnen [[Verbreitung|verbietet]], ohne [[Einwilligung]] das Blut von [[Wohltäter]]n der [[Spezies]] anzuzapfen? Oder hat meine Mücke damals [[Stellvertretung|stellvertretend]] für ihre Artgenossen einen [[Vertrag]] mit mir geschlossen, besiegelt mit meinem Blut, an den sich alle Mücken der Welt bis heute halten, weil sie anders als wir Menschen von [[Natur]] aus vertrags[[treu]] sind? Die wenigen [[Ausnahme]]n, die es auch gegeben hat, erkläre ich mir damit, dass mich diese Mücken irrtümlich für einen anderen [[Mensch]]en oder gar für ein [[Tier]] gehalten haben. Warum sollten sich nicht auch Mücken irren? Selbst Wissenschaftlern geht es ja oft nicht anders. Ist doch die [[Geschichte]] der Wissenschaft zugleich auch die Geschichte wissenschaftlicher Irrtümer. Leider sind nur wenige Wissenschaftler zu [[Lebzeiten]] so [[selbstkritisch]] wie jener in den Geschichten des weisen Brecht vom Herrn Keuner. Der antwortete auf die [[Frage]], was er tue: &#039;&#039;&amp;quot;Ich bereite gerade meinen nächsten [[Irrtum]] vor&amp;quot;!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Schlussentspannung]]: [[Atem]][[achtsamkeit]]&lt;br /&gt;
R. W.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sonstiges==&lt;br /&gt;
Vgl. auch  etwa:&lt;br /&gt;
[[Buddhismus]]:  zum Beispiel der [[Dalai Lama]], Yongey Mingyur Rinpoche oder [[Jack Kornfield]] erklären, dass der  bis zur heutigen [[Praxis]] weniger eine [[Religion]] als vielmehr eine Wissenschaft des Geistes ist: ...erprobt, hat überprüfbare ... Beschreibungen für menschliches Empfinden und Verhalten;  konkrete Übungen und Techniken zur [[psychotherapie|Überwindung]] vieler menschlicher Konflikte und Sorgen. Damit überbrückt der Buddhismus die oft als schmerzlich empfundene Kluft zwischen Wissenschaft und Religion, zwischen Innovation und alter Überlieferung. ..&lt;br /&gt;
[[Albert Einstein]]: wenn  Religion - mit den Erfordernissen der modernen Wissenschaft vereinbar -  er (B.)Carl Friedrich von Weizsäcker stellte sich en Zukunftsmenschen als ein Individuum vor, in dem christliche [[Psychotherapie|Ethik, wissenschaftliches Denken und die buddhistischen Stärken]] integriert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein eventuelles Beispiel: Sogenannte [[Nonne]]nstudien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;In Amerika (..)  600 Nonnen eines katholischen Ordens (gaben..)  ihr Gehirn der Wissenschaft. Die Schwestern wurden im regelmäßigen Abstand (und) die Hirne nach dem [[Tod]] untersucht. Da gab es Nonnen, die waren blitzgescheit bis zu ihrem Tod und hatten doch Gehirnveränderungen, die auf ein schwerstes Alzheimer-Stadium hindeuteten. Das Gleiche sehen wir bei Parkinson.&amp;quot;   Trotz der objektiven [[Messung]] (posthum): sie waren  gesund geblieben. Wahrscheinlich schützten ein regelmäßiger Tagesablauf mit [[Zeit]] für ein geradezu [[heilig]]es [[mehr]] im [[Kloster]] ohne [[fernsehen|Informationsfluten]]; und auch [[Mittelmaß|maßvolle]] [[körper]]liche Bewegung, gesunde [[Ernährung]] ohne  zu [[Nikotin|rauchen]], [[Singen]]... (vgl wikipgenauer / zu belegen / eigener Artikel vielleicht):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Wissenschaftliche Studien]]&lt;br /&gt;
* [[Kunst]]: [http://mein.yoga-vidya.de/video/om-namo-nayanaya-geschichte]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p42_Die-Wissenschaft-des-Pranayama/ Swami Sivananda: Die Wissenschaft des Pranayama]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p208_Bleep---What-the-Bleep-do-we--now--/ Bleep - What the Bleep do we (k)now!]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/ayurveda/ Ayurveda - die Wissenschaft vom Leben]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/center/haus-bad-meinberg/yoga/was-ist-yoga/ Was ist Yoga?]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/wissenschaft/ Yoga als universelle Wissenschaft]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Buch/Wissenschaft/science00.htm Online Buch: Yoga als eine universelle Wissenschaft]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/yogatherapie/lesestoff/wissenschaftl-arbeiten/ Wissenschaftliche Arbeiten]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/service/presse/pressemitteilungen/detailansicht/article/forschungspreis-fuer-meditation-bei-yoga-vidya-in-bad-meinberg-vergeben/ Forschungspreis für Meditation bei Yoga Vidya]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/tag/wissenschaftliche-arbeiten/ Wissenschaftliche Arbeiten - Highlights]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/yogatherapie/lesestoff/artikel/ Yoga im Spiegel der Wissenschaft]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/interessengebiet/yoga-und-meditation-einfuehrung/ Yoga und Meditation Einführung]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Multimedia==&lt;br /&gt;
===Thomas Hübl: Inner Science - Die Wissenschaft des Erwachens===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|pAYAbtDRxfg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vortrag von Sukadev: &amp;quot;Braucht Yoga die Wissenschaft&amp;quot;?===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|1Qu4nRajEfg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vortrag: Meditation in naturwissenschaftlicher Forschung===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|UC6Xozp03Tc}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Quantenaktivist===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|kGbiR2MORYw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Weitere Gedanken zum Thema====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039;&#039;   erweitert das [[Vidya|Wissen]] durch methodische Forschung  nach neuen Erkenntnissen. [[Statistik|Statistische]] Tabellen gehen immer mehr in [[Messung|Einzelheiten]] der [[Psychologie]] beispielsweise, fort von ganzheitlicher [[Erfahrung|Praxis]] -  das   unterscheidet sich von [[Weisheit]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dogmatische Lehrsätze, womöglich  an  &amp;quot;die Erde ist eine Fläche&amp;quot; [[glauben]] zu sollen, sind sowieso [[Eignung|etwas anderes]]... verglichen mit  [[sinn]]voller [[Tradition]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemein gibt es in der [[Wirkungsforschung]] [[logos|viele Ursachen zugleich]], von denen oft schon eine wirkt... Menschen sind sehr unterschiedlich etc... Indes:  [[Wirkungen des Yoga]] und der [[Meditation]] lassen sich auch [[Wissenschaftliche Studien|beforschen]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vgl.: &amp;quot;&#039;&#039;Altes Wissen schafft neue Wissenschaft&#039;&#039;: Erkenntnisse [[mode]]rner &#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; stützen und bestätigen das intuitive [[Erfahrung]]swissen der alten [[Yogi]]s  [[mehr]] und mehr:  Kongress 11/2011 [https://www.yoga-vidya.de/events/yoga-kongress/]&amp;quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;&amp;quot;Wissenschaft hilft gegen [[Scharlatan|Aberglauben]] und etwa Schwermetall-Gifte [[Mode|früher]] in [[Ayurveda]] Heilmitteln (...) Und nach einiger [[Zeit]] wirken viele Forschungsergebnisse wieder [[Fahrender yogi|überholt]].&amp;quot; [[Zitat]] provisorisch ungenau, hier ab zu tippen: [ http://mein.yoga-vidya.de/video/satsang-vom-yoga-kongress-2011-bei-yoga-vidya-bad-meinberg]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
.....&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwa teilnehmender Beobachtung[http://de.wikipedia.org/wiki/Teilnehmende_Beobachtung] oder auch ethnologischen Studien-Reportagen  wie denen der Margaret Mead  wird von   der  &#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; oft  zu wenig [[Distanz]] vorgeworfen. Große Zahlen - wie auch im [[Breitensport]] - sind etwas anderes...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ein möglicher Satz dazu: &lt;br /&gt;
::&#039;&#039;Wo kriege ich mehr (Anhänger) statt was ist richtig; so sind auch [[Öffentlichkeit|Umfrageergebnisse]] über was man tut etc. kein in sich Maßstab für das [[Wahrheit|Wahre]] und das Richtige, wie man lebt&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Unterschied zwischen Wünschenswertem, auch wenn &#039;&#039;wissenschaft&#039;&#039;lich belegt - und trotzdem evtl. ganz abweichender [[Praxis]] (erforschen): die Kluft...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch [[Binsenwahrheit|Binsenwahr]]:  die Naturwissenschaften werten gern die anderen  mit  so vielschichtigen  Gegenstandsbereichen wie  [[Seele]],   [[Tradition]]...als Müll&#039;&#039;wissenschaften&#039;&#039; / zweiter Klasse ab, u. a. weil Handlungswissen für Märkte fehlt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indes: Gerade auch die [[Bhagavadgita]] wird u.a. &amp;quot;&#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; des Lebens&amp;quot; genannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Swami]] [[Sivananda]] beschreibt &#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; im [[Fliegender Yogi|technischen]] [[Zeit]]alter auch geradezu mit [[Distanz]].  und: &amp;quot;&#039;&#039;7. Schulbildung ist unvollständig, solange sie nicht einführt zu vermitteln, dass Wissen unbegrenzt ist.&#039;&#039;&amp;quot; ([[Göttliches Elexier]], 9)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere mögliche [[Zitat]]e: &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;ein [[tor|Schlüssel]] jenseits all unseres angehäuften [[Vidya|Wissen]]s und der vielen Worte, die uns den Blick auf uns selbst und die Welt eher verstellen als erhellen.&amp;quot; (Hempel, [[Reclam Verlag]] [[Zen]]-[[Yoga]], S. 10)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;Es gibt eine berühmte Unterweisung in der [[Zen]]-[[Tradition]], in der ein Schüler nach dem [[Mond]] fragt. Ein Zweig wird benutzt, um auf ihn zu zeigen, und die Lehre warnt uns, den Zweig nicht mit dem Mond zu verwechseln. Das Problem [[bibliotherapie|mit den Worten]] ist, dass sie Zweige sind – sie können nie der Mond sein. Im besten Fall sind sie [[Sundaram|wunderschöne]] Zweige, die die Form, das [[Licht]] oder die Herrlichkeit des Mondes beschreiben und es unseren Augen erlauben, ihn direkt anzusehen. Im schlimmsten Fall sind sie weitverzweigte Äste, die sich in viele Richtungen ausbreiten und uns noch mehr durcheinanderbringen. &lt;br /&gt;
&amp;quot;S. 9 hier:  [http://theseus-verlag.de/Verlage/Theseus/Theseus-Top-10-Bestseller/Schatten-auf-dem-Pfad.html]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Studien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga und Wissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sutra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Wissenschaft&amp;diff=46714</id>
		<title>Wissenschaft</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Wissenschaft&amp;diff=46714"/>
		<updated>2013-02-26T09:18:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sutra: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Wissenschaft und Yoga - gegensätzliche Welten?==&lt;br /&gt;
Artikel von R. W., erschienen im Yoga Vidya Journal Nr. 15, Frühjahr 2006. Entstanden aus einer Niederschrift eines Vortrags bei einem Kongress „[[Yoga]] und [[Meditation]]“ bei Yoga Vidya Bad Meinberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemeldet habe ich mich zu diesem Kongress mit dem Angebot, in einem Workshop oder Arbeitskreis von meinen persönlichen [[Erfahrung]]en als [[Wissenschaft]]ler und [[Yogalehrer]] zu berichten. Als ich mich dann im Kongressprogramm unversehens als Redner für den Eröffnungsvortrag wieder fand, schien mir, dass dafür ein lockeres Plaudern über meine Erfahrungen nicht ganz angemessen sei. Deshalb müssen sie sich nun einen Vortrag zumuten lassen. Um diese [[Zumutung]] aber in [[Grenze]]n zu halten, werde ich mehrfach eine Denkpause einlegen. Dann haben sie und ich [[Gelegenheit]], uns kurz zu [[Sammlung|sammeln]] und die Eingangsübung zu wiederholen. Beginnen will ich mit dem, was angekündigt war und nun in den Untertitel gerutscht ist: dem Biographischen. Es folgen dann vier Blicke auf das [[Thema]]. Als erstes will ich zeigen, dass Wissenschaftler, vor allem in Deutschland, Yoga und Meditation ganz verbreitet für etwas [[Irrationalität|Irrationales]] und damit Unwissenschaftliches halten. Als zweites werde ich auf begründete [[Zweifel]] eingehen, die in der neueren philosophischen [[Diskussion]] an der vermeintlichen [[Rationalität]] der Wissenschaft vorgebracht worden sind. Als zweites will ich aus meiner Sicht [[Gemeinsamkeit]]en und [[Unterschied]]e im [[Verhältnis]] von Yoga und Wissenschaft aufzeigen. Als viertes schließlich möchte ich von einigen neueren [[Entwicklung]]en im Verhältnis von Wissenschaft und Yoga berichten. Sie lassen darauf hoffen, dass sich westliche Wissenschaft und östliche [[Weisheit]]slehren und Meditationsschulen allmählich doch für einander öffnen und zu einem [[Wechsel|wechselseitig]] [[Fruchtbarkeit|fruchtbaren [[Austausch]] gelangen könnten. Ein noch winziger [[Hoffnung]]sschimmer ist die „Society for Meditation and Meditation Research“, die diesen Kongress mit veranstaltet. Die [[Widerstand|Widerstände]] gegen einen [[Wandel]] sind freilich stark und der [[Weg]], sie zu [[Überwindung|überwinden]] wird lang und [[Beschwerlichkeit|beschwerlich]] sein. Machen wir uns da nichts vor!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Nun aber erst zum Persönlichen===&lt;br /&gt;
Von 1974 bis zur Pensionierung im Februar 2003 habe ich an der Uni Bremen [[Arbeit]]srecht gelehrt. Mit nur einer längeren [[Unterbrechung]] bin ich meinen [[Aufgabe]]n in [[Forschung]] und [[Lehre]] nach besten [[Kräfte]]n nachgekommen. Schon seit meiner [[Student]]enzeit habe ich mich der [[Politik|politischen Linken zugeordnet, jedoch ohne [[Bindung]] an eine Partei. Seit 1972 bin ich Gewerkschaftsmitglied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weltanschaulich hielt ich mich bis in mein 50stes Lebensjahr für einen am Marxismus orientierten [[Atheist]]en, war aber eher ein nicht ganz [[Unglaube|ungläubiger]] Nichtchrist. Wenn ich noch während meiner Lehrtätigkeit in den neunziger Jahren Yogalehrer wurde und zwar in der [[Spiritualität|spirituellen]] [[Tradition]] der[[ Meister]] des [[Himalaya]]s, so hat das mit der bereits erwähnten [[Unterbrechung]] zu tun und die war durch eine einschneidende [[Lebenskrise]] [[Zwang|erzwungen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Mitte meines 50. Lebensjahrs brach die Fassade des linken und dennoch durchaus [[Erfolg|erfolgreichen Akademikers schlagartig zusammen. Meine [[Ehe]] war längst [[Bruch|zerbrochen]]. Die [[Hoffnung]]en, sie wieder kitten zu können, zerschlugen sich endgültig im Juli 1988, als ich kurz vor einer geplanten Forschungsreise nach Japan auch [[Körper|körperlich]] und [[Psyche|psychisch]] zusammenbrach: [[Diagnose]] Gehirntumor. Vor und während der 4 Std. dauernden [[Operation]] hatte mein [[Leben]] - wie mir der operierende [[Arzt]] später sagte - an einem seidenen [[Faden]] gehangen. Diese [[Erfahrung]] [[fordern|forderte]] einige Tage nach der OP meinen [[Lebensmut]] heraus und führte noch in der [[Klinik]] zu dem [[Entschluss]], mich und mein Leben von [[Grund]] auf zu [[ändern]]. Schon ab Februar 1989 besuchte ich [[Yogakurs]]e und [[praktizieren|praktizierte]] täglich morgens eine Stunde lang oder auch länger [[Yogaübung]]en. Daneben hätten sie mich damals in [[Therapie|psychotherapeutischen]] [[Sitzung]]en und als zumeist einzige männliche [[Teilnehmer]]in in einer Frauentanzgruppe und beim Tango Argentino treffen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ich nach der erzwungenen [[Pause]], körperlich noch gezeichnet, meine [[Tätigkeit]] an der [[Uni]] wieder [[Aufnehme|aufnahm]], merkte ich schon bald an den [[Blick]]en meiner Kolleginnen und [[Kollege]]n, dass sie mich mindestens für wunderlich, wenn nicht gar für leicht [[Anormalität|anormal]] hielten, für einen mit einem Dachschaden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einige meiner Kollegen war das [[Maß]] dann offenbar voll, als sich folgendes ereignete: vom Bremer Regionalfernsehen wurde ich für einen gesundheitspolitischen [[Beitrag]] um ein [[Interview]] zu der [[Frage]] [[gebeten]], wie sich mein Leben durch [[Krankheit]] und [[Operation]] [[Veränderung|verändert]] habe. Dieses Interview wurde auf meinen [[Vorschlag]] nach einer kurzen [[Sequenz|Tanzsequenz]] im Kreise meiner Frauengruppe aufgezeichnet und war sehr kurz. Denn ich sagte sinngemäß eigentlich nur, dass ich - wie man ja sehen könne - meine [[Lebenszeit]] jetzt anders und intensiver [[Nutzen|nutze]] und mir meine [[Arbeit]] nicht mehr das Wichtigste im Leben sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vermutlich in [[Reaktion]] auf dieses Interview fragte einer meiner Jurakollegen bei einer auf [[Gesundheitswissenschaft]] [[Spezialisation|spezialisiert]]en Kollegin an, ob noch [[Normalität|normal]] sei, was ich da triebe. Die Kollegin, die mich gut kannte, [[Information|informierte]] mich, ohne den [[Name]]n zu nennen. Sie hatte ihm gesagt, er solle mich selbst [[Frage|fragen]]. Ich weiß bis heute nicht, wer es war und auch nicht was ich [[Antwort|geantwortet]] hätte, habe aber von da an in meinem [[Fachbereich]] [[Friheit|frei]] nach dem [[Motto]] gelebt: &amp;quot;Ist der [[Ruf]] erst ruiniert…..&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach ca. zwei Jahren der [[Yogapraxis]] [[Entschluss|entschloss]] ich mich, eine [[Ausbildung]] zum [[Yogalehrer]] [[Aufnahme|aufzunehmen]]. Zu dieser [[Zeit]] war trotz erster positiver [[Erfahrung]]en auch in meinem [[Kopf]] noch die [[Sperre]], dass es sich beim Yoga um etwas Irrationales handele. Vor allem die Meditation hielt ich für [[Unvereinbarkeit|unvereinbar]] mit meiner [[Verpflichtung]] auf die wissenschaftliche Rationalität. Wie würde ich den [[Spagat]] zwischen diesen beiden [[Gegensatz|gegensätzlichen]] Welten aushalten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dieser bangen Frage fuhr ich im Februar 1992 in das erste Ausbildungswochenende am &amp;quot;[[Himalaya Institut]] für [[Yogawissenschaft]] und [[Philosophie]]&amp;quot;. Wegen dieses Namens meinte ich, mit meinen [[Zweifel]]n hier am besten aufgehoben zu sein. Schon am ersten [[Tag]] [[Erfüllung|erfüllte]] sich meine [[Erwartung]] voll. Bis heute [[Begleitung|begleitet]] mich seitdem die [[Botschaft]] des Ausbildungs[[leiter]]s, Wolfgang Bischoff. Er begann zwar seinen [[Einführung]]s[[vortrag]] mit einem für mich damals noch befremdlichen [[Sprechgesang]], einem [[Mantra]], befremdlich, weil ich da das Irrationale des Yoga auf mich zukommen sah, doch schloss er den Vortrag mit den [[Wort]]en: &amp;quot;Glaub mir kein Wort, [[Zweifel|bezweifle]] alles, was ich sage, aber mach die Übungen, die ich dir empfehle und überprüfe selbst!&amp;quot; Das entsprach voll meinem Credo als Wissenschaftler! In Ahrensburg lernte ich nicht nur Yoga-Übungen und erste Meditationen, sondern erhielt auch [[Kenntnis]]se über die indische Philosophie, vor allem über die Yoga-, [[Sankhya|Samkhya]]- und [[Vedanta]]philosophie. Hinzu kamen Anstöße, auch über Grundfragen von Wissenschaft und Philosophie des Westens nachzudenken, die mich seit meinem [[Studium]] kaum noch [[Beschäftigung|beschäftigt]] hatten. Vor allem [[Bewegung|bewegte]] mich die Frage: Was eigentlich ist Wissenschaft? Da war ich nun viele Jahre beruflich als Wissenschaftler tätig gewesen, aber kaum je war mir diese Frage in den [[Sinn]] gekommen oder gestellt worden. Nun konnte und wollte ich sie nicht länger [[Verdrängung|verdrängen]]. Damit bin ich über das Persönliche des Unterthemas beim [[Sachlichkeit|Sachlichen]] und beim [[Thema]] angekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wissenschaft und Yoga – gegensätzliche Welten?===&lt;br /&gt;
Dazu zwei Vor[[bemerkung]]en:&lt;br /&gt;
1. Soweit im Folgenden von Yoga die [[Rede]] ist, meint das für mein [[Verständnis]] immer auch die Meditation in einer [[denkbar]] breiten Palette von Übungs[[methode]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
n. Denn Yoga [[zielen|zielt]] – das muss ich hier nicht [[näher]] [[ausführen]] - in allen seinen [[Teile]]n [[letztlich]] auf die Meditation als der [[oberste]]n [[Stufe]] des achtstufigen Weges nach [[Patanjali]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seinem [[Yogasutra|Yoga Sutra]] zufolge [[dienen]] die [[körperlich]]en [[Übung]]en (Asanas) nur dem [[Zweck]], Menschen auf die Meditation [[vorbereiten|vorzubereiten]]. Sie sollen [[befähigen|befähigt]] werden, über eine längere Zeit im [[aufrecht]]en [[Sitz]] zu [[meditieren]], ohne durch körperliche und [[mental]]e [[Störung]]en [[ablenken|abgelenkt]] zu werden. Dem [[gleich]]en [[Zweck]] dienen die Übungen mit dem [[Atem]] und der [[Lebensenergie]] ([[Pranayama]]) und das [[Zurückziehen]] der [[Sinne]] von den [[Objekt]]en der [[äußere]]n Welt ([[pratyahara]]). Wegen der [[zentral]]en [[Rolle]] der Meditation im Yoga nach Patanjali prägte mein [[Lehrer]], [[Sri]] [[Swami]] [[Rama]], einer der [[bedeutend]]sten [[Yogi]]s des vorigen Jahrhunderts, die [[Definition]]: „Yoga is meditation in action“ zu dt. „Yoga ist Meditation im [[Handeln]]“ oder auch „ist [[Achtsamkeit]] im Handeln“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Unmittelbar beziehen sich meine [[Ausführung]]en zwar nur auf den Yoga. Doch stehen sie für das [[Verhältnis]] der Wissenschaft zu anderen [[spirituell]]en [[Lehre]]n und Meditationspraktiken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1. Blick: Yoga und Wissenschaft.===&lt;br /&gt;
Einander [[fremd]]e gegensätzliche Welten oder „Rationalität contra Irrationalität“ Auf den ersten [[Blick]] [[scheinen|scheint]] es aus der [[Perspektive]] beider – des Yoga wie der Wissenschaft - keine einander fremderen Welten zu geben als eben diese beiden. Wie suspekt vielen Wissenschaftlern alle östlichen Weisheitslehren und alles ist, was mit Meditation zusammenhängt, mag folgendes [[Zitat]] aus dem philosophischen Beitrag eines Professors der Paläobiologie und Geologie [[belegen]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Heute [[tauchen]] vereinzelt [[Missionar]]e des Irrationalen in der [[Ethnologie]] und [[Anthropologie]] auf, kann in der Philosophie die Ablehnung der reinen, der [[wissenschaftlich]]en [[Ratio]] zu einem Plädoyer für die Einbeziehung der [[Mystik]] und Meditation (…) werden. Selbst in den auf [[nüchtern]]e [[Sachlichkeit]] so [[bedacht]]en [[Naturwissenschaften]] sägen heute einige dem Irrationalen Zuneigende [[eifrig]]st am eigenen Ast. Nicht zuletzt eine Reihe von Physikern, die sich (…) in den Irrgarten ostasiatischer Mystik oder in [[parapsychologisch|parapsychologische]], dubiose [[Winkel]] [[verirren|verirrt]] haben!“&#039;&#039; 1*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[Anmerkung]]en zu dieser Textstelle [[erfahren]] wir, was und wen er damit u. a. meint: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Gewisse [[Abschnitt]]e in C. F. Weizsäcker: Der [[Garten]] des [[Menschlich]]en.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sollte sich der große [[Physiker]] und [[Philosoph]] von Weizsäcker [[wirklich]] ins Irrationale verirrt haben? Genügt als [[Beleg]] dafür, dass Weizsäcker u. a. Vorworte zu zwei spirituellen Büchern geschrieben, ein Interview über seine Meditationserfahrungen gegeben und beides in seinem Buch [[veröffentlichen|veröffentlicht]] hat? Dieser [[Angriff]] richtet sich nicht nur gegen von Weizsäcker, sondern gegen mehrere ebenfalls [[namentlich]] [[nennen|genannte]] Wissenschaftler wie z. B. &#039;&#039;Fritjof Capra&#039;&#039;. Vor den [[Auge]]n unseres Gewährsmannes tut sich offenbar ein großer [[Sumpf]] an Irrationalität auf, in dem die von ihm [[vertreten]]e [[Lehre]], rein rationale Wissenschaft zu [[versinken]] [[drohen|droht]]. Eine Satire möchte man [[schreiben]], wenn die [[Sache]] nicht [[ernst]] wäre. Denn diese Äußerungen stehen stellvertretend für das [[Denken]] vieler Wissenschaftler, die das nur nicht so dankenswert [[offen]] und [[deutlich]] sagen. Meine eigenen Erfahrungen belegen das. Yogis und Meditierende aller [[Traditionen]] haben aber – wenn ich [[recht]] sehe - ihrerseits ein mindestens [[distanzieren|distanziertes]] [[Verhältnis]] zur anderen [[Seite]], zur Wissenschaft. Diese Distanz scheint in den Erfahrungen und in der [[Einstellung]] Meditierender zu [[wurzeln]]: &#039;&#039;„Ich weiß, welche Erfahrungen ich im Meditieren mache und ich weiß auch, dass ich weiß oder dass ich nichts [[wissen|weiß]]. Das [[brauchen|brauche]] ich mir doch von einem Wissenschaftler nicht auch noch bescheinigen zu [[lassen]].“&#039;&#039; [[verkennen|Verkannt]] wird dabei die gesellschaftliche Bedeutung von Wissenschaft für die Akzeptanz und damit auch für die Verbreitung der Meditation und anderer spiritueller Praktiken in breiten [[Kreise]]n der [[Bevölkerung]], die wir dafür [[gewinnen]] wollen. Verkannt wird dabei auch, wie [[wichtig]] die wissenschaftliche [[Akzeptanz]] in unseren 1* Heinrich Karl Erben, Episteme, Mythos und [[human]]e [[Zukunft]] in: Lenk, H. (Hg.) Zur [[Kritik]] der wissenschaftlichen [[Vernunft]], 1986 Breiten ist, um etwa die Anerkennung von Meditation als wirksame Gesundheits[[prävention]] oder gar als [[Heilverfahren]] zu [[erlangen]], mit der [[Folge]], dass gegebenenfalls die Kassen für die Kosten ihrer [[klinisch]]en und [[therapeutisch]]en [[Anwendung]] aufzukommen hätten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2. Blick: Kritik der wissenschaftlichen Vernunft===&lt;br /&gt;
Unter diesem Titel [[Veröffentlichung|veröffentlichte]] Kurt Hübner 1977, damals [[Professor]] für Philosophie an der [[Universität]] Kiel, ein umfängliches philosophisches [[Werk]]. Darin weist er [[Stütze|gestützt]] auf [[Analyse]]n anscheinend rein rationaler [[Argumentation]]en der [[Mathematik]] und auf wissenschaftliche Methoden und [[Ergebnis]]se der Geschichtswissenschaft nach, wie unhaltbar die zumeist ungeprüfte [[Annahme]] ist, dass in der Wissenschaft [[Ausschließlichkeit|ausschließlich]] und allein das [[Prinzip]] der Rationalität [[Regierung|regiere]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hübner bezieht sich auf die griechische [[Mythologie]], aus der heraus sich heutige Philosophie und Wissenschaft überhaupt erst [[Entwicklung|entwickelt]] haben und in der er eine eigene Rationalität ausmacht. Im [[Vergleich]] dazu verdeutlicht er, wie stark rational nicht begründbare [[Element]]e selbst noch die heutige Wissenschaft [[Prägung|prägen]]. Umfängliche Zitate aus Hübners Werk will ich ihnen und mir ersparen. Die können sie in der gedruckten ausführlicheren [[Fassung]] nachlesen. Hier nur zwei Zitate aus Hübners [[Schlussfolgerung]] am Ende seiner [[Gründlichkeit|gründlichen]] [[Analyse]]: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Nichts wäre (….) falscher, als dem Mythos, wie das oft geschieht, Irrationalität zu [[Unterstellung|unterstellen]], dem die Wissenschaft als etwas Rationales entgegentritt.“ An späterer [[Stelle]] der [[Zusammenfassung]] schreibt Hübner: Es gibt (….) keinen [[Theorie|theoretisch]] [[Zwang|zwingenden]] [[Grund]] [[Annahme|anzunehmen]], dass alle Welt mythische Sichtweisen als solche, (.....) ins Reich des [[Märchen]]s [[Verbannung|verbannen]] muss, wenn sie nicht (…..) den [[Verstand]] [[Verlust|verlieren]] will.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer H. gewidmeten Festschrift „Zur [[Kritik]] der wissenschaftlichen Rationalität“ (1986) haben sich mehrere Philosophen seiner Kritik angeschlossen und seine [[Argumentation]] in die eine oder andere [[Richtung]] ausgebaut. Für [[Nachweis]]e und Zitate [[Verweis|verweise]] ich sie ebenfalls auf die schriftliche Fassung. So schreibt Kockelmans, ein amerikanischer Philosophieprofessor, mit [[Bezug]] auf die [[Sozialwissenschaft]] u. a.: Man sollte s. E. erkennen, „dass es mythische [[Dimensionen]] sowohl in der Wissenschaft als auch in der Philosophie gibt.“ &#039;&#039;In der Wissenschaft erblickt er sie - ganz ähnlich wie Hübner - in „tief eingewurzelten Überzeugungen (…), für die (bis jetzt) keine rationale [[Rechtfertigung]] gegeben worden ist“.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Hübner noch zwischen Wissenschaft und Mythos [[Klarheit|klar]] [[Unterscheidung|unterscheidet]] und nur [[Vergleichbarkeit|Vergleichbares]] in beiden ausmacht, geht MacCormac, ein Wissenschaftstheoretiker aus den USA, noch einen [[Schritt]] weiter. Er behauptet, dass bestimmte vermeintlich wissenschaftlich bewiesene [[Tatsache]]n selbst eine Art Mythos sind. Wissenschaftler bedienen sich nämlich zur [[Erklärung]] und [[Deutung]] ihrer [[Befund]]e nicht selten „grundlegender [[Metapher]]n“. Gemeint sind damit bildhaft [[Beschreibung|beschreibende]] [[Vergleich]]e, wie etwa das [[Bild]] vom [[Urknall]] als dem [[Beginn]] der [[Entstehung]] des [[Kosmos]]: Wodurch [[Unterscheidung|unterscheidet]] sich diese von den Wissenschaftlern als [[Tatsache]] [[Betrachtung|betrachtete]] und [[Verbreitung|verbreitete]] [[Theorie]] vom [[Urknall]] eigentlich noch von den vielen mythischen und [[Religion|religiösen]] [[Erklärung]]en, etwa dem der [[Bibel]]:&#039;&#039; „Am [[Anfang]] war das [[Wort]] …“&#039;&#039;, wofür auch gesagt werden kann: Am Anfang war der [[Laut]], oder war die [[Schwingung]] oder war die Idee, die zur Schwingung und zum Wort oder auch zum Knall wurde. Nun mag man hier einwenden: dass bei &#039;&#039;Hübner&#039;&#039; und den anderen Autoren nur vom Mythos die Rede ist, nicht aber von der Mystik, der Meditation, und von östlichen Weisheitslehren. Wichtig sind die im Vergleich zum Mythos vorgetragenen Zweifel am [[Ausschließlichkeitsanspruch]] der Wissenschaft auf [[Rationalität]] vor allem deshalb, weil in der wissenschaftlichen Kritik an [[Meinung|vermeintlich]] irrationalen Lehren Mythos und Meditation in einen Topf geworfen werden. Dafür erinnere ich an das obige Zitat aus dem Beitrag des Paläobiologen, der ja ausdrücklich auch die Meditation dem [[Verdacht]] der Irrationalität [[Unterstellung|unterstellt]] hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===3. Blick: Was ist Wissenschaft? Was haben Yoga und Meditation mit ihr gemeinsam? Worin unterscheiden sie sich von Wissenschaft?===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Was ist Wissenschaft====&lt;br /&gt;
„Wissenschaft“ - so das dtv-Lexikon - ist &#039;&#039;„der [[Inbegriff]] des durch [[Forschung]], [[Lehre]], und überlieferte [[Literatur]] [[Bildung|gebildeten]], [[Ordnung|geordneten]], [[Begründung|begründeten]], für gesichert erachteten [[Wissen]]s einer [[Zeit]]; auch die für seinen [[Erwerb]] typische, [[Methode|methodisch]]-[[Systematik|systematische]] Forschungs- und [[Erkenntnis]]arbeit, sowie ihr [[Organisation|organisatorisch]]-[[Institut|institutioneller]] Rahmen“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser [[Begriff]] ist mit dem [[Bezug]] auf das „Wissen einer Zeit“ zeitlos gültig. Er lässt selbst noch die von [[Kirche]] und [[Klerus]] [[Dogma|dogmatisierten]] mittelalterlichen Lehren über die [[Welt]] und den [[Kosmos]] als Wissenschaft gelten. Denn auch das war das „Wissen einer Zeit“ [[Gewinn|gewonnen]] durch die damals „typische systematische [[Erkenntnis]]arbeit“ der [[Bibelexegese]] und der Dogmatisierung von [[Bibel|biblischen]] [[Text]]stellen. Auch diese Erkenntnisarbeit war eingebunden in einen „organisatorisch- institutionellen [[Rahmen]]“, wie ihn eben die damalige [[Kirche]] mit ihren [[Priesterseminar]]en und [[Kloster|Klöstern]] bot. Da wäre es ein Leichtes, das [[Studium]] und die [[Weitergabe]] des [[Yoga]] und der ihm zugrunde liegenden [[Basis]]texte der klassischen indischen [[Philosophie]] in den zahlreichen indischen Ashrams und außerindischen [[Yogalehrer]]-[[Ausbildung]]s[[Zentrum|zentren]] ebenfalls unter dem oben [[Zitat|zitierten]][[ Begriff]] von Wissenschaft zu fassen. So [[Einfachheit|einfach]] will ich es ihnen und mir nicht machen. Denn sicher würden wir in der heutigen [[Situation]] beiden nicht [[Gerechtigkeit|gerecht]], wollten wir Wissenschaft und Yoga ohne weitere [[Umstand|Umstände]] gleichsetzen! Fragen wir also weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Was ist Wissenschaft heute? Was haben Yoga und Meditation mit heutiger Wissenschaft gemein und was [[unterscheiden|unterscheidet]] sie voneinander?====&lt;br /&gt;
Heutige Wissenschaft umfasst das systematische [[Bemühung|Bemühen]] um [[Objektivität|objektive]] [[Erkenntnis]] bzw. inter[[Subjektivität|subjektiv]] nachprüfbares Wissen. Als objektiv und nachprüfbar gilt dabei nur, was unter gleichen [[Bedingung]]en von anderen [[Forscher]]n nachgeprüft werden kann. Ferner umfasst auch heutige Wissenschaft alles, was als [[Ergebnis]] dieses Bemühens an [[Geschichte|geschichtlich]] aufgehäuftem Wissen bereit liegt. Hinsichtlich ihrer [[Gegenstand|Gegenstände]] [[Beziehung|bezieht]] sie sich mit dem [[Streben]] nach Erkenntnis auf das [[gesamt]]e [[Spektrum]] der [[Gegenständlichkeit|gegenständlichen]], mit den [[Sinne]]n [[Wahrnehmung|wahrnehmbaren]] Welt. Dazu gehört auch der Mensch als Teil dieser Welt. [[Zerlegung|Zerlegt]] in kleine und kleinste Teilaspekte betrachtet Wissenschaft diese Gegenstände in zahlreichen Zweig- und Unterdisziplinen. Wie stark vielfach fraktioniert Wissenschaft heute ist, will ich nur an einigen [[Beispiel]]en verdeutlichen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. In der Medizin gibt es heute fast schon für jedes [[Organ]], jedes [[Krankheit]]sbild und jeden [[Körperteil]] darauf [[Spezialisierung|spezialisierte]] [[Medizin|medizinische]] Teildisziplin. (Anästhesie, [[Allergologie]],[[ HNO]], [[Kardiologie]], [[Nephrologie]], [[Onkologie]], [[Proktologie]] usw. ) Werfen sie dafür einmal nur einen Blick in die [[Ärztetafel]] im Telefonbuch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. In der [[Psychologie]] [[begegnen]] uns u. a. die Allgemeine, die Entwicklungs-, Familien- und Sozial-, Sport- und Bewegungs- und sogar die Arbeits- und Technikpsychologie, wobei man sich fragt: Geht es hier um eine eigene [[Psyche]] der Technik?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Noch bunter ist das Bild in der [[Soziologie]]. Kaum ein Gegenstand der sozialen Welt, der noch nicht mit dem [[Anhängsel]] „Soziologie“ in den [[Rang]] einer eigenen wissenschaftlichen Teildisziplin erhoben worden wäre: (Familien-, Arbeits- und Industrie-, Rechts-, Medizin-, Verwaltungs- und Organisations, Wissens und [[Kultur]]- Politische - und Filmsoziologie bis hin zur Soziologie des [[Geschlecht]]erverhältnisses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Für meine eigene frühere [[Disziplin]] die [[Rechtswissenschaft]] könnte ich ihnen ebenfalls ein breites [[Spektrum]] an Teildisziplinen auflisten, das fast schon ans Skurrile grenzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Kaum anders ist das Bild in den so genannten exakten [[Naturwissenschaft]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Soweit es in allen [[Zweig]]en der Wissenschaft um [[menschlich]]e Erkenntnis geht, stehen alle immer auch vor der [[Frage]] nach dem [[Erkennung|erkennen]]den [[Subjekt]], dem Menschen und seinen [[Möglichkeit]]en und [[Grenze]]n der Erkenntnis. Das sind zentrale [[Fragestellung]]en u. a. der Philosophie, der [[Erkenntnistheorie]] und der Psychologie und neuerdings der [[Kognitionswissenschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Yoga geht es um Erkenntnis. Doch zielt Erkenntnis im Meditieren als der obersten [[Stufe]] des [[Yogaweg]]es vorrangig auf [[Selbsterkenntnis]] bzw. auf die Erkenntnis des [[Selbst|SELBST]] oder - in der [[Buddhismus|buddhistischen]] [[Begriff]]lichkeit - des [[Nichtselbst|NICHTSELBST]] als des [[Wesen]]s der [[Mensch|menschlichen]] [[Persönlichkeit]]. Nur in diesem [[Zusammenhang]] [[Richter|richtet]] sie sich auch auf die [[Gegenstand|gegenständliche]] Welt als dem [[Ort]] und [[Raum]] der menschlichen [[Existenz]] und [[Befindlichkeit]]. Deswegen haben große [[Meditation]]s[[meister]] aller [[Richtung]]en und [[Schule]]n immer wieder darauf [[Hineis|hingewiesen]], dass sie über die Erkenntnis des [[Mikrokosmos]] der menschlichen Persönlichkeit zugleich auch ein tiefes Wissen über den [[Makrokosmos]] [[Erlangung|erlangt]] haben, bzw. über das, was - mit Goethe - die Welt im Innersten [[Zusammenhalt|zusammenhält]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso wie in der Wissenschaft gibt es auch im Yoga und in allen anderen Schulen und [[Tradition]]en der Meditation einen [[Reichtum|reichen]] [[Schatz]] geschichtlich [[Anhäufung|aufgehäuften]] Wissens. Denn alle großen Meister haben ihre [[Erfahrung]]en und ihr im [[Zustand]] der Meditation [[Gewinn|gewonnenes]] Wissen der [[Nachwelt]] in [[Spiritualität|spirituellen]] [[Schrift]]en [[Überlieferung|überliefert]]. Einige dieser Schriften sind mehrere tausend Jahre alt, wie etwa die [[Veden]] und [[Upanishaden]] Indiens, die als die ältesten Schriften der [[Menschheit]] überhaupt gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser [[Beschreibung|beschreiben]]den Ebene sind also Wissenschaft und Meditation durchaus noch mit einander [[Vergleich|vergleichbar]]. Doch [[Deutung|deuten]] sich hier bereits [[Unterschied]]e in Bezug auf die Gegenstände und [[Methode]]n der Erkenntnis an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Unterschiede zwischen Wissenschaft und Yoga===&lt;br /&gt;
====Der Mensch als Objekt der Erkenntnis====&lt;br /&gt;
Im gängigen Wissenschaftsverständnis dienen den Wissenschaftlern die gegenständliche Welt und der Kosmos, aber auch die Menschen als Objekte ihrer Forschungen und zwar in der oben beschriebenen nach Fachdisziplinen parzellierten [[Weise]]. Der Wissenschaftler als das forschende Subjekt betrachtet also den Menschen als Objekt seines [[Bemühen]]s um Erkenntnis. Subjekt und Objekt der Erkenntnis sind hier [[Trennung|getrennt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem [[Übung]]s- und [[Erkenntnis]]weg des [[Yoga]] ist jeder nach Wissen [[Streben|strebende]] Mensch zugleich Subjekt und Objekt seines Bemühens um Erkenntnis. Die in der Wissenschaft übliche [[Trennung]] ist hier also aufgehoben. Dabei betrachtet sich der meditierende Mensch von vornherein in seiner ganzheitlichen Existenz als Wesen aus [[Körper]], [[Seele]] und [[Geist]] mit dem [[Atem]] als [[Bindeglied]] zwischen diesen Dreien und eingebettet in [[Natur]], [[Welt]] und [[Kosmos]] sowie in [[Gesellschaft|gesellschaftliche]] [[Zusammenhang|Zusammenhänge]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Instrumente und Methoden der Erkenntnis: [[Verstand]] und [[Objektivität]] versus [[Introspektion]] und [[Intuition]]====&lt;br /&gt;
Heutige Wissenschaft strebt nach überprüfbarem, objektivem Wissen und [[Meinung|meint]] dafür allein auf den Verstand setzen zu dürfen, auf die menschliche [[Ratio]]. Man kann diesen Zusammenhang auch so [[Formulierung|formulieren]]: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil heutige Wissenschaft ausschließlich auf Rationalität setzt, lässt sie nur solche Methoden als wissenschaftlich [[Geltung|gelten]], mit denen die Ergebnisse intersubjektiv überprüft werden können. Das ist zugleich der eigentliche [[Grund]] für die Zergliederung des in seiner Ganzheit lebenden Menschen in unterschiedliche Teilaspekte, die von gegeneinander [[Abgrenzung|abgegrenzten]] wissenschaftlichen Disziplinen je gesondert [[Untersuchung|untersucht]] werden. Mit diesen [[Verfahren]] [[Verbindung|verbinden]] Wissenschaftler die [[Hoffnung]], in der je getrennten Untersuchung des Zerteilten irgendwie einmal zur [[Rekonstruktion]] des Ganzen zu gelangen, die Teilerkenntnisse also wie in einem Puzzle zum Ganzen zusammensetzen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich aber gibt es auf kaum einem [[Gebiet]] heute noch einen Wissenschaftler, der sich umfassend in allen Zweigdisziplinen seines Fachs auskennt. Erst recht ist niemand mehr in der [[Lage]], alle Wissenschaften zu überschauen. Die [[Spezialisierung]] schreitet munter weiter voran und das [[Gegenmittel]] der „interdisziplinären [[Zusammenarbeit]]“ greift nur teilweise und langsam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Yoga und Meditation&#039;&#039;&#039; lehnen – so wie ich die [[Grundlage]]ntexte und die [[Nyaya]]-[[Philosophie]], eine der sieben Hauptschulen der indischen Philosophie verstehe - den [[Rationalität]] rationalen [[Weg]] der Erkenntnis durchaus nicht ab. Denn auch Meditierende leben in dieser Welt der [[Erscheinung]]en und [[Dualität]]en und darin benötigen wir Menschen den [[Verstand]], um uns [[Orientierung|orientieren]] und angemessen [[Handlung|handeln]] zu können. Doch wird den in der Wissenschaft bevorzugten [[Quantität|quantitativen]] und den schon scheel angesehe]en [[Qualität|qualitativen]] Erkenntnisverfahren in den Basistexten der [[Yogaphilosophie]] ein nur [[Begrenzung|begrenzter]] Erkenntniswert in Bezug auf die materielle Welt der Erscheinungen zugebilligt. Die großen Meister der Meditation halten dafür, dass auf diesem Wege weder das [[Wesen]] der Menschen [[Erkenntnis|erkannt]] werden kann noch das der Welt und des Kosmos. Denn das Wesen oder das [[Ganze]]] ist nicht etwa nur mehr, sondern etwas anderes als die [[Summe]] der Teile. Es kann nur in der [[Innenschau]] mittels [[Intuition]], nicht aber [[Rationalität|rational]] erfasst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb bedient sich &#039;&#039;&#039;Yoga&#039;&#039;&#039; der [[Systematik|systematischen]] Innenschau, der Introspektion, wenn man diesen Begriff nicht auf das verkürzt, was die „Introspektionisten“ des beginnenden 20. Jhs. darunter [[Verstand|verstanden]]. Im Yoga und in der Meditation werden Praktizierende systematisch [[Anleitung|angeleitet]], ihre [[Achtsamkeit]] nach innen zu richten und in der Innenschau die [[Kraft]] der Intuition zur [[Erlangung]] von Selbsterkenntnis und von [[Erkenntnis]]sen über die äußere Welt und ihre [[Befindlichkeit]] in ihr zu [[Nutzen|nutzen]]. In der Wissenschaft wird dagegen die Introspektion heute rundweg als unwissenschaftlich [[Ablehnung|abgelehnt]], weil sie angeblich keine [[Möglichkeit]] böte, [[Objektivität|objektive]] Erkenntnisse zu erlangen, die sich nach den gleichen Methoden durch andere überprüfen lassen. Dagegen ließe sich schon Folgendes einwenden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden mehrere Menschen nach den gleichen Methoden im Meditieren angeleitet, dann können mit einiger Übung – wie wir wissen - alle die gleichen oder vergleichbare Erfahrungen machen. Wäre das nicht mit gleichem Recht als intersubjektive Nachprüfung [[Anerkennung|anzuerkennen]] wie die [[Wiederholung]] einer qualitativen soziologischen oder psychologischen [[Studie]], in der sich die Forscher der teilnehmenden [[Beobachtung]] bedienen? Neuerdings aber wachsen mit wissenschaftlichen Methoden und Verfahren zur Untersuchung der [[Struktur]]en und [[Vorgang|Vorgänge]] im [[Gehirn]] die [[Chance]]n, mit allgemein [[Anerkennung|anerkannten]] wissenschaftlichen [[Verfahren]] wenigstens ansatzweise [[Darstellung|darzustellen]], wie sich Yoga und Meditation auf die [[Funktione]]n des Gehirns [[Auswirkung|auswirken]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Intuition]] wird von der Wissenschaft ebenfalls [[Abwehr|abgewehrt]] und kaum je in ihrer [[Bedeutung]] auch für die Wissenschaft anerkannt, geschweige denn im wissenschaftlichen [[Prozess]] systematisch genutzt. Dabei trägt sie zur [[Gewinnung]] wissenschaftlicher Erkenntnisse vielleicht sogar mehr und anderes bei als der [[Verstand]]. Nur wenige Wissenschaftler aber sind so [[Souveränität|souverän]] wie [[Albert Einstein]], sich [[Offenheit|offen]] zur Intuition als dem eigentlichen Vater ihrer [[Entdeckung]] zu [[Bekennung|bekennen]]. Einstein hat in einem Brief oder [[Gespräch]] einmal sinngemäß gesagt, dass ihm die Relativitätstheorie auf einem [[Spaziergang]] in den Bergen plötzlich aufgegangen sei. Nur um sie in [[Wort]]e zu fassen, habe er danach seinen Verstand [[Anstrengung|anstrengen]] müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die meisten Wissenschaftler mit der Intuition [[Probleme]] haben, so liegt das m. E. daran, dass sich, was sie sei, weder einfach [[Definition|definieren]] noch rational [[Erklärung|erklären]] lässt. Man mag sie als [[Unmittelbarkeit|unmittelbare]] [[Eingebung]] [[Beschreibung|beschreiben]] oder als das innere [[Aufleuchten]] einer [[Idee]], woher auch immer sie kommen mag. Wer je in seinem [[Leben]] bei welcher [[Gelegenheit]] auch immer eine solche Eingebung hatte, der weiß, dass sie sich mit aller Kraft des Verstandes aus ihrem [[Versteck]] nicht hervorlocken lässt. Im [[Gegenteil]]: je mehr wir den Verstand anstrengen, ein bestimmtes Problem zu [[Lösung|lösen]], desto mehr [[Schein|scheint]] sich die Lösung zu verbergen. Geben wir alle [[Anstrengung]] auf und legen eine [[Ruhe]]pause ein oder gehen wir erst einmal – wie Einstein – [[Spaziergang|spazieren]] oder auch [[Schlaf|schlafen]], so geschieht es nicht selten genug, oft auch am frühen [[Morgen]] kurz vor oder nach dem [[Aufstehen]], dass sich plötzlich ein [[Aha]]-[[Erlebnis]] einstellt und wir die [[Lösung]] [[Fund|gefunden]] haben. Diese [[Erfahrung]] hat – so [[Gedanke|denke]] ich - jeder von ihnen selbst schon gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Intuition entspringt ganz augenscheinlich einer anderen [[Quelle]] als das verstandesmäßige [[Denken]]. Sie leuchtet zumeist unangekündigt auf und woher sie kommt, ist eine [[Offenheit|offene]] Frage. Steigt sie aus unserem eigenen inneren [[Selbst]] auf oder wird sie uns von einer höheren, [[Gott|göttlichen]] [[Kraft]] außerhalb von uns eingegeben, oder von einem [[All]]-[[Bewusstsein]], das zugleich in uns und außerhalb von uns ist? Dazu mag sich jeder seine eigenen Gedanken machen. Besonders [[Intensität|intensiv]]  – so meine [[Erfahrung]] - macht sich Intuition bemerkbar, wenn ich in die [[Stille]] gehe und [[Meditation|meditiere]]. Sie ist daher für mich recht eigentlich ein Kind der Stille und der Meditation. Diese auf der Erfahrung beruhende [[Einsicht]] machen sich alle Wege der Meditation zunutze. Sie bedienen sich in systematischer Weise der Intuition als Quelle der Erkenntnis. Und daher [[Vermittlung|vermitteln]] alle Schulen den Menschen die [[Fähigkeit]], [[Willen|willentlich]] die [[Sinne]] von der äußeren Welt [[Rückzug|zurückzuziehen]] und in das [[Schweigen]] der [[Worte]] und der [[Gedanken]] zu gehen, und damit in jene Stille, die dem [[Denken]] vorausgeht und aus der allein die [[Stimme]] der Intuition zu uns zu [[Sprache|sprechen]] [[Beginn|beginnt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Neuere Tendenzen einer Annäherung von Wissenschaft und Meditation==&lt;br /&gt;
Alle [[Schule]]n des Yoga und der Meditation haben ihr Wissen [[Jahrhunderte]] lang wie eine Art [[Geheimlehre]] behandelt. Nur an [[speziell]] [[Vorbereitung|vorbereitete]] [[Einweihung|eingeweihte]] [[Schüler]] wurde das Wissen jeweils von einem [[Meister]] direkt [[Weitergabe|weiter gegeben]]. Nach und nach aber haben Yoga und Meditation in Indien einen [[Anerkennung|anerkannten]] [[Platz]] auch im wissenschaftlichen [[Bereich]] erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen [[Rückschritt]] gab es dann während der kolonialen [[Unterdrückung]] des Landes. Doch ist das Band zwischen Yoga und Wissenschaft in Indien nie völlig abgerissen. Nach dem [[Sieg]] der [[Unabhängigkeitsbewegung]] wurden die [[Bande]] in moderner [[Gestalt]] wieder [[Leben|belebt]] und nach und nach fester geknüpft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen gibt es einige vom [[Staat]] als [[Universität]]en anerkannte [[Yogahochschule]]n, in denen anders als in den üblichen [[Ashram]]s Yoga und Meditation nicht nur [[Unterricht|unterrichtet]] werden, sondern zugleich auch Gegenstände der [[Forschung]] sind, zum [[Beispiel]] die Yoga-Universität der [[Sivananda]] Tradition in [[Munger]] und das [[Swami]] [[Rama]] [[Yoga]] [[Gurukulam]] in [[Rishikesh]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Westen]] [[Beginn|begann]] sich erst seit dem 19. Jahrhundert nach und nach für Yoga und Meditation zu [Interesse|interessieren]]. Erste [[Bericht]]e über den Yoga gelangten durch [[Reisende]] und durch Verwaltungsbeamte der britischen [[Kolonialmacht]] in den Westen. [[Verstärkung|Verstärkt]] nahm das [[Interesse]] dann zu als die ersten großen [[Yogameister]] seit dem Ende des 19. Jahrhunderts in den Westen kamen und Yoga und Meditation hier zu [[Verbreitung|verbreiten]] begannen. Beide galten allerdings lange Zeit als zwei verschiedene [[Ding]]e. Yoga wurde mit Nachwirkungen bis heute [[Trennung|getrennt]] von der Meditation als eine Art von spezieller [[Gymnastik]] betrachtet und im [[Hatha Yoga]] verbreitet so unterrichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Weg des Yoga in den Westen begann gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Erst rund 70 Jahre später begann sich die Wissenschaft des Westens für Yoga und Meditation zu [[Interesse|interessieren]], anfangs vor allem in den USA. Nach und nach öffneten sich hier anerkannte große private Forschungsstätten, Kliniken und Universitätsinstitute für Forschungen über Yoga und Meditation. Dieser Prozess nahm in den siebziger Jahren des 20. Jhd. einen größeren Aufschwung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grob gesagt kann damit die wissenschaftliche Forschung über Yoga und Meditation in den [[USA]] heute auf eine [[Geschichte]] von ca. 35 Jahren zurückblicken. Doch sind bereits in dieser [[Relativität|relativ]] kurzen Zeit unzählige [[Studien]] von Psychologen und Medizinern über die präventiven [[Gesundheit|gesundheitlichen]] [[Wirkung]]en des Yoga und der Meditation durchgeführt worden. An großen [[Klinik]]en wie u. a. an der [[Herz]]spezialklinik von Dr. Dean [[Ornish]] wurden beide auch auf ihre [Therapie|therapeutischen]] Wirkungen hin [[Erprobung|erprobt]]. Die [[Ergebnis]]se dazu sind in vielen Begleituntersuchungen [[Dokumentation|dokumentiert]] worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit einiger [[Verzögerung]] schwappte das wissenschaftliche [[Interesse]] am Yoga dann seit dem Beginn der 80er Jahre nach [[Europa]] herüber, kam aber in Deutschland so ziemlich zuletzt an, nämlich erst Ende der 80er Jahre. Immerhin gibt es auch in Deutschland nun schon seit mehr als einem Jahrzehnt eine sich langsam [[Etablierung|etablierende]] [[Yogaforschung|Yoga]]- und  Meditationsforschung]]. Die erst im Juli 2000 gegründete [[Society]] for [[Meditation]] and Meditation [[Research]] hat bereits drei wissenschaftliche [[Kongress]]e durchgeführt bzw. mit [[Veranstaltung|veranstaltet]] (2001 in Heidelberg, 2002 in Bochum und 2004 in Köln). Dieser Kongress hier ist nun der vierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts gibt es weltweit ein stärker zunehmendes wissenschaftliches Interesse an Yoga und Meditation. In Bibliographien aus neuerer Zeit werden über 900 zumeist englischsprachige [[Empirik|empirische]] Studien und [[Theorie|theoretische]] Arbeiten [[Nachweis|nachgewiesen]] und zwar über 300 allein zum [[Thema]] [[Stress]]bewältigung durch [[Yoga]] und [[Meditation]]. Etwa gleich groß ist die Anzahl der [[Psychologie|psychologischen]] und [[Medizin|medizinischen]] Studien über Yoga für [[Kinder]] und [[Jugendliche]] und über Yoga und Meditation für alte [[Mensch]]en. Diese Bibliographien wurden in den USA erstellt und [[Erfassung|erfassen]] einigermaßen vollständig nur die englischsprachige [[Literatur]], nicht aber Studien in anderen [[Sprache]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stützten sich wissenschaftliche [[Untersuchung]]en anfangs zumeist auf die [[Befragung]] [[Praxis|Praktizierender]], auf psychologische [[Test]]s und auf andere relativ weiche [[Methode]]n der Untersuchung und [[Datenerhebung]], so hat die Forschung auf diesem Gebiet seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts einen qualitativen [[Sprung]] getan und so eine neue [[Stufe]] [erreichen|erreicht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[EEG]]-[[Verfahren]] zur [[Messung]] der Gehirnströme und Bild gebende Verfahren zur Untersuchung der [[Gehirnaktivitäten]] im [[Zustand]] der Meditation in Kernspingeräten erlauben zwar noch keinen [[Perfektionismus|perfekten]] [[Einblick]] in das, was im [[Gehirn]] Meditierender vorgeht. Sie lassen aber nach und nach immer deutlicher erkennen, dass Meditation gehirnphysiologische [[Wirkung]]en hat, die als erhöhte [[Geist|geistige]] [[Wachheit]] und [[Konzentration]] bei gleichzeitiger tiefster [[Entspannung]] zu deuten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist in meinen Worten eines der wichtigsten Ergebnisse einer noch nicht publizierten, aber schon zur [[Veröffentlichung]] angenommenen bibliographischen Studie von Cahn und Polich, zweier amerikanischer Wissenschaftler von der University of [[California]] und vom renommierten Scripps Research [[Institute]]. Die [[Autor]]en haben nahezu 350 neuere und neueste empirische Studien vergleichend [[Auswertung|ausgewertet]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein großer Teil davon gilt den im EEG und im Kernspin messbaren Wirkungen der Meditation auf die Aktivitäten des Gehirns. Die auch nur grob gekürzte [[Wiedergabe]] von [[Detail]]s ihrer Ergebnisse will ich den [[Fach]]wissenschaftlern überlassen, weil das zu sehr ins Fach[[spezifisch]]e geht, von dem andere hier im Saal, wie vor allem Ulrich Ott, der deutsche [[Spezialist]] auf diesem Gebiet der Forschung, mehr [[Verstand|verstehen]] als ich. Hier nur einige kurze [[Zitat]]e aus der [[Zusammenfassung]] in [[Übersetzung]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die klinische [[Anwendbar]]keit solcher Methoden der Meditation voran bringen zu können, sei &#039;&#039;„eine [[Fortsetzung]] derartiger Untersuchungen und die [[Vergleich|vergleichende]] [[Bewertung]] ihrer Ergebnisse notwendig.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Eine große Herausforderung für die [[Grundlage]]nforschung zur Meditation verbleibt die eindeutige quantitative Unterscheidung und [[Topographie|topographische]] [[Darstellung]] des Unterschieds zwischen Meditation und Zuständen beginnenden Tiefschlafs. (……..)“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Obwohl eine umfassende empirische und theoretische Grundlage noch fehlt, ist jedenfalls eindeutig, dass „die [[Funktion]]sweise des [[Zentrale|zentralen]] [[Nervensystem]]s durch Meditation [[Beeinflussung|beeinflusst]]“ wird. Der spezifische [[Nutzen]] meditativer Praktiken in [[Verbindung]] mit psychologischen und [[Neuropharmakologie|neuropharmakologischen]] [[Therapie]]n ist eine große [[Triebkraft]] für [[Zukunft|künftige]] Studien.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse solcher Studien sind auch in [[Öffentlichkeit|populär]]wissenschaftlichen [[Bericht]]en schon [[Verbreitung|verbreitet]] worden. So z. B. in dem [[Artikel]] „Die neuronale [[Erleuchtung]]“ von &#039;&#039;&#039;Ulrich Kraft&#039;&#039;&#039; in „Gehirn und Geist“ Heft 10 2005, S.12 ff. Selbst Tage[[zeitung]]en wie die Süddeutsche haben dieses Thema bereits aufgegriffen, SZ 68. Ausgabe, 2005 S.11 „Mönche in der Magnetröhre“ ebenfalls von &#039;&#039;&#039;Ulrich Kraft&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch an deutschen Universitäten gibt es inzwischen Wissenschaftler, die sich im [[Kontext]] von Forschungen über die Funktionsweise des Gehirns (wie z. B. über Neurokognition) für die Wirkungen der Meditation auf die Funktionen des Gehirns interessieren. Anstatt Meditationsforschung weiterhin pauschal abzulehnen und für Rufschädigung zu halten, nehmen sie Forschungen dazu auf und [[Betreuung|betreuen]] [[Diplom]]- und [[Doktor]]arbeiten zu dieser Thematik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Große Meditationsmeister, wie z. B. der [[Dalai Lama]] und Sri [[Swami]] [[Veda]] [[Bharati]], die beide in engem [[Austausch]] miteinander stehen, [[Unterstützung|unterstützen]] die [[Bemühung]]en der Wissenschaft. Sie stellen sich selbst für [[Untersuchung]]en der [[Zustand|Zustände]] ihres [[Bewusstsein]]s in der Meditation zur [[Verfügung]] und fordern ihre Schüler auf, das ebenfalls zu tun. Dieser [[Aufforderung]] bin ich in Bremen vor vier Wochen nachgekommen. Von hier aus möchte ich Meditierende aller [[Richtung]]en mit längeren [[Erfahrung]]en, aber auch Anfänger in der Meditation dringend bitten, sich im Interesse der an dieser Thematik arbeitenden Nachwuchswissenschaftler ebenfalls auf eine solche Untersuchung einzulassen. Für mich war es eine [[Erfahrung]], die mich auch ganz persönlich [[Bereicherung|bereichert]] und auf meinem [[Weg]] vorangebracht]] hat. Vor allzu großen [[Erwartung]]en in diese Forschungen – so denke ich - muss [[warnung|gewarnt]] werden. Die hier [[Präsenz|anwesend]]en Wissenschaftler, die schon jetzt an derartigen Studien arbeiten oder sie unterstützen, wissen besser als ich um die [[Möglichkeit]]en und [[Grenze]]n dessen, was auch mit den neuesten Apparaturen technisch machbar ist. Eines, so scheint mir, kann jetzt schon gesagt werden: Das Eigentliche, worum es der Meditation geht, die subjektive Erfahrung des [[Wille|willentlich]] herbeigeführten anderen, höheren [[Zustand]]s des Bewusstseins, wie immer man den in den [[Unterschied||unterschiedlichen]] Traditionen bezeichnen mag - [[Samadhi]] oder [[Satori]] oder [[Befreiung]] - wird für die Wissenschaftler ein [[Geheimnis]] bleiben. Was es subjektiv [[Bedeutung|bedeutet]], in den Zustand des Samadhi oder in die große [[Leere]] [einzutreten, diese Erfahrung erschließt sich nur dem, der die meditative [[Reise]] in das nahe liegende und dennoch unbekannte [[Innere]] antritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Eigene Erfahrung als Yogalehrer und Wissenschaftler==&lt;br /&gt;
Zusammenfassung meiner eigenen Erfahrungen in zwei Sätzen: Ich kann als Wissenschaftler Yoga betreiben und Yogalehrer sein, ohne mich von der Wissenschaft lossagen und meinen rationalen Verstand an der Garderobe abgeben zu müssen. Ich [[Gewinn|gewinne]] sogar etwas auch für die Wissenschaft [[Wichtiges]] hinzu: eine [[Verstärkung|verstärkte]] [[Intuition|intuitive]] Kraft, die in meinen Meditationen von Zeit zu Zeit mit kleineren oder größeren Erkenntnissen aufleuchtet! Der anfangs befürchtete [[Spagat]] ist für&lt;br /&gt;
mich inzwischen ein erträgliches Stehen auf beiden Beinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Persönlichem habe ich [[Beginn|begonnen]] und damit will ich schließen. Warum ich nach meiner [[Tumor]]operation den spirituellen Weg eingeschlagen habe und nicht wieder in die alten Geleise zurück geraten bin, wie man das immer wieder von Menschen nach ähnlich einschneidenden Erfahrungen hört, mag mit der folgenden Geschichte zusammenhängen. Sie deutet darauf hin, dass ich schon seit meiner Schulzeit auf dem spirituellen Weg war, ohne das selbst zu wissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Albrecht Haushofer, ein bedeutender Wissenschaftler und Dichter, den die Nazis wegen [[Zugehörigkeit]] zum [[Widerstand]] zum [[Tod]]e [[Verurteilung|verurteilt]] und in Moabit hingerichtet haben, hat in seiner [[Tod]]eszelle wunderbare Sonette geschrieben, darunter eines auf eine Mücke, die er im ersten [[Impuls]] erschlagen wollte, dann aber [[Ruhe|ruhig]] [[Beobachtung|beobachtete]], während sie sich von seinem [[Blut]] nährte. Die letzten Zeilen dieses Gedichts lauten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Wir sind ja beide, Mensch und Mücke, nichts als kleine Schatten eines großen Lichts“.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beeindruckt von diesem [[Gedicht]] habe ich als Schüler 1957 ein Jahr vor dem Abitur vom Spätherbst an täglich im Erdkundezimmer, das ich damals verwaltete, eine Mücke genährt. Beim ersten Mal habe ich meinen Finger unmerklich langsam an sie angenähert, bis sie aufsprang, [[Stich|stach]] und zu saugen begann. Als sie rundum gesättigt war, setzte sie sich wieder auf ihren [[Platz]] am Fenster und dort saß sie von da an immer, bis ich morgens kam und ihr wieder meinen [[Finger]] anbot. Am Tag vor den Weihnachtsferien habe ich sie mittags vor dem Verlassen der Schule noch einmal saugen lassen und als ich im Januar wieder in die Schule kann, lag sie tot auf dem Fensterbrett genau unter der Stelle, wo sie vergeblich auf meinen Finger gewartet haben mag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kann mir irgend jemand [[Erklärung|erklären]], warum ich von da an in meinem ganzen [[Leben]] von Mücken in den verschiedensten [[Nähe|nahen]] und [[Ferne|fernen]] [[Gegend]]en der [[Welt]] fast immer nur dann gestochen worden bin, und zwar selbst in den dicksten Schwärmen, wenn ich es ihnen angeboten oder mindestens [[Mentalität|mental]] [[Erlaubnis|erlaubt]] habe? Könnte das kausal mit meiner Blutspende an die Mücke in meiner Schulzeit zusammenhängen? Und um welche [[Art]] von [[Kausalität]] handelt es sich? Um eine im [[Sinne]] der Naturwissenschaft? Hat mein [[Handeln]] eine auf mich bezogene [[Genetik|genetische]] Stechhemmung in allen Mückenarten der Welt [[Wirkung|bewirkt]]? Oder folgen die Mücken einer Art [[Moral]][[kodex]], der ihnen [[Verbreitung|verbietet]], ohne [[Einwilligung]] das Blut von [[Wohltäter]]n der [[Spezies]] anzuzapfen? Oder hat meine Mücke damals [[Stellvertretung|stellvertretend]] für ihre Artgenossen einen [[Vertrag]] mit mir geschlossen, besiegelt mit meinem Blut, an den sich alle Mücken der Welt bis heute halten, weil sie anders als wir Menschen von [[Natur]] aus vertrags[[treu]] sind? Die wenigen [[Ausnahme]]n, die es auch gegeben hat, erkläre ich mir damit, dass mich diese Mücken irrtümlich für einen anderen [[Mensch]]en oder gar für ein [[Tier]] gehalten haben. Warum sollten sich nicht auch Mücken irren? Selbst Wissenschaftlern geht es ja oft nicht anders. Ist doch die [[Geschichte]] der Wissenschaft zugleich auch die Geschichte wissenschaftlicher Irrtümer. Leider sind nur wenige Wissenschaftler zu [[Lebzeiten]] so [[selbstkritisch]] wie jener in den Geschichten des weisen Brecht vom Herrn Keuner. Der antwortete auf die [[Frage]], was er tue: &#039;&#039;&amp;quot;Ich bereite gerade meinen nächsten [[Irrtum]] vor&amp;quot;!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Schlussentspannung]]: [[Atem]][[achtsamkeit]]&lt;br /&gt;
R. W.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sonstiges==&lt;br /&gt;
Vgl. auch  etwa:&lt;br /&gt;
[[Buddhismus]]:  zum Beispiel der [[Dalai Lama]], Yongey Mingyur Rinpoche oder [[Jack Kornfield]] erklären, dass der  bis zur heutigen [[Praxis]] weniger eine [[Religion]] als vielmehr eine Wissenschaft des Geistes ist: ...erprobt, hat überprüfbare ... Beschreibungen für menschliches Empfinden und Verhalten;  konkrete Übungen und Techniken zur [[psychotherapie|Überwindung]] vieler menschlicher Konflikte und Sorgen. Damit überbrückt der Buddhismus die oft als schmerzlich empfundene Kluft zwischen Wissenschaft und Religion, zwischen Innovation und alter Überlieferung. ..&lt;br /&gt;
[[Albert Einstein]]: wenn  Religion - mit den Erfordernissen der modernen Wissenschaft vereinbar -  er (B.)Carl Friedrich von Weizsäcker stellte sich en Zukunftsmenschen als ein Individuum vor, in dem christliche [[Psychotherapie|Ethik, wissenschaftliches Denken und die buddhistischen Stärken]] integriert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein eventuelles Beispiel: Sogenannte [[Nonne]]nstudien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;In Amerika (..)  600 Nonnen eines katholischen Ordens (gaben..)  ihr Gehirn der Wissenschaft. Die Schwestern wurden im regelmäßigen Abstand (und) die Hirne nach dem [[Tod]] untersucht. Da gab es Nonnen, die waren blitzgescheit bis zu ihrem Tod und hatten doch Gehirnveränderungen, die auf ein schwerstes Alzheimer-Stadium hindeuteten. Das Gleiche sehen wir bei Parkinson.&amp;quot;   Trotz der objektiven [[Messung]] (posthum): sie waren  gesund geblieben. Wahrscheinlich schützten ein regelmäßiger Tagesablauf mit [[Zeit]] für ein geradezu [[heilig]]es [[mehr]] im [[Kloster]] ohne [[fernsehen|Informationsfluten]]; und auch [[Mittelmaß|maßvolle]] [[körper]]liche Bewegung, gesunde [[Ernährung]] ohne  zu [[Nikotin|rauchen]], [[Singen]]... (vgl wikipgenauer / zu belegen / eigener Artikel vielleicht):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Wissenschaftliche Studien]]&lt;br /&gt;
* [[Kunst]]: [http://mein.yoga-vidya.de/video/om-namo-nayanaya-geschichte]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p42_Die-Wissenschaft-des-Pranayama/ Swami Sivananda: Die Wissenschaft des Pranayama]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p208_Bleep---What-the-Bleep-do-we--now--/ Bleep - What the Bleep do we (k)now!]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/ayurveda/ Ayurveda - die Wissenschaft vom Leben]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/center/haus-bad-meinberg/yoga/was-ist-yoga/ Was ist Yoga?]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/wissenschaft/ Yoga als universelle Wissenschaft]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Buch/Wissenschaft/science00.htm Online Buch: Yoga als eine universelle Wissenschaft]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/yogatherapie/lesestoff/wissenschaftl-arbeiten/ Wissenschaftliche Arbeiten]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/service/presse/pressemitteilungen/detailansicht/article/forschungspreis-fuer-meditation-bei-yoga-vidya-in-bad-meinberg-vergeben/ Forschungspreis für Meditation bei Yoga Vidya]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/tag/wissenschaftliche-arbeiten/ Wissenschaftliche Arbeiten - Highlights]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/yogatherapie/lesestoff/artikel/ Yoga im Spiegel der Wissenschaft]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/interessengebiet/yoga-und-meditation-einfuehrung/ Yoga und Meditation Einführung]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Multimedia==&lt;br /&gt;
===Thomas Hübl: Inner Science - Die Wissenschaft des Erwachens===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|pAYAbtDRxfg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vortrag von Sukadev: &amp;quot;Braucht Yoga die Wissenschaft&amp;quot;?===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|1Qu4nRajEfg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vortrag: Meditation in naturwissenschaftlicher Forschung===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|UC6Xozp03Tc}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Quantenaktivist===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|kGbiR2MORYw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Weitere Gedanken zum Thema====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039;&#039;   erweitert das [[Vidya|Wissen]] durch methodische Forschung  nach neuen Erkenntnissen. [[Statistik|Statistische]] Tabellen gehen immer mehr in [[Messung|Einzelheiten]] der [[Psychologie]] beispielsweise, fort von ganzheitlicher [[Erfahrung|Praxis]] -  das   unterscheidet sich von [[Weisheit]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dogmatische Lehrsätze, womöglich  an  &amp;quot;die Erde ist eine Fläche&amp;quot; [[glauben]] zu sollen, sind sowieso [[Eignung|etwas anderes]]... verglichen mit  [[sinn]]voller [[Tradition]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemein gibt es in der [[Wirkungsforschung]] [[logos|viele Ursachen zugleich]], von denen oft schon eine wirkt... Menschen sind sehr unterschiedlich etc... Indes:  [[Wirkungen des Yoga]] und der [[Meditation]] lassen sich auch [[Wissenschaftliche Studien|beforschen]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vgl.: &amp;quot;&#039;&#039;Altes Wissen schafft neue Wissenschaft&#039;&#039;: Erkenntnisse [[mode]]rner &#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; stützen und bestätigen das intuitive [[Erfahrung]]swissen der alten [[Yogi]]s  [[mehr]] und mehr:  Kongress 11/2011 [https://www.yoga-vidya.de/events/yoga-kongress/]&amp;quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;&amp;quot;Wissenschaft hilft gegen [[Scharlatan|Aberglauben]] und etwa Schwermetall-Gifte [[Mode|früher]] in [[Ayurveda]] Heilmitteln (...) Und nach einiger [[Zeit]] wirken viele Forschungsergebnisse wieder [[Fahrender yogi|überholt]].&amp;quot; [[Zitat]] provisorisch ungenau, hier ab zu tippen: [ http://mein.yoga-vidya.de/video/satsang-vom-yoga-kongress-2011-bei-yoga-vidya-bad-meinberg]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
.....&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwa teilnehmender Beobachtung[http://de.wikipedia.org/wiki/Teilnehmende_Beobachtung] oder auch ethnologischen Studien-Reportagen  wie denen der Margaret Mead  wird von   der  &#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; oft  zu wenig [[Distanz]] vorgeworfen. Große Zahlen - wie auch im [[Breitensport]] - sind etwas anderes...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ein möglicher Satz dazu: &lt;br /&gt;
::&#039;&#039;Wo kriege ich mehr (Anhänger) statt was ist richtig; so sind auch [[Öffentlichkeit|Umfrageergebnisse]] über was man tut etc. kein in sich Maßstab für das [[Wahrheit|Wahre]] und das Richtige, wie man lebt&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Unterschied zwischen Wünschenswertem, auch wenn &#039;&#039;wissenschaft&#039;&#039;lich belegt - und trotzdem evtl. ganz abweichender [[Praxis]] (erforschen): die Kluft...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch [[Binsenwahrheit|Binsenwahr]]:  die Naturwissenschaften werten gern die anderen  mit  so vielschichtigen  Gegenstandsbereichen wie  [[Seele]],   [[Tradition]]...als Müll&#039;&#039;wissenschaften&#039;&#039; / zweiter Klasse ab, u. a. weil Handlungswissen für Märkte fehlt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indes: Gerade auch die [[Bhagavadgita]] wird u.a. &amp;quot;&#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; des Lebens&amp;quot; genannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Swami]] [[Sivananda]] beschreibt &#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; im [[Fliegender Yogi|technischen]] [[Zeit]]alter auch geradezu mit [[Distanz]].  und: &amp;quot;&#039;&#039;7. Schulbildung ist unvollständig, solange sie nicht einführt zu vermitteln, dass Wissen unbegrenzt ist.&#039;&#039;&amp;quot; ([[Göttliches Elexier]], 9)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere mögliche [[Zitat]]e: &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;ein [[tor|Schlüssel]] jenseits all unseres angehäuften [[Vidya|Wissen]]s und der vielen Worte, die uns den Blick auf uns selbst und die Welt eher verstellen als erhellen.&amp;quot; (Hempel, [[Reclam Verlag]] [[Zen]]-[[Yoga]], S. 10)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;Es gibt eine berühmte Unterweisung in der [[Zen]]-[[Tradition]], in der ein Schüler nach dem [[Mond]] fragt. Ein Zweig wird benutzt, um auf ihn zu zeigen, und die Lehre warnt uns, den Zweig nicht mit dem Mond zu verwechseln. Das Problem [[bibliotherapie|mit den Worten]] ist, dass sie Zweige sind – sie können nie der Mond sein. Im besten Fall sind sie [[Sundaram|wunderschöne]] Zweige, die die Form, das [[Licht]] oder die Herrlichkeit des Mondes beschreiben und es unseren Augen erlauben, ihn direkt anzusehen. Im schlimmsten Fall sind sie weitverzweigte Äste, die sich in viele Richtungen ausbreiten und uns noch mehr durcheinanderbringen. &lt;br /&gt;
&amp;quot;S. 9 hier:  [http://theseus-verlag.de/Verlage/Theseus/Theseus-Top-10-Bestseller/Schatten-auf-dem-Pfad.html]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Studien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga und Wissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sutra</name></author>
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