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	<title>Yogawiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-04-10T23:40:41Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81697</id>
		<title>Schöpfer</title>
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		<updated>2013-12-06T13:34:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kiara: /* Brahman und die Naturkräfte, nach 2, 1, 30 und 1, 3, 30 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:MP900177808.JPG|thumb]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Brahman als Schöpfer der Welt==&lt;br /&gt;
Artikel aus dem Buch „Das System des [[Vedanta]]“ von Paul Deussen, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906, S. 239 - 247.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Über das Motiv der Schöpfung, nach 2, 1, 32 - 33===&lt;br /&gt;
Wir haben [[Brahman]] kennen gelernt als ein geistiges Wesen; als solches scheint er bei seinen [[Handlung]]en eines Motives zu bedürfen. Denn wir sehen im Leben, wie ein geistiges Wesen, welches erkennt bevor es handelt, z. B. ein Mensch, zu keinem Vornehmen, sei es groß oder gering, sich anschickt, ohne dass ihn ein [[Motiv]] dazu triebe (S. 488,12). Die Anwendung dieser Erfahrungsregel auf Brahman wird, wie es scheint, auch durch die [[Schrift]] bestätigt, wenn sie lehrt (siehe S. 186), dass ihm die [[Welt]] nicht um der Welt willen, sondern um seiner selbst willen lieb ist (S. 489,2). — Nimmt man nun ein Motiv Gottes an, welches ihn zur [[Schöpfung]] der Welt bestimmte, so widerspricht dies seiner Allgenügsamkeit (Pari-Triptatvam), nimmt man aber kein solches an, so wird das Schaffen unmöglich (S. 489,6). — Oder soll man dafür halten, dass Brahman, wie ein unsinniger Mensch, aufs Geratewohl und ohne Motiv zum Schaffen geschritten sei? Dieses wiederum würde seiner Allweisheit (Sarvajnatvam) widersprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss wohl annehmen, dass, wie ein Fürst oder Grösser, welcher alles hat, was er wünscht, auch ohne weiteres Motiv zum bloßen Spiele und Zeitvertreib etwas vornimmt (S. 490,1). oder, wie das Ausatmen und Einatmen ohne äußeres Motiv von selbst vor sich geht (S. 490,2), so auch [[Gott]] von selbst und ohne Motiv zum bloßen Spaße ([[Lila]]) die Welt geschaffen hat; denn ein weiteres Motiv geben Nachdenken und Schriftoffenbarung nicht an die Hand, auch ist es nicht möglich, Gott selbst darüber zu befragen (S. 490,6). Übrigens scheint nur uns die Anordnung dieser Weltscheibe etwas so schwieriges zu sein, für Gott hingegen ist sie, vermöge seiner unermesslichen Allmacht, ein bloßes Spiel (S. 490,8). Und wenn im Leben selbst zum Spiele immer ein schwaches Motiv vorhanden sein muss, so ist doch bei Gott gar kein solches anzunehmen, weil die Schrift verbietet, ihm ein [[Verlangen]] zuzuschreiben (S. 490,9). Dass er deswegen nicht zum Handeln schreiten könne, ist gegen die Schriftlehre von der [[Schöpfung]], dass er unsinnig und aufs Geratewohl gehandelt habe, gegen die Lehre von seiner Allweisheit (S. 490,11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übrigens, so schließt [[Shankara]] diesen Abschnitt, darf man nicht vergessen, dass die ganze Schöpfungslehre sich nur auf diese vom Nichtwissen aufgestellte Welt der Namen und Gestalten bezieht, und dass sie eigentlich nur den Zweck hat, die Identität der [[Natur]] mit Brahman zu lehren (S. 491,1); — eine Bemerkung, welche auch für das gilt, was wir weiter darzustellen haben, und aus dem Streben entspringt, auch die exoterische Schriftlehre als vollgültig festzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman ist die bewirkende und zugleich die materielle Ursache der Welt, nach 1, 4, 23 - 27===&lt;br /&gt;
[[Brahman]] ist zu Eingang des Werkes (1,1,2) definiert worden als „dasjenige, wodurch Ursprung usw. [Bestand und Untergang] der [[Welt]] ist&amp;quot; (vgl. die Definitionen, S. 132), also als die [[Ursache]] der Welt. Das Wort „Ursache&amp;quot; kann aber zweierlei bedeuten, entweder die materielle Ursache ([[Prakriti]], Upadanam), oder die bewirkende Ursache (Nimittam); so ist die Ursache des Gefäßes einerseits der [[Ton]], anderseits der Töpfer, die des Goldschmuckes einerseits das [[Gold]], anderseits der Goldschmied (p. 396,10). — Es fragt sich, in welchem [[Sinn]]e Brahman als die Ursache der Welt zu betrachten ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte meinen, dass Brahman nur als die bewirkende Ursache der Welt gelten kann, weil es von ihm, ehe er zum Schaffen schreitet, heißt:  „er beabsichtigte&amp;quot; (S. 146), und weil er „der Herr&amp;quot; ([[Ishvara]]) genannt wird; beides scheint nur auf eine bewirkende Ursache zu passen (S. 397,5.8). — Dazu kommt, dass Ursache und [[Wirkung]] gleichartig sein müssen; die Welt nun ist vielheitlich, ungeistig und unrein (S. 397,10), was auf Brahman nicht passt und eine materielle Ursache neben ihm als Trägerin dieser Qualitäten zu fordern scheint 1 S. 398,1).&lt;br /&gt;
Die Antwort auf diese [[Bedenken]] lautet, dass Brahman beides, sowohl die materielle als auch die bewirkende Ursache der Welt ist (S. 398,3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Begründung dieser Behauptung an der Eingangsstelle der [[Kosmologie]], von der wir hier handeln, ist eine rein [[Theologie|theologisch]]e (durch Berufung auf [[Veda]]stellen) und kann auf dem Standpunkte, den wir zunächst einnehmen, keine andere sein, weil (ganz abgesehen von dem belegten Bedenken der Ungleichartigkeit von Welt und Brahman, welches hier von unsern Autoren noch übergangen und erst bei einer späten Diskussion wieder aufgenommen und in Betracht gezogen wird, vgl. Kap. XVIII, 1,a) eine Auflösung des Begriffs der [[Materie]] von dem [[Empirismus|empirisch]]en Standpunkte aus, den wir hier noch nicht überschritten haben, unmöglich ist, indem vielmehr die allein richtige Konsequenz dieses Standpunktes die [[Ewigkeit]] der Materie sein würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter diesen Umständen ist es begreiflich, dass [[Shankara]] sich hier begnügt, auf die Schriftstellen hinzuweisen, nach welchen mit der Erkenntnis des [[Brahman]] alles verkannt ist, in welchen er mit dem Tone verglichen wird, dessen Umwandlungen alle auch nur Ton sind; wie es denn z. B. ausdrücklich heißt, vor dem [[Ursprung]] sei nur eines gewesen ohne zweites, Brahman habe begehrt, vieles zu sein, er habe selber sich selbst gemacht, er sei die Geburtsstätte der Wesen, er lasse sie hervorgehen aus sich und ziehe sie wieder zurück wie die [[Spinne]] den Faden, usw. usw. (S. 398-403). Zum Schlusse fertigt unser Autor die oben gemachten Einwendungen und die Berufung auf die Erfahrung mit der Erklärung ab (übersetzt S. 98), es brauche sich hier nicht zu verhalten wie in der [[Erfahrung]], denn es sei hier nicht von einem Gegenstande der Vernunfterkenntnis (Anumanam), sondern der Offenbarung die Rede (S. 403,7), und verweist übrigens auf die späten Untersuchungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman schafft ohne Hilfsmittel, nach 2, 1, 24 - 25===&lt;br /&gt;
Weit von der eben behandelten Untersuchung abgetrennt, obwohl sachlich in nächster [[Beziehung]] zu derselben stehend, ja teilweise mit ihr zusammenfallend ist die Frage nach den Hilfsmitteln, deren sich [[Brahman]] beim Schaffen bedient. Wie dort durch Zitate aus dem [[Veda]], so wird hier die Beweisführung durch Beispiele aus der [[Natur]] bewerkstelligt; ist sie darum auch (aus dem oben, S. 241, besprochenen Grunde) nicht weniger unzulänglich, so bietet sie doch ein gewisses [[Interesse]], weil sie allerlei Beiträge zur Naturanschauung der [[Inder]] enthält, daher wir das in Rede stehende Adhikaranam 2, 1, 24-25 (S. 475-479) nahezu wörtlich wiedergeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte einwenden: es geht nicht an, das geistige Brahman allein und ohne anderes als Ursache der Welt anzunehmen, weil zu einem Schaffen allerlei [[Hilfsmittel]] erforderlich sind; so nehmen im Leben die Töpfer usw., wenn sie Gefäße, Gewebe u. dgl. machen wollen, allerlei, wie Ton, Stab und Rad oder Fäden zur Hilfe; und so kann man auch nicht annehmen, dass Brahman ohne alle Hilfsmittel die Welt schaffe. — Hierauf ist zu erwidern, dass die [[Schöpfung]] durch die spezifische Beschaffenheit der Substanz ([[Dravya]]-[[Svabhava]]-Visheshad, d. h. des Brahman) zustande kommt, ähnlich wie die Verwandlung der [[Milch]] in saure Milch, des [[Wasser]]s in [[Eis]] ohne ein äußeres Hilfsmittel vor sich geht. Allerdings wirkt bei der Umwandlung der Milch in saure Milch die Wärme mit; doch befolgt dabei die Milch allein die in ihr liegenden Umwandlungsgesetze, und der Prozess wird durch die Wärme nur beschleunigt. Läge in der Milch nicht schon die [[Kraft]], saure Milch zu werden, so würde die Wärme auch nicht dazu verhelfen; indem z. B. [[Wind]] oder [[Äther]] durch Wärme nicht zu saurer Milch werden können. Das Hinzutreten des Mittels vervollständigt nur den Prozess; aber selbst einer solchen Vervollständigung bedarf es bei Brahman nicht, da dasselbe die erforderlichen Kräfte ([[Shakti]], wovon demnächst) vollständig in sich trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings sind Milch usw. ungeistige Substanzen, und bei geistigen [[Wesen]], wie z. B. bei dem Töpfer, sehen wir ein Zuhilfenehmen von Werkzeugen. So, könnte man meinen, müsse es auch bei Brahman sein, da er gleichfalls ein geistiges Wesen ist. — Darauf ist zu entgegnen, dass auch [[Gott|Götter]], [[Ahn]]en und [[Rishi]]s, die doch geistige Wesen sind, durch ihre Macht, ohne jedes äußere Mittel, zufolge der ihnen einwohnenden Oberherrlichkeit allein durch die [[Meditation]] viele mannigfach gestaltete Leiber, Paläste, Wagen usw. schaffen, wie dies die [[Hymn]]en und [[Brahmana]]s, sowie die [[Epos|episch]]en und [[Mythologie|mythologisch]]en Werke bezeugen. Ferner ist daran zu erinnern, dass die Spinnen aus sich selbst die Fäden entlassen, dass die Kranichweibchen ohne [[Samen]] befruchtet werden, und dass die [[Lotos]]blumen ohne äußeres Vehikel von einem Teiche zum andern wandern. Will man das Zutreffen dieser Vergleiche bestreiten, weil die Götter nur durch Zuhilfenahme der Leiblichkeit, nicht durch ihr geistiges Selbst allein ihre Taten verrichten, weil bei den Spinnen der [[Speichel]], nachdem er durch Verzehren kleinerer [[Tier]]e steif geworden, zum Faden wird, weil die Kranichweibchen, indem sie den Ton des [[Donner]]s hören, befruchtet werden, weil die Lotosblumen nicht durch ihren ungeistigen [[Körper]], sondern sofern sie mit [[Geist|Geistig]]em beseelt sind, in den Teichen wandern, sowie auch die [[Schlingpflanze]]n an den [[Baum|Bäumen]], — so ist zu erwidern, dass die genannten Wesen doch nicht so wie der Töpfer zu ihrer Tätigkeit sich äußerlicher Werkzeuge bedienen, und dass, so wie sie, auch Brahman, worauf es uns ankommt, beim Schaffen keine äußerlichen Mittel zur [[Hilfe]] nimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
— Die mangelhafte Kenntnis der Natur und die [[Schwäche]] der Argumentation auf diesem Gebiete bedarf nach der mitgeteilten Probe keines weitern Kommentares.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman und die Naturkräfte, nach 2, 1, 30 und 1, 3, 30===&lt;br /&gt;
Bei allen Betrachtungen dieses Teiles ist wohl im Auge zu behalten, dass der [[Indien|indisch]]e Schöpfungsbegriff sich von dem bei uns üblichen wesentlich unterscheidet. Denn während wir darunter ein einmaliges und somit zeitliches Erschaffensein der Welt verstehen, so wird das [[Bewusstsein]] der [[Vedanta|Vedantist]]en von der Vorstellung beherrscht, dass von [[Ewigkeit]] her und in Ewigkeit hinein die Welt periodisch aus dem [[Brahman]] hervor und wieder in dasselbe zurückgeht; und zwar beides unzählige Male: ,,der vergangenen und der zukünftigen Weltperioden ([[Kalpa]]) ist kein Maß&amp;quot;, wie eine S. 495,10 zitierte [[Purana]]-Stelle lautet:&lt;br /&gt;
Aber wie kommt es, dass die [[Welt]] in allen ihren Neuschöpfungen sich ihrem Wesen nach gleich bleibt? — Diese Frage nötigt, in der Natur des Brahman selbst den Grund für diese Konstanz zu suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ferner: wie können aus dem einheitlichen Brahman die mannigfaltigen Erscheinungen der Natur entspringen? — Auch für diese Mannigfaltigkeit muss der zureichende Grund in Brahman vorhanden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesen Postulaten haben wir die [[Motiv]]e zu suchen für die Lehre von den mancherlei Kräften ([[Shakti]]), welche in Brahman enthalten sind, und auf deren Ähnlichkeit mit der [[Platon|platonischen]] Ideenlehre wir schon (S. 73-74) hingewiesen haben.&lt;br /&gt;
Leider findet sich dieser wertvolle [[Gedanke]] in unserm Systeme sehr wenig entwickelt; nur sporadisch taucht er auf, und seine Haltung ist eine unsichere; zuweilen erscheinen die Kräfte des Brahman als ein bloßer Ausdruck für seine Allmacht, zuweilen bedeuten sie die Samenkräfte der Dinge, welche beim Weltuntergang keimartig in Brahman eingehen, um bei der Neuschöpfung wieder aus ihm hervorzutreten. Wir wollen kurz zusammenfassen, was sich hier und da zerstreut darüber vorfindet.&lt;br /&gt;
„Dass das einheitliche Brahman die mannigfache Ausbreitung der Erscheinungswelt hervorbringt&amp;quot;, heißt es (S. 486,10), „ist dadurch erklärlich, dass dasselbe sich mit mannigfachen Kräften verbindet.&amp;quot; Zur Begründung wird auf einige [[Veda]]-Stellen verwiesen, welche jedoch nichts weiter als die Allmacht des Brahman (&amp;quot;allwirkend ist er, allwünschend, allriechend, allschmeckend&amp;quot; usw.) zu besagen scheinen. Das Brahman ist mit allen Kräften versehen (S. 1125,8), ist mit der Entfaltung vieler Kräfte verknüpft (S. 445,11), der [[Ishvara]] besitzt unermessliche Kräfte (S. 490,8), wie daraus hervorgeht, dass er Ursache des Entstehens, Bestehens und Vergehens der Welt ist (S. 1126,1); diese Kräfte, ohne welche Brahman nicht schaffen könnte (S. 342,6), werden aus der Mannigfaltigkeit der Wirkungen erschlossen (S. 486,2); was ihr Verhältnis zu Brahman betrifft, so lässt sich aus dem (S. 476,8) gebrauchten Ausdrucke, dass das Brahman „mit Kräften angefüllt&amp;quot; (&amp;quot;Paripurnashaktikam&amp;quot;) sei, auf die Vorstellung einer [[Immanenz]] dieser Kräfte in Brahman schließen.&lt;br /&gt;
Die [[Schrift]] (Shvet. 1,3) fahrt zur Annahme einer Kraft des höchsten [[Gott]]es, welche die gesamte Welt schafft und ordnet (S. 358,5). Eben diese nicht in Name und Gestalt entfaltete göttliche Kraft ist der Urstand (Prag-Avastha) der Namen und Gestalten (S. 358,10); in diesem Urstande war die jetzt entfaltete Welt unentfaltet vorhanden in dem Zustande einer Samenkraft ([[Vija]]-[[Shakti]]-[[Avastha]], S. 341,9); „wenn „wir&amp;quot; (heißt es S. 342,2 in der Polemik gegen die [[Sankhya]]&#039;s) irgend einen selbständigen Urstand der Welt als Ursache zugäben, so würden wir der Annahme einer materiellen [Welt-]Ursache Raum geben; aber wir nehmen ja an, dass jener Urstand der Welt nicht selbständig, sondern von dem höchsten [[Gott]] abhängig ist. Als solchen nun muss man ihn notwendig annehmen, und mit gutem Grunde. Denn ohne ihn ist die Schöpfertätigkeit Gottes nicht möglich, da eine Aktivität des von Kräften entblößten Gottes nicht denkbar ist... Diese, im höchsten Gott ruhende, das Unoffenbare ([[Avyaktam]]) genannte Samenkraft ist ihrem Wesen nach Nichtwissen ([[Avidya]]), ein aus [[Täuschung]] ([[Maya]]) bestehender, großer [[Tiefschlaf]], in welchem die wandernden [[Seele]]n liegen, welche des [[Erwachung|Erwachtsein]]s zu ihrer eigenen Natur [des [[Bewusstsein]]s ihrer Identität mit Brahman] ermangeln.”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach diesen Stellen scheint es, dass &lt;br /&gt;
1. die Schöpferkräfte des Brahman, &lt;br /&gt;
2. die Samenkräfte der Dinge, und &lt;br /&gt;
3. die (mittels ihres feinen Leibes fortbestehenden) individuellen Seelen &lt;br /&gt;
in der unbestimmten Vorstellung der Kräfte des Brahman zusammenfließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sahen bereits (S. 74), wie diese Kräfte bei der jedesmaligen Vernichtung der Welt nicht mit zunichte werden, sondern als [[Wurzel]] derselben bestehen bleiben (S. 303,1), und zwar so, dass ihre Beschaffenheit sich nicht ändert (S. 303,2). Hierauf beruht es, dass, trotz des immer wiederholten [[Weltuntergang]]es, stets dieselben Naturkörper ([[Erde]] usw.), Wesensgattungen ([[Gott|Götter]], Tiere, Menschen usw.) und Weltordnungen ([[Kaste|Kasten]], [[Ashrama]]&#039;s) neu hervorgehen (S. 303,4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vielheit dieser Kräfte widerspricht der Einheit des sie enthaltenden Brahman nicht, sofern die Vielheitskraft (Vibhaga-[[Shakti]]) vor und nach dem Bestehen der Welt ebenso gut wie das Vielheitstreiben (Vibhaga-[[Vyavahara]]) während des Bestehens der Welt auf der falschen [[Erkenntnis]] ([[Mithya]]-Jnanam) beruht (S. 433.13); wie wir in der [[Esotherik|esoterisch]]en [[Kosmologie]] noch des näheren sehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [[Jnana Yoga]]&lt;br /&gt;
* [[Vedanta Schulen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p927_Vedanta-fuer-Anfaenger// Vedanta für Anfänger von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p484_Vedanta-----Der-Ozean-der-Weisheit// Vedanta - Der Ozean der Weisheit von Swami Vivekananda]&lt;br /&gt;
*Paul Deussen: Das System des Vedanta, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906.&lt;br /&gt;
*Soami Divyanand: &#039;&#039;Vedamrit - Die Botschaft der Veden&#039;&#039;. ISBN 3-926696-03-6 (Übersetzung der Veden auf Deutsch, Bd. 1); ISBN 3-926696-13-3 (Bd. 2); ISBN 3-926696-26-5 (Bd. 3)&lt;br /&gt;
*Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Die heiligen Schriften Indiens - Geschichte der Sanskrit-Literatur.&#039;&#039;(edition-sawitri.de)  ISBN 3-931172-22-8&lt;br /&gt;
* Moritz Winternitz: &#039;&#039;Geschichte der Indischen Literatur&#039;&#039;, Leipzig, 1905 - 1922, Vol. I - III. Reprint in englischer Übersetzung: Maurice Winternitz: &#039;&#039;History of Indian Literatur&#039;&#039;, Motilal Barnarsidass, Delhi, 1985.&lt;br /&gt;
*[[ Aurobindo]]: &#039;&#039;Das Geheimnis des Veda&#039;&#039;, 2. Auflage 1997, Hinder + Deelmann, ISBN 3-873481-65-0&lt;br /&gt;
*Lokamanya Bâl Gangâdhar Tilak: &#039;&#039;Orion ou Recherches sur l&#039;Antiquité des Védas&#039;&#039;, Milan, Éditions Archè, 1989&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/category/podcast/meditationsanleitung/ Meditation Anleitungen, darunter einige abstrakte Techniken aus dem Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/Art-Artikel/art_vedanta.html Artikel von Swami Sivananda: Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.sivananda.org/ Divine Life Society - Sivananda Ashram]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/jnana%2Byoga/ro/s/ Seminare zum Thema „Jnana Yoga“]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/ Seminare zum Thema „Vedanta“]&lt;br /&gt;
&amp;lt;rss max=3&amp;gt;https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/?type=2365&amp;lt;/rss&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indische Philosophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hinduismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Deussen Vedantasystem]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vedanta]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Kiara</name></author>
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		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81696</id>
		<title>Schöpfer</title>
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		<updated>2013-12-06T13:33:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kiara: /* Brahman und die Naturkräfte, nach 2, 1, 30 und 1, 3, 30 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:MP900177808.JPG|thumb]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Brahman als Schöpfer der Welt==&lt;br /&gt;
Artikel aus dem Buch „Das System des [[Vedanta]]“ von Paul Deussen, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906, S. 239 - 247.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Über das Motiv der Schöpfung, nach 2, 1, 32 - 33===&lt;br /&gt;
Wir haben [[Brahman]] kennen gelernt als ein geistiges Wesen; als solches scheint er bei seinen [[Handlung]]en eines Motives zu bedürfen. Denn wir sehen im Leben, wie ein geistiges Wesen, welches erkennt bevor es handelt, z. B. ein Mensch, zu keinem Vornehmen, sei es groß oder gering, sich anschickt, ohne dass ihn ein [[Motiv]] dazu triebe (S. 488,12). Die Anwendung dieser Erfahrungsregel auf Brahman wird, wie es scheint, auch durch die [[Schrift]] bestätigt, wenn sie lehrt (siehe S. 186), dass ihm die [[Welt]] nicht um der Welt willen, sondern um seiner selbst willen lieb ist (S. 489,2). — Nimmt man nun ein Motiv Gottes an, welches ihn zur [[Schöpfung]] der Welt bestimmte, so widerspricht dies seiner Allgenügsamkeit (Pari-Triptatvam), nimmt man aber kein solches an, so wird das Schaffen unmöglich (S. 489,6). — Oder soll man dafür halten, dass Brahman, wie ein unsinniger Mensch, aufs Geratewohl und ohne Motiv zum Schaffen geschritten sei? Dieses wiederum würde seiner Allweisheit (Sarvajnatvam) widersprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss wohl annehmen, dass, wie ein Fürst oder Grösser, welcher alles hat, was er wünscht, auch ohne weiteres Motiv zum bloßen Spiele und Zeitvertreib etwas vornimmt (S. 490,1). oder, wie das Ausatmen und Einatmen ohne äußeres Motiv von selbst vor sich geht (S. 490,2), so auch [[Gott]] von selbst und ohne Motiv zum bloßen Spaße ([[Lila]]) die Welt geschaffen hat; denn ein weiteres Motiv geben Nachdenken und Schriftoffenbarung nicht an die Hand, auch ist es nicht möglich, Gott selbst darüber zu befragen (S. 490,6). Übrigens scheint nur uns die Anordnung dieser Weltscheibe etwas so schwieriges zu sein, für Gott hingegen ist sie, vermöge seiner unermesslichen Allmacht, ein bloßes Spiel (S. 490,8). Und wenn im Leben selbst zum Spiele immer ein schwaches Motiv vorhanden sein muss, so ist doch bei Gott gar kein solches anzunehmen, weil die Schrift verbietet, ihm ein [[Verlangen]] zuzuschreiben (S. 490,9). Dass er deswegen nicht zum Handeln schreiten könne, ist gegen die Schriftlehre von der [[Schöpfung]], dass er unsinnig und aufs Geratewohl gehandelt habe, gegen die Lehre von seiner Allweisheit (S. 490,11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übrigens, so schließt [[Shankara]] diesen Abschnitt, darf man nicht vergessen, dass die ganze Schöpfungslehre sich nur auf diese vom Nichtwissen aufgestellte Welt der Namen und Gestalten bezieht, und dass sie eigentlich nur den Zweck hat, die Identität der [[Natur]] mit Brahman zu lehren (S. 491,1); — eine Bemerkung, welche auch für das gilt, was wir weiter darzustellen haben, und aus dem Streben entspringt, auch die exoterische Schriftlehre als vollgültig festzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman ist die bewirkende und zugleich die materielle Ursache der Welt, nach 1, 4, 23 - 27===&lt;br /&gt;
[[Brahman]] ist zu Eingang des Werkes (1,1,2) definiert worden als „dasjenige, wodurch Ursprung usw. [Bestand und Untergang] der [[Welt]] ist&amp;quot; (vgl. die Definitionen, S. 132), also als die [[Ursache]] der Welt. Das Wort „Ursache&amp;quot; kann aber zweierlei bedeuten, entweder die materielle Ursache ([[Prakriti]], Upadanam), oder die bewirkende Ursache (Nimittam); so ist die Ursache des Gefäßes einerseits der [[Ton]], anderseits der Töpfer, die des Goldschmuckes einerseits das [[Gold]], anderseits der Goldschmied (p. 396,10). — Es fragt sich, in welchem [[Sinn]]e Brahman als die Ursache der Welt zu betrachten ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte meinen, dass Brahman nur als die bewirkende Ursache der Welt gelten kann, weil es von ihm, ehe er zum Schaffen schreitet, heißt:  „er beabsichtigte&amp;quot; (S. 146), und weil er „der Herr&amp;quot; ([[Ishvara]]) genannt wird; beides scheint nur auf eine bewirkende Ursache zu passen (S. 397,5.8). — Dazu kommt, dass Ursache und [[Wirkung]] gleichartig sein müssen; die Welt nun ist vielheitlich, ungeistig und unrein (S. 397,10), was auf Brahman nicht passt und eine materielle Ursache neben ihm als Trägerin dieser Qualitäten zu fordern scheint 1 S. 398,1).&lt;br /&gt;
Die Antwort auf diese [[Bedenken]] lautet, dass Brahman beides, sowohl die materielle als auch die bewirkende Ursache der Welt ist (S. 398,3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Begründung dieser Behauptung an der Eingangsstelle der [[Kosmologie]], von der wir hier handeln, ist eine rein [[Theologie|theologisch]]e (durch Berufung auf [[Veda]]stellen) und kann auf dem Standpunkte, den wir zunächst einnehmen, keine andere sein, weil (ganz abgesehen von dem belegten Bedenken der Ungleichartigkeit von Welt und Brahman, welches hier von unsern Autoren noch übergangen und erst bei einer späten Diskussion wieder aufgenommen und in Betracht gezogen wird, vgl. Kap. XVIII, 1,a) eine Auflösung des Begriffs der [[Materie]] von dem [[Empirismus|empirisch]]en Standpunkte aus, den wir hier noch nicht überschritten haben, unmöglich ist, indem vielmehr die allein richtige Konsequenz dieses Standpunktes die [[Ewigkeit]] der Materie sein würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter diesen Umständen ist es begreiflich, dass [[Shankara]] sich hier begnügt, auf die Schriftstellen hinzuweisen, nach welchen mit der Erkenntnis des [[Brahman]] alles verkannt ist, in welchen er mit dem Tone verglichen wird, dessen Umwandlungen alle auch nur Ton sind; wie es denn z. B. ausdrücklich heißt, vor dem [[Ursprung]] sei nur eines gewesen ohne zweites, Brahman habe begehrt, vieles zu sein, er habe selber sich selbst gemacht, er sei die Geburtsstätte der Wesen, er lasse sie hervorgehen aus sich und ziehe sie wieder zurück wie die [[Spinne]] den Faden, usw. usw. (S. 398-403). Zum Schlusse fertigt unser Autor die oben gemachten Einwendungen und die Berufung auf die Erfahrung mit der Erklärung ab (übersetzt S. 98), es brauche sich hier nicht zu verhalten wie in der [[Erfahrung]], denn es sei hier nicht von einem Gegenstande der Vernunfterkenntnis (Anumanam), sondern der Offenbarung die Rede (S. 403,7), und verweist übrigens auf die späten Untersuchungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman schafft ohne Hilfsmittel, nach 2, 1, 24 - 25===&lt;br /&gt;
Weit von der eben behandelten Untersuchung abgetrennt, obwohl sachlich in nächster [[Beziehung]] zu derselben stehend, ja teilweise mit ihr zusammenfallend ist die Frage nach den Hilfsmitteln, deren sich [[Brahman]] beim Schaffen bedient. Wie dort durch Zitate aus dem [[Veda]], so wird hier die Beweisführung durch Beispiele aus der [[Natur]] bewerkstelligt; ist sie darum auch (aus dem oben, S. 241, besprochenen Grunde) nicht weniger unzulänglich, so bietet sie doch ein gewisses [[Interesse]], weil sie allerlei Beiträge zur Naturanschauung der [[Inder]] enthält, daher wir das in Rede stehende Adhikaranam 2, 1, 24-25 (S. 475-479) nahezu wörtlich wiedergeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte einwenden: es geht nicht an, das geistige Brahman allein und ohne anderes als Ursache der Welt anzunehmen, weil zu einem Schaffen allerlei [[Hilfsmittel]] erforderlich sind; so nehmen im Leben die Töpfer usw., wenn sie Gefäße, Gewebe u. dgl. machen wollen, allerlei, wie Ton, Stab und Rad oder Fäden zur Hilfe; und so kann man auch nicht annehmen, dass Brahman ohne alle Hilfsmittel die Welt schaffe. — Hierauf ist zu erwidern, dass die [[Schöpfung]] durch die spezifische Beschaffenheit der Substanz ([[Dravya]]-[[Svabhava]]-Visheshad, d. h. des Brahman) zustande kommt, ähnlich wie die Verwandlung der [[Milch]] in saure Milch, des [[Wasser]]s in [[Eis]] ohne ein äußeres Hilfsmittel vor sich geht. Allerdings wirkt bei der Umwandlung der Milch in saure Milch die Wärme mit; doch befolgt dabei die Milch allein die in ihr liegenden Umwandlungsgesetze, und der Prozess wird durch die Wärme nur beschleunigt. Läge in der Milch nicht schon die [[Kraft]], saure Milch zu werden, so würde die Wärme auch nicht dazu verhelfen; indem z. B. [[Wind]] oder [[Äther]] durch Wärme nicht zu saurer Milch werden können. Das Hinzutreten des Mittels vervollständigt nur den Prozess; aber selbst einer solchen Vervollständigung bedarf es bei Brahman nicht, da dasselbe die erforderlichen Kräfte ([[Shakti]], wovon demnächst) vollständig in sich trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings sind Milch usw. ungeistige Substanzen, und bei geistigen [[Wesen]], wie z. B. bei dem Töpfer, sehen wir ein Zuhilfenehmen von Werkzeugen. So, könnte man meinen, müsse es auch bei Brahman sein, da er gleichfalls ein geistiges Wesen ist. — Darauf ist zu entgegnen, dass auch [[Gott|Götter]], [[Ahn]]en und [[Rishi]]s, die doch geistige Wesen sind, durch ihre Macht, ohne jedes äußere Mittel, zufolge der ihnen einwohnenden Oberherrlichkeit allein durch die [[Meditation]] viele mannigfach gestaltete Leiber, Paläste, Wagen usw. schaffen, wie dies die [[Hymn]]en und [[Brahmana]]s, sowie die [[Epos|episch]]en und [[Mythologie|mythologisch]]en Werke bezeugen. Ferner ist daran zu erinnern, dass die Spinnen aus sich selbst die Fäden entlassen, dass die Kranichweibchen ohne [[Samen]] befruchtet werden, und dass die [[Lotos]]blumen ohne äußeres Vehikel von einem Teiche zum andern wandern. Will man das Zutreffen dieser Vergleiche bestreiten, weil die Götter nur durch Zuhilfenahme der Leiblichkeit, nicht durch ihr geistiges Selbst allein ihre Taten verrichten, weil bei den Spinnen der [[Speichel]], nachdem er durch Verzehren kleinerer [[Tier]]e steif geworden, zum Faden wird, weil die Kranichweibchen, indem sie den Ton des [[Donner]]s hören, befruchtet werden, weil die Lotosblumen nicht durch ihren ungeistigen [[Körper]], sondern sofern sie mit [[Geist|Geistig]]em beseelt sind, in den Teichen wandern, sowie auch die [[Schlingpflanze]]n an den [[Baum|Bäumen]], — so ist zu erwidern, dass die genannten Wesen doch nicht so wie der Töpfer zu ihrer Tätigkeit sich äußerlicher Werkzeuge bedienen, und dass, so wie sie, auch Brahman, worauf es uns ankommt, beim Schaffen keine äußerlichen Mittel zur [[Hilfe]] nimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
— Die mangelhafte Kenntnis der Natur und die [[Schwäche]] der Argumentation auf diesem Gebiete bedarf nach der mitgeteilten Probe keines weitern Kommentares.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman und die Naturkräfte, nach 2, 1, 30 und 1, 3, 30===&lt;br /&gt;
Bei allen Betrachtungen dieses Teiles ist wohl im Auge zu behalten, dass der [[Indien|indisch]]e Schöpfungsbegriff sich von dem bei uns üblichen wesentlich unterscheidet. Denn während wir darunter ein einmaliges und somit zeitliches Erschaffensein der Welt verstehen, so wird das [[Bewusstsein]] der [[Vedanta|Vedantist]]en von der Vorstellung beherrscht, dass von [[Ewigkeit]] her und in Ewigkeit hinein die Welt periodisch aus dem [[Brahman]] hervor und wieder in dasselbe zurückgeht; und zwar beides unzählige Male: ,,der vergangenen und der zukünftigen Weltperioden ([[Kalpa]]) ist kein Maß&amp;quot;, wie eine S. 495,10 zitierte [[Purana]]-Stelle lautet:&lt;br /&gt;
Aber wie kommt es, dass die [[Welt]] in allen ihren Neuschöpfungen sich ihrem Wesen nach gleich bleibt? — Diese Frage nötigt, in der Natur des Brahman selbst den Grund für diese Konstanz zu suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ferner: wie können aus dem einheitlichen Brahman die mannigfaltigen Erscheinungen der Natur entspringen? — Auch für diese Mannigfaltigkeit muss der zureichende Grund in Brahman vorhanden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesen Postulaten haben wir die [[Motiv]]e zu suchen für die Lehre von den mancherlei Kräften ([[Shakti]]), welche in Brahman enthalten sind, und auf deren Ähnlichkeit mit der [[Platon|platonischen]] Ideenlehre wir schon (S. 73-74) hingewiesen haben.&lt;br /&gt;
Leider findet sich dieser wertvolle [[Gedanke]] in unserm Systeme sehr wenig entwickelt; nur sporadisch taucht er auf, und seine Haltung ist eine unsichere; zuweilen erscheinen die Kräfte des Brahman als ein bloßer Ausdruck für seine Allmacht, zuweilen bedeuten sie die Samenkräfte der Dinge, welche beim Weltuntergang keimartig in Brahman eingehen, um bei der Neuschöpfung wieder aus ihm hervorzutreten. Wir wollen kurz zusammenfassen, was sich hier und da zerstreut darüber vorfindet.&lt;br /&gt;
„Dass das einheitliche Brahman die mannigfache Ausbreitung der Erscheinungswelt hervorbringt&amp;quot;, heißt es (S. 486,10), „ist dadurch erklärlich, dass dasselbe sich mit mannigfachen Kräften verbindet.&amp;quot; Zur Begründung wird auf einige [[Veda]]-Stellen verwiesen, welche jedoch nichts weiter als die Allmacht des Brahman (&amp;quot;allwirkend ist er, allwünschend, allriechend, allschmeckend&amp;quot; usw.) zu besagen scheinen. Das Brahman ist mit allen Kräften versehen (S. 1125,8), ist mit der Entfaltung vieler Kräfte verknüpft (S. 445,11), der [[Ishvara]] besitzt unermessliche Kräfte (S. 490,8), wie daraus hervorgeht, dass er Ursache des Entstehens, Bestehens und Vergehens der Welt ist (S. 1126,1); diese Kräfte, ohne welche Brahman nicht schaffen könnte (S. 342,6), werden aus der Mannigfaltigkeit der Wirkungen erschlossen (S. 486,2); was ihr Verhältnis zu Brahman betrifft, so lässt sich aus dem (S. 476,8) gebrauchten Ausdrucke, dass das Brahman „mit Kräften angefüllt&amp;quot; (&amp;quot;Paripurnashaktikam&amp;quot;) sei, auf die Vorstellung einer [[Immanenz]] dieser Kräfte in Brahman schließen.&lt;br /&gt;
Die [[Schrift]] (Shvet. 1,3) fahrt zur Annahme einer Kraft des höchsten [[Gott]]es, welche die gesamte Welt schafft und ordnet (S. 358,5). Eben diese nicht in Name und Gestalt entfaltete göttliche Kraft ist der Urstand (Prag-Avastha) der Namen und Gestalten (S. 358,10); in diesem Urstande war die jetzt entfaltete Welt unentfaltet vorhanden in dem Zustande einer Samenkraft ([[Vija]]-[[Shakti]]-[[Avastha]], S. 341,9); „wenn „wir&amp;quot; (heißt es S. 342,2 in der Polemik gegen die [[Sankhya]]&#039;s) irgend einen selbständigen Urstand der Welt als Ursache zugäben, so würden wir der Annahme einer materiellen [Welt-]Ursache Raum geben; aber wir nehmen ja an, dass jener Urstand der Welt nicht selbständig, sondern von dem höchsten [[Gott]] abhängig ist. Als solchen nun muss man ihn notwendig annehmen, und mit gutem Grunde. Denn ohne ihn ist die Schöpfertätigkeit Gottes nicht möglich, da eine Aktivität des von Kräften entblößten Gottes nicht denkbar ist... Diese, im höchsten Gott ruhende, das Unoffenbare ([[Avyaktam]]) genannte Samenkraft ist ihrem Wesen nach Nichtwissen ([[Avidya]]), ein aus [[Täuschung]] ([[Maya]]) bestehender, großer [[Tiefschlaf]], in welchem die wandernden [[Seele]]n liegen, welche des [[Erwachung|Erwachtsein]]s zu ihrer eigenen Natur [des [[Bewusstsein]]s ihrer Identität mit Brahman] ermangeln.”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach diesen Stellen scheint es, dass &lt;br /&gt;
1. die Schöpferkräfte des Brahman, &lt;br /&gt;
2. die Samenkräfte der Dinge, und &lt;br /&gt;
3. die (mittels ihres feinen Leibes fortbestehenden) individuellen Seelen &lt;br /&gt;
in der unbestimmten Vorstellung der Kräfte des Brahman zusammenfließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sahen bereits (S. 74), wie diese Kräfte bei der jedesmaligen Vernichtung der Welt nicht mit zunichte werden, sondern als [[Wurzel]] derselben bestehen bleiben (S. 303,1), und zwar so, dass ihre Beschaffenheit sich nicht ändert (S. 303,2). Hierauf beruht es, dass, trotz des immer wiederholten [[Weltuntergang]]es, stets dieselben Naturkörper ([[Erde]] usw.), Wesensgattungen ([[Gott|Götter]], Tiere, Menschen usw.) und Weltordnungen ([[Kaste|Kasten]], [[Ashrama]]&#039;s) neu hervorgehen (S. 303,4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vielheit dieser Kräfte widerspricht der Einheit des sie enthaltenden Brahman nicht, sofern die Vielheitskraft ([[Vibhaga]]-[[Shakti]]) vor und nach dem Bestehen der Welt ebenso gut wie das Vielheitstreiben ([[Vibhaga]]-[[Vyavahara]]) während des Bestehens der Welt auf der falschen [[Erkenntnis]] ([[Mithya]]-Jnanam) beruht (S. 433.13); wie wir in der [[Esotherik|esoterisch]]en [[Kosmologie]] noch des näheren sehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [[Jnana Yoga]]&lt;br /&gt;
* [[Vedanta Schulen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p927_Vedanta-fuer-Anfaenger// Vedanta für Anfänger von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p484_Vedanta-----Der-Ozean-der-Weisheit// Vedanta - Der Ozean der Weisheit von Swami Vivekananda]&lt;br /&gt;
*Paul Deussen: Das System des Vedanta, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906.&lt;br /&gt;
*Soami Divyanand: &#039;&#039;Vedamrit - Die Botschaft der Veden&#039;&#039;. ISBN 3-926696-03-6 (Übersetzung der Veden auf Deutsch, Bd. 1); ISBN 3-926696-13-3 (Bd. 2); ISBN 3-926696-26-5 (Bd. 3)&lt;br /&gt;
*Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Die heiligen Schriften Indiens - Geschichte der Sanskrit-Literatur.&#039;&#039;(edition-sawitri.de)  ISBN 3-931172-22-8&lt;br /&gt;
* Moritz Winternitz: &#039;&#039;Geschichte der Indischen Literatur&#039;&#039;, Leipzig, 1905 - 1922, Vol. I - III. Reprint in englischer Übersetzung: Maurice Winternitz: &#039;&#039;History of Indian Literatur&#039;&#039;, Motilal Barnarsidass, Delhi, 1985.&lt;br /&gt;
*[[ Aurobindo]]: &#039;&#039;Das Geheimnis des Veda&#039;&#039;, 2. Auflage 1997, Hinder + Deelmann, ISBN 3-873481-65-0&lt;br /&gt;
*Lokamanya Bâl Gangâdhar Tilak: &#039;&#039;Orion ou Recherches sur l&#039;Antiquité des Védas&#039;&#039;, Milan, Éditions Archè, 1989&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/category/podcast/meditationsanleitung/ Meditation Anleitungen, darunter einige abstrakte Techniken aus dem Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/Art-Artikel/art_vedanta.html Artikel von Swami Sivananda: Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.sivananda.org/ Divine Life Society - Sivananda Ashram]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/jnana%2Byoga/ro/s/ Seminare zum Thema „Jnana Yoga“]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/ Seminare zum Thema „Vedanta“]&lt;br /&gt;
&amp;lt;rss max=3&amp;gt;https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/?type=2365&amp;lt;/rss&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indische Philosophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hinduismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Deussen Vedantasystem]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vedanta]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Kiara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81695</id>
		<title>Schöpfer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81695"/>
		<updated>2013-12-06T13:31:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kiara: /* Brahman und die Naturkräfte, nach 2, 1, 30 und 1, 3, 30 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:MP900177808.JPG|thumb]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Brahman als Schöpfer der Welt==&lt;br /&gt;
Artikel aus dem Buch „Das System des [[Vedanta]]“ von Paul Deussen, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906, S. 239 - 247.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Über das Motiv der Schöpfung, nach 2, 1, 32 - 33===&lt;br /&gt;
Wir haben [[Brahman]] kennen gelernt als ein geistiges Wesen; als solches scheint er bei seinen [[Handlung]]en eines Motives zu bedürfen. Denn wir sehen im Leben, wie ein geistiges Wesen, welches erkennt bevor es handelt, z. B. ein Mensch, zu keinem Vornehmen, sei es groß oder gering, sich anschickt, ohne dass ihn ein [[Motiv]] dazu triebe (S. 488,12). Die Anwendung dieser Erfahrungsregel auf Brahman wird, wie es scheint, auch durch die [[Schrift]] bestätigt, wenn sie lehrt (siehe S. 186), dass ihm die [[Welt]] nicht um der Welt willen, sondern um seiner selbst willen lieb ist (S. 489,2). — Nimmt man nun ein Motiv Gottes an, welches ihn zur [[Schöpfung]] der Welt bestimmte, so widerspricht dies seiner Allgenügsamkeit (Pari-Triptatvam), nimmt man aber kein solches an, so wird das Schaffen unmöglich (S. 489,6). — Oder soll man dafür halten, dass Brahman, wie ein unsinniger Mensch, aufs Geratewohl und ohne Motiv zum Schaffen geschritten sei? Dieses wiederum würde seiner Allweisheit (Sarvajnatvam) widersprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss wohl annehmen, dass, wie ein Fürst oder Grösser, welcher alles hat, was er wünscht, auch ohne weiteres Motiv zum bloßen Spiele und Zeitvertreib etwas vornimmt (S. 490,1). oder, wie das Ausatmen und Einatmen ohne äußeres Motiv von selbst vor sich geht (S. 490,2), so auch [[Gott]] von selbst und ohne Motiv zum bloßen Spaße ([[Lila]]) die Welt geschaffen hat; denn ein weiteres Motiv geben Nachdenken und Schriftoffenbarung nicht an die Hand, auch ist es nicht möglich, Gott selbst darüber zu befragen (S. 490,6). Übrigens scheint nur uns die Anordnung dieser Weltscheibe etwas so schwieriges zu sein, für Gott hingegen ist sie, vermöge seiner unermesslichen Allmacht, ein bloßes Spiel (S. 490,8). Und wenn im Leben selbst zum Spiele immer ein schwaches Motiv vorhanden sein muss, so ist doch bei Gott gar kein solches anzunehmen, weil die Schrift verbietet, ihm ein [[Verlangen]] zuzuschreiben (S. 490,9). Dass er deswegen nicht zum Handeln schreiten könne, ist gegen die Schriftlehre von der [[Schöpfung]], dass er unsinnig und aufs Geratewohl gehandelt habe, gegen die Lehre von seiner Allweisheit (S. 490,11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übrigens, so schließt [[Shankara]] diesen Abschnitt, darf man nicht vergessen, dass die ganze Schöpfungslehre sich nur auf diese vom Nichtwissen aufgestellte Welt der Namen und Gestalten bezieht, und dass sie eigentlich nur den Zweck hat, die Identität der [[Natur]] mit Brahman zu lehren (S. 491,1); — eine Bemerkung, welche auch für das gilt, was wir weiter darzustellen haben, und aus dem Streben entspringt, auch die exoterische Schriftlehre als vollgültig festzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman ist die bewirkende und zugleich die materielle Ursache der Welt, nach 1, 4, 23 - 27===&lt;br /&gt;
[[Brahman]] ist zu Eingang des Werkes (1,1,2) definiert worden als „dasjenige, wodurch Ursprung usw. [Bestand und Untergang] der [[Welt]] ist&amp;quot; (vgl. die Definitionen, S. 132), also als die [[Ursache]] der Welt. Das Wort „Ursache&amp;quot; kann aber zweierlei bedeuten, entweder die materielle Ursache ([[Prakriti]], Upadanam), oder die bewirkende Ursache (Nimittam); so ist die Ursache des Gefäßes einerseits der [[Ton]], anderseits der Töpfer, die des Goldschmuckes einerseits das [[Gold]], anderseits der Goldschmied (p. 396,10). — Es fragt sich, in welchem [[Sinn]]e Brahman als die Ursache der Welt zu betrachten ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte meinen, dass Brahman nur als die bewirkende Ursache der Welt gelten kann, weil es von ihm, ehe er zum Schaffen schreitet, heißt:  „er beabsichtigte&amp;quot; (S. 146), und weil er „der Herr&amp;quot; ([[Ishvara]]) genannt wird; beides scheint nur auf eine bewirkende Ursache zu passen (S. 397,5.8). — Dazu kommt, dass Ursache und [[Wirkung]] gleichartig sein müssen; die Welt nun ist vielheitlich, ungeistig und unrein (S. 397,10), was auf Brahman nicht passt und eine materielle Ursache neben ihm als Trägerin dieser Qualitäten zu fordern scheint 1 S. 398,1).&lt;br /&gt;
Die Antwort auf diese [[Bedenken]] lautet, dass Brahman beides, sowohl die materielle als auch die bewirkende Ursache der Welt ist (S. 398,3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Begründung dieser Behauptung an der Eingangsstelle der [[Kosmologie]], von der wir hier handeln, ist eine rein [[Theologie|theologisch]]e (durch Berufung auf [[Veda]]stellen) und kann auf dem Standpunkte, den wir zunächst einnehmen, keine andere sein, weil (ganz abgesehen von dem belegten Bedenken der Ungleichartigkeit von Welt und Brahman, welches hier von unsern Autoren noch übergangen und erst bei einer späten Diskussion wieder aufgenommen und in Betracht gezogen wird, vgl. Kap. XVIII, 1,a) eine Auflösung des Begriffs der [[Materie]] von dem [[Empirismus|empirisch]]en Standpunkte aus, den wir hier noch nicht überschritten haben, unmöglich ist, indem vielmehr die allein richtige Konsequenz dieses Standpunktes die [[Ewigkeit]] der Materie sein würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter diesen Umständen ist es begreiflich, dass [[Shankara]] sich hier begnügt, auf die Schriftstellen hinzuweisen, nach welchen mit der Erkenntnis des [[Brahman]] alles verkannt ist, in welchen er mit dem Tone verglichen wird, dessen Umwandlungen alle auch nur Ton sind; wie es denn z. B. ausdrücklich heißt, vor dem [[Ursprung]] sei nur eines gewesen ohne zweites, Brahman habe begehrt, vieles zu sein, er habe selber sich selbst gemacht, er sei die Geburtsstätte der Wesen, er lasse sie hervorgehen aus sich und ziehe sie wieder zurück wie die [[Spinne]] den Faden, usw. usw. (S. 398-403). Zum Schlusse fertigt unser Autor die oben gemachten Einwendungen und die Berufung auf die Erfahrung mit der Erklärung ab (übersetzt S. 98), es brauche sich hier nicht zu verhalten wie in der [[Erfahrung]], denn es sei hier nicht von einem Gegenstande der Vernunfterkenntnis (Anumanam), sondern der Offenbarung die Rede (S. 403,7), und verweist übrigens auf die späten Untersuchungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman schafft ohne Hilfsmittel, nach 2, 1, 24 - 25===&lt;br /&gt;
Weit von der eben behandelten Untersuchung abgetrennt, obwohl sachlich in nächster [[Beziehung]] zu derselben stehend, ja teilweise mit ihr zusammenfallend ist die Frage nach den Hilfsmitteln, deren sich [[Brahman]] beim Schaffen bedient. Wie dort durch Zitate aus dem [[Veda]], so wird hier die Beweisführung durch Beispiele aus der [[Natur]] bewerkstelligt; ist sie darum auch (aus dem oben, S. 241, besprochenen Grunde) nicht weniger unzulänglich, so bietet sie doch ein gewisses [[Interesse]], weil sie allerlei Beiträge zur Naturanschauung der [[Inder]] enthält, daher wir das in Rede stehende Adhikaranam 2, 1, 24-25 (S. 475-479) nahezu wörtlich wiedergeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte einwenden: es geht nicht an, das geistige Brahman allein und ohne anderes als Ursache der Welt anzunehmen, weil zu einem Schaffen allerlei [[Hilfsmittel]] erforderlich sind; so nehmen im Leben die Töpfer usw., wenn sie Gefäße, Gewebe u. dgl. machen wollen, allerlei, wie Ton, Stab und Rad oder Fäden zur Hilfe; und so kann man auch nicht annehmen, dass Brahman ohne alle Hilfsmittel die Welt schaffe. — Hierauf ist zu erwidern, dass die [[Schöpfung]] durch die spezifische Beschaffenheit der Substanz ([[Dravya]]-[[Svabhava]]-Visheshad, d. h. des Brahman) zustande kommt, ähnlich wie die Verwandlung der [[Milch]] in saure Milch, des [[Wasser]]s in [[Eis]] ohne ein äußeres Hilfsmittel vor sich geht. Allerdings wirkt bei der Umwandlung der Milch in saure Milch die Wärme mit; doch befolgt dabei die Milch allein die in ihr liegenden Umwandlungsgesetze, und der Prozess wird durch die Wärme nur beschleunigt. Läge in der Milch nicht schon die [[Kraft]], saure Milch zu werden, so würde die Wärme auch nicht dazu verhelfen; indem z. B. [[Wind]] oder [[Äther]] durch Wärme nicht zu saurer Milch werden können. Das Hinzutreten des Mittels vervollständigt nur den Prozess; aber selbst einer solchen Vervollständigung bedarf es bei Brahman nicht, da dasselbe die erforderlichen Kräfte ([[Shakti]], wovon demnächst) vollständig in sich trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings sind Milch usw. ungeistige Substanzen, und bei geistigen [[Wesen]], wie z. B. bei dem Töpfer, sehen wir ein Zuhilfenehmen von Werkzeugen. So, könnte man meinen, müsse es auch bei Brahman sein, da er gleichfalls ein geistiges Wesen ist. — Darauf ist zu entgegnen, dass auch [[Gott|Götter]], [[Ahn]]en und [[Rishi]]s, die doch geistige Wesen sind, durch ihre Macht, ohne jedes äußere Mittel, zufolge der ihnen einwohnenden Oberherrlichkeit allein durch die [[Meditation]] viele mannigfach gestaltete Leiber, Paläste, Wagen usw. schaffen, wie dies die [[Hymn]]en und [[Brahmana]]s, sowie die [[Epos|episch]]en und [[Mythologie|mythologisch]]en Werke bezeugen. Ferner ist daran zu erinnern, dass die Spinnen aus sich selbst die Fäden entlassen, dass die Kranichweibchen ohne [[Samen]] befruchtet werden, und dass die [[Lotos]]blumen ohne äußeres Vehikel von einem Teiche zum andern wandern. Will man das Zutreffen dieser Vergleiche bestreiten, weil die Götter nur durch Zuhilfenahme der Leiblichkeit, nicht durch ihr geistiges Selbst allein ihre Taten verrichten, weil bei den Spinnen der [[Speichel]], nachdem er durch Verzehren kleinerer [[Tier]]e steif geworden, zum Faden wird, weil die Kranichweibchen, indem sie den Ton des [[Donner]]s hören, befruchtet werden, weil die Lotosblumen nicht durch ihren ungeistigen [[Körper]], sondern sofern sie mit [[Geist|Geistig]]em beseelt sind, in den Teichen wandern, sowie auch die [[Schlingpflanze]]n an den [[Baum|Bäumen]], — so ist zu erwidern, dass die genannten Wesen doch nicht so wie der Töpfer zu ihrer Tätigkeit sich äußerlicher Werkzeuge bedienen, und dass, so wie sie, auch Brahman, worauf es uns ankommt, beim Schaffen keine äußerlichen Mittel zur [[Hilfe]] nimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
— Die mangelhafte Kenntnis der Natur und die [[Schwäche]] der Argumentation auf diesem Gebiete bedarf nach der mitgeteilten Probe keines weitern Kommentares.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman und die Naturkräfte, nach 2, 1, 30 und 1, 3, 30===&lt;br /&gt;
Bei allen Betrachtungen dieses Teiles ist wohl im Auge zu behalten, dass der [[Indien|indisch]]e Schöpfungsbegriff sich von dem bei uns üblichen wesentlich unterscheidet. Denn während wir darunter ein einmaliges und somit zeitliches Erschaffensein der Welt verstehen, so wird das [[Bewusstsein]] der [[Vedanta|Vedantist]]en von der Vorstellung beherrscht, dass von [[Ewigkeit]] her und in Ewigkeit hinein die Welt periodisch aus dem [[Brahman]] hervor und wieder in dasselbe zurückgeht; und zwar beides unzählige Male: ,,der vergangenen und der zukünftigen Weltperioden ([[Kalpa]]) ist kein Maß&amp;quot;, wie eine S. 495,10 zitierte [[Purana]]-Stelle lautet:&lt;br /&gt;
Aber wie kommt es, dass die [[Welt]] in allen ihren Neuschöpfungen sich ihrem Wesen nach gleich bleibt? — Diese Frage nötigt, in der Natur des Brahman selbst den Grund für diese Konstanz zu suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ferner: wie können aus dem einheitlichen Brahman die mannigfaltigen Erscheinungen der Natur entspringen? — Auch für diese Mannigfaltigkeit muss der zureichende Grund in Brahman vorhanden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesen Postulaten haben wir die [[Motiv]]e zu suchen für die Lehre von den mancherlei Kräften ([[Shakti]]), welche in Brahman enthalten sind, und auf deren Ähnlichkeit mit der [[Platon|platonischen]] Ideenlehre wir schon (S. 73-74) hingewiesen haben.&lt;br /&gt;
Leider findet sich dieser wertvolle [[Gedanke]] in unserm Systeme sehr wenig entwickelt; nur sporadisch taucht er auf, und seine Haltung ist eine unsichere; zuweilen erscheinen die Kräfte des Brahman als ein bloßer Ausdruck für seine Allmacht, zuweilen bedeuten sie die Samenkräfte der Dinge, welche beim Weltuntergang keimartig in Brahman eingehen, um bei der Neuschöpfung wieder aus ihm hervorzutreten. Wir wollen kurz zusammenfassen, was sich hier und da zerstreut darüber vorfindet.&lt;br /&gt;
„Dass das einheitliche Brahman die mannigfache Ausbreitung der Erscheinungswelt hervorbringt&amp;quot;, heißt es (S. 486,10), „ist dadurch erklärlich, dass dasselbe sich mit mannigfachen Kräften verbindet.&amp;quot; Zur Begründung wird auf einige [[Veda]]-Stellen verwiesen, welche jedoch nichts weiter als die Allmacht des Brahman (&amp;quot;allwirkend ist er, allwünschend, allriechend, allschmeckend&amp;quot; usw.) zu besagen scheinen. Das Brahman ist mit allen Kräften versehen (S. 1125,8), ist mit der Entfaltung vieler Kräfte verknüpft (S. 445,11), der [[Ishvara]] besitzt unermessliche Kräfte (S. 490,8), wie daraus hervorgeht, dass er Ursache des Entstehens, Bestehens und Vergehens der Welt ist (S. 1126,1); diese Kräfte, ohne welche Brahman nicht schaffen könnte (S. 342,6), werden aus der Mannigfaltigkeit der Wirkungen erschlossen (S. 486,2); was ihr Verhältnis zu Brahman betrifft, so lässt sich aus dem (S. 476,8) gebrauchten Ausdrucke, dass das Brahman „mit Kräften angefüllt&amp;quot; (&amp;quot;[[Paripurnashaktikam]]&amp;quot;) sei, auf die Vorstellung einer [[Immanenz]] dieser Kräfte in Brahman schließen.&lt;br /&gt;
Die [[Schrift]] (Shvet. 1,3) fahrt zur Annahme einer Kraft des höchsten [[Gott]]es, welche die gesamte Welt schafft und ordnet (S. 358,5). Eben diese nicht in Name und Gestalt entfaltete göttliche Kraft ist der Urstand ([[Prag-Avastha]]) der Namen und Gestalten (S. 358,10); in diesem Urstande war die jetzt entfaltete Welt unentfaltet vorhanden in dem Zustande einer Samenkraft ([[Vija]]-[[Shakti]]-[[Avastha]], S. 341,9); „wenn „wir&amp;quot; (heißt es S. 342,2 in der Polemik gegen die [[Sankhya]]&#039;s) irgend einen selbständigen Urstand der Welt als Ursache zugäben, so würden wir der Annahme einer materiellen [Welt-]Ursache Raum geben; aber wir nehmen ja an, dass jener Urstand der Welt nicht selbständig, sondern von dem höchsten [[Gott]] abhängig ist. Als solchen nun muss man ihn notwendig annehmen, und mit gutem Grunde. Denn ohne ihn ist die Schöpfertätigkeit Gottes nicht möglich, da eine Aktivität des von Kräften entblößten Gottes nicht denkbar ist... Diese, im höchsten Gott ruhende, das Unoffenbare ([[Avyaktam]]) genannte Samenkraft ist ihrem Wesen nach Nichtwissen ([[Avidya]]), ein aus [[Täuschung]] ([[Maya]]) bestehender, großer [[Tiefschlaf]], in welchem die wandernden [[Seele]]n liegen, welche des [[Erwachung|Erwachtsein]]s zu ihrer eigenen Natur [des [[Bewufstsein]]s ihrer Identität mit Brahman] ermangeln.”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach diesen Stellen scheint es, dass &lt;br /&gt;
1. die [[Schöpferkraft|Schöpferkräfte]] des Brahman, &lt;br /&gt;
2. die Samenkräfte der Dinge, und &lt;br /&gt;
3. die (mittels ihres feinen Leibes fortbestehenden) individuellen Seelen &lt;br /&gt;
in der unbestimmten Vorstellung der Kräfte des Brahman zusammenfließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sahen bereits (S. 74), wie diese Kräfte bei der jedesmaligen Vernichtung der Welt nicht mit zunichte werden, sondern als [[Wurzel]] derselben bestehen bleiben (S. 303,1), und zwar so, dass ihre Beschaffenheit sich nicht ändert (S. 303,2). Hierauf beruht es, dass, trotz des immer wiederholten [[Weltuntergang]]es, stets dieselben Naturkörper ([[Erde]] usw.), Wesensgattungen ([[Gott|Götter]], Tiere, Menschen usw.) und Weltordnungen ([[Kaste|Kasten]], [[Ashrama]]&#039;s) neu hervorgehen (S. 303,4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vielheit dieser Kräfte widerspricht der Einheit des sie enthaltenden Brahman nicht, sofern die Vielheitskraft ([[Vibhaga]]-[[Shakti]]) vor und nach dem Bestehen der Welt ebenso gut wie das Vielheitstreiben ([[Vibhaga]]-[[Vyavahara]]) während des Bestehens der Welt auf der falschen [[Erkenntnis]] ([[Mithya]]-[[Jnanam]]) beruht (S. 433.13); wie wir in der [[Esotherik|esoterisch]]en [[Kosmologie]] noch des näheren sehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [[Jnana Yoga]]&lt;br /&gt;
* [[Vedanta Schulen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p927_Vedanta-fuer-Anfaenger// Vedanta für Anfänger von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p484_Vedanta-----Der-Ozean-der-Weisheit// Vedanta - Der Ozean der Weisheit von Swami Vivekananda]&lt;br /&gt;
*Paul Deussen: Das System des Vedanta, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906.&lt;br /&gt;
*Soami Divyanand: &#039;&#039;Vedamrit - Die Botschaft der Veden&#039;&#039;. ISBN 3-926696-03-6 (Übersetzung der Veden auf Deutsch, Bd. 1); ISBN 3-926696-13-3 (Bd. 2); ISBN 3-926696-26-5 (Bd. 3)&lt;br /&gt;
*Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Die heiligen Schriften Indiens - Geschichte der Sanskrit-Literatur.&#039;&#039;(edition-sawitri.de)  ISBN 3-931172-22-8&lt;br /&gt;
* Moritz Winternitz: &#039;&#039;Geschichte der Indischen Literatur&#039;&#039;, Leipzig, 1905 - 1922, Vol. I - III. Reprint in englischer Übersetzung: Maurice Winternitz: &#039;&#039;History of Indian Literatur&#039;&#039;, Motilal Barnarsidass, Delhi, 1985.&lt;br /&gt;
*[[ Aurobindo]]: &#039;&#039;Das Geheimnis des Veda&#039;&#039;, 2. Auflage 1997, Hinder + Deelmann, ISBN 3-873481-65-0&lt;br /&gt;
*Lokamanya Bâl Gangâdhar Tilak: &#039;&#039;Orion ou Recherches sur l&#039;Antiquité des Védas&#039;&#039;, Milan, Éditions Archè, 1989&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/category/podcast/meditationsanleitung/ Meditation Anleitungen, darunter einige abstrakte Techniken aus dem Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/Art-Artikel/art_vedanta.html Artikel von Swami Sivananda: Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.sivananda.org/ Divine Life Society - Sivananda Ashram]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/jnana%2Byoga/ro/s/ Seminare zum Thema „Jnana Yoga“]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/ Seminare zum Thema „Vedanta“]&lt;br /&gt;
&amp;lt;rss max=3&amp;gt;https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/?type=2365&amp;lt;/rss&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indische Philosophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hinduismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Deussen Vedantasystem]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vedanta]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Kiara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81666</id>
		<title>Schöpfer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81666"/>
		<updated>2013-12-06T12:30:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kiara: /* Brahman und die Naturkräfte, nach 2,1,30 und 1,3,30 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:MP900177808.JPG|thumb]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Brahman als Schöpfer der Welt==&lt;br /&gt;
Artikel aus dem Buch „Das System des [[Vedanta]]“ von Paul Deussen, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906, S. 239 - 247.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Über das Motiv der Schöpfung, nach 2, 1, 32 - 33===&lt;br /&gt;
Wir haben [[Brahman]] kennen gelernt als ein geistiges Wesen; als solches scheint er bei seinen [[Handlung]]en eines Motives zu bedürfen. Denn wir sehen im Leben, wie ein geistiges Wesen, welches erkennt bevor es handelt, z. B. ein Mensch, zu keinem Vornehmen, sei es groß oder gering, sich anschickt, ohne dass ihn ein [[Motiv]] dazu triebe (S. 488,12). Die Anwendung dieser Erfahrungsregel auf Brahman wird, wie es scheint, auch durch die [[Schrift]] bestätigt, wenn sie lehrt (siehe S. 186), dass ihm die [[Welt]] nicht um der Welt willen, sondern um seiner selbst willen lieb ist (S. 489,2). — Nimmt man nun ein Motiv Gottes an, welches ihn zur [[Schöpfung]] der Welt bestimmte, so widerspricht dies seiner Allgenügsamkeit (Pari-Triptatvam), nimmt man aber kein solches an, so wird das Schaffen unmöglich (S. 489,6). — Oder soll man dafür halten, dass Brahman, wie ein unsinniger Mensch, aufs Geratewohl und ohne Motiv zum Schaffen geschritten sei? Dieses wiederum würde seiner Allweisheit (Sarvajnatvam) widersprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss wohl annehmen, dass, wie ein Fürst oder Grösser, welcher alles hat, was er wünscht, auch ohne weiteres Motiv zum bloßen Spiele und Zeitvertreib etwas vornimmt (S. 490,1). oder, wie das Ausatmen und Einatmen ohne äußeres Motiv von selbst vor sich geht (S. 490,2), so auch [[Gott]] von selbst und ohne Motiv zum bloßen Spaße ([[Lila]]) die Welt geschaffen hat; denn ein weiteres Motiv geben Nachdenken und Schriftoffenbarung nicht an die Hand, auch ist es nicht möglich, Gott selbst darüber zu befragen (S. 490,6). Übrigens scheint nur uns die Anordnung dieser Weltscheibe etwas so schwieriges zu sein, für Gott hingegen ist sie, vermöge seiner unermesslichen Allmacht, ein bloßes Spiel (S. 490,8). Und wenn im Leben selbst zum Spiele immer ein schwaches Motiv vorhanden sein muss, so ist doch bei Gott gar kein solches anzunehmen, weil die Schrift verbietet, ihm ein [[Verlangen]] zuzuschreiben (S. 490,9). Dass er deswegen nicht zum Handeln schreiten könne, ist gegen die Schriftlehre von der [[Schöpfung]], dass er unsinnig und aufs Geratewohl gehandelt habe, gegen die Lehre von seiner Allweisheit (S. 490,11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übrigens, so schließt [[Shankara]] diesen Abschnitt, darf man nicht vergessen, dass die ganze Schöpfungslehre sich nur auf diese vom Nichtwissen aufgestellte Welt der Namen und Gestalten bezieht, und dass sie eigentlich nur den Zweck hat, die Identität der [[Natur]] mit Brahman zu lehren (S. 491,1); — eine Bemerkung, welche auch für das gilt, was wir weiter darzustellen haben, und aus dem Streben entspringt, auch die exoterische Schriftlehre als vollgültig festzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman ist die bewirkende und zugleich die materielle Ursache der Welt, nach 1, 4, 23 - 27===&lt;br /&gt;
[[Brahman]] ist zu Eingang des Werkes (1,1,2) definiert worden als „dasjenige, wodurch Ursprung usw. [Bestand und Untergang] der [[Welt]] ist&amp;quot; (vgl. die Definitionen, S. 132), also als die [[Ursache]] der Welt. Das Wort „Ursache&amp;quot; kann aber zweierlei bedeuten, entweder die materielle Ursache ([[Prakriti]], Upadanam), oder die bewirkende Ursache (Nimittam); so ist die Ursache des Gefäßes einerseits der [[Ton]], anderseits der Töpfer, die des Goldschmuckes einerseits das [[Gold]], anderseits der Goldschmied (p. 396,10). — Es fragt sich, in welchem [[Sinn]]e Brahman als die Ursache der Welt zu betrachten ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte meinen, dass Brahman nur als die bewirkende Ursache der Welt gelten kann, weil es von ihm, ehe er zum Schaffen schreitet, heißt:  „er beabsichtigte&amp;quot; (S. 146), und weil er „der Herr&amp;quot; ([[Ishvara]]) genannt wird; beides scheint nur auf eine bewirkende Ursache zu passen (S. 397,5.8). — Dazu kommt, dass Ursache und [[Wirkung]] gleichartig sein müssen; die Welt nun ist vielheitlich, ungeistig und unrein (S. 397,10), was auf Brahman nicht passt und eine materielle Ursache neben ihm als Trägerin dieser Qualitäten zu fordern scheint 1 S. 398,1).&lt;br /&gt;
Die Antwort auf diese [[Bedenken]] lautet, dass Brahman beides, sowohl die materielle als auch die bewirkende Ursache der Welt ist (S. 398,3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Begründung dieser Behauptung an der Eingangsstelle der [[Kosmologie]], von der wir hier handeln, ist eine rein [[Theologie|theologisch]]e (durch Berufung auf [[Veda]]stellen) und kann auf dem Standpunkte, den wir zunächst einnehmen, keine andere sein, weil (ganz abgesehen von dem belegten Bedenken der Ungleichartigkeit von Welt und Brahman, welches hier von unsern Autoren noch übergangen und erst bei einer späten Diskussion wieder aufgenommen und in Betracht gezogen wird, vgl. Kap. XVIII, 1,a) eine Auflösung des Begriffs der [[Materie]] von dem [[Empirismus|empirisch]]en Standpunkte aus, den wir hier noch nicht überschritten haben, unmöglich ist, indem vielmehr die allein richtige Konsequenz dieses Standpunktes die [[Ewigkeit]] der Materie sein würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter diesen Umständen ist es begreiflich, dass [[Shankara]] sich hier begnügt, auf die Schriftstellen hinzuweisen, nach welchen mit der Erkenntnis des [[Brahman]] alles verkannt ist, in welchen er mit dem Tone verglichen wird, dessen Umwandlungen alle auch nur Ton sind; wie es denn z. B. ausdrücklich heißt, vor dem [[Ursprung]] sei nur eines gewesen ohne zweites, Brahman habe begehrt, vieles zu sein, er habe selber sich selbst gemacht, er sei die Geburtsstätte der Wesen, er lasse sie hervorgehen aus sich und ziehe sie wieder zurück wie die [[Spinne]] den Faden, usw. usw. (S. 398-403). Zum Schlusse fertigt unser Autor die oben gemachten Einwendungen und die Berufung auf die Erfahrung mit der Erklärung ab (übersetzt S. 98), es brauche sich hier nicht zu verhalten wie in der [[Erfahrung]], denn es sei hier nicht von einem Gegenstande der Vernunfterkenntnis (Anumanam), sondern der Offenbarung die Rede (S. 403,7), und verweist übrigens auf die späten Untersuchungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman schafft ohne Hilfsmittel, nach 2, 1, 24 - 25===&lt;br /&gt;
Weit von der eben behandelten Untersuchung abgetrennt, obwohl sachlich in nächster [[Beziehung]] zu derselben stehend, ja teilweise mit ihr zusammenfallend ist die Frage nach den Hilfsmitteln, deren sich [[Brahman]] beim Schaffen bedient. Wie dort durch Zitate aus dem [[Veda]], so wird hier die Beweisführung durch Beispiele aus der [[Natur]] bewerkstelligt; ist sie darum auch (aus dem oben, S. 241, besprochenen Grunde) nicht weniger unzulänglich, so bietet sie doch ein gewisses [[Interesse]], weil sie allerlei Beiträge zur Naturanschauung der [[Inder]] enthält, daher wir das in Rede stehende Adhikaranam 2, 1, 24-25 (S. 475-479) nahezu wörtlich wiedergeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte einwenden: es geht nicht an, das geistige Brahman allein und ohne anderes als Ursache der Welt anzunehmen, weil zu einem Schaffen allerlei [[Hilfsmittel]] erforderlich sind; so nehmen im Leben die Töpfer usw., wenn sie Gefäße, Gewebe u. dgl. machen wollen, allerlei, wie Ton, Stab und Rad oder Fäden zur Hilfe; und so kann man auch nicht annehmen, dass Brahman ohne alle Hilfsmittel die Welt schaffe. — Hierauf ist zu erwidern, dass die [[Schöpfung]] durch die spezifische Beschaffenheit der Substanz ([[Dravya]]-[[Svabhava]]-Visheshad, d. h. des Brahman) zustande kommt, ähnlich wie die Verwandlung der [[Milch]] in saure Milch, des [[Wasser]]s in [[Eis]] ohne ein äußeres Hilfsmittel vor sich geht. Allerdings wirkt bei der Umwandlung der Milch in saure Milch die Wärme mit; doch befolgt dabei die Milch allein die in ihr liegenden Umwandlungsgesetze, und der Prozess wird durch die Wärme nur beschleunigt. Läge in der Milch nicht schon die [[Kraft]], saure Milch zu werden, so würde die Wärme auch nicht dazu verhelfen; indem z. B. [[Wind]] oder [[Äther]] durch Wärme nicht zu saurer Milch werden können. Das Hinzutreten des Mittels vervollständigt nur den Prozess; aber selbst einer solchen Vervollständigung bedarf es bei Brahman nicht, da dasselbe die erforderlichen Kräfte ([[Shakti]], wovon demnächst) vollständig in sich trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings sind Milch usw. ungeistige Substanzen, und bei geistigen [[Wesen]], wie z. B. bei dem Töpfer, sehen wir ein Zuhilfenehmen von Werkzeugen. So, könnte man meinen, müsse es auch bei Brahman sein, da er gleichfalls ein geistiges Wesen ist. — Darauf ist zu entgegnen, dass auch [[Gott|Götter]], [[Ahn]]en und [[Rishi]]s, die doch geistige Wesen sind, durch ihre Macht, ohne jedes äußere Mittel, zufolge der ihnen einwohnenden Oberherrlichkeit allein durch die [[Meditation]] viele mannigfach gestaltete Leiber, Paläste, Wagen usw. schaffen, wie dies die [[Hymn]]en und [[Brahmana]]s, sowie die [[Epos|episch]]en und [[Mythologie|mythologisch]]en Werke bezeugen. Ferner ist daran zu erinnern, dass die Spinnen aus sich selbst die Fäden entlassen, dass die Kranichweibchen ohne [[Samen]] befruchtet werden, und dass die [[Lotos]]blumen ohne äußeres Vehikel von einem Teiche zum andern wandern. Will man das Zutreffen dieser Vergleiche bestreiten, weil die Götter nur durch Zuhilfenahme der Leiblichkeit, nicht durch ihr geistiges Selbst allein ihre Taten verrichten, weil bei den Spinnen der [[Speichel]], nachdem er durch Verzehren kleinerer [[Tier]]e steif geworden, zum Faden wird, weil die Kranichweibchen, indem sie den Ton des [[Donner]]s hören, befruchtet werden, weil die Lotosblumen nicht durch ihren ungeistigen [[Körper]], sondern sofern sie mit [[Geist|Geistig]]em beseelt sind, in den Teichen wandern, sowie auch die [[Schlingpflanze]]n an den [[Baum|Bäumen]], — so ist zu erwidern, dass die genannten Wesen doch nicht so wie der Töpfer zu ihrer Tätigkeit sich äußerlicher Werkzeuge bedienen, und dass, so wie sie, auch Brahman, worauf es uns ankommt, beim Schaffen keine äußerlichen Mittel zur [[Hilfe]] nimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
— Die mangelhafte Kenntnis der Natur und die [[Schwäche]] der Argumentation auf diesem Gebiete bedarf nach der mitgeteilten Probe keines weitern Kommentares.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman und die Naturkräfte, nach 2, 1, 30 und 1, 3, 30===&lt;br /&gt;
Bei allen Betrachtungen dieses Teiles ist wohl im Auge zu behalten, dass der [[Indien|indisch]]e Schöpfungsbegriff sich von dem bei uns üblichen wesentlich unterscheidet. Denn während wir darunter ein einmaliges und somit zeitliches Erschaffensein der Welt verstehen, so wird das [[Bewusstsein]] der [[Vedanta|Vedantist]]en von der Vorstellung beherrscht, dass von [[Ewigkeit]] her und in Ewigkeit hinein die Welt periodisch aus dem [[Brahman]] hervor und wieder in dasselbe zurückgeht; und zwar beides unzählige Male: ,,der vergangenen und der zukünftigen Weltperioden ([[Kalpa]]) ist kein Maß&amp;quot;, wie eine S. 495,10 zitierte [[Purana]]-Stelle lautet:&lt;br /&gt;
Aber wie kommt es, dass die [[Welt]] in allen ihren Neuschöpfungen sich ihrem Wesen nach gleich bleibt? — Diese Frage nötigt, in der Natur des Brahman selbst den Grund für diese Konstanz zu suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ferner: wie können aus dem einheitlichen Brahman die mannigfaltigen Erscheinungen der Natur entspringen? — Auch für diese Mannigfaltigkeit muss der zureichende Grund in Brahman vorhanden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesen Postulaten haben wir die [[Motiv]]e zu suchen für die Lehre von den mancherlei Kräften ([[Shakti]]), welche in Brahman enthalten sind, und auf deren Ähnlichkeit mit der [[Platon|platonischen]] Ideenlehre wir schon (S. 73-74) hingewiesen haben.&lt;br /&gt;
Leider findet sich dieser wertvolle [[Gedanke]] in unserm Systeme sehr wenig entwickelt; nur sporadisch taucht er auf, und seine Haltung ist eine unsichere; zuweilen erscheinen die Kräfte des Brahman als ein bloßer Ausdruck für seine Allmacht, zuweilen bedeuten sie die Samenkräfte der Dinge, welche beim Weltuntergang keimartig in Brahman eingehen, um bei der Neuschöpfung wieder aus ihm hervorzutreten. Wir wollen kurz zusammenfassen, was sich hier und da zerstreut darüber vorfindet.&lt;br /&gt;
„Dass das einheitliche Brahman die mannigfache Ausbreitung der Erscheinungswelt hervorbringt&amp;quot;, heißt es (S. 486,10), „ist dadurch erklärlich, dass dasselbe sich mit mannigfachen Kräften verbindet.&amp;quot; Zur Begründung wird auf einige Veda-Stellen verwiesen, welche jedoch nichts weiter als die Allmacht des [[Brahman]] (allwirkend ist er, allwünschend, allriechend, allschmeckend usw.) zu besagen scheinen. Das [[Brahman]] ist mit allen Kräften versehen (S. 1125,8), ist mit der Entfaltung vieler Kräfte verknüpft (S. 445,11), der [[Iovara]] besitzt unermessliche Kräfte (S. 490,8), wie daraus hervorgeht, dass er Ursache des Entstehens, Bestehens und Vergehens der Welt ist (S. 1126,1); diese Kräfte, ohne welche [[Brahman]] nicht schaffen könnte (S. 342,6), werden aus der Mannigfaltigkeit der Wirkungen erschlossen (S. 486,2); was ihr Verhältnis zu [[Brahman]] betrifft, so lässt sich aus dem (S. 476,8) gebrauchten Ausdrucke, dass das Brahman „mit Kräften angefüllt&amp;quot; (Paripurnashaktikam) sei, auf die Vorstellung einer [[Immanenz]] dieser Kräfte in [[Brahman]] schließen.&lt;br /&gt;
Die [[Schrift]] (Shvet. 1,3) fahrt zur Annahme einer Kraft des höchsten [[Gott]]es, welche die gesamte Welt schafft und ordnet (S. 358,5). Eben diese nicht in Name und Gestalt entfaltete göttliche Kraft ist der Urstand ([[Prag-Avastha]]) der Namen und Gestalten (S. 358,10); in diesem Urstande war die jetzt entfaltete Welt unentfaltet vorhanden in dem Zustande einer Samenkraft ([[Vija-Shakti-Avastha]], S. 341,9); „wenn „wir&amp;quot; (heißt es S. 342,2 in der Polemik gegen die [[Saiikhya]]s) „irgendeinen selbständigen Urstand der Welt als Ursache „zugäben, so würden wir der Annahme einer materiellen „[Welt-]Ursache Raum geben; aber wir nehmen ja an, dass „jener Urstand der Welt nicht selbständig, sondern von dem „höchsten [[Gott]] abhängig ist. Als solchen nun muss man „ihn notwendig annehmen, und mit gutem Grunde. Denn „ohne ihn ist die Schöpfertätigkeit Gottes nicht möglich, „da eine Aktivität des von Kräften entblößten Gottes nicht „denkbar ist... Diese, im höchsten Gott ruhende, das Un-„offenbare (avyaktam) genannte Samenkraft ist ihrem Wesen „nach Nichtwissen (Avidyal, ein aus Täuschung ([[Mayei]]) be-„stehender, großer Tiefschlaf, in welchem die wandernden „[[Seele]]n liegen, welche des [[Erwachung|Erwachtsein]]s zu ihrer eigenen „Natur [des [[Bewufstsein]]s ihrer Identität mit [[Brahman]]] er-„mangeln.”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach diesen Stellen scheint es, dass &lt;br /&gt;
1. die [[Schöpferkraft|Schöpferkräfte]] des [[Brahman]], &lt;br /&gt;
2. die Samenkräfte der Dinge, und &lt;br /&gt;
3. die (mittels ihres feinen Leibes fortbestehenden) individuellen [[Seele]]n &lt;br /&gt;
in der unbestimmten Vorstellung der Kräfte des [[Brahman]] zusammenfließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sahen bereits (S. 74), wie diese Kräfte bei der jedesmaligen Vernichtung der Welt nicht mit zunichte werden, sondern als Wurzel derselben bestehen bleiben (S. 303,1), und zwar so, dass ihre Beschaffenheit sich nicht ändert (S. 303,2). Hierauf beruht es, dass, trotz des immer wiederholten Weltunterganges, stets dieselben Naturkörper ([[Erde]] usw.), Wesensgattungen ([[Gott|Götter]], Tiere, Menschen usw.) und Weltordnungen ([[Kaste|Kasten]], [[Ashrama]]s) neu hervorgehen (S. 303,4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vielheit dieser Kräfte widerspricht der Einheit des sie enthaltenden [[Brahman]] nicht, sofern die Vielheitskraft ([[Vibhaga]]-[[Shakti]]) vor und nach dem Bestehen der Welt ebenso gut wie das Vielheitstreiben ([[Vibhaga]]-[[Vyavahara]]) während des Bestehens der Welt auf der falschen [[Erkenntnis]] ([[Mithya]]-[[Jnanam]]) beruht (S. 433.13); wie wir in der [[Esotherik|esoterisch]]en [[Kosmologie]] noch des näheren sehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [[Jnana Yoga]]&lt;br /&gt;
* [[Vedanta Schulen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p927_Vedanta-fuer-Anfaenger// Vedanta für Anfänger von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p484_Vedanta-----Der-Ozean-der-Weisheit// Vedanta - Der Ozean der Weisheit von Swami Vivekananda]&lt;br /&gt;
*Paul Deussen: Das System des Vedanta, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906.&lt;br /&gt;
*Soami Divyanand: &#039;&#039;Vedamrit - Die Botschaft der Veden&#039;&#039;. ISBN 3-926696-03-6 (Übersetzung der Veden auf Deutsch, Bd. 1); ISBN 3-926696-13-3 (Bd. 2); ISBN 3-926696-26-5 (Bd. 3)&lt;br /&gt;
*Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Die heiligen Schriften Indiens - Geschichte der Sanskrit-Literatur.&#039;&#039;(edition-sawitri.de)  ISBN 3-931172-22-8&lt;br /&gt;
* Moritz Winternitz: &#039;&#039;Geschichte der Indischen Literatur&#039;&#039;, Leipzig, 1905 - 1922, Vol. I - III. Reprint in englischer Übersetzung: Maurice Winternitz: &#039;&#039;History of Indian Literatur&#039;&#039;, Motilal Barnarsidass, Delhi, 1985.&lt;br /&gt;
*[[ Aurobindo]]: &#039;&#039;Das Geheimnis des Veda&#039;&#039;, 2. Auflage 1997, Hinder + Deelmann, ISBN 3-873481-65-0&lt;br /&gt;
*Lokamanya Bâl Gangâdhar Tilak: &#039;&#039;Orion ou Recherches sur l&#039;Antiquité des Védas&#039;&#039;, Milan, Éditions Archè, 1989&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/category/podcast/meditationsanleitung/ Meditation Anleitungen, darunter einige abstrakte Techniken aus dem Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/Art-Artikel/art_vedanta.html Artikel von Swami Sivananda: Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.sivananda.org/ Divine Life Society - Sivananda Ashram]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/jnana%2Byoga/ro/s/ Seminare zum Thema „Jnana Yoga“]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/ Seminare zum Thema „Vedanta“]&lt;br /&gt;
&amp;lt;rss max=3&amp;gt;https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/?type=2365&amp;lt;/rss&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indische Philosophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hinduismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Deussen Vedantasystem]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vedanta]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Kiara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81654</id>
		<title>Schöpfer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81654"/>
		<updated>2013-12-06T12:16:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kiara: /* Brahman schafft ohne Hilfsmittel, nach 2, 1, 24 - 25 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:MP900177808.JPG|thumb]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Brahman als Schöpfer der Welt==&lt;br /&gt;
Artikel aus dem Buch „Das System des [[Vedanta]]“ von Paul Deussen, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906, S. 239 - 247.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Über das Motiv der Schöpfung, nach 2, 1, 32 - 33===&lt;br /&gt;
Wir haben [[Brahman]] kennen gelernt als ein geistiges Wesen; als solches scheint er bei seinen [[Handlung]]en eines Motives zu bedürfen. Denn wir sehen im Leben, wie ein geistiges Wesen, welches erkennt bevor es handelt, z. B. ein Mensch, zu keinem Vornehmen, sei es groß oder gering, sich anschickt, ohne dass ihn ein [[Motiv]] dazu triebe (S. 488,12). Die Anwendung dieser Erfahrungsregel auf Brahman wird, wie es scheint, auch durch die [[Schrift]] bestätigt, wenn sie lehrt (siehe S. 186), dass ihm die [[Welt]] nicht um der Welt willen, sondern um seiner selbst willen lieb ist (S. 489,2). — Nimmt man nun ein Motiv Gottes an, welches ihn zur [[Schöpfung]] der Welt bestimmte, so widerspricht dies seiner Allgenügsamkeit (Pari-Triptatvam), nimmt man aber kein solches an, so wird das Schaffen unmöglich (S. 489,6). — Oder soll man dafür halten, dass Brahman, wie ein unsinniger Mensch, aufs Geratewohl und ohne Motiv zum Schaffen geschritten sei? Dieses wiederum würde seiner Allweisheit (Sarvajnatvam) widersprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss wohl annehmen, dass, wie ein Fürst oder Grösser, welcher alles hat, was er wünscht, auch ohne weiteres Motiv zum bloßen Spiele und Zeitvertreib etwas vornimmt (S. 490,1). oder, wie das Ausatmen und Einatmen ohne äußeres Motiv von selbst vor sich geht (S. 490,2), so auch [[Gott]] von selbst und ohne Motiv zum bloßen Spaße ([[Lila]]) die Welt geschaffen hat; denn ein weiteres Motiv geben Nachdenken und Schriftoffenbarung nicht an die Hand, auch ist es nicht möglich, Gott selbst darüber zu befragen (S. 490,6). Übrigens scheint nur uns die Anordnung dieser Weltscheibe etwas so schwieriges zu sein, für Gott hingegen ist sie, vermöge seiner unermesslichen Allmacht, ein bloßes Spiel (S. 490,8). Und wenn im Leben selbst zum Spiele immer ein schwaches Motiv vorhanden sein muss, so ist doch bei Gott gar kein solches anzunehmen, weil die Schrift verbietet, ihm ein [[Verlangen]] zuzuschreiben (S. 490,9). Dass er deswegen nicht zum Handeln schreiten könne, ist gegen die Schriftlehre von der [[Schöpfung]], dass er unsinnig und aufs Geratewohl gehandelt habe, gegen die Lehre von seiner Allweisheit (S. 490,11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übrigens, so schließt [[Shankara]] diesen Abschnitt, darf man nicht vergessen, dass die ganze Schöpfungslehre sich nur auf diese vom Nichtwissen aufgestellte Welt der Namen und Gestalten bezieht, und dass sie eigentlich nur den Zweck hat, die Identität der [[Natur]] mit Brahman zu lehren (S. 491,1); — eine Bemerkung, welche auch für das gilt, was wir weiter darzustellen haben, und aus dem Streben entspringt, auch die exoterische Schriftlehre als vollgültig festzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman ist die bewirkende und zugleich die materielle Ursache der Welt, nach 1, 4, 23 - 27===&lt;br /&gt;
[[Brahman]] ist zu Eingang des Werkes (1,1,2) definiert worden als „dasjenige, wodurch Ursprung usw. [Bestand und Untergang] der [[Welt]] ist&amp;quot; (vgl. die Definitionen, S. 132), also als die [[Ursache]] der Welt. Das Wort „Ursache&amp;quot; kann aber zweierlei bedeuten, entweder die materielle Ursache ([[Prakriti]], Upadanam), oder die bewirkende Ursache (Nimittam); so ist die Ursache des Gefäßes einerseits der [[Ton]], anderseits der Töpfer, die des Goldschmuckes einerseits das [[Gold]], anderseits der Goldschmied (p. 396,10). — Es fragt sich, in welchem [[Sinn]]e Brahman als die Ursache der Welt zu betrachten ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte meinen, dass Brahman nur als die bewirkende Ursache der Welt gelten kann, weil es von ihm, ehe er zum Schaffen schreitet, heißt:  „er beabsichtigte&amp;quot; (S. 146), und weil er „der Herr&amp;quot; ([[Ishvara]]) genannt wird; beides scheint nur auf eine bewirkende Ursache zu passen (S. 397,5.8). — Dazu kommt, dass Ursache und [[Wirkung]] gleichartig sein müssen; die Welt nun ist vielheitlich, ungeistig und unrein (S. 397,10), was auf Brahman nicht passt und eine materielle Ursache neben ihm als Trägerin dieser Qualitäten zu fordern scheint 1 S. 398,1).&lt;br /&gt;
Die Antwort auf diese [[Bedenken]] lautet, dass Brahman beides, sowohl die materielle als auch die bewirkende Ursache der Welt ist (S. 398,3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Begründung dieser Behauptung an der Eingangsstelle der [[Kosmologie]], von der wir hier handeln, ist eine rein [[Theologie|theologisch]]e (durch Berufung auf [[Veda]]stellen) und kann auf dem Standpunkte, den wir zunächst einnehmen, keine andere sein, weil (ganz abgesehen von dem belegten Bedenken der Ungleichartigkeit von Welt und Brahman, welches hier von unsern Autoren noch übergangen und erst bei einer späten Diskussion wieder aufgenommen und in Betracht gezogen wird, vgl. Kap. XVIII, 1,a) eine Auflösung des Begriffs der [[Materie]] von dem [[Empirismus|empirisch]]en Standpunkte aus, den wir hier noch nicht überschritten haben, unmöglich ist, indem vielmehr die allein richtige Konsequenz dieses Standpunktes die [[Ewigkeit]] der Materie sein würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter diesen Umständen ist es begreiflich, dass [[Shankara]] sich hier begnügt, auf die Schriftstellen hinzuweisen, nach welchen mit der Erkenntnis des [[Brahman]] alles verkannt ist, in welchen er mit dem Tone verglichen wird, dessen Umwandlungen alle auch nur Ton sind; wie es denn z. B. ausdrücklich heißt, vor dem [[Ursprung]] sei nur eines gewesen ohne zweites, Brahman habe begehrt, vieles zu sein, er habe selber sich selbst gemacht, er sei die Geburtsstätte der Wesen, er lasse sie hervorgehen aus sich und ziehe sie wieder zurück wie die [[Spinne]] den Faden, usw. usw. (S. 398-403). Zum Schlusse fertigt unser Autor die oben gemachten Einwendungen und die Berufung auf die Erfahrung mit der Erklärung ab (übersetzt S. 98), es brauche sich hier nicht zu verhalten wie in der [[Erfahrung]], denn es sei hier nicht von einem Gegenstande der Vernunfterkenntnis (Anumanam), sondern der Offenbarung die Rede (S. 403,7), und verweist übrigens auf die späten Untersuchungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman schafft ohne Hilfsmittel, nach 2, 1, 24 - 25===&lt;br /&gt;
Weit von der eben behandelten Untersuchung abgetrennt, obwohl sachlich in nächster [[Beziehung]] zu derselben stehend, ja teilweise mit ihr zusammenfallend ist die Frage nach den Hilfsmitteln, deren sich [[Brahman]] beim Schaffen bedient. Wie dort durch Zitate aus dem [[Veda]], so wird hier die Beweisführung durch Beispiele aus der [[Natur]] bewerkstelligt; ist sie darum auch (aus dem oben, S. 241, besprochenen Grunde) nicht weniger unzulänglich, so bietet sie doch ein gewisses [[Interesse]], weil sie allerlei Beiträge zur Naturanschauung der [[Inder]] enthält, daher wir das in Rede stehende Adhikaranam 2, 1, 24-25 (S. 475-479) nahezu wörtlich wiedergeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte einwenden: es geht nicht an, das geistige Brahman allein und ohne anderes als Ursache der Welt anzunehmen, weil zu einem Schaffen allerlei [[Hilfsmittel]] erforderlich sind; so nehmen im Leben die Töpfer usw., wenn sie Gefäße, Gewebe u. dgl. machen wollen, allerlei, wie Ton, Stab und Rad oder Fäden zur Hilfe; und so kann man auch nicht annehmen, dass Brahman ohne alle Hilfsmittel die Welt schaffe. — Hierauf ist zu erwidern, dass die [[Schöpfung]] durch die spezifische Beschaffenheit der Substanz ([[Dravya]]-[[Svabhava]]-Visheshad, d. h. des Brahman) zustande kommt, ähnlich wie die Verwandlung der [[Milch]] in saure Milch, des [[Wasser]]s in [[Eis]] ohne ein äußeres Hilfsmittel vor sich geht. Allerdings wirkt bei der Umwandlung der Milch in saure Milch die Wärme mit; doch befolgt dabei die Milch allein die in ihr liegenden Umwandlungsgesetze, und der Prozess wird durch die Wärme nur beschleunigt. Läge in der Milch nicht schon die [[Kraft]], saure Milch zu werden, so würde die Wärme auch nicht dazu verhelfen; indem z. B. [[Wind]] oder [[Äther]] durch Wärme nicht zu saurer Milch werden können. Das Hinzutreten des Mittels vervollständigt nur den Prozess; aber selbst einer solchen Vervollständigung bedarf es bei Brahman nicht, da dasselbe die erforderlichen Kräfte ([[Shakti]], wovon demnächst) vollständig in sich trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings sind Milch usw. ungeistige Substanzen, und bei geistigen [[Wesen]], wie z. B. bei dem Töpfer, sehen wir ein Zuhilfenehmen von Werkzeugen. So, könnte man meinen, müsse es auch bei Brahman sein, da er gleichfalls ein geistiges Wesen ist. — Darauf ist zu entgegnen, dass auch [[Gott|Götter]], [[Ahn]]en und [[Rishi]]s, die doch geistige Wesen sind, durch ihre Macht, ohne jedes äußere Mittel, zufolge der ihnen einwohnenden Oberherrlichkeit allein durch die [[Meditation]] viele mannigfach gestaltete Leiber, Paläste, Wagen usw. schaffen, wie dies die [[Hymn]]en und [[Brahmana]]s, sowie die [[Epos|episch]]en und [[Mythologie|mythologisch]]en Werke bezeugen. Ferner ist daran zu erinnern, dass die Spinnen aus sich selbst die Fäden entlassen, dass die Kranichweibchen ohne [[Samen]] befruchtet werden, und dass die [[Lotos]]blumen ohne äußeres Vehikel von einem Teiche zum andern wandern. Will man das Zutreffen dieser Vergleiche bestreiten, weil die Götter nur durch Zuhilfenahme der Leiblichkeit, nicht durch ihr geistiges Selbst allein ihre Taten verrichten, weil bei den Spinnen der [[Speichel]], nachdem er durch Verzehren kleinerer [[Tier]]e steif geworden, zum Faden wird, weil die Kranichweibchen, indem sie den Ton des [[Donner]]s hören, befruchtet werden, weil die Lotosblumen nicht durch ihren ungeistigen [[Körper]], sondern sofern sie mit [[Geist|Geistig]]em beseelt sind, in den Teichen wandern, sowie auch die [[Schlingpflanze]]n an den [[Baum|Bäumen]], — so ist zu erwidern, dass die genannten Wesen doch nicht so wie der Töpfer zu ihrer Tätigkeit sich äußerlicher Werkzeuge bedienen, und dass, so wie sie, auch Brahman, worauf es uns ankommt, beim Schaffen keine äußerlichen Mittel zur [[Hilfe]] nimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
— Die mangelhafte Kenntnis der Natur und die [[Schwäche]] der Argumentation auf diesem Gebiete bedarf nach der mitgeteilten Probe keines weitern Kommentares.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman und die Naturkräfte, nach 2,1,30 und 1,3,30===&lt;br /&gt;
Bei allen Betrachtungen dieses Teiles ist wohl im Auge zu behalten, dass der [[Indien|indisch]]e [[Schöpfung]]sbegriff sich von dein bei uns üblichen wesentlich unterscheidet. Denn während wir darunter ein einmaliges und somit zeitliches Erschaffensein der Welt verstehen, so wird das [[Bewusstsein]] der [[Vedanta|Vedantist]]en von der Vorstellung beherrscht, dass von Ewigkeit her und in Ewigkeit hinein die Welt periodisch aus dem [[Brahman]] hervor und wieder in dasselbe zurückgeht; und zwar beides unzählige Male: ,,der vergangenen und der zukünftigen Weltperioden (Fialpa) ist kein Maß&amp;quot;, wie eine S. 495,10 zitierte Purana-Stelle lautet:&lt;br /&gt;
Aber wie kommt es, dass die Welt in allen ihren Neuschöpfungen sich ihrem Wesen nach gleich bleibt? — Diese Frage nötigt, in der Natur des [[Brahman]] selbst den Grund für diese Konstanz zu suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ferner: wie können aus dem einheitlichen [[Brahman]] die mannigfaltigen Erscheinungen der Natur entspringen? — Auch für diese Mannigfaltigkeit muss der zureichende Grund in [[Brahman]] vorhanden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesen Postulaten haben wir die [[Motiv]]e zu suchen für die Lehre von den mancherlei Kräften ([[Shakti]]), welche in [[Brahman]] enthalten sind, und auf deren Ähnlichkeit mit der platonischen Ideenlehre wir schon (S. 73-74) hingewiesen haben.&lt;br /&gt;
Leider findet sich dieser wertvolle Gedanke in unserm Systeme sehr wenig entwickelt; nur sporadisch taucht er auf, und seine Haltung ist eine unsichere; zuweilen erscheinen die Kräfte des [[Brahman]] als ein bloßer Ausdruck für seine Allmacht, zuweilen bedeuten sie die Samenkräfte der Dinge, welche beine Weltuntergang keimartig in Brahman eingehen, um bei der Neuschöpfung wieder aus ihm hervorzutreten. Wir wollen kurz zusammenfassen, was sich hier und da zerstreut darüber vorfindet.&lt;br /&gt;
„Dass das einheitliche [[Brahman]] die mannigfache Ausbreitung der Erscheinungswelt hervorbringt&amp;quot;, heißt es (S. 486,10), „ist dadurch erklärlich, dass dasselbe sich mit mannigfachen Kräften verbindet.&amp;quot; Zur Begründung wird auf einige Veda-Stellen verwiesen, welche jedoch nichts weiter als die Allmacht des [[Brahman]] (allwirkend ist er, allwünschend, allriechend, allschmeckend usw.) zu besagen scheinen. Das [[Brahman]] ist mit allen Kräften versehen (S. 1125,8), ist mit der Entfaltung vieler Kräfte verknüpft (S. 445,11), der [[Iovara]] besitzt unermessliche Kräfte (S. 490,8), wie daraus hervorgeht, dass er Ursache des Entstehens, Bestehens und Vergehens der Welt ist (S. 1126,1); diese Kräfte, ohne welche [[Brahman]] nicht schaffen könnte (S. 342,6), werden aus der Mannigfaltigkeit der Wirkungen erschlossen (S. 486,2); was ihr Verhältnis zu [[Brahman]] betrifft, so lässt sich aus dem (S. 476,8) gebrauchten Ausdrucke, dass das Brahman „mit Kräften angefüllt&amp;quot; (Paripurnashaktikam) sei, auf die Vorstellung einer [[Immanenz]] dieser Kräfte in [[Brahman]] schließen.&lt;br /&gt;
Die [[Schrift]] (Shvet. 1,3) fahrt zur Annahme einer Kraft des höchsten [[Gott]]es, welche die gesamte Welt schafft und ordnet (S. 358,5). Eben diese nicht in Name und Gestalt entfaltete göttliche Kraft ist der Urstand ([[Prag-Avastha]]) der Namen und Gestalten (S. 358,10); in diesem Urstande war die jetzt entfaltete Welt unentfaltet vorhanden in dem Zustande einer Samenkraft ([[Vija-Shakti-Avastha]], S. 341,9); „wenn „wir&amp;quot; (heißt es S. 342,2 in der Polemik gegen die [[Saiikhya]]s) „irgendeinen selbständigen Urstand der Welt als Ursache „zugäben, so würden wir der Annahme einer materiellen „[Welt-]Ursache Raum geben; aber wir nehmen ja an, dass „jener Urstand der Welt nicht selbständig, sondern von dem „höchsten [[Gott]] abhängig ist. Als solchen nun muss man „ihn notwendig annehmen, und mit gutem Grunde. Denn „ohne ihn ist die Schöpfertätigkeit Gottes nicht möglich, „da eine Aktivität des von Kräften entblößten Gottes nicht „denkbar ist... Diese, im höchsten Gott ruhende, das Un-„offenbare (avyaktam) genannte Samenkraft ist ihrem Wesen „nach Nichtwissen (Avidyal, ein aus Täuschung ([[Mayei]]) be-„stehender, großer Tiefschlaf, in welchem die wandernden „[[Seele]]n liegen, welche des [[Erwachung|Erwachtsein]]s zu ihrer eigenen „Natur [des [[Bewufstsein]]s ihrer Identität mit [[Brahman]]] er-„mangeln.”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach diesen Stellen scheint es, dass &lt;br /&gt;
1. die [[Schöpferkraft|Schöpferkräfte]] des [[Brahman]], &lt;br /&gt;
2. die Samenkräfte der Dinge, und &lt;br /&gt;
3. die (mittels ihres feinen Leibes fortbestehenden) individuellen [[Seele]]n &lt;br /&gt;
in der unbestimmten Vorstellung der Kräfte des [[Brahman]] zusammenfließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sahen bereits (S. 74), wie diese Kräfte bei der jedesmaligen Vernichtung der Welt nicht mit zunichte werden, sondern als Wurzel derselben bestehen bleiben (S. 303,1), und zwar so, dass ihre Beschaffenheit sich nicht ändert (S. 303,2). Hierauf beruht es, dass, trotz des immer wiederholten Weltunterganges, stets dieselben Naturkörper ([[Erde]] usw.), Wesensgattungen ([[Gott|Götter]], Tiere, Menschen usw.) und Weltordnungen ([[Kaste|Kasten]], [[Ashrama]]s) neu hervorgehen (S. 303,4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vielheit dieser Kräfte widerspricht der Einheit des sie enthaltenden [[Brahman]] nicht, sofern die Vielheitskraft ([[Vibhaga]]-[[Shakti]]) vor und nach dem Bestehen der Welt ebenso gut wie das Vielheitstreiben ([[Vibhaga]]-[[Vyavahara]]) während des Bestehens der Welt auf der falschen [[Erkenntnis]] ([[Mithya]]-[[Jnanam]]) beruht (S. 433.13); wie wir in der [[Esotherik|esoterisch]]en [[Kosmologie]] noch des näheren sehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [[Jnana Yoga]]&lt;br /&gt;
* [[Vedanta Schulen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p927_Vedanta-fuer-Anfaenger// Vedanta für Anfänger von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p484_Vedanta-----Der-Ozean-der-Weisheit// Vedanta - Der Ozean der Weisheit von Swami Vivekananda]&lt;br /&gt;
*Paul Deussen: Das System des Vedanta, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906.&lt;br /&gt;
*Soami Divyanand: &#039;&#039;Vedamrit - Die Botschaft der Veden&#039;&#039;. ISBN 3-926696-03-6 (Übersetzung der Veden auf Deutsch, Bd. 1); ISBN 3-926696-13-3 (Bd. 2); ISBN 3-926696-26-5 (Bd. 3)&lt;br /&gt;
*Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Die heiligen Schriften Indiens - Geschichte der Sanskrit-Literatur.&#039;&#039;(edition-sawitri.de)  ISBN 3-931172-22-8&lt;br /&gt;
* Moritz Winternitz: &#039;&#039;Geschichte der Indischen Literatur&#039;&#039;, Leipzig, 1905 - 1922, Vol. I - III. Reprint in englischer Übersetzung: Maurice Winternitz: &#039;&#039;History of Indian Literatur&#039;&#039;, Motilal Barnarsidass, Delhi, 1985.&lt;br /&gt;
*[[ Aurobindo]]: &#039;&#039;Das Geheimnis des Veda&#039;&#039;, 2. Auflage 1997, Hinder + Deelmann, ISBN 3-873481-65-0&lt;br /&gt;
*Lokamanya Bâl Gangâdhar Tilak: &#039;&#039;Orion ou Recherches sur l&#039;Antiquité des Védas&#039;&#039;, Milan, Éditions Archè, 1989&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/category/podcast/meditationsanleitung/ Meditation Anleitungen, darunter einige abstrakte Techniken aus dem Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/Art-Artikel/art_vedanta.html Artikel von Swami Sivananda: Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.sivananda.org/ Divine Life Society - Sivananda Ashram]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/jnana%2Byoga/ro/s/ Seminare zum Thema „Jnana Yoga“]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/ Seminare zum Thema „Vedanta“]&lt;br /&gt;
&amp;lt;rss max=3&amp;gt;https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/?type=2365&amp;lt;/rss&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indische Philosophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hinduismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Deussen Vedantasystem]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vedanta]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Kiara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81651</id>
		<title>Schöpfer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81651"/>
		<updated>2013-12-06T12:13:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kiara: /* Brahman schafft ohne Hilfsmittel, nach 2, 1, 24 - 25 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:MP900177808.JPG|thumb]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Brahman als Schöpfer der Welt==&lt;br /&gt;
Artikel aus dem Buch „Das System des [[Vedanta]]“ von Paul Deussen, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906, S. 239 - 247.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Über das Motiv der Schöpfung, nach 2, 1, 32 - 33===&lt;br /&gt;
Wir haben [[Brahman]] kennen gelernt als ein geistiges Wesen; als solches scheint er bei seinen [[Handlung]]en eines Motives zu bedürfen. Denn wir sehen im Leben, wie ein geistiges Wesen, welches erkennt bevor es handelt, z. B. ein Mensch, zu keinem Vornehmen, sei es groß oder gering, sich anschickt, ohne dass ihn ein [[Motiv]] dazu triebe (S. 488,12). Die Anwendung dieser Erfahrungsregel auf Brahman wird, wie es scheint, auch durch die [[Schrift]] bestätigt, wenn sie lehrt (siehe S. 186), dass ihm die [[Welt]] nicht um der Welt willen, sondern um seiner selbst willen lieb ist (S. 489,2). — Nimmt man nun ein Motiv Gottes an, welches ihn zur [[Schöpfung]] der Welt bestimmte, so widerspricht dies seiner Allgenügsamkeit (Pari-Triptatvam), nimmt man aber kein solches an, so wird das Schaffen unmöglich (S. 489,6). — Oder soll man dafür halten, dass Brahman, wie ein unsinniger Mensch, aufs Geratewohl und ohne Motiv zum Schaffen geschritten sei? Dieses wiederum würde seiner Allweisheit (Sarvajnatvam) widersprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss wohl annehmen, dass, wie ein Fürst oder Grösser, welcher alles hat, was er wünscht, auch ohne weiteres Motiv zum bloßen Spiele und Zeitvertreib etwas vornimmt (S. 490,1). oder, wie das Ausatmen und Einatmen ohne äußeres Motiv von selbst vor sich geht (S. 490,2), so auch [[Gott]] von selbst und ohne Motiv zum bloßen Spaße ([[Lila]]) die Welt geschaffen hat; denn ein weiteres Motiv geben Nachdenken und Schriftoffenbarung nicht an die Hand, auch ist es nicht möglich, Gott selbst darüber zu befragen (S. 490,6). Übrigens scheint nur uns die Anordnung dieser Weltscheibe etwas so schwieriges zu sein, für Gott hingegen ist sie, vermöge seiner unermesslichen Allmacht, ein bloßes Spiel (S. 490,8). Und wenn im Leben selbst zum Spiele immer ein schwaches Motiv vorhanden sein muss, so ist doch bei Gott gar kein solches anzunehmen, weil die Schrift verbietet, ihm ein [[Verlangen]] zuzuschreiben (S. 490,9). Dass er deswegen nicht zum Handeln schreiten könne, ist gegen die Schriftlehre von der [[Schöpfung]], dass er unsinnig und aufs Geratewohl gehandelt habe, gegen die Lehre von seiner Allweisheit (S. 490,11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übrigens, so schließt [[Shankara]] diesen Abschnitt, darf man nicht vergessen, dass die ganze Schöpfungslehre sich nur auf diese vom Nichtwissen aufgestellte Welt der Namen und Gestalten bezieht, und dass sie eigentlich nur den Zweck hat, die Identität der [[Natur]] mit Brahman zu lehren (S. 491,1); — eine Bemerkung, welche auch für das gilt, was wir weiter darzustellen haben, und aus dem Streben entspringt, auch die exoterische Schriftlehre als vollgültig festzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman ist die bewirkende und zugleich die materielle Ursache der Welt, nach 1, 4, 23 - 27===&lt;br /&gt;
[[Brahman]] ist zu Eingang des Werkes (1,1,2) definiert worden als „dasjenige, wodurch Ursprung usw. [Bestand und Untergang] der [[Welt]] ist&amp;quot; (vgl. die Definitionen, S. 132), also als die [[Ursache]] der Welt. Das Wort „Ursache&amp;quot; kann aber zweierlei bedeuten, entweder die materielle Ursache ([[Prakriti]], Upadanam), oder die bewirkende Ursache (Nimittam); so ist die Ursache des Gefäßes einerseits der [[Ton]], anderseits der Töpfer, die des Goldschmuckes einerseits das [[Gold]], anderseits der Goldschmied (p. 396,10). — Es fragt sich, in welchem [[Sinn]]e Brahman als die Ursache der Welt zu betrachten ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte meinen, dass Brahman nur als die bewirkende Ursache der Welt gelten kann, weil es von ihm, ehe er zum Schaffen schreitet, heißt:  „er beabsichtigte&amp;quot; (S. 146), und weil er „der Herr&amp;quot; ([[Ishvara]]) genannt wird; beides scheint nur auf eine bewirkende Ursache zu passen (S. 397,5.8). — Dazu kommt, dass Ursache und [[Wirkung]] gleichartig sein müssen; die Welt nun ist vielheitlich, ungeistig und unrein (S. 397,10), was auf Brahman nicht passt und eine materielle Ursache neben ihm als Trägerin dieser Qualitäten zu fordern scheint 1 S. 398,1).&lt;br /&gt;
Die Antwort auf diese [[Bedenken]] lautet, dass Brahman beides, sowohl die materielle als auch die bewirkende Ursache der Welt ist (S. 398,3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Begründung dieser Behauptung an der Eingangsstelle der [[Kosmologie]], von der wir hier handeln, ist eine rein [[Theologie|theologisch]]e (durch Berufung auf [[Veda]]stellen) und kann auf dem Standpunkte, den wir zunächst einnehmen, keine andere sein, weil (ganz abgesehen von dem belegten Bedenken der Ungleichartigkeit von Welt und Brahman, welches hier von unsern Autoren noch übergangen und erst bei einer späten Diskussion wieder aufgenommen und in Betracht gezogen wird, vgl. Kap. XVIII, 1,a) eine Auflösung des Begriffs der [[Materie]] von dem [[Empirismus|empirisch]]en Standpunkte aus, den wir hier noch nicht überschritten haben, unmöglich ist, indem vielmehr die allein richtige Konsequenz dieses Standpunktes die [[Ewigkeit]] der Materie sein würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter diesen Umständen ist es begreiflich, dass [[Shankara]] sich hier begnügt, auf die Schriftstellen hinzuweisen, nach welchen mit der Erkenntnis des [[Brahman]] alles verkannt ist, in welchen er mit dem Tone verglichen wird, dessen Umwandlungen alle auch nur Ton sind; wie es denn z. B. ausdrücklich heißt, vor dem [[Ursprung]] sei nur eines gewesen ohne zweites, Brahman habe begehrt, vieles zu sein, er habe selber sich selbst gemacht, er sei die Geburtsstätte der Wesen, er lasse sie hervorgehen aus sich und ziehe sie wieder zurück wie die [[Spinne]] den Faden, usw. usw. (S. 398-403). Zum Schlusse fertigt unser Autor die oben gemachten Einwendungen und die Berufung auf die Erfahrung mit der Erklärung ab (übersetzt S. 98), es brauche sich hier nicht zu verhalten wie in der [[Erfahrung]], denn es sei hier nicht von einem Gegenstande der Vernunfterkenntnis (Anumanam), sondern der Offenbarung die Rede (S. 403,7), und verweist übrigens auf die späten Untersuchungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman schafft ohne Hilfsmittel, nach 2, 1, 24 - 25===&lt;br /&gt;
Weit von der eben behandelten Untersuchung abgetrennt, obwohl sachlich in nächster [[Beziehung]] zu derselben stehend, ja teilweise mit ihr zusammenfallend ist die Frage nach den Hilfsmitteln, deren sich [[Brahman]] beim Schaffen bedient. Wie dort durch Zitate aus dem [[Veda]], so wird hier die Beweisführung durch Beispiele aus der [[Natur]] bewerkstelligt; ist sie darum auch (aus dem oben, S. 241, besprochenen Grunde) nicht weniger unzulänglich, so bietet sie doch ein gewisses [[Interesse]], weil sie allerlei Beiträge zur Naturanschauung der [[Inder]] enthält, daher wir das in Rede stehende Adhikaranam 2, 1, 24-25 (S. 475-479) nahezu wörtlich wiedergeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte einwenden: es geht nicht an, das geistige Brahman allein und ohne anderes als Ursache der Welt anzunehmen, weil zu einem Schaffen allerlei [[Hilfsmittel]] erforderlich sind; so nehmen im Leben die Töpfer usw., wenn sie Gefäße, [[Gewebe]] u. dgl. machen wollen, allerlei, wie Ton, Stab und Rad oder Fäden zur Hilfe; und so kann man auch nicht annehmen, dass Brahman ohne alle Hilfsmittel die Welt schaffe. — Hierauf ist zu erwidern, dass die [[Schöpfung]] durch die spezifische Beschaffenheit der Substanz ([[Dravya]]-[[Svabhava]]-Visheshad, d. h. des Brahman) zustande kommt, ähnlich wie die Verwandlung der [[Milch]] in saure Milch, des [[Wasser]]s in [[Eis]] ohne ein äußeres Hilfsmittel vor sich geht. Allerdings wirkt bei der [[Umwandlung]] der Milch in saure Milch die Wärme mit; doch befolgt dabei die Milch allein die in ihr liegenden Umwandlungsgesetze, und der Prozess wird durch die Wärme nur beschleunigt. Läge in der Milch nicht schon die [[Kraft]], saure Milch zu werden, so würde die Wärme auch nicht dazu verhelfen; indem z. B. [[Wind]] oder [[Äther]] durch Wärme nicht zu saurer Milch werden können. Das Hinzutreten des Mittels vervollständigt nur den Prozess; aber selbst einer solchen Vervollständigung bedarf es bei Brahman nicht, da dasselbe die erforderlichen Kräfte ([[Shakti]], wovon demnächst) vollständig in sich trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings sind Milch usw. ungeistige [[Substanz]]en, und bei geistigen [[Wesen]], wie z. B. bei dem Töpfer, sehen wir ein Zuhilfenehmen von Werkzeugen. So, könnte man meinen, müsse es auch bei Brahman sein, da er gleichfalls ein geistiges Wesen ist. — Darauf ist zu entgegnen, dass auch [[Gott|Götter]], [[Ahn]]en und [[Rishi]]s, die doch geistige Wesen sind, durch ihre Macht, ohne jedes äußere Mittel, zufolge der ihnen einwohnenden Oberherrlichkeit allein durch die [[Meditation]] viele mannigfach gestaltete Leiber, Paläste, Wagen usw. schaffen, wie dies die [[Hymn]]en und [[Brahmana]]s, sowie die [[Epos|episch]]en und [[Mythologie|mythologisch]]en Werke bezeugen. Ferner ist daran zu erinnern, dass die Spinnen aus sich selbst die Fäden entlassen, dass die Kranichweibchen ohne [[Samen]] befruchtet werden, und dass die [[Lotos]]blumen ohne äußeres Vehikel von einem Teiche zum andern wandern. Will man das Zutreffen dieser Vergleiche bestreiten, weil die Götter nur durch Zuhilfenahme der [[Leiblichkeit]], nicht durch ihr geistiges Selbst allein ihre Taten verrichten, weil bei den Spinnen der [[Speichel]], nachdem er durch Verzehren kleinerer [[Tier]]e steif geworden, zum Faden wird, weil die Kranichweibchen, indem sie den Ton des [[Donner]]s hören, befruchtet werden, weil die Lotosblumen nicht durch ihren ungeistigen [[Körper]], sondern sofern sie mit [[Geist|Geistig]]em beseelt sind, in den Teichen wandern, sowie auch die [[Schlingpflanze]]n an den [[Baum|Bäumen]], — so ist zu erwidern, dass die genannten Wesen doch nicht so wie der Töpfer zu ihrer Tätigkeit sich äußerlicher Werkzeuge bedienen, und dass, so wie sie, auch Brahman, worauf es uns ankommt, beim Schaffen keine äußerlichen Mittel zur [[Hilfe]] nimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
— Die mangelhafte Kenntnis der Natur und die [[Schwäche]] der Argumentation auf diesem Gebiete bedarf nach der mitgeteilten Probe keines weitern Kommentares.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman und die Naturkräfte, nach 2,1,30 und 1,3,30===&lt;br /&gt;
Bei allen Betrachtungen dieses Teiles ist wohl im Auge zu behalten, dass der [[Indien|indisch]]e [[Schöpfung]]sbegriff sich von dein bei uns üblichen wesentlich unterscheidet. Denn während wir darunter ein einmaliges und somit zeitliches Erschaffensein der Welt verstehen, so wird das [[Bewusstsein]] der [[Vedanta|Vedantist]]en von der Vorstellung beherrscht, dass von Ewigkeit her und in Ewigkeit hinein die Welt periodisch aus dem [[Brahman]] hervor und wieder in dasselbe zurückgeht; und zwar beides unzählige Male: ,,der vergangenen und der zukünftigen Weltperioden (Fialpa) ist kein Maß&amp;quot;, wie eine S. 495,10 zitierte Purana-Stelle lautet:&lt;br /&gt;
Aber wie kommt es, dass die Welt in allen ihren Neuschöpfungen sich ihrem Wesen nach gleich bleibt? — Diese Frage nötigt, in der Natur des [[Brahman]] selbst den Grund für diese Konstanz zu suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ferner: wie können aus dem einheitlichen [[Brahman]] die mannigfaltigen Erscheinungen der Natur entspringen? — Auch für diese Mannigfaltigkeit muss der zureichende Grund in [[Brahman]] vorhanden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesen Postulaten haben wir die [[Motiv]]e zu suchen für die Lehre von den mancherlei Kräften ([[Shakti]]), welche in [[Brahman]] enthalten sind, und auf deren Ähnlichkeit mit der platonischen Ideenlehre wir schon (S. 73-74) hingewiesen haben.&lt;br /&gt;
Leider findet sich dieser wertvolle Gedanke in unserm Systeme sehr wenig entwickelt; nur sporadisch taucht er auf, und seine Haltung ist eine unsichere; zuweilen erscheinen die Kräfte des [[Brahman]] als ein bloßer Ausdruck für seine Allmacht, zuweilen bedeuten sie die Samenkräfte der Dinge, welche beine Weltuntergang keimartig in Brahman eingehen, um bei der Neuschöpfung wieder aus ihm hervorzutreten. Wir wollen kurz zusammenfassen, was sich hier und da zerstreut darüber vorfindet.&lt;br /&gt;
„Dass das einheitliche [[Brahman]] die mannigfache Ausbreitung der Erscheinungswelt hervorbringt&amp;quot;, heißt es (S. 486,10), „ist dadurch erklärlich, dass dasselbe sich mit mannigfachen Kräften verbindet.&amp;quot; Zur Begründung wird auf einige Veda-Stellen verwiesen, welche jedoch nichts weiter als die Allmacht des [[Brahman]] (allwirkend ist er, allwünschend, allriechend, allschmeckend usw.) zu besagen scheinen. Das [[Brahman]] ist mit allen Kräften versehen (S. 1125,8), ist mit der Entfaltung vieler Kräfte verknüpft (S. 445,11), der [[Iovara]] besitzt unermessliche Kräfte (S. 490,8), wie daraus hervorgeht, dass er Ursache des Entstehens, Bestehens und Vergehens der Welt ist (S. 1126,1); diese Kräfte, ohne welche [[Brahman]] nicht schaffen könnte (S. 342,6), werden aus der Mannigfaltigkeit der Wirkungen erschlossen (S. 486,2); was ihr Verhältnis zu [[Brahman]] betrifft, so lässt sich aus dem (S. 476,8) gebrauchten Ausdrucke, dass das Brahman „mit Kräften angefüllt&amp;quot; (Paripurnashaktikam) sei, auf die Vorstellung einer [[Immanenz]] dieser Kräfte in [[Brahman]] schließen.&lt;br /&gt;
Die [[Schrift]] (Shvet. 1,3) fahrt zur Annahme einer Kraft des höchsten [[Gott]]es, welche die gesamte Welt schafft und ordnet (S. 358,5). Eben diese nicht in Name und Gestalt entfaltete göttliche Kraft ist der Urstand ([[Prag-Avastha]]) der Namen und Gestalten (S. 358,10); in diesem Urstande war die jetzt entfaltete Welt unentfaltet vorhanden in dem Zustande einer Samenkraft ([[Vija-Shakti-Avastha]], S. 341,9); „wenn „wir&amp;quot; (heißt es S. 342,2 in der Polemik gegen die [[Saiikhya]]s) „irgendeinen selbständigen Urstand der Welt als Ursache „zugäben, so würden wir der Annahme einer materiellen „[Welt-]Ursache Raum geben; aber wir nehmen ja an, dass „jener Urstand der Welt nicht selbständig, sondern von dem „höchsten [[Gott]] abhängig ist. Als solchen nun muss man „ihn notwendig annehmen, und mit gutem Grunde. Denn „ohne ihn ist die Schöpfertätigkeit Gottes nicht möglich, „da eine Aktivität des von Kräften entblößten Gottes nicht „denkbar ist... Diese, im höchsten Gott ruhende, das Un-„offenbare (avyaktam) genannte Samenkraft ist ihrem Wesen „nach Nichtwissen (Avidyal, ein aus Täuschung ([[Mayei]]) be-„stehender, großer Tiefschlaf, in welchem die wandernden „[[Seele]]n liegen, welche des [[Erwachung|Erwachtsein]]s zu ihrer eigenen „Natur [des [[Bewufstsein]]s ihrer Identität mit [[Brahman]]] er-„mangeln.”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach diesen Stellen scheint es, dass &lt;br /&gt;
1. die [[Schöpferkraft|Schöpferkräfte]] des [[Brahman]], &lt;br /&gt;
2. die Samenkräfte der Dinge, und &lt;br /&gt;
3. die (mittels ihres feinen Leibes fortbestehenden) individuellen [[Seele]]n &lt;br /&gt;
in der unbestimmten Vorstellung der Kräfte des [[Brahman]] zusammenfließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sahen bereits (S. 74), wie diese Kräfte bei der jedesmaligen Vernichtung der Welt nicht mit zunichte werden, sondern als Wurzel derselben bestehen bleiben (S. 303,1), und zwar so, dass ihre Beschaffenheit sich nicht ändert (S. 303,2). Hierauf beruht es, dass, trotz des immer wiederholten Weltunterganges, stets dieselben Naturkörper ([[Erde]] usw.), Wesensgattungen ([[Gott|Götter]], Tiere, Menschen usw.) und Weltordnungen ([[Kaste|Kasten]], [[Ashrama]]s) neu hervorgehen (S. 303,4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vielheit dieser Kräfte widerspricht der Einheit des sie enthaltenden [[Brahman]] nicht, sofern die Vielheitskraft ([[Vibhaga]]-[[Shakti]]) vor und nach dem Bestehen der Welt ebenso gut wie das Vielheitstreiben ([[Vibhaga]]-[[Vyavahara]]) während des Bestehens der Welt auf der falschen [[Erkenntnis]] ([[Mithya]]-[[Jnanam]]) beruht (S. 433.13); wie wir in der [[Esotherik|esoterisch]]en [[Kosmologie]] noch des näheren sehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [[Jnana Yoga]]&lt;br /&gt;
* [[Vedanta Schulen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p927_Vedanta-fuer-Anfaenger// Vedanta für Anfänger von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p484_Vedanta-----Der-Ozean-der-Weisheit// Vedanta - Der Ozean der Weisheit von Swami Vivekananda]&lt;br /&gt;
*Paul Deussen: Das System des Vedanta, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906.&lt;br /&gt;
*Soami Divyanand: &#039;&#039;Vedamrit - Die Botschaft der Veden&#039;&#039;. ISBN 3-926696-03-6 (Übersetzung der Veden auf Deutsch, Bd. 1); ISBN 3-926696-13-3 (Bd. 2); ISBN 3-926696-26-5 (Bd. 3)&lt;br /&gt;
*Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Die heiligen Schriften Indiens - Geschichte der Sanskrit-Literatur.&#039;&#039;(edition-sawitri.de)  ISBN 3-931172-22-8&lt;br /&gt;
* Moritz Winternitz: &#039;&#039;Geschichte der Indischen Literatur&#039;&#039;, Leipzig, 1905 - 1922, Vol. I - III. Reprint in englischer Übersetzung: Maurice Winternitz: &#039;&#039;History of Indian Literatur&#039;&#039;, Motilal Barnarsidass, Delhi, 1985.&lt;br /&gt;
*[[ Aurobindo]]: &#039;&#039;Das Geheimnis des Veda&#039;&#039;, 2. Auflage 1997, Hinder + Deelmann, ISBN 3-873481-65-0&lt;br /&gt;
*Lokamanya Bâl Gangâdhar Tilak: &#039;&#039;Orion ou Recherches sur l&#039;Antiquité des Védas&#039;&#039;, Milan, Éditions Archè, 1989&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/category/podcast/meditationsanleitung/ Meditation Anleitungen, darunter einige abstrakte Techniken aus dem Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/Art-Artikel/art_vedanta.html Artikel von Swami Sivananda: Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.sivananda.org/ Divine Life Society - Sivananda Ashram]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/jnana%2Byoga/ro/s/ Seminare zum Thema „Jnana Yoga“]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/ Seminare zum Thema „Vedanta“]&lt;br /&gt;
&amp;lt;rss max=3&amp;gt;https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/?type=2365&amp;lt;/rss&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indische Philosophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hinduismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Deussen Vedantasystem]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vedanta]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Kiara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81647</id>
		<title>Schöpfer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81647"/>
		<updated>2013-12-06T12:00:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kiara: /* Brahman schafft ohne Hilfsmittel, nach 2,1,24-25 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:MP900177808.JPG|thumb]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Brahman als Schöpfer der Welt==&lt;br /&gt;
Artikel aus dem Buch „Das System des [[Vedanta]]“ von Paul Deussen, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906, S. 239 - 247.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Über das Motiv der Schöpfung, nach 2, 1, 32 - 33===&lt;br /&gt;
Wir haben [[Brahman]] kennen gelernt als ein geistiges Wesen; als solches scheint er bei seinen [[Handlung]]en eines Motives zu bedürfen. Denn wir sehen im Leben, wie ein geistiges Wesen, welches erkennt bevor es handelt, z. B. ein Mensch, zu keinem Vornehmen, sei es groß oder gering, sich anschickt, ohne dass ihn ein [[Motiv]] dazu triebe (S. 488,12). Die Anwendung dieser Erfahrungsregel auf Brahman wird, wie es scheint, auch durch die [[Schrift]] bestätigt, wenn sie lehrt (siehe S. 186), dass ihm die [[Welt]] nicht um der Welt willen, sondern um seiner selbst willen lieb ist (S. 489,2). — Nimmt man nun ein Motiv Gottes an, welches ihn zur [[Schöpfung]] der Welt bestimmte, so widerspricht dies seiner Allgenügsamkeit (Pari-Triptatvam), nimmt man aber kein solches an, so wird das Schaffen unmöglich (S. 489,6). — Oder soll man dafür halten, dass Brahman, wie ein unsinniger Mensch, aufs Geratewohl und ohne Motiv zum Schaffen geschritten sei? Dieses wiederum würde seiner Allweisheit (Sarvajnatvam) widersprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss wohl annehmen, dass, wie ein Fürst oder Grösser, welcher alles hat, was er wünscht, auch ohne weiteres Motiv zum bloßen Spiele und Zeitvertreib etwas vornimmt (S. 490,1). oder, wie das Ausatmen und Einatmen ohne äußeres Motiv von selbst vor sich geht (S. 490,2), so auch [[Gott]] von selbst und ohne Motiv zum bloßen Spaße ([[Lila]]) die Welt geschaffen hat; denn ein weiteres Motiv geben Nachdenken und Schriftoffenbarung nicht an die Hand, auch ist es nicht möglich, Gott selbst darüber zu befragen (S. 490,6). Übrigens scheint nur uns die Anordnung dieser Weltscheibe etwas so schwieriges zu sein, für Gott hingegen ist sie, vermöge seiner unermesslichen Allmacht, ein bloßes Spiel (S. 490,8). Und wenn im Leben selbst zum Spiele immer ein schwaches Motiv vorhanden sein muss, so ist doch bei Gott gar kein solches anzunehmen, weil die Schrift verbietet, ihm ein [[Verlangen]] zuzuschreiben (S. 490,9). Dass er deswegen nicht zum Handeln schreiten könne, ist gegen die Schriftlehre von der [[Schöpfung]], dass er unsinnig und aufs Geratewohl gehandelt habe, gegen die Lehre von seiner Allweisheit (S. 490,11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übrigens, so schließt [[Shankara]] diesen Abschnitt, darf man nicht vergessen, dass die ganze Schöpfungslehre sich nur auf diese vom Nichtwissen aufgestellte Welt der Namen und Gestalten bezieht, und dass sie eigentlich nur den Zweck hat, die Identität der [[Natur]] mit Brahman zu lehren (S. 491,1); — eine Bemerkung, welche auch für das gilt, was wir weiter darzustellen haben, und aus dem Streben entspringt, auch die exoterische Schriftlehre als vollgültig festzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman ist die bewirkende und zugleich die materielle Ursache der Welt, nach 1, 4, 23 - 27===&lt;br /&gt;
[[Brahman]] ist zu Eingang des Werkes (1,1,2) definiert worden als „dasjenige, wodurch Ursprung usw. [Bestand und Untergang] der [[Welt]] ist&amp;quot; (vgl. die Definitionen, S. 132), also als die [[Ursache]] der Welt. Das Wort „Ursache&amp;quot; kann aber zweierlei bedeuten, entweder die materielle Ursache ([[Prakriti]], Upadanam), oder die bewirkende Ursache (Nimittam); so ist die Ursache des Gefäßes einerseits der [[Ton]], anderseits der Töpfer, die des Goldschmuckes einerseits das [[Gold]], anderseits der Goldschmied (p. 396,10). — Es fragt sich, in welchem [[Sinn]]e Brahman als die Ursache der Welt zu betrachten ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte meinen, dass Brahman nur als die bewirkende Ursache der Welt gelten kann, weil es von ihm, ehe er zum Schaffen schreitet, heißt:  „er beabsichtigte&amp;quot; (S. 146), und weil er „der Herr&amp;quot; ([[Ishvara]]) genannt wird; beides scheint nur auf eine bewirkende Ursache zu passen (S. 397,5.8). — Dazu kommt, dass Ursache und [[Wirkung]] gleichartig sein müssen; die Welt nun ist vielheitlich, ungeistig und unrein (S. 397,10), was auf Brahman nicht passt und eine materielle Ursache neben ihm als Trägerin dieser Qualitäten zu fordern scheint 1 S. 398,1).&lt;br /&gt;
Die Antwort auf diese [[Bedenken]] lautet, dass Brahman beides, sowohl die materielle als auch die bewirkende Ursache der Welt ist (S. 398,3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Begründung dieser Behauptung an der Eingangsstelle der [[Kosmologie]], von der wir hier handeln, ist eine rein [[Theologie|theologisch]]e (durch Berufung auf [[Veda]]stellen) und kann auf dem Standpunkte, den wir zunächst einnehmen, keine andere sein, weil (ganz abgesehen von dem belegten Bedenken der Ungleichartigkeit von Welt und Brahman, welches hier von unsern Autoren noch übergangen und erst bei einer späten Diskussion wieder aufgenommen und in Betracht gezogen wird, vgl. Kap. XVIII, 1,a) eine Auflösung des Begriffs der [[Materie]] von dem [[Empirismus|empirisch]]en Standpunkte aus, den wir hier noch nicht überschritten haben, unmöglich ist, indem vielmehr die allein richtige Konsequenz dieses Standpunktes die [[Ewigkeit]] der Materie sein würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter diesen Umständen ist es begreiflich, dass [[Shankara]] sich hier begnügt, auf die Schriftstellen hinzuweisen, nach welchen mit der Erkenntnis des [[Brahman]] alles verkannt ist, in welchen er mit dem Tone verglichen wird, dessen Umwandlungen alle auch nur Ton sind; wie es denn z. B. ausdrücklich heißt, vor dem [[Ursprung]] sei nur eines gewesen ohne zweites, Brahman habe begehrt, vieles zu sein, er habe selber sich selbst gemacht, er sei die Geburtsstätte der Wesen, er lasse sie hervorgehen aus sich und ziehe sie wieder zurück wie die [[Spinne]] den Faden, usw. usw. (S. 398-403). Zum Schlusse fertigt unser Autor die oben gemachten Einwendungen und die Berufung auf die Erfahrung mit der Erklärung ab (übersetzt S. 98), es brauche sich hier nicht zu verhalten wie in der [[Erfahrung]], denn es sei hier nicht von einem Gegenstande der Vernunfterkenntnis (Anumanam), sondern der Offenbarung die Rede (S. 403,7), und verweist übrigens auf die späten Untersuchungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman schafft ohne Hilfsmittel, nach 2, 1, 24 - 25===&lt;br /&gt;
Weit von der eben behandelten Untersuchung abgetrennt, obwohl sachlich in nächster Beziehung zu derselben stehend, ja teilweise mit ihr zusammenfallend ist die Frage nach den [[Hilfsmittel]]n, deren sich [[Brahman]] beim Schaffen bedient. Wie dort durch Zitate aus dem [[Veda]], so wird hier die Beweisführung durch Beispiele aus der [[Natur]] bewerkstelligt; ist sie darum auch (aus dem oben, S. 241, besprochenen Grunde) nicht weniger unzulänglich, so bietet sie doch ein gewisses [[Interesse]], weil sie allerlei Beiträge zur Naturanschauung der [[Inder]] enthält, daher wir das in Rede stehende Adhikaranam 2, 1, 24 - 25 (S. 475-479) nahezu wörtlich wiedergeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte einwenden: es geht nicht an, das geistige Brahman allein und ohne anderes als Ursache der Welt anzunehmen, weil zu einem Schaffen allerlei Hilfsmittel erforderlich sind; so nehmen im Leben die Töpfer usw., wenn sie Gefäße, Gewebe u. dgl. machen wollen, allerlei, wie Ton, Stab und Rad oder Fäden zur Hilfe; und so kann man auch nicht annehmen, dass Brahman ohne alle Hilfsmittel die Welt schaffe. — Hierauf ist zu erwidern, dass die [[Schöpfung]] durch die spezifische Beschaffenheit der Substanz ([[Dratrya]]-[[Svabhava]]-[[Visheshad]], d. h. des [[Brahman]]) zustande kommt, ähnlich wie die Verwandlung der Milch in saure Milch, des Wassers in Eis ohne ein äußeres Hilfsmittel vor sich geht. Allerdings wirkt bei der Umwandlung der Milch in saure Milch die Wärme mit; doch befolgt dabei die Milch allein die in ihr liegenden Umwandlungsgesetze, und der Prozess wird durch die Wärme nur beschleunigt. Läge in der Milch nicht schon die Kraft, saure Milch zu werden, so würde die Wärme auch nicht dazu verhelfen; indem z. B. Wind oder [[Äther]] durch Wärme nicht zu saurer Milch werden können. Das Hinzutreten des Mittels vervollständigt nur den Prozess; aber selbst einer solchen Vervollständigung bedarf es bei Brahman nicht, da dasselbe die erforderlichen Kräfte ([[Shakti]], wovon demnächst) vollständig in sich trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings sind Milch usw. ungeistige Substanzen, und bei geistigen Wesen, wie z. B. bei dem Töpfer, sehen wir ein Zuhilfenehmen von Werkzeugen. So, könnte man meinen, müsse es auch bei [[Brahman]] sein, da er gleichfalls ein geistiges Wesen ist. — Darauf ist zu entgegnen, dass auch [[Gott|Götter]], [[Ahnen]] und [[Rishi]]s, die doch geistige Wesen sind, durch ihre Macht, ohne jedes äußere Mittel, zufolge der ihnen einwohnenden Oberherrlichkeit allein durch die [[Meditation]] viele mannigfach gestaltete Leiber, Paläste, Wagen usw. schaffen, wie dies die [[Hymn]]en und [[Brahmana]]s, sowie die [[Epos|episch]]en und [[Mythologie|mythologisch]]en Werke bezeugen. Ferner ist daran zu erinnern, dass die Spinnen aus sich selbst die Fäden entlassen, dass die Kranichweibchen ohne Samen befruchtet werden, und dass die [[Lotos]]blumen ohne äußeres Vehikel von einem Teiche zum andern wandern. Will man das Zutreffen dieser Vergleiche bestreiten, weil die Götter nur durch Zuhilfenahme der Leiblichkeit, nicht durch ihr geistiges Selbst allein ihre Taten verrichten, weil bei den Spinnen der Speichel, nachdem er durch Verzehren kleinerer Tiere steif geworden, zum Faden wird, weil die Kranichweibchen, indem sie den Ton des Donners hören, befruchtet werden 95, weil die Lotosblumen nicht durch ihren ungeistigen Körper, sondern sofern sie mit [[Geist|Geistig]]em beseelt sind, in den Teichen wandern, sowie auch die Schlingpflanzen an den Bäumen, — so ist zu erwidern, dass die genannten Wesen doch nicht so wie der Töpfer zu ihrer Tätigkeit sich äußerlicher Werkzeuge bedienen, und dass, so wie sie, auch [[Brahman]], worauf es uns ankommt, beim Schaffen keine äußerlichen Mittel zur Hilfe nimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
— Die mangelhafte Kenntnis der Natur und die Schwäche der Argumentation auf diesem Gebiete bedarf nach der mitgeteilten Probe keines weitern Kommentares.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman und die Naturkräfte, nach 2,1,30 und 1,3,30===&lt;br /&gt;
Bei allen Betrachtungen dieses Teiles ist wohl im Auge zu behalten, dass der [[Indien|indisch]]e [[Schöpfung]]sbegriff sich von dein bei uns üblichen wesentlich unterscheidet. Denn während wir darunter ein einmaliges und somit zeitliches Erschaffensein der Welt verstehen, so wird das [[Bewusstsein]] der [[Vedanta|Vedantist]]en von der Vorstellung beherrscht, dass von Ewigkeit her und in Ewigkeit hinein die Welt periodisch aus dem [[Brahman]] hervor und wieder in dasselbe zurückgeht; und zwar beides unzählige Male: ,,der vergangenen und der zukünftigen Weltperioden (Fialpa) ist kein Maß&amp;quot;, wie eine S. 495,10 zitierte Purana-Stelle lautet:&lt;br /&gt;
Aber wie kommt es, dass die Welt in allen ihren Neuschöpfungen sich ihrem Wesen nach gleich bleibt? — Diese Frage nötigt, in der Natur des [[Brahman]] selbst den Grund für diese Konstanz zu suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ferner: wie können aus dem einheitlichen [[Brahman]] die mannigfaltigen Erscheinungen der Natur entspringen? — Auch für diese Mannigfaltigkeit muss der zureichende Grund in [[Brahman]] vorhanden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesen Postulaten haben wir die [[Motiv]]e zu suchen für die Lehre von den mancherlei Kräften ([[Shakti]]), welche in [[Brahman]] enthalten sind, und auf deren Ähnlichkeit mit der platonischen Ideenlehre wir schon (S. 73-74) hingewiesen haben.&lt;br /&gt;
Leider findet sich dieser wertvolle Gedanke in unserm Systeme sehr wenig entwickelt; nur sporadisch taucht er auf, und seine Haltung ist eine unsichere; zuweilen erscheinen die Kräfte des [[Brahman]] als ein bloßer Ausdruck für seine Allmacht, zuweilen bedeuten sie die Samenkräfte der Dinge, welche beine Weltuntergang keimartig in Brahman eingehen, um bei der Neuschöpfung wieder aus ihm hervorzutreten. Wir wollen kurz zusammenfassen, was sich hier und da zerstreut darüber vorfindet.&lt;br /&gt;
„Dass das einheitliche [[Brahman]] die mannigfache Ausbreitung der Erscheinungswelt hervorbringt&amp;quot;, heißt es (S. 486,10), „ist dadurch erklärlich, dass dasselbe sich mit mannigfachen Kräften verbindet.&amp;quot; Zur Begründung wird auf einige Veda-Stellen verwiesen, welche jedoch nichts weiter als die Allmacht des [[Brahman]] (allwirkend ist er, allwünschend, allriechend, allschmeckend usw.) zu besagen scheinen. Das [[Brahman]] ist mit allen Kräften versehen (S. 1125,8), ist mit der Entfaltung vieler Kräfte verknüpft (S. 445,11), der [[Iovara]] besitzt unermessliche Kräfte (S. 490,8), wie daraus hervorgeht, dass er Ursache des Entstehens, Bestehens und Vergehens der Welt ist (S. 1126,1); diese Kräfte, ohne welche [[Brahman]] nicht schaffen könnte (S. 342,6), werden aus der Mannigfaltigkeit der Wirkungen erschlossen (S. 486,2); was ihr Verhältnis zu [[Brahman]] betrifft, so lässt sich aus dem (S. 476,8) gebrauchten Ausdrucke, dass das Brahman „mit Kräften angefüllt&amp;quot; (Paripurnashaktikam) sei, auf die Vorstellung einer [[Immanenz]] dieser Kräfte in [[Brahman]] schließen.&lt;br /&gt;
Die [[Schrift]] (Shvet. 1,3) fahrt zur Annahme einer Kraft des höchsten [[Gott]]es, welche die gesamte Welt schafft und ordnet (S. 358,5). Eben diese nicht in Name und Gestalt entfaltete göttliche Kraft ist der Urstand ([[Prag-Avastha]]) der Namen und Gestalten (S. 358,10); in diesem Urstande war die jetzt entfaltete Welt unentfaltet vorhanden in dem Zustande einer Samenkraft ([[Vija-Shakti-Avastha]], S. 341,9); „wenn „wir&amp;quot; (heißt es S. 342,2 in der Polemik gegen die [[Saiikhya]]s) „irgendeinen selbständigen Urstand der Welt als Ursache „zugäben, so würden wir der Annahme einer materiellen „[Welt-]Ursache Raum geben; aber wir nehmen ja an, dass „jener Urstand der Welt nicht selbständig, sondern von dem „höchsten [[Gott]] abhängig ist. Als solchen nun muss man „ihn notwendig annehmen, und mit gutem Grunde. Denn „ohne ihn ist die Schöpfertätigkeit Gottes nicht möglich, „da eine Aktivität des von Kräften entblößten Gottes nicht „denkbar ist... Diese, im höchsten Gott ruhende, das Un-„offenbare (avyaktam) genannte Samenkraft ist ihrem Wesen „nach Nichtwissen (Avidyal, ein aus Täuschung ([[Mayei]]) be-„stehender, großer Tiefschlaf, in welchem die wandernden „[[Seele]]n liegen, welche des [[Erwachung|Erwachtsein]]s zu ihrer eigenen „Natur [des [[Bewufstsein]]s ihrer Identität mit [[Brahman]]] er-„mangeln.”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach diesen Stellen scheint es, dass &lt;br /&gt;
1. die [[Schöpferkraft|Schöpferkräfte]] des [[Brahman]], &lt;br /&gt;
2. die Samenkräfte der Dinge, und &lt;br /&gt;
3. die (mittels ihres feinen Leibes fortbestehenden) individuellen [[Seele]]n &lt;br /&gt;
in der unbestimmten Vorstellung der Kräfte des [[Brahman]] zusammenfließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sahen bereits (S. 74), wie diese Kräfte bei der jedesmaligen Vernichtung der Welt nicht mit zunichte werden, sondern als Wurzel derselben bestehen bleiben (S. 303,1), und zwar so, dass ihre Beschaffenheit sich nicht ändert (S. 303,2). Hierauf beruht es, dass, trotz des immer wiederholten Weltunterganges, stets dieselben Naturkörper ([[Erde]] usw.), Wesensgattungen ([[Gott|Götter]], Tiere, Menschen usw.) und Weltordnungen ([[Kaste|Kasten]], [[Ashrama]]s) neu hervorgehen (S. 303,4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vielheit dieser Kräfte widerspricht der Einheit des sie enthaltenden [[Brahman]] nicht, sofern die Vielheitskraft ([[Vibhaga]]-[[Shakti]]) vor und nach dem Bestehen der Welt ebenso gut wie das Vielheitstreiben ([[Vibhaga]]-[[Vyavahara]]) während des Bestehens der Welt auf der falschen [[Erkenntnis]] ([[Mithya]]-[[Jnanam]]) beruht (S. 433.13); wie wir in der [[Esotherik|esoterisch]]en [[Kosmologie]] noch des näheren sehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [[Jnana Yoga]]&lt;br /&gt;
* [[Vedanta Schulen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p927_Vedanta-fuer-Anfaenger// Vedanta für Anfänger von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p484_Vedanta-----Der-Ozean-der-Weisheit// Vedanta - Der Ozean der Weisheit von Swami Vivekananda]&lt;br /&gt;
*Paul Deussen: Das System des Vedanta, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906.&lt;br /&gt;
*Soami Divyanand: &#039;&#039;Vedamrit - Die Botschaft der Veden&#039;&#039;. ISBN 3-926696-03-6 (Übersetzung der Veden auf Deutsch, Bd. 1); ISBN 3-926696-13-3 (Bd. 2); ISBN 3-926696-26-5 (Bd. 3)&lt;br /&gt;
*Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Die heiligen Schriften Indiens - Geschichte der Sanskrit-Literatur.&#039;&#039;(edition-sawitri.de)  ISBN 3-931172-22-8&lt;br /&gt;
* Moritz Winternitz: &#039;&#039;Geschichte der Indischen Literatur&#039;&#039;, Leipzig, 1905 - 1922, Vol. I - III. Reprint in englischer Übersetzung: Maurice Winternitz: &#039;&#039;History of Indian Literatur&#039;&#039;, Motilal Barnarsidass, Delhi, 1985.&lt;br /&gt;
*[[ Aurobindo]]: &#039;&#039;Das Geheimnis des Veda&#039;&#039;, 2. Auflage 1997, Hinder + Deelmann, ISBN 3-873481-65-0&lt;br /&gt;
*Lokamanya Bâl Gangâdhar Tilak: &#039;&#039;Orion ou Recherches sur l&#039;Antiquité des Védas&#039;&#039;, Milan, Éditions Archè, 1989&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/category/podcast/meditationsanleitung/ Meditation Anleitungen, darunter einige abstrakte Techniken aus dem Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/Art-Artikel/art_vedanta.html Artikel von Swami Sivananda: Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.sivananda.org/ Divine Life Society - Sivananda Ashram]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/jnana%2Byoga/ro/s/ Seminare zum Thema „Jnana Yoga“]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/ Seminare zum Thema „Vedanta“]&lt;br /&gt;
&amp;lt;rss max=3&amp;gt;https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/?type=2365&amp;lt;/rss&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indische Philosophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hinduismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Deussen Vedantasystem]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vedanta]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Kiara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81624</id>
		<title>Schöpfer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81624"/>
		<updated>2013-12-06T09:01:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kiara: /* Brahman schafft ohne Hilfsmittel, nach 2,1,24-25 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:MP900177808.JPG|thumb]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Brahman als Schöpfer der Welt==&lt;br /&gt;
Artikel aus dem Buch „Das System des [[Vedanta]]“ von Paul Deussen, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906, S. 239 - 247.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Über das Motiv der Schöpfung, nach 2, 1, 32 - 33===&lt;br /&gt;
Wir haben [[Brahman]] kennen gelernt als ein geistiges Wesen; als solches scheint er bei seinen [[Handlung]]en eines Motives zu bedürfen. Denn wir sehen im Leben, wie ein geistiges Wesen, welches erkennt bevor es handelt, z. B. ein Mensch, zu keinem Vornehmen, sei es groß oder gering, sich anschickt, ohne dass ihn ein [[Motiv]] dazu triebe (S. 488,12). Die Anwendung dieser Erfahrungsregel auf Brahman wird, wie es scheint, auch durch die [[Schrift]] bestätigt, wenn sie lehrt (siehe S. 186), dass ihm die [[Welt]] nicht um der Welt willen, sondern um seiner selbst willen lieb ist (S. 489,2). — Nimmt man nun ein Motiv Gottes an, welches ihn zur [[Schöpfung]] der Welt bestimmte, so widerspricht dies seiner Allgenügsamkeit (Pari-Triptatvam), nimmt man aber kein solches an, so wird das Schaffen unmöglich (S. 489,6). — Oder soll man dafür halten, dass Brahman, wie ein unsinniger Mensch, aufs Geratewohl und ohne Motiv zum Schaffen geschritten sei? Dieses wiederum würde seiner Allweisheit (Sarvajnatvam) widersprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss wohl annehmen, dass, wie ein Fürst oder Grösser, welcher alles hat, was er wünscht, auch ohne weiteres Motiv zum bloßen Spiele und Zeitvertreib etwas vornimmt (S. 490,1). oder, wie das Ausatmen und Einatmen ohne äußeres Motiv von selbst vor sich geht (S. 490,2), so auch [[Gott]] von selbst und ohne Motiv zum bloßen Spaße ([[Lila]]) die Welt geschaffen hat; denn ein weiteres Motiv geben Nachdenken und Schriftoffenbarung nicht an die Hand, auch ist es nicht möglich, Gott selbst darüber zu befragen (S. 490,6). Übrigens scheint nur uns die Anordnung dieser Weltscheibe etwas so schwieriges zu sein, für Gott hingegen ist sie, vermöge seiner unermesslichen Allmacht, ein bloßes Spiel (S. 490,8). Und wenn im Leben selbst zum Spiele immer ein schwaches Motiv vorhanden sein muss, so ist doch bei Gott gar kein solches anzunehmen, weil die Schrift verbietet, ihm ein [[Verlangen]] zuzuschreiben (S. 490,9). Dass er deswegen nicht zum Handeln schreiten könne, ist gegen die Schriftlehre von der [[Schöpfung]], dass er unsinnig und aufs Geratewohl gehandelt habe, gegen die Lehre von seiner Allweisheit (S. 490,11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übrigens, so schließt [[Shankara]] diesen Abschnitt, darf man nicht vergessen, dass die ganze Schöpfungslehre sich nur auf diese vom Nichtwissen aufgestellte Welt der Namen und Gestalten bezieht, und dass sie eigentlich nur den Zweck hat, die Identität der [[Natur]] mit Brahman zu lehren (S. 491,1); — eine Bemerkung, welche auch für das gilt, was wir weiter darzustellen haben, und aus dem Streben entspringt, auch die exoterische Schriftlehre als vollgültig festzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman ist die bewirkende und zugleich die materielle Ursache der Welt, nach 1, 4, 23 - 27===&lt;br /&gt;
[[Brahman]] ist zu Eingang des Werkes (1,1,2) definiert worden als „dasjenige, wodurch Ursprung usw. [Bestand und Untergang] der [[Welt]] ist&amp;quot; (vgl. die Definitionen, S. 132), also als die [[Ursache]] der Welt. Das Wort „Ursache&amp;quot; kann aber zweierlei bedeuten, entweder die materielle Ursache ([[Prakriti]], Upadanam), oder die bewirkende Ursache (Nimittam); so ist die Ursache des Gefäßes einerseits der [[Ton]], anderseits der Töpfer, die des Goldschmuckes einerseits das [[Gold]], anderseits der Goldschmied (p. 396,10). — Es fragt sich, in welchem [[Sinn]]e Brahman als die Ursache der Welt zu betrachten ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte meinen, dass Brahman nur als die bewirkende Ursache der Welt gelten kann, weil es von ihm, ehe er zum Schaffen schreitet, heißt:  „er beabsichtigte&amp;quot; (S. 146), und weil er „der Herr&amp;quot; ([[Ishvara]]) genannt wird; beides scheint nur auf eine bewirkende Ursache zu passen (S. 397,5.8). — Dazu kommt, dass Ursache und [[Wirkung]] gleichartig sein müssen; die Welt nun ist vielheitlich, ungeistig und unrein (S. 397,10), was auf Brahman nicht passt und eine materielle Ursache neben ihm als Trägerin dieser Qualitäten zu fordern scheint 1 S. 398,1).&lt;br /&gt;
Die Antwort auf diese [[Bedenken]] lautet, dass Brahman beides, sowohl die materielle als auch die bewirkende Ursache der Welt ist (S. 398,3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Begründung dieser Behauptung an der Eingangsstelle der [[Kosmologie]], von der wir hier handeln, ist eine rein [[Theologie|theologisch]]e (durch Berufung auf [[Veda]]stellen) und kann auf dem Standpunkte, den wir zunächst einnehmen, keine andere sein, weil (ganz abgesehen von dem belegten Bedenken der Ungleichartigkeit von Welt und Brahman, welches hier von unsern Autoren noch übergangen und erst bei einer späten Diskussion wieder aufgenommen und in Betracht gezogen wird, vgl. Kap. XVIII, 1,a) eine Auflösung des Begriffs der [[Materie]] von dem [[Empirismus|empirisch]]en Standpunkte aus, den wir hier noch nicht überschritten haben, unmöglich ist, indem vielmehr die allein richtige Konsequenz dieses Standpunktes die [[Ewigkeit]] der Materie sein würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter diesen Umständen ist es begreiflich, dass [[Shankara]] sich hier begnügt, auf die Schriftstellen hinzuweisen, nach welchen mit der Erkenntnis des [[Brahman]] alles verkannt ist, in welchen er mit dem Tone verglichen wird, dessen Umwandlungen alle auch nur Ton sind; wie es denn z. B. ausdrücklich heißt, vor dem [[Ursprung]] sei nur eines gewesen ohne zweites, Brahman habe begehrt, vieles zu sein, er habe selber sich selbst gemacht, er sei die Geburtsstätte der Wesen, er lasse sie hervorgehen aus sich und ziehe sie wieder zurück wie die [[Spinne]] den Faden, usw. usw. (S. 398-403). Zum Schlusse fertigt unser Autor die oben gemachten Einwendungen und die Berufung auf die Erfahrung mit der Erklärung ab (übersetzt S. 98), es brauche sich hier nicht zu verhalten wie in der [[Erfahrung]], denn es sei hier nicht von einem Gegenstande der Vernunfterkenntnis (Anumanam), sondern der Offenbarung die Rede (S. 403,7), und verweist übrigens auf die späten Untersuchungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman schafft ohne Hilfsmittel, nach 2,1,24-25===&lt;br /&gt;
Weit von der eben behandelten Untersuchung abgetrennt, obwohl sachlich in nächster Beziehung zu derselben stehend, ja teilweise mit ihr zusammenfallend ist die Frage nach den [[Hilfsmittel]]n, deren sich [[Brahman]] beim Schaffen bedient. Wie dort durch Zitate aus dem [[Veda]], so wird hier die Beweisführung durch Beispiele aus der [[Natur]] bewerkstelligt; ist sie darum auch (aus dem oben, S. 241, besprochenen Grunde) nicht weniger unzulänglich, so bietet sie doch ein gewisses [[Interesse]], weil sie allerlei Beiträge zur Naturanschauung der [[Inder]] enthält, daher wir das in Rede stehende [[Adhikaranam]] 2,1,24-25 (S. 475-479) nahezu wörtlich wiedergeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte einwenden: es geht nicht an, das geistige [[Brahman]] allein und ohne anderes als Ursache der Welt anzunehmen, weil zu einem Schaffen allerlei Hilfsmittel erforderlich sind; so nehmen im Leben die Töpfer usw., wenn sie Gefäße, Gewebe u. dgl. machen wollen, allerlei, wie Ton, Stab und Rad oder Fäden zur Hilfe; und so kann man auch nicht annehmen, dass [[Brahman]] ohne alle Hilfsmittel die Welt schaffe. — Hierauf ist zu erwidern, dass die [[Schöpfung]] durch die spezifische Beschaffenheit der Substanz ([[Dratrya]]-[[Svabhava]]-[[Visheshad]], d. h. des [[Brahman]]) zustande kommt, ähnlich wie die Verwandlung der Milch in saure Milch, des Wassers in Eis ohne ein äußeres Hilfsmittel vor sich geht. Allerdings wirkt bei der Umwandlung der Milch in saure Milch die Wärme mit; doch befolgt dabei die Milch allein die in ihr liegenden Umwandlungsgesetze, und der Prozess wird durch die Wärme nur beschleunigt. Läge in der Milch nicht schon die Kraft, saure Milch zu werden, so würde die Wärme auch nicht dazu verhelfen; indem z. B. Wind oder [[Äther]] durch Wärme nicht zu saurer Milch werden können. Das Hinzutreten des Mittels vervollständigt nur den Prozess; aber selbst einer solchen Vervollständigung bedarf es bei Brahman nicht, da dasselbe die erforderlichen Kräfte ([[Shakti]], wovon demnächst) vollständig in sich trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings sind Milch usw. ungeistige Substanzen, und bei geistigen Wesen, wie z. B. bei dem Töpfer, sehen wir ein Zuhilfenehmen von Werkzeugen. So, könnte man meinen, müsse es auch bei [[Brahman]] sein, da er gleichfalls ein geistiges Wesen ist. — Darauf ist zu entgegnen, dass auch [[Gott|Götter]], [[Ahnen]] und [[Rishi]]s, die doch geistige Wesen sind, durch ihre Macht, ohne jedes äußere Mittel, zufolge der ihnen einwohnenden Oberherrlichkeit allein durch die [[Meditation]] viele mannigfach gestaltete Leiber, Paläste, Wagen usw. schaffen, wie dies die [[Hymn]]en und [[Brahmana]]s, sowie die [[Epos|episch]]en und [[Mythologie|mythologisch]]en Werke bezeugen. Ferner ist daran zu erinnern, dass die Spinnen aus sich selbst die Fäden entlassen, dass die Kranichweibchen ohne Samen befruchtet werden, und dass die [[Lotos]]blumen ohne äußeres Vehikel von einem Teiche zum andern wandern. Will man das Zutreffen dieser Vergleiche bestreiten, weil die Götter nur durch Zuhilfenahme der Leiblichkeit, nicht durch ihr geistiges Selbst allein ihre Taten verrichten, weil bei den Spinnen der Speichel, nachdem er durch Verzehren kleinerer Tiere steif geworden, zum Faden wird, weil die Kranichweibchen, indem sie den Ton des Donners hören, befruchtet werden 95, weil die Lotosblumen nicht durch ihren ungeistigen Körper, sondern sofern sie mit [[Geist|Geistig]]em beseelt sind, in den Teichen wandern, sowie auch die Schlingpflanzen an den Bäumen, — so ist zu erwidern, dass die genannten Wesen doch nicht so wie der Töpfer zu ihrer Tätigkeit sich äußerlicher Werkzeuge bedienen, und dass, so wie sie, auch [[Brahman]], worauf es uns ankommt, beim Schaffen keine äußerlichen Mittel zur Hilfe nimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
— Die mangelhafte Kenntnis der Natur und die Schwäche der Argumentation auf diesem Gebiete bedarf nach der mitgeteilten Probe keines weitern Kommentares.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman und die Naturkräfte, nach 2,1,30 und 1,3,30===&lt;br /&gt;
Bei allen Betrachtungen dieses Teiles ist wohl im Auge zu behalten, dass der [[Indien|indisch]]e [[Schöpfung]]sbegriff sich von dein bei uns üblichen wesentlich unterscheidet. Denn während wir darunter ein einmaliges und somit zeitliches Erschaffensein der Welt verstehen, so wird das [[Bewusstsein]] der [[Vedanta|Vedantist]]en von der Vorstellung beherrscht, dass von Ewigkeit her und in Ewigkeit hinein die Welt periodisch aus dem [[Brahman]] hervor und wieder in dasselbe zurückgeht; und zwar beides unzählige Male: ,,der vergangenen und der zukünftigen Weltperioden (Fialpa) ist kein Maß&amp;quot;, wie eine S. 495,10 zitierte Purana-Stelle lautet:&lt;br /&gt;
Aber wie kommt es, dass die Welt in allen ihren Neuschöpfungen sich ihrem Wesen nach gleich bleibt? — Diese Frage nötigt, in der Natur des [[Brahman]] selbst den Grund für diese Konstanz zu suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ferner: wie können aus dem einheitlichen [[Brahman]] die mannigfaltigen Erscheinungen der Natur entspringen? — Auch für diese Mannigfaltigkeit muss der zureichende Grund in [[Brahman]] vorhanden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesen Postulaten haben wir die [[Motiv]]e zu suchen für die Lehre von den mancherlei Kräften ([[Shakti]]), welche in [[Brahman]] enthalten sind, und auf deren Ähnlichkeit mit der platonischen Ideenlehre wir schon (S. 73-74) hingewiesen haben.&lt;br /&gt;
Leider findet sich dieser wertvolle Gedanke in unserm Systeme sehr wenig entwickelt; nur sporadisch taucht er auf, und seine Haltung ist eine unsichere; zuweilen erscheinen die Kräfte des [[Brahman]] als ein bloßer Ausdruck für seine Allmacht, zuweilen bedeuten sie die Samenkräfte der Dinge, welche beine Weltuntergang keimartig in Brahman eingehen, um bei der Neuschöpfung wieder aus ihm hervorzutreten. Wir wollen kurz zusammenfassen, was sich hier und da zerstreut darüber vorfindet.&lt;br /&gt;
„Dass das einheitliche [[Brahman]] die mannigfache Ausbreitung der Erscheinungswelt hervorbringt&amp;quot;, heißt es (S. 486,10), „ist dadurch erklärlich, dass dasselbe sich mit mannigfachen Kräften verbindet.&amp;quot; Zur Begründung wird auf einige Veda-Stellen verwiesen, welche jedoch nichts weiter als die Allmacht des [[Brahman]] (allwirkend ist er, allwünschend, allriechend, allschmeckend usw.) zu besagen scheinen. Das [[Brahman]] ist mit allen Kräften versehen (S. 1125,8), ist mit der Entfaltung vieler Kräfte verknüpft (S. 445,11), der [[Iovara]] besitzt unermessliche Kräfte (S. 490,8), wie daraus hervorgeht, dass er Ursache des Entstehens, Bestehens und Vergehens der Welt ist (S. 1126,1); diese Kräfte, ohne welche [[Brahman]] nicht schaffen könnte (S. 342,6), werden aus der Mannigfaltigkeit der Wirkungen erschlossen (S. 486,2); was ihr Verhältnis zu [[Brahman]] betrifft, so lässt sich aus dem (S. 476,8) gebrauchten Ausdrucke, dass das Brahman „mit Kräften angefüllt&amp;quot; (Paripurnashaktikam) sei, auf die Vorstellung einer [[Immanenz]] dieser Kräfte in [[Brahman]] schließen.&lt;br /&gt;
Die [[Schrift]] (Shvet. 1,3) fahrt zur Annahme einer Kraft des höchsten [[Gott]]es, welche die gesamte Welt schafft und ordnet (S. 358,5). Eben diese nicht in Name und Gestalt entfaltete göttliche Kraft ist der Urstand ([[Prag-Avastha]]) der Namen und Gestalten (S. 358,10); in diesem Urstande war die jetzt entfaltete Welt unentfaltet vorhanden in dem Zustande einer Samenkraft ([[Vija-Shakti-Avastha]], S. 341,9); „wenn „wir&amp;quot; (heißt es S. 342,2 in der Polemik gegen die [[Saiikhya]]s) „irgendeinen selbständigen Urstand der Welt als Ursache „zugäben, so würden wir der Annahme einer materiellen „[Welt-]Ursache Raum geben; aber wir nehmen ja an, dass „jener Urstand der Welt nicht selbständig, sondern von dem „höchsten [[Gott]] abhängig ist. Als solchen nun muss man „ihn notwendig annehmen, und mit gutem Grunde. Denn „ohne ihn ist die Schöpfertätigkeit Gottes nicht möglich, „da eine Aktivität des von Kräften entblößten Gottes nicht „denkbar ist... Diese, im höchsten Gott ruhende, das Un-„offenbare (avyaktam) genannte Samenkraft ist ihrem Wesen „nach Nichtwissen (Avidyal, ein aus Täuschung ([[Mayei]]) be-„stehender, großer Tiefschlaf, in welchem die wandernden „[[Seele]]n liegen, welche des [[Erwachung|Erwachtsein]]s zu ihrer eigenen „Natur [des [[Bewufstsein]]s ihrer Identität mit [[Brahman]]] er-„mangeln.”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach diesen Stellen scheint es, dass &lt;br /&gt;
1. die [[Schöpferkraft|Schöpferkräfte]] des [[Brahman]], &lt;br /&gt;
2. die Samenkräfte der Dinge, und &lt;br /&gt;
3. die (mittels ihres feinen Leibes fortbestehenden) individuellen [[Seele]]n &lt;br /&gt;
in der unbestimmten Vorstellung der Kräfte des [[Brahman]] zusammenfließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sahen bereits (S. 74), wie diese Kräfte bei der jedesmaligen Vernichtung der Welt nicht mit zunichte werden, sondern als Wurzel derselben bestehen bleiben (S. 303,1), und zwar so, dass ihre Beschaffenheit sich nicht ändert (S. 303,2). Hierauf beruht es, dass, trotz des immer wiederholten Weltunterganges, stets dieselben Naturkörper ([[Erde]] usw.), Wesensgattungen ([[Gott|Götter]], Tiere, Menschen usw.) und Weltordnungen ([[Kaste|Kasten]], [[Ashrama]]s) neu hervorgehen (S. 303,4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vielheit dieser Kräfte widerspricht der Einheit des sie enthaltenden [[Brahman]] nicht, sofern die Vielheitskraft ([[Vibhaga]]-[[Shakti]]) vor und nach dem Bestehen der Welt ebenso gut wie das Vielheitstreiben ([[Vibhaga]]-[[Vyavahara]]) während des Bestehens der Welt auf der falschen [[Erkenntnis]] ([[Mithya]]-[[Jnanam]]) beruht (S. 433.13); wie wir in der [[Esotherik|esoterisch]]en [[Kosmologie]] noch des näheren sehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [[Jnana Yoga]]&lt;br /&gt;
* [[Vedanta Schulen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p927_Vedanta-fuer-Anfaenger// Vedanta für Anfänger von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p484_Vedanta-----Der-Ozean-der-Weisheit// Vedanta - Der Ozean der Weisheit von Swami Vivekananda]&lt;br /&gt;
*Paul Deussen: Das System des Vedanta, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906.&lt;br /&gt;
*Soami Divyanand: &#039;&#039;Vedamrit - Die Botschaft der Veden&#039;&#039;. ISBN 3-926696-03-6 (Übersetzung der Veden auf Deutsch, Bd. 1); ISBN 3-926696-13-3 (Bd. 2); ISBN 3-926696-26-5 (Bd. 3)&lt;br /&gt;
*Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Die heiligen Schriften Indiens - Geschichte der Sanskrit-Literatur.&#039;&#039;(edition-sawitri.de)  ISBN 3-931172-22-8&lt;br /&gt;
* Moritz Winternitz: &#039;&#039;Geschichte der Indischen Literatur&#039;&#039;, Leipzig, 1905 - 1922, Vol. I - III. Reprint in englischer Übersetzung: Maurice Winternitz: &#039;&#039;History of Indian Literatur&#039;&#039;, Motilal Barnarsidass, Delhi, 1985.&lt;br /&gt;
*[[ Aurobindo]]: &#039;&#039;Das Geheimnis des Veda&#039;&#039;, 2. Auflage 1997, Hinder + Deelmann, ISBN 3-873481-65-0&lt;br /&gt;
*Lokamanya Bâl Gangâdhar Tilak: &#039;&#039;Orion ou Recherches sur l&#039;Antiquité des Védas&#039;&#039;, Milan, Éditions Archè, 1989&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/category/podcast/meditationsanleitung/ Meditation Anleitungen, darunter einige abstrakte Techniken aus dem Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/Art-Artikel/art_vedanta.html Artikel von Swami Sivananda: Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.sivananda.org/ Divine Life Society - Sivananda Ashram]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/jnana%2Byoga/ro/s/ Seminare zum Thema „Jnana Yoga“]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/ Seminare zum Thema „Vedanta“]&lt;br /&gt;
&amp;lt;rss max=3&amp;gt;https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/?type=2365&amp;lt;/rss&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indische Philosophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hinduismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Deussen Vedantasystem]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vedanta]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Kiara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81603</id>
		<title>Schöpfer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81603"/>
		<updated>2013-12-06T08:46:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kiara: /* Brahman ist die bewirkende und zugleich die materielle Ursache der Welt, nach 1, 4, 23 - 27 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:MP900177808.JPG|thumb]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Brahman als Schöpfer der Welt==&lt;br /&gt;
Artikel aus dem Buch „Das System des [[Vedanta]]“ von Paul Deussen, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906, S. 239 - 247.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Über das Motiv der Schöpfung, nach 2, 1, 32 - 33===&lt;br /&gt;
Wir haben [[Brahman]] kennen gelernt als ein geistiges Wesen; als solches scheint er bei seinen [[Handlung]]en eines Motives zu bedürfen. Denn wir sehen im Leben, wie ein geistiges Wesen, welches erkennt bevor es handelt, z. B. ein Mensch, zu keinem Vornehmen, sei es groß oder gering, sich anschickt, ohne dass ihn ein [[Motiv]] dazu triebe (S. 488,12). Die Anwendung dieser Erfahrungsregel auf Brahman wird, wie es scheint, auch durch die [[Schrift]] bestätigt, wenn sie lehrt (siehe S. 186), dass ihm die [[Welt]] nicht um der Welt willen, sondern um seiner selbst willen lieb ist (S. 489,2). — Nimmt man nun ein Motiv Gottes an, welches ihn zur [[Schöpfung]] der Welt bestimmte, so widerspricht dies seiner Allgenügsamkeit (Pari-Triptatvam), nimmt man aber kein solches an, so wird das Schaffen unmöglich (S. 489,6). — Oder soll man dafür halten, dass Brahman, wie ein unsinniger Mensch, aufs Geratewohl und ohne Motiv zum Schaffen geschritten sei? Dieses wiederum würde seiner Allweisheit (Sarvajnatvam) widersprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss wohl annehmen, dass, wie ein Fürst oder Grösser, welcher alles hat, was er wünscht, auch ohne weiteres Motiv zum bloßen Spiele und Zeitvertreib etwas vornimmt (S. 490,1). oder, wie das Ausatmen und Einatmen ohne äußeres Motiv von selbst vor sich geht (S. 490,2), so auch [[Gott]] von selbst und ohne Motiv zum bloßen Spaße ([[Lila]]) die Welt geschaffen hat; denn ein weiteres Motiv geben Nachdenken und Schriftoffenbarung nicht an die Hand, auch ist es nicht möglich, Gott selbst darüber zu befragen (S. 490,6). Übrigens scheint nur uns die Anordnung dieser Weltscheibe etwas so schwieriges zu sein, für Gott hingegen ist sie, vermöge seiner unermesslichen Allmacht, ein bloßes Spiel (S. 490,8). Und wenn im Leben selbst zum Spiele immer ein schwaches Motiv vorhanden sein muss, so ist doch bei Gott gar kein solches anzunehmen, weil die Schrift verbietet, ihm ein [[Verlangen]] zuzuschreiben (S. 490,9). Dass er deswegen nicht zum Handeln schreiten könne, ist gegen die Schriftlehre von der [[Schöpfung]], dass er unsinnig und aufs Geratewohl gehandelt habe, gegen die Lehre von seiner Allweisheit (S. 490,11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übrigens, so schließt [[Shankara]] diesen Abschnitt, darf man nicht vergessen, dass die ganze Schöpfungslehre sich nur auf diese vom Nichtwissen aufgestellte Welt der Namen und Gestalten bezieht, und dass sie eigentlich nur den Zweck hat, die Identität der [[Natur]] mit Brahman zu lehren (S. 491,1); — eine Bemerkung, welche auch für das gilt, was wir weiter darzustellen haben, und aus dem Streben entspringt, auch die exoterische Schriftlehre als vollgültig festzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman ist die bewirkende und zugleich die materielle Ursache der Welt, nach 1, 4, 23 - 27===&lt;br /&gt;
[[Brahman]] ist zu Eingang des Werkes (1,1,2) definiert worden als „dasjenige, wodurch Ursprung usw. [Bestand und Untergang] der [[Welt]] ist&amp;quot; (vgl. die Definitionen, S. 132), also als die [[Ursache]] der Welt. Das Wort „Ursache&amp;quot; kann aber zweierlei bedeuten, entweder die materielle Ursache ([[Prakriti]], Upadanam), oder die bewirkende Ursache (Nimittam); so ist die Ursache des Gefäßes einerseits der [[Ton]], anderseits der Töpfer, die des Goldschmuckes einerseits das [[Gold]], anderseits der Goldschmied (p. 396,10). — Es fragt sich, in welchem [[Sinn]]e Brahman als die Ursache der Welt zu betrachten ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte meinen, dass Brahman nur als die bewirkende Ursache der Welt gelten kann, weil es von ihm, ehe er zum Schaffen schreitet, heißt:  „er beabsichtigte&amp;quot; (S. 146), und weil er „der Herr&amp;quot; ([[Ishvara]]) genannt wird; beides scheint nur auf eine bewirkende Ursache zu passen (S. 397,5.8). — Dazu kommt, dass Ursache und [[Wirkung]] gleichartig sein müssen; die Welt nun ist vielheitlich, ungeistig und unrein (S. 397,10), was auf Brahman nicht passt und eine materielle Ursache neben ihm als Trägerin dieser Qualitäten zu fordern scheint 1 S. 398,1).&lt;br /&gt;
Die Antwort auf diese [[Bedenken]] lautet, dass Brahman beides, sowohl die materielle als auch die bewirkende Ursache der Welt ist (S. 398,3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Begründung dieser Behauptung an der Eingangsstelle der [[Kosmologie]], von der wir hier handeln, ist eine rein [[Theologie|theologisch]]e (durch Berufung auf [[Veda]]stellen) und kann auf dem Standpunkte, den wir zunächst einnehmen, keine andere sein, weil (ganz abgesehen von dem belegten Bedenken der Ungleichartigkeit von Welt und Brahman, welches hier von unsern Autoren noch übergangen und erst bei einer späten Diskussion wieder aufgenommen und in Betracht gezogen wird, vgl. Kap. XVIII, 1,a) eine Auflösung des Begriffs der [[Materie]] von dem [[Empirismus|empirisch]]en Standpunkte aus, den wir hier noch nicht überschritten haben, unmöglich ist, indem vielmehr die allein richtige Konsequenz dieses Standpunktes die [[Ewigkeit]] der Materie sein würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter diesen Umständen ist es begreiflich, dass [[Shankara]] sich hier begnügt, auf die Schriftstellen hinzuweisen, nach welchen mit der Erkenntnis des [[Brahman]] alles verkannt ist, in welchen er mit dem Tone verglichen wird, dessen Umwandlungen alle auch nur Ton sind; wie es denn z. B. ausdrücklich heißt, vor dem [[Ursprung]] sei nur eines gewesen ohne zweites, Brahman habe begehrt, vieles zu sein, er habe selber sich selbst gemacht, er sei die Geburtsstätte der Wesen, er lasse sie hervorgehen aus sich und ziehe sie wieder zurück wie die [[Spinne]] den Faden, usw. usw. (S. 398-403). Zum Schlusse fertigt unser Autor die oben gemachten Einwendungen und die Berufung auf die Erfahrung mit der Erklärung ab (übersetzt S. 98), es brauche sich hier nicht zu verhalten wie in der [[Erfahrung]], denn es sei hier nicht von einem Gegenstande der Vernunfterkenntnis (Anumanam), sondern der Offenbarung die Rede (S. 403,7), und verweist übrigens auf die späten Untersuchungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman schafft ohne Hilfsmittel, nach 2,1,24-25===&lt;br /&gt;
Weit von der eben behandelten Untersuchung abgetrennt, obwohl sachlich in nächster Beziehung zu derselben stehend, ja teilweise mit ihr zusammenfallend ist die Frage nach den Hilfsmitteln, deren sich [[Brahman]] beim Schaffen bedient. Wie dort durch Zitate aus dem [[Veda]], so wird hier die Beweisführung durch Beispiele aus der Natur bewerkstelligt; ist sie darum auch (aus dem oben, S. 241, besprochenen Grunde) nicht weniger unzulänglich, so bietet sie doch ein gewisses Interesse, weil sie allerlei Beiträge zur Naturanschauung der Inder enthält, daher wir das in Rede stehende [[Adhikaranam]] 2,1,24-25 (S. 475-479) nahezu wörtlich wiedergeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte einwenden: es geht nicht an, das geistige [[Brahman]] allein und ohne anderes als Ursache der Welt anzunehmen, weil zu einem Schaffen allerlei Hilfsmittel erforderlich sind; so nehmen im Leben die Töpfer usw., wenn sie Gefäße, Gewebe u. dgl. machen wollen, allerlei, wie Ton, Stab und Rad oder Fäden zur Hilfe; und so kann man auch nicht annehmen, dass [[Brahman]] ohne alle Hilfsmittel die Welt schaffe. — Hierauf ist zu erwidern, dass die [[Schöpfung]] durch die spezifische Beschaffenheit der Substanz ([[Dratrya]]-[[Svabhava]]-[[Visheshad]], d. h. des [[Brahman]]) zustande kommt, ähnlich wie die Verwandlung der Milch in saure Milch, des Wassers in Eis ohne ein äußeres Hilfsmittel vor sich geht. Allerdings wirkt bei der Umwandlung der Milch in saure Milch die Wärme mit; doch befolgt dabei die Milch allein die in ihr liegenden Umwandlungsgesetze, und der Prozess wird durch die Wärme nur beschleunigt. Läge in der Milch nicht schon die Kraft, saure Milch zu werden, so würde die Wärme auch nicht dazu verhelfen; indem z. B. Wind oder [[Äther]] durch Wärme nicht zu saurer Milch werden können. Das Hinzutreten des Mittels vervollständigt nur den Prozess; aber selbst einer solchen Vervollständigung bedarf es bei Brahman nicht, da dasselbe die erforderlichen Kräfte ([[Shakti]], wovon demnächst) vollständig in sich trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings sind Milch usw. ungeistige Substanzen, und bei geistigen Wesen, wie z. B. bei dem Töpfer, sehen wir ein Zuhilfenehmen von Werkzeugen. So, könnte man meinen, müsse es auch bei [[Brahman]] sein, da er gleichfalls ein geistiges Wesen ist. — Darauf ist zu entgegnen, dass auch [[Gott|Götter]], [[Ahnen]] und [[Rishi]]s, die doch geistige Wesen sind, durch ihre Macht, ohne jedes äußere Mittel, zufolge der ihnen einwohnenden Oberherrlichkeit allein durch die [[Meditation]] viele mannigfach gestaltete Leiber, Paläste, Wagen usw. schaffen, wie dies die [[Hymn]]en und [[Brahmana]]s, sowie die [[Epos|episch]]en und [[Mythologie|mythologisch]]en Werke bezeugen. Ferner ist daran zu erinnern, dass die Spinnen aus sich selbst die Fäden entlassen, dass die Kranichweibchen ohne Samen befruchtet werden, und dass die [[Lotos]]blumen ohne äußeres Vehikel von einem Teiche zum andern wandern. Will man das Zutreffen dieser Vergleiche bestreiten, weil die Götter nur durch Zuhilfenahme der Leiblichkeit, nicht durch ihr geistiges Selbst allein ihre Taten verrichten, weil bei den Spinnen der Speichel, nachdem er durch Verzehren kleinerer Tiere steif geworden, zum Faden wird, weil die Kranichweibchen, indem sie den Ton des Donners hören, befruchtet werden 95, weil die Lotosblumen nicht durch ihren ungeistigen Körper, sondern sofern sie mit [[Geist|Geistig]]em beseelt sind, in den Teichen wandern, sowie auch die Schlingpflanzen an den Bäumen, — so ist zu erwidern, dass die genannten Wesen doch nicht so wie der Töpfer zu ihrer Tätigkeit sich äußerlicher Werkzeuge bedienen, und dass, so wie sie, auch [[Brahman]], worauf es uns ankommt, beim Schaffen keine äußerlichen Mittel zur Hilfe nimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
— Die mangelhafte Kenntnis der Natur und die Schwäche der Argumentation auf diesem Gebiete bedarf nach der mitgeteilten Probe keines weitern Kommentares.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman und die Naturkräfte, nach 2,1,30 und 1,3,30===&lt;br /&gt;
Bei allen Betrachtungen dieses Teiles ist wohl im Auge zu behalten, dass der [[Indien|indisch]]e [[Schöpfung]]sbegriff sich von dein bei uns üblichen wesentlich unterscheidet. Denn während wir darunter ein einmaliges und somit zeitliches Erschaffensein der Welt verstehen, so wird das [[Bewusstsein]] der [[Vedanta|Vedantist]]en von der Vorstellung beherrscht, dass von Ewigkeit her und in Ewigkeit hinein die Welt periodisch aus dem [[Brahman]] hervor und wieder in dasselbe zurückgeht; und zwar beides unzählige Male: ,,der vergangenen und der zukünftigen Weltperioden (Fialpa) ist kein Maß&amp;quot;, wie eine S. 495,10 zitierte Purana-Stelle lautet:&lt;br /&gt;
Aber wie kommt es, dass die Welt in allen ihren Neuschöpfungen sich ihrem Wesen nach gleich bleibt? — Diese Frage nötigt, in der Natur des [[Brahman]] selbst den Grund für diese Konstanz zu suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ferner: wie können aus dem einheitlichen [[Brahman]] die mannigfaltigen Erscheinungen der Natur entspringen? — Auch für diese Mannigfaltigkeit muss der zureichende Grund in [[Brahman]] vorhanden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesen Postulaten haben wir die [[Motiv]]e zu suchen für die Lehre von den mancherlei Kräften ([[Shakti]]), welche in [[Brahman]] enthalten sind, und auf deren Ähnlichkeit mit der platonischen Ideenlehre wir schon (S. 73-74) hingewiesen haben.&lt;br /&gt;
Leider findet sich dieser wertvolle Gedanke in unserm Systeme sehr wenig entwickelt; nur sporadisch taucht er auf, und seine Haltung ist eine unsichere; zuweilen erscheinen die Kräfte des [[Brahman]] als ein bloßer Ausdruck für seine Allmacht, zuweilen bedeuten sie die Samenkräfte der Dinge, welche beine Weltuntergang keimartig in Brahman eingehen, um bei der Neuschöpfung wieder aus ihm hervorzutreten. Wir wollen kurz zusammenfassen, was sich hier und da zerstreut darüber vorfindet.&lt;br /&gt;
„Dass das einheitliche [[Brahman]] die mannigfache Ausbreitung der Erscheinungswelt hervorbringt&amp;quot;, heißt es (S. 486,10), „ist dadurch erklärlich, dass dasselbe sich mit mannigfachen Kräften verbindet.&amp;quot; Zur Begründung wird auf einige Veda-Stellen verwiesen, welche jedoch nichts weiter als die Allmacht des [[Brahman]] (allwirkend ist er, allwünschend, allriechend, allschmeckend usw.) zu besagen scheinen. Das [[Brahman]] ist mit allen Kräften versehen (S. 1125,8), ist mit der Entfaltung vieler Kräfte verknüpft (S. 445,11), der [[Iovara]] besitzt unermessliche Kräfte (S. 490,8), wie daraus hervorgeht, dass er Ursache des Entstehens, Bestehens und Vergehens der Welt ist (S. 1126,1); diese Kräfte, ohne welche [[Brahman]] nicht schaffen könnte (S. 342,6), werden aus der Mannigfaltigkeit der Wirkungen erschlossen (S. 486,2); was ihr Verhältnis zu [[Brahman]] betrifft, so lässt sich aus dem (S. 476,8) gebrauchten Ausdrucke, dass das Brahman „mit Kräften angefüllt&amp;quot; (Paripurnashaktikam) sei, auf die Vorstellung einer [[Immanenz]] dieser Kräfte in [[Brahman]] schließen.&lt;br /&gt;
Die [[Schrift]] (Shvet. 1,3) fahrt zur Annahme einer Kraft des höchsten [[Gott]]es, welche die gesamte Welt schafft und ordnet (S. 358,5). Eben diese nicht in Name und Gestalt entfaltete göttliche Kraft ist der Urstand ([[Prag-Avastha]]) der Namen und Gestalten (S. 358,10); in diesem Urstande war die jetzt entfaltete Welt unentfaltet vorhanden in dem Zustande einer Samenkraft ([[Vija-Shakti-Avastha]], S. 341,9); „wenn „wir&amp;quot; (heißt es S. 342,2 in der Polemik gegen die [[Saiikhya]]s) „irgendeinen selbständigen Urstand der Welt als Ursache „zugäben, so würden wir der Annahme einer materiellen „[Welt-]Ursache Raum geben; aber wir nehmen ja an, dass „jener Urstand der Welt nicht selbständig, sondern von dem „höchsten [[Gott]] abhängig ist. Als solchen nun muss man „ihn notwendig annehmen, und mit gutem Grunde. Denn „ohne ihn ist die Schöpfertätigkeit Gottes nicht möglich, „da eine Aktivität des von Kräften entblößten Gottes nicht „denkbar ist... Diese, im höchsten Gott ruhende, das Un-„offenbare (avyaktam) genannte Samenkraft ist ihrem Wesen „nach Nichtwissen (Avidyal, ein aus Täuschung ([[Mayei]]) be-„stehender, großer Tiefschlaf, in welchem die wandernden „[[Seele]]n liegen, welche des [[Erwachung|Erwachtsein]]s zu ihrer eigenen „Natur [des [[Bewufstsein]]s ihrer Identität mit [[Brahman]]] er-„mangeln.”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach diesen Stellen scheint es, dass &lt;br /&gt;
1. die [[Schöpferkraft|Schöpferkräfte]] des [[Brahman]], &lt;br /&gt;
2. die Samenkräfte der Dinge, und &lt;br /&gt;
3. die (mittels ihres feinen Leibes fortbestehenden) individuellen [[Seele]]n &lt;br /&gt;
in der unbestimmten Vorstellung der Kräfte des [[Brahman]] zusammenfließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sahen bereits (S. 74), wie diese Kräfte bei der jedesmaligen Vernichtung der Welt nicht mit zunichte werden, sondern als Wurzel derselben bestehen bleiben (S. 303,1), und zwar so, dass ihre Beschaffenheit sich nicht ändert (S. 303,2). Hierauf beruht es, dass, trotz des immer wiederholten Weltunterganges, stets dieselben Naturkörper ([[Erde]] usw.), Wesensgattungen ([[Gott|Götter]], Tiere, Menschen usw.) und Weltordnungen ([[Kaste|Kasten]], [[Ashrama]]s) neu hervorgehen (S. 303,4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vielheit dieser Kräfte widerspricht der Einheit des sie enthaltenden [[Brahman]] nicht, sofern die Vielheitskraft ([[Vibhaga]]-[[Shakti]]) vor und nach dem Bestehen der Welt ebenso gut wie das Vielheitstreiben ([[Vibhaga]]-[[Vyavahara]]) während des Bestehens der Welt auf der falschen [[Erkenntnis]] ([[Mithya]]-[[Jnanam]]) beruht (S. 433.13); wie wir in der [[Esotherik|esoterisch]]en [[Kosmologie]] noch des näheren sehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [[Jnana Yoga]]&lt;br /&gt;
* [[Vedanta Schulen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p927_Vedanta-fuer-Anfaenger// Vedanta für Anfänger von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p484_Vedanta-----Der-Ozean-der-Weisheit// Vedanta - Der Ozean der Weisheit von Swami Vivekananda]&lt;br /&gt;
*Paul Deussen: Das System des Vedanta, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906.&lt;br /&gt;
*Soami Divyanand: &#039;&#039;Vedamrit - Die Botschaft der Veden&#039;&#039;. ISBN 3-926696-03-6 (Übersetzung der Veden auf Deutsch, Bd. 1); ISBN 3-926696-13-3 (Bd. 2); ISBN 3-926696-26-5 (Bd. 3)&lt;br /&gt;
*Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Die heiligen Schriften Indiens - Geschichte der Sanskrit-Literatur.&#039;&#039;(edition-sawitri.de)  ISBN 3-931172-22-8&lt;br /&gt;
* Moritz Winternitz: &#039;&#039;Geschichte der Indischen Literatur&#039;&#039;, Leipzig, 1905 - 1922, Vol. I - III. Reprint in englischer Übersetzung: Maurice Winternitz: &#039;&#039;History of Indian Literatur&#039;&#039;, Motilal Barnarsidass, Delhi, 1985.&lt;br /&gt;
*[[ Aurobindo]]: &#039;&#039;Das Geheimnis des Veda&#039;&#039;, 2. Auflage 1997, Hinder + Deelmann, ISBN 3-873481-65-0&lt;br /&gt;
*Lokamanya Bâl Gangâdhar Tilak: &#039;&#039;Orion ou Recherches sur l&#039;Antiquité des Védas&#039;&#039;, Milan, Éditions Archè, 1989&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/category/podcast/meditationsanleitung/ Meditation Anleitungen, darunter einige abstrakte Techniken aus dem Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/Art-Artikel/art_vedanta.html Artikel von Swami Sivananda: Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.sivananda.org/ Divine Life Society - Sivananda Ashram]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/jnana%2Byoga/ro/s/ Seminare zum Thema „Jnana Yoga“]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/ Seminare zum Thema „Vedanta“]&lt;br /&gt;
&amp;lt;rss max=3&amp;gt;https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/?type=2365&amp;lt;/rss&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indische Philosophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hinduismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Deussen Vedantasystem]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vedanta]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Kiara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81599</id>
		<title>Schöpfer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81599"/>
		<updated>2013-12-06T08:44:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kiara: /* Über das Motiv der Schöpfung, nach 2, 1, 32 - 33 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:MP900177808.JPG|thumb]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Brahman als Schöpfer der Welt==&lt;br /&gt;
Artikel aus dem Buch „Das System des [[Vedanta]]“ von Paul Deussen, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906, S. 239 - 247.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Über das Motiv der Schöpfung, nach 2, 1, 32 - 33===&lt;br /&gt;
Wir haben [[Brahman]] kennen gelernt als ein geistiges Wesen; als solches scheint er bei seinen [[Handlung]]en eines Motives zu bedürfen. Denn wir sehen im Leben, wie ein geistiges Wesen, welches erkennt bevor es handelt, z. B. ein Mensch, zu keinem Vornehmen, sei es groß oder gering, sich anschickt, ohne dass ihn ein [[Motiv]] dazu triebe (S. 488,12). Die Anwendung dieser Erfahrungsregel auf Brahman wird, wie es scheint, auch durch die [[Schrift]] bestätigt, wenn sie lehrt (siehe S. 186), dass ihm die [[Welt]] nicht um der Welt willen, sondern um seiner selbst willen lieb ist (S. 489,2). — Nimmt man nun ein Motiv Gottes an, welches ihn zur [[Schöpfung]] der Welt bestimmte, so widerspricht dies seiner Allgenügsamkeit (Pari-Triptatvam), nimmt man aber kein solches an, so wird das Schaffen unmöglich (S. 489,6). — Oder soll man dafür halten, dass Brahman, wie ein unsinniger Mensch, aufs Geratewohl und ohne Motiv zum Schaffen geschritten sei? Dieses wiederum würde seiner Allweisheit (Sarvajnatvam) widersprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss wohl annehmen, dass, wie ein Fürst oder Grösser, welcher alles hat, was er wünscht, auch ohne weiteres Motiv zum bloßen Spiele und Zeitvertreib etwas vornimmt (S. 490,1). oder, wie das Ausatmen und Einatmen ohne äußeres Motiv von selbst vor sich geht (S. 490,2), so auch [[Gott]] von selbst und ohne Motiv zum bloßen Spaße ([[Lila]]) die Welt geschaffen hat; denn ein weiteres Motiv geben Nachdenken und Schriftoffenbarung nicht an die Hand, auch ist es nicht möglich, Gott selbst darüber zu befragen (S. 490,6). Übrigens scheint nur uns die Anordnung dieser Weltscheibe etwas so schwieriges zu sein, für Gott hingegen ist sie, vermöge seiner unermesslichen Allmacht, ein bloßes Spiel (S. 490,8). Und wenn im Leben selbst zum Spiele immer ein schwaches Motiv vorhanden sein muss, so ist doch bei Gott gar kein solches anzunehmen, weil die Schrift verbietet, ihm ein [[Verlangen]] zuzuschreiben (S. 490,9). Dass er deswegen nicht zum Handeln schreiten könne, ist gegen die Schriftlehre von der [[Schöpfung]], dass er unsinnig und aufs Geratewohl gehandelt habe, gegen die Lehre von seiner Allweisheit (S. 490,11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übrigens, so schließt [[Shankara]] diesen Abschnitt, darf man nicht vergessen, dass die ganze Schöpfungslehre sich nur auf diese vom Nichtwissen aufgestellte Welt der Namen und Gestalten bezieht, und dass sie eigentlich nur den Zweck hat, die Identität der [[Natur]] mit Brahman zu lehren (S. 491,1); — eine Bemerkung, welche auch für das gilt, was wir weiter darzustellen haben, und aus dem Streben entspringt, auch die exoterische Schriftlehre als vollgültig festzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman ist die bewirkende und zugleich die materielle Ursache der Welt, nach 1, 4, 23 - 27===&lt;br /&gt;
[[Brahman]] ist zu Eingang des Werkes (1,1,2) definiert worden als „dasjenige, wodurch Ursprung usw. [Bestand und Untergang] der [[Welt]] ist&amp;quot; (vgl. die Definitionen, S. 132), also als die [[Ursache]] der Welt. Das Wort „Ursache&amp;quot; kann aber zweierlei bedeuten, entweder die materielle Ursache ([[Prakriti]], [[Upadanam]]), oder die bewirkende Ursache ([[Nimittam]]); so ist die Ursache des Gefäßes einerseits der [[Ton]], anderseits der Töpfer, die des Goldschmuckes einerseits das [[Gold]], anderseits der Goldschmied (p. 396,10). — Es fragt sich, in welchem [[Sinn]]e Brahman als die Ursache der Welt zu betrachten ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte meinen, dass Brahman nur als die bewirkende Ursache der Welt gelten kann, weil es von ihm, ehe er zum Schaffen schreitet, heißt:  „er beabsichtigte&amp;quot; (S. 146), und weil er „der Herr&amp;quot; ([[Ishvara]]) genannt wird; beides scheint nur auf eine bewirkende Ursache zu passen (S. 397,5.8). — Dazu kommt, dass Ursache und [[Wirkung]] gleichartig sein müssen; die Welt nun ist vielheitlich, ungeistig und unrein (S. 397,10), was auf Brahman nicht passt und eine materielle Ursache neben ihm als Trägerin dieser Qualitäten zu fordern scheint 1 S. 398,1).&lt;br /&gt;
Die Antwort auf diese [[Bedenken]] lautet, dass Brahman beides, sowohl die materielle als auch die bewirkende Ursache der Welt ist (S. 398,3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Begründung dieser Behauptung an der Eingangsstelle der [[Kosmologie]], von der wir hier handeln, ist eine rein [[Theologie|theologisch]]e (durch Berufung auf [[Veda]]stellen) und kann auf dem Standpunkte, den wir zunächst einnehmen, keine andere sein, weil (ganz abgesehen von dem belegten Bedenken der Ungleichartigkeit von Welt und Brahman, welches hier von unsern Autoren noch übergangen und erst bei einer späten Diskussion wieder aufgenommen und in Betracht gezogen wird, vgl. Kap. XVIII, 1,a) eine Auflösung des Begriffs der [[Materie]] von dem [[Empirismus|empirisch]]en Standpunkte aus, den wir hier noch nicht überschritten haben, unmöglich ist, indem vielmehr die allein richtige Konsequenz dieses Standpunktes die [[Ewigkeit]] der Materie sein würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter diesen Umständen ist es begreiflich, dass [[Shankara]] sich hier begnügt, auf die Schriftstellen hinzuweisen, nach welchen mit der Erkenntnis des [[Brahman]] alles verkannt ist, in welchen er mit dem Tone verglichen wird, dessen Umwandlungen alle auch nur Ton sind; wie es denn z. B. ausdrücklich heißt, vor dem [[Ursprung]] sei nur eines gewesen ohne zweites, Brahman habe begehrt, vieles zu sein, er habe selber sich selbst gemacht, er sei die Geburtsstätte der Wesen, er lasse sie hervorgehen aus sich und ziehe sie wieder zurück wie die [[Spinne]] den Faden, usw. usw. (S. 398-403). Zum Schlusse fertigt unser Autor die oben gemachten Einwendungen und die Berufung auf die Erfahrung mit der Erklärung ab (übersetzt S. 98), es brauche sich hier nicht zu verhalten wie in der [[Erfahrung]], denn es sei hier nicht von einem Gegenstande der Vernunfterkenntnis ([[Anumanam]]), sondern der Offenbarung die Rede (S. 403,7), und verweist übrigens auf die späten Untersuchungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman schafft ohne Hilfsmittel, nach 2,1,24-25===&lt;br /&gt;
Weit von der eben behandelten Untersuchung abgetrennt, obwohl sachlich in nächster Beziehung zu derselben stehend, ja teilweise mit ihr zusammenfallend ist die Frage nach den Hilfsmitteln, deren sich [[Brahman]] beim Schaffen bedient. Wie dort durch Zitate aus dem [[Veda]], so wird hier die Beweisführung durch Beispiele aus der Natur bewerkstelligt; ist sie darum auch (aus dem oben, S. 241, besprochenen Grunde) nicht weniger unzulänglich, so bietet sie doch ein gewisses Interesse, weil sie allerlei Beiträge zur Naturanschauung der Inder enthält, daher wir das in Rede stehende [[Adhikaranam]] 2,1,24-25 (S. 475-479) nahezu wörtlich wiedergeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte einwenden: es geht nicht an, das geistige [[Brahman]] allein und ohne anderes als Ursache der Welt anzunehmen, weil zu einem Schaffen allerlei Hilfsmittel erforderlich sind; so nehmen im Leben die Töpfer usw., wenn sie Gefäße, Gewebe u. dgl. machen wollen, allerlei, wie Ton, Stab und Rad oder Fäden zur Hilfe; und so kann man auch nicht annehmen, dass [[Brahman]] ohne alle Hilfsmittel die Welt schaffe. — Hierauf ist zu erwidern, dass die [[Schöpfung]] durch die spezifische Beschaffenheit der Substanz ([[Dratrya]]-[[Svabhava]]-[[Visheshad]], d. h. des [[Brahman]]) zustande kommt, ähnlich wie die Verwandlung der Milch in saure Milch, des Wassers in Eis ohne ein äußeres Hilfsmittel vor sich geht. Allerdings wirkt bei der Umwandlung der Milch in saure Milch die Wärme mit; doch befolgt dabei die Milch allein die in ihr liegenden Umwandlungsgesetze, und der Prozess wird durch die Wärme nur beschleunigt. Läge in der Milch nicht schon die Kraft, saure Milch zu werden, so würde die Wärme auch nicht dazu verhelfen; indem z. B. Wind oder [[Äther]] durch Wärme nicht zu saurer Milch werden können. Das Hinzutreten des Mittels vervollständigt nur den Prozess; aber selbst einer solchen Vervollständigung bedarf es bei Brahman nicht, da dasselbe die erforderlichen Kräfte ([[Shakti]], wovon demnächst) vollständig in sich trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings sind Milch usw. ungeistige Substanzen, und bei geistigen Wesen, wie z. B. bei dem Töpfer, sehen wir ein Zuhilfenehmen von Werkzeugen. So, könnte man meinen, müsse es auch bei [[Brahman]] sein, da er gleichfalls ein geistiges Wesen ist. — Darauf ist zu entgegnen, dass auch [[Gott|Götter]], [[Ahnen]] und [[Rishi]]s, die doch geistige Wesen sind, durch ihre Macht, ohne jedes äußere Mittel, zufolge der ihnen einwohnenden Oberherrlichkeit allein durch die [[Meditation]] viele mannigfach gestaltete Leiber, Paläste, Wagen usw. schaffen, wie dies die [[Hymn]]en und [[Brahmana]]s, sowie die [[Epos|episch]]en und [[Mythologie|mythologisch]]en Werke bezeugen. Ferner ist daran zu erinnern, dass die Spinnen aus sich selbst die Fäden entlassen, dass die Kranichweibchen ohne Samen befruchtet werden, und dass die [[Lotos]]blumen ohne äußeres Vehikel von einem Teiche zum andern wandern. Will man das Zutreffen dieser Vergleiche bestreiten, weil die Götter nur durch Zuhilfenahme der Leiblichkeit, nicht durch ihr geistiges Selbst allein ihre Taten verrichten, weil bei den Spinnen der Speichel, nachdem er durch Verzehren kleinerer Tiere steif geworden, zum Faden wird, weil die Kranichweibchen, indem sie den Ton des Donners hören, befruchtet werden 95, weil die Lotosblumen nicht durch ihren ungeistigen Körper, sondern sofern sie mit [[Geist|Geistig]]em beseelt sind, in den Teichen wandern, sowie auch die Schlingpflanzen an den Bäumen, — so ist zu erwidern, dass die genannten Wesen doch nicht so wie der Töpfer zu ihrer Tätigkeit sich äußerlicher Werkzeuge bedienen, und dass, so wie sie, auch [[Brahman]], worauf es uns ankommt, beim Schaffen keine äußerlichen Mittel zur Hilfe nimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
— Die mangelhafte Kenntnis der Natur und die Schwäche der Argumentation auf diesem Gebiete bedarf nach der mitgeteilten Probe keines weitern Kommentares.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman und die Naturkräfte, nach 2,1,30 und 1,3,30===&lt;br /&gt;
Bei allen Betrachtungen dieses Teiles ist wohl im Auge zu behalten, dass der [[Indien|indisch]]e [[Schöpfung]]sbegriff sich von dein bei uns üblichen wesentlich unterscheidet. Denn während wir darunter ein einmaliges und somit zeitliches Erschaffensein der Welt verstehen, so wird das [[Bewusstsein]] der [[Vedanta|Vedantist]]en von der Vorstellung beherrscht, dass von Ewigkeit her und in Ewigkeit hinein die Welt periodisch aus dem [[Brahman]] hervor und wieder in dasselbe zurückgeht; und zwar beides unzählige Male: ,,der vergangenen und der zukünftigen Weltperioden (Fialpa) ist kein Maß&amp;quot;, wie eine S. 495,10 zitierte Purana-Stelle lautet:&lt;br /&gt;
Aber wie kommt es, dass die Welt in allen ihren Neuschöpfungen sich ihrem Wesen nach gleich bleibt? — Diese Frage nötigt, in der Natur des [[Brahman]] selbst den Grund für diese Konstanz zu suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ferner: wie können aus dem einheitlichen [[Brahman]] die mannigfaltigen Erscheinungen der Natur entspringen? — Auch für diese Mannigfaltigkeit muss der zureichende Grund in [[Brahman]] vorhanden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesen Postulaten haben wir die [[Motiv]]e zu suchen für die Lehre von den mancherlei Kräften ([[Shakti]]), welche in [[Brahman]] enthalten sind, und auf deren Ähnlichkeit mit der platonischen Ideenlehre wir schon (S. 73-74) hingewiesen haben.&lt;br /&gt;
Leider findet sich dieser wertvolle Gedanke in unserm Systeme sehr wenig entwickelt; nur sporadisch taucht er auf, und seine Haltung ist eine unsichere; zuweilen erscheinen die Kräfte des [[Brahman]] als ein bloßer Ausdruck für seine Allmacht, zuweilen bedeuten sie die Samenkräfte der Dinge, welche beine Weltuntergang keimartig in Brahman eingehen, um bei der Neuschöpfung wieder aus ihm hervorzutreten. Wir wollen kurz zusammenfassen, was sich hier und da zerstreut darüber vorfindet.&lt;br /&gt;
„Dass das einheitliche [[Brahman]] die mannigfache Ausbreitung der Erscheinungswelt hervorbringt&amp;quot;, heißt es (S. 486,10), „ist dadurch erklärlich, dass dasselbe sich mit mannigfachen Kräften verbindet.&amp;quot; Zur Begründung wird auf einige Veda-Stellen verwiesen, welche jedoch nichts weiter als die Allmacht des [[Brahman]] (allwirkend ist er, allwünschend, allriechend, allschmeckend usw.) zu besagen scheinen. Das [[Brahman]] ist mit allen Kräften versehen (S. 1125,8), ist mit der Entfaltung vieler Kräfte verknüpft (S. 445,11), der [[Iovara]] besitzt unermessliche Kräfte (S. 490,8), wie daraus hervorgeht, dass er Ursache des Entstehens, Bestehens und Vergehens der Welt ist (S. 1126,1); diese Kräfte, ohne welche [[Brahman]] nicht schaffen könnte (S. 342,6), werden aus der Mannigfaltigkeit der Wirkungen erschlossen (S. 486,2); was ihr Verhältnis zu [[Brahman]] betrifft, so lässt sich aus dem (S. 476,8) gebrauchten Ausdrucke, dass das Brahman „mit Kräften angefüllt&amp;quot; (Paripurnashaktikam) sei, auf die Vorstellung einer [[Immanenz]] dieser Kräfte in [[Brahman]] schließen.&lt;br /&gt;
Die [[Schrift]] (Shvet. 1,3) fahrt zur Annahme einer Kraft des höchsten [[Gott]]es, welche die gesamte Welt schafft und ordnet (S. 358,5). Eben diese nicht in Name und Gestalt entfaltete göttliche Kraft ist der Urstand ([[Prag-Avastha]]) der Namen und Gestalten (S. 358,10); in diesem Urstande war die jetzt entfaltete Welt unentfaltet vorhanden in dem Zustande einer Samenkraft ([[Vija-Shakti-Avastha]], S. 341,9); „wenn „wir&amp;quot; (heißt es S. 342,2 in der Polemik gegen die [[Saiikhya]]s) „irgendeinen selbständigen Urstand der Welt als Ursache „zugäben, so würden wir der Annahme einer materiellen „[Welt-]Ursache Raum geben; aber wir nehmen ja an, dass „jener Urstand der Welt nicht selbständig, sondern von dem „höchsten [[Gott]] abhängig ist. Als solchen nun muss man „ihn notwendig annehmen, und mit gutem Grunde. Denn „ohne ihn ist die Schöpfertätigkeit Gottes nicht möglich, „da eine Aktivität des von Kräften entblößten Gottes nicht „denkbar ist... Diese, im höchsten Gott ruhende, das Un-„offenbare (avyaktam) genannte Samenkraft ist ihrem Wesen „nach Nichtwissen (Avidyal, ein aus Täuschung ([[Mayei]]) be-„stehender, großer Tiefschlaf, in welchem die wandernden „[[Seele]]n liegen, welche des [[Erwachung|Erwachtsein]]s zu ihrer eigenen „Natur [des [[Bewufstsein]]s ihrer Identität mit [[Brahman]]] er-„mangeln.”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach diesen Stellen scheint es, dass &lt;br /&gt;
1. die [[Schöpferkraft|Schöpferkräfte]] des [[Brahman]], &lt;br /&gt;
2. die Samenkräfte der Dinge, und &lt;br /&gt;
3. die (mittels ihres feinen Leibes fortbestehenden) individuellen [[Seele]]n &lt;br /&gt;
in der unbestimmten Vorstellung der Kräfte des [[Brahman]] zusammenfließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sahen bereits (S. 74), wie diese Kräfte bei der jedesmaligen Vernichtung der Welt nicht mit zunichte werden, sondern als Wurzel derselben bestehen bleiben (S. 303,1), und zwar so, dass ihre Beschaffenheit sich nicht ändert (S. 303,2). Hierauf beruht es, dass, trotz des immer wiederholten Weltunterganges, stets dieselben Naturkörper ([[Erde]] usw.), Wesensgattungen ([[Gott|Götter]], Tiere, Menschen usw.) und Weltordnungen ([[Kaste|Kasten]], [[Ashrama]]s) neu hervorgehen (S. 303,4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vielheit dieser Kräfte widerspricht der Einheit des sie enthaltenden [[Brahman]] nicht, sofern die Vielheitskraft ([[Vibhaga]]-[[Shakti]]) vor und nach dem Bestehen der Welt ebenso gut wie das Vielheitstreiben ([[Vibhaga]]-[[Vyavahara]]) während des Bestehens der Welt auf der falschen [[Erkenntnis]] ([[Mithya]]-[[Jnanam]]) beruht (S. 433.13); wie wir in der [[Esotherik|esoterisch]]en [[Kosmologie]] noch des näheren sehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [[Jnana Yoga]]&lt;br /&gt;
* [[Vedanta Schulen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p927_Vedanta-fuer-Anfaenger// Vedanta für Anfänger von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p484_Vedanta-----Der-Ozean-der-Weisheit// Vedanta - Der Ozean der Weisheit von Swami Vivekananda]&lt;br /&gt;
*Paul Deussen: Das System des Vedanta, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906.&lt;br /&gt;
*Soami Divyanand: &#039;&#039;Vedamrit - Die Botschaft der Veden&#039;&#039;. ISBN 3-926696-03-6 (Übersetzung der Veden auf Deutsch, Bd. 1); ISBN 3-926696-13-3 (Bd. 2); ISBN 3-926696-26-5 (Bd. 3)&lt;br /&gt;
*Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Die heiligen Schriften Indiens - Geschichte der Sanskrit-Literatur.&#039;&#039;(edition-sawitri.de)  ISBN 3-931172-22-8&lt;br /&gt;
* Moritz Winternitz: &#039;&#039;Geschichte der Indischen Literatur&#039;&#039;, Leipzig, 1905 - 1922, Vol. I - III. Reprint in englischer Übersetzung: Maurice Winternitz: &#039;&#039;History of Indian Literatur&#039;&#039;, Motilal Barnarsidass, Delhi, 1985.&lt;br /&gt;
*[[ Aurobindo]]: &#039;&#039;Das Geheimnis des Veda&#039;&#039;, 2. Auflage 1997, Hinder + Deelmann, ISBN 3-873481-65-0&lt;br /&gt;
*Lokamanya Bâl Gangâdhar Tilak: &#039;&#039;Orion ou Recherches sur l&#039;Antiquité des Védas&#039;&#039;, Milan, Éditions Archè, 1989&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/category/podcast/meditationsanleitung/ Meditation Anleitungen, darunter einige abstrakte Techniken aus dem Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/Art-Artikel/art_vedanta.html Artikel von Swami Sivananda: Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.sivananda.org/ Divine Life Society - Sivananda Ashram]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/jnana%2Byoga/ro/s/ Seminare zum Thema „Jnana Yoga“]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/ Seminare zum Thema „Vedanta“]&lt;br /&gt;
&amp;lt;rss max=3&amp;gt;https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/?type=2365&amp;lt;/rss&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indische Philosophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hinduismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Deussen Vedantasystem]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vedanta]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Kiara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81598</id>
		<title>Schöpfer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81598"/>
		<updated>2013-12-06T08:43:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kiara: /* Brahman ist die bewirkende und zugleich die materielle Ursache der Welt, nach 1, 4, 23 - 27 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:MP900177808.JPG|thumb]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Brahman als Schöpfer der Welt==&lt;br /&gt;
Artikel aus dem Buch „Das System des [[Vedanta]]“ von Paul Deussen, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906, S. 239 - 247.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Über das Motiv der Schöpfung, nach 2, 1, 32 - 33===&lt;br /&gt;
Wir haben [[Brahman]] kennen gelernt als ein geistiges Wesen; als solches scheint er bei seinen [[Handlung]]en eines Motives zu bedürfen. Denn wir sehen im Leben, wie ein geistiges Wesen, welches erkennt bevor es handelt, z. B. ein Mensch, zu keinem Vornehmen, sei es groß oder gering, sich anschickt, ohne dass ihn ein [[Motiv]] dazu triebe (S. 488,12). Die Anwendung dieser Erfahrungsregel auf Brahman wird, wie es scheint, auch durch die [[Schrift]] bestätigt, wenn sie lehrt (siehe S. 186), dass ihm die [[Welt]] nicht um der Welt willen, sondern um seiner selbst willen lieb ist (S. 489,2). — Nimmt man nun ein Motiv Gottes an, welches ihn zur [[Schöpfung]] der Welt bestimmte, so widerspricht dies seiner Allgenügsamkeit ([[Pari-Triptatvam]]), nimmt man aber kein solches an, so wird das Schaffen unmöglich (S. 489,6). — Oder soll man dafür halten, dass Brahman, wie ein unsinniger Mensch, aufs Geratewohl und ohne Motiv zum Schaffen geschritten sei? Dieses wiederum würde seiner Allweisheit ([[Sarvajnatvam]]) widersprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss wohl annehmen, dass, wie ein Fürst oder Grösser, welcher alles hat, was er wünscht, auch ohne weiteres Motiv zum bloßen Spiele und Zeitvertreib etwas vornimmt (S. 490,1). oder, wie das Ausatmen und Einatmen ohne äußeres Motiv von selbst vor sich geht (S. 490,2), so auch [[Gott]] von selbst und ohne Motiv zum bloßen Spaße ([[Lila]]) die Welt geschaffen hat; denn ein weiteres Motiv geben Nachdenken und Schriftoffenbarung nicht an die Hand, auch ist es nicht möglich, Gott selbst darüber zu befragen (S. 490,6). Übrigens scheint nur uns die Anordnung dieser Weltscheibe etwas so schwieriges zu sein, für Gott hingegen ist sie, vermöge seiner unermesslichen Allmacht, ein bloßes Spiel (S. 490,8). Und wenn im Leben selbst zum Spiele immer ein schwaches Motiv vorhanden sein muss, so ist doch bei Gott gar kein solches anzunehmen, weil die Schrift verbietet, ihm ein [[Verlangen]] zuzuschreiben (S. 490,9). Dass er deswegen nicht zum Handeln schreiten könne, ist gegen die Schriftlehre von der [[Schöpfung]], dass er unsinnig und aufs Geratewohl gehandelt habe, gegen die Lehre von seiner Allweisheit (S. 490,11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übrigens, so schließt [[Shankara]] diesen Abschnitt, darf man nicht vergessen, dass die ganze Schöpfungslehre sich nur auf diese vom Nichtwissen aufgestellte Welt der Namen und Gestalten bezieht, und dass sie eigentlich nur den Zweck hat, die Identität der [[Natur]] mit Brahman zu lehren (S. 491,1); — eine Bemerkung, welche auch für das gilt, was wir weiter darzustellen haben, und aus dem Streben entspringt, auch die exoterische Schriftlehre als vollgültig festzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman ist die bewirkende und zugleich die materielle Ursache der Welt, nach 1, 4, 23 - 27===&lt;br /&gt;
[[Brahman]] ist zu Eingang des Werkes (1,1,2) definiert worden als „dasjenige, wodurch Ursprung usw. [Bestand und Untergang] der [[Welt]] ist&amp;quot; (vgl. die Definitionen, S. 132), also als die [[Ursache]] der Welt. Das Wort „Ursache&amp;quot; kann aber zweierlei bedeuten, entweder die materielle Ursache ([[Prakriti]], [[Upadanam]]), oder die bewirkende Ursache ([[Nimittam]]); so ist die Ursache des Gefäßes einerseits der [[Ton]], anderseits der Töpfer, die des Goldschmuckes einerseits das [[Gold]], anderseits der Goldschmied (p. 396,10). — Es fragt sich, in welchem [[Sinn]]e Brahman als die Ursache der Welt zu betrachten ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte meinen, dass Brahman nur als die bewirkende Ursache der Welt gelten kann, weil es von ihm, ehe er zum Schaffen schreitet, heißt:  „er beabsichtigte&amp;quot; (S. 146), und weil er „der Herr&amp;quot; ([[Ishvara]]) genannt wird; beides scheint nur auf eine bewirkende Ursache zu passen (S. 397,5.8). — Dazu kommt, dass Ursache und [[Wirkung]] gleichartig sein müssen; die Welt nun ist vielheitlich, ungeistig und unrein (S. 397,10), was auf Brahman nicht passt und eine materielle Ursache neben ihm als Trägerin dieser Qualitäten zu fordern scheint 1 S. 398,1).&lt;br /&gt;
Die Antwort auf diese [[Bedenken]] lautet, dass Brahman beides, sowohl die materielle als auch die bewirkende Ursache der Welt ist (S. 398,3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Begründung dieser Behauptung an der Eingangsstelle der [[Kosmologie]], von der wir hier handeln, ist eine rein [[Theologie|theologisch]]e (durch Berufung auf [[Veda]]stellen) und kann auf dem Standpunkte, den wir zunächst einnehmen, keine andere sein, weil (ganz abgesehen von dem belegten Bedenken der Ungleichartigkeit von Welt und Brahman, welches hier von unsern Autoren noch übergangen und erst bei einer späten Diskussion wieder aufgenommen und in Betracht gezogen wird, vgl. Kap. XVIII, 1,a) eine Auflösung des Begriffs der [[Materie]] von dem [[Empirismus|empirisch]]en Standpunkte aus, den wir hier noch nicht überschritten haben, unmöglich ist, indem vielmehr die allein richtige Konsequenz dieses Standpunktes die [[Ewigkeit]] der Materie sein würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter diesen Umständen ist es begreiflich, dass [[Shankara]] sich hier begnügt, auf die Schriftstellen hinzuweisen, nach welchen mit der Erkenntnis des [[Brahman]] alles verkannt ist, in welchen er mit dem Tone verglichen wird, dessen Umwandlungen alle auch nur Ton sind; wie es denn z. B. ausdrücklich heißt, vor dem [[Ursprung]] sei nur eines gewesen ohne zweites, Brahman habe begehrt, vieles zu sein, er habe selber sich selbst gemacht, er sei die Geburtsstätte der Wesen, er lasse sie hervorgehen aus sich und ziehe sie wieder zurück wie die [[Spinne]] den Faden, usw. usw. (S. 398-403). Zum Schlusse fertigt unser Autor die oben gemachten Einwendungen und die Berufung auf die Erfahrung mit der Erklärung ab (übersetzt S. 98), es brauche sich hier nicht zu verhalten wie in der [[Erfahrung]], denn es sei hier nicht von einem Gegenstande der Vernunfterkenntnis ([[Anumanam]]), sondern der Offenbarung die Rede (S. 403,7), und verweist übrigens auf die späten Untersuchungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman schafft ohne Hilfsmittel, nach 2,1,24-25===&lt;br /&gt;
Weit von der eben behandelten Untersuchung abgetrennt, obwohl sachlich in nächster Beziehung zu derselben stehend, ja teilweise mit ihr zusammenfallend ist die Frage nach den Hilfsmitteln, deren sich [[Brahman]] beim Schaffen bedient. Wie dort durch Zitate aus dem [[Veda]], so wird hier die Beweisführung durch Beispiele aus der Natur bewerkstelligt; ist sie darum auch (aus dem oben, S. 241, besprochenen Grunde) nicht weniger unzulänglich, so bietet sie doch ein gewisses Interesse, weil sie allerlei Beiträge zur Naturanschauung der Inder enthält, daher wir das in Rede stehende [[Adhikaranam]] 2,1,24-25 (S. 475-479) nahezu wörtlich wiedergeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte einwenden: es geht nicht an, das geistige [[Brahman]] allein und ohne anderes als Ursache der Welt anzunehmen, weil zu einem Schaffen allerlei Hilfsmittel erforderlich sind; so nehmen im Leben die Töpfer usw., wenn sie Gefäße, Gewebe u. dgl. machen wollen, allerlei, wie Ton, Stab und Rad oder Fäden zur Hilfe; und so kann man auch nicht annehmen, dass [[Brahman]] ohne alle Hilfsmittel die Welt schaffe. — Hierauf ist zu erwidern, dass die [[Schöpfung]] durch die spezifische Beschaffenheit der Substanz ([[Dratrya]]-[[Svabhava]]-[[Visheshad]], d. h. des [[Brahman]]) zustande kommt, ähnlich wie die Verwandlung der Milch in saure Milch, des Wassers in Eis ohne ein äußeres Hilfsmittel vor sich geht. Allerdings wirkt bei der Umwandlung der Milch in saure Milch die Wärme mit; doch befolgt dabei die Milch allein die in ihr liegenden Umwandlungsgesetze, und der Prozess wird durch die Wärme nur beschleunigt. Läge in der Milch nicht schon die Kraft, saure Milch zu werden, so würde die Wärme auch nicht dazu verhelfen; indem z. B. Wind oder [[Äther]] durch Wärme nicht zu saurer Milch werden können. Das Hinzutreten des Mittels vervollständigt nur den Prozess; aber selbst einer solchen Vervollständigung bedarf es bei Brahman nicht, da dasselbe die erforderlichen Kräfte ([[Shakti]], wovon demnächst) vollständig in sich trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings sind Milch usw. ungeistige Substanzen, und bei geistigen Wesen, wie z. B. bei dem Töpfer, sehen wir ein Zuhilfenehmen von Werkzeugen. So, könnte man meinen, müsse es auch bei [[Brahman]] sein, da er gleichfalls ein geistiges Wesen ist. — Darauf ist zu entgegnen, dass auch [[Gott|Götter]], [[Ahnen]] und [[Rishi]]s, die doch geistige Wesen sind, durch ihre Macht, ohne jedes äußere Mittel, zufolge der ihnen einwohnenden Oberherrlichkeit allein durch die [[Meditation]] viele mannigfach gestaltete Leiber, Paläste, Wagen usw. schaffen, wie dies die [[Hymn]]en und [[Brahmana]]s, sowie die [[Epos|episch]]en und [[Mythologie|mythologisch]]en Werke bezeugen. Ferner ist daran zu erinnern, dass die Spinnen aus sich selbst die Fäden entlassen, dass die Kranichweibchen ohne Samen befruchtet werden, und dass die [[Lotos]]blumen ohne äußeres Vehikel von einem Teiche zum andern wandern. Will man das Zutreffen dieser Vergleiche bestreiten, weil die Götter nur durch Zuhilfenahme der Leiblichkeit, nicht durch ihr geistiges Selbst allein ihre Taten verrichten, weil bei den Spinnen der Speichel, nachdem er durch Verzehren kleinerer Tiere steif geworden, zum Faden wird, weil die Kranichweibchen, indem sie den Ton des Donners hören, befruchtet werden 95, weil die Lotosblumen nicht durch ihren ungeistigen Körper, sondern sofern sie mit [[Geist|Geistig]]em beseelt sind, in den Teichen wandern, sowie auch die Schlingpflanzen an den Bäumen, — so ist zu erwidern, dass die genannten Wesen doch nicht so wie der Töpfer zu ihrer Tätigkeit sich äußerlicher Werkzeuge bedienen, und dass, so wie sie, auch [[Brahman]], worauf es uns ankommt, beim Schaffen keine äußerlichen Mittel zur Hilfe nimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
— Die mangelhafte Kenntnis der Natur und die Schwäche der Argumentation auf diesem Gebiete bedarf nach der mitgeteilten Probe keines weitern Kommentares.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman und die Naturkräfte, nach 2,1,30 und 1,3,30===&lt;br /&gt;
Bei allen Betrachtungen dieses Teiles ist wohl im Auge zu behalten, dass der [[Indien|indisch]]e [[Schöpfung]]sbegriff sich von dein bei uns üblichen wesentlich unterscheidet. Denn während wir darunter ein einmaliges und somit zeitliches Erschaffensein der Welt verstehen, so wird das [[Bewusstsein]] der [[Vedanta|Vedantist]]en von der Vorstellung beherrscht, dass von Ewigkeit her und in Ewigkeit hinein die Welt periodisch aus dem [[Brahman]] hervor und wieder in dasselbe zurückgeht; und zwar beides unzählige Male: ,,der vergangenen und der zukünftigen Weltperioden (Fialpa) ist kein Maß&amp;quot;, wie eine S. 495,10 zitierte Purana-Stelle lautet:&lt;br /&gt;
Aber wie kommt es, dass die Welt in allen ihren Neuschöpfungen sich ihrem Wesen nach gleich bleibt? — Diese Frage nötigt, in der Natur des [[Brahman]] selbst den Grund für diese Konstanz zu suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ferner: wie können aus dem einheitlichen [[Brahman]] die mannigfaltigen Erscheinungen der Natur entspringen? — Auch für diese Mannigfaltigkeit muss der zureichende Grund in [[Brahman]] vorhanden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesen Postulaten haben wir die [[Motiv]]e zu suchen für die Lehre von den mancherlei Kräften ([[Shakti]]), welche in [[Brahman]] enthalten sind, und auf deren Ähnlichkeit mit der platonischen Ideenlehre wir schon (S. 73-74) hingewiesen haben.&lt;br /&gt;
Leider findet sich dieser wertvolle Gedanke in unserm Systeme sehr wenig entwickelt; nur sporadisch taucht er auf, und seine Haltung ist eine unsichere; zuweilen erscheinen die Kräfte des [[Brahman]] als ein bloßer Ausdruck für seine Allmacht, zuweilen bedeuten sie die Samenkräfte der Dinge, welche beine Weltuntergang keimartig in Brahman eingehen, um bei der Neuschöpfung wieder aus ihm hervorzutreten. Wir wollen kurz zusammenfassen, was sich hier und da zerstreut darüber vorfindet.&lt;br /&gt;
„Dass das einheitliche [[Brahman]] die mannigfache Ausbreitung der Erscheinungswelt hervorbringt&amp;quot;, heißt es (S. 486,10), „ist dadurch erklärlich, dass dasselbe sich mit mannigfachen Kräften verbindet.&amp;quot; Zur Begründung wird auf einige Veda-Stellen verwiesen, welche jedoch nichts weiter als die Allmacht des [[Brahman]] (allwirkend ist er, allwünschend, allriechend, allschmeckend usw.) zu besagen scheinen. Das [[Brahman]] ist mit allen Kräften versehen (S. 1125,8), ist mit der Entfaltung vieler Kräfte verknüpft (S. 445,11), der [[Iovara]] besitzt unermessliche Kräfte (S. 490,8), wie daraus hervorgeht, dass er Ursache des Entstehens, Bestehens und Vergehens der Welt ist (S. 1126,1); diese Kräfte, ohne welche [[Brahman]] nicht schaffen könnte (S. 342,6), werden aus der Mannigfaltigkeit der Wirkungen erschlossen (S. 486,2); was ihr Verhältnis zu [[Brahman]] betrifft, so lässt sich aus dem (S. 476,8) gebrauchten Ausdrucke, dass das Brahman „mit Kräften angefüllt&amp;quot; (Paripurnashaktikam) sei, auf die Vorstellung einer [[Immanenz]] dieser Kräfte in [[Brahman]] schließen.&lt;br /&gt;
Die [[Schrift]] (Shvet. 1,3) fahrt zur Annahme einer Kraft des höchsten [[Gott]]es, welche die gesamte Welt schafft und ordnet (S. 358,5). Eben diese nicht in Name und Gestalt entfaltete göttliche Kraft ist der Urstand ([[Prag-Avastha]]) der Namen und Gestalten (S. 358,10); in diesem Urstande war die jetzt entfaltete Welt unentfaltet vorhanden in dem Zustande einer Samenkraft ([[Vija-Shakti-Avastha]], S. 341,9); „wenn „wir&amp;quot; (heißt es S. 342,2 in der Polemik gegen die [[Saiikhya]]s) „irgendeinen selbständigen Urstand der Welt als Ursache „zugäben, so würden wir der Annahme einer materiellen „[Welt-]Ursache Raum geben; aber wir nehmen ja an, dass „jener Urstand der Welt nicht selbständig, sondern von dem „höchsten [[Gott]] abhängig ist. Als solchen nun muss man „ihn notwendig annehmen, und mit gutem Grunde. Denn „ohne ihn ist die Schöpfertätigkeit Gottes nicht möglich, „da eine Aktivität des von Kräften entblößten Gottes nicht „denkbar ist... Diese, im höchsten Gott ruhende, das Un-„offenbare (avyaktam) genannte Samenkraft ist ihrem Wesen „nach Nichtwissen (Avidyal, ein aus Täuschung ([[Mayei]]) be-„stehender, großer Tiefschlaf, in welchem die wandernden „[[Seele]]n liegen, welche des [[Erwachung|Erwachtsein]]s zu ihrer eigenen „Natur [des [[Bewufstsein]]s ihrer Identität mit [[Brahman]]] er-„mangeln.”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach diesen Stellen scheint es, dass &lt;br /&gt;
1. die [[Schöpferkraft|Schöpferkräfte]] des [[Brahman]], &lt;br /&gt;
2. die Samenkräfte der Dinge, und &lt;br /&gt;
3. die (mittels ihres feinen Leibes fortbestehenden) individuellen [[Seele]]n &lt;br /&gt;
in der unbestimmten Vorstellung der Kräfte des [[Brahman]] zusammenfließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sahen bereits (S. 74), wie diese Kräfte bei der jedesmaligen Vernichtung der Welt nicht mit zunichte werden, sondern als Wurzel derselben bestehen bleiben (S. 303,1), und zwar so, dass ihre Beschaffenheit sich nicht ändert (S. 303,2). Hierauf beruht es, dass, trotz des immer wiederholten Weltunterganges, stets dieselben Naturkörper ([[Erde]] usw.), Wesensgattungen ([[Gott|Götter]], Tiere, Menschen usw.) und Weltordnungen ([[Kaste|Kasten]], [[Ashrama]]s) neu hervorgehen (S. 303,4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vielheit dieser Kräfte widerspricht der Einheit des sie enthaltenden [[Brahman]] nicht, sofern die Vielheitskraft ([[Vibhaga]]-[[Shakti]]) vor und nach dem Bestehen der Welt ebenso gut wie das Vielheitstreiben ([[Vibhaga]]-[[Vyavahara]]) während des Bestehens der Welt auf der falschen [[Erkenntnis]] ([[Mithya]]-[[Jnanam]]) beruht (S. 433.13); wie wir in der [[Esotherik|esoterisch]]en [[Kosmologie]] noch des näheren sehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [[Jnana Yoga]]&lt;br /&gt;
* [[Vedanta Schulen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p927_Vedanta-fuer-Anfaenger// Vedanta für Anfänger von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p484_Vedanta-----Der-Ozean-der-Weisheit// Vedanta - Der Ozean der Weisheit von Swami Vivekananda]&lt;br /&gt;
*Paul Deussen: Das System des Vedanta, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906.&lt;br /&gt;
*Soami Divyanand: &#039;&#039;Vedamrit - Die Botschaft der Veden&#039;&#039;. ISBN 3-926696-03-6 (Übersetzung der Veden auf Deutsch, Bd. 1); ISBN 3-926696-13-3 (Bd. 2); ISBN 3-926696-26-5 (Bd. 3)&lt;br /&gt;
*Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Die heiligen Schriften Indiens - Geschichte der Sanskrit-Literatur.&#039;&#039;(edition-sawitri.de)  ISBN 3-931172-22-8&lt;br /&gt;
* Moritz Winternitz: &#039;&#039;Geschichte der Indischen Literatur&#039;&#039;, Leipzig, 1905 - 1922, Vol. I - III. Reprint in englischer Übersetzung: Maurice Winternitz: &#039;&#039;History of Indian Literatur&#039;&#039;, Motilal Barnarsidass, Delhi, 1985.&lt;br /&gt;
*[[ Aurobindo]]: &#039;&#039;Das Geheimnis des Veda&#039;&#039;, 2. Auflage 1997, Hinder + Deelmann, ISBN 3-873481-65-0&lt;br /&gt;
*Lokamanya Bâl Gangâdhar Tilak: &#039;&#039;Orion ou Recherches sur l&#039;Antiquité des Védas&#039;&#039;, Milan, Éditions Archè, 1989&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/category/podcast/meditationsanleitung/ Meditation Anleitungen, darunter einige abstrakte Techniken aus dem Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/Art-Artikel/art_vedanta.html Artikel von Swami Sivananda: Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.sivananda.org/ Divine Life Society - Sivananda Ashram]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/jnana%2Byoga/ro/s/ Seminare zum Thema „Jnana Yoga“]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/ Seminare zum Thema „Vedanta“]&lt;br /&gt;
&amp;lt;rss max=3&amp;gt;https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/?type=2365&amp;lt;/rss&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indische Philosophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hinduismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Deussen Vedantasystem]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vedanta]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Kiara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81591</id>
		<title>Schöpfer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81591"/>
		<updated>2013-12-06T08:31:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kiara: /* Brahman ist die bewirkende und zugleich die materielle Ursache der Welt, nach 1,4,23-27 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:MP900177808.JPG|thumb]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Brahman als Schöpfer der Welt==&lt;br /&gt;
Artikel aus dem Buch „Das System des [[Vedanta]]“ von Paul Deussen, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906, S. 239 - 247.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Über das Motiv der Schöpfung, nach 2, 1, 32 - 33===&lt;br /&gt;
Wir haben [[Brahman]] kennen gelernt als ein geistiges Wesen; als solches scheint er bei seinen [[Handlung]]en eines Motives zu bedürfen. Denn wir sehen im Leben, wie ein geistiges Wesen, welches erkennt bevor es handelt, z. B. ein Mensch, zu keinem Vornehmen, sei es groß oder gering, sich anschickt, ohne dass ihn ein [[Motiv]] dazu triebe (S. 488,12). Die Anwendung dieser Erfahrungsregel auf Brahman wird, wie es scheint, auch durch die [[Schrift]] bestätigt, wenn sie lehrt (siehe S. 186), dass ihm die [[Welt]] nicht um der Welt willen, sondern um seiner selbst willen lieb ist (S. 489,2). — Nimmt man nun ein Motiv Gottes an, welches ihn zur [[Schöpfung]] der Welt bestimmte, so widerspricht dies seiner Allgenügsamkeit ([[Pari-Triptatvam]]), nimmt man aber kein solches an, so wird das Schaffen unmöglich (S. 489,6). — Oder soll man dafür halten, dass Brahman, wie ein unsinniger Mensch, aufs Geratewohl und ohne Motiv zum Schaffen geschritten sei? Dieses wiederum würde seiner Allweisheit ([[Sarvajnatvam]]) widersprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss wohl annehmen, dass, wie ein Fürst oder Grösser, welcher alles hat, was er wünscht, auch ohne weiteres Motiv zum bloßen Spiele und Zeitvertreib etwas vornimmt (S. 490,1). oder, wie das Ausatmen und Einatmen ohne äußeres Motiv von selbst vor sich geht (S. 490,2), so auch [[Gott]] von selbst und ohne Motiv zum bloßen Spaße ([[Lila]]) die Welt geschaffen hat; denn ein weiteres Motiv geben Nachdenken und Schriftoffenbarung nicht an die Hand, auch ist es nicht möglich, Gott selbst darüber zu befragen (S. 490,6). Übrigens scheint nur uns die Anordnung dieser Weltscheibe etwas so schwieriges zu sein, für Gott hingegen ist sie, vermöge seiner unermesslichen Allmacht, ein bloßes Spiel (S. 490,8). Und wenn im Leben selbst zum Spiele immer ein schwaches Motiv vorhanden sein muss, so ist doch bei Gott gar kein solches anzunehmen, weil die Schrift verbietet, ihm ein [[Verlangen]] zuzuschreiben (S. 490,9). Dass er deswegen nicht zum Handeln schreiten könne, ist gegen die Schriftlehre von der [[Schöpfung]], dass er unsinnig und aufs Geratewohl gehandelt habe, gegen die Lehre von seiner Allweisheit (S. 490,11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übrigens, so schließt [[Shankara]] diesen Abschnitt, darf man nicht vergessen, dass die ganze Schöpfungslehre sich nur auf diese vom Nichtwissen aufgestellte Welt der Namen und Gestalten bezieht, und dass sie eigentlich nur den Zweck hat, die Identität der [[Natur]] mit Brahman zu lehren (S. 491,1); — eine Bemerkung, welche auch für das gilt, was wir weiter darzustellen haben, und aus dem Streben entspringt, auch die exoterische Schriftlehre als vollgültig festzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman ist die bewirkende und zugleich die materielle Ursache der Welt, nach 1, 4, 23 - 27===&lt;br /&gt;
[[Brahman]] ist zu Eingang des Werkes (1,1,2) definiert worden als „dasjenige, wodurch Ursprung usw. [Bestand und Untergang] der [[Welt]] ist&amp;quot; (vgl. die Definitionen, S. 132), also als die Ursache der Welt. Das Wort „[[Ursache]]&amp;quot; kann aber zweierlei bedeuten, entweder die materielle Ursache ([[Prakriti]], [[Upadanam]]), oder die bewirkende Ursache ([[Nimittam]]); so ist die Ursache des Gefäßes einerseits der [[Ton]], anderseits der Töpfer, die des Goldschmuckes einerseits das [[Gold]], anderseits der Goldschmied (p. 396,10). — Es fragt sich, in welchem [[Sinn]]e Brahman als die Ursache der Welt zu betrachten ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte meinen, dass Brahman nur als die bewirkende Ursache der Welt gelten kann, weil es von ihm, ehe er zum Schaffen schreitet, heißt:  „er beabsichtigte&amp;quot; (S. 146), und weil er „der Herr&amp;quot; ([[Ishvara]]) genannt wird; beides scheint nur auf eine bewirkende Ursache zu passen (S. 397,5.8). — Dazu kommt, dass Ursache und [[Wirkung]] gleichartig sein müssen; die Welt nun ist vielheitlich, ungeistig und unrein (S. 397,10), was auf Brahman nicht passt und eine materielle Ursache neben ihm als Trägerin dieser Qualitäten zu fordern scheint 1 S. 398,1).&lt;br /&gt;
Die Antwort auf diese [[Bedenken]] lautet, dass Brahman beides, sowohl die materielle als auch die bewirkende Ursache der Welt ist (S. 398,3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Begründung dieser Behauptung an der Eingangsstelle der [[Kosmologie]], von der wir hier handeln, ist eine rein [[Theologie|theologisch]]e (durch Berufung auf [[Veda]]stellen) und kann auf dem Standpunkte, den wir zunächst einnehmen, keine andere sein, weil (ganz abgesehen von dem belegten Bedenken der Ungleichartigkeit von Welt und Brahman, welches hier von unsern Autoren noch übergangen und erst bei einer späten Diskussion wieder aufgenommen und in Betracht gezogen wird, vgl. Kap. XVIII, 1,a) eine Auflösung des Begriffs der [[Materie]] von dem [[Empirismus|empirisch]]en Standpunkte aus, den wir hier noch nicht überschritten haben, unmöglich ist, indem vielmehr die allein richtige Konsequenz dieses Standpunktes die [[Ewigkeit]] der Materie sein würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter diesen Umständen ist es begreiflich, dass [[Shankara]] sich hier begnügt, auf die Schriftstellen hinzuweisen, nach welchen mit der Erkenntnis des [[Brahman]] alles verkannt ist, in welchen er mit dem Tone verglichen wird, dessen Umwandlungen alle auch nur Ton sind; wie es denn z. B. ausdrücklich heißt, vor dem Ursprung sei nur eines gewesen ohne zweites, Brahman habe begehrt, vieles zu sein, er habe selber sich selbst gemacht, er sei die Geburtsstätte der Wesen, er lasse sie hervorgehen aus sich und ziehe sie wieder zurück wie die Spinne den Faden, usw. usw. (S. 398-403). Zum Schlusse fertigt unser Autor die oben gemachten Einwendungen und die Berufung auf die Erfahrung mit der Erklärung ab (übersetzt S. 98), es brauche sich hier nicht zu verhalten wie in der Erfahrung, denn es sei hier nicht von einem Gegenstande der Vernunfterkenntnis ([[Anumanam]]), sondern der Offenbarung die Rede (S. 403,7), und verweist übrigens auf die späten Untersuchungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman schafft ohne Hilfsmittel, nach 2,1,24-25===&lt;br /&gt;
Weit von der eben behandelten Untersuchung abgetrennt, obwohl sachlich in nächster Beziehung zu derselben stehend, ja teilweise mit ihr zusammenfallend ist die Frage nach den Hilfsmitteln, deren sich [[Brahman]] beim Schaffen bedient. Wie dort durch Zitate aus dem [[Veda]], so wird hier die Beweisführung durch Beispiele aus der Natur bewerkstelligt; ist sie darum auch (aus dem oben, S. 241, besprochenen Grunde) nicht weniger unzulänglich, so bietet sie doch ein gewisses Interesse, weil sie allerlei Beiträge zur Naturanschauung der Inder enthält, daher wir das in Rede stehende [[Adhikaranam]] 2,1,24-25 (S. 475-479) nahezu wörtlich wiedergeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte einwenden: es geht nicht an, das geistige [[Brahman]] allein und ohne anderes als Ursache der Welt anzunehmen, weil zu einem Schaffen allerlei Hilfsmittel erforderlich sind; so nehmen im Leben die Töpfer usw., wenn sie Gefäße, Gewebe u. dgl. machen wollen, allerlei, wie Ton, Stab und Rad oder Fäden zur Hilfe; und so kann man auch nicht annehmen, dass [[Brahman]] ohne alle Hilfsmittel die Welt schaffe. — Hierauf ist zu erwidern, dass die [[Schöpfung]] durch die spezifische Beschaffenheit der Substanz ([[Dratrya]]-[[Svabhava]]-[[Visheshad]], d. h. des [[Brahman]]) zustande kommt, ähnlich wie die Verwandlung der Milch in saure Milch, des Wassers in Eis ohne ein äußeres Hilfsmittel vor sich geht. Allerdings wirkt bei der Umwandlung der Milch in saure Milch die Wärme mit; doch befolgt dabei die Milch allein die in ihr liegenden Umwandlungsgesetze, und der Prozess wird durch die Wärme nur beschleunigt. Läge in der Milch nicht schon die Kraft, saure Milch zu werden, so würde die Wärme auch nicht dazu verhelfen; indem z. B. Wind oder [[Äther]] durch Wärme nicht zu saurer Milch werden können. Das Hinzutreten des Mittels vervollständigt nur den Prozess; aber selbst einer solchen Vervollständigung bedarf es bei Brahman nicht, da dasselbe die erforderlichen Kräfte ([[Shakti]], wovon demnächst) vollständig in sich trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings sind Milch usw. ungeistige Substanzen, und bei geistigen Wesen, wie z. B. bei dem Töpfer, sehen wir ein Zuhilfenehmen von Werkzeugen. So, könnte man meinen, müsse es auch bei [[Brahman]] sein, da er gleichfalls ein geistiges Wesen ist. — Darauf ist zu entgegnen, dass auch [[Gott|Götter]], [[Ahnen]] und [[Rishi]]s, die doch geistige Wesen sind, durch ihre Macht, ohne jedes äußere Mittel, zufolge der ihnen einwohnenden Oberherrlichkeit allein durch die [[Meditation]] viele mannigfach gestaltete Leiber, Paläste, Wagen usw. schaffen, wie dies die [[Hymn]]en und [[Brahmana]]s, sowie die [[Epos|episch]]en und [[Mythologie|mythologisch]]en Werke bezeugen. Ferner ist daran zu erinnern, dass die Spinnen aus sich selbst die Fäden entlassen, dass die Kranichweibchen ohne Samen befruchtet werden, und dass die [[Lotos]]blumen ohne äußeres Vehikel von einem Teiche zum andern wandern. Will man das Zutreffen dieser Vergleiche bestreiten, weil die Götter nur durch Zuhilfenahme der Leiblichkeit, nicht durch ihr geistiges Selbst allein ihre Taten verrichten, weil bei den Spinnen der Speichel, nachdem er durch Verzehren kleinerer Tiere steif geworden, zum Faden wird, weil die Kranichweibchen, indem sie den Ton des Donners hören, befruchtet werden 95, weil die Lotosblumen nicht durch ihren ungeistigen Körper, sondern sofern sie mit [[Geist|Geistig]]em beseelt sind, in den Teichen wandern, sowie auch die Schlingpflanzen an den Bäumen, — so ist zu erwidern, dass die genannten Wesen doch nicht so wie der Töpfer zu ihrer Tätigkeit sich äußerlicher Werkzeuge bedienen, und dass, so wie sie, auch [[Brahman]], worauf es uns ankommt, beim Schaffen keine äußerlichen Mittel zur Hilfe nimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
— Die mangelhafte Kenntnis der Natur und die Schwäche der Argumentation auf diesem Gebiete bedarf nach der mitgeteilten Probe keines weitern Kommentares.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman und die Naturkräfte, nach 2,1,30 und 1,3,30===&lt;br /&gt;
Bei allen Betrachtungen dieses Teiles ist wohl im Auge zu behalten, dass der [[Indien|indisch]]e [[Schöpfung]]sbegriff sich von dein bei uns üblichen wesentlich unterscheidet. Denn während wir darunter ein einmaliges und somit zeitliches Erschaffensein der Welt verstehen, so wird das [[Bewusstsein]] der [[Vedanta|Vedantist]]en von der Vorstellung beherrscht, dass von Ewigkeit her und in Ewigkeit hinein die Welt periodisch aus dem [[Brahman]] hervor und wieder in dasselbe zurückgeht; und zwar beides unzählige Male: ,,der vergangenen und der zukünftigen Weltperioden (Fialpa) ist kein Maß&amp;quot;, wie eine S. 495,10 zitierte Purana-Stelle lautet:&lt;br /&gt;
Aber wie kommt es, dass die Welt in allen ihren Neuschöpfungen sich ihrem Wesen nach gleich bleibt? — Diese Frage nötigt, in der Natur des [[Brahman]] selbst den Grund für diese Konstanz zu suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ferner: wie können aus dem einheitlichen [[Brahman]] die mannigfaltigen Erscheinungen der Natur entspringen? — Auch für diese Mannigfaltigkeit muss der zureichende Grund in [[Brahman]] vorhanden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesen Postulaten haben wir die [[Motiv]]e zu suchen für die Lehre von den mancherlei Kräften ([[Shakti]]), welche in [[Brahman]] enthalten sind, und auf deren Ähnlichkeit mit der platonischen Ideenlehre wir schon (S. 73-74) hingewiesen haben.&lt;br /&gt;
Leider findet sich dieser wertvolle Gedanke in unserm Systeme sehr wenig entwickelt; nur sporadisch taucht er auf, und seine Haltung ist eine unsichere; zuweilen erscheinen die Kräfte des [[Brahman]] als ein bloßer Ausdruck für seine Allmacht, zuweilen bedeuten sie die Samenkräfte der Dinge, welche beine Weltuntergang keimartig in Brahman eingehen, um bei der Neuschöpfung wieder aus ihm hervorzutreten. Wir wollen kurz zusammenfassen, was sich hier und da zerstreut darüber vorfindet.&lt;br /&gt;
„Dass das einheitliche [[Brahman]] die mannigfache Ausbreitung der Erscheinungswelt hervorbringt&amp;quot;, heißt es (S. 486,10), „ist dadurch erklärlich, dass dasselbe sich mit mannigfachen Kräften verbindet.&amp;quot; Zur Begründung wird auf einige Veda-Stellen verwiesen, welche jedoch nichts weiter als die Allmacht des [[Brahman]] (allwirkend ist er, allwünschend, allriechend, allschmeckend usw.) zu besagen scheinen. Das [[Brahman]] ist mit allen Kräften versehen (S. 1125,8), ist mit der Entfaltung vieler Kräfte verknüpft (S. 445,11), der [[Iovara]] besitzt unermessliche Kräfte (S. 490,8), wie daraus hervorgeht, dass er Ursache des Entstehens, Bestehens und Vergehens der Welt ist (S. 1126,1); diese Kräfte, ohne welche [[Brahman]] nicht schaffen könnte (S. 342,6), werden aus der Mannigfaltigkeit der Wirkungen erschlossen (S. 486,2); was ihr Verhältnis zu [[Brahman]] betrifft, so lässt sich aus dem (S. 476,8) gebrauchten Ausdrucke, dass das Brahman „mit Kräften angefüllt&amp;quot; (Paripurnashaktikam) sei, auf die Vorstellung einer [[Immanenz]] dieser Kräfte in [[Brahman]] schließen.&lt;br /&gt;
Die [[Schrift]] (Shvet. 1,3) fahrt zur Annahme einer Kraft des höchsten [[Gott]]es, welche die gesamte Welt schafft und ordnet (S. 358,5). Eben diese nicht in Name und Gestalt entfaltete göttliche Kraft ist der Urstand ([[Prag-Avastha]]) der Namen und Gestalten (S. 358,10); in diesem Urstande war die jetzt entfaltete Welt unentfaltet vorhanden in dem Zustande einer Samenkraft ([[Vija-Shakti-Avastha]], S. 341,9); „wenn „wir&amp;quot; (heißt es S. 342,2 in der Polemik gegen die [[Saiikhya]]s) „irgendeinen selbständigen Urstand der Welt als Ursache „zugäben, so würden wir der Annahme einer materiellen „[Welt-]Ursache Raum geben; aber wir nehmen ja an, dass „jener Urstand der Welt nicht selbständig, sondern von dem „höchsten [[Gott]] abhängig ist. Als solchen nun muss man „ihn notwendig annehmen, und mit gutem Grunde. Denn „ohne ihn ist die Schöpfertätigkeit Gottes nicht möglich, „da eine Aktivität des von Kräften entblößten Gottes nicht „denkbar ist... Diese, im höchsten Gott ruhende, das Un-„offenbare (avyaktam) genannte Samenkraft ist ihrem Wesen „nach Nichtwissen (Avidyal, ein aus Täuschung ([[Mayei]]) be-„stehender, großer Tiefschlaf, in welchem die wandernden „[[Seele]]n liegen, welche des [[Erwachung|Erwachtsein]]s zu ihrer eigenen „Natur [des [[Bewufstsein]]s ihrer Identität mit [[Brahman]]] er-„mangeln.”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach diesen Stellen scheint es, dass &lt;br /&gt;
1. die [[Schöpferkraft|Schöpferkräfte]] des [[Brahman]], &lt;br /&gt;
2. die Samenkräfte der Dinge, und &lt;br /&gt;
3. die (mittels ihres feinen Leibes fortbestehenden) individuellen [[Seele]]n &lt;br /&gt;
in der unbestimmten Vorstellung der Kräfte des [[Brahman]] zusammenfließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sahen bereits (S. 74), wie diese Kräfte bei der jedesmaligen Vernichtung der Welt nicht mit zunichte werden, sondern als Wurzel derselben bestehen bleiben (S. 303,1), und zwar so, dass ihre Beschaffenheit sich nicht ändert (S. 303,2). Hierauf beruht es, dass, trotz des immer wiederholten Weltunterganges, stets dieselben Naturkörper ([[Erde]] usw.), Wesensgattungen ([[Gott|Götter]], Tiere, Menschen usw.) und Weltordnungen ([[Kaste|Kasten]], [[Ashrama]]s) neu hervorgehen (S. 303,4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vielheit dieser Kräfte widerspricht der Einheit des sie enthaltenden [[Brahman]] nicht, sofern die Vielheitskraft ([[Vibhaga]]-[[Shakti]]) vor und nach dem Bestehen der Welt ebenso gut wie das Vielheitstreiben ([[Vibhaga]]-[[Vyavahara]]) während des Bestehens der Welt auf der falschen [[Erkenntnis]] ([[Mithya]]-[[Jnanam]]) beruht (S. 433.13); wie wir in der [[Esotherik|esoterisch]]en [[Kosmologie]] noch des näheren sehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [[Jnana Yoga]]&lt;br /&gt;
* [[Vedanta Schulen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p927_Vedanta-fuer-Anfaenger// Vedanta für Anfänger von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p484_Vedanta-----Der-Ozean-der-Weisheit// Vedanta - Der Ozean der Weisheit von Swami Vivekananda]&lt;br /&gt;
*Paul Deussen: Das System des Vedanta, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906.&lt;br /&gt;
*Soami Divyanand: &#039;&#039;Vedamrit - Die Botschaft der Veden&#039;&#039;. ISBN 3-926696-03-6 (Übersetzung der Veden auf Deutsch, Bd. 1); ISBN 3-926696-13-3 (Bd. 2); ISBN 3-926696-26-5 (Bd. 3)&lt;br /&gt;
*Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Die heiligen Schriften Indiens - Geschichte der Sanskrit-Literatur.&#039;&#039;(edition-sawitri.de)  ISBN 3-931172-22-8&lt;br /&gt;
* Moritz Winternitz: &#039;&#039;Geschichte der Indischen Literatur&#039;&#039;, Leipzig, 1905 - 1922, Vol. I - III. Reprint in englischer Übersetzung: Maurice Winternitz: &#039;&#039;History of Indian Literatur&#039;&#039;, Motilal Barnarsidass, Delhi, 1985.&lt;br /&gt;
*[[ Aurobindo]]: &#039;&#039;Das Geheimnis des Veda&#039;&#039;, 2. Auflage 1997, Hinder + Deelmann, ISBN 3-873481-65-0&lt;br /&gt;
*Lokamanya Bâl Gangâdhar Tilak: &#039;&#039;Orion ou Recherches sur l&#039;Antiquité des Védas&#039;&#039;, Milan, Éditions Archè, 1989&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/category/podcast/meditationsanleitung/ Meditation Anleitungen, darunter einige abstrakte Techniken aus dem Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/Art-Artikel/art_vedanta.html Artikel von Swami Sivananda: Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.sivananda.org/ Divine Life Society - Sivananda Ashram]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/jnana%2Byoga/ro/s/ Seminare zum Thema „Jnana Yoga“]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/ Seminare zum Thema „Vedanta“]&lt;br /&gt;
&amp;lt;rss max=3&amp;gt;https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/?type=2365&amp;lt;/rss&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indische Philosophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hinduismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Deussen Vedantasystem]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vedanta]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Kiara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81587</id>
		<title>Schöpfer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81587"/>
		<updated>2013-12-06T08:24:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kiara: /* Über das Motiv der Schöpfung, nach 2,1,32-33 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:MP900177808.JPG|thumb]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Brahman als Schöpfer der Welt==&lt;br /&gt;
Artikel aus dem Buch „Das System des [[Vedanta]]“ von Paul Deussen, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906, S. 239 - 247.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Über das Motiv der Schöpfung, nach 2, 1, 32 - 33===&lt;br /&gt;
Wir haben [[Brahman]] kennen gelernt als ein geistiges Wesen; als solches scheint er bei seinen [[Handlung]]en eines Motives zu bedürfen. Denn wir sehen im Leben, wie ein geistiges Wesen, welches erkennt bevor es handelt, z. B. ein Mensch, zu keinem Vornehmen, sei es groß oder gering, sich anschickt, ohne dass ihn ein [[Motiv]] dazu triebe (S. 488,12). Die Anwendung dieser Erfahrungsregel auf Brahman wird, wie es scheint, auch durch die [[Schrift]] bestätigt, wenn sie lehrt (siehe S. 186), dass ihm die [[Welt]] nicht um der Welt willen, sondern um seiner selbst willen lieb ist (S. 489,2). — Nimmt man nun ein Motiv Gottes an, welches ihn zur [[Schöpfung]] der Welt bestimmte, so widerspricht dies seiner Allgenügsamkeit ([[Pari-Triptatvam]]), nimmt man aber kein solches an, so wird das Schaffen unmöglich (S. 489,6). — Oder soll man dafür halten, dass Brahman, wie ein unsinniger Mensch, aufs Geratewohl und ohne Motiv zum Schaffen geschritten sei? Dieses wiederum würde seiner Allweisheit ([[Sarvajnatvam]]) widersprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss wohl annehmen, dass, wie ein Fürst oder Grösser, welcher alles hat, was er wünscht, auch ohne weiteres Motiv zum bloßen Spiele und Zeitvertreib etwas vornimmt (S. 490,1). oder, wie das Ausatmen und Einatmen ohne äußeres Motiv von selbst vor sich geht (S. 490,2), so auch [[Gott]] von selbst und ohne Motiv zum bloßen Spaße ([[Lila]]) die Welt geschaffen hat; denn ein weiteres Motiv geben Nachdenken und Schriftoffenbarung nicht an die Hand, auch ist es nicht möglich, Gott selbst darüber zu befragen (S. 490,6). Übrigens scheint nur uns die Anordnung dieser Weltscheibe etwas so schwieriges zu sein, für Gott hingegen ist sie, vermöge seiner unermesslichen Allmacht, ein bloßes Spiel (S. 490,8). Und wenn im Leben selbst zum Spiele immer ein schwaches Motiv vorhanden sein muss, so ist doch bei Gott gar kein solches anzunehmen, weil die Schrift verbietet, ihm ein [[Verlangen]] zuzuschreiben (S. 490,9). Dass er deswegen nicht zum Handeln schreiten könne, ist gegen die Schriftlehre von der [[Schöpfung]], dass er unsinnig und aufs Geratewohl gehandelt habe, gegen die Lehre von seiner Allweisheit (S. 490,11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übrigens, so schließt [[Shankara]] diesen Abschnitt, darf man nicht vergessen, dass die ganze Schöpfungslehre sich nur auf diese vom Nichtwissen aufgestellte Welt der Namen und Gestalten bezieht, und dass sie eigentlich nur den Zweck hat, die Identität der [[Natur]] mit Brahman zu lehren (S. 491,1); — eine Bemerkung, welche auch für das gilt, was wir weiter darzustellen haben, und aus dem Streben entspringt, auch die exoterische Schriftlehre als vollgültig festzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman ist die bewirkende und zugleich die materielle Ursache der Welt, nach 1,4,23-27===&lt;br /&gt;
[[Brahman]] ist zu Eingang des Werkes (1,1,2) definiert worden als „dasjenige, wodurch Ursprung usw. [Bestand und Untergang] der Welt ist&amp;quot; (vgl. die Definitionen, S. 132), also als die Ursache der Welt. Das Wort „Ursache&amp;quot; kann aber zweierlei bedeuten, entweder die materielle Ursache ([[Prakriti]], [[Upadanam]]), oder die bewirkende [[Ursache]] ([[Nimittam]]); so ist die Ursache des Gefäßes einerseits der Ton, anderseits der Töpfer, die des Goldschmuckes einerseits das Gold, anderseits der Goldschmied (p. 396,10). — Es fragt sich, in welchem Sinne [[Brahman]] als die Ursache der Welt zu betrachten ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte meinen, dass [[Brahman]] nur als die bewirkende Ursache der Welt gelten kann, weil es von ihm, ehe er zum Schaffen schreitet, heißt:  „er beabsichtigte&amp;quot; (S. 146), und weil er „der Herr&amp;quot; ([[Ishvara]]) genannt wird; beides scheint nur auf eine bewirkende Ursache zu passen (S. 397,5.8). — Dazu kommt, dass Ursache und Wirkung gleichartig sein müssen; die Welt nun ist vielheitlich, ungeistig und unrein (S. 397,10), was auf Brahman nicht passt und eine materielle Ursache neben ihm als Trägerin dieser Qualitäten zu fordern scheint 1 S. 398,1).&lt;br /&gt;
Die Antwort auf diese Bedenken lautet, dass [[Brahman]] beides, sowohl die materielle als auch die bewirkende Ursache der Welt ist (S. 398,3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Begründung dieser Behauptung an der Eingangsstelle der [[Kosmologie]], von der wir hier handeln, ist eine rein [[Theologie|theologisch]]e (durch Berufung auf [[Veda]]stellen) und kann auf dem Standpunkte, den wir zunächst einnehmen, keine andere sein, weil (ganz abgesehen von dem belegten Bedenken der Ungleichartigkeit von Welt und [[Brahman]], welches hier von unsern Autoren noch übergangen und erst bei einer späten Diskussion wieder aufgenommen und in Betracht gezogen wird, vgl. Kap. XVIII, 1,a) eine Auflösung des Begriffs der [[Materie]] von dem empirischen Standpunkte aus, den wir hier noch nicht überschritten haben, unmöglich ist, indem vielmehr die allein richtige Konsequenz dieses Standpunktes die Ewigkeit der [[Materie]] sein würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter diesen Umständen ist es begreiflich, dass [[Shankara]] sich hier begnügt, auf die Schriftstellen hinzuweisen, nach welchen mit der Erkenntnis des [[Brahman]] alles verkannt ist, in welchen er mit dem Tone verglichen wird, dessen Umwandlungen alle auch nur Ton sind; wie es denn z. B. ausdrücklich heißt, vor dem Ursprung sei nur eines gewesen ohne zweites, Brahman habe begehrt, vieles zu sein, er habe selber sich selbst gemacht, er sei die Geburtsstätte der Wesen, er lasse sie hervorgehen aus sich und ziehe sie wieder zurück wie die Spinne den Faden, usw. usw. (S. 398-403). Zum Schlusse fertigt unser Autor die oben gemachten Einwendungen und die Berufung auf die Erfahrung mit der Erklärung ab (übersetzt S. 98), es brauche sich hier nicht zu verhalten wie in der Erfahrung, denn es sei hier nicht von einem Gegenstande der Vernunfterkenntnis ([[Anumanam]]), sondern der Offenbarung die Rede (S. 403,7), und verweist übrigens auf die späten Untersuchungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman schafft ohne Hilfsmittel, nach 2,1,24-25===&lt;br /&gt;
Weit von der eben behandelten Untersuchung abgetrennt, obwohl sachlich in nächster Beziehung zu derselben stehend, ja teilweise mit ihr zusammenfallend ist die Frage nach den Hilfsmitteln, deren sich [[Brahman]] beim Schaffen bedient. Wie dort durch Zitate aus dem [[Veda]], so wird hier die Beweisführung durch Beispiele aus der Natur bewerkstelligt; ist sie darum auch (aus dem oben, S. 241, besprochenen Grunde) nicht weniger unzulänglich, so bietet sie doch ein gewisses Interesse, weil sie allerlei Beiträge zur Naturanschauung der Inder enthält, daher wir das in Rede stehende [[Adhikaranam]] 2,1,24-25 (S. 475-479) nahezu wörtlich wiedergeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte einwenden: es geht nicht an, das geistige [[Brahman]] allein und ohne anderes als Ursache der Welt anzunehmen, weil zu einem Schaffen allerlei Hilfsmittel erforderlich sind; so nehmen im Leben die Töpfer usw., wenn sie Gefäße, Gewebe u. dgl. machen wollen, allerlei, wie Ton, Stab und Rad oder Fäden zur Hilfe; und so kann man auch nicht annehmen, dass [[Brahman]] ohne alle Hilfsmittel die Welt schaffe. — Hierauf ist zu erwidern, dass die [[Schöpfung]] durch die spezifische Beschaffenheit der Substanz ([[Dratrya]]-[[Svabhava]]-[[Visheshad]], d. h. des [[Brahman]]) zustande kommt, ähnlich wie die Verwandlung der Milch in saure Milch, des Wassers in Eis ohne ein äußeres Hilfsmittel vor sich geht. Allerdings wirkt bei der Umwandlung der Milch in saure Milch die Wärme mit; doch befolgt dabei die Milch allein die in ihr liegenden Umwandlungsgesetze, und der Prozess wird durch die Wärme nur beschleunigt. Läge in der Milch nicht schon die Kraft, saure Milch zu werden, so würde die Wärme auch nicht dazu verhelfen; indem z. B. Wind oder [[Äther]] durch Wärme nicht zu saurer Milch werden können. Das Hinzutreten des Mittels vervollständigt nur den Prozess; aber selbst einer solchen Vervollständigung bedarf es bei Brahman nicht, da dasselbe die erforderlichen Kräfte ([[Shakti]], wovon demnächst) vollständig in sich trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings sind Milch usw. ungeistige Substanzen, und bei geistigen Wesen, wie z. B. bei dem Töpfer, sehen wir ein Zuhilfenehmen von Werkzeugen. So, könnte man meinen, müsse es auch bei [[Brahman]] sein, da er gleichfalls ein geistiges Wesen ist. — Darauf ist zu entgegnen, dass auch [[Gott|Götter]], [[Ahnen]] und [[Rishi]]s, die doch geistige Wesen sind, durch ihre Macht, ohne jedes äußere Mittel, zufolge der ihnen einwohnenden Oberherrlichkeit allein durch die [[Meditation]] viele mannigfach gestaltete Leiber, Paläste, Wagen usw. schaffen, wie dies die [[Hymn]]en und [[Brahmana]]s, sowie die [[Epos|episch]]en und [[Mythologie|mythologisch]]en Werke bezeugen. Ferner ist daran zu erinnern, dass die Spinnen aus sich selbst die Fäden entlassen, dass die Kranichweibchen ohne Samen befruchtet werden, und dass die [[Lotos]]blumen ohne äußeres Vehikel von einem Teiche zum andern wandern. Will man das Zutreffen dieser Vergleiche bestreiten, weil die Götter nur durch Zuhilfenahme der Leiblichkeit, nicht durch ihr geistiges Selbst allein ihre Taten verrichten, weil bei den Spinnen der Speichel, nachdem er durch Verzehren kleinerer Tiere steif geworden, zum Faden wird, weil die Kranichweibchen, indem sie den Ton des Donners hören, befruchtet werden 95, weil die Lotosblumen nicht durch ihren ungeistigen Körper, sondern sofern sie mit [[Geist|Geistig]]em beseelt sind, in den Teichen wandern, sowie auch die Schlingpflanzen an den Bäumen, — so ist zu erwidern, dass die genannten Wesen doch nicht so wie der Töpfer zu ihrer Tätigkeit sich äußerlicher Werkzeuge bedienen, und dass, so wie sie, auch [[Brahman]], worauf es uns ankommt, beim Schaffen keine äußerlichen Mittel zur Hilfe nimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
— Die mangelhafte Kenntnis der Natur und die Schwäche der Argumentation auf diesem Gebiete bedarf nach der mitgeteilten Probe keines weitern Kommentares.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman und die Naturkräfte, nach 2,1,30 und 1,3,30===&lt;br /&gt;
Bei allen Betrachtungen dieses Teiles ist wohl im Auge zu behalten, dass der [[Indien|indisch]]e [[Schöpfung]]sbegriff sich von dein bei uns üblichen wesentlich unterscheidet. Denn während wir darunter ein einmaliges und somit zeitliches Erschaffensein der Welt verstehen, so wird das [[Bewusstsein]] der [[Vedanta|Vedantist]]en von der Vorstellung beherrscht, dass von Ewigkeit her und in Ewigkeit hinein die Welt periodisch aus dem [[Brahman]] hervor und wieder in dasselbe zurückgeht; und zwar beides unzählige Male: ,,der vergangenen und der zukünftigen Weltperioden (Fialpa) ist kein Maß&amp;quot;, wie eine S. 495,10 zitierte Purana-Stelle lautet:&lt;br /&gt;
Aber wie kommt es, dass die Welt in allen ihren Neuschöpfungen sich ihrem Wesen nach gleich bleibt? — Diese Frage nötigt, in der Natur des [[Brahman]] selbst den Grund für diese Konstanz zu suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ferner: wie können aus dem einheitlichen [[Brahman]] die mannigfaltigen Erscheinungen der Natur entspringen? — Auch für diese Mannigfaltigkeit muss der zureichende Grund in [[Brahman]] vorhanden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesen Postulaten haben wir die [[Motiv]]e zu suchen für die Lehre von den mancherlei Kräften ([[Shakti]]), welche in [[Brahman]] enthalten sind, und auf deren Ähnlichkeit mit der platonischen Ideenlehre wir schon (S. 73-74) hingewiesen haben.&lt;br /&gt;
Leider findet sich dieser wertvolle Gedanke in unserm Systeme sehr wenig entwickelt; nur sporadisch taucht er auf, und seine Haltung ist eine unsichere; zuweilen erscheinen die Kräfte des [[Brahman]] als ein bloßer Ausdruck für seine Allmacht, zuweilen bedeuten sie die Samenkräfte der Dinge, welche beine Weltuntergang keimartig in Brahman eingehen, um bei der Neuschöpfung wieder aus ihm hervorzutreten. Wir wollen kurz zusammenfassen, was sich hier und da zerstreut darüber vorfindet.&lt;br /&gt;
„Dass das einheitliche [[Brahman]] die mannigfache Ausbreitung der Erscheinungswelt hervorbringt&amp;quot;, heißt es (S. 486,10), „ist dadurch erklärlich, dass dasselbe sich mit mannigfachen Kräften verbindet.&amp;quot; Zur Begründung wird auf einige Veda-Stellen verwiesen, welche jedoch nichts weiter als die Allmacht des [[Brahman]] (allwirkend ist er, allwünschend, allriechend, allschmeckend usw.) zu besagen scheinen. Das [[Brahman]] ist mit allen Kräften versehen (S. 1125,8), ist mit der Entfaltung vieler Kräfte verknüpft (S. 445,11), der [[Iovara]] besitzt unermessliche Kräfte (S. 490,8), wie daraus hervorgeht, dass er Ursache des Entstehens, Bestehens und Vergehens der Welt ist (S. 1126,1); diese Kräfte, ohne welche [[Brahman]] nicht schaffen könnte (S. 342,6), werden aus der Mannigfaltigkeit der Wirkungen erschlossen (S. 486,2); was ihr Verhältnis zu [[Brahman]] betrifft, so lässt sich aus dem (S. 476,8) gebrauchten Ausdrucke, dass das Brahman „mit Kräften angefüllt&amp;quot; (Paripurnashaktikam) sei, auf die Vorstellung einer [[Immanenz]] dieser Kräfte in [[Brahman]] schließen.&lt;br /&gt;
Die [[Schrift]] (Shvet. 1,3) fahrt zur Annahme einer Kraft des höchsten [[Gott]]es, welche die gesamte Welt schafft und ordnet (S. 358,5). Eben diese nicht in Name und Gestalt entfaltete göttliche Kraft ist der Urstand ([[Prag-Avastha]]) der Namen und Gestalten (S. 358,10); in diesem Urstande war die jetzt entfaltete Welt unentfaltet vorhanden in dem Zustande einer Samenkraft ([[Vija-Shakti-Avastha]], S. 341,9); „wenn „wir&amp;quot; (heißt es S. 342,2 in der Polemik gegen die [[Saiikhya]]s) „irgendeinen selbständigen Urstand der Welt als Ursache „zugäben, so würden wir der Annahme einer materiellen „[Welt-]Ursache Raum geben; aber wir nehmen ja an, dass „jener Urstand der Welt nicht selbständig, sondern von dem „höchsten [[Gott]] abhängig ist. Als solchen nun muss man „ihn notwendig annehmen, und mit gutem Grunde. Denn „ohne ihn ist die Schöpfertätigkeit Gottes nicht möglich, „da eine Aktivität des von Kräften entblößten Gottes nicht „denkbar ist... Diese, im höchsten Gott ruhende, das Un-„offenbare (avyaktam) genannte Samenkraft ist ihrem Wesen „nach Nichtwissen (Avidyal, ein aus Täuschung ([[Mayei]]) be-„stehender, großer Tiefschlaf, in welchem die wandernden „[[Seele]]n liegen, welche des [[Erwachung|Erwachtsein]]s zu ihrer eigenen „Natur [des [[Bewufstsein]]s ihrer Identität mit [[Brahman]]] er-„mangeln.”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach diesen Stellen scheint es, dass &lt;br /&gt;
1. die [[Schöpferkraft|Schöpferkräfte]] des [[Brahman]], &lt;br /&gt;
2. die Samenkräfte der Dinge, und &lt;br /&gt;
3. die (mittels ihres feinen Leibes fortbestehenden) individuellen [[Seele]]n &lt;br /&gt;
in der unbestimmten Vorstellung der Kräfte des [[Brahman]] zusammenfließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sahen bereits (S. 74), wie diese Kräfte bei der jedesmaligen Vernichtung der Welt nicht mit zunichte werden, sondern als Wurzel derselben bestehen bleiben (S. 303,1), und zwar so, dass ihre Beschaffenheit sich nicht ändert (S. 303,2). Hierauf beruht es, dass, trotz des immer wiederholten Weltunterganges, stets dieselben Naturkörper ([[Erde]] usw.), Wesensgattungen ([[Gott|Götter]], Tiere, Menschen usw.) und Weltordnungen ([[Kaste|Kasten]], [[Ashrama]]s) neu hervorgehen (S. 303,4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vielheit dieser Kräfte widerspricht der Einheit des sie enthaltenden [[Brahman]] nicht, sofern die Vielheitskraft ([[Vibhaga]]-[[Shakti]]) vor und nach dem Bestehen der Welt ebenso gut wie das Vielheitstreiben ([[Vibhaga]]-[[Vyavahara]]) während des Bestehens der Welt auf der falschen [[Erkenntnis]] ([[Mithya]]-[[Jnanam]]) beruht (S. 433.13); wie wir in der [[Esotherik|esoterisch]]en [[Kosmologie]] noch des näheren sehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [[Jnana Yoga]]&lt;br /&gt;
* [[Vedanta Schulen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p927_Vedanta-fuer-Anfaenger// Vedanta für Anfänger von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p484_Vedanta-----Der-Ozean-der-Weisheit// Vedanta - Der Ozean der Weisheit von Swami Vivekananda]&lt;br /&gt;
*Paul Deussen: Das System des Vedanta, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906.&lt;br /&gt;
*Soami Divyanand: &#039;&#039;Vedamrit - Die Botschaft der Veden&#039;&#039;. ISBN 3-926696-03-6 (Übersetzung der Veden auf Deutsch, Bd. 1); ISBN 3-926696-13-3 (Bd. 2); ISBN 3-926696-26-5 (Bd. 3)&lt;br /&gt;
*Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Die heiligen Schriften Indiens - Geschichte der Sanskrit-Literatur.&#039;&#039;(edition-sawitri.de)  ISBN 3-931172-22-8&lt;br /&gt;
* Moritz Winternitz: &#039;&#039;Geschichte der Indischen Literatur&#039;&#039;, Leipzig, 1905 - 1922, Vol. I - III. Reprint in englischer Übersetzung: Maurice Winternitz: &#039;&#039;History of Indian Literatur&#039;&#039;, Motilal Barnarsidass, Delhi, 1985.&lt;br /&gt;
*[[ Aurobindo]]: &#039;&#039;Das Geheimnis des Veda&#039;&#039;, 2. Auflage 1997, Hinder + Deelmann, ISBN 3-873481-65-0&lt;br /&gt;
*Lokamanya Bâl Gangâdhar Tilak: &#039;&#039;Orion ou Recherches sur l&#039;Antiquité des Védas&#039;&#039;, Milan, Éditions Archè, 1989&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/category/podcast/meditationsanleitung/ Meditation Anleitungen, darunter einige abstrakte Techniken aus dem Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/Art-Artikel/art_vedanta.html Artikel von Swami Sivananda: Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.sivananda.org/ Divine Life Society - Sivananda Ashram]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/jnana%2Byoga/ro/s/ Seminare zum Thema „Jnana Yoga“]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/ Seminare zum Thema „Vedanta“]&lt;br /&gt;
&amp;lt;rss max=3&amp;gt;https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/?type=2365&amp;lt;/rss&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indische Philosophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hinduismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Deussen Vedantasystem]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vedanta]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Kiara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81586</id>
		<title>Schöpfer</title>
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		<updated>2013-12-06T08:23:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kiara: /* Über das Motiv der Schöpfung, nach 2,1,32-33 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:MP900177808.JPG|thumb]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Brahman als Schöpfer der Welt==&lt;br /&gt;
Artikel aus dem Buch „Das System des [[Vedanta]]“ von Paul Deussen, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906, S. 239 - 247.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Über das Motiv der Schöpfung, nach 2,1,32-33===&lt;br /&gt;
Wir haben [[Brahman]] kennen gelernt als ein geistiges Wesen; als solches scheint er bei seinen [[Handlung]]en eines Motives zu bedürfen. Denn wir sehen im Leben, wie ein geistiges Wesen, welches erkennt bevor es handelt, z. B. ein Mensch, zu keinem Vornehmen, sei es groß oder gering, sich anschickt, ohne dass ihn ein [[Motiv]] dazu triebe (S. 488,12). Die Anwendung dieser Erfahrungsregel auf Brahman wird, wie es scheint, auch durch die [[Schrift]] bestätigt, wenn sie lehrt (siehe S. 186), dass ihm die [[Welt]] nicht um der Welt willen, sondern um seiner selbst willen lieb ist (S. 489,2). — Nimmt man nun ein Motiv Gottes an, welches ihn zur [[Schöpfung]] der Welt bestimmte, so widerspricht dies seiner Allgenügsamkeit ([[Pari-Triptatvam]]), nimmt man aber kein solches an, so wird das Schaffen unmöglich (S. 489,6). — Oder soll man dafür halten, dass Brahman, wie ein unsinniger Mensch, aufs Geratewohl und ohne Motiv zum Schaffen geschritten sei? Dieses wiederum würde seiner Allweisheit ([[Sarvajnatvam]]) widersprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss wohl annehmen, dass, wie ein Fürst oder Grösser, welcher alles hat, was er wünscht, auch ohne weiteres Motiv zum bloßen Spiele und Zeitvertreib etwas vornimmt (S. 490,1). oder, wie das Ausatmen und Einatmen ohne äußeres Motiv von selbst vor sich geht (S. 490,2), so auch [[Gott]] von selbst und ohne Motiv zum bloßen Spaße ([[Lila]]) die Welt geschaffen hat; denn ein weiteres Motiv geben Nachdenken und Schriftoffenbarung nicht an die Hand, auch ist es nicht möglich, Gott selbst darüber zu befragen (S. 490,6). Übrigens scheint nur uns die Anordnung dieser Weltscheibe etwas so schwieriges zu sein, für Gott hingegen ist sie, vermöge seiner unermesslichen Allmacht, ein bloßes Spiel (S. 490,8). Und wenn im Leben selbst zum Spiele immer ein schwaches Motiv vorhanden sein muss, so ist doch bei Gott gar kein solches anzunehmen, weil die Schrift verbietet, ihm ein [[Verlangen]] zuzuschreiben (S. 490,9). Dass er deswegen nicht zum Handeln schreiten könne, ist gegen die Schriftlehre von der [[Schöpfung]], dass er unsinnig und aufs Geratewohl gehandelt habe, gegen die Lehre von seiner Allweisheit (S. 490,11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übrigens, so schließt [[Shankara]] diesen Abschnitt, darf man nicht vergessen, dass die ganze Schöpfungslehre sich nur auf diese vom Nichtwissen aufgestellte Welt der Namen und Gestalten bezieht, und dass sie eigentlich nur den Zweck hat, die Identität der [[Natur]] mit Brahman zu lehren (S. 491,1); — eine Bemerkung, welche auch für das gilt, was wir weiter darzustellen haben, und aus dem Streben entspringt, auch die exoterische Schriftlehre als vollgültig festzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman ist die bewirkende und zugleich die materielle Ursache der Welt, nach 1,4,23-27===&lt;br /&gt;
[[Brahman]] ist zu Eingang des Werkes (1,1,2) definiert worden als „dasjenige, wodurch Ursprung usw. [Bestand und Untergang] der Welt ist&amp;quot; (vgl. die Definitionen, S. 132), also als die Ursache der Welt. Das Wort „Ursache&amp;quot; kann aber zweierlei bedeuten, entweder die materielle Ursache ([[Prakriti]], [[Upadanam]]), oder die bewirkende [[Ursache]] ([[Nimittam]]); so ist die Ursache des Gefäßes einerseits der Ton, anderseits der Töpfer, die des Goldschmuckes einerseits das Gold, anderseits der Goldschmied (p. 396,10). — Es fragt sich, in welchem Sinne [[Brahman]] als die Ursache der Welt zu betrachten ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte meinen, dass [[Brahman]] nur als die bewirkende Ursache der Welt gelten kann, weil es von ihm, ehe er zum Schaffen schreitet, heißt:  „er beabsichtigte&amp;quot; (S. 146), und weil er „der Herr&amp;quot; ([[Ishvara]]) genannt wird; beides scheint nur auf eine bewirkende Ursache zu passen (S. 397,5.8). — Dazu kommt, dass Ursache und Wirkung gleichartig sein müssen; die Welt nun ist vielheitlich, ungeistig und unrein (S. 397,10), was auf Brahman nicht passt und eine materielle Ursache neben ihm als Trägerin dieser Qualitäten zu fordern scheint 1 S. 398,1).&lt;br /&gt;
Die Antwort auf diese Bedenken lautet, dass [[Brahman]] beides, sowohl die materielle als auch die bewirkende Ursache der Welt ist (S. 398,3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Begründung dieser Behauptung an der Eingangsstelle der [[Kosmologie]], von der wir hier handeln, ist eine rein [[Theologie|theologisch]]e (durch Berufung auf [[Veda]]stellen) und kann auf dem Standpunkte, den wir zunächst einnehmen, keine andere sein, weil (ganz abgesehen von dem belegten Bedenken der Ungleichartigkeit von Welt und [[Brahman]], welches hier von unsern Autoren noch übergangen und erst bei einer späten Diskussion wieder aufgenommen und in Betracht gezogen wird, vgl. Kap. XVIII, 1,a) eine Auflösung des Begriffs der [[Materie]] von dem empirischen Standpunkte aus, den wir hier noch nicht überschritten haben, unmöglich ist, indem vielmehr die allein richtige Konsequenz dieses Standpunktes die Ewigkeit der [[Materie]] sein würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter diesen Umständen ist es begreiflich, dass [[Shankara]] sich hier begnügt, auf die Schriftstellen hinzuweisen, nach welchen mit der Erkenntnis des [[Brahman]] alles verkannt ist, in welchen er mit dem Tone verglichen wird, dessen Umwandlungen alle auch nur Ton sind; wie es denn z. B. ausdrücklich heißt, vor dem Ursprung sei nur eines gewesen ohne zweites, Brahman habe begehrt, vieles zu sein, er habe selber sich selbst gemacht, er sei die Geburtsstätte der Wesen, er lasse sie hervorgehen aus sich und ziehe sie wieder zurück wie die Spinne den Faden, usw. usw. (S. 398-403). Zum Schlusse fertigt unser Autor die oben gemachten Einwendungen und die Berufung auf die Erfahrung mit der Erklärung ab (übersetzt S. 98), es brauche sich hier nicht zu verhalten wie in der Erfahrung, denn es sei hier nicht von einem Gegenstande der Vernunfterkenntnis ([[Anumanam]]), sondern der Offenbarung die Rede (S. 403,7), und verweist übrigens auf die späten Untersuchungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman schafft ohne Hilfsmittel, nach 2,1,24-25===&lt;br /&gt;
Weit von der eben behandelten Untersuchung abgetrennt, obwohl sachlich in nächster Beziehung zu derselben stehend, ja teilweise mit ihr zusammenfallend ist die Frage nach den Hilfsmitteln, deren sich [[Brahman]] beim Schaffen bedient. Wie dort durch Zitate aus dem [[Veda]], so wird hier die Beweisführung durch Beispiele aus der Natur bewerkstelligt; ist sie darum auch (aus dem oben, S. 241, besprochenen Grunde) nicht weniger unzulänglich, so bietet sie doch ein gewisses Interesse, weil sie allerlei Beiträge zur Naturanschauung der Inder enthält, daher wir das in Rede stehende [[Adhikaranam]] 2,1,24-25 (S. 475-479) nahezu wörtlich wiedergeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte einwenden: es geht nicht an, das geistige [[Brahman]] allein und ohne anderes als Ursache der Welt anzunehmen, weil zu einem Schaffen allerlei Hilfsmittel erforderlich sind; so nehmen im Leben die Töpfer usw., wenn sie Gefäße, Gewebe u. dgl. machen wollen, allerlei, wie Ton, Stab und Rad oder Fäden zur Hilfe; und so kann man auch nicht annehmen, dass [[Brahman]] ohne alle Hilfsmittel die Welt schaffe. — Hierauf ist zu erwidern, dass die [[Schöpfung]] durch die spezifische Beschaffenheit der Substanz ([[Dratrya]]-[[Svabhava]]-[[Visheshad]], d. h. des [[Brahman]]) zustande kommt, ähnlich wie die Verwandlung der Milch in saure Milch, des Wassers in Eis ohne ein äußeres Hilfsmittel vor sich geht. Allerdings wirkt bei der Umwandlung der Milch in saure Milch die Wärme mit; doch befolgt dabei die Milch allein die in ihr liegenden Umwandlungsgesetze, und der Prozess wird durch die Wärme nur beschleunigt. Läge in der Milch nicht schon die Kraft, saure Milch zu werden, so würde die Wärme auch nicht dazu verhelfen; indem z. B. Wind oder [[Äther]] durch Wärme nicht zu saurer Milch werden können. Das Hinzutreten des Mittels vervollständigt nur den Prozess; aber selbst einer solchen Vervollständigung bedarf es bei Brahman nicht, da dasselbe die erforderlichen Kräfte ([[Shakti]], wovon demnächst) vollständig in sich trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings sind Milch usw. ungeistige Substanzen, und bei geistigen Wesen, wie z. B. bei dem Töpfer, sehen wir ein Zuhilfenehmen von Werkzeugen. So, könnte man meinen, müsse es auch bei [[Brahman]] sein, da er gleichfalls ein geistiges Wesen ist. — Darauf ist zu entgegnen, dass auch [[Gott|Götter]], [[Ahnen]] und [[Rishi]]s, die doch geistige Wesen sind, durch ihre Macht, ohne jedes äußere Mittel, zufolge der ihnen einwohnenden Oberherrlichkeit allein durch die [[Meditation]] viele mannigfach gestaltete Leiber, Paläste, Wagen usw. schaffen, wie dies die [[Hymn]]en und [[Brahmana]]s, sowie die [[Epos|episch]]en und [[Mythologie|mythologisch]]en Werke bezeugen. Ferner ist daran zu erinnern, dass die Spinnen aus sich selbst die Fäden entlassen, dass die Kranichweibchen ohne Samen befruchtet werden, und dass die [[Lotos]]blumen ohne äußeres Vehikel von einem Teiche zum andern wandern. Will man das Zutreffen dieser Vergleiche bestreiten, weil die Götter nur durch Zuhilfenahme der Leiblichkeit, nicht durch ihr geistiges Selbst allein ihre Taten verrichten, weil bei den Spinnen der Speichel, nachdem er durch Verzehren kleinerer Tiere steif geworden, zum Faden wird, weil die Kranichweibchen, indem sie den Ton des Donners hören, befruchtet werden 95, weil die Lotosblumen nicht durch ihren ungeistigen Körper, sondern sofern sie mit [[Geist|Geistig]]em beseelt sind, in den Teichen wandern, sowie auch die Schlingpflanzen an den Bäumen, — so ist zu erwidern, dass die genannten Wesen doch nicht so wie der Töpfer zu ihrer Tätigkeit sich äußerlicher Werkzeuge bedienen, und dass, so wie sie, auch [[Brahman]], worauf es uns ankommt, beim Schaffen keine äußerlichen Mittel zur Hilfe nimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
— Die mangelhafte Kenntnis der Natur und die Schwäche der Argumentation auf diesem Gebiete bedarf nach der mitgeteilten Probe keines weitern Kommentares.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman und die Naturkräfte, nach 2,1,30 und 1,3,30===&lt;br /&gt;
Bei allen Betrachtungen dieses Teiles ist wohl im Auge zu behalten, dass der [[Indien|indisch]]e [[Schöpfung]]sbegriff sich von dein bei uns üblichen wesentlich unterscheidet. Denn während wir darunter ein einmaliges und somit zeitliches Erschaffensein der Welt verstehen, so wird das [[Bewusstsein]] der [[Vedanta|Vedantist]]en von der Vorstellung beherrscht, dass von Ewigkeit her und in Ewigkeit hinein die Welt periodisch aus dem [[Brahman]] hervor und wieder in dasselbe zurückgeht; und zwar beides unzählige Male: ,,der vergangenen und der zukünftigen Weltperioden (Fialpa) ist kein Maß&amp;quot;, wie eine S. 495,10 zitierte Purana-Stelle lautet:&lt;br /&gt;
Aber wie kommt es, dass die Welt in allen ihren Neuschöpfungen sich ihrem Wesen nach gleich bleibt? — Diese Frage nötigt, in der Natur des [[Brahman]] selbst den Grund für diese Konstanz zu suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ferner: wie können aus dem einheitlichen [[Brahman]] die mannigfaltigen Erscheinungen der Natur entspringen? — Auch für diese Mannigfaltigkeit muss der zureichende Grund in [[Brahman]] vorhanden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesen Postulaten haben wir die [[Motiv]]e zu suchen für die Lehre von den mancherlei Kräften ([[Shakti]]), welche in [[Brahman]] enthalten sind, und auf deren Ähnlichkeit mit der platonischen Ideenlehre wir schon (S. 73-74) hingewiesen haben.&lt;br /&gt;
Leider findet sich dieser wertvolle Gedanke in unserm Systeme sehr wenig entwickelt; nur sporadisch taucht er auf, und seine Haltung ist eine unsichere; zuweilen erscheinen die Kräfte des [[Brahman]] als ein bloßer Ausdruck für seine Allmacht, zuweilen bedeuten sie die Samenkräfte der Dinge, welche beine Weltuntergang keimartig in Brahman eingehen, um bei der Neuschöpfung wieder aus ihm hervorzutreten. Wir wollen kurz zusammenfassen, was sich hier und da zerstreut darüber vorfindet.&lt;br /&gt;
„Dass das einheitliche [[Brahman]] die mannigfache Ausbreitung der Erscheinungswelt hervorbringt&amp;quot;, heißt es (S. 486,10), „ist dadurch erklärlich, dass dasselbe sich mit mannigfachen Kräften verbindet.&amp;quot; Zur Begründung wird auf einige Veda-Stellen verwiesen, welche jedoch nichts weiter als die Allmacht des [[Brahman]] (allwirkend ist er, allwünschend, allriechend, allschmeckend usw.) zu besagen scheinen. Das [[Brahman]] ist mit allen Kräften versehen (S. 1125,8), ist mit der Entfaltung vieler Kräfte verknüpft (S. 445,11), der [[Iovara]] besitzt unermessliche Kräfte (S. 490,8), wie daraus hervorgeht, dass er Ursache des Entstehens, Bestehens und Vergehens der Welt ist (S. 1126,1); diese Kräfte, ohne welche [[Brahman]] nicht schaffen könnte (S. 342,6), werden aus der Mannigfaltigkeit der Wirkungen erschlossen (S. 486,2); was ihr Verhältnis zu [[Brahman]] betrifft, so lässt sich aus dem (S. 476,8) gebrauchten Ausdrucke, dass das Brahman „mit Kräften angefüllt&amp;quot; (Paripurnashaktikam) sei, auf die Vorstellung einer [[Immanenz]] dieser Kräfte in [[Brahman]] schließen.&lt;br /&gt;
Die [[Schrift]] (Shvet. 1,3) fahrt zur Annahme einer Kraft des höchsten [[Gott]]es, welche die gesamte Welt schafft und ordnet (S. 358,5). Eben diese nicht in Name und Gestalt entfaltete göttliche Kraft ist der Urstand ([[Prag-Avastha]]) der Namen und Gestalten (S. 358,10); in diesem Urstande war die jetzt entfaltete Welt unentfaltet vorhanden in dem Zustande einer Samenkraft ([[Vija-Shakti-Avastha]], S. 341,9); „wenn „wir&amp;quot; (heißt es S. 342,2 in der Polemik gegen die [[Saiikhya]]s) „irgendeinen selbständigen Urstand der Welt als Ursache „zugäben, so würden wir der Annahme einer materiellen „[Welt-]Ursache Raum geben; aber wir nehmen ja an, dass „jener Urstand der Welt nicht selbständig, sondern von dem „höchsten [[Gott]] abhängig ist. Als solchen nun muss man „ihn notwendig annehmen, und mit gutem Grunde. Denn „ohne ihn ist die Schöpfertätigkeit Gottes nicht möglich, „da eine Aktivität des von Kräften entblößten Gottes nicht „denkbar ist... Diese, im höchsten Gott ruhende, das Un-„offenbare (avyaktam) genannte Samenkraft ist ihrem Wesen „nach Nichtwissen (Avidyal, ein aus Täuschung ([[Mayei]]) be-„stehender, großer Tiefschlaf, in welchem die wandernden „[[Seele]]n liegen, welche des [[Erwachung|Erwachtsein]]s zu ihrer eigenen „Natur [des [[Bewufstsein]]s ihrer Identität mit [[Brahman]]] er-„mangeln.”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach diesen Stellen scheint es, dass &lt;br /&gt;
1. die [[Schöpferkraft|Schöpferkräfte]] des [[Brahman]], &lt;br /&gt;
2. die Samenkräfte der Dinge, und &lt;br /&gt;
3. die (mittels ihres feinen Leibes fortbestehenden) individuellen [[Seele]]n &lt;br /&gt;
in der unbestimmten Vorstellung der Kräfte des [[Brahman]] zusammenfließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sahen bereits (S. 74), wie diese Kräfte bei der jedesmaligen Vernichtung der Welt nicht mit zunichte werden, sondern als Wurzel derselben bestehen bleiben (S. 303,1), und zwar so, dass ihre Beschaffenheit sich nicht ändert (S. 303,2). Hierauf beruht es, dass, trotz des immer wiederholten Weltunterganges, stets dieselben Naturkörper ([[Erde]] usw.), Wesensgattungen ([[Gott|Götter]], Tiere, Menschen usw.) und Weltordnungen ([[Kaste|Kasten]], [[Ashrama]]s) neu hervorgehen (S. 303,4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vielheit dieser Kräfte widerspricht der Einheit des sie enthaltenden [[Brahman]] nicht, sofern die Vielheitskraft ([[Vibhaga]]-[[Shakti]]) vor und nach dem Bestehen der Welt ebenso gut wie das Vielheitstreiben ([[Vibhaga]]-[[Vyavahara]]) während des Bestehens der Welt auf der falschen [[Erkenntnis]] ([[Mithya]]-[[Jnanam]]) beruht (S. 433.13); wie wir in der [[Esotherik|esoterisch]]en [[Kosmologie]] noch des näheren sehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [[Jnana Yoga]]&lt;br /&gt;
* [[Vedanta Schulen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p927_Vedanta-fuer-Anfaenger// Vedanta für Anfänger von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p484_Vedanta-----Der-Ozean-der-Weisheit// Vedanta - Der Ozean der Weisheit von Swami Vivekananda]&lt;br /&gt;
*Paul Deussen: Das System des Vedanta, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906.&lt;br /&gt;
*Soami Divyanand: &#039;&#039;Vedamrit - Die Botschaft der Veden&#039;&#039;. ISBN 3-926696-03-6 (Übersetzung der Veden auf Deutsch, Bd. 1); ISBN 3-926696-13-3 (Bd. 2); ISBN 3-926696-26-5 (Bd. 3)&lt;br /&gt;
*Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Die heiligen Schriften Indiens - Geschichte der Sanskrit-Literatur.&#039;&#039;(edition-sawitri.de)  ISBN 3-931172-22-8&lt;br /&gt;
* Moritz Winternitz: &#039;&#039;Geschichte der Indischen Literatur&#039;&#039;, Leipzig, 1905 - 1922, Vol. I - III. Reprint in englischer Übersetzung: Maurice Winternitz: &#039;&#039;History of Indian Literatur&#039;&#039;, Motilal Barnarsidass, Delhi, 1985.&lt;br /&gt;
*[[ Aurobindo]]: &#039;&#039;Das Geheimnis des Veda&#039;&#039;, 2. Auflage 1997, Hinder + Deelmann, ISBN 3-873481-65-0&lt;br /&gt;
*Lokamanya Bâl Gangâdhar Tilak: &#039;&#039;Orion ou Recherches sur l&#039;Antiquité des Védas&#039;&#039;, Milan, Éditions Archè, 1989&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/category/podcast/meditationsanleitung/ Meditation Anleitungen, darunter einige abstrakte Techniken aus dem Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/Art-Artikel/art_vedanta.html Artikel von Swami Sivananda: Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.sivananda.org/ Divine Life Society - Sivananda Ashram]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/jnana%2Byoga/ro/s/ Seminare zum Thema „Jnana Yoga“]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/ Seminare zum Thema „Vedanta“]&lt;br /&gt;
&amp;lt;rss max=3&amp;gt;https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/?type=2365&amp;lt;/rss&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indische Philosophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hinduismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Deussen Vedantasystem]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vedanta]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Kiara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81585</id>
		<title>Schöpfer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81585"/>
		<updated>2013-12-06T08:23:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kiara: /* Über das Motiv der Schöpfung, nach 2,1,32-33 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:MP900177808.JPG|thumb]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Brahman als Schöpfer der Welt==&lt;br /&gt;
Artikel aus dem Buch „Das System des [[Vedanta]]“ von Paul Deussen, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906, S. 239 - 247.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Über das Motiv der Schöpfung, nach 2,1,32-33===&lt;br /&gt;
Wir haben [[Brahman]] kennen gelernt als ein geistiges Wesen; als solches scheint er bei seinen [[Handlung]]en eines Motives zu bedürfen. Denn wir sehen im Leben, wie ein geistiges Wesen, welches erkennt bevor es handelt, z. B. ein Mensch, zu keinem Vornehmen, sei es groß oder gering, sich anschickt, ohne dass ihn ein [[Motiv]] dazu triebe (S. 488,12). Die Anwendung dieser Erfahrungsregel auf Brahman wird, wie es scheint, auch durch die [[Schrift]] bestätigt, wenn sie lehrt (siehe S. 186), dass ihm die [[Welt]] nicht um der Welt willen, sondern um seiner selbst willen lieb ist (S. 489,2). — Nimmt man nun ein Motiv Gottes an, welches ihn zur [[Schöpfung]] der Welt bestimmte, so widerspricht dies seiner Allgenügsamkeit ([[Pari-Triptatvam]]), nimmt man aber kein solches an, so wird das Schaffen unmöglich (S. 489,6). — Oder soll man dafür halten, dass Brahman, wie ein unsinniger Mensch, aufs Geratewohl und ohne Motiv zum Schaffen geschritten sei? Dieses wiederum würde seiner Allweisheit ([[Sarvajnatvam]]) widersprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss wohl annehmen, dass, wie ein Fürst oder Grösser, welcher alles hat, was er wünscht, auch ohne weiteres Motiv zum bloßen Spiele und Zeitvertreib etwas vornimmt (S. 490,1). oder, wie das Ausatmen und Einatmen ohne äußeres Motiv von selbst vor sich geht (S. 490,2), so auch [[Gott]] von selbst und ohne Motiv zum bloßen Spaße ([[Lila]]) die Welt geschaffen hat; denn ein weiteres Motiv geben Nachdenken und Schriftoffenbarung nicht an die Hand, auch ist es nicht möglich, Gott selbst darüber zu befragen (S. 490,6). Übrigens scheint nur uns die Anordnung dieser Weltscheibe etwas so schwieriges zu sein, für Gott hingegen ist sie, vermöge seiner unermesslichen Allmacht, ein bloßes Spiel (S. 490,8). Und wenn im Leben selbst zum Spiele immer ein schwaches Motiv vorhanden sein muss, so ist doch bei Gott gar kein solches anzunehmen, weil die Schrift verbietet, ihm ein [[Verlangen]] zuzuschreiben (S. 490,9). Dass er deswegen nicht zum Handeln schreiten könne, ist gegen die Schriftlehre von der [[Schöpfung]], dass er unsinnig und aufs Geratewohl gehandelt habe, gegen die Lehre von seiner [[Allweisheit]] (S. 490,11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übrigens, so schließt [[Shankara]] diesen Abschnitt, darf man nicht vergessen, dass die ganze Schöpfungslehre sich nur auf diese vom Nichtwissen aufgestellte Welt der Namen und Gestalten bezieht, und dass sie eigentlich nur den Zweck hat, die Identität der [[Natur]] mit Brahman zu lehren (S. 491,1); — eine Bemerkung, welche auch für das gilt, was wir weiter darzustellen haben, und aus dem Streben entspringt, auch die exoterische Schriftlehre als vollgültig festzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman ist die bewirkende und zugleich die materielle Ursache der Welt, nach 1,4,23-27===&lt;br /&gt;
[[Brahman]] ist zu Eingang des Werkes (1,1,2) definiert worden als „dasjenige, wodurch Ursprung usw. [Bestand und Untergang] der Welt ist&amp;quot; (vgl. die Definitionen, S. 132), also als die Ursache der Welt. Das Wort „Ursache&amp;quot; kann aber zweierlei bedeuten, entweder die materielle Ursache ([[Prakriti]], [[Upadanam]]), oder die bewirkende [[Ursache]] ([[Nimittam]]); so ist die Ursache des Gefäßes einerseits der Ton, anderseits der Töpfer, die des Goldschmuckes einerseits das Gold, anderseits der Goldschmied (p. 396,10). — Es fragt sich, in welchem Sinne [[Brahman]] als die Ursache der Welt zu betrachten ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte meinen, dass [[Brahman]] nur als die bewirkende Ursache der Welt gelten kann, weil es von ihm, ehe er zum Schaffen schreitet, heißt:  „er beabsichtigte&amp;quot; (S. 146), und weil er „der Herr&amp;quot; ([[Ishvara]]) genannt wird; beides scheint nur auf eine bewirkende Ursache zu passen (S. 397,5.8). — Dazu kommt, dass Ursache und Wirkung gleichartig sein müssen; die Welt nun ist vielheitlich, ungeistig und unrein (S. 397,10), was auf Brahman nicht passt und eine materielle Ursache neben ihm als Trägerin dieser Qualitäten zu fordern scheint 1 S. 398,1).&lt;br /&gt;
Die Antwort auf diese Bedenken lautet, dass [[Brahman]] beides, sowohl die materielle als auch die bewirkende Ursache der Welt ist (S. 398,3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Begründung dieser Behauptung an der Eingangsstelle der [[Kosmologie]], von der wir hier handeln, ist eine rein [[Theologie|theologisch]]e (durch Berufung auf [[Veda]]stellen) und kann auf dem Standpunkte, den wir zunächst einnehmen, keine andere sein, weil (ganz abgesehen von dem belegten Bedenken der Ungleichartigkeit von Welt und [[Brahman]], welches hier von unsern Autoren noch übergangen und erst bei einer späten Diskussion wieder aufgenommen und in Betracht gezogen wird, vgl. Kap. XVIII, 1,a) eine Auflösung des Begriffs der [[Materie]] von dem empirischen Standpunkte aus, den wir hier noch nicht überschritten haben, unmöglich ist, indem vielmehr die allein richtige Konsequenz dieses Standpunktes die Ewigkeit der [[Materie]] sein würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter diesen Umständen ist es begreiflich, dass [[Shankara]] sich hier begnügt, auf die Schriftstellen hinzuweisen, nach welchen mit der Erkenntnis des [[Brahman]] alles verkannt ist, in welchen er mit dem Tone verglichen wird, dessen Umwandlungen alle auch nur Ton sind; wie es denn z. B. ausdrücklich heißt, vor dem Ursprung sei nur eines gewesen ohne zweites, Brahman habe begehrt, vieles zu sein, er habe selber sich selbst gemacht, er sei die Geburtsstätte der Wesen, er lasse sie hervorgehen aus sich und ziehe sie wieder zurück wie die Spinne den Faden, usw. usw. (S. 398-403). Zum Schlusse fertigt unser Autor die oben gemachten Einwendungen und die Berufung auf die Erfahrung mit der Erklärung ab (übersetzt S. 98), es brauche sich hier nicht zu verhalten wie in der Erfahrung, denn es sei hier nicht von einem Gegenstande der Vernunfterkenntnis ([[Anumanam]]), sondern der Offenbarung die Rede (S. 403,7), und verweist übrigens auf die späten Untersuchungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman schafft ohne Hilfsmittel, nach 2,1,24-25===&lt;br /&gt;
Weit von der eben behandelten Untersuchung abgetrennt, obwohl sachlich in nächster Beziehung zu derselben stehend, ja teilweise mit ihr zusammenfallend ist die Frage nach den Hilfsmitteln, deren sich [[Brahman]] beim Schaffen bedient. Wie dort durch Zitate aus dem [[Veda]], so wird hier die Beweisführung durch Beispiele aus der Natur bewerkstelligt; ist sie darum auch (aus dem oben, S. 241, besprochenen Grunde) nicht weniger unzulänglich, so bietet sie doch ein gewisses Interesse, weil sie allerlei Beiträge zur Naturanschauung der Inder enthält, daher wir das in Rede stehende [[Adhikaranam]] 2,1,24-25 (S. 475-479) nahezu wörtlich wiedergeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte einwenden: es geht nicht an, das geistige [[Brahman]] allein und ohne anderes als Ursache der Welt anzunehmen, weil zu einem Schaffen allerlei Hilfsmittel erforderlich sind; so nehmen im Leben die Töpfer usw., wenn sie Gefäße, Gewebe u. dgl. machen wollen, allerlei, wie Ton, Stab und Rad oder Fäden zur Hilfe; und so kann man auch nicht annehmen, dass [[Brahman]] ohne alle Hilfsmittel die Welt schaffe. — Hierauf ist zu erwidern, dass die [[Schöpfung]] durch die spezifische Beschaffenheit der Substanz ([[Dratrya]]-[[Svabhava]]-[[Visheshad]], d. h. des [[Brahman]]) zustande kommt, ähnlich wie die Verwandlung der Milch in saure Milch, des Wassers in Eis ohne ein äußeres Hilfsmittel vor sich geht. Allerdings wirkt bei der Umwandlung der Milch in saure Milch die Wärme mit; doch befolgt dabei die Milch allein die in ihr liegenden Umwandlungsgesetze, und der Prozess wird durch die Wärme nur beschleunigt. Läge in der Milch nicht schon die Kraft, saure Milch zu werden, so würde die Wärme auch nicht dazu verhelfen; indem z. B. Wind oder [[Äther]] durch Wärme nicht zu saurer Milch werden können. Das Hinzutreten des Mittels vervollständigt nur den Prozess; aber selbst einer solchen Vervollständigung bedarf es bei Brahman nicht, da dasselbe die erforderlichen Kräfte ([[Shakti]], wovon demnächst) vollständig in sich trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings sind Milch usw. ungeistige Substanzen, und bei geistigen Wesen, wie z. B. bei dem Töpfer, sehen wir ein Zuhilfenehmen von Werkzeugen. So, könnte man meinen, müsse es auch bei [[Brahman]] sein, da er gleichfalls ein geistiges Wesen ist. — Darauf ist zu entgegnen, dass auch [[Gott|Götter]], [[Ahnen]] und [[Rishi]]s, die doch geistige Wesen sind, durch ihre Macht, ohne jedes äußere Mittel, zufolge der ihnen einwohnenden Oberherrlichkeit allein durch die [[Meditation]] viele mannigfach gestaltete Leiber, Paläste, Wagen usw. schaffen, wie dies die [[Hymn]]en und [[Brahmana]]s, sowie die [[Epos|episch]]en und [[Mythologie|mythologisch]]en Werke bezeugen. Ferner ist daran zu erinnern, dass die Spinnen aus sich selbst die Fäden entlassen, dass die Kranichweibchen ohne Samen befruchtet werden, und dass die [[Lotos]]blumen ohne äußeres Vehikel von einem Teiche zum andern wandern. Will man das Zutreffen dieser Vergleiche bestreiten, weil die Götter nur durch Zuhilfenahme der Leiblichkeit, nicht durch ihr geistiges Selbst allein ihre Taten verrichten, weil bei den Spinnen der Speichel, nachdem er durch Verzehren kleinerer Tiere steif geworden, zum Faden wird, weil die Kranichweibchen, indem sie den Ton des Donners hören, befruchtet werden 95, weil die Lotosblumen nicht durch ihren ungeistigen Körper, sondern sofern sie mit [[Geist|Geistig]]em beseelt sind, in den Teichen wandern, sowie auch die Schlingpflanzen an den Bäumen, — so ist zu erwidern, dass die genannten Wesen doch nicht so wie der Töpfer zu ihrer Tätigkeit sich äußerlicher Werkzeuge bedienen, und dass, so wie sie, auch [[Brahman]], worauf es uns ankommt, beim Schaffen keine äußerlichen Mittel zur Hilfe nimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
— Die mangelhafte Kenntnis der Natur und die Schwäche der Argumentation auf diesem Gebiete bedarf nach der mitgeteilten Probe keines weitern Kommentares.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman und die Naturkräfte, nach 2,1,30 und 1,3,30===&lt;br /&gt;
Bei allen Betrachtungen dieses Teiles ist wohl im Auge zu behalten, dass der [[Indien|indisch]]e [[Schöpfung]]sbegriff sich von dein bei uns üblichen wesentlich unterscheidet. Denn während wir darunter ein einmaliges und somit zeitliches Erschaffensein der Welt verstehen, so wird das [[Bewusstsein]] der [[Vedanta|Vedantist]]en von der Vorstellung beherrscht, dass von Ewigkeit her und in Ewigkeit hinein die Welt periodisch aus dem [[Brahman]] hervor und wieder in dasselbe zurückgeht; und zwar beides unzählige Male: ,,der vergangenen und der zukünftigen Weltperioden (Fialpa) ist kein Maß&amp;quot;, wie eine S. 495,10 zitierte Purana-Stelle lautet:&lt;br /&gt;
Aber wie kommt es, dass die Welt in allen ihren Neuschöpfungen sich ihrem Wesen nach gleich bleibt? — Diese Frage nötigt, in der Natur des [[Brahman]] selbst den Grund für diese Konstanz zu suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ferner: wie können aus dem einheitlichen [[Brahman]] die mannigfaltigen Erscheinungen der Natur entspringen? — Auch für diese Mannigfaltigkeit muss der zureichende Grund in [[Brahman]] vorhanden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesen Postulaten haben wir die [[Motiv]]e zu suchen für die Lehre von den mancherlei Kräften ([[Shakti]]), welche in [[Brahman]] enthalten sind, und auf deren Ähnlichkeit mit der platonischen Ideenlehre wir schon (S. 73-74) hingewiesen haben.&lt;br /&gt;
Leider findet sich dieser wertvolle Gedanke in unserm Systeme sehr wenig entwickelt; nur sporadisch taucht er auf, und seine Haltung ist eine unsichere; zuweilen erscheinen die Kräfte des [[Brahman]] als ein bloßer Ausdruck für seine Allmacht, zuweilen bedeuten sie die Samenkräfte der Dinge, welche beine Weltuntergang keimartig in Brahman eingehen, um bei der Neuschöpfung wieder aus ihm hervorzutreten. Wir wollen kurz zusammenfassen, was sich hier und da zerstreut darüber vorfindet.&lt;br /&gt;
„Dass das einheitliche [[Brahman]] die mannigfache Ausbreitung der Erscheinungswelt hervorbringt&amp;quot;, heißt es (S. 486,10), „ist dadurch erklärlich, dass dasselbe sich mit mannigfachen Kräften verbindet.&amp;quot; Zur Begründung wird auf einige Veda-Stellen verwiesen, welche jedoch nichts weiter als die Allmacht des [[Brahman]] (allwirkend ist er, allwünschend, allriechend, allschmeckend usw.) zu besagen scheinen. Das [[Brahman]] ist mit allen Kräften versehen (S. 1125,8), ist mit der Entfaltung vieler Kräfte verknüpft (S. 445,11), der [[Iovara]] besitzt unermessliche Kräfte (S. 490,8), wie daraus hervorgeht, dass er Ursache des Entstehens, Bestehens und Vergehens der Welt ist (S. 1126,1); diese Kräfte, ohne welche [[Brahman]] nicht schaffen könnte (S. 342,6), werden aus der Mannigfaltigkeit der Wirkungen erschlossen (S. 486,2); was ihr Verhältnis zu [[Brahman]] betrifft, so lässt sich aus dem (S. 476,8) gebrauchten Ausdrucke, dass das Brahman „mit Kräften angefüllt&amp;quot; (Paripurnashaktikam) sei, auf die Vorstellung einer [[Immanenz]] dieser Kräfte in [[Brahman]] schließen.&lt;br /&gt;
Die [[Schrift]] (Shvet. 1,3) fahrt zur Annahme einer Kraft des höchsten [[Gott]]es, welche die gesamte Welt schafft und ordnet (S. 358,5). Eben diese nicht in Name und Gestalt entfaltete göttliche Kraft ist der Urstand ([[Prag-Avastha]]) der Namen und Gestalten (S. 358,10); in diesem Urstande war die jetzt entfaltete Welt unentfaltet vorhanden in dem Zustande einer Samenkraft ([[Vija-Shakti-Avastha]], S. 341,9); „wenn „wir&amp;quot; (heißt es S. 342,2 in der Polemik gegen die [[Saiikhya]]s) „irgendeinen selbständigen Urstand der Welt als Ursache „zugäben, so würden wir der Annahme einer materiellen „[Welt-]Ursache Raum geben; aber wir nehmen ja an, dass „jener Urstand der Welt nicht selbständig, sondern von dem „höchsten [[Gott]] abhängig ist. Als solchen nun muss man „ihn notwendig annehmen, und mit gutem Grunde. Denn „ohne ihn ist die Schöpfertätigkeit Gottes nicht möglich, „da eine Aktivität des von Kräften entblößten Gottes nicht „denkbar ist... Diese, im höchsten Gott ruhende, das Un-„offenbare (avyaktam) genannte Samenkraft ist ihrem Wesen „nach Nichtwissen (Avidyal, ein aus Täuschung ([[Mayei]]) be-„stehender, großer Tiefschlaf, in welchem die wandernden „[[Seele]]n liegen, welche des [[Erwachung|Erwachtsein]]s zu ihrer eigenen „Natur [des [[Bewufstsein]]s ihrer Identität mit [[Brahman]]] er-„mangeln.”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach diesen Stellen scheint es, dass &lt;br /&gt;
1. die [[Schöpferkraft|Schöpferkräfte]] des [[Brahman]], &lt;br /&gt;
2. die Samenkräfte der Dinge, und &lt;br /&gt;
3. die (mittels ihres feinen Leibes fortbestehenden) individuellen [[Seele]]n &lt;br /&gt;
in der unbestimmten Vorstellung der Kräfte des [[Brahman]] zusammenfließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sahen bereits (S. 74), wie diese Kräfte bei der jedesmaligen Vernichtung der Welt nicht mit zunichte werden, sondern als Wurzel derselben bestehen bleiben (S. 303,1), und zwar so, dass ihre Beschaffenheit sich nicht ändert (S. 303,2). Hierauf beruht es, dass, trotz des immer wiederholten Weltunterganges, stets dieselben Naturkörper ([[Erde]] usw.), Wesensgattungen ([[Gott|Götter]], Tiere, Menschen usw.) und Weltordnungen ([[Kaste|Kasten]], [[Ashrama]]s) neu hervorgehen (S. 303,4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vielheit dieser Kräfte widerspricht der Einheit des sie enthaltenden [[Brahman]] nicht, sofern die Vielheitskraft ([[Vibhaga]]-[[Shakti]]) vor und nach dem Bestehen der Welt ebenso gut wie das Vielheitstreiben ([[Vibhaga]]-[[Vyavahara]]) während des Bestehens der Welt auf der falschen [[Erkenntnis]] ([[Mithya]]-[[Jnanam]]) beruht (S. 433.13); wie wir in der [[Esotherik|esoterisch]]en [[Kosmologie]] noch des näheren sehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [[Jnana Yoga]]&lt;br /&gt;
* [[Vedanta Schulen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p927_Vedanta-fuer-Anfaenger// Vedanta für Anfänger von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p484_Vedanta-----Der-Ozean-der-Weisheit// Vedanta - Der Ozean der Weisheit von Swami Vivekananda]&lt;br /&gt;
*Paul Deussen: Das System des Vedanta, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906.&lt;br /&gt;
*Soami Divyanand: &#039;&#039;Vedamrit - Die Botschaft der Veden&#039;&#039;. ISBN 3-926696-03-6 (Übersetzung der Veden auf Deutsch, Bd. 1); ISBN 3-926696-13-3 (Bd. 2); ISBN 3-926696-26-5 (Bd. 3)&lt;br /&gt;
*Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Die heiligen Schriften Indiens - Geschichte der Sanskrit-Literatur.&#039;&#039;(edition-sawitri.de)  ISBN 3-931172-22-8&lt;br /&gt;
* Moritz Winternitz: &#039;&#039;Geschichte der Indischen Literatur&#039;&#039;, Leipzig, 1905 - 1922, Vol. I - III. Reprint in englischer Übersetzung: Maurice Winternitz: &#039;&#039;History of Indian Literatur&#039;&#039;, Motilal Barnarsidass, Delhi, 1985.&lt;br /&gt;
*[[ Aurobindo]]: &#039;&#039;Das Geheimnis des Veda&#039;&#039;, 2. Auflage 1997, Hinder + Deelmann, ISBN 3-873481-65-0&lt;br /&gt;
*Lokamanya Bâl Gangâdhar Tilak: &#039;&#039;Orion ou Recherches sur l&#039;Antiquité des Védas&#039;&#039;, Milan, Éditions Archè, 1989&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/category/podcast/meditationsanleitung/ Meditation Anleitungen, darunter einige abstrakte Techniken aus dem Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/Art-Artikel/art_vedanta.html Artikel von Swami Sivananda: Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.sivananda.org/ Divine Life Society - Sivananda Ashram]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/jnana%2Byoga/ro/s/ Seminare zum Thema „Jnana Yoga“]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/ Seminare zum Thema „Vedanta“]&lt;br /&gt;
&amp;lt;rss max=3&amp;gt;https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/?type=2365&amp;lt;/rss&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indische Philosophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hinduismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Deussen Vedantasystem]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vedanta]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Kiara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81584</id>
		<title>Schöpfer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81584"/>
		<updated>2013-12-06T08:19:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kiara: /* Über das Motiv der Schöpfung, nach 2,1,32-33 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:MP900177808.JPG|thumb]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Brahman als Schöpfer der Welt==&lt;br /&gt;
Artikel aus dem Buch „Das System des [[Vedanta]]“ von Paul Deussen, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906, S. 239 - 247.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Über das Motiv der Schöpfung, nach 2,1,32-33===&lt;br /&gt;
Wir haben [[Brahman]] kennen gelernt als ein geistiges Wesen; als solches scheint er bei seinen [[Handlung]]en eines Motives zu bedürfen. Denn wir sehen im Leben, wie ein geistiges Wesen, welches erkennt bevor es handelt, z. B. ein Mensch, zu keinem Vornehmen, sei es groß oder gering, sich anschickt, ohne dass ihn ein [[Motiv]] dazu triebe (S. 488,12). Die Anwendung dieser Erfahrungsregel auf Brahman wird, wie es scheint, auch durch die [[Schrift]] bestätigt, wenn sie lehrt (siehe S. 186), dass ihm die [[Welt]] nicht um der Welt willen, sondern um seiner selbst willen lieb ist (S. 489,2). — Nimmt man nun ein Motiv Gottes an, welches ihn zur [[Schöpfung]] der Welt bestimmte, so widerspricht dies seiner Allgenügsamkeit ([[Pari-Triptatvam]]), nimmt man aber kein solches an, so wird das Schaffen unmöglich (S. 489,6). — Oder soll man dafür halten, dass Brahman, wie ein unsinniger Mensch, aufs Geratewohl und ohne Motiv zum Schaffen geschritten sei? Dieses wiederum würde seiner Allweisheit ([[Sarvajnatvam]]) widersprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss wohl annehmen, dass, wie ein Fürst oder Grösser, welcher alles hat, was er wünscht, auch ohne weiteres Motiv zum bloßen Spiele und Zeitvertreib etwas vornimmt (S. 490,1). oder, wie das Ausatmen und Einatmen ohne äußeres Motiv von selbst vor sich geht (S. 490,2), so auch [[Gott]] von selbst und ohne Motiv zum bloßen Spaße ([[Lila]]) die Welt geschaffen hat; denn ein weiteres Motiv geben Nachdenken und Schriftoffenbarung nicht an die Hand, auch ist es nicht möglich, Gott selbst darüber zu befragen (S. 490,6). Übrigens scheint nur uns die Anordnung dieser Weltscheibe etwas so schwieriges zu sein, für Gott hingegen ist sie, vermöge seiner unermesslichen Allmacht, ein bloßes Spiel (S. 490,8). Und wenn im Leben selbst zum Spiele immer ein schwaches Motiv vorhanden sein muss, so ist doch bei Gott gar kein solches anzunehmen, weil die Schrift verbietet, ihm ein [[Verlangen]] zuzuschreiben (S. 490,9). Dass er deswegen nicht zum Handeln schreiten könne, ist gegen die Schriftlehre von der [[Schöpfung]], dass er unsinnig und aufs Geratewohl gehandelt habe, gegen die Lehre von seiner Allweisheit (S. 490,11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übrigens, so schließt [[Shankara]] diesen Abschnitt, darf man nicht vergessen, dass die ganze Schöpfungslehre sich nur auf diese vom Nichtwissen aufgestellte Welt der Namen und Gestalten bezieht, und dass sie eigentlich nur den Zweck hat, die Identität der Natur mit Brahman zu lehren (S. 491,1); — eine Bemerkung, welche auch für das gilt, was wir weiter darzustellen haben, und aus dem Streben entspringt, auch die exoterische Schriftlehre als vollgültig festzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman ist die bewirkende und zugleich die materielle Ursache der Welt, nach 1,4,23-27===&lt;br /&gt;
[[Brahman]] ist zu Eingang des Werkes (1,1,2) definiert worden als „dasjenige, wodurch Ursprung usw. [Bestand und Untergang] der Welt ist&amp;quot; (vgl. die Definitionen, S. 132), also als die Ursache der Welt. Das Wort „Ursache&amp;quot; kann aber zweierlei bedeuten, entweder die materielle Ursache ([[Prakriti]], [[Upadanam]]), oder die bewirkende [[Ursache]] ([[Nimittam]]); so ist die Ursache des Gefäßes einerseits der Ton, anderseits der Töpfer, die des Goldschmuckes einerseits das Gold, anderseits der Goldschmied (p. 396,10). — Es fragt sich, in welchem Sinne [[Brahman]] als die Ursache der Welt zu betrachten ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte meinen, dass [[Brahman]] nur als die bewirkende Ursache der Welt gelten kann, weil es von ihm, ehe er zum Schaffen schreitet, heißt:  „er beabsichtigte&amp;quot; (S. 146), und weil er „der Herr&amp;quot; ([[Ishvara]]) genannt wird; beides scheint nur auf eine bewirkende Ursache zu passen (S. 397,5.8). — Dazu kommt, dass Ursache und Wirkung gleichartig sein müssen; die Welt nun ist vielheitlich, ungeistig und unrein (S. 397,10), was auf Brahman nicht passt und eine materielle Ursache neben ihm als Trägerin dieser Qualitäten zu fordern scheint 1 S. 398,1).&lt;br /&gt;
Die Antwort auf diese Bedenken lautet, dass [[Brahman]] beides, sowohl die materielle als auch die bewirkende Ursache der Welt ist (S. 398,3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Begründung dieser Behauptung an der Eingangsstelle der [[Kosmologie]], von der wir hier handeln, ist eine rein [[Theologie|theologisch]]e (durch Berufung auf [[Veda]]stellen) und kann auf dem Standpunkte, den wir zunächst einnehmen, keine andere sein, weil (ganz abgesehen von dem belegten Bedenken der Ungleichartigkeit von Welt und [[Brahman]], welches hier von unsern Autoren noch übergangen und erst bei einer späten Diskussion wieder aufgenommen und in Betracht gezogen wird, vgl. Kap. XVIII, 1,a) eine Auflösung des Begriffs der [[Materie]] von dem empirischen Standpunkte aus, den wir hier noch nicht überschritten haben, unmöglich ist, indem vielmehr die allein richtige Konsequenz dieses Standpunktes die Ewigkeit der [[Materie]] sein würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter diesen Umständen ist es begreiflich, dass [[Shankara]] sich hier begnügt, auf die Schriftstellen hinzuweisen, nach welchen mit der Erkenntnis des [[Brahman]] alles verkannt ist, in welchen er mit dem Tone verglichen wird, dessen Umwandlungen alle auch nur Ton sind; wie es denn z. B. ausdrücklich heißt, vor dem Ursprung sei nur eines gewesen ohne zweites, Brahman habe begehrt, vieles zu sein, er habe selber sich selbst gemacht, er sei die Geburtsstätte der Wesen, er lasse sie hervorgehen aus sich und ziehe sie wieder zurück wie die Spinne den Faden, usw. usw. (S. 398-403). Zum Schlusse fertigt unser Autor die oben gemachten Einwendungen und die Berufung auf die Erfahrung mit der Erklärung ab (übersetzt S. 98), es brauche sich hier nicht zu verhalten wie in der Erfahrung, denn es sei hier nicht von einem Gegenstande der Vernunfterkenntnis ([[Anumanam]]), sondern der Offenbarung die Rede (S. 403,7), und verweist übrigens auf die späten Untersuchungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman schafft ohne Hilfsmittel, nach 2,1,24-25===&lt;br /&gt;
Weit von der eben behandelten Untersuchung abgetrennt, obwohl sachlich in nächster Beziehung zu derselben stehend, ja teilweise mit ihr zusammenfallend ist die Frage nach den Hilfsmitteln, deren sich [[Brahman]] beim Schaffen bedient. Wie dort durch Zitate aus dem [[Veda]], so wird hier die Beweisführung durch Beispiele aus der Natur bewerkstelligt; ist sie darum auch (aus dem oben, S. 241, besprochenen Grunde) nicht weniger unzulänglich, so bietet sie doch ein gewisses Interesse, weil sie allerlei Beiträge zur Naturanschauung der Inder enthält, daher wir das in Rede stehende [[Adhikaranam]] 2,1,24-25 (S. 475-479) nahezu wörtlich wiedergeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte einwenden: es geht nicht an, das geistige [[Brahman]] allein und ohne anderes als Ursache der Welt anzunehmen, weil zu einem Schaffen allerlei Hilfsmittel erforderlich sind; so nehmen im Leben die Töpfer usw., wenn sie Gefäße, Gewebe u. dgl. machen wollen, allerlei, wie Ton, Stab und Rad oder Fäden zur Hilfe; und so kann man auch nicht annehmen, dass [[Brahman]] ohne alle Hilfsmittel die Welt schaffe. — Hierauf ist zu erwidern, dass die [[Schöpfung]] durch die spezifische Beschaffenheit der Substanz ([[Dratrya]]-[[Svabhava]]-[[Visheshad]], d. h. des [[Brahman]]) zustande kommt, ähnlich wie die Verwandlung der Milch in saure Milch, des Wassers in Eis ohne ein äußeres Hilfsmittel vor sich geht. Allerdings wirkt bei der Umwandlung der Milch in saure Milch die Wärme mit; doch befolgt dabei die Milch allein die in ihr liegenden Umwandlungsgesetze, und der Prozess wird durch die Wärme nur beschleunigt. Läge in der Milch nicht schon die Kraft, saure Milch zu werden, so würde die Wärme auch nicht dazu verhelfen; indem z. B. Wind oder [[Äther]] durch Wärme nicht zu saurer Milch werden können. Das Hinzutreten des Mittels vervollständigt nur den Prozess; aber selbst einer solchen Vervollständigung bedarf es bei Brahman nicht, da dasselbe die erforderlichen Kräfte ([[Shakti]], wovon demnächst) vollständig in sich trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings sind Milch usw. ungeistige Substanzen, und bei geistigen Wesen, wie z. B. bei dem Töpfer, sehen wir ein Zuhilfenehmen von Werkzeugen. So, könnte man meinen, müsse es auch bei [[Brahman]] sein, da er gleichfalls ein geistiges Wesen ist. — Darauf ist zu entgegnen, dass auch [[Gott|Götter]], [[Ahnen]] und [[Rishi]]s, die doch geistige Wesen sind, durch ihre Macht, ohne jedes äußere Mittel, zufolge der ihnen einwohnenden Oberherrlichkeit allein durch die [[Meditation]] viele mannigfach gestaltete Leiber, Paläste, Wagen usw. schaffen, wie dies die [[Hymn]]en und [[Brahmana]]s, sowie die [[Epos|episch]]en und [[Mythologie|mythologisch]]en Werke bezeugen. Ferner ist daran zu erinnern, dass die Spinnen aus sich selbst die Fäden entlassen, dass die Kranichweibchen ohne Samen befruchtet werden, und dass die [[Lotos]]blumen ohne äußeres Vehikel von einem Teiche zum andern wandern. Will man das Zutreffen dieser Vergleiche bestreiten, weil die Götter nur durch Zuhilfenahme der Leiblichkeit, nicht durch ihr geistiges Selbst allein ihre Taten verrichten, weil bei den Spinnen der Speichel, nachdem er durch Verzehren kleinerer Tiere steif geworden, zum Faden wird, weil die Kranichweibchen, indem sie den Ton des Donners hören, befruchtet werden 95, weil die Lotosblumen nicht durch ihren ungeistigen Körper, sondern sofern sie mit [[Geist|Geistig]]em beseelt sind, in den Teichen wandern, sowie auch die Schlingpflanzen an den Bäumen, — so ist zu erwidern, dass die genannten Wesen doch nicht so wie der Töpfer zu ihrer Tätigkeit sich äußerlicher Werkzeuge bedienen, und dass, so wie sie, auch [[Brahman]], worauf es uns ankommt, beim Schaffen keine äußerlichen Mittel zur Hilfe nimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
— Die mangelhafte Kenntnis der Natur und die Schwäche der Argumentation auf diesem Gebiete bedarf nach der mitgeteilten Probe keines weitern Kommentares.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman und die Naturkräfte, nach 2,1,30 und 1,3,30===&lt;br /&gt;
Bei allen Betrachtungen dieses Teiles ist wohl im Auge zu behalten, dass der [[Indien|indisch]]e [[Schöpfung]]sbegriff sich von dein bei uns üblichen wesentlich unterscheidet. Denn während wir darunter ein einmaliges und somit zeitliches Erschaffensein der Welt verstehen, so wird das [[Bewusstsein]] der [[Vedanta|Vedantist]]en von der Vorstellung beherrscht, dass von Ewigkeit her und in Ewigkeit hinein die Welt periodisch aus dem [[Brahman]] hervor und wieder in dasselbe zurückgeht; und zwar beides unzählige Male: ,,der vergangenen und der zukünftigen Weltperioden (Fialpa) ist kein Maß&amp;quot;, wie eine S. 495,10 zitierte Purana-Stelle lautet:&lt;br /&gt;
Aber wie kommt es, dass die Welt in allen ihren Neuschöpfungen sich ihrem Wesen nach gleich bleibt? — Diese Frage nötigt, in der Natur des [[Brahman]] selbst den Grund für diese Konstanz zu suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ferner: wie können aus dem einheitlichen [[Brahman]] die mannigfaltigen Erscheinungen der Natur entspringen? — Auch für diese Mannigfaltigkeit muss der zureichende Grund in [[Brahman]] vorhanden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesen Postulaten haben wir die [[Motiv]]e zu suchen für die Lehre von den mancherlei Kräften ([[Shakti]]), welche in [[Brahman]] enthalten sind, und auf deren Ähnlichkeit mit der platonischen Ideenlehre wir schon (S. 73-74) hingewiesen haben.&lt;br /&gt;
Leider findet sich dieser wertvolle Gedanke in unserm Systeme sehr wenig entwickelt; nur sporadisch taucht er auf, und seine Haltung ist eine unsichere; zuweilen erscheinen die Kräfte des [[Brahman]] als ein bloßer Ausdruck für seine Allmacht, zuweilen bedeuten sie die Samenkräfte der Dinge, welche beine Weltuntergang keimartig in Brahman eingehen, um bei der Neuschöpfung wieder aus ihm hervorzutreten. Wir wollen kurz zusammenfassen, was sich hier und da zerstreut darüber vorfindet.&lt;br /&gt;
„Dass das einheitliche [[Brahman]] die mannigfache Ausbreitung der Erscheinungswelt hervorbringt&amp;quot;, heißt es (S. 486,10), „ist dadurch erklärlich, dass dasselbe sich mit mannigfachen Kräften verbindet.&amp;quot; Zur Begründung wird auf einige Veda-Stellen verwiesen, welche jedoch nichts weiter als die Allmacht des [[Brahman]] (allwirkend ist er, allwünschend, allriechend, allschmeckend usw.) zu besagen scheinen. Das [[Brahman]] ist mit allen Kräften versehen (S. 1125,8), ist mit der Entfaltung vieler Kräfte verknüpft (S. 445,11), der [[Iovara]] besitzt unermessliche Kräfte (S. 490,8), wie daraus hervorgeht, dass er Ursache des Entstehens, Bestehens und Vergehens der Welt ist (S. 1126,1); diese Kräfte, ohne welche [[Brahman]] nicht schaffen könnte (S. 342,6), werden aus der Mannigfaltigkeit der Wirkungen erschlossen (S. 486,2); was ihr Verhältnis zu [[Brahman]] betrifft, so lässt sich aus dem (S. 476,8) gebrauchten Ausdrucke, dass das Brahman „mit Kräften angefüllt&amp;quot; (Paripurnashaktikam) sei, auf die Vorstellung einer [[Immanenz]] dieser Kräfte in [[Brahman]] schließen.&lt;br /&gt;
Die [[Schrift]] (Shvet. 1,3) fahrt zur Annahme einer Kraft des höchsten [[Gott]]es, welche die gesamte Welt schafft und ordnet (S. 358,5). Eben diese nicht in Name und Gestalt entfaltete göttliche Kraft ist der Urstand ([[Prag-Avastha]]) der Namen und Gestalten (S. 358,10); in diesem Urstande war die jetzt entfaltete Welt unentfaltet vorhanden in dem Zustande einer Samenkraft ([[Vija-Shakti-Avastha]], S. 341,9); „wenn „wir&amp;quot; (heißt es S. 342,2 in der Polemik gegen die [[Saiikhya]]s) „irgendeinen selbständigen Urstand der Welt als Ursache „zugäben, so würden wir der Annahme einer materiellen „[Welt-]Ursache Raum geben; aber wir nehmen ja an, dass „jener Urstand der Welt nicht selbständig, sondern von dem „höchsten [[Gott]] abhängig ist. Als solchen nun muss man „ihn notwendig annehmen, und mit gutem Grunde. Denn „ohne ihn ist die Schöpfertätigkeit Gottes nicht möglich, „da eine Aktivität des von Kräften entblößten Gottes nicht „denkbar ist... Diese, im höchsten Gott ruhende, das Un-„offenbare (avyaktam) genannte Samenkraft ist ihrem Wesen „nach Nichtwissen (Avidyal, ein aus Täuschung ([[Mayei]]) be-„stehender, großer Tiefschlaf, in welchem die wandernden „[[Seele]]n liegen, welche des [[Erwachung|Erwachtsein]]s zu ihrer eigenen „Natur [des [[Bewufstsein]]s ihrer Identität mit [[Brahman]]] er-„mangeln.”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach diesen Stellen scheint es, dass &lt;br /&gt;
1. die [[Schöpferkraft|Schöpferkräfte]] des [[Brahman]], &lt;br /&gt;
2. die Samenkräfte der Dinge, und &lt;br /&gt;
3. die (mittels ihres feinen Leibes fortbestehenden) individuellen [[Seele]]n &lt;br /&gt;
in der unbestimmten Vorstellung der Kräfte des [[Brahman]] zusammenfließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sahen bereits (S. 74), wie diese Kräfte bei der jedesmaligen Vernichtung der Welt nicht mit zunichte werden, sondern als Wurzel derselben bestehen bleiben (S. 303,1), und zwar so, dass ihre Beschaffenheit sich nicht ändert (S. 303,2). Hierauf beruht es, dass, trotz des immer wiederholten Weltunterganges, stets dieselben Naturkörper ([[Erde]] usw.), Wesensgattungen ([[Gott|Götter]], Tiere, Menschen usw.) und Weltordnungen ([[Kaste|Kasten]], [[Ashrama]]s) neu hervorgehen (S. 303,4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vielheit dieser Kräfte widerspricht der Einheit des sie enthaltenden [[Brahman]] nicht, sofern die Vielheitskraft ([[Vibhaga]]-[[Shakti]]) vor und nach dem Bestehen der Welt ebenso gut wie das Vielheitstreiben ([[Vibhaga]]-[[Vyavahara]]) während des Bestehens der Welt auf der falschen [[Erkenntnis]] ([[Mithya]]-[[Jnanam]]) beruht (S. 433.13); wie wir in der [[Esotherik|esoterisch]]en [[Kosmologie]] noch des näheren sehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [[Jnana Yoga]]&lt;br /&gt;
* [[Vedanta Schulen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p927_Vedanta-fuer-Anfaenger// Vedanta für Anfänger von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p484_Vedanta-----Der-Ozean-der-Weisheit// Vedanta - Der Ozean der Weisheit von Swami Vivekananda]&lt;br /&gt;
*Paul Deussen: Das System des Vedanta, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906.&lt;br /&gt;
*Soami Divyanand: &#039;&#039;Vedamrit - Die Botschaft der Veden&#039;&#039;. ISBN 3-926696-03-6 (Übersetzung der Veden auf Deutsch, Bd. 1); ISBN 3-926696-13-3 (Bd. 2); ISBN 3-926696-26-5 (Bd. 3)&lt;br /&gt;
*Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Die heiligen Schriften Indiens - Geschichte der Sanskrit-Literatur.&#039;&#039;(edition-sawitri.de)  ISBN 3-931172-22-8&lt;br /&gt;
* Moritz Winternitz: &#039;&#039;Geschichte der Indischen Literatur&#039;&#039;, Leipzig, 1905 - 1922, Vol. I - III. Reprint in englischer Übersetzung: Maurice Winternitz: &#039;&#039;History of Indian Literatur&#039;&#039;, Motilal Barnarsidass, Delhi, 1985.&lt;br /&gt;
*[[ Aurobindo]]: &#039;&#039;Das Geheimnis des Veda&#039;&#039;, 2. Auflage 1997, Hinder + Deelmann, ISBN 3-873481-65-0&lt;br /&gt;
*Lokamanya Bâl Gangâdhar Tilak: &#039;&#039;Orion ou Recherches sur l&#039;Antiquité des Védas&#039;&#039;, Milan, Éditions Archè, 1989&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/category/podcast/meditationsanleitung/ Meditation Anleitungen, darunter einige abstrakte Techniken aus dem Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/Art-Artikel/art_vedanta.html Artikel von Swami Sivananda: Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.sivananda.org/ Divine Life Society - Sivananda Ashram]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/jnana%2Byoga/ro/s/ Seminare zum Thema „Jnana Yoga“]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/ Seminare zum Thema „Vedanta“]&lt;br /&gt;
&amp;lt;rss max=3&amp;gt;https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/?type=2365&amp;lt;/rss&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indische Philosophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hinduismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Deussen Vedantasystem]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vedanta]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Kiara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81371</id>
		<title>Schöpfer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81371"/>
		<updated>2013-12-04T13:33:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kiara: /* Brahman ist die bewirkende und zugleich die materielle Ursache der Welt, nach 1,4,23-27 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:MP900177808.JPG|thumb]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Brahman als Schöpfer der Welt==&lt;br /&gt;
Artikel aus dem Buch „Das System des [[Vedanta]]“ von Paul Deussen, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906, S. 239 - 247.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Über das Motiv der Schöpfung, nach 2,1,32-33===&lt;br /&gt;
Wir haben [[Brahman]] kennen gelernt als ein geistiges Wesen; als solches scheint er bei seinen Handlungen eines [[Motiv]]es zu bedürfen. Denn wir sehen im Leben, wie ein geistiges Wesen, welches erkennt bevor es handelt, z. B. ein Mensch, zu keinem Vornehmen, sei es groß oder gering, sich anschickt, ohne dass ihn ein [[Motiv]] dazu triebe (S. 488,12). Die Anwendung dieser Erfahrungsregel auf [[Brahman]] wird, wie es scheint, auch durch die [[Schrift]] bestätigt, wenn sie lehrt (siehe S. 186), dass ihm die Welt nicht um der Welt willen, sondern um seiner selbst willen lieb ist (S. 489,2). — Nimmt man nun ein Motiv Gottes an, welches ihn zur Schöpfung der Welt bestimmte, so widerspricht dies seiner Allgenügsamkeit ([[Pari-Triptatvam]]), nimmt man aber kein solches an, so wird das Schaffen unmöglich (S. 489,6). — Oder soll man dafür halten, dass Brahman, wie ein unsinniger Mensch, aufs Geratewohl und ohne [[Motiv]] zum Schaffen geschritten sei? Dieses wiederum würde seiner Allweisheit ([[Sarvajnatvani]]) widersprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss wohl annehmen, dass, wie ein Fürst oder Grösser, welcher alles hat, was er wünscht, auch ohne weiteres Motiv zum bloßen Spiele und Zeitvertreib etwas vornimmt (S. 490,1). oder, wie das Ausatmen und Einatmen ohne äußeres [[Motiv]] von selbst vor sich geht (S. 490,2), so auch [[Gott]] von selbst und ohne [[Motiv]] zum bloßen Spaße ([[Lila]]) die Welt geschaffen hat; denn ein weiteres [[Motiv]] geben Nachdenken und Schriftoffenbarung nicht an die Hand&amp;quot;, auch ist es nicht möglich, [[Gott]] selbst darüber zu befragen (S. 490,6). Übrigens scheint nur uns die Anordnung dieser Weltscheibe etwas so schwieriges zu sein, für [[Gott]] hingegen ist sie, vermöge seiner unermesslichen Allmacht, ein bloßes Spiel (S. 490,8). Und wenn im Leben selbst zum Spiele immer ein schwaches [[Motiv]] vorhanden sein muss, so ist doch bei Gott gar kein solches anzunehmen, weil die [[Schrift]] verbietet, ihm ein [[Verlangen]] zuzuschreiben (S. 490,9). Dass er deswegen nicht zum Handeln schreiten könne, ist gegen die Schriftlehre von der [[Schöpfung]], dass er unsinnig und aufs Geratewohl gehandelt habe, gegen die Lehre von seiner Allweisheit (S. 490,11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übrigens, so schließt [[Shankara]] diesen Abschnitt, darf man nicht vergessen, dass die ganze Schöpfungslehre sich nur auf diese vom Nichtwissen aufgestellte Welt der Namen und Gestalten bezieht, und dass sie eigentlich nur den Zweck hat, die Identität der Natur mit [[Brahman]] zu lehren (S. 491,1); — eine Bemerkung, welche auch für das gilt, was wir weiter darzustellen haben, und aus dem Streben entspringt, auch die exoterische Schriftlehre als vollgültig festzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman ist die bewirkende und zugleich die materielle Ursache der Welt, nach 1,4,23-27===&lt;br /&gt;
[[Brahman]] ist zu Eingang des Werkes (1,1,2) definiert worden als „dasjenige, wodurch Ursprung usw. [Bestand und Untergang] der Welt ist&amp;quot; (vgl. die Definitionen, S. 132), also als die Ursache der Welt. Das Wort „Ursache&amp;quot; kann aber zweierlei bedeuten, entweder die materielle Ursache ([[Prakriti]], [[Upadanam]]), oder die bewirkende [[Ursache]] ([[Nimittam]]); so ist die Ursache des Gefäßes einerseits der Ton, anderseits der Töpfer, die des Goldschmuckes einerseits das Gold, anderseits der Goldschmied (p. 396,10). — Es fragt sich, in welchem Sinne [[Brahman]] als die Ursache der Welt zu betrachten ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte meinen, dass [[Brahman]] nur als die bewirkende Ursache der Welt gelten kann, weil es von ihm, ehe er zum Schaffen schreitet, heißt:  „er beabsichtigte&amp;quot; (S. 146), und weil er „der Herr&amp;quot; ([[Ishvara]]) genannt wird; beides scheint nur auf eine bewirkende Ursache zu passen (S. 397,5.8). — Dazu kommt, dass Ursache und Wirkung gleichartig sein müssen; die Welt nun ist vielheitlich, ungeistig und unrein (S. 397,10), was auf Brahman nicht passt und eine materielle Ursache neben ihm als Trägerin dieser Qualitäten zu fordern scheint 1 S. 398,1).&lt;br /&gt;
Die Antwort auf diese Bedenken lautet, dass [[Brahman]] beides, sowohl die materielle als auch die bewirkende Ursache der Welt ist (S. 398,3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Begründung dieser Behauptung an der Eingangsstelle der [[Kosmologie]], von der wir hier handeln, ist eine rein [[Theologie|theologisch]]e (durch Berufung auf [[Veda]]stellen) und kann auf dem Standpunkte, den wir zunächst einnehmen, keine andere sein, weil (ganz abgesehen von dem belegten Bedenken der Ungleichartigkeit von Welt und [[Brahman]], welches hier von unsern Autoren noch übergangen und erst bei einer späten Diskussion wieder aufgenommen und in Betracht gezogen wird, vgl. Kap. XVIII, 1,a) eine Auflösung des Begriffs der [[Materie]] von dem empirischen Standpunkte aus, den wir hier noch nicht überschritten haben, unmöglich ist, indem vielmehr die allein richtige Konsequenz dieses Standpunktes die Ewigkeit der [[Materie]] sein würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter diesen Umständen ist es begreiflich, dass [[Shankara]] sich hier begnügt, auf die Schriftstellen hinzuweisen, nach welchen mit der Erkenntnis des [[Brahman]] alles verkannt ist, in welchen er mit dem Tone verglichen wird, dessen Umwandlungen alle auch nur Ton sind; wie es denn z. B. ausdrücklich heißt, vor dem Ursprung sei nur eines gewesen ohne zweites, Brahman habe begehrt, vieles zu sein, er habe selber sich selbst gemacht, er sei die Geburtsstätte der Wesen, er lasse sie hervorgehen aus sich und ziehe sie wieder zurück wie die Spinne den Faden, usw. usw. (S. 398-403). Zum Schlusse fertigt unser Autor die oben gemachten Einwendungen und die Berufung auf die Erfahrung mit der Erklärung ab (übersetzt S. 98), es brauche sich hier nicht zu verhalten wie in der Erfahrung, denn es sei hier nicht von einem Gegenstande der Vernunfterkenntnis ([[Anumanam]]), sondern der Offenbarung die Rede (S. 403,7), und verweist übrigens auf die späten Untersuchungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman schafft ohne Hilfsmittel, nach 2,1,24-25===&lt;br /&gt;
Weit von der eben behandelten Untersuchung abgetrennt, obwohl sachlich in nächster Beziehung zu derselben stehend, ja teilweise mit ihr zusammenfallend ist die Frage nach den Hilfsmitteln, deren sich [[Brahman]] beim Schaffen bedient. Wie dort durch Zitate aus dem [[Veda]], so wird hier die Beweisführung durch Beispiele aus der Natur bewerkstelligt; ist sie darum auch (aus dem oben, S. 241, besprochenen Grunde) nicht weniger unzulänglich, so bietet sie doch ein gewisses Interesse, weil sie allerlei Beiträge zur Naturanschauung der Inder enthält, daher wir das in Rede stehende [[Adhikaranam]] 2,1,24-25 (S. 475-479) nahezu wörtlich wiedergeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte einwenden: es geht nicht an, das geistige [[Brahman]] allein und ohne anderes als Ursache der Welt anzunehmen, weil zu einem Schaffen allerlei Hilfsmittel erforderlich sind; so nehmen im Leben die Töpfer usw., wenn sie Gefäße, Gewebe u. dgl. machen wollen, allerlei, wie Ton, Stab und Rad oder Fäden zur Hilfe; und so kann man auch nicht annehmen, dass [[Brahman]] ohne alle Hilfsmittel die Welt schaffe. — Hierauf ist zu erwidern, dass die [[Schöpfung]] durch die spezifische Beschaffenheit der Substanz ([[Dratrya]]-[[Svabhava]]-[[Visheshad]], d. h. des [[Brahman]]) zustande kommt, ähnlich wie die Verwandlung der Milch in saure Milch, des Wassers in Eis ohne ein äußeres Hilfsmittel vor sich geht. Allerdings wirkt bei der Umwandlung der Milch in saure Milch die Wärme mit; doch befolgt dabei die Milch allein die in ihr liegenden Umwandlungsgesetze, und der Prozess wird durch die Wärme nur beschleunigt. Läge in der Milch nicht schon die Kraft, saure Milch zu werden, so würde die Wärme auch nicht dazu verhelfen; indem z. B. Wind oder [[Äther]] durch Wärme nicht zu saurer Milch werden können. Das Hinzutreten des Mittels vervollständigt nur den Prozess; aber selbst einer solchen Vervollständigung bedarf es bei Brahman nicht, da dasselbe die erforderlichen Kräfte ([[Shakti]], wovon demnächst) vollständig in sich trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings sind Milch usw. ungeistige Substanzen, und bei geistigen Wesen, wie z. B. bei dem Töpfer, sehen wir ein Zuhilfenehmen von Werkzeugen. So, könnte man meinen, müsse es auch bei [[Brahman]] sein, da er gleichfalls ein geistiges Wesen ist. — Darauf ist zu entgegnen, dass auch [[Gott|Götter]], [[Ahnen]] und [[Rishi]]s, die doch geistige Wesen sind, durch ihre Macht, ohne jedes äußere Mittel, zufolge der ihnen einwohnenden Oberherrlichkeit allein durch die [[Meditation]] viele mannigfach gestaltete Leiber, Paläste, Wagen usw. schaffen, wie dies die [[Hymn]]en und [[Brahmana]]s, sowie die [[Epos|episch]]en und [[Mythologie|mythologisch]]en Werke bezeugen. Ferner ist daran zu erinnern, dass die Spinnen aus sich selbst die Fäden entlassen, dass die Kranichweibchen ohne Samen befruchtet werden, und dass die [[Lotos]]blumen ohne äußeres Vehikel von einem Teiche zum andern wandern. Will man das Zutreffen dieser Vergleiche bestreiten, weil die Götter nur durch Zuhilfenahme der Leiblichkeit, nicht durch ihr geistiges Selbst allein ihre Taten verrichten, weil bei den Spinnen der Speichel, nachdem er durch Verzehren kleinerer Tiere steif geworden, zum Faden wird, weil die Kranichweibchen, indem sie den Ton des Donners hören, befruchtet werden 95, weil die Lotosblumen nicht durch ihren ungeistigen Körper, sondern sofern sie mit [[Geist|Geistig]]em beseelt sind, in den Teichen wandern, sowie auch die Schlingpflanzen an den Bäumen, — so ist zu erwidern, dass die genannten Wesen doch nicht so wie der Töpfer zu ihrer Tätigkeit sich äußerlicher Werkzeuge bedienen, und dass, so wie sie, auch [[Brahman]], worauf es uns ankommt, beim Schaffen keine äußerlichen Mittel zur Hilfe nimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
— Die mangelhafte Kenntnis der Natur und die Schwäche der Argumentation auf diesem Gebiete bedarf nach der mitgeteilten Probe keines weitern Kommentares.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman und die Naturkräfte, nach 2,1,30 und 1,3,30===&lt;br /&gt;
Bei allen Betrachtungen dieses Teiles ist wohl im Auge zu behalten, dass der [[Indien|indisch]]e [[Schöpfung]]sbegriff sich von dein bei uns üblichen wesentlich unterscheidet. Denn während wir darunter ein einmaliges und somit zeitliches Erschaffensein der Welt verstehen, so wird das [[Bewusstsein]] der [[Vedanta|Vedantist]]en von der Vorstellung beherrscht, dass von Ewigkeit her und in Ewigkeit hinein die Welt periodisch aus dem [[Brahman]] hervor und wieder in dasselbe zurückgeht; und zwar beides unzählige Male: ,,der vergangenen und der zukünftigen Weltperioden (Fialpa) ist kein Maß&amp;quot;, wie eine S. 495,10 zitierte Purana-Stelle lautet:&lt;br /&gt;
Aber wie kommt es, dass die Welt in allen ihren Neuschöpfungen sich ihrem Wesen nach gleich bleibt? — Diese Frage nötigt, in der Natur des [[Brahman]] selbst den Grund für diese Konstanz zu suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ferner: wie können aus dem einheitlichen [[Brahman]] die mannigfaltigen Erscheinungen der Natur entspringen? — Auch für diese Mannigfaltigkeit muss der zureichende Grund in [[Brahman]] vorhanden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesen Postulaten haben wir die [[Motiv]]e zu suchen für die Lehre von den mancherlei Kräften ([[Shakti]]), welche in [[Brahman]] enthalten sind, und auf deren Ähnlichkeit mit der platonischen Ideenlehre wir schon (S. 73-74) hingewiesen haben.&lt;br /&gt;
Leider findet sich dieser wertvolle Gedanke in unserm Systeme sehr wenig entwickelt; nur sporadisch taucht er auf, und seine Haltung ist eine unsichere; zuweilen erscheinen die Kräfte des [[Brahman]] als ein bloßer Ausdruck für seine Allmacht, zuweilen bedeuten sie die Samenkräfte der Dinge, welche beine Weltuntergang keimartig in Brahman eingehen, um bei der Neuschöpfung wieder aus ihm hervorzutreten. Wir wollen kurz zusammenfassen, was sich hier und da zerstreut darüber vorfindet.&lt;br /&gt;
„Dass das einheitliche [[Brahman]] die mannigfache Ausbreitung der Erscheinungswelt hervorbringt&amp;quot;, heißt es (S. 486,10), „ist dadurch erklärlich, dass dasselbe sich mit mannigfachen Kräften verbindet.&amp;quot; Zur Begründung wird auf einige Veda-Stellen verwiesen, welche jedoch nichts weiter als die Allmacht des [[Brahman]] (allwirkend ist er, allwünschend, allriechend, allschmeckend usw.) zu besagen scheinen. Das [[Brahman]] ist mit allen Kräften versehen (S. 1125,8), ist mit der Entfaltung vieler Kräfte verknüpft (S. 445,11), der [[Iovara]] besitzt unermessliche Kräfte (S. 490,8), wie daraus hervorgeht, dass er Ursache des Entstehens, Bestehens und Vergehens der Welt ist (S. 1126,1); diese Kräfte, ohne welche [[Brahman]] nicht schaffen könnte (S. 342,6), werden aus der Mannigfaltigkeit der Wirkungen erschlossen (S. 486,2); was ihr Verhältnis zu [[Brahman]] betrifft, so lässt sich aus dem (S. 476,8) gebrauchten Ausdrucke, dass das Brahman „mit Kräften angefüllt&amp;quot; (Paripurnashaktikam) sei, auf die Vorstellung einer [[Immanenz]] dieser Kräfte in [[Brahman]] schließen.&lt;br /&gt;
Die [[Schrift]] (Shvet. 1,3) fahrt zur Annahme einer Kraft des höchsten [[Gott]]es, welche die gesamte Welt schafft und ordnet (S. 358,5). Eben diese nicht in Name und Gestalt entfaltete göttliche Kraft ist der Urstand ([[Prag-Avastha]]) der Namen und Gestalten (S. 358,10); in diesem Urstande war die jetzt entfaltete Welt unentfaltet vorhanden in dem Zustande einer Samenkraft ([[Vija-Shakti-Avastha]], S. 341,9); „wenn „wir&amp;quot; (heißt es S. 342,2 in der Polemik gegen die [[Saiikhya]]s) „irgendeinen selbständigen Urstand der Welt als Ursache „zugäben, so würden wir der Annahme einer materiellen „[Welt-]Ursache Raum geben; aber wir nehmen ja an, dass „jener Urstand der Welt nicht selbständig, sondern von dem „höchsten [[Gott]] abhängig ist. Als solchen nun muss man „ihn notwendig annehmen, und mit gutem Grunde. Denn „ohne ihn ist die Schöpfertätigkeit Gottes nicht möglich, „da eine Aktivität des von Kräften entblößten Gottes nicht „denkbar ist... Diese, im höchsten Gott ruhende, das Un-„offenbare (avyaktam) genannte Samenkraft ist ihrem Wesen „nach Nichtwissen (Avidyal, ein aus Täuschung ([[Mayei]]) be-„stehender, großer Tiefschlaf, in welchem die wandernden „[[Seele]]n liegen, welche des [[Erwachung|Erwachtsein]]s zu ihrer eigenen „Natur [des [[Bewufstsein]]s ihrer Identität mit [[Brahman]]] er-„mangeln.”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach diesen Stellen scheint es, dass &lt;br /&gt;
1. die [[Schöpferkraft|Schöpferkräfte]] des [[Brahman]], &lt;br /&gt;
2. die Samenkräfte der Dinge, und &lt;br /&gt;
3. die (mittels ihres feinen Leibes fortbestehenden) individuellen [[Seele]]n &lt;br /&gt;
in der unbestimmten Vorstellung der Kräfte des [[Brahman]] zusammenfließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sahen bereits (S. 74), wie diese Kräfte bei der jedesmaligen Vernichtung der Welt nicht mit zunichte werden, sondern als Wurzel derselben bestehen bleiben (S. 303,1), und zwar so, dass ihre Beschaffenheit sich nicht ändert (S. 303,2). Hierauf beruht es, dass, trotz des immer wiederholten Weltunterganges, stets dieselben Naturkörper ([[Erde]] usw.), Wesensgattungen ([[Gott|Götter]], Tiere, Menschen usw.) und Weltordnungen ([[Kaste|Kasten]], [[Ashrama]]s) neu hervorgehen (S. 303,4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vielheit dieser Kräfte widerspricht der Einheit des sie enthaltenden [[Brahman]] nicht, sofern die Vielheitskraft ([[Vibhaga]]-[[Shakti]]) vor und nach dem Bestehen der Welt ebenso gut wie das Vielheitstreiben ([[Vibhaga]]-[[Vyavahara]]) während des Bestehens der Welt auf der falschen [[Erkenntnis]] ([[Mithya]]-[[Jnanam]]) beruht (S. 433.13); wie wir in der [[Esotherik|esoterisch]]en [[Kosmologie]] noch des näheren sehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [[Jnana Yoga]]&lt;br /&gt;
* [[Vedanta Schulen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p927_Vedanta-fuer-Anfaenger// Vedanta für Anfänger von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p484_Vedanta-----Der-Ozean-der-Weisheit// Vedanta - Der Ozean der Weisheit von Swami Vivekananda]&lt;br /&gt;
*Paul Deussen: Das System des Vedanta, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906.&lt;br /&gt;
*Soami Divyanand: &#039;&#039;Vedamrit - Die Botschaft der Veden&#039;&#039;. ISBN 3-926696-03-6 (Übersetzung der Veden auf Deutsch, Bd. 1); ISBN 3-926696-13-3 (Bd. 2); ISBN 3-926696-26-5 (Bd. 3)&lt;br /&gt;
*Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Die heiligen Schriften Indiens - Geschichte der Sanskrit-Literatur.&#039;&#039;(edition-sawitri.de)  ISBN 3-931172-22-8&lt;br /&gt;
* Moritz Winternitz: &#039;&#039;Geschichte der Indischen Literatur&#039;&#039;, Leipzig, 1905 - 1922, Vol. I - III. Reprint in englischer Übersetzung: Maurice Winternitz: &#039;&#039;History of Indian Literatur&#039;&#039;, Motilal Barnarsidass, Delhi, 1985.&lt;br /&gt;
*[[ Aurobindo]]: &#039;&#039;Das Geheimnis des Veda&#039;&#039;, 2. Auflage 1997, Hinder + Deelmann, ISBN 3-873481-65-0&lt;br /&gt;
*Lokamanya Bâl Gangâdhar Tilak: &#039;&#039;Orion ou Recherches sur l&#039;Antiquité des Védas&#039;&#039;, Milan, Éditions Archè, 1989&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/category/podcast/meditationsanleitung/ Meditation Anleitungen, darunter einige abstrakte Techniken aus dem Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/Art-Artikel/art_vedanta.html Artikel von Swami Sivananda: Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.sivananda.org/ Divine Life Society - Sivananda Ashram]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/jnana%2Byoga/ro/s/ Seminare zum Thema „Jnana Yoga“]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/ Seminare zum Thema „Vedanta“]&lt;br /&gt;
&amp;lt;rss max=3&amp;gt;https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/?type=2365&amp;lt;/rss&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indische Philosophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hinduismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Deussen Vedantasystem]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vedanta]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Kiara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81368</id>
		<title>Schöpfer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81368"/>
		<updated>2013-12-04T13:29:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kiara: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:MP900177808.JPG|thumb]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Brahman als Schöpfer der Welt==&lt;br /&gt;
Artikel aus dem Buch „Das System des [[Vedanta]]“ von Paul Deussen, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906, S. 239 - 247.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Über das Motiv der Schöpfung, nach 2,1,32-33===&lt;br /&gt;
Wir haben [[Brahman]] kennen gelernt als ein geistiges Wesen; als solches scheint er bei seinen Handlungen eines [[Motiv]]es zu bedürfen. Denn wir sehen im Leben, wie ein geistiges Wesen, welches erkennt bevor es handelt, z. B. ein Mensch, zu keinem Vornehmen, sei es groß oder gering, sich anschickt, ohne dass ihn ein [[Motiv]] dazu triebe (S. 488,12). Die Anwendung dieser Erfahrungsregel auf [[Brahman]] wird, wie es scheint, auch durch die [[Schrift]] bestätigt, wenn sie lehrt (siehe S. 186), dass ihm die Welt nicht um der Welt willen, sondern um seiner selbst willen lieb ist (S. 489,2). — Nimmt man nun ein Motiv Gottes an, welches ihn zur Schöpfung der Welt bestimmte, so widerspricht dies seiner Allgenügsamkeit ([[Pari-Triptatvam]]), nimmt man aber kein solches an, so wird das Schaffen unmöglich (S. 489,6). — Oder soll man dafür halten, dass Brahman, wie ein unsinniger Mensch, aufs Geratewohl und ohne [[Motiv]] zum Schaffen geschritten sei? Dieses wiederum würde seiner Allweisheit ([[Sarvajnatvani]]) widersprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss wohl annehmen, dass, wie ein Fürst oder Grösser, welcher alles hat, was er wünscht, auch ohne weiteres Motiv zum bloßen Spiele und Zeitvertreib etwas vornimmt (S. 490,1). oder, wie das Ausatmen und Einatmen ohne äußeres [[Motiv]] von selbst vor sich geht (S. 490,2), so auch [[Gott]] von selbst und ohne [[Motiv]] zum bloßen Spaße ([[Lila]]) die Welt geschaffen hat; denn ein weiteres [[Motiv]] geben Nachdenken und Schriftoffenbarung nicht an die Hand&amp;quot;, auch ist es nicht möglich, [[Gott]] selbst darüber zu befragen (S. 490,6). Übrigens scheint nur uns die Anordnung dieser Weltscheibe etwas so schwieriges zu sein, für [[Gott]] hingegen ist sie, vermöge seiner unermesslichen Allmacht, ein bloßes Spiel (S. 490,8). Und wenn im Leben selbst zum Spiele immer ein schwaches [[Motiv]] vorhanden sein muss, so ist doch bei Gott gar kein solches anzunehmen, weil die [[Schrift]] verbietet, ihm ein [[Verlangen]] zuzuschreiben (S. 490,9). Dass er deswegen nicht zum Handeln schreiten könne, ist gegen die Schriftlehre von der [[Schöpfung]], dass er unsinnig und aufs Geratewohl gehandelt habe, gegen die Lehre von seiner Allweisheit (S. 490,11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übrigens, so schließt [[Shankara]] diesen Abschnitt, darf man nicht vergessen, dass die ganze Schöpfungslehre sich nur auf diese vom Nichtwissen aufgestellte Welt der Namen und Gestalten bezieht, und dass sie eigentlich nur den Zweck hat, die Identität der Natur mit [[Brahman]] zu lehren (S. 491,1); — eine Bemerkung, welche auch für das gilt, was wir weiter darzustellen haben, und aus dem Streben entspringt, auch die exoterische Schriftlehre als vollgültig festzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman ist die bewirkende und zugleich die materielle Ursache der Welt, nach 1,4,23-27===&lt;br /&gt;
[[Brahman]] ist zu Eingang des Werkes (1,1,2) definiert worden als „dasjenige, wodurch Ursprung usw. [Bestand und Untergang] der Welt ist&amp;quot; (vgl. die Definitionen, S. 132), also als die Ursache der Welt. Das Wort „Ursache&amp;quot; kann aber zweierlei bedeuten, entweder die materielle Ursache ([[Prakriti]], [[Upadanam]]), oder die bewirkende [[Ursache]] ([[Nimittam]]); so ist die Ursache des Gefäßes einerseits der Ton, anderseits der Töpfer, die des Goldschmuckes einerseits das Gold, anderseits der Goldschmied (p. 396,10). — Es fragt sich, in welchem Sinne [[Brahman]] als die Ursache der Welt zu betrachten ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte meinen, dass [[Brahman]] nur als die bewirkende Ursache der Welt gelten kann, weil es von ihm, ehe er zum Schaffen schreitet, heißt:  „er beabsichtigte&amp;quot; (S. 146), und weil er „der Herr&amp;quot; ([[Ishvara]]) genannt wird; beides scheint nur auf eine bewirkende Ursache zu passen (S. 397,5.8). — Dazu kommt, dass Ursache und Wirkung gleichartig sein müssen; die Welt nun ist vielheitlich, ungeistig und unrein (S. 397,10), was auf Brahman nicht passt und eine materielle Ursache neben ihm als Trägerin dieser Qualitäten zu fordern scheint 1 S. 398,1).&lt;br /&gt;
Die Antwort auf diese Bedenken lautet, dass [[Brahman]] beides, sowohl die materielle als auch die bewirkende Ursache der Welt ist (S. 398,3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Begründung dieser Behauptung an der Eingangsstelle der [[Kosmologie]], von der wir hier handeln, ist eine rein [[Theologie/theologisch]]e (durch Berufung auf [[Veda]]stellen) und kann auf dem Standpunkte, den wir zunächst einnehmen, keine andere sein, weil (ganz abgesehen von dem belegten Bedenken der Ungleichartigkeit von Welt und [[Brahman]], welches hier von unsern Autoren noch übergangen und erst bei einer späten Diskussion wieder aufgenommen und in Betracht gezogen wird, vgl. Kap. XVIII, 1,a) eine Auflösung des Begriffs der [[Materie]] von dem empirischen Standpunkte aus, den wir hier noch nicht überschritten haben, unmöglich ist, indem vielmehr die allein richtige Konsequenz dieses Standpunktes die Ewigkeit der [[Materie]] sein würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter diesen Umständen ist es begreiflich, dass [[Shankara]] sich hier begnügt, auf die Schriftstellen hinzuweisen, nach welchen mit der Erkenntnis des [[Brahman]] alles verkannt ist, in welchen er mit dem Tone verglichen wird, dessen Umwandlungen alle auch nur Ton sind; wie es denn z. B. ausdrücklich heißt, vor dem Ursprung sei nur eines gewesen ohne zweites, Brahman habe begehrt, vieles zu sein, er habe selber sich selbst gemacht, er sei die Geburtsstätte der Wesen, er lasse sie hervorgehen aus sich und ziehe sie wieder zurück wie die Spinne den Faden, usw. usw. (S. 398-403). Zum Schlusse fertigt unser Autor die oben gemachten Einwendungen und die Berufung auf die Erfahrung mit der Erklärung ab (übersetzt S. 98), es brauche sich hier nicht zu verhalten wie in der Erfahrung, denn es sei hier nicht von einem Gegenstande der Vernunfterkenntnis ([[Anumanam]]), sondern der Offenbarung die Rede (S. 403,7), und verweist übrigens auf die späten Untersuchungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman schafft ohne Hilfsmittel, nach 2,1,24-25===&lt;br /&gt;
Weit von der eben behandelten Untersuchung abgetrennt, obwohl sachlich in nächster Beziehung zu derselben stehend, ja teilweise mit ihr zusammenfallend ist die Frage nach den Hilfsmitteln, deren sich [[Brahman]] beim Schaffen bedient. Wie dort durch Zitate aus dem [[Veda]], so wird hier die Beweisführung durch Beispiele aus der Natur bewerkstelligt; ist sie darum auch (aus dem oben, S. 241, besprochenen Grunde) nicht weniger unzulänglich, so bietet sie doch ein gewisses Interesse, weil sie allerlei Beiträge zur Naturanschauung der Inder enthält, daher wir das in Rede stehende [[Adhikaranam]] 2,1,24-25 (S. 475-479) nahezu wörtlich wiedergeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte einwenden: es geht nicht an, das geistige [[Brahman]] allein und ohne anderes als Ursache der Welt anzunehmen, weil zu einem Schaffen allerlei Hilfsmittel erforderlich sind; so nehmen im Leben die Töpfer usw., wenn sie Gefäße, Gewebe u. dgl. machen wollen, allerlei, wie Ton, Stab und Rad oder Fäden zur Hilfe; und so kann man auch nicht annehmen, dass [[Brahman]] ohne alle Hilfsmittel die Welt schaffe. — Hierauf ist zu erwidern, dass die [[Schöpfung]] durch die spezifische Beschaffenheit der Substanz ([[Dratrya]]-[[Svabhava]]-[[Visheshad]], d. h. des [[Brahman]]) zustande kommt, ähnlich wie die Verwandlung der Milch in saure Milch, des Wassers in Eis ohne ein äußeres Hilfsmittel vor sich geht. Allerdings wirkt bei der Umwandlung der Milch in saure Milch die Wärme mit; doch befolgt dabei die Milch allein die in ihr liegenden Umwandlungsgesetze, und der Prozess wird durch die Wärme nur beschleunigt. Läge in der Milch nicht schon die Kraft, saure Milch zu werden, so würde die Wärme auch nicht dazu verhelfen; indem z. B. Wind oder [[Äther]] durch Wärme nicht zu saurer Milch werden können. Das Hinzutreten des Mittels vervollständigt nur den Prozess; aber selbst einer solchen Vervollständigung bedarf es bei Brahman nicht, da dasselbe die erforderlichen Kräfte ([[Shakti]], wovon demnächst) vollständig in sich trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings sind Milch usw. ungeistige Substanzen, und bei geistigen Wesen, wie z. B. bei dem Töpfer, sehen wir ein Zuhilfenehmen von Werkzeugen. So, könnte man meinen, müsse es auch bei [[Brahman]] sein, da er gleichfalls ein geistiges Wesen ist. — Darauf ist zu entgegnen, dass auch [[Gott|Götter]], [[Ahnen]] und [[Rishi]]s, die doch geistige Wesen sind, durch ihre Macht, ohne jedes äußere Mittel, zufolge der ihnen einwohnenden Oberherrlichkeit allein durch die [[Meditation]] viele mannigfach gestaltete Leiber, Paläste, Wagen usw. schaffen, wie dies die [[Hymn]]en und [[Brahmana]]s, sowie die [[Epos|episch]]en und [[Mythologie|mythologisch]]en Werke bezeugen. Ferner ist daran zu erinnern, dass die Spinnen aus sich selbst die Fäden entlassen, dass die Kranichweibchen ohne Samen befruchtet werden, und dass die [[Lotos]]blumen ohne äußeres Vehikel von einem Teiche zum andern wandern. Will man das Zutreffen dieser Vergleiche bestreiten, weil die Götter nur durch Zuhilfenahme der Leiblichkeit, nicht durch ihr geistiges Selbst allein ihre Taten verrichten, weil bei den Spinnen der Speichel, nachdem er durch Verzehren kleinerer Tiere steif geworden, zum Faden wird, weil die Kranichweibchen, indem sie den Ton des Donners hören, befruchtet werden 95, weil die Lotosblumen nicht durch ihren ungeistigen Körper, sondern sofern sie mit [[Geist|Geistig]]em beseelt sind, in den Teichen wandern, sowie auch die Schlingpflanzen an den Bäumen, — so ist zu erwidern, dass die genannten Wesen doch nicht so wie der Töpfer zu ihrer Tätigkeit sich äußerlicher Werkzeuge bedienen, und dass, so wie sie, auch [[Brahman]], worauf es uns ankommt, beim Schaffen keine äußerlichen Mittel zur Hilfe nimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
— Die mangelhafte Kenntnis der Natur und die Schwäche der Argumentation auf diesem Gebiete bedarf nach der mitgeteilten Probe keines weitern Kommentares.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman und die Naturkräfte, nach 2,1,30 und 1,3,30===&lt;br /&gt;
Bei allen Betrachtungen dieses Teiles ist wohl im Auge zu behalten, dass der [[Indien|indisch]]e [[Schöpfung]]sbegriff sich von dein bei uns üblichen wesentlich unterscheidet. Denn während wir darunter ein einmaliges und somit zeitliches Erschaffensein der Welt verstehen, so wird das [[Bewusstsein]] der [[Vedanta|Vedantist]]en von der Vorstellung beherrscht, dass von Ewigkeit her und in Ewigkeit hinein die Welt periodisch aus dem [[Brahman]] hervor und wieder in dasselbe zurückgeht; und zwar beides unzählige Male: ,,der vergangenen und der zukünftigen Weltperioden (Fialpa) ist kein Maß&amp;quot;, wie eine S. 495,10 zitierte Purana-Stelle lautet:&lt;br /&gt;
Aber wie kommt es, dass die Welt in allen ihren Neuschöpfungen sich ihrem Wesen nach gleich bleibt? — Diese Frage nötigt, in der Natur des [[Brahman]] selbst den Grund für diese Konstanz zu suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ferner: wie können aus dem einheitlichen [[Brahman]] die mannigfaltigen Erscheinungen der Natur entspringen? — Auch für diese Mannigfaltigkeit muss der zureichende Grund in [[Brahman]] vorhanden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesen Postulaten haben wir die [[Motiv]]e zu suchen für die Lehre von den mancherlei Kräften ([[Shakti]]), welche in [[Brahman]] enthalten sind, und auf deren Ähnlichkeit mit der platonischen Ideenlehre wir schon (S. 73-74) hingewiesen haben.&lt;br /&gt;
Leider findet sich dieser wertvolle Gedanke in unserm Systeme sehr wenig entwickelt; nur sporadisch taucht er auf, und seine Haltung ist eine unsichere; zuweilen erscheinen die Kräfte des [[Brahman]] als ein bloßer Ausdruck für seine Allmacht, zuweilen bedeuten sie die Samenkräfte der Dinge, welche beine Weltuntergang keimartig in Brahman eingehen, um bei der Neuschöpfung wieder aus ihm hervorzutreten. Wir wollen kurz zusammenfassen, was sich hier und da zerstreut darüber vorfindet.&lt;br /&gt;
„Dass das einheitliche [[Brahman]] die mannigfache Ausbreitung der Erscheinungswelt hervorbringt&amp;quot;, heißt es (S. 486,10), „ist dadurch erklärlich, dass dasselbe sich mit mannigfachen Kräften verbindet.&amp;quot; Zur Begründung wird auf einige Veda-Stellen verwiesen, welche jedoch nichts weiter als die Allmacht des [[Brahman]] (allwirkend ist er, allwünschend, allriechend, allschmeckend usw.) zu besagen scheinen. Das [[Brahman]] ist mit allen Kräften versehen (S. 1125,8), ist mit der Entfaltung vieler Kräfte verknüpft (S. 445,11), der [[Iovara]] besitzt unermessliche Kräfte (S. 490,8), wie daraus hervorgeht, dass er Ursache des Entstehens, Bestehens und Vergehens der Welt ist (S. 1126,1); diese Kräfte, ohne welche [[Brahman]] nicht schaffen könnte (S. 342,6), werden aus der Mannigfaltigkeit der Wirkungen erschlossen (S. 486,2); was ihr Verhältnis zu [[Brahman]] betrifft, so lässt sich aus dem (S. 476,8) gebrauchten Ausdrucke, dass das Brahman „mit Kräften angefüllt&amp;quot; (Paripurnashaktikam) sei, auf die Vorstellung einer [[Immanenz]] dieser Kräfte in [[Brahman]] schließen.&lt;br /&gt;
Die [[Schrift]] (Shvet. 1,3) fahrt zur Annahme einer Kraft des höchsten [[Gott]]es, welche die gesamte Welt schafft und ordnet (S. 358,5). Eben diese nicht in Name und Gestalt entfaltete göttliche Kraft ist der Urstand ([[Prag-Avastha]]) der Namen und Gestalten (S. 358,10); in diesem Urstande war die jetzt entfaltete Welt unentfaltet vorhanden in dem Zustande einer Samenkraft ([[Vija-Shakti-Avastha]], S. 341,9); „wenn „wir&amp;quot; (heißt es S. 342,2 in der Polemik gegen die [[Saiikhya]]s) „irgendeinen selbständigen Urstand der Welt als Ursache „zugäben, so würden wir der Annahme einer materiellen „[Welt-]Ursache Raum geben; aber wir nehmen ja an, dass „jener Urstand der Welt nicht selbständig, sondern von dem „höchsten [[Gott]] abhängig ist. Als solchen nun muss man „ihn notwendig annehmen, und mit gutem Grunde. Denn „ohne ihn ist die Schöpfertätigkeit Gottes nicht möglich, „da eine Aktivität des von Kräften entblößten Gottes nicht „denkbar ist... Diese, im höchsten Gott ruhende, das Un-„offenbare (avyaktam) genannte Samenkraft ist ihrem Wesen „nach Nichtwissen (Avidyal, ein aus Täuschung ([[Mayei]]) be-„stehender, großer Tiefschlaf, in welchem die wandernden „[[Seele]]n liegen, welche des [[Erwachung|Erwachtsein]]s zu ihrer eigenen „Natur [des [[Bewufstsein]]s ihrer Identität mit [[Brahman]]] er-„mangeln.”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach diesen Stellen scheint es, dass &lt;br /&gt;
1. die [[Schöpferkraft|Schöpferkräfte]] des [[Brahman]], &lt;br /&gt;
2. die Samenkräfte der Dinge, und &lt;br /&gt;
3. die (mittels ihres feinen Leibes fortbestehenden) individuellen [[Seele]]n &lt;br /&gt;
in der unbestimmten Vorstellung der Kräfte des [[Brahman]] zusammenfließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sahen bereits (S. 74), wie diese Kräfte bei der jedesmaligen Vernichtung der Welt nicht mit zunichte werden, sondern als Wurzel derselben bestehen bleiben (S. 303,1), und zwar so, dass ihre Beschaffenheit sich nicht ändert (S. 303,2). Hierauf beruht es, dass, trotz des immer wiederholten Weltunterganges, stets dieselben Naturkörper ([[Erde]] usw.), Wesensgattungen ([[Gott|Götter]], Tiere, Menschen usw.) und Weltordnungen ([[Kaste|Kasten]], [[Ashrama]]s) neu hervorgehen (S. 303,4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vielheit dieser Kräfte widerspricht der Einheit des sie enthaltenden [[Brahman]] nicht, sofern die Vielheitskraft ([[Vibhaga]]-[[Shakti]]) vor und nach dem Bestehen der Welt ebenso gut wie das Vielheitstreiben ([[Vibhaga]]-[[Vyavahara]]) während des Bestehens der Welt auf der falschen [[Erkenntnis]] ([[Mithya]]-[[Jnanam]]) beruht (S. 433.13); wie wir in der [[Esotherik|esoterisch]]en [[Kosmologie]] noch des näheren sehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [[Jnana Yoga]]&lt;br /&gt;
* [[Vedanta Schulen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p927_Vedanta-fuer-Anfaenger// Vedanta für Anfänger von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p484_Vedanta-----Der-Ozean-der-Weisheit// Vedanta - Der Ozean der Weisheit von Swami Vivekananda]&lt;br /&gt;
*Paul Deussen: Das System des Vedanta, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906.&lt;br /&gt;
*Soami Divyanand: &#039;&#039;Vedamrit - Die Botschaft der Veden&#039;&#039;. ISBN 3-926696-03-6 (Übersetzung der Veden auf Deutsch, Bd. 1); ISBN 3-926696-13-3 (Bd. 2); ISBN 3-926696-26-5 (Bd. 3)&lt;br /&gt;
*Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Die heiligen Schriften Indiens - Geschichte der Sanskrit-Literatur.&#039;&#039;(edition-sawitri.de)  ISBN 3-931172-22-8&lt;br /&gt;
* Moritz Winternitz: &#039;&#039;Geschichte der Indischen Literatur&#039;&#039;, Leipzig, 1905 - 1922, Vol. I - III. Reprint in englischer Übersetzung: Maurice Winternitz: &#039;&#039;History of Indian Literatur&#039;&#039;, Motilal Barnarsidass, Delhi, 1985.&lt;br /&gt;
*[[ Aurobindo]]: &#039;&#039;Das Geheimnis des Veda&#039;&#039;, 2. Auflage 1997, Hinder + Deelmann, ISBN 3-873481-65-0&lt;br /&gt;
*Lokamanya Bâl Gangâdhar Tilak: &#039;&#039;Orion ou Recherches sur l&#039;Antiquité des Védas&#039;&#039;, Milan, Éditions Archè, 1989&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/category/podcast/meditationsanleitung/ Meditation Anleitungen, darunter einige abstrakte Techniken aus dem Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/Art-Artikel/art_vedanta.html Artikel von Swami Sivananda: Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.sivananda.org/ Divine Life Society - Sivananda Ashram]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/jnana%2Byoga/ro/s/ Seminare zum Thema „Jnana Yoga“]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/ Seminare zum Thema „Vedanta“]&lt;br /&gt;
&amp;lt;rss max=3&amp;gt;https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/?type=2365&amp;lt;/rss&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indische Philosophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hinduismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Deussen Vedantasystem]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vedanta]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Kiara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81304</id>
		<title>Schöpfer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81304"/>
		<updated>2013-12-04T09:36:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kiara: /* Brahman und die Naturkräfte, nach 2,1,30 und 1,3,30 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:MP900177808.JPG|thumb]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Brahman als Schöpfer der Welt==&lt;br /&gt;
Artikel aus dem Buch „Das System des Vedanta“ von Paul Deussen, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906, S. 239 - 247.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Über das Motiv der Schöpfung, nach 2,1,32-33===&lt;br /&gt;
Wir haben Brahman kennen gelernt als ein geistiges Wesen; als solches scheint er bei seinen Handlungen eines Motives zu bedürfen. Denn wir sehen im Leben, wie ein geistiges Wesen, welches erkennt bevor es handelt, z. B. ein Mensch, zu keinem Vornehmen, sei es groß oder gering, sich anschickt, ohne dass ihn ein Motiv dazu triebe (S. 488,12). Die Anwendung dieser Erfahrungsregel auf Brahman wird, wie es scheint, auch durch die Schrift bestätigt, wenn sie lehrt (siehe S. 186), dass ihm die Welt nicht um der Welt willen, sondern um seiner selbst willen lieb ist (S. 489,2). — Nimmt man nun ein Motiv Gottes an, welches ihn zur Schöpfung der Welt bestimmte, so widerspricht dies seiner Allgenügsamkeit (Pari-Triptatvam), nimmt man aber kein solches an, so wird das Schaffen unmöglich (S. 489,6). — Oder soll man dafür halten, dass Brahman, wie ein unsinniger Mensch, aufs Geratewohl und ohne Motiv zum Schaffen geschritten sei? Dieses wiederum würde seiner Allweisheit (Sarvajnatvani) widersprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss wohl annehmen, dass, wie ein Fürst oder Grösser, welcher alles hat, was er wünscht, auch ohne weiteres Motiv zum bloßen Spiele und Zeitvertreib etwas vornimmt (S. 490,1). oder, wie das Ausatmen und Einatmen ohne äußeres Motiv von selbst vor sich geht (S. 490,2), so auch Gott von selbst und ohne Motiv zum bloßen Spaße (Lila) die Welt geschaffen hat; denn ein weiteres Motiv geben Nachdenken und Schriftoffenbarung nicht an die Hand&amp;quot;, auch ist es nicht möglich, Gott selbst darüber zu befragen (S. 490,6). Übrigens scheint nur uns die Anordnung dieser Weltscheibe etwas so schwieriges zu sein, für Gott hingegen ist sie, vermöge seiner unermesslichen Allmacht, ein bloßes Spiel (S. 490,8). Und wenn im Leben selbst zum Spiele immer ein schwaches Motiv vorhanden sein muss, so ist doch bei Gott gar kein solches anzunehmen, weil die Schrift verbietet, ihm ein Verlangen zuzuschreiben (S. 490,9). Dass er deswegen nicht zum Handeln schreiten könne, ist gegen die Schriftlehre von der Schöpfung, dass er unsinnig und aufs Geratewohl gehandelt habe, gegen die Lehre von seiner Allweisheit (S. 490,11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übrigens, so schliefst Shankara diesen Abschnitt, darf man nicht vergessen, dass die ganze Schöpfungslehre sich nur auf diese vom Nichtwissen aufgestellte Welt der Namen und Gestalten bezieht, und dass sie eigentlich nur den Zweck hat, die Identität der Natur mit Brahman zu lehren (S. 491,1); — eine Bemerkung, welche auch für das gilt, was wir weiter darzustellen haben, und aus dem Streben entspringt, auch die exoterische Schriftlehre als vollgültig festzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman ist die bewirkende und zugleich die materielle Ursache der Welt, nach 1,4,23-27===&lt;br /&gt;
Brahman ist zu Eingang des Werkes (1,1,2) definiert worden als „dasjenige, wodurch Ursprung usw. [Bestand und Untergang] der Welt ist&amp;quot; (vgl. die Definitionen, S. 132), also als die Ursache der Welt. Das Wort „Ursache&amp;quot; kann aber zweierlei bedeuten, entweder die materielle Ursache (Prakriti, Upadanam), oder die bewirkende Ursache (Nimittam); so ist die Ursache des Gefäßes einerseits der Ton, anderseits der Töpfer, die des Goldschmuckes einerseits das Gold, anderseits der Goldschmied (p. 396,10). — Es fragt sich, in welchem Sinne Brahman als die Ursache der Welt zu betrachten ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte meinen, dass Brahman nur als die bewirkende Ursache der Welt gelten kann, weil es von ihm, ehe er zum Schaffen schreitet, heißt:  „er beabsichtigte&amp;quot; (S. 146), und weil er „der Herr&amp;quot; (Ishvara) genannt wird; beides scheint nur auf eine bewirkende Ursache zu passen (S. 397,5.8). — Dazu kommt, dass Ursache und Wirkung gleichartig sein müssen; die Welt nun ist vielheitlich, ungeistig und unrein (S. 397,10), was auf Brahman nicht passt und eine materielle Ursache neben ihm als Trägerin dieser Qualitäten zu fordern scheint 1 S. 398,1).&lt;br /&gt;
Die Antwort auf diese Bedenken lautet, dass Brahman beides, sowohl die materielle als auch die bewirkende Ursache der Welt ist (S. 398,3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Begründung dieser Behauptung an der Eingangsstelle der Kosmologie, von der wir hier handeln, ist eine rein theologische (durch Berufung auf Vedastellen) und kann auf dem Standpunkte, den wir zunächst einnehmen, keine andere sein, weil (ganz abgesehen von dem belegten Bedenken der Un-gleichartigkeit von Welt und Brahman, welches hier von unsern Autoren noch übergangen und erst bei einer späten Diskussion wieder aufgenommen und in Betracht gezogen wird, vgl. Kap. XVIII, 1,a) eine Auflösung des Begriffs der Materie von dem empirischen Standpunkte aus, den wir hier noch nicht überschritten haben, unmöglich ist, indem vielmehr die allein richtige Konsequenz dieses Standpunktes die Ewigkeit der Materie sein würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter diesen Umständen ist es begreiflich, dass Shankara sich hier begnügt, auf die Schriftstellen hinzuweisen, nach welchen mit der Erkenntnis des Brahman alles verkannt ist, in welchen er mit dem Tone verglichen wird, dessen Umwandlungen alle auch nur Ton sind; wie es denn z. B. ausdrücklich heißt, vor dem Ursprung sei nur eines gewesen ohne zweites, Brahman habe begehrt, vieles zu sein, er habe selber sich selbst gemacht, er sei die Geburtsstätte der Wesen, er lasse sie hervorgehen aus sich und ziehe sie wieder zurück wie die Spinne den Faden, usw. usw. (S. 398-403). Zum Schlusse fertigt unser Autor die oben gemachten Einwendungen und die Berufung auf die Erfahrung mit der Erklärung ab (übersetzt S. 98), es brauche sich hier nicht zu verhalten wie in der Erfahrung, denn es sei hier nicht von einem Gegenstande der Vernunfterkenntnis (Anumanam), sondern der Offenbarung die Rede (S. 403,7), und verweist übrigens auf die späten Untersuchungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman schafft ohne Hilfsmittel, nach 2,1,24-25===&lt;br /&gt;
Weit von der eben behandelten Untersuchung abgetrennt, obwohl sachlich in nächster Beziehung zu derselben stehend, ja teilweise mit ihr zusammenfallend ist die Frage nach den Hilfsmitteln, deren sich Brahman beim Schaffen bedient. Wie dort durch Zitate aus dem Veda, so wird hier die Beweisführung durch Beispiele aus der Natur bewerkstelligt; ist sie darum auch (aus dem oben, S. 241, besprochenen Grunde) nicht weniger unzulänglich, so bietet sie doch ein gewisses Interesse, weil sie allerlei Beiträge zur Naturanschauung der Inder enthält, daher wir das in Rede stehende Adhikaranam 2,1,24-25 (S. 475-479) nahezu wörtlich wiedergeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte einwenden: es geht nicht an, das geistige Brahman allein und ohne anderes als Ursache der Welt anzunehmen, weil zu einem Schaffen allerlei Hilfsmittel erforderlich sind; so nehmen im Leben die Töpfer usw., wenn sie Gefäße, Gewebe u. dgl. machen wollen, allerlei, wie Ton, Stab und Rad oder Fäden zur Hilfe; und so kann man auch nicht annehmen, dass Brahman ohne alle Hilfsmittel die Welt schaffe. — Hierauf ist zu erwidern, dass die Schöpfung durch die spezifische Beschaffenheit der Substanz (Dratrya-Svabhava-Visheshad, d. h. des Brahman) zustande kommt, ähnlich wie die Verwandlung der Milch in saure Milch, des Wassers in Eis ohne ein äußeres Hilfsmittel vor sich geht. Allerdings wirkt bei der Umwandlung der Milch in saure Milch die Wärme mit; doch befolgt dabei die Milch allein die in ihr liegenden Umwandlungsgesetze, und der Prozess wird durch die Wärme nur beschleunigt. Läge in der Milch nicht schon die Kraft, saure Milch zu werden, so würde die Wärme auch nicht dazu verhelfen; indem z. B. Wind oder Äther durch Wärme nicht zu saurer Milch werden können. Das Hinzutreten des Mittels vervollständigt nur den Prozess; aber selbst einer solchen Vervollständigung bedarf es bei Brahman nicht, da dasselbe die erforderlichen Kräfte (Shakti, wovon demnächst) vollständig in sich trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings sind Milch usw. ungeistige Substanzen, und bei geistigen Wesen, wie z. B. bei dem Töpfer, sehen wir ein Zuhilfenehmen von Werkzeugen. So, könnte man meinen, müsse es auch bei Brahman sein, da er gleichfalls ein geistiges Wesen ist. — Darauf ist zu entgegnen, dass auch Götter, Ahnen und Rishis, die doch geistige Wesen sind, durch ihre Macht, ohne jedes äußere Mittel, zufolge der ihnen einwohnenden Oberherrlichkeit allein durch die Meditation viele mannigfach gestaltete Leiber, Paläste, Wagen usw. schaffen, wie dies die Hymnen und Brahmanas, sowie die epischen und mythologischen Werke bezeugen. Ferner ist daran zu erinnern, dass die Spinnen aus sich selbst die Fäden entlassen, dass die Kranichweibchen ohne Samen befruchtet werden, und dass die Lotosblumen ohne äußeres Vehikel von einem Teiche zum andern wandern. Will man das Zutreffen dieser Vergleiche bestreiten, weil die Götter nur durch Zuhilfenahme der Leiblichkeit, nicht durch ihr geistiges Selbst allein ihre Taten verrichten, weil bei den Spinnen der Speichel, nachdem er durch Verzehren kleinerer Tiere steif geworden, zum Faden wird, weil die Kranichweibchen, indem sie den Ton des Donners hören, befruchtet werden 95, weil die Lotosblumen nicht durch ihren ungeistigen Körper, sondern sofern sie mit Geistigem beseelt sind, in den Teichen wandern, sowie auch die Schlingpflanzen an den Bäumen, — so ist zu erwidern, dass die genannten Wesen doch nicht so wie der Töpfer zu ihrer Tätigkeit sich äußerlicher Werkzeuge bedienen, und dass, so wie sie, auch Brahman, worauf es uns ankommt, beim Schaffen keine äußerlichen Mittel zur Hilfe nimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
— Die mangelhafte Kenntnis der Natur und die Schwäche der Argumentation auf diesem Gebiete bedarf nach der mitgeteilten Probe keines weitern Kommentares.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman und die Naturkräfte, nach 2,1,30 und 1,3,30===&lt;br /&gt;
Bei allen Betrachtungen dieses Teiles ist wohl im Auge zu behalten, dass der indische Schöpfungsbegriff sich von dein bei uns üblichen wesentlich unterscheidet. Denn während wir darunter ein einmaliges und somit zeitliches Erschaffensein der Welt verstehen, so wird das Bewusstsein der Vedantisten von der Vorstellung beherrscht, dass von Ewigkeit her und in Ewigkeit hinein die Welt periodisch aus dem Brahman hervor und wieder in dasselbe zurückgeht; und zwar beides unzählige Male: ,,der vergangenen und der zukünftigen Weltperioden (Fialpa) ist kein Maß&amp;quot;, wie eine S. 495,10 zitierte Purana-Stelle lautet:&lt;br /&gt;
Aber wie kommt es, dass die Welt in allen ihren Neuschöpfungen sich ihrem Wesen nach gleich bleibt? — Diese Frage nötigt, in der Natur des Brahman selbst den Grund für diese Konstanz zu suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ferner: wie können aus dem einheitlichen Brahman die mannigfaltigen Erscheinungen der Natur entspringen? — Auch für diese Mannigfaltigkeit muss der zureichende Grund in Brahman vorhanden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesen Postulaten haben wir die Motive zu suchen für die Lehre von den mancherlei Kräften (Shakti), welche in Brahman enthalten sind, und auf deren Ähnlichkeit mit der platonischen Ideenlehre wir schon (S. 73-74) hingewiesen haben.&lt;br /&gt;
Leider findet sich dieser wertvolle Gedanke in unserm Systeme sehr wenig entwickelt; nur sporadisch taucht er auf, und seine Haltung ist eine unsichere; zuweilen erscheinen die Kräfte des Brahman als ein bloßer Ausdruck für seine Allmacht, zuweilen bedeuten sie die Samenkräfte der Dinge, welche beine Weltuntergang keimartig in Brahman eingehen, um bei der Neuschöpfung wieder aus ihm hervorzutreten. Wir wollen kurz zusammenfassen, was sich hier und da zerstreut darüber vorfindet.&lt;br /&gt;
„Dass das einheitliche Brahman die mannigfache Ausbreitung der Erscheinungswelt hervorbringt&amp;quot;, heißt es (S. 486,10), „ist dadurch erklärlich, dass dasselbe sich mit mannigfachen Kräften verbindet.&amp;quot; Zur Begründung wird auf einige Veda-Stellen verwiesen, welche jedoch nichts weiter als die Allmacht des Brahman (allwirkend ist er, allwünschend, allriechend, allschmeckend usw.) zu besagen scheinen. Das Brahman ist mit allen Kräften versehen (S. 1125,8), ist mit der Entfaltung vieler Kräfte verknüpft (S. 445,11), der Iovara besitzt unermessliche Kräfte (S. 490,8), wie daraus hervorgeht, dass er Ursache des Entstehens, Bestehens und Vergehens der Welt ist (S. 1126,1); diese Kräfte, ohne welche Brahman nicht schaffen könnte (S. 342,6), werden aus der Mannigfaltigkeit der Wirkungen erschlossen (S. 486,2); was ihr Verhältnis zu Brahman betrifft, so lässt sich aus dem (S. 476,8).gebrauchten Ausdrucke, dass das Brahman „mit Kräften angefüllt&amp;quot; (Paripurnashaktikam) sei, auf die Vorstellung einer Immanenz dieser Kräfte in Brahman schließen.&lt;br /&gt;
Die Schrift (Shvet. 1,3) fahrt zur Annahme einer Kraft des höchsten Gottes, welche die gesamte Welt schafft und ordnet (S. 358,5). Eben diese nicht in Name und Gestalt entfaltete göttliche Kraft ist der Urstand (Prag-Avastha) der Namen und Gestalten (S. 358,10); in diesem Urstande war die jetzt entfaltete Welt unentfaltet vorhanden in dem Zustande einer Samenkraft (Vija-Shakti-Avastha, S. 341,9); „wenn „wir&amp;quot; (heißt es S. 342,2 in der Polemik gegen die Saiikhyas) „irgendeinen selbständigen Urstand der Welt als Ursache „zugäben, so würden wir der Annahme einer materiellen „[Welt-]Ursache Raum geben; aber wir nehmen ja an, dass „jener Urstand der Welt nicht selbständig, sondern von dem „höchsten Gott abhängig ist. Als solchen nun muss man „ihn notwendig annehmen, und mit gutem Grunde. Denn „ohne ihn ist die Schöpfertätigkeit Gottes nicht möglich, „da eine Aktivität des von Kräften entblößten Gottes nicht „denkbar ist... Diese, im höchsten Gott ruhende, das Un-„offenbare (avyaktam) genannte Samenkraft ist ihrem Wesen „nach Nichtwissen (avidyâl, ein aus Täuschung (Mayei) be-„stehender, großer Tiefschlaf, in welchem die wandernden „Seelen liegen, welche des Erwachtseins zu ihrer eigenen „Natur [des Bewufstseins ihrer Identität mit Brahman] er-„mangeln.”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach diesen Stellen scheint es, dass &lt;br /&gt;
1. die Schöpferkräfte des Brahman, &lt;br /&gt;
2. die Samenkräfte der Dinge, und &lt;br /&gt;
3. die (mittels ihres feinen Leibes fortbestehenden) individuellen Seelen &lt;br /&gt;
in der unbestimmten Vorstellung der Kräfte des Brahman zusammenfließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sahen bereits (S. 74), wie diese Kräfte bei der jedesmaligen Vernichtung der Welt nicht mit zunichte werden, sondern als Wurzel derselben bestehen bleiben (S. 303,1), und zwar so, dass ihre Beschaffenheit sich nicht ändert (S. 303,2). Hierauf beruht es, dass, trotz des immer wiederholten Weltunterganges, stets dieselben Naturkörper (Erde usw.), Wesensgattungen (Götter, Tiere, Menschen usw.) und Weltordnungen (Kasten, Ashramas) neu hervorgehen (S. 303,4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vielheit dieser Kräfte widerspricht der Einheit des sie enthaltenden Brahman nicht, sofern die Vielheitskraft (Vibhaga-Shakti) vor und nach dem Bestehen der Welt ebenso gut wie das Vielheitstreiben (Vibhaga-Vyavahara) während des Bestehens der Welt auf der falschen Erkenntnis (Mithya-Jnanam) beruht (S. 433.13); wie wir in der esoterischen Kos¬mologie noch des näheren sehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [[Jnana Yoga]]&lt;br /&gt;
* [[Vedanta Schulen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p927_Vedanta-fuer-Anfaenger// Vedanta für Anfänger von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p484_Vedanta-----Der-Ozean-der-Weisheit// Vedanta - Der Ozean der Weisheit von Swami Vivekananda]&lt;br /&gt;
*Paul Deussen: Das System des Vedanta, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906.&lt;br /&gt;
*Soami Divyanand: &#039;&#039;Vedamrit - Die Botschaft der Veden&#039;&#039;. ISBN 3-926696-03-6 (Übersetzung der Veden auf Deutsch, Bd. 1); ISBN 3-926696-13-3 (Bd. 2); ISBN 3-926696-26-5 (Bd. 3)&lt;br /&gt;
*Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Die heiligen Schriften Indiens - Geschichte der Sanskrit-Literatur.&#039;&#039;(edition-sawitri.de)  ISBN 3-931172-22-8&lt;br /&gt;
* Moritz Winternitz: &#039;&#039;Geschichte der Indischen Literatur&#039;&#039;, Leipzig, 1905 - 1922, Vol. I - III. Reprint in englischer Übersetzung: Maurice Winternitz: &#039;&#039;History of Indian Literatur&#039;&#039;, Motilal Barnarsidass, Delhi, 1985.&lt;br /&gt;
*[[ Aurobindo]]: &#039;&#039;Das Geheimnis des Veda&#039;&#039;, 2. Auflage 1997, Hinder + Deelmann, ISBN 3-873481-65-0&lt;br /&gt;
*Lokamanya Bâl Gangâdhar Tilak: &#039;&#039;Orion ou Recherches sur l&#039;Antiquité des Védas&#039;&#039;, Milan, Éditions Archè, 1989&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/category/podcast/meditationsanleitung/ Meditation Anleitungen, darunter einige abstrakte Techniken aus dem Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/Art-Artikel/art_vedanta.html Artikel von Swami Sivananda: Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.sivananda.org/ Divine Life Society - Sivananda Ashram]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/jnana%2Byoga/ro/s/ Seminare zum Thema „Jnana Yoga“]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/ Seminare zum Thema „Vedanta“]&lt;br /&gt;
&amp;lt;rss max=3&amp;gt;https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/?type=2365&amp;lt;/rss&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indische Philosophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hinduismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Deussen Vedantasystem]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vedanta]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Kiara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81286</id>
		<title>Schöpfer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81286"/>
		<updated>2013-12-04T09:13:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kiara: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:MP900177808.JPG|thumb]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Brahman als Schöpfer der Welt==&lt;br /&gt;
Artikel aus dem Buch „Das System des Vedanta“ von Paul Deussen, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906, S. 239 - 247.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Über das Motiv der Schöpfung, nach 2,1,32-33===&lt;br /&gt;
Wir haben Brahman kennen gelernt als ein geistiges Wesen; als solches scheint er bei seinen Handlungen eines Motives zu bedürfen. Denn wir sehen im Leben, wie ein geistiges Wesen, welches erkennt bevor es handelt, z. B. ein Mensch, zu keinem Vornehmen, sei es groß oder gering, sich anschickt, ohne dass ihn ein Motiv dazu triebe (S. 488,12). Die Anwendung dieser Erfahrungsregel auf Brahman wird, wie es scheint, auch durch die Schrift bestätigt, wenn sie lehrt (siehe S. 186), dass ihm die Welt nicht um der Welt willen, sondern um seiner selbst willen lieb ist (S. 489,2). — Nimmt man nun ein Motiv Gottes an, welches ihn zur Schöpfung der Welt bestimmte, so widerspricht dies seiner Allgenügsamkeit (Pari-Triptatvam), nimmt man aber kein solches an, so wird das Schaffen unmöglich (S. 489,6). — Oder soll man dafür halten, dass Brahman, wie ein unsinniger Mensch, aufs Geratewohl und ohne Motiv zum Schaffen geschritten sei? Dieses wiederum würde seiner Allweisheit (Sarvajnatvani) widersprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss wohl annehmen, dass, wie ein Fürst oder Grösser, welcher alles hat, was er wünscht, auch ohne weiteres Motiv zum bloßen Spiele und Zeitvertreib etwas vornimmt (S. 490,1). oder, wie das Ausatmen und Einatmen ohne äußeres Motiv von selbst vor sich geht (S. 490,2), so auch Gott von selbst und ohne Motiv zum bloßen Spaße (Lila) die Welt geschaffen hat; denn ein weiteres Motiv geben Nachdenken und Schriftoffenbarung nicht an die Hand&amp;quot;, auch ist es nicht möglich, Gott selbst darüber zu befragen (S. 490,6). Übrigens scheint nur uns die Anordnung dieser Weltscheibe etwas so schwieriges zu sein, für Gott hingegen ist sie, vermöge seiner unermesslichen Allmacht, ein bloßes Spiel (S. 490,8). Und wenn im Leben selbst zum Spiele immer ein schwaches Motiv vorhanden sein muss, so ist doch bei Gott gar kein solches anzunehmen, weil die Schrift verbietet, ihm ein Verlangen zuzuschreiben (S. 490,9). Dass er deswegen nicht zum Handeln schreiten könne, ist gegen die Schriftlehre von der Schöpfung, dass er unsinnig und aufs Geratewohl gehandelt habe, gegen die Lehre von seiner Allweisheit (S. 490,11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übrigens, so schliefst Shankara diesen Abschnitt, darf man nicht vergessen, dass die ganze Schöpfungslehre sich nur auf diese vom Nichtwissen aufgestellte Welt der Namen und Gestalten bezieht, und dass sie eigentlich nur den Zweck hat, die Identität der Natur mit Brahman zu lehren (S. 491,1); — eine Bemerkung, welche auch für das gilt, was wir weiter darzustellen haben, und aus dem Streben entspringt, auch die exoterische Schriftlehre als vollgültig festzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman ist die bewirkende und zugleich die materielle Ursache der Welt, nach 1,4,23-27===&lt;br /&gt;
Brahman ist zu Eingang des Werkes (1,1,2) definiert worden als „dasjenige, wodurch Ursprung usw. [Bestand und Untergang] der Welt ist&amp;quot; (vgl. die Definitionen, S. 132), also als die Ursache der Welt. Das Wort „Ursache&amp;quot; kann aber zweierlei bedeuten, entweder die materielle Ursache (Prakriti, Upadanam), oder die bewirkende Ursache (Nimittam); so ist die Ursache des Gefäßes einerseits der Ton, anderseits der Töpfer, die des Goldschmuckes einerseits das Gold, anderseits der Goldschmied (p. 396,10). — Es fragt sich, in welchem Sinne Brahman als die Ursache der Welt zu betrachten ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte meinen, dass Brahman nur als die bewirkende Ursache der Welt gelten kann, weil es von ihm, ehe er zum Schaffen schreitet, heißt:  „er beabsichtigte&amp;quot; (S. 146), und weil er „der Herr&amp;quot; (Ishvara) genannt wird; beides scheint nur auf eine bewirkende Ursache zu passen (S. 397,5.8). — Dazu kommt, dass Ursache und Wirkung gleichartig sein müssen; die Welt nun ist vielheitlich, ungeistig und unrein (S. 397,10), was auf Brahman nicht passt und eine materielle Ursache neben ihm als Trägerin dieser Qualitäten zu fordern scheint 1 S. 398,1).&lt;br /&gt;
Die Antwort auf diese Bedenken lautet, dass Brahman beides, sowohl die materielle als auch die bewirkende Ursache der Welt ist (S. 398,3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Begründung dieser Behauptung an der Eingangsstelle der Kosmologie, von der wir hier handeln, ist eine rein theologische (durch Berufung auf Vedastellen) und kann auf dem Standpunkte, den wir zunächst einnehmen, keine andere sein, weil (ganz abgesehen von dem belegten Bedenken der Un-gleichartigkeit von Welt und Brahman, welches hier von unsern Autoren noch übergangen und erst bei einer späten Diskussion wieder aufgenommen und in Betracht gezogen wird, vgl. Kap. XVIII, 1,a) eine Auflösung des Begriffs der Materie von dem empirischen Standpunkte aus, den wir hier noch nicht überschritten haben, unmöglich ist, indem vielmehr die allein richtige Konsequenz dieses Standpunktes die Ewigkeit der Materie sein würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter diesen Umständen ist es begreiflich, dass Shankara sich hier begnügt, auf die Schriftstellen hinzuweisen, nach welchen mit der Erkenntnis des Brahman alles verkannt ist, in welchen er mit dem Tone verglichen wird, dessen Umwandlungen alle auch nur Ton sind; wie es denn z. B. ausdrücklich heißt, vor dem Ursprung sei nur eines gewesen ohne zweites, Brahman habe begehrt, vieles zu sein, er habe selber sich selbst gemacht, er sei die Geburtsstätte der Wesen, er lasse sie hervorgehen aus sich und ziehe sie wieder zurück wie die Spinne den Faden, usw. usw. (S. 398-403). Zum Schlusse fertigt unser Autor die oben gemachten Einwendungen und die Berufung auf die Erfahrung mit der Erklärung ab (übersetzt S. 98), es brauche sich hier nicht zu verhalten wie in der Erfahrung, denn es sei hier nicht von einem Gegenstande der Vernunfterkenntnis (Anumanam), sondern der Offenbarung die Rede (S. 403,7), und verweist übrigens auf die späten Untersuchungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman schafft ohne Hilfsmittel, nach 2,1,24-25===&lt;br /&gt;
Weit von der eben behandelten Untersuchung abgetrennt, obwohl sachlich in nächster Beziehung zu derselben stehend, ja teilweise mit ihr zusammenfallend ist die Frage nach den Hilfsmitteln, deren sich Brahman beim Schaffen bedient. Wie dort durch Zitate aus dem Veda, so wird hier die Beweisführung durch Beispiele aus der Natur bewerkstelligt; ist sie darum auch (aus dem oben, S. 241, besprochenen Grunde) nicht weniger unzulänglich, so bietet sie doch ein gewisses Interesse, weil sie allerlei Beiträge zur Naturanschauung der Inder enthält, daher wir das in Rede stehende Adhikaranam 2,1,24-25 (S. 475-479) nahezu wörtlich wiedergeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte einwenden: es geht nicht an, das geistige Brahman allein und ohne anderes als Ursache der Welt anzunehmen, weil zu einem Schaffen allerlei Hilfsmittel erforderlich sind; so nehmen im Leben die Töpfer usw., wenn sie Gefäße, Gewebe u. dgl. machen wollen, allerlei, wie Ton, Stab und Rad oder Fäden zur Hilfe; und so kann man auch nicht annehmen, dass Brahman ohne alle Hilfsmittel die Welt schaffe. — Hierauf ist zu erwidern, dass die Schöpfung durch die spezifische Beschaffenheit der Substanz (Dratrya-Svabhava-Visheshad, d. h. des Brahman) zustande kommt, ähnlich wie die Verwandlung der Milch in saure Milch, des Wassers in Eis ohne ein äußeres Hilfsmittel vor sich geht. Allerdings wirkt bei der Umwandlung der Milch in saure Milch die Wärme mit; doch befolgt dabei die Milch allein die in ihr liegenden Umwandlungsgesetze, und der Prozess wird durch die Wärme nur beschleunigt. Läge in der Milch nicht schon die Kraft, saure Milch zu werden, so würde die Wärme auch nicht dazu verhelfen; indem z. B. Wind oder Äther durch Wärme nicht zu saurer Milch werden können. Das Hinzutreten des Mittels vervollständigt nur den Prozess; aber selbst einer solchen Vervollständigung bedarf es bei Brahman nicht, da dasselbe die erforderlichen Kräfte (Shakti, wovon demnächst) vollständig in sich trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings sind Milch usw. ungeistige Substanzen, und bei geistigen Wesen, wie z. B. bei dem Töpfer, sehen wir ein Zuhilfenehmen von Werkzeugen. So, könnte man meinen, müsse es auch bei Brahman sein, da er gleichfalls ein geistiges Wesen ist. — Darauf ist zu entgegnen, dass auch Götter, Ahnen und Rishis, die doch geistige Wesen sind, durch ihre Macht, ohne jedes äußere Mittel, zufolge der ihnen einwohnenden Oberherrlichkeit allein durch die Meditation viele mannigfach gestaltete Leiber, Paläste, Wagen usw. schaffen, wie dies die Hymnen und Brahmanas, sowie die epischen und mythologischen Werke bezeugen. Ferner ist daran zu erinnern, dass die Spinnen aus sich selbst die Fäden entlassen, dass die Kranichweibchen ohne Samen befruchtet werden, und dass die Lotosblumen ohne äußeres Vehikel von einem Teiche zum andern wandern. Will man das Zutreffen dieser Vergleiche bestreiten, weil die Götter nur durch Zuhilfenahme der Leiblichkeit, nicht durch ihr geistiges Selbst allein ihre Taten verrichten, weil bei den Spinnen der Speichel, nachdem er durch Verzehren kleinerer Tiere steif geworden, zum Faden wird, weil die Kranichweibchen, indem sie den Ton des Donners hören, befruchtet werden 95, weil die Lotosblumen nicht durch ihren ungeistigen Körper, sondern sofern sie mit Geistigem beseelt sind, in den Teichen wandern, sowie auch die Schlingpflanzen an den Bäumen, — so ist zu erwidern, dass die genannten Wesen doch nicht so wie der Töpfer zu ihrer Tätigkeit sich äußerlicher Werkzeuge bedienen, und dass, so wie sie, auch Brahman, worauf es uns ankommt, beim Schaffen keine äußerlichen Mittel zur Hilfe nimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
— Die mangelhafte Kenntnis der Natur und die Schwäche der Argumentation auf diesem Gebiete bedarf nach der mitgeteilten Probe keines weitern Kommentares.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman und die Naturkräfte, nach 2,1,30 und 1,3,30===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [[Jnana Yoga]]&lt;br /&gt;
* [[Vedanta Schulen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p927_Vedanta-fuer-Anfaenger// Vedanta für Anfänger von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p484_Vedanta-----Der-Ozean-der-Weisheit// Vedanta - Der Ozean der Weisheit von Swami Vivekananda]&lt;br /&gt;
*Paul Deussen: Das System des Vedanta, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906.&lt;br /&gt;
*Soami Divyanand: &#039;&#039;Vedamrit - Die Botschaft der Veden&#039;&#039;. ISBN 3-926696-03-6 (Übersetzung der Veden auf Deutsch, Bd. 1); ISBN 3-926696-13-3 (Bd. 2); ISBN 3-926696-26-5 (Bd. 3)&lt;br /&gt;
*Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Die heiligen Schriften Indiens - Geschichte der Sanskrit-Literatur.&#039;&#039;(edition-sawitri.de)  ISBN 3-931172-22-8&lt;br /&gt;
* Moritz Winternitz: &#039;&#039;Geschichte der Indischen Literatur&#039;&#039;, Leipzig, 1905 - 1922, Vol. I - III. Reprint in englischer Übersetzung: Maurice Winternitz: &#039;&#039;History of Indian Literatur&#039;&#039;, Motilal Barnarsidass, Delhi, 1985.&lt;br /&gt;
*[[ Aurobindo]]: &#039;&#039;Das Geheimnis des Veda&#039;&#039;, 2. Auflage 1997, Hinder + Deelmann, ISBN 3-873481-65-0&lt;br /&gt;
*Lokamanya Bâl Gangâdhar Tilak: &#039;&#039;Orion ou Recherches sur l&#039;Antiquité des Védas&#039;&#039;, Milan, Éditions Archè, 1989&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/category/podcast/meditationsanleitung/ Meditation Anleitungen, darunter einige abstrakte Techniken aus dem Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/Art-Artikel/art_vedanta.html Artikel von Swami Sivananda: Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.sivananda.org/ Divine Life Society - Sivananda Ashram]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/jnana%2Byoga/ro/s/ Seminare zum Thema „Jnana Yoga“]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/ Seminare zum Thema „Vedanta“]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indische Philosophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hinduismus]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie: Deussen Vedantasystem]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vedanta]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Kiara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81284</id>
		<title>Schöpfer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81284"/>
		<updated>2013-12-04T09:12:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kiara: /* Brahman als Schöpfer der Welt */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:MP900177808.JPG|thumb]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Brahman als Schöpfer der Welt==&lt;br /&gt;
Artikel aus dem Buch „Das System des Vedanta“ von Paul Deussen, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906, S. 239 - 247.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Über das Motiv der Schöpfung, nach 2,1,32-33===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben Brahman kennen gelernt als ein geistiges Wesen; als solches scheint er bei seinen Handlungen eines Motives zu bedürfen. Denn wir sehen im Leben, wie ein geistiges Wesen, welches erkennt bevor es handelt, z. B. ein Mensch, zu keinem Vornehmen, sei es groß oder gering, sich anschickt, ohne dass ihn ein Motiv dazu triebe (S. 488,12). Die Anwendung dieser Erfahrungsregel auf Brahman wird, wie es scheint, auch durch die Schrift bestätigt, wenn sie lehrt (siehe S. 186), dass ihm die Welt nicht um der Welt willen, sondern um seiner selbst willen lieb ist (S. 489,2). — Nimmt man nun ein Motiv Gottes an, welches ihn zur Schöpfung der Welt bestimmte, so widerspricht dies seiner Allgenügsamkeit (Pari-Triptatvam), nimmt man aber kein solches an, so wird das Schaffen unmöglich (S. 489,6). — Oder soll man dafür halten, dass Brahman, wie ein unsinniger Mensch, aufs Geratewohl und ohne Motiv zum Schaffen geschritten sei? Dieses wiederum würde seiner Allweisheit (Sarvajnatvani) widersprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss wohl annehmen, dass, wie ein Fürst oder Grösser, welcher alles hat, was er wünscht, auch ohne weiteres Motiv zum bloßen Spiele und Zeitvertreib etwas vornimmt (S. 490,1). oder, wie das Ausatmen und Einatmen ohne äußeres Motiv von selbst vor sich geht (S. 490,2), so auch Gott von selbst und ohne Motiv zum bloßen Spaße (Lila) die Welt geschaffen hat; denn ein weiteres Motiv geben Nachdenken und Schriftoffenbarung nicht an die Hand&amp;quot;, auch ist es nicht möglich, Gott selbst darüber zu befragen (S. 490,6). Übrigens scheint nur uns die Anordnung dieser Weltscheibe etwas so schwieriges zu sein, für Gott hingegen ist sie, vermöge seiner unermesslichen Allmacht, ein bloßes Spiel (S. 490,8). Und wenn im Leben selbst zum Spiele immer ein schwaches Motiv vorhanden sein muss, so ist doch bei Gott gar kein solches anzunehmen, weil die Schrift verbietet, ihm ein Verlangen zuzuschreiben (S. 490,9). Dass er deswegen nicht zum Handeln schreiten könne, ist gegen die Schriftlehre von der Schöpfung, dass er unsinnig und aufs Geratewohl gehandelt habe, gegen die Lehre von seiner Allweisheit (S. 490,11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übrigens, so schliefst Shankara diesen Abschnitt, darf man nicht vergessen, dass die ganze Schöpfungslehre sich nur auf diese vom Nichtwissen aufgestellte Welt der Namen und Gestalten bezieht, und dass sie eigentlich nur den Zweck hat, die Identität der Natur mit Brahman zu lehren (S. 491,1); — eine Bemerkung, welche auch für das gilt, was wir weiter darzustellen haben, und aus dem Streben entspringt, auch die exoterische Schriftlehre als vollgültig festzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman ist die bewirkende und zugleich die materielle Ursache der Welt, nach 1,4,23-27===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brahman ist zu Eingang des Werkes (1,1,2) definiert worden als „dasjenige, wodurch Ursprung usw. [Bestand und Untergang] der Welt ist&amp;quot; (vgl. die Definitionen, S. 132), also als die Ursache der Welt. Das Wort „Ursache&amp;quot; kann aber zweierlei bedeuten, entweder die materielle Ursache (Prakriti, Upadanam), oder die bewirkende Ursache (Nimittam); so ist die Ursache des Gefäßes einerseits der Ton, anderseits der Töpfer, die des Goldschmuckes einerseits das Gold, anderseits der Goldschmied (p. 396,10). — Es fragt sich, in welchem Sinne Brahman als die Ursache der Welt zu betrachten ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte meinen, dass Brahman nur als die bewirkende Ursache der Welt gelten kann, weil es von ihm, ehe er zum Schaffen schreitet, heißt:  „er beabsichtigte&amp;quot; (S. 146), und weil er „der Herr&amp;quot; (Ishvara) genannt wird; beides scheint nur auf eine bewirkende Ursache zu passen (S. 397,5.8). — Dazu kommt, dass Ursache und Wirkung gleichartig sein müssen; die Welt nun ist vielheitlich, ungeistig und unrein (S. 397,10), was auf Brahman nicht passt und eine materielle Ursache neben ihm als Trägerin dieser Qualitäten zu fordern scheint 1 S. 398,1).&lt;br /&gt;
Die Antwort auf diese Bedenken lautet, dass Brahman beides, sowohl die materielle als auch die bewirkende Ursache der Welt ist (S. 398,3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Begründung dieser Behauptung an der Eingangsstelle der Kosmologie, von der wir hier handeln, ist eine rein theologische (durch Berufung auf Vedastellen) und kann auf dem Standpunkte, den wir zunächst einnehmen, keine andere sein, weil (ganz abgesehen von dem belegten Bedenken der Un-gleichartigkeit von Welt und Brahman, welches hier von unsern Autoren noch übergangen und erst bei einer späten Diskussion wieder aufgenommen und in Betracht gezogen wird, vgl. Kap. XVIII, 1,a) eine Auflösung des Begriffs der Materie von dem empirischen Standpunkte aus, den wir hier noch nicht überschritten haben, unmöglich ist, indem vielmehr die allein richtige Konsequenz dieses Standpunktes die Ewigkeit der Materie sein würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter diesen Umständen ist es begreiflich, dass Shankara sich hier begnügt, auf die Schriftstellen hinzuweisen, nach welchen mit der Erkenntnis des Brahman alles verkannt ist, in welchen er mit dem Tone verglichen wird, dessen Umwandlungen alle auch nur Ton sind; wie es denn z. B. ausdrücklich heißt, vor dem Ursprung sei nur eines gewesen ohne zweites, Brahman habe begehrt, vieles zu sein, er habe selber sich selbst gemacht, er sei die Geburtsstätte der Wesen, er lasse sie hervorgehen aus sich und ziehe sie wieder zurück wie die Spinne den Faden, usw. usw. (S. 398-403). Zum Schlusse fertigt unser Autor die oben gemachten Einwendungen und die Berufung auf die Erfahrung mit der Erklärung ab (übersetzt S. 98), es brauche sich hier nicht zu verhalten wie in der Erfahrung, denn es sei hier nicht von einem Gegenstande der Vernunfterkenntnis (Anumanam), sondern der Offenbarung die Rede (S. 403,7), und verweist übrigens auf die späten Untersuchungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman schafft ohne Hilfsmittel, nach 2,1,24-25===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weit von der eben behandelten Untersuchung abgetrennt, obwohl sachlich in nächster Beziehung zu derselben stehend, ja teilweise mit ihr zusammenfallend ist die Frage nach den Hilfsmitteln, deren sich Brahman beim Schaffen bedient. Wie dort durch Zitate aus dem Veda, so wird hier die Beweisführung durch Beispiele aus der Natur bewerkstelligt; ist sie darum auch (aus dem oben, S. 241, besprochenen Grunde) nicht weniger unzulänglich, so bietet sie doch ein gewisses Interesse, weil sie allerlei Beiträge zur Naturanschauung der Inder enthält, daher wir das in Rede stehende Adhikaranam 2,1,24-25 (S. 475-479) nahezu wörtlich wiedergeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte einwenden: es geht nicht an, das geistige Brahman allein und ohne anderes als Ursache der Welt anzunehmen, weil zu einem Schaffen allerlei Hilfsmittel erforderlich sind; so nehmen im Leben die Töpfer usw., wenn sie Gefäße, Gewebe u. dgl. machen wollen, allerlei, wie Ton, Stab und Rad oder Fäden zur Hilfe; und so kann man auch nicht annehmen, dass Brahman ohne alle Hilfsmittel die Welt schaffe. — Hierauf ist zu erwidern, dass die Schöpfung durch die spezifische Beschaffenheit der Substanz (Dratrya-Svabhava-Visheshad, d. h. des Brahman) zustande kommt, ähnlich wie die Verwandlung der Milch in saure Milch, des Wassers in Eis ohne ein äußeres Hilfsmittel vor sich geht. Allerdings wirkt bei der Umwandlung der Milch in saure Milch die Wärme mit; doch befolgt dabei die Milch allein die in ihr liegenden Umwandlungsgesetze, und der Prozess wird durch die Wärme nur beschleunigt. Läge in der Milch nicht schon die Kraft, saure Milch zu werden, so würde die Wärme auch nicht dazu verhelfen; indem z. B. Wind oder Äther durch Wärme nicht zu saurer Milch werden können. Das Hinzutreten des Mittels vervollständigt nur den Prozess; aber selbst einer solchen Vervollständigung bedarf es bei Brahman nicht, da dasselbe die erforderlichen Kräfte (Shakti, wovon demnächst) vollständig in sich trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings sind Milch usw. ungeistige Substanzen, und bei geistigen Wesen, wie z. B. bei dem Töpfer, sehen wir ein Zuhilfenehmen von Werkzeugen. So, könnte man meinen, müsse es auch bei Brahman sein, da er gleichfalls ein geistiges Wesen ist. — Darauf ist zu entgegnen, dass auch Götter, Ahnen und Rishis, die doch geistige Wesen sind, durch ihre Macht, ohne jedes äußere Mittel, zufolge der ihnen einwohnenden Oberherrlichkeit allein durch die Meditation viele mannigfach gestaltete Leiber, Paläste, Wagen usw. schaffen, wie dies die Hymnen und Brahmanas, sowie die epischen und mythologischen Werke bezeugen. Ferner ist daran zu erinnern, dass die Spinnen aus sich selbst die Fäden entlassen, dass die Kranichweibchen ohne Samen befruchtet werden, und dass die Lotosblumen ohne äußeres Vehikel von einem Teiche zum andern wandern. Will man das Zutreffen dieser Vergleiche bestreiten, weil die Götter nur durch Zuhilfenahme der Leiblichkeit, nicht durch ihr geistiges Selbst allein ihre Taten verrichten, weil bei den Spinnen der Speichel, nachdem er durch Verzehren kleinerer Tiere steif geworden, zum Faden wird, weil die Kranichweibchen, indem sie den Ton des Donners hören, befruchtet werden 95, weil die Lotosblumen nicht durch ihren ungeistigen Körper, sondern sofern sie mit Geistigem beseelt sind, in den Teichen wandern, sowie auch die Schlingpflanzen an den Bäumen, — so ist zu erwidern, dass die genannten Wesen doch nicht so wie der Töpfer zu ihrer Tätigkeit sich äußerlicher Werkzeuge bedienen, und dass, so wie sie, auch Brahman, worauf es uns ankommt, beim Schaffen keine äußerlichen Mittel zur Hilfe nimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
— Die mangelhafte Kenntnis der Natur und die Schwäche der Argumentation auf diesem Gebiete bedarf nach der mitgeteilten Probe keines weitern Kommentares.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman und die Naturkräfte, nach 2,1,30 und 1,3,30===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [[Jnana Yoga]]&lt;br /&gt;
* [[Vedanta Schulen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p927_Vedanta-fuer-Anfaenger// Vedanta für Anfänger von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p484_Vedanta-----Der-Ozean-der-Weisheit// Vedanta - Der Ozean der Weisheit von Swami Vivekananda]&lt;br /&gt;
*Paul Deussen: Das System des Vedanta, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906.&lt;br /&gt;
*Soami Divyanand: &#039;&#039;Vedamrit - Die Botschaft der Veden&#039;&#039;. ISBN 3-926696-03-6 (Übersetzung der Veden auf Deutsch, Bd. 1); ISBN 3-926696-13-3 (Bd. 2); ISBN 3-926696-26-5 (Bd. 3)&lt;br /&gt;
*Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Die heiligen Schriften Indiens - Geschichte der Sanskrit-Literatur.&#039;&#039;(edition-sawitri.de)  ISBN 3-931172-22-8&lt;br /&gt;
* Moritz Winternitz: &#039;&#039;Geschichte der Indischen Literatur&#039;&#039;, Leipzig, 1905 - 1922, Vol. I - III. Reprint in englischer Übersetzung: Maurice Winternitz: &#039;&#039;History of Indian Literatur&#039;&#039;, Motilal Barnarsidass, Delhi, 1985.&lt;br /&gt;
*[[ Aurobindo]]: &#039;&#039;Das Geheimnis des Veda&#039;&#039;, 2. Auflage 1997, Hinder + Deelmann, ISBN 3-873481-65-0&lt;br /&gt;
*Lokamanya Bâl Gangâdhar Tilak: &#039;&#039;Orion ou Recherches sur l&#039;Antiquité des Védas&#039;&#039;, Milan, Éditions Archè, 1989&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/category/podcast/meditationsanleitung/ Meditation Anleitungen, darunter einige abstrakte Techniken aus dem Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/Art-Artikel/art_vedanta.html Artikel von Swami Sivananda: Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.sivananda.org/ Divine Life Society - Sivananda Ashram]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/jnana%2Byoga/ro/s/ Seminare zum Thema „Jnana Yoga“]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/ Seminare zum Thema „Vedanta“]&lt;br /&gt;
&amp;lt;rss max=3&amp;gt;https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/?type=2365&amp;lt;/rss&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indische Philosophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hinduismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Deussen Vedantasystem]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vedanta]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Kiara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81282</id>
		<title>Schöpfer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81282"/>
		<updated>2013-12-04T09:11:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kiara: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:MP900177808.JPG|thumb]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Brahman als Schöpfer der Welt==&lt;br /&gt;
Artikel aus dem Buch „Das System des Vedanta“ von Paul Deussen, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906, S. 239 - 247.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Über das Motiv der Schöpfung, nach 2,1,32-33===&lt;br /&gt;
Wir haben Brahman kennen gelernt als ein geistiges Wesen; als solches scheint er bei seinen Handlungen eines Motives zu bedürfen. Denn wir sehen im Leben, wie ein geistiges Wesen, welches erkennt bevor es handelt, z. B. ein Mensch, zu keinem Vornehmen, sei es groß oder gering, sich anschickt, ohne dass ihn ein Motiv dazu triebe (S. 488,12). Die Anwendung dieser Erfahrungsregel auf Brahman wird, wie es scheint, auch durch die Schrift bestätigt, wenn sie lehrt (siehe S. 186), dass ihm die Welt nicht um der Welt willen, sondern um seiner selbst willen lieb ist (S. 489,2). — Nimmt man nun ein Motiv Gottes an, welches ihn zur Schöpfung der Welt bestimmte, so widerspricht dies seiner Allgenügsamkeit (Pari-Triptatvam), nimmt man aber kein solches an, so wird das Schaffen unmöglich (S. 489,6). — Oder soll man dafür halten, dass Brahman, wie ein unsinniger Mensch, aufs Geratewohl und ohne Motiv zum Schaffen geschritten sei? Dieses wiederum würde seiner Allweisheit (Sarvajnatvani) widersprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss wohl annehmen, dass, wie ein Fürst oder Grösser, welcher alles hat, was er wünscht, auch ohne weiteres Motiv zum bloßen Spiele und Zeitvertreib etwas vornimmt (S. 490,1). oder, wie das Ausatmen und Einatmen ohne äußeres Motiv von selbst vor sich geht (S. 490,2), so auch Gott von selbst und ohne Motiv zum bloßen Spaße (Lila) die Welt geschaffen hat; denn ein weiteres Motiv geben Nachdenken und Schriftoffenbarung nicht an die Hand&amp;quot;, auch ist es nicht möglich, Gott selbst darüber zu befragen (S. 490,6). Übrigens scheint nur uns die Anordnung dieser Weltscheibe etwas so schwieriges zu sein, für Gott hingegen ist sie, vermöge seiner unermesslichen Allmacht, ein bloßes Spiel (S. 490,8). Und wenn im Leben selbst zum Spiele immer ein schwaches Motiv vorhanden sein muss, so ist doch bei Gott gar kein solches anzunehmen, weil die Schrift verbietet, ihm ein Verlangen zuzuschreiben (S. 490,9). Dass er deswegen nicht zum Handeln schreiten könne, ist gegen die Schriftlehre von der Schöpfung, dass er unsinnig und aufs Geratewohl gehandelt habe, gegen die Lehre von seiner Allweisheit (S. 490,11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übrigens, so schliefst Shankara diesen Abschnitt, darf man nicht vergessen, dass die ganze Schöpfungslehre sich nur auf diese vom Nichtwissen aufgestellte Welt der Namen und Gestalten bezieht, und dass sie eigentlich nur den Zweck hat, die Identität der Natur mit Brahman zu lehren (S. 491,1); — eine Bemerkung, welche auch für das gilt, was wir weiter darzustellen haben, und aus dem Streben entspringt, auch die exoterische Schriftlehre als vollgültig festzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman ist die bewirkende und zugleich die materielle Ursache der Welt, nach 1,4,23-27===&lt;br /&gt;
Brahman ist zu Eingang des Werkes (1,1,2) definiert worden als „dasjenige, wodurch Ursprung usw. [Bestand und Untergang] der Welt ist&amp;quot; (vgl. die Definitionen, S. 132), also als die Ursache der Welt. Das Wort „Ursache&amp;quot; kann aber zweierlei bedeuten, entweder die materielle Ursache (Prakriti, Upadanam), oder die bewirkende Ursache (Nimittam); so ist die Ursache des Gefäßes einerseits der Ton, anderseits der Töpfer, die des Goldschmuckes einerseits das Gold, anderseits der Goldschmied (p. 396,10). — Es fragt sich, in welchem Sinne Brahman als die Ursache der Welt zu betrachten ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte meinen, dass Brahman nur als die bewirkende Ursache der Welt gelten kann, weil es von ihm, ehe er zum Schaffen schreitet, heißt:  „er beabsichtigte&amp;quot; (S. 146), und weil er „der Herr&amp;quot; (Ishvara) genannt wird; beides scheint nur auf eine bewirkende Ursache zu passen (S. 397,5.8). — Dazu kommt, dass Ursache und Wirkung gleichartig sein müssen; die Welt nun ist vielheitlich, ungeistig und unrein (S. 397,10), was auf Brahman nicht passt und eine materielle Ursache neben ihm als Trägerin dieser Qualitäten zu fordern scheint 1 S. 398,1).&lt;br /&gt;
Die Antwort auf diese Bedenken lautet, dass Brahman beides, sowohl die materielle als auch die bewirkende Ursache der Welt ist (S. 398,3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Begründung dieser Behauptung an der Eingangsstelle der Kosmologie, von der wir hier handeln, ist eine rein theologische (durch Berufung auf Vedastellen) und kann auf dem Standpunkte, den wir zunächst einnehmen, keine andere sein, weil (ganz abgesehen von dem belegten Bedenken der Un-gleichartigkeit von Welt und Brahman, welches hier von unsern Autoren noch übergangen und erst bei einer späten Diskussion wieder aufgenommen und in Betracht gezogen wird, vgl. Kap. XVIII, 1,a) eine Auflösung des Begriffs der Materie von dem empirischen Standpunkte aus, den wir hier noch nicht überschritten haben, unmöglich ist, indem vielmehr die allein richtige Konsequenz dieses Standpunktes die Ewigkeit der Materie sein würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter diesen Umständen ist es begreiflich, dass Shankara sich hier begnügt, auf die Schriftstellen hinzuweisen, nach welchen mit der Erkenntnis des Brahman alles verkannt ist, in welchen er mit dem Tone verglichen wird, dessen Umwandlungen alle auch nur Ton sind; wie es denn z. B. ausdrücklich heißt, vor dem Ursprung sei nur eines gewesen ohne zweites, Brahman habe begehrt, vieles zu sein, er habe selber sich selbst gemacht, er sei die Geburtsstätte der Wesen, er lasse sie hervorgehen aus sich und ziehe sie wieder zurück wie die Spinne den Faden, usw. usw. (S. 398-403). Zum Schlusse fertigt unser Autor die oben gemachten Einwendungen und die Berufung auf die Erfahrung mit der Erklärung ab (übersetzt S. 98), es brauche sich hier nicht zu verhalten wie in der Erfahrung, denn es sei hier nicht von einem Gegenstande der Vernunfterkenntnis (Anumanam), sondern der Offenbarung die Rede (S. 403,7), und verweist übrigens auf die späten Untersuchungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman schafft ohne Hilfsmittel, nach 2,1,24-25===&lt;br /&gt;
Weit von der eben behandelten Untersuchung abgetrennt, obwohl sachlich in nächster Beziehung zu derselben stehend, ja teilweise mit ihr zusammenfallend ist die Frage nach den Hilfsmitteln, deren sich Brahman beim Schaffen bedient. Wie dort durch Zitate aus dem Veda, so wird hier die Beweisführung durch Beispiele aus der Natur bewerkstelligt; ist sie darum auch (aus dem oben, S. 241, besprochenen Grunde) nicht weniger unzulänglich, so bietet sie doch ein gewisses Interesse, weil sie allerlei Beiträge zur Naturanschauung der Inder enthält, daher wir das in Rede stehende Adhikaranam 2,1,24-25 (S. 475-479) nahezu wörtlich wiedergeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte einwenden: es geht nicht an, das geistige Brahman allein und ohne anderes als Ursache der Welt anzunehmen, weil zu einem Schaffen allerlei Hilfsmittel erforderlich sind; so nehmen im Leben die Töpfer usw., wenn sie Gefäße, Gewebe u. dgl. machen wollen, allerlei, wie Ton, Stab und Rad oder Fäden zur Hilfe; und so kann man auch nicht annehmen, dass Brahman ohne alle Hilfsmittel die Welt schaffe. — Hierauf ist zu erwidern, dass die Schöpfung durch die spezifische Beschaffenheit der Substanz (Dratrya-Svabhava-Visheshad, d. h. des Brahman) zustande kommt, ähnlich wie die Verwandlung der Milch in saure Milch, des Wassers in Eis ohne ein äußeres Hilfsmittel vor sich geht. Allerdings wirkt bei der Umwandlung der Milch in saure Milch die Wärme mit; doch befolgt dabei die Milch allein die in ihr liegenden Umwandlungsgesetze, und der Prozess wird durch die Wärme nur beschleunigt. Läge in der Milch nicht schon die Kraft, saure Milch zu werden, so würde die Wärme auch nicht dazu verhelfen; indem z. B. Wind oder Äther durch Wärme nicht zu saurer Milch werden können. Das Hinzutreten des Mittels vervollständigt nur den Prozess; aber selbst einer solchen Vervollständigung bedarf es bei Brahman nicht, da dasselbe die erforderlichen Kräfte (Shakti, wovon demnächst) vollständig in sich trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings sind Milch usw. ungeistige Substanzen, und bei geistigen Wesen, wie z. B. bei dem Töpfer, sehen wir ein Zuhilfenehmen von Werkzeugen. So, könnte man meinen, müsse es auch bei Brahman sein, da er gleichfalls ein geistiges Wesen ist. — Darauf ist zu entgegnen, dass auch Götter, Ahnen und Rishis, die doch geistige Wesen sind, durch ihre Macht, ohne jedes äußere Mittel, zufolge der ihnen einwohnenden Oberherrlichkeit allein durch die Meditation viele mannigfach gestaltete Leiber, Paläste, Wagen usw. schaffen, wie dies die Hymnen und Brahmanas, sowie die epischen und mythologischen Werke bezeugen. Ferner ist daran zu erinnern, dass die Spinnen aus sich selbst die Fäden entlassen, dass die Kranichweibchen ohne Samen befruchtet werden, und dass die Lotosblumen ohne äußeres Vehikel von einem Teiche zum andern wandern. Will man das Zutreffen dieser Vergleiche bestreiten, weil die Götter nur durch Zuhilfenahme der Leiblichkeit, nicht durch ihr geistiges Selbst allein ihre Taten verrichten, weil bei den Spinnen der Speichel, nachdem er durch Verzehren kleinerer Tiere steif geworden, zum Faden wird, weil die Kranichweibchen, indem sie den Ton des Donners hören, befruchtet werden 95, weil die Lotosblumen nicht durch ihren ungeistigen Körper, sondern sofern sie mit Geistigem beseelt sind, in den Teichen wandern, sowie auch die Schlingpflanzen an den Bäumen, — so ist zu erwidern, dass die genannten Wesen doch nicht so wie der Töpfer zu ihrer Tätigkeit sich äußerlicher Werkzeuge bedienen, und dass, so wie sie, auch Brahman, worauf es uns ankommt, beim Schaffen keine äußerlichen Mittel zur Hilfe nimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
— Die mangelhafte Kenntnis der Natur und die Schwäche der Argumentation auf diesem Gebiete bedarf nach der mitgeteilten Probe keines weitern Kommentares.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman und die Naturkräfte, nach 2,1,30 und 1,3,30===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [[Jnana Yoga]]&lt;br /&gt;
* [[Vedanta Schulen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p927_Vedanta-fuer-Anfaenger// Vedanta für Anfänger von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p484_Vedanta-----Der-Ozean-der-Weisheit// Vedanta - Der Ozean der Weisheit von Swami Vivekananda]&lt;br /&gt;
*Paul Deussen: Das System des Vedanta, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906.&lt;br /&gt;
*Soami Divyanand: &#039;&#039;Vedamrit - Die Botschaft der Veden&#039;&#039;. ISBN 3-926696-03-6 (Übersetzung der Veden auf Deutsch, Bd. 1); ISBN 3-926696-13-3 (Bd. 2); ISBN 3-926696-26-5 (Bd. 3)&lt;br /&gt;
*Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Die heiligen Schriften Indiens - Geschichte der Sanskrit-Literatur.&#039;&#039;(edition-sawitri.de)  ISBN 3-931172-22-8&lt;br /&gt;
* Moritz Winternitz: &#039;&#039;Geschichte der Indischen Literatur&#039;&#039;, Leipzig, 1905 - 1922, Vol. I - III. Reprint in englischer Übersetzung: Maurice Winternitz: &#039;&#039;History of Indian Literatur&#039;&#039;, Motilal Barnarsidass, Delhi, 1985.&lt;br /&gt;
*[[ Aurobindo]]: &#039;&#039;Das Geheimnis des Veda&#039;&#039;, 2. Auflage 1997, Hinder + Deelmann, ISBN 3-873481-65-0&lt;br /&gt;
*Lokamanya Bâl Gangâdhar Tilak: &#039;&#039;Orion ou Recherches sur l&#039;Antiquité des Védas&#039;&#039;, Milan, Éditions Archè, 1989&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/category/podcast/meditationsanleitung/ Meditation Anleitungen, darunter einige abstrakte Techniken aus dem Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/Art-Artikel/art_vedanta.html Artikel von Swami Sivananda: Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.sivananda.org/ Divine Life Society - Sivananda Ashram]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/jnana%2Byoga/ro/s/ Seminare zum Thema „Jnana Yoga“]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/ Seminare zum Thema „Vedanta“]&lt;br /&gt;
&amp;lt;rss max=3&amp;gt;https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/?type=2365&amp;lt;/rss&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indische Philosophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hinduismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Deussen Vedantasystem]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vedanta]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Kiara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81281</id>
		<title>Schöpfer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81281"/>
		<updated>2013-12-04T09:11:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kiara: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:MP900177808.JPG|thumb]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Brahman als Schöpfer der Welt==&lt;br /&gt;
Artikel aus dem Buch „Das System des Vedanta“ von Paul Deussen, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906, S. 239 - 247.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Über das Motiv der Schöpfung, nach 2,1,32-33===&lt;br /&gt;
Wir haben Brahman kennen gelernt als ein geistiges Wesen; als solches scheint er bei seinen Handlungen eines Motives zu bedürfen. Denn wir sehen im Leben, wie ein geistiges Wesen, welches erkennt bevor es handelt, z. B. ein Mensch, zu keinem Vornehmen, sei es groß oder gering, sich anschickt, ohne dass ihn ein Motiv dazu triebe (S. 488,12). Die Anwendung dieser Erfahrungsregel auf Brahman wird, wie es scheint, auch durch die Schrift bestätigt, wenn sie lehrt (siehe S. 186), dass ihm die Welt nicht um der Welt willen, sondern um seiner selbst willen lieb ist (S. 489,2). — Nimmt man nun ein Motiv Gottes an, welches ihn zur Schöpfung der Welt bestimmte, so widerspricht dies seiner Allgenügsamkeit (Pari-Triptatvam), nimmt man aber kein solches an, so wird das Schaffen unmöglich (S. 489,6). — Oder soll man dafür halten, dass Brahman, wie ein unsinniger Mensch, aufs Geratewohl und ohne Motiv zum Schaffen geschritten sei? Dieses wiederum würde seiner Allweisheit (Sarvajnatvani) widersprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss wohl annehmen, dass, wie ein Fürst oder Grösser, welcher alles hat, was er wünscht, auch ohne weiteres Motiv zum bloßen Spiele und Zeitvertreib etwas vornimmt (S. 490,1). oder, wie das Ausatmen und Einatmen ohne äußeres Motiv von selbst vor sich geht (S. 490,2), so auch Gott von selbst und ohne Motiv zum bloßen Spaße (Lila) die Welt geschaffen hat; denn ein weiteres Motiv geben Nachdenken und Schriftoffenbarung nicht an die Hand&amp;quot;, auch ist es nicht möglich, Gott selbst darüber zu befragen (S. 490,6). Übrigens scheint nur uns die Anordnung dieser Weltscheibe etwas so schwieriges zu sein, für Gott hingegen ist sie, vermöge seiner unermesslichen Allmacht, ein bloßes Spiel (S. 490,8). Und wenn im Leben selbst zum Spiele immer ein schwaches Motiv vorhanden sein muss, so ist doch bei Gott gar kein solches anzunehmen, weil die Schrift verbietet, ihm ein Verlangen zuzuschreiben (S. 490,9). Dass er deswegen nicht zum Handeln schreiten könne, ist gegen die Schriftlehre von der Schöpfung, dass er unsinnig und aufs Geratewohl gehandelt habe, gegen die Lehre von seiner Allweisheit (S. 490,11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übrigens, so schliefst Shankara diesen Abschnitt, darf man nicht vergessen, dass die ganze Schöpfungslehre sich nur auf diese vom Nichtwissen aufgestellte Welt der Namen und Gestalten bezieht, und dass sie eigentlich nur den Zweck hat, die Identität der Natur mit Brahman zu lehren (S. 491,1); — eine Bemerkung, welche auch für das gilt, was wir weiter darzustellen haben, und aus dem Streben entspringt, auch die exoterische Schriftlehre als vollgültig festzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman ist die bewirkende und zugleich die materielle Ursache der Welt, nach 1,4,23-27===&lt;br /&gt;
Brahman ist zu Eingang des Werkes (1,1,2) definiert worden als „dasjenige, wodurch Ursprung usw. [Bestand und Untergang] der Welt ist&amp;quot; (vgl. die Definitionen, S. 132), also als die Ursache der Welt. Das Wort „Ursache&amp;quot; kann aber zweierlei bedeuten, entweder die materielle Ursache (Prakriti, Upadanam), oder die bewirkende Ursache (Nimittam); so ist die Ursache des Gefäßes einerseits der Ton, anderseits der Töpfer, die des Goldschmuckes einerseits das Gold, anderseits der Goldschmied (p. 396,10). — Es fragt sich, in welchem Sinne Brahman als die Ursache der Welt zu betrachten ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte meinen, dass Brahman nur als die bewirkende Ursache der Welt gelten kann, weil es von ihm, ehe er zum Schaffen schreitet, heißt:  „er beabsichtigte&amp;quot; (S. 146), und weil er „der Herr&amp;quot; (Ishvara) genannt wird; beides scheint nur auf eine bewirkende Ursache zu passen (S. 397,5.8). — Dazu kommt, dass Ursache und Wirkung gleichartig sein müssen; die Welt nun ist vielheitlich, ungeistig und unrein (S. 397,10), was auf Brahman nicht passt und eine materielle Ursache neben ihm als Trägerin dieser Qualitäten zu fordern scheint 1 S. 398,1).&lt;br /&gt;
Die Antwort auf diese Bedenken lautet, dass Brahman beides, sowohl die materielle als auch die bewirkende Ursache der Welt ist (S. 398,3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Begründung dieser Behauptung an der Eingangsstelle der Kosmologie, von der wir hier handeln, ist eine rein theologische (durch Berufung auf Vedastellen) und kann auf dem Standpunkte, den wir zunächst einnehmen, keine andere sein, weil (ganz abgesehen von dem belegten Bedenken der Un-gleichartigkeit von Welt und Brahman, welches hier von unsern Autoren noch übergangen und erst bei einer späten Diskussion wieder aufgenommen und in Betracht gezogen wird, vgl. Kap. XVIII, 1,a) eine Auflösung des Begriffs der Materie von dem empirischen Standpunkte aus, den wir hier noch nicht überschritten haben, unmöglich ist, indem vielmehr die allein richtige Konsequenz dieses Standpunktes die Ewigkeit der Materie sein würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter diesen Umständen ist es begreiflich, dass Shankara sich hier begnügt, auf die Schriftstellen hinzuweisen, nach welchen mit der Erkenntnis des Brahman alles verkannt ist, in welchen er mit dem Tone verglichen wird, dessen Umwandlungen alle auch nur Ton sind; wie es denn z. B. ausdrücklich heißt, vor dem Ursprung sei nur eines gewesen ohne zweites, Brahman habe begehrt, vieles zu sein, er habe selber sich selbst gemacht, er sei die Geburtsstätte der Wesen, er lasse sie hervorgehen aus sich und ziehe sie wieder zurück wie die Spinne den Faden, usw. usw. (S. 398-403). Zum Schlusse fertigt unser Autor die oben gemachten Einwendungen und die Berufung auf die Erfahrung mit der Erklärung ab (übersetzt S. 98), es brauche sich hier nicht zu verhalten wie in der Erfahrung, denn es sei hier nicht von einem Gegenstande der Vernunfterkenntnis (Anumanam), sondern der Offenbarung die Rede (S. 403,7), und verweist übrigens auf die späten Untersuchungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman schafft ohne Hilfsmittel, nach 2,1,24-25===&lt;br /&gt;
Weit von der eben behandelten Untersuchung abgetrennt, obwohl sachlich in nächster Beziehung zu derselben stehend, ja teilweise mit ihr zusammenfallend ist die Frage nach den Hilfsmitteln, deren sich Brahman beim Schaffen bedient. Wie dort durch Zitate aus dem Veda, so wird hier die Beweisführung durch Beispiele aus der Natur bewerkstelligt; ist sie darum auch (aus dem oben, S. 241, besprochenen Grunde) nicht weniger unzulänglich, so bietet sie doch ein gewisses Interesse, weil sie allerlei Beiträge zur Naturanschauung der Inder enthält, daher wir das in Rede stehende Adhikaranam 2,1,24-25 (S. 475-479) nahezu wörtlich wiedergeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte einwenden: es geht nicht an, das geistige Brahman allein und ohne anderes als Ursache der Welt anzunehmen, weil zu einem Schaffen allerlei Hilfsmittel erforderlich sind; so nehmen im Leben die Töpfer usw., wenn sie Gefäße, Gewebe u. dgl. machen wollen, allerlei, wie Ton, Stab und Rad oder Fäden zur Hilfe; und so kann man auch nicht annehmen, dass Brahman ohne alle Hilfsmittel die Welt schaffe. — Hierauf ist zu erwidern, dass die Schöpfung durch die spezifische Beschaffenheit der Substanz (Dratrya-Svabhava-Visheshad, d. h. des Brahman) zustande kommt, ähnlich wie die Verwandlung der Milch in saure Milch, des Wassers in Eis ohne ein äußeres Hilfsmittel vor sich geht. Allerdings wirkt bei der Umwandlung der Milch in saure Milch die Wärme mit; doch befolgt dabei die Milch allein die in ihr liegenden Umwandlungsgesetze, und der Prozess wird durch die Wärme nur beschleunigt. Läge in der Milch nicht schon die Kraft, saure Milch zu werden, so würde die Wärme auch nicht dazu verhelfen; indem z. B. Wind oder Äther durch Wärme nicht zu saurer Milch werden können. Das Hinzutreten des Mittels vervollständigt nur den Prozess; aber selbst einer solchen Vervollständigung bedarf es bei Brahman nicht, da dasselbe die erforderlichen Kräfte (Shakti, wovon demnächst) vollständig in sich trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings sind Milch usw. ungeistige Substanzen, und bei geistigen Wesen, wie z. B. bei dem Töpfer, sehen wir ein Zuhilfenehmen von Werkzeugen. So, könnte man meinen, müsse es auch bei Brahman sein, da er gleichfalls ein geistiges Wesen ist. — Darauf ist zu entgegnen, dass auch Götter, Ahnen und Rishis, die doch geistige Wesen sind, durch ihre Macht, ohne jedes äußere Mittel, zufolge der ihnen einwohnenden Oberherrlichkeit allein durch die Meditation viele mannigfach gestaltete Leiber, Paläste, Wagen usw. schaffen, wie dies die Hymnen und Brahmanas, sowie die epischen und mythologischen Werke bezeugen. Ferner ist daran zu erinnern, dass die Spinnen aus sich selbst die Fäden entlassen, dass die Kranichweibchen ohne Samen befruchtet werden, und dass die Lotosblumen ohne äußeres Vehikel von einem Teiche zum andern wandern. Will man das Zutreffen dieser Vergleiche bestreiten, weil die Götter nur durch Zuhilfenahme der Leiblichkeit, nicht durch ihr geistiges Selbst allein ihre Taten verrichten, weil bei den Spinnen der Speichel, nachdem er durch Verzehren kleinerer Tiere steif geworden, zum Faden wird, weil die Kranichweibchen, indem sie den Ton des Donners hören, befruchtet werden 95, weil die Lotosblumen nicht durch ihren ungeistigen Körper, sondern sofern sie mit Geistigem beseelt sind, in den Teichen wandern, sowie auch die Schlingpflanzen an den Bäumen, — so ist zu erwidern, dass die genannten Wesen doch nicht so wie der Töpfer zu ihrer Tätigkeit sich äußerlicher Werkzeuge bedienen, und dass, so wie sie, auch Brahman, worauf es uns ankommt, beim Schaffen keine äußerlichen Mittel zur Hilfe nimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
— Die mangelhafte Kenntnis der Natur und die Schwäche der Argumentation auf diesem Gebiete bedarf nach der mitgeteilten Probe keines weitern Kommentares.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman und die Naturkräfte, nach 2,1,30 und 1,3,30===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [[Jnana Yoga]]&lt;br /&gt;
* [[Vedanta Schulen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p927_Vedanta-fuer-Anfaenger// Vedanta für Anfänger von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p484_Vedanta-----Der-Ozean-der-Weisheit// Vedanta - Der Ozean der Weisheit von Swami Vivekananda]&lt;br /&gt;
*Paul Deussen: Das System des Vedanta, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906.&lt;br /&gt;
*Soami Divyanand: &#039;&#039;Vedamrit - Die Botschaft der Veden&#039;&#039;. ISBN 3-926696-03-6 (Übersetzung der Veden auf Deutsch, Bd. 1); ISBN 3-926696-13-3 (Bd. 2); ISBN 3-926696-26-5 (Bd. 3)&lt;br /&gt;
*Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Die heiligen Schriften Indiens - Geschichte der Sanskrit-Literatur.&#039;&#039;(edition-sawitri.de)  ISBN 3-931172-22-8&lt;br /&gt;
* Moritz Winternitz: &#039;&#039;Geschichte der Indischen Literatur&#039;&#039;, Leipzig, 1905 - 1922, Vol. I - III. Reprint in englischer Übersetzung: Maurice Winternitz: &#039;&#039;History of Indian Literatur&#039;&#039;, Motilal Barnarsidass, Delhi, 1985.&lt;br /&gt;
*[[ Aurobindo]]: &#039;&#039;Das Geheimnis des Veda&#039;&#039;, 2. Auflage 1997, Hinder + Deelmann, ISBN 3-873481-65-0&lt;br /&gt;
*Lokamanya Bâl Gangâdhar Tilak: &#039;&#039;Orion ou Recherches sur l&#039;Antiquité des Védas&#039;&#039;, Milan, Éditions Archè, 1989&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/category/podcast/meditationsanleitung/ Meditation Anleitungen, darunter einige abstrakte Techniken aus dem Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/Art-Artikel/art_vedanta.html Artikel von Swami Sivananda: Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.sivananda.org/ Divine Life Society - Sivananda Ashram]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/jnana%2Byoga/ro/s/ Seminare zum Thema „Jnana Yoga“]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/ Seminare zum Thema „Vedanta“]&lt;br /&gt;
&amp;lt;rss max=3&amp;gt;https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/?type=2365&amp;lt;/rss&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indische Philosophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hinduismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Deussen Vedantasystem]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vedanta]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Kiara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81279</id>
		<title>Schöpfer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81279"/>
		<updated>2013-12-04T09:09:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kiara: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:MP900177808.JPG|thumb]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Brahman als Schöpfer der Welt==&lt;br /&gt;
Artikel aus dem Buch „Das System des Vedanta“ von Paul Deussen, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906, S. 239 - 247.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Über das Motiv der Schöpfung, nach 2,1,32-33===&lt;br /&gt;
Wir haben Brahman kennen gelernt als ein geistiges Wesen; als solches scheint er bei seinen Handlungen eines Motives zu bedürfen. Denn wir sehen im Leben, wie ein geistiges Wesen, welches erkennt bevor es handelt, z. B. ein Mensch, zu keinem Vornehmen, sei es groß oder gering, sich anschickt, ohne dass ihn ein Motiv dazu triebe (S. 488,12). Die Anwendung dieser Erfahrungsregel auf Brahman wird, wie es scheint, auch durch die Schrift bestätigt, wenn sie lehrt (siehe S. 186), dass ihm die Welt nicht um der Welt willen, sondern um seiner selbst willen lieb ist (S. 489,2). — Nimmt man nun ein Motiv Gottes an, welches ihn zur Schöpfung der Welt bestimmte, so widerspricht dies seiner Allgenügsamkeit (pari-triptatvam), nimmt man aber kein solches an, so wird das Schaffen unmöglich (S. 489,6). — Oder soll man dafür halten, dass Brahman, wie ein unsinniger Mensch, aufs Geratewohl und ohne Motiv zum Schaffen geschritten sei? Dieses wiederum würde seiner Allweisheit (sarvajnatvani) widersprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss wohl annehmen, dass, wie ein Fürst oder Grösser, welcher alles hat, was er wünscht, auch ohne weiteres Motiv zum bloßen Spiele und Zeitvertreib etwas vornimmt (S. 490,1). oder, wie das Ausatmen und Einatmen ohne äußeres Motiv von selbst vor sich geht (S. 490,2), so auch Gott von selbst und ohne Motiv zum bloßen Spaße (Lila) die Welt geschaffen hat; denn ein weiteres Motiv geben Nachdenken und Schriftoffenbarung nicht an die Hand&amp;quot;, auch ist es nicht möglich, Gott selbst darüber zu befragen (S. 490,6). Übrigens scheint nur uns die Anordnung dieser Weltscheibe etwas so schwieriges zu sein, für Gott hingegen ist sie, vermöge seiner unermesslichen Allmacht, ein bloßes Spiel (S. 490,8). Und wenn im Leben selbst zum Spiele immer ein schwaches Motiv vorhanden sein muss, so ist doch bei Gott gar kein solches anzunehmen, weil die Schrift verbietet, ihm ein Verlangen zuzuschreiben (S. 490,9). Dass er deswegen nicht zum Handeln schreiten könne, ist gegen die Schriftlehre von der Schöpfung, dass er unsinnig und aufs Geratewohl gehandelt habe, gegen die Lehre von seiner Allweisheit (S. 490,11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übrigens, so schliefst Chankara diesen Abschnitt, darf man nicht vergessen, dass die ganze Schöpfungslehre sich nur auf diese vom Nichtwissen aufgestellte Welt der Namen und Gestalten bezieht, und dass sie eigentlich nur den Zweck hat, die Identität der Natur mit Brahman zu lehren (S. 491,1); — eine Bemerkung, welche auch für das gilt, was wir weiter darzustellen haben, und aus dem Streben entspringt, auch die exoterische Schriftlehre als vollgültig festzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman ist die bewirkende und zugleich die materielle Ursache der Welt, nach 1,4,23-27===&lt;br /&gt;
Brahman ist zu Eingang des Werkes (1,1,2) definiert worden als „dasjenige, wodurch Ursprung usw. [Bestand und Untergang] der Welt ist&amp;quot; (vgl. die Definitionen, S. 132), also als die Ursache der Welt. Das Wort „Ursache&amp;quot; kann aber zweierlei bedeuten, entweder die materielle Ursache (Prakriti, Upadanam), oder die bewirkende Ursache (Nimittam); so ist die Ursache des Gefäßes einerseits der Ton, anderseits der Töpfer, die des Goldschmuckes einerseits das Gold, anderseits der Goldschmied (p. 396,10). — Es fragt sich, in welchem Sinne Brahman als die Ursache der Welt zu betrachten ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte meinen, dass Brahman nur als die bewirkende Ursache der Welt gelten kann, weil es von ihm, ehe er zum Schaffen schreitet, heißt:  „er beabsichtigte&amp;quot; (S. 146), und weil er „der Herr&amp;quot; (Ishvara) genannt wird; beides scheint nur auf eine bewirkende Ursache zu passen (S. 397,5.8). — Dazu kommt, dass Ursache und Wirkung gleichartig sein müssen; die Welt nun ist vielheitlich, ungeistig und unrein (S. 397,10), was auf Brahman nicht passt und eine materielle Ursache neben ihm als Trägerin dieser Qualitäten zu fordern scheint 1 S. 398,1).&lt;br /&gt;
Die Antwort auf diese Bedenken lautet, dass Brahman beides, sowohl die materielle als auch die bewirkende Ursache der Welt ist (S. 398,3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Begründung dieser Behauptung an der Eingangsstelle der Kosmologie, von der wir hier handeln, ist eine rein theologische (durch Berufung auf Vedastellen) und kann auf dem Standpunkte, den wir zunächst einnehmen, keine andere sein, weil (ganz abgesehen von dem belegten Bedenken der Un-gleichartigkeit von Welt und Brahman, welches hier von unsern Autoren noch übergangen und erst bei einer späten Diskussion wieder aufgenommen und in Betracht gezogen wird, vgl. Kap. XVIII, 1,a) eine Auflösung des Begriffs der Materie von dem empirischen Standpunkte aus, den wir hier noch nicht überschritten haben, unmöglich ist, indem vielmehr die allein richtige Konsequenz dieses Standpunktes die Ewigkeit der Materie sein würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter diesen Umständen ist es begreiflich, dass Shankara sich hier begnügt, auf die Schriftstellen hinzuweisen, nach welchen mit der Erkenntnis des Brahman alles verkannt ist, in welchen er mit dem Tone verglichen wird, dessen Umwandlungen alle auch nur Ton sind; wie es denn z. B. ausdrücklich heißt, vor dem Ursprung sei nur eines gewesen ohne zweites, Brahman habe begehrt, vieles zu sein, er habe selber sich selbst gemacht, er sei die Geburtsstätte der Wesen, er lasse sie hervorgehen aus sich und ziehe sie wieder zurück wie die Spinne den Faden, usw. usw. (S. 398-403). Zum Schlusse fertigt unser Autor die oben gemachten Einwendungen und die Berufung auf die Erfahrung mit der Erklärung ab (übersetzt S. 98), es brauche sich hier nicht zu verhalten wie in der Erfahrung, denn es sei hier nicht von einem Gegenstande der Vernunfterkenntnis (Anumanam), sondern der Offenbarung die Rede (S. 403,7), und verweist übrigens auf die späten Untersuchungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman schafft ohne Hilfsmittel, nach 2,1,24-25===&lt;br /&gt;
Weit von der eben behandelten Untersuchung abgetrennt, obwohl sachlich in nächster Beziehung zu derselben stehend, ja teilweise mit ihr zusammenfallend ist die Frage nach den Hilfsmitteln, deren sich Brahman beim Schaffen bedient. Wie dort durch Zitate aus dem Veda, so wird hier die Beweisführung durch Beispiele aus der Natur bewerkstelligt; ist sie darum auch (aus dem oben, S. 241, besprochenen Grunde) nicht weniger unzulänglich, so bietet sie doch ein gewisses Interesse, weil sie allerlei Beiträge zur Naturanschauung der Inder enthält, daher wir das in Rede stehende Adhikaranam 2,1,24-25 (S. 475-479) nahezu wörtlich wiedergeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte einwenden: es geht nicht an, das geistige Brahman allein und ohne anderes als Ursache der Welt anzunehmen, weil zu einem Schaffen allerlei Hilfsmittel erforderlich sind; so nehmen im Leben die Töpfer usw., wenn sie Gefäße, Gewebe u. dgl. machen wollen, allerlei, wie Ton, Stab und Rad oder Fäden zur Hilfe; und so kann man auch nicht annehmen, dass Brahman ohne alle Hilfsmittel die Welt schaffe. — Hierauf ist zu erwidern, dass die Schöpfung durch die spezifische Beschaffenheit der Substanz (Dratrya-Svabhava-Visheshad, d. h. des Brahman) zustande kommt, ähnlich wie die Verwandlung der Milch in saure Milch, des Wassers in Eis ohne ein äußeres Hilfsmittel vor sich geht. Allerdings wirkt bei der Umwandlung der Milch in saure Milch die Wärme mit; doch befolgt dabei die Milch allein die in ihr liegenden Umwandlungsgesetze, und der Prozess wird durch die Wärme nur beschleunigt. Läge in der Milch nicht schon die Kraft, saure Milch zu werden, so würde die Wärme auch nicht dazu verhelfen; indem z. B. Wind oder Äther durch Wärme nicht zu saurer Milch werden können. Das Hinzutreten des Mittels vervollständigt nur den Prozess; aber selbst einer solchen Vervollständigung bedarf es bei Brahman nicht, da dasselbe die erforderlichen Kräfte (Shakti, wovon demnächst) vollständig in sich trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings sind Milch usw. ungeistige Substanzen, und bei geistigen Wesen, wie z. B. bei dem Töpfer, sehen wir ein Zuhilfenehmen von Werkzeugen. So, könnte man meinen, müsse es auch bei Brahman sein, da er gleichfalls ein geistiges Wesen ist. — Darauf ist zu entgegnen, dass auch Götter, Ahnen und Rishis, die doch geistige Wesen sind, durch ihre Macht, ohne jedes äußere Mittel, zufolge der ihnen einwohnenden Oberherrlichkeit allein durch die Meditation viele mannigfach gestaltete Leiber, Paläste, Wagen usw. schaffen, wie dies die Hymnen und Brahmanas, sowie die epischen und mythologischen Werke bezeugen. Ferner ist daran zu erinnern, dass die Spinnen aus sich selbst die Fäden entlassen, dass die Kranichweibchen ohne Samen befruchtet werden, und dass die Lotosblumen ohne äußeres Vehikel von einem Teiche zum andern wandern. Will man das Zutreffen dieser Vergleiche bestreiten, weil die Götter nur durch Zuhilfenahme der Leiblichkeit, nicht durch ihr geistiges Selbst allein ihre Taten verrichten, weil bei den Spinnen der Speichel, nachdem er durch Verzehren kleinerer Tiere steif geworden, zum Faden wird, weil die Kranichweibchen, indem sie den Ton des Donners hören, befruchtet werden 95, weil die Lotosblumen nicht durch ihren ungeistigen Körper, sondern sofern sie mit Geistigem beseelt sind, in den Teichen wandern, sowie auch die Schlingpflanzen an den Bäumen, — so ist zu erwidern, dass die genannten Wesen doch nicht so wie der Töpfer zu ihrer Tätigkeit sich äußerlicher Werkzeuge bedienen, und dass, so wie sie, auch Brahman, worauf es uns ankommt, beim Schaffen keine äußerlichen Mittel zur Hilfe nimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
— Die mangelhafte Kenntnis der Natur und die Schwäche der Argumentation auf diesem Gebiete bedarf nach der mitgeteilten Probe keines weitern Kommentares.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman und die Naturkräfte, nach 2,1,30 und 1,3,30===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [[Jnana Yoga]]&lt;br /&gt;
* [[Vedanta Schulen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p927_Vedanta-fuer-Anfaenger// Vedanta für Anfänger von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p484_Vedanta-----Der-Ozean-der-Weisheit// Vedanta - Der Ozean der Weisheit von Swami Vivekananda]&lt;br /&gt;
*Paul Deussen: Das System des Vedanta, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906.&lt;br /&gt;
*Soami Divyanand: &#039;&#039;Vedamrit - Die Botschaft der Veden&#039;&#039;. ISBN 3-926696-03-6 (Übersetzung der Veden auf Deutsch, Bd. 1); ISBN 3-926696-13-3 (Bd. 2); ISBN 3-926696-26-5 (Bd. 3)&lt;br /&gt;
*Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Die heiligen Schriften Indiens - Geschichte der Sanskrit-Literatur.&#039;&#039;(edition-sawitri.de)  ISBN 3-931172-22-8&lt;br /&gt;
* Moritz Winternitz: &#039;&#039;Geschichte der Indischen Literatur&#039;&#039;, Leipzig, 1905 - 1922, Vol. I - III. Reprint in englischer Übersetzung: Maurice Winternitz: &#039;&#039;History of Indian Literatur&#039;&#039;, Motilal Barnarsidass, Delhi, 1985.&lt;br /&gt;
*[[ Aurobindo]]: &#039;&#039;Das Geheimnis des Veda&#039;&#039;, 2. Auflage 1997, Hinder + Deelmann, ISBN 3-873481-65-0&lt;br /&gt;
*Lokamanya Bâl Gangâdhar Tilak: &#039;&#039;Orion ou Recherches sur l&#039;Antiquité des Védas&#039;&#039;, Milan, Éditions Archè, 1989&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/category/podcast/meditationsanleitung/ Meditation Anleitungen, darunter einige abstrakte Techniken aus dem Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/Art-Artikel/art_vedanta.html Artikel von Swami Sivananda: Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.sivananda.org/ Divine Life Society - Sivananda Ashram]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/jnana%2Byoga/ro/s/ Seminare zum Thema „Jnana Yoga“]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/ Seminare zum Thema „Vedanta“]&lt;br /&gt;
&amp;lt;rss max=3&amp;gt;https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/?type=2365&amp;lt;/rss&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indische Philosophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hinduismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Deussen Vedantasystem]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vedanta]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Kiara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81262</id>
		<title>Schöpfer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81262"/>
		<updated>2013-12-04T08:50:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kiara: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:MP900177808.JPG|thumb]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Brahman als Schöpfer der Welt==&lt;br /&gt;
Artikel aus dem Buch „Das System des Vedanta“ von Paul Deussen, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906, S. 239 - 247.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Über das Motiv der Schöpfung, nach 2,1,32-33===&lt;br /&gt;
Wir haben Brahman kennen gelernt als ein geistiges Wesen; als solches scheint er bei seinen Handlungen eines Motives zu bedürfen. Denn wir sehen im Leben, wie ein geistiges Wesen, welches erkennt bevor es handelt, z. B. ein Mensch, zu keinem Vornehmen, sei es groß oder gering, sich anschickt, ohne dass ihn ein Motiv dazu triebe (S. 488,12). Die Anwendung dieser Erfahrungsregel auf Brahman wird, wie es scheint, auch durch die Schrift bestätigt, wenn sie lehrt (siehe S. 186), dass ihm die Welt nicht um der Welt willen, sondern um seiner selbst willen lieb ist (S. 489,2). — Nimmt man nun ein Motiv Gottes an, welches ihn zur Schöpfung der Welt bestimmte, so widerspricht dies seiner Allgenügsamkeit (pari-triptatvam), nimmt man aber kein solches an, so wird das Schaffen unmöglich (S. 489,6). — Oder soll man dafür halten, dass Brahman, wie ein unsinniger Mensch, aufs Geratewohl und ohne Motiv zum Schaffen geschritten sei? Dieses wiederum würde seiner Allweisheit (sarvajnatvani) widersprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss wohl annehmen, dass, wie ein Fürst oder Grösser, welcher alles hat, was er wünscht, auch ohne weiteres Motiv zum bloßen Spiele und Zeitvertreib etwas vornimmt (S. 490,1). oder, wie das Ausatmen und Einatmen ohne äußeres Motiv von selbst vor sich geht (S. 490,2), so auch Gott von selbst und ohne Motiv zum bloßen Spaße (Lila) die Welt geschaffen hat; denn ein weiteres Motiv geben Nachdenken und Schriftoffenbarung nicht an die Hand&amp;quot;, auch ist es nicht möglich, Gott selbst darüber zu befragen (S. 490,6). Übrigens scheint nur uns die Anordnung dieser Weltscheibe etwas so schwieriges zu sein, für Gott hingegen ist sie, vermöge seiner unermesslichen Allmacht, ein bloßes Spiel (S. 490,8). Und wenn im Leben selbst zum Spiele immer ein schwaches Motiv vorhanden sein muss, so ist doch bei Gott gar kein solches anzunehmen, weil die Schrift verbietet, ihm ein Verlangen zuzuschreiben (S. 490,9). Dass er deswegen nicht zum Handeln schreiten könne, ist gegen die Schriftlehre von der Schöpfung, dass er unsinnig und aufs Geratewohl gehandelt habe, gegen die Lehre von seiner Allweisheit (S. 490,11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übrigens, so schliefst Chankara diesen Abschnitt, darf man nicht vergessen, dass die ganze Schöpfungslehre sich nur auf diese vom Nichtwissen aufgestellte Welt der Namen und Gestalten bezieht, und dass sie eigentlich nur den Zweck hat, die Identität der Natur mit Brahman zu lehren (S. 491,1); — eine Bemerkung, welche auch für das gilt, was wir weiter darzustellen haben, und aus dem Streben entspringt, auch die exoterische Schriftlehre als vollgültig festzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman ist die bewirkende und zugleich die materielle Ursache der Welt, nach 1,4,23-27===&lt;br /&gt;
Brahman ist zu Eingang des Werkes (1,1,2) definiert worden als „dasjenige, wodurch Ursprung usw. [Bestand und Untergang] der Welt ist&amp;quot; (vgl. die Definitionen, S. 132), also als die Ursache der Welt. Das Wort „Ursache&amp;quot; kann aber zweierlei bedeuten, entweder die materielle Ursache (Prakriti, Upadanam), oder die bewirkende Ursache (Nimittam); so ist die Ursache des Gefäßes einerseits der Ton, anderseits der Töpfer, die des Goldschmuckes einerseits das Gold, anderseits der Goldschmied (p. 396,10). — Es fragt sich, in welchem Sinne Brahman als die Ursache der Welt zu betrachten ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte meinen, dass Brahman nur als die bewirkende Ursache der Welt gelten kann, weil es von ihm, ehe er zum Schaffen schreitet, heißt:  „er beabsichtigte&amp;quot; (S. 146), und weil er „der Herr&amp;quot; (Ishvara) genannt wird; beides scheint nur auf eine bewirkende Ursache zu passen (S. 397,5.8). — Dazu kommt, dass Ursache und Wirkung gleichartig sein müssen; die Welt nun ist vielheitlich, ungeistig und unrein (S. 397,10), was auf Brahman nicht passt und eine materielle Ursache neben ihm als Trägerin dieser Qualitäten zu fordern scheint 1 S. 398,1).&lt;br /&gt;
Die Antwort auf diese Bedenken lautet, dass Brahman beides, sowohl die materielle als auch die bewirkende Ursache der Welt ist (S. 398,3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Begründung dieser Behauptung an der Eingangsstelle der Kosmologie, von der wir hier handeln, ist eine rein theologische (durch Berufung auf Vedastellen) und kann auf dem Standpunkte, den wir zunächst einnehmen, keine andere sein, weil (ganz abgesehen von dem belegten Bedenken der Un-gleichartigkeit von Welt und Brahman, welches hier von unsern Autoren noch übergangen und erst bei einer späten Diskussion wieder aufgenommen und in Betracht gezogen wird, vgl. Kap. XVIII, 1,a) eine Auflösung des Begriffs der Materie von dem empirischen Standpunkte aus, den wir hier noch nicht überschritten haben, unmöglich ist, indem vielmehr die allein richtige Konsequenz dieses Standpunktes die Ewigkeit der Materie sein würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter diesen Umständen ist es begreiflich, dass Shankara sich hier begnügt, auf die Schriftstellen hinzuweisen, nach welchen mit der Erkenntnis des Brahman alles verkannt ist, in welchen er mit dem Tone verglichen wird, dessen Umwandlungen alle auch nur Ton sind; wie es denn z. B. ausdrücklich heißt, vor dem Ursprung sei nur eines gewesen ohne zweites, Brahman habe begehrt, vieles zu sein, er habe selber sich selbst gemacht, er sei die Geburtsstätte der Wesen, er lasse sie hervorgehen aus sich und ziehe sie wieder zurück wie die Spinne den Faden, usw. usw. (S. 398-403). Zum Schlusse fertigt unser Autor die oben gemachten Einwendungen und die Berufung auf die Erfahrung mit der Erklärung ab (übersetzt S. 98), es brauche sich hier nicht zu verhalten wie in der Erfahrung, denn es sei hier nicht von einem Gegenstande der Vernunfterkenntnis (Anumanam), sondern der Offenbarung die Rede (S. 403,7), und verweist übrigens auf die späten Untersuchungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [[Jnana Yoga]]&lt;br /&gt;
* [[Vedanta Schulen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p927_Vedanta-fuer-Anfaenger// Vedanta für Anfänger von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p484_Vedanta-----Der-Ozean-der-Weisheit// Vedanta - Der Ozean der Weisheit von Swami Vivekananda]&lt;br /&gt;
*Paul Deussen: Das System des Vedanta, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906.&lt;br /&gt;
*Soami Divyanand: &#039;&#039;Vedamrit - Die Botschaft der Veden&#039;&#039;. ISBN 3-926696-03-6 (Übersetzung der Veden auf Deutsch, Bd. 1); ISBN 3-926696-13-3 (Bd. 2); ISBN 3-926696-26-5 (Bd. 3)&lt;br /&gt;
*Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Die heiligen Schriften Indiens - Geschichte der Sanskrit-Literatur.&#039;&#039;(edition-sawitri.de)  ISBN 3-931172-22-8&lt;br /&gt;
* Moritz Winternitz: &#039;&#039;Geschichte der Indischen Literatur&#039;&#039;, Leipzig, 1905 - 1922, Vol. I - III. Reprint in englischer Übersetzung: Maurice Winternitz: &#039;&#039;History of Indian Literatur&#039;&#039;, Motilal Barnarsidass, Delhi, 1985.&lt;br /&gt;
*[[ Aurobindo]]: &#039;&#039;Das Geheimnis des Veda&#039;&#039;, 2. Auflage 1997, Hinder + Deelmann, ISBN 3-873481-65-0&lt;br /&gt;
*Lokamanya Bâl Gangâdhar Tilak: &#039;&#039;Orion ou Recherches sur l&#039;Antiquité des Védas&#039;&#039;, Milan, Éditions Archè, 1989&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/category/podcast/meditationsanleitung/ Meditation Anleitungen, darunter einige abstrakte Techniken aus dem Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/Art-Artikel/art_vedanta.html Artikel von Swami Sivananda: Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.sivananda.org/ Divine Life Society - Sivananda Ashram]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/jnana%2Byoga/ro/s/ Seminare zum Thema „Jnana Yoga“]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/ Seminare zum Thema „Vedanta“]&lt;br /&gt;
&amp;lt;rss max=3&amp;gt;https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/?type=2365&amp;lt;/rss&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indische Philosophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hinduismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Deussen Vedantasystem]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vedanta]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Kiara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81253</id>
		<title>Schöpfer</title>
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		<updated>2013-12-04T08:38:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kiara: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:MP900177808.JPG|thumb]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Brahman als Schöpfer der Welt==&lt;br /&gt;
Artikel aus dem Buch „Das System des Vedanta“ von Paul Deussen, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906, S. 239 - 247.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Über das Motiv der Schöpfung, nach 2,1,32-33===&lt;br /&gt;
Wir haben Brahman kennen gelernt als ein geistiges Wesen; als solches scheint er bei seinen Handlungen eines Motives zu bedürfen. Denn wir sehen im Leben, wie ein geistiges Wesen, welches erkennt bevor es handelt, z. B. ein Mensch, zu keinem Vornehmen, sei es groß oder gering, sich anschickt, ohne dass ihn ein Motiv dazu triebe (S. 488,12). Die Anwendung dieser Erfahrungsregel auf Brahman wird, wie es scheint, auch durch die Schrift bestätigt, wenn sie lehrt (siehe S. 186), dass ihm die Welt nicht um der Welt willen, sondern um seiner selbst willen lieb ist (S. 489,2). — Nimmt man nun ein Motiv Gottes an, welches ihn zur Schöpfung der Welt bestimmte, so widerspricht dies seiner Allgenügsamkeit (pari-triptatvam), nimmt man aber kein solches an, so wird das Schaffen unmöglich (S. 489,6). — Oder soll man dafür halten, dass Brahman, wie ein unsinniger Mensch, aufs Geratewohl und ohne Motiv zum Schaffen geschritten sei? Dieses wiederum würde seiner Allweisheit (sarvajnatvani) widersprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss wohl annehmen, dass, wie ein Fürst oder Grösser, welcher alles hat, was er wünscht, auch ohne weiteres Motiv zum bloßen Spiele und Zeitvertreib etwas vornimmt (S. 490,1). oder, wie das Ausatmen und Einatmen ohne äußeres Motiv von selbst vor sich geht (S. 490,2), so auch Gott von selbst und ohne Motiv zum bloßen Spaße (Lila) die Welt geschaffen hat; denn ein weiteres Motiv geben Nachdenken und Schriftoffenbarung nicht an die Hand&amp;quot;, auch ist es nicht möglich, Gott selbst darüber zu befragen (S. 490,6). Übrigens scheint nur uns die Anordnung dieser Weltscheibe etwas so schwieriges zu sein, für Gott hingegen ist sie, vermöge seiner unermesslichen Allmacht, ein bloßes Spiel (S. 490,8). Und wenn im Leben selbst zum Spiele immer ein schwaches Motiv vorhanden sein muss, so ist doch bei Gott gar kein solches anzunehmen, weil die Schrift verbietet, ihm ein Verlangen zuzuschreiben (S. 490,9). Dass er deswegen nicht zum Handeln schreiten könne, ist gegen die Schriftlehre von der Schöpfung, dass er unsinnig und aufs Geratewohl gehandelt habe, gegen die Lehre von seiner Allweisheit (S. 490,11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übrigens, so schliefst Chankara diesen Abschnitt, darf man nicht vergessen, dass die ganze Schöpfungslehre sich nur auf diese vom Nichtwissen aufgestellte Welt der Namen und Gestalten bezieht, und dass sie eigentlich nur den Zweck hat, die Identität der Natur mit Brahman zu lehren (S. 491,1); — eine Bemerkung, welche auch für das gilt, was wir weiter darzustellen haben, und aus dem Streben entspringt, auch die exoterische Schriftlehre als vollgültig festzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman ist die bewirkende und zugleich die materielle Ursache der Welt, nach 1,4,23-27===&lt;br /&gt;
Brahman ist zu Eingang des Werkes (1,1,2) definiert worden als „dasjenige, wodurch Ursprung usw. [Bestand und Untergang] der Welt ist&amp;quot; (vgl. die Definitionen, S. 132), also als die Ursache der Welt. Das Wort „Ursache&amp;quot; kann aber zweierlei bedeuten, entweder die materielle Ursache (praleriti, upâdâna»+1, oder die bewirkende Ursache (ni-»tittant); so ist die Ursache des Gefäfses einerseits der Ton, anderseits der Töpfer, die des Goldschmuckes einerseits das Gold, anderseits der Goldschmied (p. 396,10). — Es fragt sich, in welchem Sinne Brahman als die Ursache der Welt zu betrachten ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte meinen, dafs Brahman nur als die bewirkende Ursache der Welt gelten kann, weil es von ihm, ehe er zum Schaffen schreitet, heilst.: „er beabsichtigte&amp;quot; (S. 146), und weil er „der Herr&amp;quot; (ifvara) genannt wird; beides scheint nur auf eine bewirkende Ursache zu passen (p. 397,5.8). — Dazu kommt, dafs Ursache und Wirkung gleichartig sein müssen; die Welt nun ist vielheitlich, ungeistig und unrein (p. 397,10), was auf Brahman nicht pafst und eine materielle Ursache neben ihm als Trägerin dieser Qualitäten zu fordern scheint 1 p. 398,1).&lt;br /&gt;
Die Antwort auf diese Bedenken lautet, dafs Brahman beides, sowohl die materielle als auch die bewirkende Ursache der Welt ist (p. 398,3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Begründung dieser Behauptung an der Eingangsstelle der Kosmologie, von der wir hier handeln, ist eine rein theo¬logische (durch Berufung auf Vedastellen) und kann auf dem Standpunkte, den wir zunächst einnehmen, keine andere sein, weil (ganz abgesehen von dem beregten Bedenken der Un-gleichartigkeit von Welt und Brahman, welches hier von unsern Autoren noch übergangen und erst bei einer spätem Diskussion wieder aufgenommen und in Betracht gezogen wird, vgl. Kap. XVIII, 1,a) eine Auflösung des Begriffs der Materie von dem empirischen Standpunkte aus, den wir hier noch nicht überschritten haben, unmöglich ist, indem vielmehr die allein richtige Konsequenz dieses Standpunktes die Ewig¬keit der Materie sein würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter diesen Umständen ist es begreiflich, dafs Çankara sich hier begnügt, auf die Schriftstellen hinzuweisen, nach welchen mit der Erkenntnis des Brahman alles verkannt ist, in welchen er mit dem Tone verglichen wird, dessen Um-wandlungen alle auch nur Ton sind; wie es denn z. B. aus¬drücklich heifst, vor dem Ursprung sei nur eines gewesen ohne zweites, Brahman habe begehrt, vieles zu sein, er habe selber sich selbst gemacht, er sei die Geburtsstätte der Wesen, er lasse sie hervorgehen aus sich und ziehe sie wieder zurück wie die Spinne den Faden, usw. usw. (p. 398-403). Zum Schlusse fertigt unser Autor die oben gemachten Einwendun¬gen und die Berufung auf die Erfahrung mit der Erklärung ab (übersetzt S. 98), es brauche sich hier nicht zu verhalten wie in der Erfahrung, denn es sei hier nicht von einem Gegen¬stande der Vernunfterkenntnis (anumûnam), sondern der Offen¬barung die Rede (p. 403,7), und verweist übrigens auf die spätern Untersuchungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [[Jnana Yoga]]&lt;br /&gt;
* [[Vedanta Schulen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p927_Vedanta-fuer-Anfaenger// Vedanta für Anfänger von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p484_Vedanta-----Der-Ozean-der-Weisheit// Vedanta - Der Ozean der Weisheit von Swami Vivekananda]&lt;br /&gt;
*Paul Deussen: Das System des Vedanta, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906.&lt;br /&gt;
*Soami Divyanand: &#039;&#039;Vedamrit - Die Botschaft der Veden&#039;&#039;. ISBN 3-926696-03-6 (Übersetzung der Veden auf Deutsch, Bd. 1); ISBN 3-926696-13-3 (Bd. 2); ISBN 3-926696-26-5 (Bd. 3)&lt;br /&gt;
*Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Die heiligen Schriften Indiens - Geschichte der Sanskrit-Literatur.&#039;&#039;(edition-sawitri.de)  ISBN 3-931172-22-8&lt;br /&gt;
* Moritz Winternitz: &#039;&#039;Geschichte der Indischen Literatur&#039;&#039;, Leipzig, 1905 - 1922, Vol. I - III. Reprint in englischer Übersetzung: Maurice Winternitz: &#039;&#039;History of Indian Literatur&#039;&#039;, Motilal Barnarsidass, Delhi, 1985.&lt;br /&gt;
*[[ Aurobindo]]: &#039;&#039;Das Geheimnis des Veda&#039;&#039;, 2. Auflage 1997, Hinder + Deelmann, ISBN 3-873481-65-0&lt;br /&gt;
*Lokamanya Bâl Gangâdhar Tilak: &#039;&#039;Orion ou Recherches sur l&#039;Antiquité des Védas&#039;&#039;, Milan, Éditions Archè, 1989&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/category/podcast/meditationsanleitung/ Meditation Anleitungen, darunter einige abstrakte Techniken aus dem Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/Art-Artikel/art_vedanta.html Artikel von Swami Sivananda: Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.sivananda.org/ Divine Life Society - Sivananda Ashram]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/jnana%2Byoga/ro/s/ Seminare zum Thema „Jnana Yoga“]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/ Seminare zum Thema „Vedanta“]&lt;br /&gt;
&amp;lt;rss max=3&amp;gt;https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/?type=2365&amp;lt;/rss&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indische Philosophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hinduismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Deussen Vedantasystem]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vedanta]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Kiara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sch%C3%B6pfer&amp;diff=81166</id>
		<title>Schöpfer</title>
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		<updated>2013-12-03T14:33:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kiara: Die Seite wurde neu angelegt: „thumb  ==Brahman als Schöpfer der Welt== Artikel aus dem Buch „Das System des Vedanta“ von Paul Deussen, Elibron Classics, 2. Au…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:MP900177808.JPG|thumb]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Brahman als Schöpfer der Welt==&lt;br /&gt;
Artikel aus dem Buch „Das System des Vedanta“ von Paul Deussen, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906, S. 239 - 247.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Über das Motiv der Schöpfung, nach 2,1,32-33===&lt;br /&gt;
Wir haben Brahman kennen gelernt als ein geistiges Wesen; als solches scheint er bei seinen Handlungen eines Motives zu bedürfen. Denn wir sehen im Leben, wie ein geistiges Wesen, welches erkennt bevor es handelt, z. B. ein Mensch, zu keinem Vornehmen, sei es grofs oder gering, sich anschickt, ohne dais ihn ein Motiv dazu triebe (p. 488,12). Die An¬wendung dieser Erfahrungsregel auf Brahman wird, wie es scheint, auch durch die Schrift bestätigt, wenn sie lehrt (siehe S. 186), dais ihm die Welt nicht um der Welt willen, sondern um seiner selbst willen lieb ist (p. 489,2). — Nimmt man nun ein Motiv Gottes an, welches ihn zur Schöpfung der Welt bestimmte, so widerspricht dies seiner Allgenugsamkeit (pari-triptatvam), nimmt man aber kein solches an, so wird das Schaffen unmöglich (p. 489,6). — Oder soll man dafür halten, dais Brahman, wie ein unsinniger Mensch, aufs Geratewohl und ohne Motiv zum Schaffen geschritten sei? Dieses wiederum würde seiner Allweisheit (sarvajnatvani) widersprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man mufs wohl annehmen, dafs, wie ein Fürst oder Grofser, welcher alles hat, was er wünscht, auch ohne weiteres Motiv zum blofsen Spiele und Zeitvertreib etwas vornimmt (p. 490,1). oder, wie das Ausatmen und Einatmen ohne äufseres Motiv von selbst vor sich geht (p. 490,2), so auch Gott von selbst und ohne Motiv zum blofsen Spafse (lilh; vgl. den TC cd. ç aai4w&#039;. des Heraklit) die Welt geschaffen hat; denn ein weiteres Motiv geben Nachdenken und Schriftoffenbarung nicht an die Hand&amp;quot;, auch ist es nicht möglich, Gott selbst darüber zu befragen (p. 490,6). Übrigens scheint nur uns die Anordnung dieser Weltscheibe etwas so schwieriges zu sein, für Gott hin¬gegen ist sie, vermöge seiner unermefslichen Allmacht, ein blofses Spiel (p. 490,8). Und wenn im Leben selbst zum Spiele immer ein schwaches Motiv vorhanden sein mufs, so ist doch bei Gott gar kein solches anzunehmen, weil die Schrift verbietet, ihm ein Verlangen zuzuschreiben (p. 490,9). Dafs er deswegén nicht zum Handeln schreiten könne, ist gegen die Schriftlehre von der Schöpfung, dafs er unsinnig und aufs Geratewohl gehandelt habe, gegen die Lehre von seiner Allweisheit (p. 490,11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Cbrigens, so schliefst Çankara diesen Abschnitt, darf man nicht vergessen, dafs die ganze Schöpfungslehre sich nur auf diese vom Nichtwissen aufgestellte Welt der Namen und Ge¬stalten bezieht, und dafs sie eigentlich nur den Zweck hat, die Identität der Natur mit Brahman zu lehren (p. 491,1); — eine Bemerkung, welche auch für das gilt, was wir weiter darzustellen haben, und aus dem Streben entspringt, auch die exoterische Schriftlehre als vollgültig festzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brahman ist die bewirkende und zugleich die materielle Ursache der Welt, nach 1,4,23-27===&lt;br /&gt;
Brahman ist zu Eingang des Werkes (1,1,2) definiert worden als „dasjenige, wodurch Ursprung usw. [Bestand und Untergang] der Welt ist&amp;quot; (vgl. die Definitionen, S. 132), also als die Ursache der Welt. Das Wort „Ursache&amp;quot; kann aber zweierlei bedeuten, entweder die materielle Ursache (praleriti, upâdâna»+1, oder die bewirkende Ursache (ni-»tittant); so ist die Ursache des Gefäfses einerseits der Ton, anderseits der Töpfer, die des Goldschmuckes einerseits das Gold, anderseits der Goldschmied (p. 396,10). — Es fragt sich, in welchem Sinne Brahman als die Ursache der Welt zu betrachten ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte meinen, dafs Brahman nur als die bewirkende Ursache der Welt gelten kann, weil es von ihm, ehe er zum Schaffen schreitet, heilst.: „er beabsichtigte&amp;quot; (S. 146), und weil er „der Herr&amp;quot; (ifvara) genannt wird; beides scheint nur auf eine bewirkende Ursache zu passen (p. 397,5.8). — Dazu kommt, dafs Ursache und Wirkung gleichartig sein müssen; die Welt nun ist vielheitlich, ungeistig und unrein (p. 397,10), was auf Brahman nicht pafst und eine materielle Ursache neben ihm als Trägerin dieser Qualitäten zu fordern scheint 1 p. 398,1).&lt;br /&gt;
Die Antwort auf diese Bedenken lautet, dafs Brahman beides, sowohl die materielle als auch die bewirkende Ursache der Welt ist (p. 398,3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Begründung dieser Behauptung an der Eingangsstelle der Kosmologie, von der wir hier handeln, ist eine rein theo¬logische (durch Berufung auf Vedastellen) und kann auf dem Standpunkte, den wir zunächst einnehmen, keine andere sein, weil (ganz abgesehen von dem beregten Bedenken der Un-gleichartigkeit von Welt und Brahman, welches hier von unsern Autoren noch übergangen und erst bei einer spätem Diskussion wieder aufgenommen und in Betracht gezogen wird, vgl. Kap. XVIII, 1,a) eine Auflösung des Begriffs der Materie von dem empirischen Standpunkte aus, den wir hier noch nicht überschritten haben, unmöglich ist, indem vielmehr die allein richtige Konsequenz dieses Standpunktes die Ewig¬keit der Materie sein würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter diesen Umständen ist es begreiflich, dafs Çankara sich hier begnügt, auf die Schriftstellen hinzuweisen, nach welchen mit der Erkenntnis des Brahman alles verkannt ist, in welchen er mit dem Tone verglichen wird, dessen Um-wandlungen alle auch nur Ton sind; wie es denn z. B. aus¬drücklich heifst, vor dem Ursprung sei nur eines gewesen ohne zweites, Brahman habe begehrt, vieles zu sein, er habe selber sich selbst gemacht, er sei die Geburtsstätte der Wesen, er lasse sie hervorgehen aus sich und ziehe sie wieder zurück wie die Spinne den Faden, usw. usw. (p. 398-403). Zum Schlusse fertigt unser Autor die oben gemachten Einwendun¬gen und die Berufung auf die Erfahrung mit der Erklärung ab (übersetzt S. 98), es brauche sich hier nicht zu verhalten wie in der Erfahrung, denn es sei hier nicht von einem Gegen¬stande der Vernunfterkenntnis (anumûnam), sondern der Offen¬barung die Rede (p. 403,7), und verweist übrigens auf die spätern Untersuchungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [[Jnana Yoga]]&lt;br /&gt;
* [[Vedanta Schulen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p927_Vedanta-fuer-Anfaenger// Vedanta für Anfänger von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p484_Vedanta-----Der-Ozean-der-Weisheit// Vedanta - Der Ozean der Weisheit von Swami Vivekananda]&lt;br /&gt;
*Paul Deussen: Das System des Vedanta, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906.&lt;br /&gt;
*Soami Divyanand: &#039;&#039;Vedamrit - Die Botschaft der Veden&#039;&#039;. ISBN 3-926696-03-6 (Übersetzung der Veden auf Deutsch, Bd. 1); ISBN 3-926696-13-3 (Bd. 2); ISBN 3-926696-26-5 (Bd. 3)&lt;br /&gt;
*Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Die heiligen Schriften Indiens - Geschichte der Sanskrit-Literatur.&#039;&#039;(edition-sawitri.de)  ISBN 3-931172-22-8&lt;br /&gt;
* Moritz Winternitz: &#039;&#039;Geschichte der Indischen Literatur&#039;&#039;, Leipzig, 1905 - 1922, Vol. I - III. Reprint in englischer Übersetzung: Maurice Winternitz: &#039;&#039;History of Indian Literatur&#039;&#039;, Motilal Barnarsidass, Delhi, 1985.&lt;br /&gt;
*[[ Aurobindo]]: &#039;&#039;Das Geheimnis des Veda&#039;&#039;, 2. Auflage 1997, Hinder + Deelmann, ISBN 3-873481-65-0&lt;br /&gt;
*Lokamanya Bâl Gangâdhar Tilak: &#039;&#039;Orion ou Recherches sur l&#039;Antiquité des Védas&#039;&#039;, Milan, Éditions Archè, 1989&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/category/podcast/meditationsanleitung/ Meditation Anleitungen, darunter einige abstrakte Techniken aus dem Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/Art-Artikel/art_vedanta.html Artikel von Swami Sivananda: Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.sivananda.org/ Divine Life Society - Sivananda Ashram]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/jnana%2Byoga/ro/s/ Seminare zum Thema „Jnana Yoga“]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/ Seminare zum Thema „Vedanta“]&lt;br /&gt;
&amp;lt;rss max=3&amp;gt;https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/?type=2365&amp;lt;/rss&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indische Philosophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hinduismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Deussen Vedantasystem]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vedanta]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Kiara</name></author>
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		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Brahman&amp;diff=81165</id>
		<title>Brahman</title>
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		<updated>2013-12-03T14:26:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kiara: /* Siehe auch */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Brahman&#039;&#039;&#039;: ([[Sanskrit]]: 1. ब्रह्मन् brahman &#039;&#039;n.&#039;&#039;, Nom. Sg. ब्रह्म brahma) Das ABSOLUTE, das ALLUMFASSENDE, das UNIVERSELLE. Es ist das alles durchdringende, [[Gott|göttliche]], namenlose, formlose, ewig absolute, allem innewohnende Prinzip. BRAHMAN ist das zentrale göttliche Prinzip des [[Vedanta]]. BRAHMAN hat keine materielle Qualität, ES ist kein Konzept dieser Welt und kann daher auch nicht mit Worten oder Bildern beschrieben werden. &lt;br /&gt;
BRAHMAN ist das SELBST, das wahre ICH eines jeden Organismus und die höchste nicht-duale Wirklichkeit. ES kann nicht mit den [[Karmendriya]]s sinnlich direkt erfahren werden, jedoch realisiert ES sich im absoluten, auf das SELBST bezogenen Bewußtsein ([[samadhi]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um herauszustellen, dass es sich um das formlose göttliche Prizinp handelt, werden die beschreibenden Attribute von BRAHMAN häufig in Großbuchstaben geschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. ब्रह्मन् brahman &#039;&#039;m.&#039;&#039;, Nom. Sg. ब्रह्मा brahmā) Opferpriester; [[Brahmane]]; der Hauptpriester de [[Atharvaveda]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. ब्रह्मन् brahman &#039;&#039;m.&#039;&#039;, Nom. Sg. ब्रह्मा brahmā) der Schöpfergott [[Brahma]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sukadev über Brahman ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Brahman ist wahrhaft rätselhaft – Bhagavad Gita, 13. Kapitel, 14. Vers&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Sarvendriya-gunabhasam sarvendriya-vivarjitam asaktam sarva-bhre caiva nirgunam guna-bhoktr ca.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Krishna]] beschreibt das Selbst, Brahman, wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Durch die Funktion aller Sinne strahlend, und doch ohne Sinne; unverhaftet, und doch alles tragend; ohne Eigenschaften, und doch der, der sie erfährt.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brahman strahlt durch die Funktion aller Sinne. Das heißt, durch die Sinne kannst du auch Brahman wahrnehmen. Wenn du die Welt wahrnimmst, ist die Welt eine Funktion von Brahman. Und du kannst auch durch die Sinne - also jetzt durch die Handlungsorgane kann Brahman strahlen. Dennoch ist Brahman ohne Sinne, er ist nicht an die Sinne gebunden. Das ist so ähnlich, wenn du aus einem Fenster heraus schaust. Dein Bewusstsein strahlt durch das Fenster hinaus und du kannst auch jemanden grüßen außerhalb vom Fenster. Umgekehrt, du kannst wahrnehmen all die Natur, die außerhalb des Fensters ist. Aber du bist nicht das Fenster und du bist auch nicht die Wahrnehmung, sondern du bist der, der alles erfährt. Du bist ohne Fenster und dennoch strahlst du durch das Fenster, sowohl nach draußen als auch, du nimmst das wahr, was außerhalb des Fensters ist. So ähnlich, Brahman strahlt durch die Sinne. Die Sinne werden auch als Tore bezeichnet. Es gibt die Wahrnehmungsorgane, durch welche du Dinge wahrnimmst, und es gibt die Handlungsorgane, durch welche du Dinge tust. Aber du, als Brahman, bist nicht auf die Sinne begrenzt und du, als Brahman, bist auch nicht begrenzt auf das, was du tust. Des Weiteren sagt er, ohne Eigenschaften, und doch der, der sie erfährt. In Wahrheit bist du ohne Eigenschaften. Du erfährst aber Eigenschaften und zwar sowohl die Eigenschaften der Welt, wie die ganzen Farben und Formen und die ganzen Sinneseindrücke, als auch deine eigenen Eigenschaften. Also, du magst temperamentvoll sein, du magst ruhiger sein, du magst Höhen und Tiefen haben, du magst als [[Vata]], [[Pitta]], [[Kapha]] definiert werden im [[Ayurveda]], du magst mal sattviger, rajasiger, tamasiger sein, aber das bist du nicht wirklich. Das sind die Eigenschaften, die du erfährst. In Wahrheit bist du nicht diese Eigenschaften. So wenig, wie du die Kleidung bist, die du trägst. Von außen betrachtet wird ein Mensch oft definiert durch die Kleidung, die er trägt, durch das Auto, das er fährt. Und genauso wird er definiert durch die Haarfarbe, die er hat, die Haut, die er hat. Er wird genauso definiert über die Persönlichkeit usw. Aber alles sind nur Eigenschaften. Du bist nicht diese Eigenschaften. Du bist Brahman. Du erfährst die Eigenschaften, du wirkst durch die Eigenschaften, du bist nicht diese Eigenschaften. Sei dir dessen immer wieder bewusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Swami Sivananda über Brahman ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brahman oder das höchste Selbst, ist jenseits von Zeit, Raum und Kausalität. Er ist grenzenlos. Er ist friedvoll. Er scheint mit gleichmäßigen Glanz in alle Körper. Er kann keine einzelne Sache sein. Er ist [[Chaitanya]] oder pures Bewusstsein. Er ist [[Vastu]], [[Atman]] oder Brahman oder das höchste Selbst, er ist der verborgene Schatz. Er ist das Juwel aller Juwelen, der Edelstein unter den Edelsteinen. Er ist der unschätzbare, unerschöpfliche höchste Reichtum, den kein Dieb stehlen kann. Er ist [[Chintamani]] der Chintanmanis, der dem Menschen gibt, was immer er sich wünscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der, der selbst alles sieht, der, den niemand erblickt, der den Intellekt erhellt usw., aber der nicht erhellt werden kann – das ist Brahman. Das ist Atman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das von selbst scheinende reine Sein, das die Stütze dieses [[Universum]]s ist, das Bewusstsein an sich ist, das die absolute [[Glückseligkeit]] ist, das unveränderlich ist – das ist Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es existiert ein höchstes Prinzip. Das ist Atman. Es ist [[Para Brahman]]. Es ist unvergänglich, nicht geboren, nicht verfallen und nicht gestorben. Es ist uralt. Es ist eins. Es ist eine Fülle von Wissen und Glückseligkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brahman ist der größte Ozean von [[Satchidananda]]. Brahman ist von einem Ozean des Geistes umgeben, einem Ozean von [[Prana]] und einem Ozean von [[Äther]] und [[Tanmatra]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser ungehörte Hörer, dieser ungesehene Seher, dieser ungedachte Denker, dieser unbekannte Kenner ist Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese ungeborene, unverfallene, nicht gestorbene, unsterbliche, angstlose ([[Ajam]], [[Ajaram]], [[Amritam]], [[Abhayam]]) Essenz ist Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das, aus dem diese Welt hervorgegangen ist, das, in dem diese Welt existiert, das, in das sich diese Welt auflösen wird, das ist Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Atman ist ewig ([[Nitya]]). Es ist unveränderlich ([[Nirvikara]]). Es ist eine Fülle an Wissen ([[Prajnana Ghana]], [[Chidghana]], [[Vijnanaghana]]). Es ist unschätzbar ([[Akshara]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Atman oder der reine Geist ist zeitlos, raumlos, ortlos und endlos. Es ist voll von [[Jnana]] ([[Jnana Maya]]). Es ist [[Santa]] und leuchtet von selbst ([[Svayam Jyoti]]). Es ist [[Jyotirmaya]] (voll von Licht). Alle Schüler des [[Vedanta]] suchen diesen Atman um [[Brahmanubhava]] zu erreichen. Es wird [[Parama Vastu]] genannt (höchstes Wesen). Es gibt [[Unsterblichkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das, in dem es weder Osten noch Westen gibt, weder Licht noch Schatten, weder Freude noch Leid, weder Hunger noch Durst, weder [[Harsha]] noch [[Soka]], weder Gewinn noch Verlust - das ist Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Atman ist [[Niravayava]] (ohne Gliedmaßen, ohne Hände und Füße). Also ist er [[Akarta]] ([[Akriya]], [[Nishkriya]]). Wie kann man Niravayava Atman Handlungsfähigkeit zuschreiben?&lt;br /&gt;
Der Atman hat keinen Körper. Es ist [[Atanu]], [[Nirakara]]. Wie könnte es da [[Jara]] (Alter) oder Tod für den Atman geben? Der Atman ist [[Ajara]], [[Amara]], [[Avinasi]] (unverfallen, unsterblich und unzerstörbar).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Seele (Atman) ist kein Produkt wie der Geist, der Körper oder Süßigkeiten. Seine Natur ist von immer währender Intelligenz geprägt. Die individuelle Seele ist identisch mit dem höchsten Selbst (Brahman).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Atman (höchstes Selbst) ist stets das bestätigende Selbst in jeder Wahrnehmung, da es unendlich und selbsterhellend ist. Es ist nicht manifestiert, weder durch sich selbst, noch durch etwas anderes. Es ist bekannt oder wird aufgedeckt durch direkte Wahrnehmung oder durch unmittelbares intuitives Wissen, [[Aparokshatvat]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Intellekt kann sich Brahman als [[Sat-Chit-Ananda]] (Sein–Wissen–Glückseligkeit) vorstellen. Das ist der Grund warum ihm diese Eigenschaften zugeschrieben werden. Aber Brahman unterscheidet sich auch vom Satchidananda. Dies bedeutet nicht, dass Brahman ein Nicht-Wesen ist oder Null, ein negatives Konzept oder metaphysische Abstraktion. Er ist nur die Wirklichkeit oder die lebende Wahrheit. Er ist Sein. Er ist die Essenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geist läuft immer dem Vergnügen hinterher, denn er ist aus [[Ananda]] (Glückseligkeit) geboren (Brahman). Du liebst eine Mango, weil sie dir Vergnügen bereitet. Unter allen Dingen liebst du dein eigenes Selbst am meisten. Diese Liebe zu dem Selbst gibt den Hinweis zu der Tatsache, dass Ananda oder Glückseligkeit die Natur des Selbst sein müssen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses höchste Wesen, das in den Kammern deines Herzens wohnt als [[Antaryamin]] oder innerer Herrscher oder Steuerer oder [[Sutradhara]] oder [[Sakshi]] (stummer Zeuge), [[Antaratma]] (inneres Selbst), das keinen Anfang, keine Mitte und kein Ende hat, das die Quelle für diese Welt, [[Veda]]s, Körper, Geist, [[Indiya]]s und [[Prana]]s ist, das alles durchdringend ist, das unveränderbar ist, das die eine homogene Essenz ([[Ekarasa]]) ist, das in der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft existiert, das selbst-existierendes [[Svayambhu]] ist, das [[Svatantra]] (unabhängig) und selbsterhellend ([[Svayam Jyoti]]) ist - das ist Gott oder Atman oder Brahman oder [[Purusha]] oder [[Chaita]] oder [[Purushottama]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Atman unterscheidet sich von dem mit dem Verstand Erkennbaren. Er ist auch jenseits des nicht Erkennbaren. Er ist unfassbar. Dies bedeutet nicht, dass er ein Nicht-Wesen ist oder leer oder ein negatives Konzept oder eine metaphysikalische Abstraktion. Er ist eine Fülle an Wissen oder reinem Bewusstsein. Bewusstsein ist dichter als ein Stein oder Platin oder Gold. Er ist das einzige reale lebende Wesen, das Substrat für alles.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Atman ist die unsterbliche Substanz oder Essenz im Menschen. Der Atman ist der Ursprung der Gedanken, Wünsche, Folgerungen. Der Atman ist spirituell, denn er ist jenseits der Materie und des Geistes. Er muss unsterblich sein, denn er ist jenseits von Zeit, Raum und Kausalität, er ist ohne Anfang, ohne Ende, ohne Ursache und unendlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Seele oder das Höchste Selbst oder Atman oder Brahman ist das beständige, konstant existierende und unvergängliche Wesen. Dieses ist die Basis für diese Welt, es ist unteilbar und selbstleuchtend, unveränderlich und alles durchdringend, es ist der stumme Zeuge oder Sakshi der drei Zustände: Wachen, Träumen und tiefer Schlaf. Wer diese Seele oder Atman erkennt, erreicht Unsterblichkeit und betritt den Wohnsitz von Glückseligkeit und Nektar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brahman ist auch bekannt unter den Namen Atman oder Purusha. Purusha wird so genannt, weil Er im Körper liegt, oder weil Er von sich selbst erfüllt ist, oder weil alles, was wir sehen, von Ihm durchdrungen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Atman oder das Selbst ist die ultimative Realität. Es ist das ultimative philosophische Prinzip. Es ist die Grundlage für alles. Es ist die einzige lebendige Wahrheit. Es ist der Brahman der [[Upanishaden]]. Es ist der Rückhalt für diese Welt. Es ist die Stütze dieses Körpers und Prana. Es ist das Sachliche, Absolute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brahman oder Atman oder das höchste Selbst ist selbsterhellend. Brahman kann nicht in etwas anderem manifestiert werden. Brahman manifestiert alles. Die Lehre von der Selbsterleuchtung ist eine der grundlegenden Glaubenssätze, aus denen das Gedankengebäude des Vedanta konstruiert ist. Der Atman gibt Licht an die Sonne, den Mond, die Sterne, den Blitz, das Feuer, den Intellekt und an die Sinne. Durch das Licht des Atman scheinen alle diese Dinge, aber sie selbst können den Atman nicht erleuchten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Atman allein existiert. Manchmal nehmen wir die Dinge als etwas ganz anderes wahr, so erscheint ein Seil plötzlich als eine Schlange. Es ist der Atman, der den Dingen diese Erscheinung verleiht. Er ist von selbst erleuchtet. Er ist selbsterleuchtet. Alle Dinge scheinen durch ihn, sie leihen sich ihr Licht vom selbst glänzenden Atman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brahman ist die Seele oder der Atman des Menschen. Er ist die Seele des Universums. Brahman allein ist das Unendliche. Es kann keine zwei Unendlichkeiten geben. Gäbe es zwei Unendlichkeiten, würden sie sich bekämpfen. Ein Unendliches würde etwas schaffen, das andere Unendliche würde etwas zerstören. Es kann nur das eine Unendliche geben. Dieser Atman ist der eine unendliche Brahman. Alles andere ist seine Manifestation oder Ausdruck von ihm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brahman ist ungeboren, nicht gestorben, unveränderlich, körperlos, unsterblich und ohne Angst. Er hat weder einen Namen noch eine Form. Er zieht sich nicht zusammen und breitet sich nicht aus, er hat weder Schönheit noch Hässlichkeit. Wahrlich, Brahman ist furchtlos. Der, der Brahman erkennt, wird unsterblich und furchtlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schau nach innen. Im Inneren ist der Brunnen der Glückseligkeit. Das ist das wahre Leben. Das ist das wahre &amp;quot;Ich&amp;quot;. Das ist die Seele. Das ist Atman. Das ist Brahman. Das ist reines Bewusstsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Natur von Brahman ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Von Swami Sivananda&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ananta]], [[Nirakara]], [[Nirguna]], [[Nirvisesha]], [[Adrishta]] sind seine negativen Eigenschaften. Satchidananda, [[Satyam]], [[Santam]], [[Jnanam]] sind seine direkten positiven Eigenschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist eine Beschreibung der Natur des Atman in der [[Isavasya Upanishade]]: &amp;quot;Der Atman durchdringt alles, ist strahlend, körperlos, unversehrt, hat keine Muskeln, ist rein, unberührt von Sünde; weitsichtig, allwissend, transzendent, aus sich selbst entsprungen; er weist den verschiedenen ewigen Kreaturen ihre entsprechenden Aufgaben zu.&amp;quot; - Mantra 8.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Objekte mit Formen haben nur einen Ursprung und Zerstörung ([[Upatti]] und [[Nasa]]). Es ist absurd zu behaupten, dass Chaitanya oder Brahman ohne Form Ursprung und Zerstörung hat. Brahman ist Nirakara (formlos). Er ist reines Bewusstsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du kannst jedem Jungen die folgenden Fragen stellen. Er wird Antworten geben, die die wahre Natur des unvergänglichen Selbst erklären. &amp;quot;Junge, wie heißt du?&amp;quot; &amp;quot;Mein Name ist [[Ram]].&amp;quot; &amp;quot;Gehört dieser Name zu deinem Körper oder deinem Selbst?&amp;quot; Ram erwidert, &amp;quot;Dieser Name gehört zu meinem Körper.&amp;quot; &amp;quot;Wem gehört diese Mütze?&amp;quot; Ram sagt, &amp;quot;Sie gehört mir.&amp;quot; &amp;quot;Wenn diese Mütze zerstört wird, wirst du auch umkommen?&amp;quot; Ram erwidert, &amp;quot;Nein.&amp;quot; &amp;quot;Wenn dein Körper zerstört wird, wirst du auch umkommen?&amp;quot; Ram sagt, &amp;quot;Nein. Das Selbst oder Atman ist unsterblich.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Satyam, Jnanam, Anantam Brahma - Wahrheit, Wissen, das Unendliche ist Brahman&amp;quot; (Tait. Upanishad II-1). Dies wird sehr oft von [[Vedantin]]s während einer Diskussion zitiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Himalaya]], der Ozean, der ausgedehnte Himmel und die Sonne sind die vier Repräsentanten des unendlichen, nicht manifestierten, verborgenen Brahman auf Erden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Sruti]]s verkünden eindringlich von der Natur des Brahman. &amp;quot;Akasavat, sarvagata nitya - wie der Äther ist er omnipräsent und ewig.&amp;quot; [[Akasa]] und der Ozean sind die beiden Dinge in der Welt, die mit Brahman verglichen werden können. Sie haben in einer Weise Bezug zu Seiner unendlichen Natur. Akasa ist feinstofflich, alles durchdringend und ohne jeden Rückhalt. Brahman ist ebenso feinstofflich, alles durchdringend und ohne jeden Rückhalt ([[Niralamba]]). Daraus folgt der Vergleich zwischen dem Akasa und Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lächeln, lachen, singen, tanzen sind Ausdruck einer freudvollen Verfassung. Sie geben den Hinweis, dass du im Kern eine Verkörperung von Glückseligkeit bist. Sie zeigen an, dass Glückseligkeit eine Eigenschaft der Seele ist. Sie bedeuten, dass Brahman eine Verkörperung von Ananda (Anandaghana) ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brahman ist eine Ansammlung von Intelligenz ([[Chidghana]], [[Vijnanaghana]], [[Prajnanaghana]]). Es fehlt  ihm an jedweden anderen Eigenschaften. Er ist gänzlich ohne eine Form der Unterscheidung. In der [[Brihadaranyaka Upanishade]] Ch. IV. 13 findet man die Aussage &amp;quot;So wie eine Menge an Salz kein Innen und kein Außen hat, aber gänzlich eine Menge an Geschmack ist, so hat das Selbst weder ein Innen noch ein Außen, aber ist im Ganzen eine Menge an Wissen.&amp;quot; So wie ein Brocken Salz sowohl innen als auch außen den selben salzigen Geschmack hat, so hat auch Brahman sowohl innen als auch außen ein und dieselbe Intelligenz. Innen und Außen sind nur eine Erfindung des Geistes. Wenn der Geist in der Stille dahinschmilzt, verschwinden die Ideen von Innen und Außen. Der Weise erkennt nur die eine unbeschränkte, einheitliche Masse des Bewusstseins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das widergespiegelte Bild der Sonne wird größer, wenn die Oberfläche des Wassers größer wird; es wird kleiner, wenn das Wasser schwindet; es zittert, wenn das Wasser in Bewegung ist; es wird geteilt, wenn das Wasser geteilt wird. Es hat Anteil an all den Fähigkeiten und Eigenschaften des Wassers, während die echte Sonne sich derweil nicht verändert. Und genau so, auch wenn Brahman sich nie ändert, nimmt er teil an den Zuständen und Eigenschaften des Körpers und den anderen Upadhis oder begrenzenden Beigaben oder Vehikeln, in denen Er wohnt. Er wächst mit ihnen, gewissermaßen, und so weiter, aber nicht in der Realität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brahman fehlt es an jedweder Dualität. Er ist ohne Außen- und Innenbereich. Er ist die eine, einheitliche, unteilbare, unsterbliche Essenz. Er ist frei von den drei Zuständen, [[Jagrat]], [[Svapna]] und [[Sushupti]]. Er ist weder rund noch eckig. Er ist weder klein noch groß, weder dick noch dünn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brahman ist feinstofflicher als das Feinstofflichste. Er ist jenseits von gut und böse. Er ist ruhig, ewig und unveränderlich. Er ist frei von Bewegung und Trägheit. Er ist frei wie das Universum. Er ist makellos und unbeschränkt. Er ist jenseits der Existenz und Nicht-Existenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brahman ist erfüllt von dem Frieden, der Ihm innewohnt. Er ist frei von Tod. Tod bedeutet, dass der Atem des Lebens aus dem Körper entweicht. Dies ist nur in dem Fall möglich, wenn sich der Jiva (die individuelle Seele) mit der Luft des Lebens verbunden fühlt, nicht in dem Fall des Paramatman, der sich nicht mit der Luft des Lebens assoziiert. Die Sruti sagt &amp;quot;Brahman ist ohne Prana, ohne Geist, rein.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Atman hat keine Verbindung mit dem [[Karma]]. Er ist kein [[Anga]] oder [[Karana]]. Der Atman ist kein Ergebnis oder Produkt oder Modifikation. Er ist weder eine Sache, die man erhalten kann, noch eine Sache, die sich weiterentwickelt. Er ist weder ein Handelnder noch ein Genießer. Er ist immer der stumme Zeuge oder [[Sakshi]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Auge kann Ihn nicht wahrnehmen. Der Geist kann Ihn nicht erreichen. Der grobe weltliche Verstand kann Ihn nicht fassen. Die Sprache kann Ihn nicht beschreiben. Die Sprache kommt gemeinsam mit dem Geist zurück, da sie nicht in der Lage ist, Ihn in angemessenen Worten zu beschreiben. Die Weisen erklären &amp;quot;Wir sind verwirrt in den Versuchen, Ihn zu beschreiben. Seine Herrlichkeit kann nicht beschrieben werden. Ihn zu beschreiben bedeutet Ihn zu verleugnen.&amp;quot; Wie kann ein begrenzter Geist das Unendliche fassen? Aber Er kann direkt durch den Aspiranten erkannt werden, der über die vier Mittel der Erlösung verfügt, der beständig meditiert, der einen scharfen, feinen und reinen Verstand hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Multimedia ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Brahman ist wahrhaft rätselhaft - Bhagavat Gita XIII 14 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brahman ist wahrhaft rätselhaft - Bh.G. XIII 14. Du bist Brahman. Lesung und Kommentar von [[Sukadev Volker Bretz|Sukadev Bretz]], Gründer und Leiter von [[Yoga Vidya]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://yoga-inspirationen.podspot.de/files/1255_Bhagavad_Gita_XIII_14.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vedanta Grundbegriffe: Brahman, Maya, Atman, Jagad ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vedanta ist die Philosophie der Einheit. Sie beruht auf der Erfahrung in der [[Meditation]]. Sukadev erläutert hier die wichtigsten Grundbegriffe der Vedanta Philosophie: Brahman, [[Maya]], Atman, Satchidananda, [[Jagad]]. Und er erläutert was [[Astralwelt]] und [[Kausalwelt]] sind. Mitschnitt aus einem Vortrag während einer Yogalehrer Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Dies ist Teil 2 der 6-teiligen Podcastserie Einführung in Vedanta.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/257_Vedanta_Grundbegriffe.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p38_Klassische-Upanishaden/ Klassische Upanishaden]&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p68_Goettliche-Erkenntnis/ Göttliche Erkenntnis von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
*[[Licht]]&lt;br /&gt;
*[[Schöpfer]]&lt;br /&gt;
*[[Brahma]]&lt;br /&gt;
*[[Brahmaputra]]&lt;br /&gt;
*[[Brahmamanduki]]&lt;br /&gt;
*[[Tao]]&lt;br /&gt;
*[[Vedanta]]&lt;br /&gt;
*[[Atman]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblink==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/ Offizielle Homepage von Yoga Vidya]&lt;br /&gt;
* [http://www.sivananda.org/ Divine Life Society - Sivananda Ashram]&lt;br /&gt;
* [http://yoga-christ.de/Enzyklopaedie/index.php/Brahaman Yoga-christ.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vedanta]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel von Swami Sivananda]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Kiara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Solar_Plexus&amp;diff=81164</id>
		<title>Solar Plexus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Solar_Plexus&amp;diff=81164"/>
		<updated>2013-12-03T14:04:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kiara: /* Siehe auch */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Das Sonnengeflecht bzw. Solar-Plexus wird auch als das Gehirn des Unterleibs bezeichnet. Es ist ein wichtiges Zentrum, das mit dem [[Sympathikus]] verknüpft ist. Es befindet sich in der epigastrischen Region, hinter der Magengrube auf beiden Seiten der Wirbelsäule. Das Sonnengeflecht hat die Kontrolle über die wichtigen inneren Organe des Menschen und spielt eine weitaus größere Rolle, als allgemein erkannt wird. Der Solar-Plexus - bestehend aus weißer und grauer Gehirnsubstanz - spielt eine wichtige Rolle in der Steuerung der Emotionen und verschiedener körperlicher Funktionen. Er ist einer der vitalsten Teile des Körpers. Ein Schlag auf den Solar-Plexus ist Boxern gut bekannt als eine schnelle Methode, um den Gegner bewußtlos oder auf jeden Fall wehrlos zu machen. Der Solar-Plexus ist ein Kraftwerk, der Speicher des Pranas.  Er ist die wichtigste aller Adharas (Stützen) des Körpers, von denen es insgesamt 16 gibt. Es ist eine bekannte Tatsache, daß Menschen auf der Stelle durch einen schweren Schlag auf den Solar-Plexus getötet worden sind. Der Solar-Plexus ist buchstäblich die Sonne des Nervensystems. Wenn die Sonne harmonisch scheint, ist das gesamte physische System harmonisch, Stärke und Energie wird nach allen Teilen des Körpers ausgestrahlt. Gedanken und [[Prana]] werden, wenn sie mittels [[Pranayama]] zu diesem Zentrum gelenkt werden, den darin gebundenen Sonnenschein stimulieren und erwecken.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
*[[Sonnengeflecht]]&lt;br /&gt;
*[[Intuition]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Kiara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Theologie&amp;diff=81163</id>
		<title>Theologie</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Theologie&amp;diff=81163"/>
		<updated>2013-12-03T13:55:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kiara: /* Das unterschiedhafte und das unterschiedlose Brahman, nach 3,2,11-21 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:MP900177808.JPG|thumb]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die esoterische Theologie, nach 3,2,11-37==&lt;br /&gt;
Artikel aus dem Buch „Das System des Vedanta“ von Paul Deussen, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906, S. 221 - 232.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vorbemerkung===&lt;br /&gt;
So erhaben die [[Vorstellung]]en über das [[Brahman]] sind, die wir bisher aus den [[Upanishade]]n nach Maßgabe der von [[Badarayana]] und [[Shankara]] getroffenen (nicht immer ganz glücklichen) Auswahl gewonnen haben, so wenig tun dieselben doch, in ihrer Bildlichkeit, der völligen Ergründung des [[Wesen]]s der [[Gott]]heit Genüge. Im [[Gefühl]]e hiervon ist dem theologischen Teile der [[Brahmasutra]]s noch ein Nachtrag zugefügt, welcher das esoterische Brahman zum Gegenstande hat und sich, nebst zwei andern (psychologischen) Nachträgen, im zweiten [[Pada]] des dritten [[Adhyaya]], also hinter der [[Kosmologie]], [[Psychologie]] und [[Seelenwanderung]]slehre vorfindet. Mag hierdurch auch im einzelnen hier und da eine größere Verständlichkeit gewonnen werden, so wird dieser Vorteil doch durch die Unzuträglichkeiten überboten, welche die Behandlung desselben Gegenstandes an zwei weit auseinandergerissenen Stellen mit sich führt; daher wir hier, wie noch öfter, in unserer Anordnung von der des Grundwerkes abweichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grundgedanke der esoterischen Theologie (vgl. S.109 fg., 123 fg.) ist nun der, dass das Brahman streng genommen ohne alle Unterschiede ([[Vishesha]]), [[Attribut]]e ([[Guna]]), [[Bestimmung]]en ([[Upadhi]]) und Gestalten ([[Akara]]) ist. — Dieses unterschiedlose Brahman, wie wir es kurz benennen wollen, hat aber einen zwiefachen Gegensatz: einmal die Gestalten der Erscheinungswelt, als welche Brahman, von den Bestimmungen getrübt, sich darstellt; sodann die unvollkommenen, bildlichen Vorstellungen, welche wir uns von der Gottheit machen, um sie unserem Verständnisse und unserer Verehrung (Upasana) näher zu bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|UEUOCahpKzs}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seltsamerweise wird zwischen diesen beiden Gegensätzen des unterschiedlosen Brahman, soweit sie auch ihrer [[Natur]] nach auseinanderliegen, von Shankara nicht scharf geschieden, und wenn es auch nach einer Stelle (S. 807,5) so scheint, als wenn er in den Erscheinungsformen den Grund (Alambanam) der Vorstellungsformen) sähe, so geht doch aus dem fortwährenden Durcheinanderfließen beider nicht nur an der in Rede stehenden, sondern auch an andern Stellen des Werkes 91 hervor, dass unser Autor sich den Unterschied derselben nicht zum deutlichen [[Bewusstsein]] gebracht hat. Vielleicht ist dies von andern Kommentatoren mehr geschehen, welche aus dem einen Adhikaranam 3,2,11-21 zwei machen, von denen das erste (3,2,11-14) gegen die Vielheit der Erscheinungsformen und das zweite (3,2,15-21) gegen die Vielheit der Merkmale des Brahman gerichtet gewesen zu sein scheint, was Shankara (S. 812) als zwecklos ([[Vyartha]]) ablehnt, ohne dass wir aus seinen [[Wort]]en die Meinung der Gegner vollständig entnehmen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sind daher darauf beschränkt, hier die Auffassung des Shankara zu reproduzieren, und der angedeutete Mangel nötigt uns, die bei ihm verschwimmenden beiden Gegensätze des unterschiedlosen Brahman nur aus einer gewissen Entfernung zu betrachten, welche ein deutliches Sehen in allem einzelnen nicht möglich macht. Im Übrigen nehmen wir unsern [[Weg]] so, dass wir uns nicht ohne Not von der von unserm Autor getroffenen Anordnung der [[Gedanke]]n entfernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das unterschiedhafte und das unterschiedlose Brahman, nach 3,2,11-21===&lt;br /&gt;
Es gibt, so äußert sich Shankara über das Brahman, Schriftstellen von zweierlei Art; die einen lehren dasselbe als unterschiedhaft, z. B. wenn es heißt: „Allwirkend ist er, allwünschend, allriechend, allschmeckend&amp;quot; (S. 164), die andern als unterschiedlos, so in der Stelle: „Es ist nicht grob und nicht fein, nicht kurz und nicht lang&amp;quot; (S. 143). Nun kann das höchste Brahman an sich nicht beides sein, denn es ist nicht möglich, dass eine und dieselbe Sache an sich gestaltet und gestaltlos sei (S. 803,10). Zwar könnte man meinen, dass das Brahman an sich unterschiedlos sei und durch die Bestimmungen (worunter alles zu verstehen ist, was Brahman 1. zur [[Erscheinung]], 2. zur [[Vorstellung]] macht) unterschiedhaft werde. Aber ein Ding kann dadurch nicht ein anderes werden, dass es mit Bestimmungen verbunden erscheint: der Bergkristall bleibt klar, auch wenn man ihn mit roter Farbe bestreicht (p. 803,14); wie es nur ein Irrtum ist, wenn man ihn dann für in sich rot hält, so beruhen bei Brahman auch die Bestimmungen nur auf dem Nichtwissen (p. 804,1). Somit ist festzuhalten, dafs das Brahman von allen Unterschieden frei und völlig unveränderlich ist und nicht das Gegenteil (p. 804,3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wie kommt es, dass in vielen Schriftstellen dem Brahman mancherlei Gestalten zugeschrieben werden, indem es bald vierfüßig, bald sechzehnteilig, bald zwerghaft, bald die drei [[Welt]]en als [[Körper]] habend usw. genannt wird? [S. 804,9. Man beachte hier und im Folgenden die fortwährende [[Oszillation]] zwischen Erscheinungsformen und Vorstellungsformen.] Muss man nicht doch vielleicht annehmen, dass durch die Bestimmungen eine Verschiedenheit der Gestalt in [[Wirklichkeit]] hervorgebracht wird? Denn wozu sonst die Schriftstellen, die ihm Verschiedenheit beilegen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierauf ist zunächst zu erwidern, dass jedesmal, wenn Bestimmungen vorkommen, dabei gesagt wird, dass Brahman nicht durch sie betroffen werde [S. 805,1; hierfür wird ein vereinzeltes Beispiel angeführt; in [[Wahrheit]] ist es meistens nicht der Fall]; und dass an manchen Stellen (Kath. 4,11. Brih. 4,4,19. Shvet. 1,12) ausdrücklich hervorgehoben wird, dass es keine Vielheit gebe, und dass Prädestinierter, Prädestiniertes und Prädestinierer eins seien in Brahman (S. 805,13). Sodann aber ist zu bemerken, dass nur die Stellen von dem unterschiedlosen Brahman den [[Zweck]] haben, über das [[Wesen]] [[Gott]]es zu belehren (S. 806,7), während die Stellen von dem gestalteten Brahman einem andern Zwecke, nämlich dem der [[Verehrung]] dienen (S. 806,10).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige [[Gleichnis]]se mögen das Verhältnis des Brahman zu seinen Erscheinungsformen erläutern. Wie das [[Licht]] der [[Sonne]] oder des [[Mond]]es, wenn es auf den Finger fällt, an den Bestimmungen desselben teilnimmt und demgemäß, wenn er krumm ist, krumm, wenn er gerade ist, gerade erscheint, ohne an sich krumm oder gerade zu sein, so auch nimmt das Brahman, indem es sich mit den Bestimmungen der Erscheinungswelt, z. B. der [[Erde]], verbindet, deren Gestalt an, und hierauf stützt sich (S. 807,5) die Auffassung des Brahman unter verschiedenen Gestalten, wie sie zum Zwecke der Verehrung gelehrt wird. Sie ist daher keineswegs zwecklos; denn alle Upanishadworte haben ihren Zweck und dienen ohne Unterschied als Richtschnur (S. 807,8). Aber dies hindert nicht, dass diese Auffassung dennoch auf dem [[Nichtwissen]] beruht; denn in dem angebornen Nichtwissen ist das weltliche [[Tun]] und auch das vom [[Veda]] vorgeschriebene befangen (S. 807,12).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|Ky826eUEfiA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein anderes Gleichnis findet sich in den [[Moksha]] [[Shastra]]s:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Wie diese Sonne, deren Wesen Licht ist,&lt;br /&gt;
:Vielfach erscheint in vielerlei Gewässern,&lt;br /&gt;
:Durch die Bestimmungen vervielfacht räumlich,&lt;br /&gt;
:So ist&#039;s auch mit dem ungebornen [[Atman]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und folgendes:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die eine Wesensseele wohnt in jedem Wesen,&lt;br /&gt;
:Eins ist sie und doch vieles wie der Mond im Wasser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar sind Sonne und Mond gestaltet und von ihren [[Spiegelbild]]ern örtlich getrennt, der Atman hingegen ist nicht gestaltet (lies &amp;quot;Murto&amp;quot; S. 810,7) und nicht von den Bestimmungen räumlich getrennt, sondern allgegenwärtig und mit allem identiseh (S. 810,8), aber kein Gleichnis passt mehr, wenn man das Tertium Comparationis (Vivakshitam Ansham) verlässt; wäre es mit dem Verglichenen identisch, so wäre es eben kein Gleichnis mehr (S. 810,13). Dasselbe besagt nur, dass das im wahren Sinne unwandelbare und wesenseine Brahman, indem es in die Bestimmungen wie den Leib usw. eingeht, gleichsam teilnimmt an den Beschaffenheiten dieser [[Bestimmung]]en (S. 811,6).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wenn das Brahman an sich so völlig unterschiedlos ist, wie sind dann die Schriftstellen von dem unterschiedhaften Brahman zu erklären (S. 813,12)? — Einige meinen, auch sie lehrten das unterschiedlose Brahman, indem man die geforderte Vernichtung der Erscheinungswelt auch auf die von ihnen gelehrten Gestalten des Brahman anwenden müsse (S. 814,3). Doch ist dies Verfahren nur da zulässig, wo dergleichen in einer Stelle vorkommt, welche die esoterische Lehre ([[Paravidya]]) behandelt (S. 814,4), nicht aber da, wo von Vorschriften der Verehrung die Rede ist (S. 814,8).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Überhaupt muss man die Stellen, welche die [[Natur]] des Brahman lehren, und die, welche eine Verehrung desselben vorschreiben, auseinanderhalten (S. 815,6). Jene bezwecken [[Erlösung]], diese haben als Frucht je nach der Anweisung Tilgung von [[Sünde]], Erlangung von Herrlichkeit oder Stufenerlösung (S. 815,5). Und während die letzten Stellen zum Kanon der Vorschrift gehören, so schließen die ersten jedes imperative [[Element]] aus und bezwecken nur die [[Erkenntnis]] des Gegenstandes (S. 815,10).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was sollte auch wohl die Vorschrift bei der Erkenntnis des Brahman vorschreiben? etwa, die Vielheit zu vernichten, wie man jemandem befiehlt, durch Beleuchtung eines Gegenstandes die [[Finsternis]] zu verscheuchen (S. 816,6)? — Da müssen wir fragen: Wie soll man sich diese Vernichtung der Vielheit denken? Ist es ein realer Vorgang, etwa wie die Vernichtung der Härte der Butter dadurch, dass man sie ans [[Feuer]] setzt (S. 816,10)? — Aber eine solche wirkliche Vernichtung der Erscheinungswelt kann nicht von einem bloßen Menschen vollbracht, also auch nicht befohlen werden (S. 816,15). Auch würde in diesem Falle durch einen einzigen Erstlingserlösten die ganze Vielheit mit Erde usw. vernichtet sein und jetzt die Welt leer stehen (S. 817,2).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|HS6kAipt5kQ}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss also annehmen, dass es sich nur um Vernichtung des Nichtwissens handelt, welches dem einen Brahman die Vielheit der Erscheinungen andichtet. Das Nichtwissen aber wird getilgt durch Belehrung allein und ohne Befehl (S. 817,6), während hundert Befehle ohne die Belehrung es nicht beseitigen können (S. 817,9). Also: Weder zur Erkenntnis des Brahman noch zur Vernichtung der Vielheit können Befehle etwas beitragen; beide werden vielmehr vollbracht durch die Belehrung allein (S. 817,12).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wem sollte der Befehl, die Vielheit zu vernichten, gelten? Der individuellen [[Seele]]? Aber die wird ja mit vernichtet! Oder der höchsten Seele? Der lässt sich ja doch nicht befehlen (S. 818,1-4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar heißt es auch in der höhern [[Wissenschaft]]: „Man soll es sehen! &amp;quot; (S. 187). Aber der Befehl bedeutet hier nur, dass man es vor Augen bringen, seine [[Aufmerksamkeit]] darauf richten, nicht dass man es erkennen soll (S. 818,7). Ob letzteres geschieht oder nicht, das hängt nicht von einem Befehle, sondern von der Beschaffenheit des [[Objekt]]es und der Erkenntnisfähigkeit ab (S. 818,12). Wäre dem nicht so, hinge die Erkenntnis vom [[Wille]]n ab, so würde es unerklärlich sein, dass man sich irren kann (S. 819,1); nun aber hängt sie nicht vom [[Mensch]]en, sondern vom Objekte ab und kann daher nicht befohlen werden (S. 819,4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wäre nun die Schrift nur dazu da, zu befehlen, so hätte, was nicht Befehl in ihr ist, keine [[Bedeutung]]; somit würde sie nicht erklären (Avyacakshita, Optativ mit &amp;quot;u&amp;quot; Privativum, S. 819,8) , dass die Erkenntnis des Brahman als Seele unbefehlbar sei, sondern dieselbe dem Menschen befehlen: Hierdurch aber würde nicht nur der eine Befehlskanon zwei entgegengesetzte [[Zweck]]e (Werke und Belehrung) verfolgen und dadurch mit sich selbst in Widerspruch treten [man sieht nicht recht, warum], sondern auch die [[Erlösung]] würde in die [[Sphäre]] der verdienstlichen Werke ([[Adrishta]]) herabgedrückt und damit zu etwas Vergänglichem werden (S. 820,1). Endlich würde, wenn der ganze Inhalt des [[Veda]] unter den Begriff des Gebotes gestellt würde, dieses Gebot mit sich selbst in Widerspruch treten, indem es einerseits Vernichtung der Vielheit, anderseits teilweise Aufrechterhaltung derselben beföhle. Darum also muss man die imperativen Stellen von dem unterschiedhaften Brahman und die nichtimperativen von dem unterschiedlosen Brahman auseinanderhalten (S. 820).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
===Charakteristik des esoterischen Brahman, nach 3,2,16.17.22===&lt;br /&gt;
Als [[Vashkali]] den [[Bahva]] bat, ihm das Brahman zu lehren, da schwieg der Weise. Jener wiederholte seine Bitte zum zweiten und dritten Male. Endlich sprach Bahva: „Ich lehre dir es ja, du aber verstehst es nicht; dieser Atman ist stille.&amp;quot; Diese von Shankara S. 808,11 als [[Shruti]] mitgeteilte Erzählung, deren [[Ursprung]] uns im Übrigen unbekannt ist, findet ihre Deutung in verschiedenen, zugleich mit ihr (S. 808) zitierten Schriftstellen; so wenn es heißt (Taitt. 2,4):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vor dem die [[Wort]]e kehren um&lt;br /&gt;
:Und die [[Gedanke]]n, ohne ihn zu finden,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und an einer andern Stelle (Kena 1,3):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Verschieden ist&#039;s von allem, was wir kennen, &lt;br /&gt;
:Und höher als das Ungekannte auch;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wie denn auch die [[Smriti]] (Bhag. G. 13,12, im Anklange an Rigv. 10,129,1) das Brahman als „weder seiend, noch nichtseiend&amp;quot; bezeichnet. Am schärfsten aber wird die völlige Unerkennbarkeit des Urgrundes der Dinge ausgedrückt durch die Formel: „Neti, neti!&amp;quot; — „Es ist nicht so, es ist nicht so&amp;quot;, welche in der Brihadaranyaka Upanishad nicht weniger als fünfmal vorkommt (2,3,6. 3,9,26. 4,2,4. 4,5,15 und in etwas anderer Verwendung 3,2,11). An der ersten dieser Stellen folgt sie auf eine Darstellung der beiden Erscheinungsformen ([[Rupe]]) des Brahman, von denen die eine „gestaltet, sterblich, ruhend, seiend&amp;quot;, die andere „ungestaltet, unsterblich, beweglich, jenseitig&amp;quot; genannt wird. Letztere begreift den Wind und den [[Luft]]raum, den [[Odem]] und den [[Raum]] innerhalb des Leibes, erstere alles übrige in der Natur und am Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beides wird nach Shankara (der zu 3,2,22 S. 821-826 diese Stelle einer längeren Betrachtung unterwirft) durch die Formel „Neti, Neti&amp;quot; von Brahman negiert; die Erkenntnis seiner wahren Gestalt besteht darin, dass man ihm alle Gestalt abspricht (s. 824,12), mag man nun das zweimalige &amp;quot;Na Iti&amp;quot; auf die beiden vorher aufgestellten Erscheinungsformen (S. 825,0) oder auf die Erscheinungsformen und Vorstellungsformen (S. 825,10) oder allgemein auf alles, was man nur wahrnehmen mag, beziehen (S. 825,11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit wird von Brahman alles objektive [[Sein]] negiert und nur sein objektitätloses Sein als innere [[Seele]] bleibt übrig (S. 825,14). Diese Negation aller Unterschiede an Brahman bedeutet aber [da Brahman das allein wahrhaft Seiende ist] eine Negation der ganzen, dem Brahman fälschlich aufgebürdeten Erscheinungswelt (S. 825,15); darum wird die Formel &amp;quot;Neti, Neti&amp;quot; in Brih. 2,3,6 durch die [[Wort]]e erklärt: „Denn außer ihm — darum heißt es &amp;quot;Es ist nicht so.&amp;quot; — gibt es weiter kein anderes;&amp;quot; er selber aber ist nicht nicht (S. 826,6).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|cyCKvAdKCns}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sonach bleibt als einziges Merkmal des Brahman das Sein bestehen, und zwar ein Sein, welches allem empirischen Sein entgegengesetzt ist, so dass es, diesem gegenüber, ebensowohl als ein Nichtsein bezeichnet werden kann (vgl. S. 139).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber welches sind die positiven Merkmale dieses esoterischen, die Negation aller Unterschiede voraussetzenden Brahman? — Der spätere [[Vedanta]] nennt deren drei, welche den bekannten [[Name]]n des Brahman: [[Satchidananda]], d. h. „Sein, [[Geist]] und [[Wonne]]&amp;quot;, bilden; dieses Kompositum, welches, soviel uns bekannt, zuerst in der Nrisimha Tapaniya Upanishad (Ind. St. IX, 60.84. 143. 147. 148. 154) vorkommt, findet sich in Shankaras Kommentar nirgends und scheint unserm Autor noch unbekannt zu sein. Zwar auch er erklärt wiederholt, da wo von Brahman als Wonne die Rede ist, dass diese [[Bestimmung]] dem esoterischen, attributlosen Brahman zukomme (S. 127,16. 868,11), hier aber, im eigentlich esoterischen Teile, ist von ihr nicht die Rede, vielleicht, weil Shankara sie als [[Freiheit]] von Leiden mit unter die negativen Bestimmungen rechnet [vgl. über die Negativität der Wonne ad Brih. 3,9 Schluss].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so bleibt, neben dem Sein, als einzige positive [[Qualität]] des esoterischen Brahman die [[Geistigkeit]] übrig; S. 808,2: „Die Schrift erklärt, dass das unterschiedlose Brahman reine Geistigkeit und frei von allem, was davon verschieden ist, sei, denn sie sagt (Brih. 4,5,13): &amp;quot;Wie ein Salzblock kein [unterschiedliches] Innere oder Äußere hat, sondern durch und durch ganz aus Geschmack besteht, so fürwahr hat auch dieser [[Atman]] kein [unterschiedliches] Innere oder Äußere, sondern besteht durch und durch ganz aus Erkenntnis.&amp;quot; Das heißt: Dieser Atman ist durch und durch nichts anderes als Geistiges; das Geistige ist seine ausschließliche ([[Nirantara]]) [[Natur]], wie der Salzgeschmack die des Salzklumpens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie verhalten sich nun die beiden allein übrig bleibenden Merkmale des Brahman, Sein und Denken ([[Bodha]]) zueinander? — Die Behandlung dieser von andern Kommentatoren der [[Brahmasutra]]s erörterten Frage lehnt Shankara als zwecklos ab (S. 812,10) und bemerkt dazu nur folgendes: 1) Brahman kann nicht Sein ohne [[Denken]] sein, weil dies der (eben zitierten) Schriftstelle widerspricht, und weil er sonst nicht das [[Selbst]] der individuellen [[Seele]] wäre, welche geistiger Natur ist; 2) aber auch nicht Denken ohne Sein, weil dies unmöglich ist; 3) ebensowenig Sein und Denken in ihrer Vereinzelung, weil damit eine Vielheit gesetzt sein würde, die bei Brahman nicht statthaft ist; somit bleibt nur übrig, dass 4) das Sein gleich dem Denken und das Denken gleich dem Sein ist (Satta Eva Bodho, Bodha&#039; Eve Ca Satta, S. 813,7), so dass zwischen beiden keine gegenseitige Ausschließung stattfindet. So könnte man sagen, fügt Shankara hinzu, indem er über diese für uns so interessante Frage als nebensächlich hinweggeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir aber möchten darauf aufmerksam machen, dass beide Begriffe zuletzt zurückgehen auf den der [[Kraft]]. Alles [[Dasein]] ist seinem ganzen Wesen nach nichts anderes als [[Manifestation]] von Kraft, und alles Erkennen lässt sich betrachten als eine [[Reaktion]] gegen den Andrang der Eindrücke und somit als eine Betätigung von Kraft. Dass das indische Chaitanyam diesem Begriffe nahe kommt, haben wir schon oben (S. 62) bemerkt und werden den Belegen dazu im weitern Verlaufe noch begegnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|ieryIzEV_fo}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Über die Erkennbarkeit des esoterischen Brahman, nach 3,2,23-30===&lt;br /&gt;
So sehr wir dem Vedanta zustimmen, wenn er eine Ergründung des Ansichseienden nur in dem eigenen [[Ich]] für möglich hält und in seiner [[Metaphysik]], alles Objektive beiseite schiebend, sich allein an das [[Subjekt]] hält, so wenig können wir doch mit ihm einverstanden sein, wenn er, ungeachtet der Einwendungen seiner Gegner, die wir S. 146 fg. kennen gelernt haben, den letzten Urgrund des Seins in dem Subjekte des Erkennens findet. Die Folge davon ist, dass er sich einen unmittelbaren Einblick in das letzte Wesen der Dinge verschließt, denn das Subjekt des Erkennens kann nie Objekt für uns werden, eben weil es bei jeder Erkenntnis als Subjekt fungieren muss. — Wir wollen jetzt sehen, wie der Inder nichtsdestoweniger eine Erkennbarkeit des Subjektes, des Geistes, des Brahman zu gewinnen weiß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unsere Autoren geben zunächst die soeben erhobene Einwendung gegen die Erkennbarkeit des Brahman offen zu: Dasselbe ist das Unoffenbare ([[Avyaktam]]), nicht Wahrnehmbare, weil es bei aller Wahrnehmung als Zuschauer ([[Sakshin]]), d. h. als Subjekt des Erkennens, in Anspruch genommen wird (S. 827,3). Trotzdem aber bleibt eine [[Möglichkeit]], [[Gott]] zu erkennen: der [[Yogi]]n nämlich, d. h. hier der mit Gott Einsgewordene, sieht ihn im Zustande des Samradhanam, wörtlich: der Vollbefriedigung, welchen Shankara erklärt als ein Sich-Versenken (Pranidhanam) in fromme [[Meditation]] (S. 827,10; vgl. 601,9). Diesen [[Zustand]] schildert die Schrift (Kath. 4,1) wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach auswärts hat die Höhlungen gebohrt&lt;br /&gt;
:Der durch sich selbst ist, darum sieht der [[Mensch]]&lt;br /&gt;
:Nach außen nur, nicht in die inn&#039;re [[Seele]]; —&lt;br /&gt;
:Ein Weiser wohl sah umgewandten [[Auge]]s&lt;br /&gt;
:Das inn&#039;re [[Selbst]], [[Unsterblichkeit]] ersehnend.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber besteht nicht auch hierbei die Scheidung von [[Subjekt]] und [[Objekt]], zwischen dem, welcher sich versenkt und dem, worein er sich versenkt (S. 828,6)? — Unsere Autoren verneinen diese Frage, wissen sich aber, zur Begründung ihrer Ansicht, nur auf [[Gleichnis]]se und Schriftstellen zu berufen. Sie erinnern zunächst daran, dass diese Scheidung nur vermöge der [[Bestimmung]]en (Upadhi) besteht (S. 828,11), dass diese aber nur auf dem [[Nichtwissen]] beruhen, nach dessen Abschüttelung die individuelle [[Seele]] mit der höchsten identisch sei (S. 829,3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie vergleichen diese [[Identität]] mit der zwischen der [[Schlange]] und ihren Ringelungen (S. 830,1), zwischen der [[Sonne]] und ihrem [[Licht]]e (S. 830,5), sie machen geltend, dass die in der Vereinigung liegende [[Erlösung]] unmöglich werde, wenn man die Trennung für real im strengsten Sinne halte (S. 830,13) und folgern aus der Schrift, dass mit Vernichtung der Vielheit nur das Erkennende in uns und somit der [[Atman]] als Einheit übrig bleibe (S. 831,7); — aber eine Erklärung dieser Verschmelzung von Subjekt und Objekt (wie sie tatsächlich in den [[Phänomen]]en der ästhetischen [[Kontemplation]] und der religiösen [[Andacht]] stattfindet) kann aus ihren Erörterungen nicht entnommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Über etliche uneigentlich von Brahman gebrauchte Ausdrücke===&lt;br /&gt;
Der Vollständigkeit halber möge hier der Abschnitt 3,2,31-37 kurz berührt werden, in welchem anhangsweise einige Ausdrücke ihre Besprechung finden, welche scheinbar der Negation alles Seins außer Brahman, seiner Allerfüllung und Allgegenwart Abbruch tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Brahman wird „die Brücke, welche diese [[Welt]]en auseinanderhält&amp;quot;, genannt (S. 174, vgl. S. 143-144), worunter man gewöhnlich ein Aggregat aus Holz und [[Erde]] versteht, zum Zwecke, eine zusammenhängende [[Wasser]]masse zu durchschneiden (S. 832,2); ja, es ist von einem Überschreiten dieser Brücke die Rede, und dieses alles scheint etwas anderes außer Brahman vorauszusetzen (S. 832,4). — Hierauf ist zu entgegnen, dass Brahman nur darin mit einer Brücke verglichen wird, dass er die Welt und ihre [[Grenze]]n (oder Ordnungen, z. B. [[Kaste]]n, [[Ashrama]]s usw., S. 258,1) auseinanderhält (S. 834,12), wie die Brücke ihre Ufer [was sie allerdings, zumal nach der oben angegebenen, primitiven Definition derselben, nicht tut]; das überschreiten der Brücke aber (S. 174) soll nur das Erlangen des Brahman bedeuten, wie man ja auch sagt: „Er hat die Grammatik durch&amp;quot;, um auszudrücken, dass einer sie besitzt (S. 834,15).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Weiter wird Brahman wiederholt durch Maßbestimmungen wie „vierfüßig, achtklauig, sechzehnteilig&amp;quot; bezeichnet, was eine Beschränktheit desselben vorauszusetzen scheint, denn alles Messbare ist von begrenzter Größe (S. 832,9). — Indes geschieht dies nur, um ihn unserm [beschränkten] Verstehen. wie [[Badarayana]] sagt, unserer [[Verehrung]], wie Shankara erklärend hinzufügt, näher zu bringen (S. 835,1.4); denn es ist für den [[Mensch]]en nicht möglich, das Unwandelbare, Unendliche zu fassen (S. 835,7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Wiederholt ist von einer [[Verbindung]] der höchsten mit der individuellen Seele und wiederum (in der Kap. IK, 6, 6. 151 fg. besprochenen Stelle) von einer (durch sie bedingten) Spaltung innerhalb des Brahman die Rede, vermöge deren zwei Teile desselben wie die Reiche [[Magadha]] und [[Vaideha]] gegeneinander abgegrenzt werden (S. 832-833). — Beides aber geschieht nur unter dem Gesichtspunkte der Bestimmungen ([[Upadhi]]), über deren Verhältnis zu Brahman im Vorigen gehandelt worden ist (S. 836,7). Die Verbindung der individuellen Seele mit Brahman ist in [[Wahrheit]] ein Eingehen derselben in ihr eigenes [[Selbst]] (S. 836,15), und die Spaltung in Brahman ist ebensowenig real, wie die zwischen dem Weltraume und dem Raume innerhalb des Leibes (S. 837,5). Somit ist bewiesen, dass es nichts außer Brahman gibt (S. 837,10), dass er allem innerlich (S. 837,16) und allgegenwärtig ist (S. 838,3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [[Jnana Yoga]]&lt;br /&gt;
* [[Vedanta Schulen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p927_Vedanta-fuer-Anfaenger// Vedanta für Anfänger von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p484_Vedanta-----Der-Ozean-der-Weisheit// Vedanta - Der Ozean der Weisheit von Swami Vivekananda]&lt;br /&gt;
*Paul Deussen: Das System des Vedanta, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906.&lt;br /&gt;
*Soami Divyanand: &#039;&#039;Vedamrit - Die Botschaft der Veden&#039;&#039;. ISBN 3-926696-03-6 (Übersetzung der Veden auf Deutsch, Bd. 1); ISBN 3-926696-13-3 (Bd. 2); ISBN 3-926696-26-5 (Bd. 3)&lt;br /&gt;
*Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Die heiligen Schriften Indiens - Geschichte der Sanskrit-Literatur.&#039;&#039;(edition-sawitri.de)  ISBN 3-931172-22-8&lt;br /&gt;
* Moritz Winternitz: &#039;&#039;Geschichte der Indischen Literatur&#039;&#039;, Leipzig, 1905 - 1922, Vol. I - III. Reprint in englischer Übersetzung: Maurice Winternitz: &#039;&#039;History of Indian Literatur&#039;&#039;, Motilal Barnarsidass, Delhi, 1985.&lt;br /&gt;
*[[ Aurobindo]]: &#039;&#039;Das Geheimnis des Veda&#039;&#039;, 2. Auflage 1997, Hinder + Deelmann, ISBN 3-873481-65-0&lt;br /&gt;
*Lokamanya Bâl Gangâdhar Tilak: &#039;&#039;Orion ou Recherches sur l&#039;Antiquité des Védas&#039;&#039;, Milan, Éditions Archè, 1989&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/category/podcast/meditationsanleitung/ Meditation Anleitungen, darunter einige abstrakte Techniken aus dem Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/Art-Artikel/art_vedanta.html Artikel von Swami Sivananda: Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.sivananda.org/ Divine Life Society - Sivananda Ashram]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/jnana%2Byoga/ro/s/ Seminare zum Thema „Jnana Yoga“]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/ Seminare zum Thema „Vedanta“]&lt;br /&gt;
&amp;lt;rss max=3&amp;gt;https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/?type=2365&amp;lt;/rss&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indische Philosophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hinduismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Deussen Vedantasystem]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vedanta]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Kiara</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Theologie&amp;diff=81162</id>
		<title>Theologie</title>
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		<updated>2013-12-03T13:54:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kiara: /* Das unterschiedhafte und das unterschiedlose Brahman, nach 3,2,11-21 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:MP900177808.JPG|thumb]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die esoterische Theologie, nach 3,2,11-37==&lt;br /&gt;
Artikel aus dem Buch „Das System des Vedanta“ von Paul Deussen, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906, S. 221 - 232.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vorbemerkung===&lt;br /&gt;
So erhaben die [[Vorstellung]]en über das [[Brahman]] sind, die wir bisher aus den [[Upanishade]]n nach Maßgabe der von [[Badarayana]] und [[Shankara]] getroffenen (nicht immer ganz glücklichen) Auswahl gewonnen haben, so wenig tun dieselben doch, in ihrer Bildlichkeit, der völligen Ergründung des [[Wesen]]s der [[Gott]]heit Genüge. Im [[Gefühl]]e hiervon ist dem theologischen Teile der [[Brahmasutra]]s noch ein Nachtrag zugefügt, welcher das esoterische Brahman zum Gegenstande hat und sich, nebst zwei andern (psychologischen) Nachträgen, im zweiten [[Pada]] des dritten [[Adhyaya]], also hinter der [[Kosmologie]], [[Psychologie]] und [[Seelenwanderung]]slehre vorfindet. Mag hierdurch auch im einzelnen hier und da eine größere Verständlichkeit gewonnen werden, so wird dieser Vorteil doch durch die Unzuträglichkeiten überboten, welche die Behandlung desselben Gegenstandes an zwei weit auseinandergerissenen Stellen mit sich führt; daher wir hier, wie noch öfter, in unserer Anordnung von der des Grundwerkes abweichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grundgedanke der esoterischen Theologie (vgl. S.109 fg., 123 fg.) ist nun der, dass das Brahman streng genommen ohne alle Unterschiede ([[Vishesha]]), [[Attribut]]e ([[Guna]]), [[Bestimmung]]en ([[Upadhi]]) und Gestalten ([[Akara]]) ist. — Dieses unterschiedlose Brahman, wie wir es kurz benennen wollen, hat aber einen zwiefachen Gegensatz: einmal die Gestalten der Erscheinungswelt, als welche Brahman, von den Bestimmungen getrübt, sich darstellt; sodann die unvollkommenen, bildlichen Vorstellungen, welche wir uns von der Gottheit machen, um sie unserem Verständnisse und unserer Verehrung (Upasana) näher zu bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|UEUOCahpKzs}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seltsamerweise wird zwischen diesen beiden Gegensätzen des unterschiedlosen Brahman, soweit sie auch ihrer [[Natur]] nach auseinanderliegen, von Shankara nicht scharf geschieden, und wenn es auch nach einer Stelle (S. 807,5) so scheint, als wenn er in den Erscheinungsformen den Grund (Alambanam) der Vorstellungsformen) sähe, so geht doch aus dem fortwährenden Durcheinanderfließen beider nicht nur an der in Rede stehenden, sondern auch an andern Stellen des Werkes 91 hervor, dass unser Autor sich den Unterschied derselben nicht zum deutlichen [[Bewusstsein]] gebracht hat. Vielleicht ist dies von andern Kommentatoren mehr geschehen, welche aus dem einen Adhikaranam 3,2,11-21 zwei machen, von denen das erste (3,2,11-14) gegen die Vielheit der Erscheinungsformen und das zweite (3,2,15-21) gegen die Vielheit der Merkmale des Brahman gerichtet gewesen zu sein scheint, was Shankara (S. 812) als zwecklos ([[Vyartha]]) ablehnt, ohne dass wir aus seinen [[Wort]]en die Meinung der Gegner vollständig entnehmen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sind daher darauf beschränkt, hier die Auffassung des Shankara zu reproduzieren, und der angedeutete Mangel nötigt uns, die bei ihm verschwimmenden beiden Gegensätze des unterschiedlosen Brahman nur aus einer gewissen Entfernung zu betrachten, welche ein deutliches Sehen in allem einzelnen nicht möglich macht. Im Übrigen nehmen wir unsern [[Weg]] so, dass wir uns nicht ohne Not von der von unserm Autor getroffenen Anordnung der [[Gedanke]]n entfernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das unterschiedhafte und das unterschiedlose Brahman, nach 3,2,11-21===&lt;br /&gt;
 Es gibt, so äußert sich Shankara über das Brahman, Schriftstellen von zweierlei Art; die einen lehren dasselbe als unterschiedhaft, z. B. wenn es heißt: „Allwirkend ist er, allwünschend, allriechend, allschmeckend&amp;quot; (S. 164), die andern als unterschiedlos, so in der Stelle: „Es ist nicht grob und nicht fein, nicht kurz und nicht lang&amp;quot; (S. 143). Nun kann das höchste Brahman an sich nicht beides sein, denn es ist nicht möglich, dass eine und dieselbe Sache an sich gestaltet und gestaltlos sei (S. 803,10). Zwar könnte man meinen, dass das Brahman an sich unterschiedlos sei und durch die Bestimmungen (worunter alles zu verstehen ist, was Brahman 1. zur [[Erscheinung]], 2. zur [[Vorstellung]] macht) unterschiedhaft werde. Aber ein Ding kann dadurch nicht ein anderes werden, dass es mit Bestimmungen verbunden erscheint: der Bergkristall bleibt klar, auch wenn man ihn mit roter Farbe bestreicht (p. 803,14); wie es nur ein Irrtum ist, wenn man ihn dann für in sich rot hält, so beruhen bei Brahman auch die Bestimmungen nur auf dem Nichtwissen (p. 804,1). Somit ist festzuhalten, dafs das Brahman von allen Unterschieden frei und völlig unveränderlich ist und nicht das Gegenteil (p. 804,3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wie kommt es, dass in vielen Schriftstellen dem Brahman mancherlei Gestalten zugeschrieben werden, indem es bald vierfüßig, bald sechzehnteilig, bald zwerghaft, bald die drei [[Welt]]en als [[Körper]] habend usw. genannt wird? [S. 804,9. Man beachte hier und im Folgenden die fortwährende [[Oszillation]] zwischen Erscheinungsformen und Vorstellungsformen.] Muss man nicht doch vielleicht annehmen, dass durch die Bestimmungen eine Verschiedenheit der Gestalt in [[Wirklichkeit]] hervorgebracht wird? Denn wozu sonst die Schriftstellen, die ihm Verschiedenheit beilegen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierauf ist zunächst zu erwidern, dass jedesmal, wenn Bestimmungen vorkommen, dabei gesagt wird, dass Brahman nicht durch sie betroffen werde [S. 805,1; hierfür wird ein vereinzeltes Beispiel angeführt; in [[Wahrheit]] ist es meistens nicht der Fall]; und dass an manchen Stellen (Kath. 4,11. Brih. 4,4,19. Shvet. 1,12) ausdrücklich hervorgehoben wird, dass es keine Vielheit gebe, und dass Prädestinierter, Prädestiniertes und Prädestinierer eins seien in Brahman (S. 805,13). Sodann aber ist zu bemerken, dass nur die Stellen von dem unterschiedlosen Brahman den [[Zweck]] haben, über das [[Wesen]] [[Gott]]es zu belehren (S. 806,7), während die Stellen von dem gestalteten Brahman einem andern Zwecke, nämlich dem der [[Verehrung]] dienen (S. 806,10).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige [[Gleichnis]]se mögen das Verhältnis des Brahman zu seinen Erscheinungsformen erläutern. Wie das [[Licht]] der [[Sonne]] oder des [[Mond]]es, wenn es auf den Finger fällt, an den Bestimmungen desselben teilnimmt und demgemäß, wenn er krumm ist, krumm, wenn er gerade ist, gerade erscheint, ohne an sich krumm oder gerade zu sein, so auch nimmt das Brahman, indem es sich mit den Bestimmungen der Erscheinungswelt, z. B. der [[Erde]], verbindet, deren Gestalt an, und hierauf stützt sich (S. 807,5) die Auffassung des Brahman unter verschiedenen Gestalten, wie sie zum Zwecke der Verehrung gelehrt wird. Sie ist daher keineswegs zwecklos; denn alle Upanishadworte haben ihren Zweck und dienen ohne Unterschied als Richtschnur (S. 807,8). Aber dies hindert nicht, dass diese Auffassung dennoch auf dem [[Nichtwissen]] beruht; denn in dem angebornen Nichtwissen ist das weltliche [[Tun]] und auch das vom [[Veda]] vorgeschriebene befangen (S. 807,12).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|Ky826eUEfiA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein anderes Gleichnis findet sich in den [[Moksha]] [[Shastra]]s:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Wie diese Sonne, deren Wesen Licht ist,&lt;br /&gt;
:Vielfach erscheint in vielerlei Gewässern,&lt;br /&gt;
:Durch die Bestimmungen vervielfacht räumlich,&lt;br /&gt;
:So ist&#039;s auch mit dem ungebornen [[Atman]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und folgendes:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die eine Wesensseele wohnt in jedem Wesen,&lt;br /&gt;
:Eins ist sie und doch vieles wie der Mond im Wasser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar sind Sonne und Mond gestaltet und von ihren [[Spiegelbild]]ern örtlich getrennt, der Atman hingegen ist nicht gestaltet (lies &amp;quot;Murto&amp;quot; S. 810,7) und nicht von den Bestimmungen räumlich getrennt, sondern allgegenwärtig und mit allem identiseh (S. 810,8), aber kein Gleichnis passt mehr, wenn man das Tertium Comparationis (Vivakshitam Ansham) verlässt; wäre es mit dem Verglichenen identisch, so wäre es eben kein Gleichnis mehr (S. 810,13). Dasselbe besagt nur, dass das im wahren Sinne unwandelbare und wesenseine Brahman, indem es in die Bestimmungen wie den Leib usw. eingeht, gleichsam teilnimmt an den Beschaffenheiten dieser [[Bestimmung]]en (S. 811,6).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wenn das Brahman an sich so völlig unterschiedlos ist, wie sind dann die Schriftstellen von dem unterschiedhaften Brahman zu erklären (S. 813,12)? — Einige meinen, auch sie lehrten das unterschiedlose Brahman, indem man die geforderte Vernichtung der Erscheinungswelt auch auf die von ihnen gelehrten Gestalten des Brahman anwenden müsse (S. 814,3). Doch ist dies Verfahren nur da zulässig, wo dergleichen in einer Stelle vorkommt, welche die esoterische Lehre ([[Paravidya]]) behandelt (S. 814,4), nicht aber da, wo von Vorschriften der Verehrung die Rede ist (S. 814,8).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Überhaupt muss man die Stellen, welche die [[Natur]] des Brahman lehren, und die, welche eine Verehrung desselben vorschreiben, auseinanderhalten (S. 815,6). Jene bezwecken [[Erlösung]], diese haben als Frucht je nach der Anweisung Tilgung von [[Sünde]], Erlangung von Herrlichkeit oder Stufenerlösung (S. 815,5). Und während die letzten Stellen zum Kanon der Vorschrift gehören, so schließen die ersten jedes imperative [[Element]] aus und bezwecken nur die [[Erkenntnis]] des Gegenstandes (S. 815,10).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was sollte auch wohl die Vorschrift bei der Erkenntnis des Brahman vorschreiben? etwa, die Vielheit zu vernichten, wie man jemandem befiehlt, durch Beleuchtung eines Gegenstandes die [[Finsternis]] zu verscheuchen (S. 816,6)? — Da müssen wir fragen: Wie soll man sich diese Vernichtung der Vielheit denken? Ist es ein realer Vorgang, etwa wie die Vernichtung der Härte der Butter dadurch, dass man sie ans [[Feuer]] setzt (S. 816,10)? — Aber eine solche wirkliche Vernichtung der Erscheinungswelt kann nicht von einem bloßen Menschen vollbracht, also auch nicht befohlen werden (S. 816,15). Auch würde in diesem Falle durch einen einzigen Erstlingserlösten die ganze Vielheit mit Erde usw. vernichtet sein und jetzt die Welt leer stehen (S. 817,2).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|HS6kAipt5kQ}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss also annehmen, dass es sich nur um Vernichtung des Nichtwissens handelt, welches dem einen Brahman die Vielheit der Erscheinungen andichtet. Das Nichtwissen aber wird getilgt durch Belehrung allein und ohne Befehl (S. 817,6), während hundert Befehle ohne die Belehrung es nicht beseitigen können (S. 817,9). Also: Weder zur Erkenntnis des Brahman noch zur Vernichtung der Vielheit können Befehle etwas beitragen; beide werden vielmehr vollbracht durch die Belehrung allein (S. 817,12).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wem sollte der Befehl, die Vielheit zu vernichten, gelten? Der individuellen [[Seele]]? Aber die wird ja mit vernichtet! Oder der höchsten Seele? Der lässt sich ja doch nicht befehlen (S. 818,1-4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar heißt es auch in der höhern [[Wissenschaft]]: „Man soll es sehen! &amp;quot; (S. 187). Aber der Befehl bedeutet hier nur, dass man es vor Augen bringen, seine [[Aufmerksamkeit]] darauf richten, nicht dass man es erkennen soll (S. 818,7). Ob letzteres geschieht oder nicht, das hängt nicht von einem Befehle, sondern von der Beschaffenheit des [[Objekt]]es und der Erkenntnisfähigkeit ab (S. 818,12). Wäre dem nicht so, hinge die Erkenntnis vom [[Wille]]n ab, so würde es unerklärlich sein, dass man sich irren kann (S. 819,1); nun aber hängt sie nicht vom [[Mensch]]en, sondern vom Objekte ab und kann daher nicht befohlen werden (S. 819,4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wäre nun die Schrift nur dazu da, zu befehlen, so hätte, was nicht Befehl in ihr ist, keine [[Bedeutung]]; somit würde sie nicht erklären (Avyacakshita, Optativ mit &amp;quot;u&amp;quot; Privativum, S. 819,8) , dass die Erkenntnis des Brahman als Seele unbefehlbar sei, sondern dieselbe dem Menschen befehlen: Hierdurch aber würde nicht nur der eine Befehlskanon zwei entgegengesetzte [[Zweck]]e (Werke und Belehrung) verfolgen und dadurch mit sich selbst in Widerspruch treten [man sieht nicht recht, warum], sondern auch die [[Erlösung]] würde in die [[Sphäre]] der verdienstlichen Werke ([[Adrishta]]) herabgedrückt und damit zu etwas Vergänglichem werden (S. 820,1). Endlich würde, wenn der ganze Inhalt des [[Veda]] unter den Begriff des Gebotes gestellt würde, dieses Gebot mit sich selbst in Widerspruch treten, indem es einerseits Vernichtung der Vielheit, anderseits teilweise Aufrechterhaltung derselben beföhle. Darum also muss man die imperativen Stellen von dem unterschiedhaften Brahman und die nichtimperativen von dem unterschiedlosen Brahman auseinanderhalten (S. 820).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
===Charakteristik des esoterischen Brahman, nach 3,2,16.17.22===&lt;br /&gt;
Als [[Vashkali]] den [[Bahva]] bat, ihm das Brahman zu lehren, da schwieg der Weise. Jener wiederholte seine Bitte zum zweiten und dritten Male. Endlich sprach Bahva: „Ich lehre dir es ja, du aber verstehst es nicht; dieser Atman ist stille.&amp;quot; Diese von Shankara S. 808,11 als [[Shruti]] mitgeteilte Erzählung, deren [[Ursprung]] uns im Übrigen unbekannt ist, findet ihre Deutung in verschiedenen, zugleich mit ihr (S. 808) zitierten Schriftstellen; so wenn es heißt (Taitt. 2,4):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vor dem die [[Wort]]e kehren um&lt;br /&gt;
:Und die [[Gedanke]]n, ohne ihn zu finden,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und an einer andern Stelle (Kena 1,3):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Verschieden ist&#039;s von allem, was wir kennen, &lt;br /&gt;
:Und höher als das Ungekannte auch;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wie denn auch die [[Smriti]] (Bhag. G. 13,12, im Anklange an Rigv. 10,129,1) das Brahman als „weder seiend, noch nichtseiend&amp;quot; bezeichnet. Am schärfsten aber wird die völlige Unerkennbarkeit des Urgrundes der Dinge ausgedrückt durch die Formel: „Neti, neti!&amp;quot; — „Es ist nicht so, es ist nicht so&amp;quot;, welche in der Brihadaranyaka Upanishad nicht weniger als fünfmal vorkommt (2,3,6. 3,9,26. 4,2,4. 4,5,15 und in etwas anderer Verwendung 3,2,11). An der ersten dieser Stellen folgt sie auf eine Darstellung der beiden Erscheinungsformen ([[Rupe]]) des Brahman, von denen die eine „gestaltet, sterblich, ruhend, seiend&amp;quot;, die andere „ungestaltet, unsterblich, beweglich, jenseitig&amp;quot; genannt wird. Letztere begreift den Wind und den [[Luft]]raum, den [[Odem]] und den [[Raum]] innerhalb des Leibes, erstere alles übrige in der Natur und am Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beides wird nach Shankara (der zu 3,2,22 S. 821-826 diese Stelle einer längeren Betrachtung unterwirft) durch die Formel „Neti, Neti&amp;quot; von Brahman negiert; die Erkenntnis seiner wahren Gestalt besteht darin, dass man ihm alle Gestalt abspricht (s. 824,12), mag man nun das zweimalige &amp;quot;Na Iti&amp;quot; auf die beiden vorher aufgestellten Erscheinungsformen (S. 825,0) oder auf die Erscheinungsformen und Vorstellungsformen (S. 825,10) oder allgemein auf alles, was man nur wahrnehmen mag, beziehen (S. 825,11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit wird von Brahman alles objektive [[Sein]] negiert und nur sein objektitätloses Sein als innere [[Seele]] bleibt übrig (S. 825,14). Diese Negation aller Unterschiede an Brahman bedeutet aber [da Brahman das allein wahrhaft Seiende ist] eine Negation der ganzen, dem Brahman fälschlich aufgebürdeten Erscheinungswelt (S. 825,15); darum wird die Formel &amp;quot;Neti, Neti&amp;quot; in Brih. 2,3,6 durch die [[Wort]]e erklärt: „Denn außer ihm — darum heißt es &amp;quot;Es ist nicht so.&amp;quot; — gibt es weiter kein anderes;&amp;quot; er selber aber ist nicht nicht (S. 826,6).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|cyCKvAdKCns}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sonach bleibt als einziges Merkmal des Brahman das Sein bestehen, und zwar ein Sein, welches allem empirischen Sein entgegengesetzt ist, so dass es, diesem gegenüber, ebensowohl als ein Nichtsein bezeichnet werden kann (vgl. S. 139).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber welches sind die positiven Merkmale dieses esoterischen, die Negation aller Unterschiede voraussetzenden Brahman? — Der spätere [[Vedanta]] nennt deren drei, welche den bekannten [[Name]]n des Brahman: [[Satchidananda]], d. h. „Sein, [[Geist]] und [[Wonne]]&amp;quot;, bilden; dieses Kompositum, welches, soviel uns bekannt, zuerst in der Nrisimha Tapaniya Upanishad (Ind. St. IX, 60.84. 143. 147. 148. 154) vorkommt, findet sich in Shankaras Kommentar nirgends und scheint unserm Autor noch unbekannt zu sein. Zwar auch er erklärt wiederholt, da wo von Brahman als Wonne die Rede ist, dass diese [[Bestimmung]] dem esoterischen, attributlosen Brahman zukomme (S. 127,16. 868,11), hier aber, im eigentlich esoterischen Teile, ist von ihr nicht die Rede, vielleicht, weil Shankara sie als [[Freiheit]] von Leiden mit unter die negativen Bestimmungen rechnet [vgl. über die Negativität der Wonne ad Brih. 3,9 Schluss].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so bleibt, neben dem Sein, als einzige positive [[Qualität]] des esoterischen Brahman die [[Geistigkeit]] übrig; S. 808,2: „Die Schrift erklärt, dass das unterschiedlose Brahman reine Geistigkeit und frei von allem, was davon verschieden ist, sei, denn sie sagt (Brih. 4,5,13): &amp;quot;Wie ein Salzblock kein [unterschiedliches] Innere oder Äußere hat, sondern durch und durch ganz aus Geschmack besteht, so fürwahr hat auch dieser [[Atman]] kein [unterschiedliches] Innere oder Äußere, sondern besteht durch und durch ganz aus Erkenntnis.&amp;quot; Das heißt: Dieser Atman ist durch und durch nichts anderes als Geistiges; das Geistige ist seine ausschließliche ([[Nirantara]]) [[Natur]], wie der Salzgeschmack die des Salzklumpens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie verhalten sich nun die beiden allein übrig bleibenden Merkmale des Brahman, Sein und Denken ([[Bodha]]) zueinander? — Die Behandlung dieser von andern Kommentatoren der [[Brahmasutra]]s erörterten Frage lehnt Shankara als zwecklos ab (S. 812,10) und bemerkt dazu nur folgendes: 1) Brahman kann nicht Sein ohne [[Denken]] sein, weil dies der (eben zitierten) Schriftstelle widerspricht, und weil er sonst nicht das [[Selbst]] der individuellen [[Seele]] wäre, welche geistiger Natur ist; 2) aber auch nicht Denken ohne Sein, weil dies unmöglich ist; 3) ebensowenig Sein und Denken in ihrer Vereinzelung, weil damit eine Vielheit gesetzt sein würde, die bei Brahman nicht statthaft ist; somit bleibt nur übrig, dass 4) das Sein gleich dem Denken und das Denken gleich dem Sein ist (Satta Eva Bodho, Bodha&#039; Eve Ca Satta, S. 813,7), so dass zwischen beiden keine gegenseitige Ausschließung stattfindet. So könnte man sagen, fügt Shankara hinzu, indem er über diese für uns so interessante Frage als nebensächlich hinweggeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir aber möchten darauf aufmerksam machen, dass beide Begriffe zuletzt zurückgehen auf den der [[Kraft]]. Alles [[Dasein]] ist seinem ganzen Wesen nach nichts anderes als [[Manifestation]] von Kraft, und alles Erkennen lässt sich betrachten als eine [[Reaktion]] gegen den Andrang der Eindrücke und somit als eine Betätigung von Kraft. Dass das indische Chaitanyam diesem Begriffe nahe kommt, haben wir schon oben (S. 62) bemerkt und werden den Belegen dazu im weitern Verlaufe noch begegnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|ieryIzEV_fo}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Über die Erkennbarkeit des esoterischen Brahman, nach 3,2,23-30===&lt;br /&gt;
So sehr wir dem Vedanta zustimmen, wenn er eine Ergründung des Ansichseienden nur in dem eigenen [[Ich]] für möglich hält und in seiner [[Metaphysik]], alles Objektive beiseite schiebend, sich allein an das [[Subjekt]] hält, so wenig können wir doch mit ihm einverstanden sein, wenn er, ungeachtet der Einwendungen seiner Gegner, die wir S. 146 fg. kennen gelernt haben, den letzten Urgrund des Seins in dem Subjekte des Erkennens findet. Die Folge davon ist, dass er sich einen unmittelbaren Einblick in das letzte Wesen der Dinge verschließt, denn das Subjekt des Erkennens kann nie Objekt für uns werden, eben weil es bei jeder Erkenntnis als Subjekt fungieren muss. — Wir wollen jetzt sehen, wie der Inder nichtsdestoweniger eine Erkennbarkeit des Subjektes, des Geistes, des Brahman zu gewinnen weiß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unsere Autoren geben zunächst die soeben erhobene Einwendung gegen die Erkennbarkeit des Brahman offen zu: Dasselbe ist das Unoffenbare ([[Avyaktam]]), nicht Wahrnehmbare, weil es bei aller Wahrnehmung als Zuschauer ([[Sakshin]]), d. h. als Subjekt des Erkennens, in Anspruch genommen wird (S. 827,3). Trotzdem aber bleibt eine [[Möglichkeit]], [[Gott]] zu erkennen: der [[Yogi]]n nämlich, d. h. hier der mit Gott Einsgewordene, sieht ihn im Zustande des Samradhanam, wörtlich: der Vollbefriedigung, welchen Shankara erklärt als ein Sich-Versenken (Pranidhanam) in fromme [[Meditation]] (S. 827,10; vgl. 601,9). Diesen [[Zustand]] schildert die Schrift (Kath. 4,1) wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach auswärts hat die Höhlungen gebohrt&lt;br /&gt;
:Der durch sich selbst ist, darum sieht der [[Mensch]]&lt;br /&gt;
:Nach außen nur, nicht in die inn&#039;re [[Seele]]; —&lt;br /&gt;
:Ein Weiser wohl sah umgewandten [[Auge]]s&lt;br /&gt;
:Das inn&#039;re [[Selbst]], [[Unsterblichkeit]] ersehnend.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber besteht nicht auch hierbei die Scheidung von [[Subjekt]] und [[Objekt]], zwischen dem, welcher sich versenkt und dem, worein er sich versenkt (S. 828,6)? — Unsere Autoren verneinen diese Frage, wissen sich aber, zur Begründung ihrer Ansicht, nur auf [[Gleichnis]]se und Schriftstellen zu berufen. Sie erinnern zunächst daran, dass diese Scheidung nur vermöge der [[Bestimmung]]en (Upadhi) besteht (S. 828,11), dass diese aber nur auf dem [[Nichtwissen]] beruhen, nach dessen Abschüttelung die individuelle [[Seele]] mit der höchsten identisch sei (S. 829,3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie vergleichen diese [[Identität]] mit der zwischen der [[Schlange]] und ihren Ringelungen (S. 830,1), zwischen der [[Sonne]] und ihrem [[Licht]]e (S. 830,5), sie machen geltend, dass die in der Vereinigung liegende [[Erlösung]] unmöglich werde, wenn man die Trennung für real im strengsten Sinne halte (S. 830,13) und folgern aus der Schrift, dass mit Vernichtung der Vielheit nur das Erkennende in uns und somit der [[Atman]] als Einheit übrig bleibe (S. 831,7); — aber eine Erklärung dieser Verschmelzung von Subjekt und Objekt (wie sie tatsächlich in den [[Phänomen]]en der ästhetischen [[Kontemplation]] und der religiösen [[Andacht]] stattfindet) kann aus ihren Erörterungen nicht entnommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Über etliche uneigentlich von Brahman gebrauchte Ausdrücke===&lt;br /&gt;
Der Vollständigkeit halber möge hier der Abschnitt 3,2,31-37 kurz berührt werden, in welchem anhangsweise einige Ausdrücke ihre Besprechung finden, welche scheinbar der Negation alles Seins außer Brahman, seiner Allerfüllung und Allgegenwart Abbruch tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Brahman wird „die Brücke, welche diese [[Welt]]en auseinanderhält&amp;quot;, genannt (S. 174, vgl. S. 143-144), worunter man gewöhnlich ein Aggregat aus Holz und [[Erde]] versteht, zum Zwecke, eine zusammenhängende [[Wasser]]masse zu durchschneiden (S. 832,2); ja, es ist von einem Überschreiten dieser Brücke die Rede, und dieses alles scheint etwas anderes außer Brahman vorauszusetzen (S. 832,4). — Hierauf ist zu entgegnen, dass Brahman nur darin mit einer Brücke verglichen wird, dass er die Welt und ihre [[Grenze]]n (oder Ordnungen, z. B. [[Kaste]]n, [[Ashrama]]s usw., S. 258,1) auseinanderhält (S. 834,12), wie die Brücke ihre Ufer [was sie allerdings, zumal nach der oben angegebenen, primitiven Definition derselben, nicht tut]; das überschreiten der Brücke aber (S. 174) soll nur das Erlangen des Brahman bedeuten, wie man ja auch sagt: „Er hat die Grammatik durch&amp;quot;, um auszudrücken, dass einer sie besitzt (S. 834,15).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Weiter wird Brahman wiederholt durch Maßbestimmungen wie „vierfüßig, achtklauig, sechzehnteilig&amp;quot; bezeichnet, was eine Beschränktheit desselben vorauszusetzen scheint, denn alles Messbare ist von begrenzter Größe (S. 832,9). — Indes geschieht dies nur, um ihn unserm [beschränkten] Verstehen. wie [[Badarayana]] sagt, unserer [[Verehrung]], wie Shankara erklärend hinzufügt, näher zu bringen (S. 835,1.4); denn es ist für den [[Mensch]]en nicht möglich, das Unwandelbare, Unendliche zu fassen (S. 835,7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Wiederholt ist von einer [[Verbindung]] der höchsten mit der individuellen Seele und wiederum (in der Kap. IK, 6, 6. 151 fg. besprochenen Stelle) von einer (durch sie bedingten) Spaltung innerhalb des Brahman die Rede, vermöge deren zwei Teile desselben wie die Reiche [[Magadha]] und [[Vaideha]] gegeneinander abgegrenzt werden (S. 832-833). — Beides aber geschieht nur unter dem Gesichtspunkte der Bestimmungen ([[Upadhi]]), über deren Verhältnis zu Brahman im Vorigen gehandelt worden ist (S. 836,7). Die Verbindung der individuellen Seele mit Brahman ist in [[Wahrheit]] ein Eingehen derselben in ihr eigenes [[Selbst]] (S. 836,15), und die Spaltung in Brahman ist ebensowenig real, wie die zwischen dem Weltraume und dem Raume innerhalb des Leibes (S. 837,5). Somit ist bewiesen, dass es nichts außer Brahman gibt (S. 837,10), dass er allem innerlich (S. 837,16) und allgegenwärtig ist (S. 838,3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [[Jnana Yoga]]&lt;br /&gt;
* [[Vedanta Schulen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p927_Vedanta-fuer-Anfaenger// Vedanta für Anfänger von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
* [https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p484_Vedanta-----Der-Ozean-der-Weisheit// Vedanta - Der Ozean der Weisheit von Swami Vivekananda]&lt;br /&gt;
*Paul Deussen: Das System des Vedanta, Elibron Classics, 2. Auflage, 1906.&lt;br /&gt;
*Soami Divyanand: &#039;&#039;Vedamrit - Die Botschaft der Veden&#039;&#039;. ISBN 3-926696-03-6 (Übersetzung der Veden auf Deutsch, Bd. 1); ISBN 3-926696-13-3 (Bd. 2); ISBN 3-926696-26-5 (Bd. 3)&lt;br /&gt;
*Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Die heiligen Schriften Indiens - Geschichte der Sanskrit-Literatur.&#039;&#039;(edition-sawitri.de)  ISBN 3-931172-22-8&lt;br /&gt;
* Moritz Winternitz: &#039;&#039;Geschichte der Indischen Literatur&#039;&#039;, Leipzig, 1905 - 1922, Vol. I - III. Reprint in englischer Übersetzung: Maurice Winternitz: &#039;&#039;History of Indian Literatur&#039;&#039;, Motilal Barnarsidass, Delhi, 1985.&lt;br /&gt;
*[[ Aurobindo]]: &#039;&#039;Das Geheimnis des Veda&#039;&#039;, 2. Auflage 1997, Hinder + Deelmann, ISBN 3-873481-65-0&lt;br /&gt;
*Lokamanya Bâl Gangâdhar Tilak: &#039;&#039;Orion ou Recherches sur l&#039;Antiquité des Védas&#039;&#039;, Milan, Éditions Archè, 1989&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/category/podcast/meditationsanleitung/ Meditation Anleitungen, darunter einige abstrakte Techniken aus dem Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/Art-Artikel/art_vedanta.html Artikel von Swami Sivananda: Vedanta]&lt;br /&gt;
* [http://www.sivananda.org/ Divine Life Society - Sivananda Ashram]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/jnana%2Byoga/ro/s/ Seminare zum Thema „Jnana Yoga“]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/ Seminare zum Thema „Vedanta“]&lt;br /&gt;
&amp;lt;rss max=3&amp;gt;https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Vedanta/ro/s/?type=2365&amp;lt;/rss&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indische Philosophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hinduismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Deussen Vedantasystem]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vedanta]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Kiara</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Kapalabhati&amp;diff=81161</id>
		<title>Kapalabhati</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Kapalabhati&amp;diff=81161"/>
		<updated>2013-12-03T13:44:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kiara: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Kapalabhati&#039;&#039;&#039;([[Sanskrit]]: कपालभाती kapālabhātī &#039;&#039;f.&#039;&#039;) wörtl.: scheinender Schädel ([[Kapala]]) oder &amp;quot;Schädelerhellung&amp;quot;; [[Atem]]übung aus dem Pranayama mit schneller Folge von Aus[[atmung]]en. Sie gehört zu den sechs [[Shatkriya]]s. Auf [[körper]]licher Ebene befreit Kapalabhati unter anderem die [[Nebenhöhle]]n und hilft bei der Reduzierung von [[Kapha]] (Schleim). Auf [[Energie|energetischer]] Ebene aktiviert Kapalabhati das [[Prana]], auf [[geist]]iger Ebene verhilft es zu einem klaren [[Kopf]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Pranayama4-150x150.jpg|thumb|Pranayama]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
== Ausführung von Kapalabhati ==&lt;br /&gt;
Kapalabhati besteht aus zwei Teilen: &lt;br /&gt;
* Das schnelle Ein- und Ausatmen. Dabei ist die [[Einatmung]] etwa doppelt so langsam wie die [[Ausatmung]]. Die Ausatmung ist aktiv. Die Einatmung passiv, d.h. sie geschieht von selbst durch [[Entspannung]]. Anfangs 20-30 Mal atmen, später bis auf 200 (oder noch mehr) steigerbar. &lt;br /&gt;
* Das Luft anhalten ([[Kumbhaka]]): Bei Kapalabhati hält man die [[Luft]] so lange an wie angenehm. Dabei sind die Lungen zu etwa 75%, also sehr angenehm, gefüllt. Das Anhalten sollte nicht forciert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen den schnellen Atemzügen und dem Anhalten können 0-2 Zwischenatmungen eingeführt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|dBrQyAeDU1M}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapalabhati - Beschreibung von Swami Sivananda==&lt;br /&gt;
Diese Übung bereitet den [[Schüler]] auf die Praxis von [[Bhastrika]] [https://www.yoga-vidya.de/prana/pranayama/ Pranayama] vor. &lt;br /&gt;
Sie ist eine der Reinigungsübungen, die im [http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Buch/hatha-yoga-pradipika/ Hatha Yoga] unter dem Namen [[Shatkriya]]s, „ die sechs Handlungen“, bekannt sind. Wer in Kapalabhati geübt ist, kann Bhastrika mit Leichtigkeit ausführen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Setze dich in [[Padmasana]] (oder eine andere kreuzbeinige Sitzhaltung). Lasse die Hände auf den Knien (oder den Oberschenkeln) ruhen. Führe in schneller Abfolge [[Puraka]] und [[Rechaka]] aus, als ob du den Blasebalg eines Schmiedes bedientest. Das nennt man Kapalabhati. Führe die Übung dynamisch aus. Du wirst dabei gut ins Schwitzen geraten. Es gibt kein Atemanhalten ([[Kumbhaka]]) bei dieser Übung. Rechaka spielt hier eine wichtige Rolle. Kräftige Ausatmungen folgen rasch aufeinander. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Übung hat eine gewaltige Wirkung; bei ihrer Ausführung werden alle Gewebe, Zellen, Nerven, Sehnen und Moleküle in machtvolle Schwingung geraten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Anfang beginne mit einer Geschwindigkeit von einer Ausatmung pro Sekunde. Erhöhe dann Schritt für Schritt die Geschwindigkeit auf zwei Ausatmungen pro Sekunde. Mache anfangs eine Runde Kapalabhati am Morgen mit nur zehn Ausatmungen. In der zweiten Woche mache eine Runde am Morgen und eine am Abend, in der dritten Woche zwei Runden morgens und zwei abends, in der vierten Woche drei Runden morgens und drei abends. Mache am Ende jeder Runde eine kleine Pause und lasse den [[Atem]] normal ein- und ausfließen. Dadurch wirst du dich gut entspannen. Später, wenn du die Technik gut beherrschst, kannst du bei jeder Runde zehn Ausatmungen mehr dazunehmen, bis du 120 Ausatmungen pro Runde erreicht hast. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Übung von Kapalabhati reinigt den [[Schädel]], die Atmungsorgane und die Atemwege. Sie bekämpft durch Trägheit verursachte [[Krankheit]]en. Sie beseitigt Krämpfe der Bronchien und erleichtert und heilt daher [[asthma]]tische Zustände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lungenspitzen werden reichlich mit Sauerstoff versorgt und bilden deshalb keinen günstigen Nährboden für Tuberkelbazillen (TB); daher wird Schwindsucht durch diese Übung geheilt. Die Lungen werden stark entwickelt;    Kohlendioxid wird in großen Mengen ausgeschieden. Das [[Blut]] wird gereinigt; Verunreinigungen des Blutes werden ausgeschieden. Gewebe und Zellen absorbieren eine große Menge Sauerstoff. Das [[Herz]] funktioniert wie es soll. Kreislauf, Atemwege und Verdauungssystem werden in hohem Maße gestärkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapalabhati – Reinigung des Atems, Geistes und Körpers==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Artikel von Swami Saradananda&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Sanskrit-Wort „Kapala“ bedeutet Schädel; „Bhati“ bezeichnet Leuchten. In dieser Übung benutzt du deinen Atem, um dein Atem- und Kreislaufsystem zu reinigen. Durch regelmäßige Praxis erfrischt Kapalabhati gründlich deinen ganzen Organismus, sodass dein Gesicht von innen her strahlt mit guter Gesundheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beste Zeit für die Praxis von Kapalabhati ist direkt nach der [[Neti]]-Praxis ganz am Anfang deiner [[Pranayama]]-Praxis oder vor der [[Meditation]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapalabhati reinigt deinen Nasengang, Lungen und das gesamte Atemsystem, stärkt die [[Lungen]] und erhöht die Lungenkapazität. Es trägt zum Ablass deiner Nasennebenhöhlen bei und hilft, die Anlagerung des Schleimes zu vermeiden. Gleichzeitig beseitigt Kapalabhati die Kohlensäure und andere Beimengungen aus deinem Blutkreislauf und ermöglicht eine bessere [[Verbindung]] der roten Blutkörperchen mit Sauerstoff. Der zusätzliche Sauerstoff reichert dein [[Blut]] an und trägt zur Erneuerung der Körpergewebe bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Bewegung]] deines Zwerchfells und Kontraktionen der Bauchmuskulatur massieren deinen [[Magen]], [[Leber]], [[Milz]], [[Herz]] und [[Bauchspeicheldrüse]]n. Deine Bauchmuskeln werden stärker; die Verdauung wird besser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapalabhati erfrischt und belebt deinen Geist. Du wirst mit großer [[Wahrscheinlichkeit]] einen Zustand der erhöhten Wachsamkeit erleben, der als Folge die zusätzliche Aufnahme der frischen [[Luft]] auftritt. Durch Kapalabhati kannst du dich in Hochstimmung versetzen und deine mentale Klarheit wird erhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausführung von Kapalabhati: Setze dich hin, am besten in den Schneidersitz. Halte deinen [[Rücken]] und Kopf gerade. Wenn du nicht mit gekreuzten Beinen sitzen kannst, setz dich auf einen Stuhl und stell deine [[Fuß|Füße]] auf den Boden. Atme 2-3 Mal tief ein und aus, dann atme noch einmal ein und fange mit rhythmischen [[Bauch]]pumpbewegungen an:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1) Kontrahiere schnell deine Bauchmuskulatur. Demzufolge wird dein Zwerchfeld sich nach oben zu deiner Brusthöhle bewegen, deine Lungen entleeren und die Luft durch deine Nasenlöcher ausstoßen.&lt;br /&gt;
*2) Entspanne deine Bauchmuskeln; passives Einatmen findet statt. Deine Lungen werden automatisch mit der Luft aufgefüllt. Verwende keine [[Kraft]], um Luft zu holen.&lt;br /&gt;
Wiederhole dieses schnelle Pumpen. Beende mit dem Ausatmen und dann mache noch 2-3 tiefe Atemzüge, um zu deinem normalen [[Atemrhythmus]] zurückzukehren. Das ist eine Runde Kapalabhati.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fange mit drei Runden jeweils von 20-25 Pumpbewegungen an. Entwickle deine tägliche Praxis schrittweise bis 3-5 Runden jeweils von 30-50 Pumpbewegungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorsicht: Kapalabhati kann nicht während der Schwangerschaft oder Periode praktiziert werden. Es ist kontraindiziert bei [[Hernie]] (Zwerchfellbruch), Bauchschmerzen oder Muskelkrämpfen, hohem Blutdruck oder [[Asthma]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mechanismen von Kapalabhati sind schwer zu begreifen. Es wird empfohlen, diese von einem erfahrenen qualifizierten [[Yogalehrer]] zu lernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wirkungen von Kapalabhati==&lt;br /&gt;
===Körperlich===&lt;br /&gt;
Stärkt das [[Zwerchfell]] und die [[Atemhilfsmuskulatur]]. Reinigt die [[Lungen]]. Massiert [[Herz]], [[Leber]] und [[Magen]]. Während der Periode des schnellen Atmens wird der Sauerstoffgehalt im [[Blut]] sehr stark erhöht. Das Blut wird dadurch alkalisch(basisch), was bestimmte Stoffwechselvorgänge und Entschlackung verbessert. Beim Atemanhalten steigt der Kohlensäuregehalt im Blut, was wiederum andere Stoffwechselvorgänge anregt und die [[Lungeneffizienz]] verbessert. Die [[Zeit]] des Atemanhaltens ist ein [[Trainingsreiz]], der dazu führt, dass die [[Lungenkapazität]] sich erhöht, [[Kreislauf]] und Herztätigkeit verbessert werden. Kapalabhati hilft, die Atemwege ([[Bronchien]], [[Alveolen]], [[Luftröhre]] und Nasendurchgänge) zu reinigen und ist eine gute Vorbeugung gegen [[Heuschnupfen]], [[Asthma]] und [[Erkältung]]skrankheiten. Kapalabhati wirkt reinigend und entschlackend auf den ganzen Körper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Energetisch===&lt;br /&gt;
Kapalabhati aktiviert das [[Sonnengeflecht]]. Die [[Energie]] steigt hoch zum [[Kopf]] und strahlt von dort aus. Kapalabhati heißt &amp;quot;scheinender [[Schädel]]&amp;quot; und bezieht sich auf das [[Gefühl]] der Energieausstrahlung aus dem Kopf. Man kann mittels [[Mula Bandha]] (Wurzelverschluss=zusammenziehen der Beckenbodenmuskeln), [[Visualisierung]] und [[Konzentration]] das [[Prana]] in die [[Sushumna]] (feinstoffliche [[Wirbelsäule]]) lenken und die [[Chakra]]s aktivieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Geistig===&lt;br /&gt;
Kapalabhati aktiviert und hilft zu einem klaren Kopf. Es ist sehr gut, um geistige und emotionelle Spannungen zu beseitigen. Es hilft gegen [[Müdigkeit]] und [[Niedergeschlagenheit]] und führt zu einer inneren [[Freude]] und [[Kraft]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[[Ayurveda]] [[Dosha]]-Wirkung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Laut [[Hatha Yoga Pradipika]] reduziert Kapalabhati ein Übermaß von [[Kapha]] Dosha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kapalabhati Variationen ==&lt;br /&gt;
Zunächst sollte der Yoga Übende Kapalabhati in seiner Grundform üben. Um etwas [[Abwechslung]] in die Praxis zu bringen und die Wirkung zu steigern, gibt es verschiedene Kapalabhati Variationen. Manchmal ist jedoch die Grundübung von Kapalabhati am wirkungsvollsten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einseitiges und wechselseitiges Kapalabhati mit Bahir Kumbhaka ===&lt;br /&gt;
Mit gekreuzten [[Bein]]en hinsetzen. Wichtig: Rücken gerade, Nacken gerade. &lt;br /&gt;
* 1. Runde: Rechtes [[Nasenloch]] schließen. Durch linkes Nasenloch schnell ein- und ausatmen. Dann Luft vollständig ausatmen. Hände in [[Chin Mudra]] ([[Daumen]] und [[Zeigefinger]] berühren sich) auf [[Knie]] abstützen. Oberkörper von der Hüfte her leicht nach vorne neigen. Rücken gerade halten, eventuell Arme ausgestreckt. Mit leeren Lungen die Luft anhalten. Dabei [[Mula Bandha]] und sanftes [[Uddhiyana Bandha]], eventuell auch [[Jalandhara Bandha]]. Wenn Du nicht mehr anhalten kannst, atme wieder ein ein.&lt;br /&gt;
* 2. Runde: Wie 1. Runde, dabei nur durch das rechte Nasenloch ein- und ausatmen.&lt;br /&gt;
* 3. Runde: Wie 1. Runde, diesmal jedoch durch beide Nasenlöcher ein- und ausatmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anmerkung: Zwischen 2. und 3. Runde kann auch eine Runde mit wechselseitigem Ein- und Ausatmen gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Shatkriyas}}&lt;br /&gt;
{{praxiswarnung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Siehe auch=&lt;br /&gt;
*[[Pranayama]]&lt;br /&gt;
*[[Anuloma Viloma]]&lt;br /&gt;
*[[Sitali]]&lt;br /&gt;
*[[Sitkari]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p71_Die-gro-e-Kraft-des-Atems-von-Andr--van-Lysebeth/&amp;amp;XTCsid=a793ba3e94d6e68c68e3244b0615a13f André van Lysebeth, Die große Kraft des Atems]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p27_Pranayama-Anfaenger---Audio-CD/&amp;amp;XTCsid=a793ba3e94d6e68c68e3244b0615a13f Audio CD Pranayama für Anfänger]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p28_Pranayama-Fortgeschrittene---Audio-CD/&amp;amp;XTCsid=a793ba3e94d6e68c68e3244b0615a13f Audio CD Pranayama für Fortgeschrittene]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p72_Asana-Pranayama-Mudra-Bandha-von-Swami-Satyananda-Saraswati/&amp;amp;XTCsid=a793ba3e94d6e68c68e3244b0615a13f Swami Satyananda Saraswati, Asana Pranayama Mudra Bandha]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Seminare ==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Atem%2Bund%2BYoga/ro/s/ Seminare zum Thema Atem]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/de/seminar/kundalini-yoga.html Yoga Vidya Seminare]&lt;br /&gt;
&amp;lt;rss max=5&amp;gt;https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/dfu/0/dtu/0/ex/0/fu/Atem%2Bund%2BYoga/ro/s/?type=2365&amp;lt;/rss&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hatha Yoga]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kundalini Yoga]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pranayama]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Kiara</name></author>
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