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	<title>Yogawiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sreyas&amp;diff=120023</id>
		<title>Sreyas</title>
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		<updated>2014-07-06T14:10:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: Weiterleitung nach Shreyas erstellt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;#weiterleitung[[Shreyas]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
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		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sudra&amp;diff=120022</id>
		<title>Sudra</title>
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		<updated>2014-07-06T14:04:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: Weiterleitung nach Shudra erstellt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;#weiterleitung[[Shudra]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
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		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Ishana&amp;diff=120020</id>
		<title>Ishana</title>
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		<updated>2014-07-06T13:56:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Ishana&#039;&#039;&#039;: ([[Sanskrit]]: ईशान īśāna &#039;&#039;m.&#039;&#039;) Herr; anderer [[Name]] für [[Shiva]] oder [[Rudra]] oder eine seiner [[Manifestation]]en. Er ist der Bewahrer des nordöstlichen Teils von [[Indien]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur == &lt;br /&gt;
*Dowson, John: A Classical Dictionary of Hindu Mythology and Religion – Geography, History and Religion; D.K.Printworld Ltd., New Delhi, India, 2005 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indische Mythologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
{{dnf}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
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		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Sani&amp;diff=120018</id>
		<title>Sani</title>
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		<updated>2014-07-06T13:52:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: Weiterleitung nach Shani erstellt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;#weiterleitung[[Shani]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
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		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Trayastrinsa&amp;diff=120009</id>
		<title>Trayastrinsa</title>
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		<updated>2014-07-06T13:18:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: Weiterleitung nach Trayastrimsa erstellt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;#weiterleitung[[Trayastrimsa]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Nada_Yoga&amp;diff=120004</id>
		<title>Nada Yoga</title>
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		<updated>2014-07-06T12:43:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: /* Nada, Laya Yoga &amp;amp; Prathyahara */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Nada Yoga&#039;&#039;&#039; ([[Sanskrit]]: nāda yoga &#039;&#039;m.&#039;&#039;): [[Yoga]] des [[Klang]]es. Nada Yoga ist eine rund 5000 Jahre alte metaphysische [[Philosophie]] und Praxis aus [[Indien]]. Sie wurzelt in der Annahme, dass die gesamte [[Schöpfung]] aus [[Vibration]]en, [[Schwingung]]en hervorgegangen ist, besteht und immer wieder neu kreiert wird und dass alles Existierende durch eben diese Schwingungen miteinander verbunden ist: Nada Brahma, die Welt ist Klang. Diese Schwingungen werden im [[Sanskrit]] „Nad“, „Naad“ oder „Nada“ genannt. Nada bedeutet auch [[Prozess]], Strom von [[Bewusstsein]] oder eben Klang. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nada [[Yoga]] meint [[Einheit]] oder Vereinigung mit dem ewigen Klang als Quelle alles Lebendigen. Es beruht auf der Erfahrung, dass hinter den hörbaren Klängen eine Welt der transzendenten, schöpferischen Klänge existiert, die uns mit dem göttlichen Ursprung verbinden, unserem [[Seele]]ngrund, dem [[Atman]], das im [[Brahman]], dem Grund allen [[Sein]]s, wohnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Praxis des Nada Yoga beruht auf dem tiefen Wissen über Beschaffenheit und Wirkung von Klängen auf den [[Mensch]]en und auf die ganze [[Natur]], insbesondere auf den feinstofflichen [[Körper]] mit einem System von Energie- oder eben „Klangbahnen“, den [[Nadi]]s und [[Chakra]]s. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klänge und Musik wurden im [[Ayurveda ]] und von vielen indischen [[Weise]]n, Propheten und [[Yogi]]s als mächtiges Mittel zur [[Heilung]] geistiger, emotionaler und körperlicher Probleme gesehen und sie sollen dabei helfen, [[Moksha ]] zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nada Yoga ist der älteste [[Weg]] in der Yogatradition überhaupt und integraler Bestandteil verschiedener Yogawege. Es heißt, es sei der direkteste Weg zur Erfahrung von [[Sad Chid Ananda]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|YUvccUVe1p0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Swami Sivananda über Nada Yoga==&lt;br /&gt;
Setze Dich in [[Padmasana]] oder [[Siddhasana]] oder [[Sukhasana]]. Verschließe die Ohren mit den Daumen. Dies ist Shanmukhi [[Mudra]] oder Vaishnavi [[Mudra]]. Lausche der Musik der [[Anahata]]-Klänge. Du wirst Dich dabei wunderbar konzentrieren können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Praktiziere mit der Atmung [[Japa]] ([[Ajapa]] Japa – ständige Wiederholung eines [[Mantra]]s) mit dem Mantra &amp;quot;[[Soham]]&amp;quot; oder irgendeinem anderen Mantra. Praktiziere ein oder zwei Monate lang [[Pranayama]]. Dann wirst du die zehn Klänge klar und deutlich hören und dich an der Musik der [[Seele]] erfreuen. Die Klänge, die du hörst, machen dich taub für alle Klänge und Geräusche von außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lass alle weltlichen [[Gedanke]]n fahren. Bringe deine [[Leidenschaft]]en unter [[Kontrolle]]. Sei gleichgültig gegenüber allen Objekten. Praktiziere [[Yama]] ([[Selbstbeherrschung]], Selbstbeschränkung) oder [[Sadachara]] (richtige Führung). Richte Deine [[Aufmerksamkeit]] auf den [[Klang]], der den [[Geist]] zum [[Schweigen]] bringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Klang erfüllt den Zweck eines spitzen Treibstocks, der den Elefanten, den Geist,  kontrollieren soll, der im Lustgarten sinnlicher Objekte umherschweift. Er erfüllt den Zweck einer Schlinge, die das Rotwild – [[Chitta]] - festhalten soll. So wie die Biene, die sich am Honig labt, sich nicht um den [[Duft]] kümmert, genauso wenig sehnt sich der Geist, der im Klang aufgeht, nach sinnlichen Objekten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste Klang ist Chini, der zweite Chinichini. Der dritte ist der Klang einer Glocke. Der vierte ist wie der Klang einer Muschel. Der fünfte ist wie der Klang einer Laute, der sechste wie eine Zimbel. Der siebte ist wie der Klang einer Flöte, der achte wie der einer Trommel. Der neunte ist wie der Klang einer [[Mridanga]], der zehnte wie Donnergrollen. Höre den inneren Klang im rechten Ohr. Lasse deine Konzentration von den groben Klängen zu den feinen wandern. Der Geist wird bald in den Klängen aufgehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der siebten Stufe erhältst du [[Wissen]] über geheime Dinge. Auf der achten Stufe hörst du den [[Paravak]] (schöpferischen Urklang, Logos). Auf der neunten Stufe entwickelst du das göttliche Auge. Auf der zehnten Stufe erreichst du [[Para Brahman]]. Der Klang nimmt den Geist gefangen. Der Geist wird eins mit dem Klang so wie [[Milch]] mit Wasser eins wird. Er geht in [[Brahman]] oder dem Absoluten auf. Dann erreichst du den Ort ewiger [[Glückseligkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
copyright by [http://www.sivanandaonline.org/public_html/ Divine Life Society]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warum Nada Yoga?==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Klang verbindet alle Ebenen unseres Seins.&#039;&#039;&#039; Klang hat die Eigenschaft, innere und äußere Welten miteinander zu verbinden. Klang durchdringt alle Schichten ([[Koshas]]) des Körpers. Lauschend erfahren wir Klang-Räume und [[Bewusstseinsebene]]n jenseits einer sachlich-rationalen Beschreibung mit Sprache. Klänge bewirken die Verfeinerung des physischen Hörsinnes, die Aktivierung / Stärkung des inneren Hörens, Sehens und Fühlens, die Verbindung der linken und rechten Gehirnhälfte, die Erlebnisse der Synchronisierung aller [[Sinne]], innere Visionen, Erfahrungen tiefer [[Berührtheit]], [[Transformation]]s-Erlebnisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die eigene Stimme kann alte [[Blockade]]n lösen und zum Ausdruck bringen:&#039;&#039;&#039; [[Gefühle]], Ahnungen, plötzliche Aha-Erlebnisse, Träume oder Erinnerungen können auftauchen und unmittelbar zum Ausdruck kommen: Verspannungen und Blockaden in Zellen können sich lösen und uns von und alten Traumatas befreien, die Energiekanäle (Nadis) werden gereinigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Intuition und kreative Intelligenz wird gestärkt.&#039;&#039;&#039; Nada Yoga schafft einen Ausgleich für die heutige „Kopflastigkeit“ vieler Menschen. Dadurch werden die jedem Menschen innewohnenden Selbstregulierungskräfte wieder aktiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nada Yoga ist „singendes [[Pranayama]].“&#039;&#039;&#039; Die eigene Stimme ist „hörbarer Atem - Nada Yoga ist „gesungenes Pranayama“. Singen energetisiert und bringt verbrauchte Enrgien schnell wieder, harmonisiert und fördert die Gesundheit der gesamten Physiologie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nada Yoga ist eine freudvolle und gleichzeitig sehr wirkungsvolle [[Meditation]].&#039;&#039;&#039; Es schult die Aufmerksamkeit und Konzentration auf feinsten Bewußtseinsebenebenen und intensive [[Freude]] und [[Glück]] kann empfunden werden. Es fördert Tiefen-Entspannung, Anhalten des inneren Dialoges / Beendigung des mentalen Lärms, Klang der eigenen Stimme als ein Instrument zur Bewusstseins-Veränderung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Klang ist Bhakti Yoga:&#039;&#039;&#039; Die starke Wirkung des Klang-Yoga entsteht jedoch erst in der Kombination mit einem [[Bewusstsein]], das sich ganz der Klang-Erfahrung widmet und hingibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Jeder kann es!&#039;&#039;&#039; Nada Yoga ist für jeden geeignet, unabhängig von Alter, körperlicher Konstitution etc. Die Praxis hilft vielen, die eigene natürliche Stimme zu finden und sich (wieder) zu trauen, zu singen - was bei vielen auch im Alltag sehr hilfreich sein kann! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;So kann Nada Yoga zu einem Heilungsweg werden&#039;&#039;&#039; über: Selbsterfahrung, Selbsterkenntnis, Stärkung der Intuition und des kreativen Ausdrucks und Kommunikation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Nada Brahma==&lt;br /&gt;
===Klang als Träger der Schöpfung===&lt;br /&gt;
Der Begriff [[Nada Brahma]] bezeichnet den Klang als Träger der Schöpfung. In den [[Upanischaden ]] heißt es: Zuallererst war NICHTS, NICHT-SEIN im All - nur reiner, unendlicher Klang als einzig existierende [[Wirklichkeit]]: „Am Anfang war das Wort“ und zuvor war NICHTS - nur endlose, bewegungslose Stille. Das gesamte Universum entstand, entsteht und wächst immerwährend aus Schwingungen, die als  Vibrationen, Rhythmen und eben Klänge begriffen werden. Dabei entwickelt sich die Schöpfung vom Feinstofflichen aus in das Grobstoffliche, in die Materie hinein. Im Nada Yoga nun gehen wir sozusagen den Weg der Schöpfung rückwärts: wir beginnen mit dem „grobstofflichen, also hörbaren Klang“ und horchen in immer feinere Schichten hinein zum [[Para Nada]] hin. Die völlige Verschmelzung mit ihm ist das Ziel, das zu Sad Chid Ananda führt, der größte [[Glückseligkeit]]. Der uranfängliche „innere Klang“ heißt auf Sanskrit Para Nada und [[Shabda]] - er kann als “unhörbarer Ton“ oder [[anahata nada]] vom Yogi erlebt werden. Er ist nicht über die Ohren wahrnehmbar. Das heilige [[Mantra]] [[OM]] ist ein klanglicher Ausdruck dieses ewigen Klanges und für den Yogi ein „Vehikel“, um sich „zurückzuerinnern“ an sein wahres [[Selbst]] und die Quelle alles Seins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Klang, Sterne und das Licht sind alle im Innern“&lt;br /&gt;
Maharaj Sardar Bahadur Jagat Singh&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Alles klingt - Nada im Mikro - und im Makrokosmos===&lt;br /&gt;
Alles Lebendige ist Schwingung und Klang, vom kleinsten Elementarteilchen über Blütenblätter, Bäume, [[Kristalle]], Berge, Meere, Winde, bis hin zu den Klängen der Planeten und des gesamten [[Kosmos]]. Der Hindu Gott [[Shiva]] tanzt zu den Klängen seiner Trommel ([[Shiva Nataraj]]), von [[Krisna]]s Flöte lassen wir uns betören und von [[Saraswati]]s [[Veena]] heilen und harmonisieren. Die neue Physik bestätigt heute die grundsätzliche Schwingungsqualität und Verbundenheit alles Seienden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im menschlichen Körper pulsiert das Blut, wir können das Herz schlagen hören. Wenn wir die Muskeln in den Armen und Beinen spannen, beginnen wir tatsächlich zu vibrieren - komplizierte chemische und bioelektrische Prozesse in den Muskelfasern verlaufen in Serien von Schwingungen. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Zellen im menschlichen Körper „tönen“: und zwar können sie dumpf murmeln, sphärische Lieder singen oder aber nervenzerfetzenden Lärm schlagen. Krankheiten, hoffen die Forscher, könnten so eines Tages hörbar werden. Für den Menschen ist nur ein kleines Spektrum der Klangwellen hörbar. Gleichwohl wirken auch die unhörbaren Klänge auf uns: sie tragen Informationen, denen wir bewusst oder unbewusst, bemerkt oder nicht, tagein tagaus ausgeliefert sind.  Nada Yoga ist eine machtvolle und gleichzeitig freudvolle Möglichkeit, uns wieder in Harmonie zu bringen, nachdem wir unbewusst und ungewollt unharmonischen Schwingungen ausgesetzt waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Obertonreihe: eine Himmelsleiter ===&lt;br /&gt;
Seit der Antike fußt auch unsere westliche Kultur auf der Idee eines klingenden Univerums. Pythagoras (ca. 580 - 496 v. Chr.) sprach von der Sphärenharmonie; er entwickelte das System der ganzen Zahlen am Monochord und fand bis heute geltende mathematische Gesetze an der Beobachtung der Obertonreihe, die in Nada Yoga eine wichtige Rolle spielt. Obertöne sind all die Töne, die mitschwingen, wenn ein Grundton erklingt. Sie schwingen in ganzzahligen Vielfachen zur Grundfrequenz, unabhängig von der Höhe des Grundtones. Um die Obertöne eines Tones zu errechnen, multipliziert man die Frequenz des Grundtons mit 2, 3, 4, 5, usw. &#039;&#039;&#039;Im Bild unten die ersten sechzehn Obertöne des großen &amp;quot;C&amp;quot;.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ersten fünf Obertöne bilden den Dur-Akkord zum dazugehörigen Grundton. Die rote Kurve zeigt, wie die Intervalle immer kleiner werden, je weiter sie sich vom Grundton entfernen. Die Obertonreihe steigt auf bis in unhörbare Höhen und „schraubt“ sich immer noch höher bis in die Unendlichkeit - wobei die Tonschritte immer kleiner werden - unendlich kleiner.  Oben angefangen entspricht sie der allerhöchsten Schwingung im [[Kosmos]] überhaupt, die so hoch ist, dass sie bereits im Stillstand angekommen ist (Para Nada). Wenn wir den Obertönen lauschen, schraubt sich unsere Wahrnehmung hinein vom Materiellen ins Ätherische, sie transzendiert unser Bewusstsein vom Menschlichen ins Göttliche. Darum ist aus spiritueller und mystischer Sicht eine obertonreiche Musik besonders wertvoll: eine Grundton bezogene oder modale Musik, in der die Obertöne des jeweiligen Grundtones im Laufe des Musikstückes zur Entfaltung kommen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ursprung und Entwicklung==&lt;br /&gt;
===Nada im Veda===&lt;br /&gt;
In Bezug auf Klang ist das [[Veda]] (Wissen) bei weitem das älteste, umfassendste und präziseste Wissen überhaupt. Der Ursprung des Nada Yoga ist das Rezitieren der alten heiligen Texte der Veda vor 3000 bis 5000 Jahren. Das Wissen wurde von Rishis empfangen und wird bis heute vor allem im Sprechgesang mündlich überliefert. Den Kern des Veda bilden die [[Shruti  ]], von den Rishis „gehörte“ Texte oder Offenbarungen, die erst viel später aufgeschrieben wurden. Auch heute hat Nada Yoga und Musik viel damit zu tun, sich für „Inspiration und Intuition“ zu öffnen, für göttliche „Offenbarungen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Rezitieren der heiligen Texte===&lt;br /&gt;
ist der gemeinsame Ursprung aller Musik und allen Gesanges. Musik war gleichzeitig Einweihung in das alte Wissen, war Erfahrung und Ehrung des göttlichen Ursprunges und ein machtvolles Mittel zur Harmonisierung von Mensch und Natur:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Musik und Rezitation als Klangopfer===&lt;br /&gt;
Die [[Rishi]]s entdeckten Schwingungsmuster in der Natur, „Klangströme“, die unmittelbar „körperlich“ erfahren wurden („rasa“).  Sie „nährten“ sie durch ihren rituellen Gesang. So ein “Klangopfer“ hielt die natürlichen Schwingungsmuster aufrecht, stärkte oder beschwichtigte sie, je nachdem, was „not - wendig“ war.  Mantra, Raga und Tala sind solche „Klangströme“, durch die die Natur immer wieder neu belebt wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Musik und ganzheitliche Heilung===&lt;br /&gt;
Bis vor etwa tausend Jahren wurde Musik und [[Tanz]] in Verbindung mit Zeremonien und Ritualen ausschließlich in Tempeln aufgeführt. Musik sollte nicht unterhalten, belustigen oder amüsieren. Gesang war eher so etwas wie eine kraftvolle Klangformeln und sollte die Tempelbesucher verändern und transformieren. Auf der einen Seite hatte dies eine therapeutische Wirkung, Beschwerden zu lindern und Krankheiten zu heilen, auf der anderen Seite hatte es den Zweck, die Aufmerksamkeit derjenigen, die in die Tempel kamen, zu sammeln und einen Zustand von Vertiefung und Konzentration zu schaffen. Das tiefe Verständnis der Wirkungen von Klang auf Organismus, [[Psyche]] und [[Seele]] des Menschen  und seine machtvolle Fähigkeit, alle Energiehüllen ([[Kosha]]s) zu durchdringen und miteinander zu verbinden hat Eingang gefunden in alle Yogawege und ist deren integraler Bestandteil. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===[[Bhakti]] Bewegung===&lt;br /&gt;
Seit dem 6./7. Jahrhundert gab es immer wieder große Bhakti Bewegungen, die gleichzeitig soziale und Friedensbewegungen waren. Sie bezogen aktiv Stellung gegen Kriege zwischen orthodoxen Sekten, Intoleranz gegen Fremde und Andersgläubige, die Macht der Tempel und Vorherrschaft der mächtigen Priesterkaste, die ihre Privilegien sichern wollte. Die Bhakti Bewegung wollte bewirken, dass es jedem Menschen unabhängig von Geschlecht, Kasten, kulturellen, religiöser oder ethnischer Herkunft gleichermaßen möglich und erlaubt war, Zugang zu den Tempeln zu bekommen. Sie bewirkte, dass zu strenge Vorschriften von [[Ritual]]en und [[Puja]]s an Beteutung verloren. Heilige Texte, ehemals ausschließlich in [[Sanskrit]] rezitiert, wurden in de jeweilige Landesspache übersetzt, damit das Volk Zugang zum sonst geheimgehaltenen Wissen der [[Brahmane]]n bekam. Die direkte persönliche Beziehung zum Göttlichen stand im Vordergrund vor einem eher abstrakten Gottesbild im [[Jnana]] Yoga. Wandernde Yogis und Sänger aller Sekten und Religionszugehörigkeiten zogen gemeinsam durchs Land. In diesen Zeiten entstanden wunderschöne Verse und Lieder, [[Bhajan]]s. Berühmte Heilige der Bhaktibewegung in [[Indien]] sind zum Beispiel [[Dschalal ad-Din ar-Rumi]] (1207 - 1273), [[Kabir]] (1440 - 1528) und [[Mirabai]] (1498 - 1546).&lt;br /&gt;
		   		          		   &lt;br /&gt;
===Klassiche indische Musik===&lt;br /&gt;
Die großen Musikweisen des Ostens hatten eine großes Wissen über die Rhythmen der Natur, Jahreswechsel, Tageszeiten, die Planeten und den Kosmos. [[Astrologie]], Heilung und [[Kunst]] gehörten zusammen und fußten alle auf den alten vedischen Schriften. Musik war ein Mittel, sich mit dem Mikro- und dem Makrokosmos, der ganzen Natur in Einklang zu bringen und die Wirkung von Klang stand im Mittelpunkt der indischen Heilkunst. Die Musik und Rezitationen dienten dazu, [[Atmung]], [[Kreislauf]] und [[Verdauung]] zu harmonisieren und die [[Lebensenergie]] zum fließen zu bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutung von Nada im Yoga==&lt;br /&gt;
„Der [[Geist]] existiert so lange, wie es Klang gibt, aber mit dem Aufhören des Klangs gibt es einen Zustand von Sein, der über den Geist erhoben ist. Der Klang geht auf in [[Akshara]] (dem Unvergänglichen), und der klanglose Zustand ist der höchste Sitz. Die karmischen Neigungen von Geist und [[Prana]] werden durch ununterbrochene [[Konzentration]] auf Nada zerstört. Der Geist wird dann im Unbefleckten aufgeschluckt. Darüber besteht kein Zweifel.‟ (Nada Bindu Upanishad)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außer in der Veda, besonders in den [[Upanischaden]], sprechen auch für das Yoga grundlegende Schriften von den besonderen Vorzügen und der mächtigen Wirkung von Klang für die [[Bewusstseinsentwicklung]]: die [[Bhagavad Gita]], die [[Hatha Yoga Prahdibika]] und die [[Yoga Sutra des Patanjali]]. Klänge spielen in vielen Yogadisziplinen eine zentrale Rolle. Allen gemeinsam ist die Ausrichtung auf den ursprünglichen und ewigen Nada oder Naad, dem „Ton der Töne“, dort, wo die Schwingung am allerhöchsten ist. Der Nada Yogi richtet also seine [[Aufmerksamkeit]] vor allem auf die Erfahrung der inneren Klänge, äußere Klänge dienen nur der Vorbereitung. Prana, die Bewegung der Energie im Körper, ist ein Ausdruck von Nada. Mantra in seiner reinsten Form ist eine Manifestation von Nada.	Musik ist ein Ergebnis von Nada.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Nada im Hatha und [[Kundalini Yoga]]===&lt;br /&gt;
Theoretischen Grundlagen des Hatha, Kundalini Yoga und im [[Tantrismus]] fußen auf der Vorstellung eines feinstofflichen Aufbaus des menschlichen Körpers als ein System von Energiebahnen und -zentren, den Nadis und Chakras, das, wie bereits der Name sagt, aufs engste mit Klang verbunden ist. Ein freies Strömen im Energiekörper ist Voraussetzung für ein Fortschreiten des Bewusstseins und ist somit Ziel jeder Yoga Praxis, insbesondere im Pranayama, Hatha und Kundalini Yoga. Nada Yoga hat eine Fülle von Übungen zur Reinigung und Aktivierung des Energiekörpers. Singen ist aktives Pranayama und beschäftigt sich über den Atem intensiv mit den Pranaströmen. Es ist inzwischen erwiesen, dass sich das Atemvolumen von Sängern stark steigert und beruhigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einigen Hatha Yoga [https://www.yoga-vidya.de/seminare/interessengebiet/asanas-als-besonderer-schwerpunkt/ Asanas] wird Klang und/oder die Vorstellung von Klang aktiv genutzt, zum Beispiel: [[Bhramari]] Pranayama oder der [[Löwe]] [[Asana]].Im heute sehr beliebten sogenannten „Klangyoga“ wird Hatha Yoga begleitet mit [[Klangschalen]], [[Gong]]s, [[Monochord]] oder indischen Instrumenten wie [[Tampura]] oder [[Sitar]]. Im Kundalini Yoga spielen die [[Bija]] Mantras eine große Rolle in Zusammenhang mit der Visualisierung von [[Yantra]] und bestimmten Körperhaltungen ([[Mudra]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Stadien und Qualitäten des Nada===&lt;br /&gt;
Die Upanischaden berichten von vier Stadien des Klanges, die sich unterscheiden sich in Bezug auf Frequenz, Feinheit und Stärke. Klang entwickelt sich vom Subtilen ins Materiell-Stoffliche, beginnend mit Para Nada und Pashianti, die akustisch nicht hörbar sind, gefolgt von Madhyama, dem mittleren oder „Flüsterklang“ und schließlich Vaikhari, dem gröbsten „hörbaren“ Klang.  Der Nada Yogi lauscht auf die „inneren“ Klänge, um die subtilsten Schichten der Wahrnehmung zu erfahren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[[Para Nada]]&#039;&#039;&#039; hat die Qualität der Seele, es ist der transzendente Klang oder nicht-angeschlagene Ton in allerhöchster Schwingungsfrequenz. Dort erreicht er absolute Stille und Unendlichkeit und enthält doch gleichzeitig alle Klänge. Seine Form und Natur ist [[Jyoti]] (reines Licht). Er kann nicht akustisch wahrgenommen werden, wohl aber im Herzraum spürbar als „anahata Klang“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[[Pashyanti]]&#039;&#039;&#039; hat die Qualität des Geistes, ist gröber als Para und ist ebenfalls nicht akustisch hörbar. Pashyanti bedeutet auf Sanskrit „was man sehen oder sich vorstellen kann&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[[Madhyama]]&#039;&#039;&#039; hat die Qualität der Sprechorgane, Madhyama ist feiner als der Vaikhari hat aber weniger Schwingungen hat als Para und Pashyanti. Madhyama bedeutet „dazwischen‟ oder „mitten&amp;quot;. Der Zwischenlaut wird „wie der Klang vom Flüstern‟ genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[[Vaikhari]]&#039;&#039;&#039; ist der gewöhnlich hörbare, materielle Klang und hat die grobe Qualität der physischen Organe. Vaikhari wird durch [[Ahata]], das Anschlagen zweier Gegenstände, hervorgebracht. Die meisten Nada Yoga Praktiken beginnen mit diesem physischen Klang als Vehikel, um in feinere Wahrnehmungsschichten einzutauchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Nada, [[Laya Yoga]] &amp;amp; [[Pratyahara]]===&lt;br /&gt;
Insofern Nada Yoga zu einem Zustand vollständigen Ruhens führen kann, wirkt es stark befreiend und löst die allertiefsten Blockierungen und Hemmungen des Geistes. Deshalb ist Nada Yoga Teil eines Zweiges, der Laya Yoga genannt wird (Laya = Auflösen). Die Sinne werden „eingefangen“ durch den süßen Klang, der Klang hilft, die Aufmerksamkeit zu sammeln  und die Sinne von äußeren Objekten abzuziehen. Klang also unterstützt Prathyahara, das Zurückziehen oder kontrollieren der Sinnesaktivitäten. Dazu ein Zitat von Swami Sivananda: &amp;quot;Nada fängt den Geist. Der Geist erreicht Laya durch süßen Nada. Deshalb kannst Du den Geist leicht kontrollieren durch das Üben von Nada Yoga.‟&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Nada Yoga Praktiken==&lt;br /&gt;
===Lauschendes Hören===&lt;br /&gt;
In gewisser Weise kann jedes bewusste, hingebungsvolle Lauschen auf Klänge bereits als Nada Yoga bezeichnet werden, zum Beispiel: Lauschen in der Natur, Lauschen auf Musik (z.B. in Konzerten), Klangmeditationen zu heilenden Zwecken ([[Ayurveda]], [[Klangmassage]]n). Bewusstes Lauschen ist eine sehr wirksame Weise, sich vom Anstrengungen, [[Stress]], begativen Gedanken und vielem mehr zu befreien und sich in Einklang zu setzen mit sich selbst. Das Lauschen macht es leicht, sich den Klängen ganz und gar hinzugeben und sich dabei tief zu entspannen, um so die Selbstheilungskräfte des Körpers anzuregen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Klangtherapie]]n können den physischen Körper, [[Astralkörper]] und Geist strukturieren, energetisieren, harmonisieren und beruhigen und auf das Hören der „inneren Klänge“ vorbereiten. Der Klient liegt meist in tiefer Entspannung lauscht man den Klängen von Gongs, von Klangschalen, einem Monochard oder man liegt auf einer [[Klangliege]], so dass der Körper die Schwingungen gut aufnehmen kann. Auch hierzu gehören gesungene [[Ragas]], die auch für Heilzwecke eingesetzt werden können und natürlich auch ganze Konzerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „lauschende Hören“ ([[Nada Upasana]]) ist die grundlegende Übung im Nada Yoga überhaupt, wobei die Aufmerksamkeit auf verschiedenen Aspekten des Klanges liegt: auf subtile Klänge, auf das Mantra, das Wort, auf den Ton selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Konzentration auf subtile Klänge===&lt;br /&gt;
Das Lauschen kann gezielt als Übung eingesetzt werden zur Vertiefung der meditativen Konzentration: Das Nada Trataka - Konzentration auf den inneren Klang und „den Ton der Töne“. Letzteres ist hier vor allem bekannt geworden durch [[Swami Janakananda]].  Mithilfe von Mudras und Bhandas sowie Pranayama übt sich der Nada Yogi darin, unmittelbar zum ursprünglichen, feinsten, innersten Klang vorzudringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Mantra [[Japa]] und das Rezitieren von heiligen Texten===&lt;br /&gt;
ist selbst bereits ein [[Schutz]] für den Geist, da sie ihn vom pausenlosen Herumwandern abbringt. Durch Wiederholung heiliger Klänge wird dem Geist ein [[Fokus]] gegeben, auf den er sich richten kann, so dass er sich beruhigt. Beim Mantra Japa werden Mantras über einen längeren Zeitraum rezitiert, und zwar erst laut ausgesprochen (oder gesungen), dann geflüstert, gedanklich rezitiert und schließlich „lauscht“ man auf den inneren „Nachhall“. Erst wenn die völlige Gedankenleere erreicht ist, kann der Klang wahrgenommen werden, der hinter allem verborgen liegt, der ewige Klangstrom des Seins. Das Mantra also braucht die [[Kraft]] des Klanges zur [[Transformation]] des Bewusstseins. Die fortgeschrittenen Form der Mantrarezitation ist entsprechend auch die stille Praxis  - bis das Mantra nur noch gedacht wird und danach sogar der [[Gedanke]] ans Mantra aufhört. Die Stadien der Klangentfaltung werden „rückwärts“ nachvollzogen, um so zur Erfahrung von Para Nada zu kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Musik als Ergebnis von Nada ==&lt;br /&gt;
Viele der Prinzipien der Nada Yoga Lehre haben sich bis heute in der klassisch indischen Musik erhalten, von denen hier nur einige genannt sind:&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Grundtonbezogene Musik:&#039;&#039;&#039; Die Musik Indiens ist grundsätzlich grundtonbezogen und folgt der natürlichen Tonleiter. Mit ihren sieben Swaras: Sa, Re, Ga, Ma, Pa, Dha und Ni. Der Grundton Sa schwingt immer mit und alle anderen Töne entspringen aus ihm. Er entspricht dem ewigen Klangstrom des OM, der heiligsten aller Silben des Ostens. [[Patanjali]] sagt, dass der Grundton „die Pferde zurück in den Stall” bringt, er erdet, zentriert und lässt dich „zuhause ankommen“ und wieder „ganz bei dir sein”.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der individuelle Grundton:&#039;&#039;&#039; So wie Planeten und Zellen ihren eigenen Klang haben, so gilt das auch für den Menschen: Über den individuellen Grundton hat der indische Physiker und Musiker [[Vemu Mukunda]] (1929-2000) geforscht und eine Methode gelehrt, die er „Nada Brahama Methode“ nennt. Der/die Praktizierende begibt sich über den Klang der Stimme in [[Resonanz]] mit seinem eigenen Schwingungssystem. Der dabei erfahrene sogenannte Grund- und Wesenston wird zur harmonischen Basis für alle weiteren Klänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Mikrotöne und das Gleiten zwischen den Tönen:&#039;&#039;&#039; Das Gleiten zwischen den Tönen durch alle Zwischentöne (Shrutis) entspricht den gleitenden Farbübergängen im Regenbogen, keine Nuance wird ausgelassen, alle Qualitäten sind möglich und [[Harmonie]] wird zugelassen im vollständigen Ton- oder [[Lichtspektrum]]. In der Nada [[Stimmtherapie]] wird dies ganz gezielt genutzt für die Harmonisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das Benennen der Noten:&#039;&#039;&#039; Beim Singen der Skala werden die Noten immer benannt, was für uns zunächst ungewohnt ist, aber eine enorme Koordinierung der beiden Gehirnhälften fördert.		&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[[Raga]] und [[Tala]]:&#039;&#039;&#039; Die indischen Ragas (Melodiestrukturen) und Tala (Rhythmen) sind „der Natur abgelauscht“ - sind Klangströme der Natur“ und bewirken unterschiedliche Bewusstseinszustände. Ragas werden verstanden als Wesenheiten der Natur, die der Musiker „empfängt“ und durch sich hindurch strömen lässt. Der Musiker stellt sich sozusagen zur Verfügung, etwas Mächtigeres, Göttliches empfangen und weitergeben zu dürfen. [[Improvisation]] ist dabei äußerer Ausdruck des im Moment empfangenen Flusses von [[Inspiration]]. Die Zuhörer sind seine Zeugen, das „Konzert“ ist gemeinsame Meditation, nur dass der Sänger den Vorteil hat, das von allen im Moment geteilte Bewusstsein erklingen lassen zu dürfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Kunst der Nicht-Identifikation:&#039;&#039;&#039; Die Stimmbildung folgt keinem irgendwie gearteten ästhetischen [[Ideal]] sondern ist „nur“ das „einfache“ Hörbar-Werden-Lassen des Atems. Gesang ist „Ergebnis von Prana“, äußerer Ausdruck des inneren Erlebens, des Lauschens nach innen, der stimmhaften Meditation. Gemeint ist hier ein Ausdruck ohne Ich-Verhaftung in einer Kunst der Nicht-Identifikation des Künstlers mit seinem Produkt. Dabei sind bestimmte Ragas auch bestimmten Grundgefühlen, den [[Bhava]]s, zugeordnet, die wiederum mit den Körper- und Handhaltungen im Tanz, den Mudras, korrespondieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Singen ist der äußere Ausdruck von Nada Yoga.&#039;&#039;&#039; Darum ist im Indischen der Weg dorthin ziemlich lang. Es dauert Monate, wenn nicht Jahre, dass der Schüler ausschließlich den Grundton singt, bis er im Klang mit Körper, Atem und Geist ganz eins geworden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Nada Yoga – alles ist [[Klang]]==&lt;br /&gt;
Artikel von Anne-Careen Engel, erschienen im Yoga Vidya Journal Nr. 27, Herbst 2013&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nada ist das [[Sanskrit]]-Wort für Strömung,&lt;br /&gt;
[[Bewegung]], [[Energie]] oder auch Klang. Nad&lt;br /&gt;
oder Nada wird in den [[Veden]] als die allerursprünglichste&lt;br /&gt;
Energie und [[Quelle]] alles&lt;br /&gt;
Seienden aufgefasst. Der große [[Sufi]] Lehrer&lt;br /&gt;
Hazrat Inayat Khan sagt: „[[Schöpfung]] ist die&lt;br /&gt;
[[Musik]] [[Gott]]es.” Mit anderen Worten: das&lt;br /&gt;
gesamte [[Universum]] entstand aus Klang und&lt;br /&gt;
wird beständig neu aus Klang geboren,&lt;br /&gt;
– Klang, der widerhallt und sich in der&lt;br /&gt;
gesamten Natur manifestiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Yoga bedeutet [[Einheit]], EINS-Sein mit&lt;br /&gt;
ALLEM – und beschreibt das [[Wissen]], die&lt;br /&gt;
[[Lehre]] und Wege hin zu diesem Ziel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nada Yoga benutzt die [[Transformation|transformieren]]de&lt;br /&gt;
[[Kraft]] des Klanges, um EINS zu werden – EINS&lt;br /&gt;
und EINIG mit sich selbst und der [[Welt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Nada Yoga ist Balsam für die [[Seele]]: einfach, freudvoll und zugleich sehr wirkungsvoll===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
• einfach, weil jeder diesen Weg gehen kann. Egal welchen&lt;br /&gt;
Alters, ob mit oder ohne musikalischer Vorbildung, auch beson -&lt;br /&gt;
ders für Menschen, die ihre [[Stimme]] erst erkunden wollen.&lt;br /&gt;
• freudvoll, weil die [[Musik]] die [[Sinne]] anspricht, das Gemüt&lt;br /&gt;
beruhigt und [[Singen]], wie man heute weiß, die Ausschüttung&lt;br /&gt;
von [[Glückshormonen]] anregt und [[Angst]]empfinden hemmt.&lt;br /&gt;
• wirksam weil Nada [[Ganzheitlichkeit|ganzheitlich]] wirkt auf [[Körper]], Seele und&lt;br /&gt;
[[Geist]] und unmittelbar die [[Prana]]-Stöme im Körper wieder&lt;br /&gt;
zum Fließen bringt, reguliert, harmonisiert und anregt. Das&lt;br /&gt;
[[Leben]] kann wieder durch die Energiebahnen „strömen”.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ursprung des Nada Yoga geht auf die ersten Gesänge der&lt;br /&gt;
Veden zurück. Es lässt sich zu Recht sagen, dass Nada Yoga&lt;br /&gt;
der älteste Yoga überhaupt ist, aus dem sich alle anderen&lt;br /&gt;
Yogarichtungen entwickelt haben. So sind uns heute einzelne&lt;br /&gt;
Aspekte des Nada Yoga aus verschiedenen Yogarichtungen&lt;br /&gt;
bekannt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
• im [[Bhakti]] [[Yoga]] werden [[Mantra]]s und heilige Texte rezitiert&lt;br /&gt;
• im [[Satsang]] singen wir, um unsere Gemeinschaft zu stärken&lt;br /&gt;
• im [[Kundalini Yoga]] benutzen wir Mantras und [[Yantra]]s zur&lt;br /&gt;
[[Reinigung]] der [[Chakren]]&lt;br /&gt;
• in der [[Meditation]] lauschen wir auf äußere und innere Klänge&lt;br /&gt;
• im [[Klang]] Yoga wird die [[Hatha Yoga]] Praxis mit Klängen begleitet&lt;br /&gt;
• zur [[Tiefenentspannung]] lauschen wir [[Klangreise]]n&lt;br /&gt;
Man kann sagen, dass es grob 2 Hauptrichtungen im klassischen&lt;br /&gt;
Nada Yoga gibt. Das reine Lauschen auf die inneren&lt;br /&gt;
Klänge, so wie es in der [[Nad]]-[[Bindu]] [[Upanishad]] der [[Rig Veda]]&lt;br /&gt;
beschrieben wird und die [[Praxis]] über den äußeren Klang, die&lt;br /&gt;
am reinsten in der klassischen indischen Musik bis heute überliefert&lt;br /&gt;
ist. Auf diese zweite Richtung beziehe ich mich im Folgenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie basiert bis heute auf den Prinzipien des Nada&lt;br /&gt;
Yoga und klingt und wirkt darum auch ganz anders als unsere&lt;br /&gt;
westliche Musik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Musik und Natur – ein Erlebnis mit [[Krishna]]s Biene===&lt;br /&gt;
Ich lernte Nada Yoga kennen über Tim Jones, den Meisterschüler&lt;br /&gt;
von Shivashankara Pannikar, einem Sänger aus Karnataka.&lt;br /&gt;
Als Tempelmusiker in [[Kerala]], Süd-Indien, viele Jahre&lt;br /&gt;
lang zuständig für die Ausrichtung der [[Ritual]]e. Ich lernte ihn&lt;br /&gt;
kennen während meines ersten Aufenthaltes in [[Indien]] 2005,&lt;br /&gt;
ein gutes Jahr bevor er seinen Körper verließ. Wir lebten und&lt;br /&gt;
lernten in seinem Haus und Garten. Er unterrichtete schon&lt;br /&gt;
nicht mehr selber, aber er zeigte mir mit unendlich viel Freude&lt;br /&gt;
und [[Liebe]] die [[Ayurveda|ayurvedisch]]en Pflanzen in seinem Garten, die er&lt;br /&gt;
täglich beobachtete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bekam damals zum ersten Mal eine Ahnung davon, wie&lt;br /&gt;
Musik und [[Natur]] zusammen wirken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir trafen uns zum Unterricht jeden Vor- und Nachmittag in&lt;br /&gt;
einer Gartenlaube aus Bambus, zu allen Seiten hin ganz und&lt;br /&gt;
gar offen. Es gab keinen Sicht-, Wind- oder Lärmschutz, dennoch&lt;br /&gt;
gab sie uns das Gefühl eines natürlichen Musiktempels.&lt;br /&gt;
Nach und nach tauchten wir tiefer ein in die Natur der „[[Raga]]s“,&lt;br /&gt;
der uns zunächst so fremd klingenden indische Melodiestrukturen,&lt;br /&gt;
die meist [[Götter]]n und den Rhythmen in der Natur gewidmt&lt;br /&gt;
sind (z.B. Jahres- und Tagesrhythmen). Ich begann auch&lt;br /&gt;
zu spüren, welch unterschiedliche [[Bewusstsein]]szustände sie&lt;br /&gt;
in uns wach riefen und lernte die Qualitäten der indischen&lt;br /&gt;
Gottheiten auf ganz und gar neue und faszinierende Weise&lt;br /&gt;
wahrzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende der Zeit passierte etwas, was wie ein [[Wunder]] auf&lt;br /&gt;
mich wirkte: Wir hatten in der Zwischenzeit ein zauberhaftes&lt;br /&gt;
Krishnalied mit dem Titel „Murali“ ganz gut gelernt mit dem&lt;br /&gt;
ihm gewidmeten Raga und sangen es bereits lange am Morgen,&lt;br /&gt;
als plötzlich eine dort sehr selten sichtbare dicke schwarze&lt;br /&gt;
Biene zu uns in die Laube schwirrte und sich offensichtlich&lt;br /&gt;
sehr wohl fühlte. Indu, die Tochter von Guruji (wie wir Shivashankara&lt;br /&gt;
Pannikar kurz nannten) lachte auf und sagte, dies&lt;br /&gt;
sei Krishnas Biene! Sie bohrt Löcher in das Schilfrohr in Brindavan&lt;br /&gt;
(Krishnas Heimatort), um darin ihre Nester zu bauen.&lt;br /&gt;
Dadurch beginnt der Bambuswald zu singen, wenn der Wind&lt;br /&gt;
hindurch geht und Krishna nutze den durchbohrten Bambus&lt;br /&gt;
als Flöte, sein „Murali“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sangen für Krishna, die Natur antwortete auf ihre Weise&lt;br /&gt;
- vielleicht einfach nur ein Zufall? Seitdem beobachte ich oft,&lt;br /&gt;
wie die Vögel sich plötzlich zeigen auf der Hecke vorm Studio&lt;br /&gt;
und mitsingen oder einfach nur zuhören. Jedenfalls kann ich&lt;br /&gt;
mir heute viel eher vorstellen, dass es wirklich stimmt, wenn&lt;br /&gt;
es zum Beispiel heißt, dass die großen Musikheiligen Indiens&lt;br /&gt;
den Regen „herbeisangen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn ich dann in modernen, wissenschaftlichen Büchern&lt;br /&gt;
über die physikalischen Wirkungen von Resonanz lese, dem&lt;br /&gt;
formbildenden Prinzip in der Natur überhaupt, dann verstehe&lt;br /&gt;
ich die Welt um mich herum plötzlich ganz neu...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Heilkraft im klassischen Nada Yoga===&lt;br /&gt;
Sie beruht auf einer besonderen Art zu singen, nämlich so,&lt;br /&gt;
dass [[Atem]]fluss, Stimme, Rhythmus und Tonfrequenzen unmittelbar&lt;br /&gt;
auf die Energiebahnen im Körper wirken - nicht&lt;br /&gt;
umsonst heißen sie „[[Nadis]]“ - also direkt übersetzt eigentlich&lt;br /&gt;
„Klangbahnen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Wirkungsweise des klassischen Nada Yoga===&lt;br /&gt;
Der Klangstrom erzeugt feine Vibrationen, “massiert” den Körper&lt;br /&gt;
“von innen” bis in die feinstofflichen Schichten der Chakras&lt;br /&gt;
und Nadis – (Energie- oder eben „Klangbahnen“ im Körper).&lt;br /&gt;
Atmung, [[Kreislauf|Blutkreislauf]], [[Stoffwechsel]] und andere Körperfunktionen&lt;br /&gt;
kommen wieder miteinander “in Einklang“, Drüsenfunktionen&lt;br /&gt;
werden angeregt. Zum Beispiel werden beim Singen&lt;br /&gt;
Melantonine ausgeschüttet, die sog. “Glückshormone”.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtig ist der im Nada Yoga stets begleitende Grundton. Alle&lt;br /&gt;
anderen Töne entstehen aus ihm und kehren am Ende wieder&lt;br /&gt;
zu ihm zurück. Die darauf basierende Praxis des Nada Yoga&lt;br /&gt;
nenne ich die „Sieben Töne des [[Licht]]s“ (™), sie entfalten ihre&lt;br /&gt;
Farben aus dem Grundton, wie die Farben des Regenbogens&lt;br /&gt;
aus dem weißen Licht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Patanjali]] sagt: Der Grundton hole „... die Pferde zurück in den&lt;br /&gt;
Stall“ und meint damit, dass all die beim Singen freiwerdenden&lt;br /&gt;
Stimmungen und Gefühle sich wieder setzen, sammeln, wir&lt;br /&gt;
tief „bei uns selbst zuhause ankommen“ und unsere Mitte&lt;br /&gt;
finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nada Yoga entwickelt die natürliche Stimme jenseits aller&lt;br /&gt;
Moden und musikalischer Stilrichtungen. Die natürliche&lt;br /&gt;
Stimme basiert auf der Sprechstimme, ist sehr körperlich und&lt;br /&gt;
geerdet und gerade auch für Menschen geeignet, denen früher&lt;br /&gt;
vielleicht einmal eingeredet wurde, „sie könnten nicht singen“.&lt;br /&gt;
So etwas gibt es im Nada Yoga nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über die natürliche Stimme kann auch der persönliche Grundton&lt;br /&gt;
bestimmt werden, der, einmal gefunden – wesentlich zur&lt;br /&gt;
[[Harmonie|Harmonisierung]] des ganzen Wesens beiträgt und jedem hilft,&lt;br /&gt;
auf die ihm angemessene Weise in Resonanz zu treten mit&lt;br /&gt;
seiner Umwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Anne-Careen Engel===&lt;br /&gt;
Lebt nach jahrelanger Theaterarbeit als&lt;br /&gt;
freie Künstlerin und Lehrerin für Yoga,&lt;br /&gt;
Meditation und Nada Yoga in Hamburg.&lt;br /&gt;
Sie entwickelte aufbauend auf der Jahrtausende&lt;br /&gt;
alten, ursprünglichen Praxis ein&lt;br /&gt;
Nada Yoga, das alte und neue Stimm und&lt;br /&gt;
Klangwege vereint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
*[[Kundalini Yoga]]&lt;br /&gt;
*[[Musik]]&lt;br /&gt;
*[[Ton]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* Hazrat Inayat Khan: Musik und kosmische Harmonie aus mystischer Sicht, Weinstadt, 2004.&lt;br /&gt;
* Joachim Ernst Berendt: „Nada Brahma“ in: &#039;&#039;Die Welt ist Klang&#039;&#039;,  Frankfurt, 1983. &lt;br /&gt;
* Ders. „Das dritte Ohr“ in: &#039;&#039;Vom Hören der Welt&#039;&#039;, Frankfurt, 1985.&lt;br /&gt;
* Ders. „Ich höre - also bin ich“ in &#039;&#039;Hör-Übungen - Hör-Gedanken&#039;&#039;, München, 1993.&lt;br /&gt;
* Barbra Irmer, Carmen Mager: &#039;&#039;Nada Yoga - Hinwendung zum inneren Klang&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Gunda Dietzel: &#039;&#039;Der individuelle Klang der menschlichen Stimme, Einführung in das Nada Brahma System nach Vemu Mukunda&#039;&#039;, Kisslegg, 2001.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[http://www.sa-re-ga.de/resonanzen/ SAReGa Yoga und Klang]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/kundalini-yoga/kundalini-uebungen/mantra-yoga/ Mantra Yoga]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/?tx_pxdyogaseminare_pi1%255Buid%255D=26075 Seminarsuche bei Yoga Vidya]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/chakra/ Chakraportal]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/prana/ Pranaportal]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/leiter/anne-careen-engel/ Nada Yoga Seminare und Ausbildungen]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/ausbildung-weiterbildung/spezielle-ausbildung/nada-yoga-grundausbildung/ Nada Yoga Grundausbildung]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga Vidya Journal]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gesundheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilung]]&lt;br /&gt;
{{strf}}&lt;br /&gt;
{{dnf}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
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		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Nada_Yoga&amp;diff=120003</id>
		<title>Nada Yoga</title>
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		<updated>2014-07-06T12:41:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Nada Yoga&#039;&#039;&#039; ([[Sanskrit]]: nāda yoga &#039;&#039;m.&#039;&#039;): [[Yoga]] des [[Klang]]es. Nada Yoga ist eine rund 5000 Jahre alte metaphysische [[Philosophie]] und Praxis aus [[Indien]]. Sie wurzelt in der Annahme, dass die gesamte [[Schöpfung]] aus [[Vibration]]en, [[Schwingung]]en hervorgegangen ist, besteht und immer wieder neu kreiert wird und dass alles Existierende durch eben diese Schwingungen miteinander verbunden ist: Nada Brahma, die Welt ist Klang. Diese Schwingungen werden im [[Sanskrit]] „Nad“, „Naad“ oder „Nada“ genannt. Nada bedeutet auch [[Prozess]], Strom von [[Bewusstsein]] oder eben Klang. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nada [[Yoga]] meint [[Einheit]] oder Vereinigung mit dem ewigen Klang als Quelle alles Lebendigen. Es beruht auf der Erfahrung, dass hinter den hörbaren Klängen eine Welt der transzendenten, schöpferischen Klänge existiert, die uns mit dem göttlichen Ursprung verbinden, unserem [[Seele]]ngrund, dem [[Atman]], das im [[Brahman]], dem Grund allen [[Sein]]s, wohnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Praxis des Nada Yoga beruht auf dem tiefen Wissen über Beschaffenheit und Wirkung von Klängen auf den [[Mensch]]en und auf die ganze [[Natur]], insbesondere auf den feinstofflichen [[Körper]] mit einem System von Energie- oder eben „Klangbahnen“, den [[Nadi]]s und [[Chakra]]s. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klänge und Musik wurden im [[Ayurveda ]] und von vielen indischen [[Weise]]n, Propheten und [[Yogi]]s als mächtiges Mittel zur [[Heilung]] geistiger, emotionaler und körperlicher Probleme gesehen und sie sollen dabei helfen, [[Moksha ]] zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nada Yoga ist der älteste [[Weg]] in der Yogatradition überhaupt und integraler Bestandteil verschiedener Yogawege. Es heißt, es sei der direkteste Weg zur Erfahrung von [[Sad Chid Ananda]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|YUvccUVe1p0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Swami Sivananda über Nada Yoga==&lt;br /&gt;
Setze Dich in [[Padmasana]] oder [[Siddhasana]] oder [[Sukhasana]]. Verschließe die Ohren mit den Daumen. Dies ist Shanmukhi [[Mudra]] oder Vaishnavi [[Mudra]]. Lausche der Musik der [[Anahata]]-Klänge. Du wirst Dich dabei wunderbar konzentrieren können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Praktiziere mit der Atmung [[Japa]] ([[Ajapa]] Japa – ständige Wiederholung eines [[Mantra]]s) mit dem Mantra &amp;quot;[[Soham]]&amp;quot; oder irgendeinem anderen Mantra. Praktiziere ein oder zwei Monate lang [[Pranayama]]. Dann wirst du die zehn Klänge klar und deutlich hören und dich an der Musik der [[Seele]] erfreuen. Die Klänge, die du hörst, machen dich taub für alle Klänge und Geräusche von außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lass alle weltlichen [[Gedanke]]n fahren. Bringe deine [[Leidenschaft]]en unter [[Kontrolle]]. Sei gleichgültig gegenüber allen Objekten. Praktiziere [[Yama]] ([[Selbstbeherrschung]], Selbstbeschränkung) oder [[Sadachara]] (richtige Führung). Richte Deine [[Aufmerksamkeit]] auf den [[Klang]], der den [[Geist]] zum [[Schweigen]] bringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Klang erfüllt den Zweck eines spitzen Treibstocks, der den Elefanten, den Geist,  kontrollieren soll, der im Lustgarten sinnlicher Objekte umherschweift. Er erfüllt den Zweck einer Schlinge, die das Rotwild – [[Chitta]] - festhalten soll. So wie die Biene, die sich am Honig labt, sich nicht um den [[Duft]] kümmert, genauso wenig sehnt sich der Geist, der im Klang aufgeht, nach sinnlichen Objekten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste Klang ist Chini, der zweite Chinichini. Der dritte ist der Klang einer Glocke. Der vierte ist wie der Klang einer Muschel. Der fünfte ist wie der Klang einer Laute, der sechste wie eine Zimbel. Der siebte ist wie der Klang einer Flöte, der achte wie der einer Trommel. Der neunte ist wie der Klang einer [[Mridanga]], der zehnte wie Donnergrollen. Höre den inneren Klang im rechten Ohr. Lasse deine Konzentration von den groben Klängen zu den feinen wandern. Der Geist wird bald in den Klängen aufgehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der siebten Stufe erhältst du [[Wissen]] über geheime Dinge. Auf der achten Stufe hörst du den [[Paravak]] (schöpferischen Urklang, Logos). Auf der neunten Stufe entwickelst du das göttliche Auge. Auf der zehnten Stufe erreichst du [[Para Brahman]]. Der Klang nimmt den Geist gefangen. Der Geist wird eins mit dem Klang so wie [[Milch]] mit Wasser eins wird. Er geht in [[Brahman]] oder dem Absoluten auf. Dann erreichst du den Ort ewiger [[Glückseligkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
copyright by [http://www.sivanandaonline.org/public_html/ Divine Life Society]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warum Nada Yoga?==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Klang verbindet alle Ebenen unseres Seins.&#039;&#039;&#039; Klang hat die Eigenschaft, innere und äußere Welten miteinander zu verbinden. Klang durchdringt alle Schichten ([[Koshas]]) des Körpers. Lauschend erfahren wir Klang-Räume und [[Bewusstseinsebene]]n jenseits einer sachlich-rationalen Beschreibung mit Sprache. Klänge bewirken die Verfeinerung des physischen Hörsinnes, die Aktivierung / Stärkung des inneren Hörens, Sehens und Fühlens, die Verbindung der linken und rechten Gehirnhälfte, die Erlebnisse der Synchronisierung aller [[Sinne]], innere Visionen, Erfahrungen tiefer [[Berührtheit]], [[Transformation]]s-Erlebnisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die eigene Stimme kann alte [[Blockade]]n lösen und zum Ausdruck bringen:&#039;&#039;&#039; [[Gefühle]], Ahnungen, plötzliche Aha-Erlebnisse, Träume oder Erinnerungen können auftauchen und unmittelbar zum Ausdruck kommen: Verspannungen und Blockaden in Zellen können sich lösen und uns von und alten Traumatas befreien, die Energiekanäle (Nadis) werden gereinigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Intuition und kreative Intelligenz wird gestärkt.&#039;&#039;&#039; Nada Yoga schafft einen Ausgleich für die heutige „Kopflastigkeit“ vieler Menschen. Dadurch werden die jedem Menschen innewohnenden Selbstregulierungskräfte wieder aktiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nada Yoga ist „singendes [[Pranayama]].“&#039;&#039;&#039; Die eigene Stimme ist „hörbarer Atem - Nada Yoga ist „gesungenes Pranayama“. Singen energetisiert und bringt verbrauchte Enrgien schnell wieder, harmonisiert und fördert die Gesundheit der gesamten Physiologie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nada Yoga ist eine freudvolle und gleichzeitig sehr wirkungsvolle [[Meditation]].&#039;&#039;&#039; Es schult die Aufmerksamkeit und Konzentration auf feinsten Bewußtseinsebenebenen und intensive [[Freude]] und [[Glück]] kann empfunden werden. Es fördert Tiefen-Entspannung, Anhalten des inneren Dialoges / Beendigung des mentalen Lärms, Klang der eigenen Stimme als ein Instrument zur Bewusstseins-Veränderung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Klang ist Bhakti Yoga:&#039;&#039;&#039; Die starke Wirkung des Klang-Yoga entsteht jedoch erst in der Kombination mit einem [[Bewusstsein]], das sich ganz der Klang-Erfahrung widmet und hingibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Jeder kann es!&#039;&#039;&#039; Nada Yoga ist für jeden geeignet, unabhängig von Alter, körperlicher Konstitution etc. Die Praxis hilft vielen, die eigene natürliche Stimme zu finden und sich (wieder) zu trauen, zu singen - was bei vielen auch im Alltag sehr hilfreich sein kann! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;So kann Nada Yoga zu einem Heilungsweg werden&#039;&#039;&#039; über: Selbsterfahrung, Selbsterkenntnis, Stärkung der Intuition und des kreativen Ausdrucks und Kommunikation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Nada Brahma==&lt;br /&gt;
===Klang als Träger der Schöpfung===&lt;br /&gt;
Der Begriff [[Nada Brahma]] bezeichnet den Klang als Träger der Schöpfung. In den [[Upanischaden ]] heißt es: Zuallererst war NICHTS, NICHT-SEIN im All - nur reiner, unendlicher Klang als einzig existierende [[Wirklichkeit]]: „Am Anfang war das Wort“ und zuvor war NICHTS - nur endlose, bewegungslose Stille. Das gesamte Universum entstand, entsteht und wächst immerwährend aus Schwingungen, die als  Vibrationen, Rhythmen und eben Klänge begriffen werden. Dabei entwickelt sich die Schöpfung vom Feinstofflichen aus in das Grobstoffliche, in die Materie hinein. Im Nada Yoga nun gehen wir sozusagen den Weg der Schöpfung rückwärts: wir beginnen mit dem „grobstofflichen, also hörbaren Klang“ und horchen in immer feinere Schichten hinein zum [[Para Nada]] hin. Die völlige Verschmelzung mit ihm ist das Ziel, das zu Sad Chid Ananda führt, der größte [[Glückseligkeit]]. Der uranfängliche „innere Klang“ heißt auf Sanskrit Para Nada und [[Shabda]] - er kann als “unhörbarer Ton“ oder [[anahata nada]] vom Yogi erlebt werden. Er ist nicht über die Ohren wahrnehmbar. Das heilige [[Mantra]] [[OM]] ist ein klanglicher Ausdruck dieses ewigen Klanges und für den Yogi ein „Vehikel“, um sich „zurückzuerinnern“ an sein wahres [[Selbst]] und die Quelle alles Seins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Klang, Sterne und das Licht sind alle im Innern“&lt;br /&gt;
Maharaj Sardar Bahadur Jagat Singh&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Alles klingt - Nada im Mikro - und im Makrokosmos===&lt;br /&gt;
Alles Lebendige ist Schwingung und Klang, vom kleinsten Elementarteilchen über Blütenblätter, Bäume, [[Kristalle]], Berge, Meere, Winde, bis hin zu den Klängen der Planeten und des gesamten [[Kosmos]]. Der Hindu Gott [[Shiva]] tanzt zu den Klängen seiner Trommel ([[Shiva Nataraj]]), von [[Krisna]]s Flöte lassen wir uns betören und von [[Saraswati]]s [[Veena]] heilen und harmonisieren. Die neue Physik bestätigt heute die grundsätzliche Schwingungsqualität und Verbundenheit alles Seienden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im menschlichen Körper pulsiert das Blut, wir können das Herz schlagen hören. Wenn wir die Muskeln in den Armen und Beinen spannen, beginnen wir tatsächlich zu vibrieren - komplizierte chemische und bioelektrische Prozesse in den Muskelfasern verlaufen in Serien von Schwingungen. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Zellen im menschlichen Körper „tönen“: und zwar können sie dumpf murmeln, sphärische Lieder singen oder aber nervenzerfetzenden Lärm schlagen. Krankheiten, hoffen die Forscher, könnten so eines Tages hörbar werden. Für den Menschen ist nur ein kleines Spektrum der Klangwellen hörbar. Gleichwohl wirken auch die unhörbaren Klänge auf uns: sie tragen Informationen, denen wir bewusst oder unbewusst, bemerkt oder nicht, tagein tagaus ausgeliefert sind.  Nada Yoga ist eine machtvolle und gleichzeitig freudvolle Möglichkeit, uns wieder in Harmonie zu bringen, nachdem wir unbewusst und ungewollt unharmonischen Schwingungen ausgesetzt waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Obertonreihe: eine Himmelsleiter ===&lt;br /&gt;
Seit der Antike fußt auch unsere westliche Kultur auf der Idee eines klingenden Univerums. Pythagoras (ca. 580 - 496 v. Chr.) sprach von der Sphärenharmonie; er entwickelte das System der ganzen Zahlen am Monochord und fand bis heute geltende mathematische Gesetze an der Beobachtung der Obertonreihe, die in Nada Yoga eine wichtige Rolle spielt. Obertöne sind all die Töne, die mitschwingen, wenn ein Grundton erklingt. Sie schwingen in ganzzahligen Vielfachen zur Grundfrequenz, unabhängig von der Höhe des Grundtones. Um die Obertöne eines Tones zu errechnen, multipliziert man die Frequenz des Grundtons mit 2, 3, 4, 5, usw. &#039;&#039;&#039;Im Bild unten die ersten sechzehn Obertöne des großen &amp;quot;C&amp;quot;.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ersten fünf Obertöne bilden den Dur-Akkord zum dazugehörigen Grundton. Die rote Kurve zeigt, wie die Intervalle immer kleiner werden, je weiter sie sich vom Grundton entfernen. Die Obertonreihe steigt auf bis in unhörbare Höhen und „schraubt“ sich immer noch höher bis in die Unendlichkeit - wobei die Tonschritte immer kleiner werden - unendlich kleiner.  Oben angefangen entspricht sie der allerhöchsten Schwingung im [[Kosmos]] überhaupt, die so hoch ist, dass sie bereits im Stillstand angekommen ist (Para Nada). Wenn wir den Obertönen lauschen, schraubt sich unsere Wahrnehmung hinein vom Materiellen ins Ätherische, sie transzendiert unser Bewusstsein vom Menschlichen ins Göttliche. Darum ist aus spiritueller und mystischer Sicht eine obertonreiche Musik besonders wertvoll: eine Grundton bezogene oder modale Musik, in der die Obertöne des jeweiligen Grundtones im Laufe des Musikstückes zur Entfaltung kommen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ursprung und Entwicklung==&lt;br /&gt;
===Nada im Veda===&lt;br /&gt;
In Bezug auf Klang ist das [[Veda]] (Wissen) bei weitem das älteste, umfassendste und präziseste Wissen überhaupt. Der Ursprung des Nada Yoga ist das Rezitieren der alten heiligen Texte der Veda vor 3000 bis 5000 Jahren. Das Wissen wurde von Rishis empfangen und wird bis heute vor allem im Sprechgesang mündlich überliefert. Den Kern des Veda bilden die [[Shruti  ]], von den Rishis „gehörte“ Texte oder Offenbarungen, die erst viel später aufgeschrieben wurden. Auch heute hat Nada Yoga und Musik viel damit zu tun, sich für „Inspiration und Intuition“ zu öffnen, für göttliche „Offenbarungen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Rezitieren der heiligen Texte===&lt;br /&gt;
ist der gemeinsame Ursprung aller Musik und allen Gesanges. Musik war gleichzeitig Einweihung in das alte Wissen, war Erfahrung und Ehrung des göttlichen Ursprunges und ein machtvolles Mittel zur Harmonisierung von Mensch und Natur:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Musik und Rezitation als Klangopfer===&lt;br /&gt;
Die [[Rishi]]s entdeckten Schwingungsmuster in der Natur, „Klangströme“, die unmittelbar „körperlich“ erfahren wurden („rasa“).  Sie „nährten“ sie durch ihren rituellen Gesang. So ein “Klangopfer“ hielt die natürlichen Schwingungsmuster aufrecht, stärkte oder beschwichtigte sie, je nachdem, was „not - wendig“ war.  Mantra, Raga und Tala sind solche „Klangströme“, durch die die Natur immer wieder neu belebt wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Musik und ganzheitliche Heilung===&lt;br /&gt;
Bis vor etwa tausend Jahren wurde Musik und [[Tanz]] in Verbindung mit Zeremonien und Ritualen ausschließlich in Tempeln aufgeführt. Musik sollte nicht unterhalten, belustigen oder amüsieren. Gesang war eher so etwas wie eine kraftvolle Klangformeln und sollte die Tempelbesucher verändern und transformieren. Auf der einen Seite hatte dies eine therapeutische Wirkung, Beschwerden zu lindern und Krankheiten zu heilen, auf der anderen Seite hatte es den Zweck, die Aufmerksamkeit derjenigen, die in die Tempel kamen, zu sammeln und einen Zustand von Vertiefung und Konzentration zu schaffen. Das tiefe Verständnis der Wirkungen von Klang auf Organismus, [[Psyche]] und [[Seele]] des Menschen  und seine machtvolle Fähigkeit, alle Energiehüllen ([[Kosha]]s) zu durchdringen und miteinander zu verbinden hat Eingang gefunden in alle Yogawege und ist deren integraler Bestandteil. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===[[Bhakti]] Bewegung===&lt;br /&gt;
Seit dem 6./7. Jahrhundert gab es immer wieder große Bhakti Bewegungen, die gleichzeitig soziale und Friedensbewegungen waren. Sie bezogen aktiv Stellung gegen Kriege zwischen orthodoxen Sekten, Intoleranz gegen Fremde und Andersgläubige, die Macht der Tempel und Vorherrschaft der mächtigen Priesterkaste, die ihre Privilegien sichern wollte. Die Bhakti Bewegung wollte bewirken, dass es jedem Menschen unabhängig von Geschlecht, Kasten, kulturellen, religiöser oder ethnischer Herkunft gleichermaßen möglich und erlaubt war, Zugang zu den Tempeln zu bekommen. Sie bewirkte, dass zu strenge Vorschriften von [[Ritual]]en und [[Puja]]s an Beteutung verloren. Heilige Texte, ehemals ausschließlich in [[Sanskrit]] rezitiert, wurden in de jeweilige Landesspache übersetzt, damit das Volk Zugang zum sonst geheimgehaltenen Wissen der [[Brahmane]]n bekam. Die direkte persönliche Beziehung zum Göttlichen stand im Vordergrund vor einem eher abstrakten Gottesbild im [[Jnana]] Yoga. Wandernde Yogis und Sänger aller Sekten und Religionszugehörigkeiten zogen gemeinsam durchs Land. In diesen Zeiten entstanden wunderschöne Verse und Lieder, [[Bhajan]]s. Berühmte Heilige der Bhaktibewegung in [[Indien]] sind zum Beispiel [[Dschalal ad-Din ar-Rumi]] (1207 - 1273), [[Kabir]] (1440 - 1528) und [[Mirabai]] (1498 - 1546).&lt;br /&gt;
		   		          		   &lt;br /&gt;
===Klassiche indische Musik===&lt;br /&gt;
Die großen Musikweisen des Ostens hatten eine großes Wissen über die Rhythmen der Natur, Jahreswechsel, Tageszeiten, die Planeten und den Kosmos. [[Astrologie]], Heilung und [[Kunst]] gehörten zusammen und fußten alle auf den alten vedischen Schriften. Musik war ein Mittel, sich mit dem Mikro- und dem Makrokosmos, der ganzen Natur in Einklang zu bringen und die Wirkung von Klang stand im Mittelpunkt der indischen Heilkunst. Die Musik und Rezitationen dienten dazu, [[Atmung]], [[Kreislauf]] und [[Verdauung]] zu harmonisieren und die [[Lebensenergie]] zum fließen zu bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutung von Nada im Yoga==&lt;br /&gt;
„Der [[Geist]] existiert so lange, wie es Klang gibt, aber mit dem Aufhören des Klangs gibt es einen Zustand von Sein, der über den Geist erhoben ist. Der Klang geht auf in [[Akshara]] (dem Unvergänglichen), und der klanglose Zustand ist der höchste Sitz. Die karmischen Neigungen von Geist und [[Prana]] werden durch ununterbrochene [[Konzentration]] auf Nada zerstört. Der Geist wird dann im Unbefleckten aufgeschluckt. Darüber besteht kein Zweifel.‟ (Nada Bindu Upanishad)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außer in der Veda, besonders in den [[Upanischaden]], sprechen auch für das Yoga grundlegende Schriften von den besonderen Vorzügen und der mächtigen Wirkung von Klang für die [[Bewusstseinsentwicklung]]: die [[Bhagavad Gita]], die [[Hatha Yoga Prahdibika]] und die [[Yoga Sutra des Patanjali]]. Klänge spielen in vielen Yogadisziplinen eine zentrale Rolle. Allen gemeinsam ist die Ausrichtung auf den ursprünglichen und ewigen Nada oder Naad, dem „Ton der Töne“, dort, wo die Schwingung am allerhöchsten ist. Der Nada Yogi richtet also seine [[Aufmerksamkeit]] vor allem auf die Erfahrung der inneren Klänge, äußere Klänge dienen nur der Vorbereitung. Prana, die Bewegung der Energie im Körper, ist ein Ausdruck von Nada. Mantra in seiner reinsten Form ist eine Manifestation von Nada.	Musik ist ein Ergebnis von Nada.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Nada im Hatha und [[Kundalini Yoga]]===&lt;br /&gt;
Theoretischen Grundlagen des Hatha, Kundalini Yoga und im [[Tantrismus]] fußen auf der Vorstellung eines feinstofflichen Aufbaus des menschlichen Körpers als ein System von Energiebahnen und -zentren, den Nadis und Chakras, das, wie bereits der Name sagt, aufs engste mit Klang verbunden ist. Ein freies Strömen im Energiekörper ist Voraussetzung für ein Fortschreiten des Bewusstseins und ist somit Ziel jeder Yoga Praxis, insbesondere im Pranayama, Hatha und Kundalini Yoga. Nada Yoga hat eine Fülle von Übungen zur Reinigung und Aktivierung des Energiekörpers. Singen ist aktives Pranayama und beschäftigt sich über den Atem intensiv mit den Pranaströmen. Es ist inzwischen erwiesen, dass sich das Atemvolumen von Sängern stark steigert und beruhigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einigen Hatha Yoga [https://www.yoga-vidya.de/seminare/interessengebiet/asanas-als-besonderer-schwerpunkt/ Asanas] wird Klang und/oder die Vorstellung von Klang aktiv genutzt, zum Beispiel: [[Bhramari]] Pranayama oder der [[Löwe]] [[Asana]].Im heute sehr beliebten sogenannten „Klangyoga“ wird Hatha Yoga begleitet mit [[Klangschalen]], [[Gong]]s, [[Monochord]] oder indischen Instrumenten wie [[Tampura]] oder [[Sitar]]. Im Kundalini Yoga spielen die [[Bija]] Mantras eine große Rolle in Zusammenhang mit der Visualisierung von [[Yantra]] und bestimmten Körperhaltungen ([[Mudra]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Stadien und Qualitäten des Nada===&lt;br /&gt;
Die Upanischaden berichten von vier Stadien des Klanges, die sich unterscheiden sich in Bezug auf Frequenz, Feinheit und Stärke. Klang entwickelt sich vom Subtilen ins Materiell-Stoffliche, beginnend mit Para Nada und Pashianti, die akustisch nicht hörbar sind, gefolgt von Madhyama, dem mittleren oder „Flüsterklang“ und schließlich Vaikhari, dem gröbsten „hörbaren“ Klang.  Der Nada Yogi lauscht auf die „inneren“ Klänge, um die subtilsten Schichten der Wahrnehmung zu erfahren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[[Para Nada]]&#039;&#039;&#039; hat die Qualität der Seele, es ist der transzendente Klang oder nicht-angeschlagene Ton in allerhöchster Schwingungsfrequenz. Dort erreicht er absolute Stille und Unendlichkeit und enthält doch gleichzeitig alle Klänge. Seine Form und Natur ist [[Jyoti]] (reines Licht). Er kann nicht akustisch wahrgenommen werden, wohl aber im Herzraum spürbar als „anahata Klang“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[[Pashyanti]]&#039;&#039;&#039; hat die Qualität des Geistes, ist gröber als Para und ist ebenfalls nicht akustisch hörbar. Pashyanti bedeutet auf Sanskrit „was man sehen oder sich vorstellen kann&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[[Madhyama]]&#039;&#039;&#039; hat die Qualität der Sprechorgane, Madhyama ist feiner als der Vaikhari hat aber weniger Schwingungen hat als Para und Pashyanti. Madhyama bedeutet „dazwischen‟ oder „mitten&amp;quot;. Der Zwischenlaut wird „wie der Klang vom Flüstern‟ genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[[Vaikhari]]&#039;&#039;&#039; ist der gewöhnlich hörbare, materielle Klang und hat die grobe Qualität der physischen Organe. Vaikhari wird durch [[Ahata]], das Anschlagen zweier Gegenstände, hervorgebracht. Die meisten Nada Yoga Praktiken beginnen mit diesem physischen Klang als Vehikel, um in feinere Wahrnehmungsschichten einzutauchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Nada, [[Laya Yoga]] &amp;amp; [[Prathyahara]]===&lt;br /&gt;
Insofern Nada Yoga zu einem Zustand vollständigen Ruhens führen kann, wirkt es stark befreiend und löst die allertiefsten Blockierungen und Hemmungen des Geistes. Deshalb ist Nada Yoga Teil eines Zweiges, der Laya Yoga genannt wird (Laya = Auflösen). Die Sinne werden „eingefangen“ durch den süßen Klang, der Klang hilft, die Aufmerksamkeit zu sammeln  und die Sinne von äußeren Objekten abzuziehen. Klang also unterstützt Prathyahara, das Zurückziehen oder kontrollieren der Sinnesaktivitäten. Dazu ein Zitat von Swami Sivananda: &amp;quot;Nada fängt den Geist. Der Geist erreicht Laya durch süßen Nada. Deshalb kannst Du den Geist leicht kontrollieren durch das Üben von Nada Yoga.‟ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Nada Yoga Praktiken==&lt;br /&gt;
===Lauschendes Hören===&lt;br /&gt;
In gewisser Weise kann jedes bewusste, hingebungsvolle Lauschen auf Klänge bereits als Nada Yoga bezeichnet werden, zum Beispiel: Lauschen in der Natur, Lauschen auf Musik (z.B. in Konzerten), Klangmeditationen zu heilenden Zwecken ([[Ayurveda]], [[Klangmassage]]n). Bewusstes Lauschen ist eine sehr wirksame Weise, sich vom Anstrengungen, [[Stress]], begativen Gedanken und vielem mehr zu befreien und sich in Einklang zu setzen mit sich selbst. Das Lauschen macht es leicht, sich den Klängen ganz und gar hinzugeben und sich dabei tief zu entspannen, um so die Selbstheilungskräfte des Körpers anzuregen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Klangtherapie]]n können den physischen Körper, [[Astralkörper]] und Geist strukturieren, energetisieren, harmonisieren und beruhigen und auf das Hören der „inneren Klänge“ vorbereiten. Der Klient liegt meist in tiefer Entspannung lauscht man den Klängen von Gongs, von Klangschalen, einem Monochard oder man liegt auf einer [[Klangliege]], so dass der Körper die Schwingungen gut aufnehmen kann. Auch hierzu gehören gesungene [[Ragas]], die auch für Heilzwecke eingesetzt werden können und natürlich auch ganze Konzerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „lauschende Hören“ ([[Nada Upasana]]) ist die grundlegende Übung im Nada Yoga überhaupt, wobei die Aufmerksamkeit auf verschiedenen Aspekten des Klanges liegt: auf subtile Klänge, auf das Mantra, das Wort, auf den Ton selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Konzentration auf subtile Klänge===&lt;br /&gt;
Das Lauschen kann gezielt als Übung eingesetzt werden zur Vertiefung der meditativen Konzentration: Das Nada Trataka - Konzentration auf den inneren Klang und „den Ton der Töne“. Letzteres ist hier vor allem bekannt geworden durch [[Swami Janakananda]].  Mithilfe von Mudras und Bhandas sowie Pranayama übt sich der Nada Yogi darin, unmittelbar zum ursprünglichen, feinsten, innersten Klang vorzudringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Mantra [[Japa]] und das Rezitieren von heiligen Texten===&lt;br /&gt;
ist selbst bereits ein [[Schutz]] für den Geist, da sie ihn vom pausenlosen Herumwandern abbringt. Durch Wiederholung heiliger Klänge wird dem Geist ein [[Fokus]] gegeben, auf den er sich richten kann, so dass er sich beruhigt. Beim Mantra Japa werden Mantras über einen längeren Zeitraum rezitiert, und zwar erst laut ausgesprochen (oder gesungen), dann geflüstert, gedanklich rezitiert und schließlich „lauscht“ man auf den inneren „Nachhall“. Erst wenn die völlige Gedankenleere erreicht ist, kann der Klang wahrgenommen werden, der hinter allem verborgen liegt, der ewige Klangstrom des Seins. Das Mantra also braucht die [[Kraft]] des Klanges zur [[Transformation]] des Bewusstseins. Die fortgeschrittenen Form der Mantrarezitation ist entsprechend auch die stille Praxis  - bis das Mantra nur noch gedacht wird und danach sogar der [[Gedanke]] ans Mantra aufhört. Die Stadien der Klangentfaltung werden „rückwärts“ nachvollzogen, um so zur Erfahrung von Para Nada zu kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Musik als Ergebnis von Nada ==&lt;br /&gt;
Viele der Prinzipien der Nada Yoga Lehre haben sich bis heute in der klassisch indischen Musik erhalten, von denen hier nur einige genannt sind:&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Grundtonbezogene Musik:&#039;&#039;&#039; Die Musik Indiens ist grundsätzlich grundtonbezogen und folgt der natürlichen Tonleiter. Mit ihren sieben Swaras: Sa, Re, Ga, Ma, Pa, Dha und Ni. Der Grundton Sa schwingt immer mit und alle anderen Töne entspringen aus ihm. Er entspricht dem ewigen Klangstrom des OM, der heiligsten aller Silben des Ostens. [[Patanjali]] sagt, dass der Grundton „die Pferde zurück in den Stall” bringt, er erdet, zentriert und lässt dich „zuhause ankommen“ und wieder „ganz bei dir sein”.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der individuelle Grundton:&#039;&#039;&#039; So wie Planeten und Zellen ihren eigenen Klang haben, so gilt das auch für den Menschen: Über den individuellen Grundton hat der indische Physiker und Musiker [[Vemu Mukunda]] (1929-2000) geforscht und eine Methode gelehrt, die er „Nada Brahama Methode“ nennt. Der/die Praktizierende begibt sich über den Klang der Stimme in [[Resonanz]] mit seinem eigenen Schwingungssystem. Der dabei erfahrene sogenannte Grund- und Wesenston wird zur harmonischen Basis für alle weiteren Klänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Mikrotöne und das Gleiten zwischen den Tönen:&#039;&#039;&#039; Das Gleiten zwischen den Tönen durch alle Zwischentöne (Shrutis) entspricht den gleitenden Farbübergängen im Regenbogen, keine Nuance wird ausgelassen, alle Qualitäten sind möglich und [[Harmonie]] wird zugelassen im vollständigen Ton- oder [[Lichtspektrum]]. In der Nada [[Stimmtherapie]] wird dies ganz gezielt genutzt für die Harmonisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das Benennen der Noten:&#039;&#039;&#039; Beim Singen der Skala werden die Noten immer benannt, was für uns zunächst ungewohnt ist, aber eine enorme Koordinierung der beiden Gehirnhälften fördert.		&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[[Raga]] und [[Tala]]:&#039;&#039;&#039; Die indischen Ragas (Melodiestrukturen) und Tala (Rhythmen) sind „der Natur abgelauscht“ - sind Klangströme der Natur“ und bewirken unterschiedliche Bewusstseinszustände. Ragas werden verstanden als Wesenheiten der Natur, die der Musiker „empfängt“ und durch sich hindurch strömen lässt. Der Musiker stellt sich sozusagen zur Verfügung, etwas Mächtigeres, Göttliches empfangen und weitergeben zu dürfen. [[Improvisation]] ist dabei äußerer Ausdruck des im Moment empfangenen Flusses von [[Inspiration]]. Die Zuhörer sind seine Zeugen, das „Konzert“ ist gemeinsame Meditation, nur dass der Sänger den Vorteil hat, das von allen im Moment geteilte Bewusstsein erklingen lassen zu dürfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Kunst der Nicht-Identifikation:&#039;&#039;&#039; Die Stimmbildung folgt keinem irgendwie gearteten ästhetischen [[Ideal]] sondern ist „nur“ das „einfache“ Hörbar-Werden-Lassen des Atems. Gesang ist „Ergebnis von Prana“, äußerer Ausdruck des inneren Erlebens, des Lauschens nach innen, der stimmhaften Meditation. Gemeint ist hier ein Ausdruck ohne Ich-Verhaftung in einer Kunst der Nicht-Identifikation des Künstlers mit seinem Produkt. Dabei sind bestimmte Ragas auch bestimmten Grundgefühlen, den [[Bhava]]s, zugeordnet, die wiederum mit den Körper- und Handhaltungen im Tanz, den Mudras, korrespondieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Singen ist der äußere Ausdruck von Nada Yoga.&#039;&#039;&#039; Darum ist im Indischen der Weg dorthin ziemlich lang. Es dauert Monate, wenn nicht Jahre, dass der Schüler ausschließlich den Grundton singt, bis er im Klang mit Körper, Atem und Geist ganz eins geworden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Nada Yoga – alles ist [[Klang]]==&lt;br /&gt;
Artikel von Anne-Careen Engel, erschienen im Yoga Vidya Journal Nr. 27, Herbst 2013&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nada ist das [[Sanskrit]]-Wort für Strömung,&lt;br /&gt;
[[Bewegung]], [[Energie]] oder auch Klang. Nad&lt;br /&gt;
oder Nada wird in den [[Veden]] als die allerursprünglichste&lt;br /&gt;
Energie und [[Quelle]] alles&lt;br /&gt;
Seienden aufgefasst. Der große [[Sufi]] Lehrer&lt;br /&gt;
Hazrat Inayat Khan sagt: „[[Schöpfung]] ist die&lt;br /&gt;
[[Musik]] [[Gott]]es.” Mit anderen Worten: das&lt;br /&gt;
gesamte [[Universum]] entstand aus Klang und&lt;br /&gt;
wird beständig neu aus Klang geboren,&lt;br /&gt;
– Klang, der widerhallt und sich in der&lt;br /&gt;
gesamten Natur manifestiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Yoga bedeutet [[Einheit]], EINS-Sein mit&lt;br /&gt;
ALLEM – und beschreibt das [[Wissen]], die&lt;br /&gt;
[[Lehre]] und Wege hin zu diesem Ziel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nada Yoga benutzt die [[Transformation|transformieren]]de&lt;br /&gt;
[[Kraft]] des Klanges, um EINS zu werden – EINS&lt;br /&gt;
und EINIG mit sich selbst und der [[Welt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Nada Yoga ist Balsam für die [[Seele]]: einfach, freudvoll und zugleich sehr wirkungsvoll===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
• einfach, weil jeder diesen Weg gehen kann. Egal welchen&lt;br /&gt;
Alters, ob mit oder ohne musikalischer Vorbildung, auch beson -&lt;br /&gt;
ders für Menschen, die ihre [[Stimme]] erst erkunden wollen.&lt;br /&gt;
• freudvoll, weil die [[Musik]] die [[Sinne]] anspricht, das Gemüt&lt;br /&gt;
beruhigt und [[Singen]], wie man heute weiß, die Ausschüttung&lt;br /&gt;
von [[Glückshormonen]] anregt und [[Angst]]empfinden hemmt.&lt;br /&gt;
• wirksam weil Nada [[Ganzheitlichkeit|ganzheitlich]] wirkt auf [[Körper]], Seele und&lt;br /&gt;
[[Geist]] und unmittelbar die [[Prana]]-Stöme im Körper wieder&lt;br /&gt;
zum Fließen bringt, reguliert, harmonisiert und anregt. Das&lt;br /&gt;
[[Leben]] kann wieder durch die Energiebahnen „strömen”.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ursprung des Nada Yoga geht auf die ersten Gesänge der&lt;br /&gt;
Veden zurück. Es lässt sich zu Recht sagen, dass Nada Yoga&lt;br /&gt;
der älteste Yoga überhaupt ist, aus dem sich alle anderen&lt;br /&gt;
Yogarichtungen entwickelt haben. So sind uns heute einzelne&lt;br /&gt;
Aspekte des Nada Yoga aus verschiedenen Yogarichtungen&lt;br /&gt;
bekannt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
• im [[Bhakti]] [[Yoga]] werden [[Mantra]]s und heilige Texte rezitiert&lt;br /&gt;
• im [[Satsang]] singen wir, um unsere Gemeinschaft zu stärken&lt;br /&gt;
• im [[Kundalini Yoga]] benutzen wir Mantras und [[Yantra]]s zur&lt;br /&gt;
[[Reinigung]] der [[Chakren]]&lt;br /&gt;
• in der [[Meditation]] lauschen wir auf äußere und innere Klänge&lt;br /&gt;
• im [[Klang]] Yoga wird die [[Hatha Yoga]] Praxis mit Klängen begleitet&lt;br /&gt;
• zur [[Tiefenentspannung]] lauschen wir [[Klangreise]]n&lt;br /&gt;
Man kann sagen, dass es grob 2 Hauptrichtungen im klassischen&lt;br /&gt;
Nada Yoga gibt. Das reine Lauschen auf die inneren&lt;br /&gt;
Klänge, so wie es in der [[Nad]]-[[Bindu]] [[Upanishad]] der [[Rig Veda]]&lt;br /&gt;
beschrieben wird und die [[Praxis]] über den äußeren Klang, die&lt;br /&gt;
am reinsten in der klassischen indischen Musik bis heute überliefert&lt;br /&gt;
ist. Auf diese zweite Richtung beziehe ich mich im Folgenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie basiert bis heute auf den Prinzipien des Nada&lt;br /&gt;
Yoga und klingt und wirkt darum auch ganz anders als unsere&lt;br /&gt;
westliche Musik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Musik und Natur – ein Erlebnis mit [[Krishna]]s Biene===&lt;br /&gt;
Ich lernte Nada Yoga kennen über Tim Jones, den Meisterschüler&lt;br /&gt;
von Shivashankara Pannikar, einem Sänger aus Karnataka.&lt;br /&gt;
Als Tempelmusiker in [[Kerala]], Süd-Indien, viele Jahre&lt;br /&gt;
lang zuständig für die Ausrichtung der [[Ritual]]e. Ich lernte ihn&lt;br /&gt;
kennen während meines ersten Aufenthaltes in [[Indien]] 2005,&lt;br /&gt;
ein gutes Jahr bevor er seinen Körper verließ. Wir lebten und&lt;br /&gt;
lernten in seinem Haus und Garten. Er unterrichtete schon&lt;br /&gt;
nicht mehr selber, aber er zeigte mir mit unendlich viel Freude&lt;br /&gt;
und [[Liebe]] die [[Ayurveda|ayurvedisch]]en Pflanzen in seinem Garten, die er&lt;br /&gt;
täglich beobachtete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bekam damals zum ersten Mal eine Ahnung davon, wie&lt;br /&gt;
Musik und [[Natur]] zusammen wirken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir trafen uns zum Unterricht jeden Vor- und Nachmittag in&lt;br /&gt;
einer Gartenlaube aus Bambus, zu allen Seiten hin ganz und&lt;br /&gt;
gar offen. Es gab keinen Sicht-, Wind- oder Lärmschutz, dennoch&lt;br /&gt;
gab sie uns das Gefühl eines natürlichen Musiktempels.&lt;br /&gt;
Nach und nach tauchten wir tiefer ein in die Natur der „[[Raga]]s“,&lt;br /&gt;
der uns zunächst so fremd klingenden indische Melodiestrukturen,&lt;br /&gt;
die meist [[Götter]]n und den Rhythmen in der Natur gewidmt&lt;br /&gt;
sind (z.B. Jahres- und Tagesrhythmen). Ich begann auch&lt;br /&gt;
zu spüren, welch unterschiedliche [[Bewusstsein]]szustände sie&lt;br /&gt;
in uns wach riefen und lernte die Qualitäten der indischen&lt;br /&gt;
Gottheiten auf ganz und gar neue und faszinierende Weise&lt;br /&gt;
wahrzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende der Zeit passierte etwas, was wie ein [[Wunder]] auf&lt;br /&gt;
mich wirkte: Wir hatten in der Zwischenzeit ein zauberhaftes&lt;br /&gt;
Krishnalied mit dem Titel „Murali“ ganz gut gelernt mit dem&lt;br /&gt;
ihm gewidmeten Raga und sangen es bereits lange am Morgen,&lt;br /&gt;
als plötzlich eine dort sehr selten sichtbare dicke schwarze&lt;br /&gt;
Biene zu uns in die Laube schwirrte und sich offensichtlich&lt;br /&gt;
sehr wohl fühlte. Indu, die Tochter von Guruji (wie wir Shivashankara&lt;br /&gt;
Pannikar kurz nannten) lachte auf und sagte, dies&lt;br /&gt;
sei Krishnas Biene! Sie bohrt Löcher in das Schilfrohr in Brindavan&lt;br /&gt;
(Krishnas Heimatort), um darin ihre Nester zu bauen.&lt;br /&gt;
Dadurch beginnt der Bambuswald zu singen, wenn der Wind&lt;br /&gt;
hindurch geht und Krishna nutze den durchbohrten Bambus&lt;br /&gt;
als Flöte, sein „Murali“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sangen für Krishna, die Natur antwortete auf ihre Weise&lt;br /&gt;
- vielleicht einfach nur ein Zufall? Seitdem beobachte ich oft,&lt;br /&gt;
wie die Vögel sich plötzlich zeigen auf der Hecke vorm Studio&lt;br /&gt;
und mitsingen oder einfach nur zuhören. Jedenfalls kann ich&lt;br /&gt;
mir heute viel eher vorstellen, dass es wirklich stimmt, wenn&lt;br /&gt;
es zum Beispiel heißt, dass die großen Musikheiligen Indiens&lt;br /&gt;
den Regen „herbeisangen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn ich dann in modernen, wissenschaftlichen Büchern&lt;br /&gt;
über die physikalischen Wirkungen von Resonanz lese, dem&lt;br /&gt;
formbildenden Prinzip in der Natur überhaupt, dann verstehe&lt;br /&gt;
ich die Welt um mich herum plötzlich ganz neu...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Heilkraft im klassischen Nada Yoga===&lt;br /&gt;
Sie beruht auf einer besonderen Art zu singen, nämlich so,&lt;br /&gt;
dass [[Atem]]fluss, Stimme, Rhythmus und Tonfrequenzen unmittelbar&lt;br /&gt;
auf die Energiebahnen im Körper wirken - nicht&lt;br /&gt;
umsonst heißen sie „[[Nadis]]“ - also direkt übersetzt eigentlich&lt;br /&gt;
„Klangbahnen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Wirkungsweise des klassischen Nada Yoga===&lt;br /&gt;
Der Klangstrom erzeugt feine Vibrationen, “massiert” den Körper&lt;br /&gt;
“von innen” bis in die feinstofflichen Schichten der Chakras&lt;br /&gt;
und Nadis – (Energie- oder eben „Klangbahnen“ im Körper).&lt;br /&gt;
Atmung, [[Kreislauf|Blutkreislauf]], [[Stoffwechsel]] und andere Körperfunktionen&lt;br /&gt;
kommen wieder miteinander “in Einklang“, Drüsenfunktionen&lt;br /&gt;
werden angeregt. Zum Beispiel werden beim Singen&lt;br /&gt;
Melantonine ausgeschüttet, die sog. “Glückshormone”.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtig ist der im Nada Yoga stets begleitende Grundton. Alle&lt;br /&gt;
anderen Töne entstehen aus ihm und kehren am Ende wieder&lt;br /&gt;
zu ihm zurück. Die darauf basierende Praxis des Nada Yoga&lt;br /&gt;
nenne ich die „Sieben Töne des [[Licht]]s“ (™), sie entfalten ihre&lt;br /&gt;
Farben aus dem Grundton, wie die Farben des Regenbogens&lt;br /&gt;
aus dem weißen Licht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Patanjali]] sagt: Der Grundton hole „... die Pferde zurück in den&lt;br /&gt;
Stall“ und meint damit, dass all die beim Singen freiwerdenden&lt;br /&gt;
Stimmungen und Gefühle sich wieder setzen, sammeln, wir&lt;br /&gt;
tief „bei uns selbst zuhause ankommen“ und unsere Mitte&lt;br /&gt;
finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nada Yoga entwickelt die natürliche Stimme jenseits aller&lt;br /&gt;
Moden und musikalischer Stilrichtungen. Die natürliche&lt;br /&gt;
Stimme basiert auf der Sprechstimme, ist sehr körperlich und&lt;br /&gt;
geerdet und gerade auch für Menschen geeignet, denen früher&lt;br /&gt;
vielleicht einmal eingeredet wurde, „sie könnten nicht singen“.&lt;br /&gt;
So etwas gibt es im Nada Yoga nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über die natürliche Stimme kann auch der persönliche Grundton&lt;br /&gt;
bestimmt werden, der, einmal gefunden – wesentlich zur&lt;br /&gt;
[[Harmonie|Harmonisierung]] des ganzen Wesens beiträgt und jedem hilft,&lt;br /&gt;
auf die ihm angemessene Weise in Resonanz zu treten mit&lt;br /&gt;
seiner Umwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Anne-Careen Engel===&lt;br /&gt;
Lebt nach jahrelanger Theaterarbeit als&lt;br /&gt;
freie Künstlerin und Lehrerin für Yoga,&lt;br /&gt;
Meditation und Nada Yoga in Hamburg.&lt;br /&gt;
Sie entwickelte aufbauend auf der Jahrtausende&lt;br /&gt;
alten, ursprünglichen Praxis ein&lt;br /&gt;
Nada Yoga, das alte und neue Stimm und&lt;br /&gt;
Klangwege vereint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
*[[Kundalini Yoga]]&lt;br /&gt;
*[[Musik]]&lt;br /&gt;
*[[Ton]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* Hazrat Inayat Khan: Musik und kosmische Harmonie aus mystischer Sicht, Weinstadt, 2004.&lt;br /&gt;
* Joachim Ernst Berendt: „Nada Brahma“ in: &#039;&#039;Die Welt ist Klang&#039;&#039;,  Frankfurt, 1983. &lt;br /&gt;
* Ders. „Das dritte Ohr“ in: &#039;&#039;Vom Hören der Welt&#039;&#039;, Frankfurt, 1985.&lt;br /&gt;
* Ders. „Ich höre - also bin ich“ in &#039;&#039;Hör-Übungen - Hör-Gedanken&#039;&#039;, München, 1993.&lt;br /&gt;
* Barbra Irmer, Carmen Mager: &#039;&#039;Nada Yoga - Hinwendung zum inneren Klang&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Gunda Dietzel: &#039;&#039;Der individuelle Klang der menschlichen Stimme, Einführung in das Nada Brahma System nach Vemu Mukunda&#039;&#039;, Kisslegg, 2001.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[http://www.sa-re-ga.de/resonanzen/ SAReGa Yoga und Klang]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/kundalini-yoga/kundalini-uebungen/mantra-yoga/ Mantra Yoga]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/stichwortsuche/?tx_pxdyogaseminare_pi1%255Buid%255D=26075 Seminarsuche bei Yoga Vidya]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/chakra/ Chakraportal]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/prana/ Pranaportal]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/leiter/anne-careen-engel/ Nada Yoga Seminare und Ausbildungen]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/ausbildung-weiterbildung/spezielle-ausbildung/nada-yoga-grundausbildung/ Nada Yoga Grundausbildung]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga Vidya Journal]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gesundheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilung]]&lt;br /&gt;
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		<author><name>Anandini</name></author>
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		<title>Tantra</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: /* Literatur */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Tantra&#039;&#039;&#039; ([[Sanskrit]]: तन्त्र tantra &#039;&#039;n.&#039;&#039;) Webstuhl; Gewebe, Kontinuum, Zusammenhang; Lehrwerk, Lehre; eine Klasse von Werken, die ursprünglich streng geheim gehaltene (esoterische) Inhalte lehrten und sich hauptsächlich mit [[Mystik]], [[Magie]] und Techniken zur [[Selbsterkenntnis]] und Erlösung ([[Moksha]] aus dem Kreislauf der Wiedergeburt, [[Samsara]]) beschäftigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:kundalini_chakras.jpg|thumb|Die Chakras - Energiezentren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herkunft==&lt;br /&gt;
Das Wort &amp;quot;Tantra&amp;quot; wird von der Sanskritwurzel &amp;quot;tan&amp;quot; (&amp;quot;ausdehnen, spannen&amp;quot;) abgeleitet. Die Ursprünge des Tantra als soteriologische (zur Erlösung hinführende) Systeme liegen etwa im 2. Jahrhundert, in seinen heute bekannten Ausprägungen wird es seit dem 7. oder 8. Jahrhundert weitergegeben. Aus der tantrischen Tradition stammt unter anderem die Lehre von den sieben [[Chakra]]s. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Traditionelle Richtungen==&lt;br /&gt;
Im wesentlichen gibt es in [[Indien]] drei Hauptrichtungen des Tantra, wozu noch die Form des tibetischen tantrischen [[Buddhismus]] ([[Vajrayana]]) kommt, der auch in [[Nepal]] praktiziert wird:&lt;br /&gt;
*1. [[Vaishnavacara]] (&#039;&#039;vaiṣṇavācāra&#039;&#039;): Hier werden die Formen des [[Gott]]es [[Vishnu]] als höchstes Prinzip verehrt.&lt;br /&gt;
*2. [[Shaivacara]] (&#039;&#039;śaivācāra&#039;&#039;): Hier werden die Formen des Gottes [[Shiva]] als höchstes Prinzip verehrt.&lt;br /&gt;
*3. [[Shaktacara]] (&#039;&#039;śāktācāra&#039;&#039;): hier werden die Formen der Göttin ([[Shakti]]) als höchstes Prinzip verehrt. Die als [[Shakta]] bekannten [[Tantriker]] folgen ihrerseits einem der beiden folgenden Wege bzw. Lebenswandel ([[Acara]]): entweder dem &amp;quot;Weg der rechten Hand&amp;quot; ([[Dakshinacara]] &#039;&#039;dakṣiṇācāra&#039;&#039;), in dem keine sexuellen Praktiken ausgeübt, wenn überhaupt imaginiert werden, oder dem &amp;quot;Weg der linken Hand&amp;quot; ([[Vamacara]] &#039;&#039;vāmācāra&#039;&#039;), der auch sexuelle Praktiken in das [[Ritual]] integriert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|mgLlp-CJsX4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra im Yoga==&lt;br /&gt;
Tantra als Teil der [[Yoga|yogischen]] Tradition und beruht auf der Shiva-Shakti-Philosophie. [[Shiva]] repräsentiert das Unveränderliche, das Unbewegte, das absolute [[Bewusstsein]], im [[Vedanta]] &amp;quot;[[Brahman]]&amp;quot; genannt. [[Shakti]] repräsentiert die schöpferische [[Energie]], welche das Universum in sechs Schritten in Analogie der sechs [[Chakra]]s (unterhalb des [[Sahasrara]] Chakras, der Sitz von Shiva), geschaffen hat. Ursprünglich sind Shiva und Shakti eins. Durch eine erste Schwingung, &amp;quot;[[Spandana]]&amp;quot; („Spaltung“), trennt sich Shakti von Shiva und schafft erst die zwei [[Kausalwelt]]en, dann die drei [[Astralwelt]]en und schließlich die physische [[Welt]]. Zyklisch vereinigen sich Shiva und Shakti wieder (Auflösung), bleiben zusammen ([[Pralaya]], kosmische Nacht) und trennen sich wieder (Schöpfung). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In jedem Teil des Kosmos sind Shiva und Shakti. Im Menschen manifestiert sich Shiva als reines Bewusstsein, als [[Satchidananda]]. Shakti manifestiert sich als die drei Körper mit den fünf Hüllen. Solange Shakti von Shiva getrennt ist, ist der Mensch unzufrieden. Im Laufe der individuellen [[Evolution]] über viele [[Leben]] hinweg erwacht die [[Kundalini]] (Shakti im Menschen) und vereinigt die individuelle [[Seele]] wieder mit der kosmischen Seele. [[Kundalini Yoga]] ist die Wissenschaft der Beschleunigung dieses natürlichen Evolutionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Drei Formen des Tantra==&lt;br /&gt;
Es gibt außerdem eine weitere, modernere Einteilung in drei [[Yoga Arten|Arten]] von Tantra: weißes, rotes und schwarzes Tantra. Rotes Tantra sind die sexuellen Praktiken, schwarzes Tantra sind die magischen und schwarzmagischen Praktiken zur egoistischen [[Manipulation]] von Energien und [[Geister]]n für selbstsüchtige Zwecke. Weißes Tantra sind die Praktiken zur Reinigung des [[Astralkörper]]s und zur Erweckung der [[Kundalini]] ohne selbstsüchtige Motive und werden daher [[Kundalini Yoga]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra - Erläuterungen von Swami Krishnananda==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Einleitung von [[Swami]] [[Krishnananda]] zu Swami [[Sivananda]]s Buch „Tantra Yoga, Nada Yoga and Kriya Yoga“ der [http://www.sivanandaonline.org/public_html/ Divine Life Society], 5. Auflage, 2000, Shivanandanagar, S. VII - XII, ISBN 81-7052-042-8&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Tantra===&lt;br /&gt;
Das System, welches Tantra genannt wird, wurde schon von jeher als esoterischer Geheimpfad der spirituellen [[Praxis]] betrachtet und war nicht jedem Ungeübten oder dem gemeinen Volk zugänglich. Das [[Geheimnis]] dieser Praxis scheint aus einem ungewöhnlichen Weltentwurf zu bestehen, der dem Suchenden abverlangt, die Dinge auf eine vollständig andere Art zu interpretieren und zu bewerten und der von der normalen, gewohnten Betrachtungsweise der Dinge abweicht. Die Tantra-[[Lehrer]] sagen, dass ein Suchender auf diesem [[Pfad]] der sozialen und sogar menschlichen Sichtweise entwachsen und eine übermenschliche und göttliche Sicht der Dinge entwickeln muss. Da dies jedoch vom gemeinen Menschen dieser [[Welt]] zuviel abverlangen würde, soll der Tantra auch ein verschlossenes Geheimnis sein und bleiben, dessen Türen nur mit dem Schlüssel geöffnet werden können, den allein ein befähigter [[Guru]] zur Verfügung stellt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Philosophie===&lt;br /&gt;
Die [[Philosophie]] von Tantra basiert auf dem Konzept der Doppelnatur aller Dinge. Nichts ist einzeln, sondern alles ist bipolar oder doppelpolig. Die sogenannte [[Einheit]] der Dinge ist nur eine Erscheinungsform, welche von dem besonderen Verhalten des Zusammentritts zweier Kräfte, nämlich [[Shiva]] und [[Shakti]] angenommen wird, man könnte auch sagen, der positiven und negativen Pole. Um diese mystische Konzeption des [[Universum]]s verstehen zu können, möchten wir auf die traditionellen Lehrsätze der [[Purana]]s verweisen, [[Manusmriti]] und [[Mahabharata]], die besagen, dass es im Anbeginne eine universelle Einzelzelle gegeben hat, die schon immer da war, bekannt als [[Brahmanda]], und die sich dann zweiteilte. Der eine Teil wurde zum Kosmischen [[Mann]] und der andere zur Kosmischen [[Frau]]. Wenn wir wollen, können wir diese Teile auch Shiva und Shakti nennen. Selbst unsere modernen [[Naturwissenschaft]]en scheinen diese Sichtweise zu bestätigen, wenn sie sagen, dass das Universum im Anfang ein einzelnes Atom war, welches sich zuerst zweiteilte und sich dann in die Vielfalt der gegenwärtigen [[Form]]en des Universums aufspaltete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da diese zwei Teile und ihre darauffolgenden Unterteilungen eigentlich zu einem gesamten Ganzen gehören, gibt es eine natürliche Anziehungkraft, die von einem Teil zum anderen Teil ausgeübt wird. Es gibt also eine beidseitige Zugkraft zwischen den positiven und negativen Polen auf der kosmischen Ebene sowie auf der ihrer niedrigeren vielfältigen Abstammungsformen, sogar hinunter bis zum Atom. Wir wissen heute, dass auch das Atom in einer bipolaren Struktur aufgebaut ist, mit dem Nukleus im Zentrum und den Elektronen, die ihn in absolut rätselhafter Weise umkreisen. Die [[Reaktion]] der zwei verschiedenen Teile eines jeden einzelnen [[Organismus]] scheint eine doppelte Auffassung von [[Bewusstsein]] gegenüber Einheit und [[Zweiheit]] zur selben Zeit zu sein. Es kann keine [[Anziehung]] zwischen dem Positiven und Negativen geben, solange sie nicht zwei Pole formen und nicht nur ein einzelnes Etwas. Dennoch kann es andererseits ohne eine grundlegende Einheit, die in und zwischen ihnen wirkt, gar nicht diese Anziehung geben, wenn es zwei vollkommen verschiedene Dinge sind. Das ist also das Geheimnisvolle, das Mysterium und auch die Schwierigkeit, jenes [[Phänomen]] zu verstehen, welches als Anziehung bekannt ist und gewöhnlich in der Gemeinsprache [[Liebe]] oder [[Zuneigung]] genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bipolarität===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ardhanarishvara Androgyn Shiva Parvati Nandi Loewe.jpg|thumb|Ardhanarishvara, Gemälde aus Indien, um 1800]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Konzept von Shiva und Shakti repräsentiert also in seiner höchsten Essenz diese Oberste Kosmische [[Dualität]]. Man kann sich vornehmlich vorstellen, dass dort nur Anziehung und Liebe zusammenwirken, so dass Shiva und Shakti als untrennbare Aspekte einer einheitlichen [[Realität]] zu betrachten sind, welche manchmal auch [[Ardhanarishvara|Ardhanareesvara]], der kosmische [[Androgyn]], genannt wird. Auf den niedrigeren Ebenen jedoch wirkt das Prinzip der [[Abstoßung]], was bedeutet, dass [[Abneigung]] mit Zuneigung zusammengeht, so wie auch Liebe mit [[Hass]]. Dort nimmt die bipolare Einheit eine Vielfalt an Form an, so dass ein bipolares Element nicht die Beeinflussung oder manchmal sogar nicht einmal die bloße Gegenwart solch eines anderen bipolaren Elementes tolerieren kann - aus [[Angst]] davor, seine isolierte, sich selbst bewusste bipolare Hälfte und dadurch seine Einheit zu verlieren. Dieses subtile Zusammenspiel kann in seiner groberen Art offenkundig werden, wenn z. B. eine Familiengruppe Schwierigkeiten hat, eine andere anzuerkennen und ihr die gleiche Liebe zu schenken wie der eigenen. Auf dieser Ebene können sich dann eine Gesellschaft, eine soziale Schicht und sogar eine bipolare Einzelperson nicht ohne einigen Argwohn und gewisse Vorbehalte gegenübertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Lehrsätzen oder dem Tantra nach ist die Ursache allen [[Leid]]s im [[Leben]] die bipolare [[Existenz]], diese in zwei geteilte Einheit, weil nicht eine duale Existenz in jeder ihr gegebenen Form die [[Wahrheit]] der Dinge ist, sondern das Eins-Sein. Da die zweifache Form allen Lebens in gewisser Hinsicht eine unnatürliche Art des Lebens darstellt, gibt es immer einen ambivalenten Standpunkt zwischen dem einen und dem anderen Pol von [[Mögen]] und [[Nicht-Mögen]], zu ein und derselben Zeit.&lt;br /&gt;
So wird Liebe niedergehalten, wenn Hass überwiegt und Hass unterdrückt, wenn Liebe die Oberhand behält. Fakt dabei ist jedoch, dass immer beide dieser Haltungen in einem Individuum versteckt sind, aber nur einer dieser Aspekte zum Vorschein kommt, wenn oder wie die Situation es gerade erfordert. Anstelle der Zweiheit wieder die Einheit zu bekommen, das ist der Vorgang im Tantra [[Sadhana]] - wobei dies jedoch die Zielsetzung eines jeden Sadhanas ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Unterschied===&lt;br /&gt;
Was ist also das Besondere am Tantra, und wodurch unterscheidet er sich von anderen [[Sadhana]]s, um dieses [[Ziel]] zu ereichen?&lt;br /&gt;
Der Unterschied ist sehr subtil und nicht leicht wahrzunehmen. In jeder Form religiöser Praxis gibt es meistens asketische Vorschriften für die Geisteshaltung des Praktizierenden. Das Äußere solle dem Inneren und das Materielle dem Spirituellen zuliebe abgelehnt werden. Jegliches [[Verlangen]] solle als schädliches [[Hindernis]] für den Sadhana unterbunden und alle [[Lebensfreude]] als Übel betrachtet werden, welches so früh wie möglich ausgemerzt werden muss. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, im Tantra sind die Dinge der Welt, die materiellen Formen der [[Wahrnehmung]], nicht wirklich Hindernisse, und ein Verlangen nach ihnen kann nicht dadurch besiegt werden, dass man das Verlangen an sich ablehnt. Alles in dieser Welt, und sogar die ganze Welt selbst, befindet sich in einem Übergang von der Unvollkommenheit hin zur [[Vollkommenheit]]. Das Sichtbare ist ein [[Weg]] hin zum Unsichtbaren und nicht sein Hindernis. Menschliches Begehren erwächst gerade wegen jener unintelligenten Auffassung, die der Mensch gegenüber dieser Lust entwickelt hat. Er hat sozusagen Lust-Angst, seitdem ihm erzählt worden ist, dass jegliche [[Begierde]] schlecht ist und alle äußeren Dinge nur zu Knechtschaft führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tantra sagt, dass das äußere Ding, das Objekt, kein fesselnder Zwang ist, allein schon wegen der Tatsache, dass das Objekt untrennbar mit dem Subjekt verbunden ist. Das Objekt ist der andere Pol des Subjekts, der Komplementär-Pol sozusagen. Beide Pole ergänzen sich gegenseitig. Jegliche [[Erfahrung]] steht in einer Subjekt-Objekt-Relation, und deshalb kann auch niemand nur im Geringsten daran denken, das Objekt der Begierde bewusst zu überwinden, ausgenommen, er hat vorher eine Beziehung zu dem Objekt hergestellt. Daher bedeutet die Überwindung des Objekts für uns immer wieder, in einen Teufelskreis einzutreten. Es gibt trotz aller Anstrengungen keine Möglichkeit, das Objekt loszuwerden, da schon im Bewusstsein die Gegenwart des Objekts da ist. Daher kommt also der großartige Tantra-Spruch, dass Begierde nur durch Begierde überwunden werden kann, genauso wie das Objekt nur vom Objekt bezwungen werden kann. Auch wird im Tantra gesagt, der andere Aspekt dieses Prinzips sei, &amp;quot;dass man sich durch das, wodurch man fällt, auch wieder aufrichten kann.&amp;quot; (Yaireva patanam dravyaih siddhih taireva.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier tritt der Kernpunkt der ganzen Sache hinsichtlich des Tantra zutage, welche ihn deutlich von allen anderen religiösen Praktiken und Sadhana-Formen abgrenzt. Warum diese Praxis schwierig und sogar gefährlich ist, wird durch die Art der Glaubenslehre offensichtlich, obwohl man wohl einräumen muss, dass der [[Glaubenssatz]] vielleicht etwas sehr rational verfasst ist und auf Tiefenpsychologie der menschlichen Natur basiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stufen des Tantra===&lt;br /&gt;
Die Tantra-Lehrer wissen, dass es große Schwierigkeiten gibt, wenn es darum geht, sich diese Lehrsätze einzuprägen und zu praktizieren. Insofern wird die Kunst des Sadhana auf diesem Pfad als gestaffelte Aufwärtsbewegung während der verschiedenen Stufen des Aufstiegs betrachtet. Indem man zu einem Zustand aufsteigt, wo eben jenes Verhältnis zwischen Subjekt und Objekt transzendiert oder überwunden wird, erreicht man unterschiedliche Stufen von [[Erkenntnis]] und eine Loslösung des Subjekts von der Verstrickung des Objekts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese festgesetzten Stufen lauten: [[Vede]]chara, [[Vaishnava]]chara, [[Saiva]]chara, [[Dakshina]]chara, [[Vama]]chara, [[Siddhanta]]chara und zuletzt [[Kaula]]chara.&lt;br /&gt;
Von diesen sieben aufgeführten Stufen sind die ersten drei für die niedrigere Kategorie der [[Sadhaka]]s bestimmt, welche als [[Pasu]] Jiva (Personen, in welchen die tierische Natur vorherrschend ist) bekannt sind. Die nächsten zwei stehen für die [[Vira]] [[Jiva]] (Personen, in welchen der normale menschliche Instinkt vorherrscht) und die letzten zwei für die [[Divya]] Jiva (Personen, in welchen das göttliche Element vorherrschend ist).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird geglaubt, dass die ersten drei [[Achara]]s besonders für [[Karma]] stehen. [[Bhakti]] und [[Jnana]], der [[Veda]], der für das [[Ritual]] steht, [[Vaishnava]] für die [[Hingabe]] und [[Saiva]] für das [[Wissen]]. Der vierte Achara, welcher [[Dakshina]] genannt wird, versucht die Ergebnisse zu bewahren, die durch das Praktizieren der ersten drei Stufen erreicht wurden. Bis zu dieser Ebene ist die Bewegung fast linear und praktisch gerade. Auf der nächsten Stufe (Vamachara) aber gibt es einen seltsamen Unterschied des Blickwinkels, denn dieser Begriff beinhaltet den Beginn der Rückwärts-Strömung der [[Seele]]n-Bewegung hin zur [[Realität]]. &amp;quot;[[Vama]]&amp;quot; bedeutet nicht &amp;quot;links&amp;quot;, wie die meisten Leute zu denken scheinen, sondern &amp;quot;Umkehr-Prozess&amp;quot;, [[Nivritti]] oder die Rückkehr - im Gegensatz zu [[Pravritti]] oder dem Vorwärts-Fließen mit der natürlichen Strömung der [[Sinne]]. Hier liegt der Beginn der allergeheimsten Praxis oder des esoterischen Aspektes des Tantra Sadhana, wo Objekte der Anziehung, des Reizes, egal welcher Art sie sind, gerade als Instrumente und Werkzeuge betrachtet werden, nicht, damit sie abgelehnt, sondern damit sie integriert und zu einem Teil des eigenen Seins gemacht werden. Die Absicht dabei ist aber, jenes Bewusstsein zu überwinden, dass sie außerhalb von einem selbst sind, als so eine Art gegenüberliegendes, entgegengesetztes Objekt oder irgendein äußerliches Etwas. Diese besondere Phase soll eigentlich auch nicht erklärt, sondern nur auf direktem Weg von einem Lehrmeister gelernt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Natur der Dinge===&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen werden [[Reichtum]], [[Macht]] und [[Sex]] als die wohl größten Hindernisse auf dem [[Weg]] zu spiritueller Vollkommenheit betrachtet. Der Tantra jedoch versucht gerade diese sich nutzbar zu machen und zu überwinden, und zwar mit genau den Mitteln, mit welchen ein ungeübter [[Verstand]] sich ins Unheil stürzen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pasu, Vira und Divya [[Bhava]]s entsprechen den tierischen, menschlichen und göttlichen Naturen und ziehen die groben, die feinen und die göttlichen Aspekte der Dinge in Betracht, welchen man in seinem spirituellen Leben als Gegensätze begegnen muss. Das ist das verbotene Gebiet von Tantra Sadhana, der Bereich, welchen der wahrhaft Suchende nicht offenlegt, da der gemeine Mensch ihn nicht wissen, verstehen oder aus ihm Nutzen ziehen soll.&lt;br /&gt;
Jedes Objekt hat eine grobe, eine feine und eine göttliche [[Form]], und jeder [[Sadhaka]] muss all diese Phasen durchlaufen. &lt;br /&gt;
Der Tantra beharrt darauf, dass keine Stufe oder Phase als Hindernis abgelehnt werden soll, sondern von jedem Individuum selbst genommen und durchschritten werden soll. Mann kann nur ein unbekanntes Ding, ein Objekt der [[Angst]], nicht unter seine [[Kontrolle]] bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tantra sagt, dass die unreinen, häßlichen und unheiligen Dinge des Lebens eigentlich Dinge sind, die fälschlicherweise nicht in ihrem wirklichen Zusammenhang gesehen wurden, nicht von ihrer eigenen besonderen Position oder vom Standpunkt der Dinge selbst her. Sie sind weder gut noch schlecht, weder schön noch häßlich und weder heilig noch unheilig. Das alles sind nur Vorstellungen, die uns unser Verstand von einem speziellen Interessenstandpunkt aus gibt. Unser Verstand sträubt sich dagegen, in Erwägung zu ziehen, dass es auch noch andere Interessen als seine eigenen geben könnte. Das Universum muss man von vielen Blickwinkeln aus sehen, nicht nur von einem. Vom Ersteren muss man zum Letzteren steigen, mit einer systematischen und progressiven Bewegung seines ganzen Seins durch den groben, den feinen und den göttlichen Aufbau der Dinge.&lt;br /&gt;
Am Anfang hat man Kontakt mit dem Objekt. Als nächstes denkt man es bloß noch mit seinem Verstand. Zuletzt visualisiert man es nur noch als einen Unruheherd oder Stress-Punkt in der Universellen Realität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die oben erwähnten Siddhantachara und Kaulachara vervollständigen den Prozess des Sadhana, wobei man in die wahre Natur der Dinge eintaucht und regelrecht übermenschlich wird. Die Aufgabe, welche die religiöse Praxis mit sich bringt, ist nicht die Ablehnung des Objektes oder des Dinges an sich, sondern die der Idee oder der Vorstellung, dass es, das Objekt, außerhalb von einem selbst sei. Die falsche Vorstellung weckt die Begierde, nicht das Objekt oder das Ding selbst. Die Verordnung ist hier in der Tat sehr subtil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritual===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shri Yantra Meru Shrividya Shakta Shaktismus.jpg|thumb|Shri Yantra, gefertigt vom Devipuram Tempel, Andhra Pradesh, India]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tantra Sadhana beinhaltet das Rezitieren von [[Mantra]]s, die Ritualausführung mittels [[Yantra]]s und die eigene Abstimmung mit einer speziellen Ebene der Realität, was eigentlich die spezifische Bedeutung des Tantra ist. Während dieses Prozesses muss man viele kleine Details direkt von seinem [[Guru]] lernen. Die [[Entschlackung]] des [[Körper]]s, die [[Reinigung]] des [[Geist]]es und die Klärung seiner sozialen Beziehungen sind alles wichtige Vorbereitungen des Sadhana. Die übliche [[Shodasopachara]]-[[Puja]] (sechzehngliedrige [[Gebet]]szeremonie), welche für eine [[Gottheit]] abgehalten wird, sind auch geeignete Maßnahmen für all das, was man bewundert, schätzt und liebt. Durch solch einen [[Gottesdienst]] sucht man die Verbindung mit der Gottheit durch die Aufhebung der Trennung zwischen Ihr und einem selbst. Die geheimnisvollen Prozesse, [[Nyasa]] ([[Anga]]-Nyasa und [[Kara]]-Nyasa) genannt, sind wiederum nach innen gerichtete Techniken, mittels derer man das Objekt in einem selbst und die Gottheit in seinem ureigenen [[Sein]] fühlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All das macht es mehr als deutlich, dass der Tantra Sadhana genauso höchst wissenschaftlich und präzise wie auch schwierig und gefährlich&lt;br /&gt;
ist. Dies ist seine Besonderheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra und [[Schamanismus]] – Energien im Fluss==&lt;br /&gt;
Interview mit Maharani Fritsch de Navarrete, erschienen im Yoga Vidya Journal Nr. 27, Herbst 2013&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlässlich des Yoga Kongress 2012&lt;br /&gt;
‚[[Chakra]], Tantra, [[Kundalini]]‘ haben&lt;br /&gt;
wir mit Maharani Fritsch de&lt;br /&gt;
Navarrete gesprochen. Als Yogini&lt;br /&gt;
und Schamanin mit westlicher&lt;br /&gt;
psychologischer Ausbildung schlägt&lt;br /&gt;
sie energetische Brücken zwischen&lt;br /&gt;
Amazonien und Indien. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich durfte in meinem Workshop wunderbare Zusammenhänge&lt;br /&gt;
zwischen Yoga, Tantra und Schamanismus herstellen und diese&lt;br /&gt;
hoffentlich nicht nur durch den informativen Part, sondern&lt;br /&gt;
auch vor allem durch den rituellen Teil zum Ausdruck bringen.&lt;br /&gt;
Diese alten holistischen Systeme sind nur scheinbar voneinander&lt;br /&gt;
getrennt- in allen geht es um [[Heilung]], Heil-Werden,&lt;br /&gt;
Ganz-Werden, Heilig-Werden, Verbunden-Sein. Ich bin immer&lt;br /&gt;
sehr glücklich, wenn ich auf die Brücken hinweisen darf, auf&lt;br /&gt;
die Ur-Quelle und die Ur-Verbindung. Höheres [[Sein]] bedeutet&lt;br /&gt;
immer ein höheres Verbundensein. Für [[Yogi]]s, für Tantriker, für&lt;br /&gt;
[[Schamane]]n, für Bewusste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|3Cn4X_2ODM0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Nach so vielen Jahren spiritueller Praxis verschiedenster Traditionen, als Yogalehrerin und Schamanin - siehst du Verbindungen zwischen Tantra und Schamanismus und wenn ja, welcher Art?====&lt;br /&gt;
Für den Schamanen geht die kosmische Evolution vom&lt;br /&gt;
Schamanismus (Ur-Form des spirituellen Ausdrucks) über den&lt;br /&gt;
[[Hinduismus]] zum [[Buddhismus]]. Tantra und Schamanismus decken&lt;br /&gt;
sich dermaßen, dass sie fast identisch sind in der Vorstellung,&lt;br /&gt;
dass männlich und weiblich oder auch das Spiel der&lt;br /&gt;
Gegensätze die Grundlage aller Prozesse im Universum sind.&lt;br /&gt;
Vor allem in Nepal, wo ich - neben Peru - auch meine Lehrer&lt;br /&gt;
habe, ist dies sehr gut sichtbar. Dort fließen Yoga, Tantrismus&lt;br /&gt;
und Schamanismus permanent zusammen und sind nur&lt;br /&gt;
schwer voneinander zu trennen. Ein Yogi gilt als [[Shivait]], was&lt;br /&gt;
mit Tantriker gleichgesetzt wird, und ein Tantriker ist in diesem&lt;br /&gt;
Kontext auch ein Schamane. Zum Beispiel schamanische Elementenverehrung,&lt;br /&gt;
also Naturrituale, verfeinerten sich nach&lt;br /&gt;
und nach in der [[Veden|vedisch]]en Zeit zum [[Havan]]/[[Agni Hotra]], [[Puja]]&lt;br /&gt;
und [[Yajna]] (Feuer- und andere Rituale). [[Shiva]] selbst ist ja der&lt;br /&gt;
Urahne der Schamanen als [[Pashupati]], Herr der Tiere, als [[Shankar]]&lt;br /&gt;
und [[Bhairava]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig ist er der Ur-Tantriker und Ur-[[Asket]] als [[Mahadev]],&lt;br /&gt;
[[Mahesvar]] und [[Yogeshwara]], der [[Vater]] des [[Yoga]]. Er zieht einsam,&lt;br /&gt;
mit [[Asche]] beschmiert, auf seiner [[Damaru]] trommelnd,&lt;br /&gt;
durch die Wälder und hält sich auch an den [[Ghat]]s, den Verbrennungsstätten&lt;br /&gt;
(Orte der Transformation), auf. Gleichzeitig&lt;br /&gt;
meditiert er als [[Sadashiva]] über das Höchste und als [[Nataraj]]&lt;br /&gt;
tanzt er das Spiel der [[Gegensätze]] und [[Transformation]].&lt;br /&gt;
Der Name Shaman bedeutet ja: „der, der wirklich sieht”.&lt;br /&gt;
Ein [[Drsthi]] also, ein [[Seher]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wer kann besser sehen, als der dreiäugige Shiva? [[Yoga]]-&lt;br /&gt;
[[Asana]]s entsprangen der Nachahmung der Natur und viele&lt;br /&gt;
haben Tier- oder Pflanzennamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Gemeinsamkeiten gibt es im Verständnis, dass alles&lt;br /&gt;
miteinander verbunden ist, dass wir vom Energieuniversum&lt;br /&gt;
umgeben sind, das heißt, dass Schwingung die Grundlage der&lt;br /&gt;
grobstofflichen Manifestation ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Gibt es dann in der schamanischen Energiemedizin auch eine Art von Kundalini-Erfahrung?====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich! Im nepalesischen, aber auch im peruvianischen&lt;br /&gt;
(dort gibt es mehrere Schulen) Schamanismus sind Energieerfahrungen die tägliche Praxis-Erfahrung. [[Mahakali]]&lt;br /&gt;
([[Indien]] und [[Nepal]]) und Pachamama (Peru,&lt;br /&gt;
Bolivien, Ecuador) ist die Urquelle der schöpferischen&lt;br /&gt;
[[Kundalini]]-[[Shakti]].&lt;br /&gt;
Das Erwachen im schamanisch-tantrischen [[Sinn]]e&lt;br /&gt;
ist die konstante Rückverbindung mit dieser&lt;br /&gt;
[[Kraft]], die allen Phänomenen zugrunde liegt. Bei&lt;br /&gt;
meinen ersten Peru-Reisen staunte ich nicht&lt;br /&gt;
schlecht, als ich entdeckte, dass das Energiesystem&lt;br /&gt;
der Schamanen und die Vorstellung vom&lt;br /&gt;
Energieuniversum und Energiemedizin sich mit&lt;br /&gt;
dem Kundalini Yoga deckt bzw. ihm sehr, sehr&lt;br /&gt;
ähnelt. Natürlich werden andere Termini benutzt,&lt;br /&gt;
für die Inka-Schamanen sind die Chakras&lt;br /&gt;
Nawis oder Ojos de cinturon, also „Augen”, das&lt;br /&gt;
Aufsteigen von Kundalini heißt el kawsay und sushumna&lt;br /&gt;
Nadi heißt kurku. Statt Sahasrara haben&lt;br /&gt;
wir Uma oder Pujuy... etc. Aber die Phänomene sind&lt;br /&gt;
exakt die gleichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Du hast den Workshop ‚Schamanische Energiemedizin für das neue Zeitalter gehalten’, was sind die Kennzeichen des neuen Zeitalters aus deiner Sicht und wie kann man sich energetisch darauf vorbereiten?====&lt;br /&gt;
Für die Schamanen ist die Periode momentan eine besondere&lt;br /&gt;
Zeit, vor allem im Inka Schamanismus - diese Zeit wird Pachakutec&lt;br /&gt;
(Wandel) genannt. Aber: es gibt keinen [[Messias|Erlöser]], keinen&lt;br /&gt;
Heiland von außen, keinen Zauberstab, der dich rettet… Für&lt;br /&gt;
die Schamanen, für bewusste Spiritualisten ist die Zukunft&lt;br /&gt;
jetzt schon da! Der erwartete Pachakuti-Inka, der letzte König&lt;br /&gt;
ist kein erlösender [[Avatar]], sondern vielmehr eine besondere&lt;br /&gt;
[[Schwingung]] zum Empfangen hochfrequenter spiritueller Energie.&lt;br /&gt;
Das [[Bewusstsein]] ist entscheidend und dein eigenes JA zur&lt;br /&gt;
Heilung auf allen Ebenen- das ist die Absichtserklärung an&lt;br /&gt;
das Universum. Es geschieht momentan, dass mir in meinen&lt;br /&gt;
Kursen und Ausbildungen immer mehr Menschen begegnen,&lt;br /&gt;
die an der [[Heilung]] aus der ersten [[Hand]] interessiert sind, nicht&lt;br /&gt;
an den [[Dogmen]] alter schulmedizinischer Systeme... Und immer&lt;br /&gt;
mehr Menschen machen die reale Erfahrung, dass dein innerer&lt;br /&gt;
Heiler nur darauf wartet, wieder aktiviert zu werden! Für bewusste&lt;br /&gt;
Yogis, Tantriker, Schamanen, Spiritualisten ist dies eine&lt;br /&gt;
Zeitqualität des Umschwungs. Mein Meister in Peru sagte einmal&lt;br /&gt;
so schön: „Diese Zeit ist eine Entwicklungshilfe.”...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
*[[Tantra Yoga]]&lt;br /&gt;
*[[Vijnana Bhairava Tantra]]&lt;br /&gt;
*[[Panchatantra]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p105_Kundalini-Tantra/ &#039;&#039;Kundalini Tantra&#039;&#039; von Swami Satyananda]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p106_Tantra-und-Yoga-Panorama/ &#039;&#039;Tantra und Yoga Panorama&#039;&#039; von Swami Satyananda]&lt;br /&gt;
*Swami Sivananda: „Tantra Yoga, Nada Yoga and Kriya Yoga“, Divine Life Society, Shivanandanagar, 5. Auflage, 2000&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/tantra/ Tantra Yoga]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/art_tantra_agama.html &amp;quot;Tantra&amp;quot; aus &#039;&#039;Göttliche Erkenntnis&#039;&#039; von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/YogaundSexualitaet.html Yoga und Sexualität von Sukadev]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/kundalini-yoga/literatur-buecher-kundalini-yoga/ Literatur Bücher Kundalini Yoga]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/seminar/meditationen-aus-dem-tantra-b130823-5/ Meditationen aus dem Tantra]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminarhaus-shanti/veranstaltungen/kalender-2013/yogini-tantra/ Yogini Tantra]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos==&lt;br /&gt;
===Atma Kriya Yoga mit Rishi Tulsidasananda===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|uQaVFLZnGVw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Erfahrung des subjektiven Bewusstseins im Yoga und in der östlichen Meditation===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|zoXRuC3RQTE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Entdeckung der Kundalini mit Sigmund Feuerabendt===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|kIhgXHWQoCw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weißer Tantra mit Simram Kaur===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|jTn_1dUD9tE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was ist das Besondere an Tantra Meditationstechniken - Interview mit Dr. Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|QFR_u_Zdwhg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ajapa Japa - Tantra Meditation mit Soham===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|F40CZ5h0Ahk}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ajapa Japa - Tantra Meditation Technique===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|3LpnJk47SmA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kaya Sthairyam Tantra Meditation mit Dr. Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|5N2qB99YkFs}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Tantra Meditation - mit Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|HrvueDbn8HY}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Multimedia==&lt;br /&gt;
===Kundalini Yoga: Tantra===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/39_Kundalini-Yoga-Teil_2_Tantra.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Ewige und das Vergängliche – Shiva-Shakti 1===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Das_Ewige_und_das_Vergaengliche_Shiva-Shakti-1.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sei verhaftungslos und … Shiva-Shakti 2===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Glueck-ist-im-inneren.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Setze dich durch – und gebe nach – Shiva-Shakti 3===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Sonne-Mond-im-Alltag.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tantra]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kundalini Yoga]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Chakra]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga Vidya Journal]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sivananda Nada Yoga]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
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		<title>Tantra</title>
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		<updated>2014-07-06T11:02:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Tantra&#039;&#039;&#039; ([[Sanskrit]]: तन्त्र tantra &#039;&#039;n.&#039;&#039;) Webstuhl; Gewebe, Kontinuum, Zusammenhang; Lehrwerk, Lehre; eine Klasse von Werken, die ursprünglich streng geheim gehaltene (esoterische) Inhalte lehrten und sich hauptsächlich mit [[Mystik]], [[Magie]] und Techniken zur [[Selbsterkenntnis]] und Erlösung ([[Moksha]] aus dem Kreislauf der Wiedergeburt, [[Samsara]]) beschäftigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:kundalini_chakras.jpg|thumb|Die Chakras - Energiezentren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herkunft==&lt;br /&gt;
Das Wort &amp;quot;Tantra&amp;quot; wird von der Sanskritwurzel &amp;quot;tan&amp;quot; (&amp;quot;ausdehnen, spannen&amp;quot;) abgeleitet. Die Ursprünge des Tantra als soteriologische (zur Erlösung hinführende) Systeme liegen etwa im 2. Jahrhundert, in seinen heute bekannten Ausprägungen wird es seit dem 7. oder 8. Jahrhundert weitergegeben. Aus der tantrischen Tradition stammt unter anderem die Lehre von den sieben [[Chakra]]s. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Traditionelle Richtungen==&lt;br /&gt;
Im wesentlichen gibt es in [[Indien]] drei Hauptrichtungen des Tantra, wozu noch die Form des tibetischen tantrischen [[Buddhismus]] ([[Vajrayana]]) kommt, der auch in [[Nepal]] praktiziert wird:&lt;br /&gt;
*1. [[Vaishnavacara]] (&#039;&#039;vaiṣṇavācāra&#039;&#039;): Hier werden die Formen des [[Gott]]es [[Vishnu]] als höchstes Prinzip verehrt.&lt;br /&gt;
*2. [[Shaivacara]] (&#039;&#039;śaivācāra&#039;&#039;): Hier werden die Formen des Gottes [[Shiva]] als höchstes Prinzip verehrt.&lt;br /&gt;
*3. [[Shaktacara]] (&#039;&#039;śāktācāra&#039;&#039;): hier werden die Formen der Göttin ([[Shakti]]) als höchstes Prinzip verehrt. Die als [[Shakta]] bekannten [[Tantriker]] folgen ihrerseits einem der beiden folgenden Wege bzw. Lebenswandel ([[Acara]]): entweder dem &amp;quot;Weg der rechten Hand&amp;quot; ([[Dakshinacara]] &#039;&#039;dakṣiṇācāra&#039;&#039;), in dem keine sexuellen Praktiken ausgeübt, wenn überhaupt imaginiert werden, oder dem &amp;quot;Weg der linken Hand&amp;quot; ([[Vamacara]] &#039;&#039;vāmācāra&#039;&#039;), der auch sexuelle Praktiken in das [[Ritual]] integriert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|mgLlp-CJsX4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra im Yoga==&lt;br /&gt;
Tantra als Teil der [[Yoga|yogischen]] Tradition und beruht auf der Shiva-Shakti-Philosophie. [[Shiva]] repräsentiert das Unveränderliche, das Unbewegte, das absolute [[Bewusstsein]], im [[Vedanta]] &amp;quot;[[Brahman]]&amp;quot; genannt. [[Shakti]] repräsentiert die schöpferische [[Energie]], welche das Universum in sechs Schritten in Analogie der sechs [[Chakra]]s (unterhalb des [[Sahasrara]] Chakras, der Sitz von Shiva), geschaffen hat. Ursprünglich sind Shiva und Shakti eins. Durch eine erste Schwingung, &amp;quot;[[Spandana]]&amp;quot; („Spaltung“), trennt sich Shakti von Shiva und schafft erst die zwei [[Kausalwelt]]en, dann die drei [[Astralwelt]]en und schließlich die physische [[Welt]]. Zyklisch vereinigen sich Shiva und Shakti wieder (Auflösung), bleiben zusammen ([[Pralaya]], kosmische Nacht) und trennen sich wieder (Schöpfung). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In jedem Teil des Kosmos sind Shiva und Shakti. Im Menschen manifestiert sich Shiva als reines Bewusstsein, als [[Satchidananda]]. Shakti manifestiert sich als die drei Körper mit den fünf Hüllen. Solange Shakti von Shiva getrennt ist, ist der Mensch unzufrieden. Im Laufe der individuellen [[Evolution]] über viele [[Leben]] hinweg erwacht die [[Kundalini]] (Shakti im Menschen) und vereinigt die individuelle [[Seele]] wieder mit der kosmischen Seele. [[Kundalini Yoga]] ist die Wissenschaft der Beschleunigung dieses natürlichen Evolutionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Drei Formen des Tantra==&lt;br /&gt;
Es gibt außerdem eine weitere, modernere Einteilung in drei [[Yoga Arten|Arten]] von Tantra: weißes, rotes und schwarzes Tantra. Rotes Tantra sind die sexuellen Praktiken, schwarzes Tantra sind die magischen und schwarzmagischen Praktiken zur egoistischen [[Manipulation]] von Energien und [[Geister]]n für selbstsüchtige Zwecke. Weißes Tantra sind die Praktiken zur Reinigung des [[Astralkörper]]s und zur Erweckung der [[Kundalini]] ohne selbstsüchtige Motive und werden daher [[Kundalini Yoga]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra - Erläuterungen von Swami Krishnananda==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Einleitung von [[Swami]] [[Krishnananda]] zu Swami [[Sivananda]]s Buch „Tantra Yoga, Nada Yoga and Kriya Yoga“ der [http://www.sivanandaonline.org/public_html/ Divine Life Society], 5. Auflage, 2000, Shivanandanagar, S. VII - XII, ISBN 81-7052-042-8&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Tantra===&lt;br /&gt;
Das System, welches Tantra genannt wird, wurde schon von jeher als esoterischer Geheimpfad der spirituellen [[Praxis]] betrachtet und war nicht jedem Ungeübten oder dem gemeinen Volk zugänglich. Das [[Geheimnis]] dieser Praxis scheint aus einem ungewöhnlichen Weltentwurf zu bestehen, der dem Suchenden abverlangt, die Dinge auf eine vollständig andere Art zu interpretieren und zu bewerten und der von der normalen, gewohnten Betrachtungsweise der Dinge abweicht. Die Tantra-[[Lehrer]] sagen, dass ein Suchender auf diesem [[Pfad]] der sozialen und sogar menschlichen Sichtweise entwachsen und eine übermenschliche und göttliche Sicht der Dinge entwickeln muss. Da dies jedoch vom gemeinen Menschen dieser [[Welt]] zuviel abverlangen würde, soll der Tantra auch ein verschlossenes Geheimnis sein und bleiben, dessen Türen nur mit dem Schlüssel geöffnet werden können, den allein ein befähigter [[Guru]] zur Verfügung stellt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Philosophie===&lt;br /&gt;
Die [[Philosophie]] von Tantra basiert auf dem Konzept der Doppelnatur aller Dinge. Nichts ist einzeln, sondern alles ist bipolar oder doppelpolig. Die sogenannte [[Einheit]] der Dinge ist nur eine Erscheinungsform, welche von dem besonderen Verhalten des Zusammentritts zweier Kräfte, nämlich [[Shiva]] und [[Shakti]] angenommen wird, man könnte auch sagen, der positiven und negativen Pole. Um diese mystische Konzeption des [[Universum]]s verstehen zu können, möchten wir auf die traditionellen Lehrsätze der [[Purana]]s verweisen, [[Manusmriti]] und [[Mahabharata]], die besagen, dass es im Anbeginne eine universelle Einzelzelle gegeben hat, die schon immer da war, bekannt als [[Brahmanda]], und die sich dann zweiteilte. Der eine Teil wurde zum Kosmischen [[Mann]] und der andere zur Kosmischen [[Frau]]. Wenn wir wollen, können wir diese Teile auch Shiva und Shakti nennen. Selbst unsere modernen [[Naturwissenschaft]]en scheinen diese Sichtweise zu bestätigen, wenn sie sagen, dass das Universum im Anfang ein einzelnes Atom war, welches sich zuerst zweiteilte und sich dann in die Vielfalt der gegenwärtigen [[Form]]en des Universums aufspaltete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da diese zwei Teile und ihre darauffolgenden Unterteilungen eigentlich zu einem gesamten Ganzen gehören, gibt es eine natürliche Anziehungkraft, die von einem Teil zum anderen Teil ausgeübt wird. Es gibt also eine beidseitige Zugkraft zwischen den positiven und negativen Polen auf der kosmischen Ebene sowie auf der ihrer niedrigeren vielfältigen Abstammungsformen, sogar hinunter bis zum Atom. Wir wissen heute, dass auch das Atom in einer bipolaren Struktur aufgebaut ist, mit dem Nukleus im Zentrum und den Elektronen, die ihn in absolut rätselhafter Weise umkreisen. Die [[Reaktion]] der zwei verschiedenen Teile eines jeden einzelnen [[Organismus]] scheint eine doppelte Auffassung von [[Bewusstsein]] gegenüber Einheit und [[Zweiheit]] zur selben Zeit zu sein. Es kann keine [[Anziehung]] zwischen dem Positiven und Negativen geben, solange sie nicht zwei Pole formen und nicht nur ein einzelnes Etwas. Dennoch kann es andererseits ohne eine grundlegende Einheit, die in und zwischen ihnen wirkt, gar nicht diese Anziehung geben, wenn es zwei vollkommen verschiedene Dinge sind. Das ist also das Geheimnisvolle, das Mysterium und auch die Schwierigkeit, jenes [[Phänomen]] zu verstehen, welches als Anziehung bekannt ist und gewöhnlich in der Gemeinsprache [[Liebe]] oder [[Zuneigung]] genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bipolarität===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ardhanarishvara Androgyn Shiva Parvati Nandi Loewe.jpg|thumb|Ardhanarishvara, Gemälde aus Indien, um 1800]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Konzept von Shiva und Shakti repräsentiert also in seiner höchsten Essenz diese Oberste Kosmische [[Dualität]]. Man kann sich vornehmlich vorstellen, dass dort nur Anziehung und Liebe zusammenwirken, so dass Shiva und Shakti als untrennbare Aspekte einer einheitlichen [[Realität]] zu betrachten sind, welche manchmal auch [[Ardhanarishvara|Ardhanareesvara]], der kosmische [[Androgyn]], genannt wird. Auf den niedrigeren Ebenen jedoch wirkt das Prinzip der [[Abstoßung]], was bedeutet, dass [[Abneigung]] mit Zuneigung zusammengeht, so wie auch Liebe mit [[Hass]]. Dort nimmt die bipolare Einheit eine Vielfalt an Form an, so dass ein bipolares Element nicht die Beeinflussung oder manchmal sogar nicht einmal die bloße Gegenwart solch eines anderen bipolaren Elementes tolerieren kann - aus [[Angst]] davor, seine isolierte, sich selbst bewusste bipolare Hälfte und dadurch seine Einheit zu verlieren. Dieses subtile Zusammenspiel kann in seiner groberen Art offenkundig werden, wenn z. B. eine Familiengruppe Schwierigkeiten hat, eine andere anzuerkennen und ihr die gleiche Liebe zu schenken wie der eigenen. Auf dieser Ebene können sich dann eine Gesellschaft, eine soziale Schicht und sogar eine bipolare Einzelperson nicht ohne einigen Argwohn und gewisse Vorbehalte gegenübertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Lehrsätzen oder dem Tantra nach ist die Ursache allen [[Leid]]s im [[Leben]] die bipolare [[Existenz]], diese in zwei geteilte Einheit, weil nicht eine duale Existenz in jeder ihr gegebenen Form die [[Wahrheit]] der Dinge ist, sondern das Eins-Sein. Da die zweifache Form allen Lebens in gewisser Hinsicht eine unnatürliche Art des Lebens darstellt, gibt es immer einen ambivalenten Standpunkt zwischen dem einen und dem anderen Pol von [[Mögen]] und [[Nicht-Mögen]], zu ein und derselben Zeit.&lt;br /&gt;
So wird Liebe niedergehalten, wenn Hass überwiegt und Hass unterdrückt, wenn Liebe die Oberhand behält. Fakt dabei ist jedoch, dass immer beide dieser Haltungen in einem Individuum versteckt sind, aber nur einer dieser Aspekte zum Vorschein kommt, wenn oder wie die Situation es gerade erfordert. Anstelle der Zweiheit wieder die Einheit zu bekommen, das ist der Vorgang im Tantra [[Sadhana]] - wobei dies jedoch die Zielsetzung eines jeden Sadhanas ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Unterschied===&lt;br /&gt;
Was ist also das Besondere am Tantra, und wodurch unterscheidet er sich von anderen [[Sadhana]]s, um dieses [[Ziel]] zu ereichen?&lt;br /&gt;
Der Unterschied ist sehr subtil und nicht leicht wahrzunehmen. In jeder Form religiöser Praxis gibt es meistens asketische Vorschriften für die Geisteshaltung des Praktizierenden. Das Äußere solle dem Inneren und das Materielle dem Spirituellen zuliebe abgelehnt werden. Jegliches [[Verlangen]] solle als schädliches [[Hindernis]] für den Sadhana unterbunden und alle [[Lebensfreude]] als Übel betrachtet werden, welches so früh wie möglich ausgemerzt werden muss. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, im Tantra sind die Dinge der Welt, die materiellen Formen der [[Wahrnehmung]], nicht wirklich Hindernisse, und ein Verlangen nach ihnen kann nicht dadurch besiegt werden, dass man das Verlangen an sich ablehnt. Alles in dieser Welt, und sogar die ganze Welt selbst, befindet sich in einem Übergang von der Unvollkommenheit hin zur [[Vollkommenheit]]. Das Sichtbare ist ein [[Weg]] hin zum Unsichtbaren und nicht sein Hindernis. Menschliches Begehren erwächst gerade wegen jener unintelligenten Auffassung, die der Mensch gegenüber dieser Lust entwickelt hat. Er hat sozusagen Lust-Angst, seitdem ihm erzählt worden ist, dass jegliche [[Begierde]] schlecht ist und alle äußeren Dinge nur zu Knechtschaft führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tantra sagt, dass das äußere Ding, das Objekt, kein fesselnder Zwang ist, allein schon wegen der Tatsache, dass das Objekt untrennbar mit dem Subjekt verbunden ist. Das Objekt ist der andere Pol des Subjekts, der Komplementär-Pol sozusagen. Beide Pole ergänzen sich gegenseitig. Jegliche [[Erfahrung]] steht in einer Subjekt-Objekt-Relation, und deshalb kann auch niemand nur im Geringsten daran denken, das Objekt der Begierde bewusst zu überwinden, ausgenommen, er hat vorher eine Beziehung zu dem Objekt hergestellt. Daher bedeutet die Überwindung des Objekts für uns immer wieder, in einen Teufelskreis einzutreten. Es gibt trotz aller Anstrengungen keine Möglichkeit, das Objekt loszuwerden, da schon im Bewusstsein die Gegenwart des Objekts da ist. Daher kommt also der großartige Tantra-Spruch, dass Begierde nur durch Begierde überwunden werden kann, genauso wie das Objekt nur vom Objekt bezwungen werden kann. Auch wird im Tantra gesagt, der andere Aspekt dieses Prinzips sei, &amp;quot;dass man sich durch das, wodurch man fällt, auch wieder aufrichten kann.&amp;quot; (Yaireva patanam dravyaih siddhih taireva.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier tritt der Kernpunkt der ganzen Sache hinsichtlich des Tantra zutage, welche ihn deutlich von allen anderen religiösen Praktiken und Sadhana-Formen abgrenzt. Warum diese Praxis schwierig und sogar gefährlich ist, wird durch die Art der Glaubenslehre offensichtlich, obwohl man wohl einräumen muss, dass der [[Glaubenssatz]] vielleicht etwas sehr rational verfasst ist und auf Tiefenpsychologie der menschlichen Natur basiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stufen des Tantra===&lt;br /&gt;
Die Tantra-Lehrer wissen, dass es große Schwierigkeiten gibt, wenn es darum geht, sich diese Lehrsätze einzuprägen und zu praktizieren. Insofern wird die Kunst des Sadhana auf diesem Pfad als gestaffelte Aufwärtsbewegung während der verschiedenen Stufen des Aufstiegs betrachtet. Indem man zu einem Zustand aufsteigt, wo eben jenes Verhältnis zwischen Subjekt und Objekt transzendiert oder überwunden wird, erreicht man unterschiedliche Stufen von [[Erkenntnis]] und eine Loslösung des Subjekts von der Verstrickung des Objekts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese festgesetzten Stufen lauten: [[Vede]]chara, [[Vaishnava]]chara, [[Saiva]]chara, [[Dakshina]]chara, [[Vama]]chara, [[Siddhanta]]chara und zuletzt [[Kaula]]chara.&lt;br /&gt;
Von diesen sieben aufgeführten Stufen sind die ersten drei für die niedrigere Kategorie der [[Sadhaka]]s bestimmt, welche als [[Pasu]] Jiva (Personen, in welchen die tierische Natur vorherrschend ist) bekannt sind. Die nächsten zwei stehen für die [[Vira]] [[Jiva]] (Personen, in welchen der normale menschliche Instinkt vorherrscht) und die letzten zwei für die [[Divya]] Jiva (Personen, in welchen das göttliche Element vorherrschend ist).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird geglaubt, dass die ersten drei [[Achara]]s besonders für [[Karma]] stehen. [[Bhakti]] und [[Jnana]], der [[Veda]], der für das [[Ritual]] steht, [[Vaishnava]] für die [[Hingabe]] und [[Saiva]] für das [[Wissen]]. Der vierte Achara, welcher [[Dakshina]] genannt wird, versucht die Ergebnisse zu bewahren, die durch das Praktizieren der ersten drei Stufen erreicht wurden. Bis zu dieser Ebene ist die Bewegung fast linear und praktisch gerade. Auf der nächsten Stufe (Vamachara) aber gibt es einen seltsamen Unterschied des Blickwinkels, denn dieser Begriff beinhaltet den Beginn der Rückwärts-Strömung der [[Seele]]n-Bewegung hin zur [[Realität]]. &amp;quot;[[Vama]]&amp;quot; bedeutet nicht &amp;quot;links&amp;quot;, wie die meisten Leute zu denken scheinen, sondern &amp;quot;Umkehr-Prozess&amp;quot;, [[Nivritti]] oder die Rückkehr - im Gegensatz zu [[Pravritti]] oder dem Vorwärts-Fließen mit der natürlichen Strömung der [[Sinne]]. Hier liegt der Beginn der allergeheimsten Praxis oder des esoterischen Aspektes des Tantra Sadhana, wo Objekte der Anziehung, des Reizes, egal welcher Art sie sind, gerade als Instrumente und Werkzeuge betrachtet werden, nicht, damit sie abgelehnt, sondern damit sie integriert und zu einem Teil des eigenen Seins gemacht werden. Die Absicht dabei ist aber, jenes Bewusstsein zu überwinden, dass sie außerhalb von einem selbst sind, als so eine Art gegenüberliegendes, entgegengesetztes Objekt oder irgendein äußerliches Etwas. Diese besondere Phase soll eigentlich auch nicht erklärt, sondern nur auf direktem Weg von einem Lehrmeister gelernt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Natur der Dinge===&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen werden [[Reichtum]], [[Macht]] und [[Sex]] als die wohl größten Hindernisse auf dem [[Weg]] zu spiritueller Vollkommenheit betrachtet. Der Tantra jedoch versucht gerade diese sich nutzbar zu machen und zu überwinden, und zwar mit genau den Mitteln, mit welchen ein ungeübter [[Verstand]] sich ins Unheil stürzen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pasu, Vira und Divya [[Bhava]]s entsprechen den tierischen, menschlichen und göttlichen Naturen und ziehen die groben, die feinen und die göttlichen Aspekte der Dinge in Betracht, welchen man in seinem spirituellen Leben als Gegensätze begegnen muss. Das ist das verbotene Gebiet von Tantra Sadhana, der Bereich, welchen der wahrhaft Suchende nicht offenlegt, da der gemeine Mensch ihn nicht wissen, verstehen oder aus ihm Nutzen ziehen soll.&lt;br /&gt;
Jedes Objekt hat eine grobe, eine feine und eine göttliche [[Form]], und jeder [[Sadhaka]] muss all diese Phasen durchlaufen. &lt;br /&gt;
Der Tantra beharrt darauf, dass keine Stufe oder Phase als Hindernis abgelehnt werden soll, sondern von jedem Individuum selbst genommen und durchschritten werden soll. Mann kann nur ein unbekanntes Ding, ein Objekt der [[Angst]], nicht unter seine [[Kontrolle]] bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tantra sagt, dass die unreinen, häßlichen und unheiligen Dinge des Lebens eigentlich Dinge sind, die fälschlicherweise nicht in ihrem wirklichen Zusammenhang gesehen wurden, nicht von ihrer eigenen besonderen Position oder vom Standpunkt der Dinge selbst her. Sie sind weder gut noch schlecht, weder schön noch häßlich und weder heilig noch unheilig. Das alles sind nur Vorstellungen, die uns unser Verstand von einem speziellen Interessenstandpunkt aus gibt. Unser Verstand sträubt sich dagegen, in Erwägung zu ziehen, dass es auch noch andere Interessen als seine eigenen geben könnte. Das Universum muss man von vielen Blickwinkeln aus sehen, nicht nur von einem. Vom Ersteren muss man zum Letzteren steigen, mit einer systematischen und progressiven Bewegung seines ganzen Seins durch den groben, den feinen und den göttlichen Aufbau der Dinge.&lt;br /&gt;
Am Anfang hat man Kontakt mit dem Objekt. Als nächstes denkt man es bloß noch mit seinem Verstand. Zuletzt visualisiert man es nur noch als einen Unruheherd oder Stress-Punkt in der Universellen Realität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die oben erwähnten Siddhantachara und Kaulachara vervollständigen den Prozess des Sadhana, wobei man in die wahre Natur der Dinge eintaucht und regelrecht übermenschlich wird. Die Aufgabe, welche die religiöse Praxis mit sich bringt, ist nicht die Ablehnung des Objektes oder des Dinges an sich, sondern die der Idee oder der Vorstellung, dass es, das Objekt, außerhalb von einem selbst sei. Die falsche Vorstellung weckt die Begierde, nicht das Objekt oder das Ding selbst. Die Verordnung ist hier in der Tat sehr subtil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritual===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shri Yantra Meru Shrividya Shakta Shaktismus.jpg|thumb|Shri Yantra, gefertigt vom Devipuram Tempel, Andhra Pradesh, India]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tantra Sadhana beinhaltet das Rezitieren von [[Mantra]]s, die Ritualausführung mittels [[Yantra]]s und die eigene Abstimmung mit einer speziellen Ebene der Realität, was eigentlich die spezifische Bedeutung des Tantra ist. Während dieses Prozesses muss man viele kleine Details direkt von seinem [[Guru]] lernen. Die [[Entschlackung]] des [[Körper]]s, die [[Reinigung]] des [[Geist]]es und die Klärung seiner sozialen Beziehungen sind alles wichtige Vorbereitungen des Sadhana. Die übliche [[Shodasopachara]]-[[Puja]] (sechzehngliedrige [[Gebet]]szeremonie), welche für eine [[Gottheit]] abgehalten wird, sind auch geeignete Maßnahmen für all das, was man bewundert, schätzt und liebt. Durch solch einen [[Gottesdienst]] sucht man die Verbindung mit der Gottheit durch die Aufhebung der Trennung zwischen Ihr und einem selbst. Die geheimnisvollen Prozesse, [[Nyasa]] ([[Anga]]-Nyasa und [[Kara]]-Nyasa) genannt, sind wiederum nach innen gerichtete Techniken, mittels derer man das Objekt in einem selbst und die Gottheit in seinem ureigenen [[Sein]] fühlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All das macht es mehr als deutlich, dass der Tantra Sadhana genauso höchst wissenschaftlich und präzise wie auch schwierig und gefährlich&lt;br /&gt;
ist. Dies ist seine Besonderheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra und [[Schamanismus]] – Energien im Fluss==&lt;br /&gt;
Interview mit Maharani Fritsch de Navarrete, erschienen im Yoga Vidya Journal Nr. 27, Herbst 2013&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlässlich des Yoga Kongress 2012&lt;br /&gt;
‚[[Chakra]], Tantra, [[Kundalini]]‘ haben&lt;br /&gt;
wir mit Maharani Fritsch de&lt;br /&gt;
Navarrete gesprochen. Als Yogini&lt;br /&gt;
und Schamanin mit westlicher&lt;br /&gt;
psychologischer Ausbildung schlägt&lt;br /&gt;
sie energetische Brücken zwischen&lt;br /&gt;
Amazonien und Indien. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich durfte in meinem Workshop wunderbare Zusammenhänge&lt;br /&gt;
zwischen Yoga, Tantra und Schamanismus herstellen und diese&lt;br /&gt;
hoffentlich nicht nur durch den informativen Part, sondern&lt;br /&gt;
auch vor allem durch den rituellen Teil zum Ausdruck bringen.&lt;br /&gt;
Diese alten holistischen Systeme sind nur scheinbar voneinander&lt;br /&gt;
getrennt- in allen geht es um [[Heilung]], Heil-Werden,&lt;br /&gt;
Ganz-Werden, Heilig-Werden, Verbunden-Sein. Ich bin immer&lt;br /&gt;
sehr glücklich, wenn ich auf die Brücken hinweisen darf, auf&lt;br /&gt;
die Ur-Quelle und die Ur-Verbindung. Höheres [[Sein]] bedeutet&lt;br /&gt;
immer ein höheres Verbundensein. Für [[Yogi]]s, für Tantriker, für&lt;br /&gt;
[[Schamane]]n, für Bewusste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|3Cn4X_2ODM0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Nach so vielen Jahren spiritueller Praxis verschiedenster Traditionen, als Yogalehrerin und Schamanin - siehst du Verbindungen zwischen Tantra und Schamanismus und wenn ja, welcher Art?====&lt;br /&gt;
Für den Schamanen geht die kosmische Evolution vom&lt;br /&gt;
Schamanismus (Ur-Form des spirituellen Ausdrucks) über den&lt;br /&gt;
[[Hinduismus]] zum [[Buddhismus]]. Tantra und Schamanismus decken&lt;br /&gt;
sich dermaßen, dass sie fast identisch sind in der Vorstellung,&lt;br /&gt;
dass männlich und weiblich oder auch das Spiel der&lt;br /&gt;
Gegensätze die Grundlage aller Prozesse im Universum sind.&lt;br /&gt;
Vor allem in Nepal, wo ich - neben Peru - auch meine Lehrer&lt;br /&gt;
habe, ist dies sehr gut sichtbar. Dort fließen Yoga, Tantrismus&lt;br /&gt;
und Schamanismus permanent zusammen und sind nur&lt;br /&gt;
schwer voneinander zu trennen. Ein Yogi gilt als [[Shivait]], was&lt;br /&gt;
mit Tantriker gleichgesetzt wird, und ein Tantriker ist in diesem&lt;br /&gt;
Kontext auch ein Schamane. Zum Beispiel schamanische Elementenverehrung,&lt;br /&gt;
also Naturrituale, verfeinerten sich nach&lt;br /&gt;
und nach in der [[Veden|vedisch]]en Zeit zum [[Havan]]/[[Agni Hotra]], [[Puja]]&lt;br /&gt;
und [[Yajna]] (Feuer- und andere Rituale). [[Shiva]] selbst ist ja der&lt;br /&gt;
Urahne der Schamanen als [[Pashupati]], Herr der Tiere, als [[Shankar]]&lt;br /&gt;
und [[Bhairava]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig ist er der Ur-Tantriker und Ur-[[Asket]] als [[Mahadev]],&lt;br /&gt;
[[Mahesvar]] und [[Yogeshwara]], der [[Vater]] des [[Yoga]]. Er zieht einsam,&lt;br /&gt;
mit [[Asche]] beschmiert, auf seiner [[Damaru]] trommelnd,&lt;br /&gt;
durch die Wälder und hält sich auch an den [[Ghat]]s, den Verbrennungsstätten&lt;br /&gt;
(Orte der Transformation), auf. Gleichzeitig&lt;br /&gt;
meditiert er als [[Sadashiva]] über das Höchste und als [[Nataraj]]&lt;br /&gt;
tanzt er das Spiel der [[Gegensätze]] und [[Transformation]].&lt;br /&gt;
Der Name Shaman bedeutet ja: „der, der wirklich sieht”.&lt;br /&gt;
Ein [[Drsthi]] also, ein [[Seher]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wer kann besser sehen, als der dreiäugige Shiva? [[Yoga]]-&lt;br /&gt;
[[Asana]]s entsprangen der Nachahmung der Natur und viele&lt;br /&gt;
haben Tier- oder Pflanzennamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Gemeinsamkeiten gibt es im Verständnis, dass alles&lt;br /&gt;
miteinander verbunden ist, dass wir vom Energieuniversum&lt;br /&gt;
umgeben sind, das heißt, dass Schwingung die Grundlage der&lt;br /&gt;
grobstofflichen Manifestation ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Gibt es dann in der schamanischen Energiemedizin auch eine Art von Kundalini-Erfahrung?====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich! Im nepalesischen, aber auch im peruvianischen&lt;br /&gt;
(dort gibt es mehrere Schulen) Schamanismus sind Energieerfahrungen die tägliche Praxis-Erfahrung. [[Mahakali]]&lt;br /&gt;
([[Indien]] und [[Nepal]]) und Pachamama (Peru,&lt;br /&gt;
Bolivien, Ecuador) ist die Urquelle der schöpferischen&lt;br /&gt;
[[Kundalini]]-[[Shakti]].&lt;br /&gt;
Das Erwachen im schamanisch-tantrischen [[Sinn]]e&lt;br /&gt;
ist die konstante Rückverbindung mit dieser&lt;br /&gt;
[[Kraft]], die allen Phänomenen zugrunde liegt. Bei&lt;br /&gt;
meinen ersten Peru-Reisen staunte ich nicht&lt;br /&gt;
schlecht, als ich entdeckte, dass das Energiesystem&lt;br /&gt;
der Schamanen und die Vorstellung vom&lt;br /&gt;
Energieuniversum und Energiemedizin sich mit&lt;br /&gt;
dem Kundalini Yoga deckt bzw. ihm sehr, sehr&lt;br /&gt;
ähnelt. Natürlich werden andere Termini benutzt,&lt;br /&gt;
für die Inka-Schamanen sind die Chakras&lt;br /&gt;
Nawis oder Ojos de cinturon, also „Augen”, das&lt;br /&gt;
Aufsteigen von Kundalini heißt el kawsay und sushumna&lt;br /&gt;
Nadi heißt kurku. Statt Sahasrara haben&lt;br /&gt;
wir Uma oder Pujuy... etc. Aber die Phänomene sind&lt;br /&gt;
exakt die gleichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Du hast den Workshop ‚Schamanische Energiemedizin für das neue Zeitalter gehalten’, was sind die Kennzeichen des neuen Zeitalters aus deiner Sicht und wie kann man sich energetisch darauf vorbereiten?====&lt;br /&gt;
Für die Schamanen ist die Periode momentan eine besondere&lt;br /&gt;
Zeit, vor allem im Inka Schamanismus - diese Zeit wird Pachakutec&lt;br /&gt;
(Wandel) genannt. Aber: es gibt keinen [[Messias|Erlöser]], keinen&lt;br /&gt;
Heiland von außen, keinen Zauberstab, der dich rettet… Für&lt;br /&gt;
die Schamanen, für bewusste Spiritualisten ist die Zukunft&lt;br /&gt;
jetzt schon da! Der erwartete Pachakuti-Inka, der letzte König&lt;br /&gt;
ist kein erlösender [[Avatar]], sondern vielmehr eine besondere&lt;br /&gt;
[[Schwingung]] zum Empfangen hochfrequenter spiritueller Energie.&lt;br /&gt;
Das [[Bewusstsein]] ist entscheidend und dein eigenes JA zur&lt;br /&gt;
Heilung auf allen Ebenen- das ist die Absichtserklärung an&lt;br /&gt;
das Universum. Es geschieht momentan, dass mir in meinen&lt;br /&gt;
Kursen und Ausbildungen immer mehr Menschen begegnen,&lt;br /&gt;
die an der [[Heilung]] aus der ersten [[Hand]] interessiert sind, nicht&lt;br /&gt;
an den [[Dogmen]] alter schulmedizinischer Systeme... Und immer&lt;br /&gt;
mehr Menschen machen die reale Erfahrung, dass dein innerer&lt;br /&gt;
Heiler nur darauf wartet, wieder aktiviert zu werden! Für bewusste&lt;br /&gt;
Yogis, Tantriker, Schamanen, Spiritualisten ist dies eine&lt;br /&gt;
Zeitqualität des Umschwungs. Mein Meister in Peru sagte einmal&lt;br /&gt;
so schön: „Diese Zeit ist eine Entwicklungshilfe.”...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
*[[Tantra Yoga]]&lt;br /&gt;
*[[Vijnana Bhairava Tantra]]&lt;br /&gt;
*[[Panchatantra]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p105_Kundalini-Tantra/ &#039;&#039;Kundalini Tantra&#039;&#039; von Swami Satyananda]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p106_Tantra-und-Yoga-Panorama/ &#039;&#039;Tantra und Yoga Panorama&#039;&#039; von Swami Satyananda]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/tantra/ Tantra Yoga]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/art_tantra_agama.html &amp;quot;Tantra&amp;quot; aus &#039;&#039;Göttliche Erkenntnis&#039;&#039; von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/YogaundSexualitaet.html Yoga und Sexualität von Sukadev]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/kundalini-yoga/literatur-buecher-kundalini-yoga/ Literatur Bücher Kundalini Yoga]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/seminar/meditationen-aus-dem-tantra-b130823-5/ Meditationen aus dem Tantra]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminarhaus-shanti/veranstaltungen/kalender-2013/yogini-tantra/ Yogini Tantra]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos==&lt;br /&gt;
===Atma Kriya Yoga mit Rishi Tulsidasananda===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|uQaVFLZnGVw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Erfahrung des subjektiven Bewusstseins im Yoga und in der östlichen Meditation===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|zoXRuC3RQTE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Entdeckung der Kundalini mit Sigmund Feuerabendt===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|kIhgXHWQoCw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weißer Tantra mit Simram Kaur===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|jTn_1dUD9tE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was ist das Besondere an Tantra Meditationstechniken - Interview mit Dr. Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|QFR_u_Zdwhg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ajapa Japa - Tantra Meditation mit Soham===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|F40CZ5h0Ahk}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ajapa Japa - Tantra Meditation Technique===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|3LpnJk47SmA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kaya Sthairyam Tantra Meditation mit Dr. Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|5N2qB99YkFs}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Tantra Meditation - mit Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|HrvueDbn8HY}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Multimedia==&lt;br /&gt;
===Kundalini Yoga: Tantra===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/39_Kundalini-Yoga-Teil_2_Tantra.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Ewige und das Vergängliche – Shiva-Shakti 1===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Das_Ewige_und_das_Vergaengliche_Shiva-Shakti-1.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sei verhaftungslos und … Shiva-Shakti 2===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Glueck-ist-im-inneren.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Setze dich durch – und gebe nach – Shiva-Shakti 3===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Sonne-Mond-im-Alltag.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tantra]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kundalini Yoga]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Chakra]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga Vidya Journal]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sivananda Nada Yoga]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Tantra&amp;diff=119994</id>
		<title>Tantra</title>
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		<updated>2014-07-06T10:59:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: /* Tantra - Erläuterungen von Swami Krishnananda */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Tantra&#039;&#039;&#039; ([[Sanskrit]]: तन्त्र tantra &#039;&#039;n.&#039;&#039;) Webstuhl; Gewebe, Kontinuum, Zusammenhang; Lehrwerk, Lehre; eine Klasse von Werken, die ursprünglich streng geheim gehaltene (esoterische) Inhalte lehrten und sich hauptsächlich mit [[Mystik]], [[Magie]] und Techniken zur [[Selbsterkenntnis]] und Erlösung ([[Moksha]] aus dem Kreislauf der Wiedergeburt, [[Samsara]]) beschäftigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:kundalini_chakras.jpg|thumb|Die Chakras - Energiezentren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herkunft==&lt;br /&gt;
Das Wort &amp;quot;Tantra&amp;quot; wird von der Sanskritwurzel &amp;quot;tan&amp;quot; (&amp;quot;ausdehnen, spannen&amp;quot;) abgeleitet. Die Ursprünge des Tantra als soteriologische (zur Erlösung hinführende) Systeme liegen etwa im 2. Jahrhundert, in seinen heute bekannten Ausprägungen wird es seit dem 7. oder 8. Jahrhundert weitergegeben. Aus der tantrischen Tradition stammt unter anderem die Lehre von den sieben [[Chakra]]s. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Traditionelle Richtungen==&lt;br /&gt;
Im wesentlichen gibt es in [[Indien]] drei Hauptrichtungen des Tantra, wozu noch die Form des tibetischen tantrischen [[Buddhismus]] ([[Vajrayana]]) kommt, der auch in [[Nepal]] praktiziert wird:&lt;br /&gt;
*1. [[Vaishnavacara]] (&#039;&#039;vaiṣṇavācāra&#039;&#039;): Hier werden die Formen des [[Gott]]es [[Vishnu]] als höchstes Prinzip verehrt.&lt;br /&gt;
*2. [[Shaivacara]] (&#039;&#039;śaivācāra&#039;&#039;): Hier werden die Formen des Gottes [[Shiva]] als höchstes Prinzip verehrt.&lt;br /&gt;
*3. [[Shaktacara]] (&#039;&#039;śāktācāra&#039;&#039;): hier werden die Formen der Göttin ([[Shakti]]) als höchstes Prinzip verehrt. Die als [[Shakta]] bekannten [[Tantriker]] folgen ihrerseits einem der beiden folgenden Wege bzw. Lebenswandel ([[Acara]]): entweder dem &amp;quot;Weg der rechten Hand&amp;quot; ([[Dakshinacara]] &#039;&#039;dakṣiṇācāra&#039;&#039;), in dem keine sexuellen Praktiken ausgeübt, wenn überhaupt imaginiert werden, oder dem &amp;quot;Weg der linken Hand&amp;quot; ([[Vamacara]] &#039;&#039;vāmācāra&#039;&#039;), der auch sexuelle Praktiken in das [[Ritual]] integriert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|mgLlp-CJsX4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra im Yoga==&lt;br /&gt;
Tantra als Teil der [[Yoga|yogischen]] Tradition und beruht auf der Shiva-Shakti-Philosophie. [[Shiva]] repräsentiert das Unveränderliche, das Unbewegte, das absolute [[Bewusstsein]], im [[Vedanta]] &amp;quot;[[Brahman]]&amp;quot; genannt. [[Shakti]] repräsentiert die schöpferische [[Energie]], welche das Universum in sechs Schritten in Analogie der sechs [[Chakra]]s (unterhalb des [[Sahasrara]] Chakras, der Sitz von Shiva), geschaffen hat. Ursprünglich sind Shiva und Shakti eins. Durch eine erste Schwingung, &amp;quot;[[Spandana]]&amp;quot; („Spaltung“), trennt sich Shakti von Shiva und schafft erst die zwei [[Kausalwelt]]en, dann die drei [[Astralwelt]]en und schließlich die physische [[Welt]]. Zyklisch vereinigen sich Shiva und Shakti wieder (Auflösung), bleiben zusammen ([[Pralaya]], kosmische Nacht) und trennen sich wieder (Schöpfung). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In jedem Teil des Kosmos sind Shiva und Shakti. Im Menschen manifestiert sich Shiva als reines Bewusstsein, als [[Satchidananda]]. Shakti manifestiert sich als die drei Körper mit den fünf Hüllen. Solange Shakti von Shiva getrennt ist, ist der Mensch unzufrieden. Im Laufe der individuellen [[Evolution]] über viele [[Leben]] hinweg erwacht die [[Kundalini]] (Shakti im Menschen) und vereinigt die individuelle [[Seele]] wieder mit der kosmischen Seele. [[Kundalini Yoga]] ist die Wissenschaft der Beschleunigung dieses natürlichen Evolutionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Drei Formen des Tantra==&lt;br /&gt;
Es gibt außerdem eine weitere, modernere Einteilung in drei [[Yoga Arten|Arten]] von Tantra: weißes, rotes und schwarzes Tantra. Rotes Tantra sind die sexuellen Praktiken, schwarzes Tantra sind die magischen und schwarzmagischen Praktiken zur egoistischen [[Manipulation]] von Energien und [[Geister]]n für selbstsüchtige Zwecke. Weißes Tantra sind die Praktiken zur Reinigung des [[Astralkörper]]s und zur Erweckung der [[Kundalini]] ohne selbstsüchtige Motive und werden daher [[Kundalini Yoga]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra und [[Schamanismus]] – Energien im Fluss==&lt;br /&gt;
Interview mit Maharani Fritsch de Navarrete, erschienen im Yoga Vidya Journal Nr. 27, Herbst 2013&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlässlich des Yoga Kongress 2012&lt;br /&gt;
‚[[Chakra]], Tantra, [[Kundalini]]‘ haben&lt;br /&gt;
wir mit Maharani Fritsch de&lt;br /&gt;
Navarrete gesprochen. Als Yogini&lt;br /&gt;
und Schamanin mit westlicher&lt;br /&gt;
psychologischer Ausbildung schlägt&lt;br /&gt;
sie energetische Brücken zwischen&lt;br /&gt;
Amazonien und Indien. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich durfte in meinem Workshop wunderbare Zusammenhänge&lt;br /&gt;
zwischen Yoga, Tantra und Schamanismus herstellen und diese&lt;br /&gt;
hoffentlich nicht nur durch den informativen Part, sondern&lt;br /&gt;
auch vor allem durch den rituellen Teil zum Ausdruck bringen.&lt;br /&gt;
Diese alten holistischen Systeme sind nur scheinbar voneinander&lt;br /&gt;
getrennt- in allen geht es um [[Heilung]], Heil-Werden,&lt;br /&gt;
Ganz-Werden, Heilig-Werden, Verbunden-Sein. Ich bin immer&lt;br /&gt;
sehr glücklich, wenn ich auf die Brücken hinweisen darf, auf&lt;br /&gt;
die Ur-Quelle und die Ur-Verbindung. Höheres [[Sein]] bedeutet&lt;br /&gt;
immer ein höheres Verbundensein. Für [[Yogi]]s, für Tantriker, für&lt;br /&gt;
[[Schamane]]n, für Bewusste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|3Cn4X_2ODM0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Nach so vielen Jahren spiritueller Praxis verschiedenster Traditionen, als Yogalehrerin und Schamanin - siehst du Verbindungen zwischen Tantra und Schamanismus und wenn ja, welcher Art?====&lt;br /&gt;
Für den Schamanen geht die kosmische Evolution vom&lt;br /&gt;
Schamanismus (Ur-Form des spirituellen Ausdrucks) über den&lt;br /&gt;
[[Hinduismus]] zum [[Buddhismus]]. Tantra und Schamanismus decken&lt;br /&gt;
sich dermaßen, dass sie fast identisch sind in der Vorstellung,&lt;br /&gt;
dass männlich und weiblich oder auch das Spiel der&lt;br /&gt;
Gegensätze die Grundlage aller Prozesse im Universum sind.&lt;br /&gt;
Vor allem in Nepal, wo ich - neben Peru - auch meine Lehrer&lt;br /&gt;
habe, ist dies sehr gut sichtbar. Dort fließen Yoga, Tantrismus&lt;br /&gt;
und Schamanismus permanent zusammen und sind nur&lt;br /&gt;
schwer voneinander zu trennen. Ein Yogi gilt als [[Shivait]], was&lt;br /&gt;
mit Tantriker gleichgesetzt wird, und ein Tantriker ist in diesem&lt;br /&gt;
Kontext auch ein Schamane. Zum Beispiel schamanische Elementenverehrung,&lt;br /&gt;
also Naturrituale, verfeinerten sich nach&lt;br /&gt;
und nach in der [[Veden|vedisch]]en Zeit zum [[Havan]]/[[Agni Hotra]], [[Puja]]&lt;br /&gt;
und [[Yajna]] (Feuer- und andere Rituale). [[Shiva]] selbst ist ja der&lt;br /&gt;
Urahne der Schamanen als [[Pashupati]], Herr der Tiere, als [[Shankar]]&lt;br /&gt;
und [[Bhairava]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig ist er der Ur-Tantriker und Ur-[[Asket]] als [[Mahadev]],&lt;br /&gt;
[[Mahesvar]] und [[Yogeshwara]], der [[Vater]] des [[Yoga]]. Er zieht einsam,&lt;br /&gt;
mit [[Asche]] beschmiert, auf seiner [[Damaru]] trommelnd,&lt;br /&gt;
durch die Wälder und hält sich auch an den [[Ghat]]s, den Verbrennungsstätten&lt;br /&gt;
(Orte der Transformation), auf. Gleichzeitig&lt;br /&gt;
meditiert er als [[Sadashiva]] über das Höchste und als [[Nataraj]]&lt;br /&gt;
tanzt er das Spiel der [[Gegensätze]] und [[Transformation]].&lt;br /&gt;
Der Name Shaman bedeutet ja: „der, der wirklich sieht”.&lt;br /&gt;
Ein [[Drsthi]] also, ein [[Seher]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wer kann besser sehen, als der dreiäugige Shiva? [[Yoga]]-&lt;br /&gt;
[[Asana]]s entsprangen der Nachahmung der Natur und viele&lt;br /&gt;
haben Tier- oder Pflanzennamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Gemeinsamkeiten gibt es im Verständnis, dass alles&lt;br /&gt;
miteinander verbunden ist, dass wir vom Energieuniversum&lt;br /&gt;
umgeben sind, das heißt, dass Schwingung die Grundlage der&lt;br /&gt;
grobstofflichen Manifestation ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Gibt es dann in der schamanischen Energiemedizin auch eine Art von Kundalini-Erfahrung?====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich! Im nepalesischen, aber auch im peruvianischen&lt;br /&gt;
(dort gibt es mehrere Schulen) Schamanismus sind Energieerfahrungen die tägliche Praxis-Erfahrung. [[Mahakali]]&lt;br /&gt;
([[Indien]] und [[Nepal]]) und Pachamama (Peru,&lt;br /&gt;
Bolivien, Ecuador) ist die Urquelle der schöpferischen&lt;br /&gt;
[[Kundalini]]-[[Shakti]].&lt;br /&gt;
Das Erwachen im schamanisch-tantrischen [[Sinn]]e&lt;br /&gt;
ist die konstante Rückverbindung mit dieser&lt;br /&gt;
[[Kraft]], die allen Phänomenen zugrunde liegt. Bei&lt;br /&gt;
meinen ersten Peru-Reisen staunte ich nicht&lt;br /&gt;
schlecht, als ich entdeckte, dass das Energiesystem&lt;br /&gt;
der Schamanen und die Vorstellung vom&lt;br /&gt;
Energieuniversum und Energiemedizin sich mit&lt;br /&gt;
dem Kundalini Yoga deckt bzw. ihm sehr, sehr&lt;br /&gt;
ähnelt. Natürlich werden andere Termini benutzt,&lt;br /&gt;
für die Inka-Schamanen sind die Chakras&lt;br /&gt;
Nawis oder Ojos de cinturon, also „Augen”, das&lt;br /&gt;
Aufsteigen von Kundalini heißt el kawsay und sushumna&lt;br /&gt;
Nadi heißt kurku. Statt Sahasrara haben&lt;br /&gt;
wir Uma oder Pujuy... etc. Aber die Phänomene sind&lt;br /&gt;
exakt die gleichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Du hast den Workshop ‚Schamanische Energiemedizin für das neue Zeitalter gehalten’, was sind die Kennzeichen des neuen Zeitalters aus deiner Sicht und wie kann man sich energetisch darauf vorbereiten?====&lt;br /&gt;
Für die Schamanen ist die Periode momentan eine besondere&lt;br /&gt;
Zeit, vor allem im Inka Schamanismus - diese Zeit wird Pachakutec&lt;br /&gt;
(Wandel) genannt. Aber: es gibt keinen [[Messias|Erlöser]], keinen&lt;br /&gt;
Heiland von außen, keinen Zauberstab, der dich rettet… Für&lt;br /&gt;
die Schamanen, für bewusste Spiritualisten ist die Zukunft&lt;br /&gt;
jetzt schon da! Der erwartete Pachakuti-Inka, der letzte König&lt;br /&gt;
ist kein erlösender [[Avatar]], sondern vielmehr eine besondere&lt;br /&gt;
[[Schwingung]] zum Empfangen hochfrequenter spiritueller Energie.&lt;br /&gt;
Das [[Bewusstsein]] ist entscheidend und dein eigenes JA zur&lt;br /&gt;
Heilung auf allen Ebenen- das ist die Absichtserklärung an&lt;br /&gt;
das Universum. Es geschieht momentan, dass mir in meinen&lt;br /&gt;
Kursen und Ausbildungen immer mehr Menschen begegnen,&lt;br /&gt;
die an der [[Heilung]] aus der ersten [[Hand]] interessiert sind, nicht&lt;br /&gt;
an den [[Dogmen]] alter schulmedizinischer Systeme... Und immer&lt;br /&gt;
mehr Menschen machen die reale Erfahrung, dass dein innerer&lt;br /&gt;
Heiler nur darauf wartet, wieder aktiviert zu werden! Für bewusste&lt;br /&gt;
Yogis, Tantriker, Schamanen, Spiritualisten ist dies eine&lt;br /&gt;
Zeitqualität des Umschwungs. Mein Meister in Peru sagte einmal&lt;br /&gt;
so schön: „Diese Zeit ist eine Entwicklungshilfe.”...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra - Erläuterungen von Swami Krishnananda==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Einleitung von [[Swami]] [[Krishnananda]] zu Swami [[Sivananda]]s Buch „Tantra Yoga, Nada Yoga and Kriya Yoga“ der [http://www.sivanandaonline.org/public_html/ Divine Life Society], 5. Auflage, 2000, Shivanandanagar, S. VII - XII, ISBN 81-7052-042-8&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Tantra===&lt;br /&gt;
Das System, welches Tantra genannt wird, wurde schon von jeher als esoterischer Geheimpfad der spirituellen [[Praxis]] betrachtet und war nicht jedem Ungeübten oder dem gemeinen Volk zugänglich. Das [[Geheimnis]] dieser Praxis scheint aus einem ungewöhnlichen Weltentwurf zu bestehen, der dem Suchenden abverlangt, die Dinge auf eine vollständig andere Art zu interpretieren und zu bewerten und der von der normalen, gewohnten Betrachtungsweise der Dinge abweicht. Die Tantra-[[Lehrer]] sagen, dass ein Suchender auf diesem [[Pfad]] der sozialen und sogar menschlichen Sichtweise entwachsen und eine übermenschliche und göttliche Sicht der Dinge entwickeln muss. Da dies jedoch vom gemeinen Menschen dieser [[Welt]] zuviel abverlangen würde, soll der Tantra auch ein verschlossenes Geheimnis sein und bleiben, dessen Türen nur mit dem Schlüssel geöffnet werden können, den allein ein befähigter [[Guru]] zur Verfügung stellt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Philosophie===&lt;br /&gt;
Die [[Philosophie]] von Tantra basiert auf dem Konzept der Doppelnatur aller Dinge. Nichts ist einzeln, sondern alles ist bipolar oder doppelpolig. Die sogenannte [[Einheit]] der Dinge ist nur eine Erscheinungsform, welche von dem besonderen Verhalten des Zusammentritts zweier Kräfte, nämlich [[Shiva]] und [[Shakti]] angenommen wird, man könnte auch sagen, der positiven und negativen Pole. Um diese mystische Konzeption des [[Universum]]s verstehen zu können, möchten wir auf die traditionellen Lehrsätze der [[Purana]]s verweisen, [[Manusmriti]] und [[Mahabharata]], die besagen, dass es im Anbeginne eine universelle Einzelzelle gegeben hat, die schon immer da war, bekannt als [[Brahmanda]], und die sich dann zweiteilte. Der eine Teil wurde zum Kosmischen [[Mann]] und der andere zur Kosmischen [[Frau]]. Wenn wir wollen, können wir diese Teile auch Shiva und Shakti nennen. Selbst unsere modernen [[Naturwissenschaft]]en scheinen diese Sichtweise zu bestätigen, wenn sie sagen, dass das Universum im Anfang ein einzelnes Atom war, welches sich zuerst zweiteilte und sich dann in die Vielfalt der gegenwärtigen [[Form]]en des Universums aufspaltete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da diese zwei Teile und ihre darauffolgenden Unterteilungen eigentlich zu einem gesamten Ganzen gehören, gibt es eine natürliche Anziehungkraft, die von einem Teil zum anderen Teil ausgeübt wird. Es gibt also eine beidseitige Zugkraft zwischen den positiven und negativen Polen auf der kosmischen Ebene sowie auf der ihrer niedrigeren vielfältigen Abstammungsformen, sogar hinunter bis zum Atom. Wir wissen heute, dass auch das Atom in einer bipolaren Struktur aufgebaut ist, mit dem Nukleus im Zentrum und den Elektronen, die ihn in absolut rätselhafter Weise umkreisen. Die [[Reaktion]] der zwei verschiedenen Teile eines jeden einzelnen [[Organismus]] scheint eine doppelte Auffassung von [[Bewusstsein]] gegenüber Einheit und [[Zweiheit]] zur selben Zeit zu sein. Es kann keine [[Anziehung]] zwischen dem Positiven und Negativen geben, solange sie nicht zwei Pole formen und nicht nur ein einzelnes Etwas. Dennoch kann es andererseits ohne eine grundlegende Einheit, die in und zwischen ihnen wirkt, gar nicht diese Anziehung geben, wenn es zwei vollkommen verschiedene Dinge sind. Das ist also das Geheimnisvolle, das Mysterium und auch die Schwierigkeit, jenes [[Phänomen]] zu verstehen, welches als Anziehung bekannt ist und gewöhnlich in der Gemeinsprache [[Liebe]] oder [[Zuneigung]] genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bipolarität===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ardhanarishvara Androgyn Shiva Parvati Nandi Loewe.jpg|thumb|Ardhanarishvara, Gemälde aus Indien, um 1800]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Konzept von Shiva und Shakti repräsentiert also in seiner höchsten Essenz diese Oberste Kosmische [[Dualität]]. Man kann sich vornehmlich vorstellen, dass dort nur Anziehung und Liebe zusammenwirken, so dass Shiva und Shakti als untrennbare Aspekte einer einheitlichen [[Realität]] zu betrachten sind, welche manchmal auch [[Ardhanarishvara|Ardhanareesvara]], der kosmische [[Androgyn]], genannt wird. Auf den niedrigeren Ebenen jedoch wirkt das Prinzip der [[Abstoßung]], was bedeutet, dass [[Abneigung]] mit Zuneigung zusammengeht, so wie auch Liebe mit [[Hass]]. Dort nimmt die bipolare Einheit eine Vielfalt an Form an, so dass ein bipolares Element nicht die Beeinflussung oder manchmal sogar nicht einmal die bloße Gegenwart solch eines anderen bipolaren Elementes tolerieren kann - aus [[Angst]] davor, seine isolierte, sich selbst bewusste bipolare Hälfte und dadurch seine Einheit zu verlieren. Dieses subtile Zusammenspiel kann in seiner groberen Art offenkundig werden, wenn z. B. eine Familiengruppe Schwierigkeiten hat, eine andere anzuerkennen und ihr die gleiche Liebe zu schenken wie der eigenen. Auf dieser Ebene können sich dann eine Gesellschaft, eine soziale Schicht und sogar eine bipolare Einzelperson nicht ohne einigen Argwohn und gewisse Vorbehalte gegenübertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Lehrsätzen oder dem Tantra nach ist die Ursache allen [[Leid]]s im [[Leben]] die bipolare [[Existenz]], diese in zwei geteilte Einheit, weil nicht eine duale Existenz in jeder ihr gegebenen Form die [[Wahrheit]] der Dinge ist, sondern das Eins-Sein. Da die zweifache Form allen Lebens in gewisser Hinsicht eine unnatürliche Art des Lebens darstellt, gibt es immer einen ambivalenten Standpunkt zwischen dem einen und dem anderen Pol von [[Mögen]] und [[Nicht-Mögen]], zu ein und derselben Zeit.&lt;br /&gt;
So wird Liebe niedergehalten, wenn Hass überwiegt und Hass unterdrückt, wenn Liebe die Oberhand behält. Fakt dabei ist jedoch, dass immer beide dieser Haltungen in einem Individuum versteckt sind, aber nur einer dieser Aspekte zum Vorschein kommt, wenn oder wie die Situation es gerade erfordert. Anstelle der Zweiheit wieder die Einheit zu bekommen, das ist der Vorgang im Tantra [[Sadhana]] - wobei dies jedoch die Zielsetzung eines jeden Sadhanas ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Unterschied===&lt;br /&gt;
Was ist also das Besondere am Tantra, und wodurch unterscheidet er sich von anderen [[Sadhana]]s, um dieses [[Ziel]] zu ereichen?&lt;br /&gt;
Der Unterschied ist sehr subtil und nicht leicht wahrzunehmen. In jeder Form religiöser Praxis gibt es meistens asketische Vorschriften für die Geisteshaltung des Praktizierenden. Das Äußere solle dem Inneren und das Materielle dem Spirituellen zuliebe abgelehnt werden. Jegliches [[Verlangen]] solle als schädliches [[Hindernis]] für den Sadhana unterbunden und alle [[Lebensfreude]] als Übel betrachtet werden, welches so früh wie möglich ausgemerzt werden muss. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, im Tantra sind die Dinge der Welt, die materiellen Formen der [[Wahrnehmung]], nicht wirklich Hindernisse, und ein Verlangen nach ihnen kann nicht dadurch besiegt werden, dass man das Verlangen an sich ablehnt. Alles in dieser Welt, und sogar die ganze Welt selbst, befindet sich in einem Übergang von der Unvollkommenheit hin zur [[Vollkommenheit]]. Das Sichtbare ist ein [[Weg]] hin zum Unsichtbaren und nicht sein Hindernis. Menschliches Begehren erwächst gerade wegen jener unintelligenten Auffassung, die der Mensch gegenüber dieser Lust entwickelt hat. Er hat sozusagen Lust-Angst, seitdem ihm erzählt worden ist, dass jegliche [[Begierde]] schlecht ist und alle äußeren Dinge nur zu Knechtschaft führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tantra sagt, dass das äußere Ding, das Objekt, kein fesselnder Zwang ist, allein schon wegen der Tatsache, dass das Objekt untrennbar mit dem Subjekt verbunden ist. Das Objekt ist der andere Pol des Subjekts, der Komplementär-Pol sozusagen. Beide Pole ergänzen sich gegenseitig. Jegliche [[Erfahrung]] steht in einer Subjekt-Objekt-Relation, und deshalb kann auch niemand nur im Geringsten daran denken, das Objekt der Begierde bewusst zu überwinden, ausgenommen, er hat vorher eine Beziehung zu dem Objekt hergestellt. Daher bedeutet die Überwindung des Objekts für uns immer wieder, in einen Teufelskreis einzutreten. Es gibt trotz aller Anstrengungen keine Möglichkeit, das Objekt loszuwerden, da schon im Bewusstsein die Gegenwart des Objekts da ist. Daher kommt also der großartige Tantra-Spruch, dass Begierde nur durch Begierde überwunden werden kann, genauso wie das Objekt nur vom Objekt bezwungen werden kann. Auch wird im Tantra gesagt, der andere Aspekt dieses Prinzips sei, &amp;quot;dass man sich durch das, wodurch man fällt, auch wieder aufrichten kann.&amp;quot; (Yaireva patanam dravyaih siddhih taireva.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier tritt der Kernpunkt der ganzen Sache hinsichtlich des Tantra zutage, welche ihn deutlich von allen anderen religiösen Praktiken und Sadhana-Formen abgrenzt. Warum diese Praxis schwierig und sogar gefährlich ist, wird durch die Art der Glaubenslehre offensichtlich, obwohl man wohl einräumen muss, dass der [[Glaubenssatz]] vielleicht etwas sehr rational verfasst ist und auf Tiefenpsychologie der menschlichen Natur basiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stufen des Tantra===&lt;br /&gt;
Die Tantra-Lehrer wissen, dass es große Schwierigkeiten gibt, wenn es darum geht, sich diese Lehrsätze einzuprägen und zu praktizieren. Insofern wird die Kunst des Sadhana auf diesem Pfad als gestaffelte Aufwärtsbewegung während der verschiedenen Stufen des Aufstiegs betrachtet. Indem man zu einem Zustand aufsteigt, wo eben jenes Verhältnis zwischen Subjekt und Objekt transzendiert oder überwunden wird, erreicht man unterschiedliche Stufen von [[Erkenntnis]] und eine Loslösung des Subjekts von der Verstrickung des Objekts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese festgesetzten Stufen lauten: [[Vede]]chara, [[Vaishnava]]chara, [[Saiva]]chara, [[Dakshina]]chara, [[Vama]]chara, [[Siddhanta]]chara und zuletzt [[Kaula]]chara.&lt;br /&gt;
Von diesen sieben aufgeführten Stufen sind die ersten drei für die niedrigere Kategorie der [[Sadhaka]]s bestimmt, welche als [[Pasu]] Jiva (Personen, in welchen die tierische Natur vorherrschend ist) bekannt sind. Die nächsten zwei stehen für die [[Vira]] [[Jiva]] (Personen, in welchen der normale menschliche Instinkt vorherrscht) und die letzten zwei für die [[Divya]] Jiva (Personen, in welchen das göttliche Element vorherrschend ist).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird geglaubt, dass die ersten drei [[Achara]]s besonders für [[Karma]] stehen. [[Bhakti]] und [[Jnana]], der [[Veda]], der für das [[Ritual]] steht, [[Vaishnava]] für die [[Hingabe]] und [[Saiva]] für das [[Wissen]]. Der vierte Achara, welcher [[Dakshina]] genannt wird, versucht die Ergebnisse zu bewahren, die durch das Praktizieren der ersten drei Stufen erreicht wurden. Bis zu dieser Ebene ist die Bewegung fast linear und praktisch gerade. Auf der nächsten Stufe (Vamachara) aber gibt es einen seltsamen Unterschied des Blickwinkels, denn dieser Begriff beinhaltet den Beginn der Rückwärts-Strömung der [[Seele]]n-Bewegung hin zur [[Realität]]. &amp;quot;[[Vama]]&amp;quot; bedeutet nicht &amp;quot;links&amp;quot;, wie die meisten Leute zu denken scheinen, sondern &amp;quot;Umkehr-Prozess&amp;quot;, [[Nivritti]] oder die Rückkehr - im Gegensatz zu [[Pravritti]] oder dem Vorwärts-Fließen mit der natürlichen Strömung der [[Sinne]]. Hier liegt der Beginn der allergeheimsten Praxis oder des esoterischen Aspektes des Tantra Sadhana, wo Objekte der Anziehung, des Reizes, egal welcher Art sie sind, gerade als Instrumente und Werkzeuge betrachtet werden, nicht, damit sie abgelehnt, sondern damit sie integriert und zu einem Teil des eigenen Seins gemacht werden. Die Absicht dabei ist aber, jenes Bewusstsein zu überwinden, dass sie außerhalb von einem selbst sind, als so eine Art gegenüberliegendes, entgegengesetztes Objekt oder irgendein äußerliches Etwas. Diese besondere Phase soll eigentlich auch nicht erklärt, sondern nur auf direktem Weg von einem Lehrmeister gelernt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Natur der Dinge===&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen werden [[Reichtum]], [[Macht]] und [[Sex]] als die wohl größten Hindernisse auf dem [[Weg]] zu spiritueller Vollkommenheit betrachtet. Der Tantra jedoch versucht gerade diese sich nutzbar zu machen und zu überwinden, und zwar mit genau den Mitteln, mit welchen ein ungeübter [[Verstand]] sich ins Unheil stürzen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pasu, Vira und Divya [[Bhava]]s entsprechen den tierischen, menschlichen und göttlichen Naturen und ziehen die groben, die feinen und die göttlichen Aspekte der Dinge in Betracht, welchen man in seinem spirituellen Leben als Gegensätze begegnen muss. Das ist das verbotene Gebiet von Tantra Sadhana, der Bereich, welchen der wahrhaft Suchende nicht offenlegt, da der gemeine Mensch ihn nicht wissen, verstehen oder aus ihm Nutzen ziehen soll.&lt;br /&gt;
Jedes Objekt hat eine grobe, eine feine und eine göttliche [[Form]], und jeder [[Sadhaka]] muss all diese Phasen durchlaufen. &lt;br /&gt;
Der Tantra beharrt darauf, dass keine Stufe oder Phase als Hindernis abgelehnt werden soll, sondern von jedem Individuum selbst genommen und durchschritten werden soll. Mann kann nur ein unbekanntes Ding, ein Objekt der [[Angst]], nicht unter seine [[Kontrolle]] bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tantra sagt, dass die unreinen, häßlichen und unheiligen Dinge des Lebens eigentlich Dinge sind, die fälschlicherweise nicht in ihrem wirklichen Zusammenhang gesehen wurden, nicht von ihrer eigenen besonderen Position oder vom Standpunkt der Dinge selbst her. Sie sind weder gut noch schlecht, weder schön noch häßlich und weder heilig noch unheilig. Das alles sind nur Vorstellungen, die uns unser Verstand von einem speziellen Interessenstandpunkt aus gibt. Unser Verstand sträubt sich dagegen, in Erwägung zu ziehen, dass es auch noch andere Interessen als seine eigenen geben könnte. Das Universum muss man von vielen Blickwinkeln aus sehen, nicht nur von einem. Vom Ersteren muss man zum Letzteren steigen, mit einer systematischen und progressiven Bewegung seines ganzen Seins durch den groben, den feinen und den göttlichen Aufbau der Dinge.&lt;br /&gt;
Am Anfang hat man Kontakt mit dem Objekt. Als nächstes denkt man es bloß noch mit seinem Verstand. Zuletzt visualisiert man es nur noch als einen Unruheherd oder Stress-Punkt in der Universellen Realität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die oben erwähnten Siddhantachara und Kaulachara vervollständigen den Prozess des Sadhana, wobei man in die wahre Natur der Dinge eintaucht und regelrecht übermenschlich wird. Die Aufgabe, welche die religiöse Praxis mit sich bringt, ist nicht die Ablehnung des Objektes oder des Dinges an sich, sondern die der Idee oder der Vorstellung, dass es, das Objekt, außerhalb von einem selbst sei. Die falsche Vorstellung weckt die Begierde, nicht das Objekt oder das Ding selbst. Die Verordnung ist hier in der Tat sehr subtil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritual===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shri Yantra Meru Shrividya Shakta Shaktismus.jpg|thumb|Shri Yantra, gefertigt vom Devipuram Tempel, Andhra Pradesh, India]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tantra Sadhana beinhaltet das Rezitieren von [[Mantra]]s, die Ritualausführung mittels [[Yantra]]s und die eigene Abstimmung mit einer speziellen Ebene der Realität, was eigentlich die spezifische Bedeutung des Tantra ist. Während dieses Prozesses muss man viele kleine Details direkt von seinem [[Guru]] lernen. Die [[Entschlackung]] des [[Körper]]s, die [[Reinigung]] des [[Geist]]es und die Klärung seiner sozialen Beziehungen sind alles wichtige Vorbereitungen des Sadhana. Die übliche [[Shodasopachara]]-[[Puja]] (sechzehngliedrige [[Gebet]]szeremonie), welche für eine [[Gottheit]] abgehalten wird, sind auch geeignete Maßnahmen für all das, was man bewundert, schätzt und liebt. Durch solch einen [[Gottesdienst]] sucht man die Verbindung mit der Gottheit durch die Aufhebung der Trennung zwischen Ihr und einem selbst. Die geheimnisvollen Prozesse, [[Nyasa]] ([[Anga]]-Nyasa und [[Kara]]-Nyasa) genannt, sind wiederum nach innen gerichtete Techniken, mittels derer man das Objekt in einem selbst und die Gottheit in seinem ureigenen [[Sein]] fühlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All das macht es mehr als deutlich, dass der Tantra Sadhana genauso höchst wissenschaftlich und präzise wie auch schwierig und gefährlich&lt;br /&gt;
ist. Dies ist seine Besonderheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
*[[Tantra Yoga]]&lt;br /&gt;
*[[Vijnana Bhairava Tantra]]&lt;br /&gt;
*[[Panchatantra]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p105_Kundalini-Tantra/ &#039;&#039;Kundalini Tantra&#039;&#039; von Swami Satyananda]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p106_Tantra-und-Yoga-Panorama/ &#039;&#039;Tantra und Yoga Panorama&#039;&#039; von Swami Satyananda]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/tantra/ Tantra Yoga]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/art_tantra_agama.html &amp;quot;Tantra&amp;quot; aus &#039;&#039;Göttliche Erkenntnis&#039;&#039; von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/YogaundSexualitaet.html Yoga und Sexualität von Sukadev]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/kundalini-yoga/literatur-buecher-kundalini-yoga/ Literatur Bücher Kundalini Yoga]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/seminar/meditationen-aus-dem-tantra-b130823-5/ Meditationen aus dem Tantra]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminarhaus-shanti/veranstaltungen/kalender-2013/yogini-tantra/ Yogini Tantra]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos==&lt;br /&gt;
===Atma Kriya Yoga mit Rishi Tulsidasananda===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|uQaVFLZnGVw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Erfahrung des subjektiven Bewusstseins im Yoga und in der östlichen Meditation===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|zoXRuC3RQTE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Entdeckung der Kundalini mit Sigmund Feuerabendt===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|kIhgXHWQoCw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weißer Tantra mit Simram Kaur===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|jTn_1dUD9tE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was ist das Besondere an Tantra Meditationstechniken - Interview mit Dr. Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|QFR_u_Zdwhg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ajapa Japa - Tantra Meditation mit Soham===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|F40CZ5h0Ahk}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ajapa Japa - Tantra Meditation Technique===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|3LpnJk47SmA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kaya Sthairyam Tantra Meditation mit Dr. Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|5N2qB99YkFs}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Tantra Meditation - mit Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|HrvueDbn8HY}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Multimedia==&lt;br /&gt;
===Kundalini Yoga: Tantra===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/39_Kundalini-Yoga-Teil_2_Tantra.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Ewige und das Vergängliche – Shiva-Shakti 1===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Das_Ewige_und_das_Vergaengliche_Shiva-Shakti-1.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sei verhaftungslos und … Shiva-Shakti 2===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Glueck-ist-im-inneren.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Setze dich durch – und gebe nach – Shiva-Shakti 3===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Sonne-Mond-im-Alltag.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tantra]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kundalini Yoga]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Chakra]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga Vidya Journal]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sivananda Nada Yoga]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Tantra&amp;diff=119993</id>
		<title>Tantra</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Tantra&amp;diff=119993"/>
		<updated>2014-07-06T10:58:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: /* Ritual */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Tantra&#039;&#039;&#039; ([[Sanskrit]]: तन्त्र tantra &#039;&#039;n.&#039;&#039;) Webstuhl; Gewebe, Kontinuum, Zusammenhang; Lehrwerk, Lehre; eine Klasse von Werken, die ursprünglich streng geheim gehaltene (esoterische) Inhalte lehrten und sich hauptsächlich mit [[Mystik]], [[Magie]] und Techniken zur [[Selbsterkenntnis]] und Erlösung ([[Moksha]] aus dem Kreislauf der Wiedergeburt, [[Samsara]]) beschäftigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:kundalini_chakras.jpg|thumb|Die Chakras - Energiezentren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herkunft==&lt;br /&gt;
Das Wort &amp;quot;Tantra&amp;quot; wird von der Sanskritwurzel &amp;quot;tan&amp;quot; (&amp;quot;ausdehnen, spannen&amp;quot;) abgeleitet. Die Ursprünge des Tantra als soteriologische (zur Erlösung hinführende) Systeme liegen etwa im 2. Jahrhundert, in seinen heute bekannten Ausprägungen wird es seit dem 7. oder 8. Jahrhundert weitergegeben. Aus der tantrischen Tradition stammt unter anderem die Lehre von den sieben [[Chakra]]s. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Traditionelle Richtungen==&lt;br /&gt;
Im wesentlichen gibt es in [[Indien]] drei Hauptrichtungen des Tantra, wozu noch die Form des tibetischen tantrischen [[Buddhismus]] ([[Vajrayana]]) kommt, der auch in [[Nepal]] praktiziert wird:&lt;br /&gt;
*1. [[Vaishnavacara]] (&#039;&#039;vaiṣṇavācāra&#039;&#039;): Hier werden die Formen des [[Gott]]es [[Vishnu]] als höchstes Prinzip verehrt.&lt;br /&gt;
*2. [[Shaivacara]] (&#039;&#039;śaivācāra&#039;&#039;): Hier werden die Formen des Gottes [[Shiva]] als höchstes Prinzip verehrt.&lt;br /&gt;
*3. [[Shaktacara]] (&#039;&#039;śāktācāra&#039;&#039;): hier werden die Formen der Göttin ([[Shakti]]) als höchstes Prinzip verehrt. Die als [[Shakta]] bekannten [[Tantriker]] folgen ihrerseits einem der beiden folgenden Wege bzw. Lebenswandel ([[Acara]]): entweder dem &amp;quot;Weg der rechten Hand&amp;quot; ([[Dakshinacara]] &#039;&#039;dakṣiṇācāra&#039;&#039;), in dem keine sexuellen Praktiken ausgeübt, wenn überhaupt imaginiert werden, oder dem &amp;quot;Weg der linken Hand&amp;quot; ([[Vamacara]] &#039;&#039;vāmācāra&#039;&#039;), der auch sexuelle Praktiken in das [[Ritual]] integriert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|mgLlp-CJsX4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra im Yoga==&lt;br /&gt;
Tantra als Teil der [[Yoga|yogischen]] Tradition und beruht auf der Shiva-Shakti-Philosophie. [[Shiva]] repräsentiert das Unveränderliche, das Unbewegte, das absolute [[Bewusstsein]], im [[Vedanta]] &amp;quot;[[Brahman]]&amp;quot; genannt. [[Shakti]] repräsentiert die schöpferische [[Energie]], welche das Universum in sechs Schritten in Analogie der sechs [[Chakra]]s (unterhalb des [[Sahasrara]] Chakras, der Sitz von Shiva), geschaffen hat. Ursprünglich sind Shiva und Shakti eins. Durch eine erste Schwingung, &amp;quot;[[Spandana]]&amp;quot; („Spaltung“), trennt sich Shakti von Shiva und schafft erst die zwei [[Kausalwelt]]en, dann die drei [[Astralwelt]]en und schließlich die physische [[Welt]]. Zyklisch vereinigen sich Shiva und Shakti wieder (Auflösung), bleiben zusammen ([[Pralaya]], kosmische Nacht) und trennen sich wieder (Schöpfung). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In jedem Teil des Kosmos sind Shiva und Shakti. Im Menschen manifestiert sich Shiva als reines Bewusstsein, als [[Satchidananda]]. Shakti manifestiert sich als die drei Körper mit den fünf Hüllen. Solange Shakti von Shiva getrennt ist, ist der Mensch unzufrieden. Im Laufe der individuellen [[Evolution]] über viele [[Leben]] hinweg erwacht die [[Kundalini]] (Shakti im Menschen) und vereinigt die individuelle [[Seele]] wieder mit der kosmischen Seele. [[Kundalini Yoga]] ist die Wissenschaft der Beschleunigung dieses natürlichen Evolutionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Drei Formen des Tantra==&lt;br /&gt;
Es gibt außerdem eine weitere, modernere Einteilung in drei [[Yoga Arten|Arten]] von Tantra: weißes, rotes und schwarzes Tantra. Rotes Tantra sind die sexuellen Praktiken, schwarzes Tantra sind die magischen und schwarzmagischen Praktiken zur egoistischen [[Manipulation]] von Energien und [[Geister]]n für selbstsüchtige Zwecke. Weißes Tantra sind die Praktiken zur Reinigung des [[Astralkörper]]s und zur Erweckung der [[Kundalini]] ohne selbstsüchtige Motive und werden daher [[Kundalini Yoga]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra und [[Schamanismus]] – Energien im Fluss==&lt;br /&gt;
Interview mit Maharani Fritsch de Navarrete, erschienen im Yoga Vidya Journal Nr. 27, Herbst 2013&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlässlich des Yoga Kongress 2012&lt;br /&gt;
‚[[Chakra]], Tantra, [[Kundalini]]‘ haben&lt;br /&gt;
wir mit Maharani Fritsch de&lt;br /&gt;
Navarrete gesprochen. Als Yogini&lt;br /&gt;
und Schamanin mit westlicher&lt;br /&gt;
psychologischer Ausbildung schlägt&lt;br /&gt;
sie energetische Brücken zwischen&lt;br /&gt;
Amazonien und Indien. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich durfte in meinem Workshop wunderbare Zusammenhänge&lt;br /&gt;
zwischen Yoga, Tantra und Schamanismus herstellen und diese&lt;br /&gt;
hoffentlich nicht nur durch den informativen Part, sondern&lt;br /&gt;
auch vor allem durch den rituellen Teil zum Ausdruck bringen.&lt;br /&gt;
Diese alten holistischen Systeme sind nur scheinbar voneinander&lt;br /&gt;
getrennt- in allen geht es um [[Heilung]], Heil-Werden,&lt;br /&gt;
Ganz-Werden, Heilig-Werden, Verbunden-Sein. Ich bin immer&lt;br /&gt;
sehr glücklich, wenn ich auf die Brücken hinweisen darf, auf&lt;br /&gt;
die Ur-Quelle und die Ur-Verbindung. Höheres [[Sein]] bedeutet&lt;br /&gt;
immer ein höheres Verbundensein. Für [[Yogi]]s, für Tantriker, für&lt;br /&gt;
[[Schamane]]n, für Bewusste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|3Cn4X_2ODM0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Nach so vielen Jahren spiritueller Praxis verschiedenster Traditionen, als Yogalehrerin und Schamanin - siehst du Verbindungen zwischen Tantra und Schamanismus und wenn ja, welcher Art?====&lt;br /&gt;
Für den Schamanen geht die kosmische Evolution vom&lt;br /&gt;
Schamanismus (Ur-Form des spirituellen Ausdrucks) über den&lt;br /&gt;
[[Hinduismus]] zum [[Buddhismus]]. Tantra und Schamanismus decken&lt;br /&gt;
sich dermaßen, dass sie fast identisch sind in der Vorstellung,&lt;br /&gt;
dass männlich und weiblich oder auch das Spiel der&lt;br /&gt;
Gegensätze die Grundlage aller Prozesse im Universum sind.&lt;br /&gt;
Vor allem in Nepal, wo ich - neben Peru - auch meine Lehrer&lt;br /&gt;
habe, ist dies sehr gut sichtbar. Dort fließen Yoga, Tantrismus&lt;br /&gt;
und Schamanismus permanent zusammen und sind nur&lt;br /&gt;
schwer voneinander zu trennen. Ein Yogi gilt als [[Shivait]], was&lt;br /&gt;
mit Tantriker gleichgesetzt wird, und ein Tantriker ist in diesem&lt;br /&gt;
Kontext auch ein Schamane. Zum Beispiel schamanische Elementenverehrung,&lt;br /&gt;
also Naturrituale, verfeinerten sich nach&lt;br /&gt;
und nach in der [[Veden|vedisch]]en Zeit zum [[Havan]]/[[Agni Hotra]], [[Puja]]&lt;br /&gt;
und [[Yajna]] (Feuer- und andere Rituale). [[Shiva]] selbst ist ja der&lt;br /&gt;
Urahne der Schamanen als [[Pashupati]], Herr der Tiere, als [[Shankar]]&lt;br /&gt;
und [[Bhairava]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig ist er der Ur-Tantriker und Ur-[[Asket]] als [[Mahadev]],&lt;br /&gt;
[[Mahesvar]] und [[Yogeshwara]], der [[Vater]] des [[Yoga]]. Er zieht einsam,&lt;br /&gt;
mit [[Asche]] beschmiert, auf seiner [[Damaru]] trommelnd,&lt;br /&gt;
durch die Wälder und hält sich auch an den [[Ghat]]s, den Verbrennungsstätten&lt;br /&gt;
(Orte der Transformation), auf. Gleichzeitig&lt;br /&gt;
meditiert er als [[Sadashiva]] über das Höchste und als [[Nataraj]]&lt;br /&gt;
tanzt er das Spiel der [[Gegensätze]] und [[Transformation]].&lt;br /&gt;
Der Name Shaman bedeutet ja: „der, der wirklich sieht”.&lt;br /&gt;
Ein [[Drsthi]] also, ein [[Seher]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wer kann besser sehen, als der dreiäugige Shiva? [[Yoga]]-&lt;br /&gt;
[[Asana]]s entsprangen der Nachahmung der Natur und viele&lt;br /&gt;
haben Tier- oder Pflanzennamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Gemeinsamkeiten gibt es im Verständnis, dass alles&lt;br /&gt;
miteinander verbunden ist, dass wir vom Energieuniversum&lt;br /&gt;
umgeben sind, das heißt, dass Schwingung die Grundlage der&lt;br /&gt;
grobstofflichen Manifestation ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Gibt es dann in der schamanischen Energiemedizin auch eine Art von Kundalini-Erfahrung?====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich! Im nepalesischen, aber auch im peruvianischen&lt;br /&gt;
(dort gibt es mehrere Schulen) Schamanismus sind Energieerfahrungen die tägliche Praxis-Erfahrung. [[Mahakali]]&lt;br /&gt;
([[Indien]] und [[Nepal]]) und Pachamama (Peru,&lt;br /&gt;
Bolivien, Ecuador) ist die Urquelle der schöpferischen&lt;br /&gt;
[[Kundalini]]-[[Shakti]].&lt;br /&gt;
Das Erwachen im schamanisch-tantrischen [[Sinn]]e&lt;br /&gt;
ist die konstante Rückverbindung mit dieser&lt;br /&gt;
[[Kraft]], die allen Phänomenen zugrunde liegt. Bei&lt;br /&gt;
meinen ersten Peru-Reisen staunte ich nicht&lt;br /&gt;
schlecht, als ich entdeckte, dass das Energiesystem&lt;br /&gt;
der Schamanen und die Vorstellung vom&lt;br /&gt;
Energieuniversum und Energiemedizin sich mit&lt;br /&gt;
dem Kundalini Yoga deckt bzw. ihm sehr, sehr&lt;br /&gt;
ähnelt. Natürlich werden andere Termini benutzt,&lt;br /&gt;
für die Inka-Schamanen sind die Chakras&lt;br /&gt;
Nawis oder Ojos de cinturon, also „Augen”, das&lt;br /&gt;
Aufsteigen von Kundalini heißt el kawsay und sushumna&lt;br /&gt;
Nadi heißt kurku. Statt Sahasrara haben&lt;br /&gt;
wir Uma oder Pujuy... etc. Aber die Phänomene sind&lt;br /&gt;
exakt die gleichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Du hast den Workshop ‚Schamanische Energiemedizin für das neue Zeitalter gehalten’, was sind die Kennzeichen des neuen Zeitalters aus deiner Sicht und wie kann man sich energetisch darauf vorbereiten?====&lt;br /&gt;
Für die Schamanen ist die Periode momentan eine besondere&lt;br /&gt;
Zeit, vor allem im Inka Schamanismus - diese Zeit wird Pachakutec&lt;br /&gt;
(Wandel) genannt. Aber: es gibt keinen [[Messias|Erlöser]], keinen&lt;br /&gt;
Heiland von außen, keinen Zauberstab, der dich rettet… Für&lt;br /&gt;
die Schamanen, für bewusste Spiritualisten ist die Zukunft&lt;br /&gt;
jetzt schon da! Der erwartete Pachakuti-Inka, der letzte König&lt;br /&gt;
ist kein erlösender [[Avatar]], sondern vielmehr eine besondere&lt;br /&gt;
[[Schwingung]] zum Empfangen hochfrequenter spiritueller Energie.&lt;br /&gt;
Das [[Bewusstsein]] ist entscheidend und dein eigenes JA zur&lt;br /&gt;
Heilung auf allen Ebenen- das ist die Absichtserklärung an&lt;br /&gt;
das Universum. Es geschieht momentan, dass mir in meinen&lt;br /&gt;
Kursen und Ausbildungen immer mehr Menschen begegnen,&lt;br /&gt;
die an der [[Heilung]] aus der ersten [[Hand]] interessiert sind, nicht&lt;br /&gt;
an den [[Dogmen]] alter schulmedizinischer Systeme... Und immer&lt;br /&gt;
mehr Menschen machen die reale Erfahrung, dass dein innerer&lt;br /&gt;
Heiler nur darauf wartet, wieder aktiviert zu werden! Für bewusste&lt;br /&gt;
Yogis, Tantriker, Schamanen, Spiritualisten ist dies eine&lt;br /&gt;
Zeitqualität des Umschwungs. Mein Meister in Peru sagte einmal&lt;br /&gt;
so schön: „Diese Zeit ist eine Entwicklungshilfe.”...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra - Erläuterungen von Swami Krishnananda==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Einleitung von [[Swami]] [[Krishnananda]] zu Swami [[Sivananda]]s Buch „Tantra Yoga, Nada Yoga and Kriya Yoga“ der [http://www.sivanandaonline.org/public_html/ Divine Life Society], 5. Auflage, 2000, Shivanandanagar, S. VII - XII., ISBN 81-7052-042-8&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Tantra===&lt;br /&gt;
Das System, welches Tantra genannt wird, wurde schon von jeher als esoterischer Geheimpfad der spirituellen [[Praxis]] betrachtet und war nicht jedem Ungeübten oder dem gemeinen Volk zugänglich. Das [[Geheimnis]] dieser Praxis scheint aus einem ungewöhnlichen Weltentwurf zu bestehen, der dem Suchenden abverlangt, die Dinge auf eine vollständig andere Art zu interpretieren und zu bewerten und der von der normalen, gewohnten Betrachtungsweise der Dinge abweicht. Die Tantra-[[Lehrer]] sagen, dass ein Suchender auf diesem [[Pfad]] der sozialen und sogar menschlichen Sichtweise entwachsen und eine übermenschliche und göttliche Sicht der Dinge entwickeln muss. Da dies jedoch vom gemeinen Menschen dieser [[Welt]] zuviel abverlangen würde, soll der Tantra auch ein verschlossenes Geheimnis sein und bleiben, dessen Türen nur mit dem Schlüssel geöffnet werden können, den allein ein befähigter [[Guru]] zur Verfügung stellt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Philosophie===&lt;br /&gt;
Die [[Philosophie]] von Tantra basiert auf dem Konzept der Doppelnatur aller Dinge. Nichts ist einzeln, sondern alles ist bipolar oder doppelpolig. Die sogenannte [[Einheit]] der Dinge ist nur eine Erscheinungsform, welche von dem besonderen Verhalten des Zusammentritts zweier Kräfte, nämlich [[Shiva]] und [[Shakti]] angenommen wird, man könnte auch sagen, der positiven und negativen Pole. Um diese mystische Konzeption des [[Universum]]s verstehen zu können, möchten wir auf die traditionellen Lehrsätze der [[Purana]]s verweisen, [[Manusmriti]] und [[Mahabharata]], die besagen, dass es im Anbeginne eine universelle Einzelzelle gegeben hat, die schon immer da war, bekannt als [[Brahmanda]], und die sich dann zweiteilte. Der eine Teil wurde zum Kosmischen [[Mann]] und der andere zur Kosmischen [[Frau]]. Wenn wir wollen, können wir diese Teile auch Shiva und Shakti nennen. Selbst unsere modernen [[Naturwissenschaft]]en scheinen diese Sichtweise zu bestätigen, wenn sie sagen, dass das Universum im Anfang ein einzelnes Atom war, welches sich zuerst zweiteilte und sich dann in die Vielfalt der gegenwärtigen [[Form]]en des Universums aufspaltete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da diese zwei Teile und ihre darauffolgenden Unterteilungen eigentlich zu einem gesamten Ganzen gehören, gibt es eine natürliche Anziehungkraft, die von einem Teil zum anderen Teil ausgeübt wird. Es gibt also eine beidseitige Zugkraft zwischen den positiven und negativen Polen auf der kosmischen Ebene sowie auf der ihrer niedrigeren vielfältigen Abstammungsformen, sogar hinunter bis zum Atom. Wir wissen heute, dass auch das Atom in einer bipolaren Struktur aufgebaut ist, mit dem Nukleus im Zentrum und den Elektronen, die ihn in absolut rätselhafter Weise umkreisen. Die [[Reaktion]] der zwei verschiedenen Teile eines jeden einzelnen [[Organismus]] scheint eine doppelte Auffassung von [[Bewusstsein]] gegenüber Einheit und [[Zweiheit]] zur selben Zeit zu sein. Es kann keine [[Anziehung]] zwischen dem Positiven und Negativen geben, solange sie nicht zwei Pole formen und nicht nur ein einzelnes Etwas. Dennoch kann es andererseits ohne eine grundlegende Einheit, die in und zwischen ihnen wirkt, gar nicht diese Anziehung geben, wenn es zwei vollkommen verschiedene Dinge sind. Das ist also das Geheimnisvolle, das Mysterium und auch die Schwierigkeit, jenes [[Phänomen]] zu verstehen, welches als Anziehung bekannt ist und gewöhnlich in der Gemeinsprache [[Liebe]] oder [[Zuneigung]] genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bipolarität===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ardhanarishvara Androgyn Shiva Parvati Nandi Loewe.jpg|thumb|Ardhanarishvara, Gemälde aus Indien, um 1800]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Konzept von Shiva und Shakti repräsentiert also in seiner höchsten Essenz diese Oberste Kosmische [[Dualität]]. Man kann sich vornehmlich vorstellen, dass dort nur Anziehung und Liebe zusammenwirken, so dass Shiva und Shakti als untrennbare Aspekte einer einheitlichen [[Realität]] zu betrachten sind, welche manchmal auch [[Ardhanarishvara|Ardhanareesvara]], der kosmische [[Androgyn]], genannt wird. Auf den niedrigeren Ebenen jedoch wirkt das Prinzip der [[Abstoßung]], was bedeutet, dass [[Abneigung]] mit Zuneigung zusammengeht, so wie auch Liebe mit [[Hass]]. Dort nimmt die bipolare Einheit eine Vielfalt an Form an, so dass ein bipolares Element nicht die Beeinflussung oder manchmal sogar nicht einmal die bloße Gegenwart solch eines anderen bipolaren Elementes tolerieren kann - aus [[Angst]] davor, seine isolierte, sich selbst bewusste bipolare Hälfte und dadurch seine Einheit zu verlieren. Dieses subtile Zusammenspiel kann in seiner groberen Art offenkundig werden, wenn z. B. eine Familiengruppe Schwierigkeiten hat, eine andere anzuerkennen und ihr die gleiche Liebe zu schenken wie der eigenen. Auf dieser Ebene können sich dann eine Gesellschaft, eine soziale Schicht und sogar eine bipolare Einzelperson nicht ohne einigen Argwohn und gewisse Vorbehalte gegenübertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Lehrsätzen oder dem Tantra nach ist die Ursache allen [[Leid]]s im [[Leben]] die bipolare [[Existenz]], diese in zwei geteilte Einheit, weil nicht eine duale Existenz in jeder ihr gegebenen Form die [[Wahrheit]] der Dinge ist, sondern das Eins-Sein. Da die zweifache Form allen Lebens in gewisser Hinsicht eine unnatürliche Art des Lebens darstellt, gibt es immer einen ambivalenten Standpunkt zwischen dem einen und dem anderen Pol von [[Mögen]] und [[Nicht-Mögen]], zu ein und derselben Zeit.&lt;br /&gt;
So wird Liebe niedergehalten, wenn Hass überwiegt und Hass unterdrückt, wenn Liebe die Oberhand behält. Fakt dabei ist jedoch, dass immer beide dieser Haltungen in einem Individuum versteckt sind, aber nur einer dieser Aspekte zum Vorschein kommt, wenn oder wie die Situation es gerade erfordert. Anstelle der Zweiheit wieder die Einheit zu bekommen, das ist der Vorgang im Tantra [[Sadhana]] - wobei dies jedoch die Zielsetzung eines jeden Sadhanas ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Unterschied===&lt;br /&gt;
Was ist also das Besondere am Tantra, und wodurch unterscheidet er sich von anderen [[Sadhana]]s, um dieses [[Ziel]] zu ereichen?&lt;br /&gt;
Der Unterschied ist sehr subtil und nicht leicht wahrzunehmen. In jeder Form religiöser Praxis gibt es meistens asketische Vorschriften für die Geisteshaltung des Praktizierenden. Das Äußere solle dem Inneren und das Materielle dem Spirituellen zuliebe abgelehnt werden. Jegliches [[Verlangen]] solle als schädliches [[Hindernis]] für den Sadhana unterbunden und alle [[Lebensfreude]] als Übel betrachtet werden, welches so früh wie möglich ausgemerzt werden muss. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, im Tantra sind die Dinge der Welt, die materiellen Formen der [[Wahrnehmung]], nicht wirklich Hindernisse, und ein Verlangen nach ihnen kann nicht dadurch besiegt werden, dass man das Verlangen an sich ablehnt. Alles in dieser Welt, und sogar die ganze Welt selbst, befindet sich in einem Übergang von der Unvollkommenheit hin zur [[Vollkommenheit]]. Das Sichtbare ist ein [[Weg]] hin zum Unsichtbaren und nicht sein Hindernis. Menschliches Begehren erwächst gerade wegen jener unintelligenten Auffassung, die der Mensch gegenüber dieser Lust entwickelt hat. Er hat sozusagen Lust-Angst, seitdem ihm erzählt worden ist, dass jegliche [[Begierde]] schlecht ist und alle äußeren Dinge nur zu Knechtschaft führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tantra sagt, dass das äußere Ding, das Objekt, kein fesselnder Zwang ist, allein schon wegen der Tatsache, dass das Objekt untrennbar mit dem Subjekt verbunden ist. Das Objekt ist der andere Pol des Subjekts, der Komplementär-Pol sozusagen. Beide Pole ergänzen sich gegenseitig. Jegliche [[Erfahrung]] steht in einer Subjekt-Objekt-Relation, und deshalb kann auch niemand nur im Geringsten daran denken, das Objekt der Begierde bewusst zu überwinden, ausgenommen, er hat vorher eine Beziehung zu dem Objekt hergestellt. Daher bedeutet die Überwindung des Objekts für uns immer wieder, in einen Teufelskreis einzutreten. Es gibt trotz aller Anstrengungen keine Möglichkeit, das Objekt loszuwerden, da schon im Bewusstsein die Gegenwart des Objekts da ist. Daher kommt also der großartige Tantra-Spruch, dass Begierde nur durch Begierde überwunden werden kann, genauso wie das Objekt nur vom Objekt bezwungen werden kann. Auch wird im Tantra gesagt, der andere Aspekt dieses Prinzips sei, &amp;quot;dass man sich durch das, wodurch man fällt, auch wieder aufrichten kann.&amp;quot; (Yaireva patanam dravyaih siddhih taireva.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier tritt der Kernpunkt der ganzen Sache hinsichtlich des Tantra zutage, welche ihn deutlich von allen anderen religiösen Praktiken und Sadhana-Formen abgrenzt. Warum diese Praxis schwierig und sogar gefährlich ist, wird durch die Art der Glaubenslehre offensichtlich, obwohl man wohl einräumen muss, dass der [[Glaubenssatz]] vielleicht etwas sehr rational verfasst ist und auf Tiefenpsychologie der menschlichen Natur basiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stufen des Tantra===&lt;br /&gt;
Die Tantra-Lehrer wissen, dass es große Schwierigkeiten gibt, wenn es darum geht, sich diese Lehrsätze einzuprägen und zu praktizieren. Insofern wird die Kunst des Sadhana auf diesem Pfad als gestaffelte Aufwärtsbewegung während der verschiedenen Stufen des Aufstiegs betrachtet. Indem man zu einem Zustand aufsteigt, wo eben jenes Verhältnis zwischen Subjekt und Objekt transzendiert oder überwunden wird, erreicht man unterschiedliche Stufen von [[Erkenntnis]] und eine Loslösung des Subjekts von der Verstrickung des Objekts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese festgesetzten Stufen lauten: [[Vede]]chara, [[Vaishnava]]chara, [[Saiva]]chara, [[Dakshina]]chara, [[Vama]]chara, [[Siddhanta]]chara und zuletzt [[Kaula]]chara.&lt;br /&gt;
Von diesen sieben aufgeführten Stufen sind die ersten drei für die niedrigere Kategorie der [[Sadhaka]]s bestimmt, welche als [[Pasu]] Jiva (Personen, in welchen die tierische Natur vorherrschend ist) bekannt sind. Die nächsten zwei stehen für die [[Vira]] [[Jiva]] (Personen, in welchen der normale menschliche Instinkt vorherrscht) und die letzten zwei für die [[Divya]] Jiva (Personen, in welchen das göttliche Element vorherrschend ist).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird geglaubt, dass die ersten drei [[Achara]]s besonders für [[Karma]] stehen. [[Bhakti]] und [[Jnana]], der [[Veda]], der für das [[Ritual]] steht, [[Vaishnava]] für die [[Hingabe]] und [[Saiva]] für das [[Wissen]]. Der vierte Achara, welcher [[Dakshina]] genannt wird, versucht die Ergebnisse zu bewahren, die durch das Praktizieren der ersten drei Stufen erreicht wurden. Bis zu dieser Ebene ist die Bewegung fast linear und praktisch gerade. Auf der nächsten Stufe (Vamachara) aber gibt es einen seltsamen Unterschied des Blickwinkels, denn dieser Begriff beinhaltet den Beginn der Rückwärts-Strömung der [[Seele]]n-Bewegung hin zur [[Realität]]. &amp;quot;[[Vama]]&amp;quot; bedeutet nicht &amp;quot;links&amp;quot;, wie die meisten Leute zu denken scheinen, sondern &amp;quot;Umkehr-Prozess&amp;quot;, [[Nivritti]] oder die Rückkehr - im Gegensatz zu [[Pravritti]] oder dem Vorwärts-Fließen mit der natürlichen Strömung der [[Sinne]]. Hier liegt der Beginn der allergeheimsten Praxis oder des esoterischen Aspektes des Tantra Sadhana, wo Objekte der Anziehung, des Reizes, egal welcher Art sie sind, gerade als Instrumente und Werkzeuge betrachtet werden, nicht, damit sie abgelehnt, sondern damit sie integriert und zu einem Teil des eigenen Seins gemacht werden. Die Absicht dabei ist aber, jenes Bewusstsein zu überwinden, dass sie außerhalb von einem selbst sind, als so eine Art gegenüberliegendes, entgegengesetztes Objekt oder irgendein äußerliches Etwas. Diese besondere Phase soll eigentlich auch nicht erklärt, sondern nur auf direktem Weg von einem Lehrmeister gelernt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Natur der Dinge===&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen werden [[Reichtum]], [[Macht]] und [[Sex]] als die wohl größten Hindernisse auf dem [[Weg]] zu spiritueller Vollkommenheit betrachtet. Der Tantra jedoch versucht gerade diese sich nutzbar zu machen und zu überwinden, und zwar mit genau den Mitteln, mit welchen ein ungeübter [[Verstand]] sich ins Unheil stürzen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pasu, Vira und Divya [[Bhava]]s entsprechen den tierischen, menschlichen und göttlichen Naturen und ziehen die groben, die feinen und die göttlichen Aspekte der Dinge in Betracht, welchen man in seinem spirituellen Leben als Gegensätze begegnen muss. Das ist das verbotene Gebiet von Tantra Sadhana, der Bereich, welchen der wahrhaft Suchende nicht offenlegt, da der gemeine Mensch ihn nicht wissen, verstehen oder aus ihm Nutzen ziehen soll.&lt;br /&gt;
Jedes Objekt hat eine grobe, eine feine und eine göttliche [[Form]], und jeder [[Sadhaka]] muss all diese Phasen durchlaufen. &lt;br /&gt;
Der Tantra beharrt darauf, dass keine Stufe oder Phase als Hindernis abgelehnt werden soll, sondern von jedem Individuum selbst genommen und durchschritten werden soll. Mann kann nur ein unbekanntes Ding, ein Objekt der [[Angst]], nicht unter seine [[Kontrolle]] bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tantra sagt, dass die unreinen, häßlichen und unheiligen Dinge des Lebens eigentlich Dinge sind, die fälschlicherweise nicht in ihrem wirklichen Zusammenhang gesehen wurden, nicht von ihrer eigenen besonderen Position oder vom Standpunkt der Dinge selbst her. Sie sind weder gut noch schlecht, weder schön noch häßlich und weder heilig noch unheilig. Das alles sind nur Vorstellungen, die uns unser Verstand von einem speziellen Interessenstandpunkt aus gibt. Unser Verstand sträubt sich dagegen, in Erwägung zu ziehen, dass es auch noch andere Interessen als seine eigenen geben könnte. Das Universum muss man von vielen Blickwinkeln aus sehen, nicht nur von einem. Vom Ersteren muss man zum Letzteren steigen, mit einer systematischen und progressiven Bewegung seines ganzen Seins durch den groben, den feinen und den göttlichen Aufbau der Dinge.&lt;br /&gt;
Am Anfang hat man Kontakt mit dem Objekt. Als nächstes denkt man es bloß noch mit seinem Verstand. Zuletzt visualisiert man es nur noch als einen Unruheherd oder Stress-Punkt in der Universellen Realität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die oben erwähnten Siddhantachara und Kaulachara vervollständigen den Prozess des Sadhana, wobei man in die wahre Natur der Dinge eintaucht und regelrecht übermenschlich wird. Die Aufgabe, welche die religiöse Praxis mit sich bringt, ist nicht die Ablehnung des Objektes oder des Dinges an sich, sondern die der Idee oder der Vorstellung, dass es, das Objekt, außerhalb von einem selbst sei. Die falsche Vorstellung weckt die Begierde, nicht das Objekt oder das Ding selbst. Die Verordnung ist hier in der Tat sehr subtil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritual===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shri Yantra Meru Shrividya Shakta Shaktismus.jpg|thumb|Shri Yantra, gefertigt vom Devipuram Tempel, Andhra Pradesh, India]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tantra Sadhana beinhaltet das Rezitieren von [[Mantra]]s, die Ritualausführung mittels [[Yantra]]s und die eigene Abstimmung mit einer speziellen Ebene der Realität, was eigentlich die spezifische Bedeutung des Tantra ist. Während dieses Prozesses muss man viele kleine Details direkt von seinem [[Guru]] lernen. Die [[Entschlackung]] des [[Körper]]s, die [[Reinigung]] des [[Geist]]es und die Klärung seiner sozialen Beziehungen sind alles wichtige Vorbereitungen des Sadhana. Die übliche [[Shodasopachara]]-[[Puja]] (sechzehngliedrige [[Gebet]]szeremonie), welche für eine [[Gottheit]] abgehalten wird, sind auch geeignete Maßnahmen für all das, was man bewundert, schätzt und liebt. Durch solch einen [[Gottesdienst]] sucht man die Verbindung mit der Gottheit durch die Aufhebung der Trennung zwischen Ihr und einem selbst. Die geheimnisvollen Prozesse, [[Nyasa]] ([[Anga]]-Nyasa und [[Kara]]-Nyasa) genannt, sind wiederum nach innen gerichtete Techniken, mittels derer man das Objekt in einem selbst und die Gottheit in seinem ureigenen [[Sein]] fühlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All das macht es mehr als deutlich, dass der Tantra Sadhana genauso höchst wissenschaftlich und präzise wie auch schwierig und gefährlich&lt;br /&gt;
ist. Dies ist seine Besonderheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
*[[Tantra Yoga]]&lt;br /&gt;
*[[Vijnana Bhairava Tantra]]&lt;br /&gt;
*[[Panchatantra]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p105_Kundalini-Tantra/ &#039;&#039;Kundalini Tantra&#039;&#039; von Swami Satyananda]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p106_Tantra-und-Yoga-Panorama/ &#039;&#039;Tantra und Yoga Panorama&#039;&#039; von Swami Satyananda]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/tantra/ Tantra Yoga]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/art_tantra_agama.html &amp;quot;Tantra&amp;quot; aus &#039;&#039;Göttliche Erkenntnis&#039;&#039; von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/YogaundSexualitaet.html Yoga und Sexualität von Sukadev]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/kundalini-yoga/literatur-buecher-kundalini-yoga/ Literatur Bücher Kundalini Yoga]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/seminar/meditationen-aus-dem-tantra-b130823-5/ Meditationen aus dem Tantra]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminarhaus-shanti/veranstaltungen/kalender-2013/yogini-tantra/ Yogini Tantra]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos==&lt;br /&gt;
===Atma Kriya Yoga mit Rishi Tulsidasananda===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|uQaVFLZnGVw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Erfahrung des subjektiven Bewusstseins im Yoga und in der östlichen Meditation===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|zoXRuC3RQTE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Entdeckung der Kundalini mit Sigmund Feuerabendt===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|kIhgXHWQoCw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weißer Tantra mit Simram Kaur===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|jTn_1dUD9tE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was ist das Besondere an Tantra Meditationstechniken - Interview mit Dr. Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|QFR_u_Zdwhg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ajapa Japa - Tantra Meditation mit Soham===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|F40CZ5h0Ahk}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ajapa Japa - Tantra Meditation Technique===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|3LpnJk47SmA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kaya Sthairyam Tantra Meditation mit Dr. Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|5N2qB99YkFs}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Tantra Meditation - mit Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|HrvueDbn8HY}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Multimedia==&lt;br /&gt;
===Kundalini Yoga: Tantra===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/39_Kundalini-Yoga-Teil_2_Tantra.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Ewige und das Vergängliche – Shiva-Shakti 1===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Das_Ewige_und_das_Vergaengliche_Shiva-Shakti-1.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sei verhaftungslos und … Shiva-Shakti 2===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Glueck-ist-im-inneren.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Setze dich durch – und gebe nach – Shiva-Shakti 3===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Sonne-Mond-im-Alltag.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tantra]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kundalini Yoga]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Chakra]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga Vidya Journal]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sivananda Nada Yoga]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
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		<title>Tantra</title>
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		<updated>2014-07-06T10:38:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: /* Bipolarität */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Tantra&#039;&#039;&#039; ([[Sanskrit]]: तन्त्र tantra &#039;&#039;n.&#039;&#039;) Webstuhl; Gewebe, Kontinuum, Zusammenhang; Lehrwerk, Lehre; eine Klasse von Werken, die ursprünglich streng geheim gehaltene (esoterische) Inhalte lehrten und sich hauptsächlich mit [[Mystik]], [[Magie]] und Techniken zur [[Selbsterkenntnis]] und Erlösung ([[Moksha]] aus dem Kreislauf der Wiedergeburt, [[Samsara]]) beschäftigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:kundalini_chakras.jpg|thumb|Die Chakras - Energiezentren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herkunft==&lt;br /&gt;
Das Wort &amp;quot;Tantra&amp;quot; wird von der Sanskritwurzel &amp;quot;tan&amp;quot; (&amp;quot;ausdehnen, spannen&amp;quot;) abgeleitet. Die Ursprünge des Tantra als soteriologische (zur Erlösung hinführende) Systeme liegen etwa im 2. Jahrhundert, in seinen heute bekannten Ausprägungen wird es seit dem 7. oder 8. Jahrhundert weitergegeben. Aus der tantrischen Tradition stammt unter anderem die Lehre von den sieben [[Chakra]]s. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Traditionelle Richtungen==&lt;br /&gt;
Im wesentlichen gibt es in [[Indien]] drei Hauptrichtungen des Tantra, wozu noch die Form des tibetischen tantrischen [[Buddhismus]] ([[Vajrayana]]) kommt, der auch in [[Nepal]] praktiziert wird:&lt;br /&gt;
*1. [[Vaishnavacara]] (&#039;&#039;vaiṣṇavācāra&#039;&#039;): Hier werden die Formen des [[Gott]]es [[Vishnu]] als höchstes Prinzip verehrt.&lt;br /&gt;
*2. [[Shaivacara]] (&#039;&#039;śaivācāra&#039;&#039;): Hier werden die Formen des Gottes [[Shiva]] als höchstes Prinzip verehrt.&lt;br /&gt;
*3. [[Shaktacara]] (&#039;&#039;śāktācāra&#039;&#039;): hier werden die Formen der Göttin ([[Shakti]]) als höchstes Prinzip verehrt. Die als [[Shakta]] bekannten [[Tantriker]] folgen ihrerseits einem der beiden folgenden Wege bzw. Lebenswandel ([[Acara]]): entweder dem &amp;quot;Weg der rechten Hand&amp;quot; ([[Dakshinacara]] &#039;&#039;dakṣiṇācāra&#039;&#039;), in dem keine sexuellen Praktiken ausgeübt, wenn überhaupt imaginiert werden, oder dem &amp;quot;Weg der linken Hand&amp;quot; ([[Vamacara]] &#039;&#039;vāmācāra&#039;&#039;), der auch sexuelle Praktiken in das [[Ritual]] integriert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|mgLlp-CJsX4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra im Yoga==&lt;br /&gt;
Tantra als Teil der [[Yoga|yogischen]] Tradition und beruht auf der Shiva-Shakti-Philosophie. [[Shiva]] repräsentiert das Unveränderliche, das Unbewegte, das absolute [[Bewusstsein]], im [[Vedanta]] &amp;quot;[[Brahman]]&amp;quot; genannt. [[Shakti]] repräsentiert die schöpferische [[Energie]], welche das Universum in sechs Schritten in Analogie der sechs [[Chakra]]s (unterhalb des [[Sahasrara]] Chakras, der Sitz von Shiva), geschaffen hat. Ursprünglich sind Shiva und Shakti eins. Durch eine erste Schwingung, &amp;quot;[[Spandana]]&amp;quot; („Spaltung“), trennt sich Shakti von Shiva und schafft erst die zwei [[Kausalwelt]]en, dann die drei [[Astralwelt]]en und schließlich die physische [[Welt]]. Zyklisch vereinigen sich Shiva und Shakti wieder (Auflösung), bleiben zusammen ([[Pralaya]], kosmische Nacht) und trennen sich wieder (Schöpfung). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In jedem Teil des Kosmos sind Shiva und Shakti. Im Menschen manifestiert sich Shiva als reines Bewusstsein, als [[Satchidananda]]. Shakti manifestiert sich als die drei Körper mit den fünf Hüllen. Solange Shakti von Shiva getrennt ist, ist der Mensch unzufrieden. Im Laufe der individuellen [[Evolution]] über viele [[Leben]] hinweg erwacht die [[Kundalini]] (Shakti im Menschen) und vereinigt die individuelle [[Seele]] wieder mit der kosmischen Seele. [[Kundalini Yoga]] ist die Wissenschaft der Beschleunigung dieses natürlichen Evolutionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Drei Formen des Tantra==&lt;br /&gt;
Es gibt außerdem eine weitere, modernere Einteilung in drei [[Yoga Arten|Arten]] von Tantra: weißes, rotes und schwarzes Tantra. Rotes Tantra sind die sexuellen Praktiken, schwarzes Tantra sind die magischen und schwarzmagischen Praktiken zur egoistischen [[Manipulation]] von Energien und [[Geister]]n für selbstsüchtige Zwecke. Weißes Tantra sind die Praktiken zur Reinigung des [[Astralkörper]]s und zur Erweckung der [[Kundalini]] ohne selbstsüchtige Motive und werden daher [[Kundalini Yoga]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra und [[Schamanismus]] – Energien im Fluss==&lt;br /&gt;
Interview mit Maharani Fritsch de Navarrete, erschienen im Yoga Vidya Journal Nr. 27, Herbst 2013&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlässlich des Yoga Kongress 2012&lt;br /&gt;
‚[[Chakra]], Tantra, [[Kundalini]]‘ haben&lt;br /&gt;
wir mit Maharani Fritsch de&lt;br /&gt;
Navarrete gesprochen. Als Yogini&lt;br /&gt;
und Schamanin mit westlicher&lt;br /&gt;
psychologischer Ausbildung schlägt&lt;br /&gt;
sie energetische Brücken zwischen&lt;br /&gt;
Amazonien und Indien. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich durfte in meinem Workshop wunderbare Zusammenhänge&lt;br /&gt;
zwischen Yoga, Tantra und Schamanismus herstellen und diese&lt;br /&gt;
hoffentlich nicht nur durch den informativen Part, sondern&lt;br /&gt;
auch vor allem durch den rituellen Teil zum Ausdruck bringen.&lt;br /&gt;
Diese alten holistischen Systeme sind nur scheinbar voneinander&lt;br /&gt;
getrennt- in allen geht es um [[Heilung]], Heil-Werden,&lt;br /&gt;
Ganz-Werden, Heilig-Werden, Verbunden-Sein. Ich bin immer&lt;br /&gt;
sehr glücklich, wenn ich auf die Brücken hinweisen darf, auf&lt;br /&gt;
die Ur-Quelle und die Ur-Verbindung. Höheres [[Sein]] bedeutet&lt;br /&gt;
immer ein höheres Verbundensein. Für [[Yogi]]s, für Tantriker, für&lt;br /&gt;
[[Schamane]]n, für Bewusste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|3Cn4X_2ODM0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Nach so vielen Jahren spiritueller Praxis verschiedenster Traditionen, als Yogalehrerin und Schamanin - siehst du Verbindungen zwischen Tantra und Schamanismus und wenn ja, welcher Art?====&lt;br /&gt;
Für den Schamanen geht die kosmische Evolution vom&lt;br /&gt;
Schamanismus (Ur-Form des spirituellen Ausdrucks) über den&lt;br /&gt;
[[Hinduismus]] zum [[Buddhismus]]. Tantra und Schamanismus decken&lt;br /&gt;
sich dermaßen, dass sie fast identisch sind in der Vorstellung,&lt;br /&gt;
dass männlich und weiblich oder auch das Spiel der&lt;br /&gt;
Gegensätze die Grundlage aller Prozesse im Universum sind.&lt;br /&gt;
Vor allem in Nepal, wo ich - neben Peru - auch meine Lehrer&lt;br /&gt;
habe, ist dies sehr gut sichtbar. Dort fließen Yoga, Tantrismus&lt;br /&gt;
und Schamanismus permanent zusammen und sind nur&lt;br /&gt;
schwer voneinander zu trennen. Ein Yogi gilt als [[Shivait]], was&lt;br /&gt;
mit Tantriker gleichgesetzt wird, und ein Tantriker ist in diesem&lt;br /&gt;
Kontext auch ein Schamane. Zum Beispiel schamanische Elementenverehrung,&lt;br /&gt;
also Naturrituale, verfeinerten sich nach&lt;br /&gt;
und nach in der [[Veden|vedisch]]en Zeit zum [[Havan]]/[[Agni Hotra]], [[Puja]]&lt;br /&gt;
und [[Yajna]] (Feuer- und andere Rituale). [[Shiva]] selbst ist ja der&lt;br /&gt;
Urahne der Schamanen als [[Pashupati]], Herr der Tiere, als [[Shankar]]&lt;br /&gt;
und [[Bhairava]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig ist er der Ur-Tantriker und Ur-[[Asket]] als [[Mahadev]],&lt;br /&gt;
[[Mahesvar]] und [[Yogeshwara]], der [[Vater]] des [[Yoga]]. Er zieht einsam,&lt;br /&gt;
mit [[Asche]] beschmiert, auf seiner [[Damaru]] trommelnd,&lt;br /&gt;
durch die Wälder und hält sich auch an den [[Ghat]]s, den Verbrennungsstätten&lt;br /&gt;
(Orte der Transformation), auf. Gleichzeitig&lt;br /&gt;
meditiert er als [[Sadashiva]] über das Höchste und als [[Nataraj]]&lt;br /&gt;
tanzt er das Spiel der [[Gegensätze]] und [[Transformation]].&lt;br /&gt;
Der Name Shaman bedeutet ja: „der, der wirklich sieht”.&lt;br /&gt;
Ein [[Drsthi]] also, ein [[Seher]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wer kann besser sehen, als der dreiäugige Shiva? [[Yoga]]-&lt;br /&gt;
[[Asana]]s entsprangen der Nachahmung der Natur und viele&lt;br /&gt;
haben Tier- oder Pflanzennamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Gemeinsamkeiten gibt es im Verständnis, dass alles&lt;br /&gt;
miteinander verbunden ist, dass wir vom Energieuniversum&lt;br /&gt;
umgeben sind, das heißt, dass Schwingung die Grundlage der&lt;br /&gt;
grobstofflichen Manifestation ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Gibt es dann in der schamanischen Energiemedizin auch eine Art von Kundalini-Erfahrung?====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich! Im nepalesischen, aber auch im peruvianischen&lt;br /&gt;
(dort gibt es mehrere Schulen) Schamanismus sind Energieerfahrungen die tägliche Praxis-Erfahrung. [[Mahakali]]&lt;br /&gt;
([[Indien]] und [[Nepal]]) und Pachamama (Peru,&lt;br /&gt;
Bolivien, Ecuador) ist die Urquelle der schöpferischen&lt;br /&gt;
[[Kundalini]]-[[Shakti]].&lt;br /&gt;
Das Erwachen im schamanisch-tantrischen [[Sinn]]e&lt;br /&gt;
ist die konstante Rückverbindung mit dieser&lt;br /&gt;
[[Kraft]], die allen Phänomenen zugrunde liegt. Bei&lt;br /&gt;
meinen ersten Peru-Reisen staunte ich nicht&lt;br /&gt;
schlecht, als ich entdeckte, dass das Energiesystem&lt;br /&gt;
der Schamanen und die Vorstellung vom&lt;br /&gt;
Energieuniversum und Energiemedizin sich mit&lt;br /&gt;
dem Kundalini Yoga deckt bzw. ihm sehr, sehr&lt;br /&gt;
ähnelt. Natürlich werden andere Termini benutzt,&lt;br /&gt;
für die Inka-Schamanen sind die Chakras&lt;br /&gt;
Nawis oder Ojos de cinturon, also „Augen”, das&lt;br /&gt;
Aufsteigen von Kundalini heißt el kawsay und sushumna&lt;br /&gt;
Nadi heißt kurku. Statt Sahasrara haben&lt;br /&gt;
wir Uma oder Pujuy... etc. Aber die Phänomene sind&lt;br /&gt;
exakt die gleichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Du hast den Workshop ‚Schamanische Energiemedizin für das neue Zeitalter gehalten’, was sind die Kennzeichen des neuen Zeitalters aus deiner Sicht und wie kann man sich energetisch darauf vorbereiten?====&lt;br /&gt;
Für die Schamanen ist die Periode momentan eine besondere&lt;br /&gt;
Zeit, vor allem im Inka Schamanismus - diese Zeit wird Pachakutec&lt;br /&gt;
(Wandel) genannt. Aber: es gibt keinen [[Messias|Erlöser]], keinen&lt;br /&gt;
Heiland von außen, keinen Zauberstab, der dich rettet… Für&lt;br /&gt;
die Schamanen, für bewusste Spiritualisten ist die Zukunft&lt;br /&gt;
jetzt schon da! Der erwartete Pachakuti-Inka, der letzte König&lt;br /&gt;
ist kein erlösender [[Avatar]], sondern vielmehr eine besondere&lt;br /&gt;
[[Schwingung]] zum Empfangen hochfrequenter spiritueller Energie.&lt;br /&gt;
Das [[Bewusstsein]] ist entscheidend und dein eigenes JA zur&lt;br /&gt;
Heilung auf allen Ebenen- das ist die Absichtserklärung an&lt;br /&gt;
das Universum. Es geschieht momentan, dass mir in meinen&lt;br /&gt;
Kursen und Ausbildungen immer mehr Menschen begegnen,&lt;br /&gt;
die an der [[Heilung]] aus der ersten [[Hand]] interessiert sind, nicht&lt;br /&gt;
an den [[Dogmen]] alter schulmedizinischer Systeme... Und immer&lt;br /&gt;
mehr Menschen machen die reale Erfahrung, dass dein innerer&lt;br /&gt;
Heiler nur darauf wartet, wieder aktiviert zu werden! Für bewusste&lt;br /&gt;
Yogis, Tantriker, Schamanen, Spiritualisten ist dies eine&lt;br /&gt;
Zeitqualität des Umschwungs. Mein Meister in Peru sagte einmal&lt;br /&gt;
so schön: „Diese Zeit ist eine Entwicklungshilfe.”...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra - Erläuterungen von Swami Krishnananda==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Einleitung von [[Swami]] [[Krishnananda]] zu Swami [[Sivananda]]s Buch „Tantra Yoga, Nada Yoga and Kriya Yoga“ der [http://www.sivanandaonline.org/public_html/ Divine Life Society], 5. Auflage, 2000, Shivanandanagar, S. VII - XII., ISBN 81-7052-042-8&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Tantra===&lt;br /&gt;
Das System, welches Tantra genannt wird, wurde schon von jeher als esoterischer Geheimpfad der spirituellen [[Praxis]] betrachtet und war nicht jedem Ungeübten oder dem gemeinen Volk zugänglich. Das [[Geheimnis]] dieser Praxis scheint aus einem ungewöhnlichen Weltentwurf zu bestehen, der dem Suchenden abverlangt, die Dinge auf eine vollständig andere Art zu interpretieren und zu bewerten und der von der normalen, gewohnten Betrachtungsweise der Dinge abweicht. Die Tantra-[[Lehrer]] sagen, dass ein Suchender auf diesem [[Pfad]] der sozialen und sogar menschlichen Sichtweise entwachsen und eine übermenschliche und göttliche Sicht der Dinge entwickeln muss. Da dies jedoch vom gemeinen Menschen dieser [[Welt]] zuviel abverlangen würde, soll der Tantra auch ein verschlossenes Geheimnis sein und bleiben, dessen Türen nur mit dem Schlüssel geöffnet werden können, den allein ein befähigter [[Guru]] zur Verfügung stellt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Philosophie===&lt;br /&gt;
Die [[Philosophie]] von Tantra basiert auf dem Konzept der Doppelnatur aller Dinge. Nichts ist einzeln, sondern alles ist bipolar oder doppelpolig. Die sogenannte [[Einheit]] der Dinge ist nur eine Erscheinungsform, welche von dem besonderen Verhalten des Zusammentritts zweier Kräfte, nämlich [[Shiva]] und [[Shakti]] angenommen wird, man könnte auch sagen, der positiven und negativen Pole. Um diese mystische Konzeption des [[Universum]]s verstehen zu können, möchten wir auf die traditionellen Lehrsätze der [[Purana]]s verweisen, [[Manusmriti]] und [[Mahabharata]], die besagen, dass es im Anbeginne eine universelle Einzelzelle gegeben hat, die schon immer da war, bekannt als [[Brahmanda]], und die sich dann zweiteilte. Der eine Teil wurde zum Kosmischen [[Mann]] und der andere zur Kosmischen [[Frau]]. Wenn wir wollen, können wir diese Teile auch Shiva und Shakti nennen. Selbst unsere modernen [[Naturwissenschaft]]en scheinen diese Sichtweise zu bestätigen, wenn sie sagen, dass das Universum im Anfang ein einzelnes Atom war, welches sich zuerst zweiteilte und sich dann in die Vielfalt der gegenwärtigen [[Form]]en des Universums aufspaltete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da diese zwei Teile und ihre darauffolgenden Unterteilungen eigentlich zu einem gesamten Ganzen gehören, gibt es eine natürliche Anziehungkraft, die von einem Teil zum anderen Teil ausgeübt wird. Es gibt also eine beidseitige Zugkraft zwischen den positiven und negativen Polen auf der kosmischen Ebene sowie auf der ihrer niedrigeren vielfältigen Abstammungsformen, sogar hinunter bis zum Atom. Wir wissen heute, dass auch das Atom in einer bipolaren Struktur aufgebaut ist, mit dem Nukleus im Zentrum und den Elektronen, die ihn in absolut rätselhafter Weise umkreisen. Die [[Reaktion]] der zwei verschiedenen Teile eines jeden einzelnen [[Organismus]] scheint eine doppelte Auffassung von [[Bewusstsein]] gegenüber Einheit und [[Zweiheit]] zur selben Zeit zu sein. Es kann keine [[Anziehung]] zwischen dem Positiven und Negativen geben, solange sie nicht zwei Pole formen und nicht nur ein einzelnes Etwas. Dennoch kann es andererseits ohne eine grundlegende Einheit, die in und zwischen ihnen wirkt, gar nicht diese Anziehung geben, wenn es zwei vollkommen verschiedene Dinge sind. Das ist also das Geheimnisvolle, das Mysterium und auch die Schwierigkeit, jenes [[Phänomen]] zu verstehen, welches als Anziehung bekannt ist und gewöhnlich in der Gemeinsprache [[Liebe]] oder [[Zuneigung]] genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bipolarität===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ardhanarishvara Androgyn Shiva Parvati Nandi Loewe.jpg|thumb|Ardhanarishvara, Gemälde aus Indien, um 1800]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Konzept von Shiva und Shakti repräsentiert also in seiner höchsten Essenz diese Oberste Kosmische [[Dualität]]. Man kann sich vornehmlich vorstellen, dass dort nur Anziehung und Liebe zusammenwirken, so dass Shiva und Shakti als untrennbare Aspekte einer einheitlichen [[Realität]] zu betrachten sind, welche manchmal auch [[Ardhanarishvara|Ardhanareesvara]], der kosmische [[Androgyn]], genannt wird. Auf den niedrigeren Ebenen jedoch wirkt das Prinzip der [[Abstoßung]], was bedeutet, dass [[Abneigung]] mit Zuneigung zusammengeht, so wie auch Liebe mit [[Hass]]. Dort nimmt die bipolare Einheit eine Vielfalt an Form an, so dass ein bipolares Element nicht die Beeinflussung oder manchmal sogar nicht einmal die bloße Gegenwart solch eines anderen bipolaren Elementes tolerieren kann - aus [[Angst]] davor, seine isolierte, sich selbst bewusste bipolare Hälfte und dadurch seine Einheit zu verlieren. Dieses subtile Zusammenspiel kann in seiner groberen Art offenkundig werden, wenn z. B. eine Familiengruppe Schwierigkeiten hat, eine andere anzuerkennen und ihr die gleiche Liebe zu schenken wie der eigenen. Auf dieser Ebene können sich dann eine Gesellschaft, eine soziale Schicht und sogar eine bipolare Einzelperson nicht ohne einigen Argwohn und gewisse Vorbehalte gegenübertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Lehrsätzen oder dem Tantra nach ist die Ursache allen [[Leid]]s im [[Leben]] die bipolare [[Existenz]], diese in zwei geteilte Einheit, weil nicht eine duale Existenz in jeder ihr gegebenen Form die [[Wahrheit]] der Dinge ist, sondern das Eins-Sein. Da die zweifache Form allen Lebens in gewisser Hinsicht eine unnatürliche Art des Lebens darstellt, gibt es immer einen ambivalenten Standpunkt zwischen dem einen und dem anderen Pol von [[Mögen]] und [[Nicht-Mögen]], zu ein und derselben Zeit.&lt;br /&gt;
So wird Liebe niedergehalten, wenn Hass überwiegt und Hass unterdrückt, wenn Liebe die Oberhand behält. Fakt dabei ist jedoch, dass immer beide dieser Haltungen in einem Individuum versteckt sind, aber nur einer dieser Aspekte zum Vorschein kommt, wenn oder wie die Situation es gerade erfordert. Anstelle der Zweiheit wieder die Einheit zu bekommen, das ist der Vorgang im Tantra [[Sadhana]] - wobei dies jedoch die Zielsetzung eines jeden Sadhanas ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Unterschied===&lt;br /&gt;
Was ist also das Besondere am Tantra, und wodurch unterscheidet er sich von anderen [[Sadhana]]s, um dieses [[Ziel]] zu ereichen?&lt;br /&gt;
Der Unterschied ist sehr subtil und nicht leicht wahrzunehmen. In jeder Form religiöser Praxis gibt es meistens asketische Vorschriften für die Geisteshaltung des Praktizierenden. Das Äußere solle dem Inneren und das Materielle dem Spirituellen zuliebe abgelehnt werden. Jegliches [[Verlangen]] solle als schädliches [[Hindernis]] für den Sadhana unterbunden und alle [[Lebensfreude]] als Übel betrachtet werden, welches so früh wie möglich ausgemerzt werden muss. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, im Tantra sind die Dinge der Welt, die materiellen Formen der [[Wahrnehmung]], nicht wirklich Hindernisse, und ein Verlangen nach ihnen kann nicht dadurch besiegt werden, dass man das Verlangen an sich ablehnt. Alles in dieser Welt, und sogar die ganze Welt selbst, befindet sich in einem Übergang von der Unvollkommenheit hin zur [[Vollkommenheit]]. Das Sichtbare ist ein [[Weg]] hin zum Unsichtbaren und nicht sein Hindernis. Menschliches Begehren erwächst gerade wegen jener unintelligenten Auffassung, die der Mensch gegenüber dieser Lust entwickelt hat. Er hat sozusagen Lust-Angst, seitdem ihm erzählt worden ist, dass jegliche [[Begierde]] schlecht ist und alle äußeren Dinge nur zu Knechtschaft führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tantra sagt, dass das äußere Ding, das Objekt, kein fesselnder Zwang ist, allein schon wegen der Tatsache, dass das Objekt untrennbar mit dem Subjekt verbunden ist. Das Objekt ist der andere Pol des Subjekts, der Komplementär-Pol sozusagen. Beide Pole ergänzen sich gegenseitig. Jegliche [[Erfahrung]] steht in einer Subjekt-Objekt-Relation, und deshalb kann auch niemand nur im Geringsten daran denken, das Objekt der Begierde bewusst zu überwinden, ausgenommen, er hat vorher eine Beziehung zu dem Objekt hergestellt. Daher bedeutet die Überwindung des Objekts für uns immer wieder, in einen Teufelskreis einzutreten. Es gibt trotz aller Anstrengungen keine Möglichkeit, das Objekt loszuwerden, da schon im Bewusstsein die Gegenwart des Objekts da ist. Daher kommt also der großartige Tantra-Spruch, dass Begierde nur durch Begierde überwunden werden kann, genauso wie das Objekt nur vom Objekt bezwungen werden kann. Auch wird im Tantra gesagt, der andere Aspekt dieses Prinzips sei, &amp;quot;dass man sich durch das, wodurch man fällt, auch wieder aufrichten kann.&amp;quot; (Yaireva patanam dravyaih siddhih taireva.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier tritt der Kernpunkt der ganzen Sache hinsichtlich des Tantra zutage, welche ihn deutlich von allen anderen religiösen Praktiken und Sadhana-Formen abgrenzt. Warum diese Praxis schwierig und sogar gefährlich ist, wird durch die Art der Glaubenslehre offensichtlich, obwohl man wohl einräumen muss, dass der [[Glaubenssatz]] vielleicht etwas sehr rational verfasst ist und auf Tiefenpsychologie der menschlichen Natur basiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stufen des Tantra===&lt;br /&gt;
Die Tantra-Lehrer wissen, dass es große Schwierigkeiten gibt, wenn es darum geht, sich diese Lehrsätze einzuprägen und zu praktizieren. Insofern wird die Kunst des Sadhana auf diesem Pfad als gestaffelte Aufwärtsbewegung während der verschiedenen Stufen des Aufstiegs betrachtet. Indem man zu einem Zustand aufsteigt, wo eben jenes Verhältnis zwischen Subjekt und Objekt transzendiert oder überwunden wird, erreicht man unterschiedliche Stufen von [[Erkenntnis]] und eine Loslösung des Subjekts von der Verstrickung des Objekts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese festgesetzten Stufen lauten: [[Vede]]chara, [[Vaishnava]]chara, [[Saiva]]chara, [[Dakshina]]chara, [[Vama]]chara, [[Siddhanta]]chara und zuletzt [[Kaula]]chara.&lt;br /&gt;
Von diesen sieben aufgeführten Stufen sind die ersten drei für die niedrigere Kategorie der [[Sadhaka]]s bestimmt, welche als [[Pasu]] Jiva (Personen, in welchen die tierische Natur vorherrschend ist) bekannt sind. Die nächsten zwei stehen für die [[Vira]] [[Jiva]] (Personen, in welchen der normale menschliche Instinkt vorherrscht) und die letzten zwei für die [[Divya]] Jiva (Personen, in welchen das göttliche Element vorherrschend ist).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird geglaubt, dass die ersten drei [[Achara]]s besonders für [[Karma]] stehen. [[Bhakti]] und [[Jnana]], der [[Veda]], der für das [[Ritual]] steht, [[Vaishnava]] für die [[Hingabe]] und [[Saiva]] für das [[Wissen]]. Der vierte Achara, welcher [[Dakshina]] genannt wird, versucht die Ergebnisse zu bewahren, die durch das Praktizieren der ersten drei Stufen erreicht wurden. Bis zu dieser Ebene ist die Bewegung fast linear und praktisch gerade. Auf der nächsten Stufe (Vamachara) aber gibt es einen seltsamen Unterschied des Blickwinkels, denn dieser Begriff beinhaltet den Beginn der Rückwärts-Strömung der [[Seele]]n-Bewegung hin zur [[Realität]]. &amp;quot;[[Vama]]&amp;quot; bedeutet nicht &amp;quot;links&amp;quot;, wie die meisten Leute zu denken scheinen, sondern &amp;quot;Umkehr-Prozess&amp;quot;, [[Nivritti]] oder die Rückkehr - im Gegensatz zu [[Pravritti]] oder dem Vorwärts-Fließen mit der natürlichen Strömung der [[Sinne]]. Hier liegt der Beginn der allergeheimsten Praxis oder des esoterischen Aspektes des Tantra Sadhana, wo Objekte der Anziehung, des Reizes, egal welcher Art sie sind, gerade als Instrumente und Werkzeuge betrachtet werden, nicht, damit sie abgelehnt, sondern damit sie integriert und zu einem Teil des eigenen Seins gemacht werden. Die Absicht dabei ist aber, jenes Bewusstsein zu überwinden, dass sie außerhalb von einem selbst sind, als so eine Art gegenüberliegendes, entgegengesetztes Objekt oder irgendein äußerliches Etwas. Diese besondere Phase soll eigentlich auch nicht erklärt, sondern nur auf direktem Weg von einem Lehrmeister gelernt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Natur der Dinge===&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen werden [[Reichtum]], [[Macht]] und [[Sex]] als die wohl größten Hindernisse auf dem [[Weg]] zu spiritueller Vollkommenheit betrachtet. Der Tantra jedoch versucht gerade diese sich nutzbar zu machen und zu überwinden, und zwar mit genau den Mitteln, mit welchen ein ungeübter [[Verstand]] sich ins Unheil stürzen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pasu, Vira und Divya [[Bhava]]s entsprechen den tierischen, menschlichen und göttlichen Naturen und ziehen die groben, die feinen und die göttlichen Aspekte der Dinge in Betracht, welchen man in seinem spirituellen Leben als Gegensätze begegnen muss. Das ist das verbotene Gebiet von Tantra Sadhana, der Bereich, welchen der wahrhaft Suchende nicht offenlegt, da der gemeine Mensch ihn nicht wissen, verstehen oder aus ihm Nutzen ziehen soll.&lt;br /&gt;
Jedes Objekt hat eine grobe, eine feine und eine göttliche [[Form]], und jeder [[Sadhaka]] muss all diese Phasen durchlaufen. &lt;br /&gt;
Der Tantra beharrt darauf, dass keine Stufe oder Phase als Hindernis abgelehnt werden soll, sondern von jedem Individuum selbst genommen und durchschritten werden soll. Mann kann nur ein unbekanntes Ding, ein Objekt der [[Angst]], nicht unter seine [[Kontrolle]] bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tantra sagt, dass die unreinen, häßlichen und unheiligen Dinge des Lebens eigentlich Dinge sind, die fälschlicherweise nicht in ihrem wirklichen Zusammenhang gesehen wurden, nicht von ihrer eigenen besonderen Position oder vom Standpunkt der Dinge selbst her. Sie sind weder gut noch schlecht, weder schön noch häßlich und weder heilig noch unheilig. Das alles sind nur Vorstellungen, die uns unser Verstand von einem speziellen Interessenstandpunkt aus gibt. Unser Verstand sträubt sich dagegen, in Erwägung zu ziehen, dass es auch noch andere Interessen als seine eigenen geben könnte. Das Universum muss man von vielen Blickwinkeln aus sehen, nicht nur von einem. Vom Ersteren muss man zum Letzteren steigen, mit einer systematischen und progressiven Bewegung seines ganzen Seins durch den groben, den feinen und den göttlichen Aufbau der Dinge.&lt;br /&gt;
Am Anfang hat man Kontakt mit dem Objekt. Als nächstes denkt man es bloß noch mit seinem Verstand. Zuletzt visualisiert man es nur noch als einen Unruheherd oder Stress-Punkt in der Universellen Realität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die oben erwähnten Siddhantachara und Kaulachara vervollständigen den Prozess des Sadhana, wobei man in die wahre Natur der Dinge eintaucht und regelrecht übermenschlich wird. Die Aufgabe, welche die religiöse Praxis mit sich bringt, ist nicht die Ablehnung des Objektes oder des Dinges an sich, sondern die der Idee oder der Vorstellung, dass es, das Objekt, außerhalb von einem selbst sei. Die falsche Vorstellung weckt die Begierde, nicht das Objekt oder das Ding selbst. Die Verordnung ist hier in der Tat sehr subtil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritual===&lt;br /&gt;
Tantra Sadhana beinhaltet das Rezitieren von [[Mantra]]s, die Ritualausführung mittels [[Yantra]]s und die eigene Abstimmung mit einer speziellen Ebene der Realität, was eigentlich die spezifische Bedeutung des Tantra ist. Während dieses Prozesses muss man viele kleine Details direkt von seinem [[Guru]] lernen. Die [[Entschlackung]] des [[Körper]]s, die [[Reinigung]] des [[Geist]]es und die Klärung seiner sozialen Beziehungen sind alles wichtige Vorbereitungen des Sadhana. Die übliche [[Shodasopachara]]-[[Puja]] (sechzehngliedrige [[Gebet]]szeremonie), welche für eine [[Gottheit]] abgehalten wird, sind auch geeignete Maßnahmen für all das, was man bewundert, schätzt und liebt. Durch solch einen [[Gottesdienst]] sucht man die Verbindung mit der Gottheit durch die Aufhebung der Trennung zwischen Ihr und einem selbst. Die geheimnisvollen Prozesse, [[Nyasa]] ([[Anga]]-Nyasa und [[Kara]]-Nyasa) genannt, sind wiederum nach innen gerichtete Techniken, mittels derer man das Objekt in einem selbst und die Gottheit in seinem ureigenen [[Sein]] fühlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All das macht es mehr als deutlich, dass der Tantra Sadhana genauso höchst wissenschaftlich und präzise wie auch schwierig und gefährlich&lt;br /&gt;
ist. Dies ist seine Besonderheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
*[[Tantra Yoga]]&lt;br /&gt;
*[[Vijnana Bhairava Tantra]]&lt;br /&gt;
*[[Panchatantra]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p105_Kundalini-Tantra/ &#039;&#039;Kundalini Tantra&#039;&#039; von Swami Satyananda]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p106_Tantra-und-Yoga-Panorama/ &#039;&#039;Tantra und Yoga Panorama&#039;&#039; von Swami Satyananda]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/tantra/ Tantra Yoga]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/art_tantra_agama.html &amp;quot;Tantra&amp;quot; aus &#039;&#039;Göttliche Erkenntnis&#039;&#039; von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/YogaundSexualitaet.html Yoga und Sexualität von Sukadev]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/kundalini-yoga/literatur-buecher-kundalini-yoga/ Literatur Bücher Kundalini Yoga]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/seminar/meditationen-aus-dem-tantra-b130823-5/ Meditationen aus dem Tantra]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminarhaus-shanti/veranstaltungen/kalender-2013/yogini-tantra/ Yogini Tantra]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos==&lt;br /&gt;
===Atma Kriya Yoga mit Rishi Tulsidasananda===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|uQaVFLZnGVw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Erfahrung des subjektiven Bewusstseins im Yoga und in der östlichen Meditation===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|zoXRuC3RQTE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Entdeckung der Kundalini mit Sigmund Feuerabendt===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|kIhgXHWQoCw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weißer Tantra mit Simram Kaur===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|jTn_1dUD9tE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was ist das Besondere an Tantra Meditationstechniken - Interview mit Dr. Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|QFR_u_Zdwhg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ajapa Japa - Tantra Meditation mit Soham===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|F40CZ5h0Ahk}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ajapa Japa - Tantra Meditation Technique===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|3LpnJk47SmA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kaya Sthairyam Tantra Meditation mit Dr. Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|5N2qB99YkFs}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Tantra Meditation - mit Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|HrvueDbn8HY}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Multimedia==&lt;br /&gt;
===Kundalini Yoga: Tantra===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/39_Kundalini-Yoga-Teil_2_Tantra.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Ewige und das Vergängliche – Shiva-Shakti 1===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Das_Ewige_und_das_Vergaengliche_Shiva-Shakti-1.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sei verhaftungslos und … Shiva-Shakti 2===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Glueck-ist-im-inneren.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Setze dich durch – und gebe nach – Shiva-Shakti 3===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Sonne-Mond-im-Alltag.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tantra]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kundalini Yoga]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Chakra]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga Vidya Journal]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sivananda Nada Yoga]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Tantra&amp;diff=119987</id>
		<title>Tantra</title>
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		<updated>2014-07-06T10:24:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: /* Du hast den Workshop ‚Schamanische Energiemedizin für das neue Zeitalter gehalten’, was sind die Kennzeichen des neuen Zeitalters aus deiner Sicht und wie kann man sich energetisch darauf vorbereiten? */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Tantra&#039;&#039;&#039; ([[Sanskrit]]: तन्त्र tantra &#039;&#039;n.&#039;&#039;) Webstuhl; Gewebe, Kontinuum, Zusammenhang; Lehrwerk, Lehre; eine Klasse von Werken, die ursprünglich streng geheim gehaltene (esoterische) Inhalte lehrten und sich hauptsächlich mit [[Mystik]], [[Magie]] und Techniken zur [[Selbsterkenntnis]] und Erlösung ([[Moksha]] aus dem Kreislauf der Wiedergeburt, [[Samsara]]) beschäftigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:kundalini_chakras.jpg|thumb|Die Chakras - Energiezentren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herkunft==&lt;br /&gt;
Das Wort &amp;quot;Tantra&amp;quot; wird von der Sanskritwurzel &amp;quot;tan&amp;quot; (&amp;quot;ausdehnen, spannen&amp;quot;) abgeleitet. Die Ursprünge des Tantra als soteriologische (zur Erlösung hinführende) Systeme liegen etwa im 2. Jahrhundert, in seinen heute bekannten Ausprägungen wird es seit dem 7. oder 8. Jahrhundert weitergegeben. Aus der tantrischen Tradition stammt unter anderem die Lehre von den sieben [[Chakra]]s. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Traditionelle Richtungen==&lt;br /&gt;
Im wesentlichen gibt es in [[Indien]] drei Hauptrichtungen des Tantra, wozu noch die Form des tibetischen tantrischen [[Buddhismus]] ([[Vajrayana]]) kommt, der auch in [[Nepal]] praktiziert wird:&lt;br /&gt;
*1. [[Vaishnavacara]] (&#039;&#039;vaiṣṇavācāra&#039;&#039;): Hier werden die Formen des [[Gott]]es [[Vishnu]] als höchstes Prinzip verehrt.&lt;br /&gt;
*2. [[Shaivacara]] (&#039;&#039;śaivācāra&#039;&#039;): Hier werden die Formen des Gottes [[Shiva]] als höchstes Prinzip verehrt.&lt;br /&gt;
*3. [[Shaktacara]] (&#039;&#039;śāktācāra&#039;&#039;): hier werden die Formen der Göttin ([[Shakti]]) als höchstes Prinzip verehrt. Die als [[Shakta]] bekannten [[Tantriker]] folgen ihrerseits einem der beiden folgenden Wege bzw. Lebenswandel ([[Acara]]): entweder dem &amp;quot;Weg der rechten Hand&amp;quot; ([[Dakshinacara]] &#039;&#039;dakṣiṇācāra&#039;&#039;), in dem keine sexuellen Praktiken ausgeübt, wenn überhaupt imaginiert werden, oder dem &amp;quot;Weg der linken Hand&amp;quot; ([[Vamacara]] &#039;&#039;vāmācāra&#039;&#039;), der auch sexuelle Praktiken in das [[Ritual]] integriert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|mgLlp-CJsX4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra im Yoga==&lt;br /&gt;
Tantra als Teil der [[Yoga|yogischen]] Tradition und beruht auf der Shiva-Shakti-Philosophie. [[Shiva]] repräsentiert das Unveränderliche, das Unbewegte, das absolute [[Bewusstsein]], im [[Vedanta]] &amp;quot;[[Brahman]]&amp;quot; genannt. [[Shakti]] repräsentiert die schöpferische [[Energie]], welche das Universum in sechs Schritten in Analogie der sechs [[Chakra]]s (unterhalb des [[Sahasrara]] Chakras, der Sitz von Shiva), geschaffen hat. Ursprünglich sind Shiva und Shakti eins. Durch eine erste Schwingung, &amp;quot;[[Spandana]]&amp;quot; („Spaltung“), trennt sich Shakti von Shiva und schafft erst die zwei [[Kausalwelt]]en, dann die drei [[Astralwelt]]en und schließlich die physische [[Welt]]. Zyklisch vereinigen sich Shiva und Shakti wieder (Auflösung), bleiben zusammen ([[Pralaya]], kosmische Nacht) und trennen sich wieder (Schöpfung). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In jedem Teil des Kosmos sind Shiva und Shakti. Im Menschen manifestiert sich Shiva als reines Bewusstsein, als [[Satchidananda]]. Shakti manifestiert sich als die drei Körper mit den fünf Hüllen. Solange Shakti von Shiva getrennt ist, ist der Mensch unzufrieden. Im Laufe der individuellen [[Evolution]] über viele [[Leben]] hinweg erwacht die [[Kundalini]] (Shakti im Menschen) und vereinigt die individuelle [[Seele]] wieder mit der kosmischen Seele. [[Kundalini Yoga]] ist die Wissenschaft der Beschleunigung dieses natürlichen Evolutionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Drei Formen des Tantra==&lt;br /&gt;
Es gibt außerdem eine weitere, modernere Einteilung in drei [[Yoga Arten|Arten]] von Tantra: weißes, rotes und schwarzes Tantra. Rotes Tantra sind die sexuellen Praktiken, schwarzes Tantra sind die magischen und schwarzmagischen Praktiken zur egoistischen [[Manipulation]] von Energien und [[Geister]]n für selbstsüchtige Zwecke. Weißes Tantra sind die Praktiken zur Reinigung des [[Astralkörper]]s und zur Erweckung der [[Kundalini]] ohne selbstsüchtige Motive und werden daher [[Kundalini Yoga]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra und [[Schamanismus]] – Energien im Fluss==&lt;br /&gt;
Interview mit Maharani Fritsch de Navarrete, erschienen im Yoga Vidya Journal Nr. 27, Herbst 2013&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlässlich des Yoga Kongress 2012&lt;br /&gt;
‚[[Chakra]], Tantra, [[Kundalini]]‘ haben&lt;br /&gt;
wir mit Maharani Fritsch de&lt;br /&gt;
Navarrete gesprochen. Als Yogini&lt;br /&gt;
und Schamanin mit westlicher&lt;br /&gt;
psychologischer Ausbildung schlägt&lt;br /&gt;
sie energetische Brücken zwischen&lt;br /&gt;
Amazonien und Indien. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich durfte in meinem Workshop wunderbare Zusammenhänge&lt;br /&gt;
zwischen Yoga, Tantra und Schamanismus herstellen und diese&lt;br /&gt;
hoffentlich nicht nur durch den informativen Part, sondern&lt;br /&gt;
auch vor allem durch den rituellen Teil zum Ausdruck bringen.&lt;br /&gt;
Diese alten holistischen Systeme sind nur scheinbar voneinander&lt;br /&gt;
getrennt- in allen geht es um [[Heilung]], Heil-Werden,&lt;br /&gt;
Ganz-Werden, Heilig-Werden, Verbunden-Sein. Ich bin immer&lt;br /&gt;
sehr glücklich, wenn ich auf die Brücken hinweisen darf, auf&lt;br /&gt;
die Ur-Quelle und die Ur-Verbindung. Höheres [[Sein]] bedeutet&lt;br /&gt;
immer ein höheres Verbundensein. Für [[Yogi]]s, für Tantriker, für&lt;br /&gt;
[[Schamane]]n, für Bewusste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|3Cn4X_2ODM0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Nach so vielen Jahren spiritueller Praxis verschiedenster Traditionen, als Yogalehrerin und Schamanin - siehst du Verbindungen zwischen Tantra und Schamanismus und wenn ja, welcher Art?====&lt;br /&gt;
Für den Schamanen geht die kosmische Evolution vom&lt;br /&gt;
Schamanismus (Ur-Form des spirituellen Ausdrucks) über den&lt;br /&gt;
[[Hinduismus]] zum [[Buddhismus]]. Tantra und Schamanismus decken&lt;br /&gt;
sich dermaßen, dass sie fast identisch sind in der Vorstellung,&lt;br /&gt;
dass männlich und weiblich oder auch das Spiel der&lt;br /&gt;
Gegensätze die Grundlage aller Prozesse im Universum sind.&lt;br /&gt;
Vor allem in Nepal, wo ich - neben Peru - auch meine Lehrer&lt;br /&gt;
habe, ist dies sehr gut sichtbar. Dort fließen Yoga, Tantrismus&lt;br /&gt;
und Schamanismus permanent zusammen und sind nur&lt;br /&gt;
schwer voneinander zu trennen. Ein Yogi gilt als [[Shivait]], was&lt;br /&gt;
mit Tantriker gleichgesetzt wird, und ein Tantriker ist in diesem&lt;br /&gt;
Kontext auch ein Schamane. Zum Beispiel schamanische Elementenverehrung,&lt;br /&gt;
also Naturrituale, verfeinerten sich nach&lt;br /&gt;
und nach in der [[Veden|vedisch]]en Zeit zum [[Havan]]/[[Agni Hotra]], [[Puja]]&lt;br /&gt;
und [[Yajna]] (Feuer- und andere Rituale). [[Shiva]] selbst ist ja der&lt;br /&gt;
Urahne der Schamanen als [[Pashupati]], Herr der Tiere, als [[Shankar]]&lt;br /&gt;
und [[Bhairava]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig ist er der Ur-Tantriker und Ur-[[Asket]] als [[Mahadev]],&lt;br /&gt;
[[Mahesvar]] und [[Yogeshwara]], der [[Vater]] des [[Yoga]]. Er zieht einsam,&lt;br /&gt;
mit [[Asche]] beschmiert, auf seiner [[Damaru]] trommelnd,&lt;br /&gt;
durch die Wälder und hält sich auch an den [[Ghat]]s, den Verbrennungsstätten&lt;br /&gt;
(Orte der Transformation), auf. Gleichzeitig&lt;br /&gt;
meditiert er als [[Sadashiva]] über das Höchste und als [[Nataraj]]&lt;br /&gt;
tanzt er das Spiel der [[Gegensätze]] und [[Transformation]].&lt;br /&gt;
Der Name Shaman bedeutet ja: „der, der wirklich sieht”.&lt;br /&gt;
Ein [[Drsthi]] also, ein [[Seher]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wer kann besser sehen, als der dreiäugige Shiva? [[Yoga]]-&lt;br /&gt;
[[Asana]]s entsprangen der Nachahmung der Natur und viele&lt;br /&gt;
haben Tier- oder Pflanzennamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Gemeinsamkeiten gibt es im Verständnis, dass alles&lt;br /&gt;
miteinander verbunden ist, dass wir vom Energieuniversum&lt;br /&gt;
umgeben sind, das heißt, dass Schwingung die Grundlage der&lt;br /&gt;
grobstofflichen Manifestation ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Gibt es dann in der schamanischen Energiemedizin auch eine Art von Kundalini-Erfahrung?====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich! Im nepalesischen, aber auch im peruvianischen&lt;br /&gt;
(dort gibt es mehrere Schulen) Schamanismus sind Energieerfahrungen die tägliche Praxis-Erfahrung. [[Mahakali]]&lt;br /&gt;
([[Indien]] und [[Nepal]]) und Pachamama (Peru,&lt;br /&gt;
Bolivien, Ecuador) ist die Urquelle der schöpferischen&lt;br /&gt;
[[Kundalini]]-[[Shakti]].&lt;br /&gt;
Das Erwachen im schamanisch-tantrischen [[Sinn]]e&lt;br /&gt;
ist die konstante Rückverbindung mit dieser&lt;br /&gt;
[[Kraft]], die allen Phänomenen zugrunde liegt. Bei&lt;br /&gt;
meinen ersten Peru-Reisen staunte ich nicht&lt;br /&gt;
schlecht, als ich entdeckte, dass das Energiesystem&lt;br /&gt;
der Schamanen und die Vorstellung vom&lt;br /&gt;
Energieuniversum und Energiemedizin sich mit&lt;br /&gt;
dem Kundalini Yoga deckt bzw. ihm sehr, sehr&lt;br /&gt;
ähnelt. Natürlich werden andere Termini benutzt,&lt;br /&gt;
für die Inka-Schamanen sind die Chakras&lt;br /&gt;
Nawis oder Ojos de cinturon, also „Augen”, das&lt;br /&gt;
Aufsteigen von Kundalini heißt el kawsay und sushumna&lt;br /&gt;
Nadi heißt kurku. Statt Sahasrara haben&lt;br /&gt;
wir Uma oder Pujuy... etc. Aber die Phänomene sind&lt;br /&gt;
exakt die gleichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Du hast den Workshop ‚Schamanische Energiemedizin für das neue Zeitalter gehalten’, was sind die Kennzeichen des neuen Zeitalters aus deiner Sicht und wie kann man sich energetisch darauf vorbereiten?====&lt;br /&gt;
Für die Schamanen ist die Periode momentan eine besondere&lt;br /&gt;
Zeit, vor allem im Inka Schamanismus - diese Zeit wird Pachakutec&lt;br /&gt;
(Wandel) genannt. Aber: es gibt keinen [[Messias|Erlöser]], keinen&lt;br /&gt;
Heiland von außen, keinen Zauberstab, der dich rettet… Für&lt;br /&gt;
die Schamanen, für bewusste Spiritualisten ist die Zukunft&lt;br /&gt;
jetzt schon da! Der erwartete Pachakuti-Inka, der letzte König&lt;br /&gt;
ist kein erlösender [[Avatar]], sondern vielmehr eine besondere&lt;br /&gt;
[[Schwingung]] zum Empfangen hochfrequenter spiritueller Energie.&lt;br /&gt;
Das [[Bewusstsein]] ist entscheidend und dein eigenes JA zur&lt;br /&gt;
Heilung auf allen Ebenen- das ist die Absichtserklärung an&lt;br /&gt;
das Universum. Es geschieht momentan, dass mir in meinen&lt;br /&gt;
Kursen und Ausbildungen immer mehr Menschen begegnen,&lt;br /&gt;
die an der [[Heilung]] aus der ersten [[Hand]] interessiert sind, nicht&lt;br /&gt;
an den [[Dogmen]] alter schulmedizinischer Systeme... Und immer&lt;br /&gt;
mehr Menschen machen die reale Erfahrung, dass dein innerer&lt;br /&gt;
Heiler nur darauf wartet, wieder aktiviert zu werden! Für bewusste&lt;br /&gt;
Yogis, Tantriker, Schamanen, Spiritualisten ist dies eine&lt;br /&gt;
Zeitqualität des Umschwungs. Mein Meister in Peru sagte einmal&lt;br /&gt;
so schön: „Diese Zeit ist eine Entwicklungshilfe.”...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra - Erläuterungen von Swami Krishnananda==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Einleitung von [[Swami]] [[Krishnananda]] zu Swami [[Sivananda]]s Buch „Tantra Yoga, Nada Yoga and Kriya Yoga“ der [http://www.sivanandaonline.org/public_html/ Divine Life Society], 5. Auflage, 2000, Shivanandanagar, S. VII - XII., ISBN 81-7052-042-8&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Tantra===&lt;br /&gt;
Das System, welches Tantra genannt wird, wurde schon von jeher als esoterischer Geheimpfad der spirituellen [[Praxis]] betrachtet und war nicht jedem Ungeübten oder dem gemeinen Volk zugänglich. Das [[Geheimnis]] dieser Praxis scheint aus einem ungewöhnlichen Weltentwurf zu bestehen, der dem Suchenden abverlangt, die Dinge auf eine vollständig andere Art zu interpretieren und zu bewerten und der von der normalen, gewohnten Betrachtungsweise der Dinge abweicht. Die Tantra-[[Lehrer]] sagen, dass ein Suchender auf diesem [[Pfad]] der sozialen und sogar menschlichen Sichtweise entwachsen und eine übermenschliche und göttliche Sicht der Dinge entwickeln muss. Da dies jedoch vom gemeinen Menschen dieser [[Welt]] zuviel abverlangen würde, soll der Tantra auch ein verschlossenes Geheimnis sein und bleiben, dessen Türen nur mit dem Schlüssel geöffnet werden können, den allein ein befähigter [[Guru]] zur Verfügung stellt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Philosophie===&lt;br /&gt;
Die [[Philosophie]] von Tantra basiert auf dem Konzept der Doppelnatur aller Dinge. Nichts ist einzeln, sondern alles ist bipolar oder doppelpolig. Die sogenannte [[Einheit]] der Dinge ist nur eine Erscheinungsform, welche von dem besonderen Verhalten des Zusammentritts zweier Kräfte, nämlich [[Shiva]] und [[Shakti]] angenommen wird, man könnte auch sagen, der positiven und negativen Pole. Um diese mystische Konzeption des [[Universum]]s verstehen zu können, möchten wir auf die traditionellen Lehrsätze der [[Purana]]s verweisen, [[Manusmriti]] und [[Mahabharata]], die besagen, dass es im Anbeginne eine universelle Einzelzelle gegeben hat, die schon immer da war, bekannt als [[Brahmanda]], und die sich dann zweiteilte. Der eine Teil wurde zum Kosmischen [[Mann]] und der andere zur Kosmischen [[Frau]]. Wenn wir wollen, können wir diese Teile auch Shiva und Shakti nennen. Selbst unsere modernen [[Naturwissenschaft]]en scheinen diese Sichtweise zu bestätigen, wenn sie sagen, dass das Universum im Anfang ein einzelnes Atom war, welches sich zuerst zweiteilte und sich dann in die Vielfalt der gegenwärtigen [[Form]]en des Universums aufspaltete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da diese zwei Teile und ihre darauffolgenden Unterteilungen eigentlich zu einem gesamten Ganzen gehören, gibt es eine natürliche Anziehungkraft, die von einem Teil zum anderen Teil ausgeübt wird. Es gibt also eine beidseitige Zugkraft zwischen den positiven und negativen Polen auf der kosmischen Ebene sowie auf der ihrer niedrigeren vielfältigen Abstammungsformen, sogar hinunter bis zum Atom. Wir wissen heute, dass auch das Atom in einer bipolaren Struktur aufgebaut ist, mit dem Nukleus im Zentrum und den Elektronen, die ihn in absolut rätselhafter Weise umkreisen. Die [[Reaktion]] der zwei verschiedenen Teile eines jeden einzelnen [[Organismus]] scheint eine doppelte Auffassung von [[Bewusstsein]] gegenüber Einheit und [[Zweiheit]] zur selben Zeit zu sein. Es kann keine [[Anziehung]] zwischen dem Positiven und Negativen geben, solange sie nicht zwei Pole formen und nicht nur ein einzelnes Etwas. Dennoch kann es andererseits ohne eine grundlegende Einheit, die in und zwischen ihnen wirkt, gar nicht diese Anziehung geben, wenn es zwei vollkommen verschiedene Dinge sind. Das ist also das Geheimnisvolle, das Mysterium und auch die Schwierigkeit, jenes [[Phänomen]] zu verstehen, welches als Anziehung bekannt ist und gewöhnlich in der Gemeinsprache [[Liebe]] oder [[Zuneigung]] genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bipolarität===&lt;br /&gt;
Das Konzept von Shiva und Shakti repräsentiert also in seiner höchsten Essenz diese Oberste Kosmische [[Dualität]]. Man kann sich vornehmlich vorstellen, dass dort nur Anziehung und Liebe zusammenwirken, so dass Shiva und Shakti als untrennbare Aspekte einer einheitlichen [[Realität]] zu betrachten sind, welche manchmal auch [[Ardhanarishvara|Ardhanareesvara]], der kosmische [[Androgyn]], genannt wird. Auf den niedrigeren Ebenen jedoch wirkt das Prinzip der [[Abstoßung]], was bedeutet, dass [[Abneigung]] mit Zuneigung zusammengeht, so wie auch Liebe mit [[Hass]]. Dort nimmt die bipolare Einheit eine Vielfalt an Form an, so dass ein bipolares Element nicht die Beeinflussung oder manchmal sogar nicht einmal die bloße Gegenwart solch eines anderen bipolaren Elementes tolerieren kann - aus [[Angst]] davor, seine isolierte, sich selbst bewusste bipolare Hälfte und dadurch seine Einheit zu verlieren. Dieses subtile Zusammenspiel kann in seiner groberen Art offenkundig werden, wenn z. B. eine Familiengruppe Schwierigkeiten hat, eine andere anzuerkennen und ihr die gleiche Liebe zu schenken wie der eigenen. Auf dieser Ebene können sich dann eine Gesellschaft, eine soziale Schicht und sogar eine bipolare Einzelperson nicht ohne einigen Argwohn und gewisse Vorbehalte gegenübertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Lehrsätzen oder dem Tantra nach ist die Ursache allen [[Leid]]s im [[Leben]] die bipolare [[Existenz]], diese in zwei geteilte Einheit, weil nicht eine duale Existenz in jeder ihr gegebenen Form die [[Wahrheit]] der Dinge ist, sondern das Eins-Sein. Da die zweifache Form allen Lebens in gewisser Hinsicht eine unnatürliche Art des Lebens darstellt, gibt es immer einen ambivalenten Standpunkt zwischen dem einen und dem anderen Pol von [[Mögen]] und [[Nicht-Mögen]], zu ein und derselben Zeit.&lt;br /&gt;
So wird Liebe niedergehalten, wenn Hass überwiegt und Hass unterdrückt, wenn Liebe die Oberhand behält. Fakt dabei ist jedoch, dass immer beide dieser Haltungen in einem Individuum versteckt sind, aber nur einer dieser Aspekte zum Vorschein kommt, wenn oder wie die Situation es gerade erfordert. Anstelle der Zweiheit wieder die Einheit zu bekommen, das ist der Vorgang im Tantra [[Sadhana]] - wobei dies jedoch die Zielsetzung eines jeden Sadhanas ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Unterschied===&lt;br /&gt;
Was ist also das Besondere am Tantra, und wodurch unterscheidet er sich von anderen [[Sadhana]]s, um dieses [[Ziel]] zu ereichen?&lt;br /&gt;
Der Unterschied ist sehr subtil und nicht leicht wahrzunehmen. In jeder Form religiöser Praxis gibt es meistens asketische Vorschriften für die Geisteshaltung des Praktizierenden. Das Äußere solle dem Inneren und das Materielle dem Spirituellen zuliebe abgelehnt werden. Jegliches [[Verlangen]] solle als schädliches [[Hindernis]] für den Sadhana unterbunden und alle [[Lebensfreude]] als Übel betrachtet werden, welches so früh wie möglich ausgemerzt werden muss. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, im Tantra sind die Dinge der Welt, die materiellen Formen der [[Wahrnehmung]], nicht wirklich Hindernisse, und ein Verlangen nach ihnen kann nicht dadurch besiegt werden, dass man das Verlangen an sich ablehnt. Alles in dieser Welt, und sogar die ganze Welt selbst, befindet sich in einem Übergang von der Unvollkommenheit hin zur [[Vollkommenheit]]. Das Sichtbare ist ein [[Weg]] hin zum Unsichtbaren und nicht sein Hindernis. Menschliches Begehren erwächst gerade wegen jener unintelligenten Auffassung, die der Mensch gegenüber dieser Lust entwickelt hat. Er hat sozusagen Lust-Angst, seitdem ihm erzählt worden ist, dass jegliche [[Begierde]] schlecht ist und alle äußeren Dinge nur zu Knechtschaft führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tantra sagt, dass das äußere Ding, das Objekt, kein fesselnder Zwang ist, allein schon wegen der Tatsache, dass das Objekt untrennbar mit dem Subjekt verbunden ist. Das Objekt ist der andere Pol des Subjekts, der Komplementär-Pol sozusagen. Beide Pole ergänzen sich gegenseitig. Jegliche [[Erfahrung]] steht in einer Subjekt-Objekt-Relation, und deshalb kann auch niemand nur im Geringsten daran denken, das Objekt der Begierde bewusst zu überwinden, ausgenommen, er hat vorher eine Beziehung zu dem Objekt hergestellt. Daher bedeutet die Überwindung des Objekts für uns immer wieder, in einen Teufelskreis einzutreten. Es gibt trotz aller Anstrengungen keine Möglichkeit, das Objekt loszuwerden, da schon im Bewusstsein die Gegenwart des Objekts da ist. Daher kommt also der großartige Tantra-Spruch, dass Begierde nur durch Begierde überwunden werden kann, genauso wie das Objekt nur vom Objekt bezwungen werden kann. Auch wird im Tantra gesagt, der andere Aspekt dieses Prinzips sei, &amp;quot;dass man sich durch das, wodurch man fällt, auch wieder aufrichten kann.&amp;quot; (Yaireva patanam dravyaih siddhih taireva.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier tritt der Kernpunkt der ganzen Sache hinsichtlich des Tantra zutage, welche ihn deutlich von allen anderen religiösen Praktiken und Sadhana-Formen abgrenzt. Warum diese Praxis schwierig und sogar gefährlich ist, wird durch die Art der Glaubenslehre offensichtlich, obwohl man wohl einräumen muss, dass der [[Glaubenssatz]] vielleicht etwas sehr rational verfasst ist und auf Tiefenpsychologie der menschlichen Natur basiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stufen des Tantra===&lt;br /&gt;
Die Tantra-Lehrer wissen, dass es große Schwierigkeiten gibt, wenn es darum geht, sich diese Lehrsätze einzuprägen und zu praktizieren. Insofern wird die Kunst des Sadhana auf diesem Pfad als gestaffelte Aufwärtsbewegung während der verschiedenen Stufen des Aufstiegs betrachtet. Indem man zu einem Zustand aufsteigt, wo eben jenes Verhältnis zwischen Subjekt und Objekt transzendiert oder überwunden wird, erreicht man unterschiedliche Stufen von [[Erkenntnis]] und eine Loslösung des Subjekts von der Verstrickung des Objekts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese festgesetzten Stufen lauten: [[Vede]]chara, [[Vaishnava]]chara, [[Saiva]]chara, [[Dakshina]]chara, [[Vama]]chara, [[Siddhanta]]chara und zuletzt [[Kaula]]chara.&lt;br /&gt;
Von diesen sieben aufgeführten Stufen sind die ersten drei für die niedrigere Kategorie der [[Sadhaka]]s bestimmt, welche als [[Pasu]] Jiva (Personen, in welchen die tierische Natur vorherrschend ist) bekannt sind. Die nächsten zwei stehen für die [[Vira]] [[Jiva]] (Personen, in welchen der normale menschliche Instinkt vorherrscht) und die letzten zwei für die [[Divya]] Jiva (Personen, in welchen das göttliche Element vorherrschend ist).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird geglaubt, dass die ersten drei [[Achara]]s besonders für [[Karma]] stehen. [[Bhakti]] und [[Jnana]], der [[Veda]], der für das [[Ritual]] steht, [[Vaishnava]] für die [[Hingabe]] und [[Saiva]] für das [[Wissen]]. Der vierte Achara, welcher [[Dakshina]] genannt wird, versucht die Ergebnisse zu bewahren, die durch das Praktizieren der ersten drei Stufen erreicht wurden. Bis zu dieser Ebene ist die Bewegung fast linear und praktisch gerade. Auf der nächsten Stufe (Vamachara) aber gibt es einen seltsamen Unterschied des Blickwinkels, denn dieser Begriff beinhaltet den Beginn der Rückwärts-Strömung der [[Seele]]n-Bewegung hin zur [[Realität]]. &amp;quot;[[Vama]]&amp;quot; bedeutet nicht &amp;quot;links&amp;quot;, wie die meisten Leute zu denken scheinen, sondern &amp;quot;Umkehr-Prozess&amp;quot;, [[Nivritti]] oder die Rückkehr - im Gegensatz zu [[Pravritti]] oder dem Vorwärts-Fließen mit der natürlichen Strömung der [[Sinne]]. Hier liegt der Beginn der allergeheimsten Praxis oder des esoterischen Aspektes des Tantra Sadhana, wo Objekte der Anziehung, des Reizes, egal welcher Art sie sind, gerade als Instrumente und Werkzeuge betrachtet werden, nicht, damit sie abgelehnt, sondern damit sie integriert und zu einem Teil des eigenen Seins gemacht werden. Die Absicht dabei ist aber, jenes Bewusstsein zu überwinden, dass sie außerhalb von einem selbst sind, als so eine Art gegenüberliegendes, entgegengesetztes Objekt oder irgendein äußerliches Etwas. Diese besondere Phase soll eigentlich auch nicht erklärt, sondern nur auf direktem Weg von einem Lehrmeister gelernt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Natur der Dinge===&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen werden [[Reichtum]], [[Macht]] und [[Sex]] als die wohl größten Hindernisse auf dem [[Weg]] zu spiritueller Vollkommenheit betrachtet. Der Tantra jedoch versucht gerade diese sich nutzbar zu machen und zu überwinden, und zwar mit genau den Mitteln, mit welchen ein ungeübter [[Verstand]] sich ins Unheil stürzen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pasu, Vira und Divya [[Bhava]]s entsprechen den tierischen, menschlichen und göttlichen Naturen und ziehen die groben, die feinen und die göttlichen Aspekte der Dinge in Betracht, welchen man in seinem spirituellen Leben als Gegensätze begegnen muss. Das ist das verbotene Gebiet von Tantra Sadhana, der Bereich, welchen der wahrhaft Suchende nicht offenlegt, da der gemeine Mensch ihn nicht wissen, verstehen oder aus ihm Nutzen ziehen soll.&lt;br /&gt;
Jedes Objekt hat eine grobe, eine feine und eine göttliche [[Form]], und jeder [[Sadhaka]] muss all diese Phasen durchlaufen. &lt;br /&gt;
Der Tantra beharrt darauf, dass keine Stufe oder Phase als Hindernis abgelehnt werden soll, sondern von jedem Individuum selbst genommen und durchschritten werden soll. Mann kann nur ein unbekanntes Ding, ein Objekt der [[Angst]], nicht unter seine [[Kontrolle]] bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tantra sagt, dass die unreinen, häßlichen und unheiligen Dinge des Lebens eigentlich Dinge sind, die fälschlicherweise nicht in ihrem wirklichen Zusammenhang gesehen wurden, nicht von ihrer eigenen besonderen Position oder vom Standpunkt der Dinge selbst her. Sie sind weder gut noch schlecht, weder schön noch häßlich und weder heilig noch unheilig. Das alles sind nur Vorstellungen, die uns unser Verstand von einem speziellen Interessenstandpunkt aus gibt. Unser Verstand sträubt sich dagegen, in Erwägung zu ziehen, dass es auch noch andere Interessen als seine eigenen geben könnte. Das Universum muss man von vielen Blickwinkeln aus sehen, nicht nur von einem. Vom Ersteren muss man zum Letzteren steigen, mit einer systematischen und progressiven Bewegung seines ganzen Seins durch den groben, den feinen und den göttlichen Aufbau der Dinge.&lt;br /&gt;
Am Anfang hat man Kontakt mit dem Objekt. Als nächstes denkt man es bloß noch mit seinem Verstand. Zuletzt visualisiert man es nur noch als einen Unruheherd oder Stress-Punkt in der Universellen Realität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die oben erwähnten Siddhantachara und Kaulachara vervollständigen den Prozess des Sadhana, wobei man in die wahre Natur der Dinge eintaucht und regelrecht übermenschlich wird. Die Aufgabe, welche die religiöse Praxis mit sich bringt, ist nicht die Ablehnung des Objektes oder des Dinges an sich, sondern die der Idee oder der Vorstellung, dass es, das Objekt, außerhalb von einem selbst sei. Die falsche Vorstellung weckt die Begierde, nicht das Objekt oder das Ding selbst. Die Verordnung ist hier in der Tat sehr subtil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritual===&lt;br /&gt;
Tantra Sadhana beinhaltet das Rezitieren von [[Mantra]]s, die Ritualausführung mittels [[Yantra]]s und die eigene Abstimmung mit einer speziellen Ebene der Realität, was eigentlich die spezifische Bedeutung des Tantra ist. Während dieses Prozesses muss man viele kleine Details direkt von seinem [[Guru]] lernen. Die [[Entschlackung]] des [[Körper]]s, die [[Reinigung]] des [[Geist]]es und die Klärung seiner sozialen Beziehungen sind alles wichtige Vorbereitungen des Sadhana. Die übliche [[Shodasopachara]]-[[Puja]] (sechzehngliedrige [[Gebet]]szeremonie), welche für eine [[Gottheit]] abgehalten wird, sind auch geeignete Maßnahmen für all das, was man bewundert, schätzt und liebt. Durch solch einen [[Gottesdienst]] sucht man die Verbindung mit der Gottheit durch die Aufhebung der Trennung zwischen Ihr und einem selbst. Die geheimnisvollen Prozesse, [[Nyasa]] ([[Anga]]-Nyasa und [[Kara]]-Nyasa) genannt, sind wiederum nach innen gerichtete Techniken, mittels derer man das Objekt in einem selbst und die Gottheit in seinem ureigenen [[Sein]] fühlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All das macht es mehr als deutlich, dass der Tantra Sadhana genauso höchst wissenschaftlich und präzise wie auch schwierig und gefährlich&lt;br /&gt;
ist. Dies ist seine Besonderheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
*[[Tantra Yoga]]&lt;br /&gt;
*[[Vijnana Bhairava Tantra]]&lt;br /&gt;
*[[Panchatantra]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p105_Kundalini-Tantra/ &#039;&#039;Kundalini Tantra&#039;&#039; von Swami Satyananda]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p106_Tantra-und-Yoga-Panorama/ &#039;&#039;Tantra und Yoga Panorama&#039;&#039; von Swami Satyananda]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/tantra/ Tantra Yoga]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/art_tantra_agama.html &amp;quot;Tantra&amp;quot; aus &#039;&#039;Göttliche Erkenntnis&#039;&#039; von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/YogaundSexualitaet.html Yoga und Sexualität von Sukadev]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/kundalini-yoga/literatur-buecher-kundalini-yoga/ Literatur Bücher Kundalini Yoga]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/seminar/meditationen-aus-dem-tantra-b130823-5/ Meditationen aus dem Tantra]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminarhaus-shanti/veranstaltungen/kalender-2013/yogini-tantra/ Yogini Tantra]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos==&lt;br /&gt;
===Atma Kriya Yoga mit Rishi Tulsidasananda===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|uQaVFLZnGVw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Erfahrung des subjektiven Bewusstseins im Yoga und in der östlichen Meditation===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|zoXRuC3RQTE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Entdeckung der Kundalini mit Sigmund Feuerabendt===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|kIhgXHWQoCw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weißer Tantra mit Simram Kaur===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|jTn_1dUD9tE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was ist das Besondere an Tantra Meditationstechniken - Interview mit Dr. Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|QFR_u_Zdwhg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ajapa Japa - Tantra Meditation mit Soham===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|F40CZ5h0Ahk}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ajapa Japa - Tantra Meditation Technique===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|3LpnJk47SmA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kaya Sthairyam Tantra Meditation mit Dr. Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|5N2qB99YkFs}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Tantra Meditation - mit Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|HrvueDbn8HY}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Multimedia==&lt;br /&gt;
===Kundalini Yoga: Tantra===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/39_Kundalini-Yoga-Teil_2_Tantra.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Ewige und das Vergängliche – Shiva-Shakti 1===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Das_Ewige_und_das_Vergaengliche_Shiva-Shakti-1.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sei verhaftungslos und … Shiva-Shakti 2===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Glueck-ist-im-inneren.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Setze dich durch – und gebe nach – Shiva-Shakti 3===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Sonne-Mond-im-Alltag.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tantra]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kundalini Yoga]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Chakra]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga Vidya Journal]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sivananda Nada Yoga]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Tantra&amp;diff=119986</id>
		<title>Tantra</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Tantra&amp;diff=119986"/>
		<updated>2014-07-06T10:24:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: /* Tantra Yoga, Nada Yoga and Kriya Yoga - Erläuterungen von Swami Krishnananda */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Tantra&#039;&#039;&#039; ([[Sanskrit]]: तन्त्र tantra &#039;&#039;n.&#039;&#039;) Webstuhl; Gewebe, Kontinuum, Zusammenhang; Lehrwerk, Lehre; eine Klasse von Werken, die ursprünglich streng geheim gehaltene (esoterische) Inhalte lehrten und sich hauptsächlich mit [[Mystik]], [[Magie]] und Techniken zur [[Selbsterkenntnis]] und Erlösung ([[Moksha]] aus dem Kreislauf der Wiedergeburt, [[Samsara]]) beschäftigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:kundalini_chakras.jpg|thumb|Die Chakras - Energiezentren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herkunft==&lt;br /&gt;
Das Wort &amp;quot;Tantra&amp;quot; wird von der Sanskritwurzel &amp;quot;tan&amp;quot; (&amp;quot;ausdehnen, spannen&amp;quot;) abgeleitet. Die Ursprünge des Tantra als soteriologische (zur Erlösung hinführende) Systeme liegen etwa im 2. Jahrhundert, in seinen heute bekannten Ausprägungen wird es seit dem 7. oder 8. Jahrhundert weitergegeben. Aus der tantrischen Tradition stammt unter anderem die Lehre von den sieben [[Chakra]]s. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Traditionelle Richtungen==&lt;br /&gt;
Im wesentlichen gibt es in [[Indien]] drei Hauptrichtungen des Tantra, wozu noch die Form des tibetischen tantrischen [[Buddhismus]] ([[Vajrayana]]) kommt, der auch in [[Nepal]] praktiziert wird:&lt;br /&gt;
*1. [[Vaishnavacara]] (&#039;&#039;vaiṣṇavācāra&#039;&#039;): Hier werden die Formen des [[Gott]]es [[Vishnu]] als höchstes Prinzip verehrt.&lt;br /&gt;
*2. [[Shaivacara]] (&#039;&#039;śaivācāra&#039;&#039;): Hier werden die Formen des Gottes [[Shiva]] als höchstes Prinzip verehrt.&lt;br /&gt;
*3. [[Shaktacara]] (&#039;&#039;śāktācāra&#039;&#039;): hier werden die Formen der Göttin ([[Shakti]]) als höchstes Prinzip verehrt. Die als [[Shakta]] bekannten [[Tantriker]] folgen ihrerseits einem der beiden folgenden Wege bzw. Lebenswandel ([[Acara]]): entweder dem &amp;quot;Weg der rechten Hand&amp;quot; ([[Dakshinacara]] &#039;&#039;dakṣiṇācāra&#039;&#039;), in dem keine sexuellen Praktiken ausgeübt, wenn überhaupt imaginiert werden, oder dem &amp;quot;Weg der linken Hand&amp;quot; ([[Vamacara]] &#039;&#039;vāmācāra&#039;&#039;), der auch sexuelle Praktiken in das [[Ritual]] integriert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|mgLlp-CJsX4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra im Yoga==&lt;br /&gt;
Tantra als Teil der [[Yoga|yogischen]] Tradition und beruht auf der Shiva-Shakti-Philosophie. [[Shiva]] repräsentiert das Unveränderliche, das Unbewegte, das absolute [[Bewusstsein]], im [[Vedanta]] &amp;quot;[[Brahman]]&amp;quot; genannt. [[Shakti]] repräsentiert die schöpferische [[Energie]], welche das Universum in sechs Schritten in Analogie der sechs [[Chakra]]s (unterhalb des [[Sahasrara]] Chakras, der Sitz von Shiva), geschaffen hat. Ursprünglich sind Shiva und Shakti eins. Durch eine erste Schwingung, &amp;quot;[[Spandana]]&amp;quot; („Spaltung“), trennt sich Shakti von Shiva und schafft erst die zwei [[Kausalwelt]]en, dann die drei [[Astralwelt]]en und schließlich die physische [[Welt]]. Zyklisch vereinigen sich Shiva und Shakti wieder (Auflösung), bleiben zusammen ([[Pralaya]], kosmische Nacht) und trennen sich wieder (Schöpfung). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In jedem Teil des Kosmos sind Shiva und Shakti. Im Menschen manifestiert sich Shiva als reines Bewusstsein, als [[Satchidananda]]. Shakti manifestiert sich als die drei Körper mit den fünf Hüllen. Solange Shakti von Shiva getrennt ist, ist der Mensch unzufrieden. Im Laufe der individuellen [[Evolution]] über viele [[Leben]] hinweg erwacht die [[Kundalini]] (Shakti im Menschen) und vereinigt die individuelle [[Seele]] wieder mit der kosmischen Seele. [[Kundalini Yoga]] ist die Wissenschaft der Beschleunigung dieses natürlichen Evolutionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Drei Formen des Tantra==&lt;br /&gt;
Es gibt außerdem eine weitere, modernere Einteilung in drei [[Yoga Arten|Arten]] von Tantra: weißes, rotes und schwarzes Tantra. Rotes Tantra sind die sexuellen Praktiken, schwarzes Tantra sind die magischen und schwarzmagischen Praktiken zur egoistischen [[Manipulation]] von Energien und [[Geister]]n für selbstsüchtige Zwecke. Weißes Tantra sind die Praktiken zur Reinigung des [[Astralkörper]]s und zur Erweckung der [[Kundalini]] ohne selbstsüchtige Motive und werden daher [[Kundalini Yoga]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra und [[Schamanismus]] – Energien im Fluss==&lt;br /&gt;
Interview mit Maharani Fritsch de Navarrete, erschienen im Yoga Vidya Journal Nr. 27, Herbst 2013&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlässlich des Yoga Kongress 2012&lt;br /&gt;
‚[[Chakra]], Tantra, [[Kundalini]]‘ haben&lt;br /&gt;
wir mit Maharani Fritsch de&lt;br /&gt;
Navarrete gesprochen. Als Yogini&lt;br /&gt;
und Schamanin mit westlicher&lt;br /&gt;
psychologischer Ausbildung schlägt&lt;br /&gt;
sie energetische Brücken zwischen&lt;br /&gt;
Amazonien und Indien. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich durfte in meinem Workshop wunderbare Zusammenhänge&lt;br /&gt;
zwischen Yoga, Tantra und Schamanismus herstellen und diese&lt;br /&gt;
hoffentlich nicht nur durch den informativen Part, sondern&lt;br /&gt;
auch vor allem durch den rituellen Teil zum Ausdruck bringen.&lt;br /&gt;
Diese alten holistischen Systeme sind nur scheinbar voneinander&lt;br /&gt;
getrennt- in allen geht es um [[Heilung]], Heil-Werden,&lt;br /&gt;
Ganz-Werden, Heilig-Werden, Verbunden-Sein. Ich bin immer&lt;br /&gt;
sehr glücklich, wenn ich auf die Brücken hinweisen darf, auf&lt;br /&gt;
die Ur-Quelle und die Ur-Verbindung. Höheres [[Sein]] bedeutet&lt;br /&gt;
immer ein höheres Verbundensein. Für [[Yogi]]s, für Tantriker, für&lt;br /&gt;
[[Schamane]]n, für Bewusste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|3Cn4X_2ODM0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Nach so vielen Jahren spiritueller Praxis verschiedenster Traditionen, als Yogalehrerin und Schamanin - siehst du Verbindungen zwischen Tantra und Schamanismus und wenn ja, welcher Art?====&lt;br /&gt;
Für den Schamanen geht die kosmische Evolution vom&lt;br /&gt;
Schamanismus (Ur-Form des spirituellen Ausdrucks) über den&lt;br /&gt;
[[Hinduismus]] zum [[Buddhismus]]. Tantra und Schamanismus decken&lt;br /&gt;
sich dermaßen, dass sie fast identisch sind in der Vorstellung,&lt;br /&gt;
dass männlich und weiblich oder auch das Spiel der&lt;br /&gt;
Gegensätze die Grundlage aller Prozesse im Universum sind.&lt;br /&gt;
Vor allem in Nepal, wo ich - neben Peru - auch meine Lehrer&lt;br /&gt;
habe, ist dies sehr gut sichtbar. Dort fließen Yoga, Tantrismus&lt;br /&gt;
und Schamanismus permanent zusammen und sind nur&lt;br /&gt;
schwer voneinander zu trennen. Ein Yogi gilt als [[Shivait]], was&lt;br /&gt;
mit Tantriker gleichgesetzt wird, und ein Tantriker ist in diesem&lt;br /&gt;
Kontext auch ein Schamane. Zum Beispiel schamanische Elementenverehrung,&lt;br /&gt;
also Naturrituale, verfeinerten sich nach&lt;br /&gt;
und nach in der [[Veden|vedisch]]en Zeit zum [[Havan]]/[[Agni Hotra]], [[Puja]]&lt;br /&gt;
und [[Yajna]] (Feuer- und andere Rituale). [[Shiva]] selbst ist ja der&lt;br /&gt;
Urahne der Schamanen als [[Pashupati]], Herr der Tiere, als [[Shankar]]&lt;br /&gt;
und [[Bhairava]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig ist er der Ur-Tantriker und Ur-[[Asket]] als [[Mahadev]],&lt;br /&gt;
[[Mahesvar]] und [[Yogeshwara]], der [[Vater]] des [[Yoga]]. Er zieht einsam,&lt;br /&gt;
mit [[Asche]] beschmiert, auf seiner [[Damaru]] trommelnd,&lt;br /&gt;
durch die Wälder und hält sich auch an den [[Ghat]]s, den Verbrennungsstätten&lt;br /&gt;
(Orte der Transformation), auf. Gleichzeitig&lt;br /&gt;
meditiert er als [[Sadashiva]] über das Höchste und als [[Nataraj]]&lt;br /&gt;
tanzt er das Spiel der [[Gegensätze]] und [[Transformation]].&lt;br /&gt;
Der Name Shaman bedeutet ja: „der, der wirklich sieht”.&lt;br /&gt;
Ein [[Drsthi]] also, ein [[Seher]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wer kann besser sehen, als der dreiäugige Shiva? [[Yoga]]-&lt;br /&gt;
[[Asana]]s entsprangen der Nachahmung der Natur und viele&lt;br /&gt;
haben Tier- oder Pflanzennamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Gemeinsamkeiten gibt es im Verständnis, dass alles&lt;br /&gt;
miteinander verbunden ist, dass wir vom Energieuniversum&lt;br /&gt;
umgeben sind, das heißt, dass Schwingung die Grundlage der&lt;br /&gt;
grobstofflichen Manifestation ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Gibt es dann in der schamanischen Energiemedizin auch eine Art von Kundalini-Erfahrung?====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich! Im nepalesischen, aber auch im peruvianischen&lt;br /&gt;
(dort gibt es mehrere Schulen) Schamanismus sind Energieerfahrungen die tägliche Praxis-Erfahrung. [[Mahakali]]&lt;br /&gt;
([[Indien]] und [[Nepal]]) und Pachamama (Peru,&lt;br /&gt;
Bolivien, Ecuador) ist die Urquelle der schöpferischen&lt;br /&gt;
[[Kundalini]]-[[Shakti]].&lt;br /&gt;
Das Erwachen im schamanisch-tantrischen [[Sinn]]e&lt;br /&gt;
ist die konstante Rückverbindung mit dieser&lt;br /&gt;
[[Kraft]], die allen Phänomenen zugrunde liegt. Bei&lt;br /&gt;
meinen ersten Peru-Reisen staunte ich nicht&lt;br /&gt;
schlecht, als ich entdeckte, dass das Energiesystem&lt;br /&gt;
der Schamanen und die Vorstellung vom&lt;br /&gt;
Energieuniversum und Energiemedizin sich mit&lt;br /&gt;
dem Kundalini Yoga deckt bzw. ihm sehr, sehr&lt;br /&gt;
ähnelt. Natürlich werden andere Termini benutzt,&lt;br /&gt;
für die Inka-Schamanen sind die Chakras&lt;br /&gt;
Nawis oder Ojos de cinturon, also „Augen”, das&lt;br /&gt;
Aufsteigen von Kundalini heißt el kawsay und sushumna&lt;br /&gt;
Nadi heißt kurku. Statt Sahasrara haben&lt;br /&gt;
wir Uma oder Pujuy... etc. Aber die Phänomene sind&lt;br /&gt;
exakt die gleichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Du hast den Workshop ‚Schamanische Energiemedizin für das neue Zeitalter gehalten’, was sind die Kennzeichen des neuen Zeitalters aus deiner Sicht und wie kann man sich energetisch darauf vorbereiten?====&lt;br /&gt;
Für die Schamanen ist die Periode momentan eine besondere&lt;br /&gt;
Zeit, vor allem im Inka Schamanismus - diese Zeit wird Pachakutec&lt;br /&gt;
(Wandel) genannt. Aber: es gibt keinen [[Messias|Erlöser]], keinen&lt;br /&gt;
Heiland von außen, keinen Zauberstab, der dich rettet… Für&lt;br /&gt;
die Schamanen, für bewusste Spiritualisten ist die Zukunft&lt;br /&gt;
jetzt schon da! Der erwartete Pachakuti-Inka, der letzte König&lt;br /&gt;
ist kein erlösender [[Avatar]], sondern vielmehr eine besondere&lt;br /&gt;
[[Schwingung]] zum Empfangen hochfrequenter spiritueller Energie.&lt;br /&gt;
Das [[Bewusstsein]] ist entscheidend und dein eigenes JA zur&lt;br /&gt;
Heilung auf allen Ebenen- das ist die Absichtserklärung an&lt;br /&gt;
das Universum. Es geschieht momentan, dass mir in meinen&lt;br /&gt;
Kursen und Ausbildungen immer mehr Menschen begegnen,&lt;br /&gt;
die an der [[Heilung]] aus der ersten [[Hand]] interessiert sind, nicht&lt;br /&gt;
an den [[Dogmen]] alter schulmedizinischer Systeme... Und immer&lt;br /&gt;
mehr Menschen machen die reale Erfahrung, dass dein innerer&lt;br /&gt;
Heiler nur darauf wartet, wieder aktiviert zu werden! Für bewusste&lt;br /&gt;
Yogis, Tantriker, Schamanen, Spiritualisten ist dies eine&lt;br /&gt;
Zeitqualität des Umschwungs. Mein Meister in Peru sagte einmal&lt;br /&gt;
so schön: „Diese Zeit ist eine Entwicklungshilfe.”...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra - Erläuterungen von Swami Krishnananda==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Einleitung von [[Swami]] [[Krishnananda]] zu Swami [[Sivananda]]s Buch „Tantra Yoga, Nada Yoga and Kriya Yoga“ der [http://www.sivanandaonline.org/public_html/ Divine Life Society], 5. Auflage, 2000, Shivanandanagar, S. VII - XII., ISBN 81-7052-042-8&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Tantra===&lt;br /&gt;
Das System, welches Tantra genannt wird, wurde schon von jeher als esoterischer Geheimpfad der spirituellen [[Praxis]] betrachtet und war nicht jedem Ungeübten oder dem gemeinen Volk zugänglich. Das [[Geheimnis]] dieser Praxis scheint aus einem ungewöhnlichen Weltentwurf zu bestehen, der dem Suchenden abverlangt, die Dinge auf eine vollständig andere Art zu interpretieren und zu bewerten und der von der normalen, gewohnten Betrachtungsweise der Dinge abweicht. Die Tantra-[[Lehrer]] sagen, dass ein Suchender auf diesem [[Pfad]] der sozialen und sogar menschlichen Sichtweise entwachsen und eine übermenschliche und göttliche Sicht der Dinge entwickeln muss. Da dies jedoch vom gemeinen Menschen dieser [[Welt]] zuviel abverlangen würde, soll der Tantra auch ein verschlossenes Geheimnis sein und bleiben, dessen Türen nur mit dem Schlüssel geöffnet werden können, den allein ein befähigter [[Guru]] zur Verfügung stellt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Philosophie===&lt;br /&gt;
Die [[Philosophie]] von Tantra basiert auf dem Konzept der Doppelnatur aller Dinge. Nichts ist einzeln, sondern alles ist bipolar oder doppelpolig. Die sogenannte [[Einheit]] der Dinge ist nur eine Erscheinungsform, welche von dem besonderen Verhalten des Zusammentritts zweier Kräfte, nämlich [[Shiva]] und [[Shakti]] angenommen wird, man könnte auch sagen, der positiven und negativen Pole. Um diese mystische Konzeption des [[Universum]]s verstehen zu können, möchten wir auf die traditionellen Lehrsätze der [[Purana]]s verweisen, [[Manusmriti]] und [[Mahabharata]], die besagen, dass es im Anbeginne eine universelle Einzelzelle gegeben hat, die schon immer da war, bekannt als [[Brahmanda]], und die sich dann zweiteilte. Der eine Teil wurde zum Kosmischen [[Mann]] und der andere zur Kosmischen [[Frau]]. Wenn wir wollen, können wir diese Teile auch Shiva und Shakti nennen. Selbst unsere modernen [[Naturwissenschaft]]en scheinen diese Sichtweise zu bestätigen, wenn sie sagen, dass das Universum im Anfang ein einzelnes Atom war, welches sich zuerst zweiteilte und sich dann in die Vielfalt der gegenwärtigen [[Form]]en des Universums aufspaltete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da diese zwei Teile und ihre darauffolgenden Unterteilungen eigentlich zu einem gesamten Ganzen gehören, gibt es eine natürliche Anziehungkraft, die von einem Teil zum anderen Teil ausgeübt wird. Es gibt also eine beidseitige Zugkraft zwischen den positiven und negativen Polen auf der kosmischen Ebene sowie auf der ihrer niedrigeren vielfältigen Abstammungsformen, sogar hinunter bis zum Atom. Wir wissen heute, dass auch das Atom in einer bipolaren Struktur aufgebaut ist, mit dem Nukleus im Zentrum und den Elektronen, die ihn in absolut rätselhafter Weise umkreisen. Die [[Reaktion]] der zwei verschiedenen Teile eines jeden einzelnen [[Organismus]] scheint eine doppelte Auffassung von [[Bewusstsein]] gegenüber Einheit und [[Zweiheit]] zur selben Zeit zu sein. Es kann keine [[Anziehung]] zwischen dem Positiven und Negativen geben, solange sie nicht zwei Pole formen und nicht nur ein einzelnes Etwas. Dennoch kann es andererseits ohne eine grundlegende Einheit, die in und zwischen ihnen wirkt, gar nicht diese Anziehung geben, wenn es zwei vollkommen verschiedene Dinge sind. Das ist also das Geheimnisvolle, das Mysterium und auch die Schwierigkeit, jenes [[Phänomen]] zu verstehen, welches als Anziehung bekannt ist und gewöhnlich in der Gemeinsprache [[Liebe]] oder [[Zuneigung]] genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bipolarität===&lt;br /&gt;
Das Konzept von Shiva und Shakti repräsentiert also in seiner höchsten Essenz diese Oberste Kosmische [[Dualität]]. Man kann sich vornehmlich vorstellen, dass dort nur Anziehung und Liebe zusammenwirken, so dass Shiva und Shakti als untrennbare Aspekte einer einheitlichen [[Realität]] zu betrachten sind, welche manchmal auch [[Ardhanarishvara|Ardhanareesvara]], der kosmische [[Androgyn]], genannt wird. Auf den niedrigeren Ebenen jedoch wirkt das Prinzip der [[Abstoßung]], was bedeutet, dass [[Abneigung]] mit Zuneigung zusammengeht, so wie auch Liebe mit [[Hass]]. Dort nimmt die bipolare Einheit eine Vielfalt an Form an, so dass ein bipolares Element nicht die Beeinflussung oder manchmal sogar nicht einmal die bloße Gegenwart solch eines anderen bipolaren Elementes tolerieren kann - aus [[Angst]] davor, seine isolierte, sich selbst bewusste bipolare Hälfte und dadurch seine Einheit zu verlieren. Dieses subtile Zusammenspiel kann in seiner groberen Art offenkundig werden, wenn z. B. eine Familiengruppe Schwierigkeiten hat, eine andere anzuerkennen und ihr die gleiche Liebe zu schenken wie der eigenen. Auf dieser Ebene können sich dann eine Gesellschaft, eine soziale Schicht und sogar eine bipolare Einzelperson nicht ohne einigen Argwohn und gewisse Vorbehalte gegenübertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Lehrsätzen oder dem Tantra nach ist die Ursache allen [[Leid]]s im [[Leben]] die bipolare [[Existenz]], diese in zwei geteilte Einheit, weil nicht eine duale Existenz in jeder ihr gegebenen Form die [[Wahrheit]] der Dinge ist, sondern das Eins-Sein. Da die zweifache Form allen Lebens in gewisser Hinsicht eine unnatürliche Art des Lebens darstellt, gibt es immer einen ambivalenten Standpunkt zwischen dem einen und dem anderen Pol von [[Mögen]] und [[Nicht-Mögen]], zu ein und derselben Zeit.&lt;br /&gt;
So wird Liebe niedergehalten, wenn Hass überwiegt und Hass unterdrückt, wenn Liebe die Oberhand behält. Fakt dabei ist jedoch, dass immer beide dieser Haltungen in einem Individuum versteckt sind, aber nur einer dieser Aspekte zum Vorschein kommt, wenn oder wie die Situation es gerade erfordert. Anstelle der Zweiheit wieder die Einheit zu bekommen, das ist der Vorgang im Tantra [[Sadhana]] - wobei dies jedoch die Zielsetzung eines jeden Sadhanas ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Unterschied===&lt;br /&gt;
Was ist also das Besondere am Tantra, und wodurch unterscheidet er sich von anderen [[Sadhana]]s, um dieses [[Ziel]] zu ereichen?&lt;br /&gt;
Der Unterschied ist sehr subtil und nicht leicht wahrzunehmen. In jeder Form religiöser Praxis gibt es meistens asketische Vorschriften für die Geisteshaltung des Praktizierenden. Das Äußere solle dem Inneren und das Materielle dem Spirituellen zuliebe abgelehnt werden. Jegliches [[Verlangen]] solle als schädliches [[Hindernis]] für den Sadhana unterbunden und alle [[Lebensfreude]] als Übel betrachtet werden, welches so früh wie möglich ausgemerzt werden muss. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, im Tantra sind die Dinge der Welt, die materiellen Formen der [[Wahrnehmung]], nicht wirklich Hindernisse, und ein Verlangen nach ihnen kann nicht dadurch besiegt werden, dass man das Verlangen an sich ablehnt. Alles in dieser Welt, und sogar die ganze Welt selbst, befindet sich in einem Übergang von der Unvollkommenheit hin zur [[Vollkommenheit]]. Das Sichtbare ist ein [[Weg]] hin zum Unsichtbaren und nicht sein Hindernis. Menschliches Begehren erwächst gerade wegen jener unintelligenten Auffassung, die der Mensch gegenüber dieser Lust entwickelt hat. Er hat sozusagen Lust-Angst, seitdem ihm erzählt worden ist, dass jegliche [[Begierde]] schlecht ist und alle äußeren Dinge nur zu Knechtschaft führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tantra sagt, dass das äußere Ding, das Objekt, kein fesselnder Zwang ist, allein schon wegen der Tatsache, dass das Objekt untrennbar mit dem Subjekt verbunden ist. Das Objekt ist der andere Pol des Subjekts, der Komplementär-Pol sozusagen. Beide Pole ergänzen sich gegenseitig. Jegliche [[Erfahrung]] steht in einer Subjekt-Objekt-Relation, und deshalb kann auch niemand nur im Geringsten daran denken, das Objekt der Begierde bewusst zu überwinden, ausgenommen, er hat vorher eine Beziehung zu dem Objekt hergestellt. Daher bedeutet die Überwindung des Objekts für uns immer wieder, in einen Teufelskreis einzutreten. Es gibt trotz aller Anstrengungen keine Möglichkeit, das Objekt loszuwerden, da schon im Bewusstsein die Gegenwart des Objekts da ist. Daher kommt also der großartige Tantra-Spruch, dass Begierde nur durch Begierde überwunden werden kann, genauso wie das Objekt nur vom Objekt bezwungen werden kann. Auch wird im Tantra gesagt, der andere Aspekt dieses Prinzips sei, &amp;quot;dass man sich durch das, wodurch man fällt, auch wieder aufrichten kann.&amp;quot; (Yaireva patanam dravyaih siddhih taireva.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier tritt der Kernpunkt der ganzen Sache hinsichtlich des Tantra zutage, welche ihn deutlich von allen anderen religiösen Praktiken und Sadhana-Formen abgrenzt. Warum diese Praxis schwierig und sogar gefährlich ist, wird durch die Art der Glaubenslehre offensichtlich, obwohl man wohl einräumen muss, dass der [[Glaubenssatz]] vielleicht etwas sehr rational verfasst ist und auf Tiefenpsychologie der menschlichen Natur basiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stufen des Tantra===&lt;br /&gt;
Die Tantra-Lehrer wissen, dass es große Schwierigkeiten gibt, wenn es darum geht, sich diese Lehrsätze einzuprägen und zu praktizieren. Insofern wird die Kunst des Sadhana auf diesem Pfad als gestaffelte Aufwärtsbewegung während der verschiedenen Stufen des Aufstiegs betrachtet. Indem man zu einem Zustand aufsteigt, wo eben jenes Verhältnis zwischen Subjekt und Objekt transzendiert oder überwunden wird, erreicht man unterschiedliche Stufen von [[Erkenntnis]] und eine Loslösung des Subjekts von der Verstrickung des Objekts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese festgesetzten Stufen lauten: [[Vede]]chara, [[Vaishnava]]chara, [[Saiva]]chara, [[Dakshina]]chara, [[Vama]]chara, [[Siddhanta]]chara und zuletzt [[Kaula]]chara.&lt;br /&gt;
Von diesen sieben aufgeführten Stufen sind die ersten drei für die niedrigere Kategorie der [[Sadhaka]]s bestimmt, welche als [[Pasu]] Jiva (Personen, in welchen die tierische Natur vorherrschend ist) bekannt sind. Die nächsten zwei stehen für die [[Vira]] [[Jiva]] (Personen, in welchen der normale menschliche Instinkt vorherrscht) und die letzten zwei für die [[Divya]] Jiva (Personen, in welchen das göttliche Element vorherrschend ist).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird geglaubt, dass die ersten drei [[Achara]]s besonders für [[Karma]] stehen. [[Bhakti]] und [[Jnana]], der [[Veda]], der für das [[Ritual]] steht, [[Vaishnava]] für die [[Hingabe]] und [[Saiva]] für das [[Wissen]]. Der vierte Achara, welcher [[Dakshina]] genannt wird, versucht die Ergebnisse zu bewahren, die durch das Praktizieren der ersten drei Stufen erreicht wurden. Bis zu dieser Ebene ist die Bewegung fast linear und praktisch gerade. Auf der nächsten Stufe (Vamachara) aber gibt es einen seltsamen Unterschied des Blickwinkels, denn dieser Begriff beinhaltet den Beginn der Rückwärts-Strömung der [[Seele]]n-Bewegung hin zur [[Realität]]. &amp;quot;[[Vama]]&amp;quot; bedeutet nicht &amp;quot;links&amp;quot;, wie die meisten Leute zu denken scheinen, sondern &amp;quot;Umkehr-Prozess&amp;quot;, [[Nivritti]] oder die Rückkehr - im Gegensatz zu [[Pravritti]] oder dem Vorwärts-Fließen mit der natürlichen Strömung der [[Sinne]]. Hier liegt der Beginn der allergeheimsten Praxis oder des esoterischen Aspektes des Tantra Sadhana, wo Objekte der Anziehung, des Reizes, egal welcher Art sie sind, gerade als Instrumente und Werkzeuge betrachtet werden, nicht, damit sie abgelehnt, sondern damit sie integriert und zu einem Teil des eigenen Seins gemacht werden. Die Absicht dabei ist aber, jenes Bewusstsein zu überwinden, dass sie außerhalb von einem selbst sind, als so eine Art gegenüberliegendes, entgegengesetztes Objekt oder irgendein äußerliches Etwas. Diese besondere Phase soll eigentlich auch nicht erklärt, sondern nur auf direktem Weg von einem Lehrmeister gelernt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Natur der Dinge===&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen werden [[Reichtum]], [[Macht]] und [[Sex]] als die wohl größten Hindernisse auf dem [[Weg]] zu spiritueller Vollkommenheit betrachtet. Der Tantra jedoch versucht gerade diese sich nutzbar zu machen und zu überwinden, und zwar mit genau den Mitteln, mit welchen ein ungeübter [[Verstand]] sich ins Unheil stürzen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pasu, Vira und Divya [[Bhava]]s entsprechen den tierischen, menschlichen und göttlichen Naturen und ziehen die groben, die feinen und die göttlichen Aspekte der Dinge in Betracht, welchen man in seinem spirituellen Leben als Gegensätze begegnen muss. Das ist das verbotene Gebiet von Tantra Sadhana, der Bereich, welchen der wahrhaft Suchende nicht offenlegt, da der gemeine Mensch ihn nicht wissen, verstehen oder aus ihm Nutzen ziehen soll.&lt;br /&gt;
Jedes Objekt hat eine grobe, eine feine und eine göttliche [[Form]], und jeder [[Sadhaka]] muss all diese Phasen durchlaufen. &lt;br /&gt;
Der Tantra beharrt darauf, dass keine Stufe oder Phase als Hindernis abgelehnt werden soll, sondern von jedem Individuum selbst genommen und durchschritten werden soll. Mann kann nur ein unbekanntes Ding, ein Objekt der [[Angst]], nicht unter seine [[Kontrolle]] bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tantra sagt, dass die unreinen, häßlichen und unheiligen Dinge des Lebens eigentlich Dinge sind, die fälschlicherweise nicht in ihrem wirklichen Zusammenhang gesehen wurden, nicht von ihrer eigenen besonderen Position oder vom Standpunkt der Dinge selbst her. Sie sind weder gut noch schlecht, weder schön noch häßlich und weder heilig noch unheilig. Das alles sind nur Vorstellungen, die uns unser Verstand von einem speziellen Interessenstandpunkt aus gibt. Unser Verstand sträubt sich dagegen, in Erwägung zu ziehen, dass es auch noch andere Interessen als seine eigenen geben könnte. Das Universum muss man von vielen Blickwinkeln aus sehen, nicht nur von einem. Vom Ersteren muss man zum Letzteren steigen, mit einer systematischen und progressiven Bewegung seines ganzen Seins durch den groben, den feinen und den göttlichen Aufbau der Dinge.&lt;br /&gt;
Am Anfang hat man Kontakt mit dem Objekt. Als nächstes denkt man es bloß noch mit seinem Verstand. Zuletzt visualisiert man es nur noch als einen Unruheherd oder Stress-Punkt in der Universellen Realität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die oben erwähnten Siddhantachara und Kaulachara vervollständigen den Prozess des Sadhana, wobei man in die wahre Natur der Dinge eintaucht und regelrecht übermenschlich wird. Die Aufgabe, welche die religiöse Praxis mit sich bringt, ist nicht die Ablehnung des Objektes oder des Dinges an sich, sondern die der Idee oder der Vorstellung, dass es, das Objekt, außerhalb von einem selbst sei. Die falsche Vorstellung weckt die Begierde, nicht das Objekt oder das Ding selbst. Die Verordnung ist hier in der Tat sehr subtil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritual===&lt;br /&gt;
Tantra Sadhana beinhaltet das Rezitieren von [[Mantra]]s, die Ritualausführung mittels [[Yantra]]s und die eigene Abstimmung mit einer speziellen Ebene der Realität, was eigentlich die spezifische Bedeutung des Tantra ist. Während dieses Prozesses muss man viele kleine Details direkt von seinem [[Guru]] lernen. Die [[Entschlackung]] des [[Körper]]s, die [[Reinigung]] des [[Geist]]es und die Klärung seiner sozialen Beziehungen sind alles wichtige Vorbereitungen des Sadhana. Die übliche [[Shodasopachara]]-[[Puja]] (sechzehngliedrige [[Gebet]]szeremonie), welche für eine [[Gottheit]] abgehalten wird, sind auch geeignete Maßnahmen für all das, was man bewundert, schätzt und liebt. Durch solch einen [[Gottesdienst]] sucht man die Verbindung mit der Gottheit durch die Aufhebung der Trennung zwischen Ihr und einem selbst. Die geheimnisvollen Prozesse, [[Nyasa]] ([[Anga]]-Nyasa und [[Kara]]-Nyasa) genannt, sind wiederum nach innen gerichtete Techniken, mittels derer man das Objekt in einem selbst und die Gottheit in seinem ureigenen [[Sein]] fühlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All das macht es mehr als deutlich, dass der Tantra Sadhana genauso höchst wissenschaftlich und präzise wie auch schwierig und gefährlich&lt;br /&gt;
ist. Dies ist seine Besonderheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
*[[Tantra Yoga]]&lt;br /&gt;
*[[Vijnana Bhairava Tantra]]&lt;br /&gt;
*[[Panchatantra]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p105_Kundalini-Tantra/ &#039;&#039;Kundalini Tantra&#039;&#039; von Swami Satyananda]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p106_Tantra-und-Yoga-Panorama/ &#039;&#039;Tantra und Yoga Panorama&#039;&#039; von Swami Satyananda]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/tantra/ Tantra Yoga]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/art_tantra_agama.html &amp;quot;Tantra&amp;quot; aus &#039;&#039;Göttliche Erkenntnis&#039;&#039; von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/YogaundSexualitaet.html Yoga und Sexualität von Sukadev]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/kundalini-yoga/literatur-buecher-kundalini-yoga/ Literatur Bücher Kundalini Yoga]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/seminar/meditationen-aus-dem-tantra-b130823-5/ Meditationen aus dem Tantra]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminarhaus-shanti/veranstaltungen/kalender-2013/yogini-tantra/ Yogini Tantra]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos==&lt;br /&gt;
===Atma Kriya Yoga mit Rishi Tulsidasananda===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|uQaVFLZnGVw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Erfahrung des subjektiven Bewusstseins im Yoga und in der östlichen Meditation===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|zoXRuC3RQTE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Entdeckung der Kundalini mit Sigmund Feuerabendt===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|kIhgXHWQoCw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weißer Tantra mit Simram Kaur===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|jTn_1dUD9tE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was ist das Besondere an Tantra Meditationstechniken - Interview mit Dr. Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|QFR_u_Zdwhg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ajapa Japa - Tantra Meditation mit Soham===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|F40CZ5h0Ahk}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ajapa Japa - Tantra Meditation Technique===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|3LpnJk47SmA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kaya Sthairyam Tantra Meditation mit Dr. Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|5N2qB99YkFs}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Tantra Meditation - mit Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|HrvueDbn8HY}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Multimedia==&lt;br /&gt;
===Kundalini Yoga: Tantra===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/39_Kundalini-Yoga-Teil_2_Tantra.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Ewige und das Vergängliche – Shiva-Shakti 1===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Das_Ewige_und_das_Vergaengliche_Shiva-Shakti-1.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sei verhaftungslos und … Shiva-Shakti 2===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Glueck-ist-im-inneren.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Setze dich durch – und gebe nach – Shiva-Shakti 3===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Sonne-Mond-im-Alltag.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tantra]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kundalini Yoga]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Chakra]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga Vidya Journal]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sivananda Nada Yoga]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Tantra&amp;diff=119985</id>
		<title>Tantra</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Tantra&amp;diff=119985"/>
		<updated>2014-07-06T10:22:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: /* Multimedia */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Tantra&#039;&#039;&#039; ([[Sanskrit]]: तन्त्र tantra &#039;&#039;n.&#039;&#039;) Webstuhl; Gewebe, Kontinuum, Zusammenhang; Lehrwerk, Lehre; eine Klasse von Werken, die ursprünglich streng geheim gehaltene (esoterische) Inhalte lehrten und sich hauptsächlich mit [[Mystik]], [[Magie]] und Techniken zur [[Selbsterkenntnis]] und Erlösung ([[Moksha]] aus dem Kreislauf der Wiedergeburt, [[Samsara]]) beschäftigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:kundalini_chakras.jpg|thumb|Die Chakras - Energiezentren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herkunft==&lt;br /&gt;
Das Wort &amp;quot;Tantra&amp;quot; wird von der Sanskritwurzel &amp;quot;tan&amp;quot; (&amp;quot;ausdehnen, spannen&amp;quot;) abgeleitet. Die Ursprünge des Tantra als soteriologische (zur Erlösung hinführende) Systeme liegen etwa im 2. Jahrhundert, in seinen heute bekannten Ausprägungen wird es seit dem 7. oder 8. Jahrhundert weitergegeben. Aus der tantrischen Tradition stammt unter anderem die Lehre von den sieben [[Chakra]]s. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Traditionelle Richtungen==&lt;br /&gt;
Im wesentlichen gibt es in [[Indien]] drei Hauptrichtungen des Tantra, wozu noch die Form des tibetischen tantrischen [[Buddhismus]] ([[Vajrayana]]) kommt, der auch in [[Nepal]] praktiziert wird:&lt;br /&gt;
*1. [[Vaishnavacara]] (&#039;&#039;vaiṣṇavācāra&#039;&#039;): Hier werden die Formen des [[Gott]]es [[Vishnu]] als höchstes Prinzip verehrt.&lt;br /&gt;
*2. [[Shaivacara]] (&#039;&#039;śaivācāra&#039;&#039;): Hier werden die Formen des Gottes [[Shiva]] als höchstes Prinzip verehrt.&lt;br /&gt;
*3. [[Shaktacara]] (&#039;&#039;śāktācāra&#039;&#039;): hier werden die Formen der Göttin ([[Shakti]]) als höchstes Prinzip verehrt. Die als [[Shakta]] bekannten [[Tantriker]] folgen ihrerseits einem der beiden folgenden Wege bzw. Lebenswandel ([[Acara]]): entweder dem &amp;quot;Weg der rechten Hand&amp;quot; ([[Dakshinacara]] &#039;&#039;dakṣiṇācāra&#039;&#039;), in dem keine sexuellen Praktiken ausgeübt, wenn überhaupt imaginiert werden, oder dem &amp;quot;Weg der linken Hand&amp;quot; ([[Vamacara]] &#039;&#039;vāmācāra&#039;&#039;), der auch sexuelle Praktiken in das [[Ritual]] integriert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|mgLlp-CJsX4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra im Yoga==&lt;br /&gt;
Tantra als Teil der [[Yoga|yogischen]] Tradition und beruht auf der Shiva-Shakti-Philosophie. [[Shiva]] repräsentiert das Unveränderliche, das Unbewegte, das absolute [[Bewusstsein]], im [[Vedanta]] &amp;quot;[[Brahman]]&amp;quot; genannt. [[Shakti]] repräsentiert die schöpferische [[Energie]], welche das Universum in sechs Schritten in Analogie der sechs [[Chakra]]s (unterhalb des [[Sahasrara]] Chakras, der Sitz von Shiva), geschaffen hat. Ursprünglich sind Shiva und Shakti eins. Durch eine erste Schwingung, &amp;quot;[[Spandana]]&amp;quot; („Spaltung“), trennt sich Shakti von Shiva und schafft erst die zwei [[Kausalwelt]]en, dann die drei [[Astralwelt]]en und schließlich die physische [[Welt]]. Zyklisch vereinigen sich Shiva und Shakti wieder (Auflösung), bleiben zusammen ([[Pralaya]], kosmische Nacht) und trennen sich wieder (Schöpfung). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In jedem Teil des Kosmos sind Shiva und Shakti. Im Menschen manifestiert sich Shiva als reines Bewusstsein, als [[Satchidananda]]. Shakti manifestiert sich als die drei Körper mit den fünf Hüllen. Solange Shakti von Shiva getrennt ist, ist der Mensch unzufrieden. Im Laufe der individuellen [[Evolution]] über viele [[Leben]] hinweg erwacht die [[Kundalini]] (Shakti im Menschen) und vereinigt die individuelle [[Seele]] wieder mit der kosmischen Seele. [[Kundalini Yoga]] ist die Wissenschaft der Beschleunigung dieses natürlichen Evolutionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Drei Formen des Tantra==&lt;br /&gt;
Es gibt außerdem eine weitere, modernere Einteilung in drei [[Yoga Arten|Arten]] von Tantra: weißes, rotes und schwarzes Tantra. Rotes Tantra sind die sexuellen Praktiken, schwarzes Tantra sind die magischen und schwarzmagischen Praktiken zur egoistischen [[Manipulation]] von Energien und [[Geister]]n für selbstsüchtige Zwecke. Weißes Tantra sind die Praktiken zur Reinigung des [[Astralkörper]]s und zur Erweckung der [[Kundalini]] ohne selbstsüchtige Motive und werden daher [[Kundalini Yoga]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra und [[Schamanismus]] – Energien im Fluss==&lt;br /&gt;
Interview mit Maharani Fritsch de Navarrete, erschienen im Yoga Vidya Journal Nr. 27, Herbst 2013&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlässlich des Yoga Kongress 2012&lt;br /&gt;
‚[[Chakra]], Tantra, [[Kundalini]]‘ haben&lt;br /&gt;
wir mit Maharani Fritsch de&lt;br /&gt;
Navarrete gesprochen. Als Yogini&lt;br /&gt;
und Schamanin mit westlicher&lt;br /&gt;
psychologischer Ausbildung schlägt&lt;br /&gt;
sie energetische Brücken zwischen&lt;br /&gt;
Amazonien und Indien. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich durfte in meinem Workshop wunderbare Zusammenhänge&lt;br /&gt;
zwischen Yoga, Tantra und Schamanismus herstellen und diese&lt;br /&gt;
hoffentlich nicht nur durch den informativen Part, sondern&lt;br /&gt;
auch vor allem durch den rituellen Teil zum Ausdruck bringen.&lt;br /&gt;
Diese alten holistischen Systeme sind nur scheinbar voneinander&lt;br /&gt;
getrennt- in allen geht es um [[Heilung]], Heil-Werden,&lt;br /&gt;
Ganz-Werden, Heilig-Werden, Verbunden-Sein. Ich bin immer&lt;br /&gt;
sehr glücklich, wenn ich auf die Brücken hinweisen darf, auf&lt;br /&gt;
die Ur-Quelle und die Ur-Verbindung. Höheres [[Sein]] bedeutet&lt;br /&gt;
immer ein höheres Verbundensein. Für [[Yogi]]s, für Tantriker, für&lt;br /&gt;
[[Schamane]]n, für Bewusste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|3Cn4X_2ODM0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Nach so vielen Jahren spiritueller Praxis verschiedenster Traditionen, als Yogalehrerin und Schamanin - siehst du Verbindungen zwischen Tantra und Schamanismus und wenn ja, welcher Art?====&lt;br /&gt;
Für den Schamanen geht die kosmische Evolution vom&lt;br /&gt;
Schamanismus (Ur-Form des spirituellen Ausdrucks) über den&lt;br /&gt;
[[Hinduismus]] zum [[Buddhismus]]. Tantra und Schamanismus decken&lt;br /&gt;
sich dermaßen, dass sie fast identisch sind in der Vorstellung,&lt;br /&gt;
dass männlich und weiblich oder auch das Spiel der&lt;br /&gt;
Gegensätze die Grundlage aller Prozesse im Universum sind.&lt;br /&gt;
Vor allem in Nepal, wo ich - neben Peru - auch meine Lehrer&lt;br /&gt;
habe, ist dies sehr gut sichtbar. Dort fließen Yoga, Tantrismus&lt;br /&gt;
und Schamanismus permanent zusammen und sind nur&lt;br /&gt;
schwer voneinander zu trennen. Ein Yogi gilt als [[Shivait]], was&lt;br /&gt;
mit Tantriker gleichgesetzt wird, und ein Tantriker ist in diesem&lt;br /&gt;
Kontext auch ein Schamane. Zum Beispiel schamanische Elementenverehrung,&lt;br /&gt;
also Naturrituale, verfeinerten sich nach&lt;br /&gt;
und nach in der [[Veden|vedisch]]en Zeit zum [[Havan]]/[[Agni Hotra]], [[Puja]]&lt;br /&gt;
und [[Yajna]] (Feuer- und andere Rituale). [[Shiva]] selbst ist ja der&lt;br /&gt;
Urahne der Schamanen als [[Pashupati]], Herr der Tiere, als [[Shankar]]&lt;br /&gt;
und [[Bhairava]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig ist er der Ur-Tantriker und Ur-[[Asket]] als [[Mahadev]],&lt;br /&gt;
[[Mahesvar]] und [[Yogeshwara]], der [[Vater]] des [[Yoga]]. Er zieht einsam,&lt;br /&gt;
mit [[Asche]] beschmiert, auf seiner [[Damaru]] trommelnd,&lt;br /&gt;
durch die Wälder und hält sich auch an den [[Ghat]]s, den Verbrennungsstätten&lt;br /&gt;
(Orte der Transformation), auf. Gleichzeitig&lt;br /&gt;
meditiert er als [[Sadashiva]] über das Höchste und als [[Nataraj]]&lt;br /&gt;
tanzt er das Spiel der [[Gegensätze]] und [[Transformation]].&lt;br /&gt;
Der Name Shaman bedeutet ja: „der, der wirklich sieht”.&lt;br /&gt;
Ein [[Drsthi]] also, ein [[Seher]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wer kann besser sehen, als der dreiäugige Shiva? [[Yoga]]-&lt;br /&gt;
[[Asana]]s entsprangen der Nachahmung der Natur und viele&lt;br /&gt;
haben Tier- oder Pflanzennamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Gemeinsamkeiten gibt es im Verständnis, dass alles&lt;br /&gt;
miteinander verbunden ist, dass wir vom Energieuniversum&lt;br /&gt;
umgeben sind, das heißt, dass Schwingung die Grundlage der&lt;br /&gt;
grobstofflichen Manifestation ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Gibt es dann in der schamanischen Energiemedizin auch eine Art von Kundalini-Erfahrung?====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich! Im nepalesischen, aber auch im peruvianischen&lt;br /&gt;
(dort gibt es mehrere Schulen) Schamanismus sind Energieerfahrungen die tägliche Praxis-Erfahrung. [[Mahakali]]&lt;br /&gt;
([[Indien]] und [[Nepal]]) und Pachamama (Peru,&lt;br /&gt;
Bolivien, Ecuador) ist die Urquelle der schöpferischen&lt;br /&gt;
[[Kundalini]]-[[Shakti]].&lt;br /&gt;
Das Erwachen im schamanisch-tantrischen [[Sinn]]e&lt;br /&gt;
ist die konstante Rückverbindung mit dieser&lt;br /&gt;
[[Kraft]], die allen Phänomenen zugrunde liegt. Bei&lt;br /&gt;
meinen ersten Peru-Reisen staunte ich nicht&lt;br /&gt;
schlecht, als ich entdeckte, dass das Energiesystem&lt;br /&gt;
der Schamanen und die Vorstellung vom&lt;br /&gt;
Energieuniversum und Energiemedizin sich mit&lt;br /&gt;
dem Kundalini Yoga deckt bzw. ihm sehr, sehr&lt;br /&gt;
ähnelt. Natürlich werden andere Termini benutzt,&lt;br /&gt;
für die Inka-Schamanen sind die Chakras&lt;br /&gt;
Nawis oder Ojos de cinturon, also „Augen”, das&lt;br /&gt;
Aufsteigen von Kundalini heißt el kawsay und sushumna&lt;br /&gt;
Nadi heißt kurku. Statt Sahasrara haben&lt;br /&gt;
wir Uma oder Pujuy... etc. Aber die Phänomene sind&lt;br /&gt;
exakt die gleichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Du hast den Workshop ‚Schamanische Energiemedizin für das neue Zeitalter gehalten’, was sind die Kennzeichen des neuen Zeitalters aus deiner Sicht und wie kann man sich energetisch darauf vorbereiten?====&lt;br /&gt;
Für die Schamanen ist die Periode momentan eine besondere&lt;br /&gt;
Zeit, vor allem im Inka Schamanismus - diese Zeit wird Pachakutec&lt;br /&gt;
(Wandel) genannt. Aber: es gibt keinen [[Messias|Erlöser]], keinen&lt;br /&gt;
Heiland von außen, keinen Zauberstab, der dich rettet… Für&lt;br /&gt;
die Schamanen, für bewusste Spiritualisten ist die Zukunft&lt;br /&gt;
jetzt schon da! Der erwartete Pachakuti-Inka, der letzte König&lt;br /&gt;
ist kein erlösender [[Avatar]], sondern vielmehr eine besondere&lt;br /&gt;
[[Schwingung]] zum Empfangen hochfrequenter spiritueller Energie.&lt;br /&gt;
Das [[Bewusstsein]] ist entscheidend und dein eigenes JA zur&lt;br /&gt;
Heilung auf allen Ebenen- das ist die Absichtserklärung an&lt;br /&gt;
das Universum. Es geschieht momentan, dass mir in meinen&lt;br /&gt;
Kursen und Ausbildungen immer mehr Menschen begegnen,&lt;br /&gt;
die an der [[Heilung]] aus der ersten [[Hand]] interessiert sind, nicht&lt;br /&gt;
an den [[Dogmen]] alter schulmedizinischer Systeme... Und immer&lt;br /&gt;
mehr Menschen machen die reale Erfahrung, dass dein innerer&lt;br /&gt;
Heiler nur darauf wartet, wieder aktiviert zu werden! Für bewusste&lt;br /&gt;
Yogis, Tantriker, Schamanen, Spiritualisten ist dies eine&lt;br /&gt;
Zeitqualität des Umschwungs. Mein Meister in Peru sagte einmal&lt;br /&gt;
so schön: „Diese Zeit ist eine Entwicklungshilfe.”...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra Yoga, Nada Yoga and Kriya Yoga - Erläuterungen von Swami Krishnananda==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Einleitung von [[Swami]] [[Krishnananda]] zu Swami [[Sivananda]]s Buch „Tantra Yoga, Nada Yoga and Kriya Yoga“ der [http://www.sivanandaonline.org/public_html/ Divine Life Society], 5. Auflage, 2000, Shivanandanagar, S. VII - XII., ISBN 81-7052-042-8&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Tantra===&lt;br /&gt;
Das System, welches Tantra genannt wird, wurde schon von jeher als esoterischer Geheimpfad der spirituellen [[Praxis]] betrachtet und war nicht jedem Ungeübten oder dem gemeinen Volk zugänglich. Das [[Geheimnis]] dieser Praxis scheint aus einem ungewöhnlichen Weltentwurf zu bestehen, der dem Suchenden abverlangt, die Dinge auf eine vollständig andere Art zu interpretieren und zu bewerten und der von der normalen, gewohnten Betrachtungsweise der Dinge abweicht. Die Tantra-[[Lehrer]] sagen, dass ein Suchender auf diesem [[Pfad]] der sozialen und sogar menschlichen Sichtweise entwachsen und eine übermenschliche und göttliche Sicht der Dinge entwickeln muss. Da dies jedoch vom gemeinen Menschen dieser [[Welt]] zuviel abverlangen würde, soll der Tantra auch ein verschlossenes Geheimnis sein und bleiben, dessen Türen nur mit dem Schlüssel geöffnet werden können, den allein ein befähigter [[Guru]] zur Verfügung stellt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Philosophie===&lt;br /&gt;
Die [[Philosophie]] von Tantra basiert auf dem Konzept der Doppelnatur aller Dinge. Nichts ist einzeln, sondern alles ist bipolar oder doppelpolig. Die sogenannte [[Einheit]] der Dinge ist nur eine Erscheinungsform, welche von dem besonderen Verhalten des Zusammentritts zweier Kräfte, nämlich [[Shiva]] und [[Shakti]] angenommen wird, man könnte auch sagen, der positiven und negativen Pole. Um diese mystische Konzeption des [[Universum]]s verstehen zu können, möchten wir auf die traditionellen Lehrsätze der [[Purana]]s verweisen, [[Manusmriti]] und [[Mahabharata]], die besagen, dass es im Anbeginne eine universelle Einzelzelle gegeben hat, die schon immer da war, bekannt als [[Brahmanda]], und die sich dann zweiteilte. Der eine Teil wurde zum Kosmischen [[Mann]] und der andere zur Kosmischen [[Frau]]. Wenn wir wollen, können wir diese Teile auch Shiva und Shakti nennen. Selbst unsere modernen [[Naturwissenschaft]]en scheinen diese Sichtweise zu bestätigen, wenn sie sagen, dass das Universum im Anfang ein einzelnes Atom war, welches sich zuerst zweiteilte und sich dann in die Vielfalt der gegenwärtigen [[Form]]en des Universums aufspaltete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da diese zwei Teile und ihre darauffolgenden Unterteilungen eigentlich zu einem gesamten Ganzen gehören, gibt es eine natürliche Anziehungkraft, die von einem Teil zum anderen Teil ausgeübt wird. Es gibt also eine beidseitige Zugkraft zwischen den positiven und negativen Polen auf der kosmischen Ebene sowie auf der ihrer niedrigeren vielfältigen Abstammungsformen, sogar hinunter bis zum Atom. Wir wissen heute, dass auch das Atom in einer bipolaren Struktur aufgebaut ist, mit dem Nukleus im Zentrum und den Elektronen, die ihn in absolut rätselhafter Weise umkreisen. Die [[Reaktion]] der zwei verschiedenen Teile eines jeden einzelnen [[Organismus]] scheint eine doppelte Auffassung von [[Bewusstsein]] gegenüber Einheit und [[Zweiheit]] zur selben Zeit zu sein. Es kann keine [[Anziehung]] zwischen dem Positiven und Negativen geben, solange sie nicht zwei Pole formen und nicht nur ein einzelnes Etwas. Dennoch kann es andererseits ohne eine grundlegende Einheit, die in und zwischen ihnen wirkt, gar nicht diese Anziehung geben, wenn es zwei vollkommen verschiedene Dinge sind. Das ist also das Geheimnisvolle, das Mysterium und auch die Schwierigkeit, jenes [[Phänomen]] zu verstehen, welches als Anziehung bekannt ist und gewöhnlich in der Gemeinsprache [[Liebe]] oder [[Zuneigung]] genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bipolarität===&lt;br /&gt;
Das Konzept von Shiva und Shakti repräsentiert also in seiner höchsten Essenz diese Oberste Kosmische [[Dualität]]. Man kann sich vornehmlich vorstellen, dass dort nur Anziehung und Liebe zusammenwirken, so dass Shiva und Shakti als untrennbare Aspekte einer einheitlichen [[Realität]] zu betrachten sind, welche manchmal auch [[Ardhanarishvara|Ardhanareesvara]], der kosmische [[Androgyn]], genannt wird. Auf den niedrigeren Ebenen jedoch wirkt das Prinzip der [[Abstoßung]], was bedeutet, dass [[Abneigung]] mit Zuneigung zusammengeht, so wie auch Liebe mit [[Hass]]. Dort nimmt die bipolare Einheit eine Vielfalt an Form an, so dass ein bipolares Element nicht die Beeinflussung oder manchmal sogar nicht einmal die bloße Gegenwart solch eines anderen bipolaren Elementes tolerieren kann - aus [[Angst]] davor, seine isolierte, sich selbst bewusste bipolare Hälfte und dadurch seine Einheit zu verlieren. Dieses subtile Zusammenspiel kann in seiner groberen Art offenkundig werden, wenn z. B. eine Familiengruppe Schwierigkeiten hat, eine andere anzuerkennen und ihr die gleiche Liebe zu schenken wie der eigenen. Auf dieser Ebene können sich dann eine Gesellschaft, eine soziale Schicht und sogar eine bipolare Einzelperson nicht ohne einigen Argwohn und gewisse Vorbehalte gegenübertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Lehrsätzen oder dem Tantra nach ist die Ursache allen [[Leid]]s im [[Leben]] die bipolare [[Existenz]], diese in zwei geteilte Einheit, weil nicht eine duale Existenz in jeder ihr gegebenen Form die [[Wahrheit]] der Dinge ist, sondern das Eins-Sein. Da die zweifache Form allen Lebens in gewisser Hinsicht eine unnatürliche Art des Lebens darstellt, gibt es immer einen ambivalenten Standpunkt zwischen dem einen und dem anderen Pol von [[Mögen]] und [[Nicht-Mögen]], zu ein und derselben Zeit.&lt;br /&gt;
So wird Liebe niedergehalten, wenn Hass überwiegt und Hass unterdrückt, wenn Liebe die Oberhand behält. Fakt dabei ist jedoch, dass immer beide dieser Haltungen in einem Individuum versteckt sind, aber nur einer dieser Aspekte zum Vorschein kommt, wenn oder wie die Situation es gerade erfordert. Anstelle der Zweiheit wieder die Einheit zu bekommen, das ist der Vorgang im Tantra [[Sadhana]] - wobei dies jedoch die Zielsetzung eines jeden Sadhanas ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Unterschied===&lt;br /&gt;
Was ist also das Besondere am Tantra, und wodurch unterscheidet er sich von anderen [[Sadhana]]s, um dieses [[Ziel]] zu ereichen?&lt;br /&gt;
Der Unterschied ist sehr subtil und nicht leicht wahrzunehmen. In jeder Form religiöser Praxis gibt es meistens asketische Vorschriften für die Geisteshaltung des Praktizierenden. Das Äußere solle dem Inneren und das Materielle dem Spirituellen zuliebe abgelehnt werden. Jegliches [[Verlangen]] solle als schädliches [[Hindernis]] für den Sadhana unterbunden und alle [[Lebensfreude]] als Übel betrachtet werden, welches so früh wie möglich ausgemerzt werden muss. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, im Tantra sind die Dinge der Welt, die materiellen Formen der [[Wahrnehmung]], nicht wirklich Hindernisse, und ein Verlangen nach ihnen kann nicht dadurch besiegt werden, dass man das Verlangen an sich ablehnt. Alles in dieser Welt, und sogar die ganze Welt selbst, befindet sich in einem Übergang von der Unvollkommenheit hin zur [[Vollkommenheit]]. Das Sichtbare ist ein [[Weg]] hin zum Unsichtbaren und nicht sein Hindernis. Menschliches Begehren erwächst gerade wegen jener unintelligenten Auffassung, die der Mensch gegenüber dieser Lust entwickelt hat. Er hat sozusagen Lust-Angst, seitdem ihm erzählt worden ist, dass jegliche [[Begierde]] schlecht ist und alle äußeren Dinge nur zu Knechtschaft führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tantra sagt, dass das äußere Ding, das Objekt, kein fesselnder Zwang ist, allein schon wegen der Tatsache, dass das Objekt untrennbar mit dem Subjekt verbunden ist. Das Objekt ist der andere Pol des Subjekts, der Komplementär-Pol sozusagen. Beide Pole ergänzen sich gegenseitig. Jegliche [[Erfahrung]] steht in einer Subjekt-Objekt-Relation, und deshalb kann auch niemand nur im Geringsten daran denken, das Objekt der Begierde bewusst zu überwinden, ausgenommen, er hat vorher eine Beziehung zu dem Objekt hergestellt. Daher bedeutet die Überwindung des Objekts für uns immer wieder, in einen Teufelskreis einzutreten. Es gibt trotz aller Anstrengungen keine Möglichkeit, das Objekt loszuwerden, da schon im Bewusstsein die Gegenwart des Objekts da ist. Daher kommt also der großartige Tantra-Spruch, dass Begierde nur durch Begierde überwunden werden kann, genauso wie das Objekt nur vom Objekt bezwungen werden kann. Auch wird im Tantra gesagt, der andere Aspekt dieses Prinzips sei, &amp;quot;dass man sich durch das, wodurch man fällt, auch wieder aufrichten kann.&amp;quot; (Yaireva patanam dravyaih siddhih taireva.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier tritt der Kernpunkt der ganzen Sache hinsichtlich des Tantra zutage, welche ihn deutlich von allen anderen religiösen Praktiken und Sadhana-Formen abgrenzt. Warum diese Praxis schwierig und sogar gefährlich ist, wird durch die Art der Glaubenslehre offensichtlich, obwohl man wohl einräumen muss, dass der [[Glaubenssatz]] vielleicht etwas sehr rational verfasst ist und auf Tiefenpsychologie der menschlichen Natur basiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stufen des Tantra===&lt;br /&gt;
Die Tantra-Lehrer wissen, dass es große Schwierigkeiten gibt, wenn es darum geht, sich diese Lehrsätze einzuprägen und zu praktizieren. Insofern wird die Kunst des Sadhana auf diesem Pfad als gestaffelte Aufwärtsbewegung während der verschiedenen Stufen des Aufstiegs betrachtet. Indem man zu einem Zustand aufsteigt, wo eben jenes Verhältnis zwischen Subjekt und Objekt transzendiert oder überwunden wird, erreicht man unterschiedliche Stufen von [[Erkenntnis]] und eine Loslösung des Subjekts von der Verstrickung des Objekts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese festgesetzten Stufen lauten: [[Vede]]chara, [[Vaishnava]]chara, [[Saiva]]chara, [[Dakshina]]chara, [[Vama]]chara, [[Siddhanta]]chara und zuletzt [[Kaula]]chara.&lt;br /&gt;
Von diesen sieben aufgeführten Stufen sind die ersten drei für die niedrigere Kategorie der [[Sadhaka]]s bestimmt, welche als [[Pasu]] Jiva (Personen, in welchen die tierische Natur vorherrschend ist) bekannt sind. Die nächsten zwei stehen für die [[Vira]] [[Jiva]] (Personen, in welchen der normale menschliche Instinkt vorherrscht) und die letzten zwei für die [[Divya]] Jiva (Personen, in welchen das göttliche Element vorherrschend ist).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird geglaubt, dass die ersten drei [[Achara]]s besonders für [[Karma]] stehen. [[Bhakti]] und [[Jnana]], der [[Veda]], der für das [[Ritual]] steht, [[Vaishnava]] für die [[Hingabe]] und [[Saiva]] für das [[Wissen]]. Der vierte Achara, welcher [[Dakshina]] genannt wird, versucht die Ergebnisse zu bewahren, die durch das Praktizieren der ersten drei Stufen erreicht wurden. Bis zu dieser Ebene ist die Bewegung fast linear und praktisch gerade. Auf der nächsten Stufe (Vamachara) aber gibt es einen seltsamen Unterschied des Blickwinkels, denn dieser Begriff beinhaltet den Beginn der Rückwärts-Strömung der [[Seele]]n-Bewegung hin zur [[Realität]]. &amp;quot;[[Vama]]&amp;quot; bedeutet nicht &amp;quot;links&amp;quot;, wie die meisten Leute zu denken scheinen, sondern &amp;quot;Umkehr-Prozess&amp;quot;, [[Nivritti]] oder die Rückkehr - im Gegensatz zu [[Pravritti]] oder dem Vorwärts-Fließen mit der natürlichen Strömung der [[Sinne]]. Hier liegt der Beginn der allergeheimsten Praxis oder des esoterischen Aspektes des Tantra Sadhana, wo Objekte der Anziehung, des Reizes, egal welcher Art sie sind, gerade als Instrumente und Werkzeuge betrachtet werden, nicht, damit sie abgelehnt, sondern damit sie integriert und zu einem Teil des eigenen Seins gemacht werden. Die Absicht dabei ist aber, jenes Bewusstsein zu überwinden, dass sie außerhalb von einem selbst sind, als so eine Art gegenüberliegendes, entgegengesetztes Objekt oder irgendein äußerliches Etwas. Diese besondere Phase soll eigentlich auch nicht erklärt, sondern nur auf direktem Weg von einem Lehrmeister gelernt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Natur der Dinge===&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen werden [[Reichtum]], [[Macht]] und [[Sex]] als die wohl größten Hindernisse auf dem [[Weg]] zu spiritueller Vollkommenheit betrachtet. Der Tantra jedoch versucht gerade diese sich nutzbar zu machen und zu überwinden, und zwar mit genau den Mitteln, mit welchen ein ungeübter [[Verstand]] sich ins Unheil stürzen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pasu, Vira und Divya [[Bhava]]s entsprechen den tierischen, menschlichen und göttlichen Naturen und ziehen die groben, die feinen und die göttlichen Aspekte der Dinge in Betracht, welchen man in seinem spirituellen Leben als Gegensätze begegnen muss. Das ist das verbotene Gebiet von Tantra Sadhana, der Bereich, welchen der wahrhaft Suchende nicht offenlegt, da der gemeine Mensch ihn nicht wissen, verstehen oder aus ihm Nutzen ziehen soll.&lt;br /&gt;
Jedes Objekt hat eine grobe, eine feine und eine göttliche [[Form]], und jeder [[Sadhaka]] muss all diese Phasen durchlaufen. &lt;br /&gt;
Der Tantra beharrt darauf, dass keine Stufe oder Phase als Hindernis abgelehnt werden soll, sondern von jedem Individuum selbst genommen und durchschritten werden soll. Mann kann nur ein unbekanntes Ding, ein Objekt der [[Angst]], nicht unter seine [[Kontrolle]] bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tantra sagt, dass die unreinen, häßlichen und unheiligen Dinge des Lebens eigentlich Dinge sind, die fälschlicherweise nicht in ihrem wirklichen Zusammenhang gesehen wurden, nicht von ihrer eigenen besonderen Position oder vom Standpunkt der Dinge selbst her. Sie sind weder gut noch schlecht, weder schön noch häßlich und weder heilig noch unheilig. Das alles sind nur Vorstellungen, die uns unser Verstand von einem speziellen Interessenstandpunkt aus gibt. Unser Verstand sträubt sich dagegen, in Erwägung zu ziehen, dass es auch noch andere Interessen als seine eigenen geben könnte. Das Universum muss man von vielen Blickwinkeln aus sehen, nicht nur von einem. Vom Ersteren muss man zum Letzteren steigen, mit einer systematischen und progressiven Bewegung seines ganzen Seins durch den groben, den feinen und den göttlichen Aufbau der Dinge.&lt;br /&gt;
Am Anfang hat man Kontakt mit dem Objekt. Als nächstes denkt man es bloß noch mit seinem Verstand. Zuletzt visualisiert man es nur noch als einen Unruheherd oder Stress-Punkt in der Universellen Realität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die oben erwähnten Siddhantachara und Kaulachara vervollständigen den Prozess des Sadhana, wobei man in die wahre Natur der Dinge eintaucht und regelrecht übermenschlich wird. Die Aufgabe, welche die religiöse Praxis mit sich bringt, ist nicht die Ablehnung des Objektes oder des Dinges an sich, sondern die der Idee oder der Vorstellung, dass es, das Objekt, außerhalb von einem selbst sei. Die falsche Vorstellung weckt die Begierde, nicht das Objekt oder das Ding selbst. Die Verordnung ist hier in der Tat sehr subtil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritual===&lt;br /&gt;
Tantra Sadhana beinhaltet das Rezitieren von [[Mantra]]s, die Ritualausführung mittels [[Yantra]]s und die eigene Abstimmung mit einer speziellen Ebene der Realität, was eigentlich die spezifische Bedeutung des Tantra ist. Während dieses Prozesses muss man viele kleine Details direkt von seinem [[Guru]] lernen. Die [[Entschlackung]] des [[Körper]]s, die [[Reinigung]] des [[Geist]]es und die Klärung seiner sozialen Beziehungen sind alles wichtige Vorbereitungen des Sadhana. Die übliche [[Shodasopachara]]-[[Puja]] (sechzehngliedrige [[Gebet]]szeremonie), welche für eine [[Gottheit]] abgehalten wird, sind auch geeignete Maßnahmen für all das, was man bewundert, schätzt und liebt. Durch solch einen [[Gottesdienst]] sucht man die Verbindung mit der Gottheit durch die Aufhebung der Trennung zwischen Ihr und einem selbst. Die geheimnisvollen Prozesse, [[Nyasa]] ([[Anga]]-Nyasa und [[Kara]]-Nyasa) genannt, sind wiederum nach innen gerichtete Techniken, mittels derer man das Objekt in einem selbst und die Gottheit in seinem ureigenen [[Sein]] fühlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All das macht es mehr als deutlich, dass der Tantra Sadhana genauso höchst wissenschaftlich und präzise wie auch schwierig und gefährlich&lt;br /&gt;
ist. Dies ist seine Besonderheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
*[[Tantra Yoga]]&lt;br /&gt;
*[[Vijnana Bhairava Tantra]]&lt;br /&gt;
*[[Panchatantra]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p105_Kundalini-Tantra/ &#039;&#039;Kundalini Tantra&#039;&#039; von Swami Satyananda]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p106_Tantra-und-Yoga-Panorama/ &#039;&#039;Tantra und Yoga Panorama&#039;&#039; von Swami Satyananda]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/tantra/ Tantra Yoga]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/art_tantra_agama.html &amp;quot;Tantra&amp;quot; aus &#039;&#039;Göttliche Erkenntnis&#039;&#039; von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/YogaundSexualitaet.html Yoga und Sexualität von Sukadev]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/kundalini-yoga/literatur-buecher-kundalini-yoga/ Literatur Bücher Kundalini Yoga]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/seminar/meditationen-aus-dem-tantra-b130823-5/ Meditationen aus dem Tantra]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminarhaus-shanti/veranstaltungen/kalender-2013/yogini-tantra/ Yogini Tantra]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos==&lt;br /&gt;
===Atma Kriya Yoga mit Rishi Tulsidasananda===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|uQaVFLZnGVw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Erfahrung des subjektiven Bewusstseins im Yoga und in der östlichen Meditation===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|zoXRuC3RQTE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Entdeckung der Kundalini mit Sigmund Feuerabendt===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|kIhgXHWQoCw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weißer Tantra mit Simram Kaur===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|jTn_1dUD9tE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was ist das Besondere an Tantra Meditationstechniken - Interview mit Dr. Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|QFR_u_Zdwhg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ajapa Japa - Tantra Meditation mit Soham===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|F40CZ5h0Ahk}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ajapa Japa - Tantra Meditation Technique===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|3LpnJk47SmA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kaya Sthairyam Tantra Meditation mit Dr. Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|5N2qB99YkFs}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Tantra Meditation - mit Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|HrvueDbn8HY}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Multimedia==&lt;br /&gt;
===Kundalini Yoga: Tantra===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/39_Kundalini-Yoga-Teil_2_Tantra.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Ewige und das Vergängliche – Shiva-Shakti 1===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Das_Ewige_und_das_Vergaengliche_Shiva-Shakti-1.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sei verhaftungslos und … Shiva-Shakti 2===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Glueck-ist-im-inneren.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Setze dich durch – und gebe nach – Shiva-Shakti 3===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Sonne-Mond-im-Alltag.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tantra]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kundalini Yoga]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Chakra]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga Vidya Journal]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sivananda Nada Yoga]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Tantra&amp;diff=119984</id>
		<title>Tantra</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Tantra&amp;diff=119984"/>
		<updated>2014-07-06T10:18:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: /* Ritual */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Tantra&#039;&#039;&#039; ([[Sanskrit]]: तन्त्र tantra &#039;&#039;n.&#039;&#039;) Webstuhl; Gewebe, Kontinuum, Zusammenhang; Lehrwerk, Lehre; eine Klasse von Werken, die ursprünglich streng geheim gehaltene (esoterische) Inhalte lehrten und sich hauptsächlich mit [[Mystik]], [[Magie]] und Techniken zur [[Selbsterkenntnis]] und Erlösung ([[Moksha]] aus dem Kreislauf der Wiedergeburt, [[Samsara]]) beschäftigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:kundalini_chakras.jpg|thumb|Die Chakras - Energiezentren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herkunft==&lt;br /&gt;
Das Wort &amp;quot;Tantra&amp;quot; wird von der Sanskritwurzel &amp;quot;tan&amp;quot; (&amp;quot;ausdehnen, spannen&amp;quot;) abgeleitet. Die Ursprünge des Tantra als soteriologische (zur Erlösung hinführende) Systeme liegen etwa im 2. Jahrhundert, in seinen heute bekannten Ausprägungen wird es seit dem 7. oder 8. Jahrhundert weitergegeben. Aus der tantrischen Tradition stammt unter anderem die Lehre von den sieben [[Chakra]]s. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Traditionelle Richtungen==&lt;br /&gt;
Im wesentlichen gibt es in [[Indien]] drei Hauptrichtungen des Tantra, wozu noch die Form des tibetischen tantrischen [[Buddhismus]] ([[Vajrayana]]) kommt, der auch in [[Nepal]] praktiziert wird:&lt;br /&gt;
*1. [[Vaishnavacara]] (&#039;&#039;vaiṣṇavācāra&#039;&#039;): Hier werden die Formen des [[Gott]]es [[Vishnu]] als höchstes Prinzip verehrt.&lt;br /&gt;
*2. [[Shaivacara]] (&#039;&#039;śaivācāra&#039;&#039;): Hier werden die Formen des Gottes [[Shiva]] als höchstes Prinzip verehrt.&lt;br /&gt;
*3. [[Shaktacara]] (&#039;&#039;śāktācāra&#039;&#039;): hier werden die Formen der Göttin ([[Shakti]]) als höchstes Prinzip verehrt. Die als [[Shakta]] bekannten [[Tantriker]] folgen ihrerseits einem der beiden folgenden Wege bzw. Lebenswandel ([[Acara]]): entweder dem &amp;quot;Weg der rechten Hand&amp;quot; ([[Dakshinacara]] &#039;&#039;dakṣiṇācāra&#039;&#039;), in dem keine sexuellen Praktiken ausgeübt, wenn überhaupt imaginiert werden, oder dem &amp;quot;Weg der linken Hand&amp;quot; ([[Vamacara]] &#039;&#039;vāmācāra&#039;&#039;), der auch sexuelle Praktiken in das [[Ritual]] integriert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|mgLlp-CJsX4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra im Yoga==&lt;br /&gt;
Tantra als Teil der [[Yoga|yogischen]] Tradition und beruht auf der Shiva-Shakti-Philosophie. [[Shiva]] repräsentiert das Unveränderliche, das Unbewegte, das absolute [[Bewusstsein]], im [[Vedanta]] &amp;quot;[[Brahman]]&amp;quot; genannt. [[Shakti]] repräsentiert die schöpferische [[Energie]], welche das Universum in sechs Schritten in Analogie der sechs [[Chakra]]s (unterhalb des [[Sahasrara]] Chakras, der Sitz von Shiva), geschaffen hat. Ursprünglich sind Shiva und Shakti eins. Durch eine erste Schwingung, &amp;quot;[[Spandana]]&amp;quot; („Spaltung“), trennt sich Shakti von Shiva und schafft erst die zwei [[Kausalwelt]]en, dann die drei [[Astralwelt]]en und schließlich die physische [[Welt]]. Zyklisch vereinigen sich Shiva und Shakti wieder (Auflösung), bleiben zusammen ([[Pralaya]], kosmische Nacht) und trennen sich wieder (Schöpfung). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In jedem Teil des Kosmos sind Shiva und Shakti. Im Menschen manifestiert sich Shiva als reines Bewusstsein, als [[Satchidananda]]. Shakti manifestiert sich als die drei Körper mit den fünf Hüllen. Solange Shakti von Shiva getrennt ist, ist der Mensch unzufrieden. Im Laufe der individuellen [[Evolution]] über viele [[Leben]] hinweg erwacht die [[Kundalini]] (Shakti im Menschen) und vereinigt die individuelle [[Seele]] wieder mit der kosmischen Seele. [[Kundalini Yoga]] ist die Wissenschaft der Beschleunigung dieses natürlichen Evolutionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Drei Formen des Tantra==&lt;br /&gt;
Es gibt außerdem eine weitere, modernere Einteilung in drei [[Yoga Arten|Arten]] von Tantra: weißes, rotes und schwarzes Tantra. Rotes Tantra sind die sexuellen Praktiken, schwarzes Tantra sind die magischen und schwarzmagischen Praktiken zur egoistischen [[Manipulation]] von Energien und [[Geister]]n für selbstsüchtige Zwecke. Weißes Tantra sind die Praktiken zur Reinigung des [[Astralkörper]]s und zur Erweckung der [[Kundalini]] ohne selbstsüchtige Motive und werden daher [[Kundalini Yoga]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra und [[Schamanismus]] – Energien im Fluss==&lt;br /&gt;
Interview mit Maharani Fritsch de Navarrete, erschienen im Yoga Vidya Journal Nr. 27, Herbst 2013&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlässlich des Yoga Kongress 2012&lt;br /&gt;
‚[[Chakra]], Tantra, [[Kundalini]]‘ haben&lt;br /&gt;
wir mit Maharani Fritsch de&lt;br /&gt;
Navarrete gesprochen. Als Yogini&lt;br /&gt;
und Schamanin mit westlicher&lt;br /&gt;
psychologischer Ausbildung schlägt&lt;br /&gt;
sie energetische Brücken zwischen&lt;br /&gt;
Amazonien und Indien. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich durfte in meinem Workshop wunderbare Zusammenhänge&lt;br /&gt;
zwischen Yoga, Tantra und Schamanismus herstellen und diese&lt;br /&gt;
hoffentlich nicht nur durch den informativen Part, sondern&lt;br /&gt;
auch vor allem durch den rituellen Teil zum Ausdruck bringen.&lt;br /&gt;
Diese alten holistischen Systeme sind nur scheinbar voneinander&lt;br /&gt;
getrennt- in allen geht es um [[Heilung]], Heil-Werden,&lt;br /&gt;
Ganz-Werden, Heilig-Werden, Verbunden-Sein. Ich bin immer&lt;br /&gt;
sehr glücklich, wenn ich auf die Brücken hinweisen darf, auf&lt;br /&gt;
die Ur-Quelle und die Ur-Verbindung. Höheres [[Sein]] bedeutet&lt;br /&gt;
immer ein höheres Verbundensein. Für [[Yogi]]s, für Tantriker, für&lt;br /&gt;
[[Schamane]]n, für Bewusste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|3Cn4X_2ODM0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Nach so vielen Jahren spiritueller Praxis verschiedenster Traditionen, als Yogalehrerin und Schamanin - siehst du Verbindungen zwischen Tantra und Schamanismus und wenn ja, welcher Art?====&lt;br /&gt;
Für den Schamanen geht die kosmische Evolution vom&lt;br /&gt;
Schamanismus (Ur-Form des spirituellen Ausdrucks) über den&lt;br /&gt;
[[Hinduismus]] zum [[Buddhismus]]. Tantra und Schamanismus decken&lt;br /&gt;
sich dermaßen, dass sie fast identisch sind in der Vorstellung,&lt;br /&gt;
dass männlich und weiblich oder auch das Spiel der&lt;br /&gt;
Gegensätze die Grundlage aller Prozesse im Universum sind.&lt;br /&gt;
Vor allem in Nepal, wo ich - neben Peru - auch meine Lehrer&lt;br /&gt;
habe, ist dies sehr gut sichtbar. Dort fließen Yoga, Tantrismus&lt;br /&gt;
und Schamanismus permanent zusammen und sind nur&lt;br /&gt;
schwer voneinander zu trennen. Ein Yogi gilt als [[Shivait]], was&lt;br /&gt;
mit Tantriker gleichgesetzt wird, und ein Tantriker ist in diesem&lt;br /&gt;
Kontext auch ein Schamane. Zum Beispiel schamanische Elementenverehrung,&lt;br /&gt;
also Naturrituale, verfeinerten sich nach&lt;br /&gt;
und nach in der [[Veden|vedisch]]en Zeit zum [[Havan]]/[[Agni Hotra]], [[Puja]]&lt;br /&gt;
und [[Yajna]] (Feuer- und andere Rituale). [[Shiva]] selbst ist ja der&lt;br /&gt;
Urahne der Schamanen als [[Pashupati]], Herr der Tiere, als [[Shankar]]&lt;br /&gt;
und [[Bhairava]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig ist er der Ur-Tantriker und Ur-[[Asket]] als [[Mahadev]],&lt;br /&gt;
[[Mahesvar]] und [[Yogeshwara]], der [[Vater]] des [[Yoga]]. Er zieht einsam,&lt;br /&gt;
mit [[Asche]] beschmiert, auf seiner [[Damaru]] trommelnd,&lt;br /&gt;
durch die Wälder und hält sich auch an den [[Ghat]]s, den Verbrennungsstätten&lt;br /&gt;
(Orte der Transformation), auf. Gleichzeitig&lt;br /&gt;
meditiert er als [[Sadashiva]] über das Höchste und als [[Nataraj]]&lt;br /&gt;
tanzt er das Spiel der [[Gegensätze]] und [[Transformation]].&lt;br /&gt;
Der Name Shaman bedeutet ja: „der, der wirklich sieht”.&lt;br /&gt;
Ein [[Drsthi]] also, ein [[Seher]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wer kann besser sehen, als der dreiäugige Shiva? [[Yoga]]-&lt;br /&gt;
[[Asana]]s entsprangen der Nachahmung der Natur und viele&lt;br /&gt;
haben Tier- oder Pflanzennamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Gemeinsamkeiten gibt es im Verständnis, dass alles&lt;br /&gt;
miteinander verbunden ist, dass wir vom Energieuniversum&lt;br /&gt;
umgeben sind, das heißt, dass Schwingung die Grundlage der&lt;br /&gt;
grobstofflichen Manifestation ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Gibt es dann in der schamanischen Energiemedizin auch eine Art von Kundalini-Erfahrung?====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich! Im nepalesischen, aber auch im peruvianischen&lt;br /&gt;
(dort gibt es mehrere Schulen) Schamanismus sind Energieerfahrungen die tägliche Praxis-Erfahrung. [[Mahakali]]&lt;br /&gt;
([[Indien]] und [[Nepal]]) und Pachamama (Peru,&lt;br /&gt;
Bolivien, Ecuador) ist die Urquelle der schöpferischen&lt;br /&gt;
[[Kundalini]]-[[Shakti]].&lt;br /&gt;
Das Erwachen im schamanisch-tantrischen [[Sinn]]e&lt;br /&gt;
ist die konstante Rückverbindung mit dieser&lt;br /&gt;
[[Kraft]], die allen Phänomenen zugrunde liegt. Bei&lt;br /&gt;
meinen ersten Peru-Reisen staunte ich nicht&lt;br /&gt;
schlecht, als ich entdeckte, dass das Energiesystem&lt;br /&gt;
der Schamanen und die Vorstellung vom&lt;br /&gt;
Energieuniversum und Energiemedizin sich mit&lt;br /&gt;
dem Kundalini Yoga deckt bzw. ihm sehr, sehr&lt;br /&gt;
ähnelt. Natürlich werden andere Termini benutzt,&lt;br /&gt;
für die Inka-Schamanen sind die Chakras&lt;br /&gt;
Nawis oder Ojos de cinturon, also „Augen”, das&lt;br /&gt;
Aufsteigen von Kundalini heißt el kawsay und sushumna&lt;br /&gt;
Nadi heißt kurku. Statt Sahasrara haben&lt;br /&gt;
wir Uma oder Pujuy... etc. Aber die Phänomene sind&lt;br /&gt;
exakt die gleichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Du hast den Workshop ‚Schamanische Energiemedizin für das neue Zeitalter gehalten’, was sind die Kennzeichen des neuen Zeitalters aus deiner Sicht und wie kann man sich energetisch darauf vorbereiten?====&lt;br /&gt;
Für die Schamanen ist die Periode momentan eine besondere&lt;br /&gt;
Zeit, vor allem im Inka Schamanismus - diese Zeit wird Pachakutec&lt;br /&gt;
(Wandel) genannt. Aber: es gibt keinen [[Messias|Erlöser]], keinen&lt;br /&gt;
Heiland von außen, keinen Zauberstab, der dich rettet… Für&lt;br /&gt;
die Schamanen, für bewusste Spiritualisten ist die Zukunft&lt;br /&gt;
jetzt schon da! Der erwartete Pachakuti-Inka, der letzte König&lt;br /&gt;
ist kein erlösender [[Avatar]], sondern vielmehr eine besondere&lt;br /&gt;
[[Schwingung]] zum Empfangen hochfrequenter spiritueller Energie.&lt;br /&gt;
Das [[Bewusstsein]] ist entscheidend und dein eigenes JA zur&lt;br /&gt;
Heilung auf allen Ebenen- das ist die Absichtserklärung an&lt;br /&gt;
das Universum. Es geschieht momentan, dass mir in meinen&lt;br /&gt;
Kursen und Ausbildungen immer mehr Menschen begegnen,&lt;br /&gt;
die an der [[Heilung]] aus der ersten [[Hand]] interessiert sind, nicht&lt;br /&gt;
an den [[Dogmen]] alter schulmedizinischer Systeme... Und immer&lt;br /&gt;
mehr Menschen machen die reale Erfahrung, dass dein innerer&lt;br /&gt;
Heiler nur darauf wartet, wieder aktiviert zu werden! Für bewusste&lt;br /&gt;
Yogis, Tantriker, Schamanen, Spiritualisten ist dies eine&lt;br /&gt;
Zeitqualität des Umschwungs. Mein Meister in Peru sagte einmal&lt;br /&gt;
so schön: „Diese Zeit ist eine Entwicklungshilfe.”...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra Yoga, Nada Yoga and Kriya Yoga - Erläuterungen von Swami Krishnananda==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Einleitung von [[Swami]] [[Krishnananda]] zu Swami [[Sivananda]]s Buch „Tantra Yoga, Nada Yoga and Kriya Yoga“ der [http://www.sivanandaonline.org/public_html/ Divine Life Society], 5. Auflage, 2000, Shivanandanagar, S. VII - XII., ISBN 81-7052-042-8&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Tantra===&lt;br /&gt;
Das System, welches Tantra genannt wird, wurde schon von jeher als esoterischer Geheimpfad der spirituellen [[Praxis]] betrachtet und war nicht jedem Ungeübten oder dem gemeinen Volk zugänglich. Das [[Geheimnis]] dieser Praxis scheint aus einem ungewöhnlichen Weltentwurf zu bestehen, der dem Suchenden abverlangt, die Dinge auf eine vollständig andere Art zu interpretieren und zu bewerten und der von der normalen, gewohnten Betrachtungsweise der Dinge abweicht. Die Tantra-[[Lehrer]] sagen, dass ein Suchender auf diesem [[Pfad]] der sozialen und sogar menschlichen Sichtweise entwachsen und eine übermenschliche und göttliche Sicht der Dinge entwickeln muss. Da dies jedoch vom gemeinen Menschen dieser [[Welt]] zuviel abverlangen würde, soll der Tantra auch ein verschlossenes Geheimnis sein und bleiben, dessen Türen nur mit dem Schlüssel geöffnet werden können, den allein ein befähigter [[Guru]] zur Verfügung stellt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Philosophie===&lt;br /&gt;
Die [[Philosophie]] von Tantra basiert auf dem Konzept der Doppelnatur aller Dinge. Nichts ist einzeln, sondern alles ist bipolar oder doppelpolig. Die sogenannte [[Einheit]] der Dinge ist nur eine Erscheinungsform, welche von dem besonderen Verhalten des Zusammentritts zweier Kräfte, nämlich [[Shiva]] und [[Shakti]] angenommen wird, man könnte auch sagen, der positiven und negativen Pole. Um diese mystische Konzeption des [[Universum]]s verstehen zu können, möchten wir auf die traditionellen Lehrsätze der [[Purana]]s verweisen, [[Manusmriti]] und [[Mahabharata]], die besagen, dass es im Anbeginne eine universelle Einzelzelle gegeben hat, die schon immer da war, bekannt als [[Brahmanda]], und die sich dann zweiteilte. Der eine Teil wurde zum Kosmischen [[Mann]] und der andere zur Kosmischen [[Frau]]. Wenn wir wollen, können wir diese Teile auch Shiva und Shakti nennen. Selbst unsere modernen [[Naturwissenschaft]]en scheinen diese Sichtweise zu bestätigen, wenn sie sagen, dass das Universum im Anfang ein einzelnes Atom war, welches sich zuerst zweiteilte und sich dann in die Vielfalt der gegenwärtigen [[Form]]en des Universums aufspaltete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da diese zwei Teile und ihre darauffolgenden Unterteilungen eigentlich zu einem gesamten Ganzen gehören, gibt es eine natürliche Anziehungkraft, die von einem Teil zum anderen Teil ausgeübt wird. Es gibt also eine beidseitige Zugkraft zwischen den positiven und negativen Polen auf der kosmischen Ebene sowie auf der ihrer niedrigeren vielfältigen Abstammungsformen, sogar hinunter bis zum Atom. Wir wissen heute, dass auch das Atom in einer bipolaren Struktur aufgebaut ist, mit dem Nukleus im Zentrum und den Elektronen, die ihn in absolut rätselhafter Weise umkreisen. Die [[Reaktion]] der zwei verschiedenen Teile eines jeden einzelnen [[Organismus]] scheint eine doppelte Auffassung von [[Bewusstsein]] gegenüber Einheit und [[Zweiheit]] zur selben Zeit zu sein. Es kann keine [[Anziehung]] zwischen dem Positiven und Negativen geben, solange sie nicht zwei Pole formen und nicht nur ein einzelnes Etwas. Dennoch kann es andererseits ohne eine grundlegende Einheit, die in und zwischen ihnen wirkt, gar nicht diese Anziehung geben, wenn es zwei vollkommen verschiedene Dinge sind. Das ist also das Geheimnisvolle, das Mysterium und auch die Schwierigkeit, jenes [[Phänomen]] zu verstehen, welches als Anziehung bekannt ist und gewöhnlich in der Gemeinsprache [[Liebe]] oder [[Zuneigung]] genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bipolarität===&lt;br /&gt;
Das Konzept von Shiva und Shakti repräsentiert also in seiner höchsten Essenz diese Oberste Kosmische [[Dualität]]. Man kann sich vornehmlich vorstellen, dass dort nur Anziehung und Liebe zusammenwirken, so dass Shiva und Shakti als untrennbare Aspekte einer einheitlichen [[Realität]] zu betrachten sind, welche manchmal auch [[Ardhanarishvara|Ardhanareesvara]], der kosmische [[Androgyn]], genannt wird. Auf den niedrigeren Ebenen jedoch wirkt das Prinzip der [[Abstoßung]], was bedeutet, dass [[Abneigung]] mit Zuneigung zusammengeht, so wie auch Liebe mit [[Hass]]. Dort nimmt die bipolare Einheit eine Vielfalt an Form an, so dass ein bipolares Element nicht die Beeinflussung oder manchmal sogar nicht einmal die bloße Gegenwart solch eines anderen bipolaren Elementes tolerieren kann - aus [[Angst]] davor, seine isolierte, sich selbst bewusste bipolare Hälfte und dadurch seine Einheit zu verlieren. Dieses subtile Zusammenspiel kann in seiner groberen Art offenkundig werden, wenn z. B. eine Familiengruppe Schwierigkeiten hat, eine andere anzuerkennen und ihr die gleiche Liebe zu schenken wie der eigenen. Auf dieser Ebene können sich dann eine Gesellschaft, eine soziale Schicht und sogar eine bipolare Einzelperson nicht ohne einigen Argwohn und gewisse Vorbehalte gegenübertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Lehrsätzen oder dem Tantra nach ist die Ursache allen [[Leid]]s im [[Leben]] die bipolare [[Existenz]], diese in zwei geteilte Einheit, weil nicht eine duale Existenz in jeder ihr gegebenen Form die [[Wahrheit]] der Dinge ist, sondern das Eins-Sein. Da die zweifache Form allen Lebens in gewisser Hinsicht eine unnatürliche Art des Lebens darstellt, gibt es immer einen ambivalenten Standpunkt zwischen dem einen und dem anderen Pol von [[Mögen]] und [[Nicht-Mögen]], zu ein und derselben Zeit.&lt;br /&gt;
So wird Liebe niedergehalten, wenn Hass überwiegt und Hass unterdrückt, wenn Liebe die Oberhand behält. Fakt dabei ist jedoch, dass immer beide dieser Haltungen in einem Individuum versteckt sind, aber nur einer dieser Aspekte zum Vorschein kommt, wenn oder wie die Situation es gerade erfordert. Anstelle der Zweiheit wieder die Einheit zu bekommen, das ist der Vorgang im Tantra [[Sadhana]] - wobei dies jedoch die Zielsetzung eines jeden Sadhanas ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Unterschied===&lt;br /&gt;
Was ist also das Besondere am Tantra, und wodurch unterscheidet er sich von anderen [[Sadhana]]s, um dieses [[Ziel]] zu ereichen?&lt;br /&gt;
Der Unterschied ist sehr subtil und nicht leicht wahrzunehmen. In jeder Form religiöser Praxis gibt es meistens asketische Vorschriften für die Geisteshaltung des Praktizierenden. Das Äußere solle dem Inneren und das Materielle dem Spirituellen zuliebe abgelehnt werden. Jegliches [[Verlangen]] solle als schädliches [[Hindernis]] für den Sadhana unterbunden und alle [[Lebensfreude]] als Übel betrachtet werden, welches so früh wie möglich ausgemerzt werden muss. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, im Tantra sind die Dinge der Welt, die materiellen Formen der [[Wahrnehmung]], nicht wirklich Hindernisse, und ein Verlangen nach ihnen kann nicht dadurch besiegt werden, dass man das Verlangen an sich ablehnt. Alles in dieser Welt, und sogar die ganze Welt selbst, befindet sich in einem Übergang von der Unvollkommenheit hin zur [[Vollkommenheit]]. Das Sichtbare ist ein [[Weg]] hin zum Unsichtbaren und nicht sein Hindernis. Menschliches Begehren erwächst gerade wegen jener unintelligenten Auffassung, die der Mensch gegenüber dieser Lust entwickelt hat. Er hat sozusagen Lust-Angst, seitdem ihm erzählt worden ist, dass jegliche [[Begierde]] schlecht ist und alle äußeren Dinge nur zu Knechtschaft führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tantra sagt, dass das äußere Ding, das Objekt, kein fesselnder Zwang ist, allein schon wegen der Tatsache, dass das Objekt untrennbar mit dem Subjekt verbunden ist. Das Objekt ist der andere Pol des Subjekts, der Komplementär-Pol sozusagen. Beide Pole ergänzen sich gegenseitig. Jegliche [[Erfahrung]] steht in einer Subjekt-Objekt-Relation, und deshalb kann auch niemand nur im Geringsten daran denken, das Objekt der Begierde bewusst zu überwinden, ausgenommen, er hat vorher eine Beziehung zu dem Objekt hergestellt. Daher bedeutet die Überwindung des Objekts für uns immer wieder, in einen Teufelskreis einzutreten. Es gibt trotz aller Anstrengungen keine Möglichkeit, das Objekt loszuwerden, da schon im Bewusstsein die Gegenwart des Objekts da ist. Daher kommt also der großartige Tantra-Spruch, dass Begierde nur durch Begierde überwunden werden kann, genauso wie das Objekt nur vom Objekt bezwungen werden kann. Auch wird im Tantra gesagt, der andere Aspekt dieses Prinzips sei, &amp;quot;dass man sich durch das, wodurch man fällt, auch wieder aufrichten kann.&amp;quot; (Yaireva patanam dravyaih siddhih taireva.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier tritt der Kernpunkt der ganzen Sache hinsichtlich des Tantra zutage, welche ihn deutlich von allen anderen religiösen Praktiken und Sadhana-Formen abgrenzt. Warum diese Praxis schwierig und sogar gefährlich ist, wird durch die Art der Glaubenslehre offensichtlich, obwohl man wohl einräumen muss, dass der [[Glaubenssatz]] vielleicht etwas sehr rational verfasst ist und auf Tiefenpsychologie der menschlichen Natur basiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stufen des Tantra===&lt;br /&gt;
Die Tantra-Lehrer wissen, dass es große Schwierigkeiten gibt, wenn es darum geht, sich diese Lehrsätze einzuprägen und zu praktizieren. Insofern wird die Kunst des Sadhana auf diesem Pfad als gestaffelte Aufwärtsbewegung während der verschiedenen Stufen des Aufstiegs betrachtet. Indem man zu einem Zustand aufsteigt, wo eben jenes Verhältnis zwischen Subjekt und Objekt transzendiert oder überwunden wird, erreicht man unterschiedliche Stufen von [[Erkenntnis]] und eine Loslösung des Subjekts von der Verstrickung des Objekts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese festgesetzten Stufen lauten: [[Vede]]chara, [[Vaishnava]]chara, [[Saiva]]chara, [[Dakshina]]chara, [[Vama]]chara, [[Siddhanta]]chara und zuletzt [[Kaula]]chara.&lt;br /&gt;
Von diesen sieben aufgeführten Stufen sind die ersten drei für die niedrigere Kategorie der [[Sadhaka]]s bestimmt, welche als [[Pasu]] Jiva (Personen, in welchen die tierische Natur vorherrschend ist) bekannt sind. Die nächsten zwei stehen für die [[Vira]] [[Jiva]] (Personen, in welchen der normale menschliche Instinkt vorherrscht) und die letzten zwei für die [[Divya]] Jiva (Personen, in welchen das göttliche Element vorherrschend ist).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird geglaubt, dass die ersten drei [[Achara]]s besonders für [[Karma]] stehen. [[Bhakti]] und [[Jnana]], der [[Veda]], der für das [[Ritual]] steht, [[Vaishnava]] für die [[Hingabe]] und [[Saiva]] für das [[Wissen]]. Der vierte Achara, welcher [[Dakshina]] genannt wird, versucht die Ergebnisse zu bewahren, die durch das Praktizieren der ersten drei Stufen erreicht wurden. Bis zu dieser Ebene ist die Bewegung fast linear und praktisch gerade. Auf der nächsten Stufe (Vamachara) aber gibt es einen seltsamen Unterschied des Blickwinkels, denn dieser Begriff beinhaltet den Beginn der Rückwärts-Strömung der [[Seele]]n-Bewegung hin zur [[Realität]]. &amp;quot;[[Vama]]&amp;quot; bedeutet nicht &amp;quot;links&amp;quot;, wie die meisten Leute zu denken scheinen, sondern &amp;quot;Umkehr-Prozess&amp;quot;, [[Nivritti]] oder die Rückkehr - im Gegensatz zu [[Pravritti]] oder dem Vorwärts-Fließen mit der natürlichen Strömung der [[Sinne]]. Hier liegt der Beginn der allergeheimsten Praxis oder des esoterischen Aspektes des Tantra Sadhana, wo Objekte der Anziehung, des Reizes, egal welcher Art sie sind, gerade als Instrumente und Werkzeuge betrachtet werden, nicht, damit sie abgelehnt, sondern damit sie integriert und zu einem Teil des eigenen Seins gemacht werden. Die Absicht dabei ist aber, jenes Bewusstsein zu überwinden, dass sie außerhalb von einem selbst sind, als so eine Art gegenüberliegendes, entgegengesetztes Objekt oder irgendein äußerliches Etwas. Diese besondere Phase soll eigentlich auch nicht erklärt, sondern nur auf direktem Weg von einem Lehrmeister gelernt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Natur der Dinge===&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen werden [[Reichtum]], [[Macht]] und [[Sex]] als die wohl größten Hindernisse auf dem [[Weg]] zu spiritueller Vollkommenheit betrachtet. Der Tantra jedoch versucht gerade diese sich nutzbar zu machen und zu überwinden, und zwar mit genau den Mitteln, mit welchen ein ungeübter [[Verstand]] sich ins Unheil stürzen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pasu, Vira und Divya [[Bhava]]s entsprechen den tierischen, menschlichen und göttlichen Naturen und ziehen die groben, die feinen und die göttlichen Aspekte der Dinge in Betracht, welchen man in seinem spirituellen Leben als Gegensätze begegnen muss. Das ist das verbotene Gebiet von Tantra Sadhana, der Bereich, welchen der wahrhaft Suchende nicht offenlegt, da der gemeine Mensch ihn nicht wissen, verstehen oder aus ihm Nutzen ziehen soll.&lt;br /&gt;
Jedes Objekt hat eine grobe, eine feine und eine göttliche [[Form]], und jeder [[Sadhaka]] muss all diese Phasen durchlaufen. &lt;br /&gt;
Der Tantra beharrt darauf, dass keine Stufe oder Phase als Hindernis abgelehnt werden soll, sondern von jedem Individuum selbst genommen und durchschritten werden soll. Mann kann nur ein unbekanntes Ding, ein Objekt der [[Angst]], nicht unter seine [[Kontrolle]] bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tantra sagt, dass die unreinen, häßlichen und unheiligen Dinge des Lebens eigentlich Dinge sind, die fälschlicherweise nicht in ihrem wirklichen Zusammenhang gesehen wurden, nicht von ihrer eigenen besonderen Position oder vom Standpunkt der Dinge selbst her. Sie sind weder gut noch schlecht, weder schön noch häßlich und weder heilig noch unheilig. Das alles sind nur Vorstellungen, die uns unser Verstand von einem speziellen Interessenstandpunkt aus gibt. Unser Verstand sträubt sich dagegen, in Erwägung zu ziehen, dass es auch noch andere Interessen als seine eigenen geben könnte. Das Universum muss man von vielen Blickwinkeln aus sehen, nicht nur von einem. Vom Ersteren muss man zum Letzteren steigen, mit einer systematischen und progressiven Bewegung seines ganzen Seins durch den groben, den feinen und den göttlichen Aufbau der Dinge.&lt;br /&gt;
Am Anfang hat man Kontakt mit dem Objekt. Als nächstes denkt man es bloß noch mit seinem Verstand. Zuletzt visualisiert man es nur noch als einen Unruheherd oder Stress-Punkt in der Universellen Realität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die oben erwähnten Siddhantachara und Kaulachara vervollständigen den Prozess des Sadhana, wobei man in die wahre Natur der Dinge eintaucht und regelrecht übermenschlich wird. Die Aufgabe, welche die religiöse Praxis mit sich bringt, ist nicht die Ablehnung des Objektes oder des Dinges an sich, sondern die der Idee oder der Vorstellung, dass es, das Objekt, außerhalb von einem selbst sei. Die falsche Vorstellung weckt die Begierde, nicht das Objekt oder das Ding selbst. Die Verordnung ist hier in der Tat sehr subtil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritual===&lt;br /&gt;
Tantra Sadhana beinhaltet das Rezitieren von [[Mantra]]s, die Ritualausführung mittels [[Yantra]]s und die eigene Abstimmung mit einer speziellen Ebene der Realität, was eigentlich die spezifische Bedeutung des Tantra ist. Während dieses Prozesses muss man viele kleine Details direkt von seinem [[Guru]] lernen. Die [[Entschlackung]] des [[Körper]]s, die [[Reinigung]] des [[Geist]]es und die Klärung seiner sozialen Beziehungen sind alles wichtige Vorbereitungen des Sadhana. Die übliche [[Shodasopachara]]-[[Puja]] (sechzehngliedrige [[Gebet]]szeremonie), welche für eine [[Gottheit]] abgehalten wird, sind auch geeignete Maßnahmen für all das, was man bewundert, schätzt und liebt. Durch solch einen [[Gottesdienst]] sucht man die Verbindung mit der Gottheit durch die Aufhebung der Trennung zwischen Ihr und einem selbst. Die geheimnisvollen Prozesse, [[Nyasa]] ([[Anga]]-Nyasa und [[Kara]]-Nyasa) genannt, sind wiederum nach innen gerichtete Techniken, mittels derer man das Objekt in einem selbst und die Gottheit in seinem ureigenen [[Sein]] fühlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All das macht es mehr als deutlich, dass der Tantra Sadhana genauso höchst wissenschaftlich und präzise wie auch schwierig und gefährlich&lt;br /&gt;
ist. Dies ist seine Besonderheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
*[[Tantra Yoga]]&lt;br /&gt;
*[[Vijnana Bhairava Tantra]]&lt;br /&gt;
*[[Panchatantra]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p105_Kundalini-Tantra/ &#039;&#039;Kundalini Tantra&#039;&#039; von Swami Satyananda]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p106_Tantra-und-Yoga-Panorama/ &#039;&#039;Tantra und Yoga Panorama&#039;&#039; von Swami Satyananda]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/tantra/ Tantra Yoga]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/art_tantra_agama.html &amp;quot;Tantra&amp;quot; aus &#039;&#039;Göttliche Erkenntnis&#039;&#039; von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/YogaundSexualitaet.html Yoga und Sexualität von Sukadev]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/kundalini-yoga/literatur-buecher-kundalini-yoga/ Literatur Bücher Kundalini Yoga]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/seminar/meditationen-aus-dem-tantra-b130823-5/ Meditationen aus dem Tantra]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminarhaus-shanti/veranstaltungen/kalender-2013/yogini-tantra/ Yogini Tantra]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos==&lt;br /&gt;
===Atma Kriya Yoga mit Rishi Tulsidasananda===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|uQaVFLZnGVw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Erfahrung des subjektiven Bewusstseins im Yoga und in der östlichen Meditation===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|zoXRuC3RQTE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Entdeckung der Kundalini mit Sigmund Feuerabendt===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|kIhgXHWQoCw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weißer Tantra mit Simram Kaur===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|jTn_1dUD9tE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was ist das Besondere an Tantra Meditationstechniken - Interview mit Dr. Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|QFR_u_Zdwhg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ajapa Japa - Tantra Meditation mit Soham===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|F40CZ5h0Ahk}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ajapa Japa - Tantra Meditation Technique===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|3LpnJk47SmA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kaya Sthairyam Tantra Meditation mit Dr. Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|5N2qB99YkFs}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Tantra Meditation - mit Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|HrvueDbn8HY}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Multimedia==&lt;br /&gt;
===Kundalini Yoga: Tantra===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/39_Kundalini-Yoga-Teil_2_Tantra.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Ewige und das Vergängliche – Shiva-Shakti 1===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Das_Ewige_und_das_Vergaengliche_Shiva-Shakti-1.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sei verhaftungslos und … Shiva-Shakti 2===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Glueck-ist-im-inneren.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Setze dich durch – und gebe nach – Shiva-Shakti 3===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Sonne-Mond-im-Alltag.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tantra]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kundalini Yoga]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Chakra]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga Vidya Journal]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Tantra&amp;diff=119983</id>
		<title>Tantra</title>
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		<updated>2014-07-06T10:14:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: /* Ritual */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Tantra&#039;&#039;&#039; ([[Sanskrit]]: तन्त्र tantra &#039;&#039;n.&#039;&#039;) Webstuhl; Gewebe, Kontinuum, Zusammenhang; Lehrwerk, Lehre; eine Klasse von Werken, die ursprünglich streng geheim gehaltene (esoterische) Inhalte lehrten und sich hauptsächlich mit [[Mystik]], [[Magie]] und Techniken zur [[Selbsterkenntnis]] und Erlösung ([[Moksha]] aus dem Kreislauf der Wiedergeburt, [[Samsara]]) beschäftigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:kundalini_chakras.jpg|thumb|Die Chakras - Energiezentren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herkunft==&lt;br /&gt;
Das Wort &amp;quot;Tantra&amp;quot; wird von der Sanskritwurzel &amp;quot;tan&amp;quot; (&amp;quot;ausdehnen, spannen&amp;quot;) abgeleitet. Die Ursprünge des Tantra als soteriologische (zur Erlösung hinführende) Systeme liegen etwa im 2. Jahrhundert, in seinen heute bekannten Ausprägungen wird es seit dem 7. oder 8. Jahrhundert weitergegeben. Aus der tantrischen Tradition stammt unter anderem die Lehre von den sieben [[Chakra]]s. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Traditionelle Richtungen==&lt;br /&gt;
Im wesentlichen gibt es in [[Indien]] drei Hauptrichtungen des Tantra, wozu noch die Form des tibetischen tantrischen [[Buddhismus]] ([[Vajrayana]]) kommt, der auch in [[Nepal]] praktiziert wird:&lt;br /&gt;
*1. [[Vaishnavacara]] (&#039;&#039;vaiṣṇavācāra&#039;&#039;): Hier werden die Formen des [[Gott]]es [[Vishnu]] als höchstes Prinzip verehrt.&lt;br /&gt;
*2. [[Shaivacara]] (&#039;&#039;śaivācāra&#039;&#039;): Hier werden die Formen des Gottes [[Shiva]] als höchstes Prinzip verehrt.&lt;br /&gt;
*3. [[Shaktacara]] (&#039;&#039;śāktācāra&#039;&#039;): hier werden die Formen der Göttin ([[Shakti]]) als höchstes Prinzip verehrt. Die als [[Shakta]] bekannten [[Tantriker]] folgen ihrerseits einem der beiden folgenden Wege bzw. Lebenswandel ([[Acara]]): entweder dem &amp;quot;Weg der rechten Hand&amp;quot; ([[Dakshinacara]] &#039;&#039;dakṣiṇācāra&#039;&#039;), in dem keine sexuellen Praktiken ausgeübt, wenn überhaupt imaginiert werden, oder dem &amp;quot;Weg der linken Hand&amp;quot; ([[Vamacara]] &#039;&#039;vāmācāra&#039;&#039;), der auch sexuelle Praktiken in das [[Ritual]] integriert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|mgLlp-CJsX4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra im Yoga==&lt;br /&gt;
Tantra als Teil der [[Yoga|yogischen]] Tradition und beruht auf der Shiva-Shakti-Philosophie. [[Shiva]] repräsentiert das Unveränderliche, das Unbewegte, das absolute [[Bewusstsein]], im [[Vedanta]] &amp;quot;[[Brahman]]&amp;quot; genannt. [[Shakti]] repräsentiert die schöpferische [[Energie]], welche das Universum in sechs Schritten in Analogie der sechs [[Chakra]]s (unterhalb des [[Sahasrara]] Chakras, der Sitz von Shiva), geschaffen hat. Ursprünglich sind Shiva und Shakti eins. Durch eine erste Schwingung, &amp;quot;[[Spandana]]&amp;quot; („Spaltung“), trennt sich Shakti von Shiva und schafft erst die zwei [[Kausalwelt]]en, dann die drei [[Astralwelt]]en und schließlich die physische [[Welt]]. Zyklisch vereinigen sich Shiva und Shakti wieder (Auflösung), bleiben zusammen ([[Pralaya]], kosmische Nacht) und trennen sich wieder (Schöpfung). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In jedem Teil des Kosmos sind Shiva und Shakti. Im Menschen manifestiert sich Shiva als reines Bewusstsein, als [[Satchidananda]]. Shakti manifestiert sich als die drei Körper mit den fünf Hüllen. Solange Shakti von Shiva getrennt ist, ist der Mensch unzufrieden. Im Laufe der individuellen [[Evolution]] über viele [[Leben]] hinweg erwacht die [[Kundalini]] (Shakti im Menschen) und vereinigt die individuelle [[Seele]] wieder mit der kosmischen Seele. [[Kundalini Yoga]] ist die Wissenschaft der Beschleunigung dieses natürlichen Evolutionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Drei Formen des Tantra==&lt;br /&gt;
Es gibt außerdem eine weitere, modernere Einteilung in drei [[Yoga Arten|Arten]] von Tantra: weißes, rotes und schwarzes Tantra. Rotes Tantra sind die sexuellen Praktiken, schwarzes Tantra sind die magischen und schwarzmagischen Praktiken zur egoistischen [[Manipulation]] von Energien und [[Geister]]n für selbstsüchtige Zwecke. Weißes Tantra sind die Praktiken zur Reinigung des [[Astralkörper]]s und zur Erweckung der [[Kundalini]] ohne selbstsüchtige Motive und werden daher [[Kundalini Yoga]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra und [[Schamanismus]] – Energien im Fluss==&lt;br /&gt;
Interview mit Maharani Fritsch de Navarrete, erschienen im Yoga Vidya Journal Nr. 27, Herbst 2013&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlässlich des Yoga Kongress 2012&lt;br /&gt;
‚[[Chakra]], Tantra, [[Kundalini]]‘ haben&lt;br /&gt;
wir mit Maharani Fritsch de&lt;br /&gt;
Navarrete gesprochen. Als Yogini&lt;br /&gt;
und Schamanin mit westlicher&lt;br /&gt;
psychologischer Ausbildung schlägt&lt;br /&gt;
sie energetische Brücken zwischen&lt;br /&gt;
Amazonien und Indien. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich durfte in meinem Workshop wunderbare Zusammenhänge&lt;br /&gt;
zwischen Yoga, Tantra und Schamanismus herstellen und diese&lt;br /&gt;
hoffentlich nicht nur durch den informativen Part, sondern&lt;br /&gt;
auch vor allem durch den rituellen Teil zum Ausdruck bringen.&lt;br /&gt;
Diese alten holistischen Systeme sind nur scheinbar voneinander&lt;br /&gt;
getrennt- in allen geht es um [[Heilung]], Heil-Werden,&lt;br /&gt;
Ganz-Werden, Heilig-Werden, Verbunden-Sein. Ich bin immer&lt;br /&gt;
sehr glücklich, wenn ich auf die Brücken hinweisen darf, auf&lt;br /&gt;
die Ur-Quelle und die Ur-Verbindung. Höheres [[Sein]] bedeutet&lt;br /&gt;
immer ein höheres Verbundensein. Für [[Yogi]]s, für Tantriker, für&lt;br /&gt;
[[Schamane]]n, für Bewusste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|3Cn4X_2ODM0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Nach so vielen Jahren spiritueller Praxis verschiedenster Traditionen, als Yogalehrerin und Schamanin - siehst du Verbindungen zwischen Tantra und Schamanismus und wenn ja, welcher Art?====&lt;br /&gt;
Für den Schamanen geht die kosmische Evolution vom&lt;br /&gt;
Schamanismus (Ur-Form des spirituellen Ausdrucks) über den&lt;br /&gt;
[[Hinduismus]] zum [[Buddhismus]]. Tantra und Schamanismus decken&lt;br /&gt;
sich dermaßen, dass sie fast identisch sind in der Vorstellung,&lt;br /&gt;
dass männlich und weiblich oder auch das Spiel der&lt;br /&gt;
Gegensätze die Grundlage aller Prozesse im Universum sind.&lt;br /&gt;
Vor allem in Nepal, wo ich - neben Peru - auch meine Lehrer&lt;br /&gt;
habe, ist dies sehr gut sichtbar. Dort fließen Yoga, Tantrismus&lt;br /&gt;
und Schamanismus permanent zusammen und sind nur&lt;br /&gt;
schwer voneinander zu trennen. Ein Yogi gilt als [[Shivait]], was&lt;br /&gt;
mit Tantriker gleichgesetzt wird, und ein Tantriker ist in diesem&lt;br /&gt;
Kontext auch ein Schamane. Zum Beispiel schamanische Elementenverehrung,&lt;br /&gt;
also Naturrituale, verfeinerten sich nach&lt;br /&gt;
und nach in der [[Veden|vedisch]]en Zeit zum [[Havan]]/[[Agni Hotra]], [[Puja]]&lt;br /&gt;
und [[Yajna]] (Feuer- und andere Rituale). [[Shiva]] selbst ist ja der&lt;br /&gt;
Urahne der Schamanen als [[Pashupati]], Herr der Tiere, als [[Shankar]]&lt;br /&gt;
und [[Bhairava]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig ist er der Ur-Tantriker und Ur-[[Asket]] als [[Mahadev]],&lt;br /&gt;
[[Mahesvar]] und [[Yogeshwara]], der [[Vater]] des [[Yoga]]. Er zieht einsam,&lt;br /&gt;
mit [[Asche]] beschmiert, auf seiner [[Damaru]] trommelnd,&lt;br /&gt;
durch die Wälder und hält sich auch an den [[Ghat]]s, den Verbrennungsstätten&lt;br /&gt;
(Orte der Transformation), auf. Gleichzeitig&lt;br /&gt;
meditiert er als [[Sadashiva]] über das Höchste und als [[Nataraj]]&lt;br /&gt;
tanzt er das Spiel der [[Gegensätze]] und [[Transformation]].&lt;br /&gt;
Der Name Shaman bedeutet ja: „der, der wirklich sieht”.&lt;br /&gt;
Ein [[Drsthi]] also, ein [[Seher]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wer kann besser sehen, als der dreiäugige Shiva? [[Yoga]]-&lt;br /&gt;
[[Asana]]s entsprangen der Nachahmung der Natur und viele&lt;br /&gt;
haben Tier- oder Pflanzennamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Gemeinsamkeiten gibt es im Verständnis, dass alles&lt;br /&gt;
miteinander verbunden ist, dass wir vom Energieuniversum&lt;br /&gt;
umgeben sind, das heißt, dass Schwingung die Grundlage der&lt;br /&gt;
grobstofflichen Manifestation ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Gibt es dann in der schamanischen Energiemedizin auch eine Art von Kundalini-Erfahrung?====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich! Im nepalesischen, aber auch im peruvianischen&lt;br /&gt;
(dort gibt es mehrere Schulen) Schamanismus sind Energieerfahrungen die tägliche Praxis-Erfahrung. [[Mahakali]]&lt;br /&gt;
([[Indien]] und [[Nepal]]) und Pachamama (Peru,&lt;br /&gt;
Bolivien, Ecuador) ist die Urquelle der schöpferischen&lt;br /&gt;
[[Kundalini]]-[[Shakti]].&lt;br /&gt;
Das Erwachen im schamanisch-tantrischen [[Sinn]]e&lt;br /&gt;
ist die konstante Rückverbindung mit dieser&lt;br /&gt;
[[Kraft]], die allen Phänomenen zugrunde liegt. Bei&lt;br /&gt;
meinen ersten Peru-Reisen staunte ich nicht&lt;br /&gt;
schlecht, als ich entdeckte, dass das Energiesystem&lt;br /&gt;
der Schamanen und die Vorstellung vom&lt;br /&gt;
Energieuniversum und Energiemedizin sich mit&lt;br /&gt;
dem Kundalini Yoga deckt bzw. ihm sehr, sehr&lt;br /&gt;
ähnelt. Natürlich werden andere Termini benutzt,&lt;br /&gt;
für die Inka-Schamanen sind die Chakras&lt;br /&gt;
Nawis oder Ojos de cinturon, also „Augen”, das&lt;br /&gt;
Aufsteigen von Kundalini heißt el kawsay und sushumna&lt;br /&gt;
Nadi heißt kurku. Statt Sahasrara haben&lt;br /&gt;
wir Uma oder Pujuy... etc. Aber die Phänomene sind&lt;br /&gt;
exakt die gleichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Du hast den Workshop ‚Schamanische Energiemedizin für das neue Zeitalter gehalten’, was sind die Kennzeichen des neuen Zeitalters aus deiner Sicht und wie kann man sich energetisch darauf vorbereiten?====&lt;br /&gt;
Für die Schamanen ist die Periode momentan eine besondere&lt;br /&gt;
Zeit, vor allem im Inka Schamanismus - diese Zeit wird Pachakutec&lt;br /&gt;
(Wandel) genannt. Aber: es gibt keinen [[Messias|Erlöser]], keinen&lt;br /&gt;
Heiland von außen, keinen Zauberstab, der dich rettet… Für&lt;br /&gt;
die Schamanen, für bewusste Spiritualisten ist die Zukunft&lt;br /&gt;
jetzt schon da! Der erwartete Pachakuti-Inka, der letzte König&lt;br /&gt;
ist kein erlösender [[Avatar]], sondern vielmehr eine besondere&lt;br /&gt;
[[Schwingung]] zum Empfangen hochfrequenter spiritueller Energie.&lt;br /&gt;
Das [[Bewusstsein]] ist entscheidend und dein eigenes JA zur&lt;br /&gt;
Heilung auf allen Ebenen- das ist die Absichtserklärung an&lt;br /&gt;
das Universum. Es geschieht momentan, dass mir in meinen&lt;br /&gt;
Kursen und Ausbildungen immer mehr Menschen begegnen,&lt;br /&gt;
die an der [[Heilung]] aus der ersten [[Hand]] interessiert sind, nicht&lt;br /&gt;
an den [[Dogmen]] alter schulmedizinischer Systeme... Und immer&lt;br /&gt;
mehr Menschen machen die reale Erfahrung, dass dein innerer&lt;br /&gt;
Heiler nur darauf wartet, wieder aktiviert zu werden! Für bewusste&lt;br /&gt;
Yogis, Tantriker, Schamanen, Spiritualisten ist dies eine&lt;br /&gt;
Zeitqualität des Umschwungs. Mein Meister in Peru sagte einmal&lt;br /&gt;
so schön: „Diese Zeit ist eine Entwicklungshilfe.”...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra Yoga, Nada Yoga and Kriya Yoga - Erläuterungen von Swami Krishnananda==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Einleitung von [[Swami]] [[Krishnananda]] zu Swami [[Sivananda]]s Buch „Tantra Yoga, Nada Yoga and Kriya Yoga“ der [http://www.sivanandaonline.org/public_html/ Divine Life Society], 5. Auflage, 2000, Shivanandanagar, S. VII - XII., ISBN 81-7052-042-8&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Tantra===&lt;br /&gt;
Das System, welches Tantra genannt wird, wurde schon von jeher als esoterischer Geheimpfad der spirituellen [[Praxis]] betrachtet und war nicht jedem Ungeübten oder dem gemeinen Volk zugänglich. Das [[Geheimnis]] dieser Praxis scheint aus einem ungewöhnlichen Weltentwurf zu bestehen, der dem Suchenden abverlangt, die Dinge auf eine vollständig andere Art zu interpretieren und zu bewerten und der von der normalen, gewohnten Betrachtungsweise der Dinge abweicht. Die Tantra-[[Lehrer]] sagen, dass ein Suchender auf diesem [[Pfad]] der sozialen und sogar menschlichen Sichtweise entwachsen und eine übermenschliche und göttliche Sicht der Dinge entwickeln muss. Da dies jedoch vom gemeinen Menschen dieser [[Welt]] zuviel abverlangen würde, soll der Tantra auch ein verschlossenes Geheimnis sein und bleiben, dessen Türen nur mit dem Schlüssel geöffnet werden können, den allein ein befähigter [[Guru]] zur Verfügung stellt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Philosophie===&lt;br /&gt;
Die [[Philosophie]] von Tantra basiert auf dem Konzept der Doppelnatur aller Dinge. Nichts ist einzeln, sondern alles ist bipolar oder doppelpolig. Die sogenannte [[Einheit]] der Dinge ist nur eine Erscheinungsform, welche von dem besonderen Verhalten des Zusammentritts zweier Kräfte, nämlich [[Shiva]] und [[Shakti]] angenommen wird, man könnte auch sagen, der positiven und negativen Pole. Um diese mystische Konzeption des [[Universum]]s verstehen zu können, möchten wir auf die traditionellen Lehrsätze der [[Purana]]s verweisen, [[Manusmriti]] und [[Mahabharata]], die besagen, dass es im Anbeginne eine universelle Einzelzelle gegeben hat, die schon immer da war, bekannt als [[Brahmanda]], und die sich dann zweiteilte. Der eine Teil wurde zum Kosmischen [[Mann]] und der andere zur Kosmischen [[Frau]]. Wenn wir wollen, können wir diese Teile auch Shiva und Shakti nennen. Selbst unsere modernen [[Naturwissenschaft]]en scheinen diese Sichtweise zu bestätigen, wenn sie sagen, dass das Universum im Anfang ein einzelnes Atom war, welches sich zuerst zweiteilte und sich dann in die Vielfalt der gegenwärtigen [[Form]]en des Universums aufspaltete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da diese zwei Teile und ihre darauffolgenden Unterteilungen eigentlich zu einem gesamten Ganzen gehören, gibt es eine natürliche Anziehungkraft, die von einem Teil zum anderen Teil ausgeübt wird. Es gibt also eine beidseitige Zugkraft zwischen den positiven und negativen Polen auf der kosmischen Ebene sowie auf der ihrer niedrigeren vielfältigen Abstammungsformen, sogar hinunter bis zum Atom. Wir wissen heute, dass auch das Atom in einer bipolaren Struktur aufgebaut ist, mit dem Nukleus im Zentrum und den Elektronen, die ihn in absolut rätselhafter Weise umkreisen. Die [[Reaktion]] der zwei verschiedenen Teile eines jeden einzelnen [[Organismus]] scheint eine doppelte Auffassung von [[Bewusstsein]] gegenüber Einheit und [[Zweiheit]] zur selben Zeit zu sein. Es kann keine [[Anziehung]] zwischen dem Positiven und Negativen geben, solange sie nicht zwei Pole formen und nicht nur ein einzelnes Etwas. Dennoch kann es andererseits ohne eine grundlegende Einheit, die in und zwischen ihnen wirkt, gar nicht diese Anziehung geben, wenn es zwei vollkommen verschiedene Dinge sind. Das ist also das Geheimnisvolle, das Mysterium und auch die Schwierigkeit, jenes [[Phänomen]] zu verstehen, welches als Anziehung bekannt ist und gewöhnlich in der Gemeinsprache [[Liebe]] oder [[Zuneigung]] genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bipolarität===&lt;br /&gt;
Das Konzept von Shiva und Shakti repräsentiert also in seiner höchsten Essenz diese Oberste Kosmische [[Dualität]]. Man kann sich vornehmlich vorstellen, dass dort nur Anziehung und Liebe zusammenwirken, so dass Shiva und Shakti als untrennbare Aspekte einer einheitlichen [[Realität]] zu betrachten sind, welche manchmal auch [[Ardhanarishvara|Ardhanareesvara]], der kosmische [[Androgyn]], genannt wird. Auf den niedrigeren Ebenen jedoch wirkt das Prinzip der [[Abstoßung]], was bedeutet, dass [[Abneigung]] mit Zuneigung zusammengeht, so wie auch Liebe mit [[Hass]]. Dort nimmt die bipolare Einheit eine Vielfalt an Form an, so dass ein bipolares Element nicht die Beeinflussung oder manchmal sogar nicht einmal die bloße Gegenwart solch eines anderen bipolaren Elementes tolerieren kann - aus [[Angst]] davor, seine isolierte, sich selbst bewusste bipolare Hälfte und dadurch seine Einheit zu verlieren. Dieses subtile Zusammenspiel kann in seiner groberen Art offenkundig werden, wenn z. B. eine Familiengruppe Schwierigkeiten hat, eine andere anzuerkennen und ihr die gleiche Liebe zu schenken wie der eigenen. Auf dieser Ebene können sich dann eine Gesellschaft, eine soziale Schicht und sogar eine bipolare Einzelperson nicht ohne einigen Argwohn und gewisse Vorbehalte gegenübertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Lehrsätzen oder dem Tantra nach ist die Ursache allen [[Leid]]s im [[Leben]] die bipolare [[Existenz]], diese in zwei geteilte Einheit, weil nicht eine duale Existenz in jeder ihr gegebenen Form die [[Wahrheit]] der Dinge ist, sondern das Eins-Sein. Da die zweifache Form allen Lebens in gewisser Hinsicht eine unnatürliche Art des Lebens darstellt, gibt es immer einen ambivalenten Standpunkt zwischen dem einen und dem anderen Pol von [[Mögen]] und [[Nicht-Mögen]], zu ein und derselben Zeit.&lt;br /&gt;
So wird Liebe niedergehalten, wenn Hass überwiegt und Hass unterdrückt, wenn Liebe die Oberhand behält. Fakt dabei ist jedoch, dass immer beide dieser Haltungen in einem Individuum versteckt sind, aber nur einer dieser Aspekte zum Vorschein kommt, wenn oder wie die Situation es gerade erfordert. Anstelle der Zweiheit wieder die Einheit zu bekommen, das ist der Vorgang im Tantra [[Sadhana]] - wobei dies jedoch die Zielsetzung eines jeden Sadhanas ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Unterschied===&lt;br /&gt;
Was ist also das Besondere am Tantra, und wodurch unterscheidet er sich von anderen [[Sadhana]]s, um dieses [[Ziel]] zu ereichen?&lt;br /&gt;
Der Unterschied ist sehr subtil und nicht leicht wahrzunehmen. In jeder Form religiöser Praxis gibt es meistens asketische Vorschriften für die Geisteshaltung des Praktizierenden. Das Äußere solle dem Inneren und das Materielle dem Spirituellen zuliebe abgelehnt werden. Jegliches [[Verlangen]] solle als schädliches [[Hindernis]] für den Sadhana unterbunden und alle [[Lebensfreude]] als Übel betrachtet werden, welches so früh wie möglich ausgemerzt werden muss. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, im Tantra sind die Dinge der Welt, die materiellen Formen der [[Wahrnehmung]], nicht wirklich Hindernisse, und ein Verlangen nach ihnen kann nicht dadurch besiegt werden, dass man das Verlangen an sich ablehnt. Alles in dieser Welt, und sogar die ganze Welt selbst, befindet sich in einem Übergang von der Unvollkommenheit hin zur [[Vollkommenheit]]. Das Sichtbare ist ein [[Weg]] hin zum Unsichtbaren und nicht sein Hindernis. Menschliches Begehren erwächst gerade wegen jener unintelligenten Auffassung, die der Mensch gegenüber dieser Lust entwickelt hat. Er hat sozusagen Lust-Angst, seitdem ihm erzählt worden ist, dass jegliche [[Begierde]] schlecht ist und alle äußeren Dinge nur zu Knechtschaft führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tantra sagt, dass das äußere Ding, das Objekt, kein fesselnder Zwang ist, allein schon wegen der Tatsache, dass das Objekt untrennbar mit dem Subjekt verbunden ist. Das Objekt ist der andere Pol des Subjekts, der Komplementär-Pol sozusagen. Beide Pole ergänzen sich gegenseitig. Jegliche [[Erfahrung]] steht in einer Subjekt-Objekt-Relation, und deshalb kann auch niemand nur im Geringsten daran denken, das Objekt der Begierde bewusst zu überwinden, ausgenommen, er hat vorher eine Beziehung zu dem Objekt hergestellt. Daher bedeutet die Überwindung des Objekts für uns immer wieder, in einen Teufelskreis einzutreten. Es gibt trotz aller Anstrengungen keine Möglichkeit, das Objekt loszuwerden, da schon im Bewusstsein die Gegenwart des Objekts da ist. Daher kommt also der großartige Tantra-Spruch, dass Begierde nur durch Begierde überwunden werden kann, genauso wie das Objekt nur vom Objekt bezwungen werden kann. Auch wird im Tantra gesagt, der andere Aspekt dieses Prinzips sei, &amp;quot;dass man sich durch das, wodurch man fällt, auch wieder aufrichten kann.&amp;quot; (Yaireva patanam dravyaih siddhih taireva.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier tritt der Kernpunkt der ganzen Sache hinsichtlich des Tantra zutage, welche ihn deutlich von allen anderen religiösen Praktiken und Sadhana-Formen abgrenzt. Warum diese Praxis schwierig und sogar gefährlich ist, wird durch die Art der Glaubenslehre offensichtlich, obwohl man wohl einräumen muss, dass der [[Glaubenssatz]] vielleicht etwas sehr rational verfasst ist und auf Tiefenpsychologie der menschlichen Natur basiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stufen des Tantra===&lt;br /&gt;
Die Tantra-Lehrer wissen, dass es große Schwierigkeiten gibt, wenn es darum geht, sich diese Lehrsätze einzuprägen und zu praktizieren. Insofern wird die Kunst des Sadhana auf diesem Pfad als gestaffelte Aufwärtsbewegung während der verschiedenen Stufen des Aufstiegs betrachtet. Indem man zu einem Zustand aufsteigt, wo eben jenes Verhältnis zwischen Subjekt und Objekt transzendiert oder überwunden wird, erreicht man unterschiedliche Stufen von [[Erkenntnis]] und eine Loslösung des Subjekts von der Verstrickung des Objekts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese festgesetzten Stufen lauten: [[Vede]]chara, [[Vaishnava]]chara, [[Saiva]]chara, [[Dakshina]]chara, [[Vama]]chara, [[Siddhanta]]chara und zuletzt [[Kaula]]chara.&lt;br /&gt;
Von diesen sieben aufgeführten Stufen sind die ersten drei für die niedrigere Kategorie der [[Sadhaka]]s bestimmt, welche als [[Pasu]] Jiva (Personen, in welchen die tierische Natur vorherrschend ist) bekannt sind. Die nächsten zwei stehen für die [[Vira]] [[Jiva]] (Personen, in welchen der normale menschliche Instinkt vorherrscht) und die letzten zwei für die [[Divya]] Jiva (Personen, in welchen das göttliche Element vorherrschend ist).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird geglaubt, dass die ersten drei [[Achara]]s besonders für [[Karma]] stehen. [[Bhakti]] und [[Jnana]], der [[Veda]], der für das [[Ritual]] steht, [[Vaishnava]] für die [[Hingabe]] und [[Saiva]] für das [[Wissen]]. Der vierte Achara, welcher [[Dakshina]] genannt wird, versucht die Ergebnisse zu bewahren, die durch das Praktizieren der ersten drei Stufen erreicht wurden. Bis zu dieser Ebene ist die Bewegung fast linear und praktisch gerade. Auf der nächsten Stufe (Vamachara) aber gibt es einen seltsamen Unterschied des Blickwinkels, denn dieser Begriff beinhaltet den Beginn der Rückwärts-Strömung der [[Seele]]n-Bewegung hin zur [[Realität]]. &amp;quot;[[Vama]]&amp;quot; bedeutet nicht &amp;quot;links&amp;quot;, wie die meisten Leute zu denken scheinen, sondern &amp;quot;Umkehr-Prozess&amp;quot;, [[Nivritti]] oder die Rückkehr - im Gegensatz zu [[Pravritti]] oder dem Vorwärts-Fließen mit der natürlichen Strömung der [[Sinne]]. Hier liegt der Beginn der allergeheimsten Praxis oder des esoterischen Aspektes des Tantra Sadhana, wo Objekte der Anziehung, des Reizes, egal welcher Art sie sind, gerade als Instrumente und Werkzeuge betrachtet werden, nicht, damit sie abgelehnt, sondern damit sie integriert und zu einem Teil des eigenen Seins gemacht werden. Die Absicht dabei ist aber, jenes Bewusstsein zu überwinden, dass sie außerhalb von einem selbst sind, als so eine Art gegenüberliegendes, entgegengesetztes Objekt oder irgendein äußerliches Etwas. Diese besondere Phase soll eigentlich auch nicht erklärt, sondern nur auf direktem Weg von einem Lehrmeister gelernt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Natur der Dinge===&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen werden [[Reichtum]], [[Macht]] und [[Sex]] als die wohl größten Hindernisse auf dem [[Weg]] zu spiritueller Vollkommenheit betrachtet. Der Tantra jedoch versucht gerade diese sich nutzbar zu machen und zu überwinden, und zwar mit genau den Mitteln, mit welchen ein ungeübter [[Verstand]] sich ins Unheil stürzen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pasu, Vira und Divya [[Bhava]]s entsprechen den tierischen, menschlichen und göttlichen Naturen und ziehen die groben, die feinen und die göttlichen Aspekte der Dinge in Betracht, welchen man in seinem spirituellen Leben als Gegensätze begegnen muss. Das ist das verbotene Gebiet von Tantra Sadhana, der Bereich, welchen der wahrhaft Suchende nicht offenlegt, da der gemeine Mensch ihn nicht wissen, verstehen oder aus ihm Nutzen ziehen soll.&lt;br /&gt;
Jedes Objekt hat eine grobe, eine feine und eine göttliche [[Form]], und jeder [[Sadhaka]] muss all diese Phasen durchlaufen. &lt;br /&gt;
Der Tantra beharrt darauf, dass keine Stufe oder Phase als Hindernis abgelehnt werden soll, sondern von jedem Individuum selbst genommen und durchschritten werden soll. Mann kann nur ein unbekanntes Ding, ein Objekt der [[Angst]], nicht unter seine [[Kontrolle]] bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tantra sagt, dass die unreinen, häßlichen und unheiligen Dinge des Lebens eigentlich Dinge sind, die fälschlicherweise nicht in ihrem wirklichen Zusammenhang gesehen wurden, nicht von ihrer eigenen besonderen Position oder vom Standpunkt der Dinge selbst her. Sie sind weder gut noch schlecht, weder schön noch häßlich und weder heilig noch unheilig. Das alles sind nur Vorstellungen, die uns unser Verstand von einem speziellen Interessenstandpunkt aus gibt. Unser Verstand sträubt sich dagegen, in Erwägung zu ziehen, dass es auch noch andere Interessen als seine eigenen geben könnte. Das Universum muss man von vielen Blickwinkeln aus sehen, nicht nur von einem. Vom Ersteren muss man zum Letzteren steigen, mit einer systematischen und progressiven Bewegung seines ganzen Seins durch den groben, den feinen und den göttlichen Aufbau der Dinge.&lt;br /&gt;
Am Anfang hat man Kontakt mit dem Objekt. Als nächstes denkt man es bloß noch mit seinem Verstand. Zuletzt visualisiert man es nur noch als einen Unruheherd oder Stress-Punkt in der Universellen Realität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die oben erwähnten Siddhantachara und Kaulachara vervollständigen den Prozess des Sadhana, wobei man in die wahre Natur der Dinge eintaucht und regelrecht übermenschlich wird. Die Aufgabe, welche die religiöse Praxis mit sich bringt, ist nicht die Ablehnung des Objektes oder des Dinges an sich, sondern die der Idee oder der Vorstellung, dass es, das Objekt, außerhalb von einem selbst sei. Die falsche Vorstellung weckt die Begierde, nicht das Objekt oder das Ding selbst. Die Verordnung ist hier in der Tat sehr subtil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritual===&lt;br /&gt;
Tantra Sadhana beinhaltet das Rezitieren von [[Mantra]]s, die Ritualausführung mittels [[Yantra]]s und die eigene Abstimmung mit einer speziellen Ebene der Realität, was eigentlich die spezifische Bedeutung des Tantra ist. Während dieses Prozesses muss man viele kleine Details direkt von seinem [[Guru]] lernen. Die [[Entschlackung]] des [[Körper]]s, die [[Reinigung]] des [[Geist]]es und die Klärung seiner sozialen Beziehungen sind alles wichtige Vorbereitungen des Sadhana. Die übliche [[Shodasopachara]]-[[Puja]] oder die sechzehn-gliedrige [[Gebet]]szeremonie, welche für eine [[Gottheit]] abgehalten wird, sind auch geeignete Maßnahmen für all das, was man bewundert, schätzt und liebt. Durch solch einen [[Gottesdienst]] sucht man die Verbindung mit der Gottheit durch die Aufhebung der Trennung zwischen Ihr und einem selbst. Die geheimnisvollen Prozesse, [[Nyasa]] ([[Anga]]-Nyasa und [[Kara]]-Nyasa) genannt, sind wiederum nach innen gerichtete Techniken, mittels derer man das Objekt in einem selbst und die Gottheit in seinem ureigenen [[Sein]] fühlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All das macht es mehr als deutlich, dass der Tantra Sadhana genauso höchst wissenschaftlich und präzise wie auch schwierig und gefährlich&lt;br /&gt;
ist. Dies ist seine Besonderheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
*[[Tantra Yoga]]&lt;br /&gt;
*[[Vijnana Bhairava Tantra]]&lt;br /&gt;
*[[Panchatantra]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p105_Kundalini-Tantra/ &#039;&#039;Kundalini Tantra&#039;&#039; von Swami Satyananda]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p106_Tantra-und-Yoga-Panorama/ &#039;&#039;Tantra und Yoga Panorama&#039;&#039; von Swami Satyananda]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/tantra/ Tantra Yoga]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/art_tantra_agama.html &amp;quot;Tantra&amp;quot; aus &#039;&#039;Göttliche Erkenntnis&#039;&#039; von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/YogaundSexualitaet.html Yoga und Sexualität von Sukadev]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/kundalini-yoga/literatur-buecher-kundalini-yoga/ Literatur Bücher Kundalini Yoga]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/seminar/meditationen-aus-dem-tantra-b130823-5/ Meditationen aus dem Tantra]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminarhaus-shanti/veranstaltungen/kalender-2013/yogini-tantra/ Yogini Tantra]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos==&lt;br /&gt;
===Atma Kriya Yoga mit Rishi Tulsidasananda===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|uQaVFLZnGVw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Erfahrung des subjektiven Bewusstseins im Yoga und in der östlichen Meditation===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|zoXRuC3RQTE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Entdeckung der Kundalini mit Sigmund Feuerabendt===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|kIhgXHWQoCw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weißer Tantra mit Simram Kaur===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|jTn_1dUD9tE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was ist das Besondere an Tantra Meditationstechniken - Interview mit Dr. Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|QFR_u_Zdwhg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ajapa Japa - Tantra Meditation mit Soham===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|F40CZ5h0Ahk}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ajapa Japa - Tantra Meditation Technique===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|3LpnJk47SmA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kaya Sthairyam Tantra Meditation mit Dr. Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|5N2qB99YkFs}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Tantra Meditation - mit Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|HrvueDbn8HY}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Multimedia==&lt;br /&gt;
===Kundalini Yoga: Tantra===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/39_Kundalini-Yoga-Teil_2_Tantra.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Ewige und das Vergängliche – Shiva-Shakti 1===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Das_Ewige_und_das_Vergaengliche_Shiva-Shakti-1.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sei verhaftungslos und … Shiva-Shakti 2===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Glueck-ist-im-inneren.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Setze dich durch – und gebe nach – Shiva-Shakti 3===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Sonne-Mond-im-Alltag.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tantra]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kundalini Yoga]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Chakra]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga Vidya Journal]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Tantra&amp;diff=119982</id>
		<title>Tantra</title>
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		<updated>2014-07-06T09:15:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: /* Die Natur der Dinge */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Tantra&#039;&#039;&#039; ([[Sanskrit]]: तन्त्र tantra &#039;&#039;n.&#039;&#039;) Webstuhl; Gewebe, Kontinuum, Zusammenhang; Lehrwerk, Lehre; eine Klasse von Werken, die ursprünglich streng geheim gehaltene (esoterische) Inhalte lehrten und sich hauptsächlich mit [[Mystik]], [[Magie]] und Techniken zur [[Selbsterkenntnis]] und Erlösung ([[Moksha]] aus dem Kreislauf der Wiedergeburt, [[Samsara]]) beschäftigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:kundalini_chakras.jpg|thumb|Die Chakras - Energiezentren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herkunft==&lt;br /&gt;
Das Wort &amp;quot;Tantra&amp;quot; wird von der Sanskritwurzel &amp;quot;tan&amp;quot; (&amp;quot;ausdehnen, spannen&amp;quot;) abgeleitet. Die Ursprünge des Tantra als soteriologische (zur Erlösung hinführende) Systeme liegen etwa im 2. Jahrhundert, in seinen heute bekannten Ausprägungen wird es seit dem 7. oder 8. Jahrhundert weitergegeben. Aus der tantrischen Tradition stammt unter anderem die Lehre von den sieben [[Chakra]]s. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Traditionelle Richtungen==&lt;br /&gt;
Im wesentlichen gibt es in [[Indien]] drei Hauptrichtungen des Tantra, wozu noch die Form des tibetischen tantrischen [[Buddhismus]] ([[Vajrayana]]) kommt, der auch in [[Nepal]] praktiziert wird:&lt;br /&gt;
*1. [[Vaishnavacara]] (&#039;&#039;vaiṣṇavācāra&#039;&#039;): Hier werden die Formen des [[Gott]]es [[Vishnu]] als höchstes Prinzip verehrt.&lt;br /&gt;
*2. [[Shaivacara]] (&#039;&#039;śaivācāra&#039;&#039;): Hier werden die Formen des Gottes [[Shiva]] als höchstes Prinzip verehrt.&lt;br /&gt;
*3. [[Shaktacara]] (&#039;&#039;śāktācāra&#039;&#039;): hier werden die Formen der Göttin ([[Shakti]]) als höchstes Prinzip verehrt. Die als [[Shakta]] bekannten [[Tantriker]] folgen ihrerseits einem der beiden folgenden Wege bzw. Lebenswandel ([[Acara]]): entweder dem &amp;quot;Weg der rechten Hand&amp;quot; ([[Dakshinacara]] &#039;&#039;dakṣiṇācāra&#039;&#039;), in dem keine sexuellen Praktiken ausgeübt, wenn überhaupt imaginiert werden, oder dem &amp;quot;Weg der linken Hand&amp;quot; ([[Vamacara]] &#039;&#039;vāmācāra&#039;&#039;), der auch sexuelle Praktiken in das [[Ritual]] integriert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|mgLlp-CJsX4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra im Yoga==&lt;br /&gt;
Tantra als Teil der [[Yoga|yogischen]] Tradition und beruht auf der Shiva-Shakti-Philosophie. [[Shiva]] repräsentiert das Unveränderliche, das Unbewegte, das absolute [[Bewusstsein]], im [[Vedanta]] &amp;quot;[[Brahman]]&amp;quot; genannt. [[Shakti]] repräsentiert die schöpferische [[Energie]], welche das Universum in sechs Schritten in Analogie der sechs [[Chakra]]s (unterhalb des [[Sahasrara]] Chakras, der Sitz von Shiva), geschaffen hat. Ursprünglich sind Shiva und Shakti eins. Durch eine erste Schwingung, &amp;quot;[[Spandana]]&amp;quot; („Spaltung“), trennt sich Shakti von Shiva und schafft erst die zwei [[Kausalwelt]]en, dann die drei [[Astralwelt]]en und schließlich die physische [[Welt]]. Zyklisch vereinigen sich Shiva und Shakti wieder (Auflösung), bleiben zusammen ([[Pralaya]], kosmische Nacht) und trennen sich wieder (Schöpfung). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In jedem Teil des Kosmos sind Shiva und Shakti. Im Menschen manifestiert sich Shiva als reines Bewusstsein, als [[Satchidananda]]. Shakti manifestiert sich als die drei Körper mit den fünf Hüllen. Solange Shakti von Shiva getrennt ist, ist der Mensch unzufrieden. Im Laufe der individuellen [[Evolution]] über viele [[Leben]] hinweg erwacht die [[Kundalini]] (Shakti im Menschen) und vereinigt die individuelle [[Seele]] wieder mit der kosmischen Seele. [[Kundalini Yoga]] ist die Wissenschaft der Beschleunigung dieses natürlichen Evolutionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Drei Formen des Tantra==&lt;br /&gt;
Es gibt außerdem eine weitere, modernere Einteilung in drei [[Yoga Arten|Arten]] von Tantra: weißes, rotes und schwarzes Tantra. Rotes Tantra sind die sexuellen Praktiken, schwarzes Tantra sind die magischen und schwarzmagischen Praktiken zur egoistischen [[Manipulation]] von Energien und [[Geister]]n für selbstsüchtige Zwecke. Weißes Tantra sind die Praktiken zur Reinigung des [[Astralkörper]]s und zur Erweckung der [[Kundalini]] ohne selbstsüchtige Motive und werden daher [[Kundalini Yoga]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra und [[Schamanismus]] – Energien im Fluss==&lt;br /&gt;
Interview mit Maharani Fritsch de Navarrete, erschienen im Yoga Vidya Journal Nr. 27, Herbst 2013&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlässlich des Yoga Kongress 2012&lt;br /&gt;
‚[[Chakra]], Tantra, [[Kundalini]]‘ haben&lt;br /&gt;
wir mit Maharani Fritsch de&lt;br /&gt;
Navarrete gesprochen. Als Yogini&lt;br /&gt;
und Schamanin mit westlicher&lt;br /&gt;
psychologischer Ausbildung schlägt&lt;br /&gt;
sie energetische Brücken zwischen&lt;br /&gt;
Amazonien und Indien. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich durfte in meinem Workshop wunderbare Zusammenhänge&lt;br /&gt;
zwischen Yoga, Tantra und Schamanismus herstellen und diese&lt;br /&gt;
hoffentlich nicht nur durch den informativen Part, sondern&lt;br /&gt;
auch vor allem durch den rituellen Teil zum Ausdruck bringen.&lt;br /&gt;
Diese alten holistischen Systeme sind nur scheinbar voneinander&lt;br /&gt;
getrennt- in allen geht es um [[Heilung]], Heil-Werden,&lt;br /&gt;
Ganz-Werden, Heilig-Werden, Verbunden-Sein. Ich bin immer&lt;br /&gt;
sehr glücklich, wenn ich auf die Brücken hinweisen darf, auf&lt;br /&gt;
die Ur-Quelle und die Ur-Verbindung. Höheres [[Sein]] bedeutet&lt;br /&gt;
immer ein höheres Verbundensein. Für [[Yogi]]s, für Tantriker, für&lt;br /&gt;
[[Schamane]]n, für Bewusste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|3Cn4X_2ODM0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Nach so vielen Jahren spiritueller Praxis verschiedenster Traditionen, als Yogalehrerin und Schamanin - siehst du Verbindungen zwischen Tantra und Schamanismus und wenn ja, welcher Art?====&lt;br /&gt;
Für den Schamanen geht die kosmische Evolution vom&lt;br /&gt;
Schamanismus (Ur-Form des spirituellen Ausdrucks) über den&lt;br /&gt;
[[Hinduismus]] zum [[Buddhismus]]. Tantra und Schamanismus decken&lt;br /&gt;
sich dermaßen, dass sie fast identisch sind in der Vorstellung,&lt;br /&gt;
dass männlich und weiblich oder auch das Spiel der&lt;br /&gt;
Gegensätze die Grundlage aller Prozesse im Universum sind.&lt;br /&gt;
Vor allem in Nepal, wo ich - neben Peru - auch meine Lehrer&lt;br /&gt;
habe, ist dies sehr gut sichtbar. Dort fließen Yoga, Tantrismus&lt;br /&gt;
und Schamanismus permanent zusammen und sind nur&lt;br /&gt;
schwer voneinander zu trennen. Ein Yogi gilt als [[Shivait]], was&lt;br /&gt;
mit Tantriker gleichgesetzt wird, und ein Tantriker ist in diesem&lt;br /&gt;
Kontext auch ein Schamane. Zum Beispiel schamanische Elementenverehrung,&lt;br /&gt;
also Naturrituale, verfeinerten sich nach&lt;br /&gt;
und nach in der [[Veden|vedisch]]en Zeit zum [[Havan]]/[[Agni Hotra]], [[Puja]]&lt;br /&gt;
und [[Yajna]] (Feuer- und andere Rituale). [[Shiva]] selbst ist ja der&lt;br /&gt;
Urahne der Schamanen als [[Pashupati]], Herr der Tiere, als [[Shankar]]&lt;br /&gt;
und [[Bhairava]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig ist er der Ur-Tantriker und Ur-[[Asket]] als [[Mahadev]],&lt;br /&gt;
[[Mahesvar]] und [[Yogeshwara]], der [[Vater]] des [[Yoga]]. Er zieht einsam,&lt;br /&gt;
mit [[Asche]] beschmiert, auf seiner [[Damaru]] trommelnd,&lt;br /&gt;
durch die Wälder und hält sich auch an den [[Ghat]]s, den Verbrennungsstätten&lt;br /&gt;
(Orte der Transformation), auf. Gleichzeitig&lt;br /&gt;
meditiert er als [[Sadashiva]] über das Höchste und als [[Nataraj]]&lt;br /&gt;
tanzt er das Spiel der [[Gegensätze]] und [[Transformation]].&lt;br /&gt;
Der Name Shaman bedeutet ja: „der, der wirklich sieht”.&lt;br /&gt;
Ein [[Drsthi]] also, ein [[Seher]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wer kann besser sehen, als der dreiäugige Shiva? [[Yoga]]-&lt;br /&gt;
[[Asana]]s entsprangen der Nachahmung der Natur und viele&lt;br /&gt;
haben Tier- oder Pflanzennamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Gemeinsamkeiten gibt es im Verständnis, dass alles&lt;br /&gt;
miteinander verbunden ist, dass wir vom Energieuniversum&lt;br /&gt;
umgeben sind, das heißt, dass Schwingung die Grundlage der&lt;br /&gt;
grobstofflichen Manifestation ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Gibt es dann in der schamanischen Energiemedizin auch eine Art von Kundalini-Erfahrung?====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich! Im nepalesischen, aber auch im peruvianischen&lt;br /&gt;
(dort gibt es mehrere Schulen) Schamanismus sind Energieerfahrungen die tägliche Praxis-Erfahrung. [[Mahakali]]&lt;br /&gt;
([[Indien]] und [[Nepal]]) und Pachamama (Peru,&lt;br /&gt;
Bolivien, Ecuador) ist die Urquelle der schöpferischen&lt;br /&gt;
[[Kundalini]]-[[Shakti]].&lt;br /&gt;
Das Erwachen im schamanisch-tantrischen [[Sinn]]e&lt;br /&gt;
ist die konstante Rückverbindung mit dieser&lt;br /&gt;
[[Kraft]], die allen Phänomenen zugrunde liegt. Bei&lt;br /&gt;
meinen ersten Peru-Reisen staunte ich nicht&lt;br /&gt;
schlecht, als ich entdeckte, dass das Energiesystem&lt;br /&gt;
der Schamanen und die Vorstellung vom&lt;br /&gt;
Energieuniversum und Energiemedizin sich mit&lt;br /&gt;
dem Kundalini Yoga deckt bzw. ihm sehr, sehr&lt;br /&gt;
ähnelt. Natürlich werden andere Termini benutzt,&lt;br /&gt;
für die Inka-Schamanen sind die Chakras&lt;br /&gt;
Nawis oder Ojos de cinturon, also „Augen”, das&lt;br /&gt;
Aufsteigen von Kundalini heißt el kawsay und sushumna&lt;br /&gt;
Nadi heißt kurku. Statt Sahasrara haben&lt;br /&gt;
wir Uma oder Pujuy... etc. Aber die Phänomene sind&lt;br /&gt;
exakt die gleichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Du hast den Workshop ‚Schamanische Energiemedizin für das neue Zeitalter gehalten’, was sind die Kennzeichen des neuen Zeitalters aus deiner Sicht und wie kann man sich energetisch darauf vorbereiten?====&lt;br /&gt;
Für die Schamanen ist die Periode momentan eine besondere&lt;br /&gt;
Zeit, vor allem im Inka Schamanismus - diese Zeit wird Pachakutec&lt;br /&gt;
(Wandel) genannt. Aber: es gibt keinen [[Messias|Erlöser]], keinen&lt;br /&gt;
Heiland von außen, keinen Zauberstab, der dich rettet… Für&lt;br /&gt;
die Schamanen, für bewusste Spiritualisten ist die Zukunft&lt;br /&gt;
jetzt schon da! Der erwartete Pachakuti-Inka, der letzte König&lt;br /&gt;
ist kein erlösender [[Avatar]], sondern vielmehr eine besondere&lt;br /&gt;
[[Schwingung]] zum Empfangen hochfrequenter spiritueller Energie.&lt;br /&gt;
Das [[Bewusstsein]] ist entscheidend und dein eigenes JA zur&lt;br /&gt;
Heilung auf allen Ebenen- das ist die Absichtserklärung an&lt;br /&gt;
das Universum. Es geschieht momentan, dass mir in meinen&lt;br /&gt;
Kursen und Ausbildungen immer mehr Menschen begegnen,&lt;br /&gt;
die an der [[Heilung]] aus der ersten [[Hand]] interessiert sind, nicht&lt;br /&gt;
an den [[Dogmen]] alter schulmedizinischer Systeme... Und immer&lt;br /&gt;
mehr Menschen machen die reale Erfahrung, dass dein innerer&lt;br /&gt;
Heiler nur darauf wartet, wieder aktiviert zu werden! Für bewusste&lt;br /&gt;
Yogis, Tantriker, Schamanen, Spiritualisten ist dies eine&lt;br /&gt;
Zeitqualität des Umschwungs. Mein Meister in Peru sagte einmal&lt;br /&gt;
so schön: „Diese Zeit ist eine Entwicklungshilfe.”...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra Yoga, Nada Yoga and Kriya Yoga - Erläuterungen von Swami Krishnananda==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Einleitung von [[Swami]] [[Krishnananda]] zu Swami [[Sivananda]]s Buch „Tantra Yoga, Nada Yoga and Kriya Yoga“ der [http://www.sivanandaonline.org/public_html/ Divine Life Society], 5. Auflage, 2000, Shivanandanagar, S. VII - XII., ISBN 81-7052-042-8&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Tantra===&lt;br /&gt;
Das System, welches Tantra genannt wird, wurde schon von jeher als esoterischer Geheimpfad der spirituellen [[Praxis]] betrachtet und war nicht jedem Ungeübten oder dem gemeinen Volk zugänglich. Das [[Geheimnis]] dieser Praxis scheint aus einem ungewöhnlichen Weltentwurf zu bestehen, der dem Suchenden abverlangt, die Dinge auf eine vollständig andere Art zu interpretieren und zu bewerten und der von der normalen, gewohnten Betrachtungsweise der Dinge abweicht. Die Tantra-[[Lehrer]] sagen, dass ein Suchender auf diesem [[Pfad]] der sozialen und sogar menschlichen Sichtweise entwachsen und eine übermenschliche und göttliche Sicht der Dinge entwickeln muss. Da dies jedoch vom gemeinen Menschen dieser [[Welt]] zuviel abverlangen würde, soll der Tantra auch ein verschlossenes Geheimnis sein und bleiben, dessen Türen nur mit dem Schlüssel geöffnet werden können, den allein ein befähigter [[Guru]] zur Verfügung stellt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Philosophie===&lt;br /&gt;
Die [[Philosophie]] von Tantra basiert auf dem Konzept der Doppelnatur aller Dinge. Nichts ist einzeln, sondern alles ist bipolar oder doppelpolig. Die sogenannte [[Einheit]] der Dinge ist nur eine Erscheinungsform, welche von dem besonderen Verhalten des Zusammentritts zweier Kräfte, nämlich [[Shiva]] und [[Shakti]] angenommen wird, man könnte auch sagen, der positiven und negativen Pole. Um diese mystische Konzeption des [[Universum]]s verstehen zu können, möchten wir auf die traditionellen Lehrsätze der [[Purana]]s verweisen, [[Manusmriti]] und [[Mahabharata]], die besagen, dass es im Anbeginne eine universelle Einzelzelle gegeben hat, die schon immer da war, bekannt als [[Brahmanda]], und die sich dann zweiteilte. Der eine Teil wurde zum Kosmischen [[Mann]] und der andere zur Kosmischen [[Frau]]. Wenn wir wollen, können wir diese Teile auch Shiva und Shakti nennen. Selbst unsere modernen [[Naturwissenschaft]]en scheinen diese Sichtweise zu bestätigen, wenn sie sagen, dass das Universum im Anfang ein einzelnes Atom war, welches sich zuerst zweiteilte und sich dann in die Vielfalt der gegenwärtigen [[Form]]en des Universums aufspaltete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da diese zwei Teile und ihre darauffolgenden Unterteilungen eigentlich zu einem gesamten Ganzen gehören, gibt es eine natürliche Anziehungkraft, die von einem Teil zum anderen Teil ausgeübt wird. Es gibt also eine beidseitige Zugkraft zwischen den positiven und negativen Polen auf der kosmischen Ebene sowie auf der ihrer niedrigeren vielfältigen Abstammungsformen, sogar hinunter bis zum Atom. Wir wissen heute, dass auch das Atom in einer bipolaren Struktur aufgebaut ist, mit dem Nukleus im Zentrum und den Elektronen, die ihn in absolut rätselhafter Weise umkreisen. Die [[Reaktion]] der zwei verschiedenen Teile eines jeden einzelnen [[Organismus]] scheint eine doppelte Auffassung von [[Bewusstsein]] gegenüber Einheit und [[Zweiheit]] zur selben Zeit zu sein. Es kann keine [[Anziehung]] zwischen dem Positiven und Negativen geben, solange sie nicht zwei Pole formen und nicht nur ein einzelnes Etwas. Dennoch kann es andererseits ohne eine grundlegende Einheit, die in und zwischen ihnen wirkt, gar nicht diese Anziehung geben, wenn es zwei vollkommen verschiedene Dinge sind. Das ist also das Geheimnisvolle, das Mysterium und auch die Schwierigkeit, jenes [[Phänomen]] zu verstehen, welches als Anziehung bekannt ist und gewöhnlich in der Gemeinsprache [[Liebe]] oder [[Zuneigung]] genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bipolarität===&lt;br /&gt;
Das Konzept von Shiva und Shakti repräsentiert also in seiner höchsten Essenz diese Oberste Kosmische [[Dualität]]. Man kann sich vornehmlich vorstellen, dass dort nur Anziehung und Liebe zusammenwirken, so dass Shiva und Shakti als untrennbare Aspekte einer einheitlichen [[Realität]] zu betrachten sind, welche manchmal auch [[Ardhanarishvara|Ardhanareesvara]], der kosmische [[Androgyn]], genannt wird. Auf den niedrigeren Ebenen jedoch wirkt das Prinzip der [[Abstoßung]], was bedeutet, dass [[Abneigung]] mit Zuneigung zusammengeht, so wie auch Liebe mit [[Hass]]. Dort nimmt die bipolare Einheit eine Vielfalt an Form an, so dass ein bipolares Element nicht die Beeinflussung oder manchmal sogar nicht einmal die bloße Gegenwart solch eines anderen bipolaren Elementes tolerieren kann - aus [[Angst]] davor, seine isolierte, sich selbst bewusste bipolare Hälfte und dadurch seine Einheit zu verlieren. Dieses subtile Zusammenspiel kann in seiner groberen Art offenkundig werden, wenn z. B. eine Familiengruppe Schwierigkeiten hat, eine andere anzuerkennen und ihr die gleiche Liebe zu schenken wie der eigenen. Auf dieser Ebene können sich dann eine Gesellschaft, eine soziale Schicht und sogar eine bipolare Einzelperson nicht ohne einigen Argwohn und gewisse Vorbehalte gegenübertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Lehrsätzen oder dem Tantra nach ist die Ursache allen [[Leid]]s im [[Leben]] die bipolare [[Existenz]], diese in zwei geteilte Einheit, weil nicht eine duale Existenz in jeder ihr gegebenen Form die [[Wahrheit]] der Dinge ist, sondern das Eins-Sein. Da die zweifache Form allen Lebens in gewisser Hinsicht eine unnatürliche Art des Lebens darstellt, gibt es immer einen ambivalenten Standpunkt zwischen dem einen und dem anderen Pol von [[Mögen]] und [[Nicht-Mögen]], zu ein und derselben Zeit.&lt;br /&gt;
So wird Liebe niedergehalten, wenn Hass überwiegt und Hass unterdrückt, wenn Liebe die Oberhand behält. Fakt dabei ist jedoch, dass immer beide dieser Haltungen in einem Individuum versteckt sind, aber nur einer dieser Aspekte zum Vorschein kommt, wenn oder wie die Situation es gerade erfordert. Anstelle der Zweiheit wieder die Einheit zu bekommen, das ist der Vorgang im Tantra [[Sadhana]] - wobei dies jedoch die Zielsetzung eines jeden Sadhanas ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Unterschied===&lt;br /&gt;
Was ist also das Besondere am Tantra, und wodurch unterscheidet er sich von anderen [[Sadhana]]s, um dieses [[Ziel]] zu ereichen?&lt;br /&gt;
Der Unterschied ist sehr subtil und nicht leicht wahrzunehmen. In jeder Form religiöser Praxis gibt es meistens asketische Vorschriften für die Geisteshaltung des Praktizierenden. Das Äußere solle dem Inneren und das Materielle dem Spirituellen zuliebe abgelehnt werden. Jegliches [[Verlangen]] solle als schädliches [[Hindernis]] für den Sadhana unterbunden und alle [[Lebensfreude]] als Übel betrachtet werden, welches so früh wie möglich ausgemerzt werden muss. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, im Tantra sind die Dinge der Welt, die materiellen Formen der [[Wahrnehmung]], nicht wirklich Hindernisse, und ein Verlangen nach ihnen kann nicht dadurch besiegt werden, dass man das Verlangen an sich ablehnt. Alles in dieser Welt, und sogar die ganze Welt selbst, befindet sich in einem Übergang von der Unvollkommenheit hin zur [[Vollkommenheit]]. Das Sichtbare ist ein [[Weg]] hin zum Unsichtbaren und nicht sein Hindernis. Menschliches Begehren erwächst gerade wegen jener unintelligenten Auffassung, die der Mensch gegenüber dieser Lust entwickelt hat. Er hat sozusagen Lust-Angst, seitdem ihm erzählt worden ist, dass jegliche [[Begierde]] schlecht ist und alle äußeren Dinge nur zu Knechtschaft führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tantra sagt, dass das äußere Ding, das Objekt, kein fesselnder Zwang ist, allein schon wegen der Tatsache, dass das Objekt untrennbar mit dem Subjekt verbunden ist. Das Objekt ist der andere Pol des Subjekts, der Komplementär-Pol sozusagen. Beide Pole ergänzen sich gegenseitig. Jegliche [[Erfahrung]] steht in einer Subjekt-Objekt-Relation, und deshalb kann auch niemand nur im Geringsten daran denken, das Objekt der Begierde bewusst zu überwinden, ausgenommen, er hat vorher eine Beziehung zu dem Objekt hergestellt. Daher bedeutet die Überwindung des Objekts für uns immer wieder, in einen Teufelskreis einzutreten. Es gibt trotz aller Anstrengungen keine Möglichkeit, das Objekt loszuwerden, da schon im Bewusstsein die Gegenwart des Objekts da ist. Daher kommt also der großartige Tantra-Spruch, dass Begierde nur durch Begierde überwunden werden kann, genauso wie das Objekt nur vom Objekt bezwungen werden kann. Auch wird im Tantra gesagt, der andere Aspekt dieses Prinzips sei, &amp;quot;dass man sich durch das, wodurch man fällt, auch wieder aufrichten kann.&amp;quot; (Yaireva patanam dravyaih siddhih taireva.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier tritt der Kernpunkt der ganzen Sache hinsichtlich des Tantra zutage, welche ihn deutlich von allen anderen religiösen Praktiken und Sadhana-Formen abgrenzt. Warum diese Praxis schwierig und sogar gefährlich ist, wird durch die Art der Glaubenslehre offensichtlich, obwohl man wohl einräumen muss, dass der [[Glaubenssatz]] vielleicht etwas sehr rational verfasst ist und auf Tiefenpsychologie der menschlichen Natur basiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stufen des Tantra===&lt;br /&gt;
Die Tantra-Lehrer wissen, dass es große Schwierigkeiten gibt, wenn es darum geht, sich diese Lehrsätze einzuprägen und zu praktizieren. Insofern wird die Kunst des Sadhana auf diesem Pfad als gestaffelte Aufwärtsbewegung während der verschiedenen Stufen des Aufstiegs betrachtet. Indem man zu einem Zustand aufsteigt, wo eben jenes Verhältnis zwischen Subjekt und Objekt transzendiert oder überwunden wird, erreicht man unterschiedliche Stufen von [[Erkenntnis]] und eine Loslösung des Subjekts von der Verstrickung des Objekts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese festgesetzten Stufen lauten: [[Vede]]chara, [[Vaishnava]]chara, [[Saiva]]chara, [[Dakshina]]chara, [[Vama]]chara, [[Siddhanta]]chara und zuletzt [[Kaula]]chara.&lt;br /&gt;
Von diesen sieben aufgeführten Stufen sind die ersten drei für die niedrigere Kategorie der [[Sadhaka]]s bestimmt, welche als [[Pasu]] Jiva (Personen, in welchen die tierische Natur vorherrschend ist) bekannt sind. Die nächsten zwei stehen für die [[Vira]] [[Jiva]] (Personen, in welchen der normale menschliche Instinkt vorherrscht) und die letzten zwei für die [[Divya]] Jiva (Personen, in welchen das göttliche Element vorherrschend ist).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird geglaubt, dass die ersten drei [[Achara]]s besonders für [[Karma]] stehen. [[Bhakti]] und [[Jnana]], der [[Veda]], der für das [[Ritual]] steht, [[Vaishnava]] für die [[Hingabe]] und [[Saiva]] für das [[Wissen]]. Der vierte Achara, welcher [[Dakshina]] genannt wird, versucht die Ergebnisse zu bewahren, die durch das Praktizieren der ersten drei Stufen erreicht wurden. Bis zu dieser Ebene ist die Bewegung fast linear und praktisch gerade. Auf der nächsten Stufe (Vamachara) aber gibt es einen seltsamen Unterschied des Blickwinkels, denn dieser Begriff beinhaltet den Beginn der Rückwärts-Strömung der [[Seele]]n-Bewegung hin zur [[Realität]]. &amp;quot;[[Vama]]&amp;quot; bedeutet nicht &amp;quot;links&amp;quot;, wie die meisten Leute zu denken scheinen, sondern &amp;quot;Umkehr-Prozess&amp;quot;, [[Nivritti]] oder die Rückkehr - im Gegensatz zu [[Pravritti]] oder dem Vorwärts-Fließen mit der natürlichen Strömung der [[Sinne]]. Hier liegt der Beginn der allergeheimsten Praxis oder des esoterischen Aspektes des Tantra Sadhana, wo Objekte der Anziehung, des Reizes, egal welcher Art sie sind, gerade als Instrumente und Werkzeuge betrachtet werden, nicht, damit sie abgelehnt, sondern damit sie integriert und zu einem Teil des eigenen Seins gemacht werden. Die Absicht dabei ist aber, jenes Bewusstsein zu überwinden, dass sie außerhalb von einem selbst sind, als so eine Art gegenüberliegendes, entgegengesetztes Objekt oder irgendein äußerliches Etwas. Diese besondere Phase soll eigentlich auch nicht erklärt, sondern nur auf direktem Weg von einem Lehrmeister gelernt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Natur der Dinge===&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen werden [[Reichtum]], [[Macht]] und [[Sex]] als die wohl größten Hindernisse auf dem [[Weg]] zu spiritueller Vollkommenheit betrachtet. Der Tantra jedoch versucht gerade diese sich nutzbar zu machen und zu überwinden, und zwar mit genau den Mitteln, mit welchen ein ungeübter [[Verstand]] sich ins Unheil stürzen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pasu, Vira und Divya [[Bhava]]s entsprechen den tierischen, menschlichen und göttlichen Naturen und ziehen die groben, die feinen und die göttlichen Aspekte der Dinge in Betracht, welchen man in seinem spirituellen Leben als Gegensätze begegnen muss. Das ist das verbotene Gebiet von Tantra Sadhana, der Bereich, welchen der wahrhaft Suchende nicht offenlegt, da der gemeine Mensch ihn nicht wissen, verstehen oder aus ihm Nutzen ziehen soll.&lt;br /&gt;
Jedes Objekt hat eine grobe, eine feine und eine göttliche [[Form]], und jeder [[Sadhaka]] muss all diese Phasen durchlaufen. &lt;br /&gt;
Der Tantra beharrt darauf, dass keine Stufe oder Phase als Hindernis abgelehnt werden soll, sondern von jedem Individuum selbst genommen und durchschritten werden soll. Mann kann nur ein unbekanntes Ding, ein Objekt der [[Angst]], nicht unter seine [[Kontrolle]] bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tantra sagt, dass die unreinen, häßlichen und unheiligen Dinge des Lebens eigentlich Dinge sind, die fälschlicherweise nicht in ihrem wirklichen Zusammenhang gesehen wurden, nicht von ihrer eigenen besonderen Position oder vom Standpunkt der Dinge selbst her. Sie sind weder gut noch schlecht, weder schön noch häßlich und weder heilig noch unheilig. Das alles sind nur Vorstellungen, die uns unser Verstand von einem speziellen Interessenstandpunkt aus gibt. Unser Verstand sträubt sich dagegen, in Erwägung zu ziehen, dass es auch noch andere Interessen als seine eigenen geben könnte. Das Universum muss man von vielen Blickwinkeln aus sehen, nicht nur von einem. Vom Ersteren muss man zum Letzteren steigen, mit einer systematischen und progressiven Bewegung seines ganzen Seins durch den groben, den feinen und den göttlichen Aufbau der Dinge.&lt;br /&gt;
Am Anfang hat man Kontakt mit dem Objekt. Als nächstes denkt man es bloß noch mit seinem Verstand. Zuletzt visualisiert man es nur noch als einen Unruheherd oder Stress-Punkt in der Universellen Realität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die oben erwähnten Siddhantachara und Kaulachara vervollständigen den Prozess des Sadhana, wobei man in die wahre Natur der Dinge eintaucht und regelrecht übermenschlich wird. Die Aufgabe, welche die religiöse Praxis mit sich bringt, ist nicht die Ablehnung des Objektes oder des Dinges an sich, sondern die der Idee oder der Vorstellung, dass es, das Objekt, außerhalb von einem selbst sei. Die falsche Vorstellung weckt die Begierde, nicht das Objekt oder das Ding selbst. Die Verordnung ist hier in der Tat sehr subtil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritual===&lt;br /&gt;
Tantra Sadhana beinhaltet das Rezitieren von Mantras, die Ritualausführung mittels Yantras und die eigene Abstimmung mit einer speziellen Ebene der Realität, was eigentlich die spezifische  Bedeutung des Tantra ist. Während dieses Prozesses muss man viele kleine Details direkt von seinem Guru lernen. Die Entschlackung des Körpers, die Reinigung seines Geistes und Klärung seiner sozialen Beziehungen sind alles wichtige Vorbereitungen des Sadhana. Die übliche Shodasopachara-Puja oder die sechzehn-gliedrige Gebetszeremonie, welche für eine Gottheit abgehalten wird, sind auch geeignete Maßnahmen für all das, was man bewundert, schätzt und liebt. Durch solch einen Gottesdienst sucht man die Verbindung mit der Gottheit durch die Aufhebung der Trennung zwischen ihr und einem selbst. Die geheimnisvollen Prozesse, Nyasa (Anga-Nyasa und Kara-Nyasa) genannt, sind wiederum nach innen gerichtete Techniken, mittels derer man das Objekt in einem selbst und die Gottheit in seinem ureigenen Sein fühlt.&lt;br /&gt;
All das macht es mehr als deutlich, dass der Tantra Sadhana genauso höchst wissenschaftlich und präzise wie auch schwierig und gefährlich&lt;br /&gt;
ist. Dies ist seine Besonderheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
*[[Tantra Yoga]]&lt;br /&gt;
*[[Vijnana Bhairava Tantra]]&lt;br /&gt;
*[[Panchatantra]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p105_Kundalini-Tantra/ &#039;&#039;Kundalini Tantra&#039;&#039; von Swami Satyananda]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p106_Tantra-und-Yoga-Panorama/ &#039;&#039;Tantra und Yoga Panorama&#039;&#039; von Swami Satyananda]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/tantra/ Tantra Yoga]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/art_tantra_agama.html &amp;quot;Tantra&amp;quot; aus &#039;&#039;Göttliche Erkenntnis&#039;&#039; von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/YogaundSexualitaet.html Yoga und Sexualität von Sukadev]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/kundalini-yoga/literatur-buecher-kundalini-yoga/ Literatur Bücher Kundalini Yoga]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/seminar/meditationen-aus-dem-tantra-b130823-5/ Meditationen aus dem Tantra]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminarhaus-shanti/veranstaltungen/kalender-2013/yogini-tantra/ Yogini Tantra]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos==&lt;br /&gt;
===Atma Kriya Yoga mit Rishi Tulsidasananda===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|uQaVFLZnGVw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Erfahrung des subjektiven Bewusstseins im Yoga und in der östlichen Meditation===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|zoXRuC3RQTE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Entdeckung der Kundalini mit Sigmund Feuerabendt===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|kIhgXHWQoCw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weißer Tantra mit Simram Kaur===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|jTn_1dUD9tE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was ist das Besondere an Tantra Meditationstechniken - Interview mit Dr. Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|QFR_u_Zdwhg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ajapa Japa - Tantra Meditation mit Soham===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|F40CZ5h0Ahk}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ajapa Japa - Tantra Meditation Technique===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|3LpnJk47SmA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kaya Sthairyam Tantra Meditation mit Dr. Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|5N2qB99YkFs}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Tantra Meditation - mit Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|HrvueDbn8HY}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Multimedia==&lt;br /&gt;
===Kundalini Yoga: Tantra===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/39_Kundalini-Yoga-Teil_2_Tantra.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Ewige und das Vergängliche – Shiva-Shakti 1===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Das_Ewige_und_das_Vergaengliche_Shiva-Shakti-1.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sei verhaftungslos und … Shiva-Shakti 2===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Glueck-ist-im-inneren.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Setze dich durch – und gebe nach – Shiva-Shakti 3===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Sonne-Mond-im-Alltag.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tantra]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kundalini Yoga]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Chakra]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga Vidya Journal]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Tantra&amp;diff=119976</id>
		<title>Tantra</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Tantra&amp;diff=119976"/>
		<updated>2014-07-06T08:56:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: /* Die Stufen des Tantra */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Tantra&#039;&#039;&#039; ([[Sanskrit]]: तन्त्र tantra &#039;&#039;n.&#039;&#039;) Webstuhl; Gewebe, Kontinuum, Zusammenhang; Lehrwerk, Lehre; eine Klasse von Werken, die ursprünglich streng geheim gehaltene (esoterische) Inhalte lehrten und sich hauptsächlich mit [[Mystik]], [[Magie]] und Techniken zur [[Selbsterkenntnis]] und Erlösung ([[Moksha]] aus dem Kreislauf der Wiedergeburt, [[Samsara]]) beschäftigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:kundalini_chakras.jpg|thumb|Die Chakras - Energiezentren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herkunft==&lt;br /&gt;
Das Wort &amp;quot;Tantra&amp;quot; wird von der Sanskritwurzel &amp;quot;tan&amp;quot; (&amp;quot;ausdehnen, spannen&amp;quot;) abgeleitet. Die Ursprünge des Tantra als soteriologische (zur Erlösung hinführende) Systeme liegen etwa im 2. Jahrhundert, in seinen heute bekannten Ausprägungen wird es seit dem 7. oder 8. Jahrhundert weitergegeben. Aus der tantrischen Tradition stammt unter anderem die Lehre von den sieben [[Chakra]]s. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Traditionelle Richtungen==&lt;br /&gt;
Im wesentlichen gibt es in [[Indien]] drei Hauptrichtungen des Tantra, wozu noch die Form des tibetischen tantrischen [[Buddhismus]] ([[Vajrayana]]) kommt, der auch in [[Nepal]] praktiziert wird:&lt;br /&gt;
*1. [[Vaishnavacara]] (&#039;&#039;vaiṣṇavācāra&#039;&#039;): Hier werden die Formen des [[Gott]]es [[Vishnu]] als höchstes Prinzip verehrt.&lt;br /&gt;
*2. [[Shaivacara]] (&#039;&#039;śaivācāra&#039;&#039;): Hier werden die Formen des Gottes [[Shiva]] als höchstes Prinzip verehrt.&lt;br /&gt;
*3. [[Shaktacara]] (&#039;&#039;śāktācāra&#039;&#039;): hier werden die Formen der Göttin ([[Shakti]]) als höchstes Prinzip verehrt. Die als [[Shakta]] bekannten [[Tantriker]] folgen ihrerseits einem der beiden folgenden Wege bzw. Lebenswandel ([[Acara]]): entweder dem &amp;quot;Weg der rechten Hand&amp;quot; ([[Dakshinacara]] &#039;&#039;dakṣiṇācāra&#039;&#039;), in dem keine sexuellen Praktiken ausgeübt, wenn überhaupt imaginiert werden, oder dem &amp;quot;Weg der linken Hand&amp;quot; ([[Vamacara]] &#039;&#039;vāmācāra&#039;&#039;), der auch sexuelle Praktiken in das [[Ritual]] integriert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|mgLlp-CJsX4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra im Yoga==&lt;br /&gt;
Tantra als Teil der [[Yoga|yogischen]] Tradition und beruht auf der Shiva-Shakti-Philosophie. [[Shiva]] repräsentiert das Unveränderliche, das Unbewegte, das absolute [[Bewusstsein]], im [[Vedanta]] &amp;quot;[[Brahman]]&amp;quot; genannt. [[Shakti]] repräsentiert die schöpferische [[Energie]], welche das Universum in sechs Schritten in Analogie der sechs [[Chakra]]s (unterhalb des [[Sahasrara]] Chakras, der Sitz von Shiva), geschaffen hat. Ursprünglich sind Shiva und Shakti eins. Durch eine erste Schwingung, &amp;quot;[[Spandana]]&amp;quot; („Spaltung“), trennt sich Shakti von Shiva und schafft erst die zwei [[Kausalwelt]]en, dann die drei [[Astralwelt]]en und schließlich die physische [[Welt]]. Zyklisch vereinigen sich Shiva und Shakti wieder (Auflösung), bleiben zusammen ([[Pralaya]], kosmische Nacht) und trennen sich wieder (Schöpfung). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In jedem Teil des Kosmos sind Shiva und Shakti. Im Menschen manifestiert sich Shiva als reines Bewusstsein, als [[Satchidananda]]. Shakti manifestiert sich als die drei Körper mit den fünf Hüllen. Solange Shakti von Shiva getrennt ist, ist der Mensch unzufrieden. Im Laufe der individuellen [[Evolution]] über viele [[Leben]] hinweg erwacht die [[Kundalini]] (Shakti im Menschen) und vereinigt die individuelle [[Seele]] wieder mit der kosmischen Seele. [[Kundalini Yoga]] ist die Wissenschaft der Beschleunigung dieses natürlichen Evolutionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Drei Formen des Tantra==&lt;br /&gt;
Es gibt außerdem eine weitere, modernere Einteilung in drei [[Yoga Arten|Arten]] von Tantra: weißes, rotes und schwarzes Tantra. Rotes Tantra sind die sexuellen Praktiken, schwarzes Tantra sind die magischen und schwarzmagischen Praktiken zur egoistischen [[Manipulation]] von Energien und [[Geister]]n für selbstsüchtige Zwecke. Weißes Tantra sind die Praktiken zur Reinigung des [[Astralkörper]]s und zur Erweckung der [[Kundalini]] ohne selbstsüchtige Motive und werden daher [[Kundalini Yoga]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra und [[Schamanismus]] – Energien im Fluss==&lt;br /&gt;
Interview mit Maharani Fritsch de Navarrete, erschienen im Yoga Vidya Journal Nr. 27, Herbst 2013&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlässlich des Yoga Kongress 2012&lt;br /&gt;
‚[[Chakra]], Tantra, [[Kundalini]]‘ haben&lt;br /&gt;
wir mit Maharani Fritsch de&lt;br /&gt;
Navarrete gesprochen. Als Yogini&lt;br /&gt;
und Schamanin mit westlicher&lt;br /&gt;
psychologischer Ausbildung schlägt&lt;br /&gt;
sie energetische Brücken zwischen&lt;br /&gt;
Amazonien und Indien. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich durfte in meinem Workshop wunderbare Zusammenhänge&lt;br /&gt;
zwischen Yoga, Tantra und Schamanismus herstellen und diese&lt;br /&gt;
hoffentlich nicht nur durch den informativen Part, sondern&lt;br /&gt;
auch vor allem durch den rituellen Teil zum Ausdruck bringen.&lt;br /&gt;
Diese alten holistischen Systeme sind nur scheinbar voneinander&lt;br /&gt;
getrennt- in allen geht es um [[Heilung]], Heil-Werden,&lt;br /&gt;
Ganz-Werden, Heilig-Werden, Verbunden-Sein. Ich bin immer&lt;br /&gt;
sehr glücklich, wenn ich auf die Brücken hinweisen darf, auf&lt;br /&gt;
die Ur-Quelle und die Ur-Verbindung. Höheres [[Sein]] bedeutet&lt;br /&gt;
immer ein höheres Verbundensein. Für [[Yogi]]s, für Tantriker, für&lt;br /&gt;
[[Schamane]]n, für Bewusste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|3Cn4X_2ODM0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Nach so vielen Jahren spiritueller Praxis verschiedenster Traditionen, als Yogalehrerin und Schamanin - siehst du Verbindungen zwischen Tantra und Schamanismus und wenn ja, welcher Art?====&lt;br /&gt;
Für den Schamanen geht die kosmische Evolution vom&lt;br /&gt;
Schamanismus (Ur-Form des spirituellen Ausdrucks) über den&lt;br /&gt;
[[Hinduismus]] zum [[Buddhismus]]. Tantra und Schamanismus decken&lt;br /&gt;
sich dermaßen, dass sie fast identisch sind in der Vorstellung,&lt;br /&gt;
dass männlich und weiblich oder auch das Spiel der&lt;br /&gt;
Gegensätze die Grundlage aller Prozesse im Universum sind.&lt;br /&gt;
Vor allem in Nepal, wo ich - neben Peru - auch meine Lehrer&lt;br /&gt;
habe, ist dies sehr gut sichtbar. Dort fließen Yoga, Tantrismus&lt;br /&gt;
und Schamanismus permanent zusammen und sind nur&lt;br /&gt;
schwer voneinander zu trennen. Ein Yogi gilt als [[Shivait]], was&lt;br /&gt;
mit Tantriker gleichgesetzt wird, und ein Tantriker ist in diesem&lt;br /&gt;
Kontext auch ein Schamane. Zum Beispiel schamanische Elementenverehrung,&lt;br /&gt;
also Naturrituale, verfeinerten sich nach&lt;br /&gt;
und nach in der [[Veden|vedisch]]en Zeit zum [[Havan]]/[[Agni Hotra]], [[Puja]]&lt;br /&gt;
und [[Yajna]] (Feuer- und andere Rituale). [[Shiva]] selbst ist ja der&lt;br /&gt;
Urahne der Schamanen als [[Pashupati]], Herr der Tiere, als [[Shankar]]&lt;br /&gt;
und [[Bhairava]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig ist er der Ur-Tantriker und Ur-[[Asket]] als [[Mahadev]],&lt;br /&gt;
[[Mahesvar]] und [[Yogeshwara]], der [[Vater]] des [[Yoga]]. Er zieht einsam,&lt;br /&gt;
mit [[Asche]] beschmiert, auf seiner [[Damaru]] trommelnd,&lt;br /&gt;
durch die Wälder und hält sich auch an den [[Ghat]]s, den Verbrennungsstätten&lt;br /&gt;
(Orte der Transformation), auf. Gleichzeitig&lt;br /&gt;
meditiert er als [[Sadashiva]] über das Höchste und als [[Nataraj]]&lt;br /&gt;
tanzt er das Spiel der [[Gegensätze]] und [[Transformation]].&lt;br /&gt;
Der Name Shaman bedeutet ja: „der, der wirklich sieht”.&lt;br /&gt;
Ein [[Drsthi]] also, ein [[Seher]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wer kann besser sehen, als der dreiäugige Shiva? [[Yoga]]-&lt;br /&gt;
[[Asana]]s entsprangen der Nachahmung der Natur und viele&lt;br /&gt;
haben Tier- oder Pflanzennamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Gemeinsamkeiten gibt es im Verständnis, dass alles&lt;br /&gt;
miteinander verbunden ist, dass wir vom Energieuniversum&lt;br /&gt;
umgeben sind, das heißt, dass Schwingung die Grundlage der&lt;br /&gt;
grobstofflichen Manifestation ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Gibt es dann in der schamanischen Energiemedizin auch eine Art von Kundalini-Erfahrung?====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich! Im nepalesischen, aber auch im peruvianischen&lt;br /&gt;
(dort gibt es mehrere Schulen) Schamanismus sind Energieerfahrungen die tägliche Praxis-Erfahrung. [[Mahakali]]&lt;br /&gt;
([[Indien]] und [[Nepal]]) und Pachamama (Peru,&lt;br /&gt;
Bolivien, Ecuador) ist die Urquelle der schöpferischen&lt;br /&gt;
[[Kundalini]]-[[Shakti]].&lt;br /&gt;
Das Erwachen im schamanisch-tantrischen [[Sinn]]e&lt;br /&gt;
ist die konstante Rückverbindung mit dieser&lt;br /&gt;
[[Kraft]], die allen Phänomenen zugrunde liegt. Bei&lt;br /&gt;
meinen ersten Peru-Reisen staunte ich nicht&lt;br /&gt;
schlecht, als ich entdeckte, dass das Energiesystem&lt;br /&gt;
der Schamanen und die Vorstellung vom&lt;br /&gt;
Energieuniversum und Energiemedizin sich mit&lt;br /&gt;
dem Kundalini Yoga deckt bzw. ihm sehr, sehr&lt;br /&gt;
ähnelt. Natürlich werden andere Termini benutzt,&lt;br /&gt;
für die Inka-Schamanen sind die Chakras&lt;br /&gt;
Nawis oder Ojos de cinturon, also „Augen”, das&lt;br /&gt;
Aufsteigen von Kundalini heißt el kawsay und sushumna&lt;br /&gt;
Nadi heißt kurku. Statt Sahasrara haben&lt;br /&gt;
wir Uma oder Pujuy... etc. Aber die Phänomene sind&lt;br /&gt;
exakt die gleichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Du hast den Workshop ‚Schamanische Energiemedizin für das neue Zeitalter gehalten’, was sind die Kennzeichen des neuen Zeitalters aus deiner Sicht und wie kann man sich energetisch darauf vorbereiten?====&lt;br /&gt;
Für die Schamanen ist die Periode momentan eine besondere&lt;br /&gt;
Zeit, vor allem im Inka Schamanismus - diese Zeit wird Pachakutec&lt;br /&gt;
(Wandel) genannt. Aber: es gibt keinen [[Messias|Erlöser]], keinen&lt;br /&gt;
Heiland von außen, keinen Zauberstab, der dich rettet… Für&lt;br /&gt;
die Schamanen, für bewusste Spiritualisten ist die Zukunft&lt;br /&gt;
jetzt schon da! Der erwartete Pachakuti-Inka, der letzte König&lt;br /&gt;
ist kein erlösender [[Avatar]], sondern vielmehr eine besondere&lt;br /&gt;
[[Schwingung]] zum Empfangen hochfrequenter spiritueller Energie.&lt;br /&gt;
Das [[Bewusstsein]] ist entscheidend und dein eigenes JA zur&lt;br /&gt;
Heilung auf allen Ebenen- das ist die Absichtserklärung an&lt;br /&gt;
das Universum. Es geschieht momentan, dass mir in meinen&lt;br /&gt;
Kursen und Ausbildungen immer mehr Menschen begegnen,&lt;br /&gt;
die an der [[Heilung]] aus der ersten [[Hand]] interessiert sind, nicht&lt;br /&gt;
an den [[Dogmen]] alter schulmedizinischer Systeme... Und immer&lt;br /&gt;
mehr Menschen machen die reale Erfahrung, dass dein innerer&lt;br /&gt;
Heiler nur darauf wartet, wieder aktiviert zu werden! Für bewusste&lt;br /&gt;
Yogis, Tantriker, Schamanen, Spiritualisten ist dies eine&lt;br /&gt;
Zeitqualität des Umschwungs. Mein Meister in Peru sagte einmal&lt;br /&gt;
so schön: „Diese Zeit ist eine Entwicklungshilfe.”...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra Yoga, Nada Yoga and Kriya Yoga - Erläuterungen von Swami Krishnananda==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Einleitung von [[Swami]] [[Krishnananda]] zu Swami [[Sivananda]]s Buch „Tantra Yoga, Nada Yoga and Kriya Yoga“ der [http://www.sivanandaonline.org/public_html/ Divine Life Society], 5. Auflage, 2000, Shivanandanagar, S. VII - XII., ISBN 81-7052-042-8&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Tantra===&lt;br /&gt;
Das System, welches Tantra genannt wird, wurde schon von jeher als esoterischer Geheimpfad der spirituellen [[Praxis]] betrachtet und war nicht jedem Ungeübten oder dem gemeinen Volk zugänglich. Das [[Geheimnis]] dieser Praxis scheint aus einem ungewöhnlichen Weltentwurf zu bestehen, der dem Suchenden abverlangt, die Dinge auf eine vollständig andere Art zu interpretieren und zu bewerten und der von der normalen, gewohnten Betrachtungsweise der Dinge abweicht. Die Tantra-[[Lehrer]] sagen, dass ein Suchender auf diesem [[Pfad]] der sozialen und sogar menschlichen Sichtweise entwachsen und eine übermenschliche und göttliche Sicht der Dinge entwickeln muss. Da dies jedoch vom gemeinen Menschen dieser [[Welt]] zuviel abverlangen würde, soll der Tantra auch ein verschlossenes Geheimnis sein und bleiben, dessen Türen nur mit dem Schlüssel geöffnet werden können, den allein ein befähigter [[Guru]] zur Verfügung stellt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Philosophie===&lt;br /&gt;
Die [[Philosophie]] von Tantra basiert auf dem Konzept der Doppelnatur aller Dinge. Nichts ist einzeln, sondern alles ist bipolar oder doppelpolig. Die sogenannte [[Einheit]] der Dinge ist nur eine Erscheinungsform, welche von dem besonderen Verhalten des Zusammentritts zweier Kräfte, nämlich [[Shiva]] und [[Shakti]] angenommen wird, man könnte auch sagen, der positiven und negativen Pole. Um diese mystische Konzeption des [[Universum]]s verstehen zu können, möchten wir auf die traditionellen Lehrsätze der [[Purana]]s verweisen, [[Manusmriti]] und [[Mahabharata]], die besagen, dass es im Anbeginne eine universelle Einzelzelle gegeben hat, die schon immer da war, bekannt als [[Brahmanda]], und die sich dann zweiteilte. Der eine Teil wurde zum Kosmischen [[Mann]] und der andere zur Kosmischen [[Frau]]. Wenn wir wollen, können wir diese Teile auch Shiva und Shakti nennen. Selbst unsere modernen [[Naturwissenschaft]]en scheinen diese Sichtweise zu bestätigen, wenn sie sagen, dass das Universum im Anfang ein einzelnes Atom war, welches sich zuerst zweiteilte und sich dann in die Vielfalt der gegenwärtigen [[Form]]en des Universums aufspaltete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da diese zwei Teile und ihre darauffolgenden Unterteilungen eigentlich zu einem gesamten Ganzen gehören, gibt es eine natürliche Anziehungkraft, die von einem Teil zum anderen Teil ausgeübt wird. Es gibt also eine beidseitige Zugkraft zwischen den positiven und negativen Polen auf der kosmischen Ebene sowie auf der ihrer niedrigeren vielfältigen Abstammungsformen, sogar hinunter bis zum Atom. Wir wissen heute, dass auch das Atom in einer bipolaren Struktur aufgebaut ist, mit dem Nukleus im Zentrum und den Elektronen, die ihn in absolut rätselhafter Weise umkreisen. Die [[Reaktion]] der zwei verschiedenen Teile eines jeden einzelnen [[Organismus]] scheint eine doppelte Auffassung von [[Bewusstsein]] gegenüber Einheit und [[Zweiheit]] zur selben Zeit zu sein. Es kann keine [[Anziehung]] zwischen dem Positiven und Negativen geben, solange sie nicht zwei Pole formen und nicht nur ein einzelnes Etwas. Dennoch kann es andererseits ohne eine grundlegende Einheit, die in und zwischen ihnen wirkt, gar nicht diese Anziehung geben, wenn es zwei vollkommen verschiedene Dinge sind. Das ist also das Geheimnisvolle, das Mysterium und auch die Schwierigkeit, jenes [[Phänomen]] zu verstehen, welches als Anziehung bekannt ist und gewöhnlich in der Gemeinsprache [[Liebe]] oder [[Zuneigung]] genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bipolarität===&lt;br /&gt;
Das Konzept von Shiva und Shakti repräsentiert also in seiner höchsten Essenz diese Oberste Kosmische [[Dualität]]. Man kann sich vornehmlich vorstellen, dass dort nur Anziehung und Liebe zusammenwirken, so dass Shiva und Shakti als untrennbare Aspekte einer einheitlichen [[Realität]] zu betrachten sind, welche manchmal auch [[Ardhanarishvara|Ardhanareesvara]], der kosmische [[Androgyn]], genannt wird. Auf den niedrigeren Ebenen jedoch wirkt das Prinzip der [[Abstoßung]], was bedeutet, dass [[Abneigung]] mit Zuneigung zusammengeht, so wie auch Liebe mit [[Hass]]. Dort nimmt die bipolare Einheit eine Vielfalt an Form an, so dass ein bipolares Element nicht die Beeinflussung oder manchmal sogar nicht einmal die bloße Gegenwart solch eines anderen bipolaren Elementes tolerieren kann - aus [[Angst]] davor, seine isolierte, sich selbst bewusste bipolare Hälfte und dadurch seine Einheit zu verlieren. Dieses subtile Zusammenspiel kann in seiner groberen Art offenkundig werden, wenn z. B. eine Familiengruppe Schwierigkeiten hat, eine andere anzuerkennen und ihr die gleiche Liebe zu schenken wie der eigenen. Auf dieser Ebene können sich dann eine Gesellschaft, eine soziale Schicht und sogar eine bipolare Einzelperson nicht ohne einigen Argwohn und gewisse Vorbehalte gegenübertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Lehrsätzen oder dem Tantra nach ist die Ursache allen [[Leid]]s im [[Leben]] die bipolare [[Existenz]], diese in zwei geteilte Einheit, weil nicht eine duale Existenz in jeder ihr gegebenen Form die [[Wahrheit]] der Dinge ist, sondern das Eins-Sein. Da die zweifache Form allen Lebens in gewisser Hinsicht eine unnatürliche Art des Lebens darstellt, gibt es immer einen ambivalenten Standpunkt zwischen dem einen und dem anderen Pol von [[Mögen]] und [[Nicht-Mögen]], zu ein und derselben Zeit.&lt;br /&gt;
So wird Liebe niedergehalten, wenn Hass überwiegt und Hass unterdrückt, wenn Liebe die Oberhand behält. Fakt dabei ist jedoch, dass immer beide dieser Haltungen in einem Individuum versteckt sind, aber nur einer dieser Aspekte zum Vorschein kommt, wenn oder wie die Situation es gerade erfordert. Anstelle der Zweiheit wieder die Einheit zu bekommen, das ist der Vorgang im Tantra [[Sadhana]] - wobei dies jedoch die Zielsetzung eines jeden Sadhanas ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Unterschied===&lt;br /&gt;
Was ist also das Besondere am Tantra, und wodurch unterscheidet er sich von anderen [[Sadhana]]s, um dieses [[Ziel]] zu ereichen?&lt;br /&gt;
Der Unterschied ist sehr subtil und nicht leicht wahrzunehmen. In jeder Form religiöser Praxis gibt es meistens asketische Vorschriften für die Geisteshaltung des Praktizierenden. Das Äußere solle dem Inneren und das Materielle dem Spirituellen zuliebe abgelehnt werden. Jegliches [[Verlangen]] solle als schädliches [[Hindernis]] für den Sadhana unterbunden und alle [[Lebensfreude]] als Übel betrachtet werden, welches so früh wie möglich ausgemerzt werden muss. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, im Tantra sind die Dinge der Welt, die materiellen Formen der [[Wahrnehmung]], nicht wirklich Hindernisse, und ein Verlangen nach ihnen kann nicht dadurch besiegt werden, dass man das Verlangen an sich ablehnt. Alles in dieser Welt, und sogar die ganze Welt selbst, befindet sich in einem Übergang von der Unvollkommenheit hin zur [[Vollkommenheit]]. Das Sichtbare ist ein [[Weg]] hin zum Unsichtbaren und nicht sein Hindernis. Menschliches Begehren erwächst gerade wegen jener unintelligenten Auffassung, die der Mensch gegenüber dieser Lust entwickelt hat. Er hat sozusagen Lust-Angst, seitdem ihm erzählt worden ist, dass jegliche [[Begierde]] schlecht ist und alle äußeren Dinge nur zu Knechtschaft führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tantra sagt, dass das äußere Ding, das Objekt, kein fesselnder Zwang ist, allein schon wegen der Tatsache, dass das Objekt untrennbar mit dem Subjekt verbunden ist. Das Objekt ist der andere Pol des Subjekts, der Komplementär-Pol sozusagen. Beide Pole ergänzen sich gegenseitig. Jegliche [[Erfahrung]] steht in einer Subjekt-Objekt-Relation, und deshalb kann auch niemand nur im Geringsten daran denken, das Objekt der Begierde bewusst zu überwinden, ausgenommen, er hat vorher eine Beziehung zu dem Objekt hergestellt. Daher bedeutet die Überwindung des Objekts für uns immer wieder, in einen Teufelskreis einzutreten. Es gibt trotz aller Anstrengungen keine Möglichkeit, das Objekt loszuwerden, da schon im Bewusstsein die Gegenwart des Objekts da ist. Daher kommt also der großartige Tantra-Spruch, dass Begierde nur durch Begierde überwunden werden kann, genauso wie das Objekt nur vom Objekt bezwungen werden kann. Auch wird im Tantra gesagt, der andere Aspekt dieses Prinzips sei, &amp;quot;dass man sich durch das, wodurch man fällt, auch wieder aufrichten kann.&amp;quot; (Yaireva patanam dravyaih siddhih taireva.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier tritt der Kernpunkt der ganzen Sache hinsichtlich des Tantra zutage, welche ihn deutlich von allen anderen religiösen Praktiken und Sadhana-Formen abgrenzt. Warum diese Praxis schwierig und sogar gefährlich ist, wird durch die Art der Glaubenslehre offensichtlich, obwohl man wohl einräumen muss, dass der [[Glaubenssatz]] vielleicht etwas sehr rational verfasst ist und auf Tiefenpsychologie der menschlichen Natur basiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stufen des Tantra===&lt;br /&gt;
Die Tantra-Lehrer wissen, dass es große Schwierigkeiten gibt, wenn es darum geht, sich diese Lehrsätze einzuprägen und zu praktizieren. Insofern wird die Kunst des Sadhana auf diesem Pfad als gestaffelte Aufwärtsbewegung während der verschiedenen Stufen des Aufstiegs betrachtet. Indem man zu einem Zustand aufsteigt, wo eben jenes Verhältnis zwischen Subjekt und Objekt transzendiert oder überwunden wird, erreicht man unterschiedliche Stufen von [[Erkenntnis]] und eine Loslösung des Subjekts von der Verstrickung des Objekts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese festgesetzten Stufen lauten: [[Vede]]chara, [[Vaishnava]]chara, [[Saiva]]chara, [[Dakshina]]chara, [[Vama]]chara, [[Siddhanta]]chara und zuletzt [[Kaula]]chara.&lt;br /&gt;
Von diesen sieben aufgeführten Stufen sind die ersten drei für die niedrigere Kategorie der [[Sadhaka]]s bestimmt, welche als [[Pasu]] Jiva (Personen, in welchen die tierische Natur vorherrschend ist) bekannt sind. Die nächsten zwei stehen für die [[Vira]] [[Jiva]] (Personen, in welchen der normale menschliche Instinkt vorherrscht) und die letzten zwei für die [[Divya]] Jiva (Personen, in welchen das göttliche Element vorherrschend ist).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird geglaubt, dass die ersten drei [[Achara]]s besonders für [[Karma]] stehen. [[Bhakti]] und [[Jnana]], der [[Veda]], der für das [[Ritual]] steht, [[Vaishnava]] für die [[Hingabe]] und [[Saiva]] für das [[Wissen]]. Der vierte Achara, welcher [[Dakshina]] genannt wird, versucht die Ergebnisse zu bewahren, die durch das Praktizieren der ersten drei Stufen erreicht wurden. Bis zu dieser Ebene ist die Bewegung fast linear und praktisch gerade. Auf der nächsten Stufe (Vamachara) aber gibt es einen seltsamen Unterschied des Blickwinkels, denn dieser Begriff beinhaltet den Beginn der Rückwärts-Strömung der [[Seele]]n-Bewegung hin zur [[Realität]]. &amp;quot;[[Vama]]&amp;quot; bedeutet nicht &amp;quot;links&amp;quot;, wie die meisten Leute zu denken scheinen, sondern &amp;quot;Umkehr-Prozess&amp;quot;, [[Nivritti]] oder die Rückkehr - im Gegensatz zu [[Pravritti]] oder dem Vorwärts-Fließen mit der natürlichen Strömung der [[Sinne]]. Hier liegt der Beginn der allergeheimsten Praxis oder des esoterischen Aspektes des Tantra Sadhana, wo Objekte der Anziehung, des Reizes, egal welcher Art sie sind, gerade als Instrumente und Werkzeuge betrachtet werden, nicht, damit sie abgelehnt, sondern damit sie integriert und zu einem Teil des eigenen Seins gemacht werden. Die Absicht dabei ist aber, jenes Bewusstsein zu überwinden, dass sie außerhalb von einem selbst sind, als so eine Art gegenüberliegendes, entgegengesetztes Objekt oder irgendein äußerliches Etwas. Diese besondere Phase soll eigentlich auch nicht erklärt, sondern nur auf direktem Weg von einem Lehrmeister gelernt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Natur der Dinge===&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen werden Reichtum, Macht und Sex als die wohl&lt;br /&gt;
größten Hindernisse auf dem Weg zu spiritueller Vollkommenheit  betrachtet. Der Tantra jedoch versucht gerade diese sich nutzbar zu machen und zu überwinden, und zwar mit genau den Mitteln, mit welchen ein ungeübter Verstand sich ins Unheil stürzen würde.&lt;br /&gt;
Die Pasu, Vira und Divya Bhavas entsprechen den tierischen, menschlichen und göttlichen Naturen und ziehen die groben, die feinen und die göttlichen Aspekte der Dinge in Betracht, welchen man in seinem spirituellen Leben als Gegensätze begegnen muss. Das ist das verbotene Gebiet von Tantra Sadhana, der Bereich, welchen der wahrhaft Suchende nicht offenlegt, da der gemeine Mensch ihn nicht wissen, verstehen oder aus ihm Nutzen ziehen soll.&lt;br /&gt;
Jedes Objekt hat eine grobe, eine feine und eine göttliche Form, und jeder Sadhaka (Schüler) muss all diese Phasen durchlaufen. &lt;br /&gt;
Der Tantra beharrt darauf, dass keine Stufe oder Phase als Hindernis abgelehnt werden soll, sondern von jedem Individuum selbst genommen und durchschritten werden soll. Mann kann nur ein unbekanntes Ding, ein Objekt der Angst, nicht unter seine Kontrolle bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tantra sagt, dass die unreinen, häßlichen und unheiligen Dinge des Lebens eigentlich Dinge sind, die fälschlicherweise nicht in ihrem wirklichen Zusammenhang gesehen wurden, nicht von ihrer eigenen besonderen Position oder vom Standpunkt der Dinge selbst her. Sie sind weder gut noch schlecht, weder schön noch häßlich und weder heilig noch unheilig. Das alles sind nur Vorstellungen, die uns unser Verstand von einem speziellen Interessestandpunkt aus gibt. Unser Verstand sträubt sich dagegen, in Erwägung zu ziehen, dass es auch noch andere Interessen als seine eigenen geben könnte. Das Universum muss man von vielen Blickwinkeln aus sehen, nicht nur von einem. Vom Ersteren muss man zum Letzteren steigen, mit einer systematischen und progressiven Bewegung seines ganzen Seins durch den groben, den feinen und den göttlichen Aufbau der Dinge.&lt;br /&gt;
Am Anfang hat man Kontakt mit dem Objekt. Als nächstes denkt man es mit seinem Verstand bloß noch. Zuletzt visualisiert man es nur noch als einen Unruheherd oder Stress-Punkt in der Universellen Realität.&lt;br /&gt;
Die oben erwähnten Siddhantachara und Kaulachara vervollständigen den Prozess des Sadhana, wobei man in die wahre Natur der Dinge eintaucht und regelrecht übermenschlich wird. Die Aufgabe, welche die religiöse Praxis mit sich bringt, ist nicht die Ablehnung des Objektes oder des Dinges an sich, sondern die der Idee oder der Vorstellung, dass es, das Objekt, außerhalb von einem selbst sei. Die falsche Vorstellung weckt die Begierde, nicht das Objekt oder das Ding selbst. Die Verordnung ist hier in der Tat sehr subtil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritual===&lt;br /&gt;
Tantra Sadhana beinhaltet das Rezitieren von Mantras, die Ritualausführung mittels Yantras und die eigene Abstimmung mit einer speziellen Ebene der Realität, was eigentlich die spezifische  Bedeutung des Tantra ist. Während dieses Prozesses muss man viele kleine Details direkt von seinem Guru lernen. Die Entschlackung des Körpers, die Reinigung seines Geistes und Klärung seiner sozialen Beziehungen sind alles wichtige Vorbereitungen des Sadhana. Die übliche Shodasopachara-Puja oder die sechzehn-gliedrige Gebetszeremonie, welche für eine Gottheit abgehalten wird, sind auch geeignete Maßnahmen für all das, was man bewundert, schätzt und liebt. Durch solch einen Gottesdienst sucht man die Verbindung mit der Gottheit durch die Aufhebung der Trennung zwischen ihr und einem selbst. Die geheimnisvollen Prozesse, Nyasa (Anga-Nyasa und Kara-Nyasa) genannt, sind wiederum nach innen gerichtete Techniken, mittels derer man das Objekt in einem selbst und die Gottheit in seinem ureigenen Sein fühlt.&lt;br /&gt;
All das macht es mehr als deutlich, dass der Tantra Sadhana genauso höchst wissenschaftlich und präzise wie auch schwierig und gefährlich&lt;br /&gt;
ist. Dies ist seine Besonderheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
*[[Tantra Yoga]]&lt;br /&gt;
*[[Vijnana Bhairava Tantra]]&lt;br /&gt;
*[[Panchatantra]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p105_Kundalini-Tantra/ &#039;&#039;Kundalini Tantra&#039;&#039; von Swami Satyananda]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p106_Tantra-und-Yoga-Panorama/ &#039;&#039;Tantra und Yoga Panorama&#039;&#039; von Swami Satyananda]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/tantra/ Tantra Yoga]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/art_tantra_agama.html &amp;quot;Tantra&amp;quot; aus &#039;&#039;Göttliche Erkenntnis&#039;&#039; von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/YogaundSexualitaet.html Yoga und Sexualität von Sukadev]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/kundalini-yoga/literatur-buecher-kundalini-yoga/ Literatur Bücher Kundalini Yoga]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/seminar/meditationen-aus-dem-tantra-b130823-5/ Meditationen aus dem Tantra]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminarhaus-shanti/veranstaltungen/kalender-2013/yogini-tantra/ Yogini Tantra]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos==&lt;br /&gt;
===Atma Kriya Yoga mit Rishi Tulsidasananda===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|uQaVFLZnGVw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Erfahrung des subjektiven Bewusstseins im Yoga und in der östlichen Meditation===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|zoXRuC3RQTE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Entdeckung der Kundalini mit Sigmund Feuerabendt===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|kIhgXHWQoCw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weißer Tantra mit Simram Kaur===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|jTn_1dUD9tE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was ist das Besondere an Tantra Meditationstechniken - Interview mit Dr. Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|QFR_u_Zdwhg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ajapa Japa - Tantra Meditation mit Soham===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|F40CZ5h0Ahk}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ajapa Japa - Tantra Meditation Technique===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|3LpnJk47SmA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kaya Sthairyam Tantra Meditation mit Dr. Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|5N2qB99YkFs}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Tantra Meditation - mit Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|HrvueDbn8HY}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Multimedia==&lt;br /&gt;
===Kundalini Yoga: Tantra===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/39_Kundalini-Yoga-Teil_2_Tantra.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Ewige und das Vergängliche – Shiva-Shakti 1===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Das_Ewige_und_das_Vergaengliche_Shiva-Shakti-1.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sei verhaftungslos und … Shiva-Shakti 2===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Glueck-ist-im-inneren.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Setze dich durch – und gebe nach – Shiva-Shakti 3===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Sonne-Mond-im-Alltag.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tantra]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kundalini Yoga]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Chakra]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga Vidya Journal]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Tantra&amp;diff=119973</id>
		<title>Tantra</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Tantra&amp;diff=119973"/>
		<updated>2014-07-06T08:39:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: /* Die Stufen des Tantra */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Tantra&#039;&#039;&#039; ([[Sanskrit]]: तन्त्र tantra &#039;&#039;n.&#039;&#039;) Webstuhl; Gewebe, Kontinuum, Zusammenhang; Lehrwerk, Lehre; eine Klasse von Werken, die ursprünglich streng geheim gehaltene (esoterische) Inhalte lehrten und sich hauptsächlich mit [[Mystik]], [[Magie]] und Techniken zur [[Selbsterkenntnis]] und Erlösung ([[Moksha]] aus dem Kreislauf der Wiedergeburt, [[Samsara]]) beschäftigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:kundalini_chakras.jpg|thumb|Die Chakras - Energiezentren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herkunft==&lt;br /&gt;
Das Wort &amp;quot;Tantra&amp;quot; wird von der Sanskritwurzel &amp;quot;tan&amp;quot; (&amp;quot;ausdehnen, spannen&amp;quot;) abgeleitet. Die Ursprünge des Tantra als soteriologische (zur Erlösung hinführende) Systeme liegen etwa im 2. Jahrhundert, in seinen heute bekannten Ausprägungen wird es seit dem 7. oder 8. Jahrhundert weitergegeben. Aus der tantrischen Tradition stammt unter anderem die Lehre von den sieben [[Chakra]]s. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Traditionelle Richtungen==&lt;br /&gt;
Im wesentlichen gibt es in [[Indien]] drei Hauptrichtungen des Tantra, wozu noch die Form des tibetischen tantrischen [[Buddhismus]] ([[Vajrayana]]) kommt, der auch in [[Nepal]] praktiziert wird:&lt;br /&gt;
*1. [[Vaishnavacara]] (&#039;&#039;vaiṣṇavācāra&#039;&#039;): Hier werden die Formen des [[Gott]]es [[Vishnu]] als höchstes Prinzip verehrt.&lt;br /&gt;
*2. [[Shaivacara]] (&#039;&#039;śaivācāra&#039;&#039;): Hier werden die Formen des Gottes [[Shiva]] als höchstes Prinzip verehrt.&lt;br /&gt;
*3. [[Shaktacara]] (&#039;&#039;śāktācāra&#039;&#039;): hier werden die Formen der Göttin ([[Shakti]]) als höchstes Prinzip verehrt. Die als [[Shakta]] bekannten [[Tantriker]] folgen ihrerseits einem der beiden folgenden Wege bzw. Lebenswandel ([[Acara]]): entweder dem &amp;quot;Weg der rechten Hand&amp;quot; ([[Dakshinacara]] &#039;&#039;dakṣiṇācāra&#039;&#039;), in dem keine sexuellen Praktiken ausgeübt, wenn überhaupt imaginiert werden, oder dem &amp;quot;Weg der linken Hand&amp;quot; ([[Vamacara]] &#039;&#039;vāmācāra&#039;&#039;), der auch sexuelle Praktiken in das [[Ritual]] integriert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|mgLlp-CJsX4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra im Yoga==&lt;br /&gt;
Tantra als Teil der [[Yoga|yogischen]] Tradition und beruht auf der Shiva-Shakti-Philosophie. [[Shiva]] repräsentiert das Unveränderliche, das Unbewegte, das absolute [[Bewusstsein]], im [[Vedanta]] &amp;quot;[[Brahman]]&amp;quot; genannt. [[Shakti]] repräsentiert die schöpferische [[Energie]], welche das Universum in sechs Schritten in Analogie der sechs [[Chakra]]s (unterhalb des [[Sahasrara]] Chakras, der Sitz von Shiva), geschaffen hat. Ursprünglich sind Shiva und Shakti eins. Durch eine erste Schwingung, &amp;quot;[[Spandana]]&amp;quot; („Spaltung“), trennt sich Shakti von Shiva und schafft erst die zwei [[Kausalwelt]]en, dann die drei [[Astralwelt]]en und schließlich die physische [[Welt]]. Zyklisch vereinigen sich Shiva und Shakti wieder (Auflösung), bleiben zusammen ([[Pralaya]], kosmische Nacht) und trennen sich wieder (Schöpfung). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In jedem Teil des Kosmos sind Shiva und Shakti. Im Menschen manifestiert sich Shiva als reines Bewusstsein, als [[Satchidananda]]. Shakti manifestiert sich als die drei Körper mit den fünf Hüllen. Solange Shakti von Shiva getrennt ist, ist der Mensch unzufrieden. Im Laufe der individuellen [[Evolution]] über viele [[Leben]] hinweg erwacht die [[Kundalini]] (Shakti im Menschen) und vereinigt die individuelle [[Seele]] wieder mit der kosmischen Seele. [[Kundalini Yoga]] ist die Wissenschaft der Beschleunigung dieses natürlichen Evolutionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Drei Formen des Tantra==&lt;br /&gt;
Es gibt außerdem eine weitere, modernere Einteilung in drei [[Yoga Arten|Arten]] von Tantra: weißes, rotes und schwarzes Tantra. Rotes Tantra sind die sexuellen Praktiken, schwarzes Tantra sind die magischen und schwarzmagischen Praktiken zur egoistischen [[Manipulation]] von Energien und [[Geister]]n für selbstsüchtige Zwecke. Weißes Tantra sind die Praktiken zur Reinigung des [[Astralkörper]]s und zur Erweckung der [[Kundalini]] ohne selbstsüchtige Motive und werden daher [[Kundalini Yoga]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra und [[Schamanismus]] – Energien im Fluss==&lt;br /&gt;
Interview mit Maharani Fritsch de Navarrete, erschienen im Yoga Vidya Journal Nr. 27, Herbst 2013&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlässlich des Yoga Kongress 2012&lt;br /&gt;
‚[[Chakra]], Tantra, [[Kundalini]]‘ haben&lt;br /&gt;
wir mit Maharani Fritsch de&lt;br /&gt;
Navarrete gesprochen. Als Yogini&lt;br /&gt;
und Schamanin mit westlicher&lt;br /&gt;
psychologischer Ausbildung schlägt&lt;br /&gt;
sie energetische Brücken zwischen&lt;br /&gt;
Amazonien und Indien. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich durfte in meinem Workshop wunderbare Zusammenhänge&lt;br /&gt;
zwischen Yoga, Tantra und Schamanismus herstellen und diese&lt;br /&gt;
hoffentlich nicht nur durch den informativen Part, sondern&lt;br /&gt;
auch vor allem durch den rituellen Teil zum Ausdruck bringen.&lt;br /&gt;
Diese alten holistischen Systeme sind nur scheinbar voneinander&lt;br /&gt;
getrennt- in allen geht es um [[Heilung]], Heil-Werden,&lt;br /&gt;
Ganz-Werden, Heilig-Werden, Verbunden-Sein. Ich bin immer&lt;br /&gt;
sehr glücklich, wenn ich auf die Brücken hinweisen darf, auf&lt;br /&gt;
die Ur-Quelle und die Ur-Verbindung. Höheres [[Sein]] bedeutet&lt;br /&gt;
immer ein höheres Verbundensein. Für [[Yogi]]s, für Tantriker, für&lt;br /&gt;
[[Schamane]]n, für Bewusste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|3Cn4X_2ODM0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Nach so vielen Jahren spiritueller Praxis verschiedenster Traditionen, als Yogalehrerin und Schamanin - siehst du Verbindungen zwischen Tantra und Schamanismus und wenn ja, welcher Art?====&lt;br /&gt;
Für den Schamanen geht die kosmische Evolution vom&lt;br /&gt;
Schamanismus (Ur-Form des spirituellen Ausdrucks) über den&lt;br /&gt;
[[Hinduismus]] zum [[Buddhismus]]. Tantra und Schamanismus decken&lt;br /&gt;
sich dermaßen, dass sie fast identisch sind in der Vorstellung,&lt;br /&gt;
dass männlich und weiblich oder auch das Spiel der&lt;br /&gt;
Gegensätze die Grundlage aller Prozesse im Universum sind.&lt;br /&gt;
Vor allem in Nepal, wo ich - neben Peru - auch meine Lehrer&lt;br /&gt;
habe, ist dies sehr gut sichtbar. Dort fließen Yoga, Tantrismus&lt;br /&gt;
und Schamanismus permanent zusammen und sind nur&lt;br /&gt;
schwer voneinander zu trennen. Ein Yogi gilt als [[Shivait]], was&lt;br /&gt;
mit Tantriker gleichgesetzt wird, und ein Tantriker ist in diesem&lt;br /&gt;
Kontext auch ein Schamane. Zum Beispiel schamanische Elementenverehrung,&lt;br /&gt;
also Naturrituale, verfeinerten sich nach&lt;br /&gt;
und nach in der [[Veden|vedisch]]en Zeit zum [[Havan]]/[[Agni Hotra]], [[Puja]]&lt;br /&gt;
und [[Yajna]] (Feuer- und andere Rituale). [[Shiva]] selbst ist ja der&lt;br /&gt;
Urahne der Schamanen als [[Pashupati]], Herr der Tiere, als [[Shankar]]&lt;br /&gt;
und [[Bhairava]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig ist er der Ur-Tantriker und Ur-[[Asket]] als [[Mahadev]],&lt;br /&gt;
[[Mahesvar]] und [[Yogeshwara]], der [[Vater]] des [[Yoga]]. Er zieht einsam,&lt;br /&gt;
mit [[Asche]] beschmiert, auf seiner [[Damaru]] trommelnd,&lt;br /&gt;
durch die Wälder und hält sich auch an den [[Ghat]]s, den Verbrennungsstätten&lt;br /&gt;
(Orte der Transformation), auf. Gleichzeitig&lt;br /&gt;
meditiert er als [[Sadashiva]] über das Höchste und als [[Nataraj]]&lt;br /&gt;
tanzt er das Spiel der [[Gegensätze]] und [[Transformation]].&lt;br /&gt;
Der Name Shaman bedeutet ja: „der, der wirklich sieht”.&lt;br /&gt;
Ein [[Drsthi]] also, ein [[Seher]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wer kann besser sehen, als der dreiäugige Shiva? [[Yoga]]-&lt;br /&gt;
[[Asana]]s entsprangen der Nachahmung der Natur und viele&lt;br /&gt;
haben Tier- oder Pflanzennamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Gemeinsamkeiten gibt es im Verständnis, dass alles&lt;br /&gt;
miteinander verbunden ist, dass wir vom Energieuniversum&lt;br /&gt;
umgeben sind, das heißt, dass Schwingung die Grundlage der&lt;br /&gt;
grobstofflichen Manifestation ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Gibt es dann in der schamanischen Energiemedizin auch eine Art von Kundalini-Erfahrung?====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich! Im nepalesischen, aber auch im peruvianischen&lt;br /&gt;
(dort gibt es mehrere Schulen) Schamanismus sind Energieerfahrungen die tägliche Praxis-Erfahrung. [[Mahakali]]&lt;br /&gt;
([[Indien]] und [[Nepal]]) und Pachamama (Peru,&lt;br /&gt;
Bolivien, Ecuador) ist die Urquelle der schöpferischen&lt;br /&gt;
[[Kundalini]]-[[Shakti]].&lt;br /&gt;
Das Erwachen im schamanisch-tantrischen [[Sinn]]e&lt;br /&gt;
ist die konstante Rückverbindung mit dieser&lt;br /&gt;
[[Kraft]], die allen Phänomenen zugrunde liegt. Bei&lt;br /&gt;
meinen ersten Peru-Reisen staunte ich nicht&lt;br /&gt;
schlecht, als ich entdeckte, dass das Energiesystem&lt;br /&gt;
der Schamanen und die Vorstellung vom&lt;br /&gt;
Energieuniversum und Energiemedizin sich mit&lt;br /&gt;
dem Kundalini Yoga deckt bzw. ihm sehr, sehr&lt;br /&gt;
ähnelt. Natürlich werden andere Termini benutzt,&lt;br /&gt;
für die Inka-Schamanen sind die Chakras&lt;br /&gt;
Nawis oder Ojos de cinturon, also „Augen”, das&lt;br /&gt;
Aufsteigen von Kundalini heißt el kawsay und sushumna&lt;br /&gt;
Nadi heißt kurku. Statt Sahasrara haben&lt;br /&gt;
wir Uma oder Pujuy... etc. Aber die Phänomene sind&lt;br /&gt;
exakt die gleichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Du hast den Workshop ‚Schamanische Energiemedizin für das neue Zeitalter gehalten’, was sind die Kennzeichen des neuen Zeitalters aus deiner Sicht und wie kann man sich energetisch darauf vorbereiten?====&lt;br /&gt;
Für die Schamanen ist die Periode momentan eine besondere&lt;br /&gt;
Zeit, vor allem im Inka Schamanismus - diese Zeit wird Pachakutec&lt;br /&gt;
(Wandel) genannt. Aber: es gibt keinen [[Messias|Erlöser]], keinen&lt;br /&gt;
Heiland von außen, keinen Zauberstab, der dich rettet… Für&lt;br /&gt;
die Schamanen, für bewusste Spiritualisten ist die Zukunft&lt;br /&gt;
jetzt schon da! Der erwartete Pachakuti-Inka, der letzte König&lt;br /&gt;
ist kein erlösender [[Avatar]], sondern vielmehr eine besondere&lt;br /&gt;
[[Schwingung]] zum Empfangen hochfrequenter spiritueller Energie.&lt;br /&gt;
Das [[Bewusstsein]] ist entscheidend und dein eigenes JA zur&lt;br /&gt;
Heilung auf allen Ebenen- das ist die Absichtserklärung an&lt;br /&gt;
das Universum. Es geschieht momentan, dass mir in meinen&lt;br /&gt;
Kursen und Ausbildungen immer mehr Menschen begegnen,&lt;br /&gt;
die an der [[Heilung]] aus der ersten [[Hand]] interessiert sind, nicht&lt;br /&gt;
an den [[Dogmen]] alter schulmedizinischer Systeme... Und immer&lt;br /&gt;
mehr Menschen machen die reale Erfahrung, dass dein innerer&lt;br /&gt;
Heiler nur darauf wartet, wieder aktiviert zu werden! Für bewusste&lt;br /&gt;
Yogis, Tantriker, Schamanen, Spiritualisten ist dies eine&lt;br /&gt;
Zeitqualität des Umschwungs. Mein Meister in Peru sagte einmal&lt;br /&gt;
so schön: „Diese Zeit ist eine Entwicklungshilfe.”...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra Yoga, Nada Yoga and Kriya Yoga - Erläuterungen von Swami Krishnananda==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Einleitung von [[Swami]] [[Krishnananda]] zu Swami [[Sivananda]]s Buch „Tantra Yoga, Nada Yoga and Kriya Yoga“ der [http://www.sivanandaonline.org/public_html/ Divine Life Society], 5. Auflage, 2000, Shivanandanagar, S. VII - XII., ISBN 81-7052-042-8&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Tantra===&lt;br /&gt;
Das System, welches Tantra genannt wird, wurde schon von jeher als esoterischer Geheimpfad der spirituellen [[Praxis]] betrachtet und war nicht jedem Ungeübten oder dem gemeinen Volk zugänglich. Das [[Geheimnis]] dieser Praxis scheint aus einem ungewöhnlichen Weltentwurf zu bestehen, der dem Suchenden abverlangt, die Dinge auf eine vollständig andere Art zu interpretieren und zu bewerten und der von der normalen, gewohnten Betrachtungsweise der Dinge abweicht. Die Tantra-[[Lehrer]] sagen, dass ein Suchender auf diesem [[Pfad]] der sozialen und sogar menschlichen Sichtweise entwachsen und eine übermenschliche und göttliche Sicht der Dinge entwickeln muss. Da dies jedoch vom gemeinen Menschen dieser [[Welt]] zuviel abverlangen würde, soll der Tantra auch ein verschlossenes Geheimnis sein und bleiben, dessen Türen nur mit dem Schlüssel geöffnet werden können, den allein ein befähigter [[Guru]] zur Verfügung stellt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Philosophie===&lt;br /&gt;
Die [[Philosophie]] von Tantra basiert auf dem Konzept der Doppelnatur aller Dinge. Nichts ist einzeln, sondern alles ist bipolar oder doppelpolig. Die sogenannte [[Einheit]] der Dinge ist nur eine Erscheinungsform, welche von dem besonderen Verhalten des Zusammentritts zweier Kräfte, nämlich [[Shiva]] und [[Shakti]] angenommen wird, man könnte auch sagen, der positiven und negativen Pole. Um diese mystische Konzeption des [[Universum]]s verstehen zu können, möchten wir auf die traditionellen Lehrsätze der [[Purana]]s verweisen, [[Manusmriti]] und [[Mahabharata]], die besagen, dass es im Anbeginne eine universelle Einzelzelle gegeben hat, die schon immer da war, bekannt als [[Brahmanda]], und die sich dann zweiteilte. Der eine Teil wurde zum Kosmischen [[Mann]] und der andere zur Kosmischen [[Frau]]. Wenn wir wollen, können wir diese Teile auch Shiva und Shakti nennen. Selbst unsere modernen [[Naturwissenschaft]]en scheinen diese Sichtweise zu bestätigen, wenn sie sagen, dass das Universum im Anfang ein einzelnes Atom war, welches sich zuerst zweiteilte und sich dann in die Vielfalt der gegenwärtigen [[Form]]en des Universums aufspaltete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da diese zwei Teile und ihre darauffolgenden Unterteilungen eigentlich zu einem gesamten Ganzen gehören, gibt es eine natürliche Anziehungkraft, die von einem Teil zum anderen Teil ausgeübt wird. Es gibt also eine beidseitige Zugkraft zwischen den positiven und negativen Polen auf der kosmischen Ebene sowie auf der ihrer niedrigeren vielfältigen Abstammungsformen, sogar hinunter bis zum Atom. Wir wissen heute, dass auch das Atom in einer bipolaren Struktur aufgebaut ist, mit dem Nukleus im Zentrum und den Elektronen, die ihn in absolut rätselhafter Weise umkreisen. Die [[Reaktion]] der zwei verschiedenen Teile eines jeden einzelnen [[Organismus]] scheint eine doppelte Auffassung von [[Bewusstsein]] gegenüber Einheit und [[Zweiheit]] zur selben Zeit zu sein. Es kann keine [[Anziehung]] zwischen dem Positiven und Negativen geben, solange sie nicht zwei Pole formen und nicht nur ein einzelnes Etwas. Dennoch kann es andererseits ohne eine grundlegende Einheit, die in und zwischen ihnen wirkt, gar nicht diese Anziehung geben, wenn es zwei vollkommen verschiedene Dinge sind. Das ist also das Geheimnisvolle, das Mysterium und auch die Schwierigkeit, jenes [[Phänomen]] zu verstehen, welches als Anziehung bekannt ist und gewöhnlich in der Gemeinsprache [[Liebe]] oder [[Zuneigung]] genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bipolarität===&lt;br /&gt;
Das Konzept von Shiva und Shakti repräsentiert also in seiner höchsten Essenz diese Oberste Kosmische [[Dualität]]. Man kann sich vornehmlich vorstellen, dass dort nur Anziehung und Liebe zusammenwirken, so dass Shiva und Shakti als untrennbare Aspekte einer einheitlichen [[Realität]] zu betrachten sind, welche manchmal auch [[Ardhanarishvara|Ardhanareesvara]], der kosmische [[Androgyn]], genannt wird. Auf den niedrigeren Ebenen jedoch wirkt das Prinzip der [[Abstoßung]], was bedeutet, dass [[Abneigung]] mit Zuneigung zusammengeht, so wie auch Liebe mit [[Hass]]. Dort nimmt die bipolare Einheit eine Vielfalt an Form an, so dass ein bipolares Element nicht die Beeinflussung oder manchmal sogar nicht einmal die bloße Gegenwart solch eines anderen bipolaren Elementes tolerieren kann - aus [[Angst]] davor, seine isolierte, sich selbst bewusste bipolare Hälfte und dadurch seine Einheit zu verlieren. Dieses subtile Zusammenspiel kann in seiner groberen Art offenkundig werden, wenn z. B. eine Familiengruppe Schwierigkeiten hat, eine andere anzuerkennen und ihr die gleiche Liebe zu schenken wie der eigenen. Auf dieser Ebene können sich dann eine Gesellschaft, eine soziale Schicht und sogar eine bipolare Einzelperson nicht ohne einigen Argwohn und gewisse Vorbehalte gegenübertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Lehrsätzen oder dem Tantra nach ist die Ursache allen [[Leid]]s im [[Leben]] die bipolare [[Existenz]], diese in zwei geteilte Einheit, weil nicht eine duale Existenz in jeder ihr gegebenen Form die [[Wahrheit]] der Dinge ist, sondern das Eins-Sein. Da die zweifache Form allen Lebens in gewisser Hinsicht eine unnatürliche Art des Lebens darstellt, gibt es immer einen ambivalenten Standpunkt zwischen dem einen und dem anderen Pol von [[Mögen]] und [[Nicht-Mögen]], zu ein und derselben Zeit.&lt;br /&gt;
So wird Liebe niedergehalten, wenn Hass überwiegt und Hass unterdrückt, wenn Liebe die Oberhand behält. Fakt dabei ist jedoch, dass immer beide dieser Haltungen in einem Individuum versteckt sind, aber nur einer dieser Aspekte zum Vorschein kommt, wenn oder wie die Situation es gerade erfordert. Anstelle der Zweiheit wieder die Einheit zu bekommen, das ist der Vorgang im Tantra [[Sadhana]] - wobei dies jedoch die Zielsetzung eines jeden Sadhanas ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Unterschied===&lt;br /&gt;
Was ist also das Besondere am Tantra, und wodurch unterscheidet er sich von anderen [[Sadhana]]s, um dieses [[Ziel]] zu ereichen?&lt;br /&gt;
Der Unterschied ist sehr subtil und nicht leicht wahrzunehmen. In jeder Form religiöser Praxis gibt es meistens asketische Vorschriften für die Geisteshaltung des Praktizierenden. Das Äußere solle dem Inneren und das Materielle dem Spirituellen zuliebe abgelehnt werden. Jegliches [[Verlangen]] solle als schädliches [[Hindernis]] für den Sadhana unterbunden und alle [[Lebensfreude]] als Übel betrachtet werden, welches so früh wie möglich ausgemerzt werden muss. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, im Tantra sind die Dinge der Welt, die materiellen Formen der [[Wahrnehmung]], nicht wirklich Hindernisse, und ein Verlangen nach ihnen kann nicht dadurch besiegt werden, dass man das Verlangen an sich ablehnt. Alles in dieser Welt, und sogar die ganze Welt selbst, befindet sich in einem Übergang von der Unvollkommenheit hin zur [[Vollkommenheit]]. Das Sichtbare ist ein [[Weg]] hin zum Unsichtbaren und nicht sein Hindernis. Menschliches Begehren erwächst gerade wegen jener unintelligenten Auffassung, die der Mensch gegenüber dieser Lust entwickelt hat. Er hat sozusagen Lust-Angst, seitdem ihm erzählt worden ist, dass jegliche [[Begierde]] schlecht ist und alle äußeren Dinge nur zu Knechtschaft führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tantra sagt, dass das äußere Ding, das Objekt, kein fesselnder Zwang ist, allein schon wegen der Tatsache, dass das Objekt untrennbar mit dem Subjekt verbunden ist. Das Objekt ist der andere Pol des Subjekts, der Komplementär-Pol sozusagen. Beide Pole ergänzen sich gegenseitig. Jegliche [[Erfahrung]] steht in einer Subjekt-Objekt-Relation, und deshalb kann auch niemand nur im Geringsten daran denken, das Objekt der Begierde bewusst zu überwinden, ausgenommen, er hat vorher eine Beziehung zu dem Objekt hergestellt. Daher bedeutet die Überwindung des Objekts für uns immer wieder, in einen Teufelskreis einzutreten. Es gibt trotz aller Anstrengungen keine Möglichkeit, das Objekt loszuwerden, da schon im Bewusstsein die Gegenwart des Objekts da ist. Daher kommt also der großartige Tantra-Spruch, dass Begierde nur durch Begierde überwunden werden kann, genauso wie das Objekt nur vom Objekt bezwungen werden kann. Auch wird im Tantra gesagt, der andere Aspekt dieses Prinzips sei, &amp;quot;dass man sich durch das, wodurch man fällt, auch wieder aufrichten kann.&amp;quot; (Yaireva patanam dravyaih siddhih taireva.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier tritt der Kernpunkt der ganzen Sache hinsichtlich des Tantra zutage, welche ihn deutlich von allen anderen religiösen Praktiken und Sadhana-Formen abgrenzt. Warum diese Praxis schwierig und sogar gefährlich ist, wird durch die Art der Glaubenslehre offensichtlich, obwohl man wohl einräumen muss, dass der [[Glaubenssatz]] vielleicht etwas sehr rational verfasst ist und auf Tiefenpsychologie der menschlichen Natur basiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stufen des Tantra===&lt;br /&gt;
Die Tantra-Lehrer wissen, dass es große Schwierigkeiten gibt, wenn es darum geht, sich diese Lehrsätze einzuprägen und zu praktizieren. Insofern wird die Kunst des Sadhana auf diesem Pfad als gestaffelte Aufwärtsbewegung während der verschiedenen Stufen des Aufstiegs betrachtet. Indem man zu einem Zustand aufsteigt, wo eben jenes Verhältnis zwischen Subjekt und Objekt transzendiert oder überwunden wird, erreicht man unterschiedliche Stufen von [[Erkenntnis]] und eine Loslösung des Subjekts von der Verstrickung des Objekts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese festgesetzten Stufen lauten: [[Vedechara]], [[Vaishnavachara]], [[Saivachara]], [[Dakshinachara]], [[Vamachara]], [[Siddhantachara]] und zuletzt [[Kaulachara]].&lt;br /&gt;
Von diesen sieben aufgeführten Stufen sind die ersten drei für die niedrigere Kategorie der [[Sadhaka]]s bestimmt, welche als [[Pasujiva]] (Personen, in welchen die tierische Natur vorherrschend ist) bekannt sind. Die nächsten zwei stehen für die [[Virajiva]] (Personen, in welchen der normale menschliche Instinkt vorherrscht) und die letzten zwei für die [[Divyajiva]] (Personen, in welchen das göttliche Element vorherrschend ist).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird geglaubt, dass die ersten drei [[Achara]]s besonders für [[Karma]] stehen. [[Bhakti]] und [[Jnana]], der [[Veda]], der für das [[Ritual]] steht, [[Vaishnava]] für die [[Hingabe]] und [[Saiva]] für das [[Wissen]]. Der vierte Achara, welcher [[Dakshina]] genannt wird, versucht die Ergebnisse zu bewahren, die durch das Praktizieren der ersten drei Stufen erreicht wurden. Bis zu dieser Ebene ist die Bewegung fast linear und praktisch gerade. Auf der nächsten Stufe (Vamachara) aber gibt es einen seltsamen Unterschied des Blickwinkels, denn dieser Begriff beinhaltet den Beginn der Rückwärts-Strömung der [[Seele]]n-Bewegung hin zur [[Realität]]. &amp;quot;[[Vama]]&amp;quot; bedeutet nicht &amp;quot;links&amp;quot;, wie die meisten Leute zu denken scheinen, sondern &amp;quot;Umkehr-Prozess&amp;quot;, [[Nivritti]] oder die Rückkehr - im Gegensatz zu [[Pravritti]] oder dem Vorwärts-Fließen mit der natürlichen Strömung der [[Sinne]]. Hier liegt der Beginn der allergeheimsten Praxis oder des esoterischen Aspektes des Tantra Sadhana, wo Objekte der Anziehung, des Reizes, egal welcher Art sie sind, gerade als Instrumente und Werkzeuge betrachtet werden, nicht, damit sie abgelehnt, sondern damit sie integriert und zu einem Teil des eigenen Seins gemacht werden. Die Absicht dabei ist aber, jenes Bewusstsein zu überwinden, dass sie außerhalb von einem selbst sind, als so eine Art gegenüberliegendes, entgegengesetztes Objekt oder irgendein äußerliches Etwas. Diese besondere Phase soll eigentlich auch nicht erklärt, sondern nur auf direktem Weg von einem Lehrmeister gelernt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Natur der Dinge===&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen werden Reichtum, Macht und Sex als die wohl&lt;br /&gt;
größten Hindernisse auf dem Weg zu spiritueller Vollkommenheit  betrachtet. Der Tantra jedoch versucht gerade diese sich nutzbar zu machen und zu überwinden, und zwar mit genau den Mitteln, mit welchen ein ungeübter Verstand sich ins Unheil stürzen würde.&lt;br /&gt;
Die Pasu, Vira und Divya Bhavas entsprechen den tierischen, menschlichen und göttlichen Naturen und ziehen die groben, die feinen und die göttlichen Aspekte der Dinge in Betracht, welchen man in seinem spirituellen Leben als Gegensätze begegnen muss. Das ist das verbotene Gebiet von Tantra Sadhana, der Bereich, welchen der wahrhaft Suchende nicht offenlegt, da der gemeine Mensch ihn nicht wissen, verstehen oder aus ihm Nutzen ziehen soll.&lt;br /&gt;
Jedes Objekt hat eine grobe, eine feine und eine göttliche Form, und jeder Sadhaka (Schüler) muss all diese Phasen durchlaufen. &lt;br /&gt;
Der Tantra beharrt darauf, dass keine Stufe oder Phase als Hindernis abgelehnt werden soll, sondern von jedem Individuum selbst genommen und durchschritten werden soll. Mann kann nur ein unbekanntes Ding, ein Objekt der Angst, nicht unter seine Kontrolle bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tantra sagt, dass die unreinen, häßlichen und unheiligen Dinge des Lebens eigentlich Dinge sind, die fälschlicherweise nicht in ihrem wirklichen Zusammenhang gesehen wurden, nicht von ihrer eigenen besonderen Position oder vom Standpunkt der Dinge selbst her. Sie sind weder gut noch schlecht, weder schön noch häßlich und weder heilig noch unheilig. Das alles sind nur Vorstellungen, die uns unser Verstand von einem speziellen Interessestandpunkt aus gibt. Unser Verstand sträubt sich dagegen, in Erwägung zu ziehen, dass es auch noch andere Interessen als seine eigenen geben könnte. Das Universum muss man von vielen Blickwinkeln aus sehen, nicht nur von einem. Vom Ersteren muss man zum Letzteren steigen, mit einer systematischen und progressiven Bewegung seines ganzen Seins durch den groben, den feinen und den göttlichen Aufbau der Dinge.&lt;br /&gt;
Am Anfang hat man Kontakt mit dem Objekt. Als nächstes denkt man es mit seinem Verstand bloß noch. Zuletzt visualisiert man es nur noch als einen Unruheherd oder Stress-Punkt in der Universellen Realität.&lt;br /&gt;
Die oben erwähnten Siddhantachara und Kaulachara vervollständigen den Prozess des Sadhana, wobei man in die wahre Natur der Dinge eintaucht und regelrecht übermenschlich wird. Die Aufgabe, welche die religiöse Praxis mit sich bringt, ist nicht die Ablehnung des Objektes oder des Dinges an sich, sondern die der Idee oder der Vorstellung, dass es, das Objekt, außerhalb von einem selbst sei. Die falsche Vorstellung weckt die Begierde, nicht das Objekt oder das Ding selbst. Die Verordnung ist hier in der Tat sehr subtil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritual===&lt;br /&gt;
Tantra Sadhana beinhaltet das Rezitieren von Mantras, die Ritualausführung mittels Yantras und die eigene Abstimmung mit einer speziellen Ebene der Realität, was eigentlich die spezifische  Bedeutung des Tantra ist. Während dieses Prozesses muss man viele kleine Details direkt von seinem Guru lernen. Die Entschlackung des Körpers, die Reinigung seines Geistes und Klärung seiner sozialen Beziehungen sind alles wichtige Vorbereitungen des Sadhana. Die übliche Shodasopachara-Puja oder die sechzehn-gliedrige Gebetszeremonie, welche für eine Gottheit abgehalten wird, sind auch geeignete Maßnahmen für all das, was man bewundert, schätzt und liebt. Durch solch einen Gottesdienst sucht man die Verbindung mit der Gottheit durch die Aufhebung der Trennung zwischen ihr und einem selbst. Die geheimnisvollen Prozesse, Nyasa (Anga-Nyasa und Kara-Nyasa) genannt, sind wiederum nach innen gerichtete Techniken, mittels derer man das Objekt in einem selbst und die Gottheit in seinem ureigenen Sein fühlt.&lt;br /&gt;
All das macht es mehr als deutlich, dass der Tantra Sadhana genauso höchst wissenschaftlich und präzise wie auch schwierig und gefährlich&lt;br /&gt;
ist. Dies ist seine Besonderheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
*[[Tantra Yoga]]&lt;br /&gt;
*[[Vijnana Bhairava Tantra]]&lt;br /&gt;
*[[Panchatantra]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p105_Kundalini-Tantra/ &#039;&#039;Kundalini Tantra&#039;&#039; von Swami Satyananda]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p106_Tantra-und-Yoga-Panorama/ &#039;&#039;Tantra und Yoga Panorama&#039;&#039; von Swami Satyananda]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/tantra/ Tantra Yoga]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/art_tantra_agama.html &amp;quot;Tantra&amp;quot; aus &#039;&#039;Göttliche Erkenntnis&#039;&#039; von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/YogaundSexualitaet.html Yoga und Sexualität von Sukadev]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/kundalini-yoga/literatur-buecher-kundalini-yoga/ Literatur Bücher Kundalini Yoga]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/seminar/meditationen-aus-dem-tantra-b130823-5/ Meditationen aus dem Tantra]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminarhaus-shanti/veranstaltungen/kalender-2013/yogini-tantra/ Yogini Tantra]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos==&lt;br /&gt;
===Atma Kriya Yoga mit Rishi Tulsidasananda===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|uQaVFLZnGVw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Erfahrung des subjektiven Bewusstseins im Yoga und in der östlichen Meditation===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|zoXRuC3RQTE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Entdeckung der Kundalini mit Sigmund Feuerabendt===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|kIhgXHWQoCw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weißer Tantra mit Simram Kaur===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|jTn_1dUD9tE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was ist das Besondere an Tantra Meditationstechniken - Interview mit Dr. Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|QFR_u_Zdwhg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ajapa Japa - Tantra Meditation mit Soham===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|F40CZ5h0Ahk}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ajapa Japa - Tantra Meditation Technique===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|3LpnJk47SmA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kaya Sthairyam Tantra Meditation mit Dr. Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|5N2qB99YkFs}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Tantra Meditation - mit Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|HrvueDbn8HY}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Multimedia==&lt;br /&gt;
===Kundalini Yoga: Tantra===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/39_Kundalini-Yoga-Teil_2_Tantra.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Ewige und das Vergängliche – Shiva-Shakti 1===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Das_Ewige_und_das_Vergaengliche_Shiva-Shakti-1.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sei verhaftungslos und … Shiva-Shakti 2===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Glueck-ist-im-inneren.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Setze dich durch – und gebe nach – Shiva-Shakti 3===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Sonne-Mond-im-Alltag.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tantra]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kundalini Yoga]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Chakra]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga Vidya Journal]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Tantra&amp;diff=119971</id>
		<title>Tantra</title>
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		<updated>2014-07-06T08:31:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: /* Unterschied */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Tantra&#039;&#039;&#039; ([[Sanskrit]]: तन्त्र tantra &#039;&#039;n.&#039;&#039;) Webstuhl; Gewebe, Kontinuum, Zusammenhang; Lehrwerk, Lehre; eine Klasse von Werken, die ursprünglich streng geheim gehaltene (esoterische) Inhalte lehrten und sich hauptsächlich mit [[Mystik]], [[Magie]] und Techniken zur [[Selbsterkenntnis]] und Erlösung ([[Moksha]] aus dem Kreislauf der Wiedergeburt, [[Samsara]]) beschäftigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:kundalini_chakras.jpg|thumb|Die Chakras - Energiezentren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herkunft==&lt;br /&gt;
Das Wort &amp;quot;Tantra&amp;quot; wird von der Sanskritwurzel &amp;quot;tan&amp;quot; (&amp;quot;ausdehnen, spannen&amp;quot;) abgeleitet. Die Ursprünge des Tantra als soteriologische (zur Erlösung hinführende) Systeme liegen etwa im 2. Jahrhundert, in seinen heute bekannten Ausprägungen wird es seit dem 7. oder 8. Jahrhundert weitergegeben. Aus der tantrischen Tradition stammt unter anderem die Lehre von den sieben [[Chakra]]s. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Traditionelle Richtungen==&lt;br /&gt;
Im wesentlichen gibt es in [[Indien]] drei Hauptrichtungen des Tantra, wozu noch die Form des tibetischen tantrischen [[Buddhismus]] ([[Vajrayana]]) kommt, der auch in [[Nepal]] praktiziert wird:&lt;br /&gt;
*1. [[Vaishnavacara]] (&#039;&#039;vaiṣṇavācāra&#039;&#039;): Hier werden die Formen des [[Gott]]es [[Vishnu]] als höchstes Prinzip verehrt.&lt;br /&gt;
*2. [[Shaivacara]] (&#039;&#039;śaivācāra&#039;&#039;): Hier werden die Formen des Gottes [[Shiva]] als höchstes Prinzip verehrt.&lt;br /&gt;
*3. [[Shaktacara]] (&#039;&#039;śāktācāra&#039;&#039;): hier werden die Formen der Göttin ([[Shakti]]) als höchstes Prinzip verehrt. Die als [[Shakta]] bekannten [[Tantriker]] folgen ihrerseits einem der beiden folgenden Wege bzw. Lebenswandel ([[Acara]]): entweder dem &amp;quot;Weg der rechten Hand&amp;quot; ([[Dakshinacara]] &#039;&#039;dakṣiṇācāra&#039;&#039;), in dem keine sexuellen Praktiken ausgeübt, wenn überhaupt imaginiert werden, oder dem &amp;quot;Weg der linken Hand&amp;quot; ([[Vamacara]] &#039;&#039;vāmācāra&#039;&#039;), der auch sexuelle Praktiken in das [[Ritual]] integriert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|mgLlp-CJsX4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra im Yoga==&lt;br /&gt;
Tantra als Teil der [[Yoga|yogischen]] Tradition und beruht auf der Shiva-Shakti-Philosophie. [[Shiva]] repräsentiert das Unveränderliche, das Unbewegte, das absolute [[Bewusstsein]], im [[Vedanta]] &amp;quot;[[Brahman]]&amp;quot; genannt. [[Shakti]] repräsentiert die schöpferische [[Energie]], welche das Universum in sechs Schritten in Analogie der sechs [[Chakra]]s (unterhalb des [[Sahasrara]] Chakras, der Sitz von Shiva), geschaffen hat. Ursprünglich sind Shiva und Shakti eins. Durch eine erste Schwingung, &amp;quot;[[Spandana]]&amp;quot; („Spaltung“), trennt sich Shakti von Shiva und schafft erst die zwei [[Kausalwelt]]en, dann die drei [[Astralwelt]]en und schließlich die physische [[Welt]]. Zyklisch vereinigen sich Shiva und Shakti wieder (Auflösung), bleiben zusammen ([[Pralaya]], kosmische Nacht) und trennen sich wieder (Schöpfung). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In jedem Teil des Kosmos sind Shiva und Shakti. Im Menschen manifestiert sich Shiva als reines Bewusstsein, als [[Satchidananda]]. Shakti manifestiert sich als die drei Körper mit den fünf Hüllen. Solange Shakti von Shiva getrennt ist, ist der Mensch unzufrieden. Im Laufe der individuellen [[Evolution]] über viele [[Leben]] hinweg erwacht die [[Kundalini]] (Shakti im Menschen) und vereinigt die individuelle [[Seele]] wieder mit der kosmischen Seele. [[Kundalini Yoga]] ist die Wissenschaft der Beschleunigung dieses natürlichen Evolutionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Drei Formen des Tantra==&lt;br /&gt;
Es gibt außerdem eine weitere, modernere Einteilung in drei [[Yoga Arten|Arten]] von Tantra: weißes, rotes und schwarzes Tantra. Rotes Tantra sind die sexuellen Praktiken, schwarzes Tantra sind die magischen und schwarzmagischen Praktiken zur egoistischen [[Manipulation]] von Energien und [[Geister]]n für selbstsüchtige Zwecke. Weißes Tantra sind die Praktiken zur Reinigung des [[Astralkörper]]s und zur Erweckung der [[Kundalini]] ohne selbstsüchtige Motive und werden daher [[Kundalini Yoga]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra und [[Schamanismus]] – Energien im Fluss==&lt;br /&gt;
Interview mit Maharani Fritsch de Navarrete, erschienen im Yoga Vidya Journal Nr. 27, Herbst 2013&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlässlich des Yoga Kongress 2012&lt;br /&gt;
‚[[Chakra]], Tantra, [[Kundalini]]‘ haben&lt;br /&gt;
wir mit Maharani Fritsch de&lt;br /&gt;
Navarrete gesprochen. Als Yogini&lt;br /&gt;
und Schamanin mit westlicher&lt;br /&gt;
psychologischer Ausbildung schlägt&lt;br /&gt;
sie energetische Brücken zwischen&lt;br /&gt;
Amazonien und Indien. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich durfte in meinem Workshop wunderbare Zusammenhänge&lt;br /&gt;
zwischen Yoga, Tantra und Schamanismus herstellen und diese&lt;br /&gt;
hoffentlich nicht nur durch den informativen Part, sondern&lt;br /&gt;
auch vor allem durch den rituellen Teil zum Ausdruck bringen.&lt;br /&gt;
Diese alten holistischen Systeme sind nur scheinbar voneinander&lt;br /&gt;
getrennt- in allen geht es um [[Heilung]], Heil-Werden,&lt;br /&gt;
Ganz-Werden, Heilig-Werden, Verbunden-Sein. Ich bin immer&lt;br /&gt;
sehr glücklich, wenn ich auf die Brücken hinweisen darf, auf&lt;br /&gt;
die Ur-Quelle und die Ur-Verbindung. Höheres [[Sein]] bedeutet&lt;br /&gt;
immer ein höheres Verbundensein. Für [[Yogi]]s, für Tantriker, für&lt;br /&gt;
[[Schamane]]n, für Bewusste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|3Cn4X_2ODM0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Nach so vielen Jahren spiritueller Praxis verschiedenster Traditionen, als Yogalehrerin und Schamanin - siehst du Verbindungen zwischen Tantra und Schamanismus und wenn ja, welcher Art?====&lt;br /&gt;
Für den Schamanen geht die kosmische Evolution vom&lt;br /&gt;
Schamanismus (Ur-Form des spirituellen Ausdrucks) über den&lt;br /&gt;
[[Hinduismus]] zum [[Buddhismus]]. Tantra und Schamanismus decken&lt;br /&gt;
sich dermaßen, dass sie fast identisch sind in der Vorstellung,&lt;br /&gt;
dass männlich und weiblich oder auch das Spiel der&lt;br /&gt;
Gegensätze die Grundlage aller Prozesse im Universum sind.&lt;br /&gt;
Vor allem in Nepal, wo ich - neben Peru - auch meine Lehrer&lt;br /&gt;
habe, ist dies sehr gut sichtbar. Dort fließen Yoga, Tantrismus&lt;br /&gt;
und Schamanismus permanent zusammen und sind nur&lt;br /&gt;
schwer voneinander zu trennen. Ein Yogi gilt als [[Shivait]], was&lt;br /&gt;
mit Tantriker gleichgesetzt wird, und ein Tantriker ist in diesem&lt;br /&gt;
Kontext auch ein Schamane. Zum Beispiel schamanische Elementenverehrung,&lt;br /&gt;
also Naturrituale, verfeinerten sich nach&lt;br /&gt;
und nach in der [[Veden|vedisch]]en Zeit zum [[Havan]]/[[Agni Hotra]], [[Puja]]&lt;br /&gt;
und [[Yajna]] (Feuer- und andere Rituale). [[Shiva]] selbst ist ja der&lt;br /&gt;
Urahne der Schamanen als [[Pashupati]], Herr der Tiere, als [[Shankar]]&lt;br /&gt;
und [[Bhairava]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig ist er der Ur-Tantriker und Ur-[[Asket]] als [[Mahadev]],&lt;br /&gt;
[[Mahesvar]] und [[Yogeshwara]], der [[Vater]] des [[Yoga]]. Er zieht einsam,&lt;br /&gt;
mit [[Asche]] beschmiert, auf seiner [[Damaru]] trommelnd,&lt;br /&gt;
durch die Wälder und hält sich auch an den [[Ghat]]s, den Verbrennungsstätten&lt;br /&gt;
(Orte der Transformation), auf. Gleichzeitig&lt;br /&gt;
meditiert er als [[Sadashiva]] über das Höchste und als [[Nataraj]]&lt;br /&gt;
tanzt er das Spiel der [[Gegensätze]] und [[Transformation]].&lt;br /&gt;
Der Name Shaman bedeutet ja: „der, der wirklich sieht”.&lt;br /&gt;
Ein [[Drsthi]] also, ein [[Seher]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wer kann besser sehen, als der dreiäugige Shiva? [[Yoga]]-&lt;br /&gt;
[[Asana]]s entsprangen der Nachahmung der Natur und viele&lt;br /&gt;
haben Tier- oder Pflanzennamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Gemeinsamkeiten gibt es im Verständnis, dass alles&lt;br /&gt;
miteinander verbunden ist, dass wir vom Energieuniversum&lt;br /&gt;
umgeben sind, das heißt, dass Schwingung die Grundlage der&lt;br /&gt;
grobstofflichen Manifestation ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Gibt es dann in der schamanischen Energiemedizin auch eine Art von Kundalini-Erfahrung?====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich! Im nepalesischen, aber auch im peruvianischen&lt;br /&gt;
(dort gibt es mehrere Schulen) Schamanismus sind Energieerfahrungen die tägliche Praxis-Erfahrung. [[Mahakali]]&lt;br /&gt;
([[Indien]] und [[Nepal]]) und Pachamama (Peru,&lt;br /&gt;
Bolivien, Ecuador) ist die Urquelle der schöpferischen&lt;br /&gt;
[[Kundalini]]-[[Shakti]].&lt;br /&gt;
Das Erwachen im schamanisch-tantrischen [[Sinn]]e&lt;br /&gt;
ist die konstante Rückverbindung mit dieser&lt;br /&gt;
[[Kraft]], die allen Phänomenen zugrunde liegt. Bei&lt;br /&gt;
meinen ersten Peru-Reisen staunte ich nicht&lt;br /&gt;
schlecht, als ich entdeckte, dass das Energiesystem&lt;br /&gt;
der Schamanen und die Vorstellung vom&lt;br /&gt;
Energieuniversum und Energiemedizin sich mit&lt;br /&gt;
dem Kundalini Yoga deckt bzw. ihm sehr, sehr&lt;br /&gt;
ähnelt. Natürlich werden andere Termini benutzt,&lt;br /&gt;
für die Inka-Schamanen sind die Chakras&lt;br /&gt;
Nawis oder Ojos de cinturon, also „Augen”, das&lt;br /&gt;
Aufsteigen von Kundalini heißt el kawsay und sushumna&lt;br /&gt;
Nadi heißt kurku. Statt Sahasrara haben&lt;br /&gt;
wir Uma oder Pujuy... etc. Aber die Phänomene sind&lt;br /&gt;
exakt die gleichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Du hast den Workshop ‚Schamanische Energiemedizin für das neue Zeitalter gehalten’, was sind die Kennzeichen des neuen Zeitalters aus deiner Sicht und wie kann man sich energetisch darauf vorbereiten?====&lt;br /&gt;
Für die Schamanen ist die Periode momentan eine besondere&lt;br /&gt;
Zeit, vor allem im Inka Schamanismus - diese Zeit wird Pachakutec&lt;br /&gt;
(Wandel) genannt. Aber: es gibt keinen [[Messias|Erlöser]], keinen&lt;br /&gt;
Heiland von außen, keinen Zauberstab, der dich rettet… Für&lt;br /&gt;
die Schamanen, für bewusste Spiritualisten ist die Zukunft&lt;br /&gt;
jetzt schon da! Der erwartete Pachakuti-Inka, der letzte König&lt;br /&gt;
ist kein erlösender [[Avatar]], sondern vielmehr eine besondere&lt;br /&gt;
[[Schwingung]] zum Empfangen hochfrequenter spiritueller Energie.&lt;br /&gt;
Das [[Bewusstsein]] ist entscheidend und dein eigenes JA zur&lt;br /&gt;
Heilung auf allen Ebenen- das ist die Absichtserklärung an&lt;br /&gt;
das Universum. Es geschieht momentan, dass mir in meinen&lt;br /&gt;
Kursen und Ausbildungen immer mehr Menschen begegnen,&lt;br /&gt;
die an der [[Heilung]] aus der ersten [[Hand]] interessiert sind, nicht&lt;br /&gt;
an den [[Dogmen]] alter schulmedizinischer Systeme... Und immer&lt;br /&gt;
mehr Menschen machen die reale Erfahrung, dass dein innerer&lt;br /&gt;
Heiler nur darauf wartet, wieder aktiviert zu werden! Für bewusste&lt;br /&gt;
Yogis, Tantriker, Schamanen, Spiritualisten ist dies eine&lt;br /&gt;
Zeitqualität des Umschwungs. Mein Meister in Peru sagte einmal&lt;br /&gt;
so schön: „Diese Zeit ist eine Entwicklungshilfe.”...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra Yoga, Nada Yoga and Kriya Yoga - Erläuterungen von Swami Krishnananda==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Einleitung von [[Swami]] [[Krishnananda]] zu Swami [[Sivananda]]s Buch „Tantra Yoga, Nada Yoga and Kriya Yoga“ der [http://www.sivanandaonline.org/public_html/ Divine Life Society], 5. Auflage, 2000, Shivanandanagar, S. VII - XII., ISBN 81-7052-042-8&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Tantra===&lt;br /&gt;
Das System, welches Tantra genannt wird, wurde schon von jeher als esoterischer Geheimpfad der spirituellen [[Praxis]] betrachtet und war nicht jedem Ungeübten oder dem gemeinen Volk zugänglich. Das [[Geheimnis]] dieser Praxis scheint aus einem ungewöhnlichen Weltentwurf zu bestehen, der dem Suchenden abverlangt, die Dinge auf eine vollständig andere Art zu interpretieren und zu bewerten und der von der normalen, gewohnten Betrachtungsweise der Dinge abweicht. Die Tantra-[[Lehrer]] sagen, dass ein Suchender auf diesem [[Pfad]] der sozialen und sogar menschlichen Sichtweise entwachsen und eine übermenschliche und göttliche Sicht der Dinge entwickeln muss. Da dies jedoch vom gemeinen Menschen dieser [[Welt]] zuviel abverlangen würde, soll der Tantra auch ein verschlossenes Geheimnis sein und bleiben, dessen Türen nur mit dem Schlüssel geöffnet werden können, den allein ein befähigter [[Guru]] zur Verfügung stellt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Philosophie===&lt;br /&gt;
Die [[Philosophie]] von Tantra basiert auf dem Konzept der Doppelnatur aller Dinge. Nichts ist einzeln, sondern alles ist bipolar oder doppelpolig. Die sogenannte [[Einheit]] der Dinge ist nur eine Erscheinungsform, welche von dem besonderen Verhalten des Zusammentritts zweier Kräfte, nämlich [[Shiva]] und [[Shakti]] angenommen wird, man könnte auch sagen, der positiven und negativen Pole. Um diese mystische Konzeption des [[Universum]]s verstehen zu können, möchten wir auf die traditionellen Lehrsätze der [[Purana]]s verweisen, [[Manusmriti]] und [[Mahabharata]], die besagen, dass es im Anbeginne eine universelle Einzelzelle gegeben hat, die schon immer da war, bekannt als [[Brahmanda]], und die sich dann zweiteilte. Der eine Teil wurde zum Kosmischen [[Mann]] und der andere zur Kosmischen [[Frau]]. Wenn wir wollen, können wir diese Teile auch Shiva und Shakti nennen. Selbst unsere modernen [[Naturwissenschaft]]en scheinen diese Sichtweise zu bestätigen, wenn sie sagen, dass das Universum im Anfang ein einzelnes Atom war, welches sich zuerst zweiteilte und sich dann in die Vielfalt der gegenwärtigen [[Form]]en des Universums aufspaltete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da diese zwei Teile und ihre darauffolgenden Unterteilungen eigentlich zu einem gesamten Ganzen gehören, gibt es eine natürliche Anziehungkraft, die von einem Teil zum anderen Teil ausgeübt wird. Es gibt also eine beidseitige Zugkraft zwischen den positiven und negativen Polen auf der kosmischen Ebene sowie auf der ihrer niedrigeren vielfältigen Abstammungsformen, sogar hinunter bis zum Atom. Wir wissen heute, dass auch das Atom in einer bipolaren Struktur aufgebaut ist, mit dem Nukleus im Zentrum und den Elektronen, die ihn in absolut rätselhafter Weise umkreisen. Die [[Reaktion]] der zwei verschiedenen Teile eines jeden einzelnen [[Organismus]] scheint eine doppelte Auffassung von [[Bewusstsein]] gegenüber Einheit und [[Zweiheit]] zur selben Zeit zu sein. Es kann keine [[Anziehung]] zwischen dem Positiven und Negativen geben, solange sie nicht zwei Pole formen und nicht nur ein einzelnes Etwas. Dennoch kann es andererseits ohne eine grundlegende Einheit, die in und zwischen ihnen wirkt, gar nicht diese Anziehung geben, wenn es zwei vollkommen verschiedene Dinge sind. Das ist also das Geheimnisvolle, das Mysterium und auch die Schwierigkeit, jenes [[Phänomen]] zu verstehen, welches als Anziehung bekannt ist und gewöhnlich in der Gemeinsprache [[Liebe]] oder [[Zuneigung]] genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bipolarität===&lt;br /&gt;
Das Konzept von Shiva und Shakti repräsentiert also in seiner höchsten Essenz diese Oberste Kosmische [[Dualität]]. Man kann sich vornehmlich vorstellen, dass dort nur Anziehung und Liebe zusammenwirken, so dass Shiva und Shakti als untrennbare Aspekte einer einheitlichen [[Realität]] zu betrachten sind, welche manchmal auch [[Ardhanarishvara|Ardhanareesvara]], der kosmische [[Androgyn]], genannt wird. Auf den niedrigeren Ebenen jedoch wirkt das Prinzip der [[Abstoßung]], was bedeutet, dass [[Abneigung]] mit Zuneigung zusammengeht, so wie auch Liebe mit [[Hass]]. Dort nimmt die bipolare Einheit eine Vielfalt an Form an, so dass ein bipolares Element nicht die Beeinflussung oder manchmal sogar nicht einmal die bloße Gegenwart solch eines anderen bipolaren Elementes tolerieren kann - aus [[Angst]] davor, seine isolierte, sich selbst bewusste bipolare Hälfte und dadurch seine Einheit zu verlieren. Dieses subtile Zusammenspiel kann in seiner groberen Art offenkundig werden, wenn z. B. eine Familiengruppe Schwierigkeiten hat, eine andere anzuerkennen und ihr die gleiche Liebe zu schenken wie der eigenen. Auf dieser Ebene können sich dann eine Gesellschaft, eine soziale Schicht und sogar eine bipolare Einzelperson nicht ohne einigen Argwohn und gewisse Vorbehalte gegenübertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Lehrsätzen oder dem Tantra nach ist die Ursache allen [[Leid]]s im [[Leben]] die bipolare [[Existenz]], diese in zwei geteilte Einheit, weil nicht eine duale Existenz in jeder ihr gegebenen Form die [[Wahrheit]] der Dinge ist, sondern das Eins-Sein. Da die zweifache Form allen Lebens in gewisser Hinsicht eine unnatürliche Art des Lebens darstellt, gibt es immer einen ambivalenten Standpunkt zwischen dem einen und dem anderen Pol von [[Mögen]] und [[Nicht-Mögen]], zu ein und derselben Zeit.&lt;br /&gt;
So wird Liebe niedergehalten, wenn Hass überwiegt und Hass unterdrückt, wenn Liebe die Oberhand behält. Fakt dabei ist jedoch, dass immer beide dieser Haltungen in einem Individuum versteckt sind, aber nur einer dieser Aspekte zum Vorschein kommt, wenn oder wie die Situation es gerade erfordert. Anstelle der Zweiheit wieder die Einheit zu bekommen, das ist der Vorgang im Tantra [[Sadhana]] - wobei dies jedoch die Zielsetzung eines jeden Sadhanas ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Unterschied===&lt;br /&gt;
Was ist also das Besondere am Tantra, und wodurch unterscheidet er sich von anderen [[Sadhana]]s, um dieses [[Ziel]] zu ereichen?&lt;br /&gt;
Der Unterschied ist sehr subtil und nicht leicht wahrzunehmen. In jeder Form religiöser Praxis gibt es meistens asketische Vorschriften für die Geisteshaltung des Praktizierenden. Das Äußere solle dem Inneren und das Materielle dem Spirituellen zuliebe abgelehnt werden. Jegliches [[Verlangen]] solle als schädliches [[Hindernis]] für den Sadhana unterbunden und alle [[Lebensfreude]] als Übel betrachtet werden, welches so früh wie möglich ausgemerzt werden muss. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, im Tantra sind die Dinge der Welt, die materiellen Formen der [[Wahrnehmung]], nicht wirklich Hindernisse, und ein Verlangen nach ihnen kann nicht dadurch besiegt werden, dass man das Verlangen an sich ablehnt. Alles in dieser Welt, und sogar die ganze Welt selbst, befindet sich in einem Übergang von der Unvollkommenheit hin zur [[Vollkommenheit]]. Das Sichtbare ist ein [[Weg]] hin zum Unsichtbaren und nicht sein Hindernis. Menschliches Begehren erwächst gerade wegen jener unintelligenten Auffassung, die der Mensch gegenüber dieser Lust entwickelt hat. Er hat sozusagen Lust-Angst, seitdem ihm erzählt worden ist, dass jegliche [[Begierde]] schlecht ist und alle äußeren Dinge nur zu Knechtschaft führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tantra sagt, dass das äußere Ding, das Objekt, kein fesselnder Zwang ist, allein schon wegen der Tatsache, dass das Objekt untrennbar mit dem Subjekt verbunden ist. Das Objekt ist der andere Pol des Subjekts, der Komplementär-Pol sozusagen. Beide Pole ergänzen sich gegenseitig. Jegliche [[Erfahrung]] steht in einer Subjekt-Objekt-Relation, und deshalb kann auch niemand nur im Geringsten daran denken, das Objekt der Begierde bewusst zu überwinden, ausgenommen, er hat vorher eine Beziehung zu dem Objekt hergestellt. Daher bedeutet die Überwindung des Objekts für uns immer wieder, in einen Teufelskreis einzutreten. Es gibt trotz aller Anstrengungen keine Möglichkeit, das Objekt loszuwerden, da schon im Bewusstsein die Gegenwart des Objekts da ist. Daher kommt also der großartige Tantra-Spruch, dass Begierde nur durch Begierde überwunden werden kann, genauso wie das Objekt nur vom Objekt bezwungen werden kann. Auch wird im Tantra gesagt, der andere Aspekt dieses Prinzips sei, &amp;quot;dass man sich durch das, wodurch man fällt, auch wieder aufrichten kann.&amp;quot; (Yaireva patanam dravyaih siddhih taireva.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier tritt der Kernpunkt der ganzen Sache hinsichtlich des Tantra zutage, welche ihn deutlich von allen anderen religiösen Praktiken und Sadhana-Formen abgrenzt. Warum diese Praxis schwierig und sogar gefährlich ist, wird durch die Art der Glaubenslehre offensichtlich, obwohl man wohl einräumen muss, dass der [[Glaubenssatz]] vielleicht etwas sehr rational verfasst ist und auf Tiefenpsychologie der menschlichen Natur basiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stufen des Tantra===&lt;br /&gt;
Die Tantra Lehrer wissen, dass es große Schwierigkeiten gibt, wenn es darum geht, sich diese Lehrsätze einzuprägen und zu praktizieren. Insofern wird die Kunst des Sadhana auf diesem Pfad als gestaffelte Aufwärtsbewegung während der verschiedenen Stufen des Aufstiegs betrachtet. Indem man zu einem Zustand aufsteigt, wo eben jenes Verhältnis zwische Subjekt und Objekt transzendiert oder überwunden wird, erreicht man unterschiedliche Stufen von Erkenntnis und eine Loslösung des Subjekts von der Verstrickung des Objekts. &lt;br /&gt;
Diese festgesetzten Stufen lauten: Vedechara, Vaishnavachara, Saivachara, Dakshinachara, Vamachara, Siddhantachara und zuletzt Kaulachara.&lt;br /&gt;
Von diesen sieben aufgeführten Stufen sind die ersten drei für die niedrigere Kategorie der Sadhakas bestimmt, welche als Pasujiva (Personen, in welchen die tierische Natur vorherrschend ist) bekannt sind. Die nächsten zwei stehen für die Virajiva (Personen, in welchen der normale menschliche Instinkt vorherrscht) und die letzten zwei für die Divyajiva (Personen, in welchen das göttliche Element vorherrschend ist).&lt;br /&gt;
 Es wird geglaubt, dass die ersten drei Acharas besonders für Karma stehen. Bhakti und Jnana, der Veda, der für das Ritual steht, Vaishnava für die Hingabe und Saiva für das Wissen. Der vierte Achara, welcher Dakshina genannt wird, versucht die Ergebnisse zu bewahren, die durch das Praktizieren der ersten drei Stufen erreicht wurden. Bis zu dieser Ebene ist die Bewegung fast linear und praktisch gerade. Auf der nächsten Stufe des Vamachara aber gibt es einen seltsamen Unterschied des Blickwinkels, denn dieser Begriff&lt;br /&gt;
beinhaltet den Beginn der Rückwärts-Strömung der Seelen-Bewegung hin zur Realität. &amp;quot;Vama&amp;quot; bedeutet nicht &amp;quot;links&amp;quot;, wie die meisten Leute zu denken scheinen, sondern &amp;quot;Umkehr-Prozess&amp;quot;, Nivritti oder die Rückkehr - im Gegensatz zu Pravritti oder dem Vorwärts-Fließen mit der natürliche Strömung der Sinne. Hier liegt der Beginn der allergeheimsten Praxis oder des esoterischen Aspektes des Tantra Sadhana, wo Objekte der Anziehung, des Reizes, egal welcher Art sie sind, gerade als Instrumente und Werkzeuge betrachtet werden, nicht, damit sie abgelehnt, sondern damit sie integriert und zu einem Teil seines eigenen Seins gemacht werden. Die Absicht dabei ist aber, jenes Bewusstsein zu überwinden, dass sie außerhalb von einem selbst sind, als so eine Art gegenüberliegendes, entgegengesetztes Objekt oder irgendein äußerliches Etwas. Diese besondere Phase soll eigentlich auch nicht erklärt, sondern nur auf direktem Weg von einem Lehrmeister gelernt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Natur der Dinge===&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen werden Reichtum, Macht und Sex als die wohl&lt;br /&gt;
größten Hindernisse auf dem Weg zu spiritueller Vollkommenheit  betrachtet. Der Tantra jedoch versucht gerade diese sich nutzbar zu machen und zu überwinden, und zwar mit genau den Mitteln, mit welchen ein ungeübter Verstand sich ins Unheil stürzen würde.&lt;br /&gt;
Die Pasu, Vira und Divya Bhavas entsprechen den tierischen, menschlichen und göttlichen Naturen und ziehen die groben, die feinen und die göttlichen Aspekte der Dinge in Betracht, welchen man in seinem spirituellen Leben als Gegensätze begegnen muss. Das ist das verbotene Gebiet von Tantra Sadhana, der Bereich, welchen der wahrhaft Suchende nicht offenlegt, da der gemeine Mensch ihn nicht wissen, verstehen oder aus ihm Nutzen ziehen soll.&lt;br /&gt;
Jedes Objekt hat eine grobe, eine feine und eine göttliche Form, und jeder Sadhaka (Schüler) muss all diese Phasen durchlaufen. &lt;br /&gt;
Der Tantra beharrt darauf, dass keine Stufe oder Phase als Hindernis abgelehnt werden soll, sondern von jedem Individuum selbst genommen und durchschritten werden soll. Mann kann nur ein unbekanntes Ding, ein Objekt der Angst, nicht unter seine Kontrolle bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tantra sagt, dass die unreinen, häßlichen und unheiligen Dinge des Lebens eigentlich Dinge sind, die fälschlicherweise nicht in ihrem wirklichen Zusammenhang gesehen wurden, nicht von ihrer eigenen besonderen Position oder vom Standpunkt der Dinge selbst her. Sie sind weder gut noch schlecht, weder schön noch häßlich und weder heilig noch unheilig. Das alles sind nur Vorstellungen, die uns unser Verstand von einem speziellen Interessestandpunkt aus gibt. Unser Verstand sträubt sich dagegen, in Erwägung zu ziehen, dass es auch noch andere Interessen als seine eigenen geben könnte. Das Universum muss man von vielen Blickwinkeln aus sehen, nicht nur von einem. Vom Ersteren muss man zum Letzteren steigen, mit einer systematischen und progressiven Bewegung seines ganzen Seins durch den groben, den feinen und den göttlichen Aufbau der Dinge.&lt;br /&gt;
Am Anfang hat man Kontakt mit dem Objekt. Als nächstes denkt man es mit seinem Verstand bloß noch. Zuletzt visualisiert man es nur noch als einen Unruheherd oder Stress-Punkt in der Universellen Realität.&lt;br /&gt;
Die oben erwähnten Siddhantachara und Kaulachara vervollständigen den Prozess des Sadhana, wobei man in die wahre Natur der Dinge eintaucht und regelrecht übermenschlich wird. Die Aufgabe, welche die religiöse Praxis mit sich bringt, ist nicht die Ablehnung des Objektes oder des Dinges an sich, sondern die der Idee oder der Vorstellung, dass es, das Objekt, außerhalb von einem selbst sei. Die falsche Vorstellung weckt die Begierde, nicht das Objekt oder das Ding selbst. Die Verordnung ist hier in der Tat sehr subtil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritual===&lt;br /&gt;
Tantra Sadhana beinhaltet das Rezitieren von Mantras, die Ritualausführung mittels Yantras und die eigene Abstimmung mit einer speziellen Ebene der Realität, was eigentlich die spezifische  Bedeutung des Tantra ist. Während dieses Prozesses muss man viele kleine Details direkt von seinem Guru lernen. Die Entschlackung des Körpers, die Reinigung seines Geistes und Klärung seiner sozialen Beziehungen sind alles wichtige Vorbereitungen des Sadhana. Die übliche Shodasopachara-Puja oder die sechzehn-gliedrige Gebetszeremonie, welche für eine Gottheit abgehalten wird, sind auch geeignete Maßnahmen für all das, was man bewundert, schätzt und liebt. Durch solch einen Gottesdienst sucht man die Verbindung mit der Gottheit durch die Aufhebung der Trennung zwischen ihr und einem selbst. Die geheimnisvollen Prozesse, Nyasa (Anga-Nyasa und Kara-Nyasa) genannt, sind wiederum nach innen gerichtete Techniken, mittels derer man das Objekt in einem selbst und die Gottheit in seinem ureigenen Sein fühlt.&lt;br /&gt;
All das macht es mehr als deutlich, dass der Tantra Sadhana genauso höchst wissenschaftlich und präzise wie auch schwierig und gefährlich&lt;br /&gt;
ist. Dies ist seine Besonderheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
*[[Tantra Yoga]]&lt;br /&gt;
*[[Vijnana Bhairava Tantra]]&lt;br /&gt;
*[[Panchatantra]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p105_Kundalini-Tantra/ &#039;&#039;Kundalini Tantra&#039;&#039; von Swami Satyananda]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p106_Tantra-und-Yoga-Panorama/ &#039;&#039;Tantra und Yoga Panorama&#039;&#039; von Swami Satyananda]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/tantra/ Tantra Yoga]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/art_tantra_agama.html &amp;quot;Tantra&amp;quot; aus &#039;&#039;Göttliche Erkenntnis&#039;&#039; von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/YogaundSexualitaet.html Yoga und Sexualität von Sukadev]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/kundalini-yoga/literatur-buecher-kundalini-yoga/ Literatur Bücher Kundalini Yoga]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/seminar/meditationen-aus-dem-tantra-b130823-5/ Meditationen aus dem Tantra]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminarhaus-shanti/veranstaltungen/kalender-2013/yogini-tantra/ Yogini Tantra]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos==&lt;br /&gt;
===Atma Kriya Yoga mit Rishi Tulsidasananda===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|uQaVFLZnGVw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Erfahrung des subjektiven Bewusstseins im Yoga und in der östlichen Meditation===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|zoXRuC3RQTE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Entdeckung der Kundalini mit Sigmund Feuerabendt===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|kIhgXHWQoCw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weißer Tantra mit Simram Kaur===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|jTn_1dUD9tE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was ist das Besondere an Tantra Meditationstechniken - Interview mit Dr. Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|QFR_u_Zdwhg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ajapa Japa - Tantra Meditation mit Soham===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|F40CZ5h0Ahk}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ajapa Japa - Tantra Meditation Technique===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|3LpnJk47SmA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kaya Sthairyam Tantra Meditation mit Dr. Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|5N2qB99YkFs}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Tantra Meditation - mit Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|HrvueDbn8HY}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Multimedia==&lt;br /&gt;
===Kundalini Yoga: Tantra===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/39_Kundalini-Yoga-Teil_2_Tantra.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Ewige und das Vergängliche – Shiva-Shakti 1===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Das_Ewige_und_das_Vergaengliche_Shiva-Shakti-1.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sei verhaftungslos und … Shiva-Shakti 2===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Glueck-ist-im-inneren.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Setze dich durch – und gebe nach – Shiva-Shakti 3===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Sonne-Mond-im-Alltag.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tantra]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kundalini Yoga]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Chakra]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga Vidya Journal]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
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		<title>Tantra</title>
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		<updated>2014-07-06T08:31:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: /* Unterschied */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Tantra&#039;&#039;&#039; ([[Sanskrit]]: तन्त्र tantra &#039;&#039;n.&#039;&#039;) Webstuhl; Gewebe, Kontinuum, Zusammenhang; Lehrwerk, Lehre; eine Klasse von Werken, die ursprünglich streng geheim gehaltene (esoterische) Inhalte lehrten und sich hauptsächlich mit [[Mystik]], [[Magie]] und Techniken zur [[Selbsterkenntnis]] und Erlösung ([[Moksha]] aus dem Kreislauf der Wiedergeburt, [[Samsara]]) beschäftigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:kundalini_chakras.jpg|thumb|Die Chakras - Energiezentren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herkunft==&lt;br /&gt;
Das Wort &amp;quot;Tantra&amp;quot; wird von der Sanskritwurzel &amp;quot;tan&amp;quot; (&amp;quot;ausdehnen, spannen&amp;quot;) abgeleitet. Die Ursprünge des Tantra als soteriologische (zur Erlösung hinführende) Systeme liegen etwa im 2. Jahrhundert, in seinen heute bekannten Ausprägungen wird es seit dem 7. oder 8. Jahrhundert weitergegeben. Aus der tantrischen Tradition stammt unter anderem die Lehre von den sieben [[Chakra]]s. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Traditionelle Richtungen==&lt;br /&gt;
Im wesentlichen gibt es in [[Indien]] drei Hauptrichtungen des Tantra, wozu noch die Form des tibetischen tantrischen [[Buddhismus]] ([[Vajrayana]]) kommt, der auch in [[Nepal]] praktiziert wird:&lt;br /&gt;
*1. [[Vaishnavacara]] (&#039;&#039;vaiṣṇavācāra&#039;&#039;): Hier werden die Formen des [[Gott]]es [[Vishnu]] als höchstes Prinzip verehrt.&lt;br /&gt;
*2. [[Shaivacara]] (&#039;&#039;śaivācāra&#039;&#039;): Hier werden die Formen des Gottes [[Shiva]] als höchstes Prinzip verehrt.&lt;br /&gt;
*3. [[Shaktacara]] (&#039;&#039;śāktācāra&#039;&#039;): hier werden die Formen der Göttin ([[Shakti]]) als höchstes Prinzip verehrt. Die als [[Shakta]] bekannten [[Tantriker]] folgen ihrerseits einem der beiden folgenden Wege bzw. Lebenswandel ([[Acara]]): entweder dem &amp;quot;Weg der rechten Hand&amp;quot; ([[Dakshinacara]] &#039;&#039;dakṣiṇācāra&#039;&#039;), in dem keine sexuellen Praktiken ausgeübt, wenn überhaupt imaginiert werden, oder dem &amp;quot;Weg der linken Hand&amp;quot; ([[Vamacara]] &#039;&#039;vāmācāra&#039;&#039;), der auch sexuelle Praktiken in das [[Ritual]] integriert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|mgLlp-CJsX4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra im Yoga==&lt;br /&gt;
Tantra als Teil der [[Yoga|yogischen]] Tradition und beruht auf der Shiva-Shakti-Philosophie. [[Shiva]] repräsentiert das Unveränderliche, das Unbewegte, das absolute [[Bewusstsein]], im [[Vedanta]] &amp;quot;[[Brahman]]&amp;quot; genannt. [[Shakti]] repräsentiert die schöpferische [[Energie]], welche das Universum in sechs Schritten in Analogie der sechs [[Chakra]]s (unterhalb des [[Sahasrara]] Chakras, der Sitz von Shiva), geschaffen hat. Ursprünglich sind Shiva und Shakti eins. Durch eine erste Schwingung, &amp;quot;[[Spandana]]&amp;quot; („Spaltung“), trennt sich Shakti von Shiva und schafft erst die zwei [[Kausalwelt]]en, dann die drei [[Astralwelt]]en und schließlich die physische [[Welt]]. Zyklisch vereinigen sich Shiva und Shakti wieder (Auflösung), bleiben zusammen ([[Pralaya]], kosmische Nacht) und trennen sich wieder (Schöpfung). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In jedem Teil des Kosmos sind Shiva und Shakti. Im Menschen manifestiert sich Shiva als reines Bewusstsein, als [[Satchidananda]]. Shakti manifestiert sich als die drei Körper mit den fünf Hüllen. Solange Shakti von Shiva getrennt ist, ist der Mensch unzufrieden. Im Laufe der individuellen [[Evolution]] über viele [[Leben]] hinweg erwacht die [[Kundalini]] (Shakti im Menschen) und vereinigt die individuelle [[Seele]] wieder mit der kosmischen Seele. [[Kundalini Yoga]] ist die Wissenschaft der Beschleunigung dieses natürlichen Evolutionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Drei Formen des Tantra==&lt;br /&gt;
Es gibt außerdem eine weitere, modernere Einteilung in drei [[Yoga Arten|Arten]] von Tantra: weißes, rotes und schwarzes Tantra. Rotes Tantra sind die sexuellen Praktiken, schwarzes Tantra sind die magischen und schwarzmagischen Praktiken zur egoistischen [[Manipulation]] von Energien und [[Geister]]n für selbstsüchtige Zwecke. Weißes Tantra sind die Praktiken zur Reinigung des [[Astralkörper]]s und zur Erweckung der [[Kundalini]] ohne selbstsüchtige Motive und werden daher [[Kundalini Yoga]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra und [[Schamanismus]] – Energien im Fluss==&lt;br /&gt;
Interview mit Maharani Fritsch de Navarrete, erschienen im Yoga Vidya Journal Nr. 27, Herbst 2013&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlässlich des Yoga Kongress 2012&lt;br /&gt;
‚[[Chakra]], Tantra, [[Kundalini]]‘ haben&lt;br /&gt;
wir mit Maharani Fritsch de&lt;br /&gt;
Navarrete gesprochen. Als Yogini&lt;br /&gt;
und Schamanin mit westlicher&lt;br /&gt;
psychologischer Ausbildung schlägt&lt;br /&gt;
sie energetische Brücken zwischen&lt;br /&gt;
Amazonien und Indien. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich durfte in meinem Workshop wunderbare Zusammenhänge&lt;br /&gt;
zwischen Yoga, Tantra und Schamanismus herstellen und diese&lt;br /&gt;
hoffentlich nicht nur durch den informativen Part, sondern&lt;br /&gt;
auch vor allem durch den rituellen Teil zum Ausdruck bringen.&lt;br /&gt;
Diese alten holistischen Systeme sind nur scheinbar voneinander&lt;br /&gt;
getrennt- in allen geht es um [[Heilung]], Heil-Werden,&lt;br /&gt;
Ganz-Werden, Heilig-Werden, Verbunden-Sein. Ich bin immer&lt;br /&gt;
sehr glücklich, wenn ich auf die Brücken hinweisen darf, auf&lt;br /&gt;
die Ur-Quelle und die Ur-Verbindung. Höheres [[Sein]] bedeutet&lt;br /&gt;
immer ein höheres Verbundensein. Für [[Yogi]]s, für Tantriker, für&lt;br /&gt;
[[Schamane]]n, für Bewusste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|3Cn4X_2ODM0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Nach so vielen Jahren spiritueller Praxis verschiedenster Traditionen, als Yogalehrerin und Schamanin - siehst du Verbindungen zwischen Tantra und Schamanismus und wenn ja, welcher Art?====&lt;br /&gt;
Für den Schamanen geht die kosmische Evolution vom&lt;br /&gt;
Schamanismus (Ur-Form des spirituellen Ausdrucks) über den&lt;br /&gt;
[[Hinduismus]] zum [[Buddhismus]]. Tantra und Schamanismus decken&lt;br /&gt;
sich dermaßen, dass sie fast identisch sind in der Vorstellung,&lt;br /&gt;
dass männlich und weiblich oder auch das Spiel der&lt;br /&gt;
Gegensätze die Grundlage aller Prozesse im Universum sind.&lt;br /&gt;
Vor allem in Nepal, wo ich - neben Peru - auch meine Lehrer&lt;br /&gt;
habe, ist dies sehr gut sichtbar. Dort fließen Yoga, Tantrismus&lt;br /&gt;
und Schamanismus permanent zusammen und sind nur&lt;br /&gt;
schwer voneinander zu trennen. Ein Yogi gilt als [[Shivait]], was&lt;br /&gt;
mit Tantriker gleichgesetzt wird, und ein Tantriker ist in diesem&lt;br /&gt;
Kontext auch ein Schamane. Zum Beispiel schamanische Elementenverehrung,&lt;br /&gt;
also Naturrituale, verfeinerten sich nach&lt;br /&gt;
und nach in der [[Veden|vedisch]]en Zeit zum [[Havan]]/[[Agni Hotra]], [[Puja]]&lt;br /&gt;
und [[Yajna]] (Feuer- und andere Rituale). [[Shiva]] selbst ist ja der&lt;br /&gt;
Urahne der Schamanen als [[Pashupati]], Herr der Tiere, als [[Shankar]]&lt;br /&gt;
und [[Bhairava]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig ist er der Ur-Tantriker und Ur-[[Asket]] als [[Mahadev]],&lt;br /&gt;
[[Mahesvar]] und [[Yogeshwara]], der [[Vater]] des [[Yoga]]. Er zieht einsam,&lt;br /&gt;
mit [[Asche]] beschmiert, auf seiner [[Damaru]] trommelnd,&lt;br /&gt;
durch die Wälder und hält sich auch an den [[Ghat]]s, den Verbrennungsstätten&lt;br /&gt;
(Orte der Transformation), auf. Gleichzeitig&lt;br /&gt;
meditiert er als [[Sadashiva]] über das Höchste und als [[Nataraj]]&lt;br /&gt;
tanzt er das Spiel der [[Gegensätze]] und [[Transformation]].&lt;br /&gt;
Der Name Shaman bedeutet ja: „der, der wirklich sieht”.&lt;br /&gt;
Ein [[Drsthi]] also, ein [[Seher]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wer kann besser sehen, als der dreiäugige Shiva? [[Yoga]]-&lt;br /&gt;
[[Asana]]s entsprangen der Nachahmung der Natur und viele&lt;br /&gt;
haben Tier- oder Pflanzennamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Gemeinsamkeiten gibt es im Verständnis, dass alles&lt;br /&gt;
miteinander verbunden ist, dass wir vom Energieuniversum&lt;br /&gt;
umgeben sind, das heißt, dass Schwingung die Grundlage der&lt;br /&gt;
grobstofflichen Manifestation ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Gibt es dann in der schamanischen Energiemedizin auch eine Art von Kundalini-Erfahrung?====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich! Im nepalesischen, aber auch im peruvianischen&lt;br /&gt;
(dort gibt es mehrere Schulen) Schamanismus sind Energieerfahrungen die tägliche Praxis-Erfahrung. [[Mahakali]]&lt;br /&gt;
([[Indien]] und [[Nepal]]) und Pachamama (Peru,&lt;br /&gt;
Bolivien, Ecuador) ist die Urquelle der schöpferischen&lt;br /&gt;
[[Kundalini]]-[[Shakti]].&lt;br /&gt;
Das Erwachen im schamanisch-tantrischen [[Sinn]]e&lt;br /&gt;
ist die konstante Rückverbindung mit dieser&lt;br /&gt;
[[Kraft]], die allen Phänomenen zugrunde liegt. Bei&lt;br /&gt;
meinen ersten Peru-Reisen staunte ich nicht&lt;br /&gt;
schlecht, als ich entdeckte, dass das Energiesystem&lt;br /&gt;
der Schamanen und die Vorstellung vom&lt;br /&gt;
Energieuniversum und Energiemedizin sich mit&lt;br /&gt;
dem Kundalini Yoga deckt bzw. ihm sehr, sehr&lt;br /&gt;
ähnelt. Natürlich werden andere Termini benutzt,&lt;br /&gt;
für die Inka-Schamanen sind die Chakras&lt;br /&gt;
Nawis oder Ojos de cinturon, also „Augen”, das&lt;br /&gt;
Aufsteigen von Kundalini heißt el kawsay und sushumna&lt;br /&gt;
Nadi heißt kurku. Statt Sahasrara haben&lt;br /&gt;
wir Uma oder Pujuy... etc. Aber die Phänomene sind&lt;br /&gt;
exakt die gleichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Du hast den Workshop ‚Schamanische Energiemedizin für das neue Zeitalter gehalten’, was sind die Kennzeichen des neuen Zeitalters aus deiner Sicht und wie kann man sich energetisch darauf vorbereiten?====&lt;br /&gt;
Für die Schamanen ist die Periode momentan eine besondere&lt;br /&gt;
Zeit, vor allem im Inka Schamanismus - diese Zeit wird Pachakutec&lt;br /&gt;
(Wandel) genannt. Aber: es gibt keinen [[Messias|Erlöser]], keinen&lt;br /&gt;
Heiland von außen, keinen Zauberstab, der dich rettet… Für&lt;br /&gt;
die Schamanen, für bewusste Spiritualisten ist die Zukunft&lt;br /&gt;
jetzt schon da! Der erwartete Pachakuti-Inka, der letzte König&lt;br /&gt;
ist kein erlösender [[Avatar]], sondern vielmehr eine besondere&lt;br /&gt;
[[Schwingung]] zum Empfangen hochfrequenter spiritueller Energie.&lt;br /&gt;
Das [[Bewusstsein]] ist entscheidend und dein eigenes JA zur&lt;br /&gt;
Heilung auf allen Ebenen- das ist die Absichtserklärung an&lt;br /&gt;
das Universum. Es geschieht momentan, dass mir in meinen&lt;br /&gt;
Kursen und Ausbildungen immer mehr Menschen begegnen,&lt;br /&gt;
die an der [[Heilung]] aus der ersten [[Hand]] interessiert sind, nicht&lt;br /&gt;
an den [[Dogmen]] alter schulmedizinischer Systeme... Und immer&lt;br /&gt;
mehr Menschen machen die reale Erfahrung, dass dein innerer&lt;br /&gt;
Heiler nur darauf wartet, wieder aktiviert zu werden! Für bewusste&lt;br /&gt;
Yogis, Tantriker, Schamanen, Spiritualisten ist dies eine&lt;br /&gt;
Zeitqualität des Umschwungs. Mein Meister in Peru sagte einmal&lt;br /&gt;
so schön: „Diese Zeit ist eine Entwicklungshilfe.”...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra Yoga, Nada Yoga and Kriya Yoga - Erläuterungen von Swami Krishnananda==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Einleitung von [[Swami]] [[Krishnananda]] zu Swami [[Sivananda]]s Buch „Tantra Yoga, Nada Yoga and Kriya Yoga“ der [http://www.sivanandaonline.org/public_html/ Divine Life Society], 5. Auflage, 2000, Shivanandanagar, S. VII - XII., ISBN 81-7052-042-8&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Tantra===&lt;br /&gt;
Das System, welches Tantra genannt wird, wurde schon von jeher als esoterischer Geheimpfad der spirituellen [[Praxis]] betrachtet und war nicht jedem Ungeübten oder dem gemeinen Volk zugänglich. Das [[Geheimnis]] dieser Praxis scheint aus einem ungewöhnlichen Weltentwurf zu bestehen, der dem Suchenden abverlangt, die Dinge auf eine vollständig andere Art zu interpretieren und zu bewerten und der von der normalen, gewohnten Betrachtungsweise der Dinge abweicht. Die Tantra-[[Lehrer]] sagen, dass ein Suchender auf diesem [[Pfad]] der sozialen und sogar menschlichen Sichtweise entwachsen und eine übermenschliche und göttliche Sicht der Dinge entwickeln muss. Da dies jedoch vom gemeinen Menschen dieser [[Welt]] zuviel abverlangen würde, soll der Tantra auch ein verschlossenes Geheimnis sein und bleiben, dessen Türen nur mit dem Schlüssel geöffnet werden können, den allein ein befähigter [[Guru]] zur Verfügung stellt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Philosophie===&lt;br /&gt;
Die [[Philosophie]] von Tantra basiert auf dem Konzept der Doppelnatur aller Dinge. Nichts ist einzeln, sondern alles ist bipolar oder doppelpolig. Die sogenannte [[Einheit]] der Dinge ist nur eine Erscheinungsform, welche von dem besonderen Verhalten des Zusammentritts zweier Kräfte, nämlich [[Shiva]] und [[Shakti]] angenommen wird, man könnte auch sagen, der positiven und negativen Pole. Um diese mystische Konzeption des [[Universum]]s verstehen zu können, möchten wir auf die traditionellen Lehrsätze der [[Purana]]s verweisen, [[Manusmriti]] und [[Mahabharata]], die besagen, dass es im Anbeginne eine universelle Einzelzelle gegeben hat, die schon immer da war, bekannt als [[Brahmanda]], und die sich dann zweiteilte. Der eine Teil wurde zum Kosmischen [[Mann]] und der andere zur Kosmischen [[Frau]]. Wenn wir wollen, können wir diese Teile auch Shiva und Shakti nennen. Selbst unsere modernen [[Naturwissenschaft]]en scheinen diese Sichtweise zu bestätigen, wenn sie sagen, dass das Universum im Anfang ein einzelnes Atom war, welches sich zuerst zweiteilte und sich dann in die Vielfalt der gegenwärtigen [[Form]]en des Universums aufspaltete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da diese zwei Teile und ihre darauffolgenden Unterteilungen eigentlich zu einem gesamten Ganzen gehören, gibt es eine natürliche Anziehungkraft, die von einem Teil zum anderen Teil ausgeübt wird. Es gibt also eine beidseitige Zugkraft zwischen den positiven und negativen Polen auf der kosmischen Ebene sowie auf der ihrer niedrigeren vielfältigen Abstammungsformen, sogar hinunter bis zum Atom. Wir wissen heute, dass auch das Atom in einer bipolaren Struktur aufgebaut ist, mit dem Nukleus im Zentrum und den Elektronen, die ihn in absolut rätselhafter Weise umkreisen. Die [[Reaktion]] der zwei verschiedenen Teile eines jeden einzelnen [[Organismus]] scheint eine doppelte Auffassung von [[Bewusstsein]] gegenüber Einheit und [[Zweiheit]] zur selben Zeit zu sein. Es kann keine [[Anziehung]] zwischen dem Positiven und Negativen geben, solange sie nicht zwei Pole formen und nicht nur ein einzelnes Etwas. Dennoch kann es andererseits ohne eine grundlegende Einheit, die in und zwischen ihnen wirkt, gar nicht diese Anziehung geben, wenn es zwei vollkommen verschiedene Dinge sind. Das ist also das Geheimnisvolle, das Mysterium und auch die Schwierigkeit, jenes [[Phänomen]] zu verstehen, welches als Anziehung bekannt ist und gewöhnlich in der Gemeinsprache [[Liebe]] oder [[Zuneigung]] genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bipolarität===&lt;br /&gt;
Das Konzept von Shiva und Shakti repräsentiert also in seiner höchsten Essenz diese Oberste Kosmische [[Dualität]]. Man kann sich vornehmlich vorstellen, dass dort nur Anziehung und Liebe zusammenwirken, so dass Shiva und Shakti als untrennbare Aspekte einer einheitlichen [[Realität]] zu betrachten sind, welche manchmal auch [[Ardhanarishvara|Ardhanareesvara]], der kosmische [[Androgyn]], genannt wird. Auf den niedrigeren Ebenen jedoch wirkt das Prinzip der [[Abstoßung]], was bedeutet, dass [[Abneigung]] mit Zuneigung zusammengeht, so wie auch Liebe mit [[Hass]]. Dort nimmt die bipolare Einheit eine Vielfalt an Form an, so dass ein bipolares Element nicht die Beeinflussung oder manchmal sogar nicht einmal die bloße Gegenwart solch eines anderen bipolaren Elementes tolerieren kann - aus [[Angst]] davor, seine isolierte, sich selbst bewusste bipolare Hälfte und dadurch seine Einheit zu verlieren. Dieses subtile Zusammenspiel kann in seiner groberen Art offenkundig werden, wenn z. B. eine Familiengruppe Schwierigkeiten hat, eine andere anzuerkennen und ihr die gleiche Liebe zu schenken wie der eigenen. Auf dieser Ebene können sich dann eine Gesellschaft, eine soziale Schicht und sogar eine bipolare Einzelperson nicht ohne einigen Argwohn und gewisse Vorbehalte gegenübertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Lehrsätzen oder dem Tantra nach ist die Ursache allen [[Leid]]s im [[Leben]] die bipolare [[Existenz]], diese in zwei geteilte Einheit, weil nicht eine duale Existenz in jeder ihr gegebenen Form die [[Wahrheit]] der Dinge ist, sondern das Eins-Sein. Da die zweifache Form allen Lebens in gewisser Hinsicht eine unnatürliche Art des Lebens darstellt, gibt es immer einen ambivalenten Standpunkt zwischen dem einen und dem anderen Pol von [[Mögen]] und [[Nicht-Mögen]], zu ein und derselben Zeit.&lt;br /&gt;
So wird Liebe niedergehalten, wenn Hass überwiegt und Hass unterdrückt, wenn Liebe die Oberhand behält. Fakt dabei ist jedoch, dass immer beide dieser Haltungen in einem Individuum versteckt sind, aber nur einer dieser Aspekte zum Vorschein kommt, wenn oder wie die Situation es gerade erfordert. Anstelle der Zweiheit wieder die Einheit zu bekommen, das ist der Vorgang im Tantra [[Sadhana]] - wobei dies jedoch die Zielsetzung eines jeden Sadhanas ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Unterschied===&lt;br /&gt;
Was ist also das Besondere am Tantra, und wodurch unterscheidet er sich von anderen [[Sadhana]]s, um dieses [[Ziel]] zu ereichen?&lt;br /&gt;
Der Unterschied ist sehr subtil und nicht leicht wahrzunehmen. In jeder Form religiöser Praxis gibt es meistens asketische Vorschriften für die Geisteshaltung des Praktizierenden. Das Äußere solle dem Inneren und das Materielle dem Spirituellen zuliebe abgelehnt werden. Jegliches [[Verlangen]] solle als schädliches [[Hindernis]] für den Sadhana unterbunden und alle [[Lebensfreude]] als Übel betrachtet werden, welches so früh wie möglich ausgemerzt werden muss. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, im Tantra sind die Dinge der Welt, die materiellen Formen der [[Wahrnehmung]], nicht wirklich Hindernisse, und ein Verlangen nach ihnen kann nicht dadurch besiegt werden, dass man das Verlangen an sich ablehnt. Alles in dieser Welt, und sogar die ganze Welt selbst, befindet sich in einem Übergang von der Unvollkommenheit hin zur [[Vollkommenheit]]. Das Sichtbare ist ein [[Weg]] hin zum Unsichtbaren und nicht sein Hindernis. Menschliches Begehren erwächst gerade wegen jener unintelligenten Auffassung, die der Mensch gegenüber dieser Lust entwickelt hat. Er hat sozusagen Lust-Angst, seitdem ihm erzählt worden ist, dass jegliche [[Begierde]] schlecht ist und alle äußeren Dinge nur zu Knechtschaft führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tantra sagt, dass das äußere Ding, das Objekt, kein fesselnder Zwang ist, allein schon wegen der Tatsache, dass das Objekt untrennbar mit dem Subjekt verbunden ist. Das Objekt ist der andere Pol des Subjekts, der Komplementär-Pol sozusagen. Beide Pole ergänzen sich gegenseitig. Jegliche [[Erfahrung]] steht in einer Subjekt-Objekt-Relation, und deshalb kann auch niemand nur im Geringsten daran denken, das Objekt der Begierde bewusst zu überwinden, ausgenommen, er hat vorher eine Beziehung zu dem Objekt hergestellt. Daher bedeutet die Überwindung des Objekts für uns immer wieder, in einen Teufelskreis einzutreten. Es gibt trotz aller Anstrengungen keine Möglichkeit, das Objekt loszuwerden, da schon im Bewusstsein die Gegenwart des Objekts da ist. Daher kommt also der großartige Tantra-Spruch, dass Begierde nur durch Begierde überwunden werden kann, genauso wie das Objekt nur vom Objekt bezwungen werden kann. Auch wird im Tantra gesagt, der andere Aspekt dieses Prinzips sei, &amp;quot;dass man sich durch das, wodurch man fällt, auch wieder aufrichten kann.&amp;quot; (Yaireva patanam dravyaih siddhih taireva.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier tritt der Kernpunkt der ganzen Sache hinsichtlich des Tantra zutage, welche ihn deutlich von allen anderen religiösen Praktiken und Sadhana-Formen abgrenzt. Warum diese Praxis schwierig und sogar gefährlich ist, wird durch die Art der Glaubenslehre offensichtlich, obwohl man wohl einräumen muss, dass der Glaubenssatz vielleicht etwas sehr rational verfasst ist und auf Tiefenpsychologie der menschlichen Natur basiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stufen des Tantra===&lt;br /&gt;
Die Tantra Lehrer wissen, dass es große Schwierigkeiten gibt, wenn es darum geht, sich diese Lehrsätze einzuprägen und zu praktizieren. Insofern wird die Kunst des Sadhana auf diesem Pfad als gestaffelte Aufwärtsbewegung während der verschiedenen Stufen des Aufstiegs betrachtet. Indem man zu einem Zustand aufsteigt, wo eben jenes Verhältnis zwische Subjekt und Objekt transzendiert oder überwunden wird, erreicht man unterschiedliche Stufen von Erkenntnis und eine Loslösung des Subjekts von der Verstrickung des Objekts. &lt;br /&gt;
Diese festgesetzten Stufen lauten: Vedechara, Vaishnavachara, Saivachara, Dakshinachara, Vamachara, Siddhantachara und zuletzt Kaulachara.&lt;br /&gt;
Von diesen sieben aufgeführten Stufen sind die ersten drei für die niedrigere Kategorie der Sadhakas bestimmt, welche als Pasujiva (Personen, in welchen die tierische Natur vorherrschend ist) bekannt sind. Die nächsten zwei stehen für die Virajiva (Personen, in welchen der normale menschliche Instinkt vorherrscht) und die letzten zwei für die Divyajiva (Personen, in welchen das göttliche Element vorherrschend ist).&lt;br /&gt;
 Es wird geglaubt, dass die ersten drei Acharas besonders für Karma stehen. Bhakti und Jnana, der Veda, der für das Ritual steht, Vaishnava für die Hingabe und Saiva für das Wissen. Der vierte Achara, welcher Dakshina genannt wird, versucht die Ergebnisse zu bewahren, die durch das Praktizieren der ersten drei Stufen erreicht wurden. Bis zu dieser Ebene ist die Bewegung fast linear und praktisch gerade. Auf der nächsten Stufe des Vamachara aber gibt es einen seltsamen Unterschied des Blickwinkels, denn dieser Begriff&lt;br /&gt;
beinhaltet den Beginn der Rückwärts-Strömung der Seelen-Bewegung hin zur Realität. &amp;quot;Vama&amp;quot; bedeutet nicht &amp;quot;links&amp;quot;, wie die meisten Leute zu denken scheinen, sondern &amp;quot;Umkehr-Prozess&amp;quot;, Nivritti oder die Rückkehr - im Gegensatz zu Pravritti oder dem Vorwärts-Fließen mit der natürliche Strömung der Sinne. Hier liegt der Beginn der allergeheimsten Praxis oder des esoterischen Aspektes des Tantra Sadhana, wo Objekte der Anziehung, des Reizes, egal welcher Art sie sind, gerade als Instrumente und Werkzeuge betrachtet werden, nicht, damit sie abgelehnt, sondern damit sie integriert und zu einem Teil seines eigenen Seins gemacht werden. Die Absicht dabei ist aber, jenes Bewusstsein zu überwinden, dass sie außerhalb von einem selbst sind, als so eine Art gegenüberliegendes, entgegengesetztes Objekt oder irgendein äußerliches Etwas. Diese besondere Phase soll eigentlich auch nicht erklärt, sondern nur auf direktem Weg von einem Lehrmeister gelernt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Natur der Dinge===&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen werden Reichtum, Macht und Sex als die wohl&lt;br /&gt;
größten Hindernisse auf dem Weg zu spiritueller Vollkommenheit  betrachtet. Der Tantra jedoch versucht gerade diese sich nutzbar zu machen und zu überwinden, und zwar mit genau den Mitteln, mit welchen ein ungeübter Verstand sich ins Unheil stürzen würde.&lt;br /&gt;
Die Pasu, Vira und Divya Bhavas entsprechen den tierischen, menschlichen und göttlichen Naturen und ziehen die groben, die feinen und die göttlichen Aspekte der Dinge in Betracht, welchen man in seinem spirituellen Leben als Gegensätze begegnen muss. Das ist das verbotene Gebiet von Tantra Sadhana, der Bereich, welchen der wahrhaft Suchende nicht offenlegt, da der gemeine Mensch ihn nicht wissen, verstehen oder aus ihm Nutzen ziehen soll.&lt;br /&gt;
Jedes Objekt hat eine grobe, eine feine und eine göttliche Form, und jeder Sadhaka (Schüler) muss all diese Phasen durchlaufen. &lt;br /&gt;
Der Tantra beharrt darauf, dass keine Stufe oder Phase als Hindernis abgelehnt werden soll, sondern von jedem Individuum selbst genommen und durchschritten werden soll. Mann kann nur ein unbekanntes Ding, ein Objekt der Angst, nicht unter seine Kontrolle bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tantra sagt, dass die unreinen, häßlichen und unheiligen Dinge des Lebens eigentlich Dinge sind, die fälschlicherweise nicht in ihrem wirklichen Zusammenhang gesehen wurden, nicht von ihrer eigenen besonderen Position oder vom Standpunkt der Dinge selbst her. Sie sind weder gut noch schlecht, weder schön noch häßlich und weder heilig noch unheilig. Das alles sind nur Vorstellungen, die uns unser Verstand von einem speziellen Interessestandpunkt aus gibt. Unser Verstand sträubt sich dagegen, in Erwägung zu ziehen, dass es auch noch andere Interessen als seine eigenen geben könnte. Das Universum muss man von vielen Blickwinkeln aus sehen, nicht nur von einem. Vom Ersteren muss man zum Letzteren steigen, mit einer systematischen und progressiven Bewegung seines ganzen Seins durch den groben, den feinen und den göttlichen Aufbau der Dinge.&lt;br /&gt;
Am Anfang hat man Kontakt mit dem Objekt. Als nächstes denkt man es mit seinem Verstand bloß noch. Zuletzt visualisiert man es nur noch als einen Unruheherd oder Stress-Punkt in der Universellen Realität.&lt;br /&gt;
Die oben erwähnten Siddhantachara und Kaulachara vervollständigen den Prozess des Sadhana, wobei man in die wahre Natur der Dinge eintaucht und regelrecht übermenschlich wird. Die Aufgabe, welche die religiöse Praxis mit sich bringt, ist nicht die Ablehnung des Objektes oder des Dinges an sich, sondern die der Idee oder der Vorstellung, dass es, das Objekt, außerhalb von einem selbst sei. Die falsche Vorstellung weckt die Begierde, nicht das Objekt oder das Ding selbst. Die Verordnung ist hier in der Tat sehr subtil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritual===&lt;br /&gt;
Tantra Sadhana beinhaltet das Rezitieren von Mantras, die Ritualausführung mittels Yantras und die eigene Abstimmung mit einer speziellen Ebene der Realität, was eigentlich die spezifische  Bedeutung des Tantra ist. Während dieses Prozesses muss man viele kleine Details direkt von seinem Guru lernen. Die Entschlackung des Körpers, die Reinigung seines Geistes und Klärung seiner sozialen Beziehungen sind alles wichtige Vorbereitungen des Sadhana. Die übliche Shodasopachara-Puja oder die sechzehn-gliedrige Gebetszeremonie, welche für eine Gottheit abgehalten wird, sind auch geeignete Maßnahmen für all das, was man bewundert, schätzt und liebt. Durch solch einen Gottesdienst sucht man die Verbindung mit der Gottheit durch die Aufhebung der Trennung zwischen ihr und einem selbst. Die geheimnisvollen Prozesse, Nyasa (Anga-Nyasa und Kara-Nyasa) genannt, sind wiederum nach innen gerichtete Techniken, mittels derer man das Objekt in einem selbst und die Gottheit in seinem ureigenen Sein fühlt.&lt;br /&gt;
All das macht es mehr als deutlich, dass der Tantra Sadhana genauso höchst wissenschaftlich und präzise wie auch schwierig und gefährlich&lt;br /&gt;
ist. Dies ist seine Besonderheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
*[[Tantra Yoga]]&lt;br /&gt;
*[[Vijnana Bhairava Tantra]]&lt;br /&gt;
*[[Panchatantra]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p105_Kundalini-Tantra/ &#039;&#039;Kundalini Tantra&#039;&#039; von Swami Satyananda]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p106_Tantra-und-Yoga-Panorama/ &#039;&#039;Tantra und Yoga Panorama&#039;&#039; von Swami Satyananda]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/tantra/ Tantra Yoga]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/art_tantra_agama.html &amp;quot;Tantra&amp;quot; aus &#039;&#039;Göttliche Erkenntnis&#039;&#039; von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/YogaundSexualitaet.html Yoga und Sexualität von Sukadev]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/kundalini-yoga/literatur-buecher-kundalini-yoga/ Literatur Bücher Kundalini Yoga]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/seminar/meditationen-aus-dem-tantra-b130823-5/ Meditationen aus dem Tantra]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminarhaus-shanti/veranstaltungen/kalender-2013/yogini-tantra/ Yogini Tantra]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos==&lt;br /&gt;
===Atma Kriya Yoga mit Rishi Tulsidasananda===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|uQaVFLZnGVw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Erfahrung des subjektiven Bewusstseins im Yoga und in der östlichen Meditation===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|zoXRuC3RQTE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Entdeckung der Kundalini mit Sigmund Feuerabendt===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|kIhgXHWQoCw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weißer Tantra mit Simram Kaur===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|jTn_1dUD9tE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was ist das Besondere an Tantra Meditationstechniken - Interview mit Dr. Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|QFR_u_Zdwhg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ajapa Japa - Tantra Meditation mit Soham===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|F40CZ5h0Ahk}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ajapa Japa - Tantra Meditation Technique===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|3LpnJk47SmA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kaya Sthairyam Tantra Meditation mit Dr. Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|5N2qB99YkFs}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Tantra Meditation - mit Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|HrvueDbn8HY}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Multimedia==&lt;br /&gt;
===Kundalini Yoga: Tantra===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/39_Kundalini-Yoga-Teil_2_Tantra.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Ewige und das Vergängliche – Shiva-Shakti 1===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Das_Ewige_und_das_Vergaengliche_Shiva-Shakti-1.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sei verhaftungslos und … Shiva-Shakti 2===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Glueck-ist-im-inneren.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Setze dich durch – und gebe nach – Shiva-Shakti 3===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Sonne-Mond-im-Alltag.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tantra]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kundalini Yoga]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Chakra]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga Vidya Journal]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
	</entry>
	<entry>
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		<title>Tantra</title>
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		<updated>2014-07-06T08:24:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: /* Bipolarität */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Tantra&#039;&#039;&#039; ([[Sanskrit]]: तन्त्र tantra &#039;&#039;n.&#039;&#039;) Webstuhl; Gewebe, Kontinuum, Zusammenhang; Lehrwerk, Lehre; eine Klasse von Werken, die ursprünglich streng geheim gehaltene (esoterische) Inhalte lehrten und sich hauptsächlich mit [[Mystik]], [[Magie]] und Techniken zur [[Selbsterkenntnis]] und Erlösung ([[Moksha]] aus dem Kreislauf der Wiedergeburt, [[Samsara]]) beschäftigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:kundalini_chakras.jpg|thumb|Die Chakras - Energiezentren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herkunft==&lt;br /&gt;
Das Wort &amp;quot;Tantra&amp;quot; wird von der Sanskritwurzel &amp;quot;tan&amp;quot; (&amp;quot;ausdehnen, spannen&amp;quot;) abgeleitet. Die Ursprünge des Tantra als soteriologische (zur Erlösung hinführende) Systeme liegen etwa im 2. Jahrhundert, in seinen heute bekannten Ausprägungen wird es seit dem 7. oder 8. Jahrhundert weitergegeben. Aus der tantrischen Tradition stammt unter anderem die Lehre von den sieben [[Chakra]]s. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Traditionelle Richtungen==&lt;br /&gt;
Im wesentlichen gibt es in [[Indien]] drei Hauptrichtungen des Tantra, wozu noch die Form des tibetischen tantrischen [[Buddhismus]] ([[Vajrayana]]) kommt, der auch in [[Nepal]] praktiziert wird:&lt;br /&gt;
*1. [[Vaishnavacara]] (&#039;&#039;vaiṣṇavācāra&#039;&#039;): Hier werden die Formen des [[Gott]]es [[Vishnu]] als höchstes Prinzip verehrt.&lt;br /&gt;
*2. [[Shaivacara]] (&#039;&#039;śaivācāra&#039;&#039;): Hier werden die Formen des Gottes [[Shiva]] als höchstes Prinzip verehrt.&lt;br /&gt;
*3. [[Shaktacara]] (&#039;&#039;śāktācāra&#039;&#039;): hier werden die Formen der Göttin ([[Shakti]]) als höchstes Prinzip verehrt. Die als [[Shakta]] bekannten [[Tantriker]] folgen ihrerseits einem der beiden folgenden Wege bzw. Lebenswandel ([[Acara]]): entweder dem &amp;quot;Weg der rechten Hand&amp;quot; ([[Dakshinacara]] &#039;&#039;dakṣiṇācāra&#039;&#039;), in dem keine sexuellen Praktiken ausgeübt, wenn überhaupt imaginiert werden, oder dem &amp;quot;Weg der linken Hand&amp;quot; ([[Vamacara]] &#039;&#039;vāmācāra&#039;&#039;), der auch sexuelle Praktiken in das [[Ritual]] integriert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|mgLlp-CJsX4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra im Yoga==&lt;br /&gt;
Tantra als Teil der [[Yoga|yogischen]] Tradition und beruht auf der Shiva-Shakti-Philosophie. [[Shiva]] repräsentiert das Unveränderliche, das Unbewegte, das absolute [[Bewusstsein]], im [[Vedanta]] &amp;quot;[[Brahman]]&amp;quot; genannt. [[Shakti]] repräsentiert die schöpferische [[Energie]], welche das Universum in sechs Schritten in Analogie der sechs [[Chakra]]s (unterhalb des [[Sahasrara]] Chakras, der Sitz von Shiva), geschaffen hat. Ursprünglich sind Shiva und Shakti eins. Durch eine erste Schwingung, &amp;quot;[[Spandana]]&amp;quot; („Spaltung“), trennt sich Shakti von Shiva und schafft erst die zwei [[Kausalwelt]]en, dann die drei [[Astralwelt]]en und schließlich die physische [[Welt]]. Zyklisch vereinigen sich Shiva und Shakti wieder (Auflösung), bleiben zusammen ([[Pralaya]], kosmische Nacht) und trennen sich wieder (Schöpfung). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In jedem Teil des Kosmos sind Shiva und Shakti. Im Menschen manifestiert sich Shiva als reines Bewusstsein, als [[Satchidananda]]. Shakti manifestiert sich als die drei Körper mit den fünf Hüllen. Solange Shakti von Shiva getrennt ist, ist der Mensch unzufrieden. Im Laufe der individuellen [[Evolution]] über viele [[Leben]] hinweg erwacht die [[Kundalini]] (Shakti im Menschen) und vereinigt die individuelle [[Seele]] wieder mit der kosmischen Seele. [[Kundalini Yoga]] ist die Wissenschaft der Beschleunigung dieses natürlichen Evolutionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Drei Formen des Tantra==&lt;br /&gt;
Es gibt außerdem eine weitere, modernere Einteilung in drei [[Yoga Arten|Arten]] von Tantra: weißes, rotes und schwarzes Tantra. Rotes Tantra sind die sexuellen Praktiken, schwarzes Tantra sind die magischen und schwarzmagischen Praktiken zur egoistischen [[Manipulation]] von Energien und [[Geister]]n für selbstsüchtige Zwecke. Weißes Tantra sind die Praktiken zur Reinigung des [[Astralkörper]]s und zur Erweckung der [[Kundalini]] ohne selbstsüchtige Motive und werden daher [[Kundalini Yoga]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra und [[Schamanismus]] – Energien im Fluss==&lt;br /&gt;
Interview mit Maharani Fritsch de Navarrete, erschienen im Yoga Vidya Journal Nr. 27, Herbst 2013&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlässlich des Yoga Kongress 2012&lt;br /&gt;
‚[[Chakra]], Tantra, [[Kundalini]]‘ haben&lt;br /&gt;
wir mit Maharani Fritsch de&lt;br /&gt;
Navarrete gesprochen. Als Yogini&lt;br /&gt;
und Schamanin mit westlicher&lt;br /&gt;
psychologischer Ausbildung schlägt&lt;br /&gt;
sie energetische Brücken zwischen&lt;br /&gt;
Amazonien und Indien. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich durfte in meinem Workshop wunderbare Zusammenhänge&lt;br /&gt;
zwischen Yoga, Tantra und Schamanismus herstellen und diese&lt;br /&gt;
hoffentlich nicht nur durch den informativen Part, sondern&lt;br /&gt;
auch vor allem durch den rituellen Teil zum Ausdruck bringen.&lt;br /&gt;
Diese alten holistischen Systeme sind nur scheinbar voneinander&lt;br /&gt;
getrennt- in allen geht es um [[Heilung]], Heil-Werden,&lt;br /&gt;
Ganz-Werden, Heilig-Werden, Verbunden-Sein. Ich bin immer&lt;br /&gt;
sehr glücklich, wenn ich auf die Brücken hinweisen darf, auf&lt;br /&gt;
die Ur-Quelle und die Ur-Verbindung. Höheres [[Sein]] bedeutet&lt;br /&gt;
immer ein höheres Verbundensein. Für [[Yogi]]s, für Tantriker, für&lt;br /&gt;
[[Schamane]]n, für Bewusste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|3Cn4X_2ODM0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Nach so vielen Jahren spiritueller Praxis verschiedenster Traditionen, als Yogalehrerin und Schamanin - siehst du Verbindungen zwischen Tantra und Schamanismus und wenn ja, welcher Art?====&lt;br /&gt;
Für den Schamanen geht die kosmische Evolution vom&lt;br /&gt;
Schamanismus (Ur-Form des spirituellen Ausdrucks) über den&lt;br /&gt;
[[Hinduismus]] zum [[Buddhismus]]. Tantra und Schamanismus decken&lt;br /&gt;
sich dermaßen, dass sie fast identisch sind in der Vorstellung,&lt;br /&gt;
dass männlich und weiblich oder auch das Spiel der&lt;br /&gt;
Gegensätze die Grundlage aller Prozesse im Universum sind.&lt;br /&gt;
Vor allem in Nepal, wo ich - neben Peru - auch meine Lehrer&lt;br /&gt;
habe, ist dies sehr gut sichtbar. Dort fließen Yoga, Tantrismus&lt;br /&gt;
und Schamanismus permanent zusammen und sind nur&lt;br /&gt;
schwer voneinander zu trennen. Ein Yogi gilt als [[Shivait]], was&lt;br /&gt;
mit Tantriker gleichgesetzt wird, und ein Tantriker ist in diesem&lt;br /&gt;
Kontext auch ein Schamane. Zum Beispiel schamanische Elementenverehrung,&lt;br /&gt;
also Naturrituale, verfeinerten sich nach&lt;br /&gt;
und nach in der [[Veden|vedisch]]en Zeit zum [[Havan]]/[[Agni Hotra]], [[Puja]]&lt;br /&gt;
und [[Yajna]] (Feuer- und andere Rituale). [[Shiva]] selbst ist ja der&lt;br /&gt;
Urahne der Schamanen als [[Pashupati]], Herr der Tiere, als [[Shankar]]&lt;br /&gt;
und [[Bhairava]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig ist er der Ur-Tantriker und Ur-[[Asket]] als [[Mahadev]],&lt;br /&gt;
[[Mahesvar]] und [[Yogeshwara]], der [[Vater]] des [[Yoga]]. Er zieht einsam,&lt;br /&gt;
mit [[Asche]] beschmiert, auf seiner [[Damaru]] trommelnd,&lt;br /&gt;
durch die Wälder und hält sich auch an den [[Ghat]]s, den Verbrennungsstätten&lt;br /&gt;
(Orte der Transformation), auf. Gleichzeitig&lt;br /&gt;
meditiert er als [[Sadashiva]] über das Höchste und als [[Nataraj]]&lt;br /&gt;
tanzt er das Spiel der [[Gegensätze]] und [[Transformation]].&lt;br /&gt;
Der Name Shaman bedeutet ja: „der, der wirklich sieht”.&lt;br /&gt;
Ein [[Drsthi]] also, ein [[Seher]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wer kann besser sehen, als der dreiäugige Shiva? [[Yoga]]-&lt;br /&gt;
[[Asana]]s entsprangen der Nachahmung der Natur und viele&lt;br /&gt;
haben Tier- oder Pflanzennamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Gemeinsamkeiten gibt es im Verständnis, dass alles&lt;br /&gt;
miteinander verbunden ist, dass wir vom Energieuniversum&lt;br /&gt;
umgeben sind, das heißt, dass Schwingung die Grundlage der&lt;br /&gt;
grobstofflichen Manifestation ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Gibt es dann in der schamanischen Energiemedizin auch eine Art von Kundalini-Erfahrung?====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich! Im nepalesischen, aber auch im peruvianischen&lt;br /&gt;
(dort gibt es mehrere Schulen) Schamanismus sind Energieerfahrungen die tägliche Praxis-Erfahrung. [[Mahakali]]&lt;br /&gt;
([[Indien]] und [[Nepal]]) und Pachamama (Peru,&lt;br /&gt;
Bolivien, Ecuador) ist die Urquelle der schöpferischen&lt;br /&gt;
[[Kundalini]]-[[Shakti]].&lt;br /&gt;
Das Erwachen im schamanisch-tantrischen [[Sinn]]e&lt;br /&gt;
ist die konstante Rückverbindung mit dieser&lt;br /&gt;
[[Kraft]], die allen Phänomenen zugrunde liegt. Bei&lt;br /&gt;
meinen ersten Peru-Reisen staunte ich nicht&lt;br /&gt;
schlecht, als ich entdeckte, dass das Energiesystem&lt;br /&gt;
der Schamanen und die Vorstellung vom&lt;br /&gt;
Energieuniversum und Energiemedizin sich mit&lt;br /&gt;
dem Kundalini Yoga deckt bzw. ihm sehr, sehr&lt;br /&gt;
ähnelt. Natürlich werden andere Termini benutzt,&lt;br /&gt;
für die Inka-Schamanen sind die Chakras&lt;br /&gt;
Nawis oder Ojos de cinturon, also „Augen”, das&lt;br /&gt;
Aufsteigen von Kundalini heißt el kawsay und sushumna&lt;br /&gt;
Nadi heißt kurku. Statt Sahasrara haben&lt;br /&gt;
wir Uma oder Pujuy... etc. Aber die Phänomene sind&lt;br /&gt;
exakt die gleichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Du hast den Workshop ‚Schamanische Energiemedizin für das neue Zeitalter gehalten’, was sind die Kennzeichen des neuen Zeitalters aus deiner Sicht und wie kann man sich energetisch darauf vorbereiten?====&lt;br /&gt;
Für die Schamanen ist die Periode momentan eine besondere&lt;br /&gt;
Zeit, vor allem im Inka Schamanismus - diese Zeit wird Pachakutec&lt;br /&gt;
(Wandel) genannt. Aber: es gibt keinen [[Messias|Erlöser]], keinen&lt;br /&gt;
Heiland von außen, keinen Zauberstab, der dich rettet… Für&lt;br /&gt;
die Schamanen, für bewusste Spiritualisten ist die Zukunft&lt;br /&gt;
jetzt schon da! Der erwartete Pachakuti-Inka, der letzte König&lt;br /&gt;
ist kein erlösender [[Avatar]], sondern vielmehr eine besondere&lt;br /&gt;
[[Schwingung]] zum Empfangen hochfrequenter spiritueller Energie.&lt;br /&gt;
Das [[Bewusstsein]] ist entscheidend und dein eigenes JA zur&lt;br /&gt;
Heilung auf allen Ebenen- das ist die Absichtserklärung an&lt;br /&gt;
das Universum. Es geschieht momentan, dass mir in meinen&lt;br /&gt;
Kursen und Ausbildungen immer mehr Menschen begegnen,&lt;br /&gt;
die an der [[Heilung]] aus der ersten [[Hand]] interessiert sind, nicht&lt;br /&gt;
an den [[Dogmen]] alter schulmedizinischer Systeme... Und immer&lt;br /&gt;
mehr Menschen machen die reale Erfahrung, dass dein innerer&lt;br /&gt;
Heiler nur darauf wartet, wieder aktiviert zu werden! Für bewusste&lt;br /&gt;
Yogis, Tantriker, Schamanen, Spiritualisten ist dies eine&lt;br /&gt;
Zeitqualität des Umschwungs. Mein Meister in Peru sagte einmal&lt;br /&gt;
so schön: „Diese Zeit ist eine Entwicklungshilfe.”...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra Yoga, Nada Yoga and Kriya Yoga - Erläuterungen von Swami Krishnananda==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Einleitung von [[Swami]] [[Krishnananda]] zu Swami [[Sivananda]]s Buch „Tantra Yoga, Nada Yoga and Kriya Yoga“ der [http://www.sivanandaonline.org/public_html/ Divine Life Society], 5. Auflage, 2000, Shivanandanagar, S. VII - XII., ISBN 81-7052-042-8&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Tantra===&lt;br /&gt;
Das System, welches Tantra genannt wird, wurde schon von jeher als esoterischer Geheimpfad der spirituellen [[Praxis]] betrachtet und war nicht jedem Ungeübten oder dem gemeinen Volk zugänglich. Das [[Geheimnis]] dieser Praxis scheint aus einem ungewöhnlichen Weltentwurf zu bestehen, der dem Suchenden abverlangt, die Dinge auf eine vollständig andere Art zu interpretieren und zu bewerten und der von der normalen, gewohnten Betrachtungsweise der Dinge abweicht. Die Tantra-[[Lehrer]] sagen, dass ein Suchender auf diesem [[Pfad]] der sozialen und sogar menschlichen Sichtweise entwachsen und eine übermenschliche und göttliche Sicht der Dinge entwickeln muss. Da dies jedoch vom gemeinen Menschen dieser [[Welt]] zuviel abverlangen würde, soll der Tantra auch ein verschlossenes Geheimnis sein und bleiben, dessen Türen nur mit dem Schlüssel geöffnet werden können, den allein ein befähigter [[Guru]] zur Verfügung stellt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Philosophie===&lt;br /&gt;
Die [[Philosophie]] von Tantra basiert auf dem Konzept der Doppelnatur aller Dinge. Nichts ist einzeln, sondern alles ist bipolar oder doppelpolig. Die sogenannte [[Einheit]] der Dinge ist nur eine Erscheinungsform, welche von dem besonderen Verhalten des Zusammentritts zweier Kräfte, nämlich [[Shiva]] und [[Shakti]] angenommen wird, man könnte auch sagen, der positiven und negativen Pole. Um diese mystische Konzeption des [[Universum]]s verstehen zu können, möchten wir auf die traditionellen Lehrsätze der [[Purana]]s verweisen, [[Manusmriti]] und [[Mahabharata]], die besagen, dass es im Anbeginne eine universelle Einzelzelle gegeben hat, die schon immer da war, bekannt als [[Brahmanda]], und die sich dann zweiteilte. Der eine Teil wurde zum Kosmischen [[Mann]] und der andere zur Kosmischen [[Frau]]. Wenn wir wollen, können wir diese Teile auch Shiva und Shakti nennen. Selbst unsere modernen [[Naturwissenschaft]]en scheinen diese Sichtweise zu bestätigen, wenn sie sagen, dass das Universum im Anfang ein einzelnes Atom war, welches sich zuerst zweiteilte und sich dann in die Vielfalt der gegenwärtigen [[Form]]en des Universums aufspaltete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da diese zwei Teile und ihre darauffolgenden Unterteilungen eigentlich zu einem gesamten Ganzen gehören, gibt es eine natürliche Anziehungkraft, die von einem Teil zum anderen Teil ausgeübt wird. Es gibt also eine beidseitige Zugkraft zwischen den positiven und negativen Polen auf der kosmischen Ebene sowie auf der ihrer niedrigeren vielfältigen Abstammungsformen, sogar hinunter bis zum Atom. Wir wissen heute, dass auch das Atom in einer bipolaren Struktur aufgebaut ist, mit dem Nukleus im Zentrum und den Elektronen, die ihn in absolut rätselhafter Weise umkreisen. Die [[Reaktion]] der zwei verschiedenen Teile eines jeden einzelnen [[Organismus]] scheint eine doppelte Auffassung von [[Bewusstsein]] gegenüber Einheit und [[Zweiheit]] zur selben Zeit zu sein. Es kann keine [[Anziehung]] zwischen dem Positiven und Negativen geben, solange sie nicht zwei Pole formen und nicht nur ein einzelnes Etwas. Dennoch kann es andererseits ohne eine grundlegende Einheit, die in und zwischen ihnen wirkt, gar nicht diese Anziehung geben, wenn es zwei vollkommen verschiedene Dinge sind. Das ist also das Geheimnisvolle, das Mysterium und auch die Schwierigkeit, jenes [[Phänomen]] zu verstehen, welches als Anziehung bekannt ist und gewöhnlich in der Gemeinsprache [[Liebe]] oder [[Zuneigung]] genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bipolarität===&lt;br /&gt;
Das Konzept von Shiva und Shakti repräsentiert also in seiner höchsten Essenz diese Oberste Kosmische [[Dualität]]. Man kann sich vornehmlich vorstellen, dass dort nur Anziehung und Liebe zusammenwirken, so dass Shiva und Shakti als untrennbare Aspekte einer einheitlichen [[Realität]] zu betrachten sind, welche manchmal auch [[Ardhanarishvara|Ardhanareesvara]], der kosmische [[Androgyn]], genannt wird. Auf den niedrigeren Ebenen jedoch wirkt das Prinzip der [[Abstoßung]], was bedeutet, dass [[Abneigung]] mit Zuneigung zusammengeht, so wie auch Liebe mit [[Hass]]. Dort nimmt die bipolare Einheit eine Vielfalt an Form an, so dass ein bipolares Element nicht die Beeinflussung oder manchmal sogar nicht einmal die bloße Gegenwart solch eines anderen bipolaren Elementes tolerieren kann - aus [[Angst]] davor, seine isolierte, sich selbst bewusste bipolare Hälfte und dadurch seine Einheit zu verlieren. Dieses subtile Zusammenspiel kann in seiner groberen Art offenkundig werden, wenn z. B. eine Familiengruppe Schwierigkeiten hat, eine andere anzuerkennen und ihr die gleiche Liebe zu schenken wie der eigenen. Auf dieser Ebene können sich dann eine Gesellschaft, eine soziale Schicht und sogar eine bipolare Einzelperson nicht ohne einigen Argwohn und gewisse Vorbehalte gegenübertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Lehrsätzen oder dem Tantra nach ist die Ursache allen [[Leid]]s im [[Leben]] die bipolare [[Existenz]], diese in zwei geteilte Einheit, weil nicht eine duale Existenz in jeder ihr gegebenen Form die [[Wahrheit]] der Dinge ist, sondern das Eins-Sein. Da die zweifache Form allen Lebens in gewisser Hinsicht eine unnatürliche Art des Lebens darstellt, gibt es immer einen ambivalenten Standpunkt zwischen dem einen und dem anderen Pol von [[Mögen]] und [[Nicht-Mögen]], zu ein und derselben Zeit.&lt;br /&gt;
So wird Liebe niedergehalten, wenn Hass überwiegt und Hass unterdrückt, wenn Liebe die Oberhand behält. Fakt dabei ist jedoch, dass immer beide dieser Haltungen in einem Individuum versteckt sind, aber nur einer dieser Aspekte zum Vorschein kommt, wenn oder wie die Situation es gerade erfordert. Anstelle der Zweiheit wieder die Einheit zu bekommen, das ist der Vorgang im Tantra [[Sadhana]] - wobei dies jedoch die Zielsetzung eines jeden Sadhanas ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Unterschied===&lt;br /&gt;
Was ist also das Besondere am Tantra, und wodurch unterscheidet er sich von anderen Sadhanas, um dieses Ziel zu ereichen?&lt;br /&gt;
Der Unterschied ist sehr subtil und nicht leicht wahrzunehmen. In jeder Form religiöser Praxis gibt es meistens asketische Vorschriften für die Geisteshaltung des Praktizierenden. Das Äußere solle dem Inneren  und das Materielle dem Spirituellen zuliebe abgelehnt werden. Jegliches Verlangen solle als schädliches Hindernis für den Sadhana   &lt;br /&gt;
unterbunden und alle Lebensfreude als Übel betrachtet werden, welches so früh wie möglich ausgemerzt werden muss. Nun, im Tantra sind die Dinge der Welt, die materiellen Formen der Wahrnehmung, nicht wirklich Hindernisse, und ein Verlangen nach ihnen kann nicht dadurch besiegt werden, dass man das Verlangen an sich ablehnt. Alles in dieser Welt, und sogar die ganze Welt selbst, befindet sich in einem Übergang von der Unvollkommenheit hin zur Vollkommenheit. Das Sichtbare ist ein Weg hin zum Unsichtbaren und nicht sein Hindernis. Menschliches Begehren erwächst gerade wegen jener unintelligenten Auffassung, die der Mensch gegenüber dieser Lust entwickelt hat. Er hat sozusagen Lust-Angst, seitdem ihm erzählt worden ist, dass jegliche Begierde schlecht ist und alle äußeren Dinge nur zu Knechtschaft führen.&lt;br /&gt;
Der Tantra sagt, dass das äußere Ding, das Objekt, kein fesselnder Zwang ist, allein schon wegen der Tatsache, dass das Objekt untrennbar mit dem Subjekt verbunden ist. Das Objekt ist der andere Pol des Subjekts, der Komplementär-Pol sozusagen. Beide Pole ergänzen sich gegenseitig. Jegliche Erfahrung steht in einer Subjekt-Objekt Relation, und deshalb kann auch niemand nur im Geringsten daran denken, das Objekt der Begierde bewusst zu überwinden, ausgenommen, er hat vorher eine Beziehung zu dem Objekt hergestellt. Daher bedeutet die Überwindung des Objekts für uns immer wieder, in einen Teufelskreis einzutreten. Es gibt trotz aller Anstrengungen keine Möglichkeit, das Objekt loszuwerden, da schon im Bewusstsein die Gegenwart des Objekts da ist. Daher kommt also der großartige Tantra-Spruch, dass Begierde nur durch Begierde überwunden werden kann, genauso wie das Objekt nur vom Objekt bezwungen werden kann. Auch wird im Tantra gesagt, der andere Aspekt dieses Prinzips sei, &amp;quot;dass man sich durch das, wodurch man fällt, auch wieder aufrichten kann.&amp;quot; (Yaireva patanam dravyaih siddhih taireva.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier tritt der Kernpunkt der ganzen Sache hinsichtlich des Tantra zutage, welche ihn deutlich von allen anderen religiösen Praktiken und Sadhana-Formen abgrenzt. Warum diese Praxis schwierig und sogar gefährlich ist, wird durch die Art der Glaubenslehre offensichtlich, obwohl man wohl einräumen muss, dass der Glaubenssatz vielleicht etwas sehr rational verfasst ist und  auf Tiefenpsychologie der menschlichen Natur basiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stufen des Tantra===&lt;br /&gt;
Die Tantra Lehrer wissen, dass es große Schwierigkeiten gibt, wenn es darum geht, sich diese Lehrsätze einzuprägen und zu praktizieren. Insofern wird die Kunst des Sadhana auf diesem Pfad als gestaffelte Aufwärtsbewegung während der verschiedenen Stufen des Aufstiegs betrachtet. Indem man zu einem Zustand aufsteigt, wo eben jenes Verhältnis zwische Subjekt und Objekt transzendiert oder überwunden wird, erreicht man unterschiedliche Stufen von Erkenntnis und eine Loslösung des Subjekts von der Verstrickung des Objekts. &lt;br /&gt;
Diese festgesetzten Stufen lauten: Vedechara, Vaishnavachara, Saivachara, Dakshinachara, Vamachara, Siddhantachara und zuletzt Kaulachara.&lt;br /&gt;
Von diesen sieben aufgeführten Stufen sind die ersten drei für die niedrigere Kategorie der Sadhakas bestimmt, welche als Pasujiva (Personen, in welchen die tierische Natur vorherrschend ist) bekannt sind. Die nächsten zwei stehen für die Virajiva (Personen, in welchen der normale menschliche Instinkt vorherrscht) und die letzten zwei für die Divyajiva (Personen, in welchen das göttliche Element vorherrschend ist).&lt;br /&gt;
 Es wird geglaubt, dass die ersten drei Acharas besonders für Karma stehen. Bhakti und Jnana, der Veda, der für das Ritual steht, Vaishnava für die Hingabe und Saiva für das Wissen. Der vierte Achara, welcher Dakshina genannt wird, versucht die Ergebnisse zu bewahren, die durch das Praktizieren der ersten drei Stufen erreicht wurden. Bis zu dieser Ebene ist die Bewegung fast linear und praktisch gerade. Auf der nächsten Stufe des Vamachara aber gibt es einen seltsamen Unterschied des Blickwinkels, denn dieser Begriff&lt;br /&gt;
beinhaltet den Beginn der Rückwärts-Strömung der Seelen-Bewegung hin zur Realität. &amp;quot;Vama&amp;quot; bedeutet nicht &amp;quot;links&amp;quot;, wie die meisten Leute zu denken scheinen, sondern &amp;quot;Umkehr-Prozess&amp;quot;, Nivritti oder die Rückkehr - im Gegensatz zu Pravritti oder dem Vorwärts-Fließen mit der natürliche Strömung der Sinne. Hier liegt der Beginn der allergeheimsten Praxis oder des esoterischen Aspektes des Tantra Sadhana, wo Objekte der Anziehung, des Reizes, egal welcher Art sie sind, gerade als Instrumente und Werkzeuge betrachtet werden, nicht, damit sie abgelehnt, sondern damit sie integriert und zu einem Teil seines eigenen Seins gemacht werden. Die Absicht dabei ist aber, jenes Bewusstsein zu überwinden, dass sie außerhalb von einem selbst sind, als so eine Art gegenüberliegendes, entgegengesetztes Objekt oder irgendein äußerliches Etwas. Diese besondere Phase soll eigentlich auch nicht erklärt, sondern nur auf direktem Weg von einem Lehrmeister gelernt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Natur der Dinge===&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen werden Reichtum, Macht und Sex als die wohl&lt;br /&gt;
größten Hindernisse auf dem Weg zu spiritueller Vollkommenheit  betrachtet. Der Tantra jedoch versucht gerade diese sich nutzbar zu machen und zu überwinden, und zwar mit genau den Mitteln, mit welchen ein ungeübter Verstand sich ins Unheil stürzen würde.&lt;br /&gt;
Die Pasu, Vira und Divya Bhavas entsprechen den tierischen, menschlichen und göttlichen Naturen und ziehen die groben, die feinen und die göttlichen Aspekte der Dinge in Betracht, welchen man in seinem spirituellen Leben als Gegensätze begegnen muss. Das ist das verbotene Gebiet von Tantra Sadhana, der Bereich, welchen der wahrhaft Suchende nicht offenlegt, da der gemeine Mensch ihn nicht wissen, verstehen oder aus ihm Nutzen ziehen soll.&lt;br /&gt;
Jedes Objekt hat eine grobe, eine feine und eine göttliche Form, und jeder Sadhaka (Schüler) muss all diese Phasen durchlaufen. &lt;br /&gt;
Der Tantra beharrt darauf, dass keine Stufe oder Phase als Hindernis abgelehnt werden soll, sondern von jedem Individuum selbst genommen und durchschritten werden soll. Mann kann nur ein unbekanntes Ding, ein Objekt der Angst, nicht unter seine Kontrolle bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tantra sagt, dass die unreinen, häßlichen und unheiligen Dinge des Lebens eigentlich Dinge sind, die fälschlicherweise nicht in ihrem wirklichen Zusammenhang gesehen wurden, nicht von ihrer eigenen besonderen Position oder vom Standpunkt der Dinge selbst her. Sie sind weder gut noch schlecht, weder schön noch häßlich und weder heilig noch unheilig. Das alles sind nur Vorstellungen, die uns unser Verstand von einem speziellen Interessestandpunkt aus gibt. Unser Verstand sträubt sich dagegen, in Erwägung zu ziehen, dass es auch noch andere Interessen als seine eigenen geben könnte. Das Universum muss man von vielen Blickwinkeln aus sehen, nicht nur von einem. Vom Ersteren muss man zum Letzteren steigen, mit einer systematischen und progressiven Bewegung seines ganzen Seins durch den groben, den feinen und den göttlichen Aufbau der Dinge.&lt;br /&gt;
Am Anfang hat man Kontakt mit dem Objekt. Als nächstes denkt man es mit seinem Verstand bloß noch. Zuletzt visualisiert man es nur noch als einen Unruheherd oder Stress-Punkt in der Universellen Realität.&lt;br /&gt;
Die oben erwähnten Siddhantachara und Kaulachara vervollständigen den Prozess des Sadhana, wobei man in die wahre Natur der Dinge eintaucht und regelrecht übermenschlich wird. Die Aufgabe, welche die religiöse Praxis mit sich bringt, ist nicht die Ablehnung des Objektes oder des Dinges an sich, sondern die der Idee oder der Vorstellung, dass es, das Objekt, außerhalb von einem selbst sei. Die falsche Vorstellung weckt die Begierde, nicht das Objekt oder das Ding selbst. Die Verordnung ist hier in der Tat sehr subtil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritual===&lt;br /&gt;
Tantra Sadhana beinhaltet das Rezitieren von Mantras, die Ritualausführung mittels Yantras und die eigene Abstimmung mit einer speziellen Ebene der Realität, was eigentlich die spezifische  Bedeutung des Tantra ist. Während dieses Prozesses muss man viele kleine Details direkt von seinem Guru lernen. Die Entschlackung des Körpers, die Reinigung seines Geistes und Klärung seiner sozialen Beziehungen sind alles wichtige Vorbereitungen des Sadhana. Die übliche Shodasopachara-Puja oder die sechzehn-gliedrige Gebetszeremonie, welche für eine Gottheit abgehalten wird, sind auch geeignete Maßnahmen für all das, was man bewundert, schätzt und liebt. Durch solch einen Gottesdienst sucht man die Verbindung mit der Gottheit durch die Aufhebung der Trennung zwischen ihr und einem selbst. Die geheimnisvollen Prozesse, Nyasa (Anga-Nyasa und Kara-Nyasa) genannt, sind wiederum nach innen gerichtete Techniken, mittels derer man das Objekt in einem selbst und die Gottheit in seinem ureigenen Sein fühlt.&lt;br /&gt;
All das macht es mehr als deutlich, dass der Tantra Sadhana genauso höchst wissenschaftlich und präzise wie auch schwierig und gefährlich&lt;br /&gt;
ist. Dies ist seine Besonderheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
*[[Tantra Yoga]]&lt;br /&gt;
*[[Vijnana Bhairava Tantra]]&lt;br /&gt;
*[[Panchatantra]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p105_Kundalini-Tantra/ &#039;&#039;Kundalini Tantra&#039;&#039; von Swami Satyananda]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p106_Tantra-und-Yoga-Panorama/ &#039;&#039;Tantra und Yoga Panorama&#039;&#039; von Swami Satyananda]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/tantra/ Tantra Yoga]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/art_tantra_agama.html &amp;quot;Tantra&amp;quot; aus &#039;&#039;Göttliche Erkenntnis&#039;&#039; von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/YogaundSexualitaet.html Yoga und Sexualität von Sukadev]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/kundalini-yoga/literatur-buecher-kundalini-yoga/ Literatur Bücher Kundalini Yoga]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/seminar/meditationen-aus-dem-tantra-b130823-5/ Meditationen aus dem Tantra]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminarhaus-shanti/veranstaltungen/kalender-2013/yogini-tantra/ Yogini Tantra]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos==&lt;br /&gt;
===Atma Kriya Yoga mit Rishi Tulsidasananda===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|uQaVFLZnGVw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Erfahrung des subjektiven Bewusstseins im Yoga und in der östlichen Meditation===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|zoXRuC3RQTE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Entdeckung der Kundalini mit Sigmund Feuerabendt===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|kIhgXHWQoCw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weißer Tantra mit Simram Kaur===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|jTn_1dUD9tE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was ist das Besondere an Tantra Meditationstechniken - Interview mit Dr. Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|QFR_u_Zdwhg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ajapa Japa - Tantra Meditation mit Soham===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|F40CZ5h0Ahk}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ajapa Japa - Tantra Meditation Technique===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|3LpnJk47SmA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kaya Sthairyam Tantra Meditation mit Dr. Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|5N2qB99YkFs}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Tantra Meditation - mit Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|HrvueDbn8HY}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Multimedia==&lt;br /&gt;
===Kundalini Yoga: Tantra===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/39_Kundalini-Yoga-Teil_2_Tantra.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Ewige und das Vergängliche – Shiva-Shakti 1===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Das_Ewige_und_das_Vergaengliche_Shiva-Shakti-1.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sei verhaftungslos und … Shiva-Shakti 2===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Glueck-ist-im-inneren.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Setze dich durch – und gebe nach – Shiva-Shakti 3===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Sonne-Mond-im-Alltag.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tantra]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kundalini Yoga]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Chakra]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga Vidya Journal]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Tantra&amp;diff=119968</id>
		<title>Tantra</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Tantra&amp;diff=119968"/>
		<updated>2014-07-06T08:00:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: /* Tantra Yoga, Nada Yoga and Kriya Yoga - Erläuterungen von Swami Krishnananda */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Tantra&#039;&#039;&#039; ([[Sanskrit]]: तन्त्र tantra &#039;&#039;n.&#039;&#039;) Webstuhl; Gewebe, Kontinuum, Zusammenhang; Lehrwerk, Lehre; eine Klasse von Werken, die ursprünglich streng geheim gehaltene (esoterische) Inhalte lehrten und sich hauptsächlich mit [[Mystik]], [[Magie]] und Techniken zur [[Selbsterkenntnis]] und Erlösung ([[Moksha]] aus dem Kreislauf der Wiedergeburt, [[Samsara]]) beschäftigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:kundalini_chakras.jpg|thumb|Die Chakras - Energiezentren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herkunft==&lt;br /&gt;
Das Wort &amp;quot;Tantra&amp;quot; wird von der Sanskritwurzel &amp;quot;tan&amp;quot; (&amp;quot;ausdehnen, spannen&amp;quot;) abgeleitet. Die Ursprünge des Tantra als soteriologische (zur Erlösung hinführende) Systeme liegen etwa im 2. Jahrhundert, in seinen heute bekannten Ausprägungen wird es seit dem 7. oder 8. Jahrhundert weitergegeben. Aus der tantrischen Tradition stammt unter anderem die Lehre von den sieben [[Chakra]]s. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Traditionelle Richtungen==&lt;br /&gt;
Im wesentlichen gibt es in [[Indien]] drei Hauptrichtungen des Tantra, wozu noch die Form des tibetischen tantrischen [[Buddhismus]] ([[Vajrayana]]) kommt, der auch in [[Nepal]] praktiziert wird:&lt;br /&gt;
*1. [[Vaishnavacara]] (&#039;&#039;vaiṣṇavācāra&#039;&#039;): Hier werden die Formen des [[Gott]]es [[Vishnu]] als höchstes Prinzip verehrt.&lt;br /&gt;
*2. [[Shaivacara]] (&#039;&#039;śaivācāra&#039;&#039;): Hier werden die Formen des Gottes [[Shiva]] als höchstes Prinzip verehrt.&lt;br /&gt;
*3. [[Shaktacara]] (&#039;&#039;śāktācāra&#039;&#039;): hier werden die Formen der Göttin ([[Shakti]]) als höchstes Prinzip verehrt. Die als [[Shakta]] bekannten [[Tantriker]] folgen ihrerseits einem der beiden folgenden Wege bzw. Lebenswandel ([[Acara]]): entweder dem &amp;quot;Weg der rechten Hand&amp;quot; ([[Dakshinacara]] &#039;&#039;dakṣiṇācāra&#039;&#039;), in dem keine sexuellen Praktiken ausgeübt, wenn überhaupt imaginiert werden, oder dem &amp;quot;Weg der linken Hand&amp;quot; ([[Vamacara]] &#039;&#039;vāmācāra&#039;&#039;), der auch sexuelle Praktiken in das [[Ritual]] integriert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|mgLlp-CJsX4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra im Yoga==&lt;br /&gt;
Tantra als Teil der [[Yoga|yogischen]] Tradition und beruht auf der Shiva-Shakti-Philosophie. [[Shiva]] repräsentiert das Unveränderliche, das Unbewegte, das absolute [[Bewusstsein]], im [[Vedanta]] &amp;quot;[[Brahman]]&amp;quot; genannt. [[Shakti]] repräsentiert die schöpferische [[Energie]], welche das Universum in sechs Schritten in Analogie der sechs [[Chakra]]s (unterhalb des [[Sahasrara]] Chakras, der Sitz von Shiva), geschaffen hat. Ursprünglich sind Shiva und Shakti eins. Durch eine erste Schwingung, &amp;quot;[[Spandana]]&amp;quot; („Spaltung“), trennt sich Shakti von Shiva und schafft erst die zwei [[Kausalwelt]]en, dann die drei [[Astralwelt]]en und schließlich die physische [[Welt]]. Zyklisch vereinigen sich Shiva und Shakti wieder (Auflösung), bleiben zusammen ([[Pralaya]], kosmische Nacht) und trennen sich wieder (Schöpfung). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In jedem Teil des Kosmos sind Shiva und Shakti. Im Menschen manifestiert sich Shiva als reines Bewusstsein, als [[Satchidananda]]. Shakti manifestiert sich als die drei Körper mit den fünf Hüllen. Solange Shakti von Shiva getrennt ist, ist der Mensch unzufrieden. Im Laufe der individuellen [[Evolution]] über viele [[Leben]] hinweg erwacht die [[Kundalini]] (Shakti im Menschen) und vereinigt die individuelle [[Seele]] wieder mit der kosmischen Seele. [[Kundalini Yoga]] ist die Wissenschaft der Beschleunigung dieses natürlichen Evolutionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Drei Formen des Tantra==&lt;br /&gt;
Es gibt außerdem eine weitere, modernere Einteilung in drei [[Yoga Arten|Arten]] von Tantra: weißes, rotes und schwarzes Tantra. Rotes Tantra sind die sexuellen Praktiken, schwarzes Tantra sind die magischen und schwarzmagischen Praktiken zur egoistischen [[Manipulation]] von Energien und [[Geister]]n für selbstsüchtige Zwecke. Weißes Tantra sind die Praktiken zur Reinigung des [[Astralkörper]]s und zur Erweckung der [[Kundalini]] ohne selbstsüchtige Motive und werden daher [[Kundalini Yoga]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra und [[Schamanismus]] – Energien im Fluss==&lt;br /&gt;
Interview mit Maharani Fritsch de Navarrete, erschienen im Yoga Vidya Journal Nr. 27, Herbst 2013&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlässlich des Yoga Kongress 2012&lt;br /&gt;
‚[[Chakra]], Tantra, [[Kundalini]]‘ haben&lt;br /&gt;
wir mit Maharani Fritsch de&lt;br /&gt;
Navarrete gesprochen. Als Yogini&lt;br /&gt;
und Schamanin mit westlicher&lt;br /&gt;
psychologischer Ausbildung schlägt&lt;br /&gt;
sie energetische Brücken zwischen&lt;br /&gt;
Amazonien und Indien. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich durfte in meinem Workshop wunderbare Zusammenhänge&lt;br /&gt;
zwischen Yoga, Tantra und Schamanismus herstellen und diese&lt;br /&gt;
hoffentlich nicht nur durch den informativen Part, sondern&lt;br /&gt;
auch vor allem durch den rituellen Teil zum Ausdruck bringen.&lt;br /&gt;
Diese alten holistischen Systeme sind nur scheinbar voneinander&lt;br /&gt;
getrennt- in allen geht es um [[Heilung]], Heil-Werden,&lt;br /&gt;
Ganz-Werden, Heilig-Werden, Verbunden-Sein. Ich bin immer&lt;br /&gt;
sehr glücklich, wenn ich auf die Brücken hinweisen darf, auf&lt;br /&gt;
die Ur-Quelle und die Ur-Verbindung. Höheres [[Sein]] bedeutet&lt;br /&gt;
immer ein höheres Verbundensein. Für [[Yogi]]s, für Tantriker, für&lt;br /&gt;
[[Schamane]]n, für Bewusste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|3Cn4X_2ODM0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Nach so vielen Jahren spiritueller Praxis verschiedenster Traditionen, als Yogalehrerin und Schamanin - siehst du Verbindungen zwischen Tantra und Schamanismus und wenn ja, welcher Art?====&lt;br /&gt;
Für den Schamanen geht die kosmische Evolution vom&lt;br /&gt;
Schamanismus (Ur-Form des spirituellen Ausdrucks) über den&lt;br /&gt;
[[Hinduismus]] zum [[Buddhismus]]. Tantra und Schamanismus decken&lt;br /&gt;
sich dermaßen, dass sie fast identisch sind in der Vorstellung,&lt;br /&gt;
dass männlich und weiblich oder auch das Spiel der&lt;br /&gt;
Gegensätze die Grundlage aller Prozesse im Universum sind.&lt;br /&gt;
Vor allem in Nepal, wo ich - neben Peru - auch meine Lehrer&lt;br /&gt;
habe, ist dies sehr gut sichtbar. Dort fließen Yoga, Tantrismus&lt;br /&gt;
und Schamanismus permanent zusammen und sind nur&lt;br /&gt;
schwer voneinander zu trennen. Ein Yogi gilt als [[Shivait]], was&lt;br /&gt;
mit Tantriker gleichgesetzt wird, und ein Tantriker ist in diesem&lt;br /&gt;
Kontext auch ein Schamane. Zum Beispiel schamanische Elementenverehrung,&lt;br /&gt;
also Naturrituale, verfeinerten sich nach&lt;br /&gt;
und nach in der [[Veden|vedisch]]en Zeit zum [[Havan]]/[[Agni Hotra]], [[Puja]]&lt;br /&gt;
und [[Yajna]] (Feuer- und andere Rituale). [[Shiva]] selbst ist ja der&lt;br /&gt;
Urahne der Schamanen als [[Pashupati]], Herr der Tiere, als [[Shankar]]&lt;br /&gt;
und [[Bhairava]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig ist er der Ur-Tantriker und Ur-[[Asket]] als [[Mahadev]],&lt;br /&gt;
[[Mahesvar]] und [[Yogeshwara]], der [[Vater]] des [[Yoga]]. Er zieht einsam,&lt;br /&gt;
mit [[Asche]] beschmiert, auf seiner [[Damaru]] trommelnd,&lt;br /&gt;
durch die Wälder und hält sich auch an den [[Ghat]]s, den Verbrennungsstätten&lt;br /&gt;
(Orte der Transformation), auf. Gleichzeitig&lt;br /&gt;
meditiert er als [[Sadashiva]] über das Höchste und als [[Nataraj]]&lt;br /&gt;
tanzt er das Spiel der [[Gegensätze]] und [[Transformation]].&lt;br /&gt;
Der Name Shaman bedeutet ja: „der, der wirklich sieht”.&lt;br /&gt;
Ein [[Drsthi]] also, ein [[Seher]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wer kann besser sehen, als der dreiäugige Shiva? [[Yoga]]-&lt;br /&gt;
[[Asana]]s entsprangen der Nachahmung der Natur und viele&lt;br /&gt;
haben Tier- oder Pflanzennamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Gemeinsamkeiten gibt es im Verständnis, dass alles&lt;br /&gt;
miteinander verbunden ist, dass wir vom Energieuniversum&lt;br /&gt;
umgeben sind, das heißt, dass Schwingung die Grundlage der&lt;br /&gt;
grobstofflichen Manifestation ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Gibt es dann in der schamanischen Energiemedizin auch eine Art von Kundalini-Erfahrung?====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich! Im nepalesischen, aber auch im peruvianischen&lt;br /&gt;
(dort gibt es mehrere Schulen) Schamanismus sind Energieerfahrungen die tägliche Praxis-Erfahrung. [[Mahakali]]&lt;br /&gt;
([[Indien]] und [[Nepal]]) und Pachamama (Peru,&lt;br /&gt;
Bolivien, Ecuador) ist die Urquelle der schöpferischen&lt;br /&gt;
[[Kundalini]]-[[Shakti]].&lt;br /&gt;
Das Erwachen im schamanisch-tantrischen [[Sinn]]e&lt;br /&gt;
ist die konstante Rückverbindung mit dieser&lt;br /&gt;
[[Kraft]], die allen Phänomenen zugrunde liegt. Bei&lt;br /&gt;
meinen ersten Peru-Reisen staunte ich nicht&lt;br /&gt;
schlecht, als ich entdeckte, dass das Energiesystem&lt;br /&gt;
der Schamanen und die Vorstellung vom&lt;br /&gt;
Energieuniversum und Energiemedizin sich mit&lt;br /&gt;
dem Kundalini Yoga deckt bzw. ihm sehr, sehr&lt;br /&gt;
ähnelt. Natürlich werden andere Termini benutzt,&lt;br /&gt;
für die Inka-Schamanen sind die Chakras&lt;br /&gt;
Nawis oder Ojos de cinturon, also „Augen”, das&lt;br /&gt;
Aufsteigen von Kundalini heißt el kawsay und sushumna&lt;br /&gt;
Nadi heißt kurku. Statt Sahasrara haben&lt;br /&gt;
wir Uma oder Pujuy... etc. Aber die Phänomene sind&lt;br /&gt;
exakt die gleichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Du hast den Workshop ‚Schamanische Energiemedizin für das neue Zeitalter gehalten’, was sind die Kennzeichen des neuen Zeitalters aus deiner Sicht und wie kann man sich energetisch darauf vorbereiten?====&lt;br /&gt;
Für die Schamanen ist die Periode momentan eine besondere&lt;br /&gt;
Zeit, vor allem im Inka Schamanismus - diese Zeit wird Pachakutec&lt;br /&gt;
(Wandel) genannt. Aber: es gibt keinen [[Messias|Erlöser]], keinen&lt;br /&gt;
Heiland von außen, keinen Zauberstab, der dich rettet… Für&lt;br /&gt;
die Schamanen, für bewusste Spiritualisten ist die Zukunft&lt;br /&gt;
jetzt schon da! Der erwartete Pachakuti-Inka, der letzte König&lt;br /&gt;
ist kein erlösender [[Avatar]], sondern vielmehr eine besondere&lt;br /&gt;
[[Schwingung]] zum Empfangen hochfrequenter spiritueller Energie.&lt;br /&gt;
Das [[Bewusstsein]] ist entscheidend und dein eigenes JA zur&lt;br /&gt;
Heilung auf allen Ebenen- das ist die Absichtserklärung an&lt;br /&gt;
das Universum. Es geschieht momentan, dass mir in meinen&lt;br /&gt;
Kursen und Ausbildungen immer mehr Menschen begegnen,&lt;br /&gt;
die an der [[Heilung]] aus der ersten [[Hand]] interessiert sind, nicht&lt;br /&gt;
an den [[Dogmen]] alter schulmedizinischer Systeme... Und immer&lt;br /&gt;
mehr Menschen machen die reale Erfahrung, dass dein innerer&lt;br /&gt;
Heiler nur darauf wartet, wieder aktiviert zu werden! Für bewusste&lt;br /&gt;
Yogis, Tantriker, Schamanen, Spiritualisten ist dies eine&lt;br /&gt;
Zeitqualität des Umschwungs. Mein Meister in Peru sagte einmal&lt;br /&gt;
so schön: „Diese Zeit ist eine Entwicklungshilfe.”...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra Yoga, Nada Yoga and Kriya Yoga - Erläuterungen von Swami Krishnananda==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Einleitung von [[Swami]] [[Krishnananda]] zu Swami [[Sivananda]]s Buch „Tantra Yoga, Nada Yoga and Kriya Yoga“ der [http://www.sivanandaonline.org/public_html/ Divine Life Society], 5. Auflage, 2000, Shivanandanagar, S. VII - XII., ISBN 81-7052-042-8&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Tantra===&lt;br /&gt;
Das System, welches Tantra genannt wird, wurde schon von jeher als esoterischer Geheimpfad der spirituellen [[Praxis]] betrachtet und war nicht jedem Ungeübten oder dem gemeinen Volk zugänglich. Das [[Geheimnis]] dieser Praxis scheint aus einem ungewöhnlichen Weltentwurf zu bestehen, der dem Suchenden abverlangt, die Dinge auf eine vollständig andere Art zu interpretieren und zu bewerten und der von der normalen, gewohnten Betrachtungsweise der Dinge abweicht. Die Tantra-[[Lehrer]] sagen, dass ein Suchender auf diesem [[Pfad]] der sozialen und sogar menschlichen Sichtweise entwachsen und eine übermenschliche und göttliche Sicht der Dinge entwickeln muss. Da dies jedoch vom gemeinen Menschen dieser [[Welt]] zuviel abverlangen würde, soll der Tantra auch ein verschlossenes Geheimnis sein und bleiben, dessen Türen nur mit dem Schlüssel geöffnet werden können, den allein ein befähigter [[Guru]] zur Verfügung stellt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Philosophie===&lt;br /&gt;
Die [[Philosophie]] von Tantra basiert auf dem Konzept der Doppelnatur aller Dinge. Nichts ist einzeln, sondern alles ist bipolar oder doppelpolig. Die sogenannte [[Einheit]] der Dinge ist nur eine Erscheinungsform, welche von dem besonderen Verhalten des Zusammentritts zweier Kräfte, nämlich [[Shiva]] und [[Shakti]] angenommen wird, man könnte auch sagen, der positiven und negativen Pole. Um diese mystische Konzeption des [[Universum]]s verstehen zu können, möchten wir auf die traditionellen Lehrsätze der [[Purana]]s verweisen, [[Manusmriti]] und [[Mahabharata]], die besagen, dass es im Anbeginne eine universelle Einzelzelle gegeben hat, die schon immer da war, bekannt als [[Brahmanda]], und die sich dann zweiteilte. Der eine Teil wurde zum Kosmischen [[Mann]] und der andere zur Kosmischen [[Frau]]. Wenn wir wollen, können wir diese Teile auch Shiva und Shakti nennen. Selbst unsere modernen [[Naturwissenschaft]]en scheinen diese Sichtweise zu bestätigen, wenn sie sagen, dass das Universum im Anfang ein einzelnes Atom war, welches sich zuerst zweiteilte und sich dann in die Vielfalt der gegenwärtigen [[Form]]en des Universums aufspaltete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da diese zwei Teile und ihre darauffolgenden Unterteilungen eigentlich zu einem gesamten Ganzen gehören, gibt es eine natürliche Anziehungkraft, die von einem Teil zum anderen Teil ausgeübt wird. Es gibt also eine beidseitige Zugkraft zwischen den positiven und negativen Polen auf der kosmischen Ebene sowie auf der ihrer niedrigeren vielfältigen Abstammungsformen, sogar hinunter bis zum Atom. Wir wissen heute, dass auch das Atom in einer bipolaren Struktur aufgebaut ist, mit dem Nukleus im Zentrum und den Elektronen, die ihn in absolut rätselhafter Weise umkreisen. Die [[Reaktion]] der zwei verschiedenen Teile eines jeden einzelnen [[Organismus]] scheint eine doppelte Auffassung von [[Bewusstsein]] gegenüber Einheit und [[Zweiheit]] zur selben Zeit zu sein. Es kann keine [[Anziehung]] zwischen dem Positiven und Negativen geben, solange sie nicht zwei Pole formen und nicht nur ein einzelnes Etwas. Dennoch kann es andererseits ohne eine grundlegende Einheit, die in und zwischen ihnen wirkt, gar nicht diese Anziehung geben, wenn es zwei vollkommen verschiedene Dinge sind. Das ist also das Geheimnisvolle, das Mysterium und auch die Schwierigkeit, jenes [[Phänomen]] zu verstehen, welches als Anziehung bekannt ist und gewöhnlich in der Gemeinsprache [[Liebe]] oder [[Zuneigung]] genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bipolarität===&lt;br /&gt;
Das Konzept von Shiva und Shakti repräsentiert also in seiner höchsten Essenz diese Oberste Kosmische [[Dualität]]. Man kann sich vornehmlich vorstellen, dass dort nur Anziehung und Liebe zusammenwirken, so dass Shiva und Shakti als untrennbare Aspekte einer einheitlichen [[Realität]] zu betrachten sind, welche manchmal auch [[Ardhanareesvara]], der kosmische [[Androgyn]], genannt wird. Auf den niedrigeren Ebenen jedoch wirkt das Prinzip der [[Abstoßung]], was bedeutet, dass [[Abneigung]] mit Zuneigung zusammengeht, so wie auch Liebe mit [[Hass]]. Dort nimmt die bipolare Einheit eine Vielfalt an Form an, so dass ein bipolares Element nicht die Beeinflussung oder manchmal sogar nicht einmal die bloße Gegenwart solch eines anderen bipolaren Elementes tolerieren kann - aus [[Angst]] davor, seine isolierte, sich selbst bewusste bipolare Hälfte und dadurch seine Einheit zu verlieren. Dieses subtile Zusammenspiel kann in seiner groberen Art offenkundig werden, wenn z. B. eine Familiengruppe Schwierigkeiten hat, eine andere anzuerkennen und ihr die gleiche Liebe zu schenken wie der eigenen. Auf dieser Ebene können sich dann eine Gesellschaft, eine soziale Schicht und sogar eine bipolare Einzelperson nicht ohne einigen Argwohn und gewisse Vorbehalte gegenübertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Lehrsätzen oder dem Tantra nach ist die Ursache allen [[Leid]]s im [[Leben]] die bipolare [[Existenz]], diese in zwei geteilte Einheit, weil nicht eine duale Existenz in jeder ihr gegebenen Form die [[Wahrheit]] der Dinge ist, sondern das Eins-Sein. Da die zweifache Form allen Lebens in gewisser Hinsicht eine unnatürliche Art des Lebens darstellt, gibt es immer einen ambivalenten Standpunkt zwischen dem einen und dem anderen Pol von [[Mögen]] und [[Nicht-Mögen]], zu ein und derselben Zeit.&lt;br /&gt;
So wird Liebe niedergehalten, wenn Hass überwiegt und Hass unterdrückt, wenn Liebe die Oberhand behält. Fakt dabei ist jedoch, dass immer beide dieser Haltungen in einem Individuum versteckt sind, aber nur einer dieser Aspekte zum Vorschein kommt, wenn oder wie die Situation es gerade erfordert. Anstelle der Zweiheit wieder die Einheit zu bekommen, das ist der Vorgang im Tantra [[Sadhana]] - wobei dies jedoch die Zielsetzung eines jeden Sadhanas ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Unterschied===&lt;br /&gt;
Was ist also das Besondere am Tantra, und wodurch unterscheidet er sich von anderen Sadhanas, um dieses Ziel zu ereichen?&lt;br /&gt;
Der Unterschied ist sehr subtil und nicht leicht wahrzunehmen. In jeder Form religiöser Praxis gibt es meistens asketische Vorschriften für die Geisteshaltung des Praktizierenden. Das Äußere solle dem Inneren  und das Materielle dem Spirituellen zuliebe abgelehnt werden. Jegliches Verlangen solle als schädliches Hindernis für den Sadhana   &lt;br /&gt;
unterbunden und alle Lebensfreude als Übel betrachtet werden, welches so früh wie möglich ausgemerzt werden muss. Nun, im Tantra sind die Dinge der Welt, die materiellen Formen der Wahrnehmung, nicht wirklich Hindernisse, und ein Verlangen nach ihnen kann nicht dadurch besiegt werden, dass man das Verlangen an sich ablehnt. Alles in dieser Welt, und sogar die ganze Welt selbst, befindet sich in einem Übergang von der Unvollkommenheit hin zur Vollkommenheit. Das Sichtbare ist ein Weg hin zum Unsichtbaren und nicht sein Hindernis. Menschliches Begehren erwächst gerade wegen jener unintelligenten Auffassung, die der Mensch gegenüber dieser Lust entwickelt hat. Er hat sozusagen Lust-Angst, seitdem ihm erzählt worden ist, dass jegliche Begierde schlecht ist und alle äußeren Dinge nur zu Knechtschaft führen.&lt;br /&gt;
Der Tantra sagt, dass das äußere Ding, das Objekt, kein fesselnder Zwang ist, allein schon wegen der Tatsache, dass das Objekt untrennbar mit dem Subjekt verbunden ist. Das Objekt ist der andere Pol des Subjekts, der Komplementär-Pol sozusagen. Beide Pole ergänzen sich gegenseitig. Jegliche Erfahrung steht in einer Subjekt-Objekt Relation, und deshalb kann auch niemand nur im Geringsten daran denken, das Objekt der Begierde bewusst zu überwinden, ausgenommen, er hat vorher eine Beziehung zu dem Objekt hergestellt. Daher bedeutet die Überwindung des Objekts für uns immer wieder, in einen Teufelskreis einzutreten. Es gibt trotz aller Anstrengungen keine Möglichkeit, das Objekt loszuwerden, da schon im Bewusstsein die Gegenwart des Objekts da ist. Daher kommt also der großartige Tantra-Spruch, dass Begierde nur durch Begierde überwunden werden kann, genauso wie das Objekt nur vom Objekt bezwungen werden kann. Auch wird im Tantra gesagt, der andere Aspekt dieses Prinzips sei, &amp;quot;dass man sich durch das, wodurch man fällt, auch wieder aufrichten kann.&amp;quot; (Yaireva patanam dravyaih siddhih taireva.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier tritt der Kernpunkt der ganzen Sache hinsichtlich des Tantra zutage, welche ihn deutlich von allen anderen religiösen Praktiken und Sadhana-Formen abgrenzt. Warum diese Praxis schwierig und sogar gefährlich ist, wird durch die Art der Glaubenslehre offensichtlich, obwohl man wohl einräumen muss, dass der Glaubenssatz vielleicht etwas sehr rational verfasst ist und  auf Tiefenpsychologie der menschlichen Natur basiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stufen des Tantra===&lt;br /&gt;
Die Tantra Lehrer wissen, dass es große Schwierigkeiten gibt, wenn es darum geht, sich diese Lehrsätze einzuprägen und zu praktizieren. Insofern wird die Kunst des Sadhana auf diesem Pfad als gestaffelte Aufwärtsbewegung während der verschiedenen Stufen des Aufstiegs betrachtet. Indem man zu einem Zustand aufsteigt, wo eben jenes Verhältnis zwische Subjekt und Objekt transzendiert oder überwunden wird, erreicht man unterschiedliche Stufen von Erkenntnis und eine Loslösung des Subjekts von der Verstrickung des Objekts. &lt;br /&gt;
Diese festgesetzten Stufen lauten: Vedechara, Vaishnavachara, Saivachara, Dakshinachara, Vamachara, Siddhantachara und zuletzt Kaulachara.&lt;br /&gt;
Von diesen sieben aufgeführten Stufen sind die ersten drei für die niedrigere Kategorie der Sadhakas bestimmt, welche als Pasujiva (Personen, in welchen die tierische Natur vorherrschend ist) bekannt sind. Die nächsten zwei stehen für die Virajiva (Personen, in welchen der normale menschliche Instinkt vorherrscht) und die letzten zwei für die Divyajiva (Personen, in welchen das göttliche Element vorherrschend ist).&lt;br /&gt;
 Es wird geglaubt, dass die ersten drei Acharas besonders für Karma stehen. Bhakti und Jnana, der Veda, der für das Ritual steht, Vaishnava für die Hingabe und Saiva für das Wissen. Der vierte Achara, welcher Dakshina genannt wird, versucht die Ergebnisse zu bewahren, die durch das Praktizieren der ersten drei Stufen erreicht wurden. Bis zu dieser Ebene ist die Bewegung fast linear und praktisch gerade. Auf der nächsten Stufe des Vamachara aber gibt es einen seltsamen Unterschied des Blickwinkels, denn dieser Begriff&lt;br /&gt;
beinhaltet den Beginn der Rückwärts-Strömung der Seelen-Bewegung hin zur Realität. &amp;quot;Vama&amp;quot; bedeutet nicht &amp;quot;links&amp;quot;, wie die meisten Leute zu denken scheinen, sondern &amp;quot;Umkehr-Prozess&amp;quot;, Nivritti oder die Rückkehr - im Gegensatz zu Pravritti oder dem Vorwärts-Fließen mit der natürliche Strömung der Sinne. Hier liegt der Beginn der allergeheimsten Praxis oder des esoterischen Aspektes des Tantra Sadhana, wo Objekte der Anziehung, des Reizes, egal welcher Art sie sind, gerade als Instrumente und Werkzeuge betrachtet werden, nicht, damit sie abgelehnt, sondern damit sie integriert und zu einem Teil seines eigenen Seins gemacht werden. Die Absicht dabei ist aber, jenes Bewusstsein zu überwinden, dass sie außerhalb von einem selbst sind, als so eine Art gegenüberliegendes, entgegengesetztes Objekt oder irgendein äußerliches Etwas. Diese besondere Phase soll eigentlich auch nicht erklärt, sondern nur auf direktem Weg von einem Lehrmeister gelernt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Natur der Dinge===&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen werden Reichtum, Macht und Sex als die wohl&lt;br /&gt;
größten Hindernisse auf dem Weg zu spiritueller Vollkommenheit  betrachtet. Der Tantra jedoch versucht gerade diese sich nutzbar zu machen und zu überwinden, und zwar mit genau den Mitteln, mit welchen ein ungeübter Verstand sich ins Unheil stürzen würde.&lt;br /&gt;
Die Pasu, Vira und Divya Bhavas entsprechen den tierischen, menschlichen und göttlichen Naturen und ziehen die groben, die feinen und die göttlichen Aspekte der Dinge in Betracht, welchen man in seinem spirituellen Leben als Gegensätze begegnen muss. Das ist das verbotene Gebiet von Tantra Sadhana, der Bereich, welchen der wahrhaft Suchende nicht offenlegt, da der gemeine Mensch ihn nicht wissen, verstehen oder aus ihm Nutzen ziehen soll.&lt;br /&gt;
Jedes Objekt hat eine grobe, eine feine und eine göttliche Form, und jeder Sadhaka (Schüler) muss all diese Phasen durchlaufen. &lt;br /&gt;
Der Tantra beharrt darauf, dass keine Stufe oder Phase als Hindernis abgelehnt werden soll, sondern von jedem Individuum selbst genommen und durchschritten werden soll. Mann kann nur ein unbekanntes Ding, ein Objekt der Angst, nicht unter seine Kontrolle bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tantra sagt, dass die unreinen, häßlichen und unheiligen Dinge des Lebens eigentlich Dinge sind, die fälschlicherweise nicht in ihrem wirklichen Zusammenhang gesehen wurden, nicht von ihrer eigenen besonderen Position oder vom Standpunkt der Dinge selbst her. Sie sind weder gut noch schlecht, weder schön noch häßlich und weder heilig noch unheilig. Das alles sind nur Vorstellungen, die uns unser Verstand von einem speziellen Interessestandpunkt aus gibt. Unser Verstand sträubt sich dagegen, in Erwägung zu ziehen, dass es auch noch andere Interessen als seine eigenen geben könnte. Das Universum muss man von vielen Blickwinkeln aus sehen, nicht nur von einem. Vom Ersteren muss man zum Letzteren steigen, mit einer systematischen und progressiven Bewegung seines ganzen Seins durch den groben, den feinen und den göttlichen Aufbau der Dinge.&lt;br /&gt;
Am Anfang hat man Kontakt mit dem Objekt. Als nächstes denkt man es mit seinem Verstand bloß noch. Zuletzt visualisiert man es nur noch als einen Unruheherd oder Stress-Punkt in der Universellen Realität.&lt;br /&gt;
Die oben erwähnten Siddhantachara und Kaulachara vervollständigen den Prozess des Sadhana, wobei man in die wahre Natur der Dinge eintaucht und regelrecht übermenschlich wird. Die Aufgabe, welche die religiöse Praxis mit sich bringt, ist nicht die Ablehnung des Objektes oder des Dinges an sich, sondern die der Idee oder der Vorstellung, dass es, das Objekt, außerhalb von einem selbst sei. Die falsche Vorstellung weckt die Begierde, nicht das Objekt oder das Ding selbst. Die Verordnung ist hier in der Tat sehr subtil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritual===&lt;br /&gt;
Tantra Sadhana beinhaltet das Rezitieren von Mantras, die Ritualausführung mittels Yantras und die eigene Abstimmung mit einer speziellen Ebene der Realität, was eigentlich die spezifische  Bedeutung des Tantra ist. Während dieses Prozesses muss man viele kleine Details direkt von seinem Guru lernen. Die Entschlackung des Körpers, die Reinigung seines Geistes und Klärung seiner sozialen Beziehungen sind alles wichtige Vorbereitungen des Sadhana. Die übliche Shodasopachara-Puja oder die sechzehn-gliedrige Gebetszeremonie, welche für eine Gottheit abgehalten wird, sind auch geeignete Maßnahmen für all das, was man bewundert, schätzt und liebt. Durch solch einen Gottesdienst sucht man die Verbindung mit der Gottheit durch die Aufhebung der Trennung zwischen ihr und einem selbst. Die geheimnisvollen Prozesse, Nyasa (Anga-Nyasa und Kara-Nyasa) genannt, sind wiederum nach innen gerichtete Techniken, mittels derer man das Objekt in einem selbst und die Gottheit in seinem ureigenen Sein fühlt.&lt;br /&gt;
All das macht es mehr als deutlich, dass der Tantra Sadhana genauso höchst wissenschaftlich und präzise wie auch schwierig und gefährlich&lt;br /&gt;
ist. Dies ist seine Besonderheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
*[[Tantra Yoga]]&lt;br /&gt;
*[[Vijnana Bhairava Tantra]]&lt;br /&gt;
*[[Panchatantra]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p105_Kundalini-Tantra/ &#039;&#039;Kundalini Tantra&#039;&#039; von Swami Satyananda]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p106_Tantra-und-Yoga-Panorama/ &#039;&#039;Tantra und Yoga Panorama&#039;&#039; von Swami Satyananda]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/tantra/ Tantra Yoga]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/art_tantra_agama.html &amp;quot;Tantra&amp;quot; aus &#039;&#039;Göttliche Erkenntnis&#039;&#039; von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/YogaundSexualitaet.html Yoga und Sexualität von Sukadev]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/kundalini-yoga/literatur-buecher-kundalini-yoga/ Literatur Bücher Kundalini Yoga]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/seminar/meditationen-aus-dem-tantra-b130823-5/ Meditationen aus dem Tantra]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminarhaus-shanti/veranstaltungen/kalender-2013/yogini-tantra/ Yogini Tantra]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos==&lt;br /&gt;
===Atma Kriya Yoga mit Rishi Tulsidasananda===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|uQaVFLZnGVw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Erfahrung des subjektiven Bewusstseins im Yoga und in der östlichen Meditation===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|zoXRuC3RQTE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Entdeckung der Kundalini mit Sigmund Feuerabendt===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|kIhgXHWQoCw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weißer Tantra mit Simram Kaur===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|jTn_1dUD9tE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was ist das Besondere an Tantra Meditationstechniken - Interview mit Dr. Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|QFR_u_Zdwhg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ajapa Japa - Tantra Meditation mit Soham===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|F40CZ5h0Ahk}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ajapa Japa - Tantra Meditation Technique===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|3LpnJk47SmA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kaya Sthairyam Tantra Meditation mit Dr. Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|5N2qB99YkFs}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Tantra Meditation - mit Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|HrvueDbn8HY}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Multimedia==&lt;br /&gt;
===Kundalini Yoga: Tantra===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/39_Kundalini-Yoga-Teil_2_Tantra.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Ewige und das Vergängliche – Shiva-Shakti 1===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Das_Ewige_und_das_Vergaengliche_Shiva-Shakti-1.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sei verhaftungslos und … Shiva-Shakti 2===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Glueck-ist-im-inneren.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Setze dich durch – und gebe nach – Shiva-Shakti 3===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Sonne-Mond-im-Alltag.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tantra]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kundalini Yoga]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Chakra]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga Vidya Journal]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Tantra&amp;diff=119959</id>
		<title>Tantra</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Tantra&amp;diff=119959"/>
		<updated>2014-07-06T07:36:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: /* Philosophie */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Tantra&#039;&#039;&#039; ([[Sanskrit]]: तन्त्र tantra &#039;&#039;n.&#039;&#039;) Webstuhl; Gewebe, Kontinuum, Zusammenhang; Lehrwerk, Lehre; eine Klasse von Werken, die ursprünglich streng geheim gehaltene (esoterische) Inhalte lehrten und sich hauptsächlich mit [[Mystik]], [[Magie]] und Techniken zur [[Selbsterkenntnis]] und Erlösung ([[Moksha]] aus dem Kreislauf der Wiedergeburt, [[Samsara]]) beschäftigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:kundalini_chakras.jpg|thumb|Die Chakras - Energiezentren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herkunft==&lt;br /&gt;
Das Wort &amp;quot;Tantra&amp;quot; wird von der Sanskritwurzel &amp;quot;tan&amp;quot; (&amp;quot;ausdehnen, spannen&amp;quot;) abgeleitet. Die Ursprünge des Tantra als soteriologische (zur Erlösung hinführende) Systeme liegen etwa im 2. Jahrhundert, in seinen heute bekannten Ausprägungen wird es seit dem 7. oder 8. Jahrhundert weitergegeben. Aus der tantrischen Tradition stammt unter anderem die Lehre von den sieben [[Chakra]]s. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Traditionelle Richtungen==&lt;br /&gt;
Im wesentlichen gibt es in [[Indien]] drei Hauptrichtungen des Tantra, wozu noch die Form des tibetischen tantrischen [[Buddhismus]] ([[Vajrayana]]) kommt, der auch in [[Nepal]] praktiziert wird:&lt;br /&gt;
*1. [[Vaishnavacara]] (&#039;&#039;vaiṣṇavācāra&#039;&#039;): Hier werden die Formen des [[Gott]]es [[Vishnu]] als höchstes Prinzip verehrt.&lt;br /&gt;
*2. [[Shaivacara]] (&#039;&#039;śaivācāra&#039;&#039;): Hier werden die Formen des Gottes [[Shiva]] als höchstes Prinzip verehrt.&lt;br /&gt;
*3. [[Shaktacara]] (&#039;&#039;śāktācāra&#039;&#039;): hier werden die Formen der Göttin ([[Shakti]]) als höchstes Prinzip verehrt. Die als [[Shakta]] bekannten [[Tantriker]] folgen ihrerseits einem der beiden folgenden Wege bzw. Lebenswandel ([[Acara]]): entweder dem &amp;quot;Weg der rechten Hand&amp;quot; ([[Dakshinacara]] &#039;&#039;dakṣiṇācāra&#039;&#039;), in dem keine sexuellen Praktiken ausgeübt, wenn überhaupt imaginiert werden, oder dem &amp;quot;Weg der linken Hand&amp;quot; ([[Vamacara]] &#039;&#039;vāmācāra&#039;&#039;), der auch sexuelle Praktiken in das [[Ritual]] integriert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|mgLlp-CJsX4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra im Yoga==&lt;br /&gt;
Tantra als Teil der [[Yoga|yogischen]] Tradition und beruht auf der Shiva-Shakti-Philosophie. [[Shiva]] repräsentiert das Unveränderliche, das Unbewegte, das absolute [[Bewusstsein]], im [[Vedanta]] &amp;quot;[[Brahman]]&amp;quot; genannt. [[Shakti]] repräsentiert die schöpferische [[Energie]], welche das Universum in sechs Schritten in Analogie der sechs [[Chakra]]s (unterhalb des [[Sahasrara]] Chakras, der Sitz von Shiva), geschaffen hat. Ursprünglich sind Shiva und Shakti eins. Durch eine erste Schwingung, &amp;quot;[[Spandana]]&amp;quot; („Spaltung“), trennt sich Shakti von Shiva und schafft erst die zwei [[Kausalwelt]]en, dann die drei [[Astralwelt]]en und schließlich die physische [[Welt]]. Zyklisch vereinigen sich Shiva und Shakti wieder (Auflösung), bleiben zusammen ([[Pralaya]], kosmische Nacht) und trennen sich wieder (Schöpfung). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In jedem Teil des Kosmos sind Shiva und Shakti. Im Menschen manifestiert sich Shiva als reines Bewusstsein, als [[Satchidananda]]. Shakti manifestiert sich als die drei Körper mit den fünf Hüllen. Solange Shakti von Shiva getrennt ist, ist der Mensch unzufrieden. Im Laufe der individuellen [[Evolution]] über viele [[Leben]] hinweg erwacht die [[Kundalini]] (Shakti im Menschen) und vereinigt die individuelle [[Seele]] wieder mit der kosmischen Seele. [[Kundalini Yoga]] ist die Wissenschaft der Beschleunigung dieses natürlichen Evolutionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Drei Formen des Tantra==&lt;br /&gt;
Es gibt außerdem eine weitere, modernere Einteilung in drei [[Yoga Arten|Arten]] von Tantra: weißes, rotes und schwarzes Tantra. Rotes Tantra sind die sexuellen Praktiken, schwarzes Tantra sind die magischen und schwarzmagischen Praktiken zur egoistischen [[Manipulation]] von Energien und [[Geister]]n für selbstsüchtige Zwecke. Weißes Tantra sind die Praktiken zur Reinigung des [[Astralkörper]]s und zur Erweckung der [[Kundalini]] ohne selbstsüchtige Motive und werden daher [[Kundalini Yoga]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra und [[Schamanismus]] – Energien im Fluss==&lt;br /&gt;
Interview mit Maharani Fritsch de Navarrete, erschienen im Yoga Vidya Journal Nr. 27, Herbst 2013&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlässlich des Yoga Kongress 2012&lt;br /&gt;
‚[[Chakra]], Tantra, [[Kundalini]]‘ haben&lt;br /&gt;
wir mit Maharani Fritsch de&lt;br /&gt;
Navarrete gesprochen. Als Yogini&lt;br /&gt;
und Schamanin mit westlicher&lt;br /&gt;
psychologischer Ausbildung schlägt&lt;br /&gt;
sie energetische Brücken zwischen&lt;br /&gt;
Amazonien und Indien. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich durfte in meinem Workshop wunderbare Zusammenhänge&lt;br /&gt;
zwischen Yoga, Tantra und Schamanismus herstellen und diese&lt;br /&gt;
hoffentlich nicht nur durch den informativen Part, sondern&lt;br /&gt;
auch vor allem durch den rituellen Teil zum Ausdruck bringen.&lt;br /&gt;
Diese alten holistischen Systeme sind nur scheinbar voneinander&lt;br /&gt;
getrennt- in allen geht es um [[Heilung]], Heil-Werden,&lt;br /&gt;
Ganz-Werden, Heilig-Werden, Verbunden-Sein. Ich bin immer&lt;br /&gt;
sehr glücklich, wenn ich auf die Brücken hinweisen darf, auf&lt;br /&gt;
die Ur-Quelle und die Ur-Verbindung. Höheres [[Sein]] bedeutet&lt;br /&gt;
immer ein höheres Verbundensein. Für [[Yogi]]s, für Tantriker, für&lt;br /&gt;
[[Schamane]]n, für Bewusste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|3Cn4X_2ODM0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Nach so vielen Jahren spiritueller Praxis verschiedenster Traditionen, als Yogalehrerin und Schamanin - siehst du Verbindungen zwischen Tantra und Schamanismus und wenn ja, welcher Art?====&lt;br /&gt;
Für den Schamanen geht die kosmische Evolution vom&lt;br /&gt;
Schamanismus (Ur-Form des spirituellen Ausdrucks) über den&lt;br /&gt;
[[Hinduismus]] zum [[Buddhismus]]. Tantra und Schamanismus decken&lt;br /&gt;
sich dermaßen, dass sie fast identisch sind in der Vorstellung,&lt;br /&gt;
dass männlich und weiblich oder auch das Spiel der&lt;br /&gt;
Gegensätze die Grundlage aller Prozesse im Universum sind.&lt;br /&gt;
Vor allem in Nepal, wo ich - neben Peru - auch meine Lehrer&lt;br /&gt;
habe, ist dies sehr gut sichtbar. Dort fließen Yoga, Tantrismus&lt;br /&gt;
und Schamanismus permanent zusammen und sind nur&lt;br /&gt;
schwer voneinander zu trennen. Ein Yogi gilt als [[Shivait]], was&lt;br /&gt;
mit Tantriker gleichgesetzt wird, und ein Tantriker ist in diesem&lt;br /&gt;
Kontext auch ein Schamane. Zum Beispiel schamanische Elementenverehrung,&lt;br /&gt;
also Naturrituale, verfeinerten sich nach&lt;br /&gt;
und nach in der [[Veden|vedisch]]en Zeit zum [[Havan]]/[[Agni Hotra]], [[Puja]]&lt;br /&gt;
und [[Yajna]] (Feuer- und andere Rituale). [[Shiva]] selbst ist ja der&lt;br /&gt;
Urahne der Schamanen als [[Pashupati]], Herr der Tiere, als [[Shankar]]&lt;br /&gt;
und [[Bhairava]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig ist er der Ur-Tantriker und Ur-[[Asket]] als [[Mahadev]],&lt;br /&gt;
[[Mahesvar]] und [[Yogeshwara]], der [[Vater]] des [[Yoga]]. Er zieht einsam,&lt;br /&gt;
mit [[Asche]] beschmiert, auf seiner [[Damaru]] trommelnd,&lt;br /&gt;
durch die Wälder und hält sich auch an den [[Ghat]]s, den Verbrennungsstätten&lt;br /&gt;
(Orte der Transformation), auf. Gleichzeitig&lt;br /&gt;
meditiert er als [[Sadashiva]] über das Höchste und als [[Nataraj]]&lt;br /&gt;
tanzt er das Spiel der [[Gegensätze]] und [[Transformation]].&lt;br /&gt;
Der Name Shaman bedeutet ja: „der, der wirklich sieht”.&lt;br /&gt;
Ein [[Drsthi]] also, ein [[Seher]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wer kann besser sehen, als der dreiäugige Shiva? [[Yoga]]-&lt;br /&gt;
[[Asana]]s entsprangen der Nachahmung der Natur und viele&lt;br /&gt;
haben Tier- oder Pflanzennamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Gemeinsamkeiten gibt es im Verständnis, dass alles&lt;br /&gt;
miteinander verbunden ist, dass wir vom Energieuniversum&lt;br /&gt;
umgeben sind, das heißt, dass Schwingung die Grundlage der&lt;br /&gt;
grobstofflichen Manifestation ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Gibt es dann in der schamanischen Energiemedizin auch eine Art von Kundalini-Erfahrung?====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich! Im nepalesischen, aber auch im peruvianischen&lt;br /&gt;
(dort gibt es mehrere Schulen) Schamanismus sind Energieerfahrungen die tägliche Praxis-Erfahrung. [[Mahakali]]&lt;br /&gt;
([[Indien]] und [[Nepal]]) und Pachamama (Peru,&lt;br /&gt;
Bolivien, Ecuador) ist die Urquelle der schöpferischen&lt;br /&gt;
[[Kundalini]]-[[Shakti]].&lt;br /&gt;
Das Erwachen im schamanisch-tantrischen [[Sinn]]e&lt;br /&gt;
ist die konstante Rückverbindung mit dieser&lt;br /&gt;
[[Kraft]], die allen Phänomenen zugrunde liegt. Bei&lt;br /&gt;
meinen ersten Peru-Reisen staunte ich nicht&lt;br /&gt;
schlecht, als ich entdeckte, dass das Energiesystem&lt;br /&gt;
der Schamanen und die Vorstellung vom&lt;br /&gt;
Energieuniversum und Energiemedizin sich mit&lt;br /&gt;
dem Kundalini Yoga deckt bzw. ihm sehr, sehr&lt;br /&gt;
ähnelt. Natürlich werden andere Termini benutzt,&lt;br /&gt;
für die Inka-Schamanen sind die Chakras&lt;br /&gt;
Nawis oder Ojos de cinturon, also „Augen”, das&lt;br /&gt;
Aufsteigen von Kundalini heißt el kawsay und sushumna&lt;br /&gt;
Nadi heißt kurku. Statt Sahasrara haben&lt;br /&gt;
wir Uma oder Pujuy... etc. Aber die Phänomene sind&lt;br /&gt;
exakt die gleichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Du hast den Workshop ‚Schamanische Energiemedizin für das neue Zeitalter gehalten’, was sind die Kennzeichen des neuen Zeitalters aus deiner Sicht und wie kann man sich energetisch darauf vorbereiten?====&lt;br /&gt;
Für die Schamanen ist die Periode momentan eine besondere&lt;br /&gt;
Zeit, vor allem im Inka Schamanismus - diese Zeit wird Pachakutec&lt;br /&gt;
(Wandel) genannt. Aber: es gibt keinen [[Messias|Erlöser]], keinen&lt;br /&gt;
Heiland von außen, keinen Zauberstab, der dich rettet… Für&lt;br /&gt;
die Schamanen, für bewusste Spiritualisten ist die Zukunft&lt;br /&gt;
jetzt schon da! Der erwartete Pachakuti-Inka, der letzte König&lt;br /&gt;
ist kein erlösender [[Avatar]], sondern vielmehr eine besondere&lt;br /&gt;
[[Schwingung]] zum Empfangen hochfrequenter spiritueller Energie.&lt;br /&gt;
Das [[Bewusstsein]] ist entscheidend und dein eigenes JA zur&lt;br /&gt;
Heilung auf allen Ebenen- das ist die Absichtserklärung an&lt;br /&gt;
das Universum. Es geschieht momentan, dass mir in meinen&lt;br /&gt;
Kursen und Ausbildungen immer mehr Menschen begegnen,&lt;br /&gt;
die an der [[Heilung]] aus der ersten [[Hand]] interessiert sind, nicht&lt;br /&gt;
an den [[Dogmen]] alter schulmedizinischer Systeme... Und immer&lt;br /&gt;
mehr Menschen machen die reale Erfahrung, dass dein innerer&lt;br /&gt;
Heiler nur darauf wartet, wieder aktiviert zu werden! Für bewusste&lt;br /&gt;
Yogis, Tantriker, Schamanen, Spiritualisten ist dies eine&lt;br /&gt;
Zeitqualität des Umschwungs. Mein Meister in Peru sagte einmal&lt;br /&gt;
so schön: „Diese Zeit ist eine Entwicklungshilfe.”...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra Yoga, Nada Yoga and Kriya Yoga - Erläuterungen von Swami Krishnananda==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Einleitung von [[Swami]] Krishnananda zu Swami [[Sivananda]]s Buch „Tantra Yoga, Nada Yoga and Kriya Yoga“ der [http://www.sivanandaonline.org/public_html/ Divine Life Society], 5. Auflage, 2000, Shivanandanagar, S. VII - XII., ISBN 81-7052-042-8&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Tantra===&lt;br /&gt;
Das System, welches Tantra genannt wird, wurde schon von jeher als esoterischer Geheimpfad der spirituellen Praxis betrachtet und war nicht jedem Ungeübten oder dem gemeinen Volk zugänglich. Das Geheimnis dieser Praxis scheint aus einem ungewöhnlichen Weltentwurf zu bestehen, der dem Suchenden abverlangt, die Dinge auf eine vollständig andere Art zu interpretieren und zu bewerten und der abweicht von der normalen, gewohnten Betrachtungsweise der Dinge. Die Tantra Lehrer sagen, dass ein Suchender auf diesem Pfad der sozialen und sogar menschlichen Sichtweise entwachsen und eine übermenschliche und göttliche Sicht der Dinge entwickeln muss. Da dies jedoch vom gemeinen Menschen dieser Welt zuviel abverlangen &lt;br /&gt;
würde, soll der Tantra auch ein verschlossenes Geheimnis sein und bleiben, dessen Türen nur mit dem Schlüssel geöffnet werden kann, den allein ein befähigter Guru zur Verfügung stellt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Philosophie===&lt;br /&gt;
Die Philosophie von Tantra basiert auf dem Konzept der Doppelnatur aller Dinge. Nichts ist einzeln, sondern alles ist bipolar oder doppelpolig. Die sogenannte Einheit der Dinge ist nur eine Erscheinungsform, welche angenommen wird von dem besonderen Verhalten des Zusammentritts zweier Kräfte, nämlich Shiva und Shakti, wir könnten auch sagen, der positiven und negativen Pole. Um diese mystische Konzeption des Universums verstehen zu können, möchten wir auf die traditionellen Lehrsätze der Puranas verweisen, Manusmriti und Mahabharata, die besagen, dass es im Anbeginne eine universelle Einzelzelle gegeben hat, die schon immer da war, bekannt als Brahmanda, und die sich dann zweiteilte.Der eine Teil wurde zum Kosmischen Mann und der andere zur Kosmischen Frau. Wenn wir wollen, können wir diese Teile auch Shiva und Shakti nennen. Selbst unsere modernen Naturwissenschaften scheinen diese Sichtweise zu bestätigen, wenn sie sagen, dass das Universum im Anfang ein einzelnes Atom war, welches sich zuerst zweiteilte und sich dann in die Vielfalt der gegenwärtigen Formen des Universums aufspaltete.&lt;br /&gt;
                                             VII&lt;br /&gt;
Da diese zwei Teile und ihre darauffolgenden Unterteilungen eigentlich zu einem gesamten Ganzen gehören, gibt es eine natürliche Anziehungkraft, die von einem Teil zum anderen Teil ausgeübt wird. Es gibt also eine beidseitige Zugkraft zwischen den positiven und negativen Polen auf der kosmischen Ebene sowie auf der ihrer niedrigeren vielfältigen Abstammungsformen, sogar hinunter bis zum Atom. Wir wissen heute, dass auch das Atom in einer bipolaren Struktur aufgebaut ist, mit dem Nukleus im Zentrum und den Elektronen, die ihn in absolut rätselhafter Weise umkreisen. Die Reaktion der zwei verschiedenen Teile eines jeden einzelnen Organismus scheint eine doppelte Auffassung von Bewusstsein gegenüber Einheit und Zweiheit zur selben Zeit zu sein. Es kann keine Anziehung zwischen dem Positiven und Negativen geben, solange sie nicht zwei Pole formen und nicht nur ein einzelnes Etwas. Dennoch kann es andererseits ohne eine grundlegende Einheit, die in und zwischen ihnen wirkt, gar nicht diese Anziehung geben, wenn es zwei vollkommen verschiedene Dinge sind. Das ist also das Geheimnisvolle, das Mysterium und auch die Schwierigkeit, jenes Phänomen zu verstehen, welches als Anziehung bekannt ist und gewöhnlich in der Gemeinsprache Liebe oder Zuneigung genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bipolarität===&lt;br /&gt;
Das Konzept von Shiva und Shakti repräsentiert also in seiner höchsten Essenz diese Oberste Kosmische Dualität. Man kann sich vornehmlich vorstellen, dass dort nur Anziehung und Liebe zusammenwirken, so dass Shiva und Shakti als untrennbare Aspekte einer einheitlichen Realität zu betrachten sind, welche manchmal auch Ardhanareesvara, der kosmische Androgyn, genannt wird. Auf den niedrigeren Ebenen jedoch wirkt das Prinzip der Abstoßung, was bedeutet, dass Abneigung mit Zuneigung zusammengeht, so wie auch Liebe mit Hass. Dort nimmt die bipolare Einheit eine Vielfalt an Form an, so dass ein bipolares Element nicht die Beeinflussung oder manchmal sogar nicht einmal die bloße Gegenwart solch eines anderen bipolaren Elementes tolerieren kann - aus Angst davor, seine isolierte, sich selbst bewusste bipolare Hälfte und dadurch seine Einheit zu verlieren. Dieses subtile Zusammenspiel kann in seiner groberen Art offenkundig werden, wenn z. B. eine Familiengruppe Schwierigkeiten hat, eine andere anzuerkennen und ihr die gleiche Liebe zu schenken wie der eigenen. Auf dieser Ebene können sich dann eine Gesellschaft, eine soziale Schicht und sogar eine bipolare Einzelperson nicht ohne einigem Argwohn und gewissen Vorbehalten gegenübertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Lehrsätzen oder dem Tantra nach ist die Ursache allen Leids im Leben die bipolare Existenz, diese in zwei geteilte Einheit, weil nicht eine duale Existenz in jeder ihr gegebenen Form die Wahrheit der Dinge ist, sondern das Eins-Sein. Da die zweifache Form allen Lebens &lt;br /&gt;
in gewisser Hinsicht eine unnatürliche Art des Lebens darstellt, gibt es immer einen ambivalenten Standpunkt zwischen dem einen und dem anderen Pol von Mögen und Nicht-Mögen, zu ein und derselben Zeit.&lt;br /&gt;
So wird Liebe niedergehalten, wenn Hass überwiegt und Hass unterdrückt , wenn Liebe die Oberhand behält. Fakt dabei ist jedoch, dass immer beide dieser Haltungen versteckt in einem Individuum da sind, aber nur einer dieser Aspekte zum Vorschein kommt, wenn oder wie die Situation es gerade erfordert. Anstelle der Zweiheit wieder die Einheit zu bekommen, das ist der Vorgang im Tantra Sadhana - wobei das jedoch die Zielsetzung eines jeden Sadhanas ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Unterschied===&lt;br /&gt;
Was ist also das Besondere am Tantra, und wodurch unterscheidet er sich von anderen Sadhanas, um dieses Ziel zu ereichen?&lt;br /&gt;
Der Unterschied ist sehr subtil und nicht leicht wahrzunehmen. In jeder Form religiöser Praxis gibt es meistens asketische Vorschriften für die Geisteshaltung des Praktizierenden. Das Äußere solle dem Inneren  und das Materielle dem Spirituellen zuliebe abgelehnt werden. Jegliches Verlangen solle als schädliches Hindernis für den Sadhana   &lt;br /&gt;
unterbunden und alle Lebensfreude als Übel betrachtet werden, welches so früh wie möglich ausgemerzt werden muss. Nun, im Tantra sind die Dinge der Welt, die materiellen Formen der Wahrnehmung, nicht wirklich Hindernisse, und ein Verlangen nach ihnen kann nicht dadurch besiegt werden, dass man das Verlangen an sich ablehnt. Alles in dieser Welt, und sogar die ganze Welt selbst, befindet sich in einem Übergang von der Unvollkommenheit hin zur Vollkommenheit. Das Sichtbare ist ein Weg hin zum Unsichtbaren und nicht sein Hindernis. Menschliches Begehren erwächst gerade wegen jener unintelligenten Auffassung, die der Mensch gegenüber dieser Lust entwickelt hat. Er hat sozusagen Lust-Angst, seitdem ihm erzählt worden ist, dass jegliche Begierde schlecht ist und alle äußeren Dinge nur zu Knechtschaft führen.&lt;br /&gt;
Der Tantra sagt, dass das äußere Ding, das Objekt, kein fesselnder Zwang ist, allein schon wegen der Tatsache, dass das Objekt untrennbar mit dem Subjekt verbunden ist. Das Objekt ist der andere Pol des Subjekts, der Komplementär-Pol sozusagen. Beide Pole ergänzen sich gegenseitig. Jegliche Erfahrung steht in einer Subjekt-Objekt Relation, und deshalb kann auch niemand nur im Geringsten daran denken, das Objekt der Begierde bewusst zu überwinden, ausgenommen, er hat vorher eine Beziehung zu dem Objekt hergestellt. Daher bedeutet die Überwindung des Objekts für uns immer wieder, in einen Teufelskreis einzutreten. Es gibt trotz aller Anstrengungen keine Möglichkeit, das Objekt loszuwerden, da schon im Bewusstsein die Gegenwart des Objekts da ist. Daher kommt also der großartige Tantra-Spruch, dass Begierde nur durch Begierde überwunden werden kann, genauso wie das Objekt nur vom Objekt bezwungen werden kann. Auch wird im Tantra gesagt, der andere Aspekt dieses Prinzips sei, &amp;quot;dass man sich durch das, wodurch man fällt, auch wieder aufrichten kann.&amp;quot; (Yaireva patanam dravyaih siddhih taireva.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier tritt der Kernpunkt der ganzen Sache hinsichtlich des Tantra zutage, welche ihn deutlich von allen anderen religiösen Praktiken und Sadhana-Formen abgrenzt. Warum diese Praxis schwierig und sogar gefährlich ist, wird durch die Art der Glaubenslehre offensichtlich, obwohl man wohl einräumen muss, dass der Glaubenssatz vielleicht etwas sehr rational verfasst ist und  auf Tiefenpsychologie der menschlichen Natur basiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stufen des Tantra===&lt;br /&gt;
Die Tantra Lehrer wissen, dass es große Schwierigkeiten gibt, wenn es darum geht, sich diese Lehrsätze einzuprägen und zu praktizieren. Insofern wird die Kunst des Sadhana auf diesem Pfad als gestaffelte Aufwärtsbewegung während der verschiedenen Stufen des Aufstiegs betrachtet. Indem man zu einem Zustand aufsteigt, wo eben jenes Verhältnis zwische Subjekt und Objekt transzendiert oder überwunden wird, erreicht man unterschiedliche Stufen von Erkenntnis und eine Loslösung des Subjekts von der Verstrickung des Objekts. &lt;br /&gt;
Diese festgesetzten Stufen lauten: Vedechara, Vaishnavachara, Saivachara, Dakshinachara, Vamachara, Siddhantachara und zuletzt Kaulachara.&lt;br /&gt;
Von diesen sieben aufgeführten Stufen sind die ersten drei für die niedrigere Kategorie der Sadhakas bestimmt, welche als Pasujiva (Personen, in welchen die tierische Natur vorherrschend ist) bekannt sind. Die nächsten zwei stehen für die Virajiva (Personen, in welchen der normale menschliche Instinkt vorherrscht) und die letzten zwei für die Divyajiva (Personen, in welchen das göttliche Element vorherrschend ist).&lt;br /&gt;
 Es wird geglaubt, dass die ersten drei Acharas besonders für Karma stehen. Bhakti und Jnana, der Veda, der für das Ritual steht, Vaishnava für die Hingabe und Saiva für das Wissen. Der vierte Achara, welcher Dakshina genannt wird, versucht die Ergebnisse zu bewahren, die durch das Praktizieren der ersten drei Stufen erreicht wurden. Bis zu dieser Ebene ist die Bewegung fast linear und praktisch gerade. Auf der nächsten Stufe des Vamachara aber gibt es einen seltsamen Unterschied des Blickwinkels, denn dieser Begriff&lt;br /&gt;
beinhaltet den Beginn der Rückwärts-Strömung der Seelen-Bewegung hin zur Realität. &amp;quot;Vama&amp;quot; bedeutet nicht &amp;quot;links&amp;quot;, wie die meisten Leute zu denken scheinen, sondern &amp;quot;Umkehr-Prozess&amp;quot;, Nivritti oder die Rückkehr - im Gegensatz zu Pravritti oder dem Vorwärts-Fließen mit der natürliche Strömung der Sinne. Hier liegt der Beginn der allergeheimsten Praxis oder des esoterischen Aspektes des Tantra Sadhana, wo Objekte der Anziehung, des Reizes, egal welcher Art sie sind, gerade als Instrumente und Werkzeuge betrachtet werden, nicht, damit sie abgelehnt, sondern damit sie integriert und zu einem Teil seines eigenen Seins gemacht werden. Die Absicht dabei ist aber, jenes Bewusstsein zu überwinden, dass sie außerhalb von einem selbst sind, als so eine Art gegenüberliegendes, entgegengesetztes Objekt oder irgendein äußerliches Etwas. Diese besondere Phase soll eigentlich auch nicht erklärt, sondern nur auf direktem Weg von einem Lehrmeister gelernt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Natur der Dinge===&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen werden Reichtum, Macht und Sex als die wohl&lt;br /&gt;
größten Hindernisse auf dem Weg zu spiritueller Vollkommenheit  betrachtet. Der Tantra jedoch versucht gerade diese sich nutzbar zu machen und zu überwinden, und zwar mit genau den Mitteln, mit welchen ein ungeübter Verstand sich ins Unheil stürzen würde.&lt;br /&gt;
Die Pasu, Vira und Divya Bhavas entsprechen den tierischen, menschlichen und göttlichen Naturen und ziehen die groben, die feinen und die göttlichen Aspekte der Dinge in Betracht, welchen man in seinem spirituellen Leben als Gegensätze begegnen muss. Das ist das verbotene Gebiet von Tantra Sadhana, der Bereich, welchen der wahrhaft Suchende nicht offenlegt, da der gemeine Mensch ihn nicht wissen, verstehen oder aus ihm Nutzen ziehen soll.&lt;br /&gt;
Jedes Objekt hat eine grobe, eine feine und eine göttliche Form, und jeder Sadhaka (Schüler) muss all diese Phasen durchlaufen. &lt;br /&gt;
Der Tantra beharrt darauf, dass keine Stufe oder Phase als Hindernis abgelehnt werden soll, sondern von jedem Individuum selbst genommen und durchschritten werden soll. Mann kann nur ein unbekanntes Ding, ein Objekt der Angst, nicht unter seine Kontrolle bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tantra sagt, dass die unreinen, häßlichen und unheiligen Dinge des Lebens eigentlich Dinge sind, die fälschlicherweise nicht in ihrem wirklichen Zusammenhang gesehen wurden, nicht von ihrer eigenen besonderen Position oder vom Standpunkt der Dinge selbst her. Sie sind weder gut noch schlecht, weder schön noch häßlich und weder heilig noch unheilig. Das alles sind nur Vorstellungen, die uns unser Verstand von einem speziellen Interessestandpunkt aus gibt. Unser Verstand sträubt sich dagegen, in Erwägung zu ziehen, dass es auch noch andere Interessen als seine eigenen geben könnte. Das Universum muss man von vielen Blickwinkeln aus sehen, nicht nur von einem. Vom Ersteren muss man zum Letzteren steigen, mit einer systematischen und progressiven Bewegung seines ganzen Seins durch den groben, den feinen und den göttlichen Aufbau der Dinge.&lt;br /&gt;
Am Anfang hat man Kontakt mit dem Objekt. Als nächstes denkt man es mit seinem Verstand bloß noch. Zuletzt visualisiert man es nur noch als einen Unruheherd oder Stress-Punkt in der Universellen Realität.&lt;br /&gt;
Die oben erwähnten Siddhantachara und Kaulachara vervollständigen den Prozess des Sadhana, wobei man in die wahre Natur der Dinge eintaucht und regelrecht übermenschlich wird. Die Aufgabe, welche die religiöse Praxis mit sich bringt, ist nicht die Ablehnung des Objektes oder des Dinges an sich, sondern die der Idee oder der Vorstellung, dass es, das Objekt, außerhalb von einem selbst sei. Die falsche Vorstellung weckt die Begierde, nicht das Objekt oder das Ding selbst. Die Verordnung ist hier in der Tat sehr subtil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritual===&lt;br /&gt;
Tantra Sadhana beinhaltet das Rezitieren von Mantras, die Ritualausführung mittels Yantras und die eigene Abstimmung mit einer speziellen Ebene der Realität, was eigentlich die spezifische  Bedeutung des Tantra ist. Während dieses Prozesses muss man viele kleine Details direkt von seinem Guru lernen. Die Entschlackung des Körpers, die Reinigung seines Geistes und Klärung seiner sozialen Beziehungen sind alles wichtige Vorbereitungen des Sadhana. Die übliche Shodasopachara-Puja oder die sechzehn-gliedrige Gebetszeremonie, welche für eine Gottheit abgehalten wird, sind auch geeignete Maßnahmen für all das, was man bewundert, schätzt und liebt. Durch solch einen Gottesdienst sucht man die Verbindung mit der Gottheit durch die Aufhebung der Trennung zwischen ihr und einem selbst. Die geheimnisvollen Prozesse, Nyasa (Anga-Nyasa und Kara-Nyasa) genannt, sind wiederum nach innen gerichtete Techniken, mittels derer man das Objekt in einem selbst und die Gottheit in seinem ureigenen Sein fühlt.&lt;br /&gt;
All das macht es mehr als deutlich, dass der Tantra Sadhana genauso höchst wissenschaftlich und präzise wie auch schwierig und gefährlich&lt;br /&gt;
ist. Dies ist seine Besonderheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
*[[Tantra Yoga]]&lt;br /&gt;
*[[Vijnana Bhairava Tantra]]&lt;br /&gt;
*[[Panchatantra]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p105_Kundalini-Tantra/ &#039;&#039;Kundalini Tantra&#039;&#039; von Swami Satyananda]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p106_Tantra-und-Yoga-Panorama/ &#039;&#039;Tantra und Yoga Panorama&#039;&#039; von Swami Satyananda]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/tantra/ Tantra Yoga]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/art_tantra_agama.html &amp;quot;Tantra&amp;quot; aus &#039;&#039;Göttliche Erkenntnis&#039;&#039; von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/YogaundSexualitaet.html Yoga und Sexualität von Sukadev]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/kundalini-yoga/literatur-buecher-kundalini-yoga/ Literatur Bücher Kundalini Yoga]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/seminar/meditationen-aus-dem-tantra-b130823-5/ Meditationen aus dem Tantra]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminarhaus-shanti/veranstaltungen/kalender-2013/yogini-tantra/ Yogini Tantra]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos==&lt;br /&gt;
===Atma Kriya Yoga mit Rishi Tulsidasananda===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|uQaVFLZnGVw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Erfahrung des subjektiven Bewusstseins im Yoga und in der östlichen Meditation===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|zoXRuC3RQTE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Entdeckung der Kundalini mit Sigmund Feuerabendt===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|kIhgXHWQoCw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weißer Tantra mit Simram Kaur===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|jTn_1dUD9tE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was ist das Besondere an Tantra Meditationstechniken - Interview mit Dr. Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|QFR_u_Zdwhg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ajapa Japa - Tantra Meditation mit Soham===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|F40CZ5h0Ahk}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ajapa Japa - Tantra Meditation Technique===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|3LpnJk47SmA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kaya Sthairyam Tantra Meditation mit Dr. Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|5N2qB99YkFs}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Tantra Meditation - mit Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|HrvueDbn8HY}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Multimedia==&lt;br /&gt;
===Kundalini Yoga: Tantra===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/39_Kundalini-Yoga-Teil_2_Tantra.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Ewige und das Vergängliche – Shiva-Shakti 1===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Das_Ewige_und_das_Vergaengliche_Shiva-Shakti-1.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sei verhaftungslos und … Shiva-Shakti 2===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Glueck-ist-im-inneren.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Setze dich durch – und gebe nach – Shiva-Shakti 3===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Sonne-Mond-im-Alltag.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tantra]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kundalini Yoga]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Chakra]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga Vidya Journal]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Tantra&amp;diff=119958</id>
		<title>Tantra</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Tantra&amp;diff=119958"/>
		<updated>2014-07-06T07:36:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: /* Du hast den Workshop ‚Schamanische Energiemedizin für das neue Zeitalter gehalten’, was sind die Kennzeichen des neuen Zeitalters aus deiner Sicht und wie kann man sich energetisch darauf vorbereiten? */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Tantra&#039;&#039;&#039; ([[Sanskrit]]: तन्त्र tantra &#039;&#039;n.&#039;&#039;) Webstuhl; Gewebe, Kontinuum, Zusammenhang; Lehrwerk, Lehre; eine Klasse von Werken, die ursprünglich streng geheim gehaltene (esoterische) Inhalte lehrten und sich hauptsächlich mit [[Mystik]], [[Magie]] und Techniken zur [[Selbsterkenntnis]] und Erlösung ([[Moksha]] aus dem Kreislauf der Wiedergeburt, [[Samsara]]) beschäftigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:kundalini_chakras.jpg|thumb|Die Chakras - Energiezentren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herkunft==&lt;br /&gt;
Das Wort &amp;quot;Tantra&amp;quot; wird von der Sanskritwurzel &amp;quot;tan&amp;quot; (&amp;quot;ausdehnen, spannen&amp;quot;) abgeleitet. Die Ursprünge des Tantra als soteriologische (zur Erlösung hinführende) Systeme liegen etwa im 2. Jahrhundert, in seinen heute bekannten Ausprägungen wird es seit dem 7. oder 8. Jahrhundert weitergegeben. Aus der tantrischen Tradition stammt unter anderem die Lehre von den sieben [[Chakra]]s. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Traditionelle Richtungen==&lt;br /&gt;
Im wesentlichen gibt es in [[Indien]] drei Hauptrichtungen des Tantra, wozu noch die Form des tibetischen tantrischen [[Buddhismus]] ([[Vajrayana]]) kommt, der auch in [[Nepal]] praktiziert wird:&lt;br /&gt;
*1. [[Vaishnavacara]] (&#039;&#039;vaiṣṇavācāra&#039;&#039;): Hier werden die Formen des [[Gott]]es [[Vishnu]] als höchstes Prinzip verehrt.&lt;br /&gt;
*2. [[Shaivacara]] (&#039;&#039;śaivācāra&#039;&#039;): Hier werden die Formen des Gottes [[Shiva]] als höchstes Prinzip verehrt.&lt;br /&gt;
*3. [[Shaktacara]] (&#039;&#039;śāktācāra&#039;&#039;): hier werden die Formen der Göttin ([[Shakti]]) als höchstes Prinzip verehrt. Die als [[Shakta]] bekannten [[Tantriker]] folgen ihrerseits einem der beiden folgenden Wege bzw. Lebenswandel ([[Acara]]): entweder dem &amp;quot;Weg der rechten Hand&amp;quot; ([[Dakshinacara]] &#039;&#039;dakṣiṇācāra&#039;&#039;), in dem keine sexuellen Praktiken ausgeübt, wenn überhaupt imaginiert werden, oder dem &amp;quot;Weg der linken Hand&amp;quot; ([[Vamacara]] &#039;&#039;vāmācāra&#039;&#039;), der auch sexuelle Praktiken in das [[Ritual]] integriert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|mgLlp-CJsX4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra im Yoga==&lt;br /&gt;
Tantra als Teil der [[Yoga|yogischen]] Tradition und beruht auf der Shiva-Shakti-Philosophie. [[Shiva]] repräsentiert das Unveränderliche, das Unbewegte, das absolute [[Bewusstsein]], im [[Vedanta]] &amp;quot;[[Brahman]]&amp;quot; genannt. [[Shakti]] repräsentiert die schöpferische [[Energie]], welche das Universum in sechs Schritten in Analogie der sechs [[Chakra]]s (unterhalb des [[Sahasrara]] Chakras, der Sitz von Shiva), geschaffen hat. Ursprünglich sind Shiva und Shakti eins. Durch eine erste Schwingung, &amp;quot;[[Spandana]]&amp;quot; („Spaltung“), trennt sich Shakti von Shiva und schafft erst die zwei [[Kausalwelt]]en, dann die drei [[Astralwelt]]en und schließlich die physische [[Welt]]. Zyklisch vereinigen sich Shiva und Shakti wieder (Auflösung), bleiben zusammen ([[Pralaya]], kosmische Nacht) und trennen sich wieder (Schöpfung). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In jedem Teil des Kosmos sind Shiva und Shakti. Im Menschen manifestiert sich Shiva als reines Bewusstsein, als [[Satchidananda]]. Shakti manifestiert sich als die drei Körper mit den fünf Hüllen. Solange Shakti von Shiva getrennt ist, ist der Mensch unzufrieden. Im Laufe der individuellen [[Evolution]] über viele [[Leben]] hinweg erwacht die [[Kundalini]] (Shakti im Menschen) und vereinigt die individuelle [[Seele]] wieder mit der kosmischen Seele. [[Kundalini Yoga]] ist die Wissenschaft der Beschleunigung dieses natürlichen Evolutionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Drei Formen des Tantra==&lt;br /&gt;
Es gibt außerdem eine weitere, modernere Einteilung in drei [[Yoga Arten|Arten]] von Tantra: weißes, rotes und schwarzes Tantra. Rotes Tantra sind die sexuellen Praktiken, schwarzes Tantra sind die magischen und schwarzmagischen Praktiken zur egoistischen [[Manipulation]] von Energien und [[Geister]]n für selbstsüchtige Zwecke. Weißes Tantra sind die Praktiken zur Reinigung des [[Astralkörper]]s und zur Erweckung der [[Kundalini]] ohne selbstsüchtige Motive und werden daher [[Kundalini Yoga]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra und [[Schamanismus]] – Energien im Fluss==&lt;br /&gt;
Interview mit Maharani Fritsch de Navarrete, erschienen im Yoga Vidya Journal Nr. 27, Herbst 2013&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlässlich des Yoga Kongress 2012&lt;br /&gt;
‚[[Chakra]], Tantra, [[Kundalini]]‘ haben&lt;br /&gt;
wir mit Maharani Fritsch de&lt;br /&gt;
Navarrete gesprochen. Als Yogini&lt;br /&gt;
und Schamanin mit westlicher&lt;br /&gt;
psychologischer Ausbildung schlägt&lt;br /&gt;
sie energetische Brücken zwischen&lt;br /&gt;
Amazonien und Indien. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich durfte in meinem Workshop wunderbare Zusammenhänge&lt;br /&gt;
zwischen Yoga, Tantra und Schamanismus herstellen und diese&lt;br /&gt;
hoffentlich nicht nur durch den informativen Part, sondern&lt;br /&gt;
auch vor allem durch den rituellen Teil zum Ausdruck bringen.&lt;br /&gt;
Diese alten holistischen Systeme sind nur scheinbar voneinander&lt;br /&gt;
getrennt- in allen geht es um [[Heilung]], Heil-Werden,&lt;br /&gt;
Ganz-Werden, Heilig-Werden, Verbunden-Sein. Ich bin immer&lt;br /&gt;
sehr glücklich, wenn ich auf die Brücken hinweisen darf, auf&lt;br /&gt;
die Ur-Quelle und die Ur-Verbindung. Höheres [[Sein]] bedeutet&lt;br /&gt;
immer ein höheres Verbundensein. Für [[Yogi]]s, für Tantriker, für&lt;br /&gt;
[[Schamane]]n, für Bewusste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|3Cn4X_2ODM0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Nach so vielen Jahren spiritueller Praxis verschiedenster Traditionen, als Yogalehrerin und Schamanin - siehst du Verbindungen zwischen Tantra und Schamanismus und wenn ja, welcher Art?====&lt;br /&gt;
Für den Schamanen geht die kosmische Evolution vom&lt;br /&gt;
Schamanismus (Ur-Form des spirituellen Ausdrucks) über den&lt;br /&gt;
[[Hinduismus]] zum [[Buddhismus]]. Tantra und Schamanismus decken&lt;br /&gt;
sich dermaßen, dass sie fast identisch sind in der Vorstellung,&lt;br /&gt;
dass männlich und weiblich oder auch das Spiel der&lt;br /&gt;
Gegensätze die Grundlage aller Prozesse im Universum sind.&lt;br /&gt;
Vor allem in Nepal, wo ich - neben Peru - auch meine Lehrer&lt;br /&gt;
habe, ist dies sehr gut sichtbar. Dort fließen Yoga, Tantrismus&lt;br /&gt;
und Schamanismus permanent zusammen und sind nur&lt;br /&gt;
schwer voneinander zu trennen. Ein Yogi gilt als [[Shivait]], was&lt;br /&gt;
mit Tantriker gleichgesetzt wird, und ein Tantriker ist in diesem&lt;br /&gt;
Kontext auch ein Schamane. Zum Beispiel schamanische Elementenverehrung,&lt;br /&gt;
also Naturrituale, verfeinerten sich nach&lt;br /&gt;
und nach in der [[Veden|vedisch]]en Zeit zum [[Havan]]/[[Agni Hotra]], [[Puja]]&lt;br /&gt;
und [[Yajna]] (Feuer- und andere Rituale). [[Shiva]] selbst ist ja der&lt;br /&gt;
Urahne der Schamanen als [[Pashupati]], Herr der Tiere, als [[Shankar]]&lt;br /&gt;
und [[Bhairava]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig ist er der Ur-Tantriker und Ur-[[Asket]] als [[Mahadev]],&lt;br /&gt;
[[Mahesvar]] und [[Yogeshwara]], der [[Vater]] des [[Yoga]]. Er zieht einsam,&lt;br /&gt;
mit [[Asche]] beschmiert, auf seiner [[Damaru]] trommelnd,&lt;br /&gt;
durch die Wälder und hält sich auch an den [[Ghat]]s, den Verbrennungsstätten&lt;br /&gt;
(Orte der Transformation), auf. Gleichzeitig&lt;br /&gt;
meditiert er als [[Sadashiva]] über das Höchste und als [[Nataraj]]&lt;br /&gt;
tanzt er das Spiel der [[Gegensätze]] und [[Transformation]].&lt;br /&gt;
Der Name Shaman bedeutet ja: „der, der wirklich sieht”.&lt;br /&gt;
Ein [[Drsthi]] also, ein [[Seher]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wer kann besser sehen, als der dreiäugige Shiva? [[Yoga]]-&lt;br /&gt;
[[Asana]]s entsprangen der Nachahmung der Natur und viele&lt;br /&gt;
haben Tier- oder Pflanzennamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Gemeinsamkeiten gibt es im Verständnis, dass alles&lt;br /&gt;
miteinander verbunden ist, dass wir vom Energieuniversum&lt;br /&gt;
umgeben sind, das heißt, dass Schwingung die Grundlage der&lt;br /&gt;
grobstofflichen Manifestation ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Gibt es dann in der schamanischen Energiemedizin auch eine Art von Kundalini-Erfahrung?====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich! Im nepalesischen, aber auch im peruvianischen&lt;br /&gt;
(dort gibt es mehrere Schulen) Schamanismus sind Energieerfahrungen die tägliche Praxis-Erfahrung. [[Mahakali]]&lt;br /&gt;
([[Indien]] und [[Nepal]]) und Pachamama (Peru,&lt;br /&gt;
Bolivien, Ecuador) ist die Urquelle der schöpferischen&lt;br /&gt;
[[Kundalini]]-[[Shakti]].&lt;br /&gt;
Das Erwachen im schamanisch-tantrischen [[Sinn]]e&lt;br /&gt;
ist die konstante Rückverbindung mit dieser&lt;br /&gt;
[[Kraft]], die allen Phänomenen zugrunde liegt. Bei&lt;br /&gt;
meinen ersten Peru-Reisen staunte ich nicht&lt;br /&gt;
schlecht, als ich entdeckte, dass das Energiesystem&lt;br /&gt;
der Schamanen und die Vorstellung vom&lt;br /&gt;
Energieuniversum und Energiemedizin sich mit&lt;br /&gt;
dem Kundalini Yoga deckt bzw. ihm sehr, sehr&lt;br /&gt;
ähnelt. Natürlich werden andere Termini benutzt,&lt;br /&gt;
für die Inka-Schamanen sind die Chakras&lt;br /&gt;
Nawis oder Ojos de cinturon, also „Augen”, das&lt;br /&gt;
Aufsteigen von Kundalini heißt el kawsay und sushumna&lt;br /&gt;
Nadi heißt kurku. Statt Sahasrara haben&lt;br /&gt;
wir Uma oder Pujuy... etc. Aber die Phänomene sind&lt;br /&gt;
exakt die gleichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Du hast den Workshop ‚Schamanische Energiemedizin für das neue Zeitalter gehalten’, was sind die Kennzeichen des neuen Zeitalters aus deiner Sicht und wie kann man sich energetisch darauf vorbereiten?====&lt;br /&gt;
Für die Schamanen ist die Periode momentan eine besondere&lt;br /&gt;
Zeit, vor allem im Inka Schamanismus - diese Zeit wird Pachakutec&lt;br /&gt;
(Wandel) genannt. Aber: es gibt keinen [[Messias|Erlöser]], keinen&lt;br /&gt;
Heiland von außen, keinen Zauberstab, der dich rettet… Für&lt;br /&gt;
die Schamanen, für bewusste Spiritualisten ist die Zukunft&lt;br /&gt;
jetzt schon da! Der erwartete Pachakuti-Inka, der letzte König&lt;br /&gt;
ist kein erlösender [[Avatar]], sondern vielmehr eine besondere&lt;br /&gt;
[[Schwingung]] zum Empfangen hochfrequenter spiritueller Energie.&lt;br /&gt;
Das [[Bewusstsein]] ist entscheidend und dein eigenes JA zur&lt;br /&gt;
Heilung auf allen Ebenen- das ist die Absichtserklärung an&lt;br /&gt;
das Universum. Es geschieht momentan, dass mir in meinen&lt;br /&gt;
Kursen und Ausbildungen immer mehr Menschen begegnen,&lt;br /&gt;
die an der [[Heilung]] aus der ersten [[Hand]] interessiert sind, nicht&lt;br /&gt;
an den [[Dogmen]] alter schulmedizinischer Systeme... Und immer&lt;br /&gt;
mehr Menschen machen die reale Erfahrung, dass dein innerer&lt;br /&gt;
Heiler nur darauf wartet, wieder aktiviert zu werden! Für bewusste&lt;br /&gt;
Yogis, Tantriker, Schamanen, Spiritualisten ist dies eine&lt;br /&gt;
Zeitqualität des Umschwungs. Mein Meister in Peru sagte einmal&lt;br /&gt;
so schön: „Diese Zeit ist eine Entwicklungshilfe.”...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tantra Yoga, Nada Yoga and Kriya Yoga - Erläuterungen von Swami Krishnananda==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Einleitung von [[Swami]] Krishnananda zu Swami [[Sivananda]]s Buch „Tantra Yoga, Nada Yoga and Kriya Yoga“ der [http://www.sivanandaonline.org/public_html/ Divine Life Society], 5. Auflage, 2000, Shivanandanagar, S. VII - XII., ISBN 81-7052-042-8&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Tantra===&lt;br /&gt;
Das System, welches Tantra genannt wird, wurde schon von jeher als esoterischer Geheimpfad der spirituellen Praxis betrachtet und war nicht jedem Ungeübten oder dem gemeinen Volk zugänglich. Das Geheimnis dieser Praxis scheint aus einem ungewöhnlichen Weltentwurf zu bestehen, der dem Suchenden abverlangt, die Dinge auf eine vollständig andere Art zu interpretieren und zu bewerten und der abweicht von der normalen, gewohnten Betrachtungsweise der Dinge. Die Tantra Lehrer sagen, dass ein Suchender auf diesem Pfad der sozialen und sogar menschlichen Sichtweise entwachsen und eine übermenschliche und göttliche Sicht der Dinge entwickeln muss. Da dies jedoch vom gemeinen Menschen dieser Welt zuviel abverlangen &lt;br /&gt;
würde, soll der Tantra auch ein verschlossenes Geheimnis sein und bleiben, dessen Türen nur mit dem Schlüssel geöffnet werden kann, den allein ein befähigter Guru zur Verfügung stellt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Philosophie===&lt;br /&gt;
Die Philosophie von Tantra basiert auf dem Konzept der Doppelnatur aller Dinge. Nichts ist einzeln, sondern alles ist bipolar oder doppelpolig. Die sogenannte Einheit der Dinge ist nur eine Erscheinungsform, welche angenommen wird von dem besonderen Verhalten des Zusammentritts zweier Kräfte, nämlich Shiva und Shakti, wir könnten auch sagen, der positiven und negativen Pole. Um diese mystische Konzeption des Universums verstehen zu können, möchten wir auf die traditionellen Lehrsätze der Puranas verweisen, Manusmriti und Mahabharata, die besagen, dass es im Anbeginne eine universelle Einzelzelle gegeben hat, die schon immer da war, bekannt als Brahmanda, und die sich dann zweiteilte.Der eine Teil wurde zum Kosmischen Mann und der andere zur Kosmischen Frau. Wenn wir wollen, können wir diese Teile auch Shiva und Shakti nennen. Selbst unsere modernen Naturwissenschaften scheinen diese Sichtweise zu bestätigen, wenn sie sagen, dass das Universum im Anfang ein einzelnes Atom war, welches sich zuerst zweiteilte und sich dann in die Vielfalt der gegenwärtigen Formen des Universums aufspaltete.&lt;br /&gt;
                                             VII&lt;br /&gt;
 Da diese zwei Teile und ihre darauffolgenden Unterteilungen eigentlich zu einem gesamten Ganzen gehören, gibt es eine natürliche Anziehungkraft, die von einem Teil zum anderen Teil ausgeübt wird. Es gibt also eine beidseitige Zugkraft zwischen den positiven und negativen Polen auf der kosmischen Ebene sowie auf der ihrer niedrigeren vielfältigen Abstammungsformen, sogar hinunter bis zum Atom. Wir wissen heute, dass auch das Atom in einer bipolaren Struktur aufgebaut ist, mit dem Nukleus im Zentrum und den Elektronen, die ihn in absolut rätselhafter Weise umkreisen. Die Reaktion der zwei verschiedenen Teile eines jeden einzelnen Organismus scheint eine doppelte Auffassung von Bewusstsein gegenüber Einheit und Zweiheit zur selben Zeit zu sein. Es kann keine Anziehung zwischen dem Positiven und Negativen geben, solange sie nicht zwei Pole formen und nicht nur ein einzelnes Etwas. Dennoch kann es andererseits ohne eine grundlegende Einheit, die in und zwischen ihnen wirkt, gar nicht diese Anziehung geben, wenn es zwei vollkommen verschiedene Dinge sind. Das ist also das Geheimnisvolle, das Mysterium und auch die Schwierigkeit, jenes Phänomen zu verstehen, welches als Anziehung bekannt ist und gewöhnlich in der Gemeinsprache Liebe oder Zuneigung genannt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bipolarität===&lt;br /&gt;
Das Konzept von Shiva und Shakti repräsentiert also in seiner höchsten Essenz diese Oberste Kosmische Dualität. Man kann sich vornehmlich vorstellen, dass dort nur Anziehung und Liebe zusammenwirken, so dass Shiva und Shakti als untrennbare Aspekte einer einheitlichen Realität zu betrachten sind, welche manchmal auch Ardhanareesvara, der kosmische Androgyn, genannt wird. Auf den niedrigeren Ebenen jedoch wirkt das Prinzip der Abstoßung, was bedeutet, dass Abneigung mit Zuneigung zusammengeht, so wie auch Liebe mit Hass. Dort nimmt die bipolare Einheit eine Vielfalt an Form an, so dass ein bipolares Element nicht die Beeinflussung oder manchmal sogar nicht einmal die bloße Gegenwart solch eines anderen bipolaren Elementes tolerieren kann - aus Angst davor, seine isolierte, sich selbst bewusste bipolare Hälfte und dadurch seine Einheit zu verlieren. Dieses subtile Zusammenspiel kann in seiner groberen Art offenkundig werden, wenn z. B. eine Familiengruppe Schwierigkeiten hat, eine andere anzuerkennen und ihr die gleiche Liebe zu schenken wie der eigenen. Auf dieser Ebene können sich dann eine Gesellschaft, eine soziale Schicht und sogar eine bipolare Einzelperson nicht ohne einigem Argwohn und gewissen Vorbehalten gegenübertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Lehrsätzen oder dem Tantra nach ist die Ursache allen Leids im Leben die bipolare Existenz, diese in zwei geteilte Einheit, weil nicht eine duale Existenz in jeder ihr gegebenen Form die Wahrheit der Dinge ist, sondern das Eins-Sein. Da die zweifache Form allen Lebens &lt;br /&gt;
in gewisser Hinsicht eine unnatürliche Art des Lebens darstellt, gibt es immer einen ambivalenten Standpunkt zwischen dem einen und dem anderen Pol von Mögen und Nicht-Mögen, zu ein und derselben Zeit.&lt;br /&gt;
So wird Liebe niedergehalten, wenn Hass überwiegt und Hass unterdrückt , wenn Liebe die Oberhand behält. Fakt dabei ist jedoch, dass immer beide dieser Haltungen versteckt in einem Individuum da sind, aber nur einer dieser Aspekte zum Vorschein kommt, wenn oder wie die Situation es gerade erfordert. Anstelle der Zweiheit wieder die Einheit zu bekommen, das ist der Vorgang im Tantra Sadhana - wobei das jedoch die Zielsetzung eines jeden Sadhanas ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Unterschied===&lt;br /&gt;
Was ist also das Besondere am Tantra, und wodurch unterscheidet er sich von anderen Sadhanas, um dieses Ziel zu ereichen?&lt;br /&gt;
Der Unterschied ist sehr subtil und nicht leicht wahrzunehmen. In jeder Form religiöser Praxis gibt es meistens asketische Vorschriften für die Geisteshaltung des Praktizierenden. Das Äußere solle dem Inneren  und das Materielle dem Spirituellen zuliebe abgelehnt werden. Jegliches Verlangen solle als schädliches Hindernis für den Sadhana   &lt;br /&gt;
unterbunden und alle Lebensfreude als Übel betrachtet werden, welches so früh wie möglich ausgemerzt werden muss. Nun, im Tantra sind die Dinge der Welt, die materiellen Formen der Wahrnehmung, nicht wirklich Hindernisse, und ein Verlangen nach ihnen kann nicht dadurch besiegt werden, dass man das Verlangen an sich ablehnt. Alles in dieser Welt, und sogar die ganze Welt selbst, befindet sich in einem Übergang von der Unvollkommenheit hin zur Vollkommenheit. Das Sichtbare ist ein Weg hin zum Unsichtbaren und nicht sein Hindernis. Menschliches Begehren erwächst gerade wegen jener unintelligenten Auffassung, die der Mensch gegenüber dieser Lust entwickelt hat. Er hat sozusagen Lust-Angst, seitdem ihm erzählt worden ist, dass jegliche Begierde schlecht ist und alle äußeren Dinge nur zu Knechtschaft führen.&lt;br /&gt;
Der Tantra sagt, dass das äußere Ding, das Objekt, kein fesselnder Zwang ist, allein schon wegen der Tatsache, dass das Objekt untrennbar mit dem Subjekt verbunden ist. Das Objekt ist der andere Pol des Subjekts, der Komplementär-Pol sozusagen. Beide Pole ergänzen sich gegenseitig. Jegliche Erfahrung steht in einer Subjekt-Objekt Relation, und deshalb kann auch niemand nur im Geringsten daran denken, das Objekt der Begierde bewusst zu überwinden, ausgenommen, er hat vorher eine Beziehung zu dem Objekt hergestellt. Daher bedeutet die Überwindung des Objekts für uns immer wieder, in einen Teufelskreis einzutreten. Es gibt trotz aller Anstrengungen keine Möglichkeit, das Objekt loszuwerden, da schon im Bewusstsein die Gegenwart des Objekts da ist. Daher kommt also der großartige Tantra-Spruch, dass Begierde nur durch Begierde überwunden werden kann, genauso wie das Objekt nur vom Objekt bezwungen werden kann. Auch wird im Tantra gesagt, der andere Aspekt dieses Prinzips sei, &amp;quot;dass man sich durch das, wodurch man fällt, auch wieder aufrichten kann.&amp;quot; (Yaireva patanam dravyaih siddhih taireva.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier tritt der Kernpunkt der ganzen Sache hinsichtlich des Tantra zutage, welche ihn deutlich von allen anderen religiösen Praktiken und Sadhana-Formen abgrenzt. Warum diese Praxis schwierig und sogar gefährlich ist, wird durch die Art der Glaubenslehre offensichtlich, obwohl man wohl einräumen muss, dass der Glaubenssatz vielleicht etwas sehr rational verfasst ist und  auf Tiefenpsychologie der menschlichen Natur basiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stufen des Tantra===&lt;br /&gt;
Die Tantra Lehrer wissen, dass es große Schwierigkeiten gibt, wenn es darum geht, sich diese Lehrsätze einzuprägen und zu praktizieren. Insofern wird die Kunst des Sadhana auf diesem Pfad als gestaffelte Aufwärtsbewegung während der verschiedenen Stufen des Aufstiegs betrachtet. Indem man zu einem Zustand aufsteigt, wo eben jenes Verhältnis zwische Subjekt und Objekt transzendiert oder überwunden wird, erreicht man unterschiedliche Stufen von Erkenntnis und eine Loslösung des Subjekts von der Verstrickung des Objekts. &lt;br /&gt;
Diese festgesetzten Stufen lauten: Vedechara, Vaishnavachara, Saivachara, Dakshinachara, Vamachara, Siddhantachara und zuletzt Kaulachara.&lt;br /&gt;
Von diesen sieben aufgeführten Stufen sind die ersten drei für die niedrigere Kategorie der Sadhakas bestimmt, welche als Pasujiva (Personen, in welchen die tierische Natur vorherrschend ist) bekannt sind. Die nächsten zwei stehen für die Virajiva (Personen, in welchen der normale menschliche Instinkt vorherrscht) und die letzten zwei für die Divyajiva (Personen, in welchen das göttliche Element vorherrschend ist).&lt;br /&gt;
 Es wird geglaubt, dass die ersten drei Acharas besonders für Karma stehen. Bhakti und Jnana, der Veda, der für das Ritual steht, Vaishnava für die Hingabe und Saiva für das Wissen. Der vierte Achara, welcher Dakshina genannt wird, versucht die Ergebnisse zu bewahren, die durch das Praktizieren der ersten drei Stufen erreicht wurden. Bis zu dieser Ebene ist die Bewegung fast linear und praktisch gerade. Auf der nächsten Stufe des Vamachara aber gibt es einen seltsamen Unterschied des Blickwinkels, denn dieser Begriff&lt;br /&gt;
beinhaltet den Beginn der Rückwärts-Strömung der Seelen-Bewegung hin zur Realität. &amp;quot;Vama&amp;quot; bedeutet nicht &amp;quot;links&amp;quot;, wie die meisten Leute zu denken scheinen, sondern &amp;quot;Umkehr-Prozess&amp;quot;, Nivritti oder die Rückkehr - im Gegensatz zu Pravritti oder dem Vorwärts-Fließen mit der natürliche Strömung der Sinne. Hier liegt der Beginn der allergeheimsten Praxis oder des esoterischen Aspektes des Tantra Sadhana, wo Objekte der Anziehung, des Reizes, egal welcher Art sie sind, gerade als Instrumente und Werkzeuge betrachtet werden, nicht, damit sie abgelehnt, sondern damit sie integriert und zu einem Teil seines eigenen Seins gemacht werden. Die Absicht dabei ist aber, jenes Bewusstsein zu überwinden, dass sie außerhalb von einem selbst sind, als so eine Art gegenüberliegendes, entgegengesetztes Objekt oder irgendein äußerliches Etwas. Diese besondere Phase soll eigentlich auch nicht erklärt, sondern nur auf direktem Weg von einem Lehrmeister gelernt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Natur der Dinge===&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen werden Reichtum, Macht und Sex als die wohl&lt;br /&gt;
größten Hindernisse auf dem Weg zu spiritueller Vollkommenheit  betrachtet. Der Tantra jedoch versucht gerade diese sich nutzbar zu machen und zu überwinden, und zwar mit genau den Mitteln, mit welchen ein ungeübter Verstand sich ins Unheil stürzen würde.&lt;br /&gt;
Die Pasu, Vira und Divya Bhavas entsprechen den tierischen, menschlichen und göttlichen Naturen und ziehen die groben, die feinen und die göttlichen Aspekte der Dinge in Betracht, welchen man in seinem spirituellen Leben als Gegensätze begegnen muss. Das ist das verbotene Gebiet von Tantra Sadhana, der Bereich, welchen der wahrhaft Suchende nicht offenlegt, da der gemeine Mensch ihn nicht wissen, verstehen oder aus ihm Nutzen ziehen soll.&lt;br /&gt;
Jedes Objekt hat eine grobe, eine feine und eine göttliche Form, und jeder Sadhaka (Schüler) muss all diese Phasen durchlaufen. &lt;br /&gt;
Der Tantra beharrt darauf, dass keine Stufe oder Phase als Hindernis abgelehnt werden soll, sondern von jedem Individuum selbst genommen und durchschritten werden soll. Mann kann nur ein unbekanntes Ding, ein Objekt der Angst, nicht unter seine Kontrolle bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tantra sagt, dass die unreinen, häßlichen und unheiligen Dinge des Lebens eigentlich Dinge sind, die fälschlicherweise nicht in ihrem wirklichen Zusammenhang gesehen wurden, nicht von ihrer eigenen besonderen Position oder vom Standpunkt der Dinge selbst her. Sie sind weder gut noch schlecht, weder schön noch häßlich und weder heilig noch unheilig. Das alles sind nur Vorstellungen, die uns unser Verstand von einem speziellen Interessestandpunkt aus gibt. Unser Verstand sträubt sich dagegen, in Erwägung zu ziehen, dass es auch noch andere Interessen als seine eigenen geben könnte. Das Universum muss man von vielen Blickwinkeln aus sehen, nicht nur von einem. Vom Ersteren muss man zum Letzteren steigen, mit einer systematischen und progressiven Bewegung seines ganzen Seins durch den groben, den feinen und den göttlichen Aufbau der Dinge.&lt;br /&gt;
Am Anfang hat man Kontakt mit dem Objekt. Als nächstes denkt man es mit seinem Verstand bloß noch. Zuletzt visualisiert man es nur noch als einen Unruheherd oder Stress-Punkt in der Universellen Realität.&lt;br /&gt;
Die oben erwähnten Siddhantachara und Kaulachara vervollständigen den Prozess des Sadhana, wobei man in die wahre Natur der Dinge eintaucht und regelrecht übermenschlich wird. Die Aufgabe, welche die religiöse Praxis mit sich bringt, ist nicht die Ablehnung des Objektes oder des Dinges an sich, sondern die der Idee oder der Vorstellung, dass es, das Objekt, außerhalb von einem selbst sei. Die falsche Vorstellung weckt die Begierde, nicht das Objekt oder das Ding selbst. Die Verordnung ist hier in der Tat sehr subtil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritual===&lt;br /&gt;
Tantra Sadhana beinhaltet das Rezitieren von Mantras, die Ritualausführung mittels Yantras und die eigene Abstimmung mit einer speziellen Ebene der Realität, was eigentlich die spezifische  Bedeutung des Tantra ist. Während dieses Prozesses muss man viele kleine Details direkt von seinem Guru lernen. Die Entschlackung des Körpers, die Reinigung seines Geistes und Klärung seiner sozialen Beziehungen sind alles wichtige Vorbereitungen des Sadhana. Die übliche Shodasopachara-Puja oder die sechzehn-gliedrige Gebetszeremonie, welche für eine Gottheit abgehalten wird, sind auch geeignete Maßnahmen für all das, was man bewundert, schätzt und liebt. Durch solch einen Gottesdienst sucht man die Verbindung mit der Gottheit durch die Aufhebung der Trennung zwischen ihr und einem selbst. Die geheimnisvollen Prozesse, Nyasa (Anga-Nyasa und Kara-Nyasa) genannt, sind wiederum nach innen gerichtete Techniken, mittels derer man das Objekt in einem selbst und die Gottheit in seinem ureigenen Sein fühlt.&lt;br /&gt;
All das macht es mehr als deutlich, dass der Tantra Sadhana genauso höchst wissenschaftlich und präzise wie auch schwierig und gefährlich&lt;br /&gt;
ist. Dies ist seine Besonderheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
*[[Tantra Yoga]]&lt;br /&gt;
*[[Vijnana Bhairava Tantra]]&lt;br /&gt;
*[[Panchatantra]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p105_Kundalini-Tantra/ &#039;&#039;Kundalini Tantra&#039;&#039; von Swami Satyananda]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p106_Tantra-und-Yoga-Panorama/ &#039;&#039;Tantra und Yoga Panorama&#039;&#039; von Swami Satyananda]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/tantra/ Tantra Yoga]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/art_tantra_agama.html &amp;quot;Tantra&amp;quot; aus &#039;&#039;Göttliche Erkenntnis&#039;&#039; von Swami Sivananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/YogaundSexualitaet.html Yoga und Sexualität von Sukadev]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/kundalini-yoga/literatur-buecher-kundalini-yoga/ Literatur Bücher Kundalini Yoga]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seminare==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminare/seminar/meditationen-aus-dem-tantra-b130823-5/ Meditationen aus dem Tantra]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/seminarhaus-shanti/veranstaltungen/kalender-2013/yogini-tantra/ Yogini Tantra]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos==&lt;br /&gt;
===Atma Kriya Yoga mit Rishi Tulsidasananda===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|uQaVFLZnGVw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Erfahrung des subjektiven Bewusstseins im Yoga und in der östlichen Meditation===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|zoXRuC3RQTE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Entdeckung der Kundalini mit Sigmund Feuerabendt===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|kIhgXHWQoCw}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weißer Tantra mit Simram Kaur===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|jTn_1dUD9tE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was ist das Besondere an Tantra Meditationstechniken - Interview mit Dr. Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|QFR_u_Zdwhg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ajapa Japa - Tantra Meditation mit Soham===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|F40CZ5h0Ahk}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ajapa Japa - Tantra Meditation Technique===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|3LpnJk47SmA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kaya Sthairyam Tantra Meditation mit Dr. Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|5N2qB99YkFs}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Tantra Meditation - mit Nalini Sahay===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|HrvueDbn8HY}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Multimedia==&lt;br /&gt;
===Kundalini Yoga: Tantra===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/39_Kundalini-Yoga-Teil_2_Tantra.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Ewige und das Vergängliche – Shiva-Shakti 1===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Das_Ewige_und_das_Vergaengliche_Shiva-Shakti-1.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sei verhaftungslos und … Shiva-Shakti 2===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Glueck-ist-im-inneren.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Setze dich durch – und gebe nach – Shiva-Shakti 3===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/Sonne-Mond-im-Alltag.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tantra]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kundalini Yoga]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Chakra]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga Vidya Journal]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Parashurama&amp;diff=117176</id>
		<title>Parashurama</title>
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		<updated>2014-06-23T11:40:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: /* Kartavirya Arjuna und das Haihaya Königreich */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Parashurama&#039;&#039;&#039; ([[Sanskrit]]: परशुराम Paraśurāma &#039;&#039;m.&#039;&#039;) ist der sechste [[Avatar]] [[Vishnu]]s, Abkomme von [[Brahma]] und [[Schüler]] von [[Shiva]]. Er ist der Sohn von [[Renuka]] und dem [[Saptarishi]] [[Jamadagni]]. Er unterzog sich harter [[Askese]] und empfing dafür von Shiva eine Axt. Parashurama befreite die [[Welt]] von der [[Tyrannei]] des Kriegerstandes, nachdem der mächtige [[König]] [[Kartavirya]] seinen [[Vater]] getötet hatte. Er spielte im [[Mahabharata]] und im [[Ramayana]] eine wichtige Rolle. Er diente Karna und Drona als [[Lehrer]]. Er kämpfte gegen das Meer um die Länder Konkan, Malabar und Kerala zu schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Parashurama.jpg|thumb|Parashurama]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Abstammung==&lt;br /&gt;
Der Großvater Parashuramas war der [[Rishi]] [[Richika]], ein direkter Nachkomme [[Brahma]]s. Eines Tages reiste der Rishi durch das Land auf der Suche nach einer Braut. Zu jener [[Zeit]] dominierten zwei Familien. Die Bharat-Suryavamsha, die Sonnen-Dynastie, und die Chandravamsha, die Mond-Dynastie. Der Regent, [[König]] Gadhi gehörte zu der Mond-Dynastie und hatte eine schöne Tochter, Satyavati. Richika besuchte den König, er war von der [[Schönheit]] Satyavatis angetan und hielt um ihre [[Hand]] an. Der König war verblüfft, konnte jedoch einem [[Brahmane]]n einen [[Wunsch]] nicht verweigern. So war er bereit, seine Tochter unter einer Bedingung dem Rishi zu übergeben. Er musste ihm tausend Schimmel mit einem schwarzen Ohr bringen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rishi willigte ein. Er begab sich in [[Askese]], betete zu [[Varuna]] und erhielt die vom König geforderten Pferde. Er übergab die Mitgift und erhielt Satyavati zur [[Frau]]. Satyavati kam mit dem Asketenleben gut zurecht, doch bekam sie keine Kinder. Auch dass ihr [[Vater]] keinen Erben hatte bereitete ihr [[Sorge]]. Sie besprach sich mit Richika. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rishi wollte beiden helfen, ihr und ihrer [[Mutter]]. Er gab ihr einen [[Zaubertrank]] für die Mutter, damit diese einen kräftigen Sohn empfange, der ein Krieger werde, und einen Zaubertrank für sie selbst, damit sie einen Sohn empfange, der ein großer Weiser werde. Satyavati gab die Getränke ihrer Mutter, diese traute dem Rishi jedoch nicht und vertauschte sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mutter und Tochter wurden schwanger. Der Weise jedoch bemerkte bei seiner Frau die [[Aura]] eines Kriegers und fragte was passiert sei. Satyavati erzählte es ihm, und er sprach: ‚Nun wird dein Sohn ein großer Krieger werden anstatt ein König‘. Satyavati bat den Rishi ihren Bruder einen Krieger werden zu lassen und ihren Sohn einen Rishi. Richika ließ sich erweichen und Satyavati gebar [[Jamadagni]], der ein berühmter Saptarishi wurde und Renuka heiratete. Ihr Enkel wurde Parashurama, einer der bedeutendsten Krieger seines Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geburt==&lt;br /&gt;
Der genaue Geburtsort von Parashurama ist unbekannt. Die Wurzeln seiner Herkunft liegen im Haihaya Königreich, heute Maheshwar. Die [[Puranas]] nennen Renuka Tirth als Geburtsort. Die folgenden Orte beanspruchen für sich der Geburtsort zu sein: Renuka Kuti, Jalalabad, Shahjahanpur, Uttar Pradesh, Bala Parashurama, Mahur, Maharashtra, Jana Paav, Tehsil Mhow, Indore, Madhya Pradesh, Karnataka, Renkuta, Agra oder Distrikt Mathura, Uttar Pradesh Renuka Lake, Himachal Pradesh, Surparaka, Sopara.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Vater, Jamadagni, war ein direkter Nachkomme [[Brahma]]s. Renuka gebar, vor Parashurama, vier Söhne: Vasu, Viswa Vasu, Brihudyanu und Brutwakanwa. Vor der Geburt des fünften [[Sohn]]es meditierte Jamadagni in Tape Ka Tiba, nahe des Renuka Teiches, und bat um göttliche Unterstützung. [[Vishnu]] erfüllte den [[Wunsch]], ging in Renuka ein und wurde als Parashurama geboren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Renuka und der Lehmtopf==&lt;br /&gt;
Renuka war für ihre [[Hingabe]] an ihren Ehemann bekannt. Ihr [[Glaube]] war so stark, dass sie in der Lage war, [[Wasser]] in einem ungebrannten Tontopf zu holen, zusammengehalten nur durch die [[Stärke]] ihrer Hingabe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines Tages fuhr eine Gruppe [[Gandharva]]s (Himmlische Musikanten) in einem Wagen über den Himmel, als Renuka am Fluss war. Einen Moment war sie abgelenkt, und der ungebrannte Topf löste sich im Fluss auf. Aus [[Angst]] vor ihrem Mann, blieb sie am Fluss, unschlüssig, was nun geschehen sollte. Jamadagni bemerkte, dass seine [[Frau]] noch nicht zurückgekehrt war. Aufgrund seiner [[Yogakraft]] wusste er, was geschehen war, und er geriet in [[Zorn]]. Er rief seinen ältesten Sohn, gab ihm eine Axt und befahl ihm, die [[Mutter]] damit zu töten. Der Junge lehnte das erschrocken ab, und Jamadagni verwandelte ihn in einen [[Stein]]. Er holte seine weiteren Söhne, doch keiner war bereit, die Mutter zu töten. So wurden auch sie in Steine verwandelt. Nun war nur noch der jüngste Sohn, Parashurama, übrig. Er war wie immer gehorsam und enthauptete die Mutter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zufrieden mit seinem Sohn bot Jamadagni ihm zwei Wünsche an. Der Junge bat darum, dass die Mutter wieder lebendig würde, und seine Brüder wieder zu Menschen würden. Von diesen Wünschen war Jamadagni tief beeindruckt, und er gewährte sie dem Sohn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kartavirya Arjuna und das Haihaya Königreich==&lt;br /&gt;
Die [[Zeit]] in der Parashurama lebte, war eine turbulente Zeit Indiens. Die Puranas schreiben von vielen Schlachten zwischen Kshatriya [[Familie]]n und Königreichen. Parashurama lebte in dem Königreich Haihaya, dem heutigen Maheshwar, an den Ufern des Narmada Flusses. Über Generationen zogen sich die [[Streit]]igkeiten zwischen den Haihaya Kshatriyas und den Bhargava Brahmanen, von denen Parashurama abstammte, hin, sie werden im Mahabharata mehrmals erwähnt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dattatreya, die [[Verkörperung]] der Heiligen [[Trimurti]] ([[Brahma]], [[Vishnu]], [[Shiva]]) wurde von Kartavirya verehrt und übergab später das [[Tripura Rahasya]] (eine Weisheitsschrift) an Parashurama.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haihaya wurde von dem mächtigen und grausamen König Kartavirya [[Arjuna]] regiert. Er war die [[Inkarnation]] von Vishnus göttlicher Waffe, dem [[Sudarshanacakra]]. Kartavirya verehrte Dattatreya, die Verkörperung der Trimurti und Abkömmling des Saptarishis [[Atri]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kartavirya war unbeschreiblich mächtig und unternahm viele Feldzüge. Die Militärverbünde der Shakas, Yavanas, Kambojas, Pahlavas und Paradas, als die &amp;quot;Fünf Horden&amp;quot; bekannt, unterstützen ebenfalls Haihaya und Talajunga. Haihaya gehörte zu der Mond-Dynastie, sie plünderten Kashi ([[Varanasi]]). Die Sonnen-Dynastie schlug zurück und vertrieb die Haihayas aus Vatsa. Kartavirya besiegte die Nagas. Danach machte er Mahishmati, das heutige Maheshwar, zur Hauptstand seines Königreiches. Er verhinderte, dass König Bahu aus der Sonnen-Dynastie [[Ayodhya]] zurückerhielt. Eine [[Generation]] später eroberte Sagara, der Sohn Bahus, Ayodhya zurück. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Sieg über Haihaya schor er den Bewohnern die Köpfe, um sie zu demütigen. Diese Rückeroberung machte die Bühne frei für das kommende Ramayana. Kartavirya war so mächtig geworden, dass er sogar den Dämonenkönig [[Ravana]] besiegen konnte. Ravana wurde später die Nemesis im Ramayana.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Parashurama Avatar==&lt;br /&gt;
Es gab einmal einen [[König]] namens Arjuna (nicht identisch mit dem aus [[Bhagavad Gita]]). Er hatte den [[Gott]] [[Dattatreya]] günstig gestimmt und dadurch den [[Segen]] der Unbesiegbarkeit erreicht. Aber Arjuna missbrauchte seine [[Kraft|Kräfte]] und wurde ein gnadenloser Tyrann. Um ihn und andere teuflische [[Kshatriya]]s (Angehörige der Kriegerkaste) zu besiegen, kam [[Vishnu]] als Parashurama auf die [[Erde]], dem jüngsten Sohn des Weisen und Heiligen Jamadagni und seiner [[Frau]] Renuka. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon sehr früh wunderte sich sein [[Vater]], woher Parashurama so viel über Waffen wusste. Er hatte eine außergewöhnliche [[Liebe]] für Waffen, und die Axt hatte es ihm ganz besonders angetan. Eines Tages, als Parashurama fort war, kam König Arjuna in die Einsiedelei Jamadagnis. Dieser begrüßte den König und lud ihn zu einem Mahl ein. Jamdagni besaß etwas ganz besonders Wertvolles, und zwar die [[Kamadhenu]], die wunscherfüllende [[Kuh]]. Wann immer Jamadagni etwas wollte, dann ging er zu Kamadhenu, sagte es ihr, und dann bekam er es. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jamadagni lud also den König Arjuna zum Essen ein, ging zu Kamadhenu, flüsterte ihr was ins Ohr, und dann manifestierte sich das Festmahl vor dem König. Arjuna wollte dann aber die Kamadhenu besitzen. So befahl er seinen Leuten, dass sie die Kamadhenu und ihr Kalb mitnehmen sollten. Als einige Tage später Parashurama zurückkam, fand er seinen Vater trauernd: „Oh [[Rama]], der König hat meine geliebte Kamadhenu und ihr Kalb genommen. Parashurama war außer sich. Er schnappte sich seine Axt und stürmte in die Hauptstadt Arjunas. Dieser war alarmiert und schickte ihm eine ganze Streitmacht entgegen. Aber Parashurama zerstörte diese in kürzester [[Zeit]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Kampf zwischen Parashurama und Arjuna ging sehr schnell dann Parashurama als Sieger hervor. Er nahm dann Kamadhenu und ihr Kalb, brachte sie zurück zu seinem Vater, so dass das [[Leben]] wieder wie davor weiter ging. Aber nicht für lange Zeit! Die Söhne Arjunas wollten Rache für den [[Tod]] ihres Vaters. Eines Tages, als Parashurama nicht zu Hause war, stürmten sie in die Einsiedelei und köpften seinen Vater. Als er nach Hause kam und seine Mutter weinend, seinen Vater tot fand, da versprach er, dass er die Kshatriyas vernichten würde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er nahm seine Axt und ging daran, seine [[Bestimmung]], derentwegen er auf die Erde gekommen war, zu erfüllen. Er zerstörte die Kshatriyas die eine Plage für [[Bhumidevi]] und deren Kinder geworden waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch== &lt;br /&gt;
*[[Vishnu]] &lt;br /&gt;
*[[Matsyakshaka]]&lt;br /&gt;
*[[Matsyakshi]]&lt;br /&gt;
*[[Pancha Makara]]   &lt;br /&gt;
*[[Jalaja]]&lt;br /&gt;
*[[Mina]]&lt;br /&gt;
*[[Kashika]]&lt;br /&gt;
*[[Ashtadhyayi]]  &lt;br /&gt;
*[[Dashavatar]]&lt;br /&gt;
*[[Vami]]&lt;br /&gt;
*[[Vamathu]]&lt;br /&gt;
*[[Rama]]&lt;br /&gt;
*[[Sita]]&lt;br /&gt;
*[[Lakshmana]]&lt;br /&gt;
*[[Hanuman]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p108_Ramayana/ Ramayana]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/de/artikel/sivananda/epen_ramayana.html Swami Sivananda: Sadhana im Ramayana]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Bilder/Galerien/Vishnu.html Vishnu, der Erhalter]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Buch/Kirtan/4-VIshnuBhajans.htm Kirtan: Vishnu Bhajans und Kirtans]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Multimedia==&lt;br /&gt;
===Geschichten aus der Ramayana===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/129_Ramayana.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Dashavatar}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Dasavatar.jpg|1000px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ramayana]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ramayana Charaktere]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mythologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indische Götter]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mythologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Katha_Upanishad&amp;diff=111906</id>
		<title>Katha Upanishad</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Katha_Upanishad&amp;diff=111906"/>
		<updated>2014-05-20T13:26:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: /* Pranava */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Katha Upanishad&#039;&#039;&#039; ([[Sanskrit]]: katha-upanishad &#039;&#039;f.&#039;&#039;), auch &#039;&#039;&#039;Kathopanishad&#039;&#039;&#039;, ist der Name einer berühmten [[Upanishad]], welche die Belehrungen des Totengottes [[Yama]] an [[Naciketas]] enthält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kernaussagen der Katha Upanishad==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Von Swami Sivananada&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Om]]. Möge [[Das]] uns ([[Lehrer]] und [[Schüler]]) beschützen. Möge Das uns zur [[Glückseligkeit]] ([[Mukti]]) führen. Mögen wir beide fähig sein, die wahre [[Bedeutung]] der [[Schrift]]en zu erfassen. Möge unser [[Lernen]] erfolgreich sein. Mögen wir nie in [[Streit]] geraten. &lt;br /&gt;
Om Frieden! Frieden!! Frieden!!!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. [[Intuition]] ([[Aparokshanubhuti]]) ist die [[Quelle]] des [[Wissen]]s über [[Atman]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Der Atman ist schwer zu erfassen. Er ist [[feinstofflich]]. Er kann nicht durch Schlussfolgerungen erfasst werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Ein selbstverwirklichter [[Guru]] allein kann den [[Aspirant]]en auf dem [[spirituell]]en [[Weg]] führen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Angenehme vs. das Gute===&lt;br /&gt;
4. Das eine ist gut, während das andere angenehm ist. Gesegnet ist der, der sich für das [[Gute]] ([[Shreyas]]) allein entscheidet. Wer das Angenehme ([[Preyas]]) wählt, verliert letztendlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Sreyas ist das Gute, das Höchste [[Selbst]], das [[Wissen]], das zu [[Moksha]] (Befreiung) führt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Preyas ist das Angenehme, die [[Sinnesfreude]]n. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Die verkörperte [[Seele]] ist in ihrer [[Essenz]] identisch mit [[Brahman]]. Aufgrund von [[Unwissenheit]] und [[Illusion]] sind wir an [[Handlung]] gebunden und versuchen, [[Befreiung]] zu erlangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Wer den [[Pfad]] der [[Wahrhaftigkeit]] beschreitet und sich dem Guten verschreibt, erreicht [[Glückseligkeit]] und [[Unsterblichkeit]]. Wer den Sinnesfreuden frönt, verfehlt das [[Ziel]] des [[Leben]]s. Er versinkt in [[Sorge]] und [[Leid]] und ist gefangen im [[Rad]] von [[Geburt]] und [[Tod]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. [[Shreya Marga]] ist der Pfad des Wissens. [[Preya Marga]] ist der Pfad des Nichtwissens. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. Du musst die Sinnesfreuden überwinden, so du Glückseligkeit in [[Atman]] erlangen willst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Das Gute und das Angenehme haben den [[Mensch]]en fest im Griff. Der [[Weise]] untersucht und unterscheidet zwischen beiden, er wählt das Gute. Der Unwissende wählt das Angenehme, seinem [[Körper]] zuliebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Der Pfad des Wissens und der Pfad des Angenehmen stehen dem Menschen offen, er kann den Pfad wählen, der im zusagt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. So wie der [[Schwan]] [[Milch]] von [[Wasser]] trennt und nur die Milch trinkt, so trennt der Weise Gut von Böse und folgt dem Guten allein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. Der Weise weiß, dass Shreyo Marga zu Unsterblichkeit, [[Freiheit]] und Glückseligkeit führt, Preyo Marga dagegen zu vergänglichen sinnlichen [[Freude]]n und zu [[Bindung]]. Deshalb bevorzugt er Sreyo Marga. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15. Den Unwissenden fehlt das [[Unterscheidungsvermögen]] zwischen dem Guten und dem Angenehmen. Sie haben keine [[Vorstellung]] vom Ziel, vom Erreichen des Zieles und von den [[Frucht|Früchten]]. Sie wählen das Angenehme, um gierig ihren Körper zu mästen und geben sich den Sinnesfreuden hin.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16. Die beiden Wege liegen weit auseinander und führen zu unterschiedlichen [[Resultat]]en. Sie sind wie [[Licht]] und [[Dunkelheit]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
17. [[Avidya]] ist der Weg des Angenehmen. Er führt zu Leid und Bindung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18. [[Vidya]] ist der Weg des Guten. Er führt zu Freiheit und Befreiung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zeichen der Täuschung===&lt;br /&gt;
19. Die Unwissenden leben in [[Dunkelheit]], sehen sich jedoch als weise und gebildet. In [[Illusion]] gehen sie verschlungene [[Weg]]e, wie Blinde, die von Blinden geführt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20. Die in [[Samsara]] leben, leben in [[Unwissenheit]] und Dunkelheit. Sie haben weder Verstehen noch [[Unterscheidungskraft]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
21. Sie sind an Tausende von Seilen der Erwartung gebunden. Sie sind in Tausende von Schlingen in Form von [[Anhaftung]] an [[Kind]]er, [[Ehe]], [[Wohlstand]], [[Besitz]] und vieles mehr verwickelt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22. Unwissend sind sie, doch sehen sie sich als intelligent und belesen in den [[Shastra]]s. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23. Sie werden [[Befreiung]] nicht erlangen. Sie sind immer wieder an das [[Rad]] von [[Geburt]] und [[Tod]] gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24. Sie gehen im [[Leid]] von Samsara durch Geburt, [[Alter]], [[Krankheit]], [[Sorge]], Leid und Tod unter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25. So wie der Blinde, der von einem Blinden auf steiniger Straße geführt wird, leidet, so leiden die Unwissenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
26. Der [[Weg]] in die [[Zukunft]] ist dem Unwissenden nicht klar. Er verfällt der Illusion des Wohlstandes. Das ist die [[Welt]], es gibt keine andere, so denkt er. So fällt er wieder und wieder in das Netz von Geburt und Tod.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
27. Wohlstand ist das Gift der Welt. Er schafft [[Stolz]] und [[Eitelkeit]]. Er schafft einen wirren [[Geist]] und vernebelt den [[Verstand]]. Er verschleiert den [[Intellekt]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28. Die Notwendigkeit, [[Befreiung]] zu erlangen, ist dem Leichtsinnigen kein [[Bedürfnis]]. Er ist in Gedanken an Kinder, Ehe und Wohlstand eingehüllt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
29. Die Sinnesfreuden sind das [[Ziel]] des weltlichen [[Mensch]]en. [[Geld]] ist sein Ziel. Essen, Trinken, [[Spaß]] sind seine höchste [[Philosophie]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
30. Viele sind nicht in der Lage auf den [[Atman]] zu hören. Auch wenn sie von Atman hören, können sie die [[Wort]]e nicht erfassen, da ihr Geist nicht klar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Erhabenheit von Brahma Vidya===&lt;br /&gt;
31. Unübertrefflich ist es, sein [[Selbst]] ausdrücken zu können. Unübertrefflich ist es, sein Selbst zu erfassen, gelehrt von einem fähigen [[Lehrer]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
32. [[Brahma Vidya]] ist die vollkommene [[Wissenschaft]]. Sie ist die Wissenschaft der Wissenschaften. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
33. Welche ist diese höchste [[spirituell]]e Wissenschaft, die, so wir sie kennen, uns alle anderen Wissenschaften kennen lässt. Es ist [[Para]] [[Vidya]] oder Brahma Vidya, das Erkennen des unsterblichen [[Atman]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
34. Unübertrefflich muss der Lehrer sein, der Brahma Vidya lehrt. Unübertrefflich muss auch der [[Schüler]] sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
35. Brahma [[Jnani]]s und befähigte [[Aspirant]]en sind sehr, sehr rar in der [[Welt]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
36. Wer mit den vier [[Absicht]]en - [[Viveka]] (Unterscheidungskraft), [[Vairagya]] (Leidenschaftslosigkeit), [[Shat Sampat]] (sechsfache Tugenden), [[Mumukshutva]] (Sehnsucht nach Befreiung) - ausgestattet ist, der ist für den [[Weg]] des [[Jnana Yoga]] befähigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
37. Von Tausenden, die von Atman hören, die [[Gott]] suchen, erkennt einer Atman. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
38. Der Atman kann nicht leicht erkannt werden, wenn Er von einem Unerfahrenen, der selbst Atman nicht erkannt hat, gelehrt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
39. Der Atman kann nicht durch Behauptung und Beweisführung erkannt werden, denn Er ist transzendent, jenseits von [[Verstand]] und [[Intellekt]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
40. Der Intellekt ist ein vergängliches Instrument, bedingt durch [[Zeit]], [[Raum]] und [[Ursache]]. Nur durch Behauptung kommen wir zu keiner endgültigen [[Entscheidung]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
41. Ein [[Mensch]] mit niederem Intellekt wird von einem Menschen mit hohem Intellekt besiegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
42. Argumentieren ist nur ein Jonglieren mit [[Wort]]en. Es ist intellektuelle [[Gymnastik]] und sprachliche Kriegsführung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
43. Wer sein [[Leben]] nur mit Argumentieren verbringt, ist im dichten [[Dschungel]] von Dunkelheit und Nichtwissen gefangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
44. Höre auf zu argumentieren und werde still, wende dich nach Innen und meditiere.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
45. Der Atman ist nur durch stille [[Meditation]] zu erfahren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
46. [[Brahma]] [[Jnana]] kann nicht durch Behauptung und Beweisführung erlangt werden. Man muss das [[Brahman]]-[[Bewusstsein]] durch [[spirituell]]e [[Erfahrung]] erlangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
47. Es ist leicht, Brahman zu verstehen und zu erkennen, wenn von einem verwirklichten Lehrer gelehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
48. Das [[Ewige]] kann nicht durch Vergängliches erkannt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
49. Das Ewige ist unveränderlich, es kann nicht durch Veränderliches erkannt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
50. Selbst [[Hiranyagarbha]] ist nichts im Vergleich zu [[Para Brahman]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
51. Der Atman ist [[feinstofflich]] und innewohnend. Er liegt in der [[Höhle]] des [[Herz]]ens verborgen. Deshalb ist er schwer zu erkennen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
52. Der [[Weise]] zieht seine [[Sinn]]e von den Objekten im Außen zurück, erkennt den Atman durch Meditation auf das Selbst und ist frei von [[Freude]] und [[Leid]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
53. Der Atman ist jenseits von Freude und Leid. Er ist [[Glückseligkeit]]. Er ist [[Satchidananda]] [[Svarupa]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
54. [[Glück]] und Leid, Freude und [[Kummer]] sind nur Modifikationen des [[Geist]]es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Upanishaden Sadhana===&lt;br /&gt;
55. Der [[Weise]] meditieret auf den [[Atman]], erkennt Ihn, den Unsichtbaren, den Unergründlichen, den in der [[Höhle]] des [[Herz]]ens Verborgenen, den in der [[Hölle]] Weilenden, den in der [[Intelligenz]] Erscheinenden und ist frei von [[Freude]] und [[Leid]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
56. Der [[Aspirant]] hört von seinem befähigten [[Lehrer]] alles über den Atman und erfasst Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
57. Dann trennt er durch Unterscheiden zwischen Wirklichem und Nichtwirklichem den Atman von [[Körper]] und [[Geist]], meditiert auf den Atman und erkennt Ihn durch seine [[Intuition]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
58. Diese [[Welt]] wird von [[Dharma]] getragen. [[Brahman]] ist das Zentrum des Dharma. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
59. Warum führt ein [[Mensch]] ein rechtschaffenes [[Leben]]? Weil er nur durch das Erkennen von Brahman wirklich genießen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
60. Das Prinzip ([[Svarupa]]) von Brahman ist [[Glückseligkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
61. Sinnesfreuden sind nur flüchtige [[Eindruck|Eindrücke]], angeregt durch Reizung der [[Nerv]]en. Es sind nur Reaktionen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
62. Brahman ist [[Fülle]], [[Einheit]], [[Ewigkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
63. Brahman ist anders als [[Tugend]] und [[Laster]], anders als [[Ursache]] und [[Wirkung]], anders als [[Vergangenheit]] und [[Zukunft]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
64. Tugend und Laster, Vergangenheit und Zukunft sind nur mentale Schöpfungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
65. [[Zeit]] ist nur ein Wert des Geistes, eine ebenso nur mentale Schöpfung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
66. In [[Ishvara]] besteht gleichzeitige [[Wahrnehmung]]. Alles ist nur. Alles ist nur jetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
67. Brahman ist Ewigkeit. Es ist jenseits von Zeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
68. Das [[Ziel]], das die [[Veden]] verkünden und für das der [[Aspirant]] in [[Brahmacharya]] lebt, dieses Ziel ist [[OM]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
69. [[Buße]] und Brahmacharya führen zum Erkennen von Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Pranava===&lt;br /&gt;
70. [[OM]] ist auch unter den Namen [[Pranava]], [[Ekakshara]] und [[Omkara]] bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
71. OM ist ein [[Symbol]] ([[Pratika]]) für [[Brahman]]. Es ist [[Klang]] ([[Shabda]] Brahman).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
72. OM ist der [[Urklang]], die erste [[Manifestation]] Brahmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
73. OM ist das geeignetste Symbol für Brahman. Es besteht aus drei Buchstaben - A, U, M.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
74. Klang, [[Wort]] und [[Name]] sind untrennbar mit dem Gedanken verbunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
75. OM ist wahrlich Brahman. OM ist wahrlich das Höchste. Jener, der OM kennt, erlangt alles, was er wünscht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
76. OM ist Brahman selbst. OM und Brahman sind untrennbar miteinander verbunden. Über OM sollte wie über Brahman selbst meditiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
77. OM ist ein Symbol, sowohl für [[Saguna]] als auch für [[Nirguna]] Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
78. Wer auf OM mit Saguna (gestalthaft) [[Bhava]] meditiert, der wird Saguna Brahman erlangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
79. Wer auf OM mit Nirguna (gestaltlos) Bhava meditiert, der wird Nirguna Brahman erlangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
80. Das manifestierte Brahman sollte erreicht werden. Das unmanifestierte Brahman sollte erkannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
81. OM ist die beste [[Hilfe]]. Es ist das beste Mittel, um das Manifeste (Saguna Brahman) oder das Höchste (Nirguna Brahman) zu erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
82. Wer auf Brahman meditiert, wird eins mit Brahman und ist es wert, wie Brahman verehrt zu werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
83. Der Kenner Brahmans wird Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
84. OM ist die wertvollste Hilfe. Wer diese Hilfe kennt, wird in dieser [[Welt]] als Brahman verehrt. Er wird wie Brahman verehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Wesen des Höchsten Selbst===&lt;br /&gt;
85. Der Atman ist ohne Geburt und ohne Tod. Er entstand nicht aus etwas. Er ist ewig. Er stirbt nicht, wenn der Körper stirbt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
86. Brahman wurde nicht hergestellt wie ein Topf aus Lehm. Er ist frei von Bedingung. Er ist frei von Modifikationen wie sie Dingen eigen sind, die eine Form besitzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
87. Brahman ist unvergänglich und unveränderlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
88. Brahman ist frei von Veränderung und Entwicklung, Es ist unvergänglich und unveränderlich. Es ist archaisch (Purana).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
89. So wie die Luft im Topf nicht davon berührt wird, wenn der Topf zerbricht so, ist der Atman nicht davon berührt, wenn der Körper stirbt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
90. Der Atman ist feinstofflich, kein Schwert kann Ihn töten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
91. Unwissende glauben, der Körper sei Atman und identifizieren die Seele mit dem Körper. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
92. Wenn der Mörder denkt: ‚Ich töte‘, dabei den Körper für die Seele haltend, und wenn der Ermordete denkt: ‚Ich wurde getötet‘, dann kennen beide den Atman nicht. Beide sind unwissend. Die Seele tötet nicht und kann nicht getötet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
93. Der Atman, feiner als fein, größer als groß, weilend im Herzen eines jeden Wesens. Wer wunschlos ist, ruhig im Geist, die Sinne zurückgezogen hat, der behält die Würde des Selbstes und wird frei von Kummer und Leid.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
94. Die Seele einer Ameise ist dieselbe wie die eines Elefanten. Nur ein Bewusstsein weilt in allen Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
95. Die Essenz aller Wesen ist der Atman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
96. Der Atman wird von der Welt überlagert, so wie das Seil von der Schlange überlagert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
97. Für sich allein hat die Welt keine eigene Existenz, alles ist Atman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
98. Der Atman ist weit, Er ist überall, denn Er ist alldurchdringend und ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
99. Der Atman frohlockt und frohlockt nicht. Er genießt die Welt in ihren Begrenzungen. Er ist der stille Zeuge in seinem reinsten Wesen, und so frohlockt Er nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
100. Befähigte Aspiranten, ausgestattet mit einem feinen, scharfen und reinen Intellekt, lernbegierig und mit den vier Absichten (siehe Vers 36) vertraut, können den Atman erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
101. Der Weise, der den Atman als körperlos erkannt, nur im vergänglichen Körper weilend, erhaben und alldurchdringend, kennt kein Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
102. Der Atman ist körperlos im Körper weilend. Er ist unveränderlich inmitten Veränderlichem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
103. Die Weisen, die das Selbst erfahren haben und den Atman erkannt durch direkte intuitive Wahrnehmung (Aparokshanubhuti), kennen kein Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wer erreicht Atma Jnana===&lt;br /&gt;
104. Der Atman kann nicht erkannt werden durch das Studium der Veden, durch Intelligenz oder Hören. Der, den das Selbst erwählt, der kann das Selbst erkennen. Dem enthüllt der Atman Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
105. Den Atman kann nur der erkennen, der wunschlos ist und nach Wissen strebt. Dem enthüllt der Atman Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
106. Das Selbst dessen, der nach Wissen strebt, enthüllt sich ihm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
107. Nur der Aspirant, der Atman sucht erkennt Atman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
108. Der Atman wird nur von dem erkannt, den Gott erwählt, dem Gott Seine Gnade gewährt, den Er liebt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
109. Wer nicht von Untugenden ablässt, wer seine Sinne nicht unter Kontrolle hat, wessen Geist nicht einpünktig und geläutert ist, der kann Atman nicht erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metaphysik des Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
110. Da sind zwei, Paramatman (die höchste Seele) und Jivatman (die verkörperte Seele). Paramatman ist das Licht, Jivatman ist der Schatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
111. Paramatman kennt weder Handlung noch Früchte daraus. Er ist stets der stille Zeuge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
112. Das gegenüberliegende Ufer von Samsara ist Moksha (Befreiung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
113. Der Körper ist der Wagen, der Atman ist der Herr des Wagens, der Intellekt ist der Wagenlenker, der Geist ist die Zügel, die Sinne sind die Pferde, die Objekte sind die Straße. Der Atman, vereint mit Sinnen und Geist, ist der Genießer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
114. Der reine Atman ist tatenlos (Nishkriya). Er ist untätig (Akarta).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
115. Der Atman erscheint als der Genießer, so Er sich mit dem Geist, den Sinnen und dem Körper durch Avidya verbindet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
116. Der Geist agiert und genießt durch Sinne und Körper. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
117. Die Eigenschaften von Geist, Sinnen, Prana und Körper werden auf den Atman übertragen und die Attribute des Atmans werden auf Geist, Sinne, Prana und Körper übertragen. Dies wird wechselseitige Übertragung (Anyonya Adhyasa) genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
118. Durch diese Übertragung erscheint der empfindungslose Geist intelligent zu sein und der unreine und empfindungslose Körper wird für den reinen und empfindungsfähigen Atman gehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
119. Der reine Atman nimmt die Erscheinung des Jivas an und aufgrund der durch Avidya ausgelösten Übertragung verfällt Er in das Leid von Samsara - Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
120. Die Essenz des Jivas ist Satchidananda Svarupa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121. Wenn Avidya durch das Erkennen des Selbstes überwunden ist, wird man eins mit Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wichtigkeit von Selbstkontrolle===&lt;br /&gt;
122. Wer keine Unterscheidungskraft besitzt und seinen Geist nicht unter Kontrolle hat, dessen Sinne sind derart unkontrollierbar wie wilde Pferde durch den Kutscher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
123. Wer nicht ausgestattet ist mit Unterscheidungskraft zwischen Wirklich und Nichtwirklich, wer nicht fähig ist, zu unterscheiden was zu tun ist und was nicht zu tun ist, wer seinen Geist nicht unter Kontrolle hat, der ist ein unfähiger Fahrer seines Körpers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
124. Wer Wissen besitzt, Geist und Sinne stetig unter Kontrolle hält, dessen Pferde sind gezähmt durch den Kutscher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
125. So wie ein guter Kutscher seine Pferde durch die Zügel kontrolliert, so kontrolliert der gute Fahrer diese Körper-Kutsche durch Verstehen, Unterscheidungskraft und Willen.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
126. Die Sinne werden kontrolliert durch den kontrollierten Geist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127. Kontrolle der Sinne ist ein indirektes Mittel um das Ziel, Moksha, zu erlangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
128. Wer keine Unterscheidungskraft besitzt, wer seinen Geist nicht unter Kontrolle hat, wer nicht geläutert ist, der kann das Ziel nicht erreichen, er gerät immer wieder in den Kreislauf von Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
129. Wer versteht, wer seinen geläuterten Geist stets unter Kontrolle hat, der erreicht das Ziel und wird nicht mehr geboren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
130. Wer als Fahrer eine scharfsinnige Intelligenz und als Zügel einen gut kontrollierten Geist besitzt, der erreicht am Ende seiner Reise das Reich Vishnus.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
131. Der kluge Kutscher lenkt die Pferde durch die Zügel und fährt die Kutsche sicher ans Ziel, das Ende der Reise. Ebenso erreicht der Jiva sein Ziel, das Reich Vishnus, auf der Straße des Samsaras, wenn er durch Unterscheidungskraft Geist und Sinne lenkt.&lt;br /&gt;
Die innere Ordnung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
132. Hier werden die aufsteigenden Stufen des Feinstofflichen beschrieben. Jenseits der Sinne sind die Anfänge, jenseits der Anfänge ist der Geist, jenseits des Geistes ist der Intellekt, jenseits des Intellekts ist der kosmische Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133. Jenseits des kosmischen Intellekts ist das Unmanifestierte (Avyakta). Jenseits des Unmanifestierten ist der Purusha. Jenseits des Purushas ist nichts. Das ist das Ende, das ist das höchste Ziel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
134. Überlegenheit wird gewichtet nach der Feinstofflichkeit. Das Feinstoffliche ist dem Grobstofflichen überlegen. Das Feinstofflichere ist dem Feinstofflichen überlegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
135. Der Atman ist das feinstofflichste Vastu (Substanz). Er ist allem überlegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
136. Die Ursache ist feinstofflicher als die Wirkung.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
137. Die fünf Grundlagen der Materie sind den Sinnen überlegen, denn die Sinne werden durch die Grundlagen der Materie geformt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
138. Der Geist ist den Grundlagen überlegen, denn er ist feinstofflicher und wird durch die feinstofflichen Tanmatras (Sukshma Bhutas) in ihrer feinsten Prägung geformt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
139. Die fünf Elemente sind die Auswirkungen der Tanmatras.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
140. Der Geist ist der Seher (Drik), die Objekte sind das Gesehene (Drishya).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
141. Der Geist ist inwendiger als die Sinne. Deshalb ist der Geist den Objekten überlegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
142. Der Intellekt ist dem Geist überlegen, denn der Intellekt ist feinstofflicher, erhabener und inwendiger als der Geist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
143. Der Geist gibt den Gedanken an den Intellekt. Der Intellekt untersucht, entscheidet und kommt zu einer endgültigen Lösung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
144. Der Intellekt ist der Ministerpräsident des Atmans. Er handelt wie ein Oberrichter am Obersten Gerichtshof. Er steht dem Atman ganz nahe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
145. Der Geist ist nur ein Instrument. Er arbeitet durch die Intelligenz, die sich in ihm reflektiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
146. Hiranyagarbha ist der Mahat Atman. Er ist die kosmische Intelligenz. Er ist das universelle Leben. Er ist die Summe aller individuellen Seelen. Er ist der Erstgeborene des Unmanifestierten (Avyakta).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
147. Avyakta ist der Same aller Welten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
148. So wie der Baum potentiell im Samen enthalten ist, so ist die Welt potentiell in Avyakta enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
149. Die drei Gunas sind das Gleichgewicht in Avyakta.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
150. Materie, Energie und Klang sind potentiell in Avyakta enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
151. In Pralaya geht die Welt in Avyakta ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
152. Avyakta geht in Para Brahman ein wie Kette und Schuss. Es ist das Gewebe aller Potenzen von Ursache und Wirkung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
153. Der Purusha ist die Ursache aller Ursachen. Er ist Fülle. Deshalb wird er Purusha genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
154. Der Atman ist das Ende, das höchste Ziel. Hier enden Feinheit und Erhabenheit.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
155. Wer den Purusha erkennt wird nicht mehr in Samsara geboren. Er erreicht Moksha. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156. Der Atman ist in allen Wesen verborgen, nur die Seher nehmen Ihn wahr, durch ihren scharfen und feinen Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
157. Aufgrund von Avidya kann der Mensch, obwohl sein Wesen Brahman ist, die Wahrheit ‚Ich bin Brahman‘ nicht ermessen. Selbst dann nicht, wenn man sie ihn lehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
158. Doch weiß er, dass er der Sohn von dem und dem ist. Selbst wenn man ihn dieses nicht lehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159. Mula Prakriti, Pradhana, Avyakta, Avyakriti und Maya sind gleichbedeutende Begriffe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der inwendige Pfad des Yogas===&lt;br /&gt;
160. Der unwissende weltliche Mensch hält seinen Körper für Atman und wandert in Selbsttäuschung durch Samsara. Wie rätselhaft Avidya doch ist! Wie tief und unergründlich Maya doch ist! Wie fantastisch und undurchschaubar Moha doch ist!  (Avidya – Unwissenheit, Maya – Illusion, Moha – Verblendung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
161. Der Atman strahlt nicht für die, die einen unreinen, engen und groben Intellekt haben, doch Er wird erkannt von denen, die einen reinen, scharfen und feinen Intellekt haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
162. Der Intellekt wird rein und scharf erhalten, indem man über Brahman hört, reflektiert und meditiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
163. Der Weise versenkt seine Sinne in den Geist, den Geist in den Intellekt, den Intellekt in den kosmischen Intellekt und den kosmischen Intellekt in den friedvollen Atman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
164. Ziehe die Sprache und andere Werkzeuge zurück durch Versenkung (Pratyahara) und Selbstkontrolle (Dama).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
165. Verschmelze den Geist mit dem Intellekt, mit Hiranyagarbha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
166. Verschmelze Hiranyagarbha mit dem friedvollen Atman (Santa Atman), dem reinen, unbedingten Para Brahman, dem Nährboden für alles, dem Unwandelbaren, dem Selbst, dem Zeugen aller Modifikationen des Intellekts. Das ist der Prozess des Verschmelzens des Geistes mit dem Unendlichen, Laya Chintana.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
167. Praktiziere Innenschau und Selbstanalyse. Kontrolliere den niederen Geist durch den höheren. Beende alle Aktivitäten der Sinne und richte das Bewusstsein auf den Geist. Dann ziehe das Bewusstsein vom Geist zurück und richte es auf den Intellekt. Ziehe das Bewusstsein vom Intellekt zurück und richte es auf die kosmische Intelligenz. Schließlich ziehe das Bewusstsein von der kosmischen Intelligenz zurück und richte es auf das absolute Bewusstsein, auf Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
168. So wie die Schildkröte ihre Glieder einzieht, so ziehe die Sinne zurück in den Geist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
169. Der Intellekt wird Mahat Atman genannt, weil er Geist und Sinne durchdringt. Er ist ihr inneres Prinzip. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
170. Verschmelze den Intellekt mit Mahat Atman, Hiranyagarbha. Lasse deinen Intellekt klar und rein werden wie Hiranyagarbha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
171. Erhebe dich, erwache! Lerne von großen Lehrern, erkenne Atman. Der Weg führt auf einer scharfen Klinge, schwierig ist er zu gehen, sagen die Weisen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
172. Sind Sinne, Geist, Intellekt und Mahat Atman mit Para Brahman verschmolzen, erfährt man Glückseligkeit, ewigen Frieden und erlangt Moksha. Man erfährt das wahre Wissen über das Selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
173. Das Wasser der Luftspiegelung vergeht, die Schlange im Seil löst sich auf und das Blau des Himmels entweicht, sobald das wahre Wesen der Luftspiegelung, des Seiles und des Himmels erkannt ist. Ebenso verlieren sich Name, Form und Handlung, da sie auf falschem Wissen beruhen und vom Wesen her Ursache, Wirkung und Frucht sind, wenn Atman erkannt ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
174. Erhebe dich, Mensch, aus dem Morast des Samsaras, wende dich spirituellem Wissen über Atman zu. Höre auf, über weltliche Gebilde zu sinnieren.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
175. Erwache aus dem Schlummer in Unwissenheit. Beende den Schlaf, den Samen allen Leides. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
176. Suche hervorragende Lehrer, Brahma Nishtha, Brahma Srotriya Gurus, die Atman erkannt haben. Erkenne Atman so wie sie es dich lehren. Fühle ‚Ich bin Das‘, Soham.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
177. Er hat Das erkannt, das ohne Klang, ohne Berührung, ohne Gestalt, ohne Verfall, ohne Geschmack, ohne Geruch, ohne Anfang, ohne Ende, jenseits des Intellekts ist, ewig und unveränderbar. Er ist dem Rachen des Todes entkommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
178. Der Atman ist transzendent, jenseits aller Vorstellungen. Er ist jenseits von Materie. Er ist reiner Geist. Er ist reines Bewusstsein.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
179. Der Atman ist jenseits von Geist und Sprache. Jenseits von Klang, Berührung, Geschmack und Geruch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
180. Der Atman ist Glückseligkeit und Wissen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
181. Die Erde ist grob. Der Körper ist grob. Doch der Atman ist feiner als das Feine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
182. Klang, Berührung, Geschmack und Geruch existieren nicht in Atman. Deshalb kann Er nicht erlöschen, Er kann nicht steigen und nicht sinken.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
183. Etwas das vergeht ist flüchtig. Der Atman ist ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
184. Was einen Anfang hat, hat eine Wirkung und geht in die Ursache ein. Deshalb ist es nicht ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
185. Der Atman hat keine Ursache in die Er eingehen könnte. Er ist die Ursache von allem und hat keine Wirkung. Da Er keine Wirkung hat, ist Er ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
186. Vergängliche Objekte, wie Bäume, Blumen, Körper, haben einen Anfang und ein Ende. Der Atman jedoch ist ohne Anfang und ohne Ende, da Er ewig ist.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
187. Vernachlässige das nicht. Das ist deine erste Pflicht. Das ist deine höchste Pflicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
188. Da der Atman feinstofflich ist, ist der Pfad des Wissen, der zu Ihm führt, schwierig zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
189. Der Aspirant, der auf der Klinge wandelt muss vorsichtig, wachsam, bestrebt und intelligent sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
190. Es versteht sich von selbst, dass ein Guru unverzichtbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
191. Die Upanishaden sind Aufzeichnungen der intuitiven Erfahrungen großer Weiser und Seher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
192. Der Atman ist verschieden vom Intellekt, denn Er ist der stille Zeuge, das absolute Wissen und die Seele aller Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
193. Nur das Unveränderliche kann als ewig bezeichnet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
194. Wer den Atman erkannt hat ist dem Rachen des Todes entkommen. Er ist frei von den Fesseln von Geburt und Tod. Er ist frei von den drei Blockaden (Granthi) Unwissenheit, Wunsch und Handlung. Er erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Philosophie des Sehnsucht===&lt;br /&gt;
195. Das aus Sich Selbst Seiende (Brahman) schuf die nach außen gerichteten Sinne. Deshalb sieht der Mensch das externe Universum und nicht das innewohnende Selbst (Atman). Doch der Weise wendet Sinne und Augen von den äußeren Sinnesobjekten ab, sehnt sich nach Unsterblichkeit und erkennt den Atman in sich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
196. Es ist nicht möglich, Licht und Dunkelheit zur gleichen Zeit am gleichen Ort zu haben. Es ist nicht möglich, Sinnesfreuden und Glückseligkeit zur gleichen Zeit zu erlangen. Es ist nicht möglich, in Sinnesfreuden zu schwelgen und das innere Selbst zur gleichen Zeit zu erblicken. Es ist nicht möglich, den Mammon und Gott gleichzeitig anzubeten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
197. Der Unwissende läuft den externen Objekten der Begierde hinterher und gerät in den Fallstrick des Todes. Doch der Weise, das Wesen der Unsterblichkeit kennend, trachtet nicht nach den flüchtigen Objekten hier auf Erden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
198. Die zwei Hindernisse die dem Erkennen des Selbstes im Wege stehen sind die Tendenz der Sinne, externen Objekten zu verfallen und der Wunsch nach Freuden in dieser und der nächsten Welt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
199. Die Sinne suchen im Außen aufgrund von Vikshepa Sakti (Rajas).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
200. Nicht nur die Augen, alle Sinnesorgane müssen von ihren jeweiligen Objekten zurückgezogen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
201. Der Grund für Wünschen ist Unwissenheit. Wünschen entsteht aus Avidya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
202. Wenn Rajas in den Sinnen durch Sattva erdrückt wird gehen die Sinne in den Geist ein. Sie wenden sich nicht mehr nach außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
203. Der Mensch hat seine Göttlichkeit vergessen aufgrund von Unwissenheit. Sein Geist folgt den Sinnesfreuden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
204. Unwissende, die weder Verstand noch Unterscheidungskraft besitzen, rennen externen Objekten hinterher und verfangen sich so in den Maschen des Todes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
205. Der Atman steigt nicht und sinkt nicht. Er ist unveränderlich und unsterblich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
206. Die Weisen, die die Glückseligkeit des Atmas genießen, kümmern sich nicht um Sinnesfreuden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
207. Die Summe der Sinnesfreuden ist nur ein Tropfen im Vergleich zu der Glückseligkeit des Atmans. Der Atman ist der Ozean der Glückseligkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
208. Der Wunsch nach Sinnesfreuden steht dem Wissen über das Selbst entgegen. Er steht dem Erkennen des Selbstes entgegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
209. Würde jemand Zucker essen, wenn Mangos reichlich vorhanden sind?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
210. Dem Selbst, durch das wir Form, Geschmack, Geruch, Klang und Berührung erfahren, bleibt nichts verborgen. Wahrlich, Dieses ist Das (Brahman). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
211. Der Atman ist absolutes Wissen. Er ist absolutes Bewusstsein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
212. Was in dieser Welt bleibt dem Atman verborgen? Alles ist dem Atman bekannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
213. Geist und Intellekt sind unempfänglich. Sie borgen ihr Licht von Atman. So wie der Mond Licht von der Sonne borgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
214. Geist, Intellekt und Sinne erfüllen ihre Aufgaben durch das Licht des Atmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
215. Der Atman steht hinter allen Wahrnehmungen von Sinnen, Geist und Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
216. So wie Eisenspäne sich hin zum Magnet bewegt. So bewegen sich Geist, Sinne und Intellekt hin zu Atman.&lt;br /&gt;
Jenseits von Furcht und Leid &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
217. Das, wahrlich, ist der Atman, verschieden von Tugend und Untugend, Ursache und Wirkung. Er ist Vishnu, darüber hinaus ist nichts.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
218. Der Weise weiß, dass alles was er im Wachen und im Traum wahrnimmt, der allgegenwärtige Atman ist. Er leidet nicht mehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
219. Turiya (der vierte Zustand) übertrifft Wachen, Schlaf und Tiefschlaf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
220. Der Atman ist der stille Zeuge der drei Bewusstseinszustände. Er wird Turiya genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
221. Durch Atman alleine ist man sich des Träumens und Wachens bewusst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
222. Wer den ewigen Atman erkennt wird absolut furchtlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
223. Furcht erscheint nur, wenn man am Körper anhaftet, wenn man sich mit dem Körper identifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
224. Wer sich mit seinem physischen Körper identifiziert versucht, ihn zu schützen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
225. Wo immer Anhaftung herrscht, herrschen auch Furcht und Ärger. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
226. Der Atman ist Eins ohne ein Zweites und ewig, so Er erkennt ist, was will man dann vor wem schützen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
227. Der Weise sieht das Selbst überall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
228. Der Weise steht über dem Körperbewusstsein. Er wird vollkommen furchtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
229. Atman zu kennen heißt, Atman zu verwirklichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
230. Atman zu kennen heißt, Atman zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Einheit von Brahman, Mensch und Welt===&lt;br /&gt;
231. Brahman erscheint als Jiva durch den Upadhi (begrenzende Beifügung) Avidya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
232. Brahman erscheint als Hiranyagarbha durch den Upadhi Maya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
233. Die Gesamtheit aller Jivas (Samashti) ist Hiranyagarbha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
234. Der Jiva ist der mikrokosmische Aspekt Brahmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
235. Wenn der Upadhi weicht werden Hiranyagarbha und Jiva eins mit Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
236. Hiranyagarbha ist die erste Manifestation Brahmans durch Meditation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
237. Brahman, Hiranyagarbha genannt, entstand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
238. Hiranyagarbha ist kosmischer Prana oder kosmische Intelligenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
239. Alle Götter weilen in Brahman, wie die Speichen in der Nabe. Alle Götter hängen von Brahman ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
240. So wie die Welle nicht verschieden ist vom Ozean, so wie Goldschmuck nicht verschieden ist von Gold, so ist diese manifestierte Welt nicht verschieden von Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
241. Der Unterschied besteht nur im Namen. So wie das Seil als Schlange erscheint, so erscheint Brahman in Name, Gestalt und Handlung, (Nama, Rupa, Kriya) durch Avidya (Unwissen) beziehungsweise Maya (Illusion).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
242. Wer denkt: ‚Ich bin verschieden von Brahman‘, der wird wiedergeboren und stirbt. Doch wer fühlt: ‚Ich bin wahrlich das alldurchdringende, unsterbliche Satchidananda Brahman‘, der erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
243. Brahman ist die Verkörperung der ewigen Erkenntnis (Nitya Vijnanaghana Svabhava).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
244. Brahman ist frei von Eigenschaften des Samsaras (Sarva Samsara Dharma Varjitam).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
245. Die Höchste Seele ist identisch mit der individuellen Seele und mit der gesamten Schöpfung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
246. Das Fehlen von Unterscheidungsfähigkeit ist der Grund für Wiedergeburt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ästhetik und das Selbst===&lt;br /&gt;
247. Allein durch den Geist kann Brahman erkannt werden. Es gibt keinen Unterschied zwischen Geist und Brahman. Wer einen solchen sieht geht von Tod zu Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
248. Der Geist ist zweigestaltig, Suddha Manas - der reine Geist, und Asuddha Manas - der verunreinigte Geist, angefüllt mit Vasanas, Ego und Gier. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
249. Brahman kann nur erkannt werden durch einen geläuterten Geist. Dazu lese man die Schriften, lerne bei einem Lehrer, praktiziere die vier Absichten (siehe Vers 36) und meditiere stetig auf das Selbst.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
250. So man das Selbst erkannt hat verschwindet die Unwissenheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
251. Der Weise erkennt Brahman in allem, nichts anderes existiert. Die Welt ist die Manifestation Brahmans allein, sie ist in ihrem Wesen nicht verschieden von Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
252. Wer Verschiedenheit sieht,  mit von Unwissenheit verdunkelten Augen, geht von Tod zu Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
253. Daumengroß sitzt der Purusha in der Mitte des Körpers. Er ist der Herr der Vergangenheit und der Zukunft, nachdem er Ihn erkannt hat kennt der Weise keine Furcht mehr. Dieses ist Das. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
254. Der Purusha weilt im Herzen. Der Atman wird Purusha genannt, weil Er in der Stadt (Puri) des Körpers weilt und weil alles von Ihm durchdrungen ist, die ganze Welt ist Seine Fülle. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
255. Der Atman ist grenzenlos, die Größe eines Daumens ist nur ein Hilfsmittel zur Meditation für Anfänger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
256. Zu Beginn meditiert der Aspirant auf den Atman als ein im Herzen strahlendes Licht (Jyoti) in Größe eines Daumens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
257. Nachdem der furchtlose, unsterbliche Atman erkannt ist, ist die Furcht vergangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
258. Brahman ist der perfekte Purusha. Er ist die Seele, die im Herzen eines jeden Menschen weilt. Er ist der Herrscher über das Wissen. Es ist verborgen in Herz und Geist. Wer so weiß erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
259. Brahman ist eine Flamme ohne Rauch. Es ist der Herr über Vergangenheit und Zukunft. Nur Es allein ist heute und wird morgen sein. Dieses ist wahrlich Das. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
260. Brahman ist ewig, unsterblich (Kutastha) und unbewegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
261. Brahman weilt in allen Lebewesen heute, und wird es sicher auch morgen noch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
262. Der Regen fällt auf den Berg, das Wasser rinnt hinunter ins Tal, verteilt sich und verliert sich.  Der Unwissende sieht Unterschiede im Leben; denkt, verschiedene Selbste seien in verschiedenen Körpern; denkt, die Welt sei verschieden von Brahman und die einzelnen Seelen seien verschieden von anderen Seelen und von der Höchsten Seele; sieht Dinge als verschieden von der Seele; hat nicht das Substrat von allem erkannt; hat nicht die Nichtzweiheit Brahmans und Seine ewige, unsterbliche, unwandelbare Einheit erfasst. Dieser Unwissende ist gefangen im Kreislauf von Geburt und Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
263. Reines Wasser in reines Wasser gegossen wird eins mit dem reinen Wasser. Die geläuterte individuelle Seele wird eins mit der Höchsten Seele, so sie das Höchste Selbst durch Intuition erkannt hat, die Vorstellung von Unterschieden durch das Wissen über Atman überwunden hat, die Einheit von Selbst und Atman erkannt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
264. Der Aspirant sollte unerschütterliches Vertrauen in die Lehren der Srutis haben. Ohne dieses Vertrauen gibt es kein Erkennen des Selbstes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der innere Herrscher===&lt;br /&gt;
265. Die Stadt Brahmans, dessen Wissen ewig ist, hat elf Tore. Brahman verehren lässt Kummer vergehen und befreit von allen Bindungen, man wird frei. Dieses ist wahrlich Das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
266. Zwei Augen, zwei Ohren, zwei Nasenlöcher, ein Mund, das sind sieben Tore. Der Nabel und die zwei unteren Öffnungen sind zusammen zehn. Das elfte ist Brahmarandhra, die Öffnung Brahmans, die Fontanelle. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
267. So wie eine Stadt einem König gehört, er jedoch unabhängig von der Stadt ist, so gehört der Körper einem König (Atman), der unabhängig vom Körper ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
268. Wer auf Brahman meditiert und das Selbst erkannt hat, der ist frei von Kummer. Er ist frei von allen Bindungen und frei vom Kreislauf von Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
269. Der Weise ist frei von Wünschen und den Fesseln, die Karma erschafft. Er wird vollkommen furchtlos. Er nimmt keinen weiteren Körper an. Er geht in Brahman ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
270. Brahman schickt Prana nach oben und Apana nach unten. Dieses Verehrungswürdige, im Inneren weilend, verehren die Götter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
271. Fünf Prinzipien der Lebenskraft kennen wir, Prana, Apana, Vyana, Udana und Samana. Es gibt weitere fünf untergeordnete Pranas (Upapranas). Der höchste Prana, Mukhyaprana, nimmt die zehn Formen an, je nach Aufgabe eines jeden einzelnen Pranas (Vritti Bheda).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
272. Prana ist Odem. Apana hat die Funktion der Ausscheidung. Vyana lässt das Blut zirkulieren. Udana lässt die Stimme wirken. Samana hat die Funktion der Verdauung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
273. Prana ist nicht Atem. Prana ist Lebensenergie. Atem ist nur eine der vielen Manifestationen von Prana. Prana ist mit Atem verbunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
274. Geist und Sinne verehren ihren Herrn, den Atman, indem sie die ihnen zugeteilten Aufgaben erfüllen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
275. Sie stimmen ihren Herrn, den Atman, günstig, indem sie die verschiedenen Wahrnehmungen, Form, Klang, Geruch, Geschmack und Berührung, Ihm darbringen, so wie das Volk den König günstig stimmt, indem es ihm Gaben darbringt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
276. Sinne, Geist und Prana sind stets damit beschäftigt, dem Atman zu dienen und Ihn zu erfreuen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
277. Der Atman allein leitet Geist, Sinne und Prana in den ihnen zugeteilten Aufgaben an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
278. Die fünf Sinnesorgane sammeln Empfindungen aus der Außenwelt und bringen sie dem Atman dar. Das ist ihre Art der Verehrung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
279. Sobald der Atman den Körper verlässt, löst dieser sich auf. So wie ein Volk sich auflöst, wenn der König aus dem Land gejagt wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
280. Der Sterbliche lebt weder durch Prana noch durch Apana, sondern durch Das, von dem diese beiden abhängen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
281. Die wahre Grundlage des Lebens ist der Atman. Prana, Apana, Vyana, Udana und Samana können nicht die Grundlage des Lebens sein. Sie arbeiten nur zusammen zum Wohle des Atmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
282. Der Körper löst sich auf, wenn Prana und Apana ihn verlassen und sich der Atman zurückzieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
283. Ein Haus besteht zum Wohle des Besitzers, der verschieden ist vom Haus und sein Herr ist. Prana, Apana, Vyana, Udana, Samana, die Sinne und der Geist bestehen zum Wohle des Atmans, der verschieden von ihnen ist und ihr Herr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
284. Prana und Apana hängen von Atman ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
285. Sie vollziehen ihre Pflichten in Harmonie zum Wohle des Atmas, ihres Herrn. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
286. Die Stütze der Wesen, des Pranas, der Sinne und des Geistes ist der Atman. Er ist völlig unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
287. Wie Getreide vergeht der Sterbliche und wie Getreide wird er wiedergeboren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
288. Manche Jivas gehen in einen Leib ein, um einen Körper zu erhalten, anderen gehen in anorganische Substanzen ein, je nach deren Karma und Bewusstsein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
289. Der Jiva nimmt den Körper an, den sein Karma bedingt und seinem Bewusstsein entspricht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
290. Er kann Indra werden oder sogar Hiranyagarbha. Er kann alles werden in der kosmischen Hierarchie. Er kann sein letztes Leben antreten und ein Jivanmukta, ein befreiter Weiser, werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
291. Er kann ein Muni, ein Tapasvin oder ein Yogi werden, so er sehr gute spirituelle Samskaras mit sich bringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
292. Er kann auch ein Baum oder etwas Anorganisches werden, je nach seinem Karma. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
293. Brahman ist der stille Zeuge der drei Bewusstseinszustände Wachen, Traum, Tiefschlaf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
294. Der Purusha schläft nie. Selbst wenn Prana, die Sinne und der Geist schlafen, ist Er der Zeuge (Sakshi) von allem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
295. Brahman ist ewig rein und unsterblich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
296. Brahman ist die Ursache der Welt. Alle Welten hängen nur von Ihm ab. Er ist die Stütze aller Welten. In Ihm sind alle Welten enthalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
297. Im Tiefschlaf ruhst du in Brahman. Du kommst in Kontakt mit Brahman, doch da ist der Schleier der Unwissenheit. Deshalb bist du dir Brahmans nicht bewusst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
298. In Samadhi ist dieser Schleier verschwunden. Dein reines Bewusstsein ist eins mit dem absoluten Bewusstsein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
299. Während der Geist und die Sinne im Tiefschlaf ruhen erfährst du die Glückseligkeit in Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
300. Deshalb sagst du, wenn du ins Wachbewusstsein zurückkommst: ‚Ich habe gut geschlafen, ich weiß von nichts‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
301. Dieses Erinnern an die Glückseligkeit beweist, dass Brahman ist, nichtdual, glückselig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das allgegenwärtige Selbst===&lt;br /&gt;
302. Wie das eine Feuer, sobald es in der Welt erstrahlt, verschiedene Formen annimmt, je nachdem was es verbrennt, so nimmt der ewige Atman aller Lebewesen, obwohl Eines, verschiedene Gestalten an, je nachdem in was er in der Außenwelt eingeht. Und dennoch ist Er jenseits aller Gestalt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
303. Viele sprechen, um ihre Belesenheit zu zeigen oder über anderen zu stehen. Sie sprechen nicht der Wahrheit wegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
304. Ehrliche und ernstgemeinte Gespräche mit großen Seelen, um Zweifel zu beseitigen und Klarheit zu erlangen, ist wünschenswert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
305. Ernsthafte Aspiranten mögen unter sich schwierige und abwegige Probleme erörtern. Das ist sehr hilfreich für ihr Wachstum und ihr Verständnis. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
306. Das Wissen über die Einheit mit dem Atman ist auch nach Erklärungen und Wiederholungen nicht leicht zu verstehen. Deshalb erklären die Srutis die Wahrheit über Atman durch verschiedene Darstellungen, Gleichnisse und Analogien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
307. Der Atman ist stets rein und verschieden von Gestalt. Es wird nicht im Geringsten von Gestalt berührt, denn Er ist ohne Beifügungen und feinstofflich, reines Bewusstsein, Seele, Geist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
308. Wie sollte es eine Verbindung geben zwischen Materie und Geist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
309. Der Atman nimmt durch die Upadhis verschiedene Gestalten an, Geist, Sinne, Prana, Körper, Er ist jenseits von Name und Form. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
310. Der Atman ist ein Mysterium. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
311. Die Luft nimmt, nachdem sie die Welt betreten hat, verschiedene Formen an, je nachdem in welches Behältnis sie eingeht. Der Atman nimmt ebenso verschiedene Gestalten an, je nachdem in welchen Körper Er eingeht. Dennoch ist er jenseits von Name und Form. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
312. Die Sonne, das Auge des Universums, wird nicht berührt von den Defekten des physischen Auges. Der Atman, das Wesen von allem, wird nicht berührt durch das Leid der Welt, das aus Wunsch und Karma entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
313. Die Schlange überlagert das Seil, so das Licht schwach ist. Silber überlagert Perlmutt. Die Welt und der Körper überlagern den Atman durch Avidya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
314. Das Seil bleibt von der Schlange unberührt, der Atman wird nicht berührt von Überlagerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
315. Handlung, Wirkung, Frucht (Kriya, Karta, Phala) überlagern fälschlicherweise den Atman durch Unwissen. Es sind alles nur falsche Wahrnehmungen, wie die falsche Wahrnehmung einer Schlange im Seil. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
316. Der Atman handelt nicht (Akarta) und genießt nicht (Abhokta). Er ist unberührt (Asanga, Nirlipta).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
317. Brahman ist Eines. Es ist der Herrscher, der Atman aller Wesen. Es wird nicht berührt vom Leid der Welt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
318. Brahman ist der Herr über alles. Alldurchdringend, unabhängig. Nichts ist Ihm gleich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
319. Obwohl Eines, manifestiert Es sich in verschiedenen Namen und Formen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
320. Der Weise der Es schaut erfährt ewige Glückseligkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
321. Der weltliche Mensch, bar jeder Unterscheidungskraft, erfreut sich an den Objekten im Außen. Er wird nie die Glückseligkeit Atmans genießen. Der Atman wird durch seine Unwissenheit verdeckt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
322. Für den Weisen ist das Selbst das Ewige inmitten des Transzendenten, das Bewusstsein inmitten des Bewusstseins. Es, obwohl Eines, gewährt die Wünsche vieler, weilend in ihnen. Ihnen sei ewiger Frieden. Niemand anderem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
323. Der Atman ist ewig und unveränderlich. Die Welt von Name und Form ist vergänglich und veränderlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
324. Körper, Geist, Sinne und Prana, sie alle sind gemeint mit der Bezeichnung ‚Welt‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
325. Die Welt ist ein flüchtiger Schatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
326. Der Wandel setzt eine Grundlage voraus, die ewig und unveränderlich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
327. Wandel kann nur im Unwandelbaren erfolgen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
328. Die Leinwand im Kino verändert sich nicht, doch die Bilder wandeln sich ständig. Brahman repräsentiert die Leinwand, die flüchtige Welt der Namen und Formen repräsentiert die Bilder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
329. Heißes Wasser borgt seine Hitze vom Feuer, der Intellekt borgt seine Intelligenz von Atman, der Grundlage von allem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
330. Wer den in seinem Herzen weilenden Atman erkennt erfährt ewigen Frieden. Die Unwissenden leiden in Samsara.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
331. Der Weise, der Wunschlosigkeit erreicht hat, erkennt diese unbeschreibliche Glückseligkeit von Dieses ist Das.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
332. Weder Sonne, Mond, Sterne, Blitze noch Feuer strahlen. Wenn Es strahlt, strahlt alles andere auch. Durch Sein Licht strahlen sie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
333. Der Atman strahlt aus Sich Selbst heraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
334. Etwas aus sich selbst Strahlendes benötigt keine Licht für sein Erstrahlen (Nirapeksha).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
335. Wenn du sagst, der Atman erhält Sein Licht von einem Licht, dann muss dieses Licht wiederum ein Licht haben das es illuminiert. Dies führt zu Anavasthadosha, in die Unendlichkeit. Deshalb muss der Atman aus Sich Selbst heraus strahlen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Baum des Samsaras===&lt;br /&gt;
336. Wir kennen den alten Asvattha Baum, dessen Wurzeln oben und die Äste unten sind. Das ist der Baum der Schöpfung. Das ist Brahman und nur Das wird unsterblich genannt. Davon hängen die Welten ab und niemand sieht dahinter. Dieses ist wahrlich Das. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
337. Du kannst das Wesen Brahmans erkennen, die Quelle des Samsara Baumes (Maya Vriksha), so du die Wirkung erfasst, den Samsara Baum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
338. Die Welt hat ihre Wurzeln in Brahman. Aus Brahman allein gedeiht das Universum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
339. Wie ein Baum mit der Axt gefällt werden kann, so kann der Samsara Baum ebenfalls gefällt werden. Die Axt ist Nichtanhaftung, Atma Jnana oder Kenntnis über das Selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
340. Der Samsara Baum erhält seinen Lebenssaft von seiner Quelle, Para Brahman und wächst durch den Samen der Unwissenheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
341. Hiranyagarbha oder Karya Brahman ist sein Spross. Die feinstofflichen Körper aller Lebewesen sind sein Rumpf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
342. Das Universum hat sich aus Brahman entfaltet. Brahman ist ein Donnerkeil. Wer so weiß erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
343. Prana ist Brahman. Brahman ist der Ursprung der Welt. Er ist der Herr der Schöpfung. Der Mensch erlangt Unsterblichkeit durch Wissen über Brahman. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
344. Die Aussage, die Welt sei aus dem Nichts entstanden ist absurd. Sie ist aus Brahman entstanden. Sie schwingt in Brahman. Sie ruht in Brahman. Sie geht in Brahman ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
345. Brahman ist das Substrat der veränderlichen Welt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
346. Brahman ist ohne Veränderung und ohne Bewegung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
347. Schwingung kann nur in Unbewegtem entstehen. Dieses Unbewegte ist Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
348. So wie der Diener den Anordnungen des Herrn gehorcht, so gehorcht die Welt den Schöpfungsgesetzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
349. Den Schöpfungsgesetzen kann niemand entrinnen. Niemand kann sie übertreten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
350. Alles ist unter deren Kontrolle. Schöpfung, Erhaltung, Auflösung sind einem unveränderlichen, göttlichen Gesetz unterworfen, dem niemand zuwider handeln kann. Deshalb ist Brahman, handelnd als dieses Gesetz, ein Donnerkeil. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
351. Die Brahman erkennen, den Zeugen all unserer mentalen Erregungen (Vritti), den Urgrund allen Seins, den Herrn der Schöpfungsgesetze, erlangen Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
352. Aus Furcht vor Brahman brennt das Feuer, scheint die Sonne und tun Indra, Vayu und Yama ihre Pflicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
353. Wäre Brahman nicht der Herrscher der Welt, mit dem Donnerkeil in Händen, würde die Welt nicht in Harmonie und Perfektion bestehen. Ein sinnvolles Wirken der Weltenhüter (Loka Palas) wäre nicht möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erkenne das Selbst jetzt===&lt;br /&gt;
354. Wer noch in diesem Leben hier auf Erden, vor dem Tod seines Körpers, Brahman erkennt, wird von den Fesseln der Welt befreit. Dem dies nicht gelingt kommt in einem neuen Körper zurück in die Welt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
355. Deshalb sollten ernsthafte Anstrengungen unternommen werden, vor dem Verfall des Körpers, Brahman zu erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
356. So wie man im Spiegel klar sein Spiegelbild erkennt, so kann Brahman im eigenen Intellekt klar erkannt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
357. Die Wahrnehmung wird getrübt in der Welt der Ahnen. Sie waren versunken im Genuss ihre karmischen Früchte. Auch im Traum ist die Wahrnehmung getrübt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
358. Die Reflektion unseres Bildes im Wasser ist verschwommen, so ist die Wahrnehmung des Atmans in der Welt der Gandharven ebenso verschwommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
359. In Brahmaloka kann der Atman deutlich wahrgenommen werden. Er hebt Sich ab wie Licht vom Schatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
360. Schwierig ist es, Brahmaloka zu erreichen. Besonderes Karma oder Verehrung sind nötig um es zu erreichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
361. Deshalb sollte man den Atman im Intellekt erkennen, solange man noch in der Welt weilt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
362. Der Weise hat erkannt, dass die Sinne verschieden sind von Atman, ihre Aktivitäten berühren ihn nicht mehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
363. Die fünf Sinne bestehen neben ihrer Quelle, um die ihnen zugeordneten Objekte wahrzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
364. Der Atman ist rein, unbefleckt und aus Sich Selbst strahlend. Das Wesen der Sinne unterscheidet sich vom Wesen Brahmans.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
365. Die Sinne wirken während des Wachens. Sie gehen auf beim Erwachen und unter im Tiefschlaf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
366. Der Atman geht weder auf noch unter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
367. Der Atman kennt weder Anfang noch Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
368. Sprunghaft sind Sinne und Geist und können klar von Atman unterschieden werden, der klar, unveränderbar, alldurchdringend, unteilbar, ohne Anfang und ohne Ende ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
369. Der Weise leidet nicht, er hat den Unterschied zwischen Atman und Sinne erkannt, ihr auf und ab, ihr Wachen und Schlafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
370. Der Kenner des Atmans hat das Leid überwunden und ruht in Glückseligkeit.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Höchstes Bewusstsein===&lt;br /&gt;
371. Höher als die Sinne ist der Geist. Höher als der Geist ist der Intellekt. Höher als der Intellekt ist der kosmische Intellekt, höher als Avyakta, das Unmanifestierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
372. Jenseits von Avyakta ist der Purusha, der Alldurchdringende, jenseits eines Sinnbildes. Wer Ihn erkennt erlangt Befreiung und Unsterblichkeit.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
373. Die Sinne sind verschieden von Atman, Er kann von den Sinnen im Außen nicht erfasst werden, denn Er ist das Innerste aller Dinge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
374. Das Wissen über diese Abstufung ist notwendig, um Unsterblichkeit und letztendliche Befreiung zu erlangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
375. Zum Zeitpunkt von Pralaya geht die Welt in Avyakta ein. Jenseits von Avyakta ist der alldurchdringende Purusha. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
376. Das Symbol, das durch die Sinne erkannt und verstanden werden kann, wird Linga genannt. Kein Linga zu haben ist Alinga. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
377. Wer von Ihm durch den Lehrer und durch die Sastras erfahren hat und durch Intuition, der erreicht Unsterblichkeit und letztendliche Befreiung. Er ist befreit von den Knoten des Herzens, wie Wunsch, Unwissenheit und Handlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
378. Seine Gestalt kann nicht gesehen werden. Niemand sieht Ihn mit seinen physischen Augen. Er enthüllt sich dem Aspiranten durch Kontrolle des Geistes und tiefe Meditation. Die Brahman erkennen erlangen Unsterblichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
379. Der Atman kann durch das physische Auge nicht gesehen werden, denn Er ist feinstofflich, jenseits der Wahrnehmung durch Geist und Sinne. &lt;br /&gt;
Schriften und Guru&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
380. Wer durch reinen Intellekt den im Herzen Weilenden erkennt erlangt Unsterblichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
381. Wenn die fünf Sinnesorgane zusammen mit Geist und Intellekt ruhen ist der höchste Zustand erreicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
382. Der Mensch erfährt das Wissen der Welt durch die fünf Wahrnehmungsorgane. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
383. Die Sinne sammeln die Erfahrungen aus der Welt und präsentieren sie dem Atman durch Geist und Intellekt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
384. Wenn die fünf Wahrnehmungsorgane vom Außen zurückgezogen werden und in den Geist eingehen, wenn der Geist auf den Atman gerichtet ist, wenn der Intellekt zur Ruhe gekommen ist, dann ist der höchste Bewusstseinszustand erreicht.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
385. Wenn Sinne und Intellekt zur Ruhe gekommen sind, die Emotionen unter Kontrolle, dann ist der höchste Bewusstseinszustand erreicht. Das wird Yoga genannt. &lt;br /&gt;
386. Yoga ist der erhabenste Weg, denn er führt zu Moksha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
387. Die Kontrolle der Sinne nennen sie Yoga. Sei vorsichtig, denn Yoga wird erlangt und verloren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
388. Die Sinne sind zurückgezogen und der Geist ist fixiert auf Atman durch stetige Konzentration und Meditation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
389. Der Yogi sei wachsam, denn Yoga kommt und geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
390. Yoga kommt. Und geht, wenn der Geist nicht ruhig ist, wenn die Sinne nicht unter Kontrolle sind, wenn Leidenschaftslosigkeit nachlässt, wenn Unlust bei der Meditation aufkommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
391. Vollkommene Wachsamkeit ist nötig, wenn man mit der Yoga Praxis beginnt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die zwei Augen eines Sadhakas===&lt;br /&gt;
392. Der Atman kann durch Sprache nicht beschrieben, durch den Geist nicht erfasst und durch das Auge nicht erkannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
393. Weder Darlegungen noch metaphysisches Denken helfen dem Aspiranten, Brahman zu erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
394. Maharshi Vyasa und Sri Sankara lehrten durch Beweis und Logik, ihre Doktrin basiert hauptsächlich auf Sabda Pramana (Zeugnis der Veden), das so gut wie unfehlbar ist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
395. Vertraue den Worten der Srutis und den Sehern, die Atman durch Intuition erkannt haben und versichert, dass Atman ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
396. Sabda Pramana, die Srutis, Apta Vakya, die Worte der Seher, sind von äußerster Wichtigkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
397. So du Atman erkennen willst habe Vertrauen in die Worte des Gurus, der das Selbst erkannt hat, und folge seinen Anweisungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
398. Der Atman muss von einem Guru erkannt worden sein, der weiß, dass Atman ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
399. Wenn der Atman durch die Sinne nicht wahrgenommen werden kann, wie kann Er dann wahrgenommen werden? Nur durch die Belehrungen eines Gurus, der weiß dass Er ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
400. Ihr müsst wissen, dass Es ist und was Es ist. Wer so weiß erkennt Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
401. Dem, der auf Brahman meditiert und sich mit den vier Absichten (siehe Vers 36) ausstattet, dem enthüllt Sich Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Entsagung: die Voraussetzungen===&lt;br /&gt;
402. Wenn Wunschlosigkeit erlangt ist, erlangt der Sterbliche Unsterblichkeit und erkennt Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
403. Die Voraussetzung für Unsterblichkeit ist Entsagung aller Wünsche und Anhaftungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
404. Die weltlichen Wünsche werden nur überwunden, wenn die Fesseln der Unwissenheit zerschnitten sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
405. Der Geist ist der Sitz des Wunsches. In Atman ist kein Wunsch, Er ist rein und makellos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
406. Wünschen ist die Ursache für Leid und Bindung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
407. Wenn durch Erkenntnis des Selbstes Wunschlosigkeit erlangt ist erlangt der Sterbliche Unsterblichkeit. Er wird Brahman noch während er in diesem Körper weilt. Er ist von den Fesseln des Karmas befreit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
408. Wenn alle Knoten des Herzen hier auf Erden gelöst werden erlangt der Sterbliche Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
409. Unwissen, Wunsch und Handlung sind die drei großen Knoten. Egoismus, Hass, Lust, Eifersucht und Stolz, entstanden aus Unwissenheit, sind kleine Knoten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
410. Weitere Knoten sind die Vorstellungen ‚Ich bin dieser Körper‘, ‚Das ist mein Besitz‘, ‚Ich bin ein Brahmane‘, ‚Ich bin ein Minister‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
411. Sie werden vernichtet durch die Erkenntnis der Einheit mit Brahman ‚Ich bin Brahman‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wissen über die Nadis===&lt;br /&gt;
412. Einhundertein Nervenkanäle (Nadis) sind bekannt. Einer von ihnen, Sushumna, durchdringt die Krone des Kopfes. Seine Energie nach oben führend zum Zeitpunkt des Todes lässt Unsterblichkeit erlangen. Die anderen Nervenkanäle haben andere Wirkungen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
413. Der Jivanmukta, der das Selbst erkannt hat, geht nirgendwohin. Seine Pranas gehen nirgendwohin. Brahman seiend erreicht er Brahman. Er erlangt Kaivalya Mukti.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
414. Wer Kaivalya-Mukti nicht erlangt hat, wer das höchste Brahman nicht erkannt hat, jedoch das niedere Brahman (Saguna Brahman) verehrt hat, geht durch den Sushumna Nadi zur Sonne und dann durch weitere Bereiche nach Brahmaloka wo er bis zum Ende des Schöpfungszyklus‘ weilt. In Brahmaloka genießt er  unvergleichliche Freuden. Wenn der Zyklus endet geht er mit Brahma in Brahman ein. Das ist Krama Mukti (allmähliche Befreiung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
415. Die anderen Nadis haben verschiedene Auswirkungen. Sie führen zum Zeitpunkt des Todes auf verschiedene Wege. Wenn die Seele durch diese Nerven geht, wird sie wieder in Samsara geboren. Sie nimmt einen ihrem Karma entsprechenden Körper an.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
416. Der Sushumna Nadi wird auch Brahma Nadi genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
417. Der daumengroße Purusha, das innere Selbst, weilt im Herzen aller Wesen. Man muss Ihn mit Stetigkeit herausziehen aus dem Körper, so wie man einen Halm aus der Erde herauszieht. Man sollte Ihn als rein und unsterblich erkennen. &lt;br /&gt;
418. Du musst die Essenz, das heißt den Atman, aus den fünf Kosas (Hüllen) herausziehen, geduldig und mutig durch Vichara (Unterscheidung) und Meditation. Du musst den Atman vom Körper trennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
419. Als Nachiketas das ihn durch Yama Gelehrte verinnerlicht hatte, erreichte er Brahman, wurde frei von allen Unreinheiten und vom Tod. So wird es allen ergehen, die das Wesen Brahmans erkannt haben.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/DasGehimnisKathopanishad/Kathopanishad.htm Das Geheimnis der Katha Upanishad, Artikel von Swami Krishnananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/DasGehimnisKathopanishad/Kathopanishad_4.htm Das Geheimnis der Katha Upanishad, Vortrag Nr. 5, Artikel von Swami Krishnananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/de/artikel/krishnananda/kathaupanishad_kapitel5.html Das Geheimnis der Katha Upanishad, Vortrag Nr. 4, Artikel von Swami Krishnananda]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
{{dnf}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Katha_Upanishad&amp;diff=111896</id>
		<title>Katha Upanishad</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Katha_Upanishad&amp;diff=111896"/>
		<updated>2014-05-20T12:54:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: /* Upanishaden Sadhana */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Katha Upanishad&#039;&#039;&#039; ([[Sanskrit]]: katha-upanishad &#039;&#039;f.&#039;&#039;), auch &#039;&#039;&#039;Kathopanishad&#039;&#039;&#039;, ist der Name einer berühmten [[Upanishad]], welche die Belehrungen des Totengottes [[Yama]] an [[Naciketas]] enthält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kernaussagen der Katha Upanishad==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Von Swami Sivananada&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Om]]. Möge [[Das]] uns ([[Lehrer]] und [[Schüler]]) beschützen. Möge Das uns zur [[Glückseligkeit]] ([[Mukti]]) führen. Mögen wir beide fähig sein, die wahre [[Bedeutung]] der [[Schrift]]en zu erfassen. Möge unser [[Lernen]] erfolgreich sein. Mögen wir nie in [[Streit]] geraten. &lt;br /&gt;
Om Frieden! Frieden!! Frieden!!!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. [[Intuition]] ([[Aparokshanubhuti]]) ist die [[Quelle]] des [[Wissen]]s über [[Atman]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Der Atman ist schwer zu erfassen. Er ist [[feinstofflich]]. Er kann nicht durch Schlussfolgerungen erfasst werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Ein selbstverwirklichter [[Guru]] allein kann den [[Aspirant]]en auf dem [[spirituell]]en [[Weg]] führen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Angenehme vs. das Gute===&lt;br /&gt;
4. Das eine ist gut, während das andere angenehm ist. Gesegnet ist der, der sich für das [[Gute]] ([[Shreyas]]) allein entscheidet. Wer das Angenehme ([[Preyas]]) wählt, verliert letztendlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Sreyas ist das Gute, das Höchste [[Selbst]], das [[Wissen]], das zu [[Moksha]] (Befreiung) führt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Preyas ist das Angenehme, die [[Sinnesfreude]]n. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Die verkörperte [[Seele]] ist in ihrer [[Essenz]] identisch mit [[Brahman]]. Aufgrund von [[Unwissenheit]] und [[Illusion]] sind wir an [[Handlung]] gebunden und versuchen, [[Befreiung]] zu erlangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Wer den [[Pfad]] der [[Wahrhaftigkeit]] beschreitet und sich dem Guten verschreibt, erreicht [[Glückseligkeit]] und [[Unsterblichkeit]]. Wer den Sinnesfreuden frönt, verfehlt das [[Ziel]] des [[Leben]]s. Er versinkt in [[Sorge]] und [[Leid]] und ist gefangen im [[Rad]] von [[Geburt]] und [[Tod]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. [[Shreya Marga]] ist der Pfad des Wissens. [[Preya Marga]] ist der Pfad des Nichtwissens. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. Du musst die Sinnesfreuden überwinden, so du Glückseligkeit in [[Atman]] erlangen willst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Das Gute und das Angenehme haben den [[Mensch]]en fest im Griff. Der [[Weise]] untersucht und unterscheidet zwischen beiden, er wählt das Gute. Der Unwissende wählt das Angenehme, seinem [[Körper]] zuliebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Der Pfad des Wissens und der Pfad des Angenehmen stehen dem Menschen offen, er kann den Pfad wählen, der im zusagt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. So wie der [[Schwan]] [[Milch]] von [[Wasser]] trennt und nur die Milch trinkt, so trennt der Weise Gut von Böse und folgt dem Guten allein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. Der Weise weiß, dass Shreyo Marga zu Unsterblichkeit, [[Freiheit]] und Glückseligkeit führt, Preyo Marga dagegen zu vergänglichen sinnlichen [[Freude]]n und zu [[Bindung]]. Deshalb bevorzugt er Sreyo Marga. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15. Den Unwissenden fehlt das [[Unterscheidungsvermögen]] zwischen dem Guten und dem Angenehmen. Sie haben keine [[Vorstellung]] vom Ziel, vom Erreichen des Zieles und von den [[Frucht|Früchten]]. Sie wählen das Angenehme, um gierig ihren Körper zu mästen und geben sich den Sinnesfreuden hin.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16. Die beiden Wege liegen weit auseinander und führen zu unterschiedlichen [[Resultat]]en. Sie sind wie [[Licht]] und [[Dunkelheit]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
17. [[Avidya]] ist der Weg des Angenehmen. Er führt zu Leid und Bindung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18. [[Vidya]] ist der Weg des Guten. Er führt zu Freiheit und Befreiung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zeichen der Täuschung===&lt;br /&gt;
19. Die Unwissenden leben in [[Dunkelheit]], sehen sich jedoch als weise und gebildet. In [[Illusion]] gehen sie verschlungene [[Weg]]e, wie Blinde, die von Blinden geführt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20. Die in [[Samsara]] leben, leben in [[Unwissenheit]] und Dunkelheit. Sie haben weder Verstehen noch [[Unterscheidungskraft]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
21. Sie sind an Tausende von Seilen der Erwartung gebunden. Sie sind in Tausende von Schlingen in Form von [[Anhaftung]] an [[Kind]]er, [[Ehe]], [[Wohlstand]], [[Besitz]] und vieles mehr verwickelt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22. Unwissend sind sie, doch sehen sie sich als intelligent und belesen in den [[Shastra]]s. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23. Sie werden [[Befreiung]] nicht erlangen. Sie sind immer wieder an das [[Rad]] von [[Geburt]] und [[Tod]] gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24. Sie gehen im [[Leid]] von Samsara durch Geburt, [[Alter]], [[Krankheit]], [[Sorge]], Leid und Tod unter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25. So wie der Blinde, der von einem Blinden auf steiniger Straße geführt wird, leidet, so leiden die Unwissenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
26. Der [[Weg]] in die [[Zukunft]] ist dem Unwissenden nicht klar. Er verfällt der Illusion des Wohlstandes. Das ist die [[Welt]], es gibt keine andere, so denkt er. So fällt er wieder und wieder in das Netz von Geburt und Tod.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
27. Wohlstand ist das Gift der Welt. Er schafft [[Stolz]] und [[Eitelkeit]]. Er schafft einen wirren [[Geist]] und vernebelt den [[Verstand]]. Er verschleiert den [[Intellekt]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28. Die Notwendigkeit, [[Befreiung]] zu erlangen, ist dem Leichtsinnigen kein [[Bedürfnis]]. Er ist in Gedanken an Kinder, Ehe und Wohlstand eingehüllt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
29. Die Sinnesfreuden sind das [[Ziel]] des weltlichen [[Mensch]]en. [[Geld]] ist sein Ziel. Essen, Trinken, [[Spaß]] sind seine höchste [[Philosophie]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
30. Viele sind nicht in der Lage auf den [[Atman]] zu hören. Auch wenn sie von Atman hören, können sie die [[Wort]]e nicht erfassen, da ihr Geist nicht klar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Erhabenheit von Brahma Vidya===&lt;br /&gt;
31. Unübertrefflich ist es, sein [[Selbst]] ausdrücken zu können. Unübertrefflich ist es, sein Selbst zu erfassen, gelehrt von einem fähigen [[Lehrer]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
32. [[Brahma Vidya]] ist die vollkommene [[Wissenschaft]]. Sie ist die Wissenschaft der Wissenschaften. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
33. Welche ist diese höchste [[spirituell]]e Wissenschaft, die, so wir sie kennen, uns alle anderen Wissenschaften kennen lässt. Es ist [[Para]] [[Vidya]] oder Brahma Vidya, das Erkennen des unsterblichen [[Atman]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
34. Unübertrefflich muss der Lehrer sein, der Brahma Vidya lehrt. Unübertrefflich muss auch der [[Schüler]] sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
35. Brahma [[Jnani]]s und befähigte [[Aspirant]]en sind sehr, sehr rar in der [[Welt]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
36. Wer mit den vier [[Absicht]]en - [[Viveka]] (Unterscheidungskraft), [[Vairagya]] (Leidenschaftslosigkeit), [[Shat Sampat]] (sechsfache Tugenden), [[Mumukshutva]] (Sehnsucht nach Befreiung) - ausgestattet ist, der ist für den [[Weg]] des [[Jnana Yoga]] befähigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
37. Von Tausenden, die von Atman hören, die [[Gott]] suchen, erkennt einer Atman. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
38. Der Atman kann nicht leicht erkannt werden, wenn Er von einem Unerfahrenen, der selbst Atman nicht erkannt hat, gelehrt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
39. Der Atman kann nicht durch Behauptung und Beweisführung erkannt werden, denn Er ist transzendent, jenseits von [[Verstand]] und [[Intellekt]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
40. Der Intellekt ist ein vergängliches Instrument, bedingt durch [[Zeit]], [[Raum]] und [[Ursache]]. Nur durch Behauptung kommen wir zu keiner endgültigen [[Entscheidung]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
41. Ein [[Mensch]] mit niederem Intellekt wird von einem Menschen mit hohem Intellekt besiegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
42. Argumentieren ist nur ein Jonglieren mit [[Wort]]en. Es ist intellektuelle [[Gymnastik]] und sprachliche Kriegsführung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
43. Wer sein [[Leben]] nur mit Argumentieren verbringt, ist im dichten [[Dschungel]] von Dunkelheit und Nichtwissen gefangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
44. Höre auf zu argumentieren und werde still, wende dich nach Innen und meditiere.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
45. Der Atman ist nur durch stille [[Meditation]] zu erfahren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
46. [[Brahma]] [[Jnana]] kann nicht durch Behauptung und Beweisführung erlangt werden. Man muss das [[Brahman]]-[[Bewusstsein]] durch [[spirituell]]e [[Erfahrung]] erlangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
47. Es ist leicht, Brahman zu verstehen und zu erkennen, wenn von einem verwirklichten Lehrer gelehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
48. Das [[Ewige]] kann nicht durch Vergängliches erkannt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
49. Das Ewige ist unveränderlich, es kann nicht durch Veränderliches erkannt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
50. Selbst [[Hiranyagarbha]] ist nichts im Vergleich zu [[Para Brahman]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
51. Der Atman ist [[feinstofflich]] und innewohnend. Er liegt in der [[Höhle]] des [[Herz]]ens verborgen. Deshalb ist er schwer zu erkennen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
52. Der [[Weise]] zieht seine [[Sinn]]e von den Objekten im Außen zurück, erkennt den Atman durch Meditation auf das Selbst und ist frei von [[Freude]] und [[Leid]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
53. Der Atman ist jenseits von Freude und Leid. Er ist [[Glückseligkeit]]. Er ist [[Satchidananda]] [[Svarupa]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
54. [[Glück]] und Leid, Freude und [[Kummer]] sind nur Modifikationen des [[Geist]]es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Upanishaden Sadhana===&lt;br /&gt;
55. Der [[Weise]] meditieret auf den [[Atman]], erkennt Ihn, den Unsichtbaren, den Unergründlichen, den in der [[Höhle]] des [[Herz]]ens Verborgenen, den in der [[Hölle]] Weilenden, den in der [[Intelligenz]] Erscheinenden und ist frei von [[Freude]] und [[Leid]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
56. Der [[Aspirant]] hört von seinem befähigten [[Lehrer]] alles über den Atman und erfasst Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
57. Dann trennt er durch Unterscheiden zwischen Wirklichem und Nichtwirklichem den Atman von [[Körper]] und [[Geist]], meditiert auf den Atman und erkennt Ihn durch seine [[Intuition]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
58. Diese [[Welt]] wird von [[Dharma]] getragen. [[Brahman]] ist das Zentrum des Dharma. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
59. Warum führt ein [[Mensch]] ein rechtschaffenes [[Leben]]? Weil er nur durch das Erkennen von Brahman wirklich genießen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
60. Das Prinzip ([[Svarupa]]) von Brahman ist [[Glückseligkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
61. Sinnesfreuden sind nur flüchtige [[Eindruck|Eindrücke]], angeregt durch Reizung der [[Nerv]]en. Es sind nur Reaktionen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
62. Brahman ist [[Fülle]], [[Einheit]], [[Ewigkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
63. Brahman ist anders als [[Tugend]] und [[Laster]], anders als [[Ursache]] und [[Wirkung]], anders als [[Vergangenheit]] und [[Zukunft]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
64. Tugend und Laster, Vergangenheit und Zukunft sind nur mentale Schöpfungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
65. [[Zeit]] ist nur ein Wert des Geistes, eine ebenso nur mentale Schöpfung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
66. In [[Ishvara]] besteht gleichzeitige [[Wahrnehmung]]. Alles ist nur. Alles ist nur jetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
67. Brahman ist Ewigkeit. Es ist jenseits von Zeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
68. Das [[Ziel]], das die [[Veden]] verkünden und für das der [[Aspirant]] in [[Brahmacharya]] lebt, dieses Ziel ist [[OM]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
69. [[Buße]] und Brahmacharya führen zum Erkennen von Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Pranava===&lt;br /&gt;
70. OM ist auch unter den Namen Pranava, Ekakshara und Omkara bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
71. OM ist ein Symbol (Pratika) für Brahman. Es ist Klang (Sabda Brahman).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
72. OM ist der Urklang, die erste Manifestation Brahmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
73. OM ist das geeignetste Symbol für Brahman. Es besteht aus drei Buchstaben - A, U, M.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
74. Klang, Wort und Name sind untrennbar verbunden mit dem Gedanken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
75. OM ist wahrlich Brahman. OM ist wahrlich das Höchste. Der OM kennt erlangt alles was er wünscht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
76. OM ist Brahman Selbst. OM und Brahman sind untrennbar miteinander verbunden. Über OM sollte wie über Brahman Selbst meditiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
77. OM ist ein Symbol, sowohl für Saguna als auch für Nirguna Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
78. Wer auf OM mit Saguna (gestalthaft) Bhava meditiert, der wird Saguna Brahman erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
79. Wer auf OM mit Nirguna (gestaltlos) Bhava meditiert, der wird Nirguna Brahman erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
80. Das manifestierte Brahman sollte erreicht werden. Das unmanifestierte Brahman sollte erkannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
81. OM ist die beste Hilfe. Es ist das beste Mittel, um das Manifeste (Saguna Brahman) oder das Höchste (Nirguna Brahman) zu erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
82. Wer auf Brahman meditiert wird eins mit Brahman und wird geeignet, wie Brahman verehrt zu werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
83. Der Kenner Brahmans wird Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
84. OM ist die wertvollste Hilfe. Wer diese Hilfe kennt wird in dieser Welt als Brahman verehrt. Er wird wie Brahman verehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Wesen des Höchsten Selbst===&lt;br /&gt;
85. Der Atman ist ohne Geburt und ohne Tod. Er entstand nicht aus etwas. Er ist ewig. Er stirbt nicht, wenn der Körper stirbt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
86. Brahman wurde nicht hergestellt wie ein Topf aus Lehm. Er ist frei von Bedingung. Er ist frei von Modifikationen wie sie Dingen eigen sind, die eine Form besitzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
87. Brahman ist unvergänglich und unveränderlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
88. Brahman ist frei von Veränderung und Entwicklung, Es ist unvergänglich und unveränderlich. Es ist archaisch (Purana).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
89. So wie die Luft im Topf nicht davon berührt wird, wenn der Topf zerbricht so, ist der Atman nicht davon berührt, wenn der Körper stirbt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
90. Der Atman ist feinstofflich, kein Schwert kann Ihn töten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
91. Unwissende glauben, der Körper sei Atman und identifizieren die Seele mit dem Körper. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
92. Wenn der Mörder denkt: ‚Ich töte‘, dabei den Körper für die Seele haltend, und wenn der Ermordete denkt: ‚Ich wurde getötet‘, dann kennen beide den Atman nicht. Beide sind unwissend. Die Seele tötet nicht und kann nicht getötet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
93. Der Atman, feiner als fein, größer als groß, weilend im Herzen eines jeden Wesens. Wer wunschlos ist, ruhig im Geist, die Sinne zurückgezogen hat, der behält die Würde des Selbstes und wird frei von Kummer und Leid.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
94. Die Seele einer Ameise ist dieselbe wie die eines Elefanten. Nur ein Bewusstsein weilt in allen Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
95. Die Essenz aller Wesen ist der Atman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
96. Der Atman wird von der Welt überlagert, so wie das Seil von der Schlange überlagert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
97. Für sich allein hat die Welt keine eigene Existenz, alles ist Atman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
98. Der Atman ist weit, Er ist überall, denn Er ist alldurchdringend und ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
99. Der Atman frohlockt und frohlockt nicht. Er genießt die Welt in ihren Begrenzungen. Er ist der stille Zeuge in seinem reinsten Wesen, und so frohlockt Er nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
100. Befähigte Aspiranten, ausgestattet mit einem feinen, scharfen und reinen Intellekt, lernbegierig und mit den vier Absichten (siehe Vers 36) vertraut, können den Atman erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
101. Der Weise, der den Atman als körperlos erkannt, nur im vergänglichen Körper weilend, erhaben und alldurchdringend, kennt kein Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
102. Der Atman ist körperlos im Körper weilend. Er ist unveränderlich inmitten Veränderlichem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
103. Die Weisen, die das Selbst erfahren haben und den Atman erkannt durch direkte intuitive Wahrnehmung (Aparokshanubhuti), kennen kein Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wer erreicht Atma Jnana===&lt;br /&gt;
104. Der Atman kann nicht erkannt werden durch das Studium der Veden, durch Intelligenz oder Hören. Der, den das Selbst erwählt, der kann das Selbst erkennen. Dem enthüllt der Atman Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
105. Den Atman kann nur der erkennen, der wunschlos ist und nach Wissen strebt. Dem enthüllt der Atman Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
106. Das Selbst dessen, der nach Wissen strebt, enthüllt sich ihm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
107. Nur der Aspirant, der Atman sucht erkennt Atman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
108. Der Atman wird nur von dem erkannt, den Gott erwählt, dem Gott Seine Gnade gewährt, den Er liebt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
109. Wer nicht von Untugenden ablässt, wer seine Sinne nicht unter Kontrolle hat, wessen Geist nicht einpünktig und geläutert ist, der kann Atman nicht erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metaphysik des Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
110. Da sind zwei, Paramatman (die höchste Seele) und Jivatman (die verkörperte Seele). Paramatman ist das Licht, Jivatman ist der Schatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
111. Paramatman kennt weder Handlung noch Früchte daraus. Er ist stets der stille Zeuge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
112. Das gegenüberliegende Ufer von Samsara ist Moksha (Befreiung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
113. Der Körper ist der Wagen, der Atman ist der Herr des Wagens, der Intellekt ist der Wagenlenker, der Geist ist die Zügel, die Sinne sind die Pferde, die Objekte sind die Straße. Der Atman, vereint mit Sinnen und Geist, ist der Genießer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
114. Der reine Atman ist tatenlos (Nishkriya). Er ist untätig (Akarta).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
115. Der Atman erscheint als der Genießer, so Er sich mit dem Geist, den Sinnen und dem Körper durch Avidya verbindet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
116. Der Geist agiert und genießt durch Sinne und Körper. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
117. Die Eigenschaften von Geist, Sinnen, Prana und Körper werden auf den Atman übertragen und die Attribute des Atmans werden auf Geist, Sinne, Prana und Körper übertragen. Dies wird wechselseitige Übertragung (Anyonya Adhyasa) genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
118. Durch diese Übertragung erscheint der empfindungslose Geist intelligent zu sein und der unreine und empfindungslose Körper wird für den reinen und empfindungsfähigen Atman gehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
119. Der reine Atman nimmt die Erscheinung des Jivas an und aufgrund der durch Avidya ausgelösten Übertragung verfällt Er in das Leid von Samsara - Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
120. Die Essenz des Jivas ist Satchidananda Svarupa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121. Wenn Avidya durch das Erkennen des Selbstes überwunden ist, wird man eins mit Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wichtigkeit von Selbstkontrolle===&lt;br /&gt;
122. Wer keine Unterscheidungskraft besitzt und seinen Geist nicht unter Kontrolle hat, dessen Sinne sind derart unkontrollierbar wie wilde Pferde durch den Kutscher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
123. Wer nicht ausgestattet ist mit Unterscheidungskraft zwischen Wirklich und Nichtwirklich, wer nicht fähig ist, zu unterscheiden was zu tun ist und was nicht zu tun ist, wer seinen Geist nicht unter Kontrolle hat, der ist ein unfähiger Fahrer seines Körpers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
124. Wer Wissen besitzt, Geist und Sinne stetig unter Kontrolle hält, dessen Pferde sind gezähmt durch den Kutscher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
125. So wie ein guter Kutscher seine Pferde durch die Zügel kontrolliert, so kontrolliert der gute Fahrer diese Körper-Kutsche durch Verstehen, Unterscheidungskraft und Willen.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
126. Die Sinne werden kontrolliert durch den kontrollierten Geist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127. Kontrolle der Sinne ist ein indirektes Mittel um das Ziel, Moksha, zu erlangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
128. Wer keine Unterscheidungskraft besitzt, wer seinen Geist nicht unter Kontrolle hat, wer nicht geläutert ist, der kann das Ziel nicht erreichen, er gerät immer wieder in den Kreislauf von Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
129. Wer versteht, wer seinen geläuterten Geist stets unter Kontrolle hat, der erreicht das Ziel und wird nicht mehr geboren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
130. Wer als Fahrer eine scharfsinnige Intelligenz und als Zügel einen gut kontrollierten Geist besitzt, der erreicht am Ende seiner Reise das Reich Vishnus.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
131. Der kluge Kutscher lenkt die Pferde durch die Zügel und fährt die Kutsche sicher ans Ziel, das Ende der Reise. Ebenso erreicht der Jiva sein Ziel, das Reich Vishnus, auf der Straße des Samsaras, wenn er durch Unterscheidungskraft Geist und Sinne lenkt.&lt;br /&gt;
Die innere Ordnung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
132. Hier werden die aufsteigenden Stufen des Feinstofflichen beschrieben. Jenseits der Sinne sind die Anfänge, jenseits der Anfänge ist der Geist, jenseits des Geistes ist der Intellekt, jenseits des Intellekts ist der kosmische Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133. Jenseits des kosmischen Intellekts ist das Unmanifestierte (Avyakta). Jenseits des Unmanifestierten ist der Purusha. Jenseits des Purushas ist nichts. Das ist das Ende, das ist das höchste Ziel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
134. Überlegenheit wird gewichtet nach der Feinstofflichkeit. Das Feinstoffliche ist dem Grobstofflichen überlegen. Das Feinstofflichere ist dem Feinstofflichen überlegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
135. Der Atman ist das feinstofflichste Vastu (Substanz). Er ist allem überlegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
136. Die Ursache ist feinstofflicher als die Wirkung.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
137. Die fünf Grundlagen der Materie sind den Sinnen überlegen, denn die Sinne werden durch die Grundlagen der Materie geformt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
138. Der Geist ist den Grundlagen überlegen, denn er ist feinstofflicher und wird durch die feinstofflichen Tanmatras (Sukshma Bhutas) in ihrer feinsten Prägung geformt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
139. Die fünf Elemente sind die Auswirkungen der Tanmatras.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
140. Der Geist ist der Seher (Drik), die Objekte sind das Gesehene (Drishya).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
141. Der Geist ist inwendiger als die Sinne. Deshalb ist der Geist den Objekten überlegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
142. Der Intellekt ist dem Geist überlegen, denn der Intellekt ist feinstofflicher, erhabener und inwendiger als der Geist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
143. Der Geist gibt den Gedanken an den Intellekt. Der Intellekt untersucht, entscheidet und kommt zu einer endgültigen Lösung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
144. Der Intellekt ist der Ministerpräsident des Atmans. Er handelt wie ein Oberrichter am Obersten Gerichtshof. Er steht dem Atman ganz nahe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
145. Der Geist ist nur ein Instrument. Er arbeitet durch die Intelligenz, die sich in ihm reflektiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
146. Hiranyagarbha ist der Mahat Atman. Er ist die kosmische Intelligenz. Er ist das universelle Leben. Er ist die Summe aller individuellen Seelen. Er ist der Erstgeborene des Unmanifestierten (Avyakta).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
147. Avyakta ist der Same aller Welten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
148. So wie der Baum potentiell im Samen enthalten ist, so ist die Welt potentiell in Avyakta enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
149. Die drei Gunas sind das Gleichgewicht in Avyakta.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
150. Materie, Energie und Klang sind potentiell in Avyakta enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
151. In Pralaya geht die Welt in Avyakta ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
152. Avyakta geht in Para Brahman ein wie Kette und Schuss. Es ist das Gewebe aller Potenzen von Ursache und Wirkung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
153. Der Purusha ist die Ursache aller Ursachen. Er ist Fülle. Deshalb wird er Purusha genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
154. Der Atman ist das Ende, das höchste Ziel. Hier enden Feinheit und Erhabenheit.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
155. Wer den Purusha erkennt wird nicht mehr in Samsara geboren. Er erreicht Moksha. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156. Der Atman ist in allen Wesen verborgen, nur die Seher nehmen Ihn wahr, durch ihren scharfen und feinen Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
157. Aufgrund von Avidya kann der Mensch, obwohl sein Wesen Brahman ist, die Wahrheit ‚Ich bin Brahman‘ nicht ermessen. Selbst dann nicht, wenn man sie ihn lehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
158. Doch weiß er, dass er der Sohn von dem und dem ist. Selbst wenn man ihn dieses nicht lehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159. Mula Prakriti, Pradhana, Avyakta, Avyakriti und Maya sind gleichbedeutende Begriffe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der inwendige Pfad des Yogas===&lt;br /&gt;
160. Der unwissende weltliche Mensch hält seinen Körper für Atman und wandert in Selbsttäuschung durch Samsara. Wie rätselhaft Avidya doch ist! Wie tief und unergründlich Maya doch ist! Wie fantastisch und undurchschaubar Moha doch ist!  (Avidya – Unwissenheit, Maya – Illusion, Moha – Verblendung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
161. Der Atman strahlt nicht für die, die einen unreinen, engen und groben Intellekt haben, doch Er wird erkannt von denen, die einen reinen, scharfen und feinen Intellekt haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
162. Der Intellekt wird rein und scharf erhalten, indem man über Brahman hört, reflektiert und meditiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
163. Der Weise versenkt seine Sinne in den Geist, den Geist in den Intellekt, den Intellekt in den kosmischen Intellekt und den kosmischen Intellekt in den friedvollen Atman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
164. Ziehe die Sprache und andere Werkzeuge zurück durch Versenkung (Pratyahara) und Selbstkontrolle (Dama).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
165. Verschmelze den Geist mit dem Intellekt, mit Hiranyagarbha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
166. Verschmelze Hiranyagarbha mit dem friedvollen Atman (Santa Atman), dem reinen, unbedingten Para Brahman, dem Nährboden für alles, dem Unwandelbaren, dem Selbst, dem Zeugen aller Modifikationen des Intellekts. Das ist der Prozess des Verschmelzens des Geistes mit dem Unendlichen, Laya Chintana.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
167. Praktiziere Innenschau und Selbstanalyse. Kontrolliere den niederen Geist durch den höheren. Beende alle Aktivitäten der Sinne und richte das Bewusstsein auf den Geist. Dann ziehe das Bewusstsein vom Geist zurück und richte es auf den Intellekt. Ziehe das Bewusstsein vom Intellekt zurück und richte es auf die kosmische Intelligenz. Schließlich ziehe das Bewusstsein von der kosmischen Intelligenz zurück und richte es auf das absolute Bewusstsein, auf Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
168. So wie die Schildkröte ihre Glieder einzieht, so ziehe die Sinne zurück in den Geist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
169. Der Intellekt wird Mahat Atman genannt, weil er Geist und Sinne durchdringt. Er ist ihr inneres Prinzip. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
170. Verschmelze den Intellekt mit Mahat Atman, Hiranyagarbha. Lasse deinen Intellekt klar und rein werden wie Hiranyagarbha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
171. Erhebe dich, erwache! Lerne von großen Lehrern, erkenne Atman. Der Weg führt auf einer scharfen Klinge, schwierig ist er zu gehen, sagen die Weisen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
172. Sind Sinne, Geist, Intellekt und Mahat Atman mit Para Brahman verschmolzen, erfährt man Glückseligkeit, ewigen Frieden und erlangt Moksha. Man erfährt das wahre Wissen über das Selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
173. Das Wasser der Luftspiegelung vergeht, die Schlange im Seil löst sich auf und das Blau des Himmels entweicht, sobald das wahre Wesen der Luftspiegelung, des Seiles und des Himmels erkannt ist. Ebenso verlieren sich Name, Form und Handlung, da sie auf falschem Wissen beruhen und vom Wesen her Ursache, Wirkung und Frucht sind, wenn Atman erkannt ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
174. Erhebe dich, Mensch, aus dem Morast des Samsaras, wende dich spirituellem Wissen über Atman zu. Höre auf, über weltliche Gebilde zu sinnieren.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
175. Erwache aus dem Schlummer in Unwissenheit. Beende den Schlaf, den Samen allen Leides. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
176. Suche hervorragende Lehrer, Brahma Nishtha, Brahma Srotriya Gurus, die Atman erkannt haben. Erkenne Atman so wie sie es dich lehren. Fühle ‚Ich bin Das‘, Soham.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
177. Er hat Das erkannt, das ohne Klang, ohne Berührung, ohne Gestalt, ohne Verfall, ohne Geschmack, ohne Geruch, ohne Anfang, ohne Ende, jenseits des Intellekts ist, ewig und unveränderbar. Er ist dem Rachen des Todes entkommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
178. Der Atman ist transzendent, jenseits aller Vorstellungen. Er ist jenseits von Materie. Er ist reiner Geist. Er ist reines Bewusstsein.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
179. Der Atman ist jenseits von Geist und Sprache. Jenseits von Klang, Berührung, Geschmack und Geruch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
180. Der Atman ist Glückseligkeit und Wissen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
181. Die Erde ist grob. Der Körper ist grob. Doch der Atman ist feiner als das Feine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
182. Klang, Berührung, Geschmack und Geruch existieren nicht in Atman. Deshalb kann Er nicht erlöschen, Er kann nicht steigen und nicht sinken.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
183. Etwas das vergeht ist flüchtig. Der Atman ist ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
184. Was einen Anfang hat, hat eine Wirkung und geht in die Ursache ein. Deshalb ist es nicht ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
185. Der Atman hat keine Ursache in die Er eingehen könnte. Er ist die Ursache von allem und hat keine Wirkung. Da Er keine Wirkung hat, ist Er ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
186. Vergängliche Objekte, wie Bäume, Blumen, Körper, haben einen Anfang und ein Ende. Der Atman jedoch ist ohne Anfang und ohne Ende, da Er ewig ist.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
187. Vernachlässige das nicht. Das ist deine erste Pflicht. Das ist deine höchste Pflicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
188. Da der Atman feinstofflich ist, ist der Pfad des Wissen, der zu Ihm führt, schwierig zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
189. Der Aspirant, der auf der Klinge wandelt muss vorsichtig, wachsam, bestrebt und intelligent sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
190. Es versteht sich von selbst, dass ein Guru unverzichtbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
191. Die Upanishaden sind Aufzeichnungen der intuitiven Erfahrungen großer Weiser und Seher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
192. Der Atman ist verschieden vom Intellekt, denn Er ist der stille Zeuge, das absolute Wissen und die Seele aller Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
193. Nur das Unveränderliche kann als ewig bezeichnet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
194. Wer den Atman erkannt hat ist dem Rachen des Todes entkommen. Er ist frei von den Fesseln von Geburt und Tod. Er ist frei von den drei Blockaden (Granthi) Unwissenheit, Wunsch und Handlung. Er erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Philosophie des Sehnsucht===&lt;br /&gt;
195. Das aus Sich Selbst Seiende (Brahman) schuf die nach außen gerichteten Sinne. Deshalb sieht der Mensch das externe Universum und nicht das innewohnende Selbst (Atman). Doch der Weise wendet Sinne und Augen von den äußeren Sinnesobjekten ab, sehnt sich nach Unsterblichkeit und erkennt den Atman in sich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
196. Es ist nicht möglich, Licht und Dunkelheit zur gleichen Zeit am gleichen Ort zu haben. Es ist nicht möglich, Sinnesfreuden und Glückseligkeit zur gleichen Zeit zu erlangen. Es ist nicht möglich, in Sinnesfreuden zu schwelgen und das innere Selbst zur gleichen Zeit zu erblicken. Es ist nicht möglich, den Mammon und Gott gleichzeitig anzubeten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
197. Der Unwissende läuft den externen Objekten der Begierde hinterher und gerät in den Fallstrick des Todes. Doch der Weise, das Wesen der Unsterblichkeit kennend, trachtet nicht nach den flüchtigen Objekten hier auf Erden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
198. Die zwei Hindernisse die dem Erkennen des Selbstes im Wege stehen sind die Tendenz der Sinne, externen Objekten zu verfallen und der Wunsch nach Freuden in dieser und der nächsten Welt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
199. Die Sinne suchen im Außen aufgrund von Vikshepa Sakti (Rajas).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
200. Nicht nur die Augen, alle Sinnesorgane müssen von ihren jeweiligen Objekten zurückgezogen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
201. Der Grund für Wünschen ist Unwissenheit. Wünschen entsteht aus Avidya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
202. Wenn Rajas in den Sinnen durch Sattva erdrückt wird gehen die Sinne in den Geist ein. Sie wenden sich nicht mehr nach außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
203. Der Mensch hat seine Göttlichkeit vergessen aufgrund von Unwissenheit. Sein Geist folgt den Sinnesfreuden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
204. Unwissende, die weder Verstand noch Unterscheidungskraft besitzen, rennen externen Objekten hinterher und verfangen sich so in den Maschen des Todes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
205. Der Atman steigt nicht und sinkt nicht. Er ist unveränderlich und unsterblich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
206. Die Weisen, die die Glückseligkeit des Atmas genießen, kümmern sich nicht um Sinnesfreuden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
207. Die Summe der Sinnesfreuden ist nur ein Tropfen im Vergleich zu der Glückseligkeit des Atmans. Der Atman ist der Ozean der Glückseligkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
208. Der Wunsch nach Sinnesfreuden steht dem Wissen über das Selbst entgegen. Er steht dem Erkennen des Selbstes entgegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
209. Würde jemand Zucker essen, wenn Mangos reichlich vorhanden sind?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
210. Dem Selbst, durch das wir Form, Geschmack, Geruch, Klang und Berührung erfahren, bleibt nichts verborgen. Wahrlich, Dieses ist Das (Brahman). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
211. Der Atman ist absolutes Wissen. Er ist absolutes Bewusstsein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
212. Was in dieser Welt bleibt dem Atman verborgen? Alles ist dem Atman bekannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
213. Geist und Intellekt sind unempfänglich. Sie borgen ihr Licht von Atman. So wie der Mond Licht von der Sonne borgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
214. Geist, Intellekt und Sinne erfüllen ihre Aufgaben durch das Licht des Atmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
215. Der Atman steht hinter allen Wahrnehmungen von Sinnen, Geist und Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
216. So wie Eisenspäne sich hin zum Magnet bewegt. So bewegen sich Geist, Sinne und Intellekt hin zu Atman.&lt;br /&gt;
Jenseits von Furcht und Leid &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
217. Das, wahrlich, ist der Atman, verschieden von Tugend und Untugend, Ursache und Wirkung. Er ist Vishnu, darüber hinaus ist nichts.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
218. Der Weise weiß, dass alles was er im Wachen und im Traum wahrnimmt, der allgegenwärtige Atman ist. Er leidet nicht mehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
219. Turiya (der vierte Zustand) übertrifft Wachen, Schlaf und Tiefschlaf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
220. Der Atman ist der stille Zeuge der drei Bewusstseinszustände. Er wird Turiya genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
221. Durch Atman alleine ist man sich des Träumens und Wachens bewusst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
222. Wer den ewigen Atman erkennt wird absolut furchtlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
223. Furcht erscheint nur, wenn man am Körper anhaftet, wenn man sich mit dem Körper identifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
224. Wer sich mit seinem physischen Körper identifiziert versucht, ihn zu schützen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
225. Wo immer Anhaftung herrscht, herrschen auch Furcht und Ärger. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
226. Der Atman ist Eins ohne ein Zweites und ewig, so Er erkennt ist, was will man dann vor wem schützen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
227. Der Weise sieht das Selbst überall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
228. Der Weise steht über dem Körperbewusstsein. Er wird vollkommen furchtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
229. Atman zu kennen heißt, Atman zu verwirklichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
230. Atman zu kennen heißt, Atman zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Einheit von Brahman, Mensch und Welt===&lt;br /&gt;
231. Brahman erscheint als Jiva durch den Upadhi (begrenzende Beifügung) Avidya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
232. Brahman erscheint als Hiranyagarbha durch den Upadhi Maya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
233. Die Gesamtheit aller Jivas (Samashti) ist Hiranyagarbha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
234. Der Jiva ist der mikrokosmische Aspekt Brahmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
235. Wenn der Upadhi weicht werden Hiranyagarbha und Jiva eins mit Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
236. Hiranyagarbha ist die erste Manifestation Brahmans durch Meditation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
237. Brahman, Hiranyagarbha genannt, entstand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
238. Hiranyagarbha ist kosmischer Prana oder kosmische Intelligenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
239. Alle Götter weilen in Brahman, wie die Speichen in der Nabe. Alle Götter hängen von Brahman ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
240. So wie die Welle nicht verschieden ist vom Ozean, so wie Goldschmuck nicht verschieden ist von Gold, so ist diese manifestierte Welt nicht verschieden von Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
241. Der Unterschied besteht nur im Namen. So wie das Seil als Schlange erscheint, so erscheint Brahman in Name, Gestalt und Handlung, (Nama, Rupa, Kriya) durch Avidya (Unwissen) beziehungsweise Maya (Illusion).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
242. Wer denkt: ‚Ich bin verschieden von Brahman‘, der wird wiedergeboren und stirbt. Doch wer fühlt: ‚Ich bin wahrlich das alldurchdringende, unsterbliche Satchidananda Brahman‘, der erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
243. Brahman ist die Verkörperung der ewigen Erkenntnis (Nitya Vijnanaghana Svabhava).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
244. Brahman ist frei von Eigenschaften des Samsaras (Sarva Samsara Dharma Varjitam).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
245. Die Höchste Seele ist identisch mit der individuellen Seele und mit der gesamten Schöpfung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
246. Das Fehlen von Unterscheidungsfähigkeit ist der Grund für Wiedergeburt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ästhetik und das Selbst===&lt;br /&gt;
247. Allein durch den Geist kann Brahman erkannt werden. Es gibt keinen Unterschied zwischen Geist und Brahman. Wer einen solchen sieht geht von Tod zu Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
248. Der Geist ist zweigestaltig, Suddha Manas - der reine Geist, und Asuddha Manas - der verunreinigte Geist, angefüllt mit Vasanas, Ego und Gier. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
249. Brahman kann nur erkannt werden durch einen geläuterten Geist. Dazu lese man die Schriften, lerne bei einem Lehrer, praktiziere die vier Absichten (siehe Vers 36) und meditiere stetig auf das Selbst.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
250. So man das Selbst erkannt hat verschwindet die Unwissenheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
251. Der Weise erkennt Brahman in allem, nichts anderes existiert. Die Welt ist die Manifestation Brahmans allein, sie ist in ihrem Wesen nicht verschieden von Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
252. Wer Verschiedenheit sieht,  mit von Unwissenheit verdunkelten Augen, geht von Tod zu Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
253. Daumengroß sitzt der Purusha in der Mitte des Körpers. Er ist der Herr der Vergangenheit und der Zukunft, nachdem er Ihn erkannt hat kennt der Weise keine Furcht mehr. Dieses ist Das. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
254. Der Purusha weilt im Herzen. Der Atman wird Purusha genannt, weil Er in der Stadt (Puri) des Körpers weilt und weil alles von Ihm durchdrungen ist, die ganze Welt ist Seine Fülle. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
255. Der Atman ist grenzenlos, die Größe eines Daumens ist nur ein Hilfsmittel zur Meditation für Anfänger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
256. Zu Beginn meditiert der Aspirant auf den Atman als ein im Herzen strahlendes Licht (Jyoti) in Größe eines Daumens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
257. Nachdem der furchtlose, unsterbliche Atman erkannt ist, ist die Furcht vergangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
258. Brahman ist der perfekte Purusha. Er ist die Seele, die im Herzen eines jeden Menschen weilt. Er ist der Herrscher über das Wissen. Es ist verborgen in Herz und Geist. Wer so weiß erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
259. Brahman ist eine Flamme ohne Rauch. Es ist der Herr über Vergangenheit und Zukunft. Nur Es allein ist heute und wird morgen sein. Dieses ist wahrlich Das. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
260. Brahman ist ewig, unsterblich (Kutastha) und unbewegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
261. Brahman weilt in allen Lebewesen heute, und wird es sicher auch morgen noch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
262. Der Regen fällt auf den Berg, das Wasser rinnt hinunter ins Tal, verteilt sich und verliert sich.  Der Unwissende sieht Unterschiede im Leben; denkt, verschiedene Selbste seien in verschiedenen Körpern; denkt, die Welt sei verschieden von Brahman und die einzelnen Seelen seien verschieden von anderen Seelen und von der Höchsten Seele; sieht Dinge als verschieden von der Seele; hat nicht das Substrat von allem erkannt; hat nicht die Nichtzweiheit Brahmans und Seine ewige, unsterbliche, unwandelbare Einheit erfasst. Dieser Unwissende ist gefangen im Kreislauf von Geburt und Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
263. Reines Wasser in reines Wasser gegossen wird eins mit dem reinen Wasser. Die geläuterte individuelle Seele wird eins mit der Höchsten Seele, so sie das Höchste Selbst durch Intuition erkannt hat, die Vorstellung von Unterschieden durch das Wissen über Atman überwunden hat, die Einheit von Selbst und Atman erkannt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
264. Der Aspirant sollte unerschütterliches Vertrauen in die Lehren der Srutis haben. Ohne dieses Vertrauen gibt es kein Erkennen des Selbstes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der innere Herrscher===&lt;br /&gt;
265. Die Stadt Brahmans, dessen Wissen ewig ist, hat elf Tore. Brahman verehren lässt Kummer vergehen und befreit von allen Bindungen, man wird frei. Dieses ist wahrlich Das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
266. Zwei Augen, zwei Ohren, zwei Nasenlöcher, ein Mund, das sind sieben Tore. Der Nabel und die zwei unteren Öffnungen sind zusammen zehn. Das elfte ist Brahmarandhra, die Öffnung Brahmans, die Fontanelle. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
267. So wie eine Stadt einem König gehört, er jedoch unabhängig von der Stadt ist, so gehört der Körper einem König (Atman), der unabhängig vom Körper ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
268. Wer auf Brahman meditiert und das Selbst erkannt hat, der ist frei von Kummer. Er ist frei von allen Bindungen und frei vom Kreislauf von Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
269. Der Weise ist frei von Wünschen und den Fesseln, die Karma erschafft. Er wird vollkommen furchtlos. Er nimmt keinen weiteren Körper an. Er geht in Brahman ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
270. Brahman schickt Prana nach oben und Apana nach unten. Dieses Verehrungswürdige, im Inneren weilend, verehren die Götter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
271. Fünf Prinzipien der Lebenskraft kennen wir, Prana, Apana, Vyana, Udana und Samana. Es gibt weitere fünf untergeordnete Pranas (Upapranas). Der höchste Prana, Mukhyaprana, nimmt die zehn Formen an, je nach Aufgabe eines jeden einzelnen Pranas (Vritti Bheda).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
272. Prana ist Odem. Apana hat die Funktion der Ausscheidung. Vyana lässt das Blut zirkulieren. Udana lässt die Stimme wirken. Samana hat die Funktion der Verdauung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
273. Prana ist nicht Atem. Prana ist Lebensenergie. Atem ist nur eine der vielen Manifestationen von Prana. Prana ist mit Atem verbunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
274. Geist und Sinne verehren ihren Herrn, den Atman, indem sie die ihnen zugeteilten Aufgaben erfüllen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
275. Sie stimmen ihren Herrn, den Atman, günstig, indem sie die verschiedenen Wahrnehmungen, Form, Klang, Geruch, Geschmack und Berührung, Ihm darbringen, so wie das Volk den König günstig stimmt, indem es ihm Gaben darbringt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
276. Sinne, Geist und Prana sind stets damit beschäftigt, dem Atman zu dienen und Ihn zu erfreuen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
277. Der Atman allein leitet Geist, Sinne und Prana in den ihnen zugeteilten Aufgaben an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
278. Die fünf Sinnesorgane sammeln Empfindungen aus der Außenwelt und bringen sie dem Atman dar. Das ist ihre Art der Verehrung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
279. Sobald der Atman den Körper verlässt, löst dieser sich auf. So wie ein Volk sich auflöst, wenn der König aus dem Land gejagt wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
280. Der Sterbliche lebt weder durch Prana noch durch Apana, sondern durch Das, von dem diese beiden abhängen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
281. Die wahre Grundlage des Lebens ist der Atman. Prana, Apana, Vyana, Udana und Samana können nicht die Grundlage des Lebens sein. Sie arbeiten nur zusammen zum Wohle des Atmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
282. Der Körper löst sich auf, wenn Prana und Apana ihn verlassen und sich der Atman zurückzieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
283. Ein Haus besteht zum Wohle des Besitzers, der verschieden ist vom Haus und sein Herr ist. Prana, Apana, Vyana, Udana, Samana, die Sinne und der Geist bestehen zum Wohle des Atmans, der verschieden von ihnen ist und ihr Herr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
284. Prana und Apana hängen von Atman ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
285. Sie vollziehen ihre Pflichten in Harmonie zum Wohle des Atmas, ihres Herrn. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
286. Die Stütze der Wesen, des Pranas, der Sinne und des Geistes ist der Atman. Er ist völlig unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
287. Wie Getreide vergeht der Sterbliche und wie Getreide wird er wiedergeboren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
288. Manche Jivas gehen in einen Leib ein, um einen Körper zu erhalten, anderen gehen in anorganische Substanzen ein, je nach deren Karma und Bewusstsein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
289. Der Jiva nimmt den Körper an, den sein Karma bedingt und seinem Bewusstsein entspricht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
290. Er kann Indra werden oder sogar Hiranyagarbha. Er kann alles werden in der kosmischen Hierarchie. Er kann sein letztes Leben antreten und ein Jivanmukta, ein befreiter Weiser, werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
291. Er kann ein Muni, ein Tapasvin oder ein Yogi werden, so er sehr gute spirituelle Samskaras mit sich bringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
292. Er kann auch ein Baum oder etwas Anorganisches werden, je nach seinem Karma. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
293. Brahman ist der stille Zeuge der drei Bewusstseinszustände Wachen, Traum, Tiefschlaf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
294. Der Purusha schläft nie. Selbst wenn Prana, die Sinne und der Geist schlafen, ist Er der Zeuge (Sakshi) von allem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
295. Brahman ist ewig rein und unsterblich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
296. Brahman ist die Ursache der Welt. Alle Welten hängen nur von Ihm ab. Er ist die Stütze aller Welten. In Ihm sind alle Welten enthalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
297. Im Tiefschlaf ruhst du in Brahman. Du kommst in Kontakt mit Brahman, doch da ist der Schleier der Unwissenheit. Deshalb bist du dir Brahmans nicht bewusst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
298. In Samadhi ist dieser Schleier verschwunden. Dein reines Bewusstsein ist eins mit dem absoluten Bewusstsein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
299. Während der Geist und die Sinne im Tiefschlaf ruhen erfährst du die Glückseligkeit in Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
300. Deshalb sagst du, wenn du ins Wachbewusstsein zurückkommst: ‚Ich habe gut geschlafen, ich weiß von nichts‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
301. Dieses Erinnern an die Glückseligkeit beweist, dass Brahman ist, nichtdual, glückselig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das allgegenwärtige Selbst===&lt;br /&gt;
302. Wie das eine Feuer, sobald es in der Welt erstrahlt, verschiedene Formen annimmt, je nachdem was es verbrennt, so nimmt der ewige Atman aller Lebewesen, obwohl Eines, verschiedene Gestalten an, je nachdem in was er in der Außenwelt eingeht. Und dennoch ist Er jenseits aller Gestalt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
303. Viele sprechen, um ihre Belesenheit zu zeigen oder über anderen zu stehen. Sie sprechen nicht der Wahrheit wegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
304. Ehrliche und ernstgemeinte Gespräche mit großen Seelen, um Zweifel zu beseitigen und Klarheit zu erlangen, ist wünschenswert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
305. Ernsthafte Aspiranten mögen unter sich schwierige und abwegige Probleme erörtern. Das ist sehr hilfreich für ihr Wachstum und ihr Verständnis. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
306. Das Wissen über die Einheit mit dem Atman ist auch nach Erklärungen und Wiederholungen nicht leicht zu verstehen. Deshalb erklären die Srutis die Wahrheit über Atman durch verschiedene Darstellungen, Gleichnisse und Analogien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
307. Der Atman ist stets rein und verschieden von Gestalt. Es wird nicht im Geringsten von Gestalt berührt, denn Er ist ohne Beifügungen und feinstofflich, reines Bewusstsein, Seele, Geist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
308. Wie sollte es eine Verbindung geben zwischen Materie und Geist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
309. Der Atman nimmt durch die Upadhis verschiedene Gestalten an, Geist, Sinne, Prana, Körper, Er ist jenseits von Name und Form. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
310. Der Atman ist ein Mysterium. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
311. Die Luft nimmt, nachdem sie die Welt betreten hat, verschiedene Formen an, je nachdem in welches Behältnis sie eingeht. Der Atman nimmt ebenso verschiedene Gestalten an, je nachdem in welchen Körper Er eingeht. Dennoch ist er jenseits von Name und Form. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
312. Die Sonne, das Auge des Universums, wird nicht berührt von den Defekten des physischen Auges. Der Atman, das Wesen von allem, wird nicht berührt durch das Leid der Welt, das aus Wunsch und Karma entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
313. Die Schlange überlagert das Seil, so das Licht schwach ist. Silber überlagert Perlmutt. Die Welt und der Körper überlagern den Atman durch Avidya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
314. Das Seil bleibt von der Schlange unberührt, der Atman wird nicht berührt von Überlagerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
315. Handlung, Wirkung, Frucht (Kriya, Karta, Phala) überlagern fälschlicherweise den Atman durch Unwissen. Es sind alles nur falsche Wahrnehmungen, wie die falsche Wahrnehmung einer Schlange im Seil. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
316. Der Atman handelt nicht (Akarta) und genießt nicht (Abhokta). Er ist unberührt (Asanga, Nirlipta).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
317. Brahman ist Eines. Es ist der Herrscher, der Atman aller Wesen. Es wird nicht berührt vom Leid der Welt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
318. Brahman ist der Herr über alles. Alldurchdringend, unabhängig. Nichts ist Ihm gleich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
319. Obwohl Eines, manifestiert Es sich in verschiedenen Namen und Formen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
320. Der Weise der Es schaut erfährt ewige Glückseligkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
321. Der weltliche Mensch, bar jeder Unterscheidungskraft, erfreut sich an den Objekten im Außen. Er wird nie die Glückseligkeit Atmans genießen. Der Atman wird durch seine Unwissenheit verdeckt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
322. Für den Weisen ist das Selbst das Ewige inmitten des Transzendenten, das Bewusstsein inmitten des Bewusstseins. Es, obwohl Eines, gewährt die Wünsche vieler, weilend in ihnen. Ihnen sei ewiger Frieden. Niemand anderem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
323. Der Atman ist ewig und unveränderlich. Die Welt von Name und Form ist vergänglich und veränderlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
324. Körper, Geist, Sinne und Prana, sie alle sind gemeint mit der Bezeichnung ‚Welt‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
325. Die Welt ist ein flüchtiger Schatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
326. Der Wandel setzt eine Grundlage voraus, die ewig und unveränderlich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
327. Wandel kann nur im Unwandelbaren erfolgen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
328. Die Leinwand im Kino verändert sich nicht, doch die Bilder wandeln sich ständig. Brahman repräsentiert die Leinwand, die flüchtige Welt der Namen und Formen repräsentiert die Bilder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
329. Heißes Wasser borgt seine Hitze vom Feuer, der Intellekt borgt seine Intelligenz von Atman, der Grundlage von allem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
330. Wer den in seinem Herzen weilenden Atman erkennt erfährt ewigen Frieden. Die Unwissenden leiden in Samsara.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
331. Der Weise, der Wunschlosigkeit erreicht hat, erkennt diese unbeschreibliche Glückseligkeit von Dieses ist Das.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
332. Weder Sonne, Mond, Sterne, Blitze noch Feuer strahlen. Wenn Es strahlt, strahlt alles andere auch. Durch Sein Licht strahlen sie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
333. Der Atman strahlt aus Sich Selbst heraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
334. Etwas aus sich selbst Strahlendes benötigt keine Licht für sein Erstrahlen (Nirapeksha).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
335. Wenn du sagst, der Atman erhält Sein Licht von einem Licht, dann muss dieses Licht wiederum ein Licht haben das es illuminiert. Dies führt zu Anavasthadosha, in die Unendlichkeit. Deshalb muss der Atman aus Sich Selbst heraus strahlen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Baum des Samsaras===&lt;br /&gt;
336. Wir kennen den alten Asvattha Baum, dessen Wurzeln oben und die Äste unten sind. Das ist der Baum der Schöpfung. Das ist Brahman und nur Das wird unsterblich genannt. Davon hängen die Welten ab und niemand sieht dahinter. Dieses ist wahrlich Das. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
337. Du kannst das Wesen Brahmans erkennen, die Quelle des Samsara Baumes (Maya Vriksha), so du die Wirkung erfasst, den Samsara Baum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
338. Die Welt hat ihre Wurzeln in Brahman. Aus Brahman allein gedeiht das Universum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
339. Wie ein Baum mit der Axt gefällt werden kann, so kann der Samsara Baum ebenfalls gefällt werden. Die Axt ist Nichtanhaftung, Atma Jnana oder Kenntnis über das Selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
340. Der Samsara Baum erhält seinen Lebenssaft von seiner Quelle, Para Brahman und wächst durch den Samen der Unwissenheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
341. Hiranyagarbha oder Karya Brahman ist sein Spross. Die feinstofflichen Körper aller Lebewesen sind sein Rumpf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
342. Das Universum hat sich aus Brahman entfaltet. Brahman ist ein Donnerkeil. Wer so weiß erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
343. Prana ist Brahman. Brahman ist der Ursprung der Welt. Er ist der Herr der Schöpfung. Der Mensch erlangt Unsterblichkeit durch Wissen über Brahman. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
344. Die Aussage, die Welt sei aus dem Nichts entstanden ist absurd. Sie ist aus Brahman entstanden. Sie schwingt in Brahman. Sie ruht in Brahman. Sie geht in Brahman ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
345. Brahman ist das Substrat der veränderlichen Welt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
346. Brahman ist ohne Veränderung und ohne Bewegung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
347. Schwingung kann nur in Unbewegtem entstehen. Dieses Unbewegte ist Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
348. So wie der Diener den Anordnungen des Herrn gehorcht, so gehorcht die Welt den Schöpfungsgesetzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
349. Den Schöpfungsgesetzen kann niemand entrinnen. Niemand kann sie übertreten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
350. Alles ist unter deren Kontrolle. Schöpfung, Erhaltung, Auflösung sind einem unveränderlichen, göttlichen Gesetz unterworfen, dem niemand zuwider handeln kann. Deshalb ist Brahman, handelnd als dieses Gesetz, ein Donnerkeil. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
351. Die Brahman erkennen, den Zeugen all unserer mentalen Erregungen (Vritti), den Urgrund allen Seins, den Herrn der Schöpfungsgesetze, erlangen Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
352. Aus Furcht vor Brahman brennt das Feuer, scheint die Sonne und tun Indra, Vayu und Yama ihre Pflicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
353. Wäre Brahman nicht der Herrscher der Welt, mit dem Donnerkeil in Händen, würde die Welt nicht in Harmonie und Perfektion bestehen. Ein sinnvolles Wirken der Weltenhüter (Loka Palas) wäre nicht möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erkenne das Selbst jetzt===&lt;br /&gt;
354. Wer noch in diesem Leben hier auf Erden, vor dem Tod seines Körpers, Brahman erkennt, wird von den Fesseln der Welt befreit. Dem dies nicht gelingt kommt in einem neuen Körper zurück in die Welt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
355. Deshalb sollten ernsthafte Anstrengungen unternommen werden, vor dem Verfall des Körpers, Brahman zu erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
356. So wie man im Spiegel klar sein Spiegelbild erkennt, so kann Brahman im eigenen Intellekt klar erkannt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
357. Die Wahrnehmung wird getrübt in der Welt der Ahnen. Sie waren versunken im Genuss ihre karmischen Früchte. Auch im Traum ist die Wahrnehmung getrübt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
358. Die Reflektion unseres Bildes im Wasser ist verschwommen, so ist die Wahrnehmung des Atmans in der Welt der Gandharven ebenso verschwommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
359. In Brahmaloka kann der Atman deutlich wahrgenommen werden. Er hebt Sich ab wie Licht vom Schatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
360. Schwierig ist es, Brahmaloka zu erreichen. Besonderes Karma oder Verehrung sind nötig um es zu erreichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
361. Deshalb sollte man den Atman im Intellekt erkennen, solange man noch in der Welt weilt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
362. Der Weise hat erkannt, dass die Sinne verschieden sind von Atman, ihre Aktivitäten berühren ihn nicht mehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
363. Die fünf Sinne bestehen neben ihrer Quelle, um die ihnen zugeordneten Objekte wahrzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
364. Der Atman ist rein, unbefleckt und aus Sich Selbst strahlend. Das Wesen der Sinne unterscheidet sich vom Wesen Brahmans.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
365. Die Sinne wirken während des Wachens. Sie gehen auf beim Erwachen und unter im Tiefschlaf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
366. Der Atman geht weder auf noch unter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
367. Der Atman kennt weder Anfang noch Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
368. Sprunghaft sind Sinne und Geist und können klar von Atman unterschieden werden, der klar, unveränderbar, alldurchdringend, unteilbar, ohne Anfang und ohne Ende ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
369. Der Weise leidet nicht, er hat den Unterschied zwischen Atman und Sinne erkannt, ihr auf und ab, ihr Wachen und Schlafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
370. Der Kenner des Atmans hat das Leid überwunden und ruht in Glückseligkeit.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Höchstes Bewusstsein===&lt;br /&gt;
371. Höher als die Sinne ist der Geist. Höher als der Geist ist der Intellekt. Höher als der Intellekt ist der kosmische Intellekt, höher als Avyakta, das Unmanifestierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
372. Jenseits von Avyakta ist der Purusha, der Alldurchdringende, jenseits eines Sinnbildes. Wer Ihn erkennt erlangt Befreiung und Unsterblichkeit.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
373. Die Sinne sind verschieden von Atman, Er kann von den Sinnen im Außen nicht erfasst werden, denn Er ist das Innerste aller Dinge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
374. Das Wissen über diese Abstufung ist notwendig, um Unsterblichkeit und letztendliche Befreiung zu erlangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
375. Zum Zeitpunkt von Pralaya geht die Welt in Avyakta ein. Jenseits von Avyakta ist der alldurchdringende Purusha. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
376. Das Symbol, das durch die Sinne erkannt und verstanden werden kann, wird Linga genannt. Kein Linga zu haben ist Alinga. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
377. Wer von Ihm durch den Lehrer und durch die Sastras erfahren hat und durch Intuition, der erreicht Unsterblichkeit und letztendliche Befreiung. Er ist befreit von den Knoten des Herzens, wie Wunsch, Unwissenheit und Handlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
378. Seine Gestalt kann nicht gesehen werden. Niemand sieht Ihn mit seinen physischen Augen. Er enthüllt sich dem Aspiranten durch Kontrolle des Geistes und tiefe Meditation. Die Brahman erkennen erlangen Unsterblichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
379. Der Atman kann durch das physische Auge nicht gesehen werden, denn Er ist feinstofflich, jenseits der Wahrnehmung durch Geist und Sinne. &lt;br /&gt;
Schriften und Guru&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
380. Wer durch reinen Intellekt den im Herzen Weilenden erkennt erlangt Unsterblichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
381. Wenn die fünf Sinnesorgane zusammen mit Geist und Intellekt ruhen ist der höchste Zustand erreicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
382. Der Mensch erfährt das Wissen der Welt durch die fünf Wahrnehmungsorgane. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
383. Die Sinne sammeln die Erfahrungen aus der Welt und präsentieren sie dem Atman durch Geist und Intellekt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
384. Wenn die fünf Wahrnehmungsorgane vom Außen zurückgezogen werden und in den Geist eingehen, wenn der Geist auf den Atman gerichtet ist, wenn der Intellekt zur Ruhe gekommen ist, dann ist der höchste Bewusstseinszustand erreicht.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
385. Wenn Sinne und Intellekt zur Ruhe gekommen sind, die Emotionen unter Kontrolle, dann ist der höchste Bewusstseinszustand erreicht. Das wird Yoga genannt. &lt;br /&gt;
386. Yoga ist der erhabenste Weg, denn er führt zu Moksha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
387. Die Kontrolle der Sinne nennen sie Yoga. Sei vorsichtig, denn Yoga wird erlangt und verloren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
388. Die Sinne sind zurückgezogen und der Geist ist fixiert auf Atman durch stetige Konzentration und Meditation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
389. Der Yogi sei wachsam, denn Yoga kommt und geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
390. Yoga kommt. Und geht, wenn der Geist nicht ruhig ist, wenn die Sinne nicht unter Kontrolle sind, wenn Leidenschaftslosigkeit nachlässt, wenn Unlust bei der Meditation aufkommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
391. Vollkommene Wachsamkeit ist nötig, wenn man mit der Yoga Praxis beginnt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die zwei Augen eines Sadhakas===&lt;br /&gt;
392. Der Atman kann durch Sprache nicht beschrieben, durch den Geist nicht erfasst und durch das Auge nicht erkannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
393. Weder Darlegungen noch metaphysisches Denken helfen dem Aspiranten, Brahman zu erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
394. Maharshi Vyasa und Sri Sankara lehrten durch Beweis und Logik, ihre Doktrin basiert hauptsächlich auf Sabda Pramana (Zeugnis der Veden), das so gut wie unfehlbar ist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
395. Vertraue den Worten der Srutis und den Sehern, die Atman durch Intuition erkannt haben und versichert, dass Atman ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
396. Sabda Pramana, die Srutis, Apta Vakya, die Worte der Seher, sind von äußerster Wichtigkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
397. So du Atman erkennen willst habe Vertrauen in die Worte des Gurus, der das Selbst erkannt hat, und folge seinen Anweisungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
398. Der Atman muss von einem Guru erkannt worden sein, der weiß, dass Atman ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
399. Wenn der Atman durch die Sinne nicht wahrgenommen werden kann, wie kann Er dann wahrgenommen werden? Nur durch die Belehrungen eines Gurus, der weiß dass Er ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
400. Ihr müsst wissen, dass Es ist und was Es ist. Wer so weiß erkennt Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
401. Dem, der auf Brahman meditiert und sich mit den vier Absichten (siehe Vers 36) ausstattet, dem enthüllt Sich Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Entsagung: die Voraussetzungen===&lt;br /&gt;
402. Wenn Wunschlosigkeit erlangt ist, erlangt der Sterbliche Unsterblichkeit und erkennt Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
403. Die Voraussetzung für Unsterblichkeit ist Entsagung aller Wünsche und Anhaftungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
404. Die weltlichen Wünsche werden nur überwunden, wenn die Fesseln der Unwissenheit zerschnitten sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
405. Der Geist ist der Sitz des Wunsches. In Atman ist kein Wunsch, Er ist rein und makellos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
406. Wünschen ist die Ursache für Leid und Bindung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
407. Wenn durch Erkenntnis des Selbstes Wunschlosigkeit erlangt ist erlangt der Sterbliche Unsterblichkeit. Er wird Brahman noch während er in diesem Körper weilt. Er ist von den Fesseln des Karmas befreit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
408. Wenn alle Knoten des Herzen hier auf Erden gelöst werden erlangt der Sterbliche Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
409. Unwissen, Wunsch und Handlung sind die drei großen Knoten. Egoismus, Hass, Lust, Eifersucht und Stolz, entstanden aus Unwissenheit, sind kleine Knoten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
410. Weitere Knoten sind die Vorstellungen ‚Ich bin dieser Körper‘, ‚Das ist mein Besitz‘, ‚Ich bin ein Brahmane‘, ‚Ich bin ein Minister‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
411. Sie werden vernichtet durch die Erkenntnis der Einheit mit Brahman ‚Ich bin Brahman‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wissen über die Nadis===&lt;br /&gt;
412. Einhundertein Nervenkanäle (Nadis) sind bekannt. Einer von ihnen, Sushumna, durchdringt die Krone des Kopfes. Seine Energie nach oben führend zum Zeitpunkt des Todes lässt Unsterblichkeit erlangen. Die anderen Nervenkanäle haben andere Wirkungen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
413. Der Jivanmukta, der das Selbst erkannt hat, geht nirgendwohin. Seine Pranas gehen nirgendwohin. Brahman seiend erreicht er Brahman. Er erlangt Kaivalya Mukti.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
414. Wer Kaivalya-Mukti nicht erlangt hat, wer das höchste Brahman nicht erkannt hat, jedoch das niedere Brahman (Saguna Brahman) verehrt hat, geht durch den Sushumna Nadi zur Sonne und dann durch weitere Bereiche nach Brahmaloka wo er bis zum Ende des Schöpfungszyklus‘ weilt. In Brahmaloka genießt er  unvergleichliche Freuden. Wenn der Zyklus endet geht er mit Brahma in Brahman ein. Das ist Krama Mukti (allmähliche Befreiung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
415. Die anderen Nadis haben verschiedene Auswirkungen. Sie führen zum Zeitpunkt des Todes auf verschiedene Wege. Wenn die Seele durch diese Nerven geht, wird sie wieder in Samsara geboren. Sie nimmt einen ihrem Karma entsprechenden Körper an.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
416. Der Sushumna Nadi wird auch Brahma Nadi genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
417. Der daumengroße Purusha, das innere Selbst, weilt im Herzen aller Wesen. Man muss Ihn mit Stetigkeit herausziehen aus dem Körper, so wie man einen Halm aus der Erde herauszieht. Man sollte Ihn als rein und unsterblich erkennen. &lt;br /&gt;
418. Du musst die Essenz, das heißt den Atman, aus den fünf Kosas (Hüllen) herausziehen, geduldig und mutig durch Vichara (Unterscheidung) und Meditation. Du musst den Atman vom Körper trennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
419. Als Nachiketas das ihn durch Yama Gelehrte verinnerlicht hatte, erreichte er Brahman, wurde frei von allen Unreinheiten und vom Tod. So wird es allen ergehen, die das Wesen Brahmans erkannt haben.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/DasGehimnisKathopanishad/Kathopanishad.htm Das Geheimnis der Katha Upanishad, Artikel von Swami Krishnananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/DasGehimnisKathopanishad/Kathopanishad_4.htm Das Geheimnis der Katha Upanishad, Vortrag Nr. 5, Artikel von Swami Krishnananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/de/artikel/krishnananda/kathaupanishad_kapitel5.html Das Geheimnis der Katha Upanishad, Vortrag Nr. 4, Artikel von Swami Krishnananda]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
{{dnf}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Katha_Upanishad&amp;diff=111895</id>
		<title>Katha Upanishad</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Katha_Upanishad&amp;diff=111895"/>
		<updated>2014-05-20T12:53:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: /* Upanishaden Sadhana */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Katha Upanishad&#039;&#039;&#039; ([[Sanskrit]]: katha-upanishad &#039;&#039;f.&#039;&#039;), auch &#039;&#039;&#039;Kathopanishad&#039;&#039;&#039;, ist der Name einer berühmten [[Upanishad]], welche die Belehrungen des Totengottes [[Yama]] an [[Naciketas]] enthält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kernaussagen der Katha Upanishad==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Von Swami Sivananada&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Om]]. Möge [[Das]] uns ([[Lehrer]] und [[Schüler]]) beschützen. Möge Das uns zur [[Glückseligkeit]] ([[Mukti]]) führen. Mögen wir beide fähig sein, die wahre [[Bedeutung]] der [[Schrift]]en zu erfassen. Möge unser [[Lernen]] erfolgreich sein. Mögen wir nie in [[Streit]] geraten. &lt;br /&gt;
Om Frieden! Frieden!! Frieden!!!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. [[Intuition]] ([[Aparokshanubhuti]]) ist die [[Quelle]] des [[Wissen]]s über [[Atman]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Der Atman ist schwer zu erfassen. Er ist [[feinstofflich]]. Er kann nicht durch Schlussfolgerungen erfasst werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Ein selbstverwirklichter [[Guru]] allein kann den [[Aspirant]]en auf dem [[spirituell]]en [[Weg]] führen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Angenehme vs. das Gute===&lt;br /&gt;
4. Das eine ist gut, während das andere angenehm ist. Gesegnet ist der, der sich für das [[Gute]] ([[Shreyas]]) allein entscheidet. Wer das Angenehme ([[Preyas]]) wählt, verliert letztendlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Sreyas ist das Gute, das Höchste [[Selbst]], das [[Wissen]], das zu [[Moksha]] (Befreiung) führt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Preyas ist das Angenehme, die [[Sinnesfreude]]n. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Die verkörperte [[Seele]] ist in ihrer [[Essenz]] identisch mit [[Brahman]]. Aufgrund von [[Unwissenheit]] und [[Illusion]] sind wir an [[Handlung]] gebunden und versuchen, [[Befreiung]] zu erlangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Wer den [[Pfad]] der [[Wahrhaftigkeit]] beschreitet und sich dem Guten verschreibt, erreicht [[Glückseligkeit]] und [[Unsterblichkeit]]. Wer den Sinnesfreuden frönt, verfehlt das [[Ziel]] des [[Leben]]s. Er versinkt in [[Sorge]] und [[Leid]] und ist gefangen im [[Rad]] von [[Geburt]] und [[Tod]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. [[Shreya Marga]] ist der Pfad des Wissens. [[Preya Marga]] ist der Pfad des Nichtwissens. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. Du musst die Sinnesfreuden überwinden, so du Glückseligkeit in [[Atman]] erlangen willst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Das Gute und das Angenehme haben den [[Mensch]]en fest im Griff. Der [[Weise]] untersucht und unterscheidet zwischen beiden, er wählt das Gute. Der Unwissende wählt das Angenehme, seinem [[Körper]] zuliebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Der Pfad des Wissens und der Pfad des Angenehmen stehen dem Menschen offen, er kann den Pfad wählen, der im zusagt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. So wie der [[Schwan]] [[Milch]] von [[Wasser]] trennt und nur die Milch trinkt, so trennt der Weise Gut von Böse und folgt dem Guten allein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. Der Weise weiß, dass Shreyo Marga zu Unsterblichkeit, [[Freiheit]] und Glückseligkeit führt, Preyo Marga dagegen zu vergänglichen sinnlichen [[Freude]]n und zu [[Bindung]]. Deshalb bevorzugt er Sreyo Marga. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15. Den Unwissenden fehlt das [[Unterscheidungsvermögen]] zwischen dem Guten und dem Angenehmen. Sie haben keine [[Vorstellung]] vom Ziel, vom Erreichen des Zieles und von den [[Frucht|Früchten]]. Sie wählen das Angenehme, um gierig ihren Körper zu mästen und geben sich den Sinnesfreuden hin.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16. Die beiden Wege liegen weit auseinander und führen zu unterschiedlichen [[Resultat]]en. Sie sind wie [[Licht]] und [[Dunkelheit]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
17. [[Avidya]] ist der Weg des Angenehmen. Er führt zu Leid und Bindung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18. [[Vidya]] ist der Weg des Guten. Er führt zu Freiheit und Befreiung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zeichen der Täuschung===&lt;br /&gt;
19. Die Unwissenden leben in [[Dunkelheit]], sehen sich jedoch als weise und gebildet. In [[Illusion]] gehen sie verschlungene [[Weg]]e, wie Blinde, die von Blinden geführt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20. Die in [[Samsara]] leben, leben in [[Unwissenheit]] und Dunkelheit. Sie haben weder Verstehen noch [[Unterscheidungskraft]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
21. Sie sind an Tausende von Seilen der Erwartung gebunden. Sie sind in Tausende von Schlingen in Form von [[Anhaftung]] an [[Kind]]er, [[Ehe]], [[Wohlstand]], [[Besitz]] und vieles mehr verwickelt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22. Unwissend sind sie, doch sehen sie sich als intelligent und belesen in den [[Shastra]]s. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23. Sie werden [[Befreiung]] nicht erlangen. Sie sind immer wieder an das [[Rad]] von [[Geburt]] und [[Tod]] gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24. Sie gehen im [[Leid]] von Samsara durch Geburt, [[Alter]], [[Krankheit]], [[Sorge]], Leid und Tod unter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25. So wie der Blinde, der von einem Blinden auf steiniger Straße geführt wird, leidet, so leiden die Unwissenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
26. Der [[Weg]] in die [[Zukunft]] ist dem Unwissenden nicht klar. Er verfällt der Illusion des Wohlstandes. Das ist die [[Welt]], es gibt keine andere, so denkt er. So fällt er wieder und wieder in das Netz von Geburt und Tod.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
27. Wohlstand ist das Gift der Welt. Er schafft [[Stolz]] und [[Eitelkeit]]. Er schafft einen wirren [[Geist]] und vernebelt den [[Verstand]]. Er verschleiert den [[Intellekt]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28. Die Notwendigkeit, [[Befreiung]] zu erlangen, ist dem Leichtsinnigen kein [[Bedürfnis]]. Er ist in Gedanken an Kinder, Ehe und Wohlstand eingehüllt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
29. Die Sinnesfreuden sind das [[Ziel]] des weltlichen [[Mensch]]en. [[Geld]] ist sein Ziel. Essen, Trinken, [[Spaß]] sind seine höchste [[Philosophie]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
30. Viele sind nicht in der Lage auf den [[Atman]] zu hören. Auch wenn sie von Atman hören, können sie die [[Wort]]e nicht erfassen, da ihr Geist nicht klar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Erhabenheit von Brahma Vidya===&lt;br /&gt;
31. Unübertrefflich ist es, sein [[Selbst]] ausdrücken zu können. Unübertrefflich ist es, sein Selbst zu erfassen, gelehrt von einem fähigen [[Lehrer]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
32. [[Brahma Vidya]] ist die vollkommene [[Wissenschaft]]. Sie ist die Wissenschaft der Wissenschaften. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
33. Welche ist diese höchste [[spirituell]]e Wissenschaft, die, so wir sie kennen, uns alle anderen Wissenschaften kennen lässt. Es ist [[Para]] [[Vidya]] oder Brahma Vidya, das Erkennen des unsterblichen [[Atman]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
34. Unübertrefflich muss der Lehrer sein, der Brahma Vidya lehrt. Unübertrefflich muss auch der [[Schüler]] sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
35. Brahma [[Jnani]]s und befähigte [[Aspirant]]en sind sehr, sehr rar in der [[Welt]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
36. Wer mit den vier [[Absicht]]en - [[Viveka]] (Unterscheidungskraft), [[Vairagya]] (Leidenschaftslosigkeit), [[Shat Sampat]] (sechsfache Tugenden), [[Mumukshutva]] (Sehnsucht nach Befreiung) - ausgestattet ist, der ist für den [[Weg]] des [[Jnana Yoga]] befähigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
37. Von Tausenden, die von Atman hören, die [[Gott]] suchen, erkennt einer Atman. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
38. Der Atman kann nicht leicht erkannt werden, wenn Er von einem Unerfahrenen, der selbst Atman nicht erkannt hat, gelehrt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
39. Der Atman kann nicht durch Behauptung und Beweisführung erkannt werden, denn Er ist transzendent, jenseits von [[Verstand]] und [[Intellekt]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
40. Der Intellekt ist ein vergängliches Instrument, bedingt durch [[Zeit]], [[Raum]] und [[Ursache]]. Nur durch Behauptung kommen wir zu keiner endgültigen [[Entscheidung]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
41. Ein [[Mensch]] mit niederem Intellekt wird von einem Menschen mit hohem Intellekt besiegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
42. Argumentieren ist nur ein Jonglieren mit [[Wort]]en. Es ist intellektuelle [[Gymnastik]] und sprachliche Kriegsführung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
43. Wer sein [[Leben]] nur mit Argumentieren verbringt, ist im dichten [[Dschungel]] von Dunkelheit und Nichtwissen gefangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
44. Höre auf zu argumentieren und werde still, wende dich nach Innen und meditiere.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
45. Der Atman ist nur durch stille [[Meditation]] zu erfahren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
46. [[Brahma]] [[Jnana]] kann nicht durch Behauptung und Beweisführung erlangt werden. Man muss das [[Brahman]]-[[Bewusstsein]] durch [[spirituell]]e [[Erfahrung]] erlangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
47. Es ist leicht, Brahman zu verstehen und zu erkennen, wenn von einem verwirklichten Lehrer gelehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
48. Das [[Ewige]] kann nicht durch Vergängliches erkannt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
49. Das Ewige ist unveränderlich, es kann nicht durch Veränderliches erkannt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
50. Selbst [[Hiranyagarbha]] ist nichts im Vergleich zu [[Para Brahman]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
51. Der Atman ist [[feinstofflich]] und innewohnend. Er liegt in der [[Höhle]] des [[Herz]]ens verborgen. Deshalb ist er schwer zu erkennen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
52. Der [[Weise]] zieht seine [[Sinn]]e von den Objekten im Außen zurück, erkennt den Atman durch Meditation auf das Selbst und ist frei von [[Freude]] und [[Leid]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
53. Der Atman ist jenseits von Freude und Leid. Er ist [[Glückseligkeit]]. Er ist [[Satchidananda]] [[Svarupa]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
54. [[Glück]] und Leid, Freude und [[Kummer]] sind nur Modifikationen des [[Geist]]es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Upanishaden Sadhana===&lt;br /&gt;
55. Der [[Weise]] meditieret auf den [[Atman]], erkennt Ihn, den Unsichtbaren, den Unergründlichen, den in der [[Höhle]] des [[Herz]]ens Verborgenen, den in der [[Hölle]] Weilenden, den in der [[Intelligenz]] Erscheinenden und ist frei von [[Freude]] und [[Leid]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
56. Der [[Aspirant]] hört von seinem befähigten [[Lehrer]] alles über den Atman und erfasst Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
57. Dann trennt er durch Unterscheiden zwischen Wirklichem und Nichtwirklichem den Atman von [[Körper]] und [[Geist]], meditiert auf den Atman und erkennt Ihn durch seine [[Intuition]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
58. Diese [[Welt]] wird von [[Dharma]] getragen. [[Brahman]] ist das [[Zentrum]] des Dharma. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
59. Warum führt ein [[Mensch]] ein rechtschaffenes [[Leben]]? Weil er nur durch das Erkennen von Brahman wirklich genießen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
60. Das Prinzip ([[Svarupa]]) von Brahman ist [[Glückseligkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
61. Sinnesfreuden sind nur flüchtige [[Eindruck|Eindrücke]], angeregt durch Reizung der [[Nerv]]en. Es sind nur Reaktionen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
62. Brahman ist [[Fülle]], [[Einheit]], [[Ewigkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
63. Brahman ist anders als [[Tugend]] und [[Laster]], anders als [[Ursache]] und [[Wirkung]], anders als [[Vergangenheit]] und [[Zukunft]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
64. Tugend und Laster, Vergangenheit und Zukunft sind nur mentale Schöpfungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
65. [[Zeit]] ist nur ein Wert des Geistes, eine ebenso nur mentale Schöpfung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
66. In [[Ishvara]] besteht gleichzeitige [[Wahrnehmung]]. Alles ist nur. Alles ist nur jetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
67. Brahman ist Ewigkeit. Es ist jenseits von Zeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
68. Das [[Ziel]], das die [[Veden]] verkünden und für das der [[Aspirant]] in [[Brahmacharya]] lebt, dieses Ziel ist [[OM]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
69. [[Buße]] und Brahmacharya führen zum Erkennen von Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Pranava===&lt;br /&gt;
70. OM ist auch unter den Namen Pranava, Ekakshara und Omkara bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
71. OM ist ein Symbol (Pratika) für Brahman. Es ist Klang (Sabda Brahman).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
72. OM ist der Urklang, die erste Manifestation Brahmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
73. OM ist das geeignetste Symbol für Brahman. Es besteht aus drei Buchstaben - A, U, M.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
74. Klang, Wort und Name sind untrennbar verbunden mit dem Gedanken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
75. OM ist wahrlich Brahman. OM ist wahrlich das Höchste. Der OM kennt erlangt alles was er wünscht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
76. OM ist Brahman Selbst. OM und Brahman sind untrennbar miteinander verbunden. Über OM sollte wie über Brahman Selbst meditiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
77. OM ist ein Symbol, sowohl für Saguna als auch für Nirguna Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
78. Wer auf OM mit Saguna (gestalthaft) Bhava meditiert, der wird Saguna Brahman erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
79. Wer auf OM mit Nirguna (gestaltlos) Bhava meditiert, der wird Nirguna Brahman erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
80. Das manifestierte Brahman sollte erreicht werden. Das unmanifestierte Brahman sollte erkannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
81. OM ist die beste Hilfe. Es ist das beste Mittel, um das Manifeste (Saguna Brahman) oder das Höchste (Nirguna Brahman) zu erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
82. Wer auf Brahman meditiert wird eins mit Brahman und wird geeignet, wie Brahman verehrt zu werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
83. Der Kenner Brahmans wird Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
84. OM ist die wertvollste Hilfe. Wer diese Hilfe kennt wird in dieser Welt als Brahman verehrt. Er wird wie Brahman verehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Wesen des Höchsten Selbst===&lt;br /&gt;
85. Der Atman ist ohne Geburt und ohne Tod. Er entstand nicht aus etwas. Er ist ewig. Er stirbt nicht, wenn der Körper stirbt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
86. Brahman wurde nicht hergestellt wie ein Topf aus Lehm. Er ist frei von Bedingung. Er ist frei von Modifikationen wie sie Dingen eigen sind, die eine Form besitzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
87. Brahman ist unvergänglich und unveränderlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
88. Brahman ist frei von Veränderung und Entwicklung, Es ist unvergänglich und unveränderlich. Es ist archaisch (Purana).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
89. So wie die Luft im Topf nicht davon berührt wird, wenn der Topf zerbricht so, ist der Atman nicht davon berührt, wenn der Körper stirbt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
90. Der Atman ist feinstofflich, kein Schwert kann Ihn töten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
91. Unwissende glauben, der Körper sei Atman und identifizieren die Seele mit dem Körper. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
92. Wenn der Mörder denkt: ‚Ich töte‘, dabei den Körper für die Seele haltend, und wenn der Ermordete denkt: ‚Ich wurde getötet‘, dann kennen beide den Atman nicht. Beide sind unwissend. Die Seele tötet nicht und kann nicht getötet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
93. Der Atman, feiner als fein, größer als groß, weilend im Herzen eines jeden Wesens. Wer wunschlos ist, ruhig im Geist, die Sinne zurückgezogen hat, der behält die Würde des Selbstes und wird frei von Kummer und Leid.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
94. Die Seele einer Ameise ist dieselbe wie die eines Elefanten. Nur ein Bewusstsein weilt in allen Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
95. Die Essenz aller Wesen ist der Atman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
96. Der Atman wird von der Welt überlagert, so wie das Seil von der Schlange überlagert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
97. Für sich allein hat die Welt keine eigene Existenz, alles ist Atman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
98. Der Atman ist weit, Er ist überall, denn Er ist alldurchdringend und ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
99. Der Atman frohlockt und frohlockt nicht. Er genießt die Welt in ihren Begrenzungen. Er ist der stille Zeuge in seinem reinsten Wesen, und so frohlockt Er nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
100. Befähigte Aspiranten, ausgestattet mit einem feinen, scharfen und reinen Intellekt, lernbegierig und mit den vier Absichten (siehe Vers 36) vertraut, können den Atman erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
101. Der Weise, der den Atman als körperlos erkannt, nur im vergänglichen Körper weilend, erhaben und alldurchdringend, kennt kein Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
102. Der Atman ist körperlos im Körper weilend. Er ist unveränderlich inmitten Veränderlichem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
103. Die Weisen, die das Selbst erfahren haben und den Atman erkannt durch direkte intuitive Wahrnehmung (Aparokshanubhuti), kennen kein Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wer erreicht Atma Jnana===&lt;br /&gt;
104. Der Atman kann nicht erkannt werden durch das Studium der Veden, durch Intelligenz oder Hören. Der, den das Selbst erwählt, der kann das Selbst erkennen. Dem enthüllt der Atman Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
105. Den Atman kann nur der erkennen, der wunschlos ist und nach Wissen strebt. Dem enthüllt der Atman Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
106. Das Selbst dessen, der nach Wissen strebt, enthüllt sich ihm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
107. Nur der Aspirant, der Atman sucht erkennt Atman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
108. Der Atman wird nur von dem erkannt, den Gott erwählt, dem Gott Seine Gnade gewährt, den Er liebt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
109. Wer nicht von Untugenden ablässt, wer seine Sinne nicht unter Kontrolle hat, wessen Geist nicht einpünktig und geläutert ist, der kann Atman nicht erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metaphysik des Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
110. Da sind zwei, Paramatman (die höchste Seele) und Jivatman (die verkörperte Seele). Paramatman ist das Licht, Jivatman ist der Schatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
111. Paramatman kennt weder Handlung noch Früchte daraus. Er ist stets der stille Zeuge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
112. Das gegenüberliegende Ufer von Samsara ist Moksha (Befreiung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
113. Der Körper ist der Wagen, der Atman ist der Herr des Wagens, der Intellekt ist der Wagenlenker, der Geist ist die Zügel, die Sinne sind die Pferde, die Objekte sind die Straße. Der Atman, vereint mit Sinnen und Geist, ist der Genießer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
114. Der reine Atman ist tatenlos (Nishkriya). Er ist untätig (Akarta).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
115. Der Atman erscheint als der Genießer, so Er sich mit dem Geist, den Sinnen und dem Körper durch Avidya verbindet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
116. Der Geist agiert und genießt durch Sinne und Körper. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
117. Die Eigenschaften von Geist, Sinnen, Prana und Körper werden auf den Atman übertragen und die Attribute des Atmans werden auf Geist, Sinne, Prana und Körper übertragen. Dies wird wechselseitige Übertragung (Anyonya Adhyasa) genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
118. Durch diese Übertragung erscheint der empfindungslose Geist intelligent zu sein und der unreine und empfindungslose Körper wird für den reinen und empfindungsfähigen Atman gehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
119. Der reine Atman nimmt die Erscheinung des Jivas an und aufgrund der durch Avidya ausgelösten Übertragung verfällt Er in das Leid von Samsara - Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
120. Die Essenz des Jivas ist Satchidananda Svarupa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121. Wenn Avidya durch das Erkennen des Selbstes überwunden ist, wird man eins mit Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wichtigkeit von Selbstkontrolle===&lt;br /&gt;
122. Wer keine Unterscheidungskraft besitzt und seinen Geist nicht unter Kontrolle hat, dessen Sinne sind derart unkontrollierbar wie wilde Pferde durch den Kutscher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
123. Wer nicht ausgestattet ist mit Unterscheidungskraft zwischen Wirklich und Nichtwirklich, wer nicht fähig ist, zu unterscheiden was zu tun ist und was nicht zu tun ist, wer seinen Geist nicht unter Kontrolle hat, der ist ein unfähiger Fahrer seines Körpers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
124. Wer Wissen besitzt, Geist und Sinne stetig unter Kontrolle hält, dessen Pferde sind gezähmt durch den Kutscher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
125. So wie ein guter Kutscher seine Pferde durch die Zügel kontrolliert, so kontrolliert der gute Fahrer diese Körper-Kutsche durch Verstehen, Unterscheidungskraft und Willen.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
126. Die Sinne werden kontrolliert durch den kontrollierten Geist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127. Kontrolle der Sinne ist ein indirektes Mittel um das Ziel, Moksha, zu erlangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
128. Wer keine Unterscheidungskraft besitzt, wer seinen Geist nicht unter Kontrolle hat, wer nicht geläutert ist, der kann das Ziel nicht erreichen, er gerät immer wieder in den Kreislauf von Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
129. Wer versteht, wer seinen geläuterten Geist stets unter Kontrolle hat, der erreicht das Ziel und wird nicht mehr geboren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
130. Wer als Fahrer eine scharfsinnige Intelligenz und als Zügel einen gut kontrollierten Geist besitzt, der erreicht am Ende seiner Reise das Reich Vishnus.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
131. Der kluge Kutscher lenkt die Pferde durch die Zügel und fährt die Kutsche sicher ans Ziel, das Ende der Reise. Ebenso erreicht der Jiva sein Ziel, das Reich Vishnus, auf der Straße des Samsaras, wenn er durch Unterscheidungskraft Geist und Sinne lenkt.&lt;br /&gt;
Die innere Ordnung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
132. Hier werden die aufsteigenden Stufen des Feinstofflichen beschrieben. Jenseits der Sinne sind die Anfänge, jenseits der Anfänge ist der Geist, jenseits des Geistes ist der Intellekt, jenseits des Intellekts ist der kosmische Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133. Jenseits des kosmischen Intellekts ist das Unmanifestierte (Avyakta). Jenseits des Unmanifestierten ist der Purusha. Jenseits des Purushas ist nichts. Das ist das Ende, das ist das höchste Ziel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
134. Überlegenheit wird gewichtet nach der Feinstofflichkeit. Das Feinstoffliche ist dem Grobstofflichen überlegen. Das Feinstofflichere ist dem Feinstofflichen überlegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
135. Der Atman ist das feinstofflichste Vastu (Substanz). Er ist allem überlegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
136. Die Ursache ist feinstofflicher als die Wirkung.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
137. Die fünf Grundlagen der Materie sind den Sinnen überlegen, denn die Sinne werden durch die Grundlagen der Materie geformt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
138. Der Geist ist den Grundlagen überlegen, denn er ist feinstofflicher und wird durch die feinstofflichen Tanmatras (Sukshma Bhutas) in ihrer feinsten Prägung geformt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
139. Die fünf Elemente sind die Auswirkungen der Tanmatras.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
140. Der Geist ist der Seher (Drik), die Objekte sind das Gesehene (Drishya).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
141. Der Geist ist inwendiger als die Sinne. Deshalb ist der Geist den Objekten überlegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
142. Der Intellekt ist dem Geist überlegen, denn der Intellekt ist feinstofflicher, erhabener und inwendiger als der Geist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
143. Der Geist gibt den Gedanken an den Intellekt. Der Intellekt untersucht, entscheidet und kommt zu einer endgültigen Lösung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
144. Der Intellekt ist der Ministerpräsident des Atmans. Er handelt wie ein Oberrichter am Obersten Gerichtshof. Er steht dem Atman ganz nahe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
145. Der Geist ist nur ein Instrument. Er arbeitet durch die Intelligenz, die sich in ihm reflektiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
146. Hiranyagarbha ist der Mahat Atman. Er ist die kosmische Intelligenz. Er ist das universelle Leben. Er ist die Summe aller individuellen Seelen. Er ist der Erstgeborene des Unmanifestierten (Avyakta).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
147. Avyakta ist der Same aller Welten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
148. So wie der Baum potentiell im Samen enthalten ist, so ist die Welt potentiell in Avyakta enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
149. Die drei Gunas sind das Gleichgewicht in Avyakta.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
150. Materie, Energie und Klang sind potentiell in Avyakta enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
151. In Pralaya geht die Welt in Avyakta ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
152. Avyakta geht in Para Brahman ein wie Kette und Schuss. Es ist das Gewebe aller Potenzen von Ursache und Wirkung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
153. Der Purusha ist die Ursache aller Ursachen. Er ist Fülle. Deshalb wird er Purusha genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
154. Der Atman ist das Ende, das höchste Ziel. Hier enden Feinheit und Erhabenheit.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
155. Wer den Purusha erkennt wird nicht mehr in Samsara geboren. Er erreicht Moksha. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156. Der Atman ist in allen Wesen verborgen, nur die Seher nehmen Ihn wahr, durch ihren scharfen und feinen Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
157. Aufgrund von Avidya kann der Mensch, obwohl sein Wesen Brahman ist, die Wahrheit ‚Ich bin Brahman‘ nicht ermessen. Selbst dann nicht, wenn man sie ihn lehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
158. Doch weiß er, dass er der Sohn von dem und dem ist. Selbst wenn man ihn dieses nicht lehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159. Mula Prakriti, Pradhana, Avyakta, Avyakriti und Maya sind gleichbedeutende Begriffe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der inwendige Pfad des Yogas===&lt;br /&gt;
160. Der unwissende weltliche Mensch hält seinen Körper für Atman und wandert in Selbsttäuschung durch Samsara. Wie rätselhaft Avidya doch ist! Wie tief und unergründlich Maya doch ist! Wie fantastisch und undurchschaubar Moha doch ist!  (Avidya – Unwissenheit, Maya – Illusion, Moha – Verblendung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
161. Der Atman strahlt nicht für die, die einen unreinen, engen und groben Intellekt haben, doch Er wird erkannt von denen, die einen reinen, scharfen und feinen Intellekt haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
162. Der Intellekt wird rein und scharf erhalten, indem man über Brahman hört, reflektiert und meditiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
163. Der Weise versenkt seine Sinne in den Geist, den Geist in den Intellekt, den Intellekt in den kosmischen Intellekt und den kosmischen Intellekt in den friedvollen Atman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
164. Ziehe die Sprache und andere Werkzeuge zurück durch Versenkung (Pratyahara) und Selbstkontrolle (Dama).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
165. Verschmelze den Geist mit dem Intellekt, mit Hiranyagarbha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
166. Verschmelze Hiranyagarbha mit dem friedvollen Atman (Santa Atman), dem reinen, unbedingten Para Brahman, dem Nährboden für alles, dem Unwandelbaren, dem Selbst, dem Zeugen aller Modifikationen des Intellekts. Das ist der Prozess des Verschmelzens des Geistes mit dem Unendlichen, Laya Chintana.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
167. Praktiziere Innenschau und Selbstanalyse. Kontrolliere den niederen Geist durch den höheren. Beende alle Aktivitäten der Sinne und richte das Bewusstsein auf den Geist. Dann ziehe das Bewusstsein vom Geist zurück und richte es auf den Intellekt. Ziehe das Bewusstsein vom Intellekt zurück und richte es auf die kosmische Intelligenz. Schließlich ziehe das Bewusstsein von der kosmischen Intelligenz zurück und richte es auf das absolute Bewusstsein, auf Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
168. So wie die Schildkröte ihre Glieder einzieht, so ziehe die Sinne zurück in den Geist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
169. Der Intellekt wird Mahat Atman genannt, weil er Geist und Sinne durchdringt. Er ist ihr inneres Prinzip. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
170. Verschmelze den Intellekt mit Mahat Atman, Hiranyagarbha. Lasse deinen Intellekt klar und rein werden wie Hiranyagarbha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
171. Erhebe dich, erwache! Lerne von großen Lehrern, erkenne Atman. Der Weg führt auf einer scharfen Klinge, schwierig ist er zu gehen, sagen die Weisen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
172. Sind Sinne, Geist, Intellekt und Mahat Atman mit Para Brahman verschmolzen, erfährt man Glückseligkeit, ewigen Frieden und erlangt Moksha. Man erfährt das wahre Wissen über das Selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
173. Das Wasser der Luftspiegelung vergeht, die Schlange im Seil löst sich auf und das Blau des Himmels entweicht, sobald das wahre Wesen der Luftspiegelung, des Seiles und des Himmels erkannt ist. Ebenso verlieren sich Name, Form und Handlung, da sie auf falschem Wissen beruhen und vom Wesen her Ursache, Wirkung und Frucht sind, wenn Atman erkannt ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
174. Erhebe dich, Mensch, aus dem Morast des Samsaras, wende dich spirituellem Wissen über Atman zu. Höre auf, über weltliche Gebilde zu sinnieren.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
175. Erwache aus dem Schlummer in Unwissenheit. Beende den Schlaf, den Samen allen Leides. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
176. Suche hervorragende Lehrer, Brahma Nishtha, Brahma Srotriya Gurus, die Atman erkannt haben. Erkenne Atman so wie sie es dich lehren. Fühle ‚Ich bin Das‘, Soham.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
177. Er hat Das erkannt, das ohne Klang, ohne Berührung, ohne Gestalt, ohne Verfall, ohne Geschmack, ohne Geruch, ohne Anfang, ohne Ende, jenseits des Intellekts ist, ewig und unveränderbar. Er ist dem Rachen des Todes entkommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
178. Der Atman ist transzendent, jenseits aller Vorstellungen. Er ist jenseits von Materie. Er ist reiner Geist. Er ist reines Bewusstsein.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
179. Der Atman ist jenseits von Geist und Sprache. Jenseits von Klang, Berührung, Geschmack und Geruch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
180. Der Atman ist Glückseligkeit und Wissen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
181. Die Erde ist grob. Der Körper ist grob. Doch der Atman ist feiner als das Feine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
182. Klang, Berührung, Geschmack und Geruch existieren nicht in Atman. Deshalb kann Er nicht erlöschen, Er kann nicht steigen und nicht sinken.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
183. Etwas das vergeht ist flüchtig. Der Atman ist ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
184. Was einen Anfang hat, hat eine Wirkung und geht in die Ursache ein. Deshalb ist es nicht ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
185. Der Atman hat keine Ursache in die Er eingehen könnte. Er ist die Ursache von allem und hat keine Wirkung. Da Er keine Wirkung hat, ist Er ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
186. Vergängliche Objekte, wie Bäume, Blumen, Körper, haben einen Anfang und ein Ende. Der Atman jedoch ist ohne Anfang und ohne Ende, da Er ewig ist.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
187. Vernachlässige das nicht. Das ist deine erste Pflicht. Das ist deine höchste Pflicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
188. Da der Atman feinstofflich ist, ist der Pfad des Wissen, der zu Ihm führt, schwierig zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
189. Der Aspirant, der auf der Klinge wandelt muss vorsichtig, wachsam, bestrebt und intelligent sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
190. Es versteht sich von selbst, dass ein Guru unverzichtbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
191. Die Upanishaden sind Aufzeichnungen der intuitiven Erfahrungen großer Weiser und Seher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
192. Der Atman ist verschieden vom Intellekt, denn Er ist der stille Zeuge, das absolute Wissen und die Seele aller Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
193. Nur das Unveränderliche kann als ewig bezeichnet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
194. Wer den Atman erkannt hat ist dem Rachen des Todes entkommen. Er ist frei von den Fesseln von Geburt und Tod. Er ist frei von den drei Blockaden (Granthi) Unwissenheit, Wunsch und Handlung. Er erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Philosophie des Sehnsucht===&lt;br /&gt;
195. Das aus Sich Selbst Seiende (Brahman) schuf die nach außen gerichteten Sinne. Deshalb sieht der Mensch das externe Universum und nicht das innewohnende Selbst (Atman). Doch der Weise wendet Sinne und Augen von den äußeren Sinnesobjekten ab, sehnt sich nach Unsterblichkeit und erkennt den Atman in sich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
196. Es ist nicht möglich, Licht und Dunkelheit zur gleichen Zeit am gleichen Ort zu haben. Es ist nicht möglich, Sinnesfreuden und Glückseligkeit zur gleichen Zeit zu erlangen. Es ist nicht möglich, in Sinnesfreuden zu schwelgen und das innere Selbst zur gleichen Zeit zu erblicken. Es ist nicht möglich, den Mammon und Gott gleichzeitig anzubeten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
197. Der Unwissende läuft den externen Objekten der Begierde hinterher und gerät in den Fallstrick des Todes. Doch der Weise, das Wesen der Unsterblichkeit kennend, trachtet nicht nach den flüchtigen Objekten hier auf Erden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
198. Die zwei Hindernisse die dem Erkennen des Selbstes im Wege stehen sind die Tendenz der Sinne, externen Objekten zu verfallen und der Wunsch nach Freuden in dieser und der nächsten Welt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
199. Die Sinne suchen im Außen aufgrund von Vikshepa Sakti (Rajas).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
200. Nicht nur die Augen, alle Sinnesorgane müssen von ihren jeweiligen Objekten zurückgezogen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
201. Der Grund für Wünschen ist Unwissenheit. Wünschen entsteht aus Avidya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
202. Wenn Rajas in den Sinnen durch Sattva erdrückt wird gehen die Sinne in den Geist ein. Sie wenden sich nicht mehr nach außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
203. Der Mensch hat seine Göttlichkeit vergessen aufgrund von Unwissenheit. Sein Geist folgt den Sinnesfreuden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
204. Unwissende, die weder Verstand noch Unterscheidungskraft besitzen, rennen externen Objekten hinterher und verfangen sich so in den Maschen des Todes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
205. Der Atman steigt nicht und sinkt nicht. Er ist unveränderlich und unsterblich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
206. Die Weisen, die die Glückseligkeit des Atmas genießen, kümmern sich nicht um Sinnesfreuden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
207. Die Summe der Sinnesfreuden ist nur ein Tropfen im Vergleich zu der Glückseligkeit des Atmans. Der Atman ist der Ozean der Glückseligkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
208. Der Wunsch nach Sinnesfreuden steht dem Wissen über das Selbst entgegen. Er steht dem Erkennen des Selbstes entgegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
209. Würde jemand Zucker essen, wenn Mangos reichlich vorhanden sind?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
210. Dem Selbst, durch das wir Form, Geschmack, Geruch, Klang und Berührung erfahren, bleibt nichts verborgen. Wahrlich, Dieses ist Das (Brahman). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
211. Der Atman ist absolutes Wissen. Er ist absolutes Bewusstsein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
212. Was in dieser Welt bleibt dem Atman verborgen? Alles ist dem Atman bekannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
213. Geist und Intellekt sind unempfänglich. Sie borgen ihr Licht von Atman. So wie der Mond Licht von der Sonne borgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
214. Geist, Intellekt und Sinne erfüllen ihre Aufgaben durch das Licht des Atmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
215. Der Atman steht hinter allen Wahrnehmungen von Sinnen, Geist und Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
216. So wie Eisenspäne sich hin zum Magnet bewegt. So bewegen sich Geist, Sinne und Intellekt hin zu Atman.&lt;br /&gt;
Jenseits von Furcht und Leid &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
217. Das, wahrlich, ist der Atman, verschieden von Tugend und Untugend, Ursache und Wirkung. Er ist Vishnu, darüber hinaus ist nichts.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
218. Der Weise weiß, dass alles was er im Wachen und im Traum wahrnimmt, der allgegenwärtige Atman ist. Er leidet nicht mehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
219. Turiya (der vierte Zustand) übertrifft Wachen, Schlaf und Tiefschlaf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
220. Der Atman ist der stille Zeuge der drei Bewusstseinszustände. Er wird Turiya genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
221. Durch Atman alleine ist man sich des Träumens und Wachens bewusst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
222. Wer den ewigen Atman erkennt wird absolut furchtlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
223. Furcht erscheint nur, wenn man am Körper anhaftet, wenn man sich mit dem Körper identifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
224. Wer sich mit seinem physischen Körper identifiziert versucht, ihn zu schützen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
225. Wo immer Anhaftung herrscht, herrschen auch Furcht und Ärger. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
226. Der Atman ist Eins ohne ein Zweites und ewig, so Er erkennt ist, was will man dann vor wem schützen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
227. Der Weise sieht das Selbst überall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
228. Der Weise steht über dem Körperbewusstsein. Er wird vollkommen furchtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
229. Atman zu kennen heißt, Atman zu verwirklichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
230. Atman zu kennen heißt, Atman zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Einheit von Brahman, Mensch und Welt===&lt;br /&gt;
231. Brahman erscheint als Jiva durch den Upadhi (begrenzende Beifügung) Avidya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
232. Brahman erscheint als Hiranyagarbha durch den Upadhi Maya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
233. Die Gesamtheit aller Jivas (Samashti) ist Hiranyagarbha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
234. Der Jiva ist der mikrokosmische Aspekt Brahmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
235. Wenn der Upadhi weicht werden Hiranyagarbha und Jiva eins mit Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
236. Hiranyagarbha ist die erste Manifestation Brahmans durch Meditation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
237. Brahman, Hiranyagarbha genannt, entstand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
238. Hiranyagarbha ist kosmischer Prana oder kosmische Intelligenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
239. Alle Götter weilen in Brahman, wie die Speichen in der Nabe. Alle Götter hängen von Brahman ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
240. So wie die Welle nicht verschieden ist vom Ozean, so wie Goldschmuck nicht verschieden ist von Gold, so ist diese manifestierte Welt nicht verschieden von Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
241. Der Unterschied besteht nur im Namen. So wie das Seil als Schlange erscheint, so erscheint Brahman in Name, Gestalt und Handlung, (Nama, Rupa, Kriya) durch Avidya (Unwissen) beziehungsweise Maya (Illusion).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
242. Wer denkt: ‚Ich bin verschieden von Brahman‘, der wird wiedergeboren und stirbt. Doch wer fühlt: ‚Ich bin wahrlich das alldurchdringende, unsterbliche Satchidananda Brahman‘, der erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
243. Brahman ist die Verkörperung der ewigen Erkenntnis (Nitya Vijnanaghana Svabhava).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
244. Brahman ist frei von Eigenschaften des Samsaras (Sarva Samsara Dharma Varjitam).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
245. Die Höchste Seele ist identisch mit der individuellen Seele und mit der gesamten Schöpfung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
246. Das Fehlen von Unterscheidungsfähigkeit ist der Grund für Wiedergeburt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ästhetik und das Selbst===&lt;br /&gt;
247. Allein durch den Geist kann Brahman erkannt werden. Es gibt keinen Unterschied zwischen Geist und Brahman. Wer einen solchen sieht geht von Tod zu Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
248. Der Geist ist zweigestaltig, Suddha Manas - der reine Geist, und Asuddha Manas - der verunreinigte Geist, angefüllt mit Vasanas, Ego und Gier. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
249. Brahman kann nur erkannt werden durch einen geläuterten Geist. Dazu lese man die Schriften, lerne bei einem Lehrer, praktiziere die vier Absichten (siehe Vers 36) und meditiere stetig auf das Selbst.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
250. So man das Selbst erkannt hat verschwindet die Unwissenheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
251. Der Weise erkennt Brahman in allem, nichts anderes existiert. Die Welt ist die Manifestation Brahmans allein, sie ist in ihrem Wesen nicht verschieden von Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
252. Wer Verschiedenheit sieht,  mit von Unwissenheit verdunkelten Augen, geht von Tod zu Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
253. Daumengroß sitzt der Purusha in der Mitte des Körpers. Er ist der Herr der Vergangenheit und der Zukunft, nachdem er Ihn erkannt hat kennt der Weise keine Furcht mehr. Dieses ist Das. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
254. Der Purusha weilt im Herzen. Der Atman wird Purusha genannt, weil Er in der Stadt (Puri) des Körpers weilt und weil alles von Ihm durchdrungen ist, die ganze Welt ist Seine Fülle. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
255. Der Atman ist grenzenlos, die Größe eines Daumens ist nur ein Hilfsmittel zur Meditation für Anfänger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
256. Zu Beginn meditiert der Aspirant auf den Atman als ein im Herzen strahlendes Licht (Jyoti) in Größe eines Daumens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
257. Nachdem der furchtlose, unsterbliche Atman erkannt ist, ist die Furcht vergangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
258. Brahman ist der perfekte Purusha. Er ist die Seele, die im Herzen eines jeden Menschen weilt. Er ist der Herrscher über das Wissen. Es ist verborgen in Herz und Geist. Wer so weiß erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
259. Brahman ist eine Flamme ohne Rauch. Es ist der Herr über Vergangenheit und Zukunft. Nur Es allein ist heute und wird morgen sein. Dieses ist wahrlich Das. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
260. Brahman ist ewig, unsterblich (Kutastha) und unbewegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
261. Brahman weilt in allen Lebewesen heute, und wird es sicher auch morgen noch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
262. Der Regen fällt auf den Berg, das Wasser rinnt hinunter ins Tal, verteilt sich und verliert sich.  Der Unwissende sieht Unterschiede im Leben; denkt, verschiedene Selbste seien in verschiedenen Körpern; denkt, die Welt sei verschieden von Brahman und die einzelnen Seelen seien verschieden von anderen Seelen und von der Höchsten Seele; sieht Dinge als verschieden von der Seele; hat nicht das Substrat von allem erkannt; hat nicht die Nichtzweiheit Brahmans und Seine ewige, unsterbliche, unwandelbare Einheit erfasst. Dieser Unwissende ist gefangen im Kreislauf von Geburt und Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
263. Reines Wasser in reines Wasser gegossen wird eins mit dem reinen Wasser. Die geläuterte individuelle Seele wird eins mit der Höchsten Seele, so sie das Höchste Selbst durch Intuition erkannt hat, die Vorstellung von Unterschieden durch das Wissen über Atman überwunden hat, die Einheit von Selbst und Atman erkannt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
264. Der Aspirant sollte unerschütterliches Vertrauen in die Lehren der Srutis haben. Ohne dieses Vertrauen gibt es kein Erkennen des Selbstes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der innere Herrscher===&lt;br /&gt;
265. Die Stadt Brahmans, dessen Wissen ewig ist, hat elf Tore. Brahman verehren lässt Kummer vergehen und befreit von allen Bindungen, man wird frei. Dieses ist wahrlich Das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
266. Zwei Augen, zwei Ohren, zwei Nasenlöcher, ein Mund, das sind sieben Tore. Der Nabel und die zwei unteren Öffnungen sind zusammen zehn. Das elfte ist Brahmarandhra, die Öffnung Brahmans, die Fontanelle. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
267. So wie eine Stadt einem König gehört, er jedoch unabhängig von der Stadt ist, so gehört der Körper einem König (Atman), der unabhängig vom Körper ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
268. Wer auf Brahman meditiert und das Selbst erkannt hat, der ist frei von Kummer. Er ist frei von allen Bindungen und frei vom Kreislauf von Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
269. Der Weise ist frei von Wünschen und den Fesseln, die Karma erschafft. Er wird vollkommen furchtlos. Er nimmt keinen weiteren Körper an. Er geht in Brahman ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
270. Brahman schickt Prana nach oben und Apana nach unten. Dieses Verehrungswürdige, im Inneren weilend, verehren die Götter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
271. Fünf Prinzipien der Lebenskraft kennen wir, Prana, Apana, Vyana, Udana und Samana. Es gibt weitere fünf untergeordnete Pranas (Upapranas). Der höchste Prana, Mukhyaprana, nimmt die zehn Formen an, je nach Aufgabe eines jeden einzelnen Pranas (Vritti Bheda).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
272. Prana ist Odem. Apana hat die Funktion der Ausscheidung. Vyana lässt das Blut zirkulieren. Udana lässt die Stimme wirken. Samana hat die Funktion der Verdauung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
273. Prana ist nicht Atem. Prana ist Lebensenergie. Atem ist nur eine der vielen Manifestationen von Prana. Prana ist mit Atem verbunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
274. Geist und Sinne verehren ihren Herrn, den Atman, indem sie die ihnen zugeteilten Aufgaben erfüllen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
275. Sie stimmen ihren Herrn, den Atman, günstig, indem sie die verschiedenen Wahrnehmungen, Form, Klang, Geruch, Geschmack und Berührung, Ihm darbringen, so wie das Volk den König günstig stimmt, indem es ihm Gaben darbringt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
276. Sinne, Geist und Prana sind stets damit beschäftigt, dem Atman zu dienen und Ihn zu erfreuen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
277. Der Atman allein leitet Geist, Sinne und Prana in den ihnen zugeteilten Aufgaben an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
278. Die fünf Sinnesorgane sammeln Empfindungen aus der Außenwelt und bringen sie dem Atman dar. Das ist ihre Art der Verehrung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
279. Sobald der Atman den Körper verlässt, löst dieser sich auf. So wie ein Volk sich auflöst, wenn der König aus dem Land gejagt wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
280. Der Sterbliche lebt weder durch Prana noch durch Apana, sondern durch Das, von dem diese beiden abhängen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
281. Die wahre Grundlage des Lebens ist der Atman. Prana, Apana, Vyana, Udana und Samana können nicht die Grundlage des Lebens sein. Sie arbeiten nur zusammen zum Wohle des Atmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
282. Der Körper löst sich auf, wenn Prana und Apana ihn verlassen und sich der Atman zurückzieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
283. Ein Haus besteht zum Wohle des Besitzers, der verschieden ist vom Haus und sein Herr ist. Prana, Apana, Vyana, Udana, Samana, die Sinne und der Geist bestehen zum Wohle des Atmans, der verschieden von ihnen ist und ihr Herr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
284. Prana und Apana hängen von Atman ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
285. Sie vollziehen ihre Pflichten in Harmonie zum Wohle des Atmas, ihres Herrn. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
286. Die Stütze der Wesen, des Pranas, der Sinne und des Geistes ist der Atman. Er ist völlig unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
287. Wie Getreide vergeht der Sterbliche und wie Getreide wird er wiedergeboren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
288. Manche Jivas gehen in einen Leib ein, um einen Körper zu erhalten, anderen gehen in anorganische Substanzen ein, je nach deren Karma und Bewusstsein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
289. Der Jiva nimmt den Körper an, den sein Karma bedingt und seinem Bewusstsein entspricht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
290. Er kann Indra werden oder sogar Hiranyagarbha. Er kann alles werden in der kosmischen Hierarchie. Er kann sein letztes Leben antreten und ein Jivanmukta, ein befreiter Weiser, werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
291. Er kann ein Muni, ein Tapasvin oder ein Yogi werden, so er sehr gute spirituelle Samskaras mit sich bringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
292. Er kann auch ein Baum oder etwas Anorganisches werden, je nach seinem Karma. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
293. Brahman ist der stille Zeuge der drei Bewusstseinszustände Wachen, Traum, Tiefschlaf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
294. Der Purusha schläft nie. Selbst wenn Prana, die Sinne und der Geist schlafen, ist Er der Zeuge (Sakshi) von allem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
295. Brahman ist ewig rein und unsterblich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
296. Brahman ist die Ursache der Welt. Alle Welten hängen nur von Ihm ab. Er ist die Stütze aller Welten. In Ihm sind alle Welten enthalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
297. Im Tiefschlaf ruhst du in Brahman. Du kommst in Kontakt mit Brahman, doch da ist der Schleier der Unwissenheit. Deshalb bist du dir Brahmans nicht bewusst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
298. In Samadhi ist dieser Schleier verschwunden. Dein reines Bewusstsein ist eins mit dem absoluten Bewusstsein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
299. Während der Geist und die Sinne im Tiefschlaf ruhen erfährst du die Glückseligkeit in Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
300. Deshalb sagst du, wenn du ins Wachbewusstsein zurückkommst: ‚Ich habe gut geschlafen, ich weiß von nichts‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
301. Dieses Erinnern an die Glückseligkeit beweist, dass Brahman ist, nichtdual, glückselig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das allgegenwärtige Selbst===&lt;br /&gt;
302. Wie das eine Feuer, sobald es in der Welt erstrahlt, verschiedene Formen annimmt, je nachdem was es verbrennt, so nimmt der ewige Atman aller Lebewesen, obwohl Eines, verschiedene Gestalten an, je nachdem in was er in der Außenwelt eingeht. Und dennoch ist Er jenseits aller Gestalt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
303. Viele sprechen, um ihre Belesenheit zu zeigen oder über anderen zu stehen. Sie sprechen nicht der Wahrheit wegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
304. Ehrliche und ernstgemeinte Gespräche mit großen Seelen, um Zweifel zu beseitigen und Klarheit zu erlangen, ist wünschenswert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
305. Ernsthafte Aspiranten mögen unter sich schwierige und abwegige Probleme erörtern. Das ist sehr hilfreich für ihr Wachstum und ihr Verständnis. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
306. Das Wissen über die Einheit mit dem Atman ist auch nach Erklärungen und Wiederholungen nicht leicht zu verstehen. Deshalb erklären die Srutis die Wahrheit über Atman durch verschiedene Darstellungen, Gleichnisse und Analogien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
307. Der Atman ist stets rein und verschieden von Gestalt. Es wird nicht im Geringsten von Gestalt berührt, denn Er ist ohne Beifügungen und feinstofflich, reines Bewusstsein, Seele, Geist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
308. Wie sollte es eine Verbindung geben zwischen Materie und Geist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
309. Der Atman nimmt durch die Upadhis verschiedene Gestalten an, Geist, Sinne, Prana, Körper, Er ist jenseits von Name und Form. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
310. Der Atman ist ein Mysterium. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
311. Die Luft nimmt, nachdem sie die Welt betreten hat, verschiedene Formen an, je nachdem in welches Behältnis sie eingeht. Der Atman nimmt ebenso verschiedene Gestalten an, je nachdem in welchen Körper Er eingeht. Dennoch ist er jenseits von Name und Form. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
312. Die Sonne, das Auge des Universums, wird nicht berührt von den Defekten des physischen Auges. Der Atman, das Wesen von allem, wird nicht berührt durch das Leid der Welt, das aus Wunsch und Karma entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
313. Die Schlange überlagert das Seil, so das Licht schwach ist. Silber überlagert Perlmutt. Die Welt und der Körper überlagern den Atman durch Avidya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
314. Das Seil bleibt von der Schlange unberührt, der Atman wird nicht berührt von Überlagerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
315. Handlung, Wirkung, Frucht (Kriya, Karta, Phala) überlagern fälschlicherweise den Atman durch Unwissen. Es sind alles nur falsche Wahrnehmungen, wie die falsche Wahrnehmung einer Schlange im Seil. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
316. Der Atman handelt nicht (Akarta) und genießt nicht (Abhokta). Er ist unberührt (Asanga, Nirlipta).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
317. Brahman ist Eines. Es ist der Herrscher, der Atman aller Wesen. Es wird nicht berührt vom Leid der Welt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
318. Brahman ist der Herr über alles. Alldurchdringend, unabhängig. Nichts ist Ihm gleich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
319. Obwohl Eines, manifestiert Es sich in verschiedenen Namen und Formen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
320. Der Weise der Es schaut erfährt ewige Glückseligkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
321. Der weltliche Mensch, bar jeder Unterscheidungskraft, erfreut sich an den Objekten im Außen. Er wird nie die Glückseligkeit Atmans genießen. Der Atman wird durch seine Unwissenheit verdeckt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
322. Für den Weisen ist das Selbst das Ewige inmitten des Transzendenten, das Bewusstsein inmitten des Bewusstseins. Es, obwohl Eines, gewährt die Wünsche vieler, weilend in ihnen. Ihnen sei ewiger Frieden. Niemand anderem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
323. Der Atman ist ewig und unveränderlich. Die Welt von Name und Form ist vergänglich und veränderlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
324. Körper, Geist, Sinne und Prana, sie alle sind gemeint mit der Bezeichnung ‚Welt‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
325. Die Welt ist ein flüchtiger Schatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
326. Der Wandel setzt eine Grundlage voraus, die ewig und unveränderlich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
327. Wandel kann nur im Unwandelbaren erfolgen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
328. Die Leinwand im Kino verändert sich nicht, doch die Bilder wandeln sich ständig. Brahman repräsentiert die Leinwand, die flüchtige Welt der Namen und Formen repräsentiert die Bilder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
329. Heißes Wasser borgt seine Hitze vom Feuer, der Intellekt borgt seine Intelligenz von Atman, der Grundlage von allem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
330. Wer den in seinem Herzen weilenden Atman erkennt erfährt ewigen Frieden. Die Unwissenden leiden in Samsara.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
331. Der Weise, der Wunschlosigkeit erreicht hat, erkennt diese unbeschreibliche Glückseligkeit von Dieses ist Das.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
332. Weder Sonne, Mond, Sterne, Blitze noch Feuer strahlen. Wenn Es strahlt, strahlt alles andere auch. Durch Sein Licht strahlen sie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
333. Der Atman strahlt aus Sich Selbst heraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
334. Etwas aus sich selbst Strahlendes benötigt keine Licht für sein Erstrahlen (Nirapeksha).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
335. Wenn du sagst, der Atman erhält Sein Licht von einem Licht, dann muss dieses Licht wiederum ein Licht haben das es illuminiert. Dies führt zu Anavasthadosha, in die Unendlichkeit. Deshalb muss der Atman aus Sich Selbst heraus strahlen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Baum des Samsaras===&lt;br /&gt;
336. Wir kennen den alten Asvattha Baum, dessen Wurzeln oben und die Äste unten sind. Das ist der Baum der Schöpfung. Das ist Brahman und nur Das wird unsterblich genannt. Davon hängen die Welten ab und niemand sieht dahinter. Dieses ist wahrlich Das. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
337. Du kannst das Wesen Brahmans erkennen, die Quelle des Samsara Baumes (Maya Vriksha), so du die Wirkung erfasst, den Samsara Baum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
338. Die Welt hat ihre Wurzeln in Brahman. Aus Brahman allein gedeiht das Universum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
339. Wie ein Baum mit der Axt gefällt werden kann, so kann der Samsara Baum ebenfalls gefällt werden. Die Axt ist Nichtanhaftung, Atma Jnana oder Kenntnis über das Selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
340. Der Samsara Baum erhält seinen Lebenssaft von seiner Quelle, Para Brahman und wächst durch den Samen der Unwissenheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
341. Hiranyagarbha oder Karya Brahman ist sein Spross. Die feinstofflichen Körper aller Lebewesen sind sein Rumpf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
342. Das Universum hat sich aus Brahman entfaltet. Brahman ist ein Donnerkeil. Wer so weiß erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
343. Prana ist Brahman. Brahman ist der Ursprung der Welt. Er ist der Herr der Schöpfung. Der Mensch erlangt Unsterblichkeit durch Wissen über Brahman. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
344. Die Aussage, die Welt sei aus dem Nichts entstanden ist absurd. Sie ist aus Brahman entstanden. Sie schwingt in Brahman. Sie ruht in Brahman. Sie geht in Brahman ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
345. Brahman ist das Substrat der veränderlichen Welt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
346. Brahman ist ohne Veränderung und ohne Bewegung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
347. Schwingung kann nur in Unbewegtem entstehen. Dieses Unbewegte ist Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
348. So wie der Diener den Anordnungen des Herrn gehorcht, so gehorcht die Welt den Schöpfungsgesetzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
349. Den Schöpfungsgesetzen kann niemand entrinnen. Niemand kann sie übertreten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
350. Alles ist unter deren Kontrolle. Schöpfung, Erhaltung, Auflösung sind einem unveränderlichen, göttlichen Gesetz unterworfen, dem niemand zuwider handeln kann. Deshalb ist Brahman, handelnd als dieses Gesetz, ein Donnerkeil. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
351. Die Brahman erkennen, den Zeugen all unserer mentalen Erregungen (Vritti), den Urgrund allen Seins, den Herrn der Schöpfungsgesetze, erlangen Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
352. Aus Furcht vor Brahman brennt das Feuer, scheint die Sonne und tun Indra, Vayu und Yama ihre Pflicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
353. Wäre Brahman nicht der Herrscher der Welt, mit dem Donnerkeil in Händen, würde die Welt nicht in Harmonie und Perfektion bestehen. Ein sinnvolles Wirken der Weltenhüter (Loka Palas) wäre nicht möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erkenne das Selbst jetzt===&lt;br /&gt;
354. Wer noch in diesem Leben hier auf Erden, vor dem Tod seines Körpers, Brahman erkennt, wird von den Fesseln der Welt befreit. Dem dies nicht gelingt kommt in einem neuen Körper zurück in die Welt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
355. Deshalb sollten ernsthafte Anstrengungen unternommen werden, vor dem Verfall des Körpers, Brahman zu erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
356. So wie man im Spiegel klar sein Spiegelbild erkennt, so kann Brahman im eigenen Intellekt klar erkannt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
357. Die Wahrnehmung wird getrübt in der Welt der Ahnen. Sie waren versunken im Genuss ihre karmischen Früchte. Auch im Traum ist die Wahrnehmung getrübt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
358. Die Reflektion unseres Bildes im Wasser ist verschwommen, so ist die Wahrnehmung des Atmans in der Welt der Gandharven ebenso verschwommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
359. In Brahmaloka kann der Atman deutlich wahrgenommen werden. Er hebt Sich ab wie Licht vom Schatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
360. Schwierig ist es, Brahmaloka zu erreichen. Besonderes Karma oder Verehrung sind nötig um es zu erreichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
361. Deshalb sollte man den Atman im Intellekt erkennen, solange man noch in der Welt weilt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
362. Der Weise hat erkannt, dass die Sinne verschieden sind von Atman, ihre Aktivitäten berühren ihn nicht mehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
363. Die fünf Sinne bestehen neben ihrer Quelle, um die ihnen zugeordneten Objekte wahrzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
364. Der Atman ist rein, unbefleckt und aus Sich Selbst strahlend. Das Wesen der Sinne unterscheidet sich vom Wesen Brahmans.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
365. Die Sinne wirken während des Wachens. Sie gehen auf beim Erwachen und unter im Tiefschlaf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
366. Der Atman geht weder auf noch unter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
367. Der Atman kennt weder Anfang noch Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
368. Sprunghaft sind Sinne und Geist und können klar von Atman unterschieden werden, der klar, unveränderbar, alldurchdringend, unteilbar, ohne Anfang und ohne Ende ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
369. Der Weise leidet nicht, er hat den Unterschied zwischen Atman und Sinne erkannt, ihr auf und ab, ihr Wachen und Schlafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
370. Der Kenner des Atmans hat das Leid überwunden und ruht in Glückseligkeit.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Höchstes Bewusstsein===&lt;br /&gt;
371. Höher als die Sinne ist der Geist. Höher als der Geist ist der Intellekt. Höher als der Intellekt ist der kosmische Intellekt, höher als Avyakta, das Unmanifestierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
372. Jenseits von Avyakta ist der Purusha, der Alldurchdringende, jenseits eines Sinnbildes. Wer Ihn erkennt erlangt Befreiung und Unsterblichkeit.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
373. Die Sinne sind verschieden von Atman, Er kann von den Sinnen im Außen nicht erfasst werden, denn Er ist das Innerste aller Dinge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
374. Das Wissen über diese Abstufung ist notwendig, um Unsterblichkeit und letztendliche Befreiung zu erlangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
375. Zum Zeitpunkt von Pralaya geht die Welt in Avyakta ein. Jenseits von Avyakta ist der alldurchdringende Purusha. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
376. Das Symbol, das durch die Sinne erkannt und verstanden werden kann, wird Linga genannt. Kein Linga zu haben ist Alinga. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
377. Wer von Ihm durch den Lehrer und durch die Sastras erfahren hat und durch Intuition, der erreicht Unsterblichkeit und letztendliche Befreiung. Er ist befreit von den Knoten des Herzens, wie Wunsch, Unwissenheit und Handlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
378. Seine Gestalt kann nicht gesehen werden. Niemand sieht Ihn mit seinen physischen Augen. Er enthüllt sich dem Aspiranten durch Kontrolle des Geistes und tiefe Meditation. Die Brahman erkennen erlangen Unsterblichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
379. Der Atman kann durch das physische Auge nicht gesehen werden, denn Er ist feinstofflich, jenseits der Wahrnehmung durch Geist und Sinne. &lt;br /&gt;
Schriften und Guru&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
380. Wer durch reinen Intellekt den im Herzen Weilenden erkennt erlangt Unsterblichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
381. Wenn die fünf Sinnesorgane zusammen mit Geist und Intellekt ruhen ist der höchste Zustand erreicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
382. Der Mensch erfährt das Wissen der Welt durch die fünf Wahrnehmungsorgane. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
383. Die Sinne sammeln die Erfahrungen aus der Welt und präsentieren sie dem Atman durch Geist und Intellekt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
384. Wenn die fünf Wahrnehmungsorgane vom Außen zurückgezogen werden und in den Geist eingehen, wenn der Geist auf den Atman gerichtet ist, wenn der Intellekt zur Ruhe gekommen ist, dann ist der höchste Bewusstseinszustand erreicht.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
385. Wenn Sinne und Intellekt zur Ruhe gekommen sind, die Emotionen unter Kontrolle, dann ist der höchste Bewusstseinszustand erreicht. Das wird Yoga genannt. &lt;br /&gt;
386. Yoga ist der erhabenste Weg, denn er führt zu Moksha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
387. Die Kontrolle der Sinne nennen sie Yoga. Sei vorsichtig, denn Yoga wird erlangt und verloren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
388. Die Sinne sind zurückgezogen und der Geist ist fixiert auf Atman durch stetige Konzentration und Meditation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
389. Der Yogi sei wachsam, denn Yoga kommt und geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
390. Yoga kommt. Und geht, wenn der Geist nicht ruhig ist, wenn die Sinne nicht unter Kontrolle sind, wenn Leidenschaftslosigkeit nachlässt, wenn Unlust bei der Meditation aufkommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
391. Vollkommene Wachsamkeit ist nötig, wenn man mit der Yoga Praxis beginnt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die zwei Augen eines Sadhakas===&lt;br /&gt;
392. Der Atman kann durch Sprache nicht beschrieben, durch den Geist nicht erfasst und durch das Auge nicht erkannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
393. Weder Darlegungen noch metaphysisches Denken helfen dem Aspiranten, Brahman zu erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
394. Maharshi Vyasa und Sri Sankara lehrten durch Beweis und Logik, ihre Doktrin basiert hauptsächlich auf Sabda Pramana (Zeugnis der Veden), das so gut wie unfehlbar ist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
395. Vertraue den Worten der Srutis und den Sehern, die Atman durch Intuition erkannt haben und versichert, dass Atman ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
396. Sabda Pramana, die Srutis, Apta Vakya, die Worte der Seher, sind von äußerster Wichtigkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
397. So du Atman erkennen willst habe Vertrauen in die Worte des Gurus, der das Selbst erkannt hat, und folge seinen Anweisungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
398. Der Atman muss von einem Guru erkannt worden sein, der weiß, dass Atman ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
399. Wenn der Atman durch die Sinne nicht wahrgenommen werden kann, wie kann Er dann wahrgenommen werden? Nur durch die Belehrungen eines Gurus, der weiß dass Er ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
400. Ihr müsst wissen, dass Es ist und was Es ist. Wer so weiß erkennt Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
401. Dem, der auf Brahman meditiert und sich mit den vier Absichten (siehe Vers 36) ausstattet, dem enthüllt Sich Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Entsagung: die Voraussetzungen===&lt;br /&gt;
402. Wenn Wunschlosigkeit erlangt ist, erlangt der Sterbliche Unsterblichkeit und erkennt Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
403. Die Voraussetzung für Unsterblichkeit ist Entsagung aller Wünsche und Anhaftungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
404. Die weltlichen Wünsche werden nur überwunden, wenn die Fesseln der Unwissenheit zerschnitten sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
405. Der Geist ist der Sitz des Wunsches. In Atman ist kein Wunsch, Er ist rein und makellos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
406. Wünschen ist die Ursache für Leid und Bindung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
407. Wenn durch Erkenntnis des Selbstes Wunschlosigkeit erlangt ist erlangt der Sterbliche Unsterblichkeit. Er wird Brahman noch während er in diesem Körper weilt. Er ist von den Fesseln des Karmas befreit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
408. Wenn alle Knoten des Herzen hier auf Erden gelöst werden erlangt der Sterbliche Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
409. Unwissen, Wunsch und Handlung sind die drei großen Knoten. Egoismus, Hass, Lust, Eifersucht und Stolz, entstanden aus Unwissenheit, sind kleine Knoten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
410. Weitere Knoten sind die Vorstellungen ‚Ich bin dieser Körper‘, ‚Das ist mein Besitz‘, ‚Ich bin ein Brahmane‘, ‚Ich bin ein Minister‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
411. Sie werden vernichtet durch die Erkenntnis der Einheit mit Brahman ‚Ich bin Brahman‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wissen über die Nadis===&lt;br /&gt;
412. Einhundertein Nervenkanäle (Nadis) sind bekannt. Einer von ihnen, Sushumna, durchdringt die Krone des Kopfes. Seine Energie nach oben führend zum Zeitpunkt des Todes lässt Unsterblichkeit erlangen. Die anderen Nervenkanäle haben andere Wirkungen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
413. Der Jivanmukta, der das Selbst erkannt hat, geht nirgendwohin. Seine Pranas gehen nirgendwohin. Brahman seiend erreicht er Brahman. Er erlangt Kaivalya Mukti.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
414. Wer Kaivalya-Mukti nicht erlangt hat, wer das höchste Brahman nicht erkannt hat, jedoch das niedere Brahman (Saguna Brahman) verehrt hat, geht durch den Sushumna Nadi zur Sonne und dann durch weitere Bereiche nach Brahmaloka wo er bis zum Ende des Schöpfungszyklus‘ weilt. In Brahmaloka genießt er  unvergleichliche Freuden. Wenn der Zyklus endet geht er mit Brahma in Brahman ein. Das ist Krama Mukti (allmähliche Befreiung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
415. Die anderen Nadis haben verschiedene Auswirkungen. Sie führen zum Zeitpunkt des Todes auf verschiedene Wege. Wenn die Seele durch diese Nerven geht, wird sie wieder in Samsara geboren. Sie nimmt einen ihrem Karma entsprechenden Körper an.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
416. Der Sushumna Nadi wird auch Brahma Nadi genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
417. Der daumengroße Purusha, das innere Selbst, weilt im Herzen aller Wesen. Man muss Ihn mit Stetigkeit herausziehen aus dem Körper, so wie man einen Halm aus der Erde herauszieht. Man sollte Ihn als rein und unsterblich erkennen. &lt;br /&gt;
418. Du musst die Essenz, das heißt den Atman, aus den fünf Kosas (Hüllen) herausziehen, geduldig und mutig durch Vichara (Unterscheidung) und Meditation. Du musst den Atman vom Körper trennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
419. Als Nachiketas das ihn durch Yama Gelehrte verinnerlicht hatte, erreichte er Brahman, wurde frei von allen Unreinheiten und vom Tod. So wird es allen ergehen, die das Wesen Brahmans erkannt haben.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/DasGehimnisKathopanishad/Kathopanishad.htm Das Geheimnis der Katha Upanishad, Artikel von Swami Krishnananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/DasGehimnisKathopanishad/Kathopanishad_4.htm Das Geheimnis der Katha Upanishad, Vortrag Nr. 5, Artikel von Swami Krishnananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/de/artikel/krishnananda/kathaupanishad_kapitel5.html Das Geheimnis der Katha Upanishad, Vortrag Nr. 4, Artikel von Swami Krishnananda]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
{{dnf}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Katha_Upanishad&amp;diff=111894</id>
		<title>Katha Upanishad</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Katha_Upanishad&amp;diff=111894"/>
		<updated>2014-05-20T12:52:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: /* Upanishaden Sadhana */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Katha Upanishad&#039;&#039;&#039; ([[Sanskrit]]: katha-upanishad &#039;&#039;f.&#039;&#039;), auch &#039;&#039;&#039;Kathopanishad&#039;&#039;&#039;, ist der Name einer berühmten [[Upanishad]], welche die Belehrungen des Totengottes [[Yama]] an [[Naciketas]] enthält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kernaussagen der Katha Upanishad==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Von Swami Sivananada&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Om]]. Möge [[Das]] uns ([[Lehrer]] und [[Schüler]]) beschützen. Möge Das uns zur [[Glückseligkeit]] ([[Mukti]]) führen. Mögen wir beide fähig sein, die wahre [[Bedeutung]] der [[Schrift]]en zu erfassen. Möge unser [[Lernen]] erfolgreich sein. Mögen wir nie in [[Streit]] geraten. &lt;br /&gt;
Om Frieden! Frieden!! Frieden!!!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. [[Intuition]] ([[Aparokshanubhuti]]) ist die [[Quelle]] des [[Wissen]]s über [[Atman]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Der Atman ist schwer zu erfassen. Er ist [[feinstofflich]]. Er kann nicht durch Schlussfolgerungen erfasst werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Ein selbstverwirklichter [[Guru]] allein kann den [[Aspirant]]en auf dem [[spirituell]]en [[Weg]] führen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Angenehme vs. das Gute===&lt;br /&gt;
4. Das eine ist gut, während das andere angenehm ist. Gesegnet ist der, der sich für das [[Gute]] ([[Shreyas]]) allein entscheidet. Wer das Angenehme ([[Preyas]]) wählt, verliert letztendlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Sreyas ist das Gute, das Höchste [[Selbst]], das [[Wissen]], das zu [[Moksha]] (Befreiung) führt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Preyas ist das Angenehme, die [[Sinnesfreude]]n. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Die verkörperte [[Seele]] ist in ihrer [[Essenz]] identisch mit [[Brahman]]. Aufgrund von [[Unwissenheit]] und [[Illusion]] sind wir an [[Handlung]] gebunden und versuchen, [[Befreiung]] zu erlangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Wer den [[Pfad]] der [[Wahrhaftigkeit]] beschreitet und sich dem Guten verschreibt, erreicht [[Glückseligkeit]] und [[Unsterblichkeit]]. Wer den Sinnesfreuden frönt, verfehlt das [[Ziel]] des [[Leben]]s. Er versinkt in [[Sorge]] und [[Leid]] und ist gefangen im [[Rad]] von [[Geburt]] und [[Tod]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. [[Shreya Marga]] ist der Pfad des Wissens. [[Preya Marga]] ist der Pfad des Nichtwissens. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. Du musst die Sinnesfreuden überwinden, so du Glückseligkeit in [[Atman]] erlangen willst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Das Gute und das Angenehme haben den [[Mensch]]en fest im Griff. Der [[Weise]] untersucht und unterscheidet zwischen beiden, er wählt das Gute. Der Unwissende wählt das Angenehme, seinem [[Körper]] zuliebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Der Pfad des Wissens und der Pfad des Angenehmen stehen dem Menschen offen, er kann den Pfad wählen, der im zusagt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. So wie der [[Schwan]] [[Milch]] von [[Wasser]] trennt und nur die Milch trinkt, so trennt der Weise Gut von Böse und folgt dem Guten allein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. Der Weise weiß, dass Shreyo Marga zu Unsterblichkeit, [[Freiheit]] und Glückseligkeit führt, Preyo Marga dagegen zu vergänglichen sinnlichen [[Freude]]n und zu [[Bindung]]. Deshalb bevorzugt er Sreyo Marga. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15. Den Unwissenden fehlt das [[Unterscheidungsvermögen]] zwischen dem Guten und dem Angenehmen. Sie haben keine [[Vorstellung]] vom Ziel, vom Erreichen des Zieles und von den [[Frucht|Früchten]]. Sie wählen das Angenehme, um gierig ihren Körper zu mästen und geben sich den Sinnesfreuden hin.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16. Die beiden Wege liegen weit auseinander und führen zu unterschiedlichen [[Resultat]]en. Sie sind wie [[Licht]] und [[Dunkelheit]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
17. [[Avidya]] ist der Weg des Angenehmen. Er führt zu Leid und Bindung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18. [[Vidya]] ist der Weg des Guten. Er führt zu Freiheit und Befreiung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zeichen der Täuschung===&lt;br /&gt;
19. Die Unwissenden leben in [[Dunkelheit]], sehen sich jedoch als weise und gebildet. In [[Illusion]] gehen sie verschlungene [[Weg]]e, wie Blinde, die von Blinden geführt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20. Die in [[Samsara]] leben, leben in [[Unwissenheit]] und Dunkelheit. Sie haben weder Verstehen noch [[Unterscheidungskraft]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
21. Sie sind an Tausende von Seilen der Erwartung gebunden. Sie sind in Tausende von Schlingen in Form von [[Anhaftung]] an [[Kind]]er, [[Ehe]], [[Wohlstand]], [[Besitz]] und vieles mehr verwickelt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22. Unwissend sind sie, doch sehen sie sich als intelligent und belesen in den [[Shastra]]s. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23. Sie werden [[Befreiung]] nicht erlangen. Sie sind immer wieder an das [[Rad]] von [[Geburt]] und [[Tod]] gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24. Sie gehen im [[Leid]] von Samsara durch Geburt, [[Alter]], [[Krankheit]], [[Sorge]], Leid und Tod unter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25. So wie der Blinde, der von einem Blinden auf steiniger Straße geführt wird, leidet, so leiden die Unwissenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
26. Der [[Weg]] in die [[Zukunft]] ist dem Unwissenden nicht klar. Er verfällt der Illusion des Wohlstandes. Das ist die [[Welt]], es gibt keine andere, so denkt er. So fällt er wieder und wieder in das Netz von Geburt und Tod.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
27. Wohlstand ist das Gift der Welt. Er schafft [[Stolz]] und [[Eitelkeit]]. Er schafft einen wirren [[Geist]] und vernebelt den [[Verstand]]. Er verschleiert den [[Intellekt]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28. Die Notwendigkeit, [[Befreiung]] zu erlangen, ist dem Leichtsinnigen kein [[Bedürfnis]]. Er ist in Gedanken an Kinder, Ehe und Wohlstand eingehüllt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
29. Die Sinnesfreuden sind das [[Ziel]] des weltlichen [[Mensch]]en. [[Geld]] ist sein Ziel. Essen, Trinken, [[Spaß]] sind seine höchste [[Philosophie]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
30. Viele sind nicht in der Lage auf den [[Atman]] zu hören. Auch wenn sie von Atman hören, können sie die [[Wort]]e nicht erfassen, da ihr Geist nicht klar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Erhabenheit von Brahma Vidya===&lt;br /&gt;
31. Unübertrefflich ist es, sein [[Selbst]] ausdrücken zu können. Unübertrefflich ist es, sein Selbst zu erfassen, gelehrt von einem fähigen [[Lehrer]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
32. [[Brahma Vidya]] ist die vollkommene [[Wissenschaft]]. Sie ist die Wissenschaft der Wissenschaften. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
33. Welche ist diese höchste [[spirituell]]e Wissenschaft, die, so wir sie kennen, uns alle anderen Wissenschaften kennen lässt. Es ist [[Para]] [[Vidya]] oder Brahma Vidya, das Erkennen des unsterblichen [[Atman]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
34. Unübertrefflich muss der Lehrer sein, der Brahma Vidya lehrt. Unübertrefflich muss auch der [[Schüler]] sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
35. Brahma [[Jnani]]s und befähigte [[Aspirant]]en sind sehr, sehr rar in der [[Welt]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
36. Wer mit den vier [[Absicht]]en - [[Viveka]] (Unterscheidungskraft), [[Vairagya]] (Leidenschaftslosigkeit), [[Shat Sampat]] (sechsfache Tugenden), [[Mumukshutva]] (Sehnsucht nach Befreiung) - ausgestattet ist, der ist für den [[Weg]] des [[Jnana Yoga]] befähigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
37. Von Tausenden, die von Atman hören, die [[Gott]] suchen, erkennt einer Atman. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
38. Der Atman kann nicht leicht erkannt werden, wenn Er von einem Unerfahrenen, der selbst Atman nicht erkannt hat, gelehrt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
39. Der Atman kann nicht durch Behauptung und Beweisführung erkannt werden, denn Er ist transzendent, jenseits von [[Verstand]] und [[Intellekt]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
40. Der Intellekt ist ein vergängliches Instrument, bedingt durch [[Zeit]], [[Raum]] und [[Ursache]]. Nur durch Behauptung kommen wir zu keiner endgültigen [[Entscheidung]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
41. Ein [[Mensch]] mit niederem Intellekt wird von einem Menschen mit hohem Intellekt besiegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
42. Argumentieren ist nur ein Jonglieren mit [[Wort]]en. Es ist intellektuelle [[Gymnastik]] und sprachliche Kriegsführung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
43. Wer sein [[Leben]] nur mit Argumentieren verbringt, ist im dichten [[Dschungel]] von Dunkelheit und Nichtwissen gefangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
44. Höre auf zu argumentieren und werde still, wende dich nach Innen und meditiere.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
45. Der Atman ist nur durch stille [[Meditation]] zu erfahren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
46. [[Brahma]] [[Jnana]] kann nicht durch Behauptung und Beweisführung erlangt werden. Man muss das [[Brahman]]-[[Bewusstsein]] durch [[spirituell]]e [[Erfahrung]] erlangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
47. Es ist leicht, Brahman zu verstehen und zu erkennen, wenn von einem verwirklichten Lehrer gelehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
48. Das [[Ewige]] kann nicht durch Vergängliches erkannt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
49. Das Ewige ist unveränderlich, es kann nicht durch Veränderliches erkannt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
50. Selbst [[Hiranyagarbha]] ist nichts im Vergleich zu [[Para Brahman]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
51. Der Atman ist [[feinstofflich]] und innewohnend. Er liegt in der [[Höhle]] des [[Herz]]ens verborgen. Deshalb ist er schwer zu erkennen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
52. Der [[Weise]] zieht seine [[Sinn]]e von den Objekten im Außen zurück, erkennt den Atman durch Meditation auf das Selbst und ist frei von [[Freude]] und [[Leid]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
53. Der Atman ist jenseits von Freude und Leid. Er ist [[Glückseligkeit]]. Er ist [[Satchidananda]] [[Svarupa]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
54. [[Glück]] und Leid, Freude und [[Kummer]] sind nur Modifikationen des [[Geist]]es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Upanishaden Sadhana===&lt;br /&gt;
55. Der [[Weise]] meditieret auf den [[Atman]], erkennt Ihn, den Unsichtbaren, den Unergründlichen, den in der [[Höhle]] des [[Herz]]ens Verborgenen, den in der [[Hölle]] Weilenden, den in der [[Intelligenz]] Erscheinenden und ist frei von [[Freude]] und [[Leid]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
56. Der [[Aspirant]] hört von seinem befähigten [[Lehrer]] alles über den Atman und erfasst Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
57. Dann trennt er durch Unterscheiden zwischen Wirklichem und Nichtwirklichem den Atman von [[Körper]] und [[Geist]], meditiert auf den Atman und erkennt Ihn durch seine [[Intuition]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
58. Diese [[Welt]] wird von [[Dharma]] getragen. [[Brahman]] ist das [[Zentrum]] des Dharma. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
59. Warum führt ein [[Mensch]] ein rechtschaffenes [[Leben]]? Weil er nur durch das Erkennen von Brahman wirklich genießen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
60. Das Prinzip ([[Svarupa]]) von Brahman ist [[Glückseligkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
61. Sinnesfreuden sind nur flüchtige [[Eindruck|Eindrücke]], angeregt durch Reizung der [[Nerven]]. Es sind nur [[Reaktion]]en. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
62. Brahman ist [[Fülle]], [[Einheit]], [[Ewigkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
63. Brahman ist anders als [[Tugend]] und [[Laster]], anders als [[Ursache]] und [[Wirkung]], anders als [[Vergangenheit]] und [[Zukunft]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
64. Tugend und Laster, Vergangenheit und Zukunft sind nur mentale Schöpfungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
65. [[Zeit]] ist nur ein Wert des Geistes, eine ebenso nur mentale Schöpfung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
66. In [[Ishvara]] besteht gleichzeitige [[Wahrnehmung]]. Alles ist nur. Alles ist nur jetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
67. Brahman ist Ewigkeit. Es ist jenseits von Zeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
68. Das [[Ziel]], das die [[Veden]] verkünden und für das der [[Aspirant]] in [[Brahmacharya]] lebt, dieses Ziel ist [[OM]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
69. [[Buße]] und Brahmacharya führen zum Erkennen von Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Pranava===&lt;br /&gt;
70. OM ist auch unter den Namen Pranava, Ekakshara und Omkara bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
71. OM ist ein Symbol (Pratika) für Brahman. Es ist Klang (Sabda Brahman).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
72. OM ist der Urklang, die erste Manifestation Brahmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
73. OM ist das geeignetste Symbol für Brahman. Es besteht aus drei Buchstaben - A, U, M.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
74. Klang, Wort und Name sind untrennbar verbunden mit dem Gedanken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
75. OM ist wahrlich Brahman. OM ist wahrlich das Höchste. Der OM kennt erlangt alles was er wünscht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
76. OM ist Brahman Selbst. OM und Brahman sind untrennbar miteinander verbunden. Über OM sollte wie über Brahman Selbst meditiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
77. OM ist ein Symbol, sowohl für Saguna als auch für Nirguna Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
78. Wer auf OM mit Saguna (gestalthaft) Bhava meditiert, der wird Saguna Brahman erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
79. Wer auf OM mit Nirguna (gestaltlos) Bhava meditiert, der wird Nirguna Brahman erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
80. Das manifestierte Brahman sollte erreicht werden. Das unmanifestierte Brahman sollte erkannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
81. OM ist die beste Hilfe. Es ist das beste Mittel, um das Manifeste (Saguna Brahman) oder das Höchste (Nirguna Brahman) zu erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
82. Wer auf Brahman meditiert wird eins mit Brahman und wird geeignet, wie Brahman verehrt zu werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
83. Der Kenner Brahmans wird Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
84. OM ist die wertvollste Hilfe. Wer diese Hilfe kennt wird in dieser Welt als Brahman verehrt. Er wird wie Brahman verehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Wesen des Höchsten Selbst===&lt;br /&gt;
85. Der Atman ist ohne Geburt und ohne Tod. Er entstand nicht aus etwas. Er ist ewig. Er stirbt nicht, wenn der Körper stirbt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
86. Brahman wurde nicht hergestellt wie ein Topf aus Lehm. Er ist frei von Bedingung. Er ist frei von Modifikationen wie sie Dingen eigen sind, die eine Form besitzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
87. Brahman ist unvergänglich und unveränderlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
88. Brahman ist frei von Veränderung und Entwicklung, Es ist unvergänglich und unveränderlich. Es ist archaisch (Purana).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
89. So wie die Luft im Topf nicht davon berührt wird, wenn der Topf zerbricht so, ist der Atman nicht davon berührt, wenn der Körper stirbt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
90. Der Atman ist feinstofflich, kein Schwert kann Ihn töten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
91. Unwissende glauben, der Körper sei Atman und identifizieren die Seele mit dem Körper. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
92. Wenn der Mörder denkt: ‚Ich töte‘, dabei den Körper für die Seele haltend, und wenn der Ermordete denkt: ‚Ich wurde getötet‘, dann kennen beide den Atman nicht. Beide sind unwissend. Die Seele tötet nicht und kann nicht getötet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
93. Der Atman, feiner als fein, größer als groß, weilend im Herzen eines jeden Wesens. Wer wunschlos ist, ruhig im Geist, die Sinne zurückgezogen hat, der behält die Würde des Selbstes und wird frei von Kummer und Leid.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
94. Die Seele einer Ameise ist dieselbe wie die eines Elefanten. Nur ein Bewusstsein weilt in allen Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
95. Die Essenz aller Wesen ist der Atman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
96. Der Atman wird von der Welt überlagert, so wie das Seil von der Schlange überlagert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
97. Für sich allein hat die Welt keine eigene Existenz, alles ist Atman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
98. Der Atman ist weit, Er ist überall, denn Er ist alldurchdringend und ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
99. Der Atman frohlockt und frohlockt nicht. Er genießt die Welt in ihren Begrenzungen. Er ist der stille Zeuge in seinem reinsten Wesen, und so frohlockt Er nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
100. Befähigte Aspiranten, ausgestattet mit einem feinen, scharfen und reinen Intellekt, lernbegierig und mit den vier Absichten (siehe Vers 36) vertraut, können den Atman erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
101. Der Weise, der den Atman als körperlos erkannt, nur im vergänglichen Körper weilend, erhaben und alldurchdringend, kennt kein Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
102. Der Atman ist körperlos im Körper weilend. Er ist unveränderlich inmitten Veränderlichem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
103. Die Weisen, die das Selbst erfahren haben und den Atman erkannt durch direkte intuitive Wahrnehmung (Aparokshanubhuti), kennen kein Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wer erreicht Atma Jnana===&lt;br /&gt;
104. Der Atman kann nicht erkannt werden durch das Studium der Veden, durch Intelligenz oder Hören. Der, den das Selbst erwählt, der kann das Selbst erkennen. Dem enthüllt der Atman Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
105. Den Atman kann nur der erkennen, der wunschlos ist und nach Wissen strebt. Dem enthüllt der Atman Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
106. Das Selbst dessen, der nach Wissen strebt, enthüllt sich ihm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
107. Nur der Aspirant, der Atman sucht erkennt Atman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
108. Der Atman wird nur von dem erkannt, den Gott erwählt, dem Gott Seine Gnade gewährt, den Er liebt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
109. Wer nicht von Untugenden ablässt, wer seine Sinne nicht unter Kontrolle hat, wessen Geist nicht einpünktig und geläutert ist, der kann Atman nicht erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metaphysik des Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
110. Da sind zwei, Paramatman (die höchste Seele) und Jivatman (die verkörperte Seele). Paramatman ist das Licht, Jivatman ist der Schatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
111. Paramatman kennt weder Handlung noch Früchte daraus. Er ist stets der stille Zeuge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
112. Das gegenüberliegende Ufer von Samsara ist Moksha (Befreiung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
113. Der Körper ist der Wagen, der Atman ist der Herr des Wagens, der Intellekt ist der Wagenlenker, der Geist ist die Zügel, die Sinne sind die Pferde, die Objekte sind die Straße. Der Atman, vereint mit Sinnen und Geist, ist der Genießer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
114. Der reine Atman ist tatenlos (Nishkriya). Er ist untätig (Akarta).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
115. Der Atman erscheint als der Genießer, so Er sich mit dem Geist, den Sinnen und dem Körper durch Avidya verbindet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
116. Der Geist agiert und genießt durch Sinne und Körper. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
117. Die Eigenschaften von Geist, Sinnen, Prana und Körper werden auf den Atman übertragen und die Attribute des Atmans werden auf Geist, Sinne, Prana und Körper übertragen. Dies wird wechselseitige Übertragung (Anyonya Adhyasa) genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
118. Durch diese Übertragung erscheint der empfindungslose Geist intelligent zu sein und der unreine und empfindungslose Körper wird für den reinen und empfindungsfähigen Atman gehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
119. Der reine Atman nimmt die Erscheinung des Jivas an und aufgrund der durch Avidya ausgelösten Übertragung verfällt Er in das Leid von Samsara - Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
120. Die Essenz des Jivas ist Satchidananda Svarupa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121. Wenn Avidya durch das Erkennen des Selbstes überwunden ist, wird man eins mit Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wichtigkeit von Selbstkontrolle===&lt;br /&gt;
122. Wer keine Unterscheidungskraft besitzt und seinen Geist nicht unter Kontrolle hat, dessen Sinne sind derart unkontrollierbar wie wilde Pferde durch den Kutscher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
123. Wer nicht ausgestattet ist mit Unterscheidungskraft zwischen Wirklich und Nichtwirklich, wer nicht fähig ist, zu unterscheiden was zu tun ist und was nicht zu tun ist, wer seinen Geist nicht unter Kontrolle hat, der ist ein unfähiger Fahrer seines Körpers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
124. Wer Wissen besitzt, Geist und Sinne stetig unter Kontrolle hält, dessen Pferde sind gezähmt durch den Kutscher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
125. So wie ein guter Kutscher seine Pferde durch die Zügel kontrolliert, so kontrolliert der gute Fahrer diese Körper-Kutsche durch Verstehen, Unterscheidungskraft und Willen.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
126. Die Sinne werden kontrolliert durch den kontrollierten Geist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127. Kontrolle der Sinne ist ein indirektes Mittel um das Ziel, Moksha, zu erlangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
128. Wer keine Unterscheidungskraft besitzt, wer seinen Geist nicht unter Kontrolle hat, wer nicht geläutert ist, der kann das Ziel nicht erreichen, er gerät immer wieder in den Kreislauf von Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
129. Wer versteht, wer seinen geläuterten Geist stets unter Kontrolle hat, der erreicht das Ziel und wird nicht mehr geboren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
130. Wer als Fahrer eine scharfsinnige Intelligenz und als Zügel einen gut kontrollierten Geist besitzt, der erreicht am Ende seiner Reise das Reich Vishnus.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
131. Der kluge Kutscher lenkt die Pferde durch die Zügel und fährt die Kutsche sicher ans Ziel, das Ende der Reise. Ebenso erreicht der Jiva sein Ziel, das Reich Vishnus, auf der Straße des Samsaras, wenn er durch Unterscheidungskraft Geist und Sinne lenkt.&lt;br /&gt;
Die innere Ordnung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
132. Hier werden die aufsteigenden Stufen des Feinstofflichen beschrieben. Jenseits der Sinne sind die Anfänge, jenseits der Anfänge ist der Geist, jenseits des Geistes ist der Intellekt, jenseits des Intellekts ist der kosmische Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133. Jenseits des kosmischen Intellekts ist das Unmanifestierte (Avyakta). Jenseits des Unmanifestierten ist der Purusha. Jenseits des Purushas ist nichts. Das ist das Ende, das ist das höchste Ziel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
134. Überlegenheit wird gewichtet nach der Feinstofflichkeit. Das Feinstoffliche ist dem Grobstofflichen überlegen. Das Feinstofflichere ist dem Feinstofflichen überlegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
135. Der Atman ist das feinstofflichste Vastu (Substanz). Er ist allem überlegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
136. Die Ursache ist feinstofflicher als die Wirkung.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
137. Die fünf Grundlagen der Materie sind den Sinnen überlegen, denn die Sinne werden durch die Grundlagen der Materie geformt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
138. Der Geist ist den Grundlagen überlegen, denn er ist feinstofflicher und wird durch die feinstofflichen Tanmatras (Sukshma Bhutas) in ihrer feinsten Prägung geformt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
139. Die fünf Elemente sind die Auswirkungen der Tanmatras.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
140. Der Geist ist der Seher (Drik), die Objekte sind das Gesehene (Drishya).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
141. Der Geist ist inwendiger als die Sinne. Deshalb ist der Geist den Objekten überlegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
142. Der Intellekt ist dem Geist überlegen, denn der Intellekt ist feinstofflicher, erhabener und inwendiger als der Geist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
143. Der Geist gibt den Gedanken an den Intellekt. Der Intellekt untersucht, entscheidet und kommt zu einer endgültigen Lösung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
144. Der Intellekt ist der Ministerpräsident des Atmans. Er handelt wie ein Oberrichter am Obersten Gerichtshof. Er steht dem Atman ganz nahe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
145. Der Geist ist nur ein Instrument. Er arbeitet durch die Intelligenz, die sich in ihm reflektiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
146. Hiranyagarbha ist der Mahat Atman. Er ist die kosmische Intelligenz. Er ist das universelle Leben. Er ist die Summe aller individuellen Seelen. Er ist der Erstgeborene des Unmanifestierten (Avyakta).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
147. Avyakta ist der Same aller Welten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
148. So wie der Baum potentiell im Samen enthalten ist, so ist die Welt potentiell in Avyakta enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
149. Die drei Gunas sind das Gleichgewicht in Avyakta.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
150. Materie, Energie und Klang sind potentiell in Avyakta enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
151. In Pralaya geht die Welt in Avyakta ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
152. Avyakta geht in Para Brahman ein wie Kette und Schuss. Es ist das Gewebe aller Potenzen von Ursache und Wirkung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
153. Der Purusha ist die Ursache aller Ursachen. Er ist Fülle. Deshalb wird er Purusha genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
154. Der Atman ist das Ende, das höchste Ziel. Hier enden Feinheit und Erhabenheit.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
155. Wer den Purusha erkennt wird nicht mehr in Samsara geboren. Er erreicht Moksha. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156. Der Atman ist in allen Wesen verborgen, nur die Seher nehmen Ihn wahr, durch ihren scharfen und feinen Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
157. Aufgrund von Avidya kann der Mensch, obwohl sein Wesen Brahman ist, die Wahrheit ‚Ich bin Brahman‘ nicht ermessen. Selbst dann nicht, wenn man sie ihn lehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
158. Doch weiß er, dass er der Sohn von dem und dem ist. Selbst wenn man ihn dieses nicht lehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159. Mula Prakriti, Pradhana, Avyakta, Avyakriti und Maya sind gleichbedeutende Begriffe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der inwendige Pfad des Yogas===&lt;br /&gt;
160. Der unwissende weltliche Mensch hält seinen Körper für Atman und wandert in Selbsttäuschung durch Samsara. Wie rätselhaft Avidya doch ist! Wie tief und unergründlich Maya doch ist! Wie fantastisch und undurchschaubar Moha doch ist!  (Avidya – Unwissenheit, Maya – Illusion, Moha – Verblendung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
161. Der Atman strahlt nicht für die, die einen unreinen, engen und groben Intellekt haben, doch Er wird erkannt von denen, die einen reinen, scharfen und feinen Intellekt haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
162. Der Intellekt wird rein und scharf erhalten, indem man über Brahman hört, reflektiert und meditiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
163. Der Weise versenkt seine Sinne in den Geist, den Geist in den Intellekt, den Intellekt in den kosmischen Intellekt und den kosmischen Intellekt in den friedvollen Atman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
164. Ziehe die Sprache und andere Werkzeuge zurück durch Versenkung (Pratyahara) und Selbstkontrolle (Dama).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
165. Verschmelze den Geist mit dem Intellekt, mit Hiranyagarbha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
166. Verschmelze Hiranyagarbha mit dem friedvollen Atman (Santa Atman), dem reinen, unbedingten Para Brahman, dem Nährboden für alles, dem Unwandelbaren, dem Selbst, dem Zeugen aller Modifikationen des Intellekts. Das ist der Prozess des Verschmelzens des Geistes mit dem Unendlichen, Laya Chintana.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
167. Praktiziere Innenschau und Selbstanalyse. Kontrolliere den niederen Geist durch den höheren. Beende alle Aktivitäten der Sinne und richte das Bewusstsein auf den Geist. Dann ziehe das Bewusstsein vom Geist zurück und richte es auf den Intellekt. Ziehe das Bewusstsein vom Intellekt zurück und richte es auf die kosmische Intelligenz. Schließlich ziehe das Bewusstsein von der kosmischen Intelligenz zurück und richte es auf das absolute Bewusstsein, auf Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
168. So wie die Schildkröte ihre Glieder einzieht, so ziehe die Sinne zurück in den Geist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
169. Der Intellekt wird Mahat Atman genannt, weil er Geist und Sinne durchdringt. Er ist ihr inneres Prinzip. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
170. Verschmelze den Intellekt mit Mahat Atman, Hiranyagarbha. Lasse deinen Intellekt klar und rein werden wie Hiranyagarbha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
171. Erhebe dich, erwache! Lerne von großen Lehrern, erkenne Atman. Der Weg führt auf einer scharfen Klinge, schwierig ist er zu gehen, sagen die Weisen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
172. Sind Sinne, Geist, Intellekt und Mahat Atman mit Para Brahman verschmolzen, erfährt man Glückseligkeit, ewigen Frieden und erlangt Moksha. Man erfährt das wahre Wissen über das Selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
173. Das Wasser der Luftspiegelung vergeht, die Schlange im Seil löst sich auf und das Blau des Himmels entweicht, sobald das wahre Wesen der Luftspiegelung, des Seiles und des Himmels erkannt ist. Ebenso verlieren sich Name, Form und Handlung, da sie auf falschem Wissen beruhen und vom Wesen her Ursache, Wirkung und Frucht sind, wenn Atman erkannt ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
174. Erhebe dich, Mensch, aus dem Morast des Samsaras, wende dich spirituellem Wissen über Atman zu. Höre auf, über weltliche Gebilde zu sinnieren.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
175. Erwache aus dem Schlummer in Unwissenheit. Beende den Schlaf, den Samen allen Leides. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
176. Suche hervorragende Lehrer, Brahma Nishtha, Brahma Srotriya Gurus, die Atman erkannt haben. Erkenne Atman so wie sie es dich lehren. Fühle ‚Ich bin Das‘, Soham.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
177. Er hat Das erkannt, das ohne Klang, ohne Berührung, ohne Gestalt, ohne Verfall, ohne Geschmack, ohne Geruch, ohne Anfang, ohne Ende, jenseits des Intellekts ist, ewig und unveränderbar. Er ist dem Rachen des Todes entkommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
178. Der Atman ist transzendent, jenseits aller Vorstellungen. Er ist jenseits von Materie. Er ist reiner Geist. Er ist reines Bewusstsein.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
179. Der Atman ist jenseits von Geist und Sprache. Jenseits von Klang, Berührung, Geschmack und Geruch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
180. Der Atman ist Glückseligkeit und Wissen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
181. Die Erde ist grob. Der Körper ist grob. Doch der Atman ist feiner als das Feine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
182. Klang, Berührung, Geschmack und Geruch existieren nicht in Atman. Deshalb kann Er nicht erlöschen, Er kann nicht steigen und nicht sinken.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
183. Etwas das vergeht ist flüchtig. Der Atman ist ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
184. Was einen Anfang hat, hat eine Wirkung und geht in die Ursache ein. Deshalb ist es nicht ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
185. Der Atman hat keine Ursache in die Er eingehen könnte. Er ist die Ursache von allem und hat keine Wirkung. Da Er keine Wirkung hat, ist Er ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
186. Vergängliche Objekte, wie Bäume, Blumen, Körper, haben einen Anfang und ein Ende. Der Atman jedoch ist ohne Anfang und ohne Ende, da Er ewig ist.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
187. Vernachlässige das nicht. Das ist deine erste Pflicht. Das ist deine höchste Pflicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
188. Da der Atman feinstofflich ist, ist der Pfad des Wissen, der zu Ihm führt, schwierig zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
189. Der Aspirant, der auf der Klinge wandelt muss vorsichtig, wachsam, bestrebt und intelligent sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
190. Es versteht sich von selbst, dass ein Guru unverzichtbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
191. Die Upanishaden sind Aufzeichnungen der intuitiven Erfahrungen großer Weiser und Seher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
192. Der Atman ist verschieden vom Intellekt, denn Er ist der stille Zeuge, das absolute Wissen und die Seele aller Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
193. Nur das Unveränderliche kann als ewig bezeichnet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
194. Wer den Atman erkannt hat ist dem Rachen des Todes entkommen. Er ist frei von den Fesseln von Geburt und Tod. Er ist frei von den drei Blockaden (Granthi) Unwissenheit, Wunsch und Handlung. Er erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Philosophie des Sehnsucht===&lt;br /&gt;
195. Das aus Sich Selbst Seiende (Brahman) schuf die nach außen gerichteten Sinne. Deshalb sieht der Mensch das externe Universum und nicht das innewohnende Selbst (Atman). Doch der Weise wendet Sinne und Augen von den äußeren Sinnesobjekten ab, sehnt sich nach Unsterblichkeit und erkennt den Atman in sich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
196. Es ist nicht möglich, Licht und Dunkelheit zur gleichen Zeit am gleichen Ort zu haben. Es ist nicht möglich, Sinnesfreuden und Glückseligkeit zur gleichen Zeit zu erlangen. Es ist nicht möglich, in Sinnesfreuden zu schwelgen und das innere Selbst zur gleichen Zeit zu erblicken. Es ist nicht möglich, den Mammon und Gott gleichzeitig anzubeten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
197. Der Unwissende läuft den externen Objekten der Begierde hinterher und gerät in den Fallstrick des Todes. Doch der Weise, das Wesen der Unsterblichkeit kennend, trachtet nicht nach den flüchtigen Objekten hier auf Erden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
198. Die zwei Hindernisse die dem Erkennen des Selbstes im Wege stehen sind die Tendenz der Sinne, externen Objekten zu verfallen und der Wunsch nach Freuden in dieser und der nächsten Welt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
199. Die Sinne suchen im Außen aufgrund von Vikshepa Sakti (Rajas).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
200. Nicht nur die Augen, alle Sinnesorgane müssen von ihren jeweiligen Objekten zurückgezogen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
201. Der Grund für Wünschen ist Unwissenheit. Wünschen entsteht aus Avidya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
202. Wenn Rajas in den Sinnen durch Sattva erdrückt wird gehen die Sinne in den Geist ein. Sie wenden sich nicht mehr nach außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
203. Der Mensch hat seine Göttlichkeit vergessen aufgrund von Unwissenheit. Sein Geist folgt den Sinnesfreuden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
204. Unwissende, die weder Verstand noch Unterscheidungskraft besitzen, rennen externen Objekten hinterher und verfangen sich so in den Maschen des Todes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
205. Der Atman steigt nicht und sinkt nicht. Er ist unveränderlich und unsterblich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
206. Die Weisen, die die Glückseligkeit des Atmas genießen, kümmern sich nicht um Sinnesfreuden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
207. Die Summe der Sinnesfreuden ist nur ein Tropfen im Vergleich zu der Glückseligkeit des Atmans. Der Atman ist der Ozean der Glückseligkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
208. Der Wunsch nach Sinnesfreuden steht dem Wissen über das Selbst entgegen. Er steht dem Erkennen des Selbstes entgegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
209. Würde jemand Zucker essen, wenn Mangos reichlich vorhanden sind?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
210. Dem Selbst, durch das wir Form, Geschmack, Geruch, Klang und Berührung erfahren, bleibt nichts verborgen. Wahrlich, Dieses ist Das (Brahman). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
211. Der Atman ist absolutes Wissen. Er ist absolutes Bewusstsein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
212. Was in dieser Welt bleibt dem Atman verborgen? Alles ist dem Atman bekannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
213. Geist und Intellekt sind unempfänglich. Sie borgen ihr Licht von Atman. So wie der Mond Licht von der Sonne borgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
214. Geist, Intellekt und Sinne erfüllen ihre Aufgaben durch das Licht des Atmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
215. Der Atman steht hinter allen Wahrnehmungen von Sinnen, Geist und Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
216. So wie Eisenspäne sich hin zum Magnet bewegt. So bewegen sich Geist, Sinne und Intellekt hin zu Atman.&lt;br /&gt;
Jenseits von Furcht und Leid &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
217. Das, wahrlich, ist der Atman, verschieden von Tugend und Untugend, Ursache und Wirkung. Er ist Vishnu, darüber hinaus ist nichts.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
218. Der Weise weiß, dass alles was er im Wachen und im Traum wahrnimmt, der allgegenwärtige Atman ist. Er leidet nicht mehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
219. Turiya (der vierte Zustand) übertrifft Wachen, Schlaf und Tiefschlaf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
220. Der Atman ist der stille Zeuge der drei Bewusstseinszustände. Er wird Turiya genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
221. Durch Atman alleine ist man sich des Träumens und Wachens bewusst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
222. Wer den ewigen Atman erkennt wird absolut furchtlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
223. Furcht erscheint nur, wenn man am Körper anhaftet, wenn man sich mit dem Körper identifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
224. Wer sich mit seinem physischen Körper identifiziert versucht, ihn zu schützen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
225. Wo immer Anhaftung herrscht, herrschen auch Furcht und Ärger. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
226. Der Atman ist Eins ohne ein Zweites und ewig, so Er erkennt ist, was will man dann vor wem schützen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
227. Der Weise sieht das Selbst überall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
228. Der Weise steht über dem Körperbewusstsein. Er wird vollkommen furchtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
229. Atman zu kennen heißt, Atman zu verwirklichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
230. Atman zu kennen heißt, Atman zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Einheit von Brahman, Mensch und Welt===&lt;br /&gt;
231. Brahman erscheint als Jiva durch den Upadhi (begrenzende Beifügung) Avidya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
232. Brahman erscheint als Hiranyagarbha durch den Upadhi Maya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
233. Die Gesamtheit aller Jivas (Samashti) ist Hiranyagarbha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
234. Der Jiva ist der mikrokosmische Aspekt Brahmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
235. Wenn der Upadhi weicht werden Hiranyagarbha und Jiva eins mit Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
236. Hiranyagarbha ist die erste Manifestation Brahmans durch Meditation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
237. Brahman, Hiranyagarbha genannt, entstand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
238. Hiranyagarbha ist kosmischer Prana oder kosmische Intelligenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
239. Alle Götter weilen in Brahman, wie die Speichen in der Nabe. Alle Götter hängen von Brahman ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
240. So wie die Welle nicht verschieden ist vom Ozean, so wie Goldschmuck nicht verschieden ist von Gold, so ist diese manifestierte Welt nicht verschieden von Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
241. Der Unterschied besteht nur im Namen. So wie das Seil als Schlange erscheint, so erscheint Brahman in Name, Gestalt und Handlung, (Nama, Rupa, Kriya) durch Avidya (Unwissen) beziehungsweise Maya (Illusion).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
242. Wer denkt: ‚Ich bin verschieden von Brahman‘, der wird wiedergeboren und stirbt. Doch wer fühlt: ‚Ich bin wahrlich das alldurchdringende, unsterbliche Satchidananda Brahman‘, der erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
243. Brahman ist die Verkörperung der ewigen Erkenntnis (Nitya Vijnanaghana Svabhava).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
244. Brahman ist frei von Eigenschaften des Samsaras (Sarva Samsara Dharma Varjitam).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
245. Die Höchste Seele ist identisch mit der individuellen Seele und mit der gesamten Schöpfung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
246. Das Fehlen von Unterscheidungsfähigkeit ist der Grund für Wiedergeburt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ästhetik und das Selbst===&lt;br /&gt;
247. Allein durch den Geist kann Brahman erkannt werden. Es gibt keinen Unterschied zwischen Geist und Brahman. Wer einen solchen sieht geht von Tod zu Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
248. Der Geist ist zweigestaltig, Suddha Manas - der reine Geist, und Asuddha Manas - der verunreinigte Geist, angefüllt mit Vasanas, Ego und Gier. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
249. Brahman kann nur erkannt werden durch einen geläuterten Geist. Dazu lese man die Schriften, lerne bei einem Lehrer, praktiziere die vier Absichten (siehe Vers 36) und meditiere stetig auf das Selbst.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
250. So man das Selbst erkannt hat verschwindet die Unwissenheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
251. Der Weise erkennt Brahman in allem, nichts anderes existiert. Die Welt ist die Manifestation Brahmans allein, sie ist in ihrem Wesen nicht verschieden von Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
252. Wer Verschiedenheit sieht,  mit von Unwissenheit verdunkelten Augen, geht von Tod zu Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
253. Daumengroß sitzt der Purusha in der Mitte des Körpers. Er ist der Herr der Vergangenheit und der Zukunft, nachdem er Ihn erkannt hat kennt der Weise keine Furcht mehr. Dieses ist Das. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
254. Der Purusha weilt im Herzen. Der Atman wird Purusha genannt, weil Er in der Stadt (Puri) des Körpers weilt und weil alles von Ihm durchdrungen ist, die ganze Welt ist Seine Fülle. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
255. Der Atman ist grenzenlos, die Größe eines Daumens ist nur ein Hilfsmittel zur Meditation für Anfänger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
256. Zu Beginn meditiert der Aspirant auf den Atman als ein im Herzen strahlendes Licht (Jyoti) in Größe eines Daumens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
257. Nachdem der furchtlose, unsterbliche Atman erkannt ist, ist die Furcht vergangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
258. Brahman ist der perfekte Purusha. Er ist die Seele, die im Herzen eines jeden Menschen weilt. Er ist der Herrscher über das Wissen. Es ist verborgen in Herz und Geist. Wer so weiß erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
259. Brahman ist eine Flamme ohne Rauch. Es ist der Herr über Vergangenheit und Zukunft. Nur Es allein ist heute und wird morgen sein. Dieses ist wahrlich Das. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
260. Brahman ist ewig, unsterblich (Kutastha) und unbewegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
261. Brahman weilt in allen Lebewesen heute, und wird es sicher auch morgen noch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
262. Der Regen fällt auf den Berg, das Wasser rinnt hinunter ins Tal, verteilt sich und verliert sich.  Der Unwissende sieht Unterschiede im Leben; denkt, verschiedene Selbste seien in verschiedenen Körpern; denkt, die Welt sei verschieden von Brahman und die einzelnen Seelen seien verschieden von anderen Seelen und von der Höchsten Seele; sieht Dinge als verschieden von der Seele; hat nicht das Substrat von allem erkannt; hat nicht die Nichtzweiheit Brahmans und Seine ewige, unsterbliche, unwandelbare Einheit erfasst. Dieser Unwissende ist gefangen im Kreislauf von Geburt und Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
263. Reines Wasser in reines Wasser gegossen wird eins mit dem reinen Wasser. Die geläuterte individuelle Seele wird eins mit der Höchsten Seele, so sie das Höchste Selbst durch Intuition erkannt hat, die Vorstellung von Unterschieden durch das Wissen über Atman überwunden hat, die Einheit von Selbst und Atman erkannt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
264. Der Aspirant sollte unerschütterliches Vertrauen in die Lehren der Srutis haben. Ohne dieses Vertrauen gibt es kein Erkennen des Selbstes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der innere Herrscher===&lt;br /&gt;
265. Die Stadt Brahmans, dessen Wissen ewig ist, hat elf Tore. Brahman verehren lässt Kummer vergehen und befreit von allen Bindungen, man wird frei. Dieses ist wahrlich Das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
266. Zwei Augen, zwei Ohren, zwei Nasenlöcher, ein Mund, das sind sieben Tore. Der Nabel und die zwei unteren Öffnungen sind zusammen zehn. Das elfte ist Brahmarandhra, die Öffnung Brahmans, die Fontanelle. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
267. So wie eine Stadt einem König gehört, er jedoch unabhängig von der Stadt ist, so gehört der Körper einem König (Atman), der unabhängig vom Körper ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
268. Wer auf Brahman meditiert und das Selbst erkannt hat, der ist frei von Kummer. Er ist frei von allen Bindungen und frei vom Kreislauf von Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
269. Der Weise ist frei von Wünschen und den Fesseln, die Karma erschafft. Er wird vollkommen furchtlos. Er nimmt keinen weiteren Körper an. Er geht in Brahman ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
270. Brahman schickt Prana nach oben und Apana nach unten. Dieses Verehrungswürdige, im Inneren weilend, verehren die Götter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
271. Fünf Prinzipien der Lebenskraft kennen wir, Prana, Apana, Vyana, Udana und Samana. Es gibt weitere fünf untergeordnete Pranas (Upapranas). Der höchste Prana, Mukhyaprana, nimmt die zehn Formen an, je nach Aufgabe eines jeden einzelnen Pranas (Vritti Bheda).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
272. Prana ist Odem. Apana hat die Funktion der Ausscheidung. Vyana lässt das Blut zirkulieren. Udana lässt die Stimme wirken. Samana hat die Funktion der Verdauung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
273. Prana ist nicht Atem. Prana ist Lebensenergie. Atem ist nur eine der vielen Manifestationen von Prana. Prana ist mit Atem verbunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
274. Geist und Sinne verehren ihren Herrn, den Atman, indem sie die ihnen zugeteilten Aufgaben erfüllen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
275. Sie stimmen ihren Herrn, den Atman, günstig, indem sie die verschiedenen Wahrnehmungen, Form, Klang, Geruch, Geschmack und Berührung, Ihm darbringen, so wie das Volk den König günstig stimmt, indem es ihm Gaben darbringt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
276. Sinne, Geist und Prana sind stets damit beschäftigt, dem Atman zu dienen und Ihn zu erfreuen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
277. Der Atman allein leitet Geist, Sinne und Prana in den ihnen zugeteilten Aufgaben an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
278. Die fünf Sinnesorgane sammeln Empfindungen aus der Außenwelt und bringen sie dem Atman dar. Das ist ihre Art der Verehrung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
279. Sobald der Atman den Körper verlässt, löst dieser sich auf. So wie ein Volk sich auflöst, wenn der König aus dem Land gejagt wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
280. Der Sterbliche lebt weder durch Prana noch durch Apana, sondern durch Das, von dem diese beiden abhängen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
281. Die wahre Grundlage des Lebens ist der Atman. Prana, Apana, Vyana, Udana und Samana können nicht die Grundlage des Lebens sein. Sie arbeiten nur zusammen zum Wohle des Atmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
282. Der Körper löst sich auf, wenn Prana und Apana ihn verlassen und sich der Atman zurückzieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
283. Ein Haus besteht zum Wohle des Besitzers, der verschieden ist vom Haus und sein Herr ist. Prana, Apana, Vyana, Udana, Samana, die Sinne und der Geist bestehen zum Wohle des Atmans, der verschieden von ihnen ist und ihr Herr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
284. Prana und Apana hängen von Atman ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
285. Sie vollziehen ihre Pflichten in Harmonie zum Wohle des Atmas, ihres Herrn. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
286. Die Stütze der Wesen, des Pranas, der Sinne und des Geistes ist der Atman. Er ist völlig unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
287. Wie Getreide vergeht der Sterbliche und wie Getreide wird er wiedergeboren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
288. Manche Jivas gehen in einen Leib ein, um einen Körper zu erhalten, anderen gehen in anorganische Substanzen ein, je nach deren Karma und Bewusstsein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
289. Der Jiva nimmt den Körper an, den sein Karma bedingt und seinem Bewusstsein entspricht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
290. Er kann Indra werden oder sogar Hiranyagarbha. Er kann alles werden in der kosmischen Hierarchie. Er kann sein letztes Leben antreten und ein Jivanmukta, ein befreiter Weiser, werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
291. Er kann ein Muni, ein Tapasvin oder ein Yogi werden, so er sehr gute spirituelle Samskaras mit sich bringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
292. Er kann auch ein Baum oder etwas Anorganisches werden, je nach seinem Karma. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
293. Brahman ist der stille Zeuge der drei Bewusstseinszustände Wachen, Traum, Tiefschlaf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
294. Der Purusha schläft nie. Selbst wenn Prana, die Sinne und der Geist schlafen, ist Er der Zeuge (Sakshi) von allem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
295. Brahman ist ewig rein und unsterblich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
296. Brahman ist die Ursache der Welt. Alle Welten hängen nur von Ihm ab. Er ist die Stütze aller Welten. In Ihm sind alle Welten enthalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
297. Im Tiefschlaf ruhst du in Brahman. Du kommst in Kontakt mit Brahman, doch da ist der Schleier der Unwissenheit. Deshalb bist du dir Brahmans nicht bewusst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
298. In Samadhi ist dieser Schleier verschwunden. Dein reines Bewusstsein ist eins mit dem absoluten Bewusstsein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
299. Während der Geist und die Sinne im Tiefschlaf ruhen erfährst du die Glückseligkeit in Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
300. Deshalb sagst du, wenn du ins Wachbewusstsein zurückkommst: ‚Ich habe gut geschlafen, ich weiß von nichts‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
301. Dieses Erinnern an die Glückseligkeit beweist, dass Brahman ist, nichtdual, glückselig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das allgegenwärtige Selbst===&lt;br /&gt;
302. Wie das eine Feuer, sobald es in der Welt erstrahlt, verschiedene Formen annimmt, je nachdem was es verbrennt, so nimmt der ewige Atman aller Lebewesen, obwohl Eines, verschiedene Gestalten an, je nachdem in was er in der Außenwelt eingeht. Und dennoch ist Er jenseits aller Gestalt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
303. Viele sprechen, um ihre Belesenheit zu zeigen oder über anderen zu stehen. Sie sprechen nicht der Wahrheit wegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
304. Ehrliche und ernstgemeinte Gespräche mit großen Seelen, um Zweifel zu beseitigen und Klarheit zu erlangen, ist wünschenswert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
305. Ernsthafte Aspiranten mögen unter sich schwierige und abwegige Probleme erörtern. Das ist sehr hilfreich für ihr Wachstum und ihr Verständnis. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
306. Das Wissen über die Einheit mit dem Atman ist auch nach Erklärungen und Wiederholungen nicht leicht zu verstehen. Deshalb erklären die Srutis die Wahrheit über Atman durch verschiedene Darstellungen, Gleichnisse und Analogien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
307. Der Atman ist stets rein und verschieden von Gestalt. Es wird nicht im Geringsten von Gestalt berührt, denn Er ist ohne Beifügungen und feinstofflich, reines Bewusstsein, Seele, Geist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
308. Wie sollte es eine Verbindung geben zwischen Materie und Geist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
309. Der Atman nimmt durch die Upadhis verschiedene Gestalten an, Geist, Sinne, Prana, Körper, Er ist jenseits von Name und Form. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
310. Der Atman ist ein Mysterium. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
311. Die Luft nimmt, nachdem sie die Welt betreten hat, verschiedene Formen an, je nachdem in welches Behältnis sie eingeht. Der Atman nimmt ebenso verschiedene Gestalten an, je nachdem in welchen Körper Er eingeht. Dennoch ist er jenseits von Name und Form. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
312. Die Sonne, das Auge des Universums, wird nicht berührt von den Defekten des physischen Auges. Der Atman, das Wesen von allem, wird nicht berührt durch das Leid der Welt, das aus Wunsch und Karma entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
313. Die Schlange überlagert das Seil, so das Licht schwach ist. Silber überlagert Perlmutt. Die Welt und der Körper überlagern den Atman durch Avidya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
314. Das Seil bleibt von der Schlange unberührt, der Atman wird nicht berührt von Überlagerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
315. Handlung, Wirkung, Frucht (Kriya, Karta, Phala) überlagern fälschlicherweise den Atman durch Unwissen. Es sind alles nur falsche Wahrnehmungen, wie die falsche Wahrnehmung einer Schlange im Seil. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
316. Der Atman handelt nicht (Akarta) und genießt nicht (Abhokta). Er ist unberührt (Asanga, Nirlipta).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
317. Brahman ist Eines. Es ist der Herrscher, der Atman aller Wesen. Es wird nicht berührt vom Leid der Welt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
318. Brahman ist der Herr über alles. Alldurchdringend, unabhängig. Nichts ist Ihm gleich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
319. Obwohl Eines, manifestiert Es sich in verschiedenen Namen und Formen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
320. Der Weise der Es schaut erfährt ewige Glückseligkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
321. Der weltliche Mensch, bar jeder Unterscheidungskraft, erfreut sich an den Objekten im Außen. Er wird nie die Glückseligkeit Atmans genießen. Der Atman wird durch seine Unwissenheit verdeckt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
322. Für den Weisen ist das Selbst das Ewige inmitten des Transzendenten, das Bewusstsein inmitten des Bewusstseins. Es, obwohl Eines, gewährt die Wünsche vieler, weilend in ihnen. Ihnen sei ewiger Frieden. Niemand anderem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
323. Der Atman ist ewig und unveränderlich. Die Welt von Name und Form ist vergänglich und veränderlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
324. Körper, Geist, Sinne und Prana, sie alle sind gemeint mit der Bezeichnung ‚Welt‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
325. Die Welt ist ein flüchtiger Schatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
326. Der Wandel setzt eine Grundlage voraus, die ewig und unveränderlich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
327. Wandel kann nur im Unwandelbaren erfolgen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
328. Die Leinwand im Kino verändert sich nicht, doch die Bilder wandeln sich ständig. Brahman repräsentiert die Leinwand, die flüchtige Welt der Namen und Formen repräsentiert die Bilder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
329. Heißes Wasser borgt seine Hitze vom Feuer, der Intellekt borgt seine Intelligenz von Atman, der Grundlage von allem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
330. Wer den in seinem Herzen weilenden Atman erkennt erfährt ewigen Frieden. Die Unwissenden leiden in Samsara.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
331. Der Weise, der Wunschlosigkeit erreicht hat, erkennt diese unbeschreibliche Glückseligkeit von Dieses ist Das.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
332. Weder Sonne, Mond, Sterne, Blitze noch Feuer strahlen. Wenn Es strahlt, strahlt alles andere auch. Durch Sein Licht strahlen sie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
333. Der Atman strahlt aus Sich Selbst heraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
334. Etwas aus sich selbst Strahlendes benötigt keine Licht für sein Erstrahlen (Nirapeksha).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
335. Wenn du sagst, der Atman erhält Sein Licht von einem Licht, dann muss dieses Licht wiederum ein Licht haben das es illuminiert. Dies führt zu Anavasthadosha, in die Unendlichkeit. Deshalb muss der Atman aus Sich Selbst heraus strahlen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Baum des Samsaras===&lt;br /&gt;
336. Wir kennen den alten Asvattha Baum, dessen Wurzeln oben und die Äste unten sind. Das ist der Baum der Schöpfung. Das ist Brahman und nur Das wird unsterblich genannt. Davon hängen die Welten ab und niemand sieht dahinter. Dieses ist wahrlich Das. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
337. Du kannst das Wesen Brahmans erkennen, die Quelle des Samsara Baumes (Maya Vriksha), so du die Wirkung erfasst, den Samsara Baum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
338. Die Welt hat ihre Wurzeln in Brahman. Aus Brahman allein gedeiht das Universum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
339. Wie ein Baum mit der Axt gefällt werden kann, so kann der Samsara Baum ebenfalls gefällt werden. Die Axt ist Nichtanhaftung, Atma Jnana oder Kenntnis über das Selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
340. Der Samsara Baum erhält seinen Lebenssaft von seiner Quelle, Para Brahman und wächst durch den Samen der Unwissenheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
341. Hiranyagarbha oder Karya Brahman ist sein Spross. Die feinstofflichen Körper aller Lebewesen sind sein Rumpf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
342. Das Universum hat sich aus Brahman entfaltet. Brahman ist ein Donnerkeil. Wer so weiß erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
343. Prana ist Brahman. Brahman ist der Ursprung der Welt. Er ist der Herr der Schöpfung. Der Mensch erlangt Unsterblichkeit durch Wissen über Brahman. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
344. Die Aussage, die Welt sei aus dem Nichts entstanden ist absurd. Sie ist aus Brahman entstanden. Sie schwingt in Brahman. Sie ruht in Brahman. Sie geht in Brahman ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
345. Brahman ist das Substrat der veränderlichen Welt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
346. Brahman ist ohne Veränderung und ohne Bewegung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
347. Schwingung kann nur in Unbewegtem entstehen. Dieses Unbewegte ist Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
348. So wie der Diener den Anordnungen des Herrn gehorcht, so gehorcht die Welt den Schöpfungsgesetzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
349. Den Schöpfungsgesetzen kann niemand entrinnen. Niemand kann sie übertreten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
350. Alles ist unter deren Kontrolle. Schöpfung, Erhaltung, Auflösung sind einem unveränderlichen, göttlichen Gesetz unterworfen, dem niemand zuwider handeln kann. Deshalb ist Brahman, handelnd als dieses Gesetz, ein Donnerkeil. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
351. Die Brahman erkennen, den Zeugen all unserer mentalen Erregungen (Vritti), den Urgrund allen Seins, den Herrn der Schöpfungsgesetze, erlangen Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
352. Aus Furcht vor Brahman brennt das Feuer, scheint die Sonne und tun Indra, Vayu und Yama ihre Pflicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
353. Wäre Brahman nicht der Herrscher der Welt, mit dem Donnerkeil in Händen, würde die Welt nicht in Harmonie und Perfektion bestehen. Ein sinnvolles Wirken der Weltenhüter (Loka Palas) wäre nicht möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erkenne das Selbst jetzt===&lt;br /&gt;
354. Wer noch in diesem Leben hier auf Erden, vor dem Tod seines Körpers, Brahman erkennt, wird von den Fesseln der Welt befreit. Dem dies nicht gelingt kommt in einem neuen Körper zurück in die Welt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
355. Deshalb sollten ernsthafte Anstrengungen unternommen werden, vor dem Verfall des Körpers, Brahman zu erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
356. So wie man im Spiegel klar sein Spiegelbild erkennt, so kann Brahman im eigenen Intellekt klar erkannt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
357. Die Wahrnehmung wird getrübt in der Welt der Ahnen. Sie waren versunken im Genuss ihre karmischen Früchte. Auch im Traum ist die Wahrnehmung getrübt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
358. Die Reflektion unseres Bildes im Wasser ist verschwommen, so ist die Wahrnehmung des Atmans in der Welt der Gandharven ebenso verschwommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
359. In Brahmaloka kann der Atman deutlich wahrgenommen werden. Er hebt Sich ab wie Licht vom Schatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
360. Schwierig ist es, Brahmaloka zu erreichen. Besonderes Karma oder Verehrung sind nötig um es zu erreichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
361. Deshalb sollte man den Atman im Intellekt erkennen, solange man noch in der Welt weilt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
362. Der Weise hat erkannt, dass die Sinne verschieden sind von Atman, ihre Aktivitäten berühren ihn nicht mehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
363. Die fünf Sinne bestehen neben ihrer Quelle, um die ihnen zugeordneten Objekte wahrzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
364. Der Atman ist rein, unbefleckt und aus Sich Selbst strahlend. Das Wesen der Sinne unterscheidet sich vom Wesen Brahmans.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
365. Die Sinne wirken während des Wachens. Sie gehen auf beim Erwachen und unter im Tiefschlaf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
366. Der Atman geht weder auf noch unter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
367. Der Atman kennt weder Anfang noch Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
368. Sprunghaft sind Sinne und Geist und können klar von Atman unterschieden werden, der klar, unveränderbar, alldurchdringend, unteilbar, ohne Anfang und ohne Ende ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
369. Der Weise leidet nicht, er hat den Unterschied zwischen Atman und Sinne erkannt, ihr auf und ab, ihr Wachen und Schlafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
370. Der Kenner des Atmans hat das Leid überwunden und ruht in Glückseligkeit.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Höchstes Bewusstsein===&lt;br /&gt;
371. Höher als die Sinne ist der Geist. Höher als der Geist ist der Intellekt. Höher als der Intellekt ist der kosmische Intellekt, höher als Avyakta, das Unmanifestierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
372. Jenseits von Avyakta ist der Purusha, der Alldurchdringende, jenseits eines Sinnbildes. Wer Ihn erkennt erlangt Befreiung und Unsterblichkeit.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
373. Die Sinne sind verschieden von Atman, Er kann von den Sinnen im Außen nicht erfasst werden, denn Er ist das Innerste aller Dinge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
374. Das Wissen über diese Abstufung ist notwendig, um Unsterblichkeit und letztendliche Befreiung zu erlangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
375. Zum Zeitpunkt von Pralaya geht die Welt in Avyakta ein. Jenseits von Avyakta ist der alldurchdringende Purusha. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
376. Das Symbol, das durch die Sinne erkannt und verstanden werden kann, wird Linga genannt. Kein Linga zu haben ist Alinga. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
377. Wer von Ihm durch den Lehrer und durch die Sastras erfahren hat und durch Intuition, der erreicht Unsterblichkeit und letztendliche Befreiung. Er ist befreit von den Knoten des Herzens, wie Wunsch, Unwissenheit und Handlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
378. Seine Gestalt kann nicht gesehen werden. Niemand sieht Ihn mit seinen physischen Augen. Er enthüllt sich dem Aspiranten durch Kontrolle des Geistes und tiefe Meditation. Die Brahman erkennen erlangen Unsterblichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
379. Der Atman kann durch das physische Auge nicht gesehen werden, denn Er ist feinstofflich, jenseits der Wahrnehmung durch Geist und Sinne. &lt;br /&gt;
Schriften und Guru&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
380. Wer durch reinen Intellekt den im Herzen Weilenden erkennt erlangt Unsterblichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
381. Wenn die fünf Sinnesorgane zusammen mit Geist und Intellekt ruhen ist der höchste Zustand erreicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
382. Der Mensch erfährt das Wissen der Welt durch die fünf Wahrnehmungsorgane. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
383. Die Sinne sammeln die Erfahrungen aus der Welt und präsentieren sie dem Atman durch Geist und Intellekt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
384. Wenn die fünf Wahrnehmungsorgane vom Außen zurückgezogen werden und in den Geist eingehen, wenn der Geist auf den Atman gerichtet ist, wenn der Intellekt zur Ruhe gekommen ist, dann ist der höchste Bewusstseinszustand erreicht.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
385. Wenn Sinne und Intellekt zur Ruhe gekommen sind, die Emotionen unter Kontrolle, dann ist der höchste Bewusstseinszustand erreicht. Das wird Yoga genannt. &lt;br /&gt;
386. Yoga ist der erhabenste Weg, denn er führt zu Moksha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
387. Die Kontrolle der Sinne nennen sie Yoga. Sei vorsichtig, denn Yoga wird erlangt und verloren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
388. Die Sinne sind zurückgezogen und der Geist ist fixiert auf Atman durch stetige Konzentration und Meditation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
389. Der Yogi sei wachsam, denn Yoga kommt und geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
390. Yoga kommt. Und geht, wenn der Geist nicht ruhig ist, wenn die Sinne nicht unter Kontrolle sind, wenn Leidenschaftslosigkeit nachlässt, wenn Unlust bei der Meditation aufkommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
391. Vollkommene Wachsamkeit ist nötig, wenn man mit der Yoga Praxis beginnt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die zwei Augen eines Sadhakas===&lt;br /&gt;
392. Der Atman kann durch Sprache nicht beschrieben, durch den Geist nicht erfasst und durch das Auge nicht erkannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
393. Weder Darlegungen noch metaphysisches Denken helfen dem Aspiranten, Brahman zu erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
394. Maharshi Vyasa und Sri Sankara lehrten durch Beweis und Logik, ihre Doktrin basiert hauptsächlich auf Sabda Pramana (Zeugnis der Veden), das so gut wie unfehlbar ist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
395. Vertraue den Worten der Srutis und den Sehern, die Atman durch Intuition erkannt haben und versichert, dass Atman ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
396. Sabda Pramana, die Srutis, Apta Vakya, die Worte der Seher, sind von äußerster Wichtigkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
397. So du Atman erkennen willst habe Vertrauen in die Worte des Gurus, der das Selbst erkannt hat, und folge seinen Anweisungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
398. Der Atman muss von einem Guru erkannt worden sein, der weiß, dass Atman ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
399. Wenn der Atman durch die Sinne nicht wahrgenommen werden kann, wie kann Er dann wahrgenommen werden? Nur durch die Belehrungen eines Gurus, der weiß dass Er ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
400. Ihr müsst wissen, dass Es ist und was Es ist. Wer so weiß erkennt Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
401. Dem, der auf Brahman meditiert und sich mit den vier Absichten (siehe Vers 36) ausstattet, dem enthüllt Sich Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Entsagung: die Voraussetzungen===&lt;br /&gt;
402. Wenn Wunschlosigkeit erlangt ist, erlangt der Sterbliche Unsterblichkeit und erkennt Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
403. Die Voraussetzung für Unsterblichkeit ist Entsagung aller Wünsche und Anhaftungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
404. Die weltlichen Wünsche werden nur überwunden, wenn die Fesseln der Unwissenheit zerschnitten sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
405. Der Geist ist der Sitz des Wunsches. In Atman ist kein Wunsch, Er ist rein und makellos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
406. Wünschen ist die Ursache für Leid und Bindung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
407. Wenn durch Erkenntnis des Selbstes Wunschlosigkeit erlangt ist erlangt der Sterbliche Unsterblichkeit. Er wird Brahman noch während er in diesem Körper weilt. Er ist von den Fesseln des Karmas befreit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
408. Wenn alle Knoten des Herzen hier auf Erden gelöst werden erlangt der Sterbliche Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
409. Unwissen, Wunsch und Handlung sind die drei großen Knoten. Egoismus, Hass, Lust, Eifersucht und Stolz, entstanden aus Unwissenheit, sind kleine Knoten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
410. Weitere Knoten sind die Vorstellungen ‚Ich bin dieser Körper‘, ‚Das ist mein Besitz‘, ‚Ich bin ein Brahmane‘, ‚Ich bin ein Minister‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
411. Sie werden vernichtet durch die Erkenntnis der Einheit mit Brahman ‚Ich bin Brahman‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wissen über die Nadis===&lt;br /&gt;
412. Einhundertein Nervenkanäle (Nadis) sind bekannt. Einer von ihnen, Sushumna, durchdringt die Krone des Kopfes. Seine Energie nach oben führend zum Zeitpunkt des Todes lässt Unsterblichkeit erlangen. Die anderen Nervenkanäle haben andere Wirkungen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
413. Der Jivanmukta, der das Selbst erkannt hat, geht nirgendwohin. Seine Pranas gehen nirgendwohin. Brahman seiend erreicht er Brahman. Er erlangt Kaivalya Mukti.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
414. Wer Kaivalya-Mukti nicht erlangt hat, wer das höchste Brahman nicht erkannt hat, jedoch das niedere Brahman (Saguna Brahman) verehrt hat, geht durch den Sushumna Nadi zur Sonne und dann durch weitere Bereiche nach Brahmaloka wo er bis zum Ende des Schöpfungszyklus‘ weilt. In Brahmaloka genießt er  unvergleichliche Freuden. Wenn der Zyklus endet geht er mit Brahma in Brahman ein. Das ist Krama Mukti (allmähliche Befreiung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
415. Die anderen Nadis haben verschiedene Auswirkungen. Sie führen zum Zeitpunkt des Todes auf verschiedene Wege. Wenn die Seele durch diese Nerven geht, wird sie wieder in Samsara geboren. Sie nimmt einen ihrem Karma entsprechenden Körper an.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
416. Der Sushumna Nadi wird auch Brahma Nadi genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
417. Der daumengroße Purusha, das innere Selbst, weilt im Herzen aller Wesen. Man muss Ihn mit Stetigkeit herausziehen aus dem Körper, so wie man einen Halm aus der Erde herauszieht. Man sollte Ihn als rein und unsterblich erkennen. &lt;br /&gt;
418. Du musst die Essenz, das heißt den Atman, aus den fünf Kosas (Hüllen) herausziehen, geduldig und mutig durch Vichara (Unterscheidung) und Meditation. Du musst den Atman vom Körper trennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
419. Als Nachiketas das ihn durch Yama Gelehrte verinnerlicht hatte, erreichte er Brahman, wurde frei von allen Unreinheiten und vom Tod. So wird es allen ergehen, die das Wesen Brahmans erkannt haben.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/DasGehimnisKathopanishad/Kathopanishad.htm Das Geheimnis der Katha Upanishad, Artikel von Swami Krishnananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/DasGehimnisKathopanishad/Kathopanishad_4.htm Das Geheimnis der Katha Upanishad, Vortrag Nr. 5, Artikel von Swami Krishnananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/de/artikel/krishnananda/kathaupanishad_kapitel5.html Das Geheimnis der Katha Upanishad, Vortrag Nr. 4, Artikel von Swami Krishnananda]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
{{dnf}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Katha_Upanishad&amp;diff=111889</id>
		<title>Katha Upanishad</title>
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		<updated>2014-05-20T12:35:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: /* Die Erhabenheit von Brahma Vidya */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Katha Upanishad&#039;&#039;&#039; ([[Sanskrit]]: katha-upanishad &#039;&#039;f.&#039;&#039;), auch &#039;&#039;&#039;Kathopanishad&#039;&#039;&#039;, ist der Name einer berühmten [[Upanishad]], welche die Belehrungen des Totengottes [[Yama]] an [[Naciketas]] enthält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kernaussagen der Katha Upanishad==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Von Swami Sivananada&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Om]]. Möge [[Das]] uns ([[Lehrer]] und [[Schüler]]) beschützen. Möge Das uns zur [[Glückseligkeit]] ([[Mukti]]) führen. Mögen wir beide fähig sein, die wahre [[Bedeutung]] der [[Schrift]]en zu erfassen. Möge unser [[Lernen]] erfolgreich sein. Mögen wir nie in [[Streit]] geraten. &lt;br /&gt;
Om Frieden! Frieden!! Frieden!!!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. [[Intuition]] ([[Aparokshanubhuti]]) ist die [[Quelle]] des [[Wissen]]s über [[Atman]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Der Atman ist schwer zu erfassen. Er ist [[feinstofflich]]. Er kann nicht durch Schlussfolgerungen erfasst werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Ein selbstverwirklichter [[Guru]] allein kann den [[Aspirant]]en auf dem [[spirituell]]en [[Weg]] führen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Angenehme vs. das Gute===&lt;br /&gt;
4. Das eine ist gut, während das andere angenehm ist. Gesegnet ist der, der sich für das [[Gute]] ([[Shreyas]]) allein entscheidet. Wer das Angenehme ([[Preyas]]) wählt, verliert letztendlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Sreyas ist das Gute, das Höchste [[Selbst]], das [[Wissen]], das zu [[Moksha]] (Befreiung) führt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Preyas ist das Angenehme, die [[Sinnesfreude]]n. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Die verkörperte [[Seele]] ist in ihrer [[Essenz]] identisch mit [[Brahman]]. Aufgrund von [[Unwissenheit]] und [[Illusion]] sind wir an [[Handlung]] gebunden und versuchen, [[Befreiung]] zu erlangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Wer den [[Pfad]] der [[Wahrhaftigkeit]] beschreitet und sich dem Guten verschreibt, erreicht [[Glückseligkeit]] und [[Unsterblichkeit]]. Wer den Sinnesfreuden frönt, verfehlt das [[Ziel]] des [[Leben]]s. Er versinkt in [[Sorge]] und [[Leid]] und ist gefangen im [[Rad]] von [[Geburt]] und [[Tod]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. [[Shreya Marga]] ist der Pfad des Wissens. [[Preya Marga]] ist der Pfad des Nichtwissens. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. Du musst die Sinnesfreuden überwinden, so du Glückseligkeit in [[Atman]] erlangen willst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Das Gute und das Angenehme haben den [[Mensch]]en fest im Griff. Der [[Weise]] untersucht und unterscheidet zwischen beiden, er wählt das Gute. Der Unwissende wählt das Angenehme, seinem [[Körper]] zuliebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Der Pfad des Wissens und der Pfad des Angenehmen stehen dem Menschen offen, er kann den Pfad wählen, der im zusagt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. So wie der [[Schwan]] [[Milch]] von [[Wasser]] trennt und nur die Milch trinkt, so trennt der Weise Gut von Böse und folgt dem Guten allein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. Der Weise weiß, dass Shreyo Marga zu Unsterblichkeit, [[Freiheit]] und Glückseligkeit führt, Preyo Marga dagegen zu vergänglichen sinnlichen [[Freude]]n und zu [[Bindung]]. Deshalb bevorzugt er Sreyo Marga. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15. Den Unwissenden fehlt das [[Unterscheidungsvermögen]] zwischen dem Guten und dem Angenehmen. Sie haben keine [[Vorstellung]] vom Ziel, vom Erreichen des Zieles und von den [[Frucht|Früchten]]. Sie wählen das Angenehme, um gierig ihren Körper zu mästen und geben sich den Sinnesfreuden hin.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16. Die beiden Wege liegen weit auseinander und führen zu unterschiedlichen [[Resultat]]en. Sie sind wie [[Licht]] und [[Dunkelheit]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
17. [[Avidya]] ist der Weg des Angenehmen. Er führt zu Leid und Bindung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18. [[Vidya]] ist der Weg des Guten. Er führt zu Freiheit und Befreiung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zeichen der Täuschung===&lt;br /&gt;
19. Die Unwissenden leben in [[Dunkelheit]], sehen sich jedoch als weise und gebildet. In [[Illusion]] gehen sie verschlungene [[Weg]]e, wie Blinde, die von Blinden geführt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20. Die in [[Samsara]] leben, leben in [[Unwissenheit]] und Dunkelheit. Sie haben weder Verstehen noch [[Unterscheidungskraft]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
21. Sie sind an Tausende von Seilen der Erwartung gebunden. Sie sind in Tausende von Schlingen in Form von [[Anhaftung]] an [[Kind]]er, [[Ehe]], [[Wohlstand]], [[Besitz]] und vieles mehr verwickelt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22. Unwissend sind sie, doch sehen sie sich als intelligent und belesen in den [[Shastra]]s. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23. Sie werden [[Befreiung]] nicht erlangen. Sie sind immer wieder an das [[Rad]] von [[Geburt]] und [[Tod]] gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24. Sie gehen im [[Leid]] von Samsara durch Geburt, [[Alter]], [[Krankheit]], [[Sorge]], Leid und Tod unter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25. So wie der Blinde, der von einem Blinden auf steiniger Straße geführt wird, leidet, so leiden die Unwissenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
26. Der [[Weg]] in die [[Zukunft]] ist dem Unwissenden nicht klar. Er verfällt der Illusion des Wohlstandes. Das ist die [[Welt]], es gibt keine andere, so denkt er. So fällt er wieder und wieder in das Netz von Geburt und Tod.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
27. Wohlstand ist das Gift der Welt. Er schafft [[Stolz]] und [[Eitelkeit]]. Er schafft einen wirren [[Geist]] und vernebelt den [[Verstand]]. Er verschleiert den [[Intellekt]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28. Die Notwendigkeit, [[Befreiung]] zu erlangen, ist dem Leichtsinnigen kein [[Bedürfnis]]. Er ist in Gedanken an Kinder, Ehe und Wohlstand eingehüllt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
29. Die Sinnesfreuden sind das [[Ziel]] des weltlichen [[Mensch]]en. [[Geld]] ist sein Ziel. Essen, Trinken, [[Spaß]] sind seine höchste [[Philosophie]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
30. Viele sind nicht in der Lage auf den [[Atman]] zu hören. Auch wenn sie von Atman hören, können sie die [[Wort]]e nicht erfassen, da ihr Geist nicht klar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Erhabenheit von Brahma Vidya===&lt;br /&gt;
31. Unübertrefflich ist es, sein [[Selbst]] ausdrücken zu können. Unübertrefflich ist es, sein Selbst zu erfassen, gelehrt von einem fähigen [[Lehrer]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
32. [[Brahma Vidya]] ist die vollkommene [[Wissenschaft]]. Sie ist die Wissenschaft der Wissenschaften. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
33. Welche ist diese höchste [[spirituell]]e Wissenschaft, die, so wir sie kennen, uns alle anderen Wissenschaften kennen lässt. Es ist [[Para]] [[Vidya]] oder Brahma Vidya, das Erkennen des unsterblichen [[Atman]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
34. Unübertrefflich muss der Lehrer sein, der Brahma Vidya lehrt. Unübertrefflich muss auch der [[Schüler]] sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
35. Brahma [[Jnani]]s und befähigte [[Aspirant]]en sind sehr, sehr rar in der [[Welt]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
36. Wer mit den vier [[Absicht]]en - [[Viveka]] (Unterscheidungskraft), [[Vairagya]] (Leidenschaftslosigkeit), [[Shat Sampat]] (sechsfache Tugenden), [[Mumukshutva]] (Sehnsucht nach Befreiung) - ausgestattet ist, der ist für den [[Weg]] des [[Jnana Yoga]] befähigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
37. Von Tausenden, die von Atman hören, die [[Gott]] suchen, erkennt einer Atman. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
38. Der Atman kann nicht leicht erkannt werden, wenn Er von einem Unerfahrenen, der selbst Atman nicht erkannt hat, gelehrt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
39. Der Atman kann nicht durch Behauptung und Beweisführung erkannt werden, denn Er ist transzendent, jenseits von [[Verstand]] und [[Intellekt]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
40. Der Intellekt ist ein vergängliches Instrument, bedingt durch [[Zeit]], [[Raum]] und [[Ursache]]. Nur durch Behauptung kommen wir zu keiner endgültigen [[Entscheidung]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
41. Ein [[Mensch]] mit niederem Intellekt wird von einem Menschen mit hohem Intellekt besiegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
42. Argumentieren ist nur ein Jonglieren mit [[Wort]]en. Es ist intellektuelle [[Gymnastik]] und sprachliche Kriegsführung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
43. Wer sein [[Leben]] nur mit Argumentieren verbringt, ist im dichten [[Dschungel]] von Dunkelheit und Nichtwissen gefangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
44. Höre auf zu argumentieren und werde still, wende dich nach Innen und meditiere.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
45. Der Atman ist nur durch stille [[Meditation]] zu erfahren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
46. [[Brahma]] [[Jnana]] kann nicht durch Behauptung und Beweisführung erlangt werden. Man muss das [[Brahman]]-[[Bewusstsein]] durch [[spirituell]]e [[Erfahrung]] erlangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
47. Es ist leicht, Brahman zu verstehen und zu erkennen, wenn von einem verwirklichten Lehrer gelehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
48. Das [[Ewige]] kann nicht durch Vergängliches erkannt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
49. Das Ewige ist unveränderlich, es kann nicht durch Veränderliches erkannt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
50. Selbst [[Hiranyagarbha]] ist nichts im Vergleich zu [[Para Brahman]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
51. Der Atman ist [[feinstofflich]] und innewohnend. Er liegt in der [[Höhle]] des [[Herz]]ens verborgen. Deshalb ist er schwer zu erkennen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
52. Der [[Weise]] zieht seine [[Sinn]]e von den Objekten im Außen zurück, erkennt den Atman durch Meditation auf das Selbst und ist frei von [[Freude]] und [[Leid]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
53. Der Atman ist jenseits von Freude und Leid. Er ist [[Glückseligkeit]]. Er ist [[Satchidananda]] [[Svarupa]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
54. [[Glück]] und Leid, Freude und [[Kummer]] sind nur Modifikationen des [[Geist]]es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Upanishaden Sadhana===&lt;br /&gt;
55. Der Weise meditieret auf den Atman, erkennt Ihn, den Unsichtbaren, den Unergründlichen, den in der Höhle des Herzens Verborgenen, den in der Hölle Weilenden, den in der Intelligenz Erscheinenden und ist frei von Freude und Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
56. Der Aspirant hört alles über den Atman von seinem befähigten Lehrer und erfasst Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
57. Dann trennt er den Atman von Körper und Geist durch Unterscheiden zwischen Wirklich und Nichtwirklich, meditiert auf den Atman und erkennt Ihn durch seine Intuition. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
58. Diese Welt wird von Dharma getragen. Brahman ist das Zentrum des Dharmas. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
59. Warum führt ein Mensch ein rechtschaffenes Leben? Weil er nur durch das Erkennen von Brahman wirklich genießen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
60. Das Prinzip (Svarupa) von Brahman ist Glückseligkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
61. Sinnesfreuden sind nur flüchtige Eindrücke, angeregt durch Reizung der Neven. Es sind nur Reaktionen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
62. Brahman ist Fülle, Einheit, Ewigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
63. Brahman ist anders als Tugend und Laster, anders als Ursache und Wirkung, anders als Vergangenheit und Zukunft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
64. Tugend und Laster, Vergangenheit und Zukunft sind nur mentale Schöpfungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
65. Zeit ist nur ein Wert des Geistes, ebenso nur eine mentale Schöpfung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
66. In Isvara besteht gleichzeitige Wahrnehmung. Alles ist nur. Alles ist nur jetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
67. Brahman ist Ewigkeit. Es ist jenseits von Zeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
68. Das Ziel, das die Veden verkünden und für das der Aspirant in Brahmacharya lebt, dieses Ziel ist OM.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
69. Buße und Brahmacharya führen zum Erkennen von Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Pranava===&lt;br /&gt;
70. OM ist auch unter den Namen Pranava, Ekakshara und Omkara bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
71. OM ist ein Symbol (Pratika) für Brahman. Es ist Klang (Sabda Brahman).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
72. OM ist der Urklang, die erste Manifestation Brahmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
73. OM ist das geeignetste Symbol für Brahman. Es besteht aus drei Buchstaben - A, U, M.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
74. Klang, Wort und Name sind untrennbar verbunden mit dem Gedanken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
75. OM ist wahrlich Brahman. OM ist wahrlich das Höchste. Der OM kennt erlangt alles was er wünscht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
76. OM ist Brahman Selbst. OM und Brahman sind untrennbar miteinander verbunden. Über OM sollte wie über Brahman Selbst meditiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
77. OM ist ein Symbol, sowohl für Saguna als auch für Nirguna Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
78. Wer auf OM mit Saguna (gestalthaft) Bhava meditiert, der wird Saguna Brahman erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
79. Wer auf OM mit Nirguna (gestaltlos) Bhava meditiert, der wird Nirguna Brahman erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
80. Das manifestierte Brahman sollte erreicht werden. Das unmanifestierte Brahman sollte erkannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
81. OM ist die beste Hilfe. Es ist das beste Mittel, um das Manifeste (Saguna Brahman) oder das Höchste (Nirguna Brahman) zu erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
82. Wer auf Brahman meditiert wird eins mit Brahman und wird geeignet, wie Brahman verehrt zu werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
83. Der Kenner Brahmans wird Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
84. OM ist die wertvollste Hilfe. Wer diese Hilfe kennt wird in dieser Welt als Brahman verehrt. Er wird wie Brahman verehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Wesen des Höchsten Selbst===&lt;br /&gt;
85. Der Atman ist ohne Geburt und ohne Tod. Er entstand nicht aus etwas. Er ist ewig. Er stirbt nicht, wenn der Körper stirbt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
86. Brahman wurde nicht hergestellt wie ein Topf aus Lehm. Er ist frei von Bedingung. Er ist frei von Modifikationen wie sie Dingen eigen sind, die eine Form besitzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
87. Brahman ist unvergänglich und unveränderlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
88. Brahman ist frei von Veränderung und Entwicklung, Es ist unvergänglich und unveränderlich. Es ist archaisch (Purana).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
89. So wie die Luft im Topf nicht davon berührt wird, wenn der Topf zerbricht so, ist der Atman nicht davon berührt, wenn der Körper stirbt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
90. Der Atman ist feinstofflich, kein Schwert kann Ihn töten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
91. Unwissende glauben, der Körper sei Atman und identifizieren die Seele mit dem Körper. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
92. Wenn der Mörder denkt: ‚Ich töte‘, dabei den Körper für die Seele haltend, und wenn der Ermordete denkt: ‚Ich wurde getötet‘, dann kennen beide den Atman nicht. Beide sind unwissend. Die Seele tötet nicht und kann nicht getötet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
93. Der Atman, feiner als fein, größer als groß, weilend im Herzen eines jeden Wesens. Wer wunschlos ist, ruhig im Geist, die Sinne zurückgezogen hat, der behält die Würde des Selbstes und wird frei von Kummer und Leid.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
94. Die Seele einer Ameise ist dieselbe wie die eines Elefanten. Nur ein Bewusstsein weilt in allen Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
95. Die Essenz aller Wesen ist der Atman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
96. Der Atman wird von der Welt überlagert, so wie das Seil von der Schlange überlagert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
97. Für sich allein hat die Welt keine eigene Existenz, alles ist Atman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
98. Der Atman ist weit, Er ist überall, denn Er ist alldurchdringend und ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
99. Der Atman frohlockt und frohlockt nicht. Er genießt die Welt in ihren Begrenzungen. Er ist der stille Zeuge in seinem reinsten Wesen, und so frohlockt Er nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
100. Befähigte Aspiranten, ausgestattet mit einem feinen, scharfen und reinen Intellekt, lernbegierig und mit den vier Absichten (siehe Vers 36) vertraut, können den Atman erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
101. Der Weise, der den Atman als körperlos erkannt, nur im vergänglichen Körper weilend, erhaben und alldurchdringend, kennt kein Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
102. Der Atman ist körperlos im Körper weilend. Er ist unveränderlich inmitten Veränderlichem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
103. Die Weisen, die das Selbst erfahren haben und den Atman erkannt durch direkte intuitive Wahrnehmung (Aparokshanubhuti), kennen kein Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wer erreicht Atma Jnana===&lt;br /&gt;
104. Der Atman kann nicht erkannt werden durch das Studium der Veden, durch Intelligenz oder Hören. Der, den das Selbst erwählt, der kann das Selbst erkennen. Dem enthüllt der Atman Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
105. Den Atman kann nur der erkennen, der wunschlos ist und nach Wissen strebt. Dem enthüllt der Atman Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
106. Das Selbst dessen, der nach Wissen strebt, enthüllt sich ihm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
107. Nur der Aspirant, der Atman sucht erkennt Atman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
108. Der Atman wird nur von dem erkannt, den Gott erwählt, dem Gott Seine Gnade gewährt, den Er liebt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
109. Wer nicht von Untugenden ablässt, wer seine Sinne nicht unter Kontrolle hat, wessen Geist nicht einpünktig und geläutert ist, der kann Atman nicht erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metaphysik des Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
110. Da sind zwei, Paramatman (die höchste Seele) und Jivatman (die verkörperte Seele). Paramatman ist das Licht, Jivatman ist der Schatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
111. Paramatman kennt weder Handlung noch Früchte daraus. Er ist stets der stille Zeuge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
112. Das gegenüberliegende Ufer von Samsara ist Moksha (Befreiung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
113. Der Körper ist der Wagen, der Atman ist der Herr des Wagens, der Intellekt ist der Wagenlenker, der Geist ist die Zügel, die Sinne sind die Pferde, die Objekte sind die Straße. Der Atman, vereint mit Sinnen und Geist, ist der Genießer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
114. Der reine Atman ist tatenlos (Nishkriya). Er ist untätig (Akarta).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
115. Der Atman erscheint als der Genießer, so Er sich mit dem Geist, den Sinnen und dem Körper durch Avidya verbindet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
116. Der Geist agiert und genießt durch Sinne und Körper. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
117. Die Eigenschaften von Geist, Sinnen, Prana und Körper werden auf den Atman übertragen und die Attribute des Atmans werden auf Geist, Sinne, Prana und Körper übertragen. Dies wird wechselseitige Übertragung (Anyonya Adhyasa) genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
118. Durch diese Übertragung erscheint der empfindungslose Geist intelligent zu sein und der unreine und empfindungslose Körper wird für den reinen und empfindungsfähigen Atman gehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
119. Der reine Atman nimmt die Erscheinung des Jivas an und aufgrund der durch Avidya ausgelösten Übertragung verfällt Er in das Leid von Samsara - Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
120. Die Essenz des Jivas ist Satchidananda Svarupa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121. Wenn Avidya durch das Erkennen des Selbstes überwunden ist, wird man eins mit Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wichtigkeit von Selbstkontrolle===&lt;br /&gt;
122. Wer keine Unterscheidungskraft besitzt und seinen Geist nicht unter Kontrolle hat, dessen Sinne sind derart unkontrollierbar wie wilde Pferde durch den Kutscher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
123. Wer nicht ausgestattet ist mit Unterscheidungskraft zwischen Wirklich und Nichtwirklich, wer nicht fähig ist, zu unterscheiden was zu tun ist und was nicht zu tun ist, wer seinen Geist nicht unter Kontrolle hat, der ist ein unfähiger Fahrer seines Körpers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
124. Wer Wissen besitzt, Geist und Sinne stetig unter Kontrolle hält, dessen Pferde sind gezähmt durch den Kutscher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
125. So wie ein guter Kutscher seine Pferde durch die Zügel kontrolliert, so kontrolliert der gute Fahrer diese Körper-Kutsche durch Verstehen, Unterscheidungskraft und Willen.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
126. Die Sinne werden kontrolliert durch den kontrollierten Geist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127. Kontrolle der Sinne ist ein indirektes Mittel um das Ziel, Moksha, zu erlangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
128. Wer keine Unterscheidungskraft besitzt, wer seinen Geist nicht unter Kontrolle hat, wer nicht geläutert ist, der kann das Ziel nicht erreichen, er gerät immer wieder in den Kreislauf von Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
129. Wer versteht, wer seinen geläuterten Geist stets unter Kontrolle hat, der erreicht das Ziel und wird nicht mehr geboren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
130. Wer als Fahrer eine scharfsinnige Intelligenz und als Zügel einen gut kontrollierten Geist besitzt, der erreicht am Ende seiner Reise das Reich Vishnus.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
131. Der kluge Kutscher lenkt die Pferde durch die Zügel und fährt die Kutsche sicher ans Ziel, das Ende der Reise. Ebenso erreicht der Jiva sein Ziel, das Reich Vishnus, auf der Straße des Samsaras, wenn er durch Unterscheidungskraft Geist und Sinne lenkt.&lt;br /&gt;
Die innere Ordnung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
132. Hier werden die aufsteigenden Stufen des Feinstofflichen beschrieben. Jenseits der Sinne sind die Anfänge, jenseits der Anfänge ist der Geist, jenseits des Geistes ist der Intellekt, jenseits des Intellekts ist der kosmische Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133. Jenseits des kosmischen Intellekts ist das Unmanifestierte (Avyakta). Jenseits des Unmanifestierten ist der Purusha. Jenseits des Purushas ist nichts. Das ist das Ende, das ist das höchste Ziel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
134. Überlegenheit wird gewichtet nach der Feinstofflichkeit. Das Feinstoffliche ist dem Grobstofflichen überlegen. Das Feinstofflichere ist dem Feinstofflichen überlegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
135. Der Atman ist das feinstofflichste Vastu (Substanz). Er ist allem überlegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
136. Die Ursache ist feinstofflicher als die Wirkung.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
137. Die fünf Grundlagen der Materie sind den Sinnen überlegen, denn die Sinne werden durch die Grundlagen der Materie geformt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
138. Der Geist ist den Grundlagen überlegen, denn er ist feinstofflicher und wird durch die feinstofflichen Tanmatras (Sukshma Bhutas) in ihrer feinsten Prägung geformt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
139. Die fünf Elemente sind die Auswirkungen der Tanmatras.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
140. Der Geist ist der Seher (Drik), die Objekte sind das Gesehene (Drishya).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
141. Der Geist ist inwendiger als die Sinne. Deshalb ist der Geist den Objekten überlegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
142. Der Intellekt ist dem Geist überlegen, denn der Intellekt ist feinstofflicher, erhabener und inwendiger als der Geist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
143. Der Geist gibt den Gedanken an den Intellekt. Der Intellekt untersucht, entscheidet und kommt zu einer endgültigen Lösung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
144. Der Intellekt ist der Ministerpräsident des Atmans. Er handelt wie ein Oberrichter am Obersten Gerichtshof. Er steht dem Atman ganz nahe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
145. Der Geist ist nur ein Instrument. Er arbeitet durch die Intelligenz, die sich in ihm reflektiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
146. Hiranyagarbha ist der Mahat Atman. Er ist die kosmische Intelligenz. Er ist das universelle Leben. Er ist die Summe aller individuellen Seelen. Er ist der Erstgeborene des Unmanifestierten (Avyakta).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
147. Avyakta ist der Same aller Welten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
148. So wie der Baum potentiell im Samen enthalten ist, so ist die Welt potentiell in Avyakta enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
149. Die drei Gunas sind das Gleichgewicht in Avyakta.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
150. Materie, Energie und Klang sind potentiell in Avyakta enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
151. In Pralaya geht die Welt in Avyakta ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
152. Avyakta geht in Para Brahman ein wie Kette und Schuss. Es ist das Gewebe aller Potenzen von Ursache und Wirkung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
153. Der Purusha ist die Ursache aller Ursachen. Er ist Fülle. Deshalb wird er Purusha genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
154. Der Atman ist das Ende, das höchste Ziel. Hier enden Feinheit und Erhabenheit.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
155. Wer den Purusha erkennt wird nicht mehr in Samsara geboren. Er erreicht Moksha. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156. Der Atman ist in allen Wesen verborgen, nur die Seher nehmen Ihn wahr, durch ihren scharfen und feinen Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
157. Aufgrund von Avidya kann der Mensch, obwohl sein Wesen Brahman ist, die Wahrheit ‚Ich bin Brahman‘ nicht ermessen. Selbst dann nicht, wenn man sie ihn lehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
158. Doch weiß er, dass er der Sohn von dem und dem ist. Selbst wenn man ihn dieses nicht lehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159. Mula Prakriti, Pradhana, Avyakta, Avyakriti und Maya sind gleichbedeutende Begriffe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der inwendige Pfad des Yogas===&lt;br /&gt;
160. Der unwissende weltliche Mensch hält seinen Körper für Atman und wandert in Selbsttäuschung durch Samsara. Wie rätselhaft Avidya doch ist! Wie tief und unergründlich Maya doch ist! Wie fantastisch und undurchschaubar Moha doch ist!  (Avidya – Unwissenheit, Maya – Illusion, Moha – Verblendung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
161. Der Atman strahlt nicht für die, die einen unreinen, engen und groben Intellekt haben, doch Er wird erkannt von denen, die einen reinen, scharfen und feinen Intellekt haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
162. Der Intellekt wird rein und scharf erhalten, indem man über Brahman hört, reflektiert und meditiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
163. Der Weise versenkt seine Sinne in den Geist, den Geist in den Intellekt, den Intellekt in den kosmischen Intellekt und den kosmischen Intellekt in den friedvollen Atman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
164. Ziehe die Sprache und andere Werkzeuge zurück durch Versenkung (Pratyahara) und Selbstkontrolle (Dama).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
165. Verschmelze den Geist mit dem Intellekt, mit Hiranyagarbha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
166. Verschmelze Hiranyagarbha mit dem friedvollen Atman (Santa Atman), dem reinen, unbedingten Para Brahman, dem Nährboden für alles, dem Unwandelbaren, dem Selbst, dem Zeugen aller Modifikationen des Intellekts. Das ist der Prozess des Verschmelzens des Geistes mit dem Unendlichen, Laya Chintana.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
167. Praktiziere Innenschau und Selbstanalyse. Kontrolliere den niederen Geist durch den höheren. Beende alle Aktivitäten der Sinne und richte das Bewusstsein auf den Geist. Dann ziehe das Bewusstsein vom Geist zurück und richte es auf den Intellekt. Ziehe das Bewusstsein vom Intellekt zurück und richte es auf die kosmische Intelligenz. Schließlich ziehe das Bewusstsein von der kosmischen Intelligenz zurück und richte es auf das absolute Bewusstsein, auf Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
168. So wie die Schildkröte ihre Glieder einzieht, so ziehe die Sinne zurück in den Geist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
169. Der Intellekt wird Mahat Atman genannt, weil er Geist und Sinne durchdringt. Er ist ihr inneres Prinzip. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
170. Verschmelze den Intellekt mit Mahat Atman, Hiranyagarbha. Lasse deinen Intellekt klar und rein werden wie Hiranyagarbha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
171. Erhebe dich, erwache! Lerne von großen Lehrern, erkenne Atman. Der Weg führt auf einer scharfen Klinge, schwierig ist er zu gehen, sagen die Weisen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
172. Sind Sinne, Geist, Intellekt und Mahat Atman mit Para Brahman verschmolzen, erfährt man Glückseligkeit, ewigen Frieden und erlangt Moksha. Man erfährt das wahre Wissen über das Selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
173. Das Wasser der Luftspiegelung vergeht, die Schlange im Seil löst sich auf und das Blau des Himmels entweicht, sobald das wahre Wesen der Luftspiegelung, des Seiles und des Himmels erkannt ist. Ebenso verlieren sich Name, Form und Handlung, da sie auf falschem Wissen beruhen und vom Wesen her Ursache, Wirkung und Frucht sind, wenn Atman erkannt ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
174. Erhebe dich, Mensch, aus dem Morast des Samsaras, wende dich spirituellem Wissen über Atman zu. Höre auf, über weltliche Gebilde zu sinnieren.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
175. Erwache aus dem Schlummer in Unwissenheit. Beende den Schlaf, den Samen allen Leides. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
176. Suche hervorragende Lehrer, Brahma Nishtha, Brahma Srotriya Gurus, die Atman erkannt haben. Erkenne Atman so wie sie es dich lehren. Fühle ‚Ich bin Das‘, Soham.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
177. Er hat Das erkannt, das ohne Klang, ohne Berührung, ohne Gestalt, ohne Verfall, ohne Geschmack, ohne Geruch, ohne Anfang, ohne Ende, jenseits des Intellekts ist, ewig und unveränderbar. Er ist dem Rachen des Todes entkommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
178. Der Atman ist transzendent, jenseits aller Vorstellungen. Er ist jenseits von Materie. Er ist reiner Geist. Er ist reines Bewusstsein.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
179. Der Atman ist jenseits von Geist und Sprache. Jenseits von Klang, Berührung, Geschmack und Geruch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
180. Der Atman ist Glückseligkeit und Wissen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
181. Die Erde ist grob. Der Körper ist grob. Doch der Atman ist feiner als das Feine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
182. Klang, Berührung, Geschmack und Geruch existieren nicht in Atman. Deshalb kann Er nicht erlöschen, Er kann nicht steigen und nicht sinken.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
183. Etwas das vergeht ist flüchtig. Der Atman ist ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
184. Was einen Anfang hat, hat eine Wirkung und geht in die Ursache ein. Deshalb ist es nicht ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
185. Der Atman hat keine Ursache in die Er eingehen könnte. Er ist die Ursache von allem und hat keine Wirkung. Da Er keine Wirkung hat, ist Er ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
186. Vergängliche Objekte, wie Bäume, Blumen, Körper, haben einen Anfang und ein Ende. Der Atman jedoch ist ohne Anfang und ohne Ende, da Er ewig ist.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
187. Vernachlässige das nicht. Das ist deine erste Pflicht. Das ist deine höchste Pflicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
188. Da der Atman feinstofflich ist, ist der Pfad des Wissen, der zu Ihm führt, schwierig zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
189. Der Aspirant, der auf der Klinge wandelt muss vorsichtig, wachsam, bestrebt und intelligent sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
190. Es versteht sich von selbst, dass ein Guru unverzichtbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
191. Die Upanishaden sind Aufzeichnungen der intuitiven Erfahrungen großer Weiser und Seher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
192. Der Atman ist verschieden vom Intellekt, denn Er ist der stille Zeuge, das absolute Wissen und die Seele aller Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
193. Nur das Unveränderliche kann als ewig bezeichnet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
194. Wer den Atman erkannt hat ist dem Rachen des Todes entkommen. Er ist frei von den Fesseln von Geburt und Tod. Er ist frei von den drei Blockaden (Granthi) Unwissenheit, Wunsch und Handlung. Er erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Philosophie des Sehnsucht===&lt;br /&gt;
195. Das aus Sich Selbst Seiende (Brahman) schuf die nach außen gerichteten Sinne. Deshalb sieht der Mensch das externe Universum und nicht das innewohnende Selbst (Atman). Doch der Weise wendet Sinne und Augen von den äußeren Sinnesobjekten ab, sehnt sich nach Unsterblichkeit und erkennt den Atman in sich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
196. Es ist nicht möglich, Licht und Dunkelheit zur gleichen Zeit am gleichen Ort zu haben. Es ist nicht möglich, Sinnesfreuden und Glückseligkeit zur gleichen Zeit zu erlangen. Es ist nicht möglich, in Sinnesfreuden zu schwelgen und das innere Selbst zur gleichen Zeit zu erblicken. Es ist nicht möglich, den Mammon und Gott gleichzeitig anzubeten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
197. Der Unwissende läuft den externen Objekten der Begierde hinterher und gerät in den Fallstrick des Todes. Doch der Weise, das Wesen der Unsterblichkeit kennend, trachtet nicht nach den flüchtigen Objekten hier auf Erden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
198. Die zwei Hindernisse die dem Erkennen des Selbstes im Wege stehen sind die Tendenz der Sinne, externen Objekten zu verfallen und der Wunsch nach Freuden in dieser und der nächsten Welt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
199. Die Sinne suchen im Außen aufgrund von Vikshepa Sakti (Rajas).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
200. Nicht nur die Augen, alle Sinnesorgane müssen von ihren jeweiligen Objekten zurückgezogen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
201. Der Grund für Wünschen ist Unwissenheit. Wünschen entsteht aus Avidya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
202. Wenn Rajas in den Sinnen durch Sattva erdrückt wird gehen die Sinne in den Geist ein. Sie wenden sich nicht mehr nach außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
203. Der Mensch hat seine Göttlichkeit vergessen aufgrund von Unwissenheit. Sein Geist folgt den Sinnesfreuden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
204. Unwissende, die weder Verstand noch Unterscheidungskraft besitzen, rennen externen Objekten hinterher und verfangen sich so in den Maschen des Todes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
205. Der Atman steigt nicht und sinkt nicht. Er ist unveränderlich und unsterblich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
206. Die Weisen, die die Glückseligkeit des Atmas genießen, kümmern sich nicht um Sinnesfreuden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
207. Die Summe der Sinnesfreuden ist nur ein Tropfen im Vergleich zu der Glückseligkeit des Atmans. Der Atman ist der Ozean der Glückseligkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
208. Der Wunsch nach Sinnesfreuden steht dem Wissen über das Selbst entgegen. Er steht dem Erkennen des Selbstes entgegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
209. Würde jemand Zucker essen, wenn Mangos reichlich vorhanden sind?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
210. Dem Selbst, durch das wir Form, Geschmack, Geruch, Klang und Berührung erfahren, bleibt nichts verborgen. Wahrlich, Dieses ist Das (Brahman). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
211. Der Atman ist absolutes Wissen. Er ist absolutes Bewusstsein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
212. Was in dieser Welt bleibt dem Atman verborgen? Alles ist dem Atman bekannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
213. Geist und Intellekt sind unempfänglich. Sie borgen ihr Licht von Atman. So wie der Mond Licht von der Sonne borgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
214. Geist, Intellekt und Sinne erfüllen ihre Aufgaben durch das Licht des Atmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
215. Der Atman steht hinter allen Wahrnehmungen von Sinnen, Geist und Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
216. So wie Eisenspäne sich hin zum Magnet bewegt. So bewegen sich Geist, Sinne und Intellekt hin zu Atman.&lt;br /&gt;
Jenseits von Furcht und Leid &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
217. Das, wahrlich, ist der Atman, verschieden von Tugend und Untugend, Ursache und Wirkung. Er ist Vishnu, darüber hinaus ist nichts.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
218. Der Weise weiß, dass alles was er im Wachen und im Traum wahrnimmt, der allgegenwärtige Atman ist. Er leidet nicht mehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
219. Turiya (der vierte Zustand) übertrifft Wachen, Schlaf und Tiefschlaf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
220. Der Atman ist der stille Zeuge der drei Bewusstseinszustände. Er wird Turiya genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
221. Durch Atman alleine ist man sich des Träumens und Wachens bewusst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
222. Wer den ewigen Atman erkennt wird absolut furchtlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
223. Furcht erscheint nur, wenn man am Körper anhaftet, wenn man sich mit dem Körper identifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
224. Wer sich mit seinem physischen Körper identifiziert versucht, ihn zu schützen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
225. Wo immer Anhaftung herrscht, herrschen auch Furcht und Ärger. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
226. Der Atman ist Eins ohne ein Zweites und ewig, so Er erkennt ist, was will man dann vor wem schützen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
227. Der Weise sieht das Selbst überall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
228. Der Weise steht über dem Körperbewusstsein. Er wird vollkommen furchtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
229. Atman zu kennen heißt, Atman zu verwirklichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
230. Atman zu kennen heißt, Atman zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Einheit von Brahman, Mensch und Welt===&lt;br /&gt;
231. Brahman erscheint als Jiva durch den Upadhi (begrenzende Beifügung) Avidya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
232. Brahman erscheint als Hiranyagarbha durch den Upadhi Maya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
233. Die Gesamtheit aller Jivas (Samashti) ist Hiranyagarbha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
234. Der Jiva ist der mikrokosmische Aspekt Brahmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
235. Wenn der Upadhi weicht werden Hiranyagarbha und Jiva eins mit Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
236. Hiranyagarbha ist die erste Manifestation Brahmans durch Meditation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
237. Brahman, Hiranyagarbha genannt, entstand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
238. Hiranyagarbha ist kosmischer Prana oder kosmische Intelligenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
239. Alle Götter weilen in Brahman, wie die Speichen in der Nabe. Alle Götter hängen von Brahman ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
240. So wie die Welle nicht verschieden ist vom Ozean, so wie Goldschmuck nicht verschieden ist von Gold, so ist diese manifestierte Welt nicht verschieden von Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
241. Der Unterschied besteht nur im Namen. So wie das Seil als Schlange erscheint, so erscheint Brahman in Name, Gestalt und Handlung, (Nama, Rupa, Kriya) durch Avidya (Unwissen) beziehungsweise Maya (Illusion).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
242. Wer denkt: ‚Ich bin verschieden von Brahman‘, der wird wiedergeboren und stirbt. Doch wer fühlt: ‚Ich bin wahrlich das alldurchdringende, unsterbliche Satchidananda Brahman‘, der erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
243. Brahman ist die Verkörperung der ewigen Erkenntnis (Nitya Vijnanaghana Svabhava).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
244. Brahman ist frei von Eigenschaften des Samsaras (Sarva Samsara Dharma Varjitam).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
245. Die Höchste Seele ist identisch mit der individuellen Seele und mit der gesamten Schöpfung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
246. Das Fehlen von Unterscheidungsfähigkeit ist der Grund für Wiedergeburt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ästhetik und das Selbst===&lt;br /&gt;
247. Allein durch den Geist kann Brahman erkannt werden. Es gibt keinen Unterschied zwischen Geist und Brahman. Wer einen solchen sieht geht von Tod zu Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
248. Der Geist ist zweigestaltig, Suddha Manas - der reine Geist, und Asuddha Manas - der verunreinigte Geist, angefüllt mit Vasanas, Ego und Gier. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
249. Brahman kann nur erkannt werden durch einen geläuterten Geist. Dazu lese man die Schriften, lerne bei einem Lehrer, praktiziere die vier Absichten (siehe Vers 36) und meditiere stetig auf das Selbst.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
250. So man das Selbst erkannt hat verschwindet die Unwissenheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
251. Der Weise erkennt Brahman in allem, nichts anderes existiert. Die Welt ist die Manifestation Brahmans allein, sie ist in ihrem Wesen nicht verschieden von Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
252. Wer Verschiedenheit sieht,  mit von Unwissenheit verdunkelten Augen, geht von Tod zu Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
253. Daumengroß sitzt der Purusha in der Mitte des Körpers. Er ist der Herr der Vergangenheit und der Zukunft, nachdem er Ihn erkannt hat kennt der Weise keine Furcht mehr. Dieses ist Das. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
254. Der Purusha weilt im Herzen. Der Atman wird Purusha genannt, weil Er in der Stadt (Puri) des Körpers weilt und weil alles von Ihm durchdrungen ist, die ganze Welt ist Seine Fülle. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
255. Der Atman ist grenzenlos, die Größe eines Daumens ist nur ein Hilfsmittel zur Meditation für Anfänger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
256. Zu Beginn meditiert der Aspirant auf den Atman als ein im Herzen strahlendes Licht (Jyoti) in Größe eines Daumens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
257. Nachdem der furchtlose, unsterbliche Atman erkannt ist, ist die Furcht vergangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
258. Brahman ist der perfekte Purusha. Er ist die Seele, die im Herzen eines jeden Menschen weilt. Er ist der Herrscher über das Wissen. Es ist verborgen in Herz und Geist. Wer so weiß erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
259. Brahman ist eine Flamme ohne Rauch. Es ist der Herr über Vergangenheit und Zukunft. Nur Es allein ist heute und wird morgen sein. Dieses ist wahrlich Das. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
260. Brahman ist ewig, unsterblich (Kutastha) und unbewegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
261. Brahman weilt in allen Lebewesen heute, und wird es sicher auch morgen noch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
262. Der Regen fällt auf den Berg, das Wasser rinnt hinunter ins Tal, verteilt sich und verliert sich.  Der Unwissende sieht Unterschiede im Leben; denkt, verschiedene Selbste seien in verschiedenen Körpern; denkt, die Welt sei verschieden von Brahman und die einzelnen Seelen seien verschieden von anderen Seelen und von der Höchsten Seele; sieht Dinge als verschieden von der Seele; hat nicht das Substrat von allem erkannt; hat nicht die Nichtzweiheit Brahmans und Seine ewige, unsterbliche, unwandelbare Einheit erfasst. Dieser Unwissende ist gefangen im Kreislauf von Geburt und Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
263. Reines Wasser in reines Wasser gegossen wird eins mit dem reinen Wasser. Die geläuterte individuelle Seele wird eins mit der Höchsten Seele, so sie das Höchste Selbst durch Intuition erkannt hat, die Vorstellung von Unterschieden durch das Wissen über Atman überwunden hat, die Einheit von Selbst und Atman erkannt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
264. Der Aspirant sollte unerschütterliches Vertrauen in die Lehren der Srutis haben. Ohne dieses Vertrauen gibt es kein Erkennen des Selbstes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der innere Herrscher===&lt;br /&gt;
265. Die Stadt Brahmans, dessen Wissen ewig ist, hat elf Tore. Brahman verehren lässt Kummer vergehen und befreit von allen Bindungen, man wird frei. Dieses ist wahrlich Das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
266. Zwei Augen, zwei Ohren, zwei Nasenlöcher, ein Mund, das sind sieben Tore. Der Nabel und die zwei unteren Öffnungen sind zusammen zehn. Das elfte ist Brahmarandhra, die Öffnung Brahmans, die Fontanelle. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
267. So wie eine Stadt einem König gehört, er jedoch unabhängig von der Stadt ist, so gehört der Körper einem König (Atman), der unabhängig vom Körper ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
268. Wer auf Brahman meditiert und das Selbst erkannt hat, der ist frei von Kummer. Er ist frei von allen Bindungen und frei vom Kreislauf von Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
269. Der Weise ist frei von Wünschen und den Fesseln, die Karma erschafft. Er wird vollkommen furchtlos. Er nimmt keinen weiteren Körper an. Er geht in Brahman ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
270. Brahman schickt Prana nach oben und Apana nach unten. Dieses Verehrungswürdige, im Inneren weilend, verehren die Götter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
271. Fünf Prinzipien der Lebenskraft kennen wir, Prana, Apana, Vyana, Udana und Samana. Es gibt weitere fünf untergeordnete Pranas (Upapranas). Der höchste Prana, Mukhyaprana, nimmt die zehn Formen an, je nach Aufgabe eines jeden einzelnen Pranas (Vritti Bheda).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
272. Prana ist Odem. Apana hat die Funktion der Ausscheidung. Vyana lässt das Blut zirkulieren. Udana lässt die Stimme wirken. Samana hat die Funktion der Verdauung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
273. Prana ist nicht Atem. Prana ist Lebensenergie. Atem ist nur eine der vielen Manifestationen von Prana. Prana ist mit Atem verbunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
274. Geist und Sinne verehren ihren Herrn, den Atman, indem sie die ihnen zugeteilten Aufgaben erfüllen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
275. Sie stimmen ihren Herrn, den Atman, günstig, indem sie die verschiedenen Wahrnehmungen, Form, Klang, Geruch, Geschmack und Berührung, Ihm darbringen, so wie das Volk den König günstig stimmt, indem es ihm Gaben darbringt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
276. Sinne, Geist und Prana sind stets damit beschäftigt, dem Atman zu dienen und Ihn zu erfreuen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
277. Der Atman allein leitet Geist, Sinne und Prana in den ihnen zugeteilten Aufgaben an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
278. Die fünf Sinnesorgane sammeln Empfindungen aus der Außenwelt und bringen sie dem Atman dar. Das ist ihre Art der Verehrung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
279. Sobald der Atman den Körper verlässt, löst dieser sich auf. So wie ein Volk sich auflöst, wenn der König aus dem Land gejagt wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
280. Der Sterbliche lebt weder durch Prana noch durch Apana, sondern durch Das, von dem diese beiden abhängen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
281. Die wahre Grundlage des Lebens ist der Atman. Prana, Apana, Vyana, Udana und Samana können nicht die Grundlage des Lebens sein. Sie arbeiten nur zusammen zum Wohle des Atmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
282. Der Körper löst sich auf, wenn Prana und Apana ihn verlassen und sich der Atman zurückzieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
283. Ein Haus besteht zum Wohle des Besitzers, der verschieden ist vom Haus und sein Herr ist. Prana, Apana, Vyana, Udana, Samana, die Sinne und der Geist bestehen zum Wohle des Atmans, der verschieden von ihnen ist und ihr Herr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
284. Prana und Apana hängen von Atman ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
285. Sie vollziehen ihre Pflichten in Harmonie zum Wohle des Atmas, ihres Herrn. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
286. Die Stütze der Wesen, des Pranas, der Sinne und des Geistes ist der Atman. Er ist völlig unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
287. Wie Getreide vergeht der Sterbliche und wie Getreide wird er wiedergeboren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
288. Manche Jivas gehen in einen Leib ein, um einen Körper zu erhalten, anderen gehen in anorganische Substanzen ein, je nach deren Karma und Bewusstsein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
289. Der Jiva nimmt den Körper an, den sein Karma bedingt und seinem Bewusstsein entspricht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
290. Er kann Indra werden oder sogar Hiranyagarbha. Er kann alles werden in der kosmischen Hierarchie. Er kann sein letztes Leben antreten und ein Jivanmukta, ein befreiter Weiser, werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
291. Er kann ein Muni, ein Tapasvin oder ein Yogi werden, so er sehr gute spirituelle Samskaras mit sich bringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
292. Er kann auch ein Baum oder etwas Anorganisches werden, je nach seinem Karma. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
293. Brahman ist der stille Zeuge der drei Bewusstseinszustände Wachen, Traum, Tiefschlaf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
294. Der Purusha schläft nie. Selbst wenn Prana, die Sinne und der Geist schlafen, ist Er der Zeuge (Sakshi) von allem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
295. Brahman ist ewig rein und unsterblich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
296. Brahman ist die Ursache der Welt. Alle Welten hängen nur von Ihm ab. Er ist die Stütze aller Welten. In Ihm sind alle Welten enthalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
297. Im Tiefschlaf ruhst du in Brahman. Du kommst in Kontakt mit Brahman, doch da ist der Schleier der Unwissenheit. Deshalb bist du dir Brahmans nicht bewusst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
298. In Samadhi ist dieser Schleier verschwunden. Dein reines Bewusstsein ist eins mit dem absoluten Bewusstsein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
299. Während der Geist und die Sinne im Tiefschlaf ruhen erfährst du die Glückseligkeit in Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
300. Deshalb sagst du, wenn du ins Wachbewusstsein zurückkommst: ‚Ich habe gut geschlafen, ich weiß von nichts‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
301. Dieses Erinnern an die Glückseligkeit beweist, dass Brahman ist, nichtdual, glückselig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das allgegenwärtige Selbst===&lt;br /&gt;
302. Wie das eine Feuer, sobald es in der Welt erstrahlt, verschiedene Formen annimmt, je nachdem was es verbrennt, so nimmt der ewige Atman aller Lebewesen, obwohl Eines, verschiedene Gestalten an, je nachdem in was er in der Außenwelt eingeht. Und dennoch ist Er jenseits aller Gestalt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
303. Viele sprechen, um ihre Belesenheit zu zeigen oder über anderen zu stehen. Sie sprechen nicht der Wahrheit wegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
304. Ehrliche und ernstgemeinte Gespräche mit großen Seelen, um Zweifel zu beseitigen und Klarheit zu erlangen, ist wünschenswert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
305. Ernsthafte Aspiranten mögen unter sich schwierige und abwegige Probleme erörtern. Das ist sehr hilfreich für ihr Wachstum und ihr Verständnis. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
306. Das Wissen über die Einheit mit dem Atman ist auch nach Erklärungen und Wiederholungen nicht leicht zu verstehen. Deshalb erklären die Srutis die Wahrheit über Atman durch verschiedene Darstellungen, Gleichnisse und Analogien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
307. Der Atman ist stets rein und verschieden von Gestalt. Es wird nicht im Geringsten von Gestalt berührt, denn Er ist ohne Beifügungen und feinstofflich, reines Bewusstsein, Seele, Geist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
308. Wie sollte es eine Verbindung geben zwischen Materie und Geist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
309. Der Atman nimmt durch die Upadhis verschiedene Gestalten an, Geist, Sinne, Prana, Körper, Er ist jenseits von Name und Form. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
310. Der Atman ist ein Mysterium. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
311. Die Luft nimmt, nachdem sie die Welt betreten hat, verschiedene Formen an, je nachdem in welches Behältnis sie eingeht. Der Atman nimmt ebenso verschiedene Gestalten an, je nachdem in welchen Körper Er eingeht. Dennoch ist er jenseits von Name und Form. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
312. Die Sonne, das Auge des Universums, wird nicht berührt von den Defekten des physischen Auges. Der Atman, das Wesen von allem, wird nicht berührt durch das Leid der Welt, das aus Wunsch und Karma entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
313. Die Schlange überlagert das Seil, so das Licht schwach ist. Silber überlagert Perlmutt. Die Welt und der Körper überlagern den Atman durch Avidya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
314. Das Seil bleibt von der Schlange unberührt, der Atman wird nicht berührt von Überlagerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
315. Handlung, Wirkung, Frucht (Kriya, Karta, Phala) überlagern fälschlicherweise den Atman durch Unwissen. Es sind alles nur falsche Wahrnehmungen, wie die falsche Wahrnehmung einer Schlange im Seil. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
316. Der Atman handelt nicht (Akarta) und genießt nicht (Abhokta). Er ist unberührt (Asanga, Nirlipta).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
317. Brahman ist Eines. Es ist der Herrscher, der Atman aller Wesen. Es wird nicht berührt vom Leid der Welt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
318. Brahman ist der Herr über alles. Alldurchdringend, unabhängig. Nichts ist Ihm gleich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
319. Obwohl Eines, manifestiert Es sich in verschiedenen Namen und Formen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
320. Der Weise der Es schaut erfährt ewige Glückseligkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
321. Der weltliche Mensch, bar jeder Unterscheidungskraft, erfreut sich an den Objekten im Außen. Er wird nie die Glückseligkeit Atmans genießen. Der Atman wird durch seine Unwissenheit verdeckt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
322. Für den Weisen ist das Selbst das Ewige inmitten des Transzendenten, das Bewusstsein inmitten des Bewusstseins. Es, obwohl Eines, gewährt die Wünsche vieler, weilend in ihnen. Ihnen sei ewiger Frieden. Niemand anderem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
323. Der Atman ist ewig und unveränderlich. Die Welt von Name und Form ist vergänglich und veränderlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
324. Körper, Geist, Sinne und Prana, sie alle sind gemeint mit der Bezeichnung ‚Welt‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
325. Die Welt ist ein flüchtiger Schatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
326. Der Wandel setzt eine Grundlage voraus, die ewig und unveränderlich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
327. Wandel kann nur im Unwandelbaren erfolgen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
328. Die Leinwand im Kino verändert sich nicht, doch die Bilder wandeln sich ständig. Brahman repräsentiert die Leinwand, die flüchtige Welt der Namen und Formen repräsentiert die Bilder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
329. Heißes Wasser borgt seine Hitze vom Feuer, der Intellekt borgt seine Intelligenz von Atman, der Grundlage von allem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
330. Wer den in seinem Herzen weilenden Atman erkennt erfährt ewigen Frieden. Die Unwissenden leiden in Samsara.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
331. Der Weise, der Wunschlosigkeit erreicht hat, erkennt diese unbeschreibliche Glückseligkeit von Dieses ist Das.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
332. Weder Sonne, Mond, Sterne, Blitze noch Feuer strahlen. Wenn Es strahlt, strahlt alles andere auch. Durch Sein Licht strahlen sie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
333. Der Atman strahlt aus Sich Selbst heraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
334. Etwas aus sich selbst Strahlendes benötigt keine Licht für sein Erstrahlen (Nirapeksha).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
335. Wenn du sagst, der Atman erhält Sein Licht von einem Licht, dann muss dieses Licht wiederum ein Licht haben das es illuminiert. Dies führt zu Anavasthadosha, in die Unendlichkeit. Deshalb muss der Atman aus Sich Selbst heraus strahlen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Baum des Samsaras===&lt;br /&gt;
336. Wir kennen den alten Asvattha Baum, dessen Wurzeln oben und die Äste unten sind. Das ist der Baum der Schöpfung. Das ist Brahman und nur Das wird unsterblich genannt. Davon hängen die Welten ab und niemand sieht dahinter. Dieses ist wahrlich Das. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
337. Du kannst das Wesen Brahmans erkennen, die Quelle des Samsara Baumes (Maya Vriksha), so du die Wirkung erfasst, den Samsara Baum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
338. Die Welt hat ihre Wurzeln in Brahman. Aus Brahman allein gedeiht das Universum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
339. Wie ein Baum mit der Axt gefällt werden kann, so kann der Samsara Baum ebenfalls gefällt werden. Die Axt ist Nichtanhaftung, Atma Jnana oder Kenntnis über das Selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
340. Der Samsara Baum erhält seinen Lebenssaft von seiner Quelle, Para Brahman und wächst durch den Samen der Unwissenheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
341. Hiranyagarbha oder Karya Brahman ist sein Spross. Die feinstofflichen Körper aller Lebewesen sind sein Rumpf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
342. Das Universum hat sich aus Brahman entfaltet. Brahman ist ein Donnerkeil. Wer so weiß erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
343. Prana ist Brahman. Brahman ist der Ursprung der Welt. Er ist der Herr der Schöpfung. Der Mensch erlangt Unsterblichkeit durch Wissen über Brahman. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
344. Die Aussage, die Welt sei aus dem Nichts entstanden ist absurd. Sie ist aus Brahman entstanden. Sie schwingt in Brahman. Sie ruht in Brahman. Sie geht in Brahman ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
345. Brahman ist das Substrat der veränderlichen Welt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
346. Brahman ist ohne Veränderung und ohne Bewegung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
347. Schwingung kann nur in Unbewegtem entstehen. Dieses Unbewegte ist Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
348. So wie der Diener den Anordnungen des Herrn gehorcht, so gehorcht die Welt den Schöpfungsgesetzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
349. Den Schöpfungsgesetzen kann niemand entrinnen. Niemand kann sie übertreten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
350. Alles ist unter deren Kontrolle. Schöpfung, Erhaltung, Auflösung sind einem unveränderlichen, göttlichen Gesetz unterworfen, dem niemand zuwider handeln kann. Deshalb ist Brahman, handelnd als dieses Gesetz, ein Donnerkeil. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
351. Die Brahman erkennen, den Zeugen all unserer mentalen Erregungen (Vritti), den Urgrund allen Seins, den Herrn der Schöpfungsgesetze, erlangen Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
352. Aus Furcht vor Brahman brennt das Feuer, scheint die Sonne und tun Indra, Vayu und Yama ihre Pflicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
353. Wäre Brahman nicht der Herrscher der Welt, mit dem Donnerkeil in Händen, würde die Welt nicht in Harmonie und Perfektion bestehen. Ein sinnvolles Wirken der Weltenhüter (Loka Palas) wäre nicht möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erkenne das Selbst jetzt===&lt;br /&gt;
354. Wer noch in diesem Leben hier auf Erden, vor dem Tod seines Körpers, Brahman erkennt, wird von den Fesseln der Welt befreit. Dem dies nicht gelingt kommt in einem neuen Körper zurück in die Welt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
355. Deshalb sollten ernsthafte Anstrengungen unternommen werden, vor dem Verfall des Körpers, Brahman zu erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
356. So wie man im Spiegel klar sein Spiegelbild erkennt, so kann Brahman im eigenen Intellekt klar erkannt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
357. Die Wahrnehmung wird getrübt in der Welt der Ahnen. Sie waren versunken im Genuss ihre karmischen Früchte. Auch im Traum ist die Wahrnehmung getrübt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
358. Die Reflektion unseres Bildes im Wasser ist verschwommen, so ist die Wahrnehmung des Atmans in der Welt der Gandharven ebenso verschwommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
359. In Brahmaloka kann der Atman deutlich wahrgenommen werden. Er hebt Sich ab wie Licht vom Schatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
360. Schwierig ist es, Brahmaloka zu erreichen. Besonderes Karma oder Verehrung sind nötig um es zu erreichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
361. Deshalb sollte man den Atman im Intellekt erkennen, solange man noch in der Welt weilt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
362. Der Weise hat erkannt, dass die Sinne verschieden sind von Atman, ihre Aktivitäten berühren ihn nicht mehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
363. Die fünf Sinne bestehen neben ihrer Quelle, um die ihnen zugeordneten Objekte wahrzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
364. Der Atman ist rein, unbefleckt und aus Sich Selbst strahlend. Das Wesen der Sinne unterscheidet sich vom Wesen Brahmans.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
365. Die Sinne wirken während des Wachens. Sie gehen auf beim Erwachen und unter im Tiefschlaf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
366. Der Atman geht weder auf noch unter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
367. Der Atman kennt weder Anfang noch Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
368. Sprunghaft sind Sinne und Geist und können klar von Atman unterschieden werden, der klar, unveränderbar, alldurchdringend, unteilbar, ohne Anfang und ohne Ende ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
369. Der Weise leidet nicht, er hat den Unterschied zwischen Atman und Sinne erkannt, ihr auf und ab, ihr Wachen und Schlafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
370. Der Kenner des Atmans hat das Leid überwunden und ruht in Glückseligkeit.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Höchstes Bewusstsein===&lt;br /&gt;
371. Höher als die Sinne ist der Geist. Höher als der Geist ist der Intellekt. Höher als der Intellekt ist der kosmische Intellekt, höher als Avyakta, das Unmanifestierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
372. Jenseits von Avyakta ist der Purusha, der Alldurchdringende, jenseits eines Sinnbildes. Wer Ihn erkennt erlangt Befreiung und Unsterblichkeit.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
373. Die Sinne sind verschieden von Atman, Er kann von den Sinnen im Außen nicht erfasst werden, denn Er ist das Innerste aller Dinge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
374. Das Wissen über diese Abstufung ist notwendig, um Unsterblichkeit und letztendliche Befreiung zu erlangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
375. Zum Zeitpunkt von Pralaya geht die Welt in Avyakta ein. Jenseits von Avyakta ist der alldurchdringende Purusha. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
376. Das Symbol, das durch die Sinne erkannt und verstanden werden kann, wird Linga genannt. Kein Linga zu haben ist Alinga. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
377. Wer von Ihm durch den Lehrer und durch die Sastras erfahren hat und durch Intuition, der erreicht Unsterblichkeit und letztendliche Befreiung. Er ist befreit von den Knoten des Herzens, wie Wunsch, Unwissenheit und Handlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
378. Seine Gestalt kann nicht gesehen werden. Niemand sieht Ihn mit seinen physischen Augen. Er enthüllt sich dem Aspiranten durch Kontrolle des Geistes und tiefe Meditation. Die Brahman erkennen erlangen Unsterblichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
379. Der Atman kann durch das physische Auge nicht gesehen werden, denn Er ist feinstofflich, jenseits der Wahrnehmung durch Geist und Sinne. &lt;br /&gt;
Schriften und Guru&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
380. Wer durch reinen Intellekt den im Herzen Weilenden erkennt erlangt Unsterblichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
381. Wenn die fünf Sinnesorgane zusammen mit Geist und Intellekt ruhen ist der höchste Zustand erreicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
382. Der Mensch erfährt das Wissen der Welt durch die fünf Wahrnehmungsorgane. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
383. Die Sinne sammeln die Erfahrungen aus der Welt und präsentieren sie dem Atman durch Geist und Intellekt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
384. Wenn die fünf Wahrnehmungsorgane vom Außen zurückgezogen werden und in den Geist eingehen, wenn der Geist auf den Atman gerichtet ist, wenn der Intellekt zur Ruhe gekommen ist, dann ist der höchste Bewusstseinszustand erreicht.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
385. Wenn Sinne und Intellekt zur Ruhe gekommen sind, die Emotionen unter Kontrolle, dann ist der höchste Bewusstseinszustand erreicht. Das wird Yoga genannt. &lt;br /&gt;
386. Yoga ist der erhabenste Weg, denn er führt zu Moksha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
387. Die Kontrolle der Sinne nennen sie Yoga. Sei vorsichtig, denn Yoga wird erlangt und verloren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
388. Die Sinne sind zurückgezogen und der Geist ist fixiert auf Atman durch stetige Konzentration und Meditation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
389. Der Yogi sei wachsam, denn Yoga kommt und geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
390. Yoga kommt. Und geht, wenn der Geist nicht ruhig ist, wenn die Sinne nicht unter Kontrolle sind, wenn Leidenschaftslosigkeit nachlässt, wenn Unlust bei der Meditation aufkommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
391. Vollkommene Wachsamkeit ist nötig, wenn man mit der Yoga Praxis beginnt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die zwei Augen eines Sadhakas===&lt;br /&gt;
392. Der Atman kann durch Sprache nicht beschrieben, durch den Geist nicht erfasst und durch das Auge nicht erkannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
393. Weder Darlegungen noch metaphysisches Denken helfen dem Aspiranten, Brahman zu erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
394. Maharshi Vyasa und Sri Sankara lehrten durch Beweis und Logik, ihre Doktrin basiert hauptsächlich auf Sabda Pramana (Zeugnis der Veden), das so gut wie unfehlbar ist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
395. Vertraue den Worten der Srutis und den Sehern, die Atman durch Intuition erkannt haben und versichert, dass Atman ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
396. Sabda Pramana, die Srutis, Apta Vakya, die Worte der Seher, sind von äußerster Wichtigkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
397. So du Atman erkennen willst habe Vertrauen in die Worte des Gurus, der das Selbst erkannt hat, und folge seinen Anweisungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
398. Der Atman muss von einem Guru erkannt worden sein, der weiß, dass Atman ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
399. Wenn der Atman durch die Sinne nicht wahrgenommen werden kann, wie kann Er dann wahrgenommen werden? Nur durch die Belehrungen eines Gurus, der weiß dass Er ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
400. Ihr müsst wissen, dass Es ist und was Es ist. Wer so weiß erkennt Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
401. Dem, der auf Brahman meditiert und sich mit den vier Absichten (siehe Vers 36) ausstattet, dem enthüllt Sich Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Entsagung: die Voraussetzungen===&lt;br /&gt;
402. Wenn Wunschlosigkeit erlangt ist, erlangt der Sterbliche Unsterblichkeit und erkennt Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
403. Die Voraussetzung für Unsterblichkeit ist Entsagung aller Wünsche und Anhaftungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
404. Die weltlichen Wünsche werden nur überwunden, wenn die Fesseln der Unwissenheit zerschnitten sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
405. Der Geist ist der Sitz des Wunsches. In Atman ist kein Wunsch, Er ist rein und makellos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
406. Wünschen ist die Ursache für Leid und Bindung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
407. Wenn durch Erkenntnis des Selbstes Wunschlosigkeit erlangt ist erlangt der Sterbliche Unsterblichkeit. Er wird Brahman noch während er in diesem Körper weilt. Er ist von den Fesseln des Karmas befreit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
408. Wenn alle Knoten des Herzen hier auf Erden gelöst werden erlangt der Sterbliche Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
409. Unwissen, Wunsch und Handlung sind die drei großen Knoten. Egoismus, Hass, Lust, Eifersucht und Stolz, entstanden aus Unwissenheit, sind kleine Knoten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
410. Weitere Knoten sind die Vorstellungen ‚Ich bin dieser Körper‘, ‚Das ist mein Besitz‘, ‚Ich bin ein Brahmane‘, ‚Ich bin ein Minister‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
411. Sie werden vernichtet durch die Erkenntnis der Einheit mit Brahman ‚Ich bin Brahman‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wissen über die Nadis===&lt;br /&gt;
412. Einhundertein Nervenkanäle (Nadis) sind bekannt. Einer von ihnen, Sushumna, durchdringt die Krone des Kopfes. Seine Energie nach oben führend zum Zeitpunkt des Todes lässt Unsterblichkeit erlangen. Die anderen Nervenkanäle haben andere Wirkungen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
413. Der Jivanmukta, der das Selbst erkannt hat, geht nirgendwohin. Seine Pranas gehen nirgendwohin. Brahman seiend erreicht er Brahman. Er erlangt Kaivalya Mukti.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
414. Wer Kaivalya-Mukti nicht erlangt hat, wer das höchste Brahman nicht erkannt hat, jedoch das niedere Brahman (Saguna Brahman) verehrt hat, geht durch den Sushumna Nadi zur Sonne und dann durch weitere Bereiche nach Brahmaloka wo er bis zum Ende des Schöpfungszyklus‘ weilt. In Brahmaloka genießt er  unvergleichliche Freuden. Wenn der Zyklus endet geht er mit Brahma in Brahman ein. Das ist Krama Mukti (allmähliche Befreiung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
415. Die anderen Nadis haben verschiedene Auswirkungen. Sie führen zum Zeitpunkt des Todes auf verschiedene Wege. Wenn die Seele durch diese Nerven geht, wird sie wieder in Samsara geboren. Sie nimmt einen ihrem Karma entsprechenden Körper an.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
416. Der Sushumna Nadi wird auch Brahma Nadi genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
417. Der daumengroße Purusha, das innere Selbst, weilt im Herzen aller Wesen. Man muss Ihn mit Stetigkeit herausziehen aus dem Körper, so wie man einen Halm aus der Erde herauszieht. Man sollte Ihn als rein und unsterblich erkennen. &lt;br /&gt;
418. Du musst die Essenz, das heißt den Atman, aus den fünf Kosas (Hüllen) herausziehen, geduldig und mutig durch Vichara (Unterscheidung) und Meditation. Du musst den Atman vom Körper trennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
419. Als Nachiketas das ihn durch Yama Gelehrte verinnerlicht hatte, erreichte er Brahman, wurde frei von allen Unreinheiten und vom Tod. So wird es allen ergehen, die das Wesen Brahmans erkannt haben.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/DasGehimnisKathopanishad/Kathopanishad.htm Das Geheimnis der Katha Upanishad, Artikel von Swami Krishnananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/DasGehimnisKathopanishad/Kathopanishad_4.htm Das Geheimnis der Katha Upanishad, Vortrag Nr. 5, Artikel von Swami Krishnananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/de/artikel/krishnananda/kathaupanishad_kapitel5.html Das Geheimnis der Katha Upanishad, Vortrag Nr. 4, Artikel von Swami Krishnananda]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
{{dnf}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Katha_Upanishad&amp;diff=111887</id>
		<title>Katha Upanishad</title>
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		<updated>2014-05-20T12:01:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: /* Zeichen der Täuschung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Katha Upanishad&#039;&#039;&#039; ([[Sanskrit]]: katha-upanishad &#039;&#039;f.&#039;&#039;), auch &#039;&#039;&#039;Kathopanishad&#039;&#039;&#039;, ist der Name einer berühmten [[Upanishad]], welche die Belehrungen des Totengottes [[Yama]] an [[Naciketas]] enthält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kernaussagen der Katha Upanishad==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Von Swami Sivananada&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Om]]. Möge [[Das]] uns ([[Lehrer]] und [[Schüler]]) beschützen. Möge Das uns zur [[Glückseligkeit]] ([[Mukti]]) führen. Mögen wir beide fähig sein, die wahre [[Bedeutung]] der [[Schrift]]en zu erfassen. Möge unser [[Lernen]] erfolgreich sein. Mögen wir nie in [[Streit]] geraten. &lt;br /&gt;
Om Frieden! Frieden!! Frieden!!!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. [[Intuition]] ([[Aparokshanubhuti]]) ist die [[Quelle]] des [[Wissen]]s über [[Atman]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Der Atman ist schwer zu erfassen. Er ist [[feinstofflich]]. Er kann nicht durch Schlussfolgerungen erfasst werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Ein selbstverwirklichter [[Guru]] allein kann den [[Aspirant]]en auf dem [[spirituell]]en [[Weg]] führen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Angenehme vs. das Gute===&lt;br /&gt;
4. Das eine ist gut, während das andere angenehm ist. Gesegnet ist der, der sich für das [[Gute]] ([[Shreyas]]) allein entscheidet. Wer das Angenehme ([[Preyas]]) wählt, verliert letztendlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Sreyas ist das Gute, das Höchste [[Selbst]], das [[Wissen]], das zu [[Moksha]] (Befreiung) führt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Preyas ist das Angenehme, die [[Sinnesfreude]]n. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Die verkörperte [[Seele]] ist in ihrer [[Essenz]] identisch mit [[Brahman]]. Aufgrund von [[Unwissenheit]] und [[Illusion]] sind wir an [[Handlung]] gebunden und versuchen, [[Befreiung]] zu erlangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Wer den [[Pfad]] der [[Wahrhaftigkeit]] beschreitet und sich dem Guten verschreibt, erreicht [[Glückseligkeit]] und [[Unsterblichkeit]]. Wer den Sinnesfreuden frönt, verfehlt das [[Ziel]] des [[Leben]]s. Er versinkt in [[Sorge]] und [[Leid]] und ist gefangen im [[Rad]] von [[Geburt]] und [[Tod]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. [[Shreya Marga]] ist der Pfad des Wissens. [[Preya Marga]] ist der Pfad des Nichtwissens. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. Du musst die Sinnesfreuden überwinden, so du Glückseligkeit in [[Atman]] erlangen willst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Das Gute und das Angenehme haben den [[Mensch]]en fest im Griff. Der [[Weise]] untersucht und unterscheidet zwischen beiden, er wählt das Gute. Der Unwissende wählt das Angenehme, seinem [[Körper]] zuliebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Der Pfad des Wissens und der Pfad des Angenehmen stehen dem Menschen offen, er kann den Pfad wählen, der im zusagt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. So wie der [[Schwan]] [[Milch]] von [[Wasser]] trennt und nur die Milch trinkt, so trennt der Weise Gut von Böse und folgt dem Guten allein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. Der Weise weiß, dass Shreyo Marga zu Unsterblichkeit, [[Freiheit]] und Glückseligkeit führt, Preyo Marga dagegen zu vergänglichen sinnlichen [[Freude]]n und zu [[Bindung]]. Deshalb bevorzugt er Sreyo Marga. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15. Den Unwissenden fehlt das [[Unterscheidungsvermögen]] zwischen dem Guten und dem Angenehmen. Sie haben keine [[Vorstellung]] vom Ziel, vom Erreichen des Zieles und von den [[Frucht|Früchten]]. Sie wählen das Angenehme, um gierig ihren Körper zu mästen und geben sich den Sinnesfreuden hin.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16. Die beiden Wege liegen weit auseinander und führen zu unterschiedlichen [[Resultat]]en. Sie sind wie [[Licht]] und [[Dunkelheit]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
17. [[Avidya]] ist der Weg des Angenehmen. Er führt zu Leid und Bindung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18. [[Vidya]] ist der Weg des Guten. Er führt zu Freiheit und Befreiung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zeichen der Täuschung===&lt;br /&gt;
19. Die Unwissenden leben in [[Dunkelheit]], sehen sich jedoch als weise und gebildet. In [[Illusion]] gehen sie verschlungene [[Weg]]e, wie Blinde, die von Blinden geführt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20. Die in [[Samsara]] leben, leben in [[Unwissenheit]] und Dunkelheit. Sie haben weder Verstehen noch [[Unterscheidungskraft]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
21. Sie sind an Tausende von Seilen der Erwartung gebunden. Sie sind in Tausende von Schlingen in Form von [[Anhaftung]] an [[Kind]]er, [[Ehe]], [[Wohlstand]], [[Besitz]] und vieles mehr verwickelt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22. Unwissend sind sie, doch sehen sie sich als intelligent und belesen in den [[Shastra]]s. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23. Sie werden [[Befreiung]] nicht erlangen. Sie sind immer wieder an das [[Rad]] von [[Geburt]] und [[Tod]] gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24. Sie gehen im [[Leid]] von Samsara durch Geburt, [[Alter]], [[Krankheit]], [[Sorge]], Leid und Tod unter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25. So wie der Blinde, der von einem Blinden auf steiniger Straße geführt wird, leidet, so leiden die Unwissenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
26. Der [[Weg]] in die [[Zukunft]] ist dem Unwissenden nicht klar. Er verfällt der Illusion des Wohlstandes. Das ist die [[Welt]], es gibt keine andere, so denkt er. So fällt er wieder und wieder in das Netz von Geburt und Tod.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
27. Wohlstand ist das Gift der Welt. Er schafft [[Stolz]] und [[Eitelkeit]]. Er schafft einen wirren [[Geist]] und vernebelt den [[Verstand]]. Er verschleiert den [[Intellekt]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28. Die Notwendigkeit, [[Befreiung]] zu erlangen, ist dem Leichtsinnigen kein [[Bedürfnis]]. Er ist in Gedanken an Kinder, Ehe und Wohlstand eingehüllt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
29. Die Sinnesfreuden sind das [[Ziel]] des weltlichen [[Mensch]]en. [[Geld]] ist sein Ziel. Essen, Trinken, [[Spaß]] sind seine höchste [[Philosophie]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
30. Viele sind nicht in der Lage auf den [[Atman]] zu hören. Auch wenn sie von Atman hören, können sie die [[Wort]]e nicht erfassen, da ihr Geist nicht klar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Erhabenheit von Brahma Vidya===&lt;br /&gt;
31. Unübertrefflich ist es, sein [[Selbst]] ausdrücken zu können. Unübertrefflich ist es, sein Selbst zu erfassen, gelehrt von einem fähigen [[Lehrer]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
32. [[Brahma Vidya]] ist die vollkommene [[Wissenschaft]]. Sie ist die Wissenschaft der Wissenschaften. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
33. Welche ist diese höchste [[spirituell]]e Wissenschaft, die, so wir sie kennen, uns alle anderen Wissenschaften kennen lässt. Es ist [[Para Vidya]] oder Brahma Vidya, das Erkennen des unsterblichen [[Atman]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
34. Unübertrefflich muss der Lehrer sein, der Brahma Vidya lehrt. Unübertrefflich muss auch der [[Schüler]] sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
35. Brahma [[Jnani]]s und befähigte [[Aspirant]]en sind sehr, sehr rar in der [[Welt]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
36. Wer mit den vier [[Absicht]]en - [[Viveka]] (Unterscheidungskraft), [[Vairagya]] (Leidenschaftslosigkeit), [[Shat Sampat]] (sechsfache Tugenden), [[Mumukshutva]] (Sehnsucht nach Befreiung) - ausgestattet ist, der ist für den [[Weg]] des [[Jnana Yoga]] befähigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
37. Von Tausenden, die von Atman hören, die [[Gott]] suchen, erkennt einer Atman. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
38. Der Atman kann nicht leicht erkannt werden, wenn Er von einem Unerfahrenen, der selbst Atman nicht erkannt hat, gelehrt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
39. Der Atman kann nicht durch Behauptung und Beweisführung erkannt werden, denn Er ist transzendent, jenseits von [[Verstand]] und [[Intellekt]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
40. Der Intellekt ist ein vergängliches Instrument, bedingt durch [[Zeit]], [[Raum]] und [[Ursache]]. Nur durch Behauptung kommen wir zu keiner endgültigen [[Entscheidung]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
41. Ein [[Mensch]] mit niederem Intellekt wird von einem Menschen mit hohem Intellekt besiegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
42. Argumentieren ist nur ein Jonglieren mit [[Wort]]en. Es ist intellektuelle [[Gymnastik]] und sprachliche Kriegsführung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
43. Wer sein [[Leben]] nur mit Argumentieren verbringt, ist im dichten [[Dschungel]] von Dunkelheit und Nichtwissen gefangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
44. Höre auf zu argumentieren und werde still, wende dich nach Innen und meditiere.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
45. Der Atman ist nur durch stille [[Meditation]] zu erfahren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
46. [[Brahma]] [[Jnana]] kann nicht durch Behauptung und Beweisführung erlangt werden. Man muss das [[Brahman]]-[[Bewusstsein]] durch [[spirituell]]e [[Erfahrung]] erlangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
47. Es ist leicht, Brahman zu verstehen und zu erkennen, wenn von einem verwirklichten Lehrer gelehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
48. Das [[Ewige]] kann nicht durch Vergängliches erkannt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
49. Das Ewige ist unveränderlich, es kann nicht durch Veränderliches erkannt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
50. Selbst [[Hiranyagarbha]] ist nichts im Vergleich zu [[Para Brahman]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
51. Der Atman ist [[feinstofflich]] und innewohnend. Er liegt in der [[Höhle]] des [[Herz]]ens verborgen. Deshalb ist er schwer zu erkennen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
52. Der [[Weise]] zieht seine [[Sinn]]e von den Objekten im Außen zurück, erkennt den Atman durch Meditation auf das Selbst und ist frei von [[Freude]] und [[Leid]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
53. Der Atman ist jenseits von Freude und Leid. Er ist [[Glückseligkeit]]. Er ist [[Satchidananda]] [[Svarupa]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
54. [[Glück]] und Leid, Freude und [[Kummer]] sind nur Modifikationen des [[Geist]]es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Upanishaden Sadhana===&lt;br /&gt;
55. Der Weise meditieret auf den Atman, erkennt Ihn, den Unsichtbaren, den Unergründlichen, den in der Höhle des Herzens Verborgenen, den in der Hölle Weilenden, den in der Intelligenz Erscheinenden und ist frei von Freude und Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
56. Der Aspirant hört alles über den Atman von seinem befähigten Lehrer und erfasst Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
57. Dann trennt er den Atman von Körper und Geist durch Unterscheiden zwischen Wirklich und Nichtwirklich, meditiert auf den Atman und erkennt Ihn durch seine Intuition. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
58. Diese Welt wird von Dharma getragen. Brahman ist das Zentrum des Dharmas. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
59. Warum führt ein Mensch ein rechtschaffenes Leben? Weil er nur durch das Erkennen von Brahman wirklich genießen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
60. Das Prinzip (Svarupa) von Brahman ist Glückseligkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
61. Sinnesfreuden sind nur flüchtige Eindrücke, angeregt durch Reizung der Neven. Es sind nur Reaktionen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
62. Brahman ist Fülle, Einheit, Ewigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
63. Brahman ist anders als Tugend und Laster, anders als Ursache und Wirkung, anders als Vergangenheit und Zukunft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
64. Tugend und Laster, Vergangenheit und Zukunft sind nur mentale Schöpfungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
65. Zeit ist nur ein Wert des Geistes, ebenso nur eine mentale Schöpfung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
66. In Isvara besteht gleichzeitige Wahrnehmung. Alles ist nur. Alles ist nur jetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
67. Brahman ist Ewigkeit. Es ist jenseits von Zeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
68. Das Ziel, das die Veden verkünden und für das der Aspirant in Brahmacharya lebt, dieses Ziel ist OM.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
69. Buße und Brahmacharya führen zum Erkennen von Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Pranava===&lt;br /&gt;
70. OM ist auch unter den Namen Pranava, Ekakshara und Omkara bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
71. OM ist ein Symbol (Pratika) für Brahman. Es ist Klang (Sabda Brahman).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
72. OM ist der Urklang, die erste Manifestation Brahmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
73. OM ist das geeignetste Symbol für Brahman. Es besteht aus drei Buchstaben - A, U, M.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
74. Klang, Wort und Name sind untrennbar verbunden mit dem Gedanken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
75. OM ist wahrlich Brahman. OM ist wahrlich das Höchste. Der OM kennt erlangt alles was er wünscht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
76. OM ist Brahman Selbst. OM und Brahman sind untrennbar miteinander verbunden. Über OM sollte wie über Brahman Selbst meditiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
77. OM ist ein Symbol, sowohl für Saguna als auch für Nirguna Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
78. Wer auf OM mit Saguna (gestalthaft) Bhava meditiert, der wird Saguna Brahman erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
79. Wer auf OM mit Nirguna (gestaltlos) Bhava meditiert, der wird Nirguna Brahman erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
80. Das manifestierte Brahman sollte erreicht werden. Das unmanifestierte Brahman sollte erkannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
81. OM ist die beste Hilfe. Es ist das beste Mittel, um das Manifeste (Saguna Brahman) oder das Höchste (Nirguna Brahman) zu erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
82. Wer auf Brahman meditiert wird eins mit Brahman und wird geeignet, wie Brahman verehrt zu werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
83. Der Kenner Brahmans wird Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
84. OM ist die wertvollste Hilfe. Wer diese Hilfe kennt wird in dieser Welt als Brahman verehrt. Er wird wie Brahman verehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Wesen des Höchsten Selbst===&lt;br /&gt;
85. Der Atman ist ohne Geburt und ohne Tod. Er entstand nicht aus etwas. Er ist ewig. Er stirbt nicht, wenn der Körper stirbt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
86. Brahman wurde nicht hergestellt wie ein Topf aus Lehm. Er ist frei von Bedingung. Er ist frei von Modifikationen wie sie Dingen eigen sind, die eine Form besitzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
87. Brahman ist unvergänglich und unveränderlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
88. Brahman ist frei von Veränderung und Entwicklung, Es ist unvergänglich und unveränderlich. Es ist archaisch (Purana).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
89. So wie die Luft im Topf nicht davon berührt wird, wenn der Topf zerbricht so, ist der Atman nicht davon berührt, wenn der Körper stirbt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
90. Der Atman ist feinstofflich, kein Schwert kann Ihn töten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
91. Unwissende glauben, der Körper sei Atman und identifizieren die Seele mit dem Körper. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
92. Wenn der Mörder denkt: ‚Ich töte‘, dabei den Körper für die Seele haltend, und wenn der Ermordete denkt: ‚Ich wurde getötet‘, dann kennen beide den Atman nicht. Beide sind unwissend. Die Seele tötet nicht und kann nicht getötet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
93. Der Atman, feiner als fein, größer als groß, weilend im Herzen eines jeden Wesens. Wer wunschlos ist, ruhig im Geist, die Sinne zurückgezogen hat, der behält die Würde des Selbstes und wird frei von Kummer und Leid.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
94. Die Seele einer Ameise ist dieselbe wie die eines Elefanten. Nur ein Bewusstsein weilt in allen Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
95. Die Essenz aller Wesen ist der Atman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
96. Der Atman wird von der Welt überlagert, so wie das Seil von der Schlange überlagert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
97. Für sich allein hat die Welt keine eigene Existenz, alles ist Atman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
98. Der Atman ist weit, Er ist überall, denn Er ist alldurchdringend und ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
99. Der Atman frohlockt und frohlockt nicht. Er genießt die Welt in ihren Begrenzungen. Er ist der stille Zeuge in seinem reinsten Wesen, und so frohlockt Er nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
100. Befähigte Aspiranten, ausgestattet mit einem feinen, scharfen und reinen Intellekt, lernbegierig und mit den vier Absichten (siehe Vers 36) vertraut, können den Atman erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
101. Der Weise, der den Atman als körperlos erkannt, nur im vergänglichen Körper weilend, erhaben und alldurchdringend, kennt kein Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
102. Der Atman ist körperlos im Körper weilend. Er ist unveränderlich inmitten Veränderlichem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
103. Die Weisen, die das Selbst erfahren haben und den Atman erkannt durch direkte intuitive Wahrnehmung (Aparokshanubhuti), kennen kein Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wer erreicht Atma Jnana===&lt;br /&gt;
104. Der Atman kann nicht erkannt werden durch das Studium der Veden, durch Intelligenz oder Hören. Der, den das Selbst erwählt, der kann das Selbst erkennen. Dem enthüllt der Atman Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
105. Den Atman kann nur der erkennen, der wunschlos ist und nach Wissen strebt. Dem enthüllt der Atman Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
106. Das Selbst dessen, der nach Wissen strebt, enthüllt sich ihm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
107. Nur der Aspirant, der Atman sucht erkennt Atman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
108. Der Atman wird nur von dem erkannt, den Gott erwählt, dem Gott Seine Gnade gewährt, den Er liebt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
109. Wer nicht von Untugenden ablässt, wer seine Sinne nicht unter Kontrolle hat, wessen Geist nicht einpünktig und geläutert ist, der kann Atman nicht erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metaphysik des Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
110. Da sind zwei, Paramatman (die höchste Seele) und Jivatman (die verkörperte Seele). Paramatman ist das Licht, Jivatman ist der Schatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
111. Paramatman kennt weder Handlung noch Früchte daraus. Er ist stets der stille Zeuge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
112. Das gegenüberliegende Ufer von Samsara ist Moksha (Befreiung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
113. Der Körper ist der Wagen, der Atman ist der Herr des Wagens, der Intellekt ist der Wagenlenker, der Geist ist die Zügel, die Sinne sind die Pferde, die Objekte sind die Straße. Der Atman, vereint mit Sinnen und Geist, ist der Genießer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
114. Der reine Atman ist tatenlos (Nishkriya). Er ist untätig (Akarta).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
115. Der Atman erscheint als der Genießer, so Er sich mit dem Geist, den Sinnen und dem Körper durch Avidya verbindet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
116. Der Geist agiert und genießt durch Sinne und Körper. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
117. Die Eigenschaften von Geist, Sinnen, Prana und Körper werden auf den Atman übertragen und die Attribute des Atmans werden auf Geist, Sinne, Prana und Körper übertragen. Dies wird wechselseitige Übertragung (Anyonya Adhyasa) genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
118. Durch diese Übertragung erscheint der empfindungslose Geist intelligent zu sein und der unreine und empfindungslose Körper wird für den reinen und empfindungsfähigen Atman gehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
119. Der reine Atman nimmt die Erscheinung des Jivas an und aufgrund der durch Avidya ausgelösten Übertragung verfällt Er in das Leid von Samsara - Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
120. Die Essenz des Jivas ist Satchidananda Svarupa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121. Wenn Avidya durch das Erkennen des Selbstes überwunden ist, wird man eins mit Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wichtigkeit von Selbstkontrolle===&lt;br /&gt;
122. Wer keine Unterscheidungskraft besitzt und seinen Geist nicht unter Kontrolle hat, dessen Sinne sind derart unkontrollierbar wie wilde Pferde durch den Kutscher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
123. Wer nicht ausgestattet ist mit Unterscheidungskraft zwischen Wirklich und Nichtwirklich, wer nicht fähig ist, zu unterscheiden was zu tun ist und was nicht zu tun ist, wer seinen Geist nicht unter Kontrolle hat, der ist ein unfähiger Fahrer seines Körpers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
124. Wer Wissen besitzt, Geist und Sinne stetig unter Kontrolle hält, dessen Pferde sind gezähmt durch den Kutscher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
125. So wie ein guter Kutscher seine Pferde durch die Zügel kontrolliert, so kontrolliert der gute Fahrer diese Körper-Kutsche durch Verstehen, Unterscheidungskraft und Willen.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
126. Die Sinne werden kontrolliert durch den kontrollierten Geist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127. Kontrolle der Sinne ist ein indirektes Mittel um das Ziel, Moksha, zu erlangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
128. Wer keine Unterscheidungskraft besitzt, wer seinen Geist nicht unter Kontrolle hat, wer nicht geläutert ist, der kann das Ziel nicht erreichen, er gerät immer wieder in den Kreislauf von Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
129. Wer versteht, wer seinen geläuterten Geist stets unter Kontrolle hat, der erreicht das Ziel und wird nicht mehr geboren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
130. Wer als Fahrer eine scharfsinnige Intelligenz und als Zügel einen gut kontrollierten Geist besitzt, der erreicht am Ende seiner Reise das Reich Vishnus.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
131. Der kluge Kutscher lenkt die Pferde durch die Zügel und fährt die Kutsche sicher ans Ziel, das Ende der Reise. Ebenso erreicht der Jiva sein Ziel, das Reich Vishnus, auf der Straße des Samsaras, wenn er durch Unterscheidungskraft Geist und Sinne lenkt.&lt;br /&gt;
Die innere Ordnung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
132. Hier werden die aufsteigenden Stufen des Feinstofflichen beschrieben. Jenseits der Sinne sind die Anfänge, jenseits der Anfänge ist der Geist, jenseits des Geistes ist der Intellekt, jenseits des Intellekts ist der kosmische Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133. Jenseits des kosmischen Intellekts ist das Unmanifestierte (Avyakta). Jenseits des Unmanifestierten ist der Purusha. Jenseits des Purushas ist nichts. Das ist das Ende, das ist das höchste Ziel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
134. Überlegenheit wird gewichtet nach der Feinstofflichkeit. Das Feinstoffliche ist dem Grobstofflichen überlegen. Das Feinstofflichere ist dem Feinstofflichen überlegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
135. Der Atman ist das feinstofflichste Vastu (Substanz). Er ist allem überlegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
136. Die Ursache ist feinstofflicher als die Wirkung.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
137. Die fünf Grundlagen der Materie sind den Sinnen überlegen, denn die Sinne werden durch die Grundlagen der Materie geformt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
138. Der Geist ist den Grundlagen überlegen, denn er ist feinstofflicher und wird durch die feinstofflichen Tanmatras (Sukshma Bhutas) in ihrer feinsten Prägung geformt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
139. Die fünf Elemente sind die Auswirkungen der Tanmatras.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
140. Der Geist ist der Seher (Drik), die Objekte sind das Gesehene (Drishya).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
141. Der Geist ist inwendiger als die Sinne. Deshalb ist der Geist den Objekten überlegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
142. Der Intellekt ist dem Geist überlegen, denn der Intellekt ist feinstofflicher, erhabener und inwendiger als der Geist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
143. Der Geist gibt den Gedanken an den Intellekt. Der Intellekt untersucht, entscheidet und kommt zu einer endgültigen Lösung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
144. Der Intellekt ist der Ministerpräsident des Atmans. Er handelt wie ein Oberrichter am Obersten Gerichtshof. Er steht dem Atman ganz nahe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
145. Der Geist ist nur ein Instrument. Er arbeitet durch die Intelligenz, die sich in ihm reflektiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
146. Hiranyagarbha ist der Mahat Atman. Er ist die kosmische Intelligenz. Er ist das universelle Leben. Er ist die Summe aller individuellen Seelen. Er ist der Erstgeborene des Unmanifestierten (Avyakta).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
147. Avyakta ist der Same aller Welten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
148. So wie der Baum potentiell im Samen enthalten ist, so ist die Welt potentiell in Avyakta enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
149. Die drei Gunas sind das Gleichgewicht in Avyakta.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
150. Materie, Energie und Klang sind potentiell in Avyakta enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
151. In Pralaya geht die Welt in Avyakta ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
152. Avyakta geht in Para Brahman ein wie Kette und Schuss. Es ist das Gewebe aller Potenzen von Ursache und Wirkung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
153. Der Purusha ist die Ursache aller Ursachen. Er ist Fülle. Deshalb wird er Purusha genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
154. Der Atman ist das Ende, das höchste Ziel. Hier enden Feinheit und Erhabenheit.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
155. Wer den Purusha erkennt wird nicht mehr in Samsara geboren. Er erreicht Moksha. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156. Der Atman ist in allen Wesen verborgen, nur die Seher nehmen Ihn wahr, durch ihren scharfen und feinen Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
157. Aufgrund von Avidya kann der Mensch, obwohl sein Wesen Brahman ist, die Wahrheit ‚Ich bin Brahman‘ nicht ermessen. Selbst dann nicht, wenn man sie ihn lehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
158. Doch weiß er, dass er der Sohn von dem und dem ist. Selbst wenn man ihn dieses nicht lehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159. Mula Prakriti, Pradhana, Avyakta, Avyakriti und Maya sind gleichbedeutende Begriffe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der inwendige Pfad des Yogas===&lt;br /&gt;
160. Der unwissende weltliche Mensch hält seinen Körper für Atman und wandert in Selbsttäuschung durch Samsara. Wie rätselhaft Avidya doch ist! Wie tief und unergründlich Maya doch ist! Wie fantastisch und undurchschaubar Moha doch ist!  (Avidya – Unwissenheit, Maya – Illusion, Moha – Verblendung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
161. Der Atman strahlt nicht für die, die einen unreinen, engen und groben Intellekt haben, doch Er wird erkannt von denen, die einen reinen, scharfen und feinen Intellekt haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
162. Der Intellekt wird rein und scharf erhalten, indem man über Brahman hört, reflektiert und meditiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
163. Der Weise versenkt seine Sinne in den Geist, den Geist in den Intellekt, den Intellekt in den kosmischen Intellekt und den kosmischen Intellekt in den friedvollen Atman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
164. Ziehe die Sprache und andere Werkzeuge zurück durch Versenkung (Pratyahara) und Selbstkontrolle (Dama).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
165. Verschmelze den Geist mit dem Intellekt, mit Hiranyagarbha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
166. Verschmelze Hiranyagarbha mit dem friedvollen Atman (Santa Atman), dem reinen, unbedingten Para Brahman, dem Nährboden für alles, dem Unwandelbaren, dem Selbst, dem Zeugen aller Modifikationen des Intellekts. Das ist der Prozess des Verschmelzens des Geistes mit dem Unendlichen, Laya Chintana.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
167. Praktiziere Innenschau und Selbstanalyse. Kontrolliere den niederen Geist durch den höheren. Beende alle Aktivitäten der Sinne und richte das Bewusstsein auf den Geist. Dann ziehe das Bewusstsein vom Geist zurück und richte es auf den Intellekt. Ziehe das Bewusstsein vom Intellekt zurück und richte es auf die kosmische Intelligenz. Schließlich ziehe das Bewusstsein von der kosmischen Intelligenz zurück und richte es auf das absolute Bewusstsein, auf Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
168. So wie die Schildkröte ihre Glieder einzieht, so ziehe die Sinne zurück in den Geist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
169. Der Intellekt wird Mahat Atman genannt, weil er Geist und Sinne durchdringt. Er ist ihr inneres Prinzip. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
170. Verschmelze den Intellekt mit Mahat Atman, Hiranyagarbha. Lasse deinen Intellekt klar und rein werden wie Hiranyagarbha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
171. Erhebe dich, erwache! Lerne von großen Lehrern, erkenne Atman. Der Weg führt auf einer scharfen Klinge, schwierig ist er zu gehen, sagen die Weisen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
172. Sind Sinne, Geist, Intellekt und Mahat Atman mit Para Brahman verschmolzen, erfährt man Glückseligkeit, ewigen Frieden und erlangt Moksha. Man erfährt das wahre Wissen über das Selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
173. Das Wasser der Luftspiegelung vergeht, die Schlange im Seil löst sich auf und das Blau des Himmels entweicht, sobald das wahre Wesen der Luftspiegelung, des Seiles und des Himmels erkannt ist. Ebenso verlieren sich Name, Form und Handlung, da sie auf falschem Wissen beruhen und vom Wesen her Ursache, Wirkung und Frucht sind, wenn Atman erkannt ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
174. Erhebe dich, Mensch, aus dem Morast des Samsaras, wende dich spirituellem Wissen über Atman zu. Höre auf, über weltliche Gebilde zu sinnieren.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
175. Erwache aus dem Schlummer in Unwissenheit. Beende den Schlaf, den Samen allen Leides. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
176. Suche hervorragende Lehrer, Brahma Nishtha, Brahma Srotriya Gurus, die Atman erkannt haben. Erkenne Atman so wie sie es dich lehren. Fühle ‚Ich bin Das‘, Soham.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
177. Er hat Das erkannt, das ohne Klang, ohne Berührung, ohne Gestalt, ohne Verfall, ohne Geschmack, ohne Geruch, ohne Anfang, ohne Ende, jenseits des Intellekts ist, ewig und unveränderbar. Er ist dem Rachen des Todes entkommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
178. Der Atman ist transzendent, jenseits aller Vorstellungen. Er ist jenseits von Materie. Er ist reiner Geist. Er ist reines Bewusstsein.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
179. Der Atman ist jenseits von Geist und Sprache. Jenseits von Klang, Berührung, Geschmack und Geruch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
180. Der Atman ist Glückseligkeit und Wissen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
181. Die Erde ist grob. Der Körper ist grob. Doch der Atman ist feiner als das Feine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
182. Klang, Berührung, Geschmack und Geruch existieren nicht in Atman. Deshalb kann Er nicht erlöschen, Er kann nicht steigen und nicht sinken.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
183. Etwas das vergeht ist flüchtig. Der Atman ist ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
184. Was einen Anfang hat, hat eine Wirkung und geht in die Ursache ein. Deshalb ist es nicht ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
185. Der Atman hat keine Ursache in die Er eingehen könnte. Er ist die Ursache von allem und hat keine Wirkung. Da Er keine Wirkung hat, ist Er ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
186. Vergängliche Objekte, wie Bäume, Blumen, Körper, haben einen Anfang und ein Ende. Der Atman jedoch ist ohne Anfang und ohne Ende, da Er ewig ist.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
187. Vernachlässige das nicht. Das ist deine erste Pflicht. Das ist deine höchste Pflicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
188. Da der Atman feinstofflich ist, ist der Pfad des Wissen, der zu Ihm führt, schwierig zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
189. Der Aspirant, der auf der Klinge wandelt muss vorsichtig, wachsam, bestrebt und intelligent sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
190. Es versteht sich von selbst, dass ein Guru unverzichtbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
191. Die Upanishaden sind Aufzeichnungen der intuitiven Erfahrungen großer Weiser und Seher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
192. Der Atman ist verschieden vom Intellekt, denn Er ist der stille Zeuge, das absolute Wissen und die Seele aller Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
193. Nur das Unveränderliche kann als ewig bezeichnet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
194. Wer den Atman erkannt hat ist dem Rachen des Todes entkommen. Er ist frei von den Fesseln von Geburt und Tod. Er ist frei von den drei Blockaden (Granthi) Unwissenheit, Wunsch und Handlung. Er erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Philosophie des Sehnsucht===&lt;br /&gt;
195. Das aus Sich Selbst Seiende (Brahman) schuf die nach außen gerichteten Sinne. Deshalb sieht der Mensch das externe Universum und nicht das innewohnende Selbst (Atman). Doch der Weise wendet Sinne und Augen von den äußeren Sinnesobjekten ab, sehnt sich nach Unsterblichkeit und erkennt den Atman in sich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
196. Es ist nicht möglich, Licht und Dunkelheit zur gleichen Zeit am gleichen Ort zu haben. Es ist nicht möglich, Sinnesfreuden und Glückseligkeit zur gleichen Zeit zu erlangen. Es ist nicht möglich, in Sinnesfreuden zu schwelgen und das innere Selbst zur gleichen Zeit zu erblicken. Es ist nicht möglich, den Mammon und Gott gleichzeitig anzubeten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
197. Der Unwissende läuft den externen Objekten der Begierde hinterher und gerät in den Fallstrick des Todes. Doch der Weise, das Wesen der Unsterblichkeit kennend, trachtet nicht nach den flüchtigen Objekten hier auf Erden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
198. Die zwei Hindernisse die dem Erkennen des Selbstes im Wege stehen sind die Tendenz der Sinne, externen Objekten zu verfallen und der Wunsch nach Freuden in dieser und der nächsten Welt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
199. Die Sinne suchen im Außen aufgrund von Vikshepa Sakti (Rajas).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
200. Nicht nur die Augen, alle Sinnesorgane müssen von ihren jeweiligen Objekten zurückgezogen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
201. Der Grund für Wünschen ist Unwissenheit. Wünschen entsteht aus Avidya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
202. Wenn Rajas in den Sinnen durch Sattva erdrückt wird gehen die Sinne in den Geist ein. Sie wenden sich nicht mehr nach außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
203. Der Mensch hat seine Göttlichkeit vergessen aufgrund von Unwissenheit. Sein Geist folgt den Sinnesfreuden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
204. Unwissende, die weder Verstand noch Unterscheidungskraft besitzen, rennen externen Objekten hinterher und verfangen sich so in den Maschen des Todes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
205. Der Atman steigt nicht und sinkt nicht. Er ist unveränderlich und unsterblich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
206. Die Weisen, die die Glückseligkeit des Atmas genießen, kümmern sich nicht um Sinnesfreuden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
207. Die Summe der Sinnesfreuden ist nur ein Tropfen im Vergleich zu der Glückseligkeit des Atmans. Der Atman ist der Ozean der Glückseligkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
208. Der Wunsch nach Sinnesfreuden steht dem Wissen über das Selbst entgegen. Er steht dem Erkennen des Selbstes entgegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
209. Würde jemand Zucker essen, wenn Mangos reichlich vorhanden sind?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
210. Dem Selbst, durch das wir Form, Geschmack, Geruch, Klang und Berührung erfahren, bleibt nichts verborgen. Wahrlich, Dieses ist Das (Brahman). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
211. Der Atman ist absolutes Wissen. Er ist absolutes Bewusstsein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
212. Was in dieser Welt bleibt dem Atman verborgen? Alles ist dem Atman bekannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
213. Geist und Intellekt sind unempfänglich. Sie borgen ihr Licht von Atman. So wie der Mond Licht von der Sonne borgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
214. Geist, Intellekt und Sinne erfüllen ihre Aufgaben durch das Licht des Atmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
215. Der Atman steht hinter allen Wahrnehmungen von Sinnen, Geist und Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
216. So wie Eisenspäne sich hin zum Magnet bewegt. So bewegen sich Geist, Sinne und Intellekt hin zu Atman.&lt;br /&gt;
Jenseits von Furcht und Leid &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
217. Das, wahrlich, ist der Atman, verschieden von Tugend und Untugend, Ursache und Wirkung. Er ist Vishnu, darüber hinaus ist nichts.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
218. Der Weise weiß, dass alles was er im Wachen und im Traum wahrnimmt, der allgegenwärtige Atman ist. Er leidet nicht mehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
219. Turiya (der vierte Zustand) übertrifft Wachen, Schlaf und Tiefschlaf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
220. Der Atman ist der stille Zeuge der drei Bewusstseinszustände. Er wird Turiya genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
221. Durch Atman alleine ist man sich des Träumens und Wachens bewusst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
222. Wer den ewigen Atman erkennt wird absolut furchtlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
223. Furcht erscheint nur, wenn man am Körper anhaftet, wenn man sich mit dem Körper identifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
224. Wer sich mit seinem physischen Körper identifiziert versucht, ihn zu schützen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
225. Wo immer Anhaftung herrscht, herrschen auch Furcht und Ärger. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
226. Der Atman ist Eins ohne ein Zweites und ewig, so Er erkennt ist, was will man dann vor wem schützen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
227. Der Weise sieht das Selbst überall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
228. Der Weise steht über dem Körperbewusstsein. Er wird vollkommen furchtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
229. Atman zu kennen heißt, Atman zu verwirklichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
230. Atman zu kennen heißt, Atman zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Einheit von Brahman, Mensch und Welt===&lt;br /&gt;
231. Brahman erscheint als Jiva durch den Upadhi (begrenzende Beifügung) Avidya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
232. Brahman erscheint als Hiranyagarbha durch den Upadhi Maya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
233. Die Gesamtheit aller Jivas (Samashti) ist Hiranyagarbha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
234. Der Jiva ist der mikrokosmische Aspekt Brahmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
235. Wenn der Upadhi weicht werden Hiranyagarbha und Jiva eins mit Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
236. Hiranyagarbha ist die erste Manifestation Brahmans durch Meditation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
237. Brahman, Hiranyagarbha genannt, entstand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
238. Hiranyagarbha ist kosmischer Prana oder kosmische Intelligenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
239. Alle Götter weilen in Brahman, wie die Speichen in der Nabe. Alle Götter hängen von Brahman ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
240. So wie die Welle nicht verschieden ist vom Ozean, so wie Goldschmuck nicht verschieden ist von Gold, so ist diese manifestierte Welt nicht verschieden von Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
241. Der Unterschied besteht nur im Namen. So wie das Seil als Schlange erscheint, so erscheint Brahman in Name, Gestalt und Handlung, (Nama, Rupa, Kriya) durch Avidya (Unwissen) beziehungsweise Maya (Illusion).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
242. Wer denkt: ‚Ich bin verschieden von Brahman‘, der wird wiedergeboren und stirbt. Doch wer fühlt: ‚Ich bin wahrlich das alldurchdringende, unsterbliche Satchidananda Brahman‘, der erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
243. Brahman ist die Verkörperung der ewigen Erkenntnis (Nitya Vijnanaghana Svabhava).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
244. Brahman ist frei von Eigenschaften des Samsaras (Sarva Samsara Dharma Varjitam).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
245. Die Höchste Seele ist identisch mit der individuellen Seele und mit der gesamten Schöpfung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
246. Das Fehlen von Unterscheidungsfähigkeit ist der Grund für Wiedergeburt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ästhetik und das Selbst===&lt;br /&gt;
247. Allein durch den Geist kann Brahman erkannt werden. Es gibt keinen Unterschied zwischen Geist und Brahman. Wer einen solchen sieht geht von Tod zu Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
248. Der Geist ist zweigestaltig, Suddha Manas - der reine Geist, und Asuddha Manas - der verunreinigte Geist, angefüllt mit Vasanas, Ego und Gier. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
249. Brahman kann nur erkannt werden durch einen geläuterten Geist. Dazu lese man die Schriften, lerne bei einem Lehrer, praktiziere die vier Absichten (siehe Vers 36) und meditiere stetig auf das Selbst.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
250. So man das Selbst erkannt hat verschwindet die Unwissenheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
251. Der Weise erkennt Brahman in allem, nichts anderes existiert. Die Welt ist die Manifestation Brahmans allein, sie ist in ihrem Wesen nicht verschieden von Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
252. Wer Verschiedenheit sieht,  mit von Unwissenheit verdunkelten Augen, geht von Tod zu Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
253. Daumengroß sitzt der Purusha in der Mitte des Körpers. Er ist der Herr der Vergangenheit und der Zukunft, nachdem er Ihn erkannt hat kennt der Weise keine Furcht mehr. Dieses ist Das. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
254. Der Purusha weilt im Herzen. Der Atman wird Purusha genannt, weil Er in der Stadt (Puri) des Körpers weilt und weil alles von Ihm durchdrungen ist, die ganze Welt ist Seine Fülle. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
255. Der Atman ist grenzenlos, die Größe eines Daumens ist nur ein Hilfsmittel zur Meditation für Anfänger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
256. Zu Beginn meditiert der Aspirant auf den Atman als ein im Herzen strahlendes Licht (Jyoti) in Größe eines Daumens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
257. Nachdem der furchtlose, unsterbliche Atman erkannt ist, ist die Furcht vergangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
258. Brahman ist der perfekte Purusha. Er ist die Seele, die im Herzen eines jeden Menschen weilt. Er ist der Herrscher über das Wissen. Es ist verborgen in Herz und Geist. Wer so weiß erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
259. Brahman ist eine Flamme ohne Rauch. Es ist der Herr über Vergangenheit und Zukunft. Nur Es allein ist heute und wird morgen sein. Dieses ist wahrlich Das. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
260. Brahman ist ewig, unsterblich (Kutastha) und unbewegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
261. Brahman weilt in allen Lebewesen heute, und wird es sicher auch morgen noch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
262. Der Regen fällt auf den Berg, das Wasser rinnt hinunter ins Tal, verteilt sich und verliert sich.  Der Unwissende sieht Unterschiede im Leben; denkt, verschiedene Selbste seien in verschiedenen Körpern; denkt, die Welt sei verschieden von Brahman und die einzelnen Seelen seien verschieden von anderen Seelen und von der Höchsten Seele; sieht Dinge als verschieden von der Seele; hat nicht das Substrat von allem erkannt; hat nicht die Nichtzweiheit Brahmans und Seine ewige, unsterbliche, unwandelbare Einheit erfasst. Dieser Unwissende ist gefangen im Kreislauf von Geburt und Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
263. Reines Wasser in reines Wasser gegossen wird eins mit dem reinen Wasser. Die geläuterte individuelle Seele wird eins mit der Höchsten Seele, so sie das Höchste Selbst durch Intuition erkannt hat, die Vorstellung von Unterschieden durch das Wissen über Atman überwunden hat, die Einheit von Selbst und Atman erkannt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
264. Der Aspirant sollte unerschütterliches Vertrauen in die Lehren der Srutis haben. Ohne dieses Vertrauen gibt es kein Erkennen des Selbstes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der innere Herrscher===&lt;br /&gt;
265. Die Stadt Brahmans, dessen Wissen ewig ist, hat elf Tore. Brahman verehren lässt Kummer vergehen und befreit von allen Bindungen, man wird frei. Dieses ist wahrlich Das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
266. Zwei Augen, zwei Ohren, zwei Nasenlöcher, ein Mund, das sind sieben Tore. Der Nabel und die zwei unteren Öffnungen sind zusammen zehn. Das elfte ist Brahmarandhra, die Öffnung Brahmans, die Fontanelle. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
267. So wie eine Stadt einem König gehört, er jedoch unabhängig von der Stadt ist, so gehört der Körper einem König (Atman), der unabhängig vom Körper ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
268. Wer auf Brahman meditiert und das Selbst erkannt hat, der ist frei von Kummer. Er ist frei von allen Bindungen und frei vom Kreislauf von Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
269. Der Weise ist frei von Wünschen und den Fesseln, die Karma erschafft. Er wird vollkommen furchtlos. Er nimmt keinen weiteren Körper an. Er geht in Brahman ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
270. Brahman schickt Prana nach oben und Apana nach unten. Dieses Verehrungswürdige, im Inneren weilend, verehren die Götter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
271. Fünf Prinzipien der Lebenskraft kennen wir, Prana, Apana, Vyana, Udana und Samana. Es gibt weitere fünf untergeordnete Pranas (Upapranas). Der höchste Prana, Mukhyaprana, nimmt die zehn Formen an, je nach Aufgabe eines jeden einzelnen Pranas (Vritti Bheda).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
272. Prana ist Odem. Apana hat die Funktion der Ausscheidung. Vyana lässt das Blut zirkulieren. Udana lässt die Stimme wirken. Samana hat die Funktion der Verdauung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
273. Prana ist nicht Atem. Prana ist Lebensenergie. Atem ist nur eine der vielen Manifestationen von Prana. Prana ist mit Atem verbunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
274. Geist und Sinne verehren ihren Herrn, den Atman, indem sie die ihnen zugeteilten Aufgaben erfüllen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
275. Sie stimmen ihren Herrn, den Atman, günstig, indem sie die verschiedenen Wahrnehmungen, Form, Klang, Geruch, Geschmack und Berührung, Ihm darbringen, so wie das Volk den König günstig stimmt, indem es ihm Gaben darbringt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
276. Sinne, Geist und Prana sind stets damit beschäftigt, dem Atman zu dienen und Ihn zu erfreuen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
277. Der Atman allein leitet Geist, Sinne und Prana in den ihnen zugeteilten Aufgaben an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
278. Die fünf Sinnesorgane sammeln Empfindungen aus der Außenwelt und bringen sie dem Atman dar. Das ist ihre Art der Verehrung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
279. Sobald der Atman den Körper verlässt, löst dieser sich auf. So wie ein Volk sich auflöst, wenn der König aus dem Land gejagt wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
280. Der Sterbliche lebt weder durch Prana noch durch Apana, sondern durch Das, von dem diese beiden abhängen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
281. Die wahre Grundlage des Lebens ist der Atman. Prana, Apana, Vyana, Udana und Samana können nicht die Grundlage des Lebens sein. Sie arbeiten nur zusammen zum Wohle des Atmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
282. Der Körper löst sich auf, wenn Prana und Apana ihn verlassen und sich der Atman zurückzieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
283. Ein Haus besteht zum Wohle des Besitzers, der verschieden ist vom Haus und sein Herr ist. Prana, Apana, Vyana, Udana, Samana, die Sinne und der Geist bestehen zum Wohle des Atmans, der verschieden von ihnen ist und ihr Herr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
284. Prana und Apana hängen von Atman ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
285. Sie vollziehen ihre Pflichten in Harmonie zum Wohle des Atmas, ihres Herrn. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
286. Die Stütze der Wesen, des Pranas, der Sinne und des Geistes ist der Atman. Er ist völlig unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
287. Wie Getreide vergeht der Sterbliche und wie Getreide wird er wiedergeboren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
288. Manche Jivas gehen in einen Leib ein, um einen Körper zu erhalten, anderen gehen in anorganische Substanzen ein, je nach deren Karma und Bewusstsein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
289. Der Jiva nimmt den Körper an, den sein Karma bedingt und seinem Bewusstsein entspricht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
290. Er kann Indra werden oder sogar Hiranyagarbha. Er kann alles werden in der kosmischen Hierarchie. Er kann sein letztes Leben antreten und ein Jivanmukta, ein befreiter Weiser, werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
291. Er kann ein Muni, ein Tapasvin oder ein Yogi werden, so er sehr gute spirituelle Samskaras mit sich bringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
292. Er kann auch ein Baum oder etwas Anorganisches werden, je nach seinem Karma. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
293. Brahman ist der stille Zeuge der drei Bewusstseinszustände Wachen, Traum, Tiefschlaf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
294. Der Purusha schläft nie. Selbst wenn Prana, die Sinne und der Geist schlafen, ist Er der Zeuge (Sakshi) von allem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
295. Brahman ist ewig rein und unsterblich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
296. Brahman ist die Ursache der Welt. Alle Welten hängen nur von Ihm ab. Er ist die Stütze aller Welten. In Ihm sind alle Welten enthalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
297. Im Tiefschlaf ruhst du in Brahman. Du kommst in Kontakt mit Brahman, doch da ist der Schleier der Unwissenheit. Deshalb bist du dir Brahmans nicht bewusst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
298. In Samadhi ist dieser Schleier verschwunden. Dein reines Bewusstsein ist eins mit dem absoluten Bewusstsein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
299. Während der Geist und die Sinne im Tiefschlaf ruhen erfährst du die Glückseligkeit in Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
300. Deshalb sagst du, wenn du ins Wachbewusstsein zurückkommst: ‚Ich habe gut geschlafen, ich weiß von nichts‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
301. Dieses Erinnern an die Glückseligkeit beweist, dass Brahman ist, nichtdual, glückselig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das allgegenwärtige Selbst===&lt;br /&gt;
302. Wie das eine Feuer, sobald es in der Welt erstrahlt, verschiedene Formen annimmt, je nachdem was es verbrennt, so nimmt der ewige Atman aller Lebewesen, obwohl Eines, verschiedene Gestalten an, je nachdem in was er in der Außenwelt eingeht. Und dennoch ist Er jenseits aller Gestalt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
303. Viele sprechen, um ihre Belesenheit zu zeigen oder über anderen zu stehen. Sie sprechen nicht der Wahrheit wegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
304. Ehrliche und ernstgemeinte Gespräche mit großen Seelen, um Zweifel zu beseitigen und Klarheit zu erlangen, ist wünschenswert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
305. Ernsthafte Aspiranten mögen unter sich schwierige und abwegige Probleme erörtern. Das ist sehr hilfreich für ihr Wachstum und ihr Verständnis. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
306. Das Wissen über die Einheit mit dem Atman ist auch nach Erklärungen und Wiederholungen nicht leicht zu verstehen. Deshalb erklären die Srutis die Wahrheit über Atman durch verschiedene Darstellungen, Gleichnisse und Analogien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
307. Der Atman ist stets rein und verschieden von Gestalt. Es wird nicht im Geringsten von Gestalt berührt, denn Er ist ohne Beifügungen und feinstofflich, reines Bewusstsein, Seele, Geist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
308. Wie sollte es eine Verbindung geben zwischen Materie und Geist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
309. Der Atman nimmt durch die Upadhis verschiedene Gestalten an, Geist, Sinne, Prana, Körper, Er ist jenseits von Name und Form. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
310. Der Atman ist ein Mysterium. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
311. Die Luft nimmt, nachdem sie die Welt betreten hat, verschiedene Formen an, je nachdem in welches Behältnis sie eingeht. Der Atman nimmt ebenso verschiedene Gestalten an, je nachdem in welchen Körper Er eingeht. Dennoch ist er jenseits von Name und Form. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
312. Die Sonne, das Auge des Universums, wird nicht berührt von den Defekten des physischen Auges. Der Atman, das Wesen von allem, wird nicht berührt durch das Leid der Welt, das aus Wunsch und Karma entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
313. Die Schlange überlagert das Seil, so das Licht schwach ist. Silber überlagert Perlmutt. Die Welt und der Körper überlagern den Atman durch Avidya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
314. Das Seil bleibt von der Schlange unberührt, der Atman wird nicht berührt von Überlagerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
315. Handlung, Wirkung, Frucht (Kriya, Karta, Phala) überlagern fälschlicherweise den Atman durch Unwissen. Es sind alles nur falsche Wahrnehmungen, wie die falsche Wahrnehmung einer Schlange im Seil. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
316. Der Atman handelt nicht (Akarta) und genießt nicht (Abhokta). Er ist unberührt (Asanga, Nirlipta).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
317. Brahman ist Eines. Es ist der Herrscher, der Atman aller Wesen. Es wird nicht berührt vom Leid der Welt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
318. Brahman ist der Herr über alles. Alldurchdringend, unabhängig. Nichts ist Ihm gleich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
319. Obwohl Eines, manifestiert Es sich in verschiedenen Namen und Formen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
320. Der Weise der Es schaut erfährt ewige Glückseligkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
321. Der weltliche Mensch, bar jeder Unterscheidungskraft, erfreut sich an den Objekten im Außen. Er wird nie die Glückseligkeit Atmans genießen. Der Atman wird durch seine Unwissenheit verdeckt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
322. Für den Weisen ist das Selbst das Ewige inmitten des Transzendenten, das Bewusstsein inmitten des Bewusstseins. Es, obwohl Eines, gewährt die Wünsche vieler, weilend in ihnen. Ihnen sei ewiger Frieden. Niemand anderem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
323. Der Atman ist ewig und unveränderlich. Die Welt von Name und Form ist vergänglich und veränderlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
324. Körper, Geist, Sinne und Prana, sie alle sind gemeint mit der Bezeichnung ‚Welt‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
325. Die Welt ist ein flüchtiger Schatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
326. Der Wandel setzt eine Grundlage voraus, die ewig und unveränderlich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
327. Wandel kann nur im Unwandelbaren erfolgen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
328. Die Leinwand im Kino verändert sich nicht, doch die Bilder wandeln sich ständig. Brahman repräsentiert die Leinwand, die flüchtige Welt der Namen und Formen repräsentiert die Bilder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
329. Heißes Wasser borgt seine Hitze vom Feuer, der Intellekt borgt seine Intelligenz von Atman, der Grundlage von allem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
330. Wer den in seinem Herzen weilenden Atman erkennt erfährt ewigen Frieden. Die Unwissenden leiden in Samsara.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
331. Der Weise, der Wunschlosigkeit erreicht hat, erkennt diese unbeschreibliche Glückseligkeit von Dieses ist Das.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
332. Weder Sonne, Mond, Sterne, Blitze noch Feuer strahlen. Wenn Es strahlt, strahlt alles andere auch. Durch Sein Licht strahlen sie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
333. Der Atman strahlt aus Sich Selbst heraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
334. Etwas aus sich selbst Strahlendes benötigt keine Licht für sein Erstrahlen (Nirapeksha).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
335. Wenn du sagst, der Atman erhält Sein Licht von einem Licht, dann muss dieses Licht wiederum ein Licht haben das es illuminiert. Dies führt zu Anavasthadosha, in die Unendlichkeit. Deshalb muss der Atman aus Sich Selbst heraus strahlen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Baum des Samsaras===&lt;br /&gt;
336. Wir kennen den alten Asvattha Baum, dessen Wurzeln oben und die Äste unten sind. Das ist der Baum der Schöpfung. Das ist Brahman und nur Das wird unsterblich genannt. Davon hängen die Welten ab und niemand sieht dahinter. Dieses ist wahrlich Das. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
337. Du kannst das Wesen Brahmans erkennen, die Quelle des Samsara Baumes (Maya Vriksha), so du die Wirkung erfasst, den Samsara Baum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
338. Die Welt hat ihre Wurzeln in Brahman. Aus Brahman allein gedeiht das Universum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
339. Wie ein Baum mit der Axt gefällt werden kann, so kann der Samsara Baum ebenfalls gefällt werden. Die Axt ist Nichtanhaftung, Atma Jnana oder Kenntnis über das Selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
340. Der Samsara Baum erhält seinen Lebenssaft von seiner Quelle, Para Brahman und wächst durch den Samen der Unwissenheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
341. Hiranyagarbha oder Karya Brahman ist sein Spross. Die feinstofflichen Körper aller Lebewesen sind sein Rumpf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
342. Das Universum hat sich aus Brahman entfaltet. Brahman ist ein Donnerkeil. Wer so weiß erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
343. Prana ist Brahman. Brahman ist der Ursprung der Welt. Er ist der Herr der Schöpfung. Der Mensch erlangt Unsterblichkeit durch Wissen über Brahman. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
344. Die Aussage, die Welt sei aus dem Nichts entstanden ist absurd. Sie ist aus Brahman entstanden. Sie schwingt in Brahman. Sie ruht in Brahman. Sie geht in Brahman ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
345. Brahman ist das Substrat der veränderlichen Welt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
346. Brahman ist ohne Veränderung und ohne Bewegung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
347. Schwingung kann nur in Unbewegtem entstehen. Dieses Unbewegte ist Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
348. So wie der Diener den Anordnungen des Herrn gehorcht, so gehorcht die Welt den Schöpfungsgesetzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
349. Den Schöpfungsgesetzen kann niemand entrinnen. Niemand kann sie übertreten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
350. Alles ist unter deren Kontrolle. Schöpfung, Erhaltung, Auflösung sind einem unveränderlichen, göttlichen Gesetz unterworfen, dem niemand zuwider handeln kann. Deshalb ist Brahman, handelnd als dieses Gesetz, ein Donnerkeil. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
351. Die Brahman erkennen, den Zeugen all unserer mentalen Erregungen (Vritti), den Urgrund allen Seins, den Herrn der Schöpfungsgesetze, erlangen Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
352. Aus Furcht vor Brahman brennt das Feuer, scheint die Sonne und tun Indra, Vayu und Yama ihre Pflicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
353. Wäre Brahman nicht der Herrscher der Welt, mit dem Donnerkeil in Händen, würde die Welt nicht in Harmonie und Perfektion bestehen. Ein sinnvolles Wirken der Weltenhüter (Loka Palas) wäre nicht möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erkenne das Selbst jetzt===&lt;br /&gt;
354. Wer noch in diesem Leben hier auf Erden, vor dem Tod seines Körpers, Brahman erkennt, wird von den Fesseln der Welt befreit. Dem dies nicht gelingt kommt in einem neuen Körper zurück in die Welt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
355. Deshalb sollten ernsthafte Anstrengungen unternommen werden, vor dem Verfall des Körpers, Brahman zu erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
356. So wie man im Spiegel klar sein Spiegelbild erkennt, so kann Brahman im eigenen Intellekt klar erkannt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
357. Die Wahrnehmung wird getrübt in der Welt der Ahnen. Sie waren versunken im Genuss ihre karmischen Früchte. Auch im Traum ist die Wahrnehmung getrübt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
358. Die Reflektion unseres Bildes im Wasser ist verschwommen, so ist die Wahrnehmung des Atmans in der Welt der Gandharven ebenso verschwommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
359. In Brahmaloka kann der Atman deutlich wahrgenommen werden. Er hebt Sich ab wie Licht vom Schatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
360. Schwierig ist es, Brahmaloka zu erreichen. Besonderes Karma oder Verehrung sind nötig um es zu erreichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
361. Deshalb sollte man den Atman im Intellekt erkennen, solange man noch in der Welt weilt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
362. Der Weise hat erkannt, dass die Sinne verschieden sind von Atman, ihre Aktivitäten berühren ihn nicht mehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
363. Die fünf Sinne bestehen neben ihrer Quelle, um die ihnen zugeordneten Objekte wahrzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
364. Der Atman ist rein, unbefleckt und aus Sich Selbst strahlend. Das Wesen der Sinne unterscheidet sich vom Wesen Brahmans.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
365. Die Sinne wirken während des Wachens. Sie gehen auf beim Erwachen und unter im Tiefschlaf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
366. Der Atman geht weder auf noch unter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
367. Der Atman kennt weder Anfang noch Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
368. Sprunghaft sind Sinne und Geist und können klar von Atman unterschieden werden, der klar, unveränderbar, alldurchdringend, unteilbar, ohne Anfang und ohne Ende ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
369. Der Weise leidet nicht, er hat den Unterschied zwischen Atman und Sinne erkannt, ihr auf und ab, ihr Wachen und Schlafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
370. Der Kenner des Atmans hat das Leid überwunden und ruht in Glückseligkeit.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Höchstes Bewusstsein===&lt;br /&gt;
371. Höher als die Sinne ist der Geist. Höher als der Geist ist der Intellekt. Höher als der Intellekt ist der kosmische Intellekt, höher als Avyakta, das Unmanifestierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
372. Jenseits von Avyakta ist der Purusha, der Alldurchdringende, jenseits eines Sinnbildes. Wer Ihn erkennt erlangt Befreiung und Unsterblichkeit.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
373. Die Sinne sind verschieden von Atman, Er kann von den Sinnen im Außen nicht erfasst werden, denn Er ist das Innerste aller Dinge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
374. Das Wissen über diese Abstufung ist notwendig, um Unsterblichkeit und letztendliche Befreiung zu erlangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
375. Zum Zeitpunkt von Pralaya geht die Welt in Avyakta ein. Jenseits von Avyakta ist der alldurchdringende Purusha. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
376. Das Symbol, das durch die Sinne erkannt und verstanden werden kann, wird Linga genannt. Kein Linga zu haben ist Alinga. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
377. Wer von Ihm durch den Lehrer und durch die Sastras erfahren hat und durch Intuition, der erreicht Unsterblichkeit und letztendliche Befreiung. Er ist befreit von den Knoten des Herzens, wie Wunsch, Unwissenheit und Handlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
378. Seine Gestalt kann nicht gesehen werden. Niemand sieht Ihn mit seinen physischen Augen. Er enthüllt sich dem Aspiranten durch Kontrolle des Geistes und tiefe Meditation. Die Brahman erkennen erlangen Unsterblichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
379. Der Atman kann durch das physische Auge nicht gesehen werden, denn Er ist feinstofflich, jenseits der Wahrnehmung durch Geist und Sinne. &lt;br /&gt;
Schriften und Guru&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
380. Wer durch reinen Intellekt den im Herzen Weilenden erkennt erlangt Unsterblichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
381. Wenn die fünf Sinnesorgane zusammen mit Geist und Intellekt ruhen ist der höchste Zustand erreicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
382. Der Mensch erfährt das Wissen der Welt durch die fünf Wahrnehmungsorgane. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
383. Die Sinne sammeln die Erfahrungen aus der Welt und präsentieren sie dem Atman durch Geist und Intellekt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
384. Wenn die fünf Wahrnehmungsorgane vom Außen zurückgezogen werden und in den Geist eingehen, wenn der Geist auf den Atman gerichtet ist, wenn der Intellekt zur Ruhe gekommen ist, dann ist der höchste Bewusstseinszustand erreicht.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
385. Wenn Sinne und Intellekt zur Ruhe gekommen sind, die Emotionen unter Kontrolle, dann ist der höchste Bewusstseinszustand erreicht. Das wird Yoga genannt. &lt;br /&gt;
386. Yoga ist der erhabenste Weg, denn er führt zu Moksha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
387. Die Kontrolle der Sinne nennen sie Yoga. Sei vorsichtig, denn Yoga wird erlangt und verloren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
388. Die Sinne sind zurückgezogen und der Geist ist fixiert auf Atman durch stetige Konzentration und Meditation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
389. Der Yogi sei wachsam, denn Yoga kommt und geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
390. Yoga kommt. Und geht, wenn der Geist nicht ruhig ist, wenn die Sinne nicht unter Kontrolle sind, wenn Leidenschaftslosigkeit nachlässt, wenn Unlust bei der Meditation aufkommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
391. Vollkommene Wachsamkeit ist nötig, wenn man mit der Yoga Praxis beginnt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die zwei Augen eines Sadhakas===&lt;br /&gt;
392. Der Atman kann durch Sprache nicht beschrieben, durch den Geist nicht erfasst und durch das Auge nicht erkannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
393. Weder Darlegungen noch metaphysisches Denken helfen dem Aspiranten, Brahman zu erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
394. Maharshi Vyasa und Sri Sankara lehrten durch Beweis und Logik, ihre Doktrin basiert hauptsächlich auf Sabda Pramana (Zeugnis der Veden), das so gut wie unfehlbar ist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
395. Vertraue den Worten der Srutis und den Sehern, die Atman durch Intuition erkannt haben und versichert, dass Atman ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
396. Sabda Pramana, die Srutis, Apta Vakya, die Worte der Seher, sind von äußerster Wichtigkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
397. So du Atman erkennen willst habe Vertrauen in die Worte des Gurus, der das Selbst erkannt hat, und folge seinen Anweisungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
398. Der Atman muss von einem Guru erkannt worden sein, der weiß, dass Atman ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
399. Wenn der Atman durch die Sinne nicht wahrgenommen werden kann, wie kann Er dann wahrgenommen werden? Nur durch die Belehrungen eines Gurus, der weiß dass Er ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
400. Ihr müsst wissen, dass Es ist und was Es ist. Wer so weiß erkennt Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
401. Dem, der auf Brahman meditiert und sich mit den vier Absichten (siehe Vers 36) ausstattet, dem enthüllt Sich Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Entsagung: die Voraussetzungen===&lt;br /&gt;
402. Wenn Wunschlosigkeit erlangt ist, erlangt der Sterbliche Unsterblichkeit und erkennt Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
403. Die Voraussetzung für Unsterblichkeit ist Entsagung aller Wünsche und Anhaftungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
404. Die weltlichen Wünsche werden nur überwunden, wenn die Fesseln der Unwissenheit zerschnitten sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
405. Der Geist ist der Sitz des Wunsches. In Atman ist kein Wunsch, Er ist rein und makellos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
406. Wünschen ist die Ursache für Leid und Bindung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
407. Wenn durch Erkenntnis des Selbstes Wunschlosigkeit erlangt ist erlangt der Sterbliche Unsterblichkeit. Er wird Brahman noch während er in diesem Körper weilt. Er ist von den Fesseln des Karmas befreit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
408. Wenn alle Knoten des Herzen hier auf Erden gelöst werden erlangt der Sterbliche Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
409. Unwissen, Wunsch und Handlung sind die drei großen Knoten. Egoismus, Hass, Lust, Eifersucht und Stolz, entstanden aus Unwissenheit, sind kleine Knoten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
410. Weitere Knoten sind die Vorstellungen ‚Ich bin dieser Körper‘, ‚Das ist mein Besitz‘, ‚Ich bin ein Brahmane‘, ‚Ich bin ein Minister‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
411. Sie werden vernichtet durch die Erkenntnis der Einheit mit Brahman ‚Ich bin Brahman‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wissen über die Nadis===&lt;br /&gt;
412. Einhundertein Nervenkanäle (Nadis) sind bekannt. Einer von ihnen, Sushumna, durchdringt die Krone des Kopfes. Seine Energie nach oben führend zum Zeitpunkt des Todes lässt Unsterblichkeit erlangen. Die anderen Nervenkanäle haben andere Wirkungen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
413. Der Jivanmukta, der das Selbst erkannt hat, geht nirgendwohin. Seine Pranas gehen nirgendwohin. Brahman seiend erreicht er Brahman. Er erlangt Kaivalya Mukti.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
414. Wer Kaivalya-Mukti nicht erlangt hat, wer das höchste Brahman nicht erkannt hat, jedoch das niedere Brahman (Saguna Brahman) verehrt hat, geht durch den Sushumna Nadi zur Sonne und dann durch weitere Bereiche nach Brahmaloka wo er bis zum Ende des Schöpfungszyklus‘ weilt. In Brahmaloka genießt er  unvergleichliche Freuden. Wenn der Zyklus endet geht er mit Brahma in Brahman ein. Das ist Krama Mukti (allmähliche Befreiung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
415. Die anderen Nadis haben verschiedene Auswirkungen. Sie führen zum Zeitpunkt des Todes auf verschiedene Wege. Wenn die Seele durch diese Nerven geht, wird sie wieder in Samsara geboren. Sie nimmt einen ihrem Karma entsprechenden Körper an.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
416. Der Sushumna Nadi wird auch Brahma Nadi genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
417. Der daumengroße Purusha, das innere Selbst, weilt im Herzen aller Wesen. Man muss Ihn mit Stetigkeit herausziehen aus dem Körper, so wie man einen Halm aus der Erde herauszieht. Man sollte Ihn als rein und unsterblich erkennen. &lt;br /&gt;
418. Du musst die Essenz, das heißt den Atman, aus den fünf Kosas (Hüllen) herausziehen, geduldig und mutig durch Vichara (Unterscheidung) und Meditation. Du musst den Atman vom Körper trennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
419. Als Nachiketas das ihn durch Yama Gelehrte verinnerlicht hatte, erreichte er Brahman, wurde frei von allen Unreinheiten und vom Tod. So wird es allen ergehen, die das Wesen Brahmans erkannt haben.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/DasGehimnisKathopanishad/Kathopanishad.htm Das Geheimnis der Katha Upanishad, Artikel von Swami Krishnananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/DasGehimnisKathopanishad/Kathopanishad_4.htm Das Geheimnis der Katha Upanishad, Vortrag Nr. 5, Artikel von Swami Krishnananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/de/artikel/krishnananda/kathaupanishad_kapitel5.html Das Geheimnis der Katha Upanishad, Vortrag Nr. 4, Artikel von Swami Krishnananda]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
{{dnf}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Katha_Upanishad&amp;diff=111886</id>
		<title>Katha Upanishad</title>
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		<updated>2014-05-20T12:00:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: /* Zeichen der Täuschung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Katha Upanishad&#039;&#039;&#039; ([[Sanskrit]]: katha-upanishad &#039;&#039;f.&#039;&#039;), auch &#039;&#039;&#039;Kathopanishad&#039;&#039;&#039;, ist der Name einer berühmten [[Upanishad]], welche die Belehrungen des Totengottes [[Yama]] an [[Naciketas]] enthält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kernaussagen der Katha Upanishad==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Von Swami Sivananada&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Om]]. Möge [[Das]] uns ([[Lehrer]] und [[Schüler]]) beschützen. Möge Das uns zur [[Glückseligkeit]] ([[Mukti]]) führen. Mögen wir beide fähig sein, die wahre [[Bedeutung]] der [[Schrift]]en zu erfassen. Möge unser [[Lernen]] erfolgreich sein. Mögen wir nie in [[Streit]] geraten. &lt;br /&gt;
Om Frieden! Frieden!! Frieden!!!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. [[Intuition]] ([[Aparokshanubhuti]]) ist die [[Quelle]] des [[Wissen]]s über [[Atman]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Der Atman ist schwer zu erfassen. Er ist [[feinstofflich]]. Er kann nicht durch Schlussfolgerungen erfasst werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Ein selbstverwirklichter [[Guru]] allein kann den [[Aspirant]]en auf dem [[spirituell]]en [[Weg]] führen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Angenehme vs. das Gute===&lt;br /&gt;
4. Das eine ist gut, während das andere angenehm ist. Gesegnet ist der, der sich für das [[Gute]] ([[Shreyas]]) allein entscheidet. Wer das Angenehme ([[Preyas]]) wählt, verliert letztendlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Sreyas ist das Gute, das Höchste [[Selbst]], das [[Wissen]], das zu [[Moksha]] (Befreiung) führt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Preyas ist das Angenehme, die [[Sinnesfreude]]n. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Die verkörperte [[Seele]] ist in ihrer [[Essenz]] identisch mit [[Brahman]]. Aufgrund von [[Unwissenheit]] und [[Illusion]] sind wir an [[Handlung]] gebunden und versuchen, [[Befreiung]] zu erlangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Wer den [[Pfad]] der [[Wahrhaftigkeit]] beschreitet und sich dem Guten verschreibt, erreicht [[Glückseligkeit]] und [[Unsterblichkeit]]. Wer den Sinnesfreuden frönt, verfehlt das [[Ziel]] des [[Leben]]s. Er versinkt in [[Sorge]] und [[Leid]] und ist gefangen im [[Rad]] von [[Geburt]] und [[Tod]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. [[Shreya Marga]] ist der Pfad des Wissens. [[Preya Marga]] ist der Pfad des Nichtwissens. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. Du musst die Sinnesfreuden überwinden, so du Glückseligkeit in [[Atman]] erlangen willst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Das Gute und das Angenehme haben den [[Mensch]]en fest im Griff. Der [[Weise]] untersucht und unterscheidet zwischen beiden, er wählt das Gute. Der Unwissende wählt das Angenehme, seinem [[Körper]] zuliebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Der Pfad des Wissens und der Pfad des Angenehmen stehen dem Menschen offen, er kann den Pfad wählen, der im zusagt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. So wie der [[Schwan]] [[Milch]] von [[Wasser]] trennt und nur die Milch trinkt, so trennt der Weise Gut von Böse und folgt dem Guten allein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. Der Weise weiß, dass Shreyo Marga zu Unsterblichkeit, [[Freiheit]] und Glückseligkeit führt, Preyo Marga dagegen zu vergänglichen sinnlichen [[Freude]]n und zu [[Bindung]]. Deshalb bevorzugt er Sreyo Marga. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15. Den Unwissenden fehlt das [[Unterscheidungsvermögen]] zwischen dem Guten und dem Angenehmen. Sie haben keine [[Vorstellung]] vom Ziel, vom Erreichen des Zieles und von den [[Frucht|Früchten]]. Sie wählen das Angenehme, um gierig ihren Körper zu mästen und geben sich den Sinnesfreuden hin.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16. Die beiden Wege liegen weit auseinander und führen zu unterschiedlichen [[Resultat]]en. Sie sind wie [[Licht]] und [[Dunkelheit]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
17. [[Avidya]] ist der Weg des Angenehmen. Er führt zu Leid und Bindung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18. [[Vidya]] ist der Weg des Guten. Er führt zu Freiheit und Befreiung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zeichen der Täuschung===&lt;br /&gt;
19. Die Unwissenden leben in [[Dunkelheit]], sehen sich jedoch als weise und gebildet. In [[Illusion]] gehen sie verschlungene [[Weg]]e, wie Blinde, die von Blinden geführt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20. Die in [[Samsara]] leben, leben in [[Unwissenheit]] und Dunkelheit. Sie haben weder Verstehen noch [[Unterscheidungskraft]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
21. Sie sind an Tausende von Seilen der [[Erwartung]] gebunden. Sie sind in Tausende von Schlingen in Form von [[Anhaftung]] an [[Kind]]er, [[Ehe]], [[Wohlstand]], [[Besitz]] und vieles mehr verwickelt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22. Unwissend sind sie, doch sehen sie sich als intelligent und belesen in den [[Shastra]]s. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23. Sie werden [[Befreiung]] nicht erlangen. Sie sind immer wieder an das [[Rad]] von [[Geburt]] und [[Tod]] gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24. Sie gehen im [[Leid]] von Samsara durch Geburt, [[Alter]], [[Krankheit]], [[Sorge]], Leid und Tod unter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25. So wie der Blinde, der von einem Blinden auf steiniger Straße geführt wird, leidet, so leiden die Unwissenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
26. Der [[Weg]] in die [[Zukunft]] ist dem Unwissenden nicht klar. Er verfällt der Illusion des Wohlstandes. Das ist die [[Welt]], es gibt keine andere, so denkt er. So fällt er wieder und wieder in das Netz von Geburt und Tod.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
27. Wohlstand ist das [[Gift]] der Welt. Er schafft [[Stolz]] und [[Eitelkeit]]. Er schafft einen wirren [[Geist]] und vernebelt den [[Verstand]]. Er verschleiert den [[Intellekt]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28. Die Notwendigkeit, [[Befreiung]] zu erlangen, ist dem Leichtsinnigen kein [[Bedürfnis]]. Er ist in Gedanken an Kinder, Ehe und Wohlstand eingehüllt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
29. Die Sinnesfreuden sind das [[Ziel]] des weltlichen [[Mensch]]en. [[Geld]] ist sein Ziel. Essen, Trinken, [[Spaß]] sind seine höchste [[Philosophie]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
30. Viele sind nicht in der Lage auf den [[Atman]] zu hören. Auch wenn sie von Atman hören, können sie die [[Wort]]e nicht erfassen, da ihr Geist nicht klar ist. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
===Die Erhabenheit von Brahma Vidya===&lt;br /&gt;
31. Unübertrefflich ist es, sein [[Selbst]] ausdrücken zu können. Unübertrefflich ist es, sein Selbst zu erfassen, gelehrt von einem fähigen [[Lehrer]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
32. [[Brahma Vidya]] ist die vollkommene [[Wissenschaft]]. Sie ist die Wissenschaft der Wissenschaften. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
33. Welche ist diese höchste [[spirituell]]e Wissenschaft, die, so wir sie kennen, uns alle anderen Wissenschaften kennen lässt. Es ist [[Para Vidya]] oder Brahma Vidya, das Erkennen des unsterblichen [[Atman]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
34. Unübertrefflich muss der Lehrer sein, der Brahma Vidya lehrt. Unübertrefflich muss auch der [[Schüler]] sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
35. Brahma [[Jnani]]s und befähigte [[Aspirant]]en sind sehr, sehr rar in der [[Welt]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
36. Wer mit den vier [[Absicht]]en - [[Viveka]] (Unterscheidungskraft), [[Vairagya]] (Leidenschaftslosigkeit), [[Shat Sampat]] (sechsfache Tugenden), [[Mumukshutva]] (Sehnsucht nach Befreiung) - ausgestattet ist, der ist für den [[Weg]] des [[Jnana Yoga]] befähigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
37. Von Tausenden, die von Atman hören, die [[Gott]] suchen, erkennt einer Atman. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
38. Der Atman kann nicht leicht erkannt werden, wenn Er von einem Unerfahrenen, der selbst Atman nicht erkannt hat, gelehrt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
39. Der Atman kann nicht durch Behauptung und Beweisführung erkannt werden, denn Er ist transzendent, jenseits von [[Verstand]] und [[Intellekt]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
40. Der Intellekt ist ein vergängliches Instrument, bedingt durch [[Zeit]], [[Raum]] und [[Ursache]]. Nur durch Behauptung kommen wir zu keiner endgültigen [[Entscheidung]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
41. Ein [[Mensch]] mit niederem Intellekt wird von einem Menschen mit hohem Intellekt besiegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
42. Argumentieren ist nur ein Jonglieren mit [[Wort]]en. Es ist intellektuelle [[Gymnastik]] und sprachliche Kriegsführung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
43. Wer sein [[Leben]] nur mit Argumentieren verbringt, ist im dichten [[Dschungel]] von Dunkelheit und Nichtwissen gefangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
44. Höre auf zu argumentieren und werde still, wende dich nach Innen und meditiere.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
45. Der Atman ist nur durch stille [[Meditation]] zu erfahren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
46. [[Brahma]] [[Jnana]] kann nicht durch Behauptung und Beweisführung erlangt werden. Man muss das [[Brahman]]-[[Bewusstsein]] durch [[spirituell]]e [[Erfahrung]] erlangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
47. Es ist leicht, Brahman zu verstehen und zu erkennen, wenn von einem verwirklichten Lehrer gelehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
48. Das [[Ewige]] kann nicht durch Vergängliches erkannt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
49. Das Ewige ist unveränderlich, es kann nicht durch Veränderliches erkannt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
50. Selbst [[Hiranyagarbha]] ist nichts im Vergleich zu [[Para Brahman]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
51. Der Atman ist [[feinstofflich]] und innewohnend. Er liegt in der [[Höhle]] des [[Herz]]ens verborgen. Deshalb ist er schwer zu erkennen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
52. Der [[Weise]] zieht seine [[Sinn]]e von den Objekten im Außen zurück, erkennt den Atman durch Meditation auf das Selbst und ist frei von [[Freude]] und [[Leid]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
53. Der Atman ist jenseits von Freude und Leid. Er ist [[Glückseligkeit]]. Er ist [[Satchidananda]] [[Svarupa]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
54. [[Glück]] und Leid, Freude und [[Kummer]] sind nur Modifikationen des [[Geist]]es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Upanishaden Sadhana===&lt;br /&gt;
55. Der Weise meditieret auf den Atman, erkennt Ihn, den Unsichtbaren, den Unergründlichen, den in der Höhle des Herzens Verborgenen, den in der Hölle Weilenden, den in der Intelligenz Erscheinenden und ist frei von Freude und Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
56. Der Aspirant hört alles über den Atman von seinem befähigten Lehrer und erfasst Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
57. Dann trennt er den Atman von Körper und Geist durch Unterscheiden zwischen Wirklich und Nichtwirklich, meditiert auf den Atman und erkennt Ihn durch seine Intuition. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
58. Diese Welt wird von Dharma getragen. Brahman ist das Zentrum des Dharmas. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
59. Warum führt ein Mensch ein rechtschaffenes Leben? Weil er nur durch das Erkennen von Brahman wirklich genießen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
60. Das Prinzip (Svarupa) von Brahman ist Glückseligkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
61. Sinnesfreuden sind nur flüchtige Eindrücke, angeregt durch Reizung der Neven. Es sind nur Reaktionen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
62. Brahman ist Fülle, Einheit, Ewigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
63. Brahman ist anders als Tugend und Laster, anders als Ursache und Wirkung, anders als Vergangenheit und Zukunft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
64. Tugend und Laster, Vergangenheit und Zukunft sind nur mentale Schöpfungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
65. Zeit ist nur ein Wert des Geistes, ebenso nur eine mentale Schöpfung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
66. In Isvara besteht gleichzeitige Wahrnehmung. Alles ist nur. Alles ist nur jetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
67. Brahman ist Ewigkeit. Es ist jenseits von Zeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
68. Das Ziel, das die Veden verkünden und für das der Aspirant in Brahmacharya lebt, dieses Ziel ist OM.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
69. Buße und Brahmacharya führen zum Erkennen von Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Pranava===&lt;br /&gt;
70. OM ist auch unter den Namen Pranava, Ekakshara und Omkara bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
71. OM ist ein Symbol (Pratika) für Brahman. Es ist Klang (Sabda Brahman).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
72. OM ist der Urklang, die erste Manifestation Brahmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
73. OM ist das geeignetste Symbol für Brahman. Es besteht aus drei Buchstaben - A, U, M.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
74. Klang, Wort und Name sind untrennbar verbunden mit dem Gedanken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
75. OM ist wahrlich Brahman. OM ist wahrlich das Höchste. Der OM kennt erlangt alles was er wünscht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
76. OM ist Brahman Selbst. OM und Brahman sind untrennbar miteinander verbunden. Über OM sollte wie über Brahman Selbst meditiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
77. OM ist ein Symbol, sowohl für Saguna als auch für Nirguna Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
78. Wer auf OM mit Saguna (gestalthaft) Bhava meditiert, der wird Saguna Brahman erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
79. Wer auf OM mit Nirguna (gestaltlos) Bhava meditiert, der wird Nirguna Brahman erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
80. Das manifestierte Brahman sollte erreicht werden. Das unmanifestierte Brahman sollte erkannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
81. OM ist die beste Hilfe. Es ist das beste Mittel, um das Manifeste (Saguna Brahman) oder das Höchste (Nirguna Brahman) zu erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
82. Wer auf Brahman meditiert wird eins mit Brahman und wird geeignet, wie Brahman verehrt zu werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
83. Der Kenner Brahmans wird Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
84. OM ist die wertvollste Hilfe. Wer diese Hilfe kennt wird in dieser Welt als Brahman verehrt. Er wird wie Brahman verehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Wesen des Höchsten Selbst===&lt;br /&gt;
85. Der Atman ist ohne Geburt und ohne Tod. Er entstand nicht aus etwas. Er ist ewig. Er stirbt nicht, wenn der Körper stirbt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
86. Brahman wurde nicht hergestellt wie ein Topf aus Lehm. Er ist frei von Bedingung. Er ist frei von Modifikationen wie sie Dingen eigen sind, die eine Form besitzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
87. Brahman ist unvergänglich und unveränderlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
88. Brahman ist frei von Veränderung und Entwicklung, Es ist unvergänglich und unveränderlich. Es ist archaisch (Purana).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
89. So wie die Luft im Topf nicht davon berührt wird, wenn der Topf zerbricht so, ist der Atman nicht davon berührt, wenn der Körper stirbt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
90. Der Atman ist feinstofflich, kein Schwert kann Ihn töten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
91. Unwissende glauben, der Körper sei Atman und identifizieren die Seele mit dem Körper. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
92. Wenn der Mörder denkt: ‚Ich töte‘, dabei den Körper für die Seele haltend, und wenn der Ermordete denkt: ‚Ich wurde getötet‘, dann kennen beide den Atman nicht. Beide sind unwissend. Die Seele tötet nicht und kann nicht getötet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
93. Der Atman, feiner als fein, größer als groß, weilend im Herzen eines jeden Wesens. Wer wunschlos ist, ruhig im Geist, die Sinne zurückgezogen hat, der behält die Würde des Selbstes und wird frei von Kummer und Leid.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
94. Die Seele einer Ameise ist dieselbe wie die eines Elefanten. Nur ein Bewusstsein weilt in allen Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
95. Die Essenz aller Wesen ist der Atman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
96. Der Atman wird von der Welt überlagert, so wie das Seil von der Schlange überlagert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
97. Für sich allein hat die Welt keine eigene Existenz, alles ist Atman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
98. Der Atman ist weit, Er ist überall, denn Er ist alldurchdringend und ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
99. Der Atman frohlockt und frohlockt nicht. Er genießt die Welt in ihren Begrenzungen. Er ist der stille Zeuge in seinem reinsten Wesen, und so frohlockt Er nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
100. Befähigte Aspiranten, ausgestattet mit einem feinen, scharfen und reinen Intellekt, lernbegierig und mit den vier Absichten (siehe Vers 36) vertraut, können den Atman erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
101. Der Weise, der den Atman als körperlos erkannt, nur im vergänglichen Körper weilend, erhaben und alldurchdringend, kennt kein Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
102. Der Atman ist körperlos im Körper weilend. Er ist unveränderlich inmitten Veränderlichem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
103. Die Weisen, die das Selbst erfahren haben und den Atman erkannt durch direkte intuitive Wahrnehmung (Aparokshanubhuti), kennen kein Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wer erreicht Atma Jnana===&lt;br /&gt;
104. Der Atman kann nicht erkannt werden durch das Studium der Veden, durch Intelligenz oder Hören. Der, den das Selbst erwählt, der kann das Selbst erkennen. Dem enthüllt der Atman Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
105. Den Atman kann nur der erkennen, der wunschlos ist und nach Wissen strebt. Dem enthüllt der Atman Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
106. Das Selbst dessen, der nach Wissen strebt, enthüllt sich ihm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
107. Nur der Aspirant, der Atman sucht erkennt Atman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
108. Der Atman wird nur von dem erkannt, den Gott erwählt, dem Gott Seine Gnade gewährt, den Er liebt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
109. Wer nicht von Untugenden ablässt, wer seine Sinne nicht unter Kontrolle hat, wessen Geist nicht einpünktig und geläutert ist, der kann Atman nicht erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metaphysik des Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
110. Da sind zwei, Paramatman (die höchste Seele) und Jivatman (die verkörperte Seele). Paramatman ist das Licht, Jivatman ist der Schatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
111. Paramatman kennt weder Handlung noch Früchte daraus. Er ist stets der stille Zeuge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
112. Das gegenüberliegende Ufer von Samsara ist Moksha (Befreiung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
113. Der Körper ist der Wagen, der Atman ist der Herr des Wagens, der Intellekt ist der Wagenlenker, der Geist ist die Zügel, die Sinne sind die Pferde, die Objekte sind die Straße. Der Atman, vereint mit Sinnen und Geist, ist der Genießer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
114. Der reine Atman ist tatenlos (Nishkriya). Er ist untätig (Akarta).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
115. Der Atman erscheint als der Genießer, so Er sich mit dem Geist, den Sinnen und dem Körper durch Avidya verbindet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
116. Der Geist agiert und genießt durch Sinne und Körper. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
117. Die Eigenschaften von Geist, Sinnen, Prana und Körper werden auf den Atman übertragen und die Attribute des Atmans werden auf Geist, Sinne, Prana und Körper übertragen. Dies wird wechselseitige Übertragung (Anyonya Adhyasa) genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
118. Durch diese Übertragung erscheint der empfindungslose Geist intelligent zu sein und der unreine und empfindungslose Körper wird für den reinen und empfindungsfähigen Atman gehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
119. Der reine Atman nimmt die Erscheinung des Jivas an und aufgrund der durch Avidya ausgelösten Übertragung verfällt Er in das Leid von Samsara - Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
120. Die Essenz des Jivas ist Satchidananda Svarupa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121. Wenn Avidya durch das Erkennen des Selbstes überwunden ist, wird man eins mit Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wichtigkeit von Selbstkontrolle===&lt;br /&gt;
122. Wer keine Unterscheidungskraft besitzt und seinen Geist nicht unter Kontrolle hat, dessen Sinne sind derart unkontrollierbar wie wilde Pferde durch den Kutscher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
123. Wer nicht ausgestattet ist mit Unterscheidungskraft zwischen Wirklich und Nichtwirklich, wer nicht fähig ist, zu unterscheiden was zu tun ist und was nicht zu tun ist, wer seinen Geist nicht unter Kontrolle hat, der ist ein unfähiger Fahrer seines Körpers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
124. Wer Wissen besitzt, Geist und Sinne stetig unter Kontrolle hält, dessen Pferde sind gezähmt durch den Kutscher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
125. So wie ein guter Kutscher seine Pferde durch die Zügel kontrolliert, so kontrolliert der gute Fahrer diese Körper-Kutsche durch Verstehen, Unterscheidungskraft und Willen.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
126. Die Sinne werden kontrolliert durch den kontrollierten Geist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127. Kontrolle der Sinne ist ein indirektes Mittel um das Ziel, Moksha, zu erlangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
128. Wer keine Unterscheidungskraft besitzt, wer seinen Geist nicht unter Kontrolle hat, wer nicht geläutert ist, der kann das Ziel nicht erreichen, er gerät immer wieder in den Kreislauf von Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
129. Wer versteht, wer seinen geläuterten Geist stets unter Kontrolle hat, der erreicht das Ziel und wird nicht mehr geboren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
130. Wer als Fahrer eine scharfsinnige Intelligenz und als Zügel einen gut kontrollierten Geist besitzt, der erreicht am Ende seiner Reise das Reich Vishnus.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
131. Der kluge Kutscher lenkt die Pferde durch die Zügel und fährt die Kutsche sicher ans Ziel, das Ende der Reise. Ebenso erreicht der Jiva sein Ziel, das Reich Vishnus, auf der Straße des Samsaras, wenn er durch Unterscheidungskraft Geist und Sinne lenkt.&lt;br /&gt;
Die innere Ordnung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
132. Hier werden die aufsteigenden Stufen des Feinstofflichen beschrieben. Jenseits der Sinne sind die Anfänge, jenseits der Anfänge ist der Geist, jenseits des Geistes ist der Intellekt, jenseits des Intellekts ist der kosmische Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133. Jenseits des kosmischen Intellekts ist das Unmanifestierte (Avyakta). Jenseits des Unmanifestierten ist der Purusha. Jenseits des Purushas ist nichts. Das ist das Ende, das ist das höchste Ziel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
134. Überlegenheit wird gewichtet nach der Feinstofflichkeit. Das Feinstoffliche ist dem Grobstofflichen überlegen. Das Feinstofflichere ist dem Feinstofflichen überlegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
135. Der Atman ist das feinstofflichste Vastu (Substanz). Er ist allem überlegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
136. Die Ursache ist feinstofflicher als die Wirkung.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
137. Die fünf Grundlagen der Materie sind den Sinnen überlegen, denn die Sinne werden durch die Grundlagen der Materie geformt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
138. Der Geist ist den Grundlagen überlegen, denn er ist feinstofflicher und wird durch die feinstofflichen Tanmatras (Sukshma Bhutas) in ihrer feinsten Prägung geformt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
139. Die fünf Elemente sind die Auswirkungen der Tanmatras.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
140. Der Geist ist der Seher (Drik), die Objekte sind das Gesehene (Drishya).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
141. Der Geist ist inwendiger als die Sinne. Deshalb ist der Geist den Objekten überlegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
142. Der Intellekt ist dem Geist überlegen, denn der Intellekt ist feinstofflicher, erhabener und inwendiger als der Geist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
143. Der Geist gibt den Gedanken an den Intellekt. Der Intellekt untersucht, entscheidet und kommt zu einer endgültigen Lösung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
144. Der Intellekt ist der Ministerpräsident des Atmans. Er handelt wie ein Oberrichter am Obersten Gerichtshof. Er steht dem Atman ganz nahe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
145. Der Geist ist nur ein Instrument. Er arbeitet durch die Intelligenz, die sich in ihm reflektiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
146. Hiranyagarbha ist der Mahat Atman. Er ist die kosmische Intelligenz. Er ist das universelle Leben. Er ist die Summe aller individuellen Seelen. Er ist der Erstgeborene des Unmanifestierten (Avyakta).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
147. Avyakta ist der Same aller Welten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
148. So wie der Baum potentiell im Samen enthalten ist, so ist die Welt potentiell in Avyakta enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
149. Die drei Gunas sind das Gleichgewicht in Avyakta.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
150. Materie, Energie und Klang sind potentiell in Avyakta enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
151. In Pralaya geht die Welt in Avyakta ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
152. Avyakta geht in Para Brahman ein wie Kette und Schuss. Es ist das Gewebe aller Potenzen von Ursache und Wirkung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
153. Der Purusha ist die Ursache aller Ursachen. Er ist Fülle. Deshalb wird er Purusha genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
154. Der Atman ist das Ende, das höchste Ziel. Hier enden Feinheit und Erhabenheit.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
155. Wer den Purusha erkennt wird nicht mehr in Samsara geboren. Er erreicht Moksha. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156. Der Atman ist in allen Wesen verborgen, nur die Seher nehmen Ihn wahr, durch ihren scharfen und feinen Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
157. Aufgrund von Avidya kann der Mensch, obwohl sein Wesen Brahman ist, die Wahrheit ‚Ich bin Brahman‘ nicht ermessen. Selbst dann nicht, wenn man sie ihn lehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
158. Doch weiß er, dass er der Sohn von dem und dem ist. Selbst wenn man ihn dieses nicht lehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159. Mula Prakriti, Pradhana, Avyakta, Avyakriti und Maya sind gleichbedeutende Begriffe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der inwendige Pfad des Yogas===&lt;br /&gt;
160. Der unwissende weltliche Mensch hält seinen Körper für Atman und wandert in Selbsttäuschung durch Samsara. Wie rätselhaft Avidya doch ist! Wie tief und unergründlich Maya doch ist! Wie fantastisch und undurchschaubar Moha doch ist!  (Avidya – Unwissenheit, Maya – Illusion, Moha – Verblendung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
161. Der Atman strahlt nicht für die, die einen unreinen, engen und groben Intellekt haben, doch Er wird erkannt von denen, die einen reinen, scharfen und feinen Intellekt haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
162. Der Intellekt wird rein und scharf erhalten, indem man über Brahman hört, reflektiert und meditiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
163. Der Weise versenkt seine Sinne in den Geist, den Geist in den Intellekt, den Intellekt in den kosmischen Intellekt und den kosmischen Intellekt in den friedvollen Atman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
164. Ziehe die Sprache und andere Werkzeuge zurück durch Versenkung (Pratyahara) und Selbstkontrolle (Dama).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
165. Verschmelze den Geist mit dem Intellekt, mit Hiranyagarbha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
166. Verschmelze Hiranyagarbha mit dem friedvollen Atman (Santa Atman), dem reinen, unbedingten Para Brahman, dem Nährboden für alles, dem Unwandelbaren, dem Selbst, dem Zeugen aller Modifikationen des Intellekts. Das ist der Prozess des Verschmelzens des Geistes mit dem Unendlichen, Laya Chintana.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
167. Praktiziere Innenschau und Selbstanalyse. Kontrolliere den niederen Geist durch den höheren. Beende alle Aktivitäten der Sinne und richte das Bewusstsein auf den Geist. Dann ziehe das Bewusstsein vom Geist zurück und richte es auf den Intellekt. Ziehe das Bewusstsein vom Intellekt zurück und richte es auf die kosmische Intelligenz. Schließlich ziehe das Bewusstsein von der kosmischen Intelligenz zurück und richte es auf das absolute Bewusstsein, auf Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
168. So wie die Schildkröte ihre Glieder einzieht, so ziehe die Sinne zurück in den Geist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
169. Der Intellekt wird Mahat Atman genannt, weil er Geist und Sinne durchdringt. Er ist ihr inneres Prinzip. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
170. Verschmelze den Intellekt mit Mahat Atman, Hiranyagarbha. Lasse deinen Intellekt klar und rein werden wie Hiranyagarbha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
171. Erhebe dich, erwache! Lerne von großen Lehrern, erkenne Atman. Der Weg führt auf einer scharfen Klinge, schwierig ist er zu gehen, sagen die Weisen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
172. Sind Sinne, Geist, Intellekt und Mahat Atman mit Para Brahman verschmolzen, erfährt man Glückseligkeit, ewigen Frieden und erlangt Moksha. Man erfährt das wahre Wissen über das Selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
173. Das Wasser der Luftspiegelung vergeht, die Schlange im Seil löst sich auf und das Blau des Himmels entweicht, sobald das wahre Wesen der Luftspiegelung, des Seiles und des Himmels erkannt ist. Ebenso verlieren sich Name, Form und Handlung, da sie auf falschem Wissen beruhen und vom Wesen her Ursache, Wirkung und Frucht sind, wenn Atman erkannt ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
174. Erhebe dich, Mensch, aus dem Morast des Samsaras, wende dich spirituellem Wissen über Atman zu. Höre auf, über weltliche Gebilde zu sinnieren.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
175. Erwache aus dem Schlummer in Unwissenheit. Beende den Schlaf, den Samen allen Leides. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
176. Suche hervorragende Lehrer, Brahma Nishtha, Brahma Srotriya Gurus, die Atman erkannt haben. Erkenne Atman so wie sie es dich lehren. Fühle ‚Ich bin Das‘, Soham.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
177. Er hat Das erkannt, das ohne Klang, ohne Berührung, ohne Gestalt, ohne Verfall, ohne Geschmack, ohne Geruch, ohne Anfang, ohne Ende, jenseits des Intellekts ist, ewig und unveränderbar. Er ist dem Rachen des Todes entkommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
178. Der Atman ist transzendent, jenseits aller Vorstellungen. Er ist jenseits von Materie. Er ist reiner Geist. Er ist reines Bewusstsein.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
179. Der Atman ist jenseits von Geist und Sprache. Jenseits von Klang, Berührung, Geschmack und Geruch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
180. Der Atman ist Glückseligkeit und Wissen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
181. Die Erde ist grob. Der Körper ist grob. Doch der Atman ist feiner als das Feine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
182. Klang, Berührung, Geschmack und Geruch existieren nicht in Atman. Deshalb kann Er nicht erlöschen, Er kann nicht steigen und nicht sinken.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
183. Etwas das vergeht ist flüchtig. Der Atman ist ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
184. Was einen Anfang hat, hat eine Wirkung und geht in die Ursache ein. Deshalb ist es nicht ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
185. Der Atman hat keine Ursache in die Er eingehen könnte. Er ist die Ursache von allem und hat keine Wirkung. Da Er keine Wirkung hat, ist Er ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
186. Vergängliche Objekte, wie Bäume, Blumen, Körper, haben einen Anfang und ein Ende. Der Atman jedoch ist ohne Anfang und ohne Ende, da Er ewig ist.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
187. Vernachlässige das nicht. Das ist deine erste Pflicht. Das ist deine höchste Pflicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
188. Da der Atman feinstofflich ist, ist der Pfad des Wissen, der zu Ihm führt, schwierig zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
189. Der Aspirant, der auf der Klinge wandelt muss vorsichtig, wachsam, bestrebt und intelligent sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
190. Es versteht sich von selbst, dass ein Guru unverzichtbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
191. Die Upanishaden sind Aufzeichnungen der intuitiven Erfahrungen großer Weiser und Seher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
192. Der Atman ist verschieden vom Intellekt, denn Er ist der stille Zeuge, das absolute Wissen und die Seele aller Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
193. Nur das Unveränderliche kann als ewig bezeichnet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
194. Wer den Atman erkannt hat ist dem Rachen des Todes entkommen. Er ist frei von den Fesseln von Geburt und Tod. Er ist frei von den drei Blockaden (Granthi) Unwissenheit, Wunsch und Handlung. Er erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Philosophie des Sehnsucht===&lt;br /&gt;
195. Das aus Sich Selbst Seiende (Brahman) schuf die nach außen gerichteten Sinne. Deshalb sieht der Mensch das externe Universum und nicht das innewohnende Selbst (Atman). Doch der Weise wendet Sinne und Augen von den äußeren Sinnesobjekten ab, sehnt sich nach Unsterblichkeit und erkennt den Atman in sich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
196. Es ist nicht möglich, Licht und Dunkelheit zur gleichen Zeit am gleichen Ort zu haben. Es ist nicht möglich, Sinnesfreuden und Glückseligkeit zur gleichen Zeit zu erlangen. Es ist nicht möglich, in Sinnesfreuden zu schwelgen und das innere Selbst zur gleichen Zeit zu erblicken. Es ist nicht möglich, den Mammon und Gott gleichzeitig anzubeten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
197. Der Unwissende läuft den externen Objekten der Begierde hinterher und gerät in den Fallstrick des Todes. Doch der Weise, das Wesen der Unsterblichkeit kennend, trachtet nicht nach den flüchtigen Objekten hier auf Erden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
198. Die zwei Hindernisse die dem Erkennen des Selbstes im Wege stehen sind die Tendenz der Sinne, externen Objekten zu verfallen und der Wunsch nach Freuden in dieser und der nächsten Welt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
199. Die Sinne suchen im Außen aufgrund von Vikshepa Sakti (Rajas).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
200. Nicht nur die Augen, alle Sinnesorgane müssen von ihren jeweiligen Objekten zurückgezogen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
201. Der Grund für Wünschen ist Unwissenheit. Wünschen entsteht aus Avidya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
202. Wenn Rajas in den Sinnen durch Sattva erdrückt wird gehen die Sinne in den Geist ein. Sie wenden sich nicht mehr nach außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
203. Der Mensch hat seine Göttlichkeit vergessen aufgrund von Unwissenheit. Sein Geist folgt den Sinnesfreuden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
204. Unwissende, die weder Verstand noch Unterscheidungskraft besitzen, rennen externen Objekten hinterher und verfangen sich so in den Maschen des Todes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
205. Der Atman steigt nicht und sinkt nicht. Er ist unveränderlich und unsterblich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
206. Die Weisen, die die Glückseligkeit des Atmas genießen, kümmern sich nicht um Sinnesfreuden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
207. Die Summe der Sinnesfreuden ist nur ein Tropfen im Vergleich zu der Glückseligkeit des Atmans. Der Atman ist der Ozean der Glückseligkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
208. Der Wunsch nach Sinnesfreuden steht dem Wissen über das Selbst entgegen. Er steht dem Erkennen des Selbstes entgegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
209. Würde jemand Zucker essen, wenn Mangos reichlich vorhanden sind?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
210. Dem Selbst, durch das wir Form, Geschmack, Geruch, Klang und Berührung erfahren, bleibt nichts verborgen. Wahrlich, Dieses ist Das (Brahman). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
211. Der Atman ist absolutes Wissen. Er ist absolutes Bewusstsein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
212. Was in dieser Welt bleibt dem Atman verborgen? Alles ist dem Atman bekannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
213. Geist und Intellekt sind unempfänglich. Sie borgen ihr Licht von Atman. So wie der Mond Licht von der Sonne borgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
214. Geist, Intellekt und Sinne erfüllen ihre Aufgaben durch das Licht des Atmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
215. Der Atman steht hinter allen Wahrnehmungen von Sinnen, Geist und Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
216. So wie Eisenspäne sich hin zum Magnet bewegt. So bewegen sich Geist, Sinne und Intellekt hin zu Atman.&lt;br /&gt;
Jenseits von Furcht und Leid &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
217. Das, wahrlich, ist der Atman, verschieden von Tugend und Untugend, Ursache und Wirkung. Er ist Vishnu, darüber hinaus ist nichts.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
218. Der Weise weiß, dass alles was er im Wachen und im Traum wahrnimmt, der allgegenwärtige Atman ist. Er leidet nicht mehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
219. Turiya (der vierte Zustand) übertrifft Wachen, Schlaf und Tiefschlaf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
220. Der Atman ist der stille Zeuge der drei Bewusstseinszustände. Er wird Turiya genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
221. Durch Atman alleine ist man sich des Träumens und Wachens bewusst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
222. Wer den ewigen Atman erkennt wird absolut furchtlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
223. Furcht erscheint nur, wenn man am Körper anhaftet, wenn man sich mit dem Körper identifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
224. Wer sich mit seinem physischen Körper identifiziert versucht, ihn zu schützen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
225. Wo immer Anhaftung herrscht, herrschen auch Furcht und Ärger. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
226. Der Atman ist Eins ohne ein Zweites und ewig, so Er erkennt ist, was will man dann vor wem schützen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
227. Der Weise sieht das Selbst überall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
228. Der Weise steht über dem Körperbewusstsein. Er wird vollkommen furchtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
229. Atman zu kennen heißt, Atman zu verwirklichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
230. Atman zu kennen heißt, Atman zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Einheit von Brahman, Mensch und Welt===&lt;br /&gt;
231. Brahman erscheint als Jiva durch den Upadhi (begrenzende Beifügung) Avidya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
232. Brahman erscheint als Hiranyagarbha durch den Upadhi Maya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
233. Die Gesamtheit aller Jivas (Samashti) ist Hiranyagarbha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
234. Der Jiva ist der mikrokosmische Aspekt Brahmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
235. Wenn der Upadhi weicht werden Hiranyagarbha und Jiva eins mit Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
236. Hiranyagarbha ist die erste Manifestation Brahmans durch Meditation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
237. Brahman, Hiranyagarbha genannt, entstand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
238. Hiranyagarbha ist kosmischer Prana oder kosmische Intelligenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
239. Alle Götter weilen in Brahman, wie die Speichen in der Nabe. Alle Götter hängen von Brahman ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
240. So wie die Welle nicht verschieden ist vom Ozean, so wie Goldschmuck nicht verschieden ist von Gold, so ist diese manifestierte Welt nicht verschieden von Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
241. Der Unterschied besteht nur im Namen. So wie das Seil als Schlange erscheint, so erscheint Brahman in Name, Gestalt und Handlung, (Nama, Rupa, Kriya) durch Avidya (Unwissen) beziehungsweise Maya (Illusion).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
242. Wer denkt: ‚Ich bin verschieden von Brahman‘, der wird wiedergeboren und stirbt. Doch wer fühlt: ‚Ich bin wahrlich das alldurchdringende, unsterbliche Satchidananda Brahman‘, der erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
243. Brahman ist die Verkörperung der ewigen Erkenntnis (Nitya Vijnanaghana Svabhava).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
244. Brahman ist frei von Eigenschaften des Samsaras (Sarva Samsara Dharma Varjitam).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
245. Die Höchste Seele ist identisch mit der individuellen Seele und mit der gesamten Schöpfung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
246. Das Fehlen von Unterscheidungsfähigkeit ist der Grund für Wiedergeburt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ästhetik und das Selbst===&lt;br /&gt;
247. Allein durch den Geist kann Brahman erkannt werden. Es gibt keinen Unterschied zwischen Geist und Brahman. Wer einen solchen sieht geht von Tod zu Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
248. Der Geist ist zweigestaltig, Suddha Manas - der reine Geist, und Asuddha Manas - der verunreinigte Geist, angefüllt mit Vasanas, Ego und Gier. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
249. Brahman kann nur erkannt werden durch einen geläuterten Geist. Dazu lese man die Schriften, lerne bei einem Lehrer, praktiziere die vier Absichten (siehe Vers 36) und meditiere stetig auf das Selbst.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
250. So man das Selbst erkannt hat verschwindet die Unwissenheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
251. Der Weise erkennt Brahman in allem, nichts anderes existiert. Die Welt ist die Manifestation Brahmans allein, sie ist in ihrem Wesen nicht verschieden von Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
252. Wer Verschiedenheit sieht,  mit von Unwissenheit verdunkelten Augen, geht von Tod zu Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
253. Daumengroß sitzt der Purusha in der Mitte des Körpers. Er ist der Herr der Vergangenheit und der Zukunft, nachdem er Ihn erkannt hat kennt der Weise keine Furcht mehr. Dieses ist Das. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
254. Der Purusha weilt im Herzen. Der Atman wird Purusha genannt, weil Er in der Stadt (Puri) des Körpers weilt und weil alles von Ihm durchdrungen ist, die ganze Welt ist Seine Fülle. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
255. Der Atman ist grenzenlos, die Größe eines Daumens ist nur ein Hilfsmittel zur Meditation für Anfänger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
256. Zu Beginn meditiert der Aspirant auf den Atman als ein im Herzen strahlendes Licht (Jyoti) in Größe eines Daumens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
257. Nachdem der furchtlose, unsterbliche Atman erkannt ist, ist die Furcht vergangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
258. Brahman ist der perfekte Purusha. Er ist die Seele, die im Herzen eines jeden Menschen weilt. Er ist der Herrscher über das Wissen. Es ist verborgen in Herz und Geist. Wer so weiß erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
259. Brahman ist eine Flamme ohne Rauch. Es ist der Herr über Vergangenheit und Zukunft. Nur Es allein ist heute und wird morgen sein. Dieses ist wahrlich Das. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
260. Brahman ist ewig, unsterblich (Kutastha) und unbewegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
261. Brahman weilt in allen Lebewesen heute, und wird es sicher auch morgen noch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
262. Der Regen fällt auf den Berg, das Wasser rinnt hinunter ins Tal, verteilt sich und verliert sich.  Der Unwissende sieht Unterschiede im Leben; denkt, verschiedene Selbste seien in verschiedenen Körpern; denkt, die Welt sei verschieden von Brahman und die einzelnen Seelen seien verschieden von anderen Seelen und von der Höchsten Seele; sieht Dinge als verschieden von der Seele; hat nicht das Substrat von allem erkannt; hat nicht die Nichtzweiheit Brahmans und Seine ewige, unsterbliche, unwandelbare Einheit erfasst. Dieser Unwissende ist gefangen im Kreislauf von Geburt und Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
263. Reines Wasser in reines Wasser gegossen wird eins mit dem reinen Wasser. Die geläuterte individuelle Seele wird eins mit der Höchsten Seele, so sie das Höchste Selbst durch Intuition erkannt hat, die Vorstellung von Unterschieden durch das Wissen über Atman überwunden hat, die Einheit von Selbst und Atman erkannt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
264. Der Aspirant sollte unerschütterliches Vertrauen in die Lehren der Srutis haben. Ohne dieses Vertrauen gibt es kein Erkennen des Selbstes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der innere Herrscher===&lt;br /&gt;
265. Die Stadt Brahmans, dessen Wissen ewig ist, hat elf Tore. Brahman verehren lässt Kummer vergehen und befreit von allen Bindungen, man wird frei. Dieses ist wahrlich Das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
266. Zwei Augen, zwei Ohren, zwei Nasenlöcher, ein Mund, das sind sieben Tore. Der Nabel und die zwei unteren Öffnungen sind zusammen zehn. Das elfte ist Brahmarandhra, die Öffnung Brahmans, die Fontanelle. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
267. So wie eine Stadt einem König gehört, er jedoch unabhängig von der Stadt ist, so gehört der Körper einem König (Atman), der unabhängig vom Körper ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
268. Wer auf Brahman meditiert und das Selbst erkannt hat, der ist frei von Kummer. Er ist frei von allen Bindungen und frei vom Kreislauf von Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
269. Der Weise ist frei von Wünschen und den Fesseln, die Karma erschafft. Er wird vollkommen furchtlos. Er nimmt keinen weiteren Körper an. Er geht in Brahman ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
270. Brahman schickt Prana nach oben und Apana nach unten. Dieses Verehrungswürdige, im Inneren weilend, verehren die Götter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
271. Fünf Prinzipien der Lebenskraft kennen wir, Prana, Apana, Vyana, Udana und Samana. Es gibt weitere fünf untergeordnete Pranas (Upapranas). Der höchste Prana, Mukhyaprana, nimmt die zehn Formen an, je nach Aufgabe eines jeden einzelnen Pranas (Vritti Bheda).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
272. Prana ist Odem. Apana hat die Funktion der Ausscheidung. Vyana lässt das Blut zirkulieren. Udana lässt die Stimme wirken. Samana hat die Funktion der Verdauung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
273. Prana ist nicht Atem. Prana ist Lebensenergie. Atem ist nur eine der vielen Manifestationen von Prana. Prana ist mit Atem verbunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
274. Geist und Sinne verehren ihren Herrn, den Atman, indem sie die ihnen zugeteilten Aufgaben erfüllen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
275. Sie stimmen ihren Herrn, den Atman, günstig, indem sie die verschiedenen Wahrnehmungen, Form, Klang, Geruch, Geschmack und Berührung, Ihm darbringen, so wie das Volk den König günstig stimmt, indem es ihm Gaben darbringt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
276. Sinne, Geist und Prana sind stets damit beschäftigt, dem Atman zu dienen und Ihn zu erfreuen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
277. Der Atman allein leitet Geist, Sinne und Prana in den ihnen zugeteilten Aufgaben an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
278. Die fünf Sinnesorgane sammeln Empfindungen aus der Außenwelt und bringen sie dem Atman dar. Das ist ihre Art der Verehrung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
279. Sobald der Atman den Körper verlässt, löst dieser sich auf. So wie ein Volk sich auflöst, wenn der König aus dem Land gejagt wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
280. Der Sterbliche lebt weder durch Prana noch durch Apana, sondern durch Das, von dem diese beiden abhängen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
281. Die wahre Grundlage des Lebens ist der Atman. Prana, Apana, Vyana, Udana und Samana können nicht die Grundlage des Lebens sein. Sie arbeiten nur zusammen zum Wohle des Atmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
282. Der Körper löst sich auf, wenn Prana und Apana ihn verlassen und sich der Atman zurückzieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
283. Ein Haus besteht zum Wohle des Besitzers, der verschieden ist vom Haus und sein Herr ist. Prana, Apana, Vyana, Udana, Samana, die Sinne und der Geist bestehen zum Wohle des Atmans, der verschieden von ihnen ist und ihr Herr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
284. Prana und Apana hängen von Atman ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
285. Sie vollziehen ihre Pflichten in Harmonie zum Wohle des Atmas, ihres Herrn. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
286. Die Stütze der Wesen, des Pranas, der Sinne und des Geistes ist der Atman. Er ist völlig unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
287. Wie Getreide vergeht der Sterbliche und wie Getreide wird er wiedergeboren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
288. Manche Jivas gehen in einen Leib ein, um einen Körper zu erhalten, anderen gehen in anorganische Substanzen ein, je nach deren Karma und Bewusstsein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
289. Der Jiva nimmt den Körper an, den sein Karma bedingt und seinem Bewusstsein entspricht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
290. Er kann Indra werden oder sogar Hiranyagarbha. Er kann alles werden in der kosmischen Hierarchie. Er kann sein letztes Leben antreten und ein Jivanmukta, ein befreiter Weiser, werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
291. Er kann ein Muni, ein Tapasvin oder ein Yogi werden, so er sehr gute spirituelle Samskaras mit sich bringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
292. Er kann auch ein Baum oder etwas Anorganisches werden, je nach seinem Karma. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
293. Brahman ist der stille Zeuge der drei Bewusstseinszustände Wachen, Traum, Tiefschlaf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
294. Der Purusha schläft nie. Selbst wenn Prana, die Sinne und der Geist schlafen, ist Er der Zeuge (Sakshi) von allem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
295. Brahman ist ewig rein und unsterblich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
296. Brahman ist die Ursache der Welt. Alle Welten hängen nur von Ihm ab. Er ist die Stütze aller Welten. In Ihm sind alle Welten enthalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
297. Im Tiefschlaf ruhst du in Brahman. Du kommst in Kontakt mit Brahman, doch da ist der Schleier der Unwissenheit. Deshalb bist du dir Brahmans nicht bewusst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
298. In Samadhi ist dieser Schleier verschwunden. Dein reines Bewusstsein ist eins mit dem absoluten Bewusstsein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
299. Während der Geist und die Sinne im Tiefschlaf ruhen erfährst du die Glückseligkeit in Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
300. Deshalb sagst du, wenn du ins Wachbewusstsein zurückkommst: ‚Ich habe gut geschlafen, ich weiß von nichts‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
301. Dieses Erinnern an die Glückseligkeit beweist, dass Brahman ist, nichtdual, glückselig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das allgegenwärtige Selbst===&lt;br /&gt;
302. Wie das eine Feuer, sobald es in der Welt erstrahlt, verschiedene Formen annimmt, je nachdem was es verbrennt, so nimmt der ewige Atman aller Lebewesen, obwohl Eines, verschiedene Gestalten an, je nachdem in was er in der Außenwelt eingeht. Und dennoch ist Er jenseits aller Gestalt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
303. Viele sprechen, um ihre Belesenheit zu zeigen oder über anderen zu stehen. Sie sprechen nicht der Wahrheit wegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
304. Ehrliche und ernstgemeinte Gespräche mit großen Seelen, um Zweifel zu beseitigen und Klarheit zu erlangen, ist wünschenswert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
305. Ernsthafte Aspiranten mögen unter sich schwierige und abwegige Probleme erörtern. Das ist sehr hilfreich für ihr Wachstum und ihr Verständnis. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
306. Das Wissen über die Einheit mit dem Atman ist auch nach Erklärungen und Wiederholungen nicht leicht zu verstehen. Deshalb erklären die Srutis die Wahrheit über Atman durch verschiedene Darstellungen, Gleichnisse und Analogien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
307. Der Atman ist stets rein und verschieden von Gestalt. Es wird nicht im Geringsten von Gestalt berührt, denn Er ist ohne Beifügungen und feinstofflich, reines Bewusstsein, Seele, Geist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
308. Wie sollte es eine Verbindung geben zwischen Materie und Geist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
309. Der Atman nimmt durch die Upadhis verschiedene Gestalten an, Geist, Sinne, Prana, Körper, Er ist jenseits von Name und Form. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
310. Der Atman ist ein Mysterium. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
311. Die Luft nimmt, nachdem sie die Welt betreten hat, verschiedene Formen an, je nachdem in welches Behältnis sie eingeht. Der Atman nimmt ebenso verschiedene Gestalten an, je nachdem in welchen Körper Er eingeht. Dennoch ist er jenseits von Name und Form. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
312. Die Sonne, das Auge des Universums, wird nicht berührt von den Defekten des physischen Auges. Der Atman, das Wesen von allem, wird nicht berührt durch das Leid der Welt, das aus Wunsch und Karma entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
313. Die Schlange überlagert das Seil, so das Licht schwach ist. Silber überlagert Perlmutt. Die Welt und der Körper überlagern den Atman durch Avidya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
314. Das Seil bleibt von der Schlange unberührt, der Atman wird nicht berührt von Überlagerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
315. Handlung, Wirkung, Frucht (Kriya, Karta, Phala) überlagern fälschlicherweise den Atman durch Unwissen. Es sind alles nur falsche Wahrnehmungen, wie die falsche Wahrnehmung einer Schlange im Seil. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
316. Der Atman handelt nicht (Akarta) und genießt nicht (Abhokta). Er ist unberührt (Asanga, Nirlipta).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
317. Brahman ist Eines. Es ist der Herrscher, der Atman aller Wesen. Es wird nicht berührt vom Leid der Welt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
318. Brahman ist der Herr über alles. Alldurchdringend, unabhängig. Nichts ist Ihm gleich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
319. Obwohl Eines, manifestiert Es sich in verschiedenen Namen und Formen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
320. Der Weise der Es schaut erfährt ewige Glückseligkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
321. Der weltliche Mensch, bar jeder Unterscheidungskraft, erfreut sich an den Objekten im Außen. Er wird nie die Glückseligkeit Atmans genießen. Der Atman wird durch seine Unwissenheit verdeckt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
322. Für den Weisen ist das Selbst das Ewige inmitten des Transzendenten, das Bewusstsein inmitten des Bewusstseins. Es, obwohl Eines, gewährt die Wünsche vieler, weilend in ihnen. Ihnen sei ewiger Frieden. Niemand anderem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
323. Der Atman ist ewig und unveränderlich. Die Welt von Name und Form ist vergänglich und veränderlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
324. Körper, Geist, Sinne und Prana, sie alle sind gemeint mit der Bezeichnung ‚Welt‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
325. Die Welt ist ein flüchtiger Schatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
326. Der Wandel setzt eine Grundlage voraus, die ewig und unveränderlich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
327. Wandel kann nur im Unwandelbaren erfolgen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
328. Die Leinwand im Kino verändert sich nicht, doch die Bilder wandeln sich ständig. Brahman repräsentiert die Leinwand, die flüchtige Welt der Namen und Formen repräsentiert die Bilder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
329. Heißes Wasser borgt seine Hitze vom Feuer, der Intellekt borgt seine Intelligenz von Atman, der Grundlage von allem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
330. Wer den in seinem Herzen weilenden Atman erkennt erfährt ewigen Frieden. Die Unwissenden leiden in Samsara.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
331. Der Weise, der Wunschlosigkeit erreicht hat, erkennt diese unbeschreibliche Glückseligkeit von Dieses ist Das.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
332. Weder Sonne, Mond, Sterne, Blitze noch Feuer strahlen. Wenn Es strahlt, strahlt alles andere auch. Durch Sein Licht strahlen sie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
333. Der Atman strahlt aus Sich Selbst heraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
334. Etwas aus sich selbst Strahlendes benötigt keine Licht für sein Erstrahlen (Nirapeksha).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
335. Wenn du sagst, der Atman erhält Sein Licht von einem Licht, dann muss dieses Licht wiederum ein Licht haben das es illuminiert. Dies führt zu Anavasthadosha, in die Unendlichkeit. Deshalb muss der Atman aus Sich Selbst heraus strahlen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Baum des Samsaras===&lt;br /&gt;
336. Wir kennen den alten Asvattha Baum, dessen Wurzeln oben und die Äste unten sind. Das ist der Baum der Schöpfung. Das ist Brahman und nur Das wird unsterblich genannt. Davon hängen die Welten ab und niemand sieht dahinter. Dieses ist wahrlich Das. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
337. Du kannst das Wesen Brahmans erkennen, die Quelle des Samsara Baumes (Maya Vriksha), so du die Wirkung erfasst, den Samsara Baum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
338. Die Welt hat ihre Wurzeln in Brahman. Aus Brahman allein gedeiht das Universum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
339. Wie ein Baum mit der Axt gefällt werden kann, so kann der Samsara Baum ebenfalls gefällt werden. Die Axt ist Nichtanhaftung, Atma Jnana oder Kenntnis über das Selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
340. Der Samsara Baum erhält seinen Lebenssaft von seiner Quelle, Para Brahman und wächst durch den Samen der Unwissenheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
341. Hiranyagarbha oder Karya Brahman ist sein Spross. Die feinstofflichen Körper aller Lebewesen sind sein Rumpf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
342. Das Universum hat sich aus Brahman entfaltet. Brahman ist ein Donnerkeil. Wer so weiß erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
343. Prana ist Brahman. Brahman ist der Ursprung der Welt. Er ist der Herr der Schöpfung. Der Mensch erlangt Unsterblichkeit durch Wissen über Brahman. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
344. Die Aussage, die Welt sei aus dem Nichts entstanden ist absurd. Sie ist aus Brahman entstanden. Sie schwingt in Brahman. Sie ruht in Brahman. Sie geht in Brahman ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
345. Brahman ist das Substrat der veränderlichen Welt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
346. Brahman ist ohne Veränderung und ohne Bewegung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
347. Schwingung kann nur in Unbewegtem entstehen. Dieses Unbewegte ist Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
348. So wie der Diener den Anordnungen des Herrn gehorcht, so gehorcht die Welt den Schöpfungsgesetzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
349. Den Schöpfungsgesetzen kann niemand entrinnen. Niemand kann sie übertreten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
350. Alles ist unter deren Kontrolle. Schöpfung, Erhaltung, Auflösung sind einem unveränderlichen, göttlichen Gesetz unterworfen, dem niemand zuwider handeln kann. Deshalb ist Brahman, handelnd als dieses Gesetz, ein Donnerkeil. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
351. Die Brahman erkennen, den Zeugen all unserer mentalen Erregungen (Vritti), den Urgrund allen Seins, den Herrn der Schöpfungsgesetze, erlangen Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
352. Aus Furcht vor Brahman brennt das Feuer, scheint die Sonne und tun Indra, Vayu und Yama ihre Pflicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
353. Wäre Brahman nicht der Herrscher der Welt, mit dem Donnerkeil in Händen, würde die Welt nicht in Harmonie und Perfektion bestehen. Ein sinnvolles Wirken der Weltenhüter (Loka Palas) wäre nicht möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erkenne das Selbst jetzt===&lt;br /&gt;
354. Wer noch in diesem Leben hier auf Erden, vor dem Tod seines Körpers, Brahman erkennt, wird von den Fesseln der Welt befreit. Dem dies nicht gelingt kommt in einem neuen Körper zurück in die Welt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
355. Deshalb sollten ernsthafte Anstrengungen unternommen werden, vor dem Verfall des Körpers, Brahman zu erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
356. So wie man im Spiegel klar sein Spiegelbild erkennt, so kann Brahman im eigenen Intellekt klar erkannt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
357. Die Wahrnehmung wird getrübt in der Welt der Ahnen. Sie waren versunken im Genuss ihre karmischen Früchte. Auch im Traum ist die Wahrnehmung getrübt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
358. Die Reflektion unseres Bildes im Wasser ist verschwommen, so ist die Wahrnehmung des Atmans in der Welt der Gandharven ebenso verschwommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
359. In Brahmaloka kann der Atman deutlich wahrgenommen werden. Er hebt Sich ab wie Licht vom Schatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
360. Schwierig ist es, Brahmaloka zu erreichen. Besonderes Karma oder Verehrung sind nötig um es zu erreichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
361. Deshalb sollte man den Atman im Intellekt erkennen, solange man noch in der Welt weilt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
362. Der Weise hat erkannt, dass die Sinne verschieden sind von Atman, ihre Aktivitäten berühren ihn nicht mehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
363. Die fünf Sinne bestehen neben ihrer Quelle, um die ihnen zugeordneten Objekte wahrzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
364. Der Atman ist rein, unbefleckt und aus Sich Selbst strahlend. Das Wesen der Sinne unterscheidet sich vom Wesen Brahmans.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
365. Die Sinne wirken während des Wachens. Sie gehen auf beim Erwachen und unter im Tiefschlaf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
366. Der Atman geht weder auf noch unter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
367. Der Atman kennt weder Anfang noch Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
368. Sprunghaft sind Sinne und Geist und können klar von Atman unterschieden werden, der klar, unveränderbar, alldurchdringend, unteilbar, ohne Anfang und ohne Ende ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
369. Der Weise leidet nicht, er hat den Unterschied zwischen Atman und Sinne erkannt, ihr auf und ab, ihr Wachen und Schlafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
370. Der Kenner des Atmans hat das Leid überwunden und ruht in Glückseligkeit.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Höchstes Bewusstsein===&lt;br /&gt;
371. Höher als die Sinne ist der Geist. Höher als der Geist ist der Intellekt. Höher als der Intellekt ist der kosmische Intellekt, höher als Avyakta, das Unmanifestierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
372. Jenseits von Avyakta ist der Purusha, der Alldurchdringende, jenseits eines Sinnbildes. Wer Ihn erkennt erlangt Befreiung und Unsterblichkeit.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
373. Die Sinne sind verschieden von Atman, Er kann von den Sinnen im Außen nicht erfasst werden, denn Er ist das Innerste aller Dinge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
374. Das Wissen über diese Abstufung ist notwendig, um Unsterblichkeit und letztendliche Befreiung zu erlangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
375. Zum Zeitpunkt von Pralaya geht die Welt in Avyakta ein. Jenseits von Avyakta ist der alldurchdringende Purusha. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
376. Das Symbol, das durch die Sinne erkannt und verstanden werden kann, wird Linga genannt. Kein Linga zu haben ist Alinga. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
377. Wer von Ihm durch den Lehrer und durch die Sastras erfahren hat und durch Intuition, der erreicht Unsterblichkeit und letztendliche Befreiung. Er ist befreit von den Knoten des Herzens, wie Wunsch, Unwissenheit und Handlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
378. Seine Gestalt kann nicht gesehen werden. Niemand sieht Ihn mit seinen physischen Augen. Er enthüllt sich dem Aspiranten durch Kontrolle des Geistes und tiefe Meditation. Die Brahman erkennen erlangen Unsterblichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
379. Der Atman kann durch das physische Auge nicht gesehen werden, denn Er ist feinstofflich, jenseits der Wahrnehmung durch Geist und Sinne. &lt;br /&gt;
Schriften und Guru&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
380. Wer durch reinen Intellekt den im Herzen Weilenden erkennt erlangt Unsterblichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
381. Wenn die fünf Sinnesorgane zusammen mit Geist und Intellekt ruhen ist der höchste Zustand erreicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
382. Der Mensch erfährt das Wissen der Welt durch die fünf Wahrnehmungsorgane. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
383. Die Sinne sammeln die Erfahrungen aus der Welt und präsentieren sie dem Atman durch Geist und Intellekt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
384. Wenn die fünf Wahrnehmungsorgane vom Außen zurückgezogen werden und in den Geist eingehen, wenn der Geist auf den Atman gerichtet ist, wenn der Intellekt zur Ruhe gekommen ist, dann ist der höchste Bewusstseinszustand erreicht.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
385. Wenn Sinne und Intellekt zur Ruhe gekommen sind, die Emotionen unter Kontrolle, dann ist der höchste Bewusstseinszustand erreicht. Das wird Yoga genannt. &lt;br /&gt;
386. Yoga ist der erhabenste Weg, denn er führt zu Moksha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
387. Die Kontrolle der Sinne nennen sie Yoga. Sei vorsichtig, denn Yoga wird erlangt und verloren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
388. Die Sinne sind zurückgezogen und der Geist ist fixiert auf Atman durch stetige Konzentration und Meditation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
389. Der Yogi sei wachsam, denn Yoga kommt und geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
390. Yoga kommt. Und geht, wenn der Geist nicht ruhig ist, wenn die Sinne nicht unter Kontrolle sind, wenn Leidenschaftslosigkeit nachlässt, wenn Unlust bei der Meditation aufkommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
391. Vollkommene Wachsamkeit ist nötig, wenn man mit der Yoga Praxis beginnt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die zwei Augen eines Sadhakas===&lt;br /&gt;
392. Der Atman kann durch Sprache nicht beschrieben, durch den Geist nicht erfasst und durch das Auge nicht erkannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
393. Weder Darlegungen noch metaphysisches Denken helfen dem Aspiranten, Brahman zu erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
394. Maharshi Vyasa und Sri Sankara lehrten durch Beweis und Logik, ihre Doktrin basiert hauptsächlich auf Sabda Pramana (Zeugnis der Veden), das so gut wie unfehlbar ist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
395. Vertraue den Worten der Srutis und den Sehern, die Atman durch Intuition erkannt haben und versichert, dass Atman ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
396. Sabda Pramana, die Srutis, Apta Vakya, die Worte der Seher, sind von äußerster Wichtigkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
397. So du Atman erkennen willst habe Vertrauen in die Worte des Gurus, der das Selbst erkannt hat, und folge seinen Anweisungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
398. Der Atman muss von einem Guru erkannt worden sein, der weiß, dass Atman ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
399. Wenn der Atman durch die Sinne nicht wahrgenommen werden kann, wie kann Er dann wahrgenommen werden? Nur durch die Belehrungen eines Gurus, der weiß dass Er ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
400. Ihr müsst wissen, dass Es ist und was Es ist. Wer so weiß erkennt Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
401. Dem, der auf Brahman meditiert und sich mit den vier Absichten (siehe Vers 36) ausstattet, dem enthüllt Sich Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Entsagung: die Voraussetzungen===&lt;br /&gt;
402. Wenn Wunschlosigkeit erlangt ist, erlangt der Sterbliche Unsterblichkeit und erkennt Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
403. Die Voraussetzung für Unsterblichkeit ist Entsagung aller Wünsche und Anhaftungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
404. Die weltlichen Wünsche werden nur überwunden, wenn die Fesseln der Unwissenheit zerschnitten sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
405. Der Geist ist der Sitz des Wunsches. In Atman ist kein Wunsch, Er ist rein und makellos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
406. Wünschen ist die Ursache für Leid und Bindung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
407. Wenn durch Erkenntnis des Selbstes Wunschlosigkeit erlangt ist erlangt der Sterbliche Unsterblichkeit. Er wird Brahman noch während er in diesem Körper weilt. Er ist von den Fesseln des Karmas befreit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
408. Wenn alle Knoten des Herzen hier auf Erden gelöst werden erlangt der Sterbliche Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
409. Unwissen, Wunsch und Handlung sind die drei großen Knoten. Egoismus, Hass, Lust, Eifersucht und Stolz, entstanden aus Unwissenheit, sind kleine Knoten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
410. Weitere Knoten sind die Vorstellungen ‚Ich bin dieser Körper‘, ‚Das ist mein Besitz‘, ‚Ich bin ein Brahmane‘, ‚Ich bin ein Minister‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
411. Sie werden vernichtet durch die Erkenntnis der Einheit mit Brahman ‚Ich bin Brahman‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wissen über die Nadis===&lt;br /&gt;
412. Einhundertein Nervenkanäle (Nadis) sind bekannt. Einer von ihnen, Sushumna, durchdringt die Krone des Kopfes. Seine Energie nach oben führend zum Zeitpunkt des Todes lässt Unsterblichkeit erlangen. Die anderen Nervenkanäle haben andere Wirkungen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
413. Der Jivanmukta, der das Selbst erkannt hat, geht nirgendwohin. Seine Pranas gehen nirgendwohin. Brahman seiend erreicht er Brahman. Er erlangt Kaivalya Mukti.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
414. Wer Kaivalya-Mukti nicht erlangt hat, wer das höchste Brahman nicht erkannt hat, jedoch das niedere Brahman (Saguna Brahman) verehrt hat, geht durch den Sushumna Nadi zur Sonne und dann durch weitere Bereiche nach Brahmaloka wo er bis zum Ende des Schöpfungszyklus‘ weilt. In Brahmaloka genießt er  unvergleichliche Freuden. Wenn der Zyklus endet geht er mit Brahma in Brahman ein. Das ist Krama Mukti (allmähliche Befreiung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
415. Die anderen Nadis haben verschiedene Auswirkungen. Sie führen zum Zeitpunkt des Todes auf verschiedene Wege. Wenn die Seele durch diese Nerven geht, wird sie wieder in Samsara geboren. Sie nimmt einen ihrem Karma entsprechenden Körper an.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
416. Der Sushumna Nadi wird auch Brahma Nadi genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
417. Der daumengroße Purusha, das innere Selbst, weilt im Herzen aller Wesen. Man muss Ihn mit Stetigkeit herausziehen aus dem Körper, so wie man einen Halm aus der Erde herauszieht. Man sollte Ihn als rein und unsterblich erkennen. &lt;br /&gt;
418. Du musst die Essenz, das heißt den Atman, aus den fünf Kosas (Hüllen) herausziehen, geduldig und mutig durch Vichara (Unterscheidung) und Meditation. Du musst den Atman vom Körper trennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
419. Als Nachiketas das ihn durch Yama Gelehrte verinnerlicht hatte, erreichte er Brahman, wurde frei von allen Unreinheiten und vom Tod. So wird es allen ergehen, die das Wesen Brahmans erkannt haben.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/DasGehimnisKathopanishad/Kathopanishad.htm Das Geheimnis der Katha Upanishad, Artikel von Swami Krishnananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/DasGehimnisKathopanishad/Kathopanishad_4.htm Das Geheimnis der Katha Upanishad, Vortrag Nr. 5, Artikel von Swami Krishnananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/de/artikel/krishnananda/kathaupanishad_kapitel5.html Das Geheimnis der Katha Upanishad, Vortrag Nr. 4, Artikel von Swami Krishnananda]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
{{dnf}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Katha_Upanishad&amp;diff=111880</id>
		<title>Katha Upanishad</title>
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		<updated>2014-05-20T11:35:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: /* Zeichen der Täuschung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Katha Upanishad&#039;&#039;&#039; ([[Sanskrit]]: katha-upanishad &#039;&#039;f.&#039;&#039;), auch &#039;&#039;&#039;Kathopanishad&#039;&#039;&#039;, ist der Name einer berühmten [[Upanishad]], welche die Belehrungen des Totengottes [[Yama]] an [[Naciketas]] enthält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kernaussagen der Katha Upanishad==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Von Swami Sivananada&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Om]]. Möge [[Das]] uns ([[Lehrer]] und [[Schüler]]) beschützen. Möge Das uns zur [[Glückseligkeit]] ([[Mukti]]) führen. Mögen wir beide fähig sein, die wahre [[Bedeutung]] der [[Schrift]]en zu erfassen. Möge unser [[Lernen]] erfolgreich sein. Mögen wir nie in [[Streit]] geraten. &lt;br /&gt;
Om Frieden! Frieden!! Frieden!!!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. [[Intuition]] ([[Aparokshanubhuti]]) ist die [[Quelle]] des [[Wissen]]s über [[Atman]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Der Atman ist schwer zu erfassen. Er ist [[feinstofflich]]. Er kann nicht durch Schlussfolgerungen erfasst werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Ein selbstverwirklichter [[Guru]] allein kann den [[Aspirant]]en auf dem [[spirituell]]en [[Weg]] führen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Angenehme vs. das Gute===&lt;br /&gt;
4. Das eine ist gut, während das andere angenehm ist. Gesegnet ist der, der sich für das [[Gute]] ([[Shreyas]]) allein entscheidet. Wer das Angenehme ([[Preyas]]) wählt, verliert letztendlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Sreyas ist das Gute, das Höchste [[Selbst]], das [[Wissen]], das zu [[Moksha]] (Befreiung) führt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Preyas ist das Angenehme, die [[Sinnesfreude]]n. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Die verkörperte [[Seele]] ist in ihrer [[Essenz]] identisch mit [[Brahman]]. Aufgrund von [[Unwissenheit]] und [[Illusion]] sind wir an [[Handlung]] gebunden und versuchen, [[Befreiung]] zu erlangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Wer den [[Pfad]] der [[Wahrhaftigkeit]] beschreitet und sich dem Guten verschreibt, erreicht [[Glückseligkeit]] und [[Unsterblichkeit]]. Wer den Sinnesfreuden frönt, verfehlt das [[Ziel]] des [[Leben]]s. Er versinkt in [[Sorge]] und [[Leid]] und ist gefangen im [[Rad]] von [[Geburt]] und [[Tod]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. [[Shreya Marga]] ist der Pfad des Wissens. [[Preya Marga]] ist der Pfad des Nichtwissens. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. Du musst die Sinnesfreuden überwinden, so du Glückseligkeit in [[Atman]] erlangen willst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Das Gute und das Angenehme haben den [[Mensch]]en fest im Griff. Der [[Weise]] untersucht und unterscheidet zwischen beiden, er wählt das Gute. Der Unwissende wählt das Angenehme, seinem [[Körper]] zuliebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Der Pfad des Wissens und der Pfad des Angenehmen stehen dem Menschen offen, er kann den Pfad wählen, der im zusagt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. So wie der [[Schwan]] [[Milch]] von [[Wasser]] trennt und nur die Milch trinkt, so trennt der Weise Gut von Böse und folgt dem Guten allein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. Der Weise weiß, dass Shreyo Marga zu Unsterblichkeit, [[Freiheit]] und Glückseligkeit führt, Preyo Marga dagegen zu vergänglichen sinnlichen [[Freude]]n und zu [[Bindung]]. Deshalb bevorzugt er Sreyo Marga. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15. Den Unwissenden fehlt das [[Unterscheidungsvermögen]] zwischen dem Guten und dem Angenehmen. Sie haben keine [[Vorstellung]] vom Ziel, vom Erreichen des Zieles und von den [[Frucht|Früchten]]. Sie wählen das Angenehme, um gierig ihren Körper zu mästen und geben sich den Sinnesfreuden hin.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16. Die beiden Wege liegen weit auseinander und führen zu unterschiedlichen [[Resultat]]en. Sie sind wie [[Licht]] und [[Dunkelheit]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
17. [[Avidya]] ist der Weg des Angenehmen. Er führt zu Leid und Bindung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18. [[Vidya]] ist der Weg des Guten. Er führt zu Freiheit und Befreiung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zeichen der Täuschung===&lt;br /&gt;
19. Die Unwissenden leben in [[Dunkelheit]], sehen sich jedoch als weise und gebildet. In [[Illusion]] gehen sie verschlungene [[Weg]]e, wie Blinde, die von Blinden geführt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20. Die in [[Samsara]] leben, leben in [[Unwissenheit]] und Dunkelheit. Sie haben weder Verstehen noch [[Unterscheidungskraft]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
21. Sie sind an Tausende von Seilen der [[Erwartung]] gebunden. Sie sind in Tausende von Schlingen in Form von [[Anhaftung]] an [[Kind]]er, [[Ehe]], [[Wohlstand]], [[Besitz]] und vieles mehr verwickelt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22. Unwissend sind sie, doch sehen sie sich als intelligent und belesen in den [[Shastra]]s. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23. Sie werden [[Befreiung]] nicht erlangen. Sie sind immer wieder an das [[Rad]] von [[Geburt]] und [[Tod]] gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24. Sie gehen im [[Leid]] von Samsara durch Geburt, [[Alter]], [[Krankheit]], [[Sorge]], Leid und Tod unter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25. So wie der Blinde, der von einem Blinden auf steiniger Straße geführt wird, leidet, so leiden die Unwissenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
26. Der [[Weg]] in die [[Zukunft]] ist dem Unwissenden nicht klar. Er verfällt der Illusion des Wohlstandes. Das ist die [[Welt]], es gibt keine andere, so denkt er. So fällt er wieder und wieder in das Netz von Geburt und Tod.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
27. Wohlstand ist das [[Gift]] der Welt. Er schafft [[Stolz]] und [[Eitelkeit]]. Er schafft einen wirren [[Geist]] und vernebelt den [[Verstand]]. Er verschleiert den [[Intellekt]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28. Die Notwendigkeit, [[Befreiung]] zu erlangen, ist dem Leichtsinnigen kein [[Bedürfnis]]. Er ist in Gedanken an Kinder, Ehe und Wohlstand eingehüllt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
29. Die Sinnesfreuden sind das [[Ziel]] des weltlichen [[Mensch]]en. [[Geld]] ist sein Ziel. Essen, Trinken, [[Spaß]] sind seine höchste [[Philosophie]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
30. Viele sind nicht in der Lage auf den [[Atman]] zu hören. Auch wenn sie von Atman hören können sie die Worte nicht erfassen, da ihr Geist nicht klar ist.  &lt;br /&gt;
Die Erhabenheit von Brahma Vidya&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
31. Unübertrefflich ist es, sein Selbst ausdrücken zu können. Unübertrefflich ist es, sein Selbst zu erfassen, gelehrt von einem fähigen Lehrer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
32. Brahma Vidya ist die vollkommene Wissenschaft. Sie ist die Wissenschaft der Wissenschaften. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
33. Welche ist diese höchste spirituelle Wissenschaft, die, so wir sie kennen, uns alle anderen Wissenschaften kennen lässt. Es ist Para Vidya oder Brahma Vidya, das Erkennen des unsterblichen Atmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
34. Unübertrefflich muss der Lehrer sein, der Brahma Vidya lehrt. Unübertrefflich muss auch der Schüler sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
35. Brahma Jnanis und befähigte Aspiranten sind sehr, sehr rar in der Welt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
36. Wer mit den vier Absichten, Viveka (Unterscheidungskraft), Vairagya (Leidenschaftslosigkeit), Shat Sampat (sechsfache Tugenden), Mumukshutva (Sehnsucht nach Befreiung), ausgestattet ist, der ist befähigt für den Weg des Jnana Yogas. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
37. Von Tausenden, die von Atman hören, die Gott suchen, erkennt einer Atman. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
38. Der Atman kann nicht leicht erkannt werden, wenn er von einem Unerfahrenen, der selbst Atman nicht erkannt hat, gelehrt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
39. Der Atman kann nicht erkannt werden durch Behauptung und Beweisführung, denn Er ist transzendent, jenseits von Verstand und Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
40. Der Intellekt ist ein vergängliches Instrument, bedingt durch Zeit, Raum und Ursache. Wir kommen zu keiner endgültigen Entscheidung nur durch Behauptung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
41. Ein Mensch mit niederem Intellekt wird von einem Menschen mit hohem Intellekt besiegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
42. Argumentieren ist nur ein Jonglieren mit Worten. Es ist intellektuelle Gymnastik und sprachliche Kriegsführung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
43. Wer sein Leben nur mit Argumentieren verbringt ist im dichten Dschungel von Dunkelheit und Unwissen gefangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
44. Höre auf zu argumentieren und werde still, wende dich nach Innen und meditiere.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
45. Der Atman ist nur durch stille Meditation zu erfahren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
46. Brahma Jnana kann nicht durch Behauptung und Beweisführung erlangt werden. Man muss das Brahman Bewusstsein durch spirituelle Erfahrung erlangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
47. Es ist leicht, Brahman zu verstehen und zu erkennen, wenn von einem verwirklichten Lehrer gelehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
48. Das Ewige kann nicht durch Vergängliches erkannt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
49. Das Ewige ist unveränderlich, es kann nicht durch Veränderliches erkannt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
50. Selbst Hiranyagarbha ist nichts im Vergleich zu Para Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
51. Der Atman ist feinstofflich und innewohnend. Er liegt in der Höhle des Herzens verborgen. Deshalb ist er schwer zu erkennen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
52. Der Weise zieht seine Sinne von den Objekten im Außen zurück, erkennt den Atman durch Meditation auf das Selbst und ist frei von Freude und Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
53. Der Atman ist jenseits von Freude und Leid. Er ist Glückseligkeit. Er ist Satchidananda Svarupa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
54. Glück und Leid, Freude und Kummer sind nur Modifikationen des Geistes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Upanishaden Sadhana===&lt;br /&gt;
55. Der Weise meditieret auf den Atman, erkennt Ihn, den Unsichtbaren, den Unergründlichen, den in der Höhle des Herzens Verborgenen, den in der Hölle Weilenden, den in der Intelligenz Erscheinenden und ist frei von Freude und Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
56. Der Aspirant hört alles über den Atman von seinem befähigten Lehrer und erfasst Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
57. Dann trennt er den Atman von Körper und Geist durch Unterscheiden zwischen Wirklich und Nichtwirklich, meditiert auf den Atman und erkennt Ihn durch seine Intuition. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
58. Diese Welt wird von Dharma getragen. Brahman ist das Zentrum des Dharmas. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
59. Warum führt ein Mensch ein rechtschaffenes Leben? Weil er nur durch das Erkennen von Brahman wirklich genießen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
60. Das Prinzip (Svarupa) von Brahman ist Glückseligkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
61. Sinnesfreuden sind nur flüchtige Eindrücke, angeregt durch Reizung der Neven. Es sind nur Reaktionen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
62. Brahman ist Fülle, Einheit, Ewigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
63. Brahman ist anders als Tugend und Laster, anders als Ursache und Wirkung, anders als Vergangenheit und Zukunft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
64. Tugend und Laster, Vergangenheit und Zukunft sind nur mentale Schöpfungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
65. Zeit ist nur ein Wert des Geistes, ebenso nur eine mentale Schöpfung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
66. In Isvara besteht gleichzeitige Wahrnehmung. Alles ist nur. Alles ist nur jetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
67. Brahman ist Ewigkeit. Es ist jenseits von Zeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
68. Das Ziel, das die Veden verkünden und für das der Aspirant in Brahmacharya lebt, dieses Ziel ist OM.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
69. Buße und Brahmacharya führen zum Erkennen von Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Pranava===&lt;br /&gt;
70. OM ist auch unter den Namen Pranava, Ekakshara und Omkara bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
71. OM ist ein Symbol (Pratika) für Brahman. Es ist Klang (Sabda Brahman).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
72. OM ist der Urklang, die erste Manifestation Brahmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
73. OM ist das geeignetste Symbol für Brahman. Es besteht aus drei Buchstaben - A, U, M.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
74. Klang, Wort und Name sind untrennbar verbunden mit dem Gedanken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
75. OM ist wahrlich Brahman. OM ist wahrlich das Höchste. Der OM kennt erlangt alles was er wünscht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
76. OM ist Brahman Selbst. OM und Brahman sind untrennbar miteinander verbunden. Über OM sollte wie über Brahman Selbst meditiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
77. OM ist ein Symbol, sowohl für Saguna als auch für Nirguna Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
78. Wer auf OM mit Saguna (gestalthaft) Bhava meditiert, der wird Saguna Brahman erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
79. Wer auf OM mit Nirguna (gestaltlos) Bhava meditiert, der wird Nirguna Brahman erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
80. Das manifestierte Brahman sollte erreicht werden. Das unmanifestierte Brahman sollte erkannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
81. OM ist die beste Hilfe. Es ist das beste Mittel, um das Manifeste (Saguna Brahman) oder das Höchste (Nirguna Brahman) zu erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
82. Wer auf Brahman meditiert wird eins mit Brahman und wird geeignet, wie Brahman verehrt zu werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
83. Der Kenner Brahmans wird Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
84. OM ist die wertvollste Hilfe. Wer diese Hilfe kennt wird in dieser Welt als Brahman verehrt. Er wird wie Brahman verehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Wesen des Höchsten Selbst===&lt;br /&gt;
85. Der Atman ist ohne Geburt und ohne Tod. Er entstand nicht aus etwas. Er ist ewig. Er stirbt nicht, wenn der Körper stirbt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
86. Brahman wurde nicht hergestellt wie ein Topf aus Lehm. Er ist frei von Bedingung. Er ist frei von Modifikationen wie sie Dingen eigen sind, die eine Form besitzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
87. Brahman ist unvergänglich und unveränderlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
88. Brahman ist frei von Veränderung und Entwicklung, Es ist unvergänglich und unveränderlich. Es ist archaisch (Purana).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
89. So wie die Luft im Topf nicht davon berührt wird, wenn der Topf zerbricht so, ist der Atman nicht davon berührt, wenn der Körper stirbt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
90. Der Atman ist feinstofflich, kein Schwert kann Ihn töten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
91. Unwissende glauben, der Körper sei Atman und identifizieren die Seele mit dem Körper. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
92. Wenn der Mörder denkt: ‚Ich töte‘, dabei den Körper für die Seele haltend, und wenn der Ermordete denkt: ‚Ich wurde getötet‘, dann kennen beide den Atman nicht. Beide sind unwissend. Die Seele tötet nicht und kann nicht getötet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
93. Der Atman, feiner als fein, größer als groß, weilend im Herzen eines jeden Wesens. Wer wunschlos ist, ruhig im Geist, die Sinne zurückgezogen hat, der behält die Würde des Selbstes und wird frei von Kummer und Leid.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
94. Die Seele einer Ameise ist dieselbe wie die eines Elefanten. Nur ein Bewusstsein weilt in allen Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
95. Die Essenz aller Wesen ist der Atman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
96. Der Atman wird von der Welt überlagert, so wie das Seil von der Schlange überlagert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
97. Für sich allein hat die Welt keine eigene Existenz, alles ist Atman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
98. Der Atman ist weit, Er ist überall, denn Er ist alldurchdringend und ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
99. Der Atman frohlockt und frohlockt nicht. Er genießt die Welt in ihren Begrenzungen. Er ist der stille Zeuge in seinem reinsten Wesen, und so frohlockt Er nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
100. Befähigte Aspiranten, ausgestattet mit einem feinen, scharfen und reinen Intellekt, lernbegierig und mit den vier Absichten (siehe Vers 36) vertraut, können den Atman erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
101. Der Weise, der den Atman als körperlos erkannt, nur im vergänglichen Körper weilend, erhaben und alldurchdringend, kennt kein Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
102. Der Atman ist körperlos im Körper weilend. Er ist unveränderlich inmitten Veränderlichem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
103. Die Weisen, die das Selbst erfahren haben und den Atman erkannt durch direkte intuitive Wahrnehmung (Aparokshanubhuti), kennen kein Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wer erreicht Atma Jnana===&lt;br /&gt;
104. Der Atman kann nicht erkannt werden durch das Studium der Veden, durch Intelligenz oder Hören. Der, den das Selbst erwählt, der kann das Selbst erkennen. Dem enthüllt der Atman Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
105. Den Atman kann nur der erkennen, der wunschlos ist und nach Wissen strebt. Dem enthüllt der Atman Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
106. Das Selbst dessen, der nach Wissen strebt, enthüllt sich ihm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
107. Nur der Aspirant, der Atman sucht erkennt Atman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
108. Der Atman wird nur von dem erkannt, den Gott erwählt, dem Gott Seine Gnade gewährt, den Er liebt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
109. Wer nicht von Untugenden ablässt, wer seine Sinne nicht unter Kontrolle hat, wessen Geist nicht einpünktig und geläutert ist, der kann Atman nicht erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metaphysik des Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
110. Da sind zwei, Paramatman (die höchste Seele) und Jivatman (die verkörperte Seele). Paramatman ist das Licht, Jivatman ist der Schatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
111. Paramatman kennt weder Handlung noch Früchte daraus. Er ist stets der stille Zeuge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
112. Das gegenüberliegende Ufer von Samsara ist Moksha (Befreiung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
113. Der Körper ist der Wagen, der Atman ist der Herr des Wagens, der Intellekt ist der Wagenlenker, der Geist ist die Zügel, die Sinne sind die Pferde, die Objekte sind die Straße. Der Atman, vereint mit Sinnen und Geist, ist der Genießer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
114. Der reine Atman ist tatenlos (Nishkriya). Er ist untätig (Akarta).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
115. Der Atman erscheint als der Genießer, so Er sich mit dem Geist, den Sinnen und dem Körper durch Avidya verbindet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
116. Der Geist agiert und genießt durch Sinne und Körper. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
117. Die Eigenschaften von Geist, Sinnen, Prana und Körper werden auf den Atman übertragen und die Attribute des Atmans werden auf Geist, Sinne, Prana und Körper übertragen. Dies wird wechselseitige Übertragung (Anyonya Adhyasa) genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
118. Durch diese Übertragung erscheint der empfindungslose Geist intelligent zu sein und der unreine und empfindungslose Körper wird für den reinen und empfindungsfähigen Atman gehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
119. Der reine Atman nimmt die Erscheinung des Jivas an und aufgrund der durch Avidya ausgelösten Übertragung verfällt Er in das Leid von Samsara - Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
120. Die Essenz des Jivas ist Satchidananda Svarupa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121. Wenn Avidya durch das Erkennen des Selbstes überwunden ist, wird man eins mit Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wichtigkeit von Selbstkontrolle===&lt;br /&gt;
122. Wer keine Unterscheidungskraft besitzt und seinen Geist nicht unter Kontrolle hat, dessen Sinne sind derart unkontrollierbar wie wilde Pferde durch den Kutscher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
123. Wer nicht ausgestattet ist mit Unterscheidungskraft zwischen Wirklich und Nichtwirklich, wer nicht fähig ist, zu unterscheiden was zu tun ist und was nicht zu tun ist, wer seinen Geist nicht unter Kontrolle hat, der ist ein unfähiger Fahrer seines Körpers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
124. Wer Wissen besitzt, Geist und Sinne stetig unter Kontrolle hält, dessen Pferde sind gezähmt durch den Kutscher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
125. So wie ein guter Kutscher seine Pferde durch die Zügel kontrolliert, so kontrolliert der gute Fahrer diese Körper-Kutsche durch Verstehen, Unterscheidungskraft und Willen.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
126. Die Sinne werden kontrolliert durch den kontrollierten Geist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127. Kontrolle der Sinne ist ein indirektes Mittel um das Ziel, Moksha, zu erlangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
128. Wer keine Unterscheidungskraft besitzt, wer seinen Geist nicht unter Kontrolle hat, wer nicht geläutert ist, der kann das Ziel nicht erreichen, er gerät immer wieder in den Kreislauf von Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
129. Wer versteht, wer seinen geläuterten Geist stets unter Kontrolle hat, der erreicht das Ziel und wird nicht mehr geboren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
130. Wer als Fahrer eine scharfsinnige Intelligenz und als Zügel einen gut kontrollierten Geist besitzt, der erreicht am Ende seiner Reise das Reich Vishnus.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
131. Der kluge Kutscher lenkt die Pferde durch die Zügel und fährt die Kutsche sicher ans Ziel, das Ende der Reise. Ebenso erreicht der Jiva sein Ziel, das Reich Vishnus, auf der Straße des Samsaras, wenn er durch Unterscheidungskraft Geist und Sinne lenkt.&lt;br /&gt;
Die innere Ordnung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
132. Hier werden die aufsteigenden Stufen des Feinstofflichen beschrieben. Jenseits der Sinne sind die Anfänge, jenseits der Anfänge ist der Geist, jenseits des Geistes ist der Intellekt, jenseits des Intellekts ist der kosmische Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133. Jenseits des kosmischen Intellekts ist das Unmanifestierte (Avyakta). Jenseits des Unmanifestierten ist der Purusha. Jenseits des Purushas ist nichts. Das ist das Ende, das ist das höchste Ziel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
134. Überlegenheit wird gewichtet nach der Feinstofflichkeit. Das Feinstoffliche ist dem Grobstofflichen überlegen. Das Feinstofflichere ist dem Feinstofflichen überlegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
135. Der Atman ist das feinstofflichste Vastu (Substanz). Er ist allem überlegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
136. Die Ursache ist feinstofflicher als die Wirkung.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
137. Die fünf Grundlagen der Materie sind den Sinnen überlegen, denn die Sinne werden durch die Grundlagen der Materie geformt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
138. Der Geist ist den Grundlagen überlegen, denn er ist feinstofflicher und wird durch die feinstofflichen Tanmatras (Sukshma Bhutas) in ihrer feinsten Prägung geformt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
139. Die fünf Elemente sind die Auswirkungen der Tanmatras.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
140. Der Geist ist der Seher (Drik), die Objekte sind das Gesehene (Drishya).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
141. Der Geist ist inwendiger als die Sinne. Deshalb ist der Geist den Objekten überlegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
142. Der Intellekt ist dem Geist überlegen, denn der Intellekt ist feinstofflicher, erhabener und inwendiger als der Geist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
143. Der Geist gibt den Gedanken an den Intellekt. Der Intellekt untersucht, entscheidet und kommt zu einer endgültigen Lösung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
144. Der Intellekt ist der Ministerpräsident des Atmans. Er handelt wie ein Oberrichter am Obersten Gerichtshof. Er steht dem Atman ganz nahe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
145. Der Geist ist nur ein Instrument. Er arbeitet durch die Intelligenz, die sich in ihm reflektiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
146. Hiranyagarbha ist der Mahat Atman. Er ist die kosmische Intelligenz. Er ist das universelle Leben. Er ist die Summe aller individuellen Seelen. Er ist der Erstgeborene des Unmanifestierten (Avyakta).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
147. Avyakta ist der Same aller Welten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
148. So wie der Baum potentiell im Samen enthalten ist, so ist die Welt potentiell in Avyakta enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
149. Die drei Gunas sind das Gleichgewicht in Avyakta.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
150. Materie, Energie und Klang sind potentiell in Avyakta enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
151. In Pralaya geht die Welt in Avyakta ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
152. Avyakta geht in Para Brahman ein wie Kette und Schuss. Es ist das Gewebe aller Potenzen von Ursache und Wirkung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
153. Der Purusha ist die Ursache aller Ursachen. Er ist Fülle. Deshalb wird er Purusha genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
154. Der Atman ist das Ende, das höchste Ziel. Hier enden Feinheit und Erhabenheit.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
155. Wer den Purusha erkennt wird nicht mehr in Samsara geboren. Er erreicht Moksha. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156. Der Atman ist in allen Wesen verborgen, nur die Seher nehmen Ihn wahr, durch ihren scharfen und feinen Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
157. Aufgrund von Avidya kann der Mensch, obwohl sein Wesen Brahman ist, die Wahrheit ‚Ich bin Brahman‘ nicht ermessen. Selbst dann nicht, wenn man sie ihn lehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
158. Doch weiß er, dass er der Sohn von dem und dem ist. Selbst wenn man ihn dieses nicht lehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159. Mula Prakriti, Pradhana, Avyakta, Avyakriti und Maya sind gleichbedeutende Begriffe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der inwendige Pfad des Yogas===&lt;br /&gt;
160. Der unwissende weltliche Mensch hält seinen Körper für Atman und wandert in Selbsttäuschung durch Samsara. Wie rätselhaft Avidya doch ist! Wie tief und unergründlich Maya doch ist! Wie fantastisch und undurchschaubar Moha doch ist!  (Avidya – Unwissenheit, Maya – Illusion, Moha – Verblendung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
161. Der Atman strahlt nicht für die, die einen unreinen, engen und groben Intellekt haben, doch Er wird erkannt von denen, die einen reinen, scharfen und feinen Intellekt haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
162. Der Intellekt wird rein und scharf erhalten, indem man über Brahman hört, reflektiert und meditiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
163. Der Weise versenkt seine Sinne in den Geist, den Geist in den Intellekt, den Intellekt in den kosmischen Intellekt und den kosmischen Intellekt in den friedvollen Atman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
164. Ziehe die Sprache und andere Werkzeuge zurück durch Versenkung (Pratyahara) und Selbstkontrolle (Dama).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
165. Verschmelze den Geist mit dem Intellekt, mit Hiranyagarbha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
166. Verschmelze Hiranyagarbha mit dem friedvollen Atman (Santa Atman), dem reinen, unbedingten Para Brahman, dem Nährboden für alles, dem Unwandelbaren, dem Selbst, dem Zeugen aller Modifikationen des Intellekts. Das ist der Prozess des Verschmelzens des Geistes mit dem Unendlichen, Laya Chintana.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
167. Praktiziere Innenschau und Selbstanalyse. Kontrolliere den niederen Geist durch den höheren. Beende alle Aktivitäten der Sinne und richte das Bewusstsein auf den Geist. Dann ziehe das Bewusstsein vom Geist zurück und richte es auf den Intellekt. Ziehe das Bewusstsein vom Intellekt zurück und richte es auf die kosmische Intelligenz. Schließlich ziehe das Bewusstsein von der kosmischen Intelligenz zurück und richte es auf das absolute Bewusstsein, auf Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
168. So wie die Schildkröte ihre Glieder einzieht, so ziehe die Sinne zurück in den Geist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
169. Der Intellekt wird Mahat Atman genannt, weil er Geist und Sinne durchdringt. Er ist ihr inneres Prinzip. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
170. Verschmelze den Intellekt mit Mahat Atman, Hiranyagarbha. Lasse deinen Intellekt klar und rein werden wie Hiranyagarbha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
171. Erhebe dich, erwache! Lerne von großen Lehrern, erkenne Atman. Der Weg führt auf einer scharfen Klinge, schwierig ist er zu gehen, sagen die Weisen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
172. Sind Sinne, Geist, Intellekt und Mahat Atman mit Para Brahman verschmolzen, erfährt man Glückseligkeit, ewigen Frieden und erlangt Moksha. Man erfährt das wahre Wissen über das Selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
173. Das Wasser der Luftspiegelung vergeht, die Schlange im Seil löst sich auf und das Blau des Himmels entweicht, sobald das wahre Wesen der Luftspiegelung, des Seiles und des Himmels erkannt ist. Ebenso verlieren sich Name, Form und Handlung, da sie auf falschem Wissen beruhen und vom Wesen her Ursache, Wirkung und Frucht sind, wenn Atman erkannt ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
174. Erhebe dich, Mensch, aus dem Morast des Samsaras, wende dich spirituellem Wissen über Atman zu. Höre auf, über weltliche Gebilde zu sinnieren.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
175. Erwache aus dem Schlummer in Unwissenheit. Beende den Schlaf, den Samen allen Leides. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
176. Suche hervorragende Lehrer, Brahma Nishtha, Brahma Srotriya Gurus, die Atman erkannt haben. Erkenne Atman so wie sie es dich lehren. Fühle ‚Ich bin Das‘, Soham.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
177. Er hat Das erkannt, das ohne Klang, ohne Berührung, ohne Gestalt, ohne Verfall, ohne Geschmack, ohne Geruch, ohne Anfang, ohne Ende, jenseits des Intellekts ist, ewig und unveränderbar. Er ist dem Rachen des Todes entkommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
178. Der Atman ist transzendent, jenseits aller Vorstellungen. Er ist jenseits von Materie. Er ist reiner Geist. Er ist reines Bewusstsein.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
179. Der Atman ist jenseits von Geist und Sprache. Jenseits von Klang, Berührung, Geschmack und Geruch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
180. Der Atman ist Glückseligkeit und Wissen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
181. Die Erde ist grob. Der Körper ist grob. Doch der Atman ist feiner als das Feine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
182. Klang, Berührung, Geschmack und Geruch existieren nicht in Atman. Deshalb kann Er nicht erlöschen, Er kann nicht steigen und nicht sinken.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
183. Etwas das vergeht ist flüchtig. Der Atman ist ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
184. Was einen Anfang hat, hat eine Wirkung und geht in die Ursache ein. Deshalb ist es nicht ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
185. Der Atman hat keine Ursache in die Er eingehen könnte. Er ist die Ursache von allem und hat keine Wirkung. Da Er keine Wirkung hat, ist Er ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
186. Vergängliche Objekte, wie Bäume, Blumen, Körper, haben einen Anfang und ein Ende. Der Atman jedoch ist ohne Anfang und ohne Ende, da Er ewig ist.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
187. Vernachlässige das nicht. Das ist deine erste Pflicht. Das ist deine höchste Pflicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
188. Da der Atman feinstofflich ist, ist der Pfad des Wissen, der zu Ihm führt, schwierig zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
189. Der Aspirant, der auf der Klinge wandelt muss vorsichtig, wachsam, bestrebt und intelligent sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
190. Es versteht sich von selbst, dass ein Guru unverzichtbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
191. Die Upanishaden sind Aufzeichnungen der intuitiven Erfahrungen großer Weiser und Seher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
192. Der Atman ist verschieden vom Intellekt, denn Er ist der stille Zeuge, das absolute Wissen und die Seele aller Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
193. Nur das Unveränderliche kann als ewig bezeichnet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
194. Wer den Atman erkannt hat ist dem Rachen des Todes entkommen. Er ist frei von den Fesseln von Geburt und Tod. Er ist frei von den drei Blockaden (Granthi) Unwissenheit, Wunsch und Handlung. Er erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Philosophie des Sehnsucht===&lt;br /&gt;
195. Das aus Sich Selbst Seiende (Brahman) schuf die nach außen gerichteten Sinne. Deshalb sieht der Mensch das externe Universum und nicht das innewohnende Selbst (Atman). Doch der Weise wendet Sinne und Augen von den äußeren Sinnesobjekten ab, sehnt sich nach Unsterblichkeit und erkennt den Atman in sich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
196. Es ist nicht möglich, Licht und Dunkelheit zur gleichen Zeit am gleichen Ort zu haben. Es ist nicht möglich, Sinnesfreuden und Glückseligkeit zur gleichen Zeit zu erlangen. Es ist nicht möglich, in Sinnesfreuden zu schwelgen und das innere Selbst zur gleichen Zeit zu erblicken. Es ist nicht möglich, den Mammon und Gott gleichzeitig anzubeten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
197. Der Unwissende läuft den externen Objekten der Begierde hinterher und gerät in den Fallstrick des Todes. Doch der Weise, das Wesen der Unsterblichkeit kennend, trachtet nicht nach den flüchtigen Objekten hier auf Erden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
198. Die zwei Hindernisse die dem Erkennen des Selbstes im Wege stehen sind die Tendenz der Sinne, externen Objekten zu verfallen und der Wunsch nach Freuden in dieser und der nächsten Welt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
199. Die Sinne suchen im Außen aufgrund von Vikshepa Sakti (Rajas).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
200. Nicht nur die Augen, alle Sinnesorgane müssen von ihren jeweiligen Objekten zurückgezogen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
201. Der Grund für Wünschen ist Unwissenheit. Wünschen entsteht aus Avidya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
202. Wenn Rajas in den Sinnen durch Sattva erdrückt wird gehen die Sinne in den Geist ein. Sie wenden sich nicht mehr nach außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
203. Der Mensch hat seine Göttlichkeit vergessen aufgrund von Unwissenheit. Sein Geist folgt den Sinnesfreuden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
204. Unwissende, die weder Verstand noch Unterscheidungskraft besitzen, rennen externen Objekten hinterher und verfangen sich so in den Maschen des Todes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
205. Der Atman steigt nicht und sinkt nicht. Er ist unveränderlich und unsterblich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
206. Die Weisen, die die Glückseligkeit des Atmas genießen, kümmern sich nicht um Sinnesfreuden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
207. Die Summe der Sinnesfreuden ist nur ein Tropfen im Vergleich zu der Glückseligkeit des Atmans. Der Atman ist der Ozean der Glückseligkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
208. Der Wunsch nach Sinnesfreuden steht dem Wissen über das Selbst entgegen. Er steht dem Erkennen des Selbstes entgegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
209. Würde jemand Zucker essen, wenn Mangos reichlich vorhanden sind?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
210. Dem Selbst, durch das wir Form, Geschmack, Geruch, Klang und Berührung erfahren, bleibt nichts verborgen. Wahrlich, Dieses ist Das (Brahman). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
211. Der Atman ist absolutes Wissen. Er ist absolutes Bewusstsein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
212. Was in dieser Welt bleibt dem Atman verborgen? Alles ist dem Atman bekannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
213. Geist und Intellekt sind unempfänglich. Sie borgen ihr Licht von Atman. So wie der Mond Licht von der Sonne borgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
214. Geist, Intellekt und Sinne erfüllen ihre Aufgaben durch das Licht des Atmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
215. Der Atman steht hinter allen Wahrnehmungen von Sinnen, Geist und Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
216. So wie Eisenspäne sich hin zum Magnet bewegt. So bewegen sich Geist, Sinne und Intellekt hin zu Atman.&lt;br /&gt;
Jenseits von Furcht und Leid &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
217. Das, wahrlich, ist der Atman, verschieden von Tugend und Untugend, Ursache und Wirkung. Er ist Vishnu, darüber hinaus ist nichts.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
218. Der Weise weiß, dass alles was er im Wachen und im Traum wahrnimmt, der allgegenwärtige Atman ist. Er leidet nicht mehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
219. Turiya (der vierte Zustand) übertrifft Wachen, Schlaf und Tiefschlaf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
220. Der Atman ist der stille Zeuge der drei Bewusstseinszustände. Er wird Turiya genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
221. Durch Atman alleine ist man sich des Träumens und Wachens bewusst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
222. Wer den ewigen Atman erkennt wird absolut furchtlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
223. Furcht erscheint nur, wenn man am Körper anhaftet, wenn man sich mit dem Körper identifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
224. Wer sich mit seinem physischen Körper identifiziert versucht, ihn zu schützen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
225. Wo immer Anhaftung herrscht, herrschen auch Furcht und Ärger. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
226. Der Atman ist Eins ohne ein Zweites und ewig, so Er erkennt ist, was will man dann vor wem schützen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
227. Der Weise sieht das Selbst überall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
228. Der Weise steht über dem Körperbewusstsein. Er wird vollkommen furchtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
229. Atman zu kennen heißt, Atman zu verwirklichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
230. Atman zu kennen heißt, Atman zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Einheit von Brahman, Mensch und Welt===&lt;br /&gt;
231. Brahman erscheint als Jiva durch den Upadhi (begrenzende Beifügung) Avidya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
232. Brahman erscheint als Hiranyagarbha durch den Upadhi Maya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
233. Die Gesamtheit aller Jivas (Samashti) ist Hiranyagarbha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
234. Der Jiva ist der mikrokosmische Aspekt Brahmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
235. Wenn der Upadhi weicht werden Hiranyagarbha und Jiva eins mit Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
236. Hiranyagarbha ist die erste Manifestation Brahmans durch Meditation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
237. Brahman, Hiranyagarbha genannt, entstand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
238. Hiranyagarbha ist kosmischer Prana oder kosmische Intelligenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
239. Alle Götter weilen in Brahman, wie die Speichen in der Nabe. Alle Götter hängen von Brahman ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
240. So wie die Welle nicht verschieden ist vom Ozean, so wie Goldschmuck nicht verschieden ist von Gold, so ist diese manifestierte Welt nicht verschieden von Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
241. Der Unterschied besteht nur im Namen. So wie das Seil als Schlange erscheint, so erscheint Brahman in Name, Gestalt und Handlung, (Nama, Rupa, Kriya) durch Avidya (Unwissen) beziehungsweise Maya (Illusion).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
242. Wer denkt: ‚Ich bin verschieden von Brahman‘, der wird wiedergeboren und stirbt. Doch wer fühlt: ‚Ich bin wahrlich das alldurchdringende, unsterbliche Satchidananda Brahman‘, der erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
243. Brahman ist die Verkörperung der ewigen Erkenntnis (Nitya Vijnanaghana Svabhava).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
244. Brahman ist frei von Eigenschaften des Samsaras (Sarva Samsara Dharma Varjitam).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
245. Die Höchste Seele ist identisch mit der individuellen Seele und mit der gesamten Schöpfung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
246. Das Fehlen von Unterscheidungsfähigkeit ist der Grund für Wiedergeburt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ästhetik und das Selbst===&lt;br /&gt;
247. Allein durch den Geist kann Brahman erkannt werden. Es gibt keinen Unterschied zwischen Geist und Brahman. Wer einen solchen sieht geht von Tod zu Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
248. Der Geist ist zweigestaltig, Suddha Manas - der reine Geist, und Asuddha Manas - der verunreinigte Geist, angefüllt mit Vasanas, Ego und Gier. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
249. Brahman kann nur erkannt werden durch einen geläuterten Geist. Dazu lese man die Schriften, lerne bei einem Lehrer, praktiziere die vier Absichten (siehe Vers 36) und meditiere stetig auf das Selbst.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
250. So man das Selbst erkannt hat verschwindet die Unwissenheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
251. Der Weise erkennt Brahman in allem, nichts anderes existiert. Die Welt ist die Manifestation Brahmans allein, sie ist in ihrem Wesen nicht verschieden von Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
252. Wer Verschiedenheit sieht,  mit von Unwissenheit verdunkelten Augen, geht von Tod zu Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
253. Daumengroß sitzt der Purusha in der Mitte des Körpers. Er ist der Herr der Vergangenheit und der Zukunft, nachdem er Ihn erkannt hat kennt der Weise keine Furcht mehr. Dieses ist Das. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
254. Der Purusha weilt im Herzen. Der Atman wird Purusha genannt, weil Er in der Stadt (Puri) des Körpers weilt und weil alles von Ihm durchdrungen ist, die ganze Welt ist Seine Fülle. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
255. Der Atman ist grenzenlos, die Größe eines Daumens ist nur ein Hilfsmittel zur Meditation für Anfänger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
256. Zu Beginn meditiert der Aspirant auf den Atman als ein im Herzen strahlendes Licht (Jyoti) in Größe eines Daumens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
257. Nachdem der furchtlose, unsterbliche Atman erkannt ist, ist die Furcht vergangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
258. Brahman ist der perfekte Purusha. Er ist die Seele, die im Herzen eines jeden Menschen weilt. Er ist der Herrscher über das Wissen. Es ist verborgen in Herz und Geist. Wer so weiß erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
259. Brahman ist eine Flamme ohne Rauch. Es ist der Herr über Vergangenheit und Zukunft. Nur Es allein ist heute und wird morgen sein. Dieses ist wahrlich Das. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
260. Brahman ist ewig, unsterblich (Kutastha) und unbewegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
261. Brahman weilt in allen Lebewesen heute, und wird es sicher auch morgen noch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
262. Der Regen fällt auf den Berg, das Wasser rinnt hinunter ins Tal, verteilt sich und verliert sich.  Der Unwissende sieht Unterschiede im Leben; denkt, verschiedene Selbste seien in verschiedenen Körpern; denkt, die Welt sei verschieden von Brahman und die einzelnen Seelen seien verschieden von anderen Seelen und von der Höchsten Seele; sieht Dinge als verschieden von der Seele; hat nicht das Substrat von allem erkannt; hat nicht die Nichtzweiheit Brahmans und Seine ewige, unsterbliche, unwandelbare Einheit erfasst. Dieser Unwissende ist gefangen im Kreislauf von Geburt und Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
263. Reines Wasser in reines Wasser gegossen wird eins mit dem reinen Wasser. Die geläuterte individuelle Seele wird eins mit der Höchsten Seele, so sie das Höchste Selbst durch Intuition erkannt hat, die Vorstellung von Unterschieden durch das Wissen über Atman überwunden hat, die Einheit von Selbst und Atman erkannt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
264. Der Aspirant sollte unerschütterliches Vertrauen in die Lehren der Srutis haben. Ohne dieses Vertrauen gibt es kein Erkennen des Selbstes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der innere Herrscher===&lt;br /&gt;
265. Die Stadt Brahmans, dessen Wissen ewig ist, hat elf Tore. Brahman verehren lässt Kummer vergehen und befreit von allen Bindungen, man wird frei. Dieses ist wahrlich Das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
266. Zwei Augen, zwei Ohren, zwei Nasenlöcher, ein Mund, das sind sieben Tore. Der Nabel und die zwei unteren Öffnungen sind zusammen zehn. Das elfte ist Brahmarandhra, die Öffnung Brahmans, die Fontanelle. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
267. So wie eine Stadt einem König gehört, er jedoch unabhängig von der Stadt ist, so gehört der Körper einem König (Atman), der unabhängig vom Körper ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
268. Wer auf Brahman meditiert und das Selbst erkannt hat, der ist frei von Kummer. Er ist frei von allen Bindungen und frei vom Kreislauf von Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
269. Der Weise ist frei von Wünschen und den Fesseln, die Karma erschafft. Er wird vollkommen furchtlos. Er nimmt keinen weiteren Körper an. Er geht in Brahman ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
270. Brahman schickt Prana nach oben und Apana nach unten. Dieses Verehrungswürdige, im Inneren weilend, verehren die Götter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
271. Fünf Prinzipien der Lebenskraft kennen wir, Prana, Apana, Vyana, Udana und Samana. Es gibt weitere fünf untergeordnete Pranas (Upapranas). Der höchste Prana, Mukhyaprana, nimmt die zehn Formen an, je nach Aufgabe eines jeden einzelnen Pranas (Vritti Bheda).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
272. Prana ist Odem. Apana hat die Funktion der Ausscheidung. Vyana lässt das Blut zirkulieren. Udana lässt die Stimme wirken. Samana hat die Funktion der Verdauung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
273. Prana ist nicht Atem. Prana ist Lebensenergie. Atem ist nur eine der vielen Manifestationen von Prana. Prana ist mit Atem verbunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
274. Geist und Sinne verehren ihren Herrn, den Atman, indem sie die ihnen zugeteilten Aufgaben erfüllen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
275. Sie stimmen ihren Herrn, den Atman, günstig, indem sie die verschiedenen Wahrnehmungen, Form, Klang, Geruch, Geschmack und Berührung, Ihm darbringen, so wie das Volk den König günstig stimmt, indem es ihm Gaben darbringt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
276. Sinne, Geist und Prana sind stets damit beschäftigt, dem Atman zu dienen und Ihn zu erfreuen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
277. Der Atman allein leitet Geist, Sinne und Prana in den ihnen zugeteilten Aufgaben an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
278. Die fünf Sinnesorgane sammeln Empfindungen aus der Außenwelt und bringen sie dem Atman dar. Das ist ihre Art der Verehrung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
279. Sobald der Atman den Körper verlässt, löst dieser sich auf. So wie ein Volk sich auflöst, wenn der König aus dem Land gejagt wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
280. Der Sterbliche lebt weder durch Prana noch durch Apana, sondern durch Das, von dem diese beiden abhängen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
281. Die wahre Grundlage des Lebens ist der Atman. Prana, Apana, Vyana, Udana und Samana können nicht die Grundlage des Lebens sein. Sie arbeiten nur zusammen zum Wohle des Atmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
282. Der Körper löst sich auf, wenn Prana und Apana ihn verlassen und sich der Atman zurückzieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
283. Ein Haus besteht zum Wohle des Besitzers, der verschieden ist vom Haus und sein Herr ist. Prana, Apana, Vyana, Udana, Samana, die Sinne und der Geist bestehen zum Wohle des Atmans, der verschieden von ihnen ist und ihr Herr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
284. Prana und Apana hängen von Atman ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
285. Sie vollziehen ihre Pflichten in Harmonie zum Wohle des Atmas, ihres Herrn. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
286. Die Stütze der Wesen, des Pranas, der Sinne und des Geistes ist der Atman. Er ist völlig unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
287. Wie Getreide vergeht der Sterbliche und wie Getreide wird er wiedergeboren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
288. Manche Jivas gehen in einen Leib ein, um einen Körper zu erhalten, anderen gehen in anorganische Substanzen ein, je nach deren Karma und Bewusstsein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
289. Der Jiva nimmt den Körper an, den sein Karma bedingt und seinem Bewusstsein entspricht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
290. Er kann Indra werden oder sogar Hiranyagarbha. Er kann alles werden in der kosmischen Hierarchie. Er kann sein letztes Leben antreten und ein Jivanmukta, ein befreiter Weiser, werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
291. Er kann ein Muni, ein Tapasvin oder ein Yogi werden, so er sehr gute spirituelle Samskaras mit sich bringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
292. Er kann auch ein Baum oder etwas Anorganisches werden, je nach seinem Karma. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
293. Brahman ist der stille Zeuge der drei Bewusstseinszustände Wachen, Traum, Tiefschlaf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
294. Der Purusha schläft nie. Selbst wenn Prana, die Sinne und der Geist schlafen, ist Er der Zeuge (Sakshi) von allem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
295. Brahman ist ewig rein und unsterblich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
296. Brahman ist die Ursache der Welt. Alle Welten hängen nur von Ihm ab. Er ist die Stütze aller Welten. In Ihm sind alle Welten enthalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
297. Im Tiefschlaf ruhst du in Brahman. Du kommst in Kontakt mit Brahman, doch da ist der Schleier der Unwissenheit. Deshalb bist du dir Brahmans nicht bewusst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
298. In Samadhi ist dieser Schleier verschwunden. Dein reines Bewusstsein ist eins mit dem absoluten Bewusstsein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
299. Während der Geist und die Sinne im Tiefschlaf ruhen erfährst du die Glückseligkeit in Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
300. Deshalb sagst du, wenn du ins Wachbewusstsein zurückkommst: ‚Ich habe gut geschlafen, ich weiß von nichts‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
301. Dieses Erinnern an die Glückseligkeit beweist, dass Brahman ist, nichtdual, glückselig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das allgegenwärtige Selbst===&lt;br /&gt;
302. Wie das eine Feuer, sobald es in der Welt erstrahlt, verschiedene Formen annimmt, je nachdem was es verbrennt, so nimmt der ewige Atman aller Lebewesen, obwohl Eines, verschiedene Gestalten an, je nachdem in was er in der Außenwelt eingeht. Und dennoch ist Er jenseits aller Gestalt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
303. Viele sprechen, um ihre Belesenheit zu zeigen oder über anderen zu stehen. Sie sprechen nicht der Wahrheit wegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
304. Ehrliche und ernstgemeinte Gespräche mit großen Seelen, um Zweifel zu beseitigen und Klarheit zu erlangen, ist wünschenswert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
305. Ernsthafte Aspiranten mögen unter sich schwierige und abwegige Probleme erörtern. Das ist sehr hilfreich für ihr Wachstum und ihr Verständnis. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
306. Das Wissen über die Einheit mit dem Atman ist auch nach Erklärungen und Wiederholungen nicht leicht zu verstehen. Deshalb erklären die Srutis die Wahrheit über Atman durch verschiedene Darstellungen, Gleichnisse und Analogien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
307. Der Atman ist stets rein und verschieden von Gestalt. Es wird nicht im Geringsten von Gestalt berührt, denn Er ist ohne Beifügungen und feinstofflich, reines Bewusstsein, Seele, Geist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
308. Wie sollte es eine Verbindung geben zwischen Materie und Geist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
309. Der Atman nimmt durch die Upadhis verschiedene Gestalten an, Geist, Sinne, Prana, Körper, Er ist jenseits von Name und Form. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
310. Der Atman ist ein Mysterium. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
311. Die Luft nimmt, nachdem sie die Welt betreten hat, verschiedene Formen an, je nachdem in welches Behältnis sie eingeht. Der Atman nimmt ebenso verschiedene Gestalten an, je nachdem in welchen Körper Er eingeht. Dennoch ist er jenseits von Name und Form. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
312. Die Sonne, das Auge des Universums, wird nicht berührt von den Defekten des physischen Auges. Der Atman, das Wesen von allem, wird nicht berührt durch das Leid der Welt, das aus Wunsch und Karma entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
313. Die Schlange überlagert das Seil, so das Licht schwach ist. Silber überlagert Perlmutt. Die Welt und der Körper überlagern den Atman durch Avidya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
314. Das Seil bleibt von der Schlange unberührt, der Atman wird nicht berührt von Überlagerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
315. Handlung, Wirkung, Frucht (Kriya, Karta, Phala) überlagern fälschlicherweise den Atman durch Unwissen. Es sind alles nur falsche Wahrnehmungen, wie die falsche Wahrnehmung einer Schlange im Seil. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
316. Der Atman handelt nicht (Akarta) und genießt nicht (Abhokta). Er ist unberührt (Asanga, Nirlipta).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
317. Brahman ist Eines. Es ist der Herrscher, der Atman aller Wesen. Es wird nicht berührt vom Leid der Welt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
318. Brahman ist der Herr über alles. Alldurchdringend, unabhängig. Nichts ist Ihm gleich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
319. Obwohl Eines, manifestiert Es sich in verschiedenen Namen und Formen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
320. Der Weise der Es schaut erfährt ewige Glückseligkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
321. Der weltliche Mensch, bar jeder Unterscheidungskraft, erfreut sich an den Objekten im Außen. Er wird nie die Glückseligkeit Atmans genießen. Der Atman wird durch seine Unwissenheit verdeckt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
322. Für den Weisen ist das Selbst das Ewige inmitten des Transzendenten, das Bewusstsein inmitten des Bewusstseins. Es, obwohl Eines, gewährt die Wünsche vieler, weilend in ihnen. Ihnen sei ewiger Frieden. Niemand anderem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
323. Der Atman ist ewig und unveränderlich. Die Welt von Name und Form ist vergänglich und veränderlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
324. Körper, Geist, Sinne und Prana, sie alle sind gemeint mit der Bezeichnung ‚Welt‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
325. Die Welt ist ein flüchtiger Schatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
326. Der Wandel setzt eine Grundlage voraus, die ewig und unveränderlich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
327. Wandel kann nur im Unwandelbaren erfolgen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
328. Die Leinwand im Kino verändert sich nicht, doch die Bilder wandeln sich ständig. Brahman repräsentiert die Leinwand, die flüchtige Welt der Namen und Formen repräsentiert die Bilder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
329. Heißes Wasser borgt seine Hitze vom Feuer, der Intellekt borgt seine Intelligenz von Atman, der Grundlage von allem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
330. Wer den in seinem Herzen weilenden Atman erkennt erfährt ewigen Frieden. Die Unwissenden leiden in Samsara.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
331. Der Weise, der Wunschlosigkeit erreicht hat, erkennt diese unbeschreibliche Glückseligkeit von Dieses ist Das.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
332. Weder Sonne, Mond, Sterne, Blitze noch Feuer strahlen. Wenn Es strahlt, strahlt alles andere auch. Durch Sein Licht strahlen sie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
333. Der Atman strahlt aus Sich Selbst heraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
334. Etwas aus sich selbst Strahlendes benötigt keine Licht für sein Erstrahlen (Nirapeksha).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
335. Wenn du sagst, der Atman erhält Sein Licht von einem Licht, dann muss dieses Licht wiederum ein Licht haben das es illuminiert. Dies führt zu Anavasthadosha, in die Unendlichkeit. Deshalb muss der Atman aus Sich Selbst heraus strahlen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Baum des Samsaras===&lt;br /&gt;
336. Wir kennen den alten Asvattha Baum, dessen Wurzeln oben und die Äste unten sind. Das ist der Baum der Schöpfung. Das ist Brahman und nur Das wird unsterblich genannt. Davon hängen die Welten ab und niemand sieht dahinter. Dieses ist wahrlich Das. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
337. Du kannst das Wesen Brahmans erkennen, die Quelle des Samsara Baumes (Maya Vriksha), so du die Wirkung erfasst, den Samsara Baum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
338. Die Welt hat ihre Wurzeln in Brahman. Aus Brahman allein gedeiht das Universum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
339. Wie ein Baum mit der Axt gefällt werden kann, so kann der Samsara Baum ebenfalls gefällt werden. Die Axt ist Nichtanhaftung, Atma Jnana oder Kenntnis über das Selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
340. Der Samsara Baum erhält seinen Lebenssaft von seiner Quelle, Para Brahman und wächst durch den Samen der Unwissenheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
341. Hiranyagarbha oder Karya Brahman ist sein Spross. Die feinstofflichen Körper aller Lebewesen sind sein Rumpf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
342. Das Universum hat sich aus Brahman entfaltet. Brahman ist ein Donnerkeil. Wer so weiß erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
343. Prana ist Brahman. Brahman ist der Ursprung der Welt. Er ist der Herr der Schöpfung. Der Mensch erlangt Unsterblichkeit durch Wissen über Brahman. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
344. Die Aussage, die Welt sei aus dem Nichts entstanden ist absurd. Sie ist aus Brahman entstanden. Sie schwingt in Brahman. Sie ruht in Brahman. Sie geht in Brahman ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
345. Brahman ist das Substrat der veränderlichen Welt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
346. Brahman ist ohne Veränderung und ohne Bewegung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
347. Schwingung kann nur in Unbewegtem entstehen. Dieses Unbewegte ist Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
348. So wie der Diener den Anordnungen des Herrn gehorcht, so gehorcht die Welt den Schöpfungsgesetzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
349. Den Schöpfungsgesetzen kann niemand entrinnen. Niemand kann sie übertreten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
350. Alles ist unter deren Kontrolle. Schöpfung, Erhaltung, Auflösung sind einem unveränderlichen, göttlichen Gesetz unterworfen, dem niemand zuwider handeln kann. Deshalb ist Brahman, handelnd als dieses Gesetz, ein Donnerkeil. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
351. Die Brahman erkennen, den Zeugen all unserer mentalen Erregungen (Vritti), den Urgrund allen Seins, den Herrn der Schöpfungsgesetze, erlangen Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
352. Aus Furcht vor Brahman brennt das Feuer, scheint die Sonne und tun Indra, Vayu und Yama ihre Pflicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
353. Wäre Brahman nicht der Herrscher der Welt, mit dem Donnerkeil in Händen, würde die Welt nicht in Harmonie und Perfektion bestehen. Ein sinnvolles Wirken der Weltenhüter (Loka Palas) wäre nicht möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erkenne das Selbst jetzt===&lt;br /&gt;
354. Wer noch in diesem Leben hier auf Erden, vor dem Tod seines Körpers, Brahman erkennt, wird von den Fesseln der Welt befreit. Dem dies nicht gelingt kommt in einem neuen Körper zurück in die Welt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
355. Deshalb sollten ernsthafte Anstrengungen unternommen werden, vor dem Verfall des Körpers, Brahman zu erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
356. So wie man im Spiegel klar sein Spiegelbild erkennt, so kann Brahman im eigenen Intellekt klar erkannt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
357. Die Wahrnehmung wird getrübt in der Welt der Ahnen. Sie waren versunken im Genuss ihre karmischen Früchte. Auch im Traum ist die Wahrnehmung getrübt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
358. Die Reflektion unseres Bildes im Wasser ist verschwommen, so ist die Wahrnehmung des Atmans in der Welt der Gandharven ebenso verschwommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
359. In Brahmaloka kann der Atman deutlich wahrgenommen werden. Er hebt Sich ab wie Licht vom Schatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
360. Schwierig ist es, Brahmaloka zu erreichen. Besonderes Karma oder Verehrung sind nötig um es zu erreichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
361. Deshalb sollte man den Atman im Intellekt erkennen, solange man noch in der Welt weilt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
362. Der Weise hat erkannt, dass die Sinne verschieden sind von Atman, ihre Aktivitäten berühren ihn nicht mehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
363. Die fünf Sinne bestehen neben ihrer Quelle, um die ihnen zugeordneten Objekte wahrzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
364. Der Atman ist rein, unbefleckt und aus Sich Selbst strahlend. Das Wesen der Sinne unterscheidet sich vom Wesen Brahmans.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
365. Die Sinne wirken während des Wachens. Sie gehen auf beim Erwachen und unter im Tiefschlaf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
366. Der Atman geht weder auf noch unter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
367. Der Atman kennt weder Anfang noch Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
368. Sprunghaft sind Sinne und Geist und können klar von Atman unterschieden werden, der klar, unveränderbar, alldurchdringend, unteilbar, ohne Anfang und ohne Ende ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
369. Der Weise leidet nicht, er hat den Unterschied zwischen Atman und Sinne erkannt, ihr auf und ab, ihr Wachen und Schlafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
370. Der Kenner des Atmans hat das Leid überwunden und ruht in Glückseligkeit.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Höchstes Bewusstsein===&lt;br /&gt;
371. Höher als die Sinne ist der Geist. Höher als der Geist ist der Intellekt. Höher als der Intellekt ist der kosmische Intellekt, höher als Avyakta, das Unmanifestierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
372. Jenseits von Avyakta ist der Purusha, der Alldurchdringende, jenseits eines Sinnbildes. Wer Ihn erkennt erlangt Befreiung und Unsterblichkeit.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
373. Die Sinne sind verschieden von Atman, Er kann von den Sinnen im Außen nicht erfasst werden, denn Er ist das Innerste aller Dinge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
374. Das Wissen über diese Abstufung ist notwendig, um Unsterblichkeit und letztendliche Befreiung zu erlangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
375. Zum Zeitpunkt von Pralaya geht die Welt in Avyakta ein. Jenseits von Avyakta ist der alldurchdringende Purusha. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
376. Das Symbol, das durch die Sinne erkannt und verstanden werden kann, wird Linga genannt. Kein Linga zu haben ist Alinga. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
377. Wer von Ihm durch den Lehrer und durch die Sastras erfahren hat und durch Intuition, der erreicht Unsterblichkeit und letztendliche Befreiung. Er ist befreit von den Knoten des Herzens, wie Wunsch, Unwissenheit und Handlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
378. Seine Gestalt kann nicht gesehen werden. Niemand sieht Ihn mit seinen physischen Augen. Er enthüllt sich dem Aspiranten durch Kontrolle des Geistes und tiefe Meditation. Die Brahman erkennen erlangen Unsterblichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
379. Der Atman kann durch das physische Auge nicht gesehen werden, denn Er ist feinstofflich, jenseits der Wahrnehmung durch Geist und Sinne. &lt;br /&gt;
Schriften und Guru&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
380. Wer durch reinen Intellekt den im Herzen Weilenden erkennt erlangt Unsterblichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
381. Wenn die fünf Sinnesorgane zusammen mit Geist und Intellekt ruhen ist der höchste Zustand erreicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
382. Der Mensch erfährt das Wissen der Welt durch die fünf Wahrnehmungsorgane. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
383. Die Sinne sammeln die Erfahrungen aus der Welt und präsentieren sie dem Atman durch Geist und Intellekt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
384. Wenn die fünf Wahrnehmungsorgane vom Außen zurückgezogen werden und in den Geist eingehen, wenn der Geist auf den Atman gerichtet ist, wenn der Intellekt zur Ruhe gekommen ist, dann ist der höchste Bewusstseinszustand erreicht.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
385. Wenn Sinne und Intellekt zur Ruhe gekommen sind, die Emotionen unter Kontrolle, dann ist der höchste Bewusstseinszustand erreicht. Das wird Yoga genannt. &lt;br /&gt;
386. Yoga ist der erhabenste Weg, denn er führt zu Moksha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
387. Die Kontrolle der Sinne nennen sie Yoga. Sei vorsichtig, denn Yoga wird erlangt und verloren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
388. Die Sinne sind zurückgezogen und der Geist ist fixiert auf Atman durch stetige Konzentration und Meditation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
389. Der Yogi sei wachsam, denn Yoga kommt und geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
390. Yoga kommt. Und geht, wenn der Geist nicht ruhig ist, wenn die Sinne nicht unter Kontrolle sind, wenn Leidenschaftslosigkeit nachlässt, wenn Unlust bei der Meditation aufkommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
391. Vollkommene Wachsamkeit ist nötig, wenn man mit der Yoga Praxis beginnt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die zwei Augen eines Sadhakas===&lt;br /&gt;
392. Der Atman kann durch Sprache nicht beschrieben, durch den Geist nicht erfasst und durch das Auge nicht erkannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
393. Weder Darlegungen noch metaphysisches Denken helfen dem Aspiranten, Brahman zu erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
394. Maharshi Vyasa und Sri Sankara lehrten durch Beweis und Logik, ihre Doktrin basiert hauptsächlich auf Sabda Pramana (Zeugnis der Veden), das so gut wie unfehlbar ist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
395. Vertraue den Worten der Srutis und den Sehern, die Atman durch Intuition erkannt haben und versichert, dass Atman ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
396. Sabda Pramana, die Srutis, Apta Vakya, die Worte der Seher, sind von äußerster Wichtigkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
397. So du Atman erkennen willst habe Vertrauen in die Worte des Gurus, der das Selbst erkannt hat, und folge seinen Anweisungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
398. Der Atman muss von einem Guru erkannt worden sein, der weiß, dass Atman ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
399. Wenn der Atman durch die Sinne nicht wahrgenommen werden kann, wie kann Er dann wahrgenommen werden? Nur durch die Belehrungen eines Gurus, der weiß dass Er ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
400. Ihr müsst wissen, dass Es ist und was Es ist. Wer so weiß erkennt Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
401. Dem, der auf Brahman meditiert und sich mit den vier Absichten (siehe Vers 36) ausstattet, dem enthüllt Sich Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Entsagung: die Voraussetzungen===&lt;br /&gt;
402. Wenn Wunschlosigkeit erlangt ist, erlangt der Sterbliche Unsterblichkeit und erkennt Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
403. Die Voraussetzung für Unsterblichkeit ist Entsagung aller Wünsche und Anhaftungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
404. Die weltlichen Wünsche werden nur überwunden, wenn die Fesseln der Unwissenheit zerschnitten sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
405. Der Geist ist der Sitz des Wunsches. In Atman ist kein Wunsch, Er ist rein und makellos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
406. Wünschen ist die Ursache für Leid und Bindung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
407. Wenn durch Erkenntnis des Selbstes Wunschlosigkeit erlangt ist erlangt der Sterbliche Unsterblichkeit. Er wird Brahman noch während er in diesem Körper weilt. Er ist von den Fesseln des Karmas befreit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
408. Wenn alle Knoten des Herzen hier auf Erden gelöst werden erlangt der Sterbliche Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
409. Unwissen, Wunsch und Handlung sind die drei großen Knoten. Egoismus, Hass, Lust, Eifersucht und Stolz, entstanden aus Unwissenheit, sind kleine Knoten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
410. Weitere Knoten sind die Vorstellungen ‚Ich bin dieser Körper‘, ‚Das ist mein Besitz‘, ‚Ich bin ein Brahmane‘, ‚Ich bin ein Minister‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
411. Sie werden vernichtet durch die Erkenntnis der Einheit mit Brahman ‚Ich bin Brahman‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wissen über die Nadis===&lt;br /&gt;
412. Einhundertein Nervenkanäle (Nadis) sind bekannt. Einer von ihnen, Sushumna, durchdringt die Krone des Kopfes. Seine Energie nach oben führend zum Zeitpunkt des Todes lässt Unsterblichkeit erlangen. Die anderen Nervenkanäle haben andere Wirkungen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
413. Der Jivanmukta, der das Selbst erkannt hat, geht nirgendwohin. Seine Pranas gehen nirgendwohin. Brahman seiend erreicht er Brahman. Er erlangt Kaivalya Mukti.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
414. Wer Kaivalya-Mukti nicht erlangt hat, wer das höchste Brahman nicht erkannt hat, jedoch das niedere Brahman (Saguna Brahman) verehrt hat, geht durch den Sushumna Nadi zur Sonne und dann durch weitere Bereiche nach Brahmaloka wo er bis zum Ende des Schöpfungszyklus‘ weilt. In Brahmaloka genießt er  unvergleichliche Freuden. Wenn der Zyklus endet geht er mit Brahma in Brahman ein. Das ist Krama Mukti (allmähliche Befreiung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
415. Die anderen Nadis haben verschiedene Auswirkungen. Sie führen zum Zeitpunkt des Todes auf verschiedene Wege. Wenn die Seele durch diese Nerven geht, wird sie wieder in Samsara geboren. Sie nimmt einen ihrem Karma entsprechenden Körper an.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
416. Der Sushumna Nadi wird auch Brahma Nadi genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
417. Der daumengroße Purusha, das innere Selbst, weilt im Herzen aller Wesen. Man muss Ihn mit Stetigkeit herausziehen aus dem Körper, so wie man einen Halm aus der Erde herauszieht. Man sollte Ihn als rein und unsterblich erkennen. &lt;br /&gt;
418. Du musst die Essenz, das heißt den Atman, aus den fünf Kosas (Hüllen) herausziehen, geduldig und mutig durch Vichara (Unterscheidung) und Meditation. Du musst den Atman vom Körper trennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
419. Als Nachiketas das ihn durch Yama Gelehrte verinnerlicht hatte, erreichte er Brahman, wurde frei von allen Unreinheiten und vom Tod. So wird es allen ergehen, die das Wesen Brahmans erkannt haben.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/DasGehimnisKathopanishad/Kathopanishad.htm Das Geheimnis der Katha Upanishad, Artikel von Swami Krishnananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/DasGehimnisKathopanishad/Kathopanishad_4.htm Das Geheimnis der Katha Upanishad, Vortrag Nr. 5, Artikel von Swami Krishnananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/de/artikel/krishnananda/kathaupanishad_kapitel5.html Das Geheimnis der Katha Upanishad, Vortrag Nr. 4, Artikel von Swami Krishnananda]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
{{dnf}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Katha_Upanishad&amp;diff=111879</id>
		<title>Katha Upanishad</title>
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		<updated>2014-05-20T09:11:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: /* Zeichen der Täuschung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Katha Upanishad&#039;&#039;&#039; ([[Sanskrit]]: katha-upanishad &#039;&#039;f.&#039;&#039;), auch &#039;&#039;&#039;Kathopanishad&#039;&#039;&#039;, ist der Name einer berühmten [[Upanishad]], welche die Belehrungen des Totengottes [[Yama]] an [[Naciketas]] enthält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kernaussagen der Katha Upanishad==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Von Swami Sivananada&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Om]]. Möge [[Das]] uns ([[Lehrer]] und [[Schüler]]) beschützen. Möge Das uns zur [[Glückseligkeit]] ([[Mukti]]) führen. Mögen wir beide fähig sein, die wahre [[Bedeutung]] der [[Schrift]]en zu erfassen. Möge unser [[Lernen]] erfolgreich sein. Mögen wir nie in [[Streit]] geraten. &lt;br /&gt;
Om Frieden! Frieden!! Frieden!!!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. [[Intuition]] ([[Aparokshanubhuti]]) ist die [[Quelle]] des [[Wissen]]s über [[Atman]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Der Atman ist schwer zu erfassen. Er ist [[feinstofflich]]. Er kann nicht durch Schlussfolgerungen erfasst werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Ein selbstverwirklichter [[Guru]] allein kann den [[Aspirant]]en auf dem [[spirituell]]en [[Weg]] führen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Angenehme vs. das Gute===&lt;br /&gt;
4. Das eine ist gut, während das andere angenehm ist. Gesegnet ist der, der sich für das [[Gute]] ([[Shreyas]]) allein entscheidet. Wer das Angenehme ([[Preyas]]) wählt, verliert letztendlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Sreyas ist das Gute, das Höchste [[Selbst]], das [[Wissen]], das zu [[Moksha]] (Befreiung) führt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Preyas ist das Angenehme, die [[Sinnesfreude]]n. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Die verkörperte [[Seele]] ist in ihrer [[Essenz]] identisch mit [[Brahman]]. Aufgrund von [[Unwissenheit]] und [[Illusion]] sind wir an [[Handlung]] gebunden und versuchen, [[Befreiung]] zu erlangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Wer den [[Pfad]] der [[Wahrhaftigkeit]] beschreitet und sich dem Guten verschreibt, erreicht [[Glückseligkeit]] und [[Unsterblichkeit]]. Wer den Sinnesfreuden frönt, verfehlt das [[Ziel]] des [[Leben]]s. Er versinkt in [[Sorge]] und [[Leid]] und ist gefangen im [[Rad]] von [[Geburt]] und [[Tod]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. [[Shreya Marga]] ist der Pfad des Wissens. [[Preya Marga]] ist der Pfad des Nichtwissens. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. Du musst die Sinnesfreuden überwinden, so du Glückseligkeit in [[Atman]] erlangen willst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Das Gute und das Angenehme haben den [[Mensch]]en fest im Griff. Der [[Weise]] untersucht und unterscheidet zwischen beiden, er wählt das Gute. Der Unwissende wählt das Angenehme, seinem [[Körper]] zuliebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Der Pfad des Wissens und der Pfad des Angenehmen stehen dem Menschen offen, er kann den Pfad wählen, der im zusagt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. So wie der [[Schwan]] [[Milch]] von [[Wasser]] trennt und nur die Milch trinkt, so trennt der Weise Gut von Böse und folgt dem Guten allein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. Der Weise weiß, dass Shreyo Marga zu Unsterblichkeit, [[Freiheit]] und Glückseligkeit führt, Preyo Marga dagegen zu vergänglichen sinnlichen [[Freude]]n und zu [[Bindung]]. Deshalb bevorzugt er Sreyo Marga. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15. Den Unwissenden fehlt das [[Unterscheidungsvermögen]] zwischen dem Guten und dem Angenehmen. Sie haben keine [[Vorstellung]] vom Ziel, vom Erreichen des Zieles und von den [[Frucht|Früchten]]. Sie wählen das Angenehme, um gierig ihren Körper zu mästen und geben sich den Sinnesfreuden hin.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16. Die beiden Wege liegen weit auseinander und führen zu unterschiedlichen [[Resultat]]en. Sie sind wie [[Licht]] und [[Dunkelheit]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
17. [[Avidya]] ist der Weg des Angenehmen. Er führt zu Leid und Bindung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18. [[Vidya]] ist der Weg des Guten. Er führt zu Freiheit und Befreiung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zeichen der Täuschung===&lt;br /&gt;
19. Die Unwissenden leben in [[Dunkelheit]], sehen sich jedoch als weise und gebildet. In [[Illusion]] gehen sie verschlungene [[Weg]]e, wie Blinde, die von Blinden geführt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20. Die in [[Samsara]] leben, leben in [[Unwissenheit]] und Dunkelheit. Sie haben weder Verstehen noch [[Unterscheidungskraft]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
21. Sie sind an Tausende von Seilen der [[Erwartung]] gebunden. Sie sind in Tausende von Schlingen in Form von [[Anhaftung]] an [[Kind]]er, [[Ehe]], [[Wohlstand]], [[Besitz]] und vieles mehr verwickelt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22. Unwissend sind sie, doch sehen sie sich als intelligent und belesen in den [[Shastra]]s. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23. Sie werden [[Befreiung]] nicht erlangen. Sie sind immer wieder an das [[Rad]] von [[Geburt]] und [[Tod]] gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24. Sie gehen im [[Leid]] von Samsara durch Geburt, [[Alter]], [[Krankheit]], [[Sorge]], Leid und Tod unter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25. So wie der Blinde, der von einem Blinden auf steiniger Straße geführt wird, leidet, so leiden die Unwissenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
26. Der [[Weg]] in die [[Zukunft]] ist dem Unwissenden nicht klar. Er verfällt der Illusion des Wohlstandes. Das ist die [[Welt]], es gibt keine andere, so denkt er. So fällt er wieder und wieder in das [[Netz]] von Geburt und Tod.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
27. Wohlstand ist das [[Gift]] der Welt. Er schafft [[Stolz]] und [[Eitelkeit]]. Er schafft einen wirren [[Geist]] und vernebelt den [[Verstand]]. Er verschleiert den [[Intellekt]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28. Die Notwendigkeit, [[Befreiung]] zu erlangen, ist dem Leichtsinnigen kein [[Bedürfnis]]. Er ist in Gedanken an Kinder, Ehe und Wohlstand eingehüllt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
29. Die Sinnesfreuden sind das [[Ziel]] des weltlichen [[Mensch]]en. [[Geld]] ist sein Ziel. Essen, Trinken, [[Spaß]] sind seine höchste [[Philosophie]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
30. Viele sind nicht in der Lage auf den [[Atman]] zu hören. Auch wenn sie von Atman hören können sie die Worte nicht erfassen, da ihr Geist nicht klar ist.  &lt;br /&gt;
Die Erhabenheit von Brahma Vidya&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
31. Unübertrefflich ist es, sein Selbst ausdrücken zu können. Unübertrefflich ist es, sein Selbst zu erfassen, gelehrt von einem fähigen Lehrer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
32. Brahma Vidya ist die vollkommene Wissenschaft. Sie ist die Wissenschaft der Wissenschaften. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
33. Welche ist diese höchste spirituelle Wissenschaft, die, so wir sie kennen, uns alle anderen Wissenschaften kennen lässt. Es ist Para Vidya oder Brahma Vidya, das Erkennen des unsterblichen Atmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
34. Unübertrefflich muss der Lehrer sein, der Brahma Vidya lehrt. Unübertrefflich muss auch der Schüler sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
35. Brahma Jnanis und befähigte Aspiranten sind sehr, sehr rar in der Welt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
36. Wer mit den vier Absichten, Viveka (Unterscheidungskraft), Vairagya (Leidenschaftslosigkeit), Shat Sampat (sechsfache Tugenden), Mumukshutva (Sehnsucht nach Befreiung), ausgestattet ist, der ist befähigt für den Weg des Jnana Yogas. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
37. Von Tausenden, die von Atman hören, die Gott suchen, erkennt einer Atman. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
38. Der Atman kann nicht leicht erkannt werden, wenn er von einem Unerfahrenen, der selbst Atman nicht erkannt hat, gelehrt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
39. Der Atman kann nicht erkannt werden durch Behauptung und Beweisführung, denn Er ist transzendent, jenseits von Verstand und Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
40. Der Intellekt ist ein vergängliches Instrument, bedingt durch Zeit, Raum und Ursache. Wir kommen zu keiner endgültigen Entscheidung nur durch Behauptung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
41. Ein Mensch mit niederem Intellekt wird von einem Menschen mit hohem Intellekt besiegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
42. Argumentieren ist nur ein Jonglieren mit Worten. Es ist intellektuelle Gymnastik und sprachliche Kriegsführung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
43. Wer sein Leben nur mit Argumentieren verbringt ist im dichten Dschungel von Dunkelheit und Unwissen gefangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
44. Höre auf zu argumentieren und werde still, wende dich nach Innen und meditiere.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
45. Der Atman ist nur durch stille Meditation zu erfahren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
46. Brahma Jnana kann nicht durch Behauptung und Beweisführung erlangt werden. Man muss das Brahman Bewusstsein durch spirituelle Erfahrung erlangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
47. Es ist leicht, Brahman zu verstehen und zu erkennen, wenn von einem verwirklichten Lehrer gelehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
48. Das Ewige kann nicht durch Vergängliches erkannt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
49. Das Ewige ist unveränderlich, es kann nicht durch Veränderliches erkannt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
50. Selbst Hiranyagarbha ist nichts im Vergleich zu Para Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
51. Der Atman ist feinstofflich und innewohnend. Er liegt in der Höhle des Herzens verborgen. Deshalb ist er schwer zu erkennen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
52. Der Weise zieht seine Sinne von den Objekten im Außen zurück, erkennt den Atman durch Meditation auf das Selbst und ist frei von Freude und Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
53. Der Atman ist jenseits von Freude und Leid. Er ist Glückseligkeit. Er ist Satchidananda Svarupa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
54. Glück und Leid, Freude und Kummer sind nur Modifikationen des Geistes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Upanishaden Sadhana===&lt;br /&gt;
55. Der Weise meditieret auf den Atman, erkennt Ihn, den Unsichtbaren, den Unergründlichen, den in der Höhle des Herzens Verborgenen, den in der Hölle Weilenden, den in der Intelligenz Erscheinenden und ist frei von Freude und Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
56. Der Aspirant hört alles über den Atman von seinem befähigten Lehrer und erfasst Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
57. Dann trennt er den Atman von Körper und Geist durch Unterscheiden zwischen Wirklich und Nichtwirklich, meditiert auf den Atman und erkennt Ihn durch seine Intuition. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
58. Diese Welt wird von Dharma getragen. Brahman ist das Zentrum des Dharmas. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
59. Warum führt ein Mensch ein rechtschaffenes Leben? Weil er nur durch das Erkennen von Brahman wirklich genießen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
60. Das Prinzip (Svarupa) von Brahman ist Glückseligkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
61. Sinnesfreuden sind nur flüchtige Eindrücke, angeregt durch Reizung der Neven. Es sind nur Reaktionen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
62. Brahman ist Fülle, Einheit, Ewigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
63. Brahman ist anders als Tugend und Laster, anders als Ursache und Wirkung, anders als Vergangenheit und Zukunft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
64. Tugend und Laster, Vergangenheit und Zukunft sind nur mentale Schöpfungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
65. Zeit ist nur ein Wert des Geistes, ebenso nur eine mentale Schöpfung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
66. In Isvara besteht gleichzeitige Wahrnehmung. Alles ist nur. Alles ist nur jetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
67. Brahman ist Ewigkeit. Es ist jenseits von Zeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
68. Das Ziel, das die Veden verkünden und für das der Aspirant in Brahmacharya lebt, dieses Ziel ist OM.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
69. Buße und Brahmacharya führen zum Erkennen von Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Pranava===&lt;br /&gt;
70. OM ist auch unter den Namen Pranava, Ekakshara und Omkara bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
71. OM ist ein Symbol (Pratika) für Brahman. Es ist Klang (Sabda Brahman).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
72. OM ist der Urklang, die erste Manifestation Brahmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
73. OM ist das geeignetste Symbol für Brahman. Es besteht aus drei Buchstaben - A, U, M.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
74. Klang, Wort und Name sind untrennbar verbunden mit dem Gedanken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
75. OM ist wahrlich Brahman. OM ist wahrlich das Höchste. Der OM kennt erlangt alles was er wünscht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
76. OM ist Brahman Selbst. OM und Brahman sind untrennbar miteinander verbunden. Über OM sollte wie über Brahman Selbst meditiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
77. OM ist ein Symbol, sowohl für Saguna als auch für Nirguna Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
78. Wer auf OM mit Saguna (gestalthaft) Bhava meditiert, der wird Saguna Brahman erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
79. Wer auf OM mit Nirguna (gestaltlos) Bhava meditiert, der wird Nirguna Brahman erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
80. Das manifestierte Brahman sollte erreicht werden. Das unmanifestierte Brahman sollte erkannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
81. OM ist die beste Hilfe. Es ist das beste Mittel, um das Manifeste (Saguna Brahman) oder das Höchste (Nirguna Brahman) zu erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
82. Wer auf Brahman meditiert wird eins mit Brahman und wird geeignet, wie Brahman verehrt zu werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
83. Der Kenner Brahmans wird Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
84. OM ist die wertvollste Hilfe. Wer diese Hilfe kennt wird in dieser Welt als Brahman verehrt. Er wird wie Brahman verehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Wesen des Höchsten Selbst===&lt;br /&gt;
85. Der Atman ist ohne Geburt und ohne Tod. Er entstand nicht aus etwas. Er ist ewig. Er stirbt nicht, wenn der Körper stirbt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
86. Brahman wurde nicht hergestellt wie ein Topf aus Lehm. Er ist frei von Bedingung. Er ist frei von Modifikationen wie sie Dingen eigen sind, die eine Form besitzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
87. Brahman ist unvergänglich und unveränderlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
88. Brahman ist frei von Veränderung und Entwicklung, Es ist unvergänglich und unveränderlich. Es ist archaisch (Purana).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
89. So wie die Luft im Topf nicht davon berührt wird, wenn der Topf zerbricht so, ist der Atman nicht davon berührt, wenn der Körper stirbt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
90. Der Atman ist feinstofflich, kein Schwert kann Ihn töten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
91. Unwissende glauben, der Körper sei Atman und identifizieren die Seele mit dem Körper. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
92. Wenn der Mörder denkt: ‚Ich töte‘, dabei den Körper für die Seele haltend, und wenn der Ermordete denkt: ‚Ich wurde getötet‘, dann kennen beide den Atman nicht. Beide sind unwissend. Die Seele tötet nicht und kann nicht getötet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
93. Der Atman, feiner als fein, größer als groß, weilend im Herzen eines jeden Wesens. Wer wunschlos ist, ruhig im Geist, die Sinne zurückgezogen hat, der behält die Würde des Selbstes und wird frei von Kummer und Leid.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
94. Die Seele einer Ameise ist dieselbe wie die eines Elefanten. Nur ein Bewusstsein weilt in allen Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
95. Die Essenz aller Wesen ist der Atman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
96. Der Atman wird von der Welt überlagert, so wie das Seil von der Schlange überlagert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
97. Für sich allein hat die Welt keine eigene Existenz, alles ist Atman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
98. Der Atman ist weit, Er ist überall, denn Er ist alldurchdringend und ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
99. Der Atman frohlockt und frohlockt nicht. Er genießt die Welt in ihren Begrenzungen. Er ist der stille Zeuge in seinem reinsten Wesen, und so frohlockt Er nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
100. Befähigte Aspiranten, ausgestattet mit einem feinen, scharfen und reinen Intellekt, lernbegierig und mit den vier Absichten (siehe Vers 36) vertraut, können den Atman erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
101. Der Weise, der den Atman als körperlos erkannt, nur im vergänglichen Körper weilend, erhaben und alldurchdringend, kennt kein Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
102. Der Atman ist körperlos im Körper weilend. Er ist unveränderlich inmitten Veränderlichem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
103. Die Weisen, die das Selbst erfahren haben und den Atman erkannt durch direkte intuitive Wahrnehmung (Aparokshanubhuti), kennen kein Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wer erreicht Atma Jnana===&lt;br /&gt;
104. Der Atman kann nicht erkannt werden durch das Studium der Veden, durch Intelligenz oder Hören. Der, den das Selbst erwählt, der kann das Selbst erkennen. Dem enthüllt der Atman Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
105. Den Atman kann nur der erkennen, der wunschlos ist und nach Wissen strebt. Dem enthüllt der Atman Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
106. Das Selbst dessen, der nach Wissen strebt, enthüllt sich ihm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
107. Nur der Aspirant, der Atman sucht erkennt Atman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
108. Der Atman wird nur von dem erkannt, den Gott erwählt, dem Gott Seine Gnade gewährt, den Er liebt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
109. Wer nicht von Untugenden ablässt, wer seine Sinne nicht unter Kontrolle hat, wessen Geist nicht einpünktig und geläutert ist, der kann Atman nicht erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metaphysik des Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
110. Da sind zwei, Paramatman (die höchste Seele) und Jivatman (die verkörperte Seele). Paramatman ist das Licht, Jivatman ist der Schatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
111. Paramatman kennt weder Handlung noch Früchte daraus. Er ist stets der stille Zeuge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
112. Das gegenüberliegende Ufer von Samsara ist Moksha (Befreiung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
113. Der Körper ist der Wagen, der Atman ist der Herr des Wagens, der Intellekt ist der Wagenlenker, der Geist ist die Zügel, die Sinne sind die Pferde, die Objekte sind die Straße. Der Atman, vereint mit Sinnen und Geist, ist der Genießer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
114. Der reine Atman ist tatenlos (Nishkriya). Er ist untätig (Akarta).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
115. Der Atman erscheint als der Genießer, so Er sich mit dem Geist, den Sinnen und dem Körper durch Avidya verbindet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
116. Der Geist agiert und genießt durch Sinne und Körper. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
117. Die Eigenschaften von Geist, Sinnen, Prana und Körper werden auf den Atman übertragen und die Attribute des Atmans werden auf Geist, Sinne, Prana und Körper übertragen. Dies wird wechselseitige Übertragung (Anyonya Adhyasa) genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
118. Durch diese Übertragung erscheint der empfindungslose Geist intelligent zu sein und der unreine und empfindungslose Körper wird für den reinen und empfindungsfähigen Atman gehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
119. Der reine Atman nimmt die Erscheinung des Jivas an und aufgrund der durch Avidya ausgelösten Übertragung verfällt Er in das Leid von Samsara - Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
120. Die Essenz des Jivas ist Satchidananda Svarupa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121. Wenn Avidya durch das Erkennen des Selbstes überwunden ist, wird man eins mit Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wichtigkeit von Selbstkontrolle===&lt;br /&gt;
122. Wer keine Unterscheidungskraft besitzt und seinen Geist nicht unter Kontrolle hat, dessen Sinne sind derart unkontrollierbar wie wilde Pferde durch den Kutscher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
123. Wer nicht ausgestattet ist mit Unterscheidungskraft zwischen Wirklich und Nichtwirklich, wer nicht fähig ist, zu unterscheiden was zu tun ist und was nicht zu tun ist, wer seinen Geist nicht unter Kontrolle hat, der ist ein unfähiger Fahrer seines Körpers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
124. Wer Wissen besitzt, Geist und Sinne stetig unter Kontrolle hält, dessen Pferde sind gezähmt durch den Kutscher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
125. So wie ein guter Kutscher seine Pferde durch die Zügel kontrolliert, so kontrolliert der gute Fahrer diese Körper-Kutsche durch Verstehen, Unterscheidungskraft und Willen.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
126. Die Sinne werden kontrolliert durch den kontrollierten Geist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127. Kontrolle der Sinne ist ein indirektes Mittel um das Ziel, Moksha, zu erlangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
128. Wer keine Unterscheidungskraft besitzt, wer seinen Geist nicht unter Kontrolle hat, wer nicht geläutert ist, der kann das Ziel nicht erreichen, er gerät immer wieder in den Kreislauf von Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
129. Wer versteht, wer seinen geläuterten Geist stets unter Kontrolle hat, der erreicht das Ziel und wird nicht mehr geboren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
130. Wer als Fahrer eine scharfsinnige Intelligenz und als Zügel einen gut kontrollierten Geist besitzt, der erreicht am Ende seiner Reise das Reich Vishnus.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
131. Der kluge Kutscher lenkt die Pferde durch die Zügel und fährt die Kutsche sicher ans Ziel, das Ende der Reise. Ebenso erreicht der Jiva sein Ziel, das Reich Vishnus, auf der Straße des Samsaras, wenn er durch Unterscheidungskraft Geist und Sinne lenkt.&lt;br /&gt;
Die innere Ordnung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
132. Hier werden die aufsteigenden Stufen des Feinstofflichen beschrieben. Jenseits der Sinne sind die Anfänge, jenseits der Anfänge ist der Geist, jenseits des Geistes ist der Intellekt, jenseits des Intellekts ist der kosmische Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133. Jenseits des kosmischen Intellekts ist das Unmanifestierte (Avyakta). Jenseits des Unmanifestierten ist der Purusha. Jenseits des Purushas ist nichts. Das ist das Ende, das ist das höchste Ziel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
134. Überlegenheit wird gewichtet nach der Feinstofflichkeit. Das Feinstoffliche ist dem Grobstofflichen überlegen. Das Feinstofflichere ist dem Feinstofflichen überlegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
135. Der Atman ist das feinstofflichste Vastu (Substanz). Er ist allem überlegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
136. Die Ursache ist feinstofflicher als die Wirkung.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
137. Die fünf Grundlagen der Materie sind den Sinnen überlegen, denn die Sinne werden durch die Grundlagen der Materie geformt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
138. Der Geist ist den Grundlagen überlegen, denn er ist feinstofflicher und wird durch die feinstofflichen Tanmatras (Sukshma Bhutas) in ihrer feinsten Prägung geformt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
139. Die fünf Elemente sind die Auswirkungen der Tanmatras.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
140. Der Geist ist der Seher (Drik), die Objekte sind das Gesehene (Drishya).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
141. Der Geist ist inwendiger als die Sinne. Deshalb ist der Geist den Objekten überlegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
142. Der Intellekt ist dem Geist überlegen, denn der Intellekt ist feinstofflicher, erhabener und inwendiger als der Geist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
143. Der Geist gibt den Gedanken an den Intellekt. Der Intellekt untersucht, entscheidet und kommt zu einer endgültigen Lösung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
144. Der Intellekt ist der Ministerpräsident des Atmans. Er handelt wie ein Oberrichter am Obersten Gerichtshof. Er steht dem Atman ganz nahe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
145. Der Geist ist nur ein Instrument. Er arbeitet durch die Intelligenz, die sich in ihm reflektiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
146. Hiranyagarbha ist der Mahat Atman. Er ist die kosmische Intelligenz. Er ist das universelle Leben. Er ist die Summe aller individuellen Seelen. Er ist der Erstgeborene des Unmanifestierten (Avyakta).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
147. Avyakta ist der Same aller Welten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
148. So wie der Baum potentiell im Samen enthalten ist, so ist die Welt potentiell in Avyakta enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
149. Die drei Gunas sind das Gleichgewicht in Avyakta.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
150. Materie, Energie und Klang sind potentiell in Avyakta enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
151. In Pralaya geht die Welt in Avyakta ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
152. Avyakta geht in Para Brahman ein wie Kette und Schuss. Es ist das Gewebe aller Potenzen von Ursache und Wirkung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
153. Der Purusha ist die Ursache aller Ursachen. Er ist Fülle. Deshalb wird er Purusha genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
154. Der Atman ist das Ende, das höchste Ziel. Hier enden Feinheit und Erhabenheit.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
155. Wer den Purusha erkennt wird nicht mehr in Samsara geboren. Er erreicht Moksha. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156. Der Atman ist in allen Wesen verborgen, nur die Seher nehmen Ihn wahr, durch ihren scharfen und feinen Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
157. Aufgrund von Avidya kann der Mensch, obwohl sein Wesen Brahman ist, die Wahrheit ‚Ich bin Brahman‘ nicht ermessen. Selbst dann nicht, wenn man sie ihn lehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
158. Doch weiß er, dass er der Sohn von dem und dem ist. Selbst wenn man ihn dieses nicht lehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159. Mula Prakriti, Pradhana, Avyakta, Avyakriti und Maya sind gleichbedeutende Begriffe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der inwendige Pfad des Yogas===&lt;br /&gt;
160. Der unwissende weltliche Mensch hält seinen Körper für Atman und wandert in Selbsttäuschung durch Samsara. Wie rätselhaft Avidya doch ist! Wie tief und unergründlich Maya doch ist! Wie fantastisch und undurchschaubar Moha doch ist!  (Avidya – Unwissenheit, Maya – Illusion, Moha – Verblendung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
161. Der Atman strahlt nicht für die, die einen unreinen, engen und groben Intellekt haben, doch Er wird erkannt von denen, die einen reinen, scharfen und feinen Intellekt haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
162. Der Intellekt wird rein und scharf erhalten, indem man über Brahman hört, reflektiert und meditiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
163. Der Weise versenkt seine Sinne in den Geist, den Geist in den Intellekt, den Intellekt in den kosmischen Intellekt und den kosmischen Intellekt in den friedvollen Atman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
164. Ziehe die Sprache und andere Werkzeuge zurück durch Versenkung (Pratyahara) und Selbstkontrolle (Dama).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
165. Verschmelze den Geist mit dem Intellekt, mit Hiranyagarbha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
166. Verschmelze Hiranyagarbha mit dem friedvollen Atman (Santa Atman), dem reinen, unbedingten Para Brahman, dem Nährboden für alles, dem Unwandelbaren, dem Selbst, dem Zeugen aller Modifikationen des Intellekts. Das ist der Prozess des Verschmelzens des Geistes mit dem Unendlichen, Laya Chintana.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
167. Praktiziere Innenschau und Selbstanalyse. Kontrolliere den niederen Geist durch den höheren. Beende alle Aktivitäten der Sinne und richte das Bewusstsein auf den Geist. Dann ziehe das Bewusstsein vom Geist zurück und richte es auf den Intellekt. Ziehe das Bewusstsein vom Intellekt zurück und richte es auf die kosmische Intelligenz. Schließlich ziehe das Bewusstsein von der kosmischen Intelligenz zurück und richte es auf das absolute Bewusstsein, auf Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
168. So wie die Schildkröte ihre Glieder einzieht, so ziehe die Sinne zurück in den Geist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
169. Der Intellekt wird Mahat Atman genannt, weil er Geist und Sinne durchdringt. Er ist ihr inneres Prinzip. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
170. Verschmelze den Intellekt mit Mahat Atman, Hiranyagarbha. Lasse deinen Intellekt klar und rein werden wie Hiranyagarbha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
171. Erhebe dich, erwache! Lerne von großen Lehrern, erkenne Atman. Der Weg führt auf einer scharfen Klinge, schwierig ist er zu gehen, sagen die Weisen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
172. Sind Sinne, Geist, Intellekt und Mahat Atman mit Para Brahman verschmolzen, erfährt man Glückseligkeit, ewigen Frieden und erlangt Moksha. Man erfährt das wahre Wissen über das Selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
173. Das Wasser der Luftspiegelung vergeht, die Schlange im Seil löst sich auf und das Blau des Himmels entweicht, sobald das wahre Wesen der Luftspiegelung, des Seiles und des Himmels erkannt ist. Ebenso verlieren sich Name, Form und Handlung, da sie auf falschem Wissen beruhen und vom Wesen her Ursache, Wirkung und Frucht sind, wenn Atman erkannt ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
174. Erhebe dich, Mensch, aus dem Morast des Samsaras, wende dich spirituellem Wissen über Atman zu. Höre auf, über weltliche Gebilde zu sinnieren.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
175. Erwache aus dem Schlummer in Unwissenheit. Beende den Schlaf, den Samen allen Leides. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
176. Suche hervorragende Lehrer, Brahma Nishtha, Brahma Srotriya Gurus, die Atman erkannt haben. Erkenne Atman so wie sie es dich lehren. Fühle ‚Ich bin Das‘, Soham.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
177. Er hat Das erkannt, das ohne Klang, ohne Berührung, ohne Gestalt, ohne Verfall, ohne Geschmack, ohne Geruch, ohne Anfang, ohne Ende, jenseits des Intellekts ist, ewig und unveränderbar. Er ist dem Rachen des Todes entkommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
178. Der Atman ist transzendent, jenseits aller Vorstellungen. Er ist jenseits von Materie. Er ist reiner Geist. Er ist reines Bewusstsein.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
179. Der Atman ist jenseits von Geist und Sprache. Jenseits von Klang, Berührung, Geschmack und Geruch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
180. Der Atman ist Glückseligkeit und Wissen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
181. Die Erde ist grob. Der Körper ist grob. Doch der Atman ist feiner als das Feine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
182. Klang, Berührung, Geschmack und Geruch existieren nicht in Atman. Deshalb kann Er nicht erlöschen, Er kann nicht steigen und nicht sinken.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
183. Etwas das vergeht ist flüchtig. Der Atman ist ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
184. Was einen Anfang hat, hat eine Wirkung und geht in die Ursache ein. Deshalb ist es nicht ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
185. Der Atman hat keine Ursache in die Er eingehen könnte. Er ist die Ursache von allem und hat keine Wirkung. Da Er keine Wirkung hat, ist Er ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
186. Vergängliche Objekte, wie Bäume, Blumen, Körper, haben einen Anfang und ein Ende. Der Atman jedoch ist ohne Anfang und ohne Ende, da Er ewig ist.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
187. Vernachlässige das nicht. Das ist deine erste Pflicht. Das ist deine höchste Pflicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
188. Da der Atman feinstofflich ist, ist der Pfad des Wissen, der zu Ihm führt, schwierig zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
189. Der Aspirant, der auf der Klinge wandelt muss vorsichtig, wachsam, bestrebt und intelligent sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
190. Es versteht sich von selbst, dass ein Guru unverzichtbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
191. Die Upanishaden sind Aufzeichnungen der intuitiven Erfahrungen großer Weiser und Seher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
192. Der Atman ist verschieden vom Intellekt, denn Er ist der stille Zeuge, das absolute Wissen und die Seele aller Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
193. Nur das Unveränderliche kann als ewig bezeichnet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
194. Wer den Atman erkannt hat ist dem Rachen des Todes entkommen. Er ist frei von den Fesseln von Geburt und Tod. Er ist frei von den drei Blockaden (Granthi) Unwissenheit, Wunsch und Handlung. Er erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Philosophie des Sehnsucht===&lt;br /&gt;
195. Das aus Sich Selbst Seiende (Brahman) schuf die nach außen gerichteten Sinne. Deshalb sieht der Mensch das externe Universum und nicht das innewohnende Selbst (Atman). Doch der Weise wendet Sinne und Augen von den äußeren Sinnesobjekten ab, sehnt sich nach Unsterblichkeit und erkennt den Atman in sich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
196. Es ist nicht möglich, Licht und Dunkelheit zur gleichen Zeit am gleichen Ort zu haben. Es ist nicht möglich, Sinnesfreuden und Glückseligkeit zur gleichen Zeit zu erlangen. Es ist nicht möglich, in Sinnesfreuden zu schwelgen und das innere Selbst zur gleichen Zeit zu erblicken. Es ist nicht möglich, den Mammon und Gott gleichzeitig anzubeten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
197. Der Unwissende läuft den externen Objekten der Begierde hinterher und gerät in den Fallstrick des Todes. Doch der Weise, das Wesen der Unsterblichkeit kennend, trachtet nicht nach den flüchtigen Objekten hier auf Erden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
198. Die zwei Hindernisse die dem Erkennen des Selbstes im Wege stehen sind die Tendenz der Sinne, externen Objekten zu verfallen und der Wunsch nach Freuden in dieser und der nächsten Welt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
199. Die Sinne suchen im Außen aufgrund von Vikshepa Sakti (Rajas).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
200. Nicht nur die Augen, alle Sinnesorgane müssen von ihren jeweiligen Objekten zurückgezogen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
201. Der Grund für Wünschen ist Unwissenheit. Wünschen entsteht aus Avidya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
202. Wenn Rajas in den Sinnen durch Sattva erdrückt wird gehen die Sinne in den Geist ein. Sie wenden sich nicht mehr nach außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
203. Der Mensch hat seine Göttlichkeit vergessen aufgrund von Unwissenheit. Sein Geist folgt den Sinnesfreuden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
204. Unwissende, die weder Verstand noch Unterscheidungskraft besitzen, rennen externen Objekten hinterher und verfangen sich so in den Maschen des Todes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
205. Der Atman steigt nicht und sinkt nicht. Er ist unveränderlich und unsterblich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
206. Die Weisen, die die Glückseligkeit des Atmas genießen, kümmern sich nicht um Sinnesfreuden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
207. Die Summe der Sinnesfreuden ist nur ein Tropfen im Vergleich zu der Glückseligkeit des Atmans. Der Atman ist der Ozean der Glückseligkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
208. Der Wunsch nach Sinnesfreuden steht dem Wissen über das Selbst entgegen. Er steht dem Erkennen des Selbstes entgegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
209. Würde jemand Zucker essen, wenn Mangos reichlich vorhanden sind?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
210. Dem Selbst, durch das wir Form, Geschmack, Geruch, Klang und Berührung erfahren, bleibt nichts verborgen. Wahrlich, Dieses ist Das (Brahman). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
211. Der Atman ist absolutes Wissen. Er ist absolutes Bewusstsein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
212. Was in dieser Welt bleibt dem Atman verborgen? Alles ist dem Atman bekannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
213. Geist und Intellekt sind unempfänglich. Sie borgen ihr Licht von Atman. So wie der Mond Licht von der Sonne borgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
214. Geist, Intellekt und Sinne erfüllen ihre Aufgaben durch das Licht des Atmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
215. Der Atman steht hinter allen Wahrnehmungen von Sinnen, Geist und Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
216. So wie Eisenspäne sich hin zum Magnet bewegt. So bewegen sich Geist, Sinne und Intellekt hin zu Atman.&lt;br /&gt;
Jenseits von Furcht und Leid &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
217. Das, wahrlich, ist der Atman, verschieden von Tugend und Untugend, Ursache und Wirkung. Er ist Vishnu, darüber hinaus ist nichts.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
218. Der Weise weiß, dass alles was er im Wachen und im Traum wahrnimmt, der allgegenwärtige Atman ist. Er leidet nicht mehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
219. Turiya (der vierte Zustand) übertrifft Wachen, Schlaf und Tiefschlaf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
220. Der Atman ist der stille Zeuge der drei Bewusstseinszustände. Er wird Turiya genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
221. Durch Atman alleine ist man sich des Träumens und Wachens bewusst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
222. Wer den ewigen Atman erkennt wird absolut furchtlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
223. Furcht erscheint nur, wenn man am Körper anhaftet, wenn man sich mit dem Körper identifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
224. Wer sich mit seinem physischen Körper identifiziert versucht, ihn zu schützen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
225. Wo immer Anhaftung herrscht, herrschen auch Furcht und Ärger. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
226. Der Atman ist Eins ohne ein Zweites und ewig, so Er erkennt ist, was will man dann vor wem schützen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
227. Der Weise sieht das Selbst überall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
228. Der Weise steht über dem Körperbewusstsein. Er wird vollkommen furchtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
229. Atman zu kennen heißt, Atman zu verwirklichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
230. Atman zu kennen heißt, Atman zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Einheit von Brahman, Mensch und Welt===&lt;br /&gt;
231. Brahman erscheint als Jiva durch den Upadhi (begrenzende Beifügung) Avidya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
232. Brahman erscheint als Hiranyagarbha durch den Upadhi Maya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
233. Die Gesamtheit aller Jivas (Samashti) ist Hiranyagarbha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
234. Der Jiva ist der mikrokosmische Aspekt Brahmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
235. Wenn der Upadhi weicht werden Hiranyagarbha und Jiva eins mit Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
236. Hiranyagarbha ist die erste Manifestation Brahmans durch Meditation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
237. Brahman, Hiranyagarbha genannt, entstand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
238. Hiranyagarbha ist kosmischer Prana oder kosmische Intelligenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
239. Alle Götter weilen in Brahman, wie die Speichen in der Nabe. Alle Götter hängen von Brahman ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
240. So wie die Welle nicht verschieden ist vom Ozean, so wie Goldschmuck nicht verschieden ist von Gold, so ist diese manifestierte Welt nicht verschieden von Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
241. Der Unterschied besteht nur im Namen. So wie das Seil als Schlange erscheint, so erscheint Brahman in Name, Gestalt und Handlung, (Nama, Rupa, Kriya) durch Avidya (Unwissen) beziehungsweise Maya (Illusion).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
242. Wer denkt: ‚Ich bin verschieden von Brahman‘, der wird wiedergeboren und stirbt. Doch wer fühlt: ‚Ich bin wahrlich das alldurchdringende, unsterbliche Satchidananda Brahman‘, der erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
243. Brahman ist die Verkörperung der ewigen Erkenntnis (Nitya Vijnanaghana Svabhava).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
244. Brahman ist frei von Eigenschaften des Samsaras (Sarva Samsara Dharma Varjitam).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
245. Die Höchste Seele ist identisch mit der individuellen Seele und mit der gesamten Schöpfung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
246. Das Fehlen von Unterscheidungsfähigkeit ist der Grund für Wiedergeburt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ästhetik und das Selbst===&lt;br /&gt;
247. Allein durch den Geist kann Brahman erkannt werden. Es gibt keinen Unterschied zwischen Geist und Brahman. Wer einen solchen sieht geht von Tod zu Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
248. Der Geist ist zweigestaltig, Suddha Manas - der reine Geist, und Asuddha Manas - der verunreinigte Geist, angefüllt mit Vasanas, Ego und Gier. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
249. Brahman kann nur erkannt werden durch einen geläuterten Geist. Dazu lese man die Schriften, lerne bei einem Lehrer, praktiziere die vier Absichten (siehe Vers 36) und meditiere stetig auf das Selbst.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
250. So man das Selbst erkannt hat verschwindet die Unwissenheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
251. Der Weise erkennt Brahman in allem, nichts anderes existiert. Die Welt ist die Manifestation Brahmans allein, sie ist in ihrem Wesen nicht verschieden von Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
252. Wer Verschiedenheit sieht,  mit von Unwissenheit verdunkelten Augen, geht von Tod zu Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
253. Daumengroß sitzt der Purusha in der Mitte des Körpers. Er ist der Herr der Vergangenheit und der Zukunft, nachdem er Ihn erkannt hat kennt der Weise keine Furcht mehr. Dieses ist Das. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
254. Der Purusha weilt im Herzen. Der Atman wird Purusha genannt, weil Er in der Stadt (Puri) des Körpers weilt und weil alles von Ihm durchdrungen ist, die ganze Welt ist Seine Fülle. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
255. Der Atman ist grenzenlos, die Größe eines Daumens ist nur ein Hilfsmittel zur Meditation für Anfänger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
256. Zu Beginn meditiert der Aspirant auf den Atman als ein im Herzen strahlendes Licht (Jyoti) in Größe eines Daumens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
257. Nachdem der furchtlose, unsterbliche Atman erkannt ist, ist die Furcht vergangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
258. Brahman ist der perfekte Purusha. Er ist die Seele, die im Herzen eines jeden Menschen weilt. Er ist der Herrscher über das Wissen. Es ist verborgen in Herz und Geist. Wer so weiß erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
259. Brahman ist eine Flamme ohne Rauch. Es ist der Herr über Vergangenheit und Zukunft. Nur Es allein ist heute und wird morgen sein. Dieses ist wahrlich Das. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
260. Brahman ist ewig, unsterblich (Kutastha) und unbewegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
261. Brahman weilt in allen Lebewesen heute, und wird es sicher auch morgen noch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
262. Der Regen fällt auf den Berg, das Wasser rinnt hinunter ins Tal, verteilt sich und verliert sich.  Der Unwissende sieht Unterschiede im Leben; denkt, verschiedene Selbste seien in verschiedenen Körpern; denkt, die Welt sei verschieden von Brahman und die einzelnen Seelen seien verschieden von anderen Seelen und von der Höchsten Seele; sieht Dinge als verschieden von der Seele; hat nicht das Substrat von allem erkannt; hat nicht die Nichtzweiheit Brahmans und Seine ewige, unsterbliche, unwandelbare Einheit erfasst. Dieser Unwissende ist gefangen im Kreislauf von Geburt und Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
263. Reines Wasser in reines Wasser gegossen wird eins mit dem reinen Wasser. Die geläuterte individuelle Seele wird eins mit der Höchsten Seele, so sie das Höchste Selbst durch Intuition erkannt hat, die Vorstellung von Unterschieden durch das Wissen über Atman überwunden hat, die Einheit von Selbst und Atman erkannt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
264. Der Aspirant sollte unerschütterliches Vertrauen in die Lehren der Srutis haben. Ohne dieses Vertrauen gibt es kein Erkennen des Selbstes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der innere Herrscher===&lt;br /&gt;
265. Die Stadt Brahmans, dessen Wissen ewig ist, hat elf Tore. Brahman verehren lässt Kummer vergehen und befreit von allen Bindungen, man wird frei. Dieses ist wahrlich Das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
266. Zwei Augen, zwei Ohren, zwei Nasenlöcher, ein Mund, das sind sieben Tore. Der Nabel und die zwei unteren Öffnungen sind zusammen zehn. Das elfte ist Brahmarandhra, die Öffnung Brahmans, die Fontanelle. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
267. So wie eine Stadt einem König gehört, er jedoch unabhängig von der Stadt ist, so gehört der Körper einem König (Atman), der unabhängig vom Körper ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
268. Wer auf Brahman meditiert und das Selbst erkannt hat, der ist frei von Kummer. Er ist frei von allen Bindungen und frei vom Kreislauf von Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
269. Der Weise ist frei von Wünschen und den Fesseln, die Karma erschafft. Er wird vollkommen furchtlos. Er nimmt keinen weiteren Körper an. Er geht in Brahman ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
270. Brahman schickt Prana nach oben und Apana nach unten. Dieses Verehrungswürdige, im Inneren weilend, verehren die Götter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
271. Fünf Prinzipien der Lebenskraft kennen wir, Prana, Apana, Vyana, Udana und Samana. Es gibt weitere fünf untergeordnete Pranas (Upapranas). Der höchste Prana, Mukhyaprana, nimmt die zehn Formen an, je nach Aufgabe eines jeden einzelnen Pranas (Vritti Bheda).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
272. Prana ist Odem. Apana hat die Funktion der Ausscheidung. Vyana lässt das Blut zirkulieren. Udana lässt die Stimme wirken. Samana hat die Funktion der Verdauung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
273. Prana ist nicht Atem. Prana ist Lebensenergie. Atem ist nur eine der vielen Manifestationen von Prana. Prana ist mit Atem verbunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
274. Geist und Sinne verehren ihren Herrn, den Atman, indem sie die ihnen zugeteilten Aufgaben erfüllen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
275. Sie stimmen ihren Herrn, den Atman, günstig, indem sie die verschiedenen Wahrnehmungen, Form, Klang, Geruch, Geschmack und Berührung, Ihm darbringen, so wie das Volk den König günstig stimmt, indem es ihm Gaben darbringt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
276. Sinne, Geist und Prana sind stets damit beschäftigt, dem Atman zu dienen und Ihn zu erfreuen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
277. Der Atman allein leitet Geist, Sinne und Prana in den ihnen zugeteilten Aufgaben an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
278. Die fünf Sinnesorgane sammeln Empfindungen aus der Außenwelt und bringen sie dem Atman dar. Das ist ihre Art der Verehrung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
279. Sobald der Atman den Körper verlässt, löst dieser sich auf. So wie ein Volk sich auflöst, wenn der König aus dem Land gejagt wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
280. Der Sterbliche lebt weder durch Prana noch durch Apana, sondern durch Das, von dem diese beiden abhängen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
281. Die wahre Grundlage des Lebens ist der Atman. Prana, Apana, Vyana, Udana und Samana können nicht die Grundlage des Lebens sein. Sie arbeiten nur zusammen zum Wohle des Atmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
282. Der Körper löst sich auf, wenn Prana und Apana ihn verlassen und sich der Atman zurückzieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
283. Ein Haus besteht zum Wohle des Besitzers, der verschieden ist vom Haus und sein Herr ist. Prana, Apana, Vyana, Udana, Samana, die Sinne und der Geist bestehen zum Wohle des Atmans, der verschieden von ihnen ist und ihr Herr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
284. Prana und Apana hängen von Atman ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
285. Sie vollziehen ihre Pflichten in Harmonie zum Wohle des Atmas, ihres Herrn. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
286. Die Stütze der Wesen, des Pranas, der Sinne und des Geistes ist der Atman. Er ist völlig unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
287. Wie Getreide vergeht der Sterbliche und wie Getreide wird er wiedergeboren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
288. Manche Jivas gehen in einen Leib ein, um einen Körper zu erhalten, anderen gehen in anorganische Substanzen ein, je nach deren Karma und Bewusstsein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
289. Der Jiva nimmt den Körper an, den sein Karma bedingt und seinem Bewusstsein entspricht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
290. Er kann Indra werden oder sogar Hiranyagarbha. Er kann alles werden in der kosmischen Hierarchie. Er kann sein letztes Leben antreten und ein Jivanmukta, ein befreiter Weiser, werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
291. Er kann ein Muni, ein Tapasvin oder ein Yogi werden, so er sehr gute spirituelle Samskaras mit sich bringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
292. Er kann auch ein Baum oder etwas Anorganisches werden, je nach seinem Karma. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
293. Brahman ist der stille Zeuge der drei Bewusstseinszustände Wachen, Traum, Tiefschlaf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
294. Der Purusha schläft nie. Selbst wenn Prana, die Sinne und der Geist schlafen, ist Er der Zeuge (Sakshi) von allem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
295. Brahman ist ewig rein und unsterblich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
296. Brahman ist die Ursache der Welt. Alle Welten hängen nur von Ihm ab. Er ist die Stütze aller Welten. In Ihm sind alle Welten enthalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
297. Im Tiefschlaf ruhst du in Brahman. Du kommst in Kontakt mit Brahman, doch da ist der Schleier der Unwissenheit. Deshalb bist du dir Brahmans nicht bewusst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
298. In Samadhi ist dieser Schleier verschwunden. Dein reines Bewusstsein ist eins mit dem absoluten Bewusstsein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
299. Während der Geist und die Sinne im Tiefschlaf ruhen erfährst du die Glückseligkeit in Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
300. Deshalb sagst du, wenn du ins Wachbewusstsein zurückkommst: ‚Ich habe gut geschlafen, ich weiß von nichts‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
301. Dieses Erinnern an die Glückseligkeit beweist, dass Brahman ist, nichtdual, glückselig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das allgegenwärtige Selbst===&lt;br /&gt;
302. Wie das eine Feuer, sobald es in der Welt erstrahlt, verschiedene Formen annimmt, je nachdem was es verbrennt, so nimmt der ewige Atman aller Lebewesen, obwohl Eines, verschiedene Gestalten an, je nachdem in was er in der Außenwelt eingeht. Und dennoch ist Er jenseits aller Gestalt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
303. Viele sprechen, um ihre Belesenheit zu zeigen oder über anderen zu stehen. Sie sprechen nicht der Wahrheit wegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
304. Ehrliche und ernstgemeinte Gespräche mit großen Seelen, um Zweifel zu beseitigen und Klarheit zu erlangen, ist wünschenswert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
305. Ernsthafte Aspiranten mögen unter sich schwierige und abwegige Probleme erörtern. Das ist sehr hilfreich für ihr Wachstum und ihr Verständnis. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
306. Das Wissen über die Einheit mit dem Atman ist auch nach Erklärungen und Wiederholungen nicht leicht zu verstehen. Deshalb erklären die Srutis die Wahrheit über Atman durch verschiedene Darstellungen, Gleichnisse und Analogien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
307. Der Atman ist stets rein und verschieden von Gestalt. Es wird nicht im Geringsten von Gestalt berührt, denn Er ist ohne Beifügungen und feinstofflich, reines Bewusstsein, Seele, Geist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
308. Wie sollte es eine Verbindung geben zwischen Materie und Geist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
309. Der Atman nimmt durch die Upadhis verschiedene Gestalten an, Geist, Sinne, Prana, Körper, Er ist jenseits von Name und Form. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
310. Der Atman ist ein Mysterium. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
311. Die Luft nimmt, nachdem sie die Welt betreten hat, verschiedene Formen an, je nachdem in welches Behältnis sie eingeht. Der Atman nimmt ebenso verschiedene Gestalten an, je nachdem in welchen Körper Er eingeht. Dennoch ist er jenseits von Name und Form. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
312. Die Sonne, das Auge des Universums, wird nicht berührt von den Defekten des physischen Auges. Der Atman, das Wesen von allem, wird nicht berührt durch das Leid der Welt, das aus Wunsch und Karma entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
313. Die Schlange überlagert das Seil, so das Licht schwach ist. Silber überlagert Perlmutt. Die Welt und der Körper überlagern den Atman durch Avidya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
314. Das Seil bleibt von der Schlange unberührt, der Atman wird nicht berührt von Überlagerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
315. Handlung, Wirkung, Frucht (Kriya, Karta, Phala) überlagern fälschlicherweise den Atman durch Unwissen. Es sind alles nur falsche Wahrnehmungen, wie die falsche Wahrnehmung einer Schlange im Seil. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
316. Der Atman handelt nicht (Akarta) und genießt nicht (Abhokta). Er ist unberührt (Asanga, Nirlipta).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
317. Brahman ist Eines. Es ist der Herrscher, der Atman aller Wesen. Es wird nicht berührt vom Leid der Welt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
318. Brahman ist der Herr über alles. Alldurchdringend, unabhängig. Nichts ist Ihm gleich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
319. Obwohl Eines, manifestiert Es sich in verschiedenen Namen und Formen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
320. Der Weise der Es schaut erfährt ewige Glückseligkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
321. Der weltliche Mensch, bar jeder Unterscheidungskraft, erfreut sich an den Objekten im Außen. Er wird nie die Glückseligkeit Atmans genießen. Der Atman wird durch seine Unwissenheit verdeckt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
322. Für den Weisen ist das Selbst das Ewige inmitten des Transzendenten, das Bewusstsein inmitten des Bewusstseins. Es, obwohl Eines, gewährt die Wünsche vieler, weilend in ihnen. Ihnen sei ewiger Frieden. Niemand anderem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
323. Der Atman ist ewig und unveränderlich. Die Welt von Name und Form ist vergänglich und veränderlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
324. Körper, Geist, Sinne und Prana, sie alle sind gemeint mit der Bezeichnung ‚Welt‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
325. Die Welt ist ein flüchtiger Schatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
326. Der Wandel setzt eine Grundlage voraus, die ewig und unveränderlich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
327. Wandel kann nur im Unwandelbaren erfolgen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
328. Die Leinwand im Kino verändert sich nicht, doch die Bilder wandeln sich ständig. Brahman repräsentiert die Leinwand, die flüchtige Welt der Namen und Formen repräsentiert die Bilder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
329. Heißes Wasser borgt seine Hitze vom Feuer, der Intellekt borgt seine Intelligenz von Atman, der Grundlage von allem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
330. Wer den in seinem Herzen weilenden Atman erkennt erfährt ewigen Frieden. Die Unwissenden leiden in Samsara.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
331. Der Weise, der Wunschlosigkeit erreicht hat, erkennt diese unbeschreibliche Glückseligkeit von Dieses ist Das.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
332. Weder Sonne, Mond, Sterne, Blitze noch Feuer strahlen. Wenn Es strahlt, strahlt alles andere auch. Durch Sein Licht strahlen sie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
333. Der Atman strahlt aus Sich Selbst heraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
334. Etwas aus sich selbst Strahlendes benötigt keine Licht für sein Erstrahlen (Nirapeksha).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
335. Wenn du sagst, der Atman erhält Sein Licht von einem Licht, dann muss dieses Licht wiederum ein Licht haben das es illuminiert. Dies führt zu Anavasthadosha, in die Unendlichkeit. Deshalb muss der Atman aus Sich Selbst heraus strahlen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Baum des Samsaras===&lt;br /&gt;
336. Wir kennen den alten Asvattha Baum, dessen Wurzeln oben und die Äste unten sind. Das ist der Baum der Schöpfung. Das ist Brahman und nur Das wird unsterblich genannt. Davon hängen die Welten ab und niemand sieht dahinter. Dieses ist wahrlich Das. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
337. Du kannst das Wesen Brahmans erkennen, die Quelle des Samsara Baumes (Maya Vriksha), so du die Wirkung erfasst, den Samsara Baum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
338. Die Welt hat ihre Wurzeln in Brahman. Aus Brahman allein gedeiht das Universum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
339. Wie ein Baum mit der Axt gefällt werden kann, so kann der Samsara Baum ebenfalls gefällt werden. Die Axt ist Nichtanhaftung, Atma Jnana oder Kenntnis über das Selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
340. Der Samsara Baum erhält seinen Lebenssaft von seiner Quelle, Para Brahman und wächst durch den Samen der Unwissenheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
341. Hiranyagarbha oder Karya Brahman ist sein Spross. Die feinstofflichen Körper aller Lebewesen sind sein Rumpf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
342. Das Universum hat sich aus Brahman entfaltet. Brahman ist ein Donnerkeil. Wer so weiß erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
343. Prana ist Brahman. Brahman ist der Ursprung der Welt. Er ist der Herr der Schöpfung. Der Mensch erlangt Unsterblichkeit durch Wissen über Brahman. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
344. Die Aussage, die Welt sei aus dem Nichts entstanden ist absurd. Sie ist aus Brahman entstanden. Sie schwingt in Brahman. Sie ruht in Brahman. Sie geht in Brahman ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
345. Brahman ist das Substrat der veränderlichen Welt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
346. Brahman ist ohne Veränderung und ohne Bewegung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
347. Schwingung kann nur in Unbewegtem entstehen. Dieses Unbewegte ist Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
348. So wie der Diener den Anordnungen des Herrn gehorcht, so gehorcht die Welt den Schöpfungsgesetzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
349. Den Schöpfungsgesetzen kann niemand entrinnen. Niemand kann sie übertreten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
350. Alles ist unter deren Kontrolle. Schöpfung, Erhaltung, Auflösung sind einem unveränderlichen, göttlichen Gesetz unterworfen, dem niemand zuwider handeln kann. Deshalb ist Brahman, handelnd als dieses Gesetz, ein Donnerkeil. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
351. Die Brahman erkennen, den Zeugen all unserer mentalen Erregungen (Vritti), den Urgrund allen Seins, den Herrn der Schöpfungsgesetze, erlangen Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
352. Aus Furcht vor Brahman brennt das Feuer, scheint die Sonne und tun Indra, Vayu und Yama ihre Pflicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
353. Wäre Brahman nicht der Herrscher der Welt, mit dem Donnerkeil in Händen, würde die Welt nicht in Harmonie und Perfektion bestehen. Ein sinnvolles Wirken der Weltenhüter (Loka Palas) wäre nicht möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erkenne das Selbst jetzt===&lt;br /&gt;
354. Wer noch in diesem Leben hier auf Erden, vor dem Tod seines Körpers, Brahman erkennt, wird von den Fesseln der Welt befreit. Dem dies nicht gelingt kommt in einem neuen Körper zurück in die Welt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
355. Deshalb sollten ernsthafte Anstrengungen unternommen werden, vor dem Verfall des Körpers, Brahman zu erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
356. So wie man im Spiegel klar sein Spiegelbild erkennt, so kann Brahman im eigenen Intellekt klar erkannt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
357. Die Wahrnehmung wird getrübt in der Welt der Ahnen. Sie waren versunken im Genuss ihre karmischen Früchte. Auch im Traum ist die Wahrnehmung getrübt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
358. Die Reflektion unseres Bildes im Wasser ist verschwommen, so ist die Wahrnehmung des Atmans in der Welt der Gandharven ebenso verschwommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
359. In Brahmaloka kann der Atman deutlich wahrgenommen werden. Er hebt Sich ab wie Licht vom Schatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
360. Schwierig ist es, Brahmaloka zu erreichen. Besonderes Karma oder Verehrung sind nötig um es zu erreichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
361. Deshalb sollte man den Atman im Intellekt erkennen, solange man noch in der Welt weilt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
362. Der Weise hat erkannt, dass die Sinne verschieden sind von Atman, ihre Aktivitäten berühren ihn nicht mehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
363. Die fünf Sinne bestehen neben ihrer Quelle, um die ihnen zugeordneten Objekte wahrzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
364. Der Atman ist rein, unbefleckt und aus Sich Selbst strahlend. Das Wesen der Sinne unterscheidet sich vom Wesen Brahmans.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
365. Die Sinne wirken während des Wachens. Sie gehen auf beim Erwachen und unter im Tiefschlaf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
366. Der Atman geht weder auf noch unter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
367. Der Atman kennt weder Anfang noch Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
368. Sprunghaft sind Sinne und Geist und können klar von Atman unterschieden werden, der klar, unveränderbar, alldurchdringend, unteilbar, ohne Anfang und ohne Ende ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
369. Der Weise leidet nicht, er hat den Unterschied zwischen Atman und Sinne erkannt, ihr auf und ab, ihr Wachen und Schlafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
370. Der Kenner des Atmans hat das Leid überwunden und ruht in Glückseligkeit.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Höchstes Bewusstsein===&lt;br /&gt;
371. Höher als die Sinne ist der Geist. Höher als der Geist ist der Intellekt. Höher als der Intellekt ist der kosmische Intellekt, höher als Avyakta, das Unmanifestierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
372. Jenseits von Avyakta ist der Purusha, der Alldurchdringende, jenseits eines Sinnbildes. Wer Ihn erkennt erlangt Befreiung und Unsterblichkeit.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
373. Die Sinne sind verschieden von Atman, Er kann von den Sinnen im Außen nicht erfasst werden, denn Er ist das Innerste aller Dinge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
374. Das Wissen über diese Abstufung ist notwendig, um Unsterblichkeit und letztendliche Befreiung zu erlangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
375. Zum Zeitpunkt von Pralaya geht die Welt in Avyakta ein. Jenseits von Avyakta ist der alldurchdringende Purusha. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
376. Das Symbol, das durch die Sinne erkannt und verstanden werden kann, wird Linga genannt. Kein Linga zu haben ist Alinga. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
377. Wer von Ihm durch den Lehrer und durch die Sastras erfahren hat und durch Intuition, der erreicht Unsterblichkeit und letztendliche Befreiung. Er ist befreit von den Knoten des Herzens, wie Wunsch, Unwissenheit und Handlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
378. Seine Gestalt kann nicht gesehen werden. Niemand sieht Ihn mit seinen physischen Augen. Er enthüllt sich dem Aspiranten durch Kontrolle des Geistes und tiefe Meditation. Die Brahman erkennen erlangen Unsterblichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
379. Der Atman kann durch das physische Auge nicht gesehen werden, denn Er ist feinstofflich, jenseits der Wahrnehmung durch Geist und Sinne. &lt;br /&gt;
Schriften und Guru&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
380. Wer durch reinen Intellekt den im Herzen Weilenden erkennt erlangt Unsterblichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
381. Wenn die fünf Sinnesorgane zusammen mit Geist und Intellekt ruhen ist der höchste Zustand erreicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
382. Der Mensch erfährt das Wissen der Welt durch die fünf Wahrnehmungsorgane. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
383. Die Sinne sammeln die Erfahrungen aus der Welt und präsentieren sie dem Atman durch Geist und Intellekt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
384. Wenn die fünf Wahrnehmungsorgane vom Außen zurückgezogen werden und in den Geist eingehen, wenn der Geist auf den Atman gerichtet ist, wenn der Intellekt zur Ruhe gekommen ist, dann ist der höchste Bewusstseinszustand erreicht.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
385. Wenn Sinne und Intellekt zur Ruhe gekommen sind, die Emotionen unter Kontrolle, dann ist der höchste Bewusstseinszustand erreicht. Das wird Yoga genannt. &lt;br /&gt;
386. Yoga ist der erhabenste Weg, denn er führt zu Moksha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
387. Die Kontrolle der Sinne nennen sie Yoga. Sei vorsichtig, denn Yoga wird erlangt und verloren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
388. Die Sinne sind zurückgezogen und der Geist ist fixiert auf Atman durch stetige Konzentration und Meditation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
389. Der Yogi sei wachsam, denn Yoga kommt und geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
390. Yoga kommt. Und geht, wenn der Geist nicht ruhig ist, wenn die Sinne nicht unter Kontrolle sind, wenn Leidenschaftslosigkeit nachlässt, wenn Unlust bei der Meditation aufkommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
391. Vollkommene Wachsamkeit ist nötig, wenn man mit der Yoga Praxis beginnt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die zwei Augen eines Sadhakas===&lt;br /&gt;
392. Der Atman kann durch Sprache nicht beschrieben, durch den Geist nicht erfasst und durch das Auge nicht erkannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
393. Weder Darlegungen noch metaphysisches Denken helfen dem Aspiranten, Brahman zu erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
394. Maharshi Vyasa und Sri Sankara lehrten durch Beweis und Logik, ihre Doktrin basiert hauptsächlich auf Sabda Pramana (Zeugnis der Veden), das so gut wie unfehlbar ist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
395. Vertraue den Worten der Srutis und den Sehern, die Atman durch Intuition erkannt haben und versichert, dass Atman ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
396. Sabda Pramana, die Srutis, Apta Vakya, die Worte der Seher, sind von äußerster Wichtigkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
397. So du Atman erkennen willst habe Vertrauen in die Worte des Gurus, der das Selbst erkannt hat, und folge seinen Anweisungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
398. Der Atman muss von einem Guru erkannt worden sein, der weiß, dass Atman ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
399. Wenn der Atman durch die Sinne nicht wahrgenommen werden kann, wie kann Er dann wahrgenommen werden? Nur durch die Belehrungen eines Gurus, der weiß dass Er ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
400. Ihr müsst wissen, dass Es ist und was Es ist. Wer so weiß erkennt Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
401. Dem, der auf Brahman meditiert und sich mit den vier Absichten (siehe Vers 36) ausstattet, dem enthüllt Sich Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Entsagung: die Voraussetzungen===&lt;br /&gt;
402. Wenn Wunschlosigkeit erlangt ist, erlangt der Sterbliche Unsterblichkeit und erkennt Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
403. Die Voraussetzung für Unsterblichkeit ist Entsagung aller Wünsche und Anhaftungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
404. Die weltlichen Wünsche werden nur überwunden, wenn die Fesseln der Unwissenheit zerschnitten sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
405. Der Geist ist der Sitz des Wunsches. In Atman ist kein Wunsch, Er ist rein und makellos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
406. Wünschen ist die Ursache für Leid und Bindung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
407. Wenn durch Erkenntnis des Selbstes Wunschlosigkeit erlangt ist erlangt der Sterbliche Unsterblichkeit. Er wird Brahman noch während er in diesem Körper weilt. Er ist von den Fesseln des Karmas befreit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
408. Wenn alle Knoten des Herzen hier auf Erden gelöst werden erlangt der Sterbliche Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
409. Unwissen, Wunsch und Handlung sind die drei großen Knoten. Egoismus, Hass, Lust, Eifersucht und Stolz, entstanden aus Unwissenheit, sind kleine Knoten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
410. Weitere Knoten sind die Vorstellungen ‚Ich bin dieser Körper‘, ‚Das ist mein Besitz‘, ‚Ich bin ein Brahmane‘, ‚Ich bin ein Minister‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
411. Sie werden vernichtet durch die Erkenntnis der Einheit mit Brahman ‚Ich bin Brahman‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wissen über die Nadis===&lt;br /&gt;
412. Einhundertein Nervenkanäle (Nadis) sind bekannt. Einer von ihnen, Sushumna, durchdringt die Krone des Kopfes. Seine Energie nach oben führend zum Zeitpunkt des Todes lässt Unsterblichkeit erlangen. Die anderen Nervenkanäle haben andere Wirkungen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
413. Der Jivanmukta, der das Selbst erkannt hat, geht nirgendwohin. Seine Pranas gehen nirgendwohin. Brahman seiend erreicht er Brahman. Er erlangt Kaivalya Mukti.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
414. Wer Kaivalya-Mukti nicht erlangt hat, wer das höchste Brahman nicht erkannt hat, jedoch das niedere Brahman (Saguna Brahman) verehrt hat, geht durch den Sushumna Nadi zur Sonne und dann durch weitere Bereiche nach Brahmaloka wo er bis zum Ende des Schöpfungszyklus‘ weilt. In Brahmaloka genießt er  unvergleichliche Freuden. Wenn der Zyklus endet geht er mit Brahma in Brahman ein. Das ist Krama Mukti (allmähliche Befreiung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
415. Die anderen Nadis haben verschiedene Auswirkungen. Sie führen zum Zeitpunkt des Todes auf verschiedene Wege. Wenn die Seele durch diese Nerven geht, wird sie wieder in Samsara geboren. Sie nimmt einen ihrem Karma entsprechenden Körper an.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
416. Der Sushumna Nadi wird auch Brahma Nadi genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
417. Der daumengroße Purusha, das innere Selbst, weilt im Herzen aller Wesen. Man muss Ihn mit Stetigkeit herausziehen aus dem Körper, so wie man einen Halm aus der Erde herauszieht. Man sollte Ihn als rein und unsterblich erkennen. &lt;br /&gt;
418. Du musst die Essenz, das heißt den Atman, aus den fünf Kosas (Hüllen) herausziehen, geduldig und mutig durch Vichara (Unterscheidung) und Meditation. Du musst den Atman vom Körper trennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
419. Als Nachiketas das ihn durch Yama Gelehrte verinnerlicht hatte, erreichte er Brahman, wurde frei von allen Unreinheiten und vom Tod. So wird es allen ergehen, die das Wesen Brahmans erkannt haben.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/DasGehimnisKathopanishad/Kathopanishad.htm Das Geheimnis der Katha Upanishad, Artikel von Swami Krishnananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/DasGehimnisKathopanishad/Kathopanishad_4.htm Das Geheimnis der Katha Upanishad, Vortrag Nr. 5, Artikel von Swami Krishnananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/de/artikel/krishnananda/kathaupanishad_kapitel5.html Das Geheimnis der Katha Upanishad, Vortrag Nr. 4, Artikel von Swami Krishnananda]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
{{dnf}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Katha_Upanishad&amp;diff=111873</id>
		<title>Katha Upanishad</title>
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		<updated>2014-05-20T07:50:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: /* Das Angenehme vs. das Gute */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Katha Upanishad&#039;&#039;&#039; ([[Sanskrit]]: katha-upanishad &#039;&#039;f.&#039;&#039;), auch &#039;&#039;&#039;Kathopanishad&#039;&#039;&#039;, ist der Name einer berühmten [[Upanishad]], welche die Belehrungen des Totengottes [[Yama]] an [[Naciketas]] enthält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kernaussagen der Katha Upanishad==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Von Swami Sivananada&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Om]]. Möge [[Das]] uns ([[Lehrer]] und [[Schüler]]) beschützen. Möge Das uns zur [[Glückseligkeit]] ([[Mukti]]) führen. Mögen wir beide fähig sein, die wahre [[Bedeutung]] der [[Schrift]]en zu erfassen. Möge unser [[Lernen]] erfolgreich sein. Mögen wir nie in [[Streit]] geraten. &lt;br /&gt;
Om Frieden! Frieden!! Frieden!!!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. [[Intuition]] ([[Aparokshanubhuti]]) ist die [[Quelle]] des [[Wissen]]s über [[Atman]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Der Atman ist schwer zu erfassen. Er ist [[feinstofflich]]. Er kann nicht durch Schlussfolgerungen erfasst werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Ein selbstverwirklichter [[Guru]] allein kann den [[Aspirant]]en auf dem [[spirituell]]en [[Weg]] führen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Angenehme vs. das Gute===&lt;br /&gt;
4. Das eine ist gut, während das andere angenehm ist. Gesegnet ist der, der sich für das [[Gute]] ([[Shreyas]]) allein entscheidet. Wer das Angenehme ([[Preyas]]) wählt, verliert letztendlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Sreyas ist das Gute, das Höchste [[Selbst]], das [[Wissen]], das zu [[Moksha]] (Befreiung) führt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Preyas ist das Angenehme, die [[Sinnesfreude]]n. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Die verkörperte [[Seele]] ist in ihrer [[Essenz]] identisch mit [[Brahman]]. Aufgrund von [[Unwissenheit]] und [[Illusion]] sind wir an [[Handlung]] gebunden und versuchen, [[Befreiung]] zu erlangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Wer den [[Pfad]] der [[Wahrhaftigkeit]] beschreitet und sich dem Guten verschreibt, erreicht [[Glückseligkeit]] und [[Unsterblichkeit]]. Wer den Sinnesfreuden frönt, verfehlt das [[Ziel]] des [[Leben]]s. Er versinkt in [[Sorge]] und [[Leid]] und ist gefangen im [[Rad]] von [[Geburt]] und [[Tod]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. [[Shreya Marga]] ist der Pfad des Wissens. [[Preya Marga]] ist der Pfad des Nichtwissens. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. Du musst die Sinnesfreuden überwinden, so du Glückseligkeit in [[Atman]] erlangen willst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Das Gute und das Angenehme haben den [[Mensch]]en fest im Griff. Der [[Weise]] untersucht und unterscheidet zwischen beiden, er wählt das Gute. Der Unwissende wählt das Angenehme, seinem [[Körper]] zuliebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Der Pfad des Wissens und der Pfad des Angenehmen stehen dem Menschen offen, er kann den Pfad wählen, der im zusagt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. So wie der [[Schwan]] [[Milch]] von [[Wasser]] trennt und nur die Milch trinkt, so trennt der Weise Gut von Böse und folgt dem Guten allein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. Der Weise weiß, dass Shreyo Marga zu Unsterblichkeit, [[Freiheit]] und Glückseligkeit führt, Preyo Marga dagegen zu vergänglichen sinnlichen [[Freude]]n und zu [[Bindung]]. Deshalb bevorzugt er Sreyo Marga. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15. Den Unwissenden fehlt das [[Unterscheidungsvermögen]] zwischen dem Guten und dem Angenehmen. Sie haben keine [[Vorstellung]] vom Ziel, vom Erreichen des Zieles und von den [[Frucht|Früchten]]. Sie wählen das Angenehme, um gierig ihren Körper zu mästen und geben sich den Sinnesfreuden hin.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16. Die beiden Wege liegen weit auseinander und führen zu unterschiedlichen [[Resultat]]en. Sie sind wie [[Licht]] und [[Dunkelheit]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
17. [[Avidya]] ist der Weg des Angenehmen. Er führt zu Leid und Bindung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18. [[Vidya]] ist der Weg des Guten. Er führt zu Freiheit und Befreiung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zeichen der Täuschung===&lt;br /&gt;
19. Die Unwissenden leben in Dunkelheit, sehen sich jedoch als weise und gebildet. In Illusion gehen sie verschlungene Wege, wie Blinde, die von Blinden geführt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20. Die in Samsara leben, leben in Unwissenheit und Dunkelheit. Sie haben weder Verstehen noch Unterscheidungskraft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
21. Sie sind an Tausende von Seilen der Erwartung gebunden. Sie sind verwickelt in Tausende von Schlingen in Form von Anhaftung an Kinder, Ehe, Wohlstand, Besitz und vieles mehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22. Unwissend sind sie, doch sehen sie sich als intelligent und belesen in den Sastras. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23. Sie werden Befreiung nicht erlangen. Sie sind immer wieder gebunden an das Rad von Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24. Sie gehen unter im Leid von Samsara durch Geburt, Alter, Krankheit, Sorge, Leid und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25. So wie der Blinde, der von einem Blinden auf steiniger Straße geführt wird, leidet, so leiden die Unwissenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
26. Der Weg in die Zukunft ist dem Unwissenden nicht klar. Er verfällt der Illusion des Wohlstandes. Das ist die Welt, es gibt keine andere, so denkt er. So fällt er wieder und wieder in das Netz von Geburt und Tod.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
27. Wohlstand ist das Gift der Welt. Er schafft Stolz und Eitelkeit. Er schafft einen wirren Geist und vernebelt den Verstand. Er verschleiert den Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28. Die Notwendigkeit, Befreiung zu erlangen, ist dem Leichtsinnigen kein Bedürfnis. Er ist eingehüllt in Gedanken an Kinder, Ehe und Wohlstand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
29. Die Sinnesfreuden sind das Ziel des weltlichen Menschen. Geld ist sein Ziel. Essen, Trinken, Spaß sind seine höchste Philosophie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
30. Viele sind nicht in der Lage auf den Atman zu hören. Auch wenn sie von Atman hören können sie die Worte nicht erfassen, da ihr Geist nicht klar ist.  &lt;br /&gt;
Die Erhabenheit von Brahma Vidya&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
31. Unübertrefflich ist es, sein Selbst ausdrücken zu können. Unübertrefflich ist es, sein Selbst zu erfassen, gelehrt von einem fähigen Lehrer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
32. Brahma Vidya ist die vollkommene Wissenschaft. Sie ist die Wissenschaft der Wissenschaften. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
33. Welche ist diese höchste spirituelle Wissenschaft, die, so wir sie kennen, uns alle anderen Wissenschaften kennen lässt. Es ist Para Vidya oder Brahma Vidya, das Erkennen des unsterblichen Atmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
34. Unübertrefflich muss der Lehrer sein, der Brahma Vidya lehrt. Unübertrefflich muss auch der Schüler sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
35. Brahma Jnanis und befähigte Aspiranten sind sehr, sehr rar in der Welt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
36. Wer mit den vier Absichten, Viveka (Unterscheidungskraft), Vairagya (Leidenschaftslosigkeit), Shat Sampat (sechsfache Tugenden), Mumukshutva (Sehnsucht nach Befreiung), ausgestattet ist, der ist befähigt für den Weg des Jnana Yogas. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
37. Von Tausenden, die von Atman hören, die Gott suchen, erkennt einer Atman. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
38. Der Atman kann nicht leicht erkannt werden, wenn er von einem Unerfahrenen, der selbst Atman nicht erkannt hat, gelehrt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
39. Der Atman kann nicht erkannt werden durch Behauptung und Beweisführung, denn Er ist transzendent, jenseits von Verstand und Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
40. Der Intellekt ist ein vergängliches Instrument, bedingt durch Zeit, Raum und Ursache. Wir kommen zu keiner endgültigen Entscheidung nur durch Behauptung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
41. Ein Mensch mit niederem Intellekt wird von einem Menschen mit hohem Intellekt besiegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
42. Argumentieren ist nur ein Jonglieren mit Worten. Es ist intellektuelle Gymnastik und sprachliche Kriegsführung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
43. Wer sein Leben nur mit Argumentieren verbringt ist im dichten Dschungel von Dunkelheit und Unwissen gefangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
44. Höre auf zu argumentieren und werde still, wende dich nach Innen und meditiere.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
45. Der Atman ist nur durch stille Meditation zu erfahren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
46. Brahma Jnana kann nicht durch Behauptung und Beweisführung erlangt werden. Man muss das Brahman Bewusstsein durch spirituelle Erfahrung erlangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
47. Es ist leicht, Brahman zu verstehen und zu erkennen, wenn von einem verwirklichten Lehrer gelehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
48. Das Ewige kann nicht durch Vergängliches erkannt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
49. Das Ewige ist unveränderlich, es kann nicht durch Veränderliches erkannt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
50. Selbst Hiranyagarbha ist nichts im Vergleich zu Para Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
51. Der Atman ist feinstofflich und innewohnend. Er liegt in der Höhle des Herzens verborgen. Deshalb ist er schwer zu erkennen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
52. Der Weise zieht seine Sinne von den Objekten im Außen zurück, erkennt den Atman durch Meditation auf das Selbst und ist frei von Freude und Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
53. Der Atman ist jenseits von Freude und Leid. Er ist Glückseligkeit. Er ist Satchidananda Svarupa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
54. Glück und Leid, Freude und Kummer sind nur Modifikationen des Geistes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Upanishaden Sadhana===&lt;br /&gt;
55. Der Weise meditieret auf den Atman, erkennt Ihn, den Unsichtbaren, den Unergründlichen, den in der Höhle des Herzens Verborgenen, den in der Hölle Weilenden, den in der Intelligenz Erscheinenden und ist frei von Freude und Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
56. Der Aspirant hört alles über den Atman von seinem befähigten Lehrer und erfasst Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
57. Dann trennt er den Atman von Körper und Geist durch Unterscheiden zwischen Wirklich und Nichtwirklich, meditiert auf den Atman und erkennt Ihn durch seine Intuition. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
58. Diese Welt wird von Dharma getragen. Brahman ist das Zentrum des Dharmas. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
59. Warum führt ein Mensch ein rechtschaffenes Leben? Weil er nur durch das Erkennen von Brahman wirklich genießen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
60. Das Prinzip (Svarupa) von Brahman ist Glückseligkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
61. Sinnesfreuden sind nur flüchtige Eindrücke, angeregt durch Reizung der Neven. Es sind nur Reaktionen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
62. Brahman ist Fülle, Einheit, Ewigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
63. Brahman ist anders als Tugend und Laster, anders als Ursache und Wirkung, anders als Vergangenheit und Zukunft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
64. Tugend und Laster, Vergangenheit und Zukunft sind nur mentale Schöpfungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
65. Zeit ist nur ein Wert des Geistes, ebenso nur eine mentale Schöpfung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
66. In Isvara besteht gleichzeitige Wahrnehmung. Alles ist nur. Alles ist nur jetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
67. Brahman ist Ewigkeit. Es ist jenseits von Zeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
68. Das Ziel, das die Veden verkünden und für das der Aspirant in Brahmacharya lebt, dieses Ziel ist OM.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
69. Buße und Brahmacharya führen zum Erkennen von Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Pranava===&lt;br /&gt;
70. OM ist auch unter den Namen Pranava, Ekakshara und Omkara bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
71. OM ist ein Symbol (Pratika) für Brahman. Es ist Klang (Sabda Brahman).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
72. OM ist der Urklang, die erste Manifestation Brahmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
73. OM ist das geeignetste Symbol für Brahman. Es besteht aus drei Buchstaben - A, U, M.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
74. Klang, Wort und Name sind untrennbar verbunden mit dem Gedanken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
75. OM ist wahrlich Brahman. OM ist wahrlich das Höchste. Der OM kennt erlangt alles was er wünscht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
76. OM ist Brahman Selbst. OM und Brahman sind untrennbar miteinander verbunden. Über OM sollte wie über Brahman Selbst meditiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
77. OM ist ein Symbol, sowohl für Saguna als auch für Nirguna Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
78. Wer auf OM mit Saguna (gestalthaft) Bhava meditiert, der wird Saguna Brahman erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
79. Wer auf OM mit Nirguna (gestaltlos) Bhava meditiert, der wird Nirguna Brahman erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
80. Das manifestierte Brahman sollte erreicht werden. Das unmanifestierte Brahman sollte erkannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
81. OM ist die beste Hilfe. Es ist das beste Mittel, um das Manifeste (Saguna Brahman) oder das Höchste (Nirguna Brahman) zu erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
82. Wer auf Brahman meditiert wird eins mit Brahman und wird geeignet, wie Brahman verehrt zu werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
83. Der Kenner Brahmans wird Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
84. OM ist die wertvollste Hilfe. Wer diese Hilfe kennt wird in dieser Welt als Brahman verehrt. Er wird wie Brahman verehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Wesen des Höchsten Selbst===&lt;br /&gt;
85. Der Atman ist ohne Geburt und ohne Tod. Er entstand nicht aus etwas. Er ist ewig. Er stirbt nicht, wenn der Körper stirbt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
86. Brahman wurde nicht hergestellt wie ein Topf aus Lehm. Er ist frei von Bedingung. Er ist frei von Modifikationen wie sie Dingen eigen sind, die eine Form besitzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
87. Brahman ist unvergänglich und unveränderlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
88. Brahman ist frei von Veränderung und Entwicklung, Es ist unvergänglich und unveränderlich. Es ist archaisch (Purana).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
89. So wie die Luft im Topf nicht davon berührt wird, wenn der Topf zerbricht so, ist der Atman nicht davon berührt, wenn der Körper stirbt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
90. Der Atman ist feinstofflich, kein Schwert kann Ihn töten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
91. Unwissende glauben, der Körper sei Atman und identifizieren die Seele mit dem Körper. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
92. Wenn der Mörder denkt: ‚Ich töte‘, dabei den Körper für die Seele haltend, und wenn der Ermordete denkt: ‚Ich wurde getötet‘, dann kennen beide den Atman nicht. Beide sind unwissend. Die Seele tötet nicht und kann nicht getötet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
93. Der Atman, feiner als fein, größer als groß, weilend im Herzen eines jeden Wesens. Wer wunschlos ist, ruhig im Geist, die Sinne zurückgezogen hat, der behält die Würde des Selbstes und wird frei von Kummer und Leid.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
94. Die Seele einer Ameise ist dieselbe wie die eines Elefanten. Nur ein Bewusstsein weilt in allen Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
95. Die Essenz aller Wesen ist der Atman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
96. Der Atman wird von der Welt überlagert, so wie das Seil von der Schlange überlagert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
97. Für sich allein hat die Welt keine eigene Existenz, alles ist Atman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
98. Der Atman ist weit, Er ist überall, denn Er ist alldurchdringend und ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
99. Der Atman frohlockt und frohlockt nicht. Er genießt die Welt in ihren Begrenzungen. Er ist der stille Zeuge in seinem reinsten Wesen, und so frohlockt Er nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
100. Befähigte Aspiranten, ausgestattet mit einem feinen, scharfen und reinen Intellekt, lernbegierig und mit den vier Absichten (siehe Vers 36) vertraut, können den Atman erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
101. Der Weise, der den Atman als körperlos erkannt, nur im vergänglichen Körper weilend, erhaben und alldurchdringend, kennt kein Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
102. Der Atman ist körperlos im Körper weilend. Er ist unveränderlich inmitten Veränderlichem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
103. Die Weisen, die das Selbst erfahren haben und den Atman erkannt durch direkte intuitive Wahrnehmung (Aparokshanubhuti), kennen kein Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wer erreicht Atma Jnana===&lt;br /&gt;
104. Der Atman kann nicht erkannt werden durch das Studium der Veden, durch Intelligenz oder Hören. Der, den das Selbst erwählt, der kann das Selbst erkennen. Dem enthüllt der Atman Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
105. Den Atman kann nur der erkennen, der wunschlos ist und nach Wissen strebt. Dem enthüllt der Atman Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
106. Das Selbst dessen, der nach Wissen strebt, enthüllt sich ihm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
107. Nur der Aspirant, der Atman sucht erkennt Atman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
108. Der Atman wird nur von dem erkannt, den Gott erwählt, dem Gott Seine Gnade gewährt, den Er liebt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
109. Wer nicht von Untugenden ablässt, wer seine Sinne nicht unter Kontrolle hat, wessen Geist nicht einpünktig und geläutert ist, der kann Atman nicht erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metaphysik des Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
110. Da sind zwei, Paramatman (die höchste Seele) und Jivatman (die verkörperte Seele). Paramatman ist das Licht, Jivatman ist der Schatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
111. Paramatman kennt weder Handlung noch Früchte daraus. Er ist stets der stille Zeuge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
112. Das gegenüberliegende Ufer von Samsara ist Moksha (Befreiung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
113. Der Körper ist der Wagen, der Atman ist der Herr des Wagens, der Intellekt ist der Wagenlenker, der Geist ist die Zügel, die Sinne sind die Pferde, die Objekte sind die Straße. Der Atman, vereint mit Sinnen und Geist, ist der Genießer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
114. Der reine Atman ist tatenlos (Nishkriya). Er ist untätig (Akarta).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
115. Der Atman erscheint als der Genießer, so Er sich mit dem Geist, den Sinnen und dem Körper durch Avidya verbindet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
116. Der Geist agiert und genießt durch Sinne und Körper. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
117. Die Eigenschaften von Geist, Sinnen, Prana und Körper werden auf den Atman übertragen und die Attribute des Atmans werden auf Geist, Sinne, Prana und Körper übertragen. Dies wird wechselseitige Übertragung (Anyonya Adhyasa) genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
118. Durch diese Übertragung erscheint der empfindungslose Geist intelligent zu sein und der unreine und empfindungslose Körper wird für den reinen und empfindungsfähigen Atman gehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
119. Der reine Atman nimmt die Erscheinung des Jivas an und aufgrund der durch Avidya ausgelösten Übertragung verfällt Er in das Leid von Samsara - Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
120. Die Essenz des Jivas ist Satchidananda Svarupa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121. Wenn Avidya durch das Erkennen des Selbstes überwunden ist, wird man eins mit Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wichtigkeit von Selbstkontrolle===&lt;br /&gt;
122. Wer keine Unterscheidungskraft besitzt und seinen Geist nicht unter Kontrolle hat, dessen Sinne sind derart unkontrollierbar wie wilde Pferde durch den Kutscher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
123. Wer nicht ausgestattet ist mit Unterscheidungskraft zwischen Wirklich und Nichtwirklich, wer nicht fähig ist, zu unterscheiden was zu tun ist und was nicht zu tun ist, wer seinen Geist nicht unter Kontrolle hat, der ist ein unfähiger Fahrer seines Körpers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
124. Wer Wissen besitzt, Geist und Sinne stetig unter Kontrolle hält, dessen Pferde sind gezähmt durch den Kutscher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
125. So wie ein guter Kutscher seine Pferde durch die Zügel kontrolliert, so kontrolliert der gute Fahrer diese Körper-Kutsche durch Verstehen, Unterscheidungskraft und Willen.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
126. Die Sinne werden kontrolliert durch den kontrollierten Geist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127. Kontrolle der Sinne ist ein indirektes Mittel um das Ziel, Moksha, zu erlangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
128. Wer keine Unterscheidungskraft besitzt, wer seinen Geist nicht unter Kontrolle hat, wer nicht geläutert ist, der kann das Ziel nicht erreichen, er gerät immer wieder in den Kreislauf von Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
129. Wer versteht, wer seinen geläuterten Geist stets unter Kontrolle hat, der erreicht das Ziel und wird nicht mehr geboren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
130. Wer als Fahrer eine scharfsinnige Intelligenz und als Zügel einen gut kontrollierten Geist besitzt, der erreicht am Ende seiner Reise das Reich Vishnus.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
131. Der kluge Kutscher lenkt die Pferde durch die Zügel und fährt die Kutsche sicher ans Ziel, das Ende der Reise. Ebenso erreicht der Jiva sein Ziel, das Reich Vishnus, auf der Straße des Samsaras, wenn er durch Unterscheidungskraft Geist und Sinne lenkt.&lt;br /&gt;
Die innere Ordnung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
132. Hier werden die aufsteigenden Stufen des Feinstofflichen beschrieben. Jenseits der Sinne sind die Anfänge, jenseits der Anfänge ist der Geist, jenseits des Geistes ist der Intellekt, jenseits des Intellekts ist der kosmische Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133. Jenseits des kosmischen Intellekts ist das Unmanifestierte (Avyakta). Jenseits des Unmanifestierten ist der Purusha. Jenseits des Purushas ist nichts. Das ist das Ende, das ist das höchste Ziel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
134. Überlegenheit wird gewichtet nach der Feinstofflichkeit. Das Feinstoffliche ist dem Grobstofflichen überlegen. Das Feinstofflichere ist dem Feinstofflichen überlegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
135. Der Atman ist das feinstofflichste Vastu (Substanz). Er ist allem überlegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
136. Die Ursache ist feinstofflicher als die Wirkung.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
137. Die fünf Grundlagen der Materie sind den Sinnen überlegen, denn die Sinne werden durch die Grundlagen der Materie geformt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
138. Der Geist ist den Grundlagen überlegen, denn er ist feinstofflicher und wird durch die feinstofflichen Tanmatras (Sukshma Bhutas) in ihrer feinsten Prägung geformt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
139. Die fünf Elemente sind die Auswirkungen der Tanmatras.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
140. Der Geist ist der Seher (Drik), die Objekte sind das Gesehene (Drishya).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
141. Der Geist ist inwendiger als die Sinne. Deshalb ist der Geist den Objekten überlegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
142. Der Intellekt ist dem Geist überlegen, denn der Intellekt ist feinstofflicher, erhabener und inwendiger als der Geist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
143. Der Geist gibt den Gedanken an den Intellekt. Der Intellekt untersucht, entscheidet und kommt zu einer endgültigen Lösung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
144. Der Intellekt ist der Ministerpräsident des Atmans. Er handelt wie ein Oberrichter am Obersten Gerichtshof. Er steht dem Atman ganz nahe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
145. Der Geist ist nur ein Instrument. Er arbeitet durch die Intelligenz, die sich in ihm reflektiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
146. Hiranyagarbha ist der Mahat Atman. Er ist die kosmische Intelligenz. Er ist das universelle Leben. Er ist die Summe aller individuellen Seelen. Er ist der Erstgeborene des Unmanifestierten (Avyakta).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
147. Avyakta ist der Same aller Welten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
148. So wie der Baum potentiell im Samen enthalten ist, so ist die Welt potentiell in Avyakta enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
149. Die drei Gunas sind das Gleichgewicht in Avyakta.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
150. Materie, Energie und Klang sind potentiell in Avyakta enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
151. In Pralaya geht die Welt in Avyakta ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
152. Avyakta geht in Para Brahman ein wie Kette und Schuss. Es ist das Gewebe aller Potenzen von Ursache und Wirkung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
153. Der Purusha ist die Ursache aller Ursachen. Er ist Fülle. Deshalb wird er Purusha genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
154. Der Atman ist das Ende, das höchste Ziel. Hier enden Feinheit und Erhabenheit.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
155. Wer den Purusha erkennt wird nicht mehr in Samsara geboren. Er erreicht Moksha. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156. Der Atman ist in allen Wesen verborgen, nur die Seher nehmen Ihn wahr, durch ihren scharfen und feinen Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
157. Aufgrund von Avidya kann der Mensch, obwohl sein Wesen Brahman ist, die Wahrheit ‚Ich bin Brahman‘ nicht ermessen. Selbst dann nicht, wenn man sie ihn lehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
158. Doch weiß er, dass er der Sohn von dem und dem ist. Selbst wenn man ihn dieses nicht lehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159. Mula Prakriti, Pradhana, Avyakta, Avyakriti und Maya sind gleichbedeutende Begriffe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der inwendige Pfad des Yogas===&lt;br /&gt;
160. Der unwissende weltliche Mensch hält seinen Körper für Atman und wandert in Selbsttäuschung durch Samsara. Wie rätselhaft Avidya doch ist! Wie tief und unergründlich Maya doch ist! Wie fantastisch und undurchschaubar Moha doch ist!  (Avidya – Unwissenheit, Maya – Illusion, Moha – Verblendung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
161. Der Atman strahlt nicht für die, die einen unreinen, engen und groben Intellekt haben, doch Er wird erkannt von denen, die einen reinen, scharfen und feinen Intellekt haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
162. Der Intellekt wird rein und scharf erhalten, indem man über Brahman hört, reflektiert und meditiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
163. Der Weise versenkt seine Sinne in den Geist, den Geist in den Intellekt, den Intellekt in den kosmischen Intellekt und den kosmischen Intellekt in den friedvollen Atman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
164. Ziehe die Sprache und andere Werkzeuge zurück durch Versenkung (Pratyahara) und Selbstkontrolle (Dama).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
165. Verschmelze den Geist mit dem Intellekt, mit Hiranyagarbha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
166. Verschmelze Hiranyagarbha mit dem friedvollen Atman (Santa Atman), dem reinen, unbedingten Para Brahman, dem Nährboden für alles, dem Unwandelbaren, dem Selbst, dem Zeugen aller Modifikationen des Intellekts. Das ist der Prozess des Verschmelzens des Geistes mit dem Unendlichen, Laya Chintana.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
167. Praktiziere Innenschau und Selbstanalyse. Kontrolliere den niederen Geist durch den höheren. Beende alle Aktivitäten der Sinne und richte das Bewusstsein auf den Geist. Dann ziehe das Bewusstsein vom Geist zurück und richte es auf den Intellekt. Ziehe das Bewusstsein vom Intellekt zurück und richte es auf die kosmische Intelligenz. Schließlich ziehe das Bewusstsein von der kosmischen Intelligenz zurück und richte es auf das absolute Bewusstsein, auf Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
168. So wie die Schildkröte ihre Glieder einzieht, so ziehe die Sinne zurück in den Geist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
169. Der Intellekt wird Mahat Atman genannt, weil er Geist und Sinne durchdringt. Er ist ihr inneres Prinzip. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
170. Verschmelze den Intellekt mit Mahat Atman, Hiranyagarbha. Lasse deinen Intellekt klar und rein werden wie Hiranyagarbha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
171. Erhebe dich, erwache! Lerne von großen Lehrern, erkenne Atman. Der Weg führt auf einer scharfen Klinge, schwierig ist er zu gehen, sagen die Weisen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
172. Sind Sinne, Geist, Intellekt und Mahat Atman mit Para Brahman verschmolzen, erfährt man Glückseligkeit, ewigen Frieden und erlangt Moksha. Man erfährt das wahre Wissen über das Selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
173. Das Wasser der Luftspiegelung vergeht, die Schlange im Seil löst sich auf und das Blau des Himmels entweicht, sobald das wahre Wesen der Luftspiegelung, des Seiles und des Himmels erkannt ist. Ebenso verlieren sich Name, Form und Handlung, da sie auf falschem Wissen beruhen und vom Wesen her Ursache, Wirkung und Frucht sind, wenn Atman erkannt ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
174. Erhebe dich, Mensch, aus dem Morast des Samsaras, wende dich spirituellem Wissen über Atman zu. Höre auf, über weltliche Gebilde zu sinnieren.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
175. Erwache aus dem Schlummer in Unwissenheit. Beende den Schlaf, den Samen allen Leides. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
176. Suche hervorragende Lehrer, Brahma Nishtha, Brahma Srotriya Gurus, die Atman erkannt haben. Erkenne Atman so wie sie es dich lehren. Fühle ‚Ich bin Das‘, Soham.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
177. Er hat Das erkannt, das ohne Klang, ohne Berührung, ohne Gestalt, ohne Verfall, ohne Geschmack, ohne Geruch, ohne Anfang, ohne Ende, jenseits des Intellekts ist, ewig und unveränderbar. Er ist dem Rachen des Todes entkommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
178. Der Atman ist transzendent, jenseits aller Vorstellungen. Er ist jenseits von Materie. Er ist reiner Geist. Er ist reines Bewusstsein.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
179. Der Atman ist jenseits von Geist und Sprache. Jenseits von Klang, Berührung, Geschmack und Geruch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
180. Der Atman ist Glückseligkeit und Wissen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
181. Die Erde ist grob. Der Körper ist grob. Doch der Atman ist feiner als das Feine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
182. Klang, Berührung, Geschmack und Geruch existieren nicht in Atman. Deshalb kann Er nicht erlöschen, Er kann nicht steigen und nicht sinken.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
183. Etwas das vergeht ist flüchtig. Der Atman ist ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
184. Was einen Anfang hat, hat eine Wirkung und geht in die Ursache ein. Deshalb ist es nicht ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
185. Der Atman hat keine Ursache in die Er eingehen könnte. Er ist die Ursache von allem und hat keine Wirkung. Da Er keine Wirkung hat, ist Er ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
186. Vergängliche Objekte, wie Bäume, Blumen, Körper, haben einen Anfang und ein Ende. Der Atman jedoch ist ohne Anfang und ohne Ende, da Er ewig ist.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
187. Vernachlässige das nicht. Das ist deine erste Pflicht. Das ist deine höchste Pflicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
188. Da der Atman feinstofflich ist, ist der Pfad des Wissen, der zu Ihm führt, schwierig zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
189. Der Aspirant, der auf der Klinge wandelt muss vorsichtig, wachsam, bestrebt und intelligent sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
190. Es versteht sich von selbst, dass ein Guru unverzichtbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
191. Die Upanishaden sind Aufzeichnungen der intuitiven Erfahrungen großer Weiser und Seher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
192. Der Atman ist verschieden vom Intellekt, denn Er ist der stille Zeuge, das absolute Wissen und die Seele aller Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
193. Nur das Unveränderliche kann als ewig bezeichnet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
194. Wer den Atman erkannt hat ist dem Rachen des Todes entkommen. Er ist frei von den Fesseln von Geburt und Tod. Er ist frei von den drei Blockaden (Granthi) Unwissenheit, Wunsch und Handlung. Er erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Philosophie des Sehnsucht===&lt;br /&gt;
195. Das aus Sich Selbst Seiende (Brahman) schuf die nach außen gerichteten Sinne. Deshalb sieht der Mensch das externe Universum und nicht das innewohnende Selbst (Atman). Doch der Weise wendet Sinne und Augen von den äußeren Sinnesobjekten ab, sehnt sich nach Unsterblichkeit und erkennt den Atman in sich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
196. Es ist nicht möglich, Licht und Dunkelheit zur gleichen Zeit am gleichen Ort zu haben. Es ist nicht möglich, Sinnesfreuden und Glückseligkeit zur gleichen Zeit zu erlangen. Es ist nicht möglich, in Sinnesfreuden zu schwelgen und das innere Selbst zur gleichen Zeit zu erblicken. Es ist nicht möglich, den Mammon und Gott gleichzeitig anzubeten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
197. Der Unwissende läuft den externen Objekten der Begierde hinterher und gerät in den Fallstrick des Todes. Doch der Weise, das Wesen der Unsterblichkeit kennend, trachtet nicht nach den flüchtigen Objekten hier auf Erden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
198. Die zwei Hindernisse die dem Erkennen des Selbstes im Wege stehen sind die Tendenz der Sinne, externen Objekten zu verfallen und der Wunsch nach Freuden in dieser und der nächsten Welt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
199. Die Sinne suchen im Außen aufgrund von Vikshepa Sakti (Rajas).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
200. Nicht nur die Augen, alle Sinnesorgane müssen von ihren jeweiligen Objekten zurückgezogen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
201. Der Grund für Wünschen ist Unwissenheit. Wünschen entsteht aus Avidya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
202. Wenn Rajas in den Sinnen durch Sattva erdrückt wird gehen die Sinne in den Geist ein. Sie wenden sich nicht mehr nach außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
203. Der Mensch hat seine Göttlichkeit vergessen aufgrund von Unwissenheit. Sein Geist folgt den Sinnesfreuden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
204. Unwissende, die weder Verstand noch Unterscheidungskraft besitzen, rennen externen Objekten hinterher und verfangen sich so in den Maschen des Todes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
205. Der Atman steigt nicht und sinkt nicht. Er ist unveränderlich und unsterblich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
206. Die Weisen, die die Glückseligkeit des Atmas genießen, kümmern sich nicht um Sinnesfreuden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
207. Die Summe der Sinnesfreuden ist nur ein Tropfen im Vergleich zu der Glückseligkeit des Atmans. Der Atman ist der Ozean der Glückseligkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
208. Der Wunsch nach Sinnesfreuden steht dem Wissen über das Selbst entgegen. Er steht dem Erkennen des Selbstes entgegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
209. Würde jemand Zucker essen, wenn Mangos reichlich vorhanden sind?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
210. Dem Selbst, durch das wir Form, Geschmack, Geruch, Klang und Berührung erfahren, bleibt nichts verborgen. Wahrlich, Dieses ist Das (Brahman). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
211. Der Atman ist absolutes Wissen. Er ist absolutes Bewusstsein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
212. Was in dieser Welt bleibt dem Atman verborgen? Alles ist dem Atman bekannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
213. Geist und Intellekt sind unempfänglich. Sie borgen ihr Licht von Atman. So wie der Mond Licht von der Sonne borgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
214. Geist, Intellekt und Sinne erfüllen ihre Aufgaben durch das Licht des Atmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
215. Der Atman steht hinter allen Wahrnehmungen von Sinnen, Geist und Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
216. So wie Eisenspäne sich hin zum Magnet bewegt. So bewegen sich Geist, Sinne und Intellekt hin zu Atman.&lt;br /&gt;
Jenseits von Furcht und Leid &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
217. Das, wahrlich, ist der Atman, verschieden von Tugend und Untugend, Ursache und Wirkung. Er ist Vishnu, darüber hinaus ist nichts.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
218. Der Weise weiß, dass alles was er im Wachen und im Traum wahrnimmt, der allgegenwärtige Atman ist. Er leidet nicht mehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
219. Turiya (der vierte Zustand) übertrifft Wachen, Schlaf und Tiefschlaf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
220. Der Atman ist der stille Zeuge der drei Bewusstseinszustände. Er wird Turiya genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
221. Durch Atman alleine ist man sich des Träumens und Wachens bewusst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
222. Wer den ewigen Atman erkennt wird absolut furchtlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
223. Furcht erscheint nur, wenn man am Körper anhaftet, wenn man sich mit dem Körper identifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
224. Wer sich mit seinem physischen Körper identifiziert versucht, ihn zu schützen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
225. Wo immer Anhaftung herrscht, herrschen auch Furcht und Ärger. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
226. Der Atman ist Eins ohne ein Zweites und ewig, so Er erkennt ist, was will man dann vor wem schützen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
227. Der Weise sieht das Selbst überall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
228. Der Weise steht über dem Körperbewusstsein. Er wird vollkommen furchtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
229. Atman zu kennen heißt, Atman zu verwirklichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
230. Atman zu kennen heißt, Atman zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Einheit von Brahman, Mensch und Welt===&lt;br /&gt;
231. Brahman erscheint als Jiva durch den Upadhi (begrenzende Beifügung) Avidya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
232. Brahman erscheint als Hiranyagarbha durch den Upadhi Maya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
233. Die Gesamtheit aller Jivas (Samashti) ist Hiranyagarbha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
234. Der Jiva ist der mikrokosmische Aspekt Brahmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
235. Wenn der Upadhi weicht werden Hiranyagarbha und Jiva eins mit Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
236. Hiranyagarbha ist die erste Manifestation Brahmans durch Meditation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
237. Brahman, Hiranyagarbha genannt, entstand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
238. Hiranyagarbha ist kosmischer Prana oder kosmische Intelligenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
239. Alle Götter weilen in Brahman, wie die Speichen in der Nabe. Alle Götter hängen von Brahman ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
240. So wie die Welle nicht verschieden ist vom Ozean, so wie Goldschmuck nicht verschieden ist von Gold, so ist diese manifestierte Welt nicht verschieden von Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
241. Der Unterschied besteht nur im Namen. So wie das Seil als Schlange erscheint, so erscheint Brahman in Name, Gestalt und Handlung, (Nama, Rupa, Kriya) durch Avidya (Unwissen) beziehungsweise Maya (Illusion).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
242. Wer denkt: ‚Ich bin verschieden von Brahman‘, der wird wiedergeboren und stirbt. Doch wer fühlt: ‚Ich bin wahrlich das alldurchdringende, unsterbliche Satchidananda Brahman‘, der erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
243. Brahman ist die Verkörperung der ewigen Erkenntnis (Nitya Vijnanaghana Svabhava).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
244. Brahman ist frei von Eigenschaften des Samsaras (Sarva Samsara Dharma Varjitam).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
245. Die Höchste Seele ist identisch mit der individuellen Seele und mit der gesamten Schöpfung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
246. Das Fehlen von Unterscheidungsfähigkeit ist der Grund für Wiedergeburt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ästhetik und das Selbst===&lt;br /&gt;
247. Allein durch den Geist kann Brahman erkannt werden. Es gibt keinen Unterschied zwischen Geist und Brahman. Wer einen solchen sieht geht von Tod zu Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
248. Der Geist ist zweigestaltig, Suddha Manas - der reine Geist, und Asuddha Manas - der verunreinigte Geist, angefüllt mit Vasanas, Ego und Gier. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
249. Brahman kann nur erkannt werden durch einen geläuterten Geist. Dazu lese man die Schriften, lerne bei einem Lehrer, praktiziere die vier Absichten (siehe Vers 36) und meditiere stetig auf das Selbst.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
250. So man das Selbst erkannt hat verschwindet die Unwissenheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
251. Der Weise erkennt Brahman in allem, nichts anderes existiert. Die Welt ist die Manifestation Brahmans allein, sie ist in ihrem Wesen nicht verschieden von Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
252. Wer Verschiedenheit sieht,  mit von Unwissenheit verdunkelten Augen, geht von Tod zu Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
253. Daumengroß sitzt der Purusha in der Mitte des Körpers. Er ist der Herr der Vergangenheit und der Zukunft, nachdem er Ihn erkannt hat kennt der Weise keine Furcht mehr. Dieses ist Das. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
254. Der Purusha weilt im Herzen. Der Atman wird Purusha genannt, weil Er in der Stadt (Puri) des Körpers weilt und weil alles von Ihm durchdrungen ist, die ganze Welt ist Seine Fülle. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
255. Der Atman ist grenzenlos, die Größe eines Daumens ist nur ein Hilfsmittel zur Meditation für Anfänger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
256. Zu Beginn meditiert der Aspirant auf den Atman als ein im Herzen strahlendes Licht (Jyoti) in Größe eines Daumens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
257. Nachdem der furchtlose, unsterbliche Atman erkannt ist, ist die Furcht vergangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
258. Brahman ist der perfekte Purusha. Er ist die Seele, die im Herzen eines jeden Menschen weilt. Er ist der Herrscher über das Wissen. Es ist verborgen in Herz und Geist. Wer so weiß erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
259. Brahman ist eine Flamme ohne Rauch. Es ist der Herr über Vergangenheit und Zukunft. Nur Es allein ist heute und wird morgen sein. Dieses ist wahrlich Das. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
260. Brahman ist ewig, unsterblich (Kutastha) und unbewegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
261. Brahman weilt in allen Lebewesen heute, und wird es sicher auch morgen noch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
262. Der Regen fällt auf den Berg, das Wasser rinnt hinunter ins Tal, verteilt sich und verliert sich.  Der Unwissende sieht Unterschiede im Leben; denkt, verschiedene Selbste seien in verschiedenen Körpern; denkt, die Welt sei verschieden von Brahman und die einzelnen Seelen seien verschieden von anderen Seelen und von der Höchsten Seele; sieht Dinge als verschieden von der Seele; hat nicht das Substrat von allem erkannt; hat nicht die Nichtzweiheit Brahmans und Seine ewige, unsterbliche, unwandelbare Einheit erfasst. Dieser Unwissende ist gefangen im Kreislauf von Geburt und Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
263. Reines Wasser in reines Wasser gegossen wird eins mit dem reinen Wasser. Die geläuterte individuelle Seele wird eins mit der Höchsten Seele, so sie das Höchste Selbst durch Intuition erkannt hat, die Vorstellung von Unterschieden durch das Wissen über Atman überwunden hat, die Einheit von Selbst und Atman erkannt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
264. Der Aspirant sollte unerschütterliches Vertrauen in die Lehren der Srutis haben. Ohne dieses Vertrauen gibt es kein Erkennen des Selbstes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der innere Herrscher===&lt;br /&gt;
265. Die Stadt Brahmans, dessen Wissen ewig ist, hat elf Tore. Brahman verehren lässt Kummer vergehen und befreit von allen Bindungen, man wird frei. Dieses ist wahrlich Das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
266. Zwei Augen, zwei Ohren, zwei Nasenlöcher, ein Mund, das sind sieben Tore. Der Nabel und die zwei unteren Öffnungen sind zusammen zehn. Das elfte ist Brahmarandhra, die Öffnung Brahmans, die Fontanelle. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
267. So wie eine Stadt einem König gehört, er jedoch unabhängig von der Stadt ist, so gehört der Körper einem König (Atman), der unabhängig vom Körper ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
268. Wer auf Brahman meditiert und das Selbst erkannt hat, der ist frei von Kummer. Er ist frei von allen Bindungen und frei vom Kreislauf von Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
269. Der Weise ist frei von Wünschen und den Fesseln, die Karma erschafft. Er wird vollkommen furchtlos. Er nimmt keinen weiteren Körper an. Er geht in Brahman ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
270. Brahman schickt Prana nach oben und Apana nach unten. Dieses Verehrungswürdige, im Inneren weilend, verehren die Götter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
271. Fünf Prinzipien der Lebenskraft kennen wir, Prana, Apana, Vyana, Udana und Samana. Es gibt weitere fünf untergeordnete Pranas (Upapranas). Der höchste Prana, Mukhyaprana, nimmt die zehn Formen an, je nach Aufgabe eines jeden einzelnen Pranas (Vritti Bheda).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
272. Prana ist Odem. Apana hat die Funktion der Ausscheidung. Vyana lässt das Blut zirkulieren. Udana lässt die Stimme wirken. Samana hat die Funktion der Verdauung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
273. Prana ist nicht Atem. Prana ist Lebensenergie. Atem ist nur eine der vielen Manifestationen von Prana. Prana ist mit Atem verbunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
274. Geist und Sinne verehren ihren Herrn, den Atman, indem sie die ihnen zugeteilten Aufgaben erfüllen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
275. Sie stimmen ihren Herrn, den Atman, günstig, indem sie die verschiedenen Wahrnehmungen, Form, Klang, Geruch, Geschmack und Berührung, Ihm darbringen, so wie das Volk den König günstig stimmt, indem es ihm Gaben darbringt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
276. Sinne, Geist und Prana sind stets damit beschäftigt, dem Atman zu dienen und Ihn zu erfreuen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
277. Der Atman allein leitet Geist, Sinne und Prana in den ihnen zugeteilten Aufgaben an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
278. Die fünf Sinnesorgane sammeln Empfindungen aus der Außenwelt und bringen sie dem Atman dar. Das ist ihre Art der Verehrung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
279. Sobald der Atman den Körper verlässt, löst dieser sich auf. So wie ein Volk sich auflöst, wenn der König aus dem Land gejagt wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
280. Der Sterbliche lebt weder durch Prana noch durch Apana, sondern durch Das, von dem diese beiden abhängen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
281. Die wahre Grundlage des Lebens ist der Atman. Prana, Apana, Vyana, Udana und Samana können nicht die Grundlage des Lebens sein. Sie arbeiten nur zusammen zum Wohle des Atmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
282. Der Körper löst sich auf, wenn Prana und Apana ihn verlassen und sich der Atman zurückzieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
283. Ein Haus besteht zum Wohle des Besitzers, der verschieden ist vom Haus und sein Herr ist. Prana, Apana, Vyana, Udana, Samana, die Sinne und der Geist bestehen zum Wohle des Atmans, der verschieden von ihnen ist und ihr Herr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
284. Prana und Apana hängen von Atman ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
285. Sie vollziehen ihre Pflichten in Harmonie zum Wohle des Atmas, ihres Herrn. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
286. Die Stütze der Wesen, des Pranas, der Sinne und des Geistes ist der Atman. Er ist völlig unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
287. Wie Getreide vergeht der Sterbliche und wie Getreide wird er wiedergeboren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
288. Manche Jivas gehen in einen Leib ein, um einen Körper zu erhalten, anderen gehen in anorganische Substanzen ein, je nach deren Karma und Bewusstsein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
289. Der Jiva nimmt den Körper an, den sein Karma bedingt und seinem Bewusstsein entspricht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
290. Er kann Indra werden oder sogar Hiranyagarbha. Er kann alles werden in der kosmischen Hierarchie. Er kann sein letztes Leben antreten und ein Jivanmukta, ein befreiter Weiser, werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
291. Er kann ein Muni, ein Tapasvin oder ein Yogi werden, so er sehr gute spirituelle Samskaras mit sich bringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
292. Er kann auch ein Baum oder etwas Anorganisches werden, je nach seinem Karma. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
293. Brahman ist der stille Zeuge der drei Bewusstseinszustände Wachen, Traum, Tiefschlaf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
294. Der Purusha schläft nie. Selbst wenn Prana, die Sinne und der Geist schlafen, ist Er der Zeuge (Sakshi) von allem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
295. Brahman ist ewig rein und unsterblich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
296. Brahman ist die Ursache der Welt. Alle Welten hängen nur von Ihm ab. Er ist die Stütze aller Welten. In Ihm sind alle Welten enthalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
297. Im Tiefschlaf ruhst du in Brahman. Du kommst in Kontakt mit Brahman, doch da ist der Schleier der Unwissenheit. Deshalb bist du dir Brahmans nicht bewusst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
298. In Samadhi ist dieser Schleier verschwunden. Dein reines Bewusstsein ist eins mit dem absoluten Bewusstsein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
299. Während der Geist und die Sinne im Tiefschlaf ruhen erfährst du die Glückseligkeit in Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
300. Deshalb sagst du, wenn du ins Wachbewusstsein zurückkommst: ‚Ich habe gut geschlafen, ich weiß von nichts‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
301. Dieses Erinnern an die Glückseligkeit beweist, dass Brahman ist, nichtdual, glückselig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das allgegenwärtige Selbst===&lt;br /&gt;
302. Wie das eine Feuer, sobald es in der Welt erstrahlt, verschiedene Formen annimmt, je nachdem was es verbrennt, so nimmt der ewige Atman aller Lebewesen, obwohl Eines, verschiedene Gestalten an, je nachdem in was er in der Außenwelt eingeht. Und dennoch ist Er jenseits aller Gestalt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
303. Viele sprechen, um ihre Belesenheit zu zeigen oder über anderen zu stehen. Sie sprechen nicht der Wahrheit wegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
304. Ehrliche und ernstgemeinte Gespräche mit großen Seelen, um Zweifel zu beseitigen und Klarheit zu erlangen, ist wünschenswert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
305. Ernsthafte Aspiranten mögen unter sich schwierige und abwegige Probleme erörtern. Das ist sehr hilfreich für ihr Wachstum und ihr Verständnis. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
306. Das Wissen über die Einheit mit dem Atman ist auch nach Erklärungen und Wiederholungen nicht leicht zu verstehen. Deshalb erklären die Srutis die Wahrheit über Atman durch verschiedene Darstellungen, Gleichnisse und Analogien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
307. Der Atman ist stets rein und verschieden von Gestalt. Es wird nicht im Geringsten von Gestalt berührt, denn Er ist ohne Beifügungen und feinstofflich, reines Bewusstsein, Seele, Geist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
308. Wie sollte es eine Verbindung geben zwischen Materie und Geist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
309. Der Atman nimmt durch die Upadhis verschiedene Gestalten an, Geist, Sinne, Prana, Körper, Er ist jenseits von Name und Form. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
310. Der Atman ist ein Mysterium. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
311. Die Luft nimmt, nachdem sie die Welt betreten hat, verschiedene Formen an, je nachdem in welches Behältnis sie eingeht. Der Atman nimmt ebenso verschiedene Gestalten an, je nachdem in welchen Körper Er eingeht. Dennoch ist er jenseits von Name und Form. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
312. Die Sonne, das Auge des Universums, wird nicht berührt von den Defekten des physischen Auges. Der Atman, das Wesen von allem, wird nicht berührt durch das Leid der Welt, das aus Wunsch und Karma entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
313. Die Schlange überlagert das Seil, so das Licht schwach ist. Silber überlagert Perlmutt. Die Welt und der Körper überlagern den Atman durch Avidya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
314. Das Seil bleibt von der Schlange unberührt, der Atman wird nicht berührt von Überlagerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
315. Handlung, Wirkung, Frucht (Kriya, Karta, Phala) überlagern fälschlicherweise den Atman durch Unwissen. Es sind alles nur falsche Wahrnehmungen, wie die falsche Wahrnehmung einer Schlange im Seil. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
316. Der Atman handelt nicht (Akarta) und genießt nicht (Abhokta). Er ist unberührt (Asanga, Nirlipta).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
317. Brahman ist Eines. Es ist der Herrscher, der Atman aller Wesen. Es wird nicht berührt vom Leid der Welt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
318. Brahman ist der Herr über alles. Alldurchdringend, unabhängig. Nichts ist Ihm gleich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
319. Obwohl Eines, manifestiert Es sich in verschiedenen Namen und Formen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
320. Der Weise der Es schaut erfährt ewige Glückseligkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
321. Der weltliche Mensch, bar jeder Unterscheidungskraft, erfreut sich an den Objekten im Außen. Er wird nie die Glückseligkeit Atmans genießen. Der Atman wird durch seine Unwissenheit verdeckt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
322. Für den Weisen ist das Selbst das Ewige inmitten des Transzendenten, das Bewusstsein inmitten des Bewusstseins. Es, obwohl Eines, gewährt die Wünsche vieler, weilend in ihnen. Ihnen sei ewiger Frieden. Niemand anderem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
323. Der Atman ist ewig und unveränderlich. Die Welt von Name und Form ist vergänglich und veränderlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
324. Körper, Geist, Sinne und Prana, sie alle sind gemeint mit der Bezeichnung ‚Welt‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
325. Die Welt ist ein flüchtiger Schatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
326. Der Wandel setzt eine Grundlage voraus, die ewig und unveränderlich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
327. Wandel kann nur im Unwandelbaren erfolgen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
328. Die Leinwand im Kino verändert sich nicht, doch die Bilder wandeln sich ständig. Brahman repräsentiert die Leinwand, die flüchtige Welt der Namen und Formen repräsentiert die Bilder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
329. Heißes Wasser borgt seine Hitze vom Feuer, der Intellekt borgt seine Intelligenz von Atman, der Grundlage von allem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
330. Wer den in seinem Herzen weilenden Atman erkennt erfährt ewigen Frieden. Die Unwissenden leiden in Samsara.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
331. Der Weise, der Wunschlosigkeit erreicht hat, erkennt diese unbeschreibliche Glückseligkeit von Dieses ist Das.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
332. Weder Sonne, Mond, Sterne, Blitze noch Feuer strahlen. Wenn Es strahlt, strahlt alles andere auch. Durch Sein Licht strahlen sie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
333. Der Atman strahlt aus Sich Selbst heraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
334. Etwas aus sich selbst Strahlendes benötigt keine Licht für sein Erstrahlen (Nirapeksha).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
335. Wenn du sagst, der Atman erhält Sein Licht von einem Licht, dann muss dieses Licht wiederum ein Licht haben das es illuminiert. Dies führt zu Anavasthadosha, in die Unendlichkeit. Deshalb muss der Atman aus Sich Selbst heraus strahlen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Baum des Samsaras===&lt;br /&gt;
336. Wir kennen den alten Asvattha Baum, dessen Wurzeln oben und die Äste unten sind. Das ist der Baum der Schöpfung. Das ist Brahman und nur Das wird unsterblich genannt. Davon hängen die Welten ab und niemand sieht dahinter. Dieses ist wahrlich Das. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
337. Du kannst das Wesen Brahmans erkennen, die Quelle des Samsara Baumes (Maya Vriksha), so du die Wirkung erfasst, den Samsara Baum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
338. Die Welt hat ihre Wurzeln in Brahman. Aus Brahman allein gedeiht das Universum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
339. Wie ein Baum mit der Axt gefällt werden kann, so kann der Samsara Baum ebenfalls gefällt werden. Die Axt ist Nichtanhaftung, Atma Jnana oder Kenntnis über das Selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
340. Der Samsara Baum erhält seinen Lebenssaft von seiner Quelle, Para Brahman und wächst durch den Samen der Unwissenheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
341. Hiranyagarbha oder Karya Brahman ist sein Spross. Die feinstofflichen Körper aller Lebewesen sind sein Rumpf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
342. Das Universum hat sich aus Brahman entfaltet. Brahman ist ein Donnerkeil. Wer so weiß erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
343. Prana ist Brahman. Brahman ist der Ursprung der Welt. Er ist der Herr der Schöpfung. Der Mensch erlangt Unsterblichkeit durch Wissen über Brahman. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
344. Die Aussage, die Welt sei aus dem Nichts entstanden ist absurd. Sie ist aus Brahman entstanden. Sie schwingt in Brahman. Sie ruht in Brahman. Sie geht in Brahman ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
345. Brahman ist das Substrat der veränderlichen Welt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
346. Brahman ist ohne Veränderung und ohne Bewegung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
347. Schwingung kann nur in Unbewegtem entstehen. Dieses Unbewegte ist Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
348. So wie der Diener den Anordnungen des Herrn gehorcht, so gehorcht die Welt den Schöpfungsgesetzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
349. Den Schöpfungsgesetzen kann niemand entrinnen. Niemand kann sie übertreten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
350. Alles ist unter deren Kontrolle. Schöpfung, Erhaltung, Auflösung sind einem unveränderlichen, göttlichen Gesetz unterworfen, dem niemand zuwider handeln kann. Deshalb ist Brahman, handelnd als dieses Gesetz, ein Donnerkeil. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
351. Die Brahman erkennen, den Zeugen all unserer mentalen Erregungen (Vritti), den Urgrund allen Seins, den Herrn der Schöpfungsgesetze, erlangen Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
352. Aus Furcht vor Brahman brennt das Feuer, scheint die Sonne und tun Indra, Vayu und Yama ihre Pflicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
353. Wäre Brahman nicht der Herrscher der Welt, mit dem Donnerkeil in Händen, würde die Welt nicht in Harmonie und Perfektion bestehen. Ein sinnvolles Wirken der Weltenhüter (Loka Palas) wäre nicht möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erkenne das Selbst jetzt===&lt;br /&gt;
354. Wer noch in diesem Leben hier auf Erden, vor dem Tod seines Körpers, Brahman erkennt, wird von den Fesseln der Welt befreit. Dem dies nicht gelingt kommt in einem neuen Körper zurück in die Welt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
355. Deshalb sollten ernsthafte Anstrengungen unternommen werden, vor dem Verfall des Körpers, Brahman zu erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
356. So wie man im Spiegel klar sein Spiegelbild erkennt, so kann Brahman im eigenen Intellekt klar erkannt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
357. Die Wahrnehmung wird getrübt in der Welt der Ahnen. Sie waren versunken im Genuss ihre karmischen Früchte. Auch im Traum ist die Wahrnehmung getrübt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
358. Die Reflektion unseres Bildes im Wasser ist verschwommen, so ist die Wahrnehmung des Atmans in der Welt der Gandharven ebenso verschwommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
359. In Brahmaloka kann der Atman deutlich wahrgenommen werden. Er hebt Sich ab wie Licht vom Schatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
360. Schwierig ist es, Brahmaloka zu erreichen. Besonderes Karma oder Verehrung sind nötig um es zu erreichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
361. Deshalb sollte man den Atman im Intellekt erkennen, solange man noch in der Welt weilt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
362. Der Weise hat erkannt, dass die Sinne verschieden sind von Atman, ihre Aktivitäten berühren ihn nicht mehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
363. Die fünf Sinne bestehen neben ihrer Quelle, um die ihnen zugeordneten Objekte wahrzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
364. Der Atman ist rein, unbefleckt und aus Sich Selbst strahlend. Das Wesen der Sinne unterscheidet sich vom Wesen Brahmans.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
365. Die Sinne wirken während des Wachens. Sie gehen auf beim Erwachen und unter im Tiefschlaf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
366. Der Atman geht weder auf noch unter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
367. Der Atman kennt weder Anfang noch Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
368. Sprunghaft sind Sinne und Geist und können klar von Atman unterschieden werden, der klar, unveränderbar, alldurchdringend, unteilbar, ohne Anfang und ohne Ende ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
369. Der Weise leidet nicht, er hat den Unterschied zwischen Atman und Sinne erkannt, ihr auf und ab, ihr Wachen und Schlafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
370. Der Kenner des Atmans hat das Leid überwunden und ruht in Glückseligkeit.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Höchstes Bewusstsein===&lt;br /&gt;
371. Höher als die Sinne ist der Geist. Höher als der Geist ist der Intellekt. Höher als der Intellekt ist der kosmische Intellekt, höher als Avyakta, das Unmanifestierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
372. Jenseits von Avyakta ist der Purusha, der Alldurchdringende, jenseits eines Sinnbildes. Wer Ihn erkennt erlangt Befreiung und Unsterblichkeit.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
373. Die Sinne sind verschieden von Atman, Er kann von den Sinnen im Außen nicht erfasst werden, denn Er ist das Innerste aller Dinge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
374. Das Wissen über diese Abstufung ist notwendig, um Unsterblichkeit und letztendliche Befreiung zu erlangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
375. Zum Zeitpunkt von Pralaya geht die Welt in Avyakta ein. Jenseits von Avyakta ist der alldurchdringende Purusha. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
376. Das Symbol, das durch die Sinne erkannt und verstanden werden kann, wird Linga genannt. Kein Linga zu haben ist Alinga. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
377. Wer von Ihm durch den Lehrer und durch die Sastras erfahren hat und durch Intuition, der erreicht Unsterblichkeit und letztendliche Befreiung. Er ist befreit von den Knoten des Herzens, wie Wunsch, Unwissenheit und Handlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
378. Seine Gestalt kann nicht gesehen werden. Niemand sieht Ihn mit seinen physischen Augen. Er enthüllt sich dem Aspiranten durch Kontrolle des Geistes und tiefe Meditation. Die Brahman erkennen erlangen Unsterblichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
379. Der Atman kann durch das physische Auge nicht gesehen werden, denn Er ist feinstofflich, jenseits der Wahrnehmung durch Geist und Sinne. &lt;br /&gt;
Schriften und Guru&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
380. Wer durch reinen Intellekt den im Herzen Weilenden erkennt erlangt Unsterblichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
381. Wenn die fünf Sinnesorgane zusammen mit Geist und Intellekt ruhen ist der höchste Zustand erreicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
382. Der Mensch erfährt das Wissen der Welt durch die fünf Wahrnehmungsorgane. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
383. Die Sinne sammeln die Erfahrungen aus der Welt und präsentieren sie dem Atman durch Geist und Intellekt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
384. Wenn die fünf Wahrnehmungsorgane vom Außen zurückgezogen werden und in den Geist eingehen, wenn der Geist auf den Atman gerichtet ist, wenn der Intellekt zur Ruhe gekommen ist, dann ist der höchste Bewusstseinszustand erreicht.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
385. Wenn Sinne und Intellekt zur Ruhe gekommen sind, die Emotionen unter Kontrolle, dann ist der höchste Bewusstseinszustand erreicht. Das wird Yoga genannt. &lt;br /&gt;
386. Yoga ist der erhabenste Weg, denn er führt zu Moksha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
387. Die Kontrolle der Sinne nennen sie Yoga. Sei vorsichtig, denn Yoga wird erlangt und verloren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
388. Die Sinne sind zurückgezogen und der Geist ist fixiert auf Atman durch stetige Konzentration und Meditation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
389. Der Yogi sei wachsam, denn Yoga kommt und geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
390. Yoga kommt. Und geht, wenn der Geist nicht ruhig ist, wenn die Sinne nicht unter Kontrolle sind, wenn Leidenschaftslosigkeit nachlässt, wenn Unlust bei der Meditation aufkommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
391. Vollkommene Wachsamkeit ist nötig, wenn man mit der Yoga Praxis beginnt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die zwei Augen eines Sadhakas===&lt;br /&gt;
392. Der Atman kann durch Sprache nicht beschrieben, durch den Geist nicht erfasst und durch das Auge nicht erkannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
393. Weder Darlegungen noch metaphysisches Denken helfen dem Aspiranten, Brahman zu erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
394. Maharshi Vyasa und Sri Sankara lehrten durch Beweis und Logik, ihre Doktrin basiert hauptsächlich auf Sabda Pramana (Zeugnis der Veden), das so gut wie unfehlbar ist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
395. Vertraue den Worten der Srutis und den Sehern, die Atman durch Intuition erkannt haben und versichert, dass Atman ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
396. Sabda Pramana, die Srutis, Apta Vakya, die Worte der Seher, sind von äußerster Wichtigkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
397. So du Atman erkennen willst habe Vertrauen in die Worte des Gurus, der das Selbst erkannt hat, und folge seinen Anweisungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
398. Der Atman muss von einem Guru erkannt worden sein, der weiß, dass Atman ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
399. Wenn der Atman durch die Sinne nicht wahrgenommen werden kann, wie kann Er dann wahrgenommen werden? Nur durch die Belehrungen eines Gurus, der weiß dass Er ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
400. Ihr müsst wissen, dass Es ist und was Es ist. Wer so weiß erkennt Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
401. Dem, der auf Brahman meditiert und sich mit den vier Absichten (siehe Vers 36) ausstattet, dem enthüllt Sich Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Entsagung: die Voraussetzungen===&lt;br /&gt;
402. Wenn Wunschlosigkeit erlangt ist, erlangt der Sterbliche Unsterblichkeit und erkennt Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
403. Die Voraussetzung für Unsterblichkeit ist Entsagung aller Wünsche und Anhaftungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
404. Die weltlichen Wünsche werden nur überwunden, wenn die Fesseln der Unwissenheit zerschnitten sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
405. Der Geist ist der Sitz des Wunsches. In Atman ist kein Wunsch, Er ist rein und makellos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
406. Wünschen ist die Ursache für Leid und Bindung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
407. Wenn durch Erkenntnis des Selbstes Wunschlosigkeit erlangt ist erlangt der Sterbliche Unsterblichkeit. Er wird Brahman noch während er in diesem Körper weilt. Er ist von den Fesseln des Karmas befreit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
408. Wenn alle Knoten des Herzen hier auf Erden gelöst werden erlangt der Sterbliche Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
409. Unwissen, Wunsch und Handlung sind die drei großen Knoten. Egoismus, Hass, Lust, Eifersucht und Stolz, entstanden aus Unwissenheit, sind kleine Knoten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
410. Weitere Knoten sind die Vorstellungen ‚Ich bin dieser Körper‘, ‚Das ist mein Besitz‘, ‚Ich bin ein Brahmane‘, ‚Ich bin ein Minister‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
411. Sie werden vernichtet durch die Erkenntnis der Einheit mit Brahman ‚Ich bin Brahman‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wissen über die Nadis===&lt;br /&gt;
412. Einhundertein Nervenkanäle (Nadis) sind bekannt. Einer von ihnen, Sushumna, durchdringt die Krone des Kopfes. Seine Energie nach oben führend zum Zeitpunkt des Todes lässt Unsterblichkeit erlangen. Die anderen Nervenkanäle haben andere Wirkungen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
413. Der Jivanmukta, der das Selbst erkannt hat, geht nirgendwohin. Seine Pranas gehen nirgendwohin. Brahman seiend erreicht er Brahman. Er erlangt Kaivalya Mukti.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
414. Wer Kaivalya-Mukti nicht erlangt hat, wer das höchste Brahman nicht erkannt hat, jedoch das niedere Brahman (Saguna Brahman) verehrt hat, geht durch den Sushumna Nadi zur Sonne und dann durch weitere Bereiche nach Brahmaloka wo er bis zum Ende des Schöpfungszyklus‘ weilt. In Brahmaloka genießt er  unvergleichliche Freuden. Wenn der Zyklus endet geht er mit Brahma in Brahman ein. Das ist Krama Mukti (allmähliche Befreiung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
415. Die anderen Nadis haben verschiedene Auswirkungen. Sie führen zum Zeitpunkt des Todes auf verschiedene Wege. Wenn die Seele durch diese Nerven geht, wird sie wieder in Samsara geboren. Sie nimmt einen ihrem Karma entsprechenden Körper an.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
416. Der Sushumna Nadi wird auch Brahma Nadi genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
417. Der daumengroße Purusha, das innere Selbst, weilt im Herzen aller Wesen. Man muss Ihn mit Stetigkeit herausziehen aus dem Körper, so wie man einen Halm aus der Erde herauszieht. Man sollte Ihn als rein und unsterblich erkennen. &lt;br /&gt;
418. Du musst die Essenz, das heißt den Atman, aus den fünf Kosas (Hüllen) herausziehen, geduldig und mutig durch Vichara (Unterscheidung) und Meditation. Du musst den Atman vom Körper trennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
419. Als Nachiketas das ihn durch Yama Gelehrte verinnerlicht hatte, erreichte er Brahman, wurde frei von allen Unreinheiten und vom Tod. So wird es allen ergehen, die das Wesen Brahmans erkannt haben.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/DasGehimnisKathopanishad/Kathopanishad.htm Das Geheimnis der Katha Upanishad, Artikel von Swami Krishnananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/DasGehimnisKathopanishad/Kathopanishad_4.htm Das Geheimnis der Katha Upanishad, Vortrag Nr. 5, Artikel von Swami Krishnananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/de/artikel/krishnananda/kathaupanishad_kapitel5.html Das Geheimnis der Katha Upanishad, Vortrag Nr. 4, Artikel von Swami Krishnananda]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
{{dnf}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
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		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Katha_Upanishad&amp;diff=111872</id>
		<title>Katha Upanishad</title>
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		<updated>2014-05-20T07:49:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: /* Das Angenehme vs. das Gute */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Katha Upanishad&#039;&#039;&#039; ([[Sanskrit]]: katha-upanishad &#039;&#039;f.&#039;&#039;), auch &#039;&#039;&#039;Kathopanishad&#039;&#039;&#039;, ist der Name einer berühmten [[Upanishad]], welche die Belehrungen des Totengottes [[Yama]] an [[Naciketas]] enthält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kernaussagen der Katha Upanishad==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Von Swami Sivananada&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Om]]. Möge [[Das]] uns ([[Lehrer]] und [[Schüler]]) beschützen. Möge Das uns zur [[Glückseligkeit]] ([[Mukti]]) führen. Mögen wir beide fähig sein, die wahre [[Bedeutung]] der [[Schrift]]en zu erfassen. Möge unser [[Lernen]] erfolgreich sein. Mögen wir nie in [[Streit]] geraten. &lt;br /&gt;
Om Frieden! Frieden!! Frieden!!!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. [[Intuition]] ([[Aparokshanubhuti]]) ist die [[Quelle]] des [[Wissen]]s über [[Atman]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Der Atman ist schwer zu erfassen. Er ist [[feinstofflich]]. Er kann nicht durch Schlussfolgerungen erfasst werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Ein selbstverwirklichter [[Guru]] allein kann den [[Aspirant]]en auf dem [[spirituell]]en [[Weg]] führen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Angenehme vs. das Gute===&lt;br /&gt;
4. Das eine ist gut, während das andere angenehm ist. Gesegnet ist der, der sich für das Gute ([[Shreyas]]) allein entscheidet. Wer das Angenehme ([[Preyas]]) wählt, verliert letztendlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Sreyas ist das Gute, das Höchste [[Selbst]], das [[Wissen]], das zu [[Moksha]] (Befreiung) führt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Preyas ist das Angenehme, die [[Sinnesfreude]]n. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Die verkörperte [[Seele]] ist in ihrer [[Essenz]] identisch mit [[Brahman]]. Aufgrund von [[Unwissenheit]] und [[Illusion]] sind wir an [[Handlung]] gebunden und versuchen, [[Befreiung]] zu erlangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Wer den [[Pfad]] der [[Wahrhaftigkeit]] beschreitet und sich dem Guten verschreibt, erreicht [[Glückseligkeit]] und [[Unsterblichkeit]]. Wer den Sinnesfreuden frönt, verfehlt das [[Ziel]] des [[Leben]]s. Er versinkt in [[Sorge]] und [[Leid]] und ist gefangen im [[Rad]] von [[Geburt]] und [[Tod]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. [[Shreya Marga]] ist der Pfad des Wissens. [[Preya Marga]] ist der Pfad des Nichtwissens. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. Du musst die Sinnesfreuden überwinden, so du Glückseligkeit in [[Atman]] erlangen willst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Das Gute und das Angenehme haben den [[Mensch]]en fest im Griff. Der [[Weise]] untersucht und unterscheidet zwischen beiden, er wählt das Gute. Der Unwissende wählt das Angenehme, seinem [[Körper]] zuliebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Der Pfad des Wissens und der Pfad des Angenehmen stehen dem Menschen offen, er kann den Pfad wählen, der im zusagt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. So wie der [[Schwan]] [[Milch]] von [[Wasser]] trennt und nur die Milch trinkt, so trennt der Weise [[Gut]] von [[Böse]] und folgt dem Guten allein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. Der Weise weiß, dass Shreyo Marga zu Unsterblichkeit, [[Freiheit]] und Glückseligkeit führt, Preyo Marga dagegen zu vergänglichen sinnlichen [[Freude]]n und zu [[Bindung]]. Deshalb bevorzugt er Sreyo Marga. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15. Den Unwissenden fehlt das [[Unterscheidungsvermögen]] zwischen dem Guten und dem Angenehmen. Sie haben keine [[Vorstellung]] vom Ziel, vom Erreichen des Zieles und von den [[Frucht|Früchten]]. Sie wählen das Angenehme, um gierig ihren Körper zu mästen und geben sich den Sinnesfreuden hin.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16. Die beiden Wege liegen weit auseinander und führen zu unterschiedlichen [[Resultat]]en. Sie sind wie [[Licht]] und [[Dunkelheit]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
17. [[Avidya]] ist der Weg des Angenehmen. Er führt zu Leid und Bindung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18. [[Vidya]] ist der Weg des Guten. Er führt zu Freiheit und Befreiung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zeichen der Täuschung===&lt;br /&gt;
19. Die Unwissenden leben in Dunkelheit, sehen sich jedoch als weise und gebildet. In Illusion gehen sie verschlungene Wege, wie Blinde, die von Blinden geführt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20. Die in Samsara leben, leben in Unwissenheit und Dunkelheit. Sie haben weder Verstehen noch Unterscheidungskraft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
21. Sie sind an Tausende von Seilen der Erwartung gebunden. Sie sind verwickelt in Tausende von Schlingen in Form von Anhaftung an Kinder, Ehe, Wohlstand, Besitz und vieles mehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22. Unwissend sind sie, doch sehen sie sich als intelligent und belesen in den Sastras. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23. Sie werden Befreiung nicht erlangen. Sie sind immer wieder gebunden an das Rad von Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24. Sie gehen unter im Leid von Samsara durch Geburt, Alter, Krankheit, Sorge, Leid und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25. So wie der Blinde, der von einem Blinden auf steiniger Straße geführt wird, leidet, so leiden die Unwissenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
26. Der Weg in die Zukunft ist dem Unwissenden nicht klar. Er verfällt der Illusion des Wohlstandes. Das ist die Welt, es gibt keine andere, so denkt er. So fällt er wieder und wieder in das Netz von Geburt und Tod.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
27. Wohlstand ist das Gift der Welt. Er schafft Stolz und Eitelkeit. Er schafft einen wirren Geist und vernebelt den Verstand. Er verschleiert den Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28. Die Notwendigkeit, Befreiung zu erlangen, ist dem Leichtsinnigen kein Bedürfnis. Er ist eingehüllt in Gedanken an Kinder, Ehe und Wohlstand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
29. Die Sinnesfreuden sind das Ziel des weltlichen Menschen. Geld ist sein Ziel. Essen, Trinken, Spaß sind seine höchste Philosophie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
30. Viele sind nicht in der Lage auf den Atman zu hören. Auch wenn sie von Atman hören können sie die Worte nicht erfassen, da ihr Geist nicht klar ist.  &lt;br /&gt;
Die Erhabenheit von Brahma Vidya&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
31. Unübertrefflich ist es, sein Selbst ausdrücken zu können. Unübertrefflich ist es, sein Selbst zu erfassen, gelehrt von einem fähigen Lehrer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
32. Brahma Vidya ist die vollkommene Wissenschaft. Sie ist die Wissenschaft der Wissenschaften. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
33. Welche ist diese höchste spirituelle Wissenschaft, die, so wir sie kennen, uns alle anderen Wissenschaften kennen lässt. Es ist Para Vidya oder Brahma Vidya, das Erkennen des unsterblichen Atmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
34. Unübertrefflich muss der Lehrer sein, der Brahma Vidya lehrt. Unübertrefflich muss auch der Schüler sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
35. Brahma Jnanis und befähigte Aspiranten sind sehr, sehr rar in der Welt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
36. Wer mit den vier Absichten, Viveka (Unterscheidungskraft), Vairagya (Leidenschaftslosigkeit), Shat Sampat (sechsfache Tugenden), Mumukshutva (Sehnsucht nach Befreiung), ausgestattet ist, der ist befähigt für den Weg des Jnana Yogas. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
37. Von Tausenden, die von Atman hören, die Gott suchen, erkennt einer Atman. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
38. Der Atman kann nicht leicht erkannt werden, wenn er von einem Unerfahrenen, der selbst Atman nicht erkannt hat, gelehrt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
39. Der Atman kann nicht erkannt werden durch Behauptung und Beweisführung, denn Er ist transzendent, jenseits von Verstand und Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
40. Der Intellekt ist ein vergängliches Instrument, bedingt durch Zeit, Raum und Ursache. Wir kommen zu keiner endgültigen Entscheidung nur durch Behauptung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
41. Ein Mensch mit niederem Intellekt wird von einem Menschen mit hohem Intellekt besiegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
42. Argumentieren ist nur ein Jonglieren mit Worten. Es ist intellektuelle Gymnastik und sprachliche Kriegsführung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
43. Wer sein Leben nur mit Argumentieren verbringt ist im dichten Dschungel von Dunkelheit und Unwissen gefangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
44. Höre auf zu argumentieren und werde still, wende dich nach Innen und meditiere.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
45. Der Atman ist nur durch stille Meditation zu erfahren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
46. Brahma Jnana kann nicht durch Behauptung und Beweisführung erlangt werden. Man muss das Brahman Bewusstsein durch spirituelle Erfahrung erlangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
47. Es ist leicht, Brahman zu verstehen und zu erkennen, wenn von einem verwirklichten Lehrer gelehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
48. Das Ewige kann nicht durch Vergängliches erkannt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
49. Das Ewige ist unveränderlich, es kann nicht durch Veränderliches erkannt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
50. Selbst Hiranyagarbha ist nichts im Vergleich zu Para Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
51. Der Atman ist feinstofflich und innewohnend. Er liegt in der Höhle des Herzens verborgen. Deshalb ist er schwer zu erkennen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
52. Der Weise zieht seine Sinne von den Objekten im Außen zurück, erkennt den Atman durch Meditation auf das Selbst und ist frei von Freude und Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
53. Der Atman ist jenseits von Freude und Leid. Er ist Glückseligkeit. Er ist Satchidananda Svarupa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
54. Glück und Leid, Freude und Kummer sind nur Modifikationen des Geistes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Upanishaden Sadhana===&lt;br /&gt;
55. Der Weise meditieret auf den Atman, erkennt Ihn, den Unsichtbaren, den Unergründlichen, den in der Höhle des Herzens Verborgenen, den in der Hölle Weilenden, den in der Intelligenz Erscheinenden und ist frei von Freude und Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
56. Der Aspirant hört alles über den Atman von seinem befähigten Lehrer und erfasst Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
57. Dann trennt er den Atman von Körper und Geist durch Unterscheiden zwischen Wirklich und Nichtwirklich, meditiert auf den Atman und erkennt Ihn durch seine Intuition. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
58. Diese Welt wird von Dharma getragen. Brahman ist das Zentrum des Dharmas. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
59. Warum führt ein Mensch ein rechtschaffenes Leben? Weil er nur durch das Erkennen von Brahman wirklich genießen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
60. Das Prinzip (Svarupa) von Brahman ist Glückseligkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
61. Sinnesfreuden sind nur flüchtige Eindrücke, angeregt durch Reizung der Neven. Es sind nur Reaktionen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
62. Brahman ist Fülle, Einheit, Ewigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
63. Brahman ist anders als Tugend und Laster, anders als Ursache und Wirkung, anders als Vergangenheit und Zukunft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
64. Tugend und Laster, Vergangenheit und Zukunft sind nur mentale Schöpfungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
65. Zeit ist nur ein Wert des Geistes, ebenso nur eine mentale Schöpfung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
66. In Isvara besteht gleichzeitige Wahrnehmung. Alles ist nur. Alles ist nur jetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
67. Brahman ist Ewigkeit. Es ist jenseits von Zeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
68. Das Ziel, das die Veden verkünden und für das der Aspirant in Brahmacharya lebt, dieses Ziel ist OM.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
69. Buße und Brahmacharya führen zum Erkennen von Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Pranava===&lt;br /&gt;
70. OM ist auch unter den Namen Pranava, Ekakshara und Omkara bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
71. OM ist ein Symbol (Pratika) für Brahman. Es ist Klang (Sabda Brahman).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
72. OM ist der Urklang, die erste Manifestation Brahmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
73. OM ist das geeignetste Symbol für Brahman. Es besteht aus drei Buchstaben - A, U, M.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
74. Klang, Wort und Name sind untrennbar verbunden mit dem Gedanken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
75. OM ist wahrlich Brahman. OM ist wahrlich das Höchste. Der OM kennt erlangt alles was er wünscht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
76. OM ist Brahman Selbst. OM und Brahman sind untrennbar miteinander verbunden. Über OM sollte wie über Brahman Selbst meditiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
77. OM ist ein Symbol, sowohl für Saguna als auch für Nirguna Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
78. Wer auf OM mit Saguna (gestalthaft) Bhava meditiert, der wird Saguna Brahman erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
79. Wer auf OM mit Nirguna (gestaltlos) Bhava meditiert, der wird Nirguna Brahman erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
80. Das manifestierte Brahman sollte erreicht werden. Das unmanifestierte Brahman sollte erkannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
81. OM ist die beste Hilfe. Es ist das beste Mittel, um das Manifeste (Saguna Brahman) oder das Höchste (Nirguna Brahman) zu erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
82. Wer auf Brahman meditiert wird eins mit Brahman und wird geeignet, wie Brahman verehrt zu werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
83. Der Kenner Brahmans wird Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
84. OM ist die wertvollste Hilfe. Wer diese Hilfe kennt wird in dieser Welt als Brahman verehrt. Er wird wie Brahman verehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Wesen des Höchsten Selbst===&lt;br /&gt;
85. Der Atman ist ohne Geburt und ohne Tod. Er entstand nicht aus etwas. Er ist ewig. Er stirbt nicht, wenn der Körper stirbt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
86. Brahman wurde nicht hergestellt wie ein Topf aus Lehm. Er ist frei von Bedingung. Er ist frei von Modifikationen wie sie Dingen eigen sind, die eine Form besitzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
87. Brahman ist unvergänglich und unveränderlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
88. Brahman ist frei von Veränderung und Entwicklung, Es ist unvergänglich und unveränderlich. Es ist archaisch (Purana).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
89. So wie die Luft im Topf nicht davon berührt wird, wenn der Topf zerbricht so, ist der Atman nicht davon berührt, wenn der Körper stirbt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
90. Der Atman ist feinstofflich, kein Schwert kann Ihn töten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
91. Unwissende glauben, der Körper sei Atman und identifizieren die Seele mit dem Körper. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
92. Wenn der Mörder denkt: ‚Ich töte‘, dabei den Körper für die Seele haltend, und wenn der Ermordete denkt: ‚Ich wurde getötet‘, dann kennen beide den Atman nicht. Beide sind unwissend. Die Seele tötet nicht und kann nicht getötet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
93. Der Atman, feiner als fein, größer als groß, weilend im Herzen eines jeden Wesens. Wer wunschlos ist, ruhig im Geist, die Sinne zurückgezogen hat, der behält die Würde des Selbstes und wird frei von Kummer und Leid.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
94. Die Seele einer Ameise ist dieselbe wie die eines Elefanten. Nur ein Bewusstsein weilt in allen Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
95. Die Essenz aller Wesen ist der Atman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
96. Der Atman wird von der Welt überlagert, so wie das Seil von der Schlange überlagert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
97. Für sich allein hat die Welt keine eigene Existenz, alles ist Atman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
98. Der Atman ist weit, Er ist überall, denn Er ist alldurchdringend und ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
99. Der Atman frohlockt und frohlockt nicht. Er genießt die Welt in ihren Begrenzungen. Er ist der stille Zeuge in seinem reinsten Wesen, und so frohlockt Er nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
100. Befähigte Aspiranten, ausgestattet mit einem feinen, scharfen und reinen Intellekt, lernbegierig und mit den vier Absichten (siehe Vers 36) vertraut, können den Atman erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
101. Der Weise, der den Atman als körperlos erkannt, nur im vergänglichen Körper weilend, erhaben und alldurchdringend, kennt kein Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
102. Der Atman ist körperlos im Körper weilend. Er ist unveränderlich inmitten Veränderlichem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
103. Die Weisen, die das Selbst erfahren haben und den Atman erkannt durch direkte intuitive Wahrnehmung (Aparokshanubhuti), kennen kein Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wer erreicht Atma Jnana===&lt;br /&gt;
104. Der Atman kann nicht erkannt werden durch das Studium der Veden, durch Intelligenz oder Hören. Der, den das Selbst erwählt, der kann das Selbst erkennen. Dem enthüllt der Atman Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
105. Den Atman kann nur der erkennen, der wunschlos ist und nach Wissen strebt. Dem enthüllt der Atman Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
106. Das Selbst dessen, der nach Wissen strebt, enthüllt sich ihm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
107. Nur der Aspirant, der Atman sucht erkennt Atman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
108. Der Atman wird nur von dem erkannt, den Gott erwählt, dem Gott Seine Gnade gewährt, den Er liebt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
109. Wer nicht von Untugenden ablässt, wer seine Sinne nicht unter Kontrolle hat, wessen Geist nicht einpünktig und geläutert ist, der kann Atman nicht erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metaphysik des Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
110. Da sind zwei, Paramatman (die höchste Seele) und Jivatman (die verkörperte Seele). Paramatman ist das Licht, Jivatman ist der Schatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
111. Paramatman kennt weder Handlung noch Früchte daraus. Er ist stets der stille Zeuge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
112. Das gegenüberliegende Ufer von Samsara ist Moksha (Befreiung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
113. Der Körper ist der Wagen, der Atman ist der Herr des Wagens, der Intellekt ist der Wagenlenker, der Geist ist die Zügel, die Sinne sind die Pferde, die Objekte sind die Straße. Der Atman, vereint mit Sinnen und Geist, ist der Genießer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
114. Der reine Atman ist tatenlos (Nishkriya). Er ist untätig (Akarta).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
115. Der Atman erscheint als der Genießer, so Er sich mit dem Geist, den Sinnen und dem Körper durch Avidya verbindet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
116. Der Geist agiert und genießt durch Sinne und Körper. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
117. Die Eigenschaften von Geist, Sinnen, Prana und Körper werden auf den Atman übertragen und die Attribute des Atmans werden auf Geist, Sinne, Prana und Körper übertragen. Dies wird wechselseitige Übertragung (Anyonya Adhyasa) genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
118. Durch diese Übertragung erscheint der empfindungslose Geist intelligent zu sein und der unreine und empfindungslose Körper wird für den reinen und empfindungsfähigen Atman gehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
119. Der reine Atman nimmt die Erscheinung des Jivas an und aufgrund der durch Avidya ausgelösten Übertragung verfällt Er in das Leid von Samsara - Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
120. Die Essenz des Jivas ist Satchidananda Svarupa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121. Wenn Avidya durch das Erkennen des Selbstes überwunden ist, wird man eins mit Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wichtigkeit von Selbstkontrolle===&lt;br /&gt;
122. Wer keine Unterscheidungskraft besitzt und seinen Geist nicht unter Kontrolle hat, dessen Sinne sind derart unkontrollierbar wie wilde Pferde durch den Kutscher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
123. Wer nicht ausgestattet ist mit Unterscheidungskraft zwischen Wirklich und Nichtwirklich, wer nicht fähig ist, zu unterscheiden was zu tun ist und was nicht zu tun ist, wer seinen Geist nicht unter Kontrolle hat, der ist ein unfähiger Fahrer seines Körpers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
124. Wer Wissen besitzt, Geist und Sinne stetig unter Kontrolle hält, dessen Pferde sind gezähmt durch den Kutscher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
125. So wie ein guter Kutscher seine Pferde durch die Zügel kontrolliert, so kontrolliert der gute Fahrer diese Körper-Kutsche durch Verstehen, Unterscheidungskraft und Willen.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
126. Die Sinne werden kontrolliert durch den kontrollierten Geist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127. Kontrolle der Sinne ist ein indirektes Mittel um das Ziel, Moksha, zu erlangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
128. Wer keine Unterscheidungskraft besitzt, wer seinen Geist nicht unter Kontrolle hat, wer nicht geläutert ist, der kann das Ziel nicht erreichen, er gerät immer wieder in den Kreislauf von Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
129. Wer versteht, wer seinen geläuterten Geist stets unter Kontrolle hat, der erreicht das Ziel und wird nicht mehr geboren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
130. Wer als Fahrer eine scharfsinnige Intelligenz und als Zügel einen gut kontrollierten Geist besitzt, der erreicht am Ende seiner Reise das Reich Vishnus.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
131. Der kluge Kutscher lenkt die Pferde durch die Zügel und fährt die Kutsche sicher ans Ziel, das Ende der Reise. Ebenso erreicht der Jiva sein Ziel, das Reich Vishnus, auf der Straße des Samsaras, wenn er durch Unterscheidungskraft Geist und Sinne lenkt.&lt;br /&gt;
Die innere Ordnung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
132. Hier werden die aufsteigenden Stufen des Feinstofflichen beschrieben. Jenseits der Sinne sind die Anfänge, jenseits der Anfänge ist der Geist, jenseits des Geistes ist der Intellekt, jenseits des Intellekts ist der kosmische Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133. Jenseits des kosmischen Intellekts ist das Unmanifestierte (Avyakta). Jenseits des Unmanifestierten ist der Purusha. Jenseits des Purushas ist nichts. Das ist das Ende, das ist das höchste Ziel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
134. Überlegenheit wird gewichtet nach der Feinstofflichkeit. Das Feinstoffliche ist dem Grobstofflichen überlegen. Das Feinstofflichere ist dem Feinstofflichen überlegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
135. Der Atman ist das feinstofflichste Vastu (Substanz). Er ist allem überlegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
136. Die Ursache ist feinstofflicher als die Wirkung.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
137. Die fünf Grundlagen der Materie sind den Sinnen überlegen, denn die Sinne werden durch die Grundlagen der Materie geformt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
138. Der Geist ist den Grundlagen überlegen, denn er ist feinstofflicher und wird durch die feinstofflichen Tanmatras (Sukshma Bhutas) in ihrer feinsten Prägung geformt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
139. Die fünf Elemente sind die Auswirkungen der Tanmatras.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
140. Der Geist ist der Seher (Drik), die Objekte sind das Gesehene (Drishya).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
141. Der Geist ist inwendiger als die Sinne. Deshalb ist der Geist den Objekten überlegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
142. Der Intellekt ist dem Geist überlegen, denn der Intellekt ist feinstofflicher, erhabener und inwendiger als der Geist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
143. Der Geist gibt den Gedanken an den Intellekt. Der Intellekt untersucht, entscheidet und kommt zu einer endgültigen Lösung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
144. Der Intellekt ist der Ministerpräsident des Atmans. Er handelt wie ein Oberrichter am Obersten Gerichtshof. Er steht dem Atman ganz nahe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
145. Der Geist ist nur ein Instrument. Er arbeitet durch die Intelligenz, die sich in ihm reflektiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
146. Hiranyagarbha ist der Mahat Atman. Er ist die kosmische Intelligenz. Er ist das universelle Leben. Er ist die Summe aller individuellen Seelen. Er ist der Erstgeborene des Unmanifestierten (Avyakta).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
147. Avyakta ist der Same aller Welten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
148. So wie der Baum potentiell im Samen enthalten ist, so ist die Welt potentiell in Avyakta enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
149. Die drei Gunas sind das Gleichgewicht in Avyakta.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
150. Materie, Energie und Klang sind potentiell in Avyakta enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
151. In Pralaya geht die Welt in Avyakta ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
152. Avyakta geht in Para Brahman ein wie Kette und Schuss. Es ist das Gewebe aller Potenzen von Ursache und Wirkung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
153. Der Purusha ist die Ursache aller Ursachen. Er ist Fülle. Deshalb wird er Purusha genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
154. Der Atman ist das Ende, das höchste Ziel. Hier enden Feinheit und Erhabenheit.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
155. Wer den Purusha erkennt wird nicht mehr in Samsara geboren. Er erreicht Moksha. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156. Der Atman ist in allen Wesen verborgen, nur die Seher nehmen Ihn wahr, durch ihren scharfen und feinen Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
157. Aufgrund von Avidya kann der Mensch, obwohl sein Wesen Brahman ist, die Wahrheit ‚Ich bin Brahman‘ nicht ermessen. Selbst dann nicht, wenn man sie ihn lehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
158. Doch weiß er, dass er der Sohn von dem und dem ist. Selbst wenn man ihn dieses nicht lehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159. Mula Prakriti, Pradhana, Avyakta, Avyakriti und Maya sind gleichbedeutende Begriffe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der inwendige Pfad des Yogas===&lt;br /&gt;
160. Der unwissende weltliche Mensch hält seinen Körper für Atman und wandert in Selbsttäuschung durch Samsara. Wie rätselhaft Avidya doch ist! Wie tief und unergründlich Maya doch ist! Wie fantastisch und undurchschaubar Moha doch ist!  (Avidya – Unwissenheit, Maya – Illusion, Moha – Verblendung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
161. Der Atman strahlt nicht für die, die einen unreinen, engen und groben Intellekt haben, doch Er wird erkannt von denen, die einen reinen, scharfen und feinen Intellekt haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
162. Der Intellekt wird rein und scharf erhalten, indem man über Brahman hört, reflektiert und meditiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
163. Der Weise versenkt seine Sinne in den Geist, den Geist in den Intellekt, den Intellekt in den kosmischen Intellekt und den kosmischen Intellekt in den friedvollen Atman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
164. Ziehe die Sprache und andere Werkzeuge zurück durch Versenkung (Pratyahara) und Selbstkontrolle (Dama).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
165. Verschmelze den Geist mit dem Intellekt, mit Hiranyagarbha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
166. Verschmelze Hiranyagarbha mit dem friedvollen Atman (Santa Atman), dem reinen, unbedingten Para Brahman, dem Nährboden für alles, dem Unwandelbaren, dem Selbst, dem Zeugen aller Modifikationen des Intellekts. Das ist der Prozess des Verschmelzens des Geistes mit dem Unendlichen, Laya Chintana.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
167. Praktiziere Innenschau und Selbstanalyse. Kontrolliere den niederen Geist durch den höheren. Beende alle Aktivitäten der Sinne und richte das Bewusstsein auf den Geist. Dann ziehe das Bewusstsein vom Geist zurück und richte es auf den Intellekt. Ziehe das Bewusstsein vom Intellekt zurück und richte es auf die kosmische Intelligenz. Schließlich ziehe das Bewusstsein von der kosmischen Intelligenz zurück und richte es auf das absolute Bewusstsein, auf Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
168. So wie die Schildkröte ihre Glieder einzieht, so ziehe die Sinne zurück in den Geist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
169. Der Intellekt wird Mahat Atman genannt, weil er Geist und Sinne durchdringt. Er ist ihr inneres Prinzip. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
170. Verschmelze den Intellekt mit Mahat Atman, Hiranyagarbha. Lasse deinen Intellekt klar und rein werden wie Hiranyagarbha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
171. Erhebe dich, erwache! Lerne von großen Lehrern, erkenne Atman. Der Weg führt auf einer scharfen Klinge, schwierig ist er zu gehen, sagen die Weisen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
172. Sind Sinne, Geist, Intellekt und Mahat Atman mit Para Brahman verschmolzen, erfährt man Glückseligkeit, ewigen Frieden und erlangt Moksha. Man erfährt das wahre Wissen über das Selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
173. Das Wasser der Luftspiegelung vergeht, die Schlange im Seil löst sich auf und das Blau des Himmels entweicht, sobald das wahre Wesen der Luftspiegelung, des Seiles und des Himmels erkannt ist. Ebenso verlieren sich Name, Form und Handlung, da sie auf falschem Wissen beruhen und vom Wesen her Ursache, Wirkung und Frucht sind, wenn Atman erkannt ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
174. Erhebe dich, Mensch, aus dem Morast des Samsaras, wende dich spirituellem Wissen über Atman zu. Höre auf, über weltliche Gebilde zu sinnieren.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
175. Erwache aus dem Schlummer in Unwissenheit. Beende den Schlaf, den Samen allen Leides. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
176. Suche hervorragende Lehrer, Brahma Nishtha, Brahma Srotriya Gurus, die Atman erkannt haben. Erkenne Atman so wie sie es dich lehren. Fühle ‚Ich bin Das‘, Soham.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
177. Er hat Das erkannt, das ohne Klang, ohne Berührung, ohne Gestalt, ohne Verfall, ohne Geschmack, ohne Geruch, ohne Anfang, ohne Ende, jenseits des Intellekts ist, ewig und unveränderbar. Er ist dem Rachen des Todes entkommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
178. Der Atman ist transzendent, jenseits aller Vorstellungen. Er ist jenseits von Materie. Er ist reiner Geist. Er ist reines Bewusstsein.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
179. Der Atman ist jenseits von Geist und Sprache. Jenseits von Klang, Berührung, Geschmack und Geruch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
180. Der Atman ist Glückseligkeit und Wissen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
181. Die Erde ist grob. Der Körper ist grob. Doch der Atman ist feiner als das Feine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
182. Klang, Berührung, Geschmack und Geruch existieren nicht in Atman. Deshalb kann Er nicht erlöschen, Er kann nicht steigen und nicht sinken.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
183. Etwas das vergeht ist flüchtig. Der Atman ist ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
184. Was einen Anfang hat, hat eine Wirkung und geht in die Ursache ein. Deshalb ist es nicht ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
185. Der Atman hat keine Ursache in die Er eingehen könnte. Er ist die Ursache von allem und hat keine Wirkung. Da Er keine Wirkung hat, ist Er ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
186. Vergängliche Objekte, wie Bäume, Blumen, Körper, haben einen Anfang und ein Ende. Der Atman jedoch ist ohne Anfang und ohne Ende, da Er ewig ist.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
187. Vernachlässige das nicht. Das ist deine erste Pflicht. Das ist deine höchste Pflicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
188. Da der Atman feinstofflich ist, ist der Pfad des Wissen, der zu Ihm führt, schwierig zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
189. Der Aspirant, der auf der Klinge wandelt muss vorsichtig, wachsam, bestrebt und intelligent sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
190. Es versteht sich von selbst, dass ein Guru unverzichtbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
191. Die Upanishaden sind Aufzeichnungen der intuitiven Erfahrungen großer Weiser und Seher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
192. Der Atman ist verschieden vom Intellekt, denn Er ist der stille Zeuge, das absolute Wissen und die Seele aller Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
193. Nur das Unveränderliche kann als ewig bezeichnet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
194. Wer den Atman erkannt hat ist dem Rachen des Todes entkommen. Er ist frei von den Fesseln von Geburt und Tod. Er ist frei von den drei Blockaden (Granthi) Unwissenheit, Wunsch und Handlung. Er erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Philosophie des Sehnsucht===&lt;br /&gt;
195. Das aus Sich Selbst Seiende (Brahman) schuf die nach außen gerichteten Sinne. Deshalb sieht der Mensch das externe Universum und nicht das innewohnende Selbst (Atman). Doch der Weise wendet Sinne und Augen von den äußeren Sinnesobjekten ab, sehnt sich nach Unsterblichkeit und erkennt den Atman in sich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
196. Es ist nicht möglich, Licht und Dunkelheit zur gleichen Zeit am gleichen Ort zu haben. Es ist nicht möglich, Sinnesfreuden und Glückseligkeit zur gleichen Zeit zu erlangen. Es ist nicht möglich, in Sinnesfreuden zu schwelgen und das innere Selbst zur gleichen Zeit zu erblicken. Es ist nicht möglich, den Mammon und Gott gleichzeitig anzubeten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
197. Der Unwissende läuft den externen Objekten der Begierde hinterher und gerät in den Fallstrick des Todes. Doch der Weise, das Wesen der Unsterblichkeit kennend, trachtet nicht nach den flüchtigen Objekten hier auf Erden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
198. Die zwei Hindernisse die dem Erkennen des Selbstes im Wege stehen sind die Tendenz der Sinne, externen Objekten zu verfallen und der Wunsch nach Freuden in dieser und der nächsten Welt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
199. Die Sinne suchen im Außen aufgrund von Vikshepa Sakti (Rajas).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
200. Nicht nur die Augen, alle Sinnesorgane müssen von ihren jeweiligen Objekten zurückgezogen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
201. Der Grund für Wünschen ist Unwissenheit. Wünschen entsteht aus Avidya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
202. Wenn Rajas in den Sinnen durch Sattva erdrückt wird gehen die Sinne in den Geist ein. Sie wenden sich nicht mehr nach außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
203. Der Mensch hat seine Göttlichkeit vergessen aufgrund von Unwissenheit. Sein Geist folgt den Sinnesfreuden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
204. Unwissende, die weder Verstand noch Unterscheidungskraft besitzen, rennen externen Objekten hinterher und verfangen sich so in den Maschen des Todes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
205. Der Atman steigt nicht und sinkt nicht. Er ist unveränderlich und unsterblich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
206. Die Weisen, die die Glückseligkeit des Atmas genießen, kümmern sich nicht um Sinnesfreuden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
207. Die Summe der Sinnesfreuden ist nur ein Tropfen im Vergleich zu der Glückseligkeit des Atmans. Der Atman ist der Ozean der Glückseligkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
208. Der Wunsch nach Sinnesfreuden steht dem Wissen über das Selbst entgegen. Er steht dem Erkennen des Selbstes entgegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
209. Würde jemand Zucker essen, wenn Mangos reichlich vorhanden sind?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
210. Dem Selbst, durch das wir Form, Geschmack, Geruch, Klang und Berührung erfahren, bleibt nichts verborgen. Wahrlich, Dieses ist Das (Brahman). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
211. Der Atman ist absolutes Wissen. Er ist absolutes Bewusstsein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
212. Was in dieser Welt bleibt dem Atman verborgen? Alles ist dem Atman bekannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
213. Geist und Intellekt sind unempfänglich. Sie borgen ihr Licht von Atman. So wie der Mond Licht von der Sonne borgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
214. Geist, Intellekt und Sinne erfüllen ihre Aufgaben durch das Licht des Atmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
215. Der Atman steht hinter allen Wahrnehmungen von Sinnen, Geist und Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
216. So wie Eisenspäne sich hin zum Magnet bewegt. So bewegen sich Geist, Sinne und Intellekt hin zu Atman.&lt;br /&gt;
Jenseits von Furcht und Leid &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
217. Das, wahrlich, ist der Atman, verschieden von Tugend und Untugend, Ursache und Wirkung. Er ist Vishnu, darüber hinaus ist nichts.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
218. Der Weise weiß, dass alles was er im Wachen und im Traum wahrnimmt, der allgegenwärtige Atman ist. Er leidet nicht mehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
219. Turiya (der vierte Zustand) übertrifft Wachen, Schlaf und Tiefschlaf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
220. Der Atman ist der stille Zeuge der drei Bewusstseinszustände. Er wird Turiya genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
221. Durch Atman alleine ist man sich des Träumens und Wachens bewusst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
222. Wer den ewigen Atman erkennt wird absolut furchtlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
223. Furcht erscheint nur, wenn man am Körper anhaftet, wenn man sich mit dem Körper identifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
224. Wer sich mit seinem physischen Körper identifiziert versucht, ihn zu schützen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
225. Wo immer Anhaftung herrscht, herrschen auch Furcht und Ärger. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
226. Der Atman ist Eins ohne ein Zweites und ewig, so Er erkennt ist, was will man dann vor wem schützen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
227. Der Weise sieht das Selbst überall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
228. Der Weise steht über dem Körperbewusstsein. Er wird vollkommen furchtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
229. Atman zu kennen heißt, Atman zu verwirklichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
230. Atman zu kennen heißt, Atman zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Einheit von Brahman, Mensch und Welt===&lt;br /&gt;
231. Brahman erscheint als Jiva durch den Upadhi (begrenzende Beifügung) Avidya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
232. Brahman erscheint als Hiranyagarbha durch den Upadhi Maya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
233. Die Gesamtheit aller Jivas (Samashti) ist Hiranyagarbha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
234. Der Jiva ist der mikrokosmische Aspekt Brahmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
235. Wenn der Upadhi weicht werden Hiranyagarbha und Jiva eins mit Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
236. Hiranyagarbha ist die erste Manifestation Brahmans durch Meditation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
237. Brahman, Hiranyagarbha genannt, entstand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
238. Hiranyagarbha ist kosmischer Prana oder kosmische Intelligenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
239. Alle Götter weilen in Brahman, wie die Speichen in der Nabe. Alle Götter hängen von Brahman ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
240. So wie die Welle nicht verschieden ist vom Ozean, so wie Goldschmuck nicht verschieden ist von Gold, so ist diese manifestierte Welt nicht verschieden von Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
241. Der Unterschied besteht nur im Namen. So wie das Seil als Schlange erscheint, so erscheint Brahman in Name, Gestalt und Handlung, (Nama, Rupa, Kriya) durch Avidya (Unwissen) beziehungsweise Maya (Illusion).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
242. Wer denkt: ‚Ich bin verschieden von Brahman‘, der wird wiedergeboren und stirbt. Doch wer fühlt: ‚Ich bin wahrlich das alldurchdringende, unsterbliche Satchidananda Brahman‘, der erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
243. Brahman ist die Verkörperung der ewigen Erkenntnis (Nitya Vijnanaghana Svabhava).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
244. Brahman ist frei von Eigenschaften des Samsaras (Sarva Samsara Dharma Varjitam).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
245. Die Höchste Seele ist identisch mit der individuellen Seele und mit der gesamten Schöpfung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
246. Das Fehlen von Unterscheidungsfähigkeit ist der Grund für Wiedergeburt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ästhetik und das Selbst===&lt;br /&gt;
247. Allein durch den Geist kann Brahman erkannt werden. Es gibt keinen Unterschied zwischen Geist und Brahman. Wer einen solchen sieht geht von Tod zu Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
248. Der Geist ist zweigestaltig, Suddha Manas - der reine Geist, und Asuddha Manas - der verunreinigte Geist, angefüllt mit Vasanas, Ego und Gier. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
249. Brahman kann nur erkannt werden durch einen geläuterten Geist. Dazu lese man die Schriften, lerne bei einem Lehrer, praktiziere die vier Absichten (siehe Vers 36) und meditiere stetig auf das Selbst.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
250. So man das Selbst erkannt hat verschwindet die Unwissenheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
251. Der Weise erkennt Brahman in allem, nichts anderes existiert. Die Welt ist die Manifestation Brahmans allein, sie ist in ihrem Wesen nicht verschieden von Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
252. Wer Verschiedenheit sieht,  mit von Unwissenheit verdunkelten Augen, geht von Tod zu Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
253. Daumengroß sitzt der Purusha in der Mitte des Körpers. Er ist der Herr der Vergangenheit und der Zukunft, nachdem er Ihn erkannt hat kennt der Weise keine Furcht mehr. Dieses ist Das. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
254. Der Purusha weilt im Herzen. Der Atman wird Purusha genannt, weil Er in der Stadt (Puri) des Körpers weilt und weil alles von Ihm durchdrungen ist, die ganze Welt ist Seine Fülle. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
255. Der Atman ist grenzenlos, die Größe eines Daumens ist nur ein Hilfsmittel zur Meditation für Anfänger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
256. Zu Beginn meditiert der Aspirant auf den Atman als ein im Herzen strahlendes Licht (Jyoti) in Größe eines Daumens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
257. Nachdem der furchtlose, unsterbliche Atman erkannt ist, ist die Furcht vergangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
258. Brahman ist der perfekte Purusha. Er ist die Seele, die im Herzen eines jeden Menschen weilt. Er ist der Herrscher über das Wissen. Es ist verborgen in Herz und Geist. Wer so weiß erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
259. Brahman ist eine Flamme ohne Rauch. Es ist der Herr über Vergangenheit und Zukunft. Nur Es allein ist heute und wird morgen sein. Dieses ist wahrlich Das. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
260. Brahman ist ewig, unsterblich (Kutastha) und unbewegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
261. Brahman weilt in allen Lebewesen heute, und wird es sicher auch morgen noch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
262. Der Regen fällt auf den Berg, das Wasser rinnt hinunter ins Tal, verteilt sich und verliert sich.  Der Unwissende sieht Unterschiede im Leben; denkt, verschiedene Selbste seien in verschiedenen Körpern; denkt, die Welt sei verschieden von Brahman und die einzelnen Seelen seien verschieden von anderen Seelen und von der Höchsten Seele; sieht Dinge als verschieden von der Seele; hat nicht das Substrat von allem erkannt; hat nicht die Nichtzweiheit Brahmans und Seine ewige, unsterbliche, unwandelbare Einheit erfasst. Dieser Unwissende ist gefangen im Kreislauf von Geburt und Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
263. Reines Wasser in reines Wasser gegossen wird eins mit dem reinen Wasser. Die geläuterte individuelle Seele wird eins mit der Höchsten Seele, so sie das Höchste Selbst durch Intuition erkannt hat, die Vorstellung von Unterschieden durch das Wissen über Atman überwunden hat, die Einheit von Selbst und Atman erkannt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
264. Der Aspirant sollte unerschütterliches Vertrauen in die Lehren der Srutis haben. Ohne dieses Vertrauen gibt es kein Erkennen des Selbstes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der innere Herrscher===&lt;br /&gt;
265. Die Stadt Brahmans, dessen Wissen ewig ist, hat elf Tore. Brahman verehren lässt Kummer vergehen und befreit von allen Bindungen, man wird frei. Dieses ist wahrlich Das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
266. Zwei Augen, zwei Ohren, zwei Nasenlöcher, ein Mund, das sind sieben Tore. Der Nabel und die zwei unteren Öffnungen sind zusammen zehn. Das elfte ist Brahmarandhra, die Öffnung Brahmans, die Fontanelle. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
267. So wie eine Stadt einem König gehört, er jedoch unabhängig von der Stadt ist, so gehört der Körper einem König (Atman), der unabhängig vom Körper ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
268. Wer auf Brahman meditiert und das Selbst erkannt hat, der ist frei von Kummer. Er ist frei von allen Bindungen und frei vom Kreislauf von Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
269. Der Weise ist frei von Wünschen und den Fesseln, die Karma erschafft. Er wird vollkommen furchtlos. Er nimmt keinen weiteren Körper an. Er geht in Brahman ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
270. Brahman schickt Prana nach oben und Apana nach unten. Dieses Verehrungswürdige, im Inneren weilend, verehren die Götter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
271. Fünf Prinzipien der Lebenskraft kennen wir, Prana, Apana, Vyana, Udana und Samana. Es gibt weitere fünf untergeordnete Pranas (Upapranas). Der höchste Prana, Mukhyaprana, nimmt die zehn Formen an, je nach Aufgabe eines jeden einzelnen Pranas (Vritti Bheda).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
272. Prana ist Odem. Apana hat die Funktion der Ausscheidung. Vyana lässt das Blut zirkulieren. Udana lässt die Stimme wirken. Samana hat die Funktion der Verdauung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
273. Prana ist nicht Atem. Prana ist Lebensenergie. Atem ist nur eine der vielen Manifestationen von Prana. Prana ist mit Atem verbunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
274. Geist und Sinne verehren ihren Herrn, den Atman, indem sie die ihnen zugeteilten Aufgaben erfüllen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
275. Sie stimmen ihren Herrn, den Atman, günstig, indem sie die verschiedenen Wahrnehmungen, Form, Klang, Geruch, Geschmack und Berührung, Ihm darbringen, so wie das Volk den König günstig stimmt, indem es ihm Gaben darbringt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
276. Sinne, Geist und Prana sind stets damit beschäftigt, dem Atman zu dienen und Ihn zu erfreuen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
277. Der Atman allein leitet Geist, Sinne und Prana in den ihnen zugeteilten Aufgaben an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
278. Die fünf Sinnesorgane sammeln Empfindungen aus der Außenwelt und bringen sie dem Atman dar. Das ist ihre Art der Verehrung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
279. Sobald der Atman den Körper verlässt, löst dieser sich auf. So wie ein Volk sich auflöst, wenn der König aus dem Land gejagt wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
280. Der Sterbliche lebt weder durch Prana noch durch Apana, sondern durch Das, von dem diese beiden abhängen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
281. Die wahre Grundlage des Lebens ist der Atman. Prana, Apana, Vyana, Udana und Samana können nicht die Grundlage des Lebens sein. Sie arbeiten nur zusammen zum Wohle des Atmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
282. Der Körper löst sich auf, wenn Prana und Apana ihn verlassen und sich der Atman zurückzieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
283. Ein Haus besteht zum Wohle des Besitzers, der verschieden ist vom Haus und sein Herr ist. Prana, Apana, Vyana, Udana, Samana, die Sinne und der Geist bestehen zum Wohle des Atmans, der verschieden von ihnen ist und ihr Herr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
284. Prana und Apana hängen von Atman ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
285. Sie vollziehen ihre Pflichten in Harmonie zum Wohle des Atmas, ihres Herrn. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
286. Die Stütze der Wesen, des Pranas, der Sinne und des Geistes ist der Atman. Er ist völlig unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
287. Wie Getreide vergeht der Sterbliche und wie Getreide wird er wiedergeboren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
288. Manche Jivas gehen in einen Leib ein, um einen Körper zu erhalten, anderen gehen in anorganische Substanzen ein, je nach deren Karma und Bewusstsein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
289. Der Jiva nimmt den Körper an, den sein Karma bedingt und seinem Bewusstsein entspricht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
290. Er kann Indra werden oder sogar Hiranyagarbha. Er kann alles werden in der kosmischen Hierarchie. Er kann sein letztes Leben antreten und ein Jivanmukta, ein befreiter Weiser, werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
291. Er kann ein Muni, ein Tapasvin oder ein Yogi werden, so er sehr gute spirituelle Samskaras mit sich bringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
292. Er kann auch ein Baum oder etwas Anorganisches werden, je nach seinem Karma. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
293. Brahman ist der stille Zeuge der drei Bewusstseinszustände Wachen, Traum, Tiefschlaf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
294. Der Purusha schläft nie. Selbst wenn Prana, die Sinne und der Geist schlafen, ist Er der Zeuge (Sakshi) von allem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
295. Brahman ist ewig rein und unsterblich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
296. Brahman ist die Ursache der Welt. Alle Welten hängen nur von Ihm ab. Er ist die Stütze aller Welten. In Ihm sind alle Welten enthalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
297. Im Tiefschlaf ruhst du in Brahman. Du kommst in Kontakt mit Brahman, doch da ist der Schleier der Unwissenheit. Deshalb bist du dir Brahmans nicht bewusst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
298. In Samadhi ist dieser Schleier verschwunden. Dein reines Bewusstsein ist eins mit dem absoluten Bewusstsein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
299. Während der Geist und die Sinne im Tiefschlaf ruhen erfährst du die Glückseligkeit in Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
300. Deshalb sagst du, wenn du ins Wachbewusstsein zurückkommst: ‚Ich habe gut geschlafen, ich weiß von nichts‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
301. Dieses Erinnern an die Glückseligkeit beweist, dass Brahman ist, nichtdual, glückselig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das allgegenwärtige Selbst===&lt;br /&gt;
302. Wie das eine Feuer, sobald es in der Welt erstrahlt, verschiedene Formen annimmt, je nachdem was es verbrennt, so nimmt der ewige Atman aller Lebewesen, obwohl Eines, verschiedene Gestalten an, je nachdem in was er in der Außenwelt eingeht. Und dennoch ist Er jenseits aller Gestalt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
303. Viele sprechen, um ihre Belesenheit zu zeigen oder über anderen zu stehen. Sie sprechen nicht der Wahrheit wegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
304. Ehrliche und ernstgemeinte Gespräche mit großen Seelen, um Zweifel zu beseitigen und Klarheit zu erlangen, ist wünschenswert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
305. Ernsthafte Aspiranten mögen unter sich schwierige und abwegige Probleme erörtern. Das ist sehr hilfreich für ihr Wachstum und ihr Verständnis. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
306. Das Wissen über die Einheit mit dem Atman ist auch nach Erklärungen und Wiederholungen nicht leicht zu verstehen. Deshalb erklären die Srutis die Wahrheit über Atman durch verschiedene Darstellungen, Gleichnisse und Analogien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
307. Der Atman ist stets rein und verschieden von Gestalt. Es wird nicht im Geringsten von Gestalt berührt, denn Er ist ohne Beifügungen und feinstofflich, reines Bewusstsein, Seele, Geist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
308. Wie sollte es eine Verbindung geben zwischen Materie und Geist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
309. Der Atman nimmt durch die Upadhis verschiedene Gestalten an, Geist, Sinne, Prana, Körper, Er ist jenseits von Name und Form. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
310. Der Atman ist ein Mysterium. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
311. Die Luft nimmt, nachdem sie die Welt betreten hat, verschiedene Formen an, je nachdem in welches Behältnis sie eingeht. Der Atman nimmt ebenso verschiedene Gestalten an, je nachdem in welchen Körper Er eingeht. Dennoch ist er jenseits von Name und Form. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
312. Die Sonne, das Auge des Universums, wird nicht berührt von den Defekten des physischen Auges. Der Atman, das Wesen von allem, wird nicht berührt durch das Leid der Welt, das aus Wunsch und Karma entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
313. Die Schlange überlagert das Seil, so das Licht schwach ist. Silber überlagert Perlmutt. Die Welt und der Körper überlagern den Atman durch Avidya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
314. Das Seil bleibt von der Schlange unberührt, der Atman wird nicht berührt von Überlagerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
315. Handlung, Wirkung, Frucht (Kriya, Karta, Phala) überlagern fälschlicherweise den Atman durch Unwissen. Es sind alles nur falsche Wahrnehmungen, wie die falsche Wahrnehmung einer Schlange im Seil. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
316. Der Atman handelt nicht (Akarta) und genießt nicht (Abhokta). Er ist unberührt (Asanga, Nirlipta).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
317. Brahman ist Eines. Es ist der Herrscher, der Atman aller Wesen. Es wird nicht berührt vom Leid der Welt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
318. Brahman ist der Herr über alles. Alldurchdringend, unabhängig. Nichts ist Ihm gleich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
319. Obwohl Eines, manifestiert Es sich in verschiedenen Namen und Formen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
320. Der Weise der Es schaut erfährt ewige Glückseligkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
321. Der weltliche Mensch, bar jeder Unterscheidungskraft, erfreut sich an den Objekten im Außen. Er wird nie die Glückseligkeit Atmans genießen. Der Atman wird durch seine Unwissenheit verdeckt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
322. Für den Weisen ist das Selbst das Ewige inmitten des Transzendenten, das Bewusstsein inmitten des Bewusstseins. Es, obwohl Eines, gewährt die Wünsche vieler, weilend in ihnen. Ihnen sei ewiger Frieden. Niemand anderem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
323. Der Atman ist ewig und unveränderlich. Die Welt von Name und Form ist vergänglich und veränderlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
324. Körper, Geist, Sinne und Prana, sie alle sind gemeint mit der Bezeichnung ‚Welt‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
325. Die Welt ist ein flüchtiger Schatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
326. Der Wandel setzt eine Grundlage voraus, die ewig und unveränderlich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
327. Wandel kann nur im Unwandelbaren erfolgen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
328. Die Leinwand im Kino verändert sich nicht, doch die Bilder wandeln sich ständig. Brahman repräsentiert die Leinwand, die flüchtige Welt der Namen und Formen repräsentiert die Bilder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
329. Heißes Wasser borgt seine Hitze vom Feuer, der Intellekt borgt seine Intelligenz von Atman, der Grundlage von allem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
330. Wer den in seinem Herzen weilenden Atman erkennt erfährt ewigen Frieden. Die Unwissenden leiden in Samsara.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
331. Der Weise, der Wunschlosigkeit erreicht hat, erkennt diese unbeschreibliche Glückseligkeit von Dieses ist Das.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
332. Weder Sonne, Mond, Sterne, Blitze noch Feuer strahlen. Wenn Es strahlt, strahlt alles andere auch. Durch Sein Licht strahlen sie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
333. Der Atman strahlt aus Sich Selbst heraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
334. Etwas aus sich selbst Strahlendes benötigt keine Licht für sein Erstrahlen (Nirapeksha).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
335. Wenn du sagst, der Atman erhält Sein Licht von einem Licht, dann muss dieses Licht wiederum ein Licht haben das es illuminiert. Dies führt zu Anavasthadosha, in die Unendlichkeit. Deshalb muss der Atman aus Sich Selbst heraus strahlen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Baum des Samsaras===&lt;br /&gt;
336. Wir kennen den alten Asvattha Baum, dessen Wurzeln oben und die Äste unten sind. Das ist der Baum der Schöpfung. Das ist Brahman und nur Das wird unsterblich genannt. Davon hängen die Welten ab und niemand sieht dahinter. Dieses ist wahrlich Das. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
337. Du kannst das Wesen Brahmans erkennen, die Quelle des Samsara Baumes (Maya Vriksha), so du die Wirkung erfasst, den Samsara Baum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
338. Die Welt hat ihre Wurzeln in Brahman. Aus Brahman allein gedeiht das Universum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
339. Wie ein Baum mit der Axt gefällt werden kann, so kann der Samsara Baum ebenfalls gefällt werden. Die Axt ist Nichtanhaftung, Atma Jnana oder Kenntnis über das Selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
340. Der Samsara Baum erhält seinen Lebenssaft von seiner Quelle, Para Brahman und wächst durch den Samen der Unwissenheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
341. Hiranyagarbha oder Karya Brahman ist sein Spross. Die feinstofflichen Körper aller Lebewesen sind sein Rumpf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
342. Das Universum hat sich aus Brahman entfaltet. Brahman ist ein Donnerkeil. Wer so weiß erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
343. Prana ist Brahman. Brahman ist der Ursprung der Welt. Er ist der Herr der Schöpfung. Der Mensch erlangt Unsterblichkeit durch Wissen über Brahman. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
344. Die Aussage, die Welt sei aus dem Nichts entstanden ist absurd. Sie ist aus Brahman entstanden. Sie schwingt in Brahman. Sie ruht in Brahman. Sie geht in Brahman ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
345. Brahman ist das Substrat der veränderlichen Welt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
346. Brahman ist ohne Veränderung und ohne Bewegung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
347. Schwingung kann nur in Unbewegtem entstehen. Dieses Unbewegte ist Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
348. So wie der Diener den Anordnungen des Herrn gehorcht, so gehorcht die Welt den Schöpfungsgesetzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
349. Den Schöpfungsgesetzen kann niemand entrinnen. Niemand kann sie übertreten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
350. Alles ist unter deren Kontrolle. Schöpfung, Erhaltung, Auflösung sind einem unveränderlichen, göttlichen Gesetz unterworfen, dem niemand zuwider handeln kann. Deshalb ist Brahman, handelnd als dieses Gesetz, ein Donnerkeil. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
351. Die Brahman erkennen, den Zeugen all unserer mentalen Erregungen (Vritti), den Urgrund allen Seins, den Herrn der Schöpfungsgesetze, erlangen Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
352. Aus Furcht vor Brahman brennt das Feuer, scheint die Sonne und tun Indra, Vayu und Yama ihre Pflicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
353. Wäre Brahman nicht der Herrscher der Welt, mit dem Donnerkeil in Händen, würde die Welt nicht in Harmonie und Perfektion bestehen. Ein sinnvolles Wirken der Weltenhüter (Loka Palas) wäre nicht möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erkenne das Selbst jetzt===&lt;br /&gt;
354. Wer noch in diesem Leben hier auf Erden, vor dem Tod seines Körpers, Brahman erkennt, wird von den Fesseln der Welt befreit. Dem dies nicht gelingt kommt in einem neuen Körper zurück in die Welt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
355. Deshalb sollten ernsthafte Anstrengungen unternommen werden, vor dem Verfall des Körpers, Brahman zu erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
356. So wie man im Spiegel klar sein Spiegelbild erkennt, so kann Brahman im eigenen Intellekt klar erkannt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
357. Die Wahrnehmung wird getrübt in der Welt der Ahnen. Sie waren versunken im Genuss ihre karmischen Früchte. Auch im Traum ist die Wahrnehmung getrübt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
358. Die Reflektion unseres Bildes im Wasser ist verschwommen, so ist die Wahrnehmung des Atmans in der Welt der Gandharven ebenso verschwommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
359. In Brahmaloka kann der Atman deutlich wahrgenommen werden. Er hebt Sich ab wie Licht vom Schatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
360. Schwierig ist es, Brahmaloka zu erreichen. Besonderes Karma oder Verehrung sind nötig um es zu erreichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
361. Deshalb sollte man den Atman im Intellekt erkennen, solange man noch in der Welt weilt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
362. Der Weise hat erkannt, dass die Sinne verschieden sind von Atman, ihre Aktivitäten berühren ihn nicht mehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
363. Die fünf Sinne bestehen neben ihrer Quelle, um die ihnen zugeordneten Objekte wahrzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
364. Der Atman ist rein, unbefleckt und aus Sich Selbst strahlend. Das Wesen der Sinne unterscheidet sich vom Wesen Brahmans.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
365. Die Sinne wirken während des Wachens. Sie gehen auf beim Erwachen und unter im Tiefschlaf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
366. Der Atman geht weder auf noch unter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
367. Der Atman kennt weder Anfang noch Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
368. Sprunghaft sind Sinne und Geist und können klar von Atman unterschieden werden, der klar, unveränderbar, alldurchdringend, unteilbar, ohne Anfang und ohne Ende ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
369. Der Weise leidet nicht, er hat den Unterschied zwischen Atman und Sinne erkannt, ihr auf und ab, ihr Wachen und Schlafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
370. Der Kenner des Atmans hat das Leid überwunden und ruht in Glückseligkeit.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Höchstes Bewusstsein===&lt;br /&gt;
371. Höher als die Sinne ist der Geist. Höher als der Geist ist der Intellekt. Höher als der Intellekt ist der kosmische Intellekt, höher als Avyakta, das Unmanifestierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
372. Jenseits von Avyakta ist der Purusha, der Alldurchdringende, jenseits eines Sinnbildes. Wer Ihn erkennt erlangt Befreiung und Unsterblichkeit.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
373. Die Sinne sind verschieden von Atman, Er kann von den Sinnen im Außen nicht erfasst werden, denn Er ist das Innerste aller Dinge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
374. Das Wissen über diese Abstufung ist notwendig, um Unsterblichkeit und letztendliche Befreiung zu erlangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
375. Zum Zeitpunkt von Pralaya geht die Welt in Avyakta ein. Jenseits von Avyakta ist der alldurchdringende Purusha. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
376. Das Symbol, das durch die Sinne erkannt und verstanden werden kann, wird Linga genannt. Kein Linga zu haben ist Alinga. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
377. Wer von Ihm durch den Lehrer und durch die Sastras erfahren hat und durch Intuition, der erreicht Unsterblichkeit und letztendliche Befreiung. Er ist befreit von den Knoten des Herzens, wie Wunsch, Unwissenheit und Handlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
378. Seine Gestalt kann nicht gesehen werden. Niemand sieht Ihn mit seinen physischen Augen. Er enthüllt sich dem Aspiranten durch Kontrolle des Geistes und tiefe Meditation. Die Brahman erkennen erlangen Unsterblichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
379. Der Atman kann durch das physische Auge nicht gesehen werden, denn Er ist feinstofflich, jenseits der Wahrnehmung durch Geist und Sinne. &lt;br /&gt;
Schriften und Guru&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
380. Wer durch reinen Intellekt den im Herzen Weilenden erkennt erlangt Unsterblichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
381. Wenn die fünf Sinnesorgane zusammen mit Geist und Intellekt ruhen ist der höchste Zustand erreicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
382. Der Mensch erfährt das Wissen der Welt durch die fünf Wahrnehmungsorgane. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
383. Die Sinne sammeln die Erfahrungen aus der Welt und präsentieren sie dem Atman durch Geist und Intellekt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
384. Wenn die fünf Wahrnehmungsorgane vom Außen zurückgezogen werden und in den Geist eingehen, wenn der Geist auf den Atman gerichtet ist, wenn der Intellekt zur Ruhe gekommen ist, dann ist der höchste Bewusstseinszustand erreicht.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
385. Wenn Sinne und Intellekt zur Ruhe gekommen sind, die Emotionen unter Kontrolle, dann ist der höchste Bewusstseinszustand erreicht. Das wird Yoga genannt. &lt;br /&gt;
386. Yoga ist der erhabenste Weg, denn er führt zu Moksha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
387. Die Kontrolle der Sinne nennen sie Yoga. Sei vorsichtig, denn Yoga wird erlangt und verloren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
388. Die Sinne sind zurückgezogen und der Geist ist fixiert auf Atman durch stetige Konzentration und Meditation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
389. Der Yogi sei wachsam, denn Yoga kommt und geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
390. Yoga kommt. Und geht, wenn der Geist nicht ruhig ist, wenn die Sinne nicht unter Kontrolle sind, wenn Leidenschaftslosigkeit nachlässt, wenn Unlust bei der Meditation aufkommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
391. Vollkommene Wachsamkeit ist nötig, wenn man mit der Yoga Praxis beginnt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die zwei Augen eines Sadhakas===&lt;br /&gt;
392. Der Atman kann durch Sprache nicht beschrieben, durch den Geist nicht erfasst und durch das Auge nicht erkannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
393. Weder Darlegungen noch metaphysisches Denken helfen dem Aspiranten, Brahman zu erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
394. Maharshi Vyasa und Sri Sankara lehrten durch Beweis und Logik, ihre Doktrin basiert hauptsächlich auf Sabda Pramana (Zeugnis der Veden), das so gut wie unfehlbar ist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
395. Vertraue den Worten der Srutis und den Sehern, die Atman durch Intuition erkannt haben und versichert, dass Atman ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
396. Sabda Pramana, die Srutis, Apta Vakya, die Worte der Seher, sind von äußerster Wichtigkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
397. So du Atman erkennen willst habe Vertrauen in die Worte des Gurus, der das Selbst erkannt hat, und folge seinen Anweisungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
398. Der Atman muss von einem Guru erkannt worden sein, der weiß, dass Atman ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
399. Wenn der Atman durch die Sinne nicht wahrgenommen werden kann, wie kann Er dann wahrgenommen werden? Nur durch die Belehrungen eines Gurus, der weiß dass Er ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
400. Ihr müsst wissen, dass Es ist und was Es ist. Wer so weiß erkennt Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
401. Dem, der auf Brahman meditiert und sich mit den vier Absichten (siehe Vers 36) ausstattet, dem enthüllt Sich Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Entsagung: die Voraussetzungen===&lt;br /&gt;
402. Wenn Wunschlosigkeit erlangt ist, erlangt der Sterbliche Unsterblichkeit und erkennt Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
403. Die Voraussetzung für Unsterblichkeit ist Entsagung aller Wünsche und Anhaftungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
404. Die weltlichen Wünsche werden nur überwunden, wenn die Fesseln der Unwissenheit zerschnitten sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
405. Der Geist ist der Sitz des Wunsches. In Atman ist kein Wunsch, Er ist rein und makellos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
406. Wünschen ist die Ursache für Leid und Bindung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
407. Wenn durch Erkenntnis des Selbstes Wunschlosigkeit erlangt ist erlangt der Sterbliche Unsterblichkeit. Er wird Brahman noch während er in diesem Körper weilt. Er ist von den Fesseln des Karmas befreit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
408. Wenn alle Knoten des Herzen hier auf Erden gelöst werden erlangt der Sterbliche Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
409. Unwissen, Wunsch und Handlung sind die drei großen Knoten. Egoismus, Hass, Lust, Eifersucht und Stolz, entstanden aus Unwissenheit, sind kleine Knoten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
410. Weitere Knoten sind die Vorstellungen ‚Ich bin dieser Körper‘, ‚Das ist mein Besitz‘, ‚Ich bin ein Brahmane‘, ‚Ich bin ein Minister‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
411. Sie werden vernichtet durch die Erkenntnis der Einheit mit Brahman ‚Ich bin Brahman‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wissen über die Nadis===&lt;br /&gt;
412. Einhundertein Nervenkanäle (Nadis) sind bekannt. Einer von ihnen, Sushumna, durchdringt die Krone des Kopfes. Seine Energie nach oben führend zum Zeitpunkt des Todes lässt Unsterblichkeit erlangen. Die anderen Nervenkanäle haben andere Wirkungen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
413. Der Jivanmukta, der das Selbst erkannt hat, geht nirgendwohin. Seine Pranas gehen nirgendwohin. Brahman seiend erreicht er Brahman. Er erlangt Kaivalya Mukti.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
414. Wer Kaivalya-Mukti nicht erlangt hat, wer das höchste Brahman nicht erkannt hat, jedoch das niedere Brahman (Saguna Brahman) verehrt hat, geht durch den Sushumna Nadi zur Sonne und dann durch weitere Bereiche nach Brahmaloka wo er bis zum Ende des Schöpfungszyklus‘ weilt. In Brahmaloka genießt er  unvergleichliche Freuden. Wenn der Zyklus endet geht er mit Brahma in Brahman ein. Das ist Krama Mukti (allmähliche Befreiung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
415. Die anderen Nadis haben verschiedene Auswirkungen. Sie führen zum Zeitpunkt des Todes auf verschiedene Wege. Wenn die Seele durch diese Nerven geht, wird sie wieder in Samsara geboren. Sie nimmt einen ihrem Karma entsprechenden Körper an.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
416. Der Sushumna Nadi wird auch Brahma Nadi genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
417. Der daumengroße Purusha, das innere Selbst, weilt im Herzen aller Wesen. Man muss Ihn mit Stetigkeit herausziehen aus dem Körper, so wie man einen Halm aus der Erde herauszieht. Man sollte Ihn als rein und unsterblich erkennen. &lt;br /&gt;
418. Du musst die Essenz, das heißt den Atman, aus den fünf Kosas (Hüllen) herausziehen, geduldig und mutig durch Vichara (Unterscheidung) und Meditation. Du musst den Atman vom Körper trennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
419. Als Nachiketas das ihn durch Yama Gelehrte verinnerlicht hatte, erreichte er Brahman, wurde frei von allen Unreinheiten und vom Tod. So wird es allen ergehen, die das Wesen Brahmans erkannt haben.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/DasGehimnisKathopanishad/Kathopanishad.htm Das Geheimnis der Katha Upanishad, Artikel von Swami Krishnananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/DasGehimnisKathopanishad/Kathopanishad_4.htm Das Geheimnis der Katha Upanishad, Vortrag Nr. 5, Artikel von Swami Krishnananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/de/artikel/krishnananda/kathaupanishad_kapitel5.html Das Geheimnis der Katha Upanishad, Vortrag Nr. 4, Artikel von Swami Krishnananda]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
{{dnf}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
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		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Katha_Upanishad&amp;diff=111870</id>
		<title>Katha Upanishad</title>
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		<updated>2014-05-20T07:48:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: /* Das Angenehme vs. das Gute */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Katha Upanishad&#039;&#039;&#039; ([[Sanskrit]]: katha-upanishad &#039;&#039;f.&#039;&#039;), auch &#039;&#039;&#039;Kathopanishad&#039;&#039;&#039;, ist der Name einer berühmten [[Upanishad]], welche die Belehrungen des Totengottes [[Yama]] an [[Naciketas]] enthält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kernaussagen der Katha Upanishad==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Von Swami Sivananada&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Om]]. Möge [[Das]] uns ([[Lehrer]] und [[Schüler]]) beschützen. Möge Das uns zur [[Glückseligkeit]] ([[Mukti]]) führen. Mögen wir beide fähig sein, die wahre [[Bedeutung]] der [[Schrift]]en zu erfassen. Möge unser [[Lernen]] erfolgreich sein. Mögen wir nie in [[Streit]] geraten. &lt;br /&gt;
Om Frieden! Frieden!! Frieden!!!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. [[Intuition]] ([[Aparokshanubhuti]]) ist die [[Quelle]] des [[Wissen]]s über [[Atman]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Der Atman ist schwer zu erfassen. Er ist [[feinstofflich]]. Er kann nicht durch Schlussfolgerungen erfasst werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Ein selbstverwirklichter [[Guru]] allein kann den [[Aspirant]]en auf dem [[spirituell]]en [[Weg]] führen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Angenehme vs. das Gute===&lt;br /&gt;
4. Das eine ist gut, während das andere angenehm ist. Gesegnet ist der, der sich für das Gute ([[Shreyas]]) allein entscheidet. Wer das Angenehme ([[Preyas]]) wählt, verliert letztendlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Sreyas ist das Gute, das Höchste [[Selbst]], das [[Wissen]], das zu [[Moksha]] (Befreiung) führt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Preyas ist das Angenehme, die [[Sinnesfreude]]n. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Die verkörperte [[Seele]] ist in ihrer [[Essenz]] identisch mit [[Brahman]]. Aufgrund von [[Unwissenheit]] und [[Illusion]] sind wir an [[Handlung]] gebunden und versuchen, [[Befreiung]] zu erlangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Wer den [[Pfad]] der [[Wahrhaftigkeit]] beschreitet und sich dem Guten verschreibt, erreicht [[Glückseligkeit]] und [[Unsterblichkeit]]. Wer den Sinnesfreuden frönt, verfehlt das [[Ziel]] des [[Leben]]s. Er versinkt in [[Sorge]] und [[Leid]] und ist gefangen im [[Rad]] von [[Geburt]] und [[Tod]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. [[Shreyo Marga]] ist der Pfad des Wissens. [[Preyo Marga]] ist der Pfad des Nichtwissens. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. Du musst die Sinnesfreuden überwinden, so du Glückseligkeit in [[Atman]] erlangen willst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Das Gute und das Angenehme haben den [[Mensch]]en fest im Griff. Der [[Weise]] untersucht und unterscheidet zwischen beiden, er wählt das Gute. Der Unwissende wählt das Angenehme, seinem [[Körper]] zuliebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Der Pfad des Wissens und der Pfad des Angenehmen stehen dem Menschen offen, er kann den Pfad wählen, der im zusagt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. So wie der [[Schwan]] [[Milch]] von [[Wasser]] trennt und nur die Milch trinkt, so trennt der Weise [[Gut]] von [[Böse]] und folgt dem Guten allein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. Der Weise weiß, dass Shreyo Marga zu Unsterblichkeit, [[Freiheit]] und Glückseligkeit führt, Preyo Marga dagegen zu vergänglichen sinnlichen [[Freude]]n und zu [[Bindung]]. Deshalb bevorzugt er Sreyo Marga. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15. Den Unwissenden fehlt das [[Unterscheidungsvermögen]] zwischen dem Guten und dem Angenehmen. Sie haben keine [[Vorstellung]] vom Ziel, vom Erreichen des Zieles und von den [[Frucht|Früchten]]. Sie wählen das Angenehme, um gierig ihren Körper zu mästen und geben sich den Sinnesfreuden hin.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16. Die beiden Wege liegen weit auseinander und führen zu unterschiedlichen [[Resultat]]en. Sie sind wie [[Licht]] und [[Dunkelheit]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
17. [[Avidya]] ist der Weg des Angenehmen. Er führt zu Leid und Bindung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18. [[Vidya]] ist der Weg des Guten. Er führt zu Freiheit und Befreiung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zeichen der Täuschung===&lt;br /&gt;
19. Die Unwissenden leben in Dunkelheit, sehen sich jedoch als weise und gebildet. In Illusion gehen sie verschlungene Wege, wie Blinde, die von Blinden geführt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20. Die in Samsara leben, leben in Unwissenheit und Dunkelheit. Sie haben weder Verstehen noch Unterscheidungskraft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
21. Sie sind an Tausende von Seilen der Erwartung gebunden. Sie sind verwickelt in Tausende von Schlingen in Form von Anhaftung an Kinder, Ehe, Wohlstand, Besitz und vieles mehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22. Unwissend sind sie, doch sehen sie sich als intelligent und belesen in den Sastras. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23. Sie werden Befreiung nicht erlangen. Sie sind immer wieder gebunden an das Rad von Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24. Sie gehen unter im Leid von Samsara durch Geburt, Alter, Krankheit, Sorge, Leid und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25. So wie der Blinde, der von einem Blinden auf steiniger Straße geführt wird, leidet, so leiden die Unwissenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
26. Der Weg in die Zukunft ist dem Unwissenden nicht klar. Er verfällt der Illusion des Wohlstandes. Das ist die Welt, es gibt keine andere, so denkt er. So fällt er wieder und wieder in das Netz von Geburt und Tod.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
27. Wohlstand ist das Gift der Welt. Er schafft Stolz und Eitelkeit. Er schafft einen wirren Geist und vernebelt den Verstand. Er verschleiert den Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28. Die Notwendigkeit, Befreiung zu erlangen, ist dem Leichtsinnigen kein Bedürfnis. Er ist eingehüllt in Gedanken an Kinder, Ehe und Wohlstand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
29. Die Sinnesfreuden sind das Ziel des weltlichen Menschen. Geld ist sein Ziel. Essen, Trinken, Spaß sind seine höchste Philosophie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
30. Viele sind nicht in der Lage auf den Atman zu hören. Auch wenn sie von Atman hören können sie die Worte nicht erfassen, da ihr Geist nicht klar ist.  &lt;br /&gt;
Die Erhabenheit von Brahma Vidya&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
31. Unübertrefflich ist es, sein Selbst ausdrücken zu können. Unübertrefflich ist es, sein Selbst zu erfassen, gelehrt von einem fähigen Lehrer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
32. Brahma Vidya ist die vollkommene Wissenschaft. Sie ist die Wissenschaft der Wissenschaften. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
33. Welche ist diese höchste spirituelle Wissenschaft, die, so wir sie kennen, uns alle anderen Wissenschaften kennen lässt. Es ist Para Vidya oder Brahma Vidya, das Erkennen des unsterblichen Atmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
34. Unübertrefflich muss der Lehrer sein, der Brahma Vidya lehrt. Unübertrefflich muss auch der Schüler sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
35. Brahma Jnanis und befähigte Aspiranten sind sehr, sehr rar in der Welt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
36. Wer mit den vier Absichten, Viveka (Unterscheidungskraft), Vairagya (Leidenschaftslosigkeit), Shat Sampat (sechsfache Tugenden), Mumukshutva (Sehnsucht nach Befreiung), ausgestattet ist, der ist befähigt für den Weg des Jnana Yogas. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
37. Von Tausenden, die von Atman hören, die Gott suchen, erkennt einer Atman. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
38. Der Atman kann nicht leicht erkannt werden, wenn er von einem Unerfahrenen, der selbst Atman nicht erkannt hat, gelehrt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
39. Der Atman kann nicht erkannt werden durch Behauptung und Beweisführung, denn Er ist transzendent, jenseits von Verstand und Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
40. Der Intellekt ist ein vergängliches Instrument, bedingt durch Zeit, Raum und Ursache. Wir kommen zu keiner endgültigen Entscheidung nur durch Behauptung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
41. Ein Mensch mit niederem Intellekt wird von einem Menschen mit hohem Intellekt besiegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
42. Argumentieren ist nur ein Jonglieren mit Worten. Es ist intellektuelle Gymnastik und sprachliche Kriegsführung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
43. Wer sein Leben nur mit Argumentieren verbringt ist im dichten Dschungel von Dunkelheit und Unwissen gefangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
44. Höre auf zu argumentieren und werde still, wende dich nach Innen und meditiere.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
45. Der Atman ist nur durch stille Meditation zu erfahren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
46. Brahma Jnana kann nicht durch Behauptung und Beweisführung erlangt werden. Man muss das Brahman Bewusstsein durch spirituelle Erfahrung erlangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
47. Es ist leicht, Brahman zu verstehen und zu erkennen, wenn von einem verwirklichten Lehrer gelehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
48. Das Ewige kann nicht durch Vergängliches erkannt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
49. Das Ewige ist unveränderlich, es kann nicht durch Veränderliches erkannt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
50. Selbst Hiranyagarbha ist nichts im Vergleich zu Para Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
51. Der Atman ist feinstofflich und innewohnend. Er liegt in der Höhle des Herzens verborgen. Deshalb ist er schwer zu erkennen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
52. Der Weise zieht seine Sinne von den Objekten im Außen zurück, erkennt den Atman durch Meditation auf das Selbst und ist frei von Freude und Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
53. Der Atman ist jenseits von Freude und Leid. Er ist Glückseligkeit. Er ist Satchidananda Svarupa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
54. Glück und Leid, Freude und Kummer sind nur Modifikationen des Geistes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Upanishaden Sadhana===&lt;br /&gt;
55. Der Weise meditieret auf den Atman, erkennt Ihn, den Unsichtbaren, den Unergründlichen, den in der Höhle des Herzens Verborgenen, den in der Hölle Weilenden, den in der Intelligenz Erscheinenden und ist frei von Freude und Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
56. Der Aspirant hört alles über den Atman von seinem befähigten Lehrer und erfasst Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
57. Dann trennt er den Atman von Körper und Geist durch Unterscheiden zwischen Wirklich und Nichtwirklich, meditiert auf den Atman und erkennt Ihn durch seine Intuition. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
58. Diese Welt wird von Dharma getragen. Brahman ist das Zentrum des Dharmas. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
59. Warum führt ein Mensch ein rechtschaffenes Leben? Weil er nur durch das Erkennen von Brahman wirklich genießen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
60. Das Prinzip (Svarupa) von Brahman ist Glückseligkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
61. Sinnesfreuden sind nur flüchtige Eindrücke, angeregt durch Reizung der Neven. Es sind nur Reaktionen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
62. Brahman ist Fülle, Einheit, Ewigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
63. Brahman ist anders als Tugend und Laster, anders als Ursache und Wirkung, anders als Vergangenheit und Zukunft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
64. Tugend und Laster, Vergangenheit und Zukunft sind nur mentale Schöpfungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
65. Zeit ist nur ein Wert des Geistes, ebenso nur eine mentale Schöpfung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
66. In Isvara besteht gleichzeitige Wahrnehmung. Alles ist nur. Alles ist nur jetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
67. Brahman ist Ewigkeit. Es ist jenseits von Zeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
68. Das Ziel, das die Veden verkünden und für das der Aspirant in Brahmacharya lebt, dieses Ziel ist OM.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
69. Buße und Brahmacharya führen zum Erkennen von Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Pranava===&lt;br /&gt;
70. OM ist auch unter den Namen Pranava, Ekakshara und Omkara bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
71. OM ist ein Symbol (Pratika) für Brahman. Es ist Klang (Sabda Brahman).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
72. OM ist der Urklang, die erste Manifestation Brahmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
73. OM ist das geeignetste Symbol für Brahman. Es besteht aus drei Buchstaben - A, U, M.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
74. Klang, Wort und Name sind untrennbar verbunden mit dem Gedanken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
75. OM ist wahrlich Brahman. OM ist wahrlich das Höchste. Der OM kennt erlangt alles was er wünscht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
76. OM ist Brahman Selbst. OM und Brahman sind untrennbar miteinander verbunden. Über OM sollte wie über Brahman Selbst meditiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
77. OM ist ein Symbol, sowohl für Saguna als auch für Nirguna Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
78. Wer auf OM mit Saguna (gestalthaft) Bhava meditiert, der wird Saguna Brahman erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
79. Wer auf OM mit Nirguna (gestaltlos) Bhava meditiert, der wird Nirguna Brahman erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
80. Das manifestierte Brahman sollte erreicht werden. Das unmanifestierte Brahman sollte erkannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
81. OM ist die beste Hilfe. Es ist das beste Mittel, um das Manifeste (Saguna Brahman) oder das Höchste (Nirguna Brahman) zu erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
82. Wer auf Brahman meditiert wird eins mit Brahman und wird geeignet, wie Brahman verehrt zu werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
83. Der Kenner Brahmans wird Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
84. OM ist die wertvollste Hilfe. Wer diese Hilfe kennt wird in dieser Welt als Brahman verehrt. Er wird wie Brahman verehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Wesen des Höchsten Selbst===&lt;br /&gt;
85. Der Atman ist ohne Geburt und ohne Tod. Er entstand nicht aus etwas. Er ist ewig. Er stirbt nicht, wenn der Körper stirbt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
86. Brahman wurde nicht hergestellt wie ein Topf aus Lehm. Er ist frei von Bedingung. Er ist frei von Modifikationen wie sie Dingen eigen sind, die eine Form besitzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
87. Brahman ist unvergänglich und unveränderlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
88. Brahman ist frei von Veränderung und Entwicklung, Es ist unvergänglich und unveränderlich. Es ist archaisch (Purana).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
89. So wie die Luft im Topf nicht davon berührt wird, wenn der Topf zerbricht so, ist der Atman nicht davon berührt, wenn der Körper stirbt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
90. Der Atman ist feinstofflich, kein Schwert kann Ihn töten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
91. Unwissende glauben, der Körper sei Atman und identifizieren die Seele mit dem Körper. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
92. Wenn der Mörder denkt: ‚Ich töte‘, dabei den Körper für die Seele haltend, und wenn der Ermordete denkt: ‚Ich wurde getötet‘, dann kennen beide den Atman nicht. Beide sind unwissend. Die Seele tötet nicht und kann nicht getötet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
93. Der Atman, feiner als fein, größer als groß, weilend im Herzen eines jeden Wesens. Wer wunschlos ist, ruhig im Geist, die Sinne zurückgezogen hat, der behält die Würde des Selbstes und wird frei von Kummer und Leid.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
94. Die Seele einer Ameise ist dieselbe wie die eines Elefanten. Nur ein Bewusstsein weilt in allen Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
95. Die Essenz aller Wesen ist der Atman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
96. Der Atman wird von der Welt überlagert, so wie das Seil von der Schlange überlagert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
97. Für sich allein hat die Welt keine eigene Existenz, alles ist Atman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
98. Der Atman ist weit, Er ist überall, denn Er ist alldurchdringend und ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
99. Der Atman frohlockt und frohlockt nicht. Er genießt die Welt in ihren Begrenzungen. Er ist der stille Zeuge in seinem reinsten Wesen, und so frohlockt Er nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
100. Befähigte Aspiranten, ausgestattet mit einem feinen, scharfen und reinen Intellekt, lernbegierig und mit den vier Absichten (siehe Vers 36) vertraut, können den Atman erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
101. Der Weise, der den Atman als körperlos erkannt, nur im vergänglichen Körper weilend, erhaben und alldurchdringend, kennt kein Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
102. Der Atman ist körperlos im Körper weilend. Er ist unveränderlich inmitten Veränderlichem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
103. Die Weisen, die das Selbst erfahren haben und den Atman erkannt durch direkte intuitive Wahrnehmung (Aparokshanubhuti), kennen kein Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wer erreicht Atma Jnana===&lt;br /&gt;
104. Der Atman kann nicht erkannt werden durch das Studium der Veden, durch Intelligenz oder Hören. Der, den das Selbst erwählt, der kann das Selbst erkennen. Dem enthüllt der Atman Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
105. Den Atman kann nur der erkennen, der wunschlos ist und nach Wissen strebt. Dem enthüllt der Atman Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
106. Das Selbst dessen, der nach Wissen strebt, enthüllt sich ihm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
107. Nur der Aspirant, der Atman sucht erkennt Atman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
108. Der Atman wird nur von dem erkannt, den Gott erwählt, dem Gott Seine Gnade gewährt, den Er liebt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
109. Wer nicht von Untugenden ablässt, wer seine Sinne nicht unter Kontrolle hat, wessen Geist nicht einpünktig und geläutert ist, der kann Atman nicht erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metaphysik des Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
110. Da sind zwei, Paramatman (die höchste Seele) und Jivatman (die verkörperte Seele). Paramatman ist das Licht, Jivatman ist der Schatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
111. Paramatman kennt weder Handlung noch Früchte daraus. Er ist stets der stille Zeuge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
112. Das gegenüberliegende Ufer von Samsara ist Moksha (Befreiung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
113. Der Körper ist der Wagen, der Atman ist der Herr des Wagens, der Intellekt ist der Wagenlenker, der Geist ist die Zügel, die Sinne sind die Pferde, die Objekte sind die Straße. Der Atman, vereint mit Sinnen und Geist, ist der Genießer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
114. Der reine Atman ist tatenlos (Nishkriya). Er ist untätig (Akarta).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
115. Der Atman erscheint als der Genießer, so Er sich mit dem Geist, den Sinnen und dem Körper durch Avidya verbindet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
116. Der Geist agiert und genießt durch Sinne und Körper. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
117. Die Eigenschaften von Geist, Sinnen, Prana und Körper werden auf den Atman übertragen und die Attribute des Atmans werden auf Geist, Sinne, Prana und Körper übertragen. Dies wird wechselseitige Übertragung (Anyonya Adhyasa) genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
118. Durch diese Übertragung erscheint der empfindungslose Geist intelligent zu sein und der unreine und empfindungslose Körper wird für den reinen und empfindungsfähigen Atman gehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
119. Der reine Atman nimmt die Erscheinung des Jivas an und aufgrund der durch Avidya ausgelösten Übertragung verfällt Er in das Leid von Samsara - Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
120. Die Essenz des Jivas ist Satchidananda Svarupa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121. Wenn Avidya durch das Erkennen des Selbstes überwunden ist, wird man eins mit Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wichtigkeit von Selbstkontrolle===&lt;br /&gt;
122. Wer keine Unterscheidungskraft besitzt und seinen Geist nicht unter Kontrolle hat, dessen Sinne sind derart unkontrollierbar wie wilde Pferde durch den Kutscher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
123. Wer nicht ausgestattet ist mit Unterscheidungskraft zwischen Wirklich und Nichtwirklich, wer nicht fähig ist, zu unterscheiden was zu tun ist und was nicht zu tun ist, wer seinen Geist nicht unter Kontrolle hat, der ist ein unfähiger Fahrer seines Körpers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
124. Wer Wissen besitzt, Geist und Sinne stetig unter Kontrolle hält, dessen Pferde sind gezähmt durch den Kutscher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
125. So wie ein guter Kutscher seine Pferde durch die Zügel kontrolliert, so kontrolliert der gute Fahrer diese Körper-Kutsche durch Verstehen, Unterscheidungskraft und Willen.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
126. Die Sinne werden kontrolliert durch den kontrollierten Geist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127. Kontrolle der Sinne ist ein indirektes Mittel um das Ziel, Moksha, zu erlangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
128. Wer keine Unterscheidungskraft besitzt, wer seinen Geist nicht unter Kontrolle hat, wer nicht geläutert ist, der kann das Ziel nicht erreichen, er gerät immer wieder in den Kreislauf von Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
129. Wer versteht, wer seinen geläuterten Geist stets unter Kontrolle hat, der erreicht das Ziel und wird nicht mehr geboren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
130. Wer als Fahrer eine scharfsinnige Intelligenz und als Zügel einen gut kontrollierten Geist besitzt, der erreicht am Ende seiner Reise das Reich Vishnus.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
131. Der kluge Kutscher lenkt die Pferde durch die Zügel und fährt die Kutsche sicher ans Ziel, das Ende der Reise. Ebenso erreicht der Jiva sein Ziel, das Reich Vishnus, auf der Straße des Samsaras, wenn er durch Unterscheidungskraft Geist und Sinne lenkt.&lt;br /&gt;
Die innere Ordnung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
132. Hier werden die aufsteigenden Stufen des Feinstofflichen beschrieben. Jenseits der Sinne sind die Anfänge, jenseits der Anfänge ist der Geist, jenseits des Geistes ist der Intellekt, jenseits des Intellekts ist der kosmische Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133. Jenseits des kosmischen Intellekts ist das Unmanifestierte (Avyakta). Jenseits des Unmanifestierten ist der Purusha. Jenseits des Purushas ist nichts. Das ist das Ende, das ist das höchste Ziel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
134. Überlegenheit wird gewichtet nach der Feinstofflichkeit. Das Feinstoffliche ist dem Grobstofflichen überlegen. Das Feinstofflichere ist dem Feinstofflichen überlegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
135. Der Atman ist das feinstofflichste Vastu (Substanz). Er ist allem überlegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
136. Die Ursache ist feinstofflicher als die Wirkung.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
137. Die fünf Grundlagen der Materie sind den Sinnen überlegen, denn die Sinne werden durch die Grundlagen der Materie geformt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
138. Der Geist ist den Grundlagen überlegen, denn er ist feinstofflicher und wird durch die feinstofflichen Tanmatras (Sukshma Bhutas) in ihrer feinsten Prägung geformt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
139. Die fünf Elemente sind die Auswirkungen der Tanmatras.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
140. Der Geist ist der Seher (Drik), die Objekte sind das Gesehene (Drishya).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
141. Der Geist ist inwendiger als die Sinne. Deshalb ist der Geist den Objekten überlegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
142. Der Intellekt ist dem Geist überlegen, denn der Intellekt ist feinstofflicher, erhabener und inwendiger als der Geist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
143. Der Geist gibt den Gedanken an den Intellekt. Der Intellekt untersucht, entscheidet und kommt zu einer endgültigen Lösung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
144. Der Intellekt ist der Ministerpräsident des Atmans. Er handelt wie ein Oberrichter am Obersten Gerichtshof. Er steht dem Atman ganz nahe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
145. Der Geist ist nur ein Instrument. Er arbeitet durch die Intelligenz, die sich in ihm reflektiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
146. Hiranyagarbha ist der Mahat Atman. Er ist die kosmische Intelligenz. Er ist das universelle Leben. Er ist die Summe aller individuellen Seelen. Er ist der Erstgeborene des Unmanifestierten (Avyakta).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
147. Avyakta ist der Same aller Welten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
148. So wie der Baum potentiell im Samen enthalten ist, so ist die Welt potentiell in Avyakta enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
149. Die drei Gunas sind das Gleichgewicht in Avyakta.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
150. Materie, Energie und Klang sind potentiell in Avyakta enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
151. In Pralaya geht die Welt in Avyakta ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
152. Avyakta geht in Para Brahman ein wie Kette und Schuss. Es ist das Gewebe aller Potenzen von Ursache und Wirkung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
153. Der Purusha ist die Ursache aller Ursachen. Er ist Fülle. Deshalb wird er Purusha genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
154. Der Atman ist das Ende, das höchste Ziel. Hier enden Feinheit und Erhabenheit.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
155. Wer den Purusha erkennt wird nicht mehr in Samsara geboren. Er erreicht Moksha. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156. Der Atman ist in allen Wesen verborgen, nur die Seher nehmen Ihn wahr, durch ihren scharfen und feinen Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
157. Aufgrund von Avidya kann der Mensch, obwohl sein Wesen Brahman ist, die Wahrheit ‚Ich bin Brahman‘ nicht ermessen. Selbst dann nicht, wenn man sie ihn lehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
158. Doch weiß er, dass er der Sohn von dem und dem ist. Selbst wenn man ihn dieses nicht lehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159. Mula Prakriti, Pradhana, Avyakta, Avyakriti und Maya sind gleichbedeutende Begriffe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der inwendige Pfad des Yogas===&lt;br /&gt;
160. Der unwissende weltliche Mensch hält seinen Körper für Atman und wandert in Selbsttäuschung durch Samsara. Wie rätselhaft Avidya doch ist! Wie tief und unergründlich Maya doch ist! Wie fantastisch und undurchschaubar Moha doch ist!  (Avidya – Unwissenheit, Maya – Illusion, Moha – Verblendung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
161. Der Atman strahlt nicht für die, die einen unreinen, engen und groben Intellekt haben, doch Er wird erkannt von denen, die einen reinen, scharfen und feinen Intellekt haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
162. Der Intellekt wird rein und scharf erhalten, indem man über Brahman hört, reflektiert und meditiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
163. Der Weise versenkt seine Sinne in den Geist, den Geist in den Intellekt, den Intellekt in den kosmischen Intellekt und den kosmischen Intellekt in den friedvollen Atman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
164. Ziehe die Sprache und andere Werkzeuge zurück durch Versenkung (Pratyahara) und Selbstkontrolle (Dama).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
165. Verschmelze den Geist mit dem Intellekt, mit Hiranyagarbha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
166. Verschmelze Hiranyagarbha mit dem friedvollen Atman (Santa Atman), dem reinen, unbedingten Para Brahman, dem Nährboden für alles, dem Unwandelbaren, dem Selbst, dem Zeugen aller Modifikationen des Intellekts. Das ist der Prozess des Verschmelzens des Geistes mit dem Unendlichen, Laya Chintana.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
167. Praktiziere Innenschau und Selbstanalyse. Kontrolliere den niederen Geist durch den höheren. Beende alle Aktivitäten der Sinne und richte das Bewusstsein auf den Geist. Dann ziehe das Bewusstsein vom Geist zurück und richte es auf den Intellekt. Ziehe das Bewusstsein vom Intellekt zurück und richte es auf die kosmische Intelligenz. Schließlich ziehe das Bewusstsein von der kosmischen Intelligenz zurück und richte es auf das absolute Bewusstsein, auf Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
168. So wie die Schildkröte ihre Glieder einzieht, so ziehe die Sinne zurück in den Geist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
169. Der Intellekt wird Mahat Atman genannt, weil er Geist und Sinne durchdringt. Er ist ihr inneres Prinzip. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
170. Verschmelze den Intellekt mit Mahat Atman, Hiranyagarbha. Lasse deinen Intellekt klar und rein werden wie Hiranyagarbha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
171. Erhebe dich, erwache! Lerne von großen Lehrern, erkenne Atman. Der Weg führt auf einer scharfen Klinge, schwierig ist er zu gehen, sagen die Weisen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
172. Sind Sinne, Geist, Intellekt und Mahat Atman mit Para Brahman verschmolzen, erfährt man Glückseligkeit, ewigen Frieden und erlangt Moksha. Man erfährt das wahre Wissen über das Selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
173. Das Wasser der Luftspiegelung vergeht, die Schlange im Seil löst sich auf und das Blau des Himmels entweicht, sobald das wahre Wesen der Luftspiegelung, des Seiles und des Himmels erkannt ist. Ebenso verlieren sich Name, Form und Handlung, da sie auf falschem Wissen beruhen und vom Wesen her Ursache, Wirkung und Frucht sind, wenn Atman erkannt ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
174. Erhebe dich, Mensch, aus dem Morast des Samsaras, wende dich spirituellem Wissen über Atman zu. Höre auf, über weltliche Gebilde zu sinnieren.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
175. Erwache aus dem Schlummer in Unwissenheit. Beende den Schlaf, den Samen allen Leides. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
176. Suche hervorragende Lehrer, Brahma Nishtha, Brahma Srotriya Gurus, die Atman erkannt haben. Erkenne Atman so wie sie es dich lehren. Fühle ‚Ich bin Das‘, Soham.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
177. Er hat Das erkannt, das ohne Klang, ohne Berührung, ohne Gestalt, ohne Verfall, ohne Geschmack, ohne Geruch, ohne Anfang, ohne Ende, jenseits des Intellekts ist, ewig und unveränderbar. Er ist dem Rachen des Todes entkommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
178. Der Atman ist transzendent, jenseits aller Vorstellungen. Er ist jenseits von Materie. Er ist reiner Geist. Er ist reines Bewusstsein.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
179. Der Atman ist jenseits von Geist und Sprache. Jenseits von Klang, Berührung, Geschmack und Geruch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
180. Der Atman ist Glückseligkeit und Wissen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
181. Die Erde ist grob. Der Körper ist grob. Doch der Atman ist feiner als das Feine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
182. Klang, Berührung, Geschmack und Geruch existieren nicht in Atman. Deshalb kann Er nicht erlöschen, Er kann nicht steigen und nicht sinken.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
183. Etwas das vergeht ist flüchtig. Der Atman ist ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
184. Was einen Anfang hat, hat eine Wirkung und geht in die Ursache ein. Deshalb ist es nicht ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
185. Der Atman hat keine Ursache in die Er eingehen könnte. Er ist die Ursache von allem und hat keine Wirkung. Da Er keine Wirkung hat, ist Er ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
186. Vergängliche Objekte, wie Bäume, Blumen, Körper, haben einen Anfang und ein Ende. Der Atman jedoch ist ohne Anfang und ohne Ende, da Er ewig ist.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
187. Vernachlässige das nicht. Das ist deine erste Pflicht. Das ist deine höchste Pflicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
188. Da der Atman feinstofflich ist, ist der Pfad des Wissen, der zu Ihm führt, schwierig zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
189. Der Aspirant, der auf der Klinge wandelt muss vorsichtig, wachsam, bestrebt und intelligent sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
190. Es versteht sich von selbst, dass ein Guru unverzichtbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
191. Die Upanishaden sind Aufzeichnungen der intuitiven Erfahrungen großer Weiser und Seher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
192. Der Atman ist verschieden vom Intellekt, denn Er ist der stille Zeuge, das absolute Wissen und die Seele aller Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
193. Nur das Unveränderliche kann als ewig bezeichnet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
194. Wer den Atman erkannt hat ist dem Rachen des Todes entkommen. Er ist frei von den Fesseln von Geburt und Tod. Er ist frei von den drei Blockaden (Granthi) Unwissenheit, Wunsch und Handlung. Er erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Philosophie des Sehnsucht===&lt;br /&gt;
195. Das aus Sich Selbst Seiende (Brahman) schuf die nach außen gerichteten Sinne. Deshalb sieht der Mensch das externe Universum und nicht das innewohnende Selbst (Atman). Doch der Weise wendet Sinne und Augen von den äußeren Sinnesobjekten ab, sehnt sich nach Unsterblichkeit und erkennt den Atman in sich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
196. Es ist nicht möglich, Licht und Dunkelheit zur gleichen Zeit am gleichen Ort zu haben. Es ist nicht möglich, Sinnesfreuden und Glückseligkeit zur gleichen Zeit zu erlangen. Es ist nicht möglich, in Sinnesfreuden zu schwelgen und das innere Selbst zur gleichen Zeit zu erblicken. Es ist nicht möglich, den Mammon und Gott gleichzeitig anzubeten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
197. Der Unwissende läuft den externen Objekten der Begierde hinterher und gerät in den Fallstrick des Todes. Doch der Weise, das Wesen der Unsterblichkeit kennend, trachtet nicht nach den flüchtigen Objekten hier auf Erden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
198. Die zwei Hindernisse die dem Erkennen des Selbstes im Wege stehen sind die Tendenz der Sinne, externen Objekten zu verfallen und der Wunsch nach Freuden in dieser und der nächsten Welt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
199. Die Sinne suchen im Außen aufgrund von Vikshepa Sakti (Rajas).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
200. Nicht nur die Augen, alle Sinnesorgane müssen von ihren jeweiligen Objekten zurückgezogen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
201. Der Grund für Wünschen ist Unwissenheit. Wünschen entsteht aus Avidya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
202. Wenn Rajas in den Sinnen durch Sattva erdrückt wird gehen die Sinne in den Geist ein. Sie wenden sich nicht mehr nach außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
203. Der Mensch hat seine Göttlichkeit vergessen aufgrund von Unwissenheit. Sein Geist folgt den Sinnesfreuden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
204. Unwissende, die weder Verstand noch Unterscheidungskraft besitzen, rennen externen Objekten hinterher und verfangen sich so in den Maschen des Todes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
205. Der Atman steigt nicht und sinkt nicht. Er ist unveränderlich und unsterblich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
206. Die Weisen, die die Glückseligkeit des Atmas genießen, kümmern sich nicht um Sinnesfreuden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
207. Die Summe der Sinnesfreuden ist nur ein Tropfen im Vergleich zu der Glückseligkeit des Atmans. Der Atman ist der Ozean der Glückseligkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
208. Der Wunsch nach Sinnesfreuden steht dem Wissen über das Selbst entgegen. Er steht dem Erkennen des Selbstes entgegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
209. Würde jemand Zucker essen, wenn Mangos reichlich vorhanden sind?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
210. Dem Selbst, durch das wir Form, Geschmack, Geruch, Klang und Berührung erfahren, bleibt nichts verborgen. Wahrlich, Dieses ist Das (Brahman). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
211. Der Atman ist absolutes Wissen. Er ist absolutes Bewusstsein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
212. Was in dieser Welt bleibt dem Atman verborgen? Alles ist dem Atman bekannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
213. Geist und Intellekt sind unempfänglich. Sie borgen ihr Licht von Atman. So wie der Mond Licht von der Sonne borgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
214. Geist, Intellekt und Sinne erfüllen ihre Aufgaben durch das Licht des Atmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
215. Der Atman steht hinter allen Wahrnehmungen von Sinnen, Geist und Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
216. So wie Eisenspäne sich hin zum Magnet bewegt. So bewegen sich Geist, Sinne und Intellekt hin zu Atman.&lt;br /&gt;
Jenseits von Furcht und Leid &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
217. Das, wahrlich, ist der Atman, verschieden von Tugend und Untugend, Ursache und Wirkung. Er ist Vishnu, darüber hinaus ist nichts.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
218. Der Weise weiß, dass alles was er im Wachen und im Traum wahrnimmt, der allgegenwärtige Atman ist. Er leidet nicht mehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
219. Turiya (der vierte Zustand) übertrifft Wachen, Schlaf und Tiefschlaf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
220. Der Atman ist der stille Zeuge der drei Bewusstseinszustände. Er wird Turiya genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
221. Durch Atman alleine ist man sich des Träumens und Wachens bewusst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
222. Wer den ewigen Atman erkennt wird absolut furchtlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
223. Furcht erscheint nur, wenn man am Körper anhaftet, wenn man sich mit dem Körper identifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
224. Wer sich mit seinem physischen Körper identifiziert versucht, ihn zu schützen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
225. Wo immer Anhaftung herrscht, herrschen auch Furcht und Ärger. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
226. Der Atman ist Eins ohne ein Zweites und ewig, so Er erkennt ist, was will man dann vor wem schützen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
227. Der Weise sieht das Selbst überall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
228. Der Weise steht über dem Körperbewusstsein. Er wird vollkommen furchtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
229. Atman zu kennen heißt, Atman zu verwirklichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
230. Atman zu kennen heißt, Atman zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Einheit von Brahman, Mensch und Welt===&lt;br /&gt;
231. Brahman erscheint als Jiva durch den Upadhi (begrenzende Beifügung) Avidya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
232. Brahman erscheint als Hiranyagarbha durch den Upadhi Maya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
233. Die Gesamtheit aller Jivas (Samashti) ist Hiranyagarbha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
234. Der Jiva ist der mikrokosmische Aspekt Brahmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
235. Wenn der Upadhi weicht werden Hiranyagarbha und Jiva eins mit Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
236. Hiranyagarbha ist die erste Manifestation Brahmans durch Meditation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
237. Brahman, Hiranyagarbha genannt, entstand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
238. Hiranyagarbha ist kosmischer Prana oder kosmische Intelligenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
239. Alle Götter weilen in Brahman, wie die Speichen in der Nabe. Alle Götter hängen von Brahman ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
240. So wie die Welle nicht verschieden ist vom Ozean, so wie Goldschmuck nicht verschieden ist von Gold, so ist diese manifestierte Welt nicht verschieden von Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
241. Der Unterschied besteht nur im Namen. So wie das Seil als Schlange erscheint, so erscheint Brahman in Name, Gestalt und Handlung, (Nama, Rupa, Kriya) durch Avidya (Unwissen) beziehungsweise Maya (Illusion).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
242. Wer denkt: ‚Ich bin verschieden von Brahman‘, der wird wiedergeboren und stirbt. Doch wer fühlt: ‚Ich bin wahrlich das alldurchdringende, unsterbliche Satchidananda Brahman‘, der erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
243. Brahman ist die Verkörperung der ewigen Erkenntnis (Nitya Vijnanaghana Svabhava).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
244. Brahman ist frei von Eigenschaften des Samsaras (Sarva Samsara Dharma Varjitam).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
245. Die Höchste Seele ist identisch mit der individuellen Seele und mit der gesamten Schöpfung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
246. Das Fehlen von Unterscheidungsfähigkeit ist der Grund für Wiedergeburt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ästhetik und das Selbst===&lt;br /&gt;
247. Allein durch den Geist kann Brahman erkannt werden. Es gibt keinen Unterschied zwischen Geist und Brahman. Wer einen solchen sieht geht von Tod zu Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
248. Der Geist ist zweigestaltig, Suddha Manas - der reine Geist, und Asuddha Manas - der verunreinigte Geist, angefüllt mit Vasanas, Ego und Gier. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
249. Brahman kann nur erkannt werden durch einen geläuterten Geist. Dazu lese man die Schriften, lerne bei einem Lehrer, praktiziere die vier Absichten (siehe Vers 36) und meditiere stetig auf das Selbst.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
250. So man das Selbst erkannt hat verschwindet die Unwissenheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
251. Der Weise erkennt Brahman in allem, nichts anderes existiert. Die Welt ist die Manifestation Brahmans allein, sie ist in ihrem Wesen nicht verschieden von Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
252. Wer Verschiedenheit sieht,  mit von Unwissenheit verdunkelten Augen, geht von Tod zu Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
253. Daumengroß sitzt der Purusha in der Mitte des Körpers. Er ist der Herr der Vergangenheit und der Zukunft, nachdem er Ihn erkannt hat kennt der Weise keine Furcht mehr. Dieses ist Das. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
254. Der Purusha weilt im Herzen. Der Atman wird Purusha genannt, weil Er in der Stadt (Puri) des Körpers weilt und weil alles von Ihm durchdrungen ist, die ganze Welt ist Seine Fülle. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
255. Der Atman ist grenzenlos, die Größe eines Daumens ist nur ein Hilfsmittel zur Meditation für Anfänger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
256. Zu Beginn meditiert der Aspirant auf den Atman als ein im Herzen strahlendes Licht (Jyoti) in Größe eines Daumens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
257. Nachdem der furchtlose, unsterbliche Atman erkannt ist, ist die Furcht vergangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
258. Brahman ist der perfekte Purusha. Er ist die Seele, die im Herzen eines jeden Menschen weilt. Er ist der Herrscher über das Wissen. Es ist verborgen in Herz und Geist. Wer so weiß erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
259. Brahman ist eine Flamme ohne Rauch. Es ist der Herr über Vergangenheit und Zukunft. Nur Es allein ist heute und wird morgen sein. Dieses ist wahrlich Das. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
260. Brahman ist ewig, unsterblich (Kutastha) und unbewegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
261. Brahman weilt in allen Lebewesen heute, und wird es sicher auch morgen noch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
262. Der Regen fällt auf den Berg, das Wasser rinnt hinunter ins Tal, verteilt sich und verliert sich.  Der Unwissende sieht Unterschiede im Leben; denkt, verschiedene Selbste seien in verschiedenen Körpern; denkt, die Welt sei verschieden von Brahman und die einzelnen Seelen seien verschieden von anderen Seelen und von der Höchsten Seele; sieht Dinge als verschieden von der Seele; hat nicht das Substrat von allem erkannt; hat nicht die Nichtzweiheit Brahmans und Seine ewige, unsterbliche, unwandelbare Einheit erfasst. Dieser Unwissende ist gefangen im Kreislauf von Geburt und Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
263. Reines Wasser in reines Wasser gegossen wird eins mit dem reinen Wasser. Die geläuterte individuelle Seele wird eins mit der Höchsten Seele, so sie das Höchste Selbst durch Intuition erkannt hat, die Vorstellung von Unterschieden durch das Wissen über Atman überwunden hat, die Einheit von Selbst und Atman erkannt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
264. Der Aspirant sollte unerschütterliches Vertrauen in die Lehren der Srutis haben. Ohne dieses Vertrauen gibt es kein Erkennen des Selbstes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der innere Herrscher===&lt;br /&gt;
265. Die Stadt Brahmans, dessen Wissen ewig ist, hat elf Tore. Brahman verehren lässt Kummer vergehen und befreit von allen Bindungen, man wird frei. Dieses ist wahrlich Das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
266. Zwei Augen, zwei Ohren, zwei Nasenlöcher, ein Mund, das sind sieben Tore. Der Nabel und die zwei unteren Öffnungen sind zusammen zehn. Das elfte ist Brahmarandhra, die Öffnung Brahmans, die Fontanelle. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
267. So wie eine Stadt einem König gehört, er jedoch unabhängig von der Stadt ist, so gehört der Körper einem König (Atman), der unabhängig vom Körper ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
268. Wer auf Brahman meditiert und das Selbst erkannt hat, der ist frei von Kummer. Er ist frei von allen Bindungen und frei vom Kreislauf von Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
269. Der Weise ist frei von Wünschen und den Fesseln, die Karma erschafft. Er wird vollkommen furchtlos. Er nimmt keinen weiteren Körper an. Er geht in Brahman ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
270. Brahman schickt Prana nach oben und Apana nach unten. Dieses Verehrungswürdige, im Inneren weilend, verehren die Götter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
271. Fünf Prinzipien der Lebenskraft kennen wir, Prana, Apana, Vyana, Udana und Samana. Es gibt weitere fünf untergeordnete Pranas (Upapranas). Der höchste Prana, Mukhyaprana, nimmt die zehn Formen an, je nach Aufgabe eines jeden einzelnen Pranas (Vritti Bheda).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
272. Prana ist Odem. Apana hat die Funktion der Ausscheidung. Vyana lässt das Blut zirkulieren. Udana lässt die Stimme wirken. Samana hat die Funktion der Verdauung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
273. Prana ist nicht Atem. Prana ist Lebensenergie. Atem ist nur eine der vielen Manifestationen von Prana. Prana ist mit Atem verbunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
274. Geist und Sinne verehren ihren Herrn, den Atman, indem sie die ihnen zugeteilten Aufgaben erfüllen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
275. Sie stimmen ihren Herrn, den Atman, günstig, indem sie die verschiedenen Wahrnehmungen, Form, Klang, Geruch, Geschmack und Berührung, Ihm darbringen, so wie das Volk den König günstig stimmt, indem es ihm Gaben darbringt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
276. Sinne, Geist und Prana sind stets damit beschäftigt, dem Atman zu dienen und Ihn zu erfreuen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
277. Der Atman allein leitet Geist, Sinne und Prana in den ihnen zugeteilten Aufgaben an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
278. Die fünf Sinnesorgane sammeln Empfindungen aus der Außenwelt und bringen sie dem Atman dar. Das ist ihre Art der Verehrung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
279. Sobald der Atman den Körper verlässt, löst dieser sich auf. So wie ein Volk sich auflöst, wenn der König aus dem Land gejagt wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
280. Der Sterbliche lebt weder durch Prana noch durch Apana, sondern durch Das, von dem diese beiden abhängen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
281. Die wahre Grundlage des Lebens ist der Atman. Prana, Apana, Vyana, Udana und Samana können nicht die Grundlage des Lebens sein. Sie arbeiten nur zusammen zum Wohle des Atmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
282. Der Körper löst sich auf, wenn Prana und Apana ihn verlassen und sich der Atman zurückzieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
283. Ein Haus besteht zum Wohle des Besitzers, der verschieden ist vom Haus und sein Herr ist. Prana, Apana, Vyana, Udana, Samana, die Sinne und der Geist bestehen zum Wohle des Atmans, der verschieden von ihnen ist und ihr Herr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
284. Prana und Apana hängen von Atman ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
285. Sie vollziehen ihre Pflichten in Harmonie zum Wohle des Atmas, ihres Herrn. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
286. Die Stütze der Wesen, des Pranas, der Sinne und des Geistes ist der Atman. Er ist völlig unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
287. Wie Getreide vergeht der Sterbliche und wie Getreide wird er wiedergeboren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
288. Manche Jivas gehen in einen Leib ein, um einen Körper zu erhalten, anderen gehen in anorganische Substanzen ein, je nach deren Karma und Bewusstsein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
289. Der Jiva nimmt den Körper an, den sein Karma bedingt und seinem Bewusstsein entspricht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
290. Er kann Indra werden oder sogar Hiranyagarbha. Er kann alles werden in der kosmischen Hierarchie. Er kann sein letztes Leben antreten und ein Jivanmukta, ein befreiter Weiser, werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
291. Er kann ein Muni, ein Tapasvin oder ein Yogi werden, so er sehr gute spirituelle Samskaras mit sich bringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
292. Er kann auch ein Baum oder etwas Anorganisches werden, je nach seinem Karma. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
293. Brahman ist der stille Zeuge der drei Bewusstseinszustände Wachen, Traum, Tiefschlaf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
294. Der Purusha schläft nie. Selbst wenn Prana, die Sinne und der Geist schlafen, ist Er der Zeuge (Sakshi) von allem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
295. Brahman ist ewig rein und unsterblich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
296. Brahman ist die Ursache der Welt. Alle Welten hängen nur von Ihm ab. Er ist die Stütze aller Welten. In Ihm sind alle Welten enthalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
297. Im Tiefschlaf ruhst du in Brahman. Du kommst in Kontakt mit Brahman, doch da ist der Schleier der Unwissenheit. Deshalb bist du dir Brahmans nicht bewusst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
298. In Samadhi ist dieser Schleier verschwunden. Dein reines Bewusstsein ist eins mit dem absoluten Bewusstsein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
299. Während der Geist und die Sinne im Tiefschlaf ruhen erfährst du die Glückseligkeit in Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
300. Deshalb sagst du, wenn du ins Wachbewusstsein zurückkommst: ‚Ich habe gut geschlafen, ich weiß von nichts‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
301. Dieses Erinnern an die Glückseligkeit beweist, dass Brahman ist, nichtdual, glückselig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das allgegenwärtige Selbst===&lt;br /&gt;
302. Wie das eine Feuer, sobald es in der Welt erstrahlt, verschiedene Formen annimmt, je nachdem was es verbrennt, so nimmt der ewige Atman aller Lebewesen, obwohl Eines, verschiedene Gestalten an, je nachdem in was er in der Außenwelt eingeht. Und dennoch ist Er jenseits aller Gestalt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
303. Viele sprechen, um ihre Belesenheit zu zeigen oder über anderen zu stehen. Sie sprechen nicht der Wahrheit wegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
304. Ehrliche und ernstgemeinte Gespräche mit großen Seelen, um Zweifel zu beseitigen und Klarheit zu erlangen, ist wünschenswert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
305. Ernsthafte Aspiranten mögen unter sich schwierige und abwegige Probleme erörtern. Das ist sehr hilfreich für ihr Wachstum und ihr Verständnis. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
306. Das Wissen über die Einheit mit dem Atman ist auch nach Erklärungen und Wiederholungen nicht leicht zu verstehen. Deshalb erklären die Srutis die Wahrheit über Atman durch verschiedene Darstellungen, Gleichnisse und Analogien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
307. Der Atman ist stets rein und verschieden von Gestalt. Es wird nicht im Geringsten von Gestalt berührt, denn Er ist ohne Beifügungen und feinstofflich, reines Bewusstsein, Seele, Geist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
308. Wie sollte es eine Verbindung geben zwischen Materie und Geist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
309. Der Atman nimmt durch die Upadhis verschiedene Gestalten an, Geist, Sinne, Prana, Körper, Er ist jenseits von Name und Form. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
310. Der Atman ist ein Mysterium. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
311. Die Luft nimmt, nachdem sie die Welt betreten hat, verschiedene Formen an, je nachdem in welches Behältnis sie eingeht. Der Atman nimmt ebenso verschiedene Gestalten an, je nachdem in welchen Körper Er eingeht. Dennoch ist er jenseits von Name und Form. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
312. Die Sonne, das Auge des Universums, wird nicht berührt von den Defekten des physischen Auges. Der Atman, das Wesen von allem, wird nicht berührt durch das Leid der Welt, das aus Wunsch und Karma entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
313. Die Schlange überlagert das Seil, so das Licht schwach ist. Silber überlagert Perlmutt. Die Welt und der Körper überlagern den Atman durch Avidya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
314. Das Seil bleibt von der Schlange unberührt, der Atman wird nicht berührt von Überlagerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
315. Handlung, Wirkung, Frucht (Kriya, Karta, Phala) überlagern fälschlicherweise den Atman durch Unwissen. Es sind alles nur falsche Wahrnehmungen, wie die falsche Wahrnehmung einer Schlange im Seil. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
316. Der Atman handelt nicht (Akarta) und genießt nicht (Abhokta). Er ist unberührt (Asanga, Nirlipta).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
317. Brahman ist Eines. Es ist der Herrscher, der Atman aller Wesen. Es wird nicht berührt vom Leid der Welt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
318. Brahman ist der Herr über alles. Alldurchdringend, unabhängig. Nichts ist Ihm gleich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
319. Obwohl Eines, manifestiert Es sich in verschiedenen Namen und Formen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
320. Der Weise der Es schaut erfährt ewige Glückseligkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
321. Der weltliche Mensch, bar jeder Unterscheidungskraft, erfreut sich an den Objekten im Außen. Er wird nie die Glückseligkeit Atmans genießen. Der Atman wird durch seine Unwissenheit verdeckt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
322. Für den Weisen ist das Selbst das Ewige inmitten des Transzendenten, das Bewusstsein inmitten des Bewusstseins. Es, obwohl Eines, gewährt die Wünsche vieler, weilend in ihnen. Ihnen sei ewiger Frieden. Niemand anderem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
323. Der Atman ist ewig und unveränderlich. Die Welt von Name und Form ist vergänglich und veränderlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
324. Körper, Geist, Sinne und Prana, sie alle sind gemeint mit der Bezeichnung ‚Welt‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
325. Die Welt ist ein flüchtiger Schatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
326. Der Wandel setzt eine Grundlage voraus, die ewig und unveränderlich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
327. Wandel kann nur im Unwandelbaren erfolgen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
328. Die Leinwand im Kino verändert sich nicht, doch die Bilder wandeln sich ständig. Brahman repräsentiert die Leinwand, die flüchtige Welt der Namen und Formen repräsentiert die Bilder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
329. Heißes Wasser borgt seine Hitze vom Feuer, der Intellekt borgt seine Intelligenz von Atman, der Grundlage von allem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
330. Wer den in seinem Herzen weilenden Atman erkennt erfährt ewigen Frieden. Die Unwissenden leiden in Samsara.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
331. Der Weise, der Wunschlosigkeit erreicht hat, erkennt diese unbeschreibliche Glückseligkeit von Dieses ist Das.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
332. Weder Sonne, Mond, Sterne, Blitze noch Feuer strahlen. Wenn Es strahlt, strahlt alles andere auch. Durch Sein Licht strahlen sie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
333. Der Atman strahlt aus Sich Selbst heraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
334. Etwas aus sich selbst Strahlendes benötigt keine Licht für sein Erstrahlen (Nirapeksha).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
335. Wenn du sagst, der Atman erhält Sein Licht von einem Licht, dann muss dieses Licht wiederum ein Licht haben das es illuminiert. Dies führt zu Anavasthadosha, in die Unendlichkeit. Deshalb muss der Atman aus Sich Selbst heraus strahlen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Baum des Samsaras===&lt;br /&gt;
336. Wir kennen den alten Asvattha Baum, dessen Wurzeln oben und die Äste unten sind. Das ist der Baum der Schöpfung. Das ist Brahman und nur Das wird unsterblich genannt. Davon hängen die Welten ab und niemand sieht dahinter. Dieses ist wahrlich Das. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
337. Du kannst das Wesen Brahmans erkennen, die Quelle des Samsara Baumes (Maya Vriksha), so du die Wirkung erfasst, den Samsara Baum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
338. Die Welt hat ihre Wurzeln in Brahman. Aus Brahman allein gedeiht das Universum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
339. Wie ein Baum mit der Axt gefällt werden kann, so kann der Samsara Baum ebenfalls gefällt werden. Die Axt ist Nichtanhaftung, Atma Jnana oder Kenntnis über das Selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
340. Der Samsara Baum erhält seinen Lebenssaft von seiner Quelle, Para Brahman und wächst durch den Samen der Unwissenheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
341. Hiranyagarbha oder Karya Brahman ist sein Spross. Die feinstofflichen Körper aller Lebewesen sind sein Rumpf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
342. Das Universum hat sich aus Brahman entfaltet. Brahman ist ein Donnerkeil. Wer so weiß erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
343. Prana ist Brahman. Brahman ist der Ursprung der Welt. Er ist der Herr der Schöpfung. Der Mensch erlangt Unsterblichkeit durch Wissen über Brahman. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
344. Die Aussage, die Welt sei aus dem Nichts entstanden ist absurd. Sie ist aus Brahman entstanden. Sie schwingt in Brahman. Sie ruht in Brahman. Sie geht in Brahman ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
345. Brahman ist das Substrat der veränderlichen Welt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
346. Brahman ist ohne Veränderung und ohne Bewegung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
347. Schwingung kann nur in Unbewegtem entstehen. Dieses Unbewegte ist Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
348. So wie der Diener den Anordnungen des Herrn gehorcht, so gehorcht die Welt den Schöpfungsgesetzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
349. Den Schöpfungsgesetzen kann niemand entrinnen. Niemand kann sie übertreten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
350. Alles ist unter deren Kontrolle. Schöpfung, Erhaltung, Auflösung sind einem unveränderlichen, göttlichen Gesetz unterworfen, dem niemand zuwider handeln kann. Deshalb ist Brahman, handelnd als dieses Gesetz, ein Donnerkeil. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
351. Die Brahman erkennen, den Zeugen all unserer mentalen Erregungen (Vritti), den Urgrund allen Seins, den Herrn der Schöpfungsgesetze, erlangen Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
352. Aus Furcht vor Brahman brennt das Feuer, scheint die Sonne und tun Indra, Vayu und Yama ihre Pflicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
353. Wäre Brahman nicht der Herrscher der Welt, mit dem Donnerkeil in Händen, würde die Welt nicht in Harmonie und Perfektion bestehen. Ein sinnvolles Wirken der Weltenhüter (Loka Palas) wäre nicht möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erkenne das Selbst jetzt===&lt;br /&gt;
354. Wer noch in diesem Leben hier auf Erden, vor dem Tod seines Körpers, Brahman erkennt, wird von den Fesseln der Welt befreit. Dem dies nicht gelingt kommt in einem neuen Körper zurück in die Welt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
355. Deshalb sollten ernsthafte Anstrengungen unternommen werden, vor dem Verfall des Körpers, Brahman zu erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
356. So wie man im Spiegel klar sein Spiegelbild erkennt, so kann Brahman im eigenen Intellekt klar erkannt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
357. Die Wahrnehmung wird getrübt in der Welt der Ahnen. Sie waren versunken im Genuss ihre karmischen Früchte. Auch im Traum ist die Wahrnehmung getrübt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
358. Die Reflektion unseres Bildes im Wasser ist verschwommen, so ist die Wahrnehmung des Atmans in der Welt der Gandharven ebenso verschwommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
359. In Brahmaloka kann der Atman deutlich wahrgenommen werden. Er hebt Sich ab wie Licht vom Schatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
360. Schwierig ist es, Brahmaloka zu erreichen. Besonderes Karma oder Verehrung sind nötig um es zu erreichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
361. Deshalb sollte man den Atman im Intellekt erkennen, solange man noch in der Welt weilt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
362. Der Weise hat erkannt, dass die Sinne verschieden sind von Atman, ihre Aktivitäten berühren ihn nicht mehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
363. Die fünf Sinne bestehen neben ihrer Quelle, um die ihnen zugeordneten Objekte wahrzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
364. Der Atman ist rein, unbefleckt und aus Sich Selbst strahlend. Das Wesen der Sinne unterscheidet sich vom Wesen Brahmans.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
365. Die Sinne wirken während des Wachens. Sie gehen auf beim Erwachen und unter im Tiefschlaf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
366. Der Atman geht weder auf noch unter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
367. Der Atman kennt weder Anfang noch Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
368. Sprunghaft sind Sinne und Geist und können klar von Atman unterschieden werden, der klar, unveränderbar, alldurchdringend, unteilbar, ohne Anfang und ohne Ende ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
369. Der Weise leidet nicht, er hat den Unterschied zwischen Atman und Sinne erkannt, ihr auf und ab, ihr Wachen und Schlafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
370. Der Kenner des Atmans hat das Leid überwunden und ruht in Glückseligkeit.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Höchstes Bewusstsein===&lt;br /&gt;
371. Höher als die Sinne ist der Geist. Höher als der Geist ist der Intellekt. Höher als der Intellekt ist der kosmische Intellekt, höher als Avyakta, das Unmanifestierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
372. Jenseits von Avyakta ist der Purusha, der Alldurchdringende, jenseits eines Sinnbildes. Wer Ihn erkennt erlangt Befreiung und Unsterblichkeit.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
373. Die Sinne sind verschieden von Atman, Er kann von den Sinnen im Außen nicht erfasst werden, denn Er ist das Innerste aller Dinge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
374. Das Wissen über diese Abstufung ist notwendig, um Unsterblichkeit und letztendliche Befreiung zu erlangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
375. Zum Zeitpunkt von Pralaya geht die Welt in Avyakta ein. Jenseits von Avyakta ist der alldurchdringende Purusha. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
376. Das Symbol, das durch die Sinne erkannt und verstanden werden kann, wird Linga genannt. Kein Linga zu haben ist Alinga. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
377. Wer von Ihm durch den Lehrer und durch die Sastras erfahren hat und durch Intuition, der erreicht Unsterblichkeit und letztendliche Befreiung. Er ist befreit von den Knoten des Herzens, wie Wunsch, Unwissenheit und Handlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
378. Seine Gestalt kann nicht gesehen werden. Niemand sieht Ihn mit seinen physischen Augen. Er enthüllt sich dem Aspiranten durch Kontrolle des Geistes und tiefe Meditation. Die Brahman erkennen erlangen Unsterblichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
379. Der Atman kann durch das physische Auge nicht gesehen werden, denn Er ist feinstofflich, jenseits der Wahrnehmung durch Geist und Sinne. &lt;br /&gt;
Schriften und Guru&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
380. Wer durch reinen Intellekt den im Herzen Weilenden erkennt erlangt Unsterblichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
381. Wenn die fünf Sinnesorgane zusammen mit Geist und Intellekt ruhen ist der höchste Zustand erreicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
382. Der Mensch erfährt das Wissen der Welt durch die fünf Wahrnehmungsorgane. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
383. Die Sinne sammeln die Erfahrungen aus der Welt und präsentieren sie dem Atman durch Geist und Intellekt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
384. Wenn die fünf Wahrnehmungsorgane vom Außen zurückgezogen werden und in den Geist eingehen, wenn der Geist auf den Atman gerichtet ist, wenn der Intellekt zur Ruhe gekommen ist, dann ist der höchste Bewusstseinszustand erreicht.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
385. Wenn Sinne und Intellekt zur Ruhe gekommen sind, die Emotionen unter Kontrolle, dann ist der höchste Bewusstseinszustand erreicht. Das wird Yoga genannt. &lt;br /&gt;
386. Yoga ist der erhabenste Weg, denn er führt zu Moksha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
387. Die Kontrolle der Sinne nennen sie Yoga. Sei vorsichtig, denn Yoga wird erlangt und verloren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
388. Die Sinne sind zurückgezogen und der Geist ist fixiert auf Atman durch stetige Konzentration und Meditation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
389. Der Yogi sei wachsam, denn Yoga kommt und geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
390. Yoga kommt. Und geht, wenn der Geist nicht ruhig ist, wenn die Sinne nicht unter Kontrolle sind, wenn Leidenschaftslosigkeit nachlässt, wenn Unlust bei der Meditation aufkommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
391. Vollkommene Wachsamkeit ist nötig, wenn man mit der Yoga Praxis beginnt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die zwei Augen eines Sadhakas===&lt;br /&gt;
392. Der Atman kann durch Sprache nicht beschrieben, durch den Geist nicht erfasst und durch das Auge nicht erkannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
393. Weder Darlegungen noch metaphysisches Denken helfen dem Aspiranten, Brahman zu erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
394. Maharshi Vyasa und Sri Sankara lehrten durch Beweis und Logik, ihre Doktrin basiert hauptsächlich auf Sabda Pramana (Zeugnis der Veden), das so gut wie unfehlbar ist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
395. Vertraue den Worten der Srutis und den Sehern, die Atman durch Intuition erkannt haben und versichert, dass Atman ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
396. Sabda Pramana, die Srutis, Apta Vakya, die Worte der Seher, sind von äußerster Wichtigkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
397. So du Atman erkennen willst habe Vertrauen in die Worte des Gurus, der das Selbst erkannt hat, und folge seinen Anweisungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
398. Der Atman muss von einem Guru erkannt worden sein, der weiß, dass Atman ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
399. Wenn der Atman durch die Sinne nicht wahrgenommen werden kann, wie kann Er dann wahrgenommen werden? Nur durch die Belehrungen eines Gurus, der weiß dass Er ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
400. Ihr müsst wissen, dass Es ist und was Es ist. Wer so weiß erkennt Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
401. Dem, der auf Brahman meditiert und sich mit den vier Absichten (siehe Vers 36) ausstattet, dem enthüllt Sich Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Entsagung: die Voraussetzungen===&lt;br /&gt;
402. Wenn Wunschlosigkeit erlangt ist, erlangt der Sterbliche Unsterblichkeit und erkennt Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
403. Die Voraussetzung für Unsterblichkeit ist Entsagung aller Wünsche und Anhaftungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
404. Die weltlichen Wünsche werden nur überwunden, wenn die Fesseln der Unwissenheit zerschnitten sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
405. Der Geist ist der Sitz des Wunsches. In Atman ist kein Wunsch, Er ist rein und makellos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
406. Wünschen ist die Ursache für Leid und Bindung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
407. Wenn durch Erkenntnis des Selbstes Wunschlosigkeit erlangt ist erlangt der Sterbliche Unsterblichkeit. Er wird Brahman noch während er in diesem Körper weilt. Er ist von den Fesseln des Karmas befreit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
408. Wenn alle Knoten des Herzen hier auf Erden gelöst werden erlangt der Sterbliche Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
409. Unwissen, Wunsch und Handlung sind die drei großen Knoten. Egoismus, Hass, Lust, Eifersucht und Stolz, entstanden aus Unwissenheit, sind kleine Knoten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
410. Weitere Knoten sind die Vorstellungen ‚Ich bin dieser Körper‘, ‚Das ist mein Besitz‘, ‚Ich bin ein Brahmane‘, ‚Ich bin ein Minister‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
411. Sie werden vernichtet durch die Erkenntnis der Einheit mit Brahman ‚Ich bin Brahman‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wissen über die Nadis===&lt;br /&gt;
412. Einhundertein Nervenkanäle (Nadis) sind bekannt. Einer von ihnen, Sushumna, durchdringt die Krone des Kopfes. Seine Energie nach oben führend zum Zeitpunkt des Todes lässt Unsterblichkeit erlangen. Die anderen Nervenkanäle haben andere Wirkungen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
413. Der Jivanmukta, der das Selbst erkannt hat, geht nirgendwohin. Seine Pranas gehen nirgendwohin. Brahman seiend erreicht er Brahman. Er erlangt Kaivalya Mukti.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
414. Wer Kaivalya-Mukti nicht erlangt hat, wer das höchste Brahman nicht erkannt hat, jedoch das niedere Brahman (Saguna Brahman) verehrt hat, geht durch den Sushumna Nadi zur Sonne und dann durch weitere Bereiche nach Brahmaloka wo er bis zum Ende des Schöpfungszyklus‘ weilt. In Brahmaloka genießt er  unvergleichliche Freuden. Wenn der Zyklus endet geht er mit Brahma in Brahman ein. Das ist Krama Mukti (allmähliche Befreiung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
415. Die anderen Nadis haben verschiedene Auswirkungen. Sie führen zum Zeitpunkt des Todes auf verschiedene Wege. Wenn die Seele durch diese Nerven geht, wird sie wieder in Samsara geboren. Sie nimmt einen ihrem Karma entsprechenden Körper an.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
416. Der Sushumna Nadi wird auch Brahma Nadi genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
417. Der daumengroße Purusha, das innere Selbst, weilt im Herzen aller Wesen. Man muss Ihn mit Stetigkeit herausziehen aus dem Körper, so wie man einen Halm aus der Erde herauszieht. Man sollte Ihn als rein und unsterblich erkennen. &lt;br /&gt;
418. Du musst die Essenz, das heißt den Atman, aus den fünf Kosas (Hüllen) herausziehen, geduldig und mutig durch Vichara (Unterscheidung) und Meditation. Du musst den Atman vom Körper trennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
419. Als Nachiketas das ihn durch Yama Gelehrte verinnerlicht hatte, erreichte er Brahman, wurde frei von allen Unreinheiten und vom Tod. So wird es allen ergehen, die das Wesen Brahmans erkannt haben.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/DasGehimnisKathopanishad/Kathopanishad.htm Das Geheimnis der Katha Upanishad, Artikel von Swami Krishnananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/DasGehimnisKathopanishad/Kathopanishad_4.htm Das Geheimnis der Katha Upanishad, Vortrag Nr. 5, Artikel von Swami Krishnananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/de/artikel/krishnananda/kathaupanishad_kapitel5.html Das Geheimnis der Katha Upanishad, Vortrag Nr. 4, Artikel von Swami Krishnananda]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
{{dnf}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
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		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Katha_Upanishad&amp;diff=111865</id>
		<title>Katha Upanishad</title>
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		<updated>2014-05-20T07:41:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: /* Das Angenehme vs. das Gute */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Katha Upanishad&#039;&#039;&#039; ([[Sanskrit]]: katha-upanishad &#039;&#039;f.&#039;&#039;), auch &#039;&#039;&#039;Kathopanishad&#039;&#039;&#039;, ist der Name einer berühmten [[Upanishad]], welche die Belehrungen des Totengottes [[Yama]] an [[Naciketas]] enthält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kernaussagen der Katha Upanishad==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Von Swami Sivananada&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Om]]. Möge [[Das]] uns ([[Lehrer]] und [[Schüler]]) beschützen. Möge Das uns zur [[Glückseligkeit]] ([[Mukti]]) führen. Mögen wir beide fähig sein, die wahre [[Bedeutung]] der [[Schrift]]en zu erfassen. Möge unser [[Lernen]] erfolgreich sein. Mögen wir nie in [[Streit]] geraten. &lt;br /&gt;
Om Frieden! Frieden!! Frieden!!!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. [[Intuition]] ([[Aparokshanubhuti]]) ist die [[Quelle]] des [[Wissen]]s über [[Atman]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Der Atman ist schwer zu erfassen. Er ist [[feinstofflich]]. Er kann nicht durch Schlussfolgerungen erfasst werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Ein selbstverwirklichter [[Guru]] allein kann den [[Aspirant]]en auf dem [[spirituell]]en [[Weg]] führen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Angenehme vs. das Gute===&lt;br /&gt;
4. Das eine ist gut, während das andere angenehm ist. Gesegnet ist der, der sich für das Gute ([[Sreyas]]) allein entscheidet. Wer das Angenehme ([[Preyas]]) wählt, verliert letztendlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Sreyas ist das Gute, das Höchste [[Selbst]], das [[Wissen]], das zu [[Moksha]] (Befreiung) führt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Preyas ist das Angenehme, die [[Sinnesfreude]]n. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Die verkörperte [[Seele]] ist in ihrer [[Essenz]] identisch mit [[Brahman]]. Aufgrund von [[Unwissenheit]] und [[Illusion]] sind wir an [[Handlung]] gebunden und versuchen, [[Befreiung]] zu erlangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Wer den [[Pfad]] der [[Wahrhaftigkeit]] beschreitet und sich dem Guten verschreibt, erreicht [[Glückseligkeit]] und [[Unsterblichkeit]]. Wer den Sinnesfreuden frönt, verfehlt das [[Ziel]] des [[Leben]]s. Er versinkt in [[Sorge]] und [[Leid]] und ist gefangen im [[Rad]] von [[Geburt]] und [[Tod]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. [[Sreyo Marga]] ist der Pfad des Wissens. [[Preyo Marga]] ist der Pfad des Nichtwissens. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. Du musst die Sinnesfreuden überwinden, so du Glückseligkeit in [[Atman]] erlangen willst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Das Gute und das Angenehme haben den [[Mensch]]en fest im Griff. Der [[Weise]] untersucht und unterscheidet zwischen beiden, er wählt das Gute. Der Unwissende wählt das Angenehme, seinem [[Körper]] zuliebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Der Pfad des Wissens und der Pfad des Angenehmen stehen dem Menschen offen, er kann den Pfad wählen, der im zusagt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. So wie der [[Schwan]] [[Milch]] von [[Wasser]] trennt und nur die Milch trinkt, so trennt der Weise [[Gut]] von [[Böse]] und folgt dem Guten allein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. Der Weise weiß, dass Sreyo Marga zu Unsterblichkeit, [[Freiheit]] und Glückseligkeit führt, Preyo Marga dagegen zu vergänglichen sinnlichen [[Freude]]n und zu [[Bindung]]. Deshalb bevorzugt er Sreyo Marga. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15. Den Unwissenden fehlt das [[Unterscheidungsvermögen]] zwischen dem Guten und dem Angenehmen. Sie haben keine [[Vorstellung]] vom Ziel, vom Erreichen des Zieles und von den [[Frucht|Früchten]]. Sie wählen das Angenehme, um gierig ihren Körper zu mästen und geben sich den Sinnesfreuden hin.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16. Die beiden Wege liegen weit auseinander und führen zu unterschiedlichen [[Resultat]]en. Sie sind wie [[Licht]] und [[Dunkelheit]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
17. [[Avidya]] ist der Weg des Angenehmen. Er führt zu Leid und Bindung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18. [[Vidya]] ist der Weg des Guten. Er führt zu Freiheit und Befreiung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zeichen der Täuschung===&lt;br /&gt;
19. Die Unwissenden leben in Dunkelheit, sehen sich jedoch als weise und gebildet. In Illusion gehen sie verschlungene Wege, wie Blinde, die von Blinden geführt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20. Die in Samsara leben, leben in Unwissenheit und Dunkelheit. Sie haben weder Verstehen noch Unterscheidungskraft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
21. Sie sind an Tausende von Seilen der Erwartung gebunden. Sie sind verwickelt in Tausende von Schlingen in Form von Anhaftung an Kinder, Ehe, Wohlstand, Besitz und vieles mehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22. Unwissend sind sie, doch sehen sie sich als intelligent und belesen in den Sastras. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23. Sie werden Befreiung nicht erlangen. Sie sind immer wieder gebunden an das Rad von Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24. Sie gehen unter im Leid von Samsara durch Geburt, Alter, Krankheit, Sorge, Leid und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25. So wie der Blinde, der von einem Blinden auf steiniger Straße geführt wird, leidet, so leiden die Unwissenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
26. Der Weg in die Zukunft ist dem Unwissenden nicht klar. Er verfällt der Illusion des Wohlstandes. Das ist die Welt, es gibt keine andere, so denkt er. So fällt er wieder und wieder in das Netz von Geburt und Tod.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
27. Wohlstand ist das Gift der Welt. Er schafft Stolz und Eitelkeit. Er schafft einen wirren Geist und vernebelt den Verstand. Er verschleiert den Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28. Die Notwendigkeit, Befreiung zu erlangen, ist dem Leichtsinnigen kein Bedürfnis. Er ist eingehüllt in Gedanken an Kinder, Ehe und Wohlstand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
29. Die Sinnesfreuden sind das Ziel des weltlichen Menschen. Geld ist sein Ziel. Essen, Trinken, Spaß sind seine höchste Philosophie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
30. Viele sind nicht in der Lage auf den Atman zu hören. Auch wenn sie von Atman hören können sie die Worte nicht erfassen, da ihr Geist nicht klar ist.  &lt;br /&gt;
Die Erhabenheit von Brahma Vidya&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
31. Unübertrefflich ist es, sein Selbst ausdrücken zu können. Unübertrefflich ist es, sein Selbst zu erfassen, gelehrt von einem fähigen Lehrer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
32. Brahma Vidya ist die vollkommene Wissenschaft. Sie ist die Wissenschaft der Wissenschaften. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
33. Welche ist diese höchste spirituelle Wissenschaft, die, so wir sie kennen, uns alle anderen Wissenschaften kennen lässt. Es ist Para Vidya oder Brahma Vidya, das Erkennen des unsterblichen Atmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
34. Unübertrefflich muss der Lehrer sein, der Brahma Vidya lehrt. Unübertrefflich muss auch der Schüler sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
35. Brahma Jnanis und befähigte Aspiranten sind sehr, sehr rar in der Welt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
36. Wer mit den vier Absichten, Viveka (Unterscheidungskraft), Vairagya (Leidenschaftslosigkeit), Shat Sampat (sechsfache Tugenden), Mumukshutva (Sehnsucht nach Befreiung), ausgestattet ist, der ist befähigt für den Weg des Jnana Yogas. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
37. Von Tausenden, die von Atman hören, die Gott suchen, erkennt einer Atman. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
38. Der Atman kann nicht leicht erkannt werden, wenn er von einem Unerfahrenen, der selbst Atman nicht erkannt hat, gelehrt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
39. Der Atman kann nicht erkannt werden durch Behauptung und Beweisführung, denn Er ist transzendent, jenseits von Verstand und Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
40. Der Intellekt ist ein vergängliches Instrument, bedingt durch Zeit, Raum und Ursache. Wir kommen zu keiner endgültigen Entscheidung nur durch Behauptung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
41. Ein Mensch mit niederem Intellekt wird von einem Menschen mit hohem Intellekt besiegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
42. Argumentieren ist nur ein Jonglieren mit Worten. Es ist intellektuelle Gymnastik und sprachliche Kriegsführung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
43. Wer sein Leben nur mit Argumentieren verbringt ist im dichten Dschungel von Dunkelheit und Unwissen gefangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
44. Höre auf zu argumentieren und werde still, wende dich nach Innen und meditiere.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
45. Der Atman ist nur durch stille Meditation zu erfahren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
46. Brahma Jnana kann nicht durch Behauptung und Beweisführung erlangt werden. Man muss das Brahman Bewusstsein durch spirituelle Erfahrung erlangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
47. Es ist leicht, Brahman zu verstehen und zu erkennen, wenn von einem verwirklichten Lehrer gelehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
48. Das Ewige kann nicht durch Vergängliches erkannt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
49. Das Ewige ist unveränderlich, es kann nicht durch Veränderliches erkannt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
50. Selbst Hiranyagarbha ist nichts im Vergleich zu Para Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
51. Der Atman ist feinstofflich und innewohnend. Er liegt in der Höhle des Herzens verborgen. Deshalb ist er schwer zu erkennen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
52. Der Weise zieht seine Sinne von den Objekten im Außen zurück, erkennt den Atman durch Meditation auf das Selbst und ist frei von Freude und Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
53. Der Atman ist jenseits von Freude und Leid. Er ist Glückseligkeit. Er ist Satchidananda Svarupa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
54. Glück und Leid, Freude und Kummer sind nur Modifikationen des Geistes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Upanishaden Sadhana===&lt;br /&gt;
55. Der Weise meditieret auf den Atman, erkennt Ihn, den Unsichtbaren, den Unergründlichen, den in der Höhle des Herzens Verborgenen, den in der Hölle Weilenden, den in der Intelligenz Erscheinenden und ist frei von Freude und Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
56. Der Aspirant hört alles über den Atman von seinem befähigten Lehrer und erfasst Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
57. Dann trennt er den Atman von Körper und Geist durch Unterscheiden zwischen Wirklich und Nichtwirklich, meditiert auf den Atman und erkennt Ihn durch seine Intuition. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
58. Diese Welt wird von Dharma getragen. Brahman ist das Zentrum des Dharmas. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
59. Warum führt ein Mensch ein rechtschaffenes Leben? Weil er nur durch das Erkennen von Brahman wirklich genießen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
60. Das Prinzip (Svarupa) von Brahman ist Glückseligkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
61. Sinnesfreuden sind nur flüchtige Eindrücke, angeregt durch Reizung der Neven. Es sind nur Reaktionen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
62. Brahman ist Fülle, Einheit, Ewigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
63. Brahman ist anders als Tugend und Laster, anders als Ursache und Wirkung, anders als Vergangenheit und Zukunft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
64. Tugend und Laster, Vergangenheit und Zukunft sind nur mentale Schöpfungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
65. Zeit ist nur ein Wert des Geistes, ebenso nur eine mentale Schöpfung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
66. In Isvara besteht gleichzeitige Wahrnehmung. Alles ist nur. Alles ist nur jetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
67. Brahman ist Ewigkeit. Es ist jenseits von Zeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
68. Das Ziel, das die Veden verkünden und für das der Aspirant in Brahmacharya lebt, dieses Ziel ist OM.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
69. Buße und Brahmacharya führen zum Erkennen von Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Pranava===&lt;br /&gt;
70. OM ist auch unter den Namen Pranava, Ekakshara und Omkara bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
71. OM ist ein Symbol (Pratika) für Brahman. Es ist Klang (Sabda Brahman).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
72. OM ist der Urklang, die erste Manifestation Brahmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
73. OM ist das geeignetste Symbol für Brahman. Es besteht aus drei Buchstaben - A, U, M.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
74. Klang, Wort und Name sind untrennbar verbunden mit dem Gedanken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
75. OM ist wahrlich Brahman. OM ist wahrlich das Höchste. Der OM kennt erlangt alles was er wünscht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
76. OM ist Brahman Selbst. OM und Brahman sind untrennbar miteinander verbunden. Über OM sollte wie über Brahman Selbst meditiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
77. OM ist ein Symbol, sowohl für Saguna als auch für Nirguna Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
78. Wer auf OM mit Saguna (gestalthaft) Bhava meditiert, der wird Saguna Brahman erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
79. Wer auf OM mit Nirguna (gestaltlos) Bhava meditiert, der wird Nirguna Brahman erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
80. Das manifestierte Brahman sollte erreicht werden. Das unmanifestierte Brahman sollte erkannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
81. OM ist die beste Hilfe. Es ist das beste Mittel, um das Manifeste (Saguna Brahman) oder das Höchste (Nirguna Brahman) zu erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
82. Wer auf Brahman meditiert wird eins mit Brahman und wird geeignet, wie Brahman verehrt zu werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
83. Der Kenner Brahmans wird Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
84. OM ist die wertvollste Hilfe. Wer diese Hilfe kennt wird in dieser Welt als Brahman verehrt. Er wird wie Brahman verehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Wesen des Höchsten Selbst===&lt;br /&gt;
85. Der Atman ist ohne Geburt und ohne Tod. Er entstand nicht aus etwas. Er ist ewig. Er stirbt nicht, wenn der Körper stirbt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
86. Brahman wurde nicht hergestellt wie ein Topf aus Lehm. Er ist frei von Bedingung. Er ist frei von Modifikationen wie sie Dingen eigen sind, die eine Form besitzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
87. Brahman ist unvergänglich und unveränderlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
88. Brahman ist frei von Veränderung und Entwicklung, Es ist unvergänglich und unveränderlich. Es ist archaisch (Purana).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
89. So wie die Luft im Topf nicht davon berührt wird, wenn der Topf zerbricht so, ist der Atman nicht davon berührt, wenn der Körper stirbt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
90. Der Atman ist feinstofflich, kein Schwert kann Ihn töten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
91. Unwissende glauben, der Körper sei Atman und identifizieren die Seele mit dem Körper. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
92. Wenn der Mörder denkt: ‚Ich töte‘, dabei den Körper für die Seele haltend, und wenn der Ermordete denkt: ‚Ich wurde getötet‘, dann kennen beide den Atman nicht. Beide sind unwissend. Die Seele tötet nicht und kann nicht getötet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
93. Der Atman, feiner als fein, größer als groß, weilend im Herzen eines jeden Wesens. Wer wunschlos ist, ruhig im Geist, die Sinne zurückgezogen hat, der behält die Würde des Selbstes und wird frei von Kummer und Leid.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
94. Die Seele einer Ameise ist dieselbe wie die eines Elefanten. Nur ein Bewusstsein weilt in allen Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
95. Die Essenz aller Wesen ist der Atman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
96. Der Atman wird von der Welt überlagert, so wie das Seil von der Schlange überlagert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
97. Für sich allein hat die Welt keine eigene Existenz, alles ist Atman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
98. Der Atman ist weit, Er ist überall, denn Er ist alldurchdringend und ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
99. Der Atman frohlockt und frohlockt nicht. Er genießt die Welt in ihren Begrenzungen. Er ist der stille Zeuge in seinem reinsten Wesen, und so frohlockt Er nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
100. Befähigte Aspiranten, ausgestattet mit einem feinen, scharfen und reinen Intellekt, lernbegierig und mit den vier Absichten (siehe Vers 36) vertraut, können den Atman erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
101. Der Weise, der den Atman als körperlos erkannt, nur im vergänglichen Körper weilend, erhaben und alldurchdringend, kennt kein Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
102. Der Atman ist körperlos im Körper weilend. Er ist unveränderlich inmitten Veränderlichem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
103. Die Weisen, die das Selbst erfahren haben und den Atman erkannt durch direkte intuitive Wahrnehmung (Aparokshanubhuti), kennen kein Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wer erreicht Atma Jnana===&lt;br /&gt;
104. Der Atman kann nicht erkannt werden durch das Studium der Veden, durch Intelligenz oder Hören. Der, den das Selbst erwählt, der kann das Selbst erkennen. Dem enthüllt der Atman Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
105. Den Atman kann nur der erkennen, der wunschlos ist und nach Wissen strebt. Dem enthüllt der Atman Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
106. Das Selbst dessen, der nach Wissen strebt, enthüllt sich ihm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
107. Nur der Aspirant, der Atman sucht erkennt Atman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
108. Der Atman wird nur von dem erkannt, den Gott erwählt, dem Gott Seine Gnade gewährt, den Er liebt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
109. Wer nicht von Untugenden ablässt, wer seine Sinne nicht unter Kontrolle hat, wessen Geist nicht einpünktig und geläutert ist, der kann Atman nicht erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metaphysik des Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
110. Da sind zwei, Paramatman (die höchste Seele) und Jivatman (die verkörperte Seele). Paramatman ist das Licht, Jivatman ist der Schatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
111. Paramatman kennt weder Handlung noch Früchte daraus. Er ist stets der stille Zeuge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
112. Das gegenüberliegende Ufer von Samsara ist Moksha (Befreiung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
113. Der Körper ist der Wagen, der Atman ist der Herr des Wagens, der Intellekt ist der Wagenlenker, der Geist ist die Zügel, die Sinne sind die Pferde, die Objekte sind die Straße. Der Atman, vereint mit Sinnen und Geist, ist der Genießer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
114. Der reine Atman ist tatenlos (Nishkriya). Er ist untätig (Akarta).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
115. Der Atman erscheint als der Genießer, so Er sich mit dem Geist, den Sinnen und dem Körper durch Avidya verbindet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
116. Der Geist agiert und genießt durch Sinne und Körper. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
117. Die Eigenschaften von Geist, Sinnen, Prana und Körper werden auf den Atman übertragen und die Attribute des Atmans werden auf Geist, Sinne, Prana und Körper übertragen. Dies wird wechselseitige Übertragung (Anyonya Adhyasa) genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
118. Durch diese Übertragung erscheint der empfindungslose Geist intelligent zu sein und der unreine und empfindungslose Körper wird für den reinen und empfindungsfähigen Atman gehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
119. Der reine Atman nimmt die Erscheinung des Jivas an und aufgrund der durch Avidya ausgelösten Übertragung verfällt Er in das Leid von Samsara - Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
120. Die Essenz des Jivas ist Satchidananda Svarupa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121. Wenn Avidya durch das Erkennen des Selbstes überwunden ist, wird man eins mit Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wichtigkeit von Selbstkontrolle===&lt;br /&gt;
122. Wer keine Unterscheidungskraft besitzt und seinen Geist nicht unter Kontrolle hat, dessen Sinne sind derart unkontrollierbar wie wilde Pferde durch den Kutscher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
123. Wer nicht ausgestattet ist mit Unterscheidungskraft zwischen Wirklich und Nichtwirklich, wer nicht fähig ist, zu unterscheiden was zu tun ist und was nicht zu tun ist, wer seinen Geist nicht unter Kontrolle hat, der ist ein unfähiger Fahrer seines Körpers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
124. Wer Wissen besitzt, Geist und Sinne stetig unter Kontrolle hält, dessen Pferde sind gezähmt durch den Kutscher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
125. So wie ein guter Kutscher seine Pferde durch die Zügel kontrolliert, so kontrolliert der gute Fahrer diese Körper-Kutsche durch Verstehen, Unterscheidungskraft und Willen.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
126. Die Sinne werden kontrolliert durch den kontrollierten Geist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127. Kontrolle der Sinne ist ein indirektes Mittel um das Ziel, Moksha, zu erlangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
128. Wer keine Unterscheidungskraft besitzt, wer seinen Geist nicht unter Kontrolle hat, wer nicht geläutert ist, der kann das Ziel nicht erreichen, er gerät immer wieder in den Kreislauf von Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
129. Wer versteht, wer seinen geläuterten Geist stets unter Kontrolle hat, der erreicht das Ziel und wird nicht mehr geboren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
130. Wer als Fahrer eine scharfsinnige Intelligenz und als Zügel einen gut kontrollierten Geist besitzt, der erreicht am Ende seiner Reise das Reich Vishnus.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
131. Der kluge Kutscher lenkt die Pferde durch die Zügel und fährt die Kutsche sicher ans Ziel, das Ende der Reise. Ebenso erreicht der Jiva sein Ziel, das Reich Vishnus, auf der Straße des Samsaras, wenn er durch Unterscheidungskraft Geist und Sinne lenkt.&lt;br /&gt;
Die innere Ordnung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
132. Hier werden die aufsteigenden Stufen des Feinstofflichen beschrieben. Jenseits der Sinne sind die Anfänge, jenseits der Anfänge ist der Geist, jenseits des Geistes ist der Intellekt, jenseits des Intellekts ist der kosmische Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133. Jenseits des kosmischen Intellekts ist das Unmanifestierte (Avyakta). Jenseits des Unmanifestierten ist der Purusha. Jenseits des Purushas ist nichts. Das ist das Ende, das ist das höchste Ziel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
134. Überlegenheit wird gewichtet nach der Feinstofflichkeit. Das Feinstoffliche ist dem Grobstofflichen überlegen. Das Feinstofflichere ist dem Feinstofflichen überlegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
135. Der Atman ist das feinstofflichste Vastu (Substanz). Er ist allem überlegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
136. Die Ursache ist feinstofflicher als die Wirkung.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
137. Die fünf Grundlagen der Materie sind den Sinnen überlegen, denn die Sinne werden durch die Grundlagen der Materie geformt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
138. Der Geist ist den Grundlagen überlegen, denn er ist feinstofflicher und wird durch die feinstofflichen Tanmatras (Sukshma Bhutas) in ihrer feinsten Prägung geformt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
139. Die fünf Elemente sind die Auswirkungen der Tanmatras.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
140. Der Geist ist der Seher (Drik), die Objekte sind das Gesehene (Drishya).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
141. Der Geist ist inwendiger als die Sinne. Deshalb ist der Geist den Objekten überlegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
142. Der Intellekt ist dem Geist überlegen, denn der Intellekt ist feinstofflicher, erhabener und inwendiger als der Geist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
143. Der Geist gibt den Gedanken an den Intellekt. Der Intellekt untersucht, entscheidet und kommt zu einer endgültigen Lösung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
144. Der Intellekt ist der Ministerpräsident des Atmans. Er handelt wie ein Oberrichter am Obersten Gerichtshof. Er steht dem Atman ganz nahe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
145. Der Geist ist nur ein Instrument. Er arbeitet durch die Intelligenz, die sich in ihm reflektiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
146. Hiranyagarbha ist der Mahat Atman. Er ist die kosmische Intelligenz. Er ist das universelle Leben. Er ist die Summe aller individuellen Seelen. Er ist der Erstgeborene des Unmanifestierten (Avyakta).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
147. Avyakta ist der Same aller Welten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
148. So wie der Baum potentiell im Samen enthalten ist, so ist die Welt potentiell in Avyakta enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
149. Die drei Gunas sind das Gleichgewicht in Avyakta.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
150. Materie, Energie und Klang sind potentiell in Avyakta enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
151. In Pralaya geht die Welt in Avyakta ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
152. Avyakta geht in Para Brahman ein wie Kette und Schuss. Es ist das Gewebe aller Potenzen von Ursache und Wirkung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
153. Der Purusha ist die Ursache aller Ursachen. Er ist Fülle. Deshalb wird er Purusha genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
154. Der Atman ist das Ende, das höchste Ziel. Hier enden Feinheit und Erhabenheit.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
155. Wer den Purusha erkennt wird nicht mehr in Samsara geboren. Er erreicht Moksha. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156. Der Atman ist in allen Wesen verborgen, nur die Seher nehmen Ihn wahr, durch ihren scharfen und feinen Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
157. Aufgrund von Avidya kann der Mensch, obwohl sein Wesen Brahman ist, die Wahrheit ‚Ich bin Brahman‘ nicht ermessen. Selbst dann nicht, wenn man sie ihn lehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
158. Doch weiß er, dass er der Sohn von dem und dem ist. Selbst wenn man ihn dieses nicht lehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159. Mula Prakriti, Pradhana, Avyakta, Avyakriti und Maya sind gleichbedeutende Begriffe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der inwendige Pfad des Yogas===&lt;br /&gt;
160. Der unwissende weltliche Mensch hält seinen Körper für Atman und wandert in Selbsttäuschung durch Samsara. Wie rätselhaft Avidya doch ist! Wie tief und unergründlich Maya doch ist! Wie fantastisch und undurchschaubar Moha doch ist!  (Avidya – Unwissenheit, Maya – Illusion, Moha – Verblendung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
161. Der Atman strahlt nicht für die, die einen unreinen, engen und groben Intellekt haben, doch Er wird erkannt von denen, die einen reinen, scharfen und feinen Intellekt haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
162. Der Intellekt wird rein und scharf erhalten, indem man über Brahman hört, reflektiert und meditiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
163. Der Weise versenkt seine Sinne in den Geist, den Geist in den Intellekt, den Intellekt in den kosmischen Intellekt und den kosmischen Intellekt in den friedvollen Atman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
164. Ziehe die Sprache und andere Werkzeuge zurück durch Versenkung (Pratyahara) und Selbstkontrolle (Dama).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
165. Verschmelze den Geist mit dem Intellekt, mit Hiranyagarbha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
166. Verschmelze Hiranyagarbha mit dem friedvollen Atman (Santa Atman), dem reinen, unbedingten Para Brahman, dem Nährboden für alles, dem Unwandelbaren, dem Selbst, dem Zeugen aller Modifikationen des Intellekts. Das ist der Prozess des Verschmelzens des Geistes mit dem Unendlichen, Laya Chintana.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
167. Praktiziere Innenschau und Selbstanalyse. Kontrolliere den niederen Geist durch den höheren. Beende alle Aktivitäten der Sinne und richte das Bewusstsein auf den Geist. Dann ziehe das Bewusstsein vom Geist zurück und richte es auf den Intellekt. Ziehe das Bewusstsein vom Intellekt zurück und richte es auf die kosmische Intelligenz. Schließlich ziehe das Bewusstsein von der kosmischen Intelligenz zurück und richte es auf das absolute Bewusstsein, auf Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
168. So wie die Schildkröte ihre Glieder einzieht, so ziehe die Sinne zurück in den Geist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
169. Der Intellekt wird Mahat Atman genannt, weil er Geist und Sinne durchdringt. Er ist ihr inneres Prinzip. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
170. Verschmelze den Intellekt mit Mahat Atman, Hiranyagarbha. Lasse deinen Intellekt klar und rein werden wie Hiranyagarbha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
171. Erhebe dich, erwache! Lerne von großen Lehrern, erkenne Atman. Der Weg führt auf einer scharfen Klinge, schwierig ist er zu gehen, sagen die Weisen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
172. Sind Sinne, Geist, Intellekt und Mahat Atman mit Para Brahman verschmolzen, erfährt man Glückseligkeit, ewigen Frieden und erlangt Moksha. Man erfährt das wahre Wissen über das Selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
173. Das Wasser der Luftspiegelung vergeht, die Schlange im Seil löst sich auf und das Blau des Himmels entweicht, sobald das wahre Wesen der Luftspiegelung, des Seiles und des Himmels erkannt ist. Ebenso verlieren sich Name, Form und Handlung, da sie auf falschem Wissen beruhen und vom Wesen her Ursache, Wirkung und Frucht sind, wenn Atman erkannt ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
174. Erhebe dich, Mensch, aus dem Morast des Samsaras, wende dich spirituellem Wissen über Atman zu. Höre auf, über weltliche Gebilde zu sinnieren.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
175. Erwache aus dem Schlummer in Unwissenheit. Beende den Schlaf, den Samen allen Leides. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
176. Suche hervorragende Lehrer, Brahma Nishtha, Brahma Srotriya Gurus, die Atman erkannt haben. Erkenne Atman so wie sie es dich lehren. Fühle ‚Ich bin Das‘, Soham.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
177. Er hat Das erkannt, das ohne Klang, ohne Berührung, ohne Gestalt, ohne Verfall, ohne Geschmack, ohne Geruch, ohne Anfang, ohne Ende, jenseits des Intellekts ist, ewig und unveränderbar. Er ist dem Rachen des Todes entkommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
178. Der Atman ist transzendent, jenseits aller Vorstellungen. Er ist jenseits von Materie. Er ist reiner Geist. Er ist reines Bewusstsein.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
179. Der Atman ist jenseits von Geist und Sprache. Jenseits von Klang, Berührung, Geschmack und Geruch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
180. Der Atman ist Glückseligkeit und Wissen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
181. Die Erde ist grob. Der Körper ist grob. Doch der Atman ist feiner als das Feine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
182. Klang, Berührung, Geschmack und Geruch existieren nicht in Atman. Deshalb kann Er nicht erlöschen, Er kann nicht steigen und nicht sinken.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
183. Etwas das vergeht ist flüchtig. Der Atman ist ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
184. Was einen Anfang hat, hat eine Wirkung und geht in die Ursache ein. Deshalb ist es nicht ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
185. Der Atman hat keine Ursache in die Er eingehen könnte. Er ist die Ursache von allem und hat keine Wirkung. Da Er keine Wirkung hat, ist Er ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
186. Vergängliche Objekte, wie Bäume, Blumen, Körper, haben einen Anfang und ein Ende. Der Atman jedoch ist ohne Anfang und ohne Ende, da Er ewig ist.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
187. Vernachlässige das nicht. Das ist deine erste Pflicht. Das ist deine höchste Pflicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
188. Da der Atman feinstofflich ist, ist der Pfad des Wissen, der zu Ihm führt, schwierig zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
189. Der Aspirant, der auf der Klinge wandelt muss vorsichtig, wachsam, bestrebt und intelligent sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
190. Es versteht sich von selbst, dass ein Guru unverzichtbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
191. Die Upanishaden sind Aufzeichnungen der intuitiven Erfahrungen großer Weiser und Seher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
192. Der Atman ist verschieden vom Intellekt, denn Er ist der stille Zeuge, das absolute Wissen und die Seele aller Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
193. Nur das Unveränderliche kann als ewig bezeichnet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
194. Wer den Atman erkannt hat ist dem Rachen des Todes entkommen. Er ist frei von den Fesseln von Geburt und Tod. Er ist frei von den drei Blockaden (Granthi) Unwissenheit, Wunsch und Handlung. Er erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Philosophie des Sehnsucht===&lt;br /&gt;
195. Das aus Sich Selbst Seiende (Brahman) schuf die nach außen gerichteten Sinne. Deshalb sieht der Mensch das externe Universum und nicht das innewohnende Selbst (Atman). Doch der Weise wendet Sinne und Augen von den äußeren Sinnesobjekten ab, sehnt sich nach Unsterblichkeit und erkennt den Atman in sich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
196. Es ist nicht möglich, Licht und Dunkelheit zur gleichen Zeit am gleichen Ort zu haben. Es ist nicht möglich, Sinnesfreuden und Glückseligkeit zur gleichen Zeit zu erlangen. Es ist nicht möglich, in Sinnesfreuden zu schwelgen und das innere Selbst zur gleichen Zeit zu erblicken. Es ist nicht möglich, den Mammon und Gott gleichzeitig anzubeten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
197. Der Unwissende läuft den externen Objekten der Begierde hinterher und gerät in den Fallstrick des Todes. Doch der Weise, das Wesen der Unsterblichkeit kennend, trachtet nicht nach den flüchtigen Objekten hier auf Erden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
198. Die zwei Hindernisse die dem Erkennen des Selbstes im Wege stehen sind die Tendenz der Sinne, externen Objekten zu verfallen und der Wunsch nach Freuden in dieser und der nächsten Welt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
199. Die Sinne suchen im Außen aufgrund von Vikshepa Sakti (Rajas).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
200. Nicht nur die Augen, alle Sinnesorgane müssen von ihren jeweiligen Objekten zurückgezogen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
201. Der Grund für Wünschen ist Unwissenheit. Wünschen entsteht aus Avidya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
202. Wenn Rajas in den Sinnen durch Sattva erdrückt wird gehen die Sinne in den Geist ein. Sie wenden sich nicht mehr nach außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
203. Der Mensch hat seine Göttlichkeit vergessen aufgrund von Unwissenheit. Sein Geist folgt den Sinnesfreuden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
204. Unwissende, die weder Verstand noch Unterscheidungskraft besitzen, rennen externen Objekten hinterher und verfangen sich so in den Maschen des Todes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
205. Der Atman steigt nicht und sinkt nicht. Er ist unveränderlich und unsterblich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
206. Die Weisen, die die Glückseligkeit des Atmas genießen, kümmern sich nicht um Sinnesfreuden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
207. Die Summe der Sinnesfreuden ist nur ein Tropfen im Vergleich zu der Glückseligkeit des Atmans. Der Atman ist der Ozean der Glückseligkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
208. Der Wunsch nach Sinnesfreuden steht dem Wissen über das Selbst entgegen. Er steht dem Erkennen des Selbstes entgegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
209. Würde jemand Zucker essen, wenn Mangos reichlich vorhanden sind?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
210. Dem Selbst, durch das wir Form, Geschmack, Geruch, Klang und Berührung erfahren, bleibt nichts verborgen. Wahrlich, Dieses ist Das (Brahman). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
211. Der Atman ist absolutes Wissen. Er ist absolutes Bewusstsein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
212. Was in dieser Welt bleibt dem Atman verborgen? Alles ist dem Atman bekannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
213. Geist und Intellekt sind unempfänglich. Sie borgen ihr Licht von Atman. So wie der Mond Licht von der Sonne borgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
214. Geist, Intellekt und Sinne erfüllen ihre Aufgaben durch das Licht des Atmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
215. Der Atman steht hinter allen Wahrnehmungen von Sinnen, Geist und Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
216. So wie Eisenspäne sich hin zum Magnet bewegt. So bewegen sich Geist, Sinne und Intellekt hin zu Atman.&lt;br /&gt;
Jenseits von Furcht und Leid &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
217. Das, wahrlich, ist der Atman, verschieden von Tugend und Untugend, Ursache und Wirkung. Er ist Vishnu, darüber hinaus ist nichts.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
218. Der Weise weiß, dass alles was er im Wachen und im Traum wahrnimmt, der allgegenwärtige Atman ist. Er leidet nicht mehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
219. Turiya (der vierte Zustand) übertrifft Wachen, Schlaf und Tiefschlaf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
220. Der Atman ist der stille Zeuge der drei Bewusstseinszustände. Er wird Turiya genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
221. Durch Atman alleine ist man sich des Träumens und Wachens bewusst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
222. Wer den ewigen Atman erkennt wird absolut furchtlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
223. Furcht erscheint nur, wenn man am Körper anhaftet, wenn man sich mit dem Körper identifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
224. Wer sich mit seinem physischen Körper identifiziert versucht, ihn zu schützen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
225. Wo immer Anhaftung herrscht, herrschen auch Furcht und Ärger. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
226. Der Atman ist Eins ohne ein Zweites und ewig, so Er erkennt ist, was will man dann vor wem schützen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
227. Der Weise sieht das Selbst überall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
228. Der Weise steht über dem Körperbewusstsein. Er wird vollkommen furchtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
229. Atman zu kennen heißt, Atman zu verwirklichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
230. Atman zu kennen heißt, Atman zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Einheit von Brahman, Mensch und Welt===&lt;br /&gt;
231. Brahman erscheint als Jiva durch den Upadhi (begrenzende Beifügung) Avidya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
232. Brahman erscheint als Hiranyagarbha durch den Upadhi Maya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
233. Die Gesamtheit aller Jivas (Samashti) ist Hiranyagarbha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
234. Der Jiva ist der mikrokosmische Aspekt Brahmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
235. Wenn der Upadhi weicht werden Hiranyagarbha und Jiva eins mit Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
236. Hiranyagarbha ist die erste Manifestation Brahmans durch Meditation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
237. Brahman, Hiranyagarbha genannt, entstand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
238. Hiranyagarbha ist kosmischer Prana oder kosmische Intelligenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
239. Alle Götter weilen in Brahman, wie die Speichen in der Nabe. Alle Götter hängen von Brahman ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
240. So wie die Welle nicht verschieden ist vom Ozean, so wie Goldschmuck nicht verschieden ist von Gold, so ist diese manifestierte Welt nicht verschieden von Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
241. Der Unterschied besteht nur im Namen. So wie das Seil als Schlange erscheint, so erscheint Brahman in Name, Gestalt und Handlung, (Nama, Rupa, Kriya) durch Avidya (Unwissen) beziehungsweise Maya (Illusion).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
242. Wer denkt: ‚Ich bin verschieden von Brahman‘, der wird wiedergeboren und stirbt. Doch wer fühlt: ‚Ich bin wahrlich das alldurchdringende, unsterbliche Satchidananda Brahman‘, der erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
243. Brahman ist die Verkörperung der ewigen Erkenntnis (Nitya Vijnanaghana Svabhava).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
244. Brahman ist frei von Eigenschaften des Samsaras (Sarva Samsara Dharma Varjitam).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
245. Die Höchste Seele ist identisch mit der individuellen Seele und mit der gesamten Schöpfung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
246. Das Fehlen von Unterscheidungsfähigkeit ist der Grund für Wiedergeburt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ästhetik und das Selbst===&lt;br /&gt;
247. Allein durch den Geist kann Brahman erkannt werden. Es gibt keinen Unterschied zwischen Geist und Brahman. Wer einen solchen sieht geht von Tod zu Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
248. Der Geist ist zweigestaltig, Suddha Manas - der reine Geist, und Asuddha Manas - der verunreinigte Geist, angefüllt mit Vasanas, Ego und Gier. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
249. Brahman kann nur erkannt werden durch einen geläuterten Geist. Dazu lese man die Schriften, lerne bei einem Lehrer, praktiziere die vier Absichten (siehe Vers 36) und meditiere stetig auf das Selbst.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
250. So man das Selbst erkannt hat verschwindet die Unwissenheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
251. Der Weise erkennt Brahman in allem, nichts anderes existiert. Die Welt ist die Manifestation Brahmans allein, sie ist in ihrem Wesen nicht verschieden von Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
252. Wer Verschiedenheit sieht,  mit von Unwissenheit verdunkelten Augen, geht von Tod zu Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
253. Daumengroß sitzt der Purusha in der Mitte des Körpers. Er ist der Herr der Vergangenheit und der Zukunft, nachdem er Ihn erkannt hat kennt der Weise keine Furcht mehr. Dieses ist Das. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
254. Der Purusha weilt im Herzen. Der Atman wird Purusha genannt, weil Er in der Stadt (Puri) des Körpers weilt und weil alles von Ihm durchdrungen ist, die ganze Welt ist Seine Fülle. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
255. Der Atman ist grenzenlos, die Größe eines Daumens ist nur ein Hilfsmittel zur Meditation für Anfänger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
256. Zu Beginn meditiert der Aspirant auf den Atman als ein im Herzen strahlendes Licht (Jyoti) in Größe eines Daumens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
257. Nachdem der furchtlose, unsterbliche Atman erkannt ist, ist die Furcht vergangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
258. Brahman ist der perfekte Purusha. Er ist die Seele, die im Herzen eines jeden Menschen weilt. Er ist der Herrscher über das Wissen. Es ist verborgen in Herz und Geist. Wer so weiß erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
259. Brahman ist eine Flamme ohne Rauch. Es ist der Herr über Vergangenheit und Zukunft. Nur Es allein ist heute und wird morgen sein. Dieses ist wahrlich Das. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
260. Brahman ist ewig, unsterblich (Kutastha) und unbewegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
261. Brahman weilt in allen Lebewesen heute, und wird es sicher auch morgen noch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
262. Der Regen fällt auf den Berg, das Wasser rinnt hinunter ins Tal, verteilt sich und verliert sich.  Der Unwissende sieht Unterschiede im Leben; denkt, verschiedene Selbste seien in verschiedenen Körpern; denkt, die Welt sei verschieden von Brahman und die einzelnen Seelen seien verschieden von anderen Seelen und von der Höchsten Seele; sieht Dinge als verschieden von der Seele; hat nicht das Substrat von allem erkannt; hat nicht die Nichtzweiheit Brahmans und Seine ewige, unsterbliche, unwandelbare Einheit erfasst. Dieser Unwissende ist gefangen im Kreislauf von Geburt und Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
263. Reines Wasser in reines Wasser gegossen wird eins mit dem reinen Wasser. Die geläuterte individuelle Seele wird eins mit der Höchsten Seele, so sie das Höchste Selbst durch Intuition erkannt hat, die Vorstellung von Unterschieden durch das Wissen über Atman überwunden hat, die Einheit von Selbst und Atman erkannt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
264. Der Aspirant sollte unerschütterliches Vertrauen in die Lehren der Srutis haben. Ohne dieses Vertrauen gibt es kein Erkennen des Selbstes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der innere Herrscher===&lt;br /&gt;
265. Die Stadt Brahmans, dessen Wissen ewig ist, hat elf Tore. Brahman verehren lässt Kummer vergehen und befreit von allen Bindungen, man wird frei. Dieses ist wahrlich Das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
266. Zwei Augen, zwei Ohren, zwei Nasenlöcher, ein Mund, das sind sieben Tore. Der Nabel und die zwei unteren Öffnungen sind zusammen zehn. Das elfte ist Brahmarandhra, die Öffnung Brahmans, die Fontanelle. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
267. So wie eine Stadt einem König gehört, er jedoch unabhängig von der Stadt ist, so gehört der Körper einem König (Atman), der unabhängig vom Körper ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
268. Wer auf Brahman meditiert und das Selbst erkannt hat, der ist frei von Kummer. Er ist frei von allen Bindungen und frei vom Kreislauf von Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
269. Der Weise ist frei von Wünschen und den Fesseln, die Karma erschafft. Er wird vollkommen furchtlos. Er nimmt keinen weiteren Körper an. Er geht in Brahman ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
270. Brahman schickt Prana nach oben und Apana nach unten. Dieses Verehrungswürdige, im Inneren weilend, verehren die Götter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
271. Fünf Prinzipien der Lebenskraft kennen wir, Prana, Apana, Vyana, Udana und Samana. Es gibt weitere fünf untergeordnete Pranas (Upapranas). Der höchste Prana, Mukhyaprana, nimmt die zehn Formen an, je nach Aufgabe eines jeden einzelnen Pranas (Vritti Bheda).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
272. Prana ist Odem. Apana hat die Funktion der Ausscheidung. Vyana lässt das Blut zirkulieren. Udana lässt die Stimme wirken. Samana hat die Funktion der Verdauung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
273. Prana ist nicht Atem. Prana ist Lebensenergie. Atem ist nur eine der vielen Manifestationen von Prana. Prana ist mit Atem verbunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
274. Geist und Sinne verehren ihren Herrn, den Atman, indem sie die ihnen zugeteilten Aufgaben erfüllen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
275. Sie stimmen ihren Herrn, den Atman, günstig, indem sie die verschiedenen Wahrnehmungen, Form, Klang, Geruch, Geschmack und Berührung, Ihm darbringen, so wie das Volk den König günstig stimmt, indem es ihm Gaben darbringt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
276. Sinne, Geist und Prana sind stets damit beschäftigt, dem Atman zu dienen und Ihn zu erfreuen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
277. Der Atman allein leitet Geist, Sinne und Prana in den ihnen zugeteilten Aufgaben an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
278. Die fünf Sinnesorgane sammeln Empfindungen aus der Außenwelt und bringen sie dem Atman dar. Das ist ihre Art der Verehrung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
279. Sobald der Atman den Körper verlässt, löst dieser sich auf. So wie ein Volk sich auflöst, wenn der König aus dem Land gejagt wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
280. Der Sterbliche lebt weder durch Prana noch durch Apana, sondern durch Das, von dem diese beiden abhängen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
281. Die wahre Grundlage des Lebens ist der Atman. Prana, Apana, Vyana, Udana und Samana können nicht die Grundlage des Lebens sein. Sie arbeiten nur zusammen zum Wohle des Atmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
282. Der Körper löst sich auf, wenn Prana und Apana ihn verlassen und sich der Atman zurückzieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
283. Ein Haus besteht zum Wohle des Besitzers, der verschieden ist vom Haus und sein Herr ist. Prana, Apana, Vyana, Udana, Samana, die Sinne und der Geist bestehen zum Wohle des Atmans, der verschieden von ihnen ist und ihr Herr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
284. Prana und Apana hängen von Atman ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
285. Sie vollziehen ihre Pflichten in Harmonie zum Wohle des Atmas, ihres Herrn. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
286. Die Stütze der Wesen, des Pranas, der Sinne und des Geistes ist der Atman. Er ist völlig unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
287. Wie Getreide vergeht der Sterbliche und wie Getreide wird er wiedergeboren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
288. Manche Jivas gehen in einen Leib ein, um einen Körper zu erhalten, anderen gehen in anorganische Substanzen ein, je nach deren Karma und Bewusstsein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
289. Der Jiva nimmt den Körper an, den sein Karma bedingt und seinem Bewusstsein entspricht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
290. Er kann Indra werden oder sogar Hiranyagarbha. Er kann alles werden in der kosmischen Hierarchie. Er kann sein letztes Leben antreten und ein Jivanmukta, ein befreiter Weiser, werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
291. Er kann ein Muni, ein Tapasvin oder ein Yogi werden, so er sehr gute spirituelle Samskaras mit sich bringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
292. Er kann auch ein Baum oder etwas Anorganisches werden, je nach seinem Karma. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
293. Brahman ist der stille Zeuge der drei Bewusstseinszustände Wachen, Traum, Tiefschlaf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
294. Der Purusha schläft nie. Selbst wenn Prana, die Sinne und der Geist schlafen, ist Er der Zeuge (Sakshi) von allem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
295. Brahman ist ewig rein und unsterblich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
296. Brahman ist die Ursache der Welt. Alle Welten hängen nur von Ihm ab. Er ist die Stütze aller Welten. In Ihm sind alle Welten enthalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
297. Im Tiefschlaf ruhst du in Brahman. Du kommst in Kontakt mit Brahman, doch da ist der Schleier der Unwissenheit. Deshalb bist du dir Brahmans nicht bewusst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
298. In Samadhi ist dieser Schleier verschwunden. Dein reines Bewusstsein ist eins mit dem absoluten Bewusstsein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
299. Während der Geist und die Sinne im Tiefschlaf ruhen erfährst du die Glückseligkeit in Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
300. Deshalb sagst du, wenn du ins Wachbewusstsein zurückkommst: ‚Ich habe gut geschlafen, ich weiß von nichts‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
301. Dieses Erinnern an die Glückseligkeit beweist, dass Brahman ist, nichtdual, glückselig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das allgegenwärtige Selbst===&lt;br /&gt;
302. Wie das eine Feuer, sobald es in der Welt erstrahlt, verschiedene Formen annimmt, je nachdem was es verbrennt, so nimmt der ewige Atman aller Lebewesen, obwohl Eines, verschiedene Gestalten an, je nachdem in was er in der Außenwelt eingeht. Und dennoch ist Er jenseits aller Gestalt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
303. Viele sprechen, um ihre Belesenheit zu zeigen oder über anderen zu stehen. Sie sprechen nicht der Wahrheit wegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
304. Ehrliche und ernstgemeinte Gespräche mit großen Seelen, um Zweifel zu beseitigen und Klarheit zu erlangen, ist wünschenswert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
305. Ernsthafte Aspiranten mögen unter sich schwierige und abwegige Probleme erörtern. Das ist sehr hilfreich für ihr Wachstum und ihr Verständnis. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
306. Das Wissen über die Einheit mit dem Atman ist auch nach Erklärungen und Wiederholungen nicht leicht zu verstehen. Deshalb erklären die Srutis die Wahrheit über Atman durch verschiedene Darstellungen, Gleichnisse und Analogien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
307. Der Atman ist stets rein und verschieden von Gestalt. Es wird nicht im Geringsten von Gestalt berührt, denn Er ist ohne Beifügungen und feinstofflich, reines Bewusstsein, Seele, Geist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
308. Wie sollte es eine Verbindung geben zwischen Materie und Geist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
309. Der Atman nimmt durch die Upadhis verschiedene Gestalten an, Geist, Sinne, Prana, Körper, Er ist jenseits von Name und Form. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
310. Der Atman ist ein Mysterium. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
311. Die Luft nimmt, nachdem sie die Welt betreten hat, verschiedene Formen an, je nachdem in welches Behältnis sie eingeht. Der Atman nimmt ebenso verschiedene Gestalten an, je nachdem in welchen Körper Er eingeht. Dennoch ist er jenseits von Name und Form. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
312. Die Sonne, das Auge des Universums, wird nicht berührt von den Defekten des physischen Auges. Der Atman, das Wesen von allem, wird nicht berührt durch das Leid der Welt, das aus Wunsch und Karma entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
313. Die Schlange überlagert das Seil, so das Licht schwach ist. Silber überlagert Perlmutt. Die Welt und der Körper überlagern den Atman durch Avidya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
314. Das Seil bleibt von der Schlange unberührt, der Atman wird nicht berührt von Überlagerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
315. Handlung, Wirkung, Frucht (Kriya, Karta, Phala) überlagern fälschlicherweise den Atman durch Unwissen. Es sind alles nur falsche Wahrnehmungen, wie die falsche Wahrnehmung einer Schlange im Seil. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
316. Der Atman handelt nicht (Akarta) und genießt nicht (Abhokta). Er ist unberührt (Asanga, Nirlipta).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
317. Brahman ist Eines. Es ist der Herrscher, der Atman aller Wesen. Es wird nicht berührt vom Leid der Welt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
318. Brahman ist der Herr über alles. Alldurchdringend, unabhängig. Nichts ist Ihm gleich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
319. Obwohl Eines, manifestiert Es sich in verschiedenen Namen und Formen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
320. Der Weise der Es schaut erfährt ewige Glückseligkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
321. Der weltliche Mensch, bar jeder Unterscheidungskraft, erfreut sich an den Objekten im Außen. Er wird nie die Glückseligkeit Atmans genießen. Der Atman wird durch seine Unwissenheit verdeckt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
322. Für den Weisen ist das Selbst das Ewige inmitten des Transzendenten, das Bewusstsein inmitten des Bewusstseins. Es, obwohl Eines, gewährt die Wünsche vieler, weilend in ihnen. Ihnen sei ewiger Frieden. Niemand anderem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
323. Der Atman ist ewig und unveränderlich. Die Welt von Name und Form ist vergänglich und veränderlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
324. Körper, Geist, Sinne und Prana, sie alle sind gemeint mit der Bezeichnung ‚Welt‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
325. Die Welt ist ein flüchtiger Schatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
326. Der Wandel setzt eine Grundlage voraus, die ewig und unveränderlich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
327. Wandel kann nur im Unwandelbaren erfolgen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
328. Die Leinwand im Kino verändert sich nicht, doch die Bilder wandeln sich ständig. Brahman repräsentiert die Leinwand, die flüchtige Welt der Namen und Formen repräsentiert die Bilder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
329. Heißes Wasser borgt seine Hitze vom Feuer, der Intellekt borgt seine Intelligenz von Atman, der Grundlage von allem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
330. Wer den in seinem Herzen weilenden Atman erkennt erfährt ewigen Frieden. Die Unwissenden leiden in Samsara.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
331. Der Weise, der Wunschlosigkeit erreicht hat, erkennt diese unbeschreibliche Glückseligkeit von Dieses ist Das.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
332. Weder Sonne, Mond, Sterne, Blitze noch Feuer strahlen. Wenn Es strahlt, strahlt alles andere auch. Durch Sein Licht strahlen sie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
333. Der Atman strahlt aus Sich Selbst heraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
334. Etwas aus sich selbst Strahlendes benötigt keine Licht für sein Erstrahlen (Nirapeksha).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
335. Wenn du sagst, der Atman erhält Sein Licht von einem Licht, dann muss dieses Licht wiederum ein Licht haben das es illuminiert. Dies führt zu Anavasthadosha, in die Unendlichkeit. Deshalb muss der Atman aus Sich Selbst heraus strahlen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Baum des Samsaras===&lt;br /&gt;
336. Wir kennen den alten Asvattha Baum, dessen Wurzeln oben und die Äste unten sind. Das ist der Baum der Schöpfung. Das ist Brahman und nur Das wird unsterblich genannt. Davon hängen die Welten ab und niemand sieht dahinter. Dieses ist wahrlich Das. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
337. Du kannst das Wesen Brahmans erkennen, die Quelle des Samsara Baumes (Maya Vriksha), so du die Wirkung erfasst, den Samsara Baum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
338. Die Welt hat ihre Wurzeln in Brahman. Aus Brahman allein gedeiht das Universum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
339. Wie ein Baum mit der Axt gefällt werden kann, so kann der Samsara Baum ebenfalls gefällt werden. Die Axt ist Nichtanhaftung, Atma Jnana oder Kenntnis über das Selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
340. Der Samsara Baum erhält seinen Lebenssaft von seiner Quelle, Para Brahman und wächst durch den Samen der Unwissenheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
341. Hiranyagarbha oder Karya Brahman ist sein Spross. Die feinstofflichen Körper aller Lebewesen sind sein Rumpf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
342. Das Universum hat sich aus Brahman entfaltet. Brahman ist ein Donnerkeil. Wer so weiß erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
343. Prana ist Brahman. Brahman ist der Ursprung der Welt. Er ist der Herr der Schöpfung. Der Mensch erlangt Unsterblichkeit durch Wissen über Brahman. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
344. Die Aussage, die Welt sei aus dem Nichts entstanden ist absurd. Sie ist aus Brahman entstanden. Sie schwingt in Brahman. Sie ruht in Brahman. Sie geht in Brahman ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
345. Brahman ist das Substrat der veränderlichen Welt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
346. Brahman ist ohne Veränderung und ohne Bewegung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
347. Schwingung kann nur in Unbewegtem entstehen. Dieses Unbewegte ist Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
348. So wie der Diener den Anordnungen des Herrn gehorcht, so gehorcht die Welt den Schöpfungsgesetzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
349. Den Schöpfungsgesetzen kann niemand entrinnen. Niemand kann sie übertreten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
350. Alles ist unter deren Kontrolle. Schöpfung, Erhaltung, Auflösung sind einem unveränderlichen, göttlichen Gesetz unterworfen, dem niemand zuwider handeln kann. Deshalb ist Brahman, handelnd als dieses Gesetz, ein Donnerkeil. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
351. Die Brahman erkennen, den Zeugen all unserer mentalen Erregungen (Vritti), den Urgrund allen Seins, den Herrn der Schöpfungsgesetze, erlangen Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
352. Aus Furcht vor Brahman brennt das Feuer, scheint die Sonne und tun Indra, Vayu und Yama ihre Pflicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
353. Wäre Brahman nicht der Herrscher der Welt, mit dem Donnerkeil in Händen, würde die Welt nicht in Harmonie und Perfektion bestehen. Ein sinnvolles Wirken der Weltenhüter (Loka Palas) wäre nicht möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erkenne das Selbst jetzt===&lt;br /&gt;
354. Wer noch in diesem Leben hier auf Erden, vor dem Tod seines Körpers, Brahman erkennt, wird von den Fesseln der Welt befreit. Dem dies nicht gelingt kommt in einem neuen Körper zurück in die Welt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
355. Deshalb sollten ernsthafte Anstrengungen unternommen werden, vor dem Verfall des Körpers, Brahman zu erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
356. So wie man im Spiegel klar sein Spiegelbild erkennt, so kann Brahman im eigenen Intellekt klar erkannt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
357. Die Wahrnehmung wird getrübt in der Welt der Ahnen. Sie waren versunken im Genuss ihre karmischen Früchte. Auch im Traum ist die Wahrnehmung getrübt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
358. Die Reflektion unseres Bildes im Wasser ist verschwommen, so ist die Wahrnehmung des Atmans in der Welt der Gandharven ebenso verschwommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
359. In Brahmaloka kann der Atman deutlich wahrgenommen werden. Er hebt Sich ab wie Licht vom Schatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
360. Schwierig ist es, Brahmaloka zu erreichen. Besonderes Karma oder Verehrung sind nötig um es zu erreichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
361. Deshalb sollte man den Atman im Intellekt erkennen, solange man noch in der Welt weilt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
362. Der Weise hat erkannt, dass die Sinne verschieden sind von Atman, ihre Aktivitäten berühren ihn nicht mehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
363. Die fünf Sinne bestehen neben ihrer Quelle, um die ihnen zugeordneten Objekte wahrzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
364. Der Atman ist rein, unbefleckt und aus Sich Selbst strahlend. Das Wesen der Sinne unterscheidet sich vom Wesen Brahmans.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
365. Die Sinne wirken während des Wachens. Sie gehen auf beim Erwachen und unter im Tiefschlaf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
366. Der Atman geht weder auf noch unter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
367. Der Atman kennt weder Anfang noch Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
368. Sprunghaft sind Sinne und Geist und können klar von Atman unterschieden werden, der klar, unveränderbar, alldurchdringend, unteilbar, ohne Anfang und ohne Ende ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
369. Der Weise leidet nicht, er hat den Unterschied zwischen Atman und Sinne erkannt, ihr auf und ab, ihr Wachen und Schlafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
370. Der Kenner des Atmans hat das Leid überwunden und ruht in Glückseligkeit.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Höchstes Bewusstsein===&lt;br /&gt;
371. Höher als die Sinne ist der Geist. Höher als der Geist ist der Intellekt. Höher als der Intellekt ist der kosmische Intellekt, höher als Avyakta, das Unmanifestierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
372. Jenseits von Avyakta ist der Purusha, der Alldurchdringende, jenseits eines Sinnbildes. Wer Ihn erkennt erlangt Befreiung und Unsterblichkeit.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
373. Die Sinne sind verschieden von Atman, Er kann von den Sinnen im Außen nicht erfasst werden, denn Er ist das Innerste aller Dinge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
374. Das Wissen über diese Abstufung ist notwendig, um Unsterblichkeit und letztendliche Befreiung zu erlangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
375. Zum Zeitpunkt von Pralaya geht die Welt in Avyakta ein. Jenseits von Avyakta ist der alldurchdringende Purusha. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
376. Das Symbol, das durch die Sinne erkannt und verstanden werden kann, wird Linga genannt. Kein Linga zu haben ist Alinga. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
377. Wer von Ihm durch den Lehrer und durch die Sastras erfahren hat und durch Intuition, der erreicht Unsterblichkeit und letztendliche Befreiung. Er ist befreit von den Knoten des Herzens, wie Wunsch, Unwissenheit und Handlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
378. Seine Gestalt kann nicht gesehen werden. Niemand sieht Ihn mit seinen physischen Augen. Er enthüllt sich dem Aspiranten durch Kontrolle des Geistes und tiefe Meditation. Die Brahman erkennen erlangen Unsterblichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
379. Der Atman kann durch das physische Auge nicht gesehen werden, denn Er ist feinstofflich, jenseits der Wahrnehmung durch Geist und Sinne. &lt;br /&gt;
Schriften und Guru&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
380. Wer durch reinen Intellekt den im Herzen Weilenden erkennt erlangt Unsterblichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
381. Wenn die fünf Sinnesorgane zusammen mit Geist und Intellekt ruhen ist der höchste Zustand erreicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
382. Der Mensch erfährt das Wissen der Welt durch die fünf Wahrnehmungsorgane. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
383. Die Sinne sammeln die Erfahrungen aus der Welt und präsentieren sie dem Atman durch Geist und Intellekt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
384. Wenn die fünf Wahrnehmungsorgane vom Außen zurückgezogen werden und in den Geist eingehen, wenn der Geist auf den Atman gerichtet ist, wenn der Intellekt zur Ruhe gekommen ist, dann ist der höchste Bewusstseinszustand erreicht.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
385. Wenn Sinne und Intellekt zur Ruhe gekommen sind, die Emotionen unter Kontrolle, dann ist der höchste Bewusstseinszustand erreicht. Das wird Yoga genannt. &lt;br /&gt;
386. Yoga ist der erhabenste Weg, denn er führt zu Moksha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
387. Die Kontrolle der Sinne nennen sie Yoga. Sei vorsichtig, denn Yoga wird erlangt und verloren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
388. Die Sinne sind zurückgezogen und der Geist ist fixiert auf Atman durch stetige Konzentration und Meditation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
389. Der Yogi sei wachsam, denn Yoga kommt und geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
390. Yoga kommt. Und geht, wenn der Geist nicht ruhig ist, wenn die Sinne nicht unter Kontrolle sind, wenn Leidenschaftslosigkeit nachlässt, wenn Unlust bei der Meditation aufkommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
391. Vollkommene Wachsamkeit ist nötig, wenn man mit der Yoga Praxis beginnt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die zwei Augen eines Sadhakas===&lt;br /&gt;
392. Der Atman kann durch Sprache nicht beschrieben, durch den Geist nicht erfasst und durch das Auge nicht erkannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
393. Weder Darlegungen noch metaphysisches Denken helfen dem Aspiranten, Brahman zu erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
394. Maharshi Vyasa und Sri Sankara lehrten durch Beweis und Logik, ihre Doktrin basiert hauptsächlich auf Sabda Pramana (Zeugnis der Veden), das so gut wie unfehlbar ist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
395. Vertraue den Worten der Srutis und den Sehern, die Atman durch Intuition erkannt haben und versichert, dass Atman ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
396. Sabda Pramana, die Srutis, Apta Vakya, die Worte der Seher, sind von äußerster Wichtigkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
397. So du Atman erkennen willst habe Vertrauen in die Worte des Gurus, der das Selbst erkannt hat, und folge seinen Anweisungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
398. Der Atman muss von einem Guru erkannt worden sein, der weiß, dass Atman ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
399. Wenn der Atman durch die Sinne nicht wahrgenommen werden kann, wie kann Er dann wahrgenommen werden? Nur durch die Belehrungen eines Gurus, der weiß dass Er ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
400. Ihr müsst wissen, dass Es ist und was Es ist. Wer so weiß erkennt Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
401. Dem, der auf Brahman meditiert und sich mit den vier Absichten (siehe Vers 36) ausstattet, dem enthüllt Sich Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Entsagung: die Voraussetzungen===&lt;br /&gt;
402. Wenn Wunschlosigkeit erlangt ist, erlangt der Sterbliche Unsterblichkeit und erkennt Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
403. Die Voraussetzung für Unsterblichkeit ist Entsagung aller Wünsche und Anhaftungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
404. Die weltlichen Wünsche werden nur überwunden, wenn die Fesseln der Unwissenheit zerschnitten sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
405. Der Geist ist der Sitz des Wunsches. In Atman ist kein Wunsch, Er ist rein und makellos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
406. Wünschen ist die Ursache für Leid und Bindung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
407. Wenn durch Erkenntnis des Selbstes Wunschlosigkeit erlangt ist erlangt der Sterbliche Unsterblichkeit. Er wird Brahman noch während er in diesem Körper weilt. Er ist von den Fesseln des Karmas befreit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
408. Wenn alle Knoten des Herzen hier auf Erden gelöst werden erlangt der Sterbliche Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
409. Unwissen, Wunsch und Handlung sind die drei großen Knoten. Egoismus, Hass, Lust, Eifersucht und Stolz, entstanden aus Unwissenheit, sind kleine Knoten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
410. Weitere Knoten sind die Vorstellungen ‚Ich bin dieser Körper‘, ‚Das ist mein Besitz‘, ‚Ich bin ein Brahmane‘, ‚Ich bin ein Minister‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
411. Sie werden vernichtet durch die Erkenntnis der Einheit mit Brahman ‚Ich bin Brahman‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wissen über die Nadis===&lt;br /&gt;
412. Einhundertein Nervenkanäle (Nadis) sind bekannt. Einer von ihnen, Sushumna, durchdringt die Krone des Kopfes. Seine Energie nach oben führend zum Zeitpunkt des Todes lässt Unsterblichkeit erlangen. Die anderen Nervenkanäle haben andere Wirkungen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
413. Der Jivanmukta, der das Selbst erkannt hat, geht nirgendwohin. Seine Pranas gehen nirgendwohin. Brahman seiend erreicht er Brahman. Er erlangt Kaivalya Mukti.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
414. Wer Kaivalya-Mukti nicht erlangt hat, wer das höchste Brahman nicht erkannt hat, jedoch das niedere Brahman (Saguna Brahman) verehrt hat, geht durch den Sushumna Nadi zur Sonne und dann durch weitere Bereiche nach Brahmaloka wo er bis zum Ende des Schöpfungszyklus‘ weilt. In Brahmaloka genießt er  unvergleichliche Freuden. Wenn der Zyklus endet geht er mit Brahma in Brahman ein. Das ist Krama Mukti (allmähliche Befreiung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
415. Die anderen Nadis haben verschiedene Auswirkungen. Sie führen zum Zeitpunkt des Todes auf verschiedene Wege. Wenn die Seele durch diese Nerven geht, wird sie wieder in Samsara geboren. Sie nimmt einen ihrem Karma entsprechenden Körper an.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
416. Der Sushumna Nadi wird auch Brahma Nadi genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
417. Der daumengroße Purusha, das innere Selbst, weilt im Herzen aller Wesen. Man muss Ihn mit Stetigkeit herausziehen aus dem Körper, so wie man einen Halm aus der Erde herauszieht. Man sollte Ihn als rein und unsterblich erkennen. &lt;br /&gt;
418. Du musst die Essenz, das heißt den Atman, aus den fünf Kosas (Hüllen) herausziehen, geduldig und mutig durch Vichara (Unterscheidung) und Meditation. Du musst den Atman vom Körper trennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
419. Als Nachiketas das ihn durch Yama Gelehrte verinnerlicht hatte, erreichte er Brahman, wurde frei von allen Unreinheiten und vom Tod. So wird es allen ergehen, die das Wesen Brahmans erkannt haben.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/DasGehimnisKathopanishad/Kathopanishad.htm Das Geheimnis der Katha Upanishad, Artikel von Swami Krishnananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/DasGehimnisKathopanishad/Kathopanishad_4.htm Das Geheimnis der Katha Upanishad, Vortrag Nr. 5, Artikel von Swami Krishnananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/de/artikel/krishnananda/kathaupanishad_kapitel5.html Das Geheimnis der Katha Upanishad, Vortrag Nr. 4, Artikel von Swami Krishnananda]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
{{dnf}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Katha_Upanishad&amp;diff=111860</id>
		<title>Katha Upanishad</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Katha Upanishad&#039;&#039;&#039; ([[Sanskrit]]: katha-upanishad &#039;&#039;f.&#039;&#039;), auch &#039;&#039;&#039;Kathopanishad&#039;&#039;&#039;, ist der Name einer berühmten [[Upanishad]], welche die Belehrungen des Totengottes [[Yama]] an [[Naciketas]] enthält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kernaussagen der Katha Upanishad==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Von Swami Sivananada&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Om]]. Möge [[Das]] uns ([[Lehrer]] und [[Schüler]]) beschützen. Möge Das uns zur [[Glückseligkeit]] ([[Mukti]]) führen. Mögen wir beide fähig sein, die wahre [[Bedeutung]] der [[Schrift]]en zu erfassen. Möge unser [[Lernen]] erfolgreich sein. Mögen wir nie in [[Streit]] geraten. &lt;br /&gt;
Om Frieden! Frieden!! Frieden!!!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. [[Intuition]] ([[Aparokshanubhuti]]) ist die [[Quelle]] des [[Wissen]]s über [[Atman]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Der Atman ist schwer zu erfassen. Er ist [[feinstofflich]]. Er kann nicht durch Schlussfolgerungen erfasst werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Ein selbstverwirklichter [[Guru]] allein kann den [[Aspirant]]en auf dem [[spirituell]]en [[Weg]] führen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Angenehme vs. das Gute===&lt;br /&gt;
4. Das eine ist gut, während das andere angenehm ist. Gesegnet ist der, der sich für das Gute (Sreyas) allein entscheidet. Wer das Angenehme (Preyas) wählt verliert letztendlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Sreyas ist das Gute, das Höchste Selbst, das Wissen das zu Moksha (Befreiung) führt. &lt;br /&gt;
6. Preyas ist das Angenehme, die Sinnesfreuden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Die verkörperte Seele ist in ihrer Essenz identisch mit Brahman. Aufgrund von Unwissenheit und Illusion sind wir an Handlung gebunden und versuchen, Befreiung zu erlangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Wer den Pfad der Wahrhaftigkeit beschreitet und sich dem Guten verschreibt erreicht Glückseligkeit und Unsterblichkeit. Wer den Sinnesfreuden frönt verfehlt das Ziel des Lebens. Er versinkt in Sorge und Leid und ist gefangen im Rad von Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
9. Sreyo Marga ist der Pfad des Wissens. Preyo Marga ist der Pfad des Nichtwissens. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. Du musst die Sinnesfreuden überwinden, so du Glückseligkeit in Atman erlangen willst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Das Gute und das Angenehme haben den Menschen fest im Griff. Der Weise untersucht und unterscheidet zwischen beiden, er wählt das Gute. Der Unwissende wählt das Angenehme, seinem Körper zuliebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Der Pfad des Wissens und der Pfad des Angenehmen stehen dem Menschen offen, er kann den Pfad wählen der im zusagt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. So wie der Schwan Milch von Wasser trennt und nur die Milch trinkt, so trennt der Weise Gut von Böse und folgt dem Guten allein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. Der Weise weiß, dass Sreyo Marga zu Unsterblichkeit, Freiheit und Glückseligkeit führt, Preyo Marga dagegen zu vergänglichen sinnlichen Freuden und zu Bindung. Deshalb bevorzugt er Sreyo Marga. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15. Den Unwissenden fehlt das Unterscheidungsvermögen zwischen dem Guten und dem Angenehmen. Sie haben keine Vorstellung vom Ziel, vom Erreichen des Zieles und von den Früchten. Sie wählen das Angenehme, um gierig ihren Körper zu mästen und geben sich den Sinnesfreuden hin.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16. Die beiden Wegen liegen weit auseinander und führen zu unterschiedlichen Resultaten. Sie sind wie Licht und Dunkelheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
17. Avidya (Unwissenheit) ist der Weg des Angenehmen. Er führt zu Leid und Bindung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18. Vidya (Wissen) ist der Weg des Guten. Er führt zu Freiheit und Befreiung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zeichen der Täuschung===&lt;br /&gt;
19. Die Unwissenden leben in Dunkelheit, sehen sich jedoch als weise und gebildet. In Illusion gehen sie verschlungene Wege, wie Blinde, die von Blinden geführt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20. Die in Samsara leben, leben in Unwissenheit und Dunkelheit. Sie haben weder Verstehen noch Unterscheidungskraft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
21. Sie sind an Tausende von Seilen der Erwartung gebunden. Sie sind verwickelt in Tausende von Schlingen in Form von Anhaftung an Kinder, Ehe, Wohlstand, Besitz und vieles mehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22. Unwissend sind sie, doch sehen sie sich als intelligent und belesen in den Sastras. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23. Sie werden Befreiung nicht erlangen. Sie sind immer wieder gebunden an das Rad von Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24. Sie gehen unter im Leid von Samsara durch Geburt, Alter, Krankheit, Sorge, Leid und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25. So wie der Blinde, der von einem Blinden auf steiniger Straße geführt wird, leidet, so leiden die Unwissenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
26. Der Weg in die Zukunft ist dem Unwissenden nicht klar. Er verfällt der Illusion des Wohlstandes. Das ist die Welt, es gibt keine andere, so denkt er. So fällt er wieder und wieder in das Netz von Geburt und Tod.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
27. Wohlstand ist das Gift der Welt. Er schafft Stolz und Eitelkeit. Er schafft einen wirren Geist und vernebelt den Verstand. Er verschleiert den Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28. Die Notwendigkeit, Befreiung zu erlangen, ist dem Leichtsinnigen kein Bedürfnis. Er ist eingehüllt in Gedanken an Kinder, Ehe und Wohlstand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
29. Die Sinnesfreuden sind das Ziel des weltlichen Menschen. Geld ist sein Ziel. Essen, Trinken, Spaß sind seine höchste Philosophie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
30. Viele sind nicht in der Lage auf den Atman zu hören. Auch wenn sie von Atman hören können sie die Worte nicht erfassen, da ihr Geist nicht klar ist.  &lt;br /&gt;
Die Erhabenheit von Brahma Vidya&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
31. Unübertrefflich ist es, sein Selbst ausdrücken zu können. Unübertrefflich ist es, sein Selbst zu erfassen, gelehrt von einem fähigen Lehrer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
32. Brahma Vidya ist die vollkommene Wissenschaft. Sie ist die Wissenschaft der Wissenschaften. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
33. Welche ist diese höchste spirituelle Wissenschaft, die, so wir sie kennen, uns alle anderen Wissenschaften kennen lässt. Es ist Para Vidya oder Brahma Vidya, das Erkennen des unsterblichen Atmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
34. Unübertrefflich muss der Lehrer sein, der Brahma Vidya lehrt. Unübertrefflich muss auch der Schüler sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
35. Brahma Jnanis und befähigte Aspiranten sind sehr, sehr rar in der Welt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
36. Wer mit den vier Absichten, Viveka (Unterscheidungskraft), Vairagya (Leidenschaftslosigkeit), Shat Sampat (sechsfache Tugenden), Mumukshutva (Sehnsucht nach Befreiung), ausgestattet ist, der ist befähigt für den Weg des Jnana Yogas. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
37. Von Tausenden, die von Atman hören, die Gott suchen, erkennt einer Atman. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
38. Der Atman kann nicht leicht erkannt werden, wenn er von einem Unerfahrenen, der selbst Atman nicht erkannt hat, gelehrt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
39. Der Atman kann nicht erkannt werden durch Behauptung und Beweisführung, denn Er ist transzendent, jenseits von Verstand und Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
40. Der Intellekt ist ein vergängliches Instrument, bedingt durch Zeit, Raum und Ursache. Wir kommen zu keiner endgültigen Entscheidung nur durch Behauptung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
41. Ein Mensch mit niederem Intellekt wird von einem Menschen mit hohem Intellekt besiegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
42. Argumentieren ist nur ein Jonglieren mit Worten. Es ist intellektuelle Gymnastik und sprachliche Kriegsführung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
43. Wer sein Leben nur mit Argumentieren verbringt ist im dichten Dschungel von Dunkelheit und Unwissen gefangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
44. Höre auf zu argumentieren und werde still, wende dich nach Innen und meditiere.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
45. Der Atman ist nur durch stille Meditation zu erfahren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
46. Brahma Jnana kann nicht durch Behauptung und Beweisführung erlangt werden. Man muss das Brahman Bewusstsein durch spirituelle Erfahrung erlangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
47. Es ist leicht, Brahman zu verstehen und zu erkennen, wenn von einem verwirklichten Lehrer gelehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
48. Das Ewige kann nicht durch Vergängliches erkannt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
49. Das Ewige ist unveränderlich, es kann nicht durch Veränderliches erkannt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
50. Selbst Hiranyagarbha ist nichts im Vergleich zu Para Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
51. Der Atman ist feinstofflich und innewohnend. Er liegt in der Höhle des Herzens verborgen. Deshalb ist er schwer zu erkennen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
52. Der Weise zieht seine Sinne von den Objekten im Außen zurück, erkennt den Atman durch Meditation auf das Selbst und ist frei von Freude und Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
53. Der Atman ist jenseits von Freude und Leid. Er ist Glückseligkeit. Er ist Satchidananda Svarupa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
54. Glück und Leid, Freude und Kummer sind nur Modifikationen des Geistes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Upanishaden Sadhana===&lt;br /&gt;
55. Der Weise meditieret auf den Atman, erkennt Ihn, den Unsichtbaren, den Unergründlichen, den in der Höhle des Herzens Verborgenen, den in der Hölle Weilenden, den in der Intelligenz Erscheinenden und ist frei von Freude und Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
56. Der Aspirant hört alles über den Atman von seinem befähigten Lehrer und erfasst Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
57. Dann trennt er den Atman von Körper und Geist durch Unterscheiden zwischen Wirklich und Nichtwirklich, meditiert auf den Atman und erkennt Ihn durch seine Intuition. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
58. Diese Welt wird von Dharma getragen. Brahman ist das Zentrum des Dharmas. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
59. Warum führt ein Mensch ein rechtschaffenes Leben? Weil er nur durch das Erkennen von Brahman wirklich genießen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
60. Das Prinzip (Svarupa) von Brahman ist Glückseligkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
61. Sinnesfreuden sind nur flüchtige Eindrücke, angeregt durch Reizung der Neven. Es sind nur Reaktionen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
62. Brahman ist Fülle, Einheit, Ewigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
63. Brahman ist anders als Tugend und Laster, anders als Ursache und Wirkung, anders als Vergangenheit und Zukunft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
64. Tugend und Laster, Vergangenheit und Zukunft sind nur mentale Schöpfungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
65. Zeit ist nur ein Wert des Geistes, ebenso nur eine mentale Schöpfung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
66. In Isvara besteht gleichzeitige Wahrnehmung. Alles ist nur. Alles ist nur jetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
67. Brahman ist Ewigkeit. Es ist jenseits von Zeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
68. Das Ziel, das die Veden verkünden und für das der Aspirant in Brahmacharya lebt, dieses Ziel ist OM.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
69. Buße und Brahmacharya führen zum Erkennen von Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Pranava===&lt;br /&gt;
70. OM ist auch unter den Namen Pranava, Ekakshara und Omkara bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
71. OM ist ein Symbol (Pratika) für Brahman. Es ist Klang (Sabda Brahman).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
72. OM ist der Urklang, die erste Manifestation Brahmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
73. OM ist das geeignetste Symbol für Brahman. Es besteht aus drei Buchstaben - A, U, M.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
74. Klang, Wort und Name sind untrennbar verbunden mit dem Gedanken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
75. OM ist wahrlich Brahman. OM ist wahrlich das Höchste. Der OM kennt erlangt alles was er wünscht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
76. OM ist Brahman Selbst. OM und Brahman sind untrennbar miteinander verbunden. Über OM sollte wie über Brahman Selbst meditiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
77. OM ist ein Symbol, sowohl für Saguna als auch für Nirguna Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
78. Wer auf OM mit Saguna (gestalthaft) Bhava meditiert, der wird Saguna Brahman erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
79. Wer auf OM mit Nirguna (gestaltlos) Bhava meditiert, der wird Nirguna Brahman erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
80. Das manifestierte Brahman sollte erreicht werden. Das unmanifestierte Brahman sollte erkannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
81. OM ist die beste Hilfe. Es ist das beste Mittel, um das Manifeste (Saguna Brahman) oder das Höchste (Nirguna Brahman) zu erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
82. Wer auf Brahman meditiert wird eins mit Brahman und wird geeignet, wie Brahman verehrt zu werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
83. Der Kenner Brahmans wird Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
84. OM ist die wertvollste Hilfe. Wer diese Hilfe kennt wird in dieser Welt als Brahman verehrt. Er wird wie Brahman verehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Wesen des Höchsten Selbst===&lt;br /&gt;
85. Der Atman ist ohne Geburt und ohne Tod. Er entstand nicht aus etwas. Er ist ewig. Er stirbt nicht, wenn der Körper stirbt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
86. Brahman wurde nicht hergestellt wie ein Topf aus Lehm. Er ist frei von Bedingung. Er ist frei von Modifikationen wie sie Dingen eigen sind, die eine Form besitzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
87. Brahman ist unvergänglich und unveränderlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
88. Brahman ist frei von Veränderung und Entwicklung, Es ist unvergänglich und unveränderlich. Es ist archaisch (Purana).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
89. So wie die Luft im Topf nicht davon berührt wird, wenn der Topf zerbricht so, ist der Atman nicht davon berührt, wenn der Körper stirbt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
90. Der Atman ist feinstofflich, kein Schwert kann Ihn töten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
91. Unwissende glauben, der Körper sei Atman und identifizieren die Seele mit dem Körper. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
92. Wenn der Mörder denkt: ‚Ich töte‘, dabei den Körper für die Seele haltend, und wenn der Ermordete denkt: ‚Ich wurde getötet‘, dann kennen beide den Atman nicht. Beide sind unwissend. Die Seele tötet nicht und kann nicht getötet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
93. Der Atman, feiner als fein, größer als groß, weilend im Herzen eines jeden Wesens. Wer wunschlos ist, ruhig im Geist, die Sinne zurückgezogen hat, der behält die Würde des Selbstes und wird frei von Kummer und Leid.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
94. Die Seele einer Ameise ist dieselbe wie die eines Elefanten. Nur ein Bewusstsein weilt in allen Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
95. Die Essenz aller Wesen ist der Atman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
96. Der Atman wird von der Welt überlagert, so wie das Seil von der Schlange überlagert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
97. Für sich allein hat die Welt keine eigene Existenz, alles ist Atman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
98. Der Atman ist weit, Er ist überall, denn Er ist alldurchdringend und ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
99. Der Atman frohlockt und frohlockt nicht. Er genießt die Welt in ihren Begrenzungen. Er ist der stille Zeuge in seinem reinsten Wesen, und so frohlockt Er nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
100. Befähigte Aspiranten, ausgestattet mit einem feinen, scharfen und reinen Intellekt, lernbegierig und mit den vier Absichten (siehe Vers 36) vertraut, können den Atman erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
101. Der Weise, der den Atman als körperlos erkannt, nur im vergänglichen Körper weilend, erhaben und alldurchdringend, kennt kein Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
102. Der Atman ist körperlos im Körper weilend. Er ist unveränderlich inmitten Veränderlichem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
103. Die Weisen, die das Selbst erfahren haben und den Atman erkannt durch direkte intuitive Wahrnehmung (Aparokshanubhuti), kennen kein Leid. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wer erreicht Atma Jnana===&lt;br /&gt;
104. Der Atman kann nicht erkannt werden durch das Studium der Veden, durch Intelligenz oder Hören. Der, den das Selbst erwählt, der kann das Selbst erkennen. Dem enthüllt der Atman Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
105. Den Atman kann nur der erkennen, der wunschlos ist und nach Wissen strebt. Dem enthüllt der Atman Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
106. Das Selbst dessen, der nach Wissen strebt, enthüllt sich ihm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
107. Nur der Aspirant, der Atman sucht erkennt Atman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
108. Der Atman wird nur von dem erkannt, den Gott erwählt, dem Gott Seine Gnade gewährt, den Er liebt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
109. Wer nicht von Untugenden ablässt, wer seine Sinne nicht unter Kontrolle hat, wessen Geist nicht einpünktig und geläutert ist, der kann Atman nicht erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metaphysik des Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
110. Da sind zwei, Paramatman (die höchste Seele) und Jivatman (die verkörperte Seele). Paramatman ist das Licht, Jivatman ist der Schatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
111. Paramatman kennt weder Handlung noch Früchte daraus. Er ist stets der stille Zeuge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
112. Das gegenüberliegende Ufer von Samsara ist Moksha (Befreiung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
113. Der Körper ist der Wagen, der Atman ist der Herr des Wagens, der Intellekt ist der Wagenlenker, der Geist ist die Zügel, die Sinne sind die Pferde, die Objekte sind die Straße. Der Atman, vereint mit Sinnen und Geist, ist der Genießer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
114. Der reine Atman ist tatenlos (Nishkriya). Er ist untätig (Akarta).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
115. Der Atman erscheint als der Genießer, so Er sich mit dem Geist, den Sinnen und dem Körper durch Avidya verbindet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
116. Der Geist agiert und genießt durch Sinne und Körper. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
117. Die Eigenschaften von Geist, Sinnen, Prana und Körper werden auf den Atman übertragen und die Attribute des Atmans werden auf Geist, Sinne, Prana und Körper übertragen. Dies wird wechselseitige Übertragung (Anyonya Adhyasa) genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
118. Durch diese Übertragung erscheint der empfindungslose Geist intelligent zu sein und der unreine und empfindungslose Körper wird für den reinen und empfindungsfähigen Atman gehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
119. Der reine Atman nimmt die Erscheinung des Jivas an und aufgrund der durch Avidya ausgelösten Übertragung verfällt Er in das Leid von Samsara - Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
120. Die Essenz des Jivas ist Satchidananda Svarupa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121. Wenn Avidya durch das Erkennen des Selbstes überwunden ist, wird man eins mit Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wichtigkeit von Selbstkontrolle===&lt;br /&gt;
122. Wer keine Unterscheidungskraft besitzt und seinen Geist nicht unter Kontrolle hat, dessen Sinne sind derart unkontrollierbar wie wilde Pferde durch den Kutscher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
123. Wer nicht ausgestattet ist mit Unterscheidungskraft zwischen Wirklich und Nichtwirklich, wer nicht fähig ist, zu unterscheiden was zu tun ist und was nicht zu tun ist, wer seinen Geist nicht unter Kontrolle hat, der ist ein unfähiger Fahrer seines Körpers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
124. Wer Wissen besitzt, Geist und Sinne stetig unter Kontrolle hält, dessen Pferde sind gezähmt durch den Kutscher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
125. So wie ein guter Kutscher seine Pferde durch die Zügel kontrolliert, so kontrolliert der gute Fahrer diese Körper-Kutsche durch Verstehen, Unterscheidungskraft und Willen.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
126. Die Sinne werden kontrolliert durch den kontrollierten Geist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127. Kontrolle der Sinne ist ein indirektes Mittel um das Ziel, Moksha, zu erlangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
128. Wer keine Unterscheidungskraft besitzt, wer seinen Geist nicht unter Kontrolle hat, wer nicht geläutert ist, der kann das Ziel nicht erreichen, er gerät immer wieder in den Kreislauf von Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
129. Wer versteht, wer seinen geläuterten Geist stets unter Kontrolle hat, der erreicht das Ziel und wird nicht mehr geboren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
130. Wer als Fahrer eine scharfsinnige Intelligenz und als Zügel einen gut kontrollierten Geist besitzt, der erreicht am Ende seiner Reise das Reich Vishnus.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
131. Der kluge Kutscher lenkt die Pferde durch die Zügel und fährt die Kutsche sicher ans Ziel, das Ende der Reise. Ebenso erreicht der Jiva sein Ziel, das Reich Vishnus, auf der Straße des Samsaras, wenn er durch Unterscheidungskraft Geist und Sinne lenkt.&lt;br /&gt;
Die innere Ordnung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
132. Hier werden die aufsteigenden Stufen des Feinstofflichen beschrieben. Jenseits der Sinne sind die Anfänge, jenseits der Anfänge ist der Geist, jenseits des Geistes ist der Intellekt, jenseits des Intellekts ist der kosmische Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133. Jenseits des kosmischen Intellekts ist das Unmanifestierte (Avyakta). Jenseits des Unmanifestierten ist der Purusha. Jenseits des Purushas ist nichts. Das ist das Ende, das ist das höchste Ziel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
134. Überlegenheit wird gewichtet nach der Feinstofflichkeit. Das Feinstoffliche ist dem Grobstofflichen überlegen. Das Feinstofflichere ist dem Feinstofflichen überlegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
135. Der Atman ist das feinstofflichste Vastu (Substanz). Er ist allem überlegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
136. Die Ursache ist feinstofflicher als die Wirkung.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
137. Die fünf Grundlagen der Materie sind den Sinnen überlegen, denn die Sinne werden durch die Grundlagen der Materie geformt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
138. Der Geist ist den Grundlagen überlegen, denn er ist feinstofflicher und wird durch die feinstofflichen Tanmatras (Sukshma Bhutas) in ihrer feinsten Prägung geformt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
139. Die fünf Elemente sind die Auswirkungen der Tanmatras.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
140. Der Geist ist der Seher (Drik), die Objekte sind das Gesehene (Drishya).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
141. Der Geist ist inwendiger als die Sinne. Deshalb ist der Geist den Objekten überlegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
142. Der Intellekt ist dem Geist überlegen, denn der Intellekt ist feinstofflicher, erhabener und inwendiger als der Geist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
143. Der Geist gibt den Gedanken an den Intellekt. Der Intellekt untersucht, entscheidet und kommt zu einer endgültigen Lösung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
144. Der Intellekt ist der Ministerpräsident des Atmans. Er handelt wie ein Oberrichter am Obersten Gerichtshof. Er steht dem Atman ganz nahe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
145. Der Geist ist nur ein Instrument. Er arbeitet durch die Intelligenz, die sich in ihm reflektiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
146. Hiranyagarbha ist der Mahat Atman. Er ist die kosmische Intelligenz. Er ist das universelle Leben. Er ist die Summe aller individuellen Seelen. Er ist der Erstgeborene des Unmanifestierten (Avyakta).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
147. Avyakta ist der Same aller Welten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
148. So wie der Baum potentiell im Samen enthalten ist, so ist die Welt potentiell in Avyakta enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
149. Die drei Gunas sind das Gleichgewicht in Avyakta.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
150. Materie, Energie und Klang sind potentiell in Avyakta enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
151. In Pralaya geht die Welt in Avyakta ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
152. Avyakta geht in Para Brahman ein wie Kette und Schuss. Es ist das Gewebe aller Potenzen von Ursache und Wirkung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
153. Der Purusha ist die Ursache aller Ursachen. Er ist Fülle. Deshalb wird er Purusha genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
154. Der Atman ist das Ende, das höchste Ziel. Hier enden Feinheit und Erhabenheit.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
155. Wer den Purusha erkennt wird nicht mehr in Samsara geboren. Er erreicht Moksha. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156. Der Atman ist in allen Wesen verborgen, nur die Seher nehmen Ihn wahr, durch ihren scharfen und feinen Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
157. Aufgrund von Avidya kann der Mensch, obwohl sein Wesen Brahman ist, die Wahrheit ‚Ich bin Brahman‘ nicht ermessen. Selbst dann nicht, wenn man sie ihn lehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
158. Doch weiß er, dass er der Sohn von dem und dem ist. Selbst wenn man ihn dieses nicht lehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159. Mula Prakriti, Pradhana, Avyakta, Avyakriti und Maya sind gleichbedeutende Begriffe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der inwendige Pfad des Yogas===&lt;br /&gt;
160. Der unwissende weltliche Mensch hält seinen Körper für Atman und wandert in Selbsttäuschung durch Samsara. Wie rätselhaft Avidya doch ist! Wie tief und unergründlich Maya doch ist! Wie fantastisch und undurchschaubar Moha doch ist!  (Avidya – Unwissenheit, Maya – Illusion, Moha – Verblendung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
161. Der Atman strahlt nicht für die, die einen unreinen, engen und groben Intellekt haben, doch Er wird erkannt von denen, die einen reinen, scharfen und feinen Intellekt haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
162. Der Intellekt wird rein und scharf erhalten, indem man über Brahman hört, reflektiert und meditiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
163. Der Weise versenkt seine Sinne in den Geist, den Geist in den Intellekt, den Intellekt in den kosmischen Intellekt und den kosmischen Intellekt in den friedvollen Atman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
164. Ziehe die Sprache und andere Werkzeuge zurück durch Versenkung (Pratyahara) und Selbstkontrolle (Dama).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
165. Verschmelze den Geist mit dem Intellekt, mit Hiranyagarbha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
166. Verschmelze Hiranyagarbha mit dem friedvollen Atman (Santa Atman), dem reinen, unbedingten Para Brahman, dem Nährboden für alles, dem Unwandelbaren, dem Selbst, dem Zeugen aller Modifikationen des Intellekts. Das ist der Prozess des Verschmelzens des Geistes mit dem Unendlichen, Laya Chintana.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
167. Praktiziere Innenschau und Selbstanalyse. Kontrolliere den niederen Geist durch den höheren. Beende alle Aktivitäten der Sinne und richte das Bewusstsein auf den Geist. Dann ziehe das Bewusstsein vom Geist zurück und richte es auf den Intellekt. Ziehe das Bewusstsein vom Intellekt zurück und richte es auf die kosmische Intelligenz. Schließlich ziehe das Bewusstsein von der kosmischen Intelligenz zurück und richte es auf das absolute Bewusstsein, auf Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
168. So wie die Schildkröte ihre Glieder einzieht, so ziehe die Sinne zurück in den Geist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
169. Der Intellekt wird Mahat Atman genannt, weil er Geist und Sinne durchdringt. Er ist ihr inneres Prinzip. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
170. Verschmelze den Intellekt mit Mahat Atman, Hiranyagarbha. Lasse deinen Intellekt klar und rein werden wie Hiranyagarbha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
171. Erhebe dich, erwache! Lerne von großen Lehrern, erkenne Atman. Der Weg führt auf einer scharfen Klinge, schwierig ist er zu gehen, sagen die Weisen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
172. Sind Sinne, Geist, Intellekt und Mahat Atman mit Para Brahman verschmolzen, erfährt man Glückseligkeit, ewigen Frieden und erlangt Moksha. Man erfährt das wahre Wissen über das Selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
173. Das Wasser der Luftspiegelung vergeht, die Schlange im Seil löst sich auf und das Blau des Himmels entweicht, sobald das wahre Wesen der Luftspiegelung, des Seiles und des Himmels erkannt ist. Ebenso verlieren sich Name, Form und Handlung, da sie auf falschem Wissen beruhen und vom Wesen her Ursache, Wirkung und Frucht sind, wenn Atman erkannt ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
174. Erhebe dich, Mensch, aus dem Morast des Samsaras, wende dich spirituellem Wissen über Atman zu. Höre auf, über weltliche Gebilde zu sinnieren.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
175. Erwache aus dem Schlummer in Unwissenheit. Beende den Schlaf, den Samen allen Leides. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
176. Suche hervorragende Lehrer, Brahma Nishtha, Brahma Srotriya Gurus, die Atman erkannt haben. Erkenne Atman so wie sie es dich lehren. Fühle ‚Ich bin Das‘, Soham.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
177. Er hat Das erkannt, das ohne Klang, ohne Berührung, ohne Gestalt, ohne Verfall, ohne Geschmack, ohne Geruch, ohne Anfang, ohne Ende, jenseits des Intellekts ist, ewig und unveränderbar. Er ist dem Rachen des Todes entkommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
178. Der Atman ist transzendent, jenseits aller Vorstellungen. Er ist jenseits von Materie. Er ist reiner Geist. Er ist reines Bewusstsein.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
179. Der Atman ist jenseits von Geist und Sprache. Jenseits von Klang, Berührung, Geschmack und Geruch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
180. Der Atman ist Glückseligkeit und Wissen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
181. Die Erde ist grob. Der Körper ist grob. Doch der Atman ist feiner als das Feine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
182. Klang, Berührung, Geschmack und Geruch existieren nicht in Atman. Deshalb kann Er nicht erlöschen, Er kann nicht steigen und nicht sinken.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
183. Etwas das vergeht ist flüchtig. Der Atman ist ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
184. Was einen Anfang hat, hat eine Wirkung und geht in die Ursache ein. Deshalb ist es nicht ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
185. Der Atman hat keine Ursache in die Er eingehen könnte. Er ist die Ursache von allem und hat keine Wirkung. Da Er keine Wirkung hat, ist Er ewig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
186. Vergängliche Objekte, wie Bäume, Blumen, Körper, haben einen Anfang und ein Ende. Der Atman jedoch ist ohne Anfang und ohne Ende, da Er ewig ist.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
187. Vernachlässige das nicht. Das ist deine erste Pflicht. Das ist deine höchste Pflicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
188. Da der Atman feinstofflich ist, ist der Pfad des Wissen, der zu Ihm führt, schwierig zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
189. Der Aspirant, der auf der Klinge wandelt muss vorsichtig, wachsam, bestrebt und intelligent sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
190. Es versteht sich von selbst, dass ein Guru unverzichtbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
191. Die Upanishaden sind Aufzeichnungen der intuitiven Erfahrungen großer Weiser und Seher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
192. Der Atman ist verschieden vom Intellekt, denn Er ist der stille Zeuge, das absolute Wissen und die Seele aller Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
193. Nur das Unveränderliche kann als ewig bezeichnet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
194. Wer den Atman erkannt hat ist dem Rachen des Todes entkommen. Er ist frei von den Fesseln von Geburt und Tod. Er ist frei von den drei Blockaden (Granthi) Unwissenheit, Wunsch und Handlung. Er erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Philosophie des Sehnsucht===&lt;br /&gt;
195. Das aus Sich Selbst Seiende (Brahman) schuf die nach außen gerichteten Sinne. Deshalb sieht der Mensch das externe Universum und nicht das innewohnende Selbst (Atman). Doch der Weise wendet Sinne und Augen von den äußeren Sinnesobjekten ab, sehnt sich nach Unsterblichkeit und erkennt den Atman in sich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
196. Es ist nicht möglich, Licht und Dunkelheit zur gleichen Zeit am gleichen Ort zu haben. Es ist nicht möglich, Sinnesfreuden und Glückseligkeit zur gleichen Zeit zu erlangen. Es ist nicht möglich, in Sinnesfreuden zu schwelgen und das innere Selbst zur gleichen Zeit zu erblicken. Es ist nicht möglich, den Mammon und Gott gleichzeitig anzubeten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
197. Der Unwissende läuft den externen Objekten der Begierde hinterher und gerät in den Fallstrick des Todes. Doch der Weise, das Wesen der Unsterblichkeit kennend, trachtet nicht nach den flüchtigen Objekten hier auf Erden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
198. Die zwei Hindernisse die dem Erkennen des Selbstes im Wege stehen sind die Tendenz der Sinne, externen Objekten zu verfallen und der Wunsch nach Freuden in dieser und der nächsten Welt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
199. Die Sinne suchen im Außen aufgrund von Vikshepa Sakti (Rajas).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
200. Nicht nur die Augen, alle Sinnesorgane müssen von ihren jeweiligen Objekten zurückgezogen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
201. Der Grund für Wünschen ist Unwissenheit. Wünschen entsteht aus Avidya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
202. Wenn Rajas in den Sinnen durch Sattva erdrückt wird gehen die Sinne in den Geist ein. Sie wenden sich nicht mehr nach außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
203. Der Mensch hat seine Göttlichkeit vergessen aufgrund von Unwissenheit. Sein Geist folgt den Sinnesfreuden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
204. Unwissende, die weder Verstand noch Unterscheidungskraft besitzen, rennen externen Objekten hinterher und verfangen sich so in den Maschen des Todes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
205. Der Atman steigt nicht und sinkt nicht. Er ist unveränderlich und unsterblich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
206. Die Weisen, die die Glückseligkeit des Atmas genießen, kümmern sich nicht um Sinnesfreuden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
207. Die Summe der Sinnesfreuden ist nur ein Tropfen im Vergleich zu der Glückseligkeit des Atmans. Der Atman ist der Ozean der Glückseligkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
208. Der Wunsch nach Sinnesfreuden steht dem Wissen über das Selbst entgegen. Er steht dem Erkennen des Selbstes entgegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
209. Würde jemand Zucker essen, wenn Mangos reichlich vorhanden sind?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
210. Dem Selbst, durch das wir Form, Geschmack, Geruch, Klang und Berührung erfahren, bleibt nichts verborgen. Wahrlich, Dieses ist Das (Brahman). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
211. Der Atman ist absolutes Wissen. Er ist absolutes Bewusstsein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
212. Was in dieser Welt bleibt dem Atman verborgen? Alles ist dem Atman bekannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
213. Geist und Intellekt sind unempfänglich. Sie borgen ihr Licht von Atman. So wie der Mond Licht von der Sonne borgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
214. Geist, Intellekt und Sinne erfüllen ihre Aufgaben durch das Licht des Atmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
215. Der Atman steht hinter allen Wahrnehmungen von Sinnen, Geist und Intellekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
216. So wie Eisenspäne sich hin zum Magnet bewegt. So bewegen sich Geist, Sinne und Intellekt hin zu Atman.&lt;br /&gt;
Jenseits von Furcht und Leid &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
217. Das, wahrlich, ist der Atman, verschieden von Tugend und Untugend, Ursache und Wirkung. Er ist Vishnu, darüber hinaus ist nichts.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
218. Der Weise weiß, dass alles was er im Wachen und im Traum wahrnimmt, der allgegenwärtige Atman ist. Er leidet nicht mehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
219. Turiya (der vierte Zustand) übertrifft Wachen, Schlaf und Tiefschlaf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
220. Der Atman ist der stille Zeuge der drei Bewusstseinszustände. Er wird Turiya genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
221. Durch Atman alleine ist man sich des Träumens und Wachens bewusst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
222. Wer den ewigen Atman erkennt wird absolut furchtlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
223. Furcht erscheint nur, wenn man am Körper anhaftet, wenn man sich mit dem Körper identifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
224. Wer sich mit seinem physischen Körper identifiziert versucht, ihn zu schützen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
225. Wo immer Anhaftung herrscht, herrschen auch Furcht und Ärger. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
226. Der Atman ist Eins ohne ein Zweites und ewig, so Er erkennt ist, was will man dann vor wem schützen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
227. Der Weise sieht das Selbst überall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
228. Der Weise steht über dem Körperbewusstsein. Er wird vollkommen furchtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
229. Atman zu kennen heißt, Atman zu verwirklichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
230. Atman zu kennen heißt, Atman zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Einheit von Brahman, Mensch und Welt===&lt;br /&gt;
231. Brahman erscheint als Jiva durch den Upadhi (begrenzende Beifügung) Avidya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
232. Brahman erscheint als Hiranyagarbha durch den Upadhi Maya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
233. Die Gesamtheit aller Jivas (Samashti) ist Hiranyagarbha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
234. Der Jiva ist der mikrokosmische Aspekt Brahmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
235. Wenn der Upadhi weicht werden Hiranyagarbha und Jiva eins mit Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
236. Hiranyagarbha ist die erste Manifestation Brahmans durch Meditation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
237. Brahman, Hiranyagarbha genannt, entstand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
238. Hiranyagarbha ist kosmischer Prana oder kosmische Intelligenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
239. Alle Götter weilen in Brahman, wie die Speichen in der Nabe. Alle Götter hängen von Brahman ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
240. So wie die Welle nicht verschieden ist vom Ozean, so wie Goldschmuck nicht verschieden ist von Gold, so ist diese manifestierte Welt nicht verschieden von Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
241. Der Unterschied besteht nur im Namen. So wie das Seil als Schlange erscheint, so erscheint Brahman in Name, Gestalt und Handlung, (Nama, Rupa, Kriya) durch Avidya (Unwissen) beziehungsweise Maya (Illusion).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
242. Wer denkt: ‚Ich bin verschieden von Brahman‘, der wird wiedergeboren und stirbt. Doch wer fühlt: ‚Ich bin wahrlich das alldurchdringende, unsterbliche Satchidananda Brahman‘, der erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
243. Brahman ist die Verkörperung der ewigen Erkenntnis (Nitya Vijnanaghana Svabhava).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
244. Brahman ist frei von Eigenschaften des Samsaras (Sarva Samsara Dharma Varjitam).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
245. Die Höchste Seele ist identisch mit der individuellen Seele und mit der gesamten Schöpfung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
246. Das Fehlen von Unterscheidungsfähigkeit ist der Grund für Wiedergeburt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ästhetik und das Selbst===&lt;br /&gt;
247. Allein durch den Geist kann Brahman erkannt werden. Es gibt keinen Unterschied zwischen Geist und Brahman. Wer einen solchen sieht geht von Tod zu Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
248. Der Geist ist zweigestaltig, Suddha Manas - der reine Geist, und Asuddha Manas - der verunreinigte Geist, angefüllt mit Vasanas, Ego und Gier. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
249. Brahman kann nur erkannt werden durch einen geläuterten Geist. Dazu lese man die Schriften, lerne bei einem Lehrer, praktiziere die vier Absichten (siehe Vers 36) und meditiere stetig auf das Selbst.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
250. So man das Selbst erkannt hat verschwindet die Unwissenheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
251. Der Weise erkennt Brahman in allem, nichts anderes existiert. Die Welt ist die Manifestation Brahmans allein, sie ist in ihrem Wesen nicht verschieden von Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
252. Wer Verschiedenheit sieht,  mit von Unwissenheit verdunkelten Augen, geht von Tod zu Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
253. Daumengroß sitzt der Purusha in der Mitte des Körpers. Er ist der Herr der Vergangenheit und der Zukunft, nachdem er Ihn erkannt hat kennt der Weise keine Furcht mehr. Dieses ist Das. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
254. Der Purusha weilt im Herzen. Der Atman wird Purusha genannt, weil Er in der Stadt (Puri) des Körpers weilt und weil alles von Ihm durchdrungen ist, die ganze Welt ist Seine Fülle. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
255. Der Atman ist grenzenlos, die Größe eines Daumens ist nur ein Hilfsmittel zur Meditation für Anfänger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
256. Zu Beginn meditiert der Aspirant auf den Atman als ein im Herzen strahlendes Licht (Jyoti) in Größe eines Daumens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
257. Nachdem der furchtlose, unsterbliche Atman erkannt ist, ist die Furcht vergangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
258. Brahman ist der perfekte Purusha. Er ist die Seele, die im Herzen eines jeden Menschen weilt. Er ist der Herrscher über das Wissen. Es ist verborgen in Herz und Geist. Wer so weiß erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
259. Brahman ist eine Flamme ohne Rauch. Es ist der Herr über Vergangenheit und Zukunft. Nur Es allein ist heute und wird morgen sein. Dieses ist wahrlich Das. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
260. Brahman ist ewig, unsterblich (Kutastha) und unbewegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
261. Brahman weilt in allen Lebewesen heute, und wird es sicher auch morgen noch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
262. Der Regen fällt auf den Berg, das Wasser rinnt hinunter ins Tal, verteilt sich und verliert sich.  Der Unwissende sieht Unterschiede im Leben; denkt, verschiedene Selbste seien in verschiedenen Körpern; denkt, die Welt sei verschieden von Brahman und die einzelnen Seelen seien verschieden von anderen Seelen und von der Höchsten Seele; sieht Dinge als verschieden von der Seele; hat nicht das Substrat von allem erkannt; hat nicht die Nichtzweiheit Brahmans und Seine ewige, unsterbliche, unwandelbare Einheit erfasst. Dieser Unwissende ist gefangen im Kreislauf von Geburt und Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
263. Reines Wasser in reines Wasser gegossen wird eins mit dem reinen Wasser. Die geläuterte individuelle Seele wird eins mit der Höchsten Seele, so sie das Höchste Selbst durch Intuition erkannt hat, die Vorstellung von Unterschieden durch das Wissen über Atman überwunden hat, die Einheit von Selbst und Atman erkannt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
264. Der Aspirant sollte unerschütterliches Vertrauen in die Lehren der Srutis haben. Ohne dieses Vertrauen gibt es kein Erkennen des Selbstes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der innere Herrscher===&lt;br /&gt;
265. Die Stadt Brahmans, dessen Wissen ewig ist, hat elf Tore. Brahman verehren lässt Kummer vergehen und befreit von allen Bindungen, man wird frei. Dieses ist wahrlich Das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
266. Zwei Augen, zwei Ohren, zwei Nasenlöcher, ein Mund, das sind sieben Tore. Der Nabel und die zwei unteren Öffnungen sind zusammen zehn. Das elfte ist Brahmarandhra, die Öffnung Brahmans, die Fontanelle. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
267. So wie eine Stadt einem König gehört, er jedoch unabhängig von der Stadt ist, so gehört der Körper einem König (Atman), der unabhängig vom Körper ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
268. Wer auf Brahman meditiert und das Selbst erkannt hat, der ist frei von Kummer. Er ist frei von allen Bindungen und frei vom Kreislauf von Geburt und Tod. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
269. Der Weise ist frei von Wünschen und den Fesseln, die Karma erschafft. Er wird vollkommen furchtlos. Er nimmt keinen weiteren Körper an. Er geht in Brahman ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
270. Brahman schickt Prana nach oben und Apana nach unten. Dieses Verehrungswürdige, im Inneren weilend, verehren die Götter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
271. Fünf Prinzipien der Lebenskraft kennen wir, Prana, Apana, Vyana, Udana und Samana. Es gibt weitere fünf untergeordnete Pranas (Upapranas). Der höchste Prana, Mukhyaprana, nimmt die zehn Formen an, je nach Aufgabe eines jeden einzelnen Pranas (Vritti Bheda).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
272. Prana ist Odem. Apana hat die Funktion der Ausscheidung. Vyana lässt das Blut zirkulieren. Udana lässt die Stimme wirken. Samana hat die Funktion der Verdauung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
273. Prana ist nicht Atem. Prana ist Lebensenergie. Atem ist nur eine der vielen Manifestationen von Prana. Prana ist mit Atem verbunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
274. Geist und Sinne verehren ihren Herrn, den Atman, indem sie die ihnen zugeteilten Aufgaben erfüllen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
275. Sie stimmen ihren Herrn, den Atman, günstig, indem sie die verschiedenen Wahrnehmungen, Form, Klang, Geruch, Geschmack und Berührung, Ihm darbringen, so wie das Volk den König günstig stimmt, indem es ihm Gaben darbringt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
276. Sinne, Geist und Prana sind stets damit beschäftigt, dem Atman zu dienen und Ihn zu erfreuen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
277. Der Atman allein leitet Geist, Sinne und Prana in den ihnen zugeteilten Aufgaben an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
278. Die fünf Sinnesorgane sammeln Empfindungen aus der Außenwelt und bringen sie dem Atman dar. Das ist ihre Art der Verehrung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
279. Sobald der Atman den Körper verlässt, löst dieser sich auf. So wie ein Volk sich auflöst, wenn der König aus dem Land gejagt wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
280. Der Sterbliche lebt weder durch Prana noch durch Apana, sondern durch Das, von dem diese beiden abhängen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
281. Die wahre Grundlage des Lebens ist der Atman. Prana, Apana, Vyana, Udana und Samana können nicht die Grundlage des Lebens sein. Sie arbeiten nur zusammen zum Wohle des Atmans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
282. Der Körper löst sich auf, wenn Prana und Apana ihn verlassen und sich der Atman zurückzieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
283. Ein Haus besteht zum Wohle des Besitzers, der verschieden ist vom Haus und sein Herr ist. Prana, Apana, Vyana, Udana, Samana, die Sinne und der Geist bestehen zum Wohle des Atmans, der verschieden von ihnen ist und ihr Herr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
284. Prana und Apana hängen von Atman ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
285. Sie vollziehen ihre Pflichten in Harmonie zum Wohle des Atmas, ihres Herrn. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
286. Die Stütze der Wesen, des Pranas, der Sinne und des Geistes ist der Atman. Er ist völlig unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
287. Wie Getreide vergeht der Sterbliche und wie Getreide wird er wiedergeboren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
288. Manche Jivas gehen in einen Leib ein, um einen Körper zu erhalten, anderen gehen in anorganische Substanzen ein, je nach deren Karma und Bewusstsein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
289. Der Jiva nimmt den Körper an, den sein Karma bedingt und seinem Bewusstsein entspricht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
290. Er kann Indra werden oder sogar Hiranyagarbha. Er kann alles werden in der kosmischen Hierarchie. Er kann sein letztes Leben antreten und ein Jivanmukta, ein befreiter Weiser, werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
291. Er kann ein Muni, ein Tapasvin oder ein Yogi werden, so er sehr gute spirituelle Samskaras mit sich bringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
292. Er kann auch ein Baum oder etwas Anorganisches werden, je nach seinem Karma. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
293. Brahman ist der stille Zeuge der drei Bewusstseinszustände Wachen, Traum, Tiefschlaf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
294. Der Purusha schläft nie. Selbst wenn Prana, die Sinne und der Geist schlafen, ist Er der Zeuge (Sakshi) von allem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
295. Brahman ist ewig rein und unsterblich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
296. Brahman ist die Ursache der Welt. Alle Welten hängen nur von Ihm ab. Er ist die Stütze aller Welten. In Ihm sind alle Welten enthalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
297. Im Tiefschlaf ruhst du in Brahman. Du kommst in Kontakt mit Brahman, doch da ist der Schleier der Unwissenheit. Deshalb bist du dir Brahmans nicht bewusst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
298. In Samadhi ist dieser Schleier verschwunden. Dein reines Bewusstsein ist eins mit dem absoluten Bewusstsein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
299. Während der Geist und die Sinne im Tiefschlaf ruhen erfährst du die Glückseligkeit in Brahman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
300. Deshalb sagst du, wenn du ins Wachbewusstsein zurückkommst: ‚Ich habe gut geschlafen, ich weiß von nichts‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
301. Dieses Erinnern an die Glückseligkeit beweist, dass Brahman ist, nichtdual, glückselig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das allgegenwärtige Selbst===&lt;br /&gt;
302. Wie das eine Feuer, sobald es in der Welt erstrahlt, verschiedene Formen annimmt, je nachdem was es verbrennt, so nimmt der ewige Atman aller Lebewesen, obwohl Eines, verschiedene Gestalten an, je nachdem in was er in der Außenwelt eingeht. Und dennoch ist Er jenseits aller Gestalt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
303. Viele sprechen, um ihre Belesenheit zu zeigen oder über anderen zu stehen. Sie sprechen nicht der Wahrheit wegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
304. Ehrliche und ernstgemeinte Gespräche mit großen Seelen, um Zweifel zu beseitigen und Klarheit zu erlangen, ist wünschenswert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
305. Ernsthafte Aspiranten mögen unter sich schwierige und abwegige Probleme erörtern. Das ist sehr hilfreich für ihr Wachstum und ihr Verständnis. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
306. Das Wissen über die Einheit mit dem Atman ist auch nach Erklärungen und Wiederholungen nicht leicht zu verstehen. Deshalb erklären die Srutis die Wahrheit über Atman durch verschiedene Darstellungen, Gleichnisse und Analogien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
307. Der Atman ist stets rein und verschieden von Gestalt. Es wird nicht im Geringsten von Gestalt berührt, denn Er ist ohne Beifügungen und feinstofflich, reines Bewusstsein, Seele, Geist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
308. Wie sollte es eine Verbindung geben zwischen Materie und Geist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
309. Der Atman nimmt durch die Upadhis verschiedene Gestalten an, Geist, Sinne, Prana, Körper, Er ist jenseits von Name und Form. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
310. Der Atman ist ein Mysterium. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
311. Die Luft nimmt, nachdem sie die Welt betreten hat, verschiedene Formen an, je nachdem in welches Behältnis sie eingeht. Der Atman nimmt ebenso verschiedene Gestalten an, je nachdem in welchen Körper Er eingeht. Dennoch ist er jenseits von Name und Form. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
312. Die Sonne, das Auge des Universums, wird nicht berührt von den Defekten des physischen Auges. Der Atman, das Wesen von allem, wird nicht berührt durch das Leid der Welt, das aus Wunsch und Karma entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
313. Die Schlange überlagert das Seil, so das Licht schwach ist. Silber überlagert Perlmutt. Die Welt und der Körper überlagern den Atman durch Avidya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
314. Das Seil bleibt von der Schlange unberührt, der Atman wird nicht berührt von Überlagerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
315. Handlung, Wirkung, Frucht (Kriya, Karta, Phala) überlagern fälschlicherweise den Atman durch Unwissen. Es sind alles nur falsche Wahrnehmungen, wie die falsche Wahrnehmung einer Schlange im Seil. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
316. Der Atman handelt nicht (Akarta) und genießt nicht (Abhokta). Er ist unberührt (Asanga, Nirlipta).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
317. Brahman ist Eines. Es ist der Herrscher, der Atman aller Wesen. Es wird nicht berührt vom Leid der Welt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
318. Brahman ist der Herr über alles. Alldurchdringend, unabhängig. Nichts ist Ihm gleich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
319. Obwohl Eines, manifestiert Es sich in verschiedenen Namen und Formen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
320. Der Weise der Es schaut erfährt ewige Glückseligkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
321. Der weltliche Mensch, bar jeder Unterscheidungskraft, erfreut sich an den Objekten im Außen. Er wird nie die Glückseligkeit Atmans genießen. Der Atman wird durch seine Unwissenheit verdeckt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
322. Für den Weisen ist das Selbst das Ewige inmitten des Transzendenten, das Bewusstsein inmitten des Bewusstseins. Es, obwohl Eines, gewährt die Wünsche vieler, weilend in ihnen. Ihnen sei ewiger Frieden. Niemand anderem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
323. Der Atman ist ewig und unveränderlich. Die Welt von Name und Form ist vergänglich und veränderlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
324. Körper, Geist, Sinne und Prana, sie alle sind gemeint mit der Bezeichnung ‚Welt‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
325. Die Welt ist ein flüchtiger Schatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
326. Der Wandel setzt eine Grundlage voraus, die ewig und unveränderlich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
327. Wandel kann nur im Unwandelbaren erfolgen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
328. Die Leinwand im Kino verändert sich nicht, doch die Bilder wandeln sich ständig. Brahman repräsentiert die Leinwand, die flüchtige Welt der Namen und Formen repräsentiert die Bilder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
329. Heißes Wasser borgt seine Hitze vom Feuer, der Intellekt borgt seine Intelligenz von Atman, der Grundlage von allem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
330. Wer den in seinem Herzen weilenden Atman erkennt erfährt ewigen Frieden. Die Unwissenden leiden in Samsara.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
331. Der Weise, der Wunschlosigkeit erreicht hat, erkennt diese unbeschreibliche Glückseligkeit von Dieses ist Das.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
332. Weder Sonne, Mond, Sterne, Blitze noch Feuer strahlen. Wenn Es strahlt, strahlt alles andere auch. Durch Sein Licht strahlen sie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
333. Der Atman strahlt aus Sich Selbst heraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
334. Etwas aus sich selbst Strahlendes benötigt keine Licht für sein Erstrahlen (Nirapeksha).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
335. Wenn du sagst, der Atman erhält Sein Licht von einem Licht, dann muss dieses Licht wiederum ein Licht haben das es illuminiert. Dies führt zu Anavasthadosha, in die Unendlichkeit. Deshalb muss der Atman aus Sich Selbst heraus strahlen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Baum des Samsaras===&lt;br /&gt;
336. Wir kennen den alten Asvattha Baum, dessen Wurzeln oben und die Äste unten sind. Das ist der Baum der Schöpfung. Das ist Brahman und nur Das wird unsterblich genannt. Davon hängen die Welten ab und niemand sieht dahinter. Dieses ist wahrlich Das. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
337. Du kannst das Wesen Brahmans erkennen, die Quelle des Samsara Baumes (Maya Vriksha), so du die Wirkung erfasst, den Samsara Baum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
338. Die Welt hat ihre Wurzeln in Brahman. Aus Brahman allein gedeiht das Universum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
339. Wie ein Baum mit der Axt gefällt werden kann, so kann der Samsara Baum ebenfalls gefällt werden. Die Axt ist Nichtanhaftung, Atma Jnana oder Kenntnis über das Selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
340. Der Samsara Baum erhält seinen Lebenssaft von seiner Quelle, Para Brahman und wächst durch den Samen der Unwissenheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
341. Hiranyagarbha oder Karya Brahman ist sein Spross. Die feinstofflichen Körper aller Lebewesen sind sein Rumpf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
342. Das Universum hat sich aus Brahman entfaltet. Brahman ist ein Donnerkeil. Wer so weiß erlangt Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
343. Prana ist Brahman. Brahman ist der Ursprung der Welt. Er ist der Herr der Schöpfung. Der Mensch erlangt Unsterblichkeit durch Wissen über Brahman. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
344. Die Aussage, die Welt sei aus dem Nichts entstanden ist absurd. Sie ist aus Brahman entstanden. Sie schwingt in Brahman. Sie ruht in Brahman. Sie geht in Brahman ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
345. Brahman ist das Substrat der veränderlichen Welt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
346. Brahman ist ohne Veränderung und ohne Bewegung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
347. Schwingung kann nur in Unbewegtem entstehen. Dieses Unbewegte ist Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
348. So wie der Diener den Anordnungen des Herrn gehorcht, so gehorcht die Welt den Schöpfungsgesetzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
349. Den Schöpfungsgesetzen kann niemand entrinnen. Niemand kann sie übertreten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
350. Alles ist unter deren Kontrolle. Schöpfung, Erhaltung, Auflösung sind einem unveränderlichen, göttlichen Gesetz unterworfen, dem niemand zuwider handeln kann. Deshalb ist Brahman, handelnd als dieses Gesetz, ein Donnerkeil. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
351. Die Brahman erkennen, den Zeugen all unserer mentalen Erregungen (Vritti), den Urgrund allen Seins, den Herrn der Schöpfungsgesetze, erlangen Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
352. Aus Furcht vor Brahman brennt das Feuer, scheint die Sonne und tun Indra, Vayu und Yama ihre Pflicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
353. Wäre Brahman nicht der Herrscher der Welt, mit dem Donnerkeil in Händen, würde die Welt nicht in Harmonie und Perfektion bestehen. Ein sinnvolles Wirken der Weltenhüter (Loka Palas) wäre nicht möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erkenne das Selbst jetzt===&lt;br /&gt;
354. Wer noch in diesem Leben hier auf Erden, vor dem Tod seines Körpers, Brahman erkennt, wird von den Fesseln der Welt befreit. Dem dies nicht gelingt kommt in einem neuen Körper zurück in die Welt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
355. Deshalb sollten ernsthafte Anstrengungen unternommen werden, vor dem Verfall des Körpers, Brahman zu erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
356. So wie man im Spiegel klar sein Spiegelbild erkennt, so kann Brahman im eigenen Intellekt klar erkannt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
357. Die Wahrnehmung wird getrübt in der Welt der Ahnen. Sie waren versunken im Genuss ihre karmischen Früchte. Auch im Traum ist die Wahrnehmung getrübt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
358. Die Reflektion unseres Bildes im Wasser ist verschwommen, so ist die Wahrnehmung des Atmans in der Welt der Gandharven ebenso verschwommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
359. In Brahmaloka kann der Atman deutlich wahrgenommen werden. Er hebt Sich ab wie Licht vom Schatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
360. Schwierig ist es, Brahmaloka zu erreichen. Besonderes Karma oder Verehrung sind nötig um es zu erreichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
361. Deshalb sollte man den Atman im Intellekt erkennen, solange man noch in der Welt weilt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
362. Der Weise hat erkannt, dass die Sinne verschieden sind von Atman, ihre Aktivitäten berühren ihn nicht mehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
363. Die fünf Sinne bestehen neben ihrer Quelle, um die ihnen zugeordneten Objekte wahrzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
364. Der Atman ist rein, unbefleckt und aus Sich Selbst strahlend. Das Wesen der Sinne unterscheidet sich vom Wesen Brahmans.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
365. Die Sinne wirken während des Wachens. Sie gehen auf beim Erwachen und unter im Tiefschlaf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
366. Der Atman geht weder auf noch unter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
367. Der Atman kennt weder Anfang noch Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
368. Sprunghaft sind Sinne und Geist und können klar von Atman unterschieden werden, der klar, unveränderbar, alldurchdringend, unteilbar, ohne Anfang und ohne Ende ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
369. Der Weise leidet nicht, er hat den Unterschied zwischen Atman und Sinne erkannt, ihr auf und ab, ihr Wachen und Schlafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
370. Der Kenner des Atmans hat das Leid überwunden und ruht in Glückseligkeit.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Höchstes Bewusstsein===&lt;br /&gt;
371. Höher als die Sinne ist der Geist. Höher als der Geist ist der Intellekt. Höher als der Intellekt ist der kosmische Intellekt, höher als Avyakta, das Unmanifestierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
372. Jenseits von Avyakta ist der Purusha, der Alldurchdringende, jenseits eines Sinnbildes. Wer Ihn erkennt erlangt Befreiung und Unsterblichkeit.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
373. Die Sinne sind verschieden von Atman, Er kann von den Sinnen im Außen nicht erfasst werden, denn Er ist das Innerste aller Dinge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
374. Das Wissen über diese Abstufung ist notwendig, um Unsterblichkeit und letztendliche Befreiung zu erlangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
375. Zum Zeitpunkt von Pralaya geht die Welt in Avyakta ein. Jenseits von Avyakta ist der alldurchdringende Purusha. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
376. Das Symbol, das durch die Sinne erkannt und verstanden werden kann, wird Linga genannt. Kein Linga zu haben ist Alinga. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
377. Wer von Ihm durch den Lehrer und durch die Sastras erfahren hat und durch Intuition, der erreicht Unsterblichkeit und letztendliche Befreiung. Er ist befreit von den Knoten des Herzens, wie Wunsch, Unwissenheit und Handlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
378. Seine Gestalt kann nicht gesehen werden. Niemand sieht Ihn mit seinen physischen Augen. Er enthüllt sich dem Aspiranten durch Kontrolle des Geistes und tiefe Meditation. Die Brahman erkennen erlangen Unsterblichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
379. Der Atman kann durch das physische Auge nicht gesehen werden, denn Er ist feinstofflich, jenseits der Wahrnehmung durch Geist und Sinne. &lt;br /&gt;
Schriften und Guru&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
380. Wer durch reinen Intellekt den im Herzen Weilenden erkennt erlangt Unsterblichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
381. Wenn die fünf Sinnesorgane zusammen mit Geist und Intellekt ruhen ist der höchste Zustand erreicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
382. Der Mensch erfährt das Wissen der Welt durch die fünf Wahrnehmungsorgane. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
383. Die Sinne sammeln die Erfahrungen aus der Welt und präsentieren sie dem Atman durch Geist und Intellekt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
384. Wenn die fünf Wahrnehmungsorgane vom Außen zurückgezogen werden und in den Geist eingehen, wenn der Geist auf den Atman gerichtet ist, wenn der Intellekt zur Ruhe gekommen ist, dann ist der höchste Bewusstseinszustand erreicht.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
385. Wenn Sinne und Intellekt zur Ruhe gekommen sind, die Emotionen unter Kontrolle, dann ist der höchste Bewusstseinszustand erreicht. Das wird Yoga genannt. &lt;br /&gt;
386. Yoga ist der erhabenste Weg, denn er führt zu Moksha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
387. Die Kontrolle der Sinne nennen sie Yoga. Sei vorsichtig, denn Yoga wird erlangt und verloren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
388. Die Sinne sind zurückgezogen und der Geist ist fixiert auf Atman durch stetige Konzentration und Meditation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
389. Der Yogi sei wachsam, denn Yoga kommt und geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
390. Yoga kommt. Und geht, wenn der Geist nicht ruhig ist, wenn die Sinne nicht unter Kontrolle sind, wenn Leidenschaftslosigkeit nachlässt, wenn Unlust bei der Meditation aufkommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
391. Vollkommene Wachsamkeit ist nötig, wenn man mit der Yoga Praxis beginnt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die zwei Augen eines Sadhakas===&lt;br /&gt;
392. Der Atman kann durch Sprache nicht beschrieben, durch den Geist nicht erfasst und durch das Auge nicht erkannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
393. Weder Darlegungen noch metaphysisches Denken helfen dem Aspiranten, Brahman zu erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
394. Maharshi Vyasa und Sri Sankara lehrten durch Beweis und Logik, ihre Doktrin basiert hauptsächlich auf Sabda Pramana (Zeugnis der Veden), das so gut wie unfehlbar ist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
395. Vertraue den Worten der Srutis und den Sehern, die Atman durch Intuition erkannt haben und versichert, dass Atman ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
396. Sabda Pramana, die Srutis, Apta Vakya, die Worte der Seher, sind von äußerster Wichtigkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
397. So du Atman erkennen willst habe Vertrauen in die Worte des Gurus, der das Selbst erkannt hat, und folge seinen Anweisungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
398. Der Atman muss von einem Guru erkannt worden sein, der weiß, dass Atman ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
399. Wenn der Atman durch die Sinne nicht wahrgenommen werden kann, wie kann Er dann wahrgenommen werden? Nur durch die Belehrungen eines Gurus, der weiß dass Er ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
400. Ihr müsst wissen, dass Es ist und was Es ist. Wer so weiß erkennt Sein wahres Wesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
401. Dem, der auf Brahman meditiert und sich mit den vier Absichten (siehe Vers 36) ausstattet, dem enthüllt Sich Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Entsagung: die Voraussetzungen===&lt;br /&gt;
402. Wenn Wunschlosigkeit erlangt ist, erlangt der Sterbliche Unsterblichkeit und erkennt Brahman. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
403. Die Voraussetzung für Unsterblichkeit ist Entsagung aller Wünsche und Anhaftungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
404. Die weltlichen Wünsche werden nur überwunden, wenn die Fesseln der Unwissenheit zerschnitten sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
405. Der Geist ist der Sitz des Wunsches. In Atman ist kein Wunsch, Er ist rein und makellos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
406. Wünschen ist die Ursache für Leid und Bindung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
407. Wenn durch Erkenntnis des Selbstes Wunschlosigkeit erlangt ist erlangt der Sterbliche Unsterblichkeit. Er wird Brahman noch während er in diesem Körper weilt. Er ist von den Fesseln des Karmas befreit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
408. Wenn alle Knoten des Herzen hier auf Erden gelöst werden erlangt der Sterbliche Unsterblichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
409. Unwissen, Wunsch und Handlung sind die drei großen Knoten. Egoismus, Hass, Lust, Eifersucht und Stolz, entstanden aus Unwissenheit, sind kleine Knoten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
410. Weitere Knoten sind die Vorstellungen ‚Ich bin dieser Körper‘, ‚Das ist mein Besitz‘, ‚Ich bin ein Brahmane‘, ‚Ich bin ein Minister‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
411. Sie werden vernichtet durch die Erkenntnis der Einheit mit Brahman ‚Ich bin Brahman‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wissen über die Nadis===&lt;br /&gt;
412. Einhundertein Nervenkanäle (Nadis) sind bekannt. Einer von ihnen, Sushumna, durchdringt die Krone des Kopfes. Seine Energie nach oben führend zum Zeitpunkt des Todes lässt Unsterblichkeit erlangen. Die anderen Nervenkanäle haben andere Wirkungen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
413. Der Jivanmukta, der das Selbst erkannt hat, geht nirgendwohin. Seine Pranas gehen nirgendwohin. Brahman seiend erreicht er Brahman. Er erlangt Kaivalya Mukti.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
414. Wer Kaivalya-Mukti nicht erlangt hat, wer das höchste Brahman nicht erkannt hat, jedoch das niedere Brahman (Saguna Brahman) verehrt hat, geht durch den Sushumna Nadi zur Sonne und dann durch weitere Bereiche nach Brahmaloka wo er bis zum Ende des Schöpfungszyklus‘ weilt. In Brahmaloka genießt er  unvergleichliche Freuden. Wenn der Zyklus endet geht er mit Brahma in Brahman ein. Das ist Krama Mukti (allmähliche Befreiung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
415. Die anderen Nadis haben verschiedene Auswirkungen. Sie führen zum Zeitpunkt des Todes auf verschiedene Wege. Wenn die Seele durch diese Nerven geht, wird sie wieder in Samsara geboren. Sie nimmt einen ihrem Karma entsprechenden Körper an.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
416. Der Sushumna Nadi wird auch Brahma Nadi genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
417. Der daumengroße Purusha, das innere Selbst, weilt im Herzen aller Wesen. Man muss Ihn mit Stetigkeit herausziehen aus dem Körper, so wie man einen Halm aus der Erde herauszieht. Man sollte Ihn als rein und unsterblich erkennen. &lt;br /&gt;
418. Du musst die Essenz, das heißt den Atman, aus den fünf Kosas (Hüllen) herausziehen, geduldig und mutig durch Vichara (Unterscheidung) und Meditation. Du musst den Atman vom Körper trennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
419. Als Nachiketas das ihn durch Yama Gelehrte verinnerlicht hatte, erreichte er Brahman, wurde frei von allen Unreinheiten und vom Tod. So wird es allen ergehen, die das Wesen Brahmans erkannt haben.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/DasGehimnisKathopanishad/Kathopanishad.htm Das Geheimnis der Katha Upanishad, Artikel von Swami Krishnananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/DasGehimnisKathopanishad/Kathopanishad_4.htm Das Geheimnis der Katha Upanishad, Vortrag Nr. 5, Artikel von Swami Krishnananda]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/de/artikel/krishnananda/kathaupanishad_kapitel5.html Das Geheimnis der Katha Upanishad, Vortrag Nr. 4, Artikel von Swami Krishnananda]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
{{dnf}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Heilige&amp;diff=110813</id>
		<title>Heilige</title>
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		<updated>2014-05-16T08:16:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: /* Web-Links */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Als &#039;&#039;&#039;Heilige&#039;&#039;&#039; oder Heiliger wird ein Mensch bezeichnet, der als der [[Gott]] besonders nahestehend und/oder als ein in spiritueller und ethischer Hinsicht vollkommener [[Mensch]] angesehen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ikone.jpg|thumb|Ikone]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Katholizismus]] bedarf es eines [[kirche]]nrechtlichen Prozesses, damit jemand als Heiliger verehrt werden kann. Der [[Papst]] ist dabei automatisch &amp;quot;[[Heiliger Vater]]&amp;quot;. Im [[Protestantismus]] ist der Begriff &amp;quot;heilig&amp;quot; einzig [[Gottvater]], [[Gottsohn]], Gott-Heiligem Geist sowie der Heiligen Schrift, der [[Bibel]], vorbehalten. In [[Indien]] wird jemand dann als &amp;quot;[[heilig]]&amp;quot; bezeichnet, wenn eine ausreichend große Schülerzahl ihn als &amp;quot;heilig&amp;quot; bezeichnet. Manchmal wird sogar jeder [[Mönch]] als &amp;quot;Holy Man&amp;quot; - als &amp;quot;heiliger Mensch&amp;quot; bezeichnet. In Indien wird der Begriff &amp;quot;heilig&amp;quot; und &amp;quot;Heiliger&amp;quot; sehr viel häufiger verwendet als in Europa. &lt;br /&gt;
  __TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Swami Sivananda über Heilige ==&lt;br /&gt;
aus dem Buch „Life of Saints“ von Swami Sivananda&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer ist ein Heiliger, eine Heilige? Derjenige bzw. diejenige, der/die in [[Gott]], also dem [[Himmel|Ewigen]] lebt; der frei von [[Ich]]-[[Sucht]], Vorlieben und Abneigungen, [[Eigennutz]], [[Eitelkeit]], [[Gier]], [[Habgier]] und [[Wut]] ist. Wer, - ausgestattet mit [[Weitblick]], [[Gelassenheit]], [[Großmut]], [[Toleranz]], [[Rechtschaffenheit]], [[Erbarmen]] und [[Kosmos|kosmischer]] [[Liebe]]-, göttliches [[Wissen]] besitzt, ist ein Heiliger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heilige und [[Weise]] sind ein [[Segen]] für die ganze [[Welt]]. Sie sind die Hüter der höchsten göttlichen [[Weisheit]], spirituellen [[Macht]] und unerschöpflichen [[spirituell]]en [[Reichtum]]s. Selbst [[König]]e verneigen ihre Häupter zu ihren Lotosfüßen. König [[Janaka]] sagte zu [[Yajnavalkya]]: „Oh, ehrwürdiger Weiser! Ich bin Eurer erhabenen [[Heiligkeit]] dankbar dafür, dass Ihr die alte Weisheit der [[Upanishad]]en durch Eure erhabenen und großartigen Anweisungen erhaltet. Ich lege Euch mein ganzes [[Königreich]] zu Füssen. Ich bin Euer Diener. Ich warte auf Euch wie ein [[Diener]].“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist die wundervolle [[Natur]] von Weisen und Heiligen. Ihre bloße [[Existenz]] inspiriert andere und stachelt sie an, nachzueifern, um den gleichen Zustand von [[Wonne]] zu erreichen. Gäbe es diese Heiligen und Weisen nicht, so gäbe es keinen spirituellen Aufschwung und keine Erlösung. Ihre Ausstrahlung, ihr Glanz, ist unbeschreibbar. Ihre Weisheit ist unergründlich. Sie sind tief wie der [[Ozean]], fest wie der [[Himalaya]], rein wie der [[Schnee]] des Himalaya, strahlend wie die [[Sonne]]. Jeder überquert diesen schrecklichen Ozean von [[Samsara]] oder [[Geburt]] und [[Tod]] durch ihre [[Gnade]] und ihren [[Satsang]]. In ihrer [[Gesellschaft]] zu sein, ist die höchste [[Ausbildung]]. Sie zu lieben, ist das größte [[Glück]]. In ihrer Nähe zu sein, ist die wirkliche Ausbildung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Heiligen wandern von [[Dorf]] zu Dorf und verbreiten göttliches [[Wissen]]. Sie gehen von Tür zu [[tor|Tür]] und gewähren [[Weisheit]]. Sie nehmen nur wenig für ihre bloße [[Erhaltung]] an und geben den Menschen die höchste [[Bildung]], Kultur und [[Erleuchtung]]. Ihr Leben ist beispielhaft. Ob sie Vorträge halten, Fragen beantworten, spielt keine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heilige und Weise allein können die wirklichen [[Ratgeber]] für einen König sein, denn sie sind selbstlos und besitzen die höchste Weisheit. Nur sie können die [[Moral]] der Massen verbessern. Nur sie können den Weg aufzeigen zu ewiger [[Wonne]] und Unsterblichkeit. [[Shivaji]] hatte [[Swami]] [[Ramdas]] als [[Ratgeber]]. [[König]] [[Dasharatha]] hatte [[Maharishi]] [[Vasishtha]] als Ratgeber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Studiere das Leben der Heiligen, und du bist sofort inspiriert davon. Erinnere dich an ihre Reden, und du fühlst dich sofort erhoben. Gehe in ihren Fußspuren, und du bist befreit von [[Schmerz]]en und [[Kummer]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Suche nicht nach Fehlern und Mängeln bei Heiligen, du kannst ihre Verdienste nicht beurteilen. Sei bescheiden und sitze zu ihren Füssen. Diene ihnen von Herzen und aus der [[Seele]], bewahre sie in deinem Herzen, kläre deine [[Zweifel]]. Nimm ihre Anweisungen entgegen und praktiziere danach ernsthaft. Du wirst gesegnet sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede [[Schule]], jede [[Hochschule]], jedes [[Internat]], jedes [[Gefängnis]], jede [[Institution]], jedes [[Haus]] sollte für die Leitung einen Heiligen haben. Heilige gibt es in Fülle. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt keine [[Rangordnung]] zwischen Heiligen und Weisen. Schau nicht auf ihre [[Kaste]], du wirst daraus keinen Nutzen ziehen. Du kannst ihre [[Tugend]]en nicht aufsaugen, indem du sie beurteilst. In der höheren [[Religion]] gibt es weder Kasten noch [[Glaubensbekenntnis]]se. Flickschuster, Weber und Unberührbare wurden große Heilige. [[Weisheit]] und [[Selbstverwirklichung]] sind nicht das Monopol der [[Brahmane]]n. Manche Brahmanen [[respekt]]ieren und versorgen mit Nahrung nur Brahmanen, die als Wandersannyasins, als [[Swami]], herumziehen. Dies ist ein ernstes [[Missverständnis]] und ein schwerwiegender [[Fehler]]. Was für ein trauriger Zustand! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heilige, zu welchem Landstrich auch immer sie gehören, haben ihre Fußspuren in der Zeit hinterlassen, so dass andere, aufrichtig und ergeben, diesen Spuren auf der Suche nach der Ewigen Wahrheit folgen können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögen sie uns inspirieren und für immer leiten!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heilige gehören nicht ausschließlich zu einem Landstrich oder einem Land und keine geographischen Grenzen können ihren Einfluss aufhalten. Heilige gehören der ganzen Welt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mensch fühlt sich schwach und hilflos. Er kann diesen niederen Neigungen durch rechte Anstrengung begegnen und durch rechte Entwicklung. Solchen Menschen dient das Leben der Heiligen als Orientierung. Sie formen ihr [[Leben]], ihren [[Charakter]] und ihre Zukunft. Sie verändern ihre geistige [[Einstellung]] und bekehren sie zum [[Glaube]]n und den Lehren ihres [[Führer]]s. Solch wahre und verlässliche Anführer sind die Heiligen, die da kamen und gingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Möge diese [[Welt]] mit guten Heiligen und Weisen gefüllt sein! Möget ihr alle das höchste Ziel erreichen durch ihren Satsang und ihren Rat!! Mögen die Segnungen der Heiligen und Weisen mit euch sein!!!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Buch &amp;quot;Lives of Saints&amp;quot; von [[Swami Sivananda]], [http://www.sivanandaonline.org/public_html/ The Divine Life Society]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Umgang mit Heiligen==&lt;br /&gt;
Ratschläge des Indologen [[Heinrich Zimmer]] aus seinem Buch &amp;quot;Der Weg zum Selbst&amp;quot; 1944 erschienen im Rascher Verlag Zürich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umgang mit dem ursprünglich Wirklichen in Gestalt der Heiligen, die seine Wirklichkeit in sich erlebten und greifbar an sich selber darstellen, zerschneidet die Bande weltlicher Wünsche. Zerreißen sie, vergehen auch die geheimen Bereitschaften, die das Gemüt aus früheren Leben erfüllen und befangen halten,&lt;br /&gt;
Der Frieden, dessen Stille die Befreiten trägt, ist Erlösung bei lebendigem Leibe (jivan-mukti), Suche den Umgang solcher Erlöster!&lt;br /&gt;
Den Stand im Jenseitigen magst du heut und hier erlangen, wenn du vom Umgang mit Heiligen beschwingt, dich einwärts wendest und dein Selbst ergründest, — aus Unterweisungen Gelehrter, im Lesen heiliger Schriften und durch fromme Werke oder sonst etwas ist er nicht zu gewinnen,&lt;br /&gt;
Was sind alle anderen Hilfen, um das Selbst zu erleben, gemessen am Umgang mit heiligen Männern? Brauchst du einen Fächer, wenn du den kühlen Abendwind genießen kannst?&lt;br /&gt;
Der kühle Mond labt nach des Tages Glut; Götterbäume, deren Zweige Erfüllung aller Wünsche schenken, erlösen von Armut; das heilige Wasser der Gangâ wäscht Flecken der Sünde ab, — der Kummer im Gemüt, das Armut und Sündenschuld quälen, schwindet vor dem bloßen Anblick der Heiligen ohnegleichen.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die heiligen Gewässer der Wallfahrtsstätten sind bloß Wasser, verehrungswürdige Götterbilder sind bloß Stein und Erz: der Gewalt des Segensblickes gnädiger Heiliger kommen sie nicht gleich. Wunderbar: sie reinigen das Gemüt im Laufe langer Zeiten; aber das Auge des Heiligen tut es mit einem Gnadenblick.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel von Swami Sivananda]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilige]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Selbst]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zimmer Selbst]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heinrich Zimmer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
*[[Heilig]]&lt;br /&gt;
*[[Anfang]]&lt;br /&gt;
*[[Anubhava]]&lt;br /&gt;
*[[Begegnung]]&lt;br /&gt;
*[[Belehrung]]&lt;br /&gt;
*[[Bruder]]&lt;br /&gt;
*[[Einsiedler]]&lt;br /&gt;
*[[Ramana Maharshi]]&lt;br /&gt;
*[[Entsagung]]&lt;br /&gt;
*[[Erfahrung]]&lt;br /&gt;
*[[Erkenntnis]]&lt;br /&gt;
*[[Erlösung]]&lt;br /&gt;
*[[Frage]]&lt;br /&gt;
*[[Gemeinschaft]]&lt;br /&gt;
*[[Gottesverehrung]]&lt;br /&gt;
*[[Janaka]]&lt;br /&gt;
*[[Jenseits]]&lt;br /&gt;
*[[Kraft]]&lt;br /&gt;
*[[Last]]&lt;br /&gt;
*[[Lehrer]]&lt;br /&gt;
*[[Ordnung]]&lt;br /&gt;
*[[Regung]]&lt;br /&gt;
*[[Sadhana]]&lt;br /&gt;
*[[Seher]]&lt;br /&gt;
*[[Selbst]]&lt;br /&gt;
*[[Selbsterkenntnis]]&lt;br /&gt;
*[[Torheit]]&lt;br /&gt;
*[[Untätigkeit]]&lt;br /&gt;
*[[Upadesha]]&lt;br /&gt;
*[[Versenkung]]&lt;br /&gt;
*[[Wer bin ich]]&lt;br /&gt;
*[[Wirklichkeit]]&lt;br /&gt;
*[[Wissende]]&lt;br /&gt;
*[[Zuflucht]]&lt;br /&gt;
*[[Heinrich Zimmer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Der Weg Zum Selbst von Heinrich Zimmer, Rascher Verlag Zürich, 1944, 1. Auflage&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Web-Links==&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/de/artikel/sivananda/karma_geschaffen.htm Heilige]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Bilder/Galerien/Meister2.html Bilder von Heiligen]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/sivananda/inspirierende-geschichten/der-heilige/ Geschichten von Heiligen]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/heilige-schriften-sind-liebevoll-wie-mutternatur-bg-xvi-24/Heilige Schriften sind wie Mutter Natur]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Video==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Mirabei, Heilige, Mystikerin, Musikerin&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|J1opE-QxI8k}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wie Heilige die Zukunft vorhersagen können&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|t6ZnC6oasd0}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
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		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Heilige&amp;diff=110811</id>
		<title>Heilige</title>
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		<updated>2014-05-16T08:14:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: /* Web-Links */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Als &#039;&#039;&#039;Heilige&#039;&#039;&#039; oder Heiliger wird ein Mensch bezeichnet, der als der [[Gott]] besonders nahestehend und/oder als ein in spiritueller und ethischer Hinsicht vollkommener [[Mensch]] angesehen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ikone.jpg|thumb|Ikone]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Katholizismus]] bedarf es eines [[kirche]]nrechtlichen Prozesses, damit jemand als Heiliger verehrt werden kann. Der [[Papst]] ist dabei automatisch &amp;quot;[[Heiliger Vater]]&amp;quot;. Im [[Protestantismus]] ist der Begriff &amp;quot;heilig&amp;quot; einzig [[Gottvater]], [[Gottsohn]], Gott-Heiligem Geist sowie der Heiligen Schrift, der [[Bibel]], vorbehalten. In [[Indien]] wird jemand dann als &amp;quot;[[heilig]]&amp;quot; bezeichnet, wenn eine ausreichend große Schülerzahl ihn als &amp;quot;heilig&amp;quot; bezeichnet. Manchmal wird sogar jeder [[Mönch]] als &amp;quot;Holy Man&amp;quot; - als &amp;quot;heiliger Mensch&amp;quot; bezeichnet. In Indien wird der Begriff &amp;quot;heilig&amp;quot; und &amp;quot;Heiliger&amp;quot; sehr viel häufiger verwendet als in Europa. &lt;br /&gt;
  __TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Swami Sivananda über Heilige ==&lt;br /&gt;
aus dem Buch „Life of Saints“ von Swami Sivananda&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer ist ein Heiliger, eine Heilige? Derjenige bzw. diejenige, der/die in [[Gott]], also dem [[Himmel|Ewigen]] lebt; der frei von [[Ich]]-[[Sucht]], Vorlieben und Abneigungen, [[Eigennutz]], [[Eitelkeit]], [[Gier]], [[Habgier]] und [[Wut]] ist. Wer, - ausgestattet mit [[Weitblick]], [[Gelassenheit]], [[Großmut]], [[Toleranz]], [[Rechtschaffenheit]], [[Erbarmen]] und [[Kosmos|kosmischer]] [[Liebe]]-, göttliches [[Wissen]] besitzt, ist ein Heiliger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heilige und [[Weise]] sind ein [[Segen]] für die ganze [[Welt]]. Sie sind die Hüter der höchsten göttlichen [[Weisheit]], spirituellen [[Macht]] und unerschöpflichen [[spirituell]]en [[Reichtum]]s. Selbst [[König]]e verneigen ihre Häupter zu ihren Lotosfüßen. König [[Janaka]] sagte zu [[Yajnavalkya]]: „Oh, ehrwürdiger Weiser! Ich bin Eurer erhabenen [[Heiligkeit]] dankbar dafür, dass Ihr die alte Weisheit der [[Upanishad]]en durch Eure erhabenen und großartigen Anweisungen erhaltet. Ich lege Euch mein ganzes [[Königreich]] zu Füssen. Ich bin Euer Diener. Ich warte auf Euch wie ein [[Diener]].“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist die wundervolle [[Natur]] von Weisen und Heiligen. Ihre bloße [[Existenz]] inspiriert andere und stachelt sie an, nachzueifern, um den gleichen Zustand von [[Wonne]] zu erreichen. Gäbe es diese Heiligen und Weisen nicht, so gäbe es keinen spirituellen Aufschwung und keine Erlösung. Ihre Ausstrahlung, ihr Glanz, ist unbeschreibbar. Ihre Weisheit ist unergründlich. Sie sind tief wie der [[Ozean]], fest wie der [[Himalaya]], rein wie der [[Schnee]] des Himalaya, strahlend wie die [[Sonne]]. Jeder überquert diesen schrecklichen Ozean von [[Samsara]] oder [[Geburt]] und [[Tod]] durch ihre [[Gnade]] und ihren [[Satsang]]. In ihrer [[Gesellschaft]] zu sein, ist die höchste [[Ausbildung]]. Sie zu lieben, ist das größte [[Glück]]. In ihrer Nähe zu sein, ist die wirkliche Ausbildung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Heiligen wandern von [[Dorf]] zu Dorf und verbreiten göttliches [[Wissen]]. Sie gehen von Tür zu [[tor|Tür]] und gewähren [[Weisheit]]. Sie nehmen nur wenig für ihre bloße [[Erhaltung]] an und geben den Menschen die höchste [[Bildung]], Kultur und [[Erleuchtung]]. Ihr Leben ist beispielhaft. Ob sie Vorträge halten, Fragen beantworten, spielt keine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heilige und Weise allein können die wirklichen [[Ratgeber]] für einen König sein, denn sie sind selbstlos und besitzen die höchste Weisheit. Nur sie können die [[Moral]] der Massen verbessern. Nur sie können den Weg aufzeigen zu ewiger [[Wonne]] und Unsterblichkeit. [[Shivaji]] hatte [[Swami]] [[Ramdas]] als [[Ratgeber]]. [[König]] [[Dasharatha]] hatte [[Maharishi]] [[Vasishtha]] als Ratgeber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Studiere das Leben der Heiligen, und du bist sofort inspiriert davon. Erinnere dich an ihre Reden, und du fühlst dich sofort erhoben. Gehe in ihren Fußspuren, und du bist befreit von [[Schmerz]]en und [[Kummer]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Suche nicht nach Fehlern und Mängeln bei Heiligen, du kannst ihre Verdienste nicht beurteilen. Sei bescheiden und sitze zu ihren Füssen. Diene ihnen von Herzen und aus der [[Seele]], bewahre sie in deinem Herzen, kläre deine [[Zweifel]]. Nimm ihre Anweisungen entgegen und praktiziere danach ernsthaft. Du wirst gesegnet sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede [[Schule]], jede [[Hochschule]], jedes [[Internat]], jedes [[Gefängnis]], jede [[Institution]], jedes [[Haus]] sollte für die Leitung einen Heiligen haben. Heilige gibt es in Fülle. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt keine [[Rangordnung]] zwischen Heiligen und Weisen. Schau nicht auf ihre [[Kaste]], du wirst daraus keinen Nutzen ziehen. Du kannst ihre [[Tugend]]en nicht aufsaugen, indem du sie beurteilst. In der höheren [[Religion]] gibt es weder Kasten noch [[Glaubensbekenntnis]]se. Flickschuster, Weber und Unberührbare wurden große Heilige. [[Weisheit]] und [[Selbstverwirklichung]] sind nicht das Monopol der [[Brahmane]]n. Manche Brahmanen [[respekt]]ieren und versorgen mit Nahrung nur Brahmanen, die als Wandersannyasins, als [[Swami]], herumziehen. Dies ist ein ernstes [[Missverständnis]] und ein schwerwiegender [[Fehler]]. Was für ein trauriger Zustand! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heilige, zu welchem Landstrich auch immer sie gehören, haben ihre Fußspuren in der Zeit hinterlassen, so dass andere, aufrichtig und ergeben, diesen Spuren auf der Suche nach der Ewigen Wahrheit folgen können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögen sie uns inspirieren und für immer leiten!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heilige gehören nicht ausschließlich zu einem Landstrich oder einem Land und keine geographischen Grenzen können ihren Einfluss aufhalten. Heilige gehören der ganzen Welt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mensch fühlt sich schwach und hilflos. Er kann diesen niederen Neigungen durch rechte Anstrengung begegnen und durch rechte Entwicklung. Solchen Menschen dient das Leben der Heiligen als Orientierung. Sie formen ihr [[Leben]], ihren [[Charakter]] und ihre Zukunft. Sie verändern ihre geistige [[Einstellung]] und bekehren sie zum [[Glaube]]n und den Lehren ihres [[Führer]]s. Solch wahre und verlässliche Anführer sind die Heiligen, die da kamen und gingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Möge diese [[Welt]] mit guten Heiligen und Weisen gefüllt sein! Möget ihr alle das höchste Ziel erreichen durch ihren Satsang und ihren Rat!! Mögen die Segnungen der Heiligen und Weisen mit euch sein!!!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Buch &amp;quot;Lives of Saints&amp;quot; von [[Swami Sivananda]], [http://www.sivanandaonline.org/public_html/ The Divine Life Society]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Umgang mit Heiligen==&lt;br /&gt;
Ratschläge des Indologen [[Heinrich Zimmer]] aus seinem Buch &amp;quot;Der Weg zum Selbst&amp;quot; 1944 erschienen im Rascher Verlag Zürich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umgang mit dem ursprünglich Wirklichen in Gestalt der Heiligen, die seine Wirklichkeit in sich erlebten und greifbar an sich selber darstellen, zerschneidet die Bande weltlicher Wünsche. Zerreißen sie, vergehen auch die geheimen Bereitschaften, die das Gemüt aus früheren Leben erfüllen und befangen halten,&lt;br /&gt;
Der Frieden, dessen Stille die Befreiten trägt, ist Erlösung bei lebendigem Leibe (jivan-mukti), Suche den Umgang solcher Erlöster!&lt;br /&gt;
Den Stand im Jenseitigen magst du heut und hier erlangen, wenn du vom Umgang mit Heiligen beschwingt, dich einwärts wendest und dein Selbst ergründest, — aus Unterweisungen Gelehrter, im Lesen heiliger Schriften und durch fromme Werke oder sonst etwas ist er nicht zu gewinnen,&lt;br /&gt;
Was sind alle anderen Hilfen, um das Selbst zu erleben, gemessen am Umgang mit heiligen Männern? Brauchst du einen Fächer, wenn du den kühlen Abendwind genießen kannst?&lt;br /&gt;
Der kühle Mond labt nach des Tages Glut; Götterbäume, deren Zweige Erfüllung aller Wünsche schenken, erlösen von Armut; das heilige Wasser der Gangâ wäscht Flecken der Sünde ab, — der Kummer im Gemüt, das Armut und Sündenschuld quälen, schwindet vor dem bloßen Anblick der Heiligen ohnegleichen.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die heiligen Gewässer der Wallfahrtsstätten sind bloß Wasser, verehrungswürdige Götterbilder sind bloß Stein und Erz: der Gewalt des Segensblickes gnädiger Heiliger kommen sie nicht gleich. Wunderbar: sie reinigen das Gemüt im Laufe langer Zeiten; aber das Auge des Heiligen tut es mit einem Gnadenblick.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel von Swami Sivananda]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilige]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Selbst]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zimmer Selbst]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heinrich Zimmer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
*[[Heilig]]&lt;br /&gt;
*[[Anfang]]&lt;br /&gt;
*[[Anubhava]]&lt;br /&gt;
*[[Begegnung]]&lt;br /&gt;
*[[Belehrung]]&lt;br /&gt;
*[[Bruder]]&lt;br /&gt;
*[[Einsiedler]]&lt;br /&gt;
*[[Ramana Maharshi]]&lt;br /&gt;
*[[Entsagung]]&lt;br /&gt;
*[[Erfahrung]]&lt;br /&gt;
*[[Erkenntnis]]&lt;br /&gt;
*[[Erlösung]]&lt;br /&gt;
*[[Frage]]&lt;br /&gt;
*[[Gemeinschaft]]&lt;br /&gt;
*[[Gottesverehrung]]&lt;br /&gt;
*[[Janaka]]&lt;br /&gt;
*[[Jenseits]]&lt;br /&gt;
*[[Kraft]]&lt;br /&gt;
*[[Last]]&lt;br /&gt;
*[[Lehrer]]&lt;br /&gt;
*[[Ordnung]]&lt;br /&gt;
*[[Regung]]&lt;br /&gt;
*[[Sadhana]]&lt;br /&gt;
*[[Seher]]&lt;br /&gt;
*[[Selbst]]&lt;br /&gt;
*[[Selbsterkenntnis]]&lt;br /&gt;
*[[Torheit]]&lt;br /&gt;
*[[Untätigkeit]]&lt;br /&gt;
*[[Upadesha]]&lt;br /&gt;
*[[Versenkung]]&lt;br /&gt;
*[[Wer bin ich]]&lt;br /&gt;
*[[Wirklichkeit]]&lt;br /&gt;
*[[Wissende]]&lt;br /&gt;
*[[Zuflucht]]&lt;br /&gt;
*[[Heinrich Zimmer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Der Weg Zum Selbst von Heinrich Zimmer, Rascher Verlag Zürich, 1944, 1. Auflage&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Web-Links==&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/de/artikel/sivananda/karma_geschaffen.htm Heilige]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Bilder/Galerien/Meister2.html Bilder von Heilige]&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/sivananda/inspirierende-geschichten/der-heilige/ Geschichten von Heiligen]&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/heilige-schriften-sind-liebevoll-wie-mutternatur-bg-xvi-24/Heilige Schriften sind wie Mutter Natur]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Video==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Mirabei, Heilige, Mystikerin, Musikerin&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|J1opE-QxI8k}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wie Heilige die Zukunft vorhersagen können&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|t6ZnC6oasd0}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
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	<entry>
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		<title>Mönch</title>
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		<updated>2014-04-18T06:40:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: /* Hinduismus */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Mönchtum&#039;&#039;&#039; bezeichnet alle von Mönchen und [[Nonne]]n praktizierten [[Religion|religiösen]] Lebensformen: mit heilsamen, [[Askese|asketisch]]en Idealen -   geradezu hier: &amp;quot;[[Nivritti]]&amp;quot;:  [[Zölibat|weltlichen Zielen entsagend]],  ganz  [[Spiritualität|spirituell]];  vor allem im [[Buddhismus]], im [[Christentum]],  im [[Hinduismus]] und im [[Daoismus]] (vgl. [[Tao]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortherkunft ==&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;Mönch&#039;&#039; bzw.  die &#039;&#039;[[Nonne]]&#039;&#039; lebt  zeitweise oder auf Lebenszeit im Dienst eines [[Glaube]]ns: &#039;&#039;Mönch&#039;&#039; vom griechischen &#039;&#039;μοναχός&#039;&#039;, &#039;&#039;monachos&#039;&#039; (von &#039;&#039;monos&#039;&#039;, d. heißt „allein“).  [[Es]] steht auch für [[eins]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grundlegendes == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ursprünge ===&lt;br /&gt;
Bereits in vielen alten Kulturen gab es Verhaltensweisen und Anforderungen an ausgewählte Personen, die die Methoden und Wege des Mönchtums vorwegnahmen und übernommen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Yoga]] gehört dazu:   seine  geistigen und körperlichen  [[Abhyasa|Übungen]] der [[Enthaltsamkeit]] und [[Konzentration]]. In der mystischen Lehre des [[Hinduismus]] sollen  vor allem [[Meditation]] und [[Askese]] den Menschen vom Gebundensein an die Last des Körperlichen befreien und die Vereinigung des Individuums mit dem unendlichen Universum ermöglichen. Die vielen verschiedenen Formen von Yoga mit ihrer eigenen Philosophie und Praxis legen teils  meditativ  ihren Schwerpunkt auf die geistige [[Konzentration]] und vollkommene Versenkung;  andere  eher auf [[Asana|körperliche Übungen]] oder  die Askese.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch  die strengen kultischen Reinheitsvorschriften der Hochkulturen des Altertums  oder Forderungen nach Enthaltsamkeit als Voraussetzung für bestimmte rituelle und religiöse Praktiken für deren [[Priester]] waren  Vorläufer. Im [[Schamanismus]] der eurasischen Urvölker werden wesentliche Elemente, wie wir sie später im Mönchtum aller Religionen wiederfinden, sichtbar. Der &amp;quot;Schamane&amp;quot; ist  ein Stammesmitglied  mit übernatürlichen Mächten verbunden und wohl fähig, magische Handlungen wie Himmelsreisen oder Heilungen... zu vollbringen. Er kann vor allem  seinen Stamm oder einzelne Stammesmitglieder vor feindlichen übernatürlichen Einflüssen  schützen. Er verhandelt mit den guten und bösen Geistern, bringt Opfer und verschafft sich Visionen durch Trance, bzw. Ekstase (... Fasten, [[Einsamkeit]], [[Tanz]] und Musik..)..&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ziele ===&lt;br /&gt;
Ein Hauptziel des Mönchtums ist das [[Mystik|mystische]] Streben nach der diesseitigen Vereinigung mit der allumfassenden Gottheit bzw. das Erreichen der vollkommenen inneren [[Shunyata|Leere]] mit der unmittelbaren Erfahrung  einer göttlichen [[Transzendenz|transzendenten]] Realität, die die gewöhnliche Erkenntnisfähigkeit des Menschen übersteigt. Dem Ziel können z.B. [[Ekstase|ekstatische Hingabe]], [[Meditation]], [[Gebet]], [[Askese]], [[Fasten]], aber auch Kasteiung, Selbstgeißelung und Kampftechniken dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zitat ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Es ist nichts Leichtes um das Tun eines Mönchs; deshalb haben auch schon viele, die hierher kamen, nicht ausgehalten.&#039;&#039; (Der Eremit Palamon zu seinem Schüler Pachomios, um 320 n. Chr.)&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;Das Buch vom Mönchischen Leben; [[Rainer Maria Rilke]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lebensformen ==&lt;br /&gt;
=== Allein oder gemeinsam einsam ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mönch kann allein als Einsiedler ([[Eremit]]), als [[Anachoret]] leben, entweder abgeschlossen für sich in der Nähe der menschlichen Siedlungen oder weit weg in der Wildnis der Wälder oder in der Einsamkeit der Wüste. Die irischen und gallischen Mönche des 5. und 6. Jahrhunderts sind sogar auf entlegene Inseln geflüchtet oder überließen sich auf kleinen Booten den Gefahren des Meeres. Strengster Anachorese unterwerfen sich auch heute noch buddhistische Mönche in [[Tibet]], die sich allein in dunkle Höhlen einmauern lassen, nur mit einer Durchreiche für Essen mit der Außenwelt verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere Mönche, die sogenannten [[Koinobitentum|Koinobiten]], führen ein mehr oder weniger zurückgezogenes &amp;quot;gemeinsames Leben&amp;quot; (= griechisch koinos bios) in [[Kloster|Klöstern]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine &#039;&#039;Vita contemplativa&#039;&#039; -  ein zurückgezogenes Leben allein oder in Gemeinschaft, wie u a. schon im buddhistischen Mönchtum seit dem 5. Jahrhundert v. Chr.; bei Eremiten des 3. und 4. nachchristlichen Jahrhunderts  -  verlangt  die Hinwendung zur betrachtenden Anbetung [[Gott]]es im immerwährenden [[Gebet]]. Die &#039;&#039;Vita activa&#039;&#039; dagegen betont  tätige Nächstenliebe, [[karma]]-yoga, [[bhakti]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Acedia ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Acedia, die tödliche Langeweile, beschreibt in den Erfahrungen der ersten christlichen Einsiedler die Auswirkungen von trübsinnigen Gedanken, die als persönlichkeitsgefährdend gelten und depressiv machen. Der Schriftsteller [[Euagrios Pontikos]] sah in der [[Depression]] ein Übermaß an Verstimmtheit, Ekel und Überdruss. Er schrieb von einer gefährlichen Erschlaffung der Seelenkräfte, die den Mönch dem Wahnsinn und dem Scheitern seiner Bemühungen ausliefern. Die christlichen Mönche entwickelten, ausgehend von der Lebensweise des [[Antonius der Große|Heiligen Antonius]], ein Programm, das Arbeit und Gebet in gesundem Verhältnis gegenüberstellt. Die Arbeit schützte den Mönch vor übertriebener Nabelschau und diente zwei Zielen: beim Gebet die Gedanken zu bündeln und nicht abschweifen zu lassen und zweitens zum Erwerb des Lebensunterhalts. Demgegenüber ist den buddhistischen Mönchen das aktive Betteln verboten; sie dürfen nur annehmen, was ihnen Andere freiwillig bieten. Viele buddhistische Schulen lehnen auch Arbeit der Mönche zum Lebensunterhalt ab, in anderen, insbesondere dem Zen-Buddhismus, ist sie Teil der Praxis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Arm oder reich? ===&lt;br /&gt;
Eng verbunden mit der Frage des Lebensunterhaltes ist die Frage des Besitztums. Den frühen Einsiedlern wurde das Recht auf ihren (bescheidenen) Besitz - Kleidung, Bücher, Nahrungs- und Produktionsmittel, vielleicht sogar eine eigene Hütte - zugestanden. Durch Arbeit und Spenden aus der Bevölkerung konnte dieser Besitz vermehrt werden, barg aber auch die Gefahr, dass dieser Besitz geraubt oder zu vermehrten Ausgaben für das leibliche Wohl des Mönchs verwendet werden konnte. Die Klostergründer lösten das Problem dadurch, dass dem einzelnen Mönch völlige Besitzlosigkeit vorgeschrieben wurde und alles Vermögen dem Kloster übertragen wurde. Auf diese Weise war es möglich, dass unermesslich reiche Klöster existierten, während die einzelnen Mönche als besitzlos galten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kampf und Krieg ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die buddhistischen Mönche in China feststellten, dass das lange Meditieren dem Kreislauf schadet, hat der Meister Bodhidharma (s. u.) auf der Grundlage einer indischen Kampftechnik ein Bewegungsprogramm für seine Mönche ausgearbeitet, das sich zur berühmten [[Kung Fu|Kung-Fu]]-Kampfkunst entwickelte. Bald waren die Kung-Fu-Mönche beliebte Mitstreiter in den Machtkämpfen der lokalen Herren und der Kaiser. Auch im orientalisch-christlichen Mönchtum tauchten schon in der Spätantike bewaffnete Mönchsorden auf, die die alexandrinischen Bischöfe in ihrem Kampf gegen das Heidentum und rivalisierende Häresien unterstützten. Während der [[Kreuzzüge]] wurde das auf christlich-ritterlichen Idealen basierende Kriegermönchtum ([[Templerorden|Tempelritter]], [[Deutscher Orden|Deutschherrenorden]]) zu einer der Stützen bei der Eroberung und Verteidigung des Heiligen Landes. Die mönchischen Ideale der Gewaltlosigkeit, Nächstenliebe und das Tötungsverbot stehen hierbei natürlich nicht mehr im Vordergrund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heute hier, morgen dort ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Anfang an wurde im Mönchtum die Standortfrage diskutiert. Es gab Mönche, die ihre Askese in der Heimatlosigkeit suchten und rastlos umherzogen, während andere das freie Umherziehen als unwürdig ablehnten und die Sesshaftigkeit (stabilitas loci) bevorzugten. Im Hinduismus sind die umherziehenden Mönche, die sich nirgendwo länger aufhalten dürfen, um keine soziale Kontakte anknüpfen zu können, vorherrschend, während im Christentum das freie Umherschweifen der [[Wandermönch]]e als der Unmoral Vorschub leistend betrachtet wurde und schon bald nicht mehr praktiziert wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fernöstliche Religionen ==&lt;br /&gt;
=== Hinduismus === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mönche des [[Hinduismus]] sind die [[Sadhu]]s (Sadhu = der Gute), die mit &#039;&#039;[[Swami]]&#039;&#039; angeredet werden oder mit &#039;&#039;[[Baba]]&#039;&#039;, Vater. Sadhus, die heiligen Männer Indiens, leben häufig als umherziehende, heimatlose Bettelmönche in ständiger Askese und Heimatlosigkeit. Andere dagegen bilden Gemeinschaften in einem [[Ashram]] oder einem Tempelkomplex. &lt;br /&gt;
Sie treten in verschiedenen  religiösen Ausprägungen auf. Unter den verschiedenen [[Hinduistische Orden|hinduistischen Orden]] gibt es z. B. [[Vishnuismus|Vaishnava]], die Anhänger [[Vishnu]]s, nach außen hin dadurch erkennbar, dass sie ihr Haar bis auf ein Büschel am Hinterkopf rasieren, oder [[Shivaismus|Shaiva]]s, die Anhänger [[Shiva]]s, die ihr Haar wild wachsen lassen. Nach seinem Entschluss zur Entsagung schließt sich der künftige Sadhu einem [[Guru]] an, der ihn in die spirituelle Lehre sowie in Techniken der Askese und Meditation ([[Yoga]]) einführt und dem er als Schüler dient. Diese Asketen werden auch &#039;&#039;Muni&#039;&#039; genannt, ein Wort, das mit dem deutschen &#039;&#039;Mönch&#039;&#039; verwandt ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Sadhu legt ein persönliches [[Gelübde]] ab, das je nach den Vorschriften seines Gurus verschiedene Anforderungen auferlegt. Das kann Heimatlosigkeit sein, Armut, sexuelle Enthaltsamkeit, Fasten sowie völlige Bedürfnislosigkeit. Einige Sadhus dürfen keine sozialen Kontakte zu den Mitmenschen pflegen, halten sich nie lange an einem Ort auf und leben von dem, was sie von ihren Mitmenschen erhalten.  Manche von ihnen fallen durch bizarres Verhalten auf, durch extreme Formen der Askese und Selbstquälung, andere sind für ihren Rauschgiftkonsum bekannt.  &lt;br /&gt;
Viele Sadhus sehen die Welt als Trugbild, der man sich entsagt und der man sich abtöten soll, um [[Erleuchtung]] in der transzendenten Wirklichkeit zu erlangen. Sie suchen Erlösung aus dem ewigen Kreislauf von Leben, Tod und Wiedergeburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem achten Jahrhundert gibt es im Hinduismus auch [[Kloster|Klöster]] (&#039;&#039;Matha&#039;&#039;), die meist mit Tempeln assoziiert sind. Die ersten wurden unter [[Shankara]], einem großen Hindu-Philosophen, gegründet, der mit seinen Mönchen den Hinduismus dem wachsenden Buddhismus gegenüber stärken wollte. Die dort lebenden &#039;&#039;[[Sadhu|Samnyasin]]&#039;&#039;, die &#039;Entsagenden&#039;, folgen noch heute dem alten Ideal der Askese, suchen spirituelles Wachstum, studieren und lehren die Heiligen Schriften. Hindumönche, die sich neben spirituellen Aktivitäten auch mit philanthropischen und humanistischen Aufgaben beschäftigen sind besonders jene der [[Ramakrishna]]-Mission sowie die der [[Swaminarayan]]-Mission, beide in Indien sehr populär. Dem Ramakrishna-Orden gehören auch Nonnen an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jainismus ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Jainismus]] besteht aus zwei Schulen, den Digambaras und den Shvetambaras. Die [[Digambara]]s (Sanskrit: die Luftgekleideten) sind überwiegend Mönche; sie sind strenge Asketen und Verfechter des uneingeschränkten Existenzrechtes eines jeden Lebewesens. In ihrem Alltag treffen sie Vorkehrungen, um ein versehentliches Töten oder Verletzen anderer Lebewesen zu vermeiden. So tragen sie z. B. einen Mundschutz um ein versehentliches Einatmen von Insekten zu verhindern. Digambaras lehnen materiellen Besitz ab und sind meist nur mit einem Lendentuch bekleidet. Sie leben teilweise oder vollständig nackt; daher die Bezeichnung Digambara - die Luftgekleideten. Die Digambaras legen die Gebote des Jainismus strenger aus als die [[Shvetambaras]], die ebenfalls Gläubige des Jainismus, jedoch überwiegend Laien sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Buddhismus ===&lt;br /&gt;
Hauptartikel: &#039;&#039;&#039;[[Buddhistisches Mönchtum]]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Buddhismus]] gab es die Mönchsgemeinde ([[Sangha]]) von Beginn an, also etwa seit 500 v. Chr. Zunächst nur für Mönche und später auch für Nonnen, wurden beide Orden von [[Buddha]] (um 560 - 480 v. Chr.) selbst gegründet. In den ersten Jahren wurden Anwärter nur vom Buddha selbst ordiniert. Später - mit schnell wachsender Gemeinde - übertrug er das Recht, Mönche aufzunehmen, seinen Jüngern. Das buddhistische Mönchs- und Nonnenleben ist [[Askese|asketischer]] als das in christlichen Orden. Zunächst gab es nur hauslose Wandermönche, erst später wurden Aufenthaltsstätten und Unterkünfte gestiftet. Bis dahin wurden nur zur Regenzeit Hütten gebaut, die am Ende wieder abgerissen wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die große Verehrung, die den buddhistischen Mönchen entgegen gebracht wird, gilt weniger der Person selbst als vielmehr dem Respekt vor dem [[Dharma]], das der Mönch oder die Nonne verkörpert bzw. repräsentiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Lamaismus]] ([[Vajrayana]]) stützt sich auf die gleichen philosophischen Grundlagen wie das Mahayana.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klosterleben in Thailand ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ganz Thailand gab es im Jahre 1998 ungefähr 30.678 [[Buddhistischer Tempel|buddhistische Tempelanlagen]] &#039;&#039;([[Wat]])&#039;&#039; &amp;lt;ref&amp;gt;[http://209.85.135.104/search?q=cache:MFQT5coANeMJ:www.opm.go.th/thai/T2000/PL0000005.pdf+%225.+Religion%22+site:www.opm.go.th&amp;amp;hl=en&amp;amp;ct=clnk&amp;amp;cd=1&amp;amp;gl=de&amp;amp;client=firefox-a &#039;&#039;Thailand at a Glance&#039;&#039; - The Prime Minister&#039;s Office]&amp;lt;/ref&amp;gt;, die vor allem in ländlichen Gebieten nicht nur Zentrum des religiösen, sondern auch des sozialen Lebens sind. Die Zahl der Mönche betrug 1998 rund 260.000. Traditionell tritt fast jeder männliche Thai, aber nur wenige Frauen, einmal im Leben für mehrere Wochen in ein Kloster ein, um sich in der Meditation zu üben und den Regeln der Mönchs- bzw. Nonnengemeinschaft (siehe auch [[Sangha]]) zu unterziehen. Etwa ein Drittel der männlichen Jugendlichen zwischen 12 und 18 / 20 Jahren lebt für ein bis sechs Jahre als [[Novize]]n im Tempel und geht von dort aus in besondere Mönchsschulen mit Schwerpunkt „[[Religionsunterricht]]“ aber auch mit anderen Fächern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Beendigung der Schule legen die meisten von ihnen die Robe ab und kehren als Laien in die Gesellschaft zurück, um zu studieren, eine Lehre zu machen oder einen Job zu suchen. Sofern ein Novize mit 20 Jahren noch im Tempel ist, muss er sich entscheiden auszutreten oder Mönch zu werden. Stirbt jemand in der Familie, ist es üblich, dass ein Familienmitglied, meist ein Sohn, Enkel oder Neffe, ordiniert wird, um die Totenfeiern als Mitglied der Sangha zu begleiten; meistens dauert dieser Tempelaufenthalt nur drei, fünf oder sieben Tage. Ist jemand in einer persönlichen Krise, vom Geschäftsleben gestresst, hat seine Pflichten als Familienvater erfüllt oder ist Witwer geworden, kann er bis zu dreimal Mönch auf Zeit sein, wobei er das Kloster und die Dauer seiner Ordination frei wählen kann. Dieser Rückzug hat häufig die Dauer einer Regenzeit (drei Monate) oder eines Jahres. Ältere nehmen damit auch Abschied vom Berufsleben und bleiben Mönche für den Rest ihres Lebens. Mönche, Novizen und Nonnen werden als Vorbilder gesehen und genießen in der Gesellschaft hohen Respekt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Siehe auch&#039;&#039;: [[Buddhismus in Thailand#Das Mönchtum in Thailand|Das Mönchtum in Thailand]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== China und Japan ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Daoismus&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im [[Daoismus]] gibt es Klöster, die ab dem 12. Jahrhundert nach Vorbild des Buddhismus eingerichtet wurden. Die Schule des Daoismus, in der [[zölibat]]äre Mönche und Nonnen in Klöstern ein Leben der [[Meditation]] und [[Askese]] leben, ist das [[Neidan]] (Quanzhen). Die Schule des Quanzhen betont, dass das Ziel nicht die physische Unsterblichkeit ist, wie in den früheren Schulen des Daoismus (z.B. der Himmelsmeister oder des Shangqing), sondern dass es um rein innerliche Prozesse geht, die den Geist über die Welt setzen. Die Quanzhen-Schule stellte die erste Schule des Daoismus dar, die nach Vorbild des Chan-Buddhismus Klöster errichtete und strenge Regeln des Zölibats, der Enthaltsamkeit von Alkohol, Fleisch, Begierden, Zorn und Reichtümern einführte (aus dem Artikel [[Quanzhen]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das Shaolin-Kloster&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das buddhistische [[Shaolin]]-Kloster in der chinesischen Provinz [[Henan]] wurde um 500 gegründet. Im Jahr 527 kam der Legende nach der indische Mönch [[Bodhidharma]] in das Kloster und begründete dort die Lehre des [[Chan]]-(japanisch. [[Zen]])-Buddhismus, der den meditativen Aspekt des Mönchtums betonte. Um die von den langen Meditationen körperlich geschwächten Mönche des Klosters gesundheitlich zu fördern, entwickelte Bodhidharma auf der Grundlage von indischen Kampfformen die Techniken des Shaolin, körperliche Fitnessübungen, um die Muskulatur aufzubauen und die Gesundheit der Mönche zu stärken. Daraus entwickelten sich die  bekannten und beliebten Kampftechniken des [[Kung Fu]]. In den häufigen Wirren der dynastischen Kämpfe um den chinesischen Kaiserthron waren diese Kampfmönche beliebte Verbündete, die sich nicht nur Überfällen auf ihr Kloster zu erwehren wussten, sondern auch aktiv in die Kämpfe zu Gunsten ihrer kaiserlichen Förderer eingriffen. Zeitweise unterhielt das Kloster eine Armee von 2.500 Mann. Das Kloster wurde mit Landschenkungen bedacht, der Abt des Klosters wurde zum kaiserlichen General ernannt, und die Kampfmönche genossen hohes Ansehen. Es liegt auf der Hand, dass hier die Askese zu Gunsten der Kampfbereitschaft zurücktreten musste, und auch heute leben noch Mönche im Kloster, die die Schulung in den traditionellen Kampftechniken des Kung Fu zum Broterwerb gemacht haben und als Manager von Fitnesszentren auftreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Japanisches Zen-Mönchtum&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zen-Buddhismus oder [[Zen]] (jap.: 禅 - Zen) ist eine in China ab dem 5. Jahrhundert nach Christus entstandene Linie des [[Mahayana]]-Buddhismus, die wesentlich vom Daoismus beeinflusst wurde. Der chinesische Name 禅 (Chan) stammt von dem Sanskritwort [[Dhyana]], das in das Chinesische als 禅那 (Chan&#039;na) übertragen wurde. Ab dem 12. Jahrhundert wurde das Zen auch nach Japan übertragen. Die im Westen verwendeten Begriffe zum Zen stammen meistens aus dem Japanischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentrales Element der Praxis des Zen ist die Sitzmeditation [[Zazen]], die im [[Lotus-Sitz]] in strenger äußerer Disziplin vor allem in Klöstern ausgeübt wird. Indem der Übende alle seine Gedanken zur Ruhe bringt, ermöglicht er die mystische Erfahrung der Erleuchtung ([[Satori]]), ein oft plötzlich eintretendes Erleben universeller Einheit und Leere, das der gesamtbuddhistischen [[Erleuchtung]] (sanskr.: [[bodhi]]) entspricht. In diesem Zusammenhang ist oft vom Buddha-Werden, oder der Verwirklichung der eigenen [[Buddhanatur]] die Rede. Der Sprache und Kommunikation ist diese Erfahrung höchstens indirekt zugänglich (aus dem Artikel [[Zen-Buddhismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zölibat ist in fast allen in Japan verbreiteten buddhistischen Richtungen aufgehoben, die meisten Mönche haben Familie und betreiben ihre Tempel wie einen Familienbetrieb, der später an die Kinder weitergegeben wird. Solche Familientempel sind häufig von einem kleinen Friedhof umgeben und versorgen eine lokale Gemeinde von Gläubigen mit religiösen Dienstleistungen, vor allem bei Todesfällen. Eine Randstellung unter den buddhistischen Mönchen nehmen die Bergasketen (yamabushi) ein. Sie besitzen eine eigene Tracht und eigene Riten, die stark vom esoterischen Buddhismus beeinflusst sind. &amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.univie.ac.at/rel_jap/tempel/soryo.htm Buddhistische Mönche] – Religion in Japan, ein Web-Handbuch von  Bernhard Scheid, Universität Wien&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Christentum ==&lt;br /&gt;
=== Vorläufer im Judentum: Die Essener und die Therapeuten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die um 150 v. Chr. bis 70 n. Chr. wirkende [[Sekte]] der so genannten Essäer oder [[Essener]] kann als Vorläufer späterer Mönchsorden angesehen werden. Sie lebten getrennt vom Tempeljudentum und in Anlehnung an Jer 31,31-34 als Neuer Bund in klösterlicher Einsamkeit. Sie forderten asketische Ordensgemeinschaft mit Gütergemeinschaft, ähnlich den ägyptischen [[Therapeuten (Sekte)|Therapeuten]] bei Alexandria, bei denen es allerdings auch weibliche Mitglieder gab. Wie die [[Pharisäer]] wandten sie sich gegen die Ernennung Jonatans zum [[Hoherpriester|Hohenpriester]] und widersetzten sich seiner Führung. Das Priesterkönigtum der [[Hasmonäer]] verabscheuten sie (aus dem Artikel [[Essener]]).&lt;br /&gt;
Ein eigentliches jüdisches Mönchtum hat sich daraus nicht entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Johannes und Jesus ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der bekannteste Asket im Neuen Testament ist [[Taufe|Johannes der Täufer]], der den Verzicht auf Eigentum und festen Wohnsitz  predigte und praktizierte. Er lebte, wie später die ersten christlichen Mönche, in der Wüste und ernährte sich von Heuschrecken und wildem Honig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Jesus von Nazaret|Jesus]] fastete zeitweilig selbst, z. B. während seines vierzigtägigen Wüstenaufenthaltes, erließ aber kein allgemeines Gebot zu asketischen Praktiken (z.B. Fasten, Kasteiungen, Büßergewand), sondern äußerte im Gegenteil deutliche Kritik an asketischen Praktiken, sofern sie missbraucht wurden, um bei anderen Eindruck zu machen, und religiöse Herrschaftsansprüche durchzusetzen wie es die [[Pharisäer]] taten. Diese bezeichneten Jesus als &amp;quot;Fresser und Weinsäufer&amp;quot;, um seinen religiösen Anspruch zu untergraben {{Bibel|Mt|11|19}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frühchristliche Askese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits [[Paulus von Tarsus]] (* um [[10]]; † um 60/[[65]]) brachte eine gewisse [[leib]]- und [[lust]]feindliche Haltung in die christliche Lehre ein. In Erwartung einer baldigen Neu[[schöpfung]] der Welt bevorzugte er die [[Jungfräulichkeit]] gegenüber der Ausübung der [[Sexualität]], die er allerdings nicht als [[Sünde]] betrachtete. Die Paulus nachfolgenden Prediger und [[Prophet]]en des 1. und 2. Jahrhunderts stellten darauf aufbauend das enthaltsame, jungfräuliche Leben als gottgefällig heraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Tertullian]] (* um 160; † um 220/30) entfaltete systematische Anweisungen für ein asketisches Leben von Christen, wobei hauptsächlich die Ehelosigkeit als wirksames Instrument angesehen wurde. Er scheint sich seit etwa 207 den [[Montanist]]en, einer christlichen Sekte aus Kleinasien, angeschlossen zu haben oder hegte zumindest starke Sympathien für diese Gruppe. Die Montanisten forderten eine strenge [[Askese]], verschärftes [[Fasten]], die Auflösung der Ehe und die Bereitschaft zum [[Martyrium]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Origenes]] (* um 185; † 253/54), der große christliche Theologe des 3. Jahrhunderts, stellte in seinen Werken den geistlichen Kampf um das Ideal der Jungfräulichkeit heraus; nur der wahre Asket werde sich Gott nähern. Ob er sich in strenger, missverstandener Auslegung von Matthäus 19,12 selbst entmannt hat, ist umstritten - Tatsache ist jedoch, dass die Selbstentmannung gängige Praxis unter asketischen Christen war und 325 auf dem [[Konzil von Nicäa]] scharf verurteilt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frühes Mönchtum ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das frühe christliche Mönchtum suchte die Nachfolge Christi durch Weltabkehr und strenge Askese und sah sich in seinen asketischen Bemühungen in der Tradition der Märtyrer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Athanasius der Große|Athanasius]] (um 300–373), der Bischof von Alexandria, beschrieb in der von ihm verfassten &#039;&#039;[[Vita Antonii]]&#039;&#039; das Leben des [[Antonius der Große|Heiligen Antonius]] (um 250 - 356), des ersten christlichen Mönchs. Antonius ging als junger Mann in die Einsamkeit der ägyptischen Wüste, um als [[Anachoret]] ein strenges asketisches Leben zu führen. Wüste wurde als Aufenthaltsort von Dämonen angesehen und stand damit neben den erschwerten Lebensbedingungen auch für ein hartes geistliches Ringen (vgl. Darstellung des Antonius auf der Bildtafel des [[Isenheimer Altar]]s). Athanasius berichtet allerdings, dass sich Antonius vorher Rat geholt hat bei bereits asketisch lebenden Männern und von ihnen verschiedene asketische Techniken erlernt hat, was bedeutet, dass es, wie oben beschrieben, bereits eine verbreitete asketische Tradition im Christentum gab. Bereits um 305 sammelten sich um Antonius Nachahmer, die seine Lebensweise als Vorbild sahen, und bildeten so erste Mönchsgemeinschaften. Auf Antonius wird auch die mönchische Lebensweise des &#039;&#039;ora et labora&#039;&#039;, des Wechsels zwischen Meditation und Arbeit, zurückgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Mönchsgemeinschaften bildeten die Vorstufe für die um 320/25 von [[Pachomios]] (um 292/94 - 346) in Oberägypten gegründeten ersten christlichen Klöster, wo viele Mönche hinter abgeschlossenen Klostermauern (lat. [[Klausur (Kloster)|Klausur]]) ein gemeinsames - [[Koinobiten|koinobitisches]] - Leben führten. Das Koinobion wurde von einem Abbas (Abt) genannten Vorsteher geführt und richtete sich nach gemeinsamen Regeln. Pachomios ist somit auch der Verfasser der ersten [[Klosterregel]] des christlichen Mönchtums, der so genannten Engelsregel. Seine Schwester war übrigens etwa zeitgleich die erste Leiterin einer ersten weiblichen Klostergemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt bei [[Johannes Cassianus]] (um 360 - 435) Berichte über andere Lebensweisen im frühen christlichen Mönchtum, zum Beispiel über die [[Sarabaiten]] genannten Mönche, die in kleinen Gruppen gemeinsam ohne vorgesetzten Abt in Dörfern oder Städten wohnten und ihrem Broterwerb nachgingen, ohne auf ihr Einkommen zu verzichten. Cassianus berichtete auch von Wandermönchen, die sich nicht an eine Einsiedelei oder an ein Kloster banden, sondern in der Heimatlosigkeit ihr Heil suchten. Die Popularität des ägyptischen Mönchtums erleichterte die Weiterverbreitung nach [[Palästina (Region)|Palästina]], [[Syrien]], [[Kleinasien]], unter anderem durch [[Hieronymus (Kirchenvater)|Hieronymus]], der später selbst ein großer Förderer des christlichen Mönchtums und besonders auch des [[Ordensschwester|Nonnen]]tums wurde. Spätere Auswüchse des Mönchtums waren beispielsweise in Syrien die [[Säulenheiliger|Säulenheiligen]] mit ihrem berühmtesten Vertreter [[Symeon Stylites]], die sich in sehr ungewöhnlichen Formen der Askese hervortaten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer der bedeutendsten Vertreter und der Begründer einer Klosterregel für das östliche (orthodoxe) Mönchtum ist [[Basilius der Große|Basilius von Caesarea]] (um 330 - 379). Seine Kombination von Askese und Studium, ausgedrückt in der Basilius-Regel, bestimmt bis in die Gegenwart das Klosterleben der Ostkirche und hat auch [[Benedikt von Nursia]] und damit viele Orden des Westens beeinflusst. In der Anfangszeit des westlichen Klosterlebens spielten [[Augustinus von Hippo]], [[Martin von Tours]], [[Hilarius von Lerinus]], [[Johannes Cassianus]] und später die irischen [[Wandermönch]]e eine besondere Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter und Neuzeit ===&lt;br /&gt;
Seit dem frühen Mittelalter ist das Mönchtum des Abendlandes von der [[Ordensregel|Regel]] des [[Benedikt von Nursia]] geprägt. Die benediktinischen [[Ordensgelübde|Gelübde]] – Stabilitas loci (Ortsbeständigkeit), Conversio morum (Bekehrung der Sitten, tägliche Umkehr) und Gehorsam – schließen sinngemäß die Beachtung der [[Evangelische Räte|Evangelischen Räte]] (Ehelosigkeit, Armut, Gehorsam) ein. Weiterhin gibt Benedikt in seiner Regel Anweisungen für ein geordnetes religiöses Leben in Gemeinschaft und einen zweckdienlichen Tagesablauf. Für eine Rückbesinnung auf die Einhaltung der Regeln und die geistlichen Ziele sorgten die [[Zisterzienser]] und die [[Cluniazensische Reform]]. Im hohen Mittelalter gaben [[Franz von Assisi]] und der [[Dominikus|heilige Dominikus]] durch die Gründung von [[Bettelorden|Bettel-]] und [[Predigerorden]] dem Mönchtum neue Impulse, die bis heute ein reiches [[Ordensgemeinschaft|Ordensleben]] begründen. Heutzutage unterliegt das Mönchtum − wie alle anderen Formen des [[Vita consecrata|geweihten Lebens]] − zusätzlich zur jeweiligen Ordensregel auch kirchenrechtlichen Bestimmungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im östlichen christlich-orthodoxen Mönchtum spiegelt die Gründung der Klosterrepublik [[Athos]] in Nordgriechenland im 9. Jahrhundert die große Bedeutung, die das Mönchtum im [[Byzantinisches Reich|byzantinischen Reich]] genoss, wider. Hier und in den orientalischen Klöstern, u. a. im [[Katharinenkloster (Sinai)|Katharinenkloster]] auf dem Berg Sinai oder dem [[Antonius der Große|Antoniuskloster]] in Ägypten, hat sich die orthodoxe Klosterkultur über die Jahrhunderte der Islamisierung hinaus erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Judentum ==&lt;br /&gt;
Das [[Judentum]] hat, trotz vielversprechender Anfänge im Judentum in der Spätantike (siehe oben), kein eigenes Mönchsleben ausgebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Islam ==&lt;br /&gt;
Ob die Mitglieder des [[Sufi]]-Ordens und die [[Derwisch]]e als Vertreter eines islamischen Mönchtums bezeichnet werden können, wird kontrovers diskutiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commons|Monk}}&lt;br /&gt;
* [http://www.univie.ac.at/rel_jap/tempel/soryo.htm Das japanische Mönchtum in Bildern]&lt;br /&gt;
* [http://www.sriramakrishna.org Ramakrishna Orden Mönchsorden im Hinduismus (&#039;&#039;engl.&#039;&#039;)]&lt;br /&gt;
* [http://www.swaminarayan.org Swaminarayan Orden Mönchsorden im Hinduismus (&#039;&#039;engl.&#039;&#039;)]&lt;br /&gt;
* [http://www.timediver.de/Athos_Aghion_Oros.html Die Mönchsrepublik Athos]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
*[[Regenmacher]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Deutsche Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Ayodhya&amp;diff=105752</id>
		<title>Ayodhya</title>
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		<updated>2014-04-18T06:17:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: /* Geschichte */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Ayodhya&#039;&#039;&#039;: ([[Sanskrit]]: अयोध्या Ayodhyā &#039;&#039;f.&#039;&#039;) wörtl.: &amp;quot;die Unbezwingbare&amp;quot;, Stadt, in die kein [[Feind]] eindringen kann, unerschütterliche Festung. 1. Indischer [[Pilgerort]], mit [[Rama]]-[[Tempel]] und Rama [[Heiligtum]], gilt als Geburtsort von [[Rama]]. Ayodhya ist 10 Kilometer vom Bahnhof Faizabad entfernt. In Ayodhya gibt es auch eine Bahnstation. Ayodhya liegt in [[Uttar Pradesh]]. Es ist die heiligste Stätte für [[Pilgerreise]]n. Sie liegt am Fluss [[Sarayu]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ramas Rückkehr nach Ayodhya.jpg|thumb|Ramas Rückkehr nach Ayodhya]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Janmasthan]], der Ort, an dem Gott Rama geboren wurde, ist eine bedeutende Stelle. Es gab dort einen wunderschönen Tempel, der von [[Babur]] 1520 zerstört und durch eine [[Moschee]] ersetzt wurde. Eine andere bedeutende Stelle der Verehrung ist [[Hanuman]] Garh (oder Gadi). Es gibt dort eine sehr große Höhle des Gottes [[Hanuman]]. Es gibt dort noch einen anderen heiligen [[Tempel]], den [[Kanak Bhavan]] (Haus des Goldes). Die Goldkronen [[Gott]] Ramas und der Göttin [[Sita]] sind dort ausgestellt. [[Mani Parbat]] in Ayodhya ist eine heilige Stätte für [[Buddhismus|Buddhisten]]. Dort hat [[Buddha]] seine Grundsätze gelehrt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
2. Im Epos [[Ramayana]] gilt sie als Hauptstadt des Königreichs von [[Rama]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Hintergrund==&lt;br /&gt;
Ayodhya liegt auf der rechten Seite des Flusses Sarayu, 6 km von Faizabad entfernt. Die Stadt ist eng mit Rama, der achten [[Inkarnation]] [[Vishnu]]s, verbunden. Nach dem Ramayana ist die Stadt 9.000 Jahre alt und wurde von [[Manu]], dem Stammvater der [[Menschheit]] und [[Gesetzgeber]] der Hindukultur, gegründet. Andere Quellen schreiben, die Gründung gehe auf den König Ayudh zurück. Über Jahrhunderte war Ayodhya die Hauptstadt der Sonnendynastie, aus der Rama als König hervorging. Zu jener Zeit hieß Ayodhya Kaushaldesa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Skanda]] [[Purana]] und andere Puranas nennen Ayodhya die heiligste Stadt [[Indien]]s, ist sie doch der Schauplatz etlicher Schriften der Hindus. Heute ist die Stadt mit ihren vielen [[Tempel]]n ein Zentrum von höchster historischer und religiöser [[Bedeutung]]. Der [[Atharvaveda]] beschreibt Ayodhya als eine Stadt, von den Göttern erbaut, blühend wie das [[Paradies]] selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste Regent Ayodhyas war Ikshvaku, aus der Sonnendynastie (Suryavamsha) stammend und der älteste Sohn von Vaivasvata Manu. Der Name des sechsten Königs dieser Dynastie war Prithu, er gab der Erde ‚[[Prithivi]]‘ ihren Namen. Mandhatri war ein späterer König. Der 31. König dieser Linie war Harishchandra, bekannt für seine [[Wahrhaftigkeit]] ([[Sathya]] [[Sandhata]]). Auch er entstammte der Suryavamsha, die für die [[Ehrlichkeit]] ihrer Regenten bekannt war. [[König]] Sagar aus derselben Dynastie vollzog ein [[Ashvamedha]] [[Opfer]] (Pferdeopfer). In der [[Mythologie]] bringt sein Großenkel, [[Bhagiratha]], durch strenge [[Askese]] den Fluss [[Ganges]] auf die [[Erde]]. Danach kam der berühmte König [[Raghu]], nach dem die Dynastie Raghuvamsha benannt ist. Sein Enkel war König [[Dasharatha]] aus der Kosala Dynastie, der [[Vater]] von Rama. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ayodhya ist eine Stätte der [[Verehrung]] [[Gott]]es. Verschiedenste [[Religion]]en haben hier ihren Ursprung, einige sind zeitgleich gewachsen, einige haben sich zu unterschiedlichen Epochen entwickelt. [[Hinduismus]], [[Buddhismus]], [[Jainismus]] und [[Islam]] sind in der Stadt zu finden. Fünf Tirthankaras des [[Jainismus]] sind hier geboren: der erste [[Adinath]], der zweite Ajitnath, der vierte, Abhinandannath, der fünfte Sumatinath und der vierzehnte Anantnath. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ayodhya lebt die Ganga-[[Yamuna]] [[Kultur]] im Hanumangarhi [[Tempel]], der von dem Regenten Nawab aus Awadh erbaut wurde. Der Rama Tempel Sundar Bhavan hatte einen hingebungsvollen Aufseher, Munne Mian stand über fünfzig Jahre, bis zu seinem [[Tod]] im Jahr 2004, im [[Dienst]]e des [[Tempel]]s. Nach den Jain Agamas ist Ayodhya nach Shikharji die zweite ewige Stadt. In keiner Epoche wird sie je vergehen oder sich wandeln.  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
==Etymologie==&lt;br /&gt;
König Ayudh wird in den hinduistischen Schriften als Vorfahre von Rama gesehen. Sein [[Name]] kommt von der [[Sanskrit]]-Wurzel ‚yudh‘, ‚Kampf‘ oder ‚Krieg führen‘. Es wird übersetzt ‚nicht zu bekämpfen‘ oder ‚unbesiegbar‘. Während der [[Zeit]] von Gautama [[Buddha]] wurde die Stadt auf Pali Ayojjha genannt, Ayodhya in [[Sanskrit]]. In einigen Schriften wird dargelegt, dass die Stadt am Ganges gelegen habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung wurde Ayodhya Saketa genannt. Saketa wurde ca. 127 unserer Zeitrechnung von dem Kushan/Yuezhi Kaiser Kanishka erobert. Er machte es zu einem Verwaltungszentrum seiner östlichen Territorien. Der [[Name]] erscheint wieder bei Faxian, einem chinesischen Mönch im frühen 5. Jahrhundert. Es ist nicht bekannt, wann der Name geändert wurde, doch zur [[Zeit]] der Pilgerreise des chinesischen Mönchs Yuanzang, ca. 636 unserer Zeitrechnung, war es als Ayodhya bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter der Herrschaft der Moguln war Ayodhya der Sitz des Regenten Awadh. Während der britischen Herrschaft wurde die Stadt Ajodhya oder Ajodhia genannt und war Teil der Vereinigten Provinzen Agra und Oudh. Sie war ebenso der Regierungssitz des kleinen Staates Talukdari. Die Städte Ayutthaya in Thailand und Yogyakarta in Indonesien sind nach Ayodhya benannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte==&lt;br /&gt;
Ayodhya ist eine der ältesten Städte der Hindu-Kultur. Im Ramayana wird geschrieben, dass es eine Fläche von 250 km² umfasste und die Hauptstadt des Königreiches Kosala war. Ayodhya liegt am Ganges, einem Fluss der alle schlechten Sünden läutert und an der Ghagra. Regent war Ikshvaku aus der Sonnendynastie (Suryavamsha). Die Stadt war der Regierungssitz von Dasharatha, dem 63. Monarchen der Sonnendynastie. Dessen Sohn war Rama, ein Avatar Vishnus. Der Atharvaveda beschreibt Ayodhya als &#039;eine Stadt, von den Göttern erbaut, blühend wie der Himmel selbst&#039;.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Valmiki begann in Ayodhya das [[Ramayana]] zu schreiben. Die einführenden Kapitel beschreiben die Pracht der Stadt, den [[Ruhm]] der Regenten und den [[Mut]], den [[Wohlstand]] und die [[Loyalität]] der Bevölkerung. In einer Nacherzählung der Ramayana von Kamban oder [[Tulsidas]], dem Ramcharitmanas, wird die Stadt ebenfalls gepriesen. Einige tamilische Alvars (Tamilische Verehrer Vishnus) erwähnen die Stadt. Sie ist der Geburtsort von Jadabharata, dem ersten Chakravartin (Weltherrscher), Bahubali, Brahmi, Sundari, Padaliptasurisvarji, Harishchandra und Achalbharata.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ayodhya hat für die Gemeinschaft der [[Jain]]s historische [[Bedeutung]]. Vor zweitausend Jahren wurden hier zwei wichtige [[Tirthankara]]s geboren. Die Jain [[Agama]]s vermerken weiterhin den Besuch von [[Mahavira]], den letzten Tirthankara des [[Jainismus]]. Die Stadt ist weiterhin der Geburtsort von fünf Tirthankaras, einschließlich des ersten, Rishabha, und des neunten Gandhara ([[Schüler]]) von Mahavira. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch für den [[Buddhismus]] ist die Stadt von [[Bedeutung]]. Während der Maurya Reiches und der Gupta Dynastie entstanden hier buddhistische Tempel, Denkmäler und Studienzentren. Unter der Gupta Dynastie erreichte Ayodhya seine Blüte als Handelszentrum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon 600 vor unserer Zeitrechnung war Ayodhya ein Handelszentrum. Historiker bringen die Stadt mit Saketa in Verbindung. Saketa war vom 5. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung bis zum 5. Jahrhundert unserer Zeitrechnung ein Zentrum des [[Buddhismus]]. Es wird angenommen, dass [[Buddha]] die Stadt mehr als einmal besucht hat, allerdings gibt es darüber keine schriftlichen Aufzeichnungen. Faxian, ein chinesischer [[Mönch]], erwähnt einige buddhistische Klöster in der Stadt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Swaminarayan]], der Gründer der hinduistischen Swaminarayan Gemeinde lebte als [[Kind]] in Ayodhya und begann hier seine sieben Jahre dauernde Reise durch [[Indien]] als ein ‚[[Nilkanth]]‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ayodhya ist, zusammen mit [[Varanasi]] und [[Dvaraka]], eine [[Mokshdayani]] Stadt bzw. ein ‚Land des spirituellen [[Segen]]s, das die [[Befreiung]] von den Fesseln des [[Karma]]s gewährt‘. Hindu-Schriften wie das [[Ramcharitmanas]], das [[Vishnu]] Purana und das [[Shrimad Bhagavat Mahapurana]] empfehlen Pilgerreisen in diese Stadt, da sie das Gute und die [[Tugend]]en ([[Punya]]) wachsen lässt und das Schlechte und die [[Missetat]]en ([[Papa]]) vermindert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ayodhya ist eine der sieben heiligen Stätten der Hindus in Indien, zusammen mit Varanasi die heiligste. &lt;br /&gt;
:Ayodhyā Mathurā Māyā Kāsi Kāñchī Avantikā I&lt;br /&gt;
:Purī Dvārāvatī chaiva saptaitā moksadāyikāh II&lt;br /&gt;
:—Garuḍa Purāṇa I XVI .14&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein [[Kshetra]] ist ein geweihter Platz, ein Feld, wo [[Befreiung]] ([[Moksha]]) erlangt werden kann. Das [[Garuda]] Purana nennt sieben Stätten für [[Moksha]]: Ayodhya, Mathura, [[Maya]] (Haridwar), Kashi (Varanasi), Kanchi, Avantika (Ujjain), und Dvaravati (Dvaraka).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==  &lt;br /&gt;
*[[Ayodhya Kanda]]&lt;br /&gt;
*[[Rama]]&lt;br /&gt;
*[[Sita]]&lt;br /&gt;
*[[Lakshmana]]&lt;br /&gt;
*[[Hanuman]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p848_Das-Yoga-Lexikon/ &#039;&#039;Das Yoga-Lexikon&#039;&#039;] von Wilfried Hunzermeyer, ISBN 978-3-931172-28-2, Edition Sawitri.&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p115_Spirituelles-Woerterbuch---Sanskrit-Deutsch/ &#039;&#039;Spirituelles Wörterbuch Sanskrit-Deutsch&#039;&#039;]von Martin Mittwede, ISBN 978-3-932957-02-4, Sathya Sai Vereinigung e.V.&lt;br /&gt;
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p108_Ramayana/ Ramayana]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/de/artikel/sivananda/sarva_soham.html Soham Sadhana] von Swami Sivananda.&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Buch/BuchJapaYoga/Glossar.html Japa Yoga] von Swami Sivananda. Glossar.&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Buch/sadhana/art_Sanskrit_Index.html Yoga Vedanta Wörterbuch]von Swami Sivananda. Sanskrit Index.&lt;br /&gt;
*[http://www.yoga-vidya.de/de/artikel/sivananda/epen_ramayana.html Swami Sivananda: Sadhana im Ramayana]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos==&lt;br /&gt;
===Mantra-Singen: Ayodhya Vasi Ram mit Bharata und Chitra===&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|5hjS4U4u9lE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Multimedia==&lt;br /&gt;
===Geschichten aus der Ramayana===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://sukadev.podspot.de/files/129_Ramayana.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ayodhya Vasi Ram gesungen von Bharata===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://mantra.podspot.de/files/Ayodhya_Vasi_Ram-Bharata-204.mp3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ayodhya Vasi Ram – Mantra-Singen mit Narendra===&lt;br /&gt;
&amp;lt;mp3player&amp;gt;http://www.yoga-vidya.de/downloads/Mantras/Ayodhya-Vasi-Ram-Narendra.MP3&amp;lt;/mp3player&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tempel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pilgerort]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rama]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Uttar Pradesh]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nordindien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ramayana]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ramayana Charaktere]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mythologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Surdas&amp;diff=105482</id>
		<title>Surdas</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Surdas&amp;diff=105482"/>
		<updated>2014-04-16T13:24:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: /* Vilwamangals spirituelles Erwachen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Surdas&#039;&#039;&#039; (Hindi: सूरदास Sūrdās &#039;&#039;m.&#039;&#039;), auch als &#039;&#039;&#039;Vilwamangal&#039;&#039;&#039; bekannt, ein blinder Heiliger (1478-1581) im Mittelalter. Großer indischer Mystiker, Dichter und Komponist. Surdas stand in der Tradition der [[Krishna]] Bhakti Bewegung. Surdas war für seine große Hingabe bekannt. Er wurde als der „Blinde Bhakta“ verehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&#039;&#039;&#039;Artikel aus dem Buch „Lives of Saints“ von Swami Sivananda, [http://www.sivanandaonline.org/public_html/ Divine Life Society], 2009.&#039;&#039;&#039;==&lt;br /&gt;
Vilwamangal war der Sohn eines frommen [[Brahmane]]n, genannt Ram Das, der in einem kleinen Dorf an den Ufern des Flusses Krishnaveni in Südindien lebte. Ram Das erteilte Vilwamangal religiöse Anweisungen und machte ihn mit dem Studium der [[Schriften]] vertraut. Er starb, als sein Sohn noch sehr jung war. &lt;br /&gt;
Da es niemanden gab, der Vilwamangal hätte betreuen können, entwickelte er lasterhafte [[Gewohnheit]]en und hielt sich in schlechter Gesellschaft auf. &lt;br /&gt;
Seines Vaters Grundstück erbte er.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vilwamangals spirituelles Erwachen===&lt;br /&gt;
Eines Tages begleitete Vilwamangal seine Freunde auf eine zweifelhafte Feier. Fasziniert von der Schönheit der Tänzerin [[Chintamani]] legte er ihr all sein Hab und Gut zu Füßen und wurde sogar zu ihrem Diener.&lt;br /&gt;
Zum Todestag seines Vaters hielt Vilwamangal die [[Sraddha]]-[[Zeremonie]] ab. Doch selbst an diesem Tage war er mit seinem ganzen [[Herz]]en allein bei Chintamani. Er konnte es nicht ertragen, auch nur für eine Sekunde von ihr getrennt zu sein. Planlos und halbherzig, ohne jegliche Aufmerksamkeit und [[Hingabe]] führte er das [[Ritual]] durch. Er wollte Chintamani selbst an diesem heiligen Tag besuchen gehen. Dafür musste er einen Fluss überqueren. Es war schon dunkel und es stürmte, regnete, donnerte und blitzte. Vilwamangal machte das nichts aus. Um jeden Preis wollte er die Tänzerin treffen. Er wandte sich an den Bootsmann, der sich ihm jedoch kategorisch verweigerte. So sprang er kopfüber in den Fluss. Glücklicherweise stieß er auf den toten [[Körper]] einer Frau, den er für einen Baumstamm hielt und so gelang es ihm, mit Hilfe der Leiche das andere Ufer sicher zu erreichen. Nur seine Kleidung war ihm während der Überquerung des Flusses verloren gegangen. Sofort rannte er zu Chintamanis Haus und klopfte an die Tür. Das Sprichwort „Amor ist blind“ ist wohl wahr. Ein leidenschaftlicher [[Mensch]] kennt weder Furcht noch Scham. Kamaturanam Na Bhayam Na Lajja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da es der Tag der Sraddha-Zeremonie für seinen Vater war, hatte Chintamani nicht mit Vilwamangal gerechnet. Sie hatte die Tür von innen abgeriegelt und war schlafen gegangen. Vilwamangal rief mehrere Male nach ihr, doch sie gab keine [[Antwort]]. Da erklomm er die Mauern mithilfe von etwas, das er für ein Seil hielt. Er gelangte irgendwie hinein und weckte das Mädchen. Chintamani war einfach nur fassungslos, Vilwamangal in diesem erbärmlichen [[Zustand]] zu sehen. Abscheulicher Gestank umgab seinen Körper. Als sie heraustrat, sah sie eine riesige [[Kobra]]. Vilwamangal hatte die Kobra irrtümlich für ein Seil gehalten.&lt;br /&gt;
Aus [[Mitgefühl]] heraus tadelte Chintamani Vilwamangal auf folgende Weise: „Pfui, oh armseliger Kerl! Du nennst dich selbst Sohn eines frommen Brahmanen. Was für eine Schande! Du hast deine Familie blamiert. Anstatt den Todestag deines Vaters in Ehren zu halten, bist du in diesem elenden Zustand zu mir gekommen. Bist du nicht ein jämmerlicher Narr? Warum bist du so fasziniert von meinem erbärmlichen Körper, der aus Fleisch, Blut und Knochen besteht und voll Urin und Fäkalien ist. Dieser widerliche tote Körper, mit dem du den Fluss überquertest und dessen Gestank du jetzt nicht ertragen kannst, war bis gestern verführerischer als mein abscheulicher physischer Körper, den du so liebst. Hättest du dasselbe Verlangen nach dem Herrn gehabt, der die [[Quelle]] der [[Schönheit]] ist, der der Schönste der Schönen ist, wärest du bald mit seinem herrlichen [[Darshan]] gesegnet worden, hättest [[Unsterblichkeit]] und ewige [[Glückseligkeit]] erlangt.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Worte Chintamanis rührten Vilwamangal im Herzen. Sie hatte ihm die [[Augen]] geöffnet. Er erinnerte sich an die Tage seiner [[Kindheit]], des Studierens religiöser Bücher und seiner Ergebenheit dem Vater gegenüber und weinte bitterlich. Nun dämmerte [[Weisheit]] und Göttliche [[Liebe]] erwachte. Vilwamangal schloss die Tänzerin als sein [[Guru]] fest in sein Herz und sagte: „Oh [[Mutter]], du hast mich von der [[Täuschung]] befreit. Ich danke dir. Du bist meine [[spirituell]]e Lehrerin.“ Dann verneigte er sich vor ihr und ging davon, um auf der [[Suche]] nach [[Gott]] umherzuziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vilwamangals Wanderschaft===&lt;br /&gt;
Nach einer Weile des Unterwegsseins traf Vilwamangal ein junges, hübsches Mädchen. Die [[Leidenschaft]] packte ihn, sein [[Geist]] war erregt und er konnte seine Augen nicht von ihr lassen. Er folgte ihr zu ihrem Haus. Sie ging hinein und verschwand. Vilwamangal ließ sich entmutigt auf der Veranda nieder. Da kam der Besitzer des Hauses und fragte ihn nach dem Grund seines Kommens. Vilwamangal schüttete ihm sein Herz aus und bat ihn, die Dame zu rufen, damit er nur einmal seines Herzens Begehren zu stillen, ihr [[Gesicht]] sehen könne. So ging der gutmütige Händler zurück ins Haus, um Vilwamangal zufriedenzustellen und ihm die Dame, die seine Ehefrau war, vorzustellen.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Da kam zu Vilwamangals Rettung der barmherzige Gott. Er erfüllte Vilwamangals Geist mit [[Weisheit]] und [[Reue]]. Und so geschah es, dass Vilwamangal zwei Dornen des nebenstehenden [[Bael-Baum]]es herausriss. Unterdessen brachte der Händler seine Frau. Vilwamangal schaute sie an und schalt sich selbst in folgender Weise: „Oh, böse Augen, ihr allein seid es, die mich auf diesen schlimmen [[Weg]] gebracht haben. Ich werde euch jetzt hart strafen.“ Und wie in der [[Bergpredit]] Jesu steht: „Wenn aber dein rechtes Auge dir Anstoß gibt, so reiß es aus … Wenn deine rechte Hand dir Anstoß gibt, so hau sie ab…“, zerstach sich Vilwamangal mit den Dornen die Augen. Sie bluteten stark, doch Vilwamangal begann ekstatisch zu tanzen und den Namen Gottes mit lauter Stimme zu wiederholen. Sein Herz war nun gereinigt und die Gnade des Herrn kam über ihn. Vilwamangals Verlangen nach Krishnas Darshan wurde stark und leidenschaftlich. Sein Herz drohte unter [[Viraha]] zu zerspringen. Tag für Tag verzehrte er sich. Tränen entströmten seinen Augen wie Bäche. Ohne Speise und Trank irrte er in den Wäldern umher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Krishnas Darshan===&lt;br /&gt;
In der [[Gestalt]] eines Kuhhirten erschien [[Krishna]] vor Vilwamangal und sprach: „Mein lieber Herr, Ihr müsst hungrig und durstig sein. Ich habe Euch etwas Konfekt und [[Wasser]] mitgebracht. Bitte nehmt es an.“ Vilwamangal verfiel in unbändige [[Freude]]. Er erkundigte sich bei dem Jungen: „Mein lieber Jüngling, wie ist dein Name? Wo wohnst du? Was machst du?“ Der Jüngling antwortete: „Lieber Herr, ich wohne in der Nachbarschaft. Ich habe keinen eigenen [[Name]]n. Ihr könnt mich bei jeglichem Namen nennen. Ich weide [[Kuh|Kühe]]. Ich liebe die, die mich lieben. Ich werde jeden Tag kommen und Euch zu essen bringen.“ Diese bezaubernden Worte des Jungen erfreuten Vilwamangal sehr. Er wusste nicht, dass der Jüngling Krishna war, doch gleichwohl hatte dieser sein Herz erobert. &lt;br /&gt;
Der Jüngling kam noch einmal und sagte zu Vilwamangal: „Lieber Herr, würdet Ihr mich nach [[Vrindavan]] begleiten?“ Als Vilwamangal den Namen „Vrindavan“ hörte, erfasste ihn stürmische Freude. Er rief: „Mein lieber Jüngling, wie kann ich mich denn nach Vrindavan aufmachen, wenn ich doch blind bin?“ Der Jüngling erwiderte: „Lieber Herr, haltet Euch am Ende dieses Stockes fest. Ich halte das andere Ende und werde Euch führen.“  Vilwamangal war einverstanden und so führte ihn Krishna am Stock. Wie gnädig doch der Herr ist! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann sprach der Jüngling: „Schaut, Herr, wir haben Vrindavan erreicht.“ Vilwamangal dachte, der Junge erlaube sich einen Scherz mit ihm. Er glaubte ihm nicht und ergriff dessen [[Hand]]. Die magnetische [[Berührung]] öffnete sein [[Divya Chakshu]]  (inneres Auge) und versetzte sein Herz in Göttliche Verzückung. Er sah das strahlende, wunderschöne Antlitz seines geliebten Herrn und sprach: „Oh Herr, nach vielen langen Jahren der Anstrengung ist es mir ermöglicht, Euch zu fassen. Jetzt lasse ich Euch nicht wieder gehen.“ Doch mit einem kräftigen Ruck befreite sich Krishna aus Vilwamangals Umklammerung. &lt;br /&gt;
Vilwamangal sprach: “Oh Krishna, es ist Euch gelungen, Euch meinem festen Griff zu entwinden. Doch nun fordere ich Euch heraus: Versucht Euch aus den Kammern meines Herzens zu befreien. Dort halte ich Euch fest.“ Krishna antwortete: „Mein lieber Vilwamangal, Ich bin wahrlich besiegt. Das einzige Band, welches Mich binden kann, ist wahre Liebe. Du hast Mich mit diesem Band der Liebe gebunden. Wie könnte Ich jetzt entfliehen! Ich bin dein [[Diener]].“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krishna streifte mit seinen [[Finger]]n über Vilwamangals Augen und so gewann dieser sein verlorenes Augenlicht wieder. Er erschaute Krishnas wunderschönes Gesicht, verneigte sich zu Seinen [[Lotos]]füßen und badete sie in seinen Tränen. Krishna hub ihn auf und umarmte ihn. &lt;br /&gt;
Auch die Tänzerin Chintamani, der Händler und seine Frau konnten sich glücklich schätzen, mit Krishnas Darshan gesegnet zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Letzte Lebensjahre===&lt;br /&gt;
Sur Das verbrachte die verbleibenden Jahre seines [[Leben]]s damit, [[Bhakti]] und die Herrlichkeit Gottes Namens zu predigen. Seine inspirierenden Lieder werden heute in ganz [[Indien]] gesungen. &lt;br /&gt;
Schließlich erlangte er [[Param Dhama]], die glückselige, ewige Wohnstätte des [[Frieden]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indisch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilige]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Surdas&amp;diff=105481</id>
		<title>Surdas</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Surdas&amp;diff=105481"/>
		<updated>2014-04-16T13:22:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Surdas&#039;&#039;&#039; (Hindi: सूरदास Sūrdās &#039;&#039;m.&#039;&#039;), auch als &#039;&#039;&#039;Vilwamangal&#039;&#039;&#039; bekannt, ein blinder Heiliger (1478-1581) im Mittelalter. Großer indischer Mystiker, Dichter und Komponist. Surdas stand in der Tradition der [[Krishna]] Bhakti Bewegung. Surdas war für seine große Hingabe bekannt. Er wurde als der „Blinde Bhakta“ verehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&#039;&#039;&#039;Artikel aus dem Buch „Lives of Saints“ von Swami Sivananda, [http://www.sivanandaonline.org/public_html/ Divine Life Society], 2009.&#039;&#039;&#039;==&lt;br /&gt;
Vilwamangal war der Sohn eines frommen [[Brahmane]]n, genannt Ram Das, der in einem kleinen Dorf an den Ufern des Flusses Krishnaveni in Südindien lebte. Ram Das erteilte Vilwamangal religiöse Anweisungen und machte ihn mit dem Studium der [[Schriften]] vertraut. Er starb, als sein Sohn noch sehr jung war. &lt;br /&gt;
Da es niemanden gab, der Vilwamangal hätte betreuen können, entwickelte er lasterhafte [[Gewohnheit]]en und hielt sich in schlechter Gesellschaft auf. &lt;br /&gt;
Seines Vaters Grundstück erbte er.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vilwamangals spirituelles Erwachen===&lt;br /&gt;
Eines Tages begleitete Vilwamangal seine Freunde auf eine zweifelhafte Feier. Fasziniert von der Schönheit der Tänzerin [[Chintamani]] legte er ihr all sein Hab und Gut zu Füßen und wurde sogar zu ihrem Diener.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Todestag seines Vaters hielt Vilwamangal die [[Sraddha]]-[[Zeremonie]] ab. Doch selbst an diesem Tage war er mit seinem ganzen [[Herz]]en allein bei Chintamani. Er konnte es nicht ertragen, auch nur für eine Sekunde von ihr getrennt zu sein. Planlos und halbherzig, ohne jegliche Aufmerksamkeit und [[Hingabe]] führte er das [[Ritual]] durch. Er wollte Chintamani selbst an diesem heiligen Tag besuchen gehen. Dafür musste er einen Fluss überqueren. Es war schon dunkel und es stürmte, regnete, donnerte und blitzte. Vilwamangal machte das nichts aus. Um jeden Preis wollte er die Tänzerin treffen. Er wandte sich an den Bootsmann, der sich ihm jedoch kategorisch verweigerte. So sprang er kopfüber in den Fluss. Glücklicherweise stieß er auf den toten [[Körper]] einer Frau, den er für einen Baumstamm hielt und so gelang es ihm, mit Hilfe der Leiche das andere Ufer sicher zu erreichen. Nur seine Kleidung war ihm während der Überquerung des Flusses verloren gegangen. Sofort rannte er zu Chintamanis Haus und klopfte an die Tür. Das Sprichwort „Amor ist blind“ ist wohl wahr. Ein leidenschaftlicher [[Mensch]] kennt weder Furcht noch Scham. Kamaturanam Na Bhayam Na Lajja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da es der Tag der Sraddha-Zeremonie für seinen Vater war, hatte Chintamani nicht mit Vilwamangal gerechnet. Sie hatte die Tür von innen abgeriegelt und war schlafen gegangen. Vilwamangal rief mehrere Male nach ihr, doch sie gab keine [[Antwort]]. Da erklomm er die Mauern mithilfe von etwas, das er für ein Seil hielt. Er gelangte irgendwie hinein und weckte das Mädchen. Chintamani war einfach nur fassungslos, Vilwamangal in diesem erbärmlichen [[Zustand]] zu sehen. Abscheulicher Gestank umgab seinen Körper. Als sie heraustrat, sah sie eine riesige [[Kobra]]. Vilwamangal hatte die Kobra irrtümlich für ein Seil gehalten.&lt;br /&gt;
Aus [[Mitgefühl]] heraus tadelte Chintamani Vilwamangal auf folgende Weise: „Pfui, oh armseliger Kerl! Du nennst dich selbst Sohn eines frommen Brahmanen. Was für eine Schande! Du hast deine Familie blamiert. Anstatt den Todestag deines Vaters in Ehren zu halten, bist du in diesem elenden Zustand zu mir gekommen. Bist du nicht ein jämmerlicher Narr? Warum bist du so fasziniert von meinem erbärmlichen Körper, der aus Fleisch, Blut und Knochen besteht und voll Urin und Fäkalien ist. Dieser widerliche tote Körper, mit dem du den Fluss überquertest und dessen Gestank du jetzt nicht ertragen kannst, war bis gestern verführerischer als mein abscheulicher physischer Körper, den du so liebst. Hättest du dasselbe Verlangen nach dem Herrn gehabt, der die [[Quelle]] der [[Schönheit]] ist, der der Schönste der Schönen ist, wärest du bald mit seinem herrlichen [[Darshan]] gesegnet worden, hättest [[Unsterblichkeit]] und ewige [[Glückseligkeit]] erlangt.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Worte Chintamanis rührten Vilwamangal im Herzen. Sie hatte ihm die [[Augen]] geöffnet. Er erinnerte sich an die Tage seiner [[Kindheit]], des Studierens religiöser Bücher und seiner Ergebenheit dem Vater gegenüber und weinte bitterlich. Nun dämmerte [[Weisheit]] und Göttliche [[Liebe]] erwachte. Vilwamangal schloss die Tänzerin als sein [[Guru]] fest in sein Herz und sagte: „Oh [[Mutter]], du hast mich von der [[Täuschung]] befreit. Ich danke dir. Du bist meine [[spirituell]]e Lehrerin.“ Dann verneigte er sich vor ihr und ging davon, um auf der [[Suche]] nach [[Gott]] umherzuziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vilwamangals Wanderschaft===&lt;br /&gt;
Nach einer Weile des Unterwegsseins traf Vilwamangal ein junges, hübsches Mädchen. Die [[Leidenschaft]] packte ihn, sein [[Geist]] war erregt und er konnte seine Augen nicht von ihr lassen. Er folgte ihr zu ihrem Haus. Sie ging hinein und verschwand. Vilwamangal ließ sich entmutigt auf der Veranda nieder. Da kam der Besitzer des Hauses und fragte ihn nach dem Grund seines Kommens. Vilwamangal schüttete ihm sein Herz aus und bat ihn, die Dame zu rufen, damit er nur einmal seines Herzens Begehren zu stillen, ihr [[Gesicht]] sehen könne. So ging der gutmütige Händler zurück ins Haus, um Vilwamangal zufriedenzustellen und ihm die Dame, die seine Ehefrau war, vorzustellen.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Da kam zu Vilwamangals Rettung der barmherzige Gott. Er erfüllte Vilwamangals Geist mit [[Weisheit]] und [[Reue]]. Und so geschah es, dass Vilwamangal zwei Dornen des nebenstehenden [[Bael-Baum]]es herausriss. Unterdessen brachte der Händler seine Frau. Vilwamangal schaute sie an und schalt sich selbst in folgender Weise: „Oh, böse Augen, ihr allein seid es, die mich auf diesen schlimmen [[Weg]] gebracht haben. Ich werde euch jetzt hart strafen.“ Und wie in der [[Bergpredit]] Jesu steht: „Wenn aber dein rechtes Auge dir Anstoß gibt, so reiß es aus … Wenn deine rechte Hand dir Anstoß gibt, so hau sie ab…“, zerstach sich Vilwamangal mit den Dornen die Augen. Sie bluteten stark, doch Vilwamangal begann ekstatisch zu tanzen und den Namen Gottes mit lauter Stimme zu wiederholen. Sein Herz war nun gereinigt und die Gnade des Herrn kam über ihn. Vilwamangals Verlangen nach Krishnas Darshan wurde stark und leidenschaftlich. Sein Herz drohte unter [[Viraha]] zu zerspringen. Tag für Tag verzehrte er sich. Tränen entströmten seinen Augen wie Bäche. Ohne Speise und Trank irrte er in den Wäldern umher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Krishnas Darshan===&lt;br /&gt;
In der [[Gestalt]] eines Kuhhirten erschien [[Krishna]] vor Vilwamangal und sprach: „Mein lieber Herr, Ihr müsst hungrig und durstig sein. Ich habe Euch etwas Konfekt und [[Wasser]] mitgebracht. Bitte nehmt es an.“ Vilwamangal verfiel in unbändige [[Freude]]. Er erkundigte sich bei dem Jungen: „Mein lieber Jüngling, wie ist dein Name? Wo wohnst du? Was machst du?“ Der Jüngling antwortete: „Lieber Herr, ich wohne in der Nachbarschaft. Ich habe keinen eigenen [[Name]]n. Ihr könnt mich bei jeglichem Namen nennen. Ich weide [[Kuh|Kühe]]. Ich liebe die, die mich lieben. Ich werde jeden Tag kommen und Euch zu essen bringen.“ Diese bezaubernden Worte des Jungen erfreuten Vilwamangal sehr. Er wusste nicht, dass der Jüngling Krishna war, doch gleichwohl hatte dieser sein Herz erobert. &lt;br /&gt;
Der Jüngling kam noch einmal und sagte zu Vilwamangal: „Lieber Herr, würdet Ihr mich nach [[Vrindavan]] begleiten?“ Als Vilwamangal den Namen „Vrindavan“ hörte, erfasste ihn stürmische Freude. Er rief: „Mein lieber Jüngling, wie kann ich mich denn nach Vrindavan aufmachen, wenn ich doch blind bin?“ Der Jüngling erwiderte: „Lieber Herr, haltet Euch am Ende dieses Stockes fest. Ich halte das andere Ende und werde Euch führen.“  Vilwamangal war einverstanden und so führte ihn Krishna am Stock. Wie gnädig doch der Herr ist! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann sprach der Jüngling: „Schaut, Herr, wir haben Vrindavan erreicht.“ Vilwamangal dachte, der Junge erlaube sich einen Scherz mit ihm. Er glaubte ihm nicht und ergriff dessen [[Hand]]. Die magnetische [[Berührung]] öffnete sein [[Divya Chakshu]]  (inneres Auge) und versetzte sein Herz in Göttliche Verzückung. Er sah das strahlende, wunderschöne Antlitz seines geliebten Herrn und sprach: „Oh Herr, nach vielen langen Jahren der Anstrengung ist es mir ermöglicht, Euch zu fassen. Jetzt lasse ich Euch nicht wieder gehen.“ Doch mit einem kräftigen Ruck befreite sich Krishna aus Vilwamangals Umklammerung. &lt;br /&gt;
Vilwamangal sprach: “Oh Krishna, es ist Euch gelungen, Euch meinem festen Griff zu entwinden. Doch nun fordere ich Euch heraus: Versucht Euch aus den Kammern meines Herzens zu befreien. Dort halte ich Euch fest.“ Krishna antwortete: „Mein lieber Vilwamangal, Ich bin wahrlich besiegt. Das einzige Band, welches Mich binden kann, ist wahre Liebe. Du hast Mich mit diesem Band der Liebe gebunden. Wie könnte Ich jetzt entfliehen! Ich bin dein [[Diener]].“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krishna streifte mit seinen [[Finger]]n über Vilwamangals Augen und so gewann dieser sein verlorenes Augenlicht wieder. Er erschaute Krishnas wunderschönes Gesicht, verneigte sich zu Seinen [[Lotos]]füßen und badete sie in seinen Tränen. Krishna hub ihn auf und umarmte ihn. &lt;br /&gt;
Auch die Tänzerin Chintamani, der Händler und seine Frau konnten sich glücklich schätzen, mit Krishnas Darshan gesegnet zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Letzte Lebensjahre===&lt;br /&gt;
Sur Das verbrachte die verbleibenden Jahre seines [[Leben]]s damit, [[Bhakti]] und die Herrlichkeit Gottes Namens zu predigen. Seine inspirierenden Lieder werden heute in ganz [[Indien]] gesungen. &lt;br /&gt;
Schließlich erlangte er [[Param Dhama]], die glückselige, ewige Wohnstätte des [[Frieden]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indisch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilige]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
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		<title>Surdas</title>
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		<updated>2014-04-16T13:19:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Surdas&#039;&#039;&#039; (Hindi: सूरदास Sūrdās &#039;&#039;m.&#039;&#039;), auch als Vilwamangal bekannt, ein blinder Heiliger (1478-1581) im Mittelalter. Großer indischer Mystiker, Dichter und Komponist. Surdas stand in der Tradition der [[Krishna]] Bhakti Bewegung. Surdas war für seine große Hingabe bekannt. Er wurde als der „Blinde Bhakta“ verehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&#039;&#039;&#039;Artikel aus dem Buch „Lives of Saints“ von Swami Sivananda, [http://www.sivanandaonline.org/public_html/ Divine Life Society], 2009.&#039;&#039;&#039;==&lt;br /&gt;
Vilwamangal war der Sohn eines frommen [[Brahmane]]n, genannt Ram Das, der in einem kleinen Dorf an den Ufern des Flusses Krishnaveni in Südindien lebte. Ram Das erteilte Vilwamangal religiöse Anweisungen und machte ihn mit dem Studium der [[Schriften]] vertraut. Er starb, als sein Sohn noch sehr jung war. &lt;br /&gt;
Da es niemanden gab, der Vilwamangal hätte betreuen können, entwickelte er lasterhafte [[Gewohnheit]]en und hielt sich in schlechter Gesellschaft auf. &lt;br /&gt;
Seines Vaters Grundstück erbte er.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vilwamangals spirituelles Erwachen===&lt;br /&gt;
Eines Tages begleitete Vilwamangal seine Freunde auf eine zweifelhafte Feier. Fasziniert von der Schönheit der Tänzerin [[Chintamani]] legte er ihr all sein Hab und Gut zu Füßen und wurde sogar zu ihrem Diener.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Todestag seines Vaters hielt Vilwamangal die [[Sraddha]]-[[Zeremonie]] ab. Doch selbst an diesem Tage war er mit seinem ganzen [[Herz]]en allein bei Chintamani. Er konnte es nicht ertragen, auch nur für eine Sekunde von ihr getrennt zu sein. Planlos und halbherzig, ohne jegliche Aufmerksamkeit und [[Hingabe]] führte er das [[Ritual]] durch. Er wollte Chintamani selbst an diesem heiligen Tag besuchen gehen. Dafür musste er einen Fluss überqueren. Es war schon dunkel und es stürmte, regnete, donnerte und blitzte. Vilwamangal machte das nichts aus. Um jeden Preis wollte er die Tänzerin treffen. Er wandte sich an den Bootsmann, der sich ihm jedoch kategorisch verweigerte. So sprang er kopfüber in den Fluss. Glücklicherweise stieß er auf den toten [[Körper]] einer Frau, den er für einen Baumstamm hielt und so gelang es ihm, mit Hilfe der Leiche das andere Ufer sicher zu erreichen. Nur seine Kleidung war ihm während der Überquerung des Flusses verloren gegangen. Sofort rannte er zu Chintamanis Haus und klopfte an die Tür. Das Sprichwort „Amor ist blind“ ist wohl wahr. Ein leidenschaftlicher [[Mensch]] kennt weder Furcht noch Scham. Kamaturanam Na Bhayam Na Lajja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da es der Tag der Sraddha-Zeremonie für seinen Vater war, hatte Chintamani nicht mit Vilwamangal gerechnet. Sie hatte die Tür von innen abgeriegelt und war schlafen gegangen. Vilwamangal rief mehrere Male nach ihr, doch sie gab keine [[Antwort]]. Da erklomm er die Mauern mithilfe von etwas, das er für ein Seil hielt. Er gelangte irgendwie hinein und weckte das Mädchen. Chintamani war einfach nur fassungslos, Vilwamangal in diesem erbärmlichen [[Zustand]] zu sehen. Abscheulicher Gestank umgab seinen Körper. Als sie heraustrat, sah sie eine riesige [[Kobra]]. Vilwamangal hatte die Kobra irrtümlich für ein Seil gehalten.&lt;br /&gt;
Aus [[Mitgefühl]] heraus tadelte Chintamani Vilwamangal auf folgende Weise: „Pfui, oh armseliger Kerl! Du nennst dich selbst Sohn eines frommen Brahmanen. Was für eine Schande! Du hast deine Familie blamiert. Anstatt den Todestag deines Vaters in Ehren zu halten, bist du in diesem elenden Zustand zu mir gekommen. Bist du nicht ein jämmerlicher Narr? Warum bist du so fasziniert von meinem erbärmlichen Körper, der aus Fleisch, Blut und Knochen besteht und voll Urin und Fäkalien ist. Dieser widerliche tote Körper, mit dem du den Fluss überquertest und dessen Gestank du jetzt nicht ertragen kannst, war bis gestern verführerischer als mein abscheulicher physischer Körper, den du so liebst. Hättest du dasselbe Verlangen nach dem Herrn gehabt, der die [[Quelle]] der [[Schönheit]] ist, der der Schönste der Schönen ist, wärest du bald mit seinem herrlichen [[Darshan]] gesegnet worden, hättest [[Unsterblichkeit]] und ewige [[Glückseligkeit]] erlangt.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Worte Chintamanis rührten Vilwamangal im Herzen. Sie hatte ihm die [[Augen]] geöffnet. Er erinnerte sich an die Tage seiner [[Kindheit]], des Studierens religiöser Bücher und seiner Ergebenheit dem Vater gegenüber und weinte bitterlich. Nun dämmerte [[Weisheit]] und Göttliche [[Liebe]] erwachte. Vilwamangal schloss die Tänzerin als sein [[Guru]] fest in sein Herz und sagte: „Oh [[Mutter]], du hast mich von der [[Täuschung]] befreit. Ich danke dir. Du bist meine [[spirituell]]e Lehrerin.“ Dann verneigte er sich vor ihr und ging davon, um auf der [[Suche]] nach [[Gott]] umherzuziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vilwamangals Wanderschaft===&lt;br /&gt;
Nach einer Weile des Unterwegsseins traf Vilwamangal ein junges, hübsches Mädchen. Die [[Leidenschaft]] packte ihn, sein [[Geist]] war erregt und er konnte seine Augen nicht von ihr lassen. Er folgte ihr zu ihrem Haus. Sie ging hinein und verschwand. Vilwamangal ließ sich entmutigt auf der Veranda nieder. Da kam der Besitzer des Hauses und fragte ihn nach dem Grund seines Kommens. Vilwamangal schüttete ihm sein Herz aus und bat ihn, die Dame zu rufen, damit er nur einmal seines Herzens Begehren zu stillen, ihr [[Gesicht]] sehen könne. So ging der gutmütige Händler zurück ins Haus, um Vilwamangal zufriedenzustellen und ihm die Dame, die seine Ehefrau war, vorzustellen.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Da kam zu Vilwamangals Rettung der barmherzige Gott. Er erfüllte Vilwamangals Geist mit [[Weisheit]] und [[Reue]]. Und so geschah es, dass Vilwamangal zwei Dornen des nebenstehenden [[Bael-Baum]]es herausriss. Unterdessen brachte der Händler seine Frau. Vilwamangal schaute sie an und schalt sich selbst in folgender Weise: „Oh, böse Augen, ihr allein seid es, die mich auf diesen schlimmen [[Weg]] gebracht haben. Ich werde euch jetzt hart strafen.“ Und wie in der [[Bergpredit]] Jesu steht: „Wenn aber dein rechtes Auge dir Anstoß gibt, so reiß es aus … Wenn deine rechte Hand dir Anstoß gibt, so hau sie ab…“, zerstach sich Vilwamangal mit den Dornen die Augen. Sie bluteten stark, doch Vilwamangal begann ekstatisch zu tanzen und den Namen Gottes mit lauter Stimme zu wiederholen. Sein Herz war nun gereinigt und die Gnade des Herrn kam über ihn. Vilwamangals Verlangen nach Krishnas Darshan wurde stark und leidenschaftlich. Sein Herz drohte unter [[Viraha]] zu zerspringen. Tag für Tag verzehrte er sich. Tränen entströmten seinen Augen wie Bäche. Ohne Speise und Trank irrte er in den Wäldern umher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Krishnas Darshan===&lt;br /&gt;
In der [[Gestalt]] eines Kuhhirten erschien [[Krishna]] vor Vilwamangal und sprach: „Mein lieber Herr, Ihr müsst hungrig und durstig sein. Ich habe Euch etwas Konfekt und [[Wasser]] mitgebracht. Bitte nehmt es an.“ Vilwamangal verfiel in unbändige [[Freude]]. Er erkundigte sich bei dem Jungen: „Mein lieber Jüngling, wie ist dein Name? Wo wohnst du? Was machst du?“ Der Jüngling antwortete: „Lieber Herr, ich wohne in der Nachbarschaft. Ich habe keinen eigenen [[Name]]n. Ihr könnt mich bei jeglichem Namen nennen. Ich weide [[Kuh|Kühe]]. Ich liebe die, die mich lieben. Ich werde jeden Tag kommen und Euch zu essen bringen.“ Diese bezaubernden Worte des Jungen erfreuten Vilwamangal sehr. Er wusste nicht, dass der Jüngling Krishna war, doch gleichwohl hatte dieser sein Herz erobert. &lt;br /&gt;
Der Jüngling kam noch einmal und sagte zu Vilwamangal: „Lieber Herr, würdet Ihr mich nach [[Vrindavan]] begleiten?“ Als Vilwamangal den Namen „Vrindavan“ hörte, erfasste ihn stürmische Freude. Er rief: „Mein lieber Jüngling, wie kann ich mich denn nach Vrindavan aufmachen, wenn ich doch blind bin?“ Der Jüngling erwiderte: „Lieber Herr, haltet Euch am Ende dieses Stockes fest. Ich halte das andere Ende und werde Euch führen.“  Vilwamangal war einverstanden und so führte ihn Krishna am Stock. Wie gnädig doch der Herr ist! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann sprach der Jüngling: „Schaut, Herr, wir haben Vrindavan erreicht.“ Vilwamangal dachte, der Junge erlaube sich einen Scherz mit ihm. Er glaubte ihm nicht und ergriff dessen [[Hand]]. Die magnetische [[Berührung]] öffnete sein [[Divya Chakshu]]  (inneres Auge) und versetzte sein Herz in Göttliche Verzückung. Er sah das strahlende, wunderschöne Antlitz seines geliebten Herrn und sprach: „Oh Herr, nach vielen langen Jahren der Anstrengung ist es mir ermöglicht, Euch zu fassen. Jetzt lasse ich Euch nicht wieder gehen.“ Doch mit einem kräftigen Ruck befreite sich Krishna aus Vilwamangals Umklammerung. &lt;br /&gt;
Vilwamangal sprach: “Oh Krishna, es ist Euch gelungen, Euch meinem festen Griff zu entwinden. Doch nun fordere ich Euch heraus: Versucht Euch aus den Kammern meines Herzens zu befreien. Dort halte ich Euch fest.“ Krishna antwortete: „Mein lieber Vilwamangal, Ich bin wahrlich besiegt. Das einzige Band, welches Mich binden kann, ist wahre Liebe. Du hast Mich mit diesem Band der Liebe gebunden. Wie könnte Ich jetzt entfliehen! Ich bin dein [[Diener]].“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krishna streifte mit seinen [[Finger]]n über Vilwamangals Augen und so gewann dieser sein verlorenes Augenlicht wieder. Er erschaute Krishnas wunderschönes Gesicht, verneigte sich zu Seinen [[Lotos]]füßen und badete sie in seinen Tränen. Krishna hub ihn auf und umarmte ihn. &lt;br /&gt;
Auch die Tänzerin Chintamani, der Händler und seine Frau konnten sich glücklich schätzen, mit Krishnas Darshan gesegnet zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Letzte Lebensjahre===&lt;br /&gt;
Vilwamangal, auch als Sur Das bekannt, verbrachte die verbleibenden Jahre seines [[Leben]]s damit, [[Bhakti]] und die Herrlichkeit Gottes Namens zu predigen. Seine inspirierenden Lieder werden heute in ganz [[Indien]] gesungen. &lt;br /&gt;
Schließlich erlangte er [[Param Dhama]], die glückselige, ewige Wohnstätte des [[Frieden]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indisch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilige]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
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		<id>https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Surdas&amp;diff=105475</id>
		<title>Surdas</title>
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		<updated>2014-04-16T13:13:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Surdas&#039;&#039;&#039; (Hindi: सूरदास Sūrdās &#039;&#039;m.&#039;&#039;) ein blinder Heiliger (1478-1581) im Mittelalter. Großer indischer Mystiker, Dichter und Komponist. Surdas stand in der Tradition der [[Krishna]] Bhakti Bewegung. Surdas war für seine große Hingabe bekannt. Er wurde als der „Blinde Bhakta“ verehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&#039;&#039;&#039;Artikel aus dem Buch „Lives of Saints“ von Swami Sivananda, [http://www.sivanandaonline.org/public_html/ Divine Life Society], 2009.&#039;&#039;&#039;==&lt;br /&gt;
Vilwamangal war der Sohn eines frommen [[Brahmane]]n, genannt Ram Das, der in einem kleinen Dorf an den Ufern des Flusses Krishnaveni in Südindien lebte. Ram Das erteilte Vilwamangal religiöse Anweisungen und machte ihn mit dem Studium der [[Schriften]] vertraut. Er starb, als sein Sohn noch sehr jung war. &lt;br /&gt;
Da es niemanden gab, der Vilwamangal hätte betreuen können, entwickelte er lasterhafte [[Gewohnheit]]en und hielt sich in schlechter Gesellschaft auf. &lt;br /&gt;
Seines Vaters Grundstück erbte er.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vilwamangals spirituelles Erwachen===&lt;br /&gt;
Eines Tages begleitete Vilwamangal seine Freunde auf eine zweifelhafte Feier. Fasziniert von der Schönheit der Tänzerin Chintamani legte er ihr all sein Hab und Gut zu Füßen und wurde sogar zu ihrem Diener.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Todestag seines Vaters hielt Vilwamangal die [[Sraddha]]-[[Zeremonie]] ab. Doch selbst an diesem Tage war er mit seinem ganzen [[Herz]]en allein bei Chintamani. Er konnte es nicht ertragen, auch nur für eine Sekunde von ihr getrennt zu sein. Planlos und halbherzig, ohne jegliche Aufmerksamkeit und [[Hingabe]] führte er das [[Ritual]] durch. Er wollte Chintamani selbst an diesem heiligen Tag besuchen gehen. Dafür musste er einen Fluss überqueren. Es war schon dunkel und es stürmte, regnete, donnerte und blitzte. Vilwamangal machte das nichts aus. Um jeden Preis wollte er die Tänzerin treffen. Er wandte sich an den Bootsmann, der sich ihm jedoch kategorisch verweigerte. So sprang er kopfüber in den Fluss. Glücklicherweise stieß er auf den toten [[Körper]] einer Frau, den er für einen Baumstamm hielt und so gelang es ihm, mit Hilfe der Leiche das andere Ufer sicher zu erreichen. Nur seine Kleidung war ihm während der Überquerung des Flusses verloren gegangen. Sofort rannte er zu Chintamanis Haus und klopfte an die Tür. Das Sprichwort „Amor ist blind“ ist wohl wahr. Ein leidenschaftlicher [[Mensch]] kennt weder Furcht noch Scham. Kamaturanam Na Bhayam Na Lajja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da es der Tag der Sraddha-Zeremonie für seinen Vater war, hatte Chintamani nicht mit Vilwamangal gerechnet. Sie hatte die Tür von innen abgeriegelt und war schlafen gegangen. Vilwamangal rief mehrere Male nach ihr, doch sie gab keine [[Antwort]]. Da erklomm er die Mauern mithilfe von etwas, das er für ein Seil hielt. Er gelangte irgendwie hinein und weckte das Mädchen. Chintamani war einfach nur fassungslos, Vilwamangal in diesem erbärmlichen [[Zustand]] zu sehen. Abscheulicher Gestank umgab seinen Körper. Als sie heraustrat, sah sie eine riesige [[Kobra]]. Vilwamangal hatte die Kobra irrtümlich für ein Seil gehalten.&lt;br /&gt;
Aus [[Mitgefühl]] heraus tadelte Chintamani Vilwamangal auf folgende Weise: „Pfui, oh armseliger Kerl! Du nennst dich selbst Sohn eines frommen Brahmanen. Was für eine Schande! Du hast deine Familie blamiert. Anstatt den Todestag deines Vaters in Ehren zu halten, bist du in diesem elenden Zustand zu mir gekommen. Bist du nicht ein jämmerlicher Narr? Warum bist du so fasziniert von meinem erbärmlichen Körper, der aus Fleisch, Blut und Knochen besteht und voll Urin und Fäkalien ist. Dieser widerliche tote Körper, mit dem du den Fluss überquertest und dessen Gestank du jetzt nicht ertragen kannst, war bis gestern verführerischer als mein abscheulicher physischer Körper, den du so liebst. Hättest du dasselbe Verlangen nach dem Herrn gehabt, der die [[Quelle]] der [[Schönheit]] ist, der der Schönste der Schönen ist, wärest du bald mit seinem herrlichen [[Darshan]] gesegnet worden, hättest [[Unsterblichkeit]] und ewige [[Glückseligkeit]] erlangt.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Worte Chintamanis rührten Vilwamangal im Herzen. Sie hatte ihm die [[Augen]] geöffnet. Er erinnerte sich an die Tage seiner [[Kindheit]], des Studierens religiöser Bücher und seiner Ergebenheit dem Vater gegenüber und weinte bitterlich. Nun dämmerte [[Weisheit]] und Göttliche [[Liebe]] erwachte. Vilwamangal schloss die Tänzerin als sein [[Guru]] fest in sein Herz und sagte: „Oh [[Mutter]], du hast mich von der [[Täuschung]] befreit. Ich danke dir. Du bist meine [[spirituell]]e Lehrerin.“ Dann verneigte er sich vor ihr und ging davon, um auf der [[Suche]] nach [[Gott]] umherzuziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vilwamangals Wanderschaft===&lt;br /&gt;
Nach einer Weile des Unterwegsseins traf Vilwamangal ein junges, hübsches Mädchen. Die [[Leidenschaft]] packte ihn, sein [[Geist]] war erregt und er konnte seine Augen nicht von ihr lassen. Er folgte ihr zu ihrem Haus. Sie ging hinein und verschwand. Vilwamangal ließ sich entmutigt auf der Veranda nieder. Da kam der Besitzer des Hauses und fragte ihn nach dem Grund seines Kommens. Vilwamangal schüttete ihm sein Herz aus und bat ihn, die Dame zu rufen, damit er nur einmal seines Herzens Begehren zu stillen, ihr [[Gesicht]] sehen könne. So ging der gutmütige Händler zurück ins Haus, um Vilwamangal zufriedenzustellen und ihm die Dame, die seine Ehefrau war, vorzustellen.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Da kam zu Vilwamangals Rettung der barmherzige Gott. Er erfüllte Vilwamangals Geist mit [[Weisheit]] und [[Reue]]. Und so geschah es, dass Vilwamangal zwei Dornen des nebenstehenden [[Bael-Baum]]es herausriss. Unterdessen brachte der Händler seine Frau. Vilwamangal schaute sie an und schalt sich selbst in folgender Weise: „Oh, böse Augen, ihr allein seid es, die mich auf diesen schlimmen [[Weg]] gebracht haben. Ich werde euch jetzt hart strafen.“ Und wie in der [[Bergpredit]] Jesu steht: „Wenn aber dein rechtes Auge dir Anstoß gibt, so reiß es aus … Wenn deine rechte Hand dir Anstoß gibt, so hau sie ab…“, zerstach sich Vilwamangal mit den Dornen die Augen. Sie bluteten stark, doch Vilwamangal begann ekstatisch zu tanzen und den Namen Gottes mit lauter Stimme zu wiederholen. Sein Herz war nun gereinigt und die Gnade des Herrn kam über ihn. Vilwamangals Verlangen nach Krishnas Darshan wurde stark und leidenschaftlich. Sein Herz drohte unter [[Viraha]] zu zerspringen. Tag für Tag verzehrte er sich. Tränen entströmten seinen Augen wie Bäche. Ohne Speise und Trank irrte er in den Wäldern umher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Krishnas Darshan===&lt;br /&gt;
In der [[Gestalt]] eines Kuhhirten erschien [[Krishna]] vor Vilwamangal und sprach: „Mein lieber Herr, Ihr müsst hungrig und durstig sein. Ich habe Euch etwas Konfekt und [[Wasser]] mitgebracht. Bitte nehmt es an.“ Vilwamangal verfiel in unbändige [[Freude]]. Er erkundigte sich bei dem Jungen: „Mein lieber Jüngling, wie ist dein Name? Wo wohnst du? Was machst du?“ Der Jüngling antwortete: „Lieber Herr, ich wohne in der Nachbarschaft. Ich habe keinen eigenen [[Name]]n. Ihr könnt mich bei jeglichem Namen nennen. Ich weide [[Kuh|Kühe]]. Ich liebe die, die mich lieben. Ich werde jeden Tag kommen und Euch zu essen bringen.“ Diese bezaubernden Worte des Jungen erfreuten Vilwamangal sehr. Er wusste nicht, dass der Jüngling Krishna war, doch gleichwohl hatte dieser sein Herz erobert. &lt;br /&gt;
Der Jüngling kam noch einmal und sagte zu Vilwamangal: „Lieber Herr, würdet Ihr mich nach [[Vrindavan]] begleiten?“ Als Vilwamangal den Namen „Vrindavan“ hörte, erfasste ihn stürmische Freude. Er rief: „Mein lieber Jüngling, wie kann ich mich denn nach Vrindavan aufmachen, wenn ich doch blind bin?“ Der Jüngling erwiderte: „Lieber Herr, haltet Euch am Ende dieses Stockes fest. Ich halte das andere Ende und werde Euch führen.“  Vilwamangal war einverstanden und so führte ihn Krishna am Stock. Wie gnädig doch der Herr ist! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann sprach der Jüngling: „Schaut, Herr, wir haben Vrindavan erreicht.“ Vilwamangal dachte, der Junge erlaube sich einen Scherz mit ihm. Er glaubte ihm nicht und ergriff dessen [[Hand]]. Die magnetische [[Berührung]] öffnete sein [[Divya Chakshu]]  (inneres Auge) und versetzte sein Herz in Göttliche Verzückung. Er sah das strahlende, wunderschöne Antlitz seines geliebten Herrn und sprach: „Oh Herr, nach vielen langen Jahren der Anstrengung ist es mir ermöglicht, Euch zu fassen. Jetzt lasse ich Euch nicht wieder gehen.“ Doch mit einem kräftigen Ruck befreite sich Krishna aus Vilwamangals Umklammerung. &lt;br /&gt;
Vilwamangal sprach: “Oh Krishna, es ist Euch gelungen, Euch meinem festen Griff zu entwinden. Doch nun fordere ich Euch heraus: Versucht Euch aus den Kammern meines Herzens zu befreien. Dort halte ich Euch fest.“ Krishna antwortete: „Mein lieber Vilwamangal, Ich bin wahrlich besiegt. Das einzige Band, welches Mich binden kann, ist wahre Liebe. Du hast Mich mit diesem Band der Liebe gebunden. Wie könnte Ich jetzt entfliehen! Ich bin dein [[Diener]].“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krishna streifte mit seinen [[Finger]]n über Vilwamangals Augen und so gewann dieser sein verlorenes Augenlicht wieder. Er erschaute Krishnas wunderschönes Gesicht, verneigte sich zu Seinen [[Lotos]]füßen und badete sie in seinen Tränen. Krishna hub ihn auf und umarmte ihn. &lt;br /&gt;
Auch die Tänzerin Chintamani, der Händler und seine Frau konnten sich glücklich schätzen, mit Krishnas Darshan gesegnet zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Letzte Lebensjahre===&lt;br /&gt;
Vilwamangal, auch als Sur Das bekannt, verbrachte die verbleibenden Jahre seines [[Leben]]s damit, [[Bhakti]] und die Herrlichkeit Gottes Namens zu predigen. Seine inspirierenden Lieder werden heute in ganz [[Indien]] gesungen. &lt;br /&gt;
Schließlich erlangte er [[Param Dhama]], die glückselige, ewige Wohnstätte des [[Frieden]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indisch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilige]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
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		<title>Surdas</title>
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		<updated>2014-04-16T13:00:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anandini: /* Surdas und Chintamani */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Surdas&#039;&#039;&#039; (Hindi: सूरदास Sūrdās &#039;&#039;m.&#039;&#039;) ein blinder Heiliger (1478-1581) im Mittelalter. Großer indischer Mystiker, Dichter und Komponist. Surdas stand in der Tradition der [[Krishna]] Bhakti Bewegung. Surdas war für seine große Hingabe bekannt. Surdas wurde als der „Blinde Bhakta“ verehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Surdas und Chintamani===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tänzerin Chintamani gab Vilwamangal , der später als Surdas&lt;br /&gt;
bekannt wurde, den Rat: »Vilwamangal, du bist verrückt&lt;br /&gt;
nach meinem garstigen Körper, dem alle Arten von Unreinheiten&lt;br /&gt;
anhaften. Dies ist der Todestag deines Vaters. Du bist zu mir&lt;br /&gt;
in der Dunkelheit der Nacht über den Fluß gekommen. Jetzt&lt;br /&gt;
riecht dein ganzer Körper. Die Sehnsucht nach einem trügerischen&lt;br /&gt;
weiblichen Körper gab dir Kraft, den Fluß zu überqueren.&lt;br /&gt;
Der Körper, der in Wirklichkeit ein Leichnam ist, zieht junge&lt;br /&gt;
Menschen an, die dies noch nicht erkannt haben, weil ein wenig&lt;br /&gt;
Glanz noch auf der Haut liegt und ein wenig Atem die Wangen&lt;br /&gt;
belebt. Alles ist Maja - Trug, ist Fleisch, Knochen, Fett. Hättest&lt;br /&gt;
du deine Gedanken zu Gott hin gelenkt, zur Quelle dieser&lt;br /&gt;
[[Schönheit]], der Schönheit aller Schönheiten, der Verkörperung&lt;br /&gt;
nicht vergänglichen Glanzes, wärst du ein großer Heiliger geworden&lt;br /&gt;
und hättest immerwährenden Frieden und ewige [[Glückseligkeit]]&lt;br /&gt;
erlangt. Welch Narr bist du&#039;&amp;quot; Diese vorwurfsvolle Ermahnung öffnete Vilwamangal die Augen. Sofort versank die von&lt;br /&gt;
[[Avidya]] geschaffene Täuschung. Er lenkte seine Gedanken auf&lt;br /&gt;
Sri [[Krishna]] und wurde ein großer Heiliger.&lt;br /&gt;
Willst auch du ein Heiliger werden? Du hast die gleiche Möglichkeit.&lt;br /&gt;
[[Krishna]] wartet in diesem Augenblick in Bridavan mit&lt;br /&gt;
ausgebreiteten Armen auf dich, um dich willkommen zu heißen&lt;br /&gt;
und dich zu umarmen. Verliere nicht diese herrliche Gelegenheit.&lt;br /&gt;
Habe jetzt oder nie das intensive, brennende Verlangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glossar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indisch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilige]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anandini</name></author>
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