'''Der Indologe [[Heinrich Zimmer]] schildert in seinem Buch "Altindisches Leben: Die Cultur der vedischen Arier" aus dem Jahr 1879 Klima und Boden Indiens zur Zeit der [[Veden]]. '''
'''Es soll an dieser Stelle ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass das Wort Arier beim Indologen Zimmer ausschließlich im völkerkundlichen und sprachwissenschaftlichen Zusammenhang genannt wird.''' [[Datei:Surya-savitri.jpg|thumb|Der vedische Sonnengott Surya mit Savitri]] ==Kapitel 2: Klima und Boden in Indien zur Zeit der Veden==
Aus dem Buch "Altindisches Leben: Die Cultur der vedischen Arier", nach den [[Samhita]] dargestellt von [[Heinrich Zimmer]], Berlin 1879
Im ersten Avasana von Re 9 liegt eine Beschreibung des ungefähren [[Weg]]es des aus dem Westen kommenden Monsun und im zweiten Avasana eine solche des Nordost-Monsun. Der Verfasser obiger Verse sass vielleicht an den Ufern der Yamuna oder etwas südlicher. Hiernach steht unsere Stelle der Identificierung der Sarayu mit der spätern Saraya nicht nur nicht im Wege, wie Vivien de S. Martin meint (siehe oben Seite 17), sondern spricht deutlich dafür. Ob auch Rv. 10, 137, 2 die beiden Monsune gemeint sind, ist schwer zu entscheiden: »Zwei Winde wehen hier (imau), (der eine) von der Sindhu her und (der andere) aus der (unbekannten) Ferne; Tüchtigkeit wehe der eine zu, hinweg wehe der andere, was an Fehl du hast«, d. h. kühlend, erfrischend sei der eine, luftreinigend der andere.
Was noch über die Bodenverhältnisse zu bemerken übrig bleibt, lässt sich kurz abmachen. Wir hören von Niederungen (ninmanimna), denen die Flüsse von den Bergen herab eiligen Laufes zu stürzen zustürzen (Rv. 5, 51, 7); die Somatränke [[Soma]]tränke eilen [[Indra ]] und Väyu [[Vayu]] zu wie die [[Wasser ]] insgesammt den Niederungen zu strömen zuströmen (Rv. 4, 47, 2; 8, 32, 23). Bei Regengüssen schwollen die Ströme mächtig an und führten Geröll mit sich Av. 3, 24, 3. »Flues« »Fluss« heisst oft geradezu avani »der abwärts Iührende«führende«. Hochaufstrebende (rshva) Berge werden erwähnt; hervor¬gehoben hervorgehoben wird an ihnen ihre Festigkeit und Unverwüstlichkeit. Sie trugen, wo sie nicht zu hoch giengengingen, reichen Wälderschmuck, heissen daher vrkshakeça »Bäume als Haupthaar tragend«. Bei dem grossen Reichthum des Landes an Waldungen — an die Genie der Waldeinsamkeit Aranyäni Aranyani ist das schöne Lied Rv. 10, 146 gerichtet — kamen öfters Waldbrände vor : »Wenn du ([[Agni]]) die röthlichen, die flammenden, vom Winde gepeitschten 46 KAPITEL an deinen Wagen geschirrt hast, dann ist dein Gebrüll wie das eines Stieres; dann dringst du mit deinem Rauchbanner auf die Bäume los; dann fliehen schnell vor dem Tosen auch die Vögel, wenn deine weideverzehrenden Funken auseinandersprühen« Rv. 1. 94, 10. 11.
an deinen Wagen geschirrt hast, dann ist dein Gebrüll wie das eines Stieres; dann dringet du mit deinem Rauchbanner auf die Bäume los ; dann fliehen schnell vor dem Tosen auch die Vögel, wenn deine weideverzehrenden Funken aus einander sprühen« Rv. 1. 94, 10. 11. »Er steckt ein Zeichen aus in der Nacht selbst domdem, der fern ist, der leuchtende, wenn er , der nicht alternde die Bäume verzehrt« Rv. 5, 7, 4. »Vom Sturm getrieben ver¬breitet verbreitet er sich in den Gebüschen nach Lust mit den Zungen wie mit einer Sichel mächtig rauschend : wenn du dich gierig auf die Bäume stürzst, ist schwarz deine Bahn, hellwogender, unalternder. Er mit glühendem Gebiss, vom Sturm in den Wald getrieben , fliegt dahin wie ein mächtiger Stier zur Heerde Herde : emporstrebend zum endlosen Luftraum mit seinem Schein, bebt Stehendes und Gehendes vor dem Beflügelten« Rv. 1. 58, 4, 5; vgl. Muir ST. 2, 212. Ursachen der Waldbrände waren häufig die Gewitter: »Wie der Blitz den Baumstamm trifft« ist ein mehrmals wiederkehrendes Bild Rv. 2, 14, 2: Av. 7, 50, 1; 59, 1. Noch andere Veranlassungen entstanden, wenn wir für damalige Zeit eine Sitte vermuthen dürfen, die heutigen Tages im nörd¬lichen Ponjâb und den Gebirgethälern vorkommt: »Das Wetter wird um die Mitte November kühler; Nachtfröste beginnen: gegen Ende des Monats ist jeder Grashalm und jedes Blatt an den Bäumen vom Reif zerstört.* Um diese Zeit brennen die Be¬wohner, die den Gebirgen nahe wohnen, die üppig gewesene Vegetation nieder, und alle Bewohner der Ebene zünden mit den Stengeln der kräftigen, einjährigen Pflanzen grosse Feuer an, sich daran zu erwärmen. Ueber das ganze Thal zieht dann dichter Rauch« Hügel Kashmir 2, 195. Sollte in vedischer Zeit nicht schon ähnliches vorgekommen sein? Agni's auseinander-sprühende Funken heisüen Rv. 1. 94, 11 gras - oder weide-verzehrend (yarasM): mit leuchtender Flamme brennt er in den trocknen Gräsern. züngelt in den grünen, so dass sein gewaltiger. hehrer Glanz sich an den Himmel legt Rv. 10. 92, 1: vom Winde erregt vortheilt er sich nach Lust nach allen Seiten. gierig seine Speise packend, seine. des versengenden, unaus¬löschliche Schaaren fahren wie Wagenlenker in die Wette Rv.• Siehe die Seite 40 ilhersetzte Stelle Rv. 10, 68, 10, hl.nu UND BODEN. 47
10. 91, 7 Ursachen der Waldbrände waren häufig die Gewitter: wie »Wie der Bartscheerer Blitz den Bart so seheert er die Erde ab, wean der Wind hinter ihm her weht, durch Berg und Thal (udvat, nivat) eilt er verzehrend, nach allen Seiten sich ver¬breitend wie Baumstamm trifft« ist ein begehrlich vordringendes Heer mehrmals wiederkehrendes Bild Rv. 102, 14214, 4 ; windgetrieben (vatajüta) schneidet er nicht nur die Haare der Erde ab, sondern verbreitet sich auch in die Wälder und ver¬zehrt sie mit seiner Gluth Rv. 1, 65, 42: vgl. 10, 91, 5.Das Gebirge selbst ist reich an Einsenkungen (upahvara), wasserreichen Thalern (giri bhujma Rv. 8, 50, 2) ; wasserreiche Halden (pravat), Höhen (tuivat), Niederungen (nivat) werden RvAv. 7, 50, 4 angerufen.Das Land zwischen den Strömen war erst zum Theil Acker¬land ; grössere Strecken lagen • als Weide, solche grasreichen Flächen führen den Namen yavasa. Dhanvan bezeichnet häufig unfruchtbares Erdreich, das nicht zum Anbau geeignet war und auch von selbst nicht genug Weide darbot1; solches gab es auch im eigentlichen Gebiet der Sapta sindhavale. Die Erde (prthivi) wird angerufen, angenehm zum Gehen und Liegen (syona)59, dornenlos (anrkshara) zu sein, zum Nachtlager einladend (niveçana) Rv. 1, 22, 15. »Leicht zu durchwandern (suga)Noch andere Veranlassungen entstanden, dornenfrei sei der Pfadwenn wir für damalige [[Zeit]] eine Sitte vermuthen dürfen, o Aditya, dem der rechtschaffen wandelt (rtalü i)« Rv. 1, 41, 4. »Euer Weg, o Mitra die heutigen Tages im nördlichen Penjab und Aryaman, den Gebirgethälern vorkommt: »Das Wetter wird um die Mitte November kühler; Nachtfröste beginnen: gegen Ende des Monats ist leicht dnrchwandelbar, dornenlos, o Vamps. gerade zum Ziele führend, (sadhu)« Rv. 2, 27, 6jeder Grashalm und jedes Blatt an den Bäumen vom Reif zerstört. »Dornenlos, richtig seien Um diese Zeit brennen die `rege, auf welchen unsere Freunde zum Freien ausziehen« fleht der Liebende Rv. 10Bewohner, 85, 23. Wie wichtig und wie berechtigt die Bitten warenden Gebirgen nahe wohnen, dass die Erdeüppig gewesene Vegetation nieder, die Wege dornenlos (anrkshara) sein sollen, wird am besten einleuchten, wenn ich eine Stelle aus Hugel Kashmir 1, 177 hersetze, wo er seine Reise durchs Penjäb beschreibt: »Eine Plage für jeden Reisenden, er mag zu Fuss, zu Pferd oder noch mehr im Jampan reisen, habe ich zu er¬wähnen vergessen, nämlich : und alle Bewohner der Ebene zünden mit den Stengeln der Ziziphus - Dornekräftigen, die alles zer¬reisseneinjährigen [[Pflanze]]n grosse [[Feuer]] an,* was ihnen nahe kommt und durch welche von Aghnur bis hierher (Rajauri) der Fussgehende sich winden muss, um nicht bei jedem Schritt aufgehalten daran zu werdenerwärmen. Die Dornen' Rkshara der Dorn von arc verletzen in arçasona, armsÜber das ganze Thal zieht dann dichter Rauch« Hügel Kashmir 2, rçya. 48 KAPITEL It. KLD(A UND BODEN195.
Sollte in vedischer Zeit nicht schon Ähnliches vorgekommen sein? Agnis auseinandersprühende Funken heissen Rv. 1. 94, 11 gras - oder weide-verzehrend (yavasad): mit leuchtender Flamme brennt er in den trocknen Gräsern, züngelt in den grünen, so dass sein gewaltiger, hehrer Glanz sich an den Himmel legt Rv. 10. 92, 1: vom Winde erregt vertheilt er sich nach Lust nach allen Seiten, gierig seine Speise packend, seine, des versengenden, unauslöschliche Scharen fahren wie Wagenlenker in die Wette Rv. 10. 91, 7 : wie der Bartscherer den Bart, so schert er die [[Erde]] ab, wenn der [[Wind]] hinter ihm herweht, durch Berg und Thal (udvat, nivat) eilt er verzehrend, nach allen Seiten sich verbreitend wie ein begehrlich vordringendes Heer Rv. 10, 142, 4 ; windgetrieben (vatajuta) schneidet er nicht nur die Haare der Erde ab, sondern verbreitet sich auch in die Wälder und verzehrt sie mit seiner Gluth Rv. 1, 65, 4: vgl. 10, 91, 5. Das Gebirge selbst ist reich an Einsenkungen (upahvara), wasserreichen Thälern (giri bhujma Rv. 8, 50, 2) ; wasserreichen Halden (pravat), Höhen (udvat), Niederungen (nivat) werden Rv. 7, 50, 4 angerufen. Das Land zwischen den Strömen war erst zum Theil Ackerland; grössere Strecken lagen als Weide, solche grasreichen Flächen führen den Namen yavasa. Dhanvan bezeichnet häufig unfruchtbares Erdreich, das nicht zum Anbau geeignet war und auch von selbst nicht genug Weide darbot; solches gab es auch im eigentlichen Gebiet der Sapta sindhavah. Die Erde (prthivi) wird angerufen, angenehm zum Gehen und Liegen (syona), dornenlos (anrkshara) zu sein, zum Nachtlager einladend (niveçana) Rv. 1, 22, 15. »Leicht zu durchwandern (suga), dornenfrei sei der Pfad, o [[Aditya]], dem der rechtschaffen wandelt (rtam i)« Rv. 1, 41, 4. »Euer Weg, o [[Mitra]] und [[Aryaman]], ist leicht dnrchwandelbar, dornenlos, o [[Varuna]], gerade zum [[Ziel]]e führend, (sadhu)« Rv. 2, 27, 6. »Dornenlos, richtig seien die [[Weg]]e, auf welchen unsere Freunde zum Freien ausziehen« fleht der Liebende Rv. 10, 85, 23.  Wie wichtig und wie berechtigt die Bitten waren, dass die Erde, die Wege dornenlos (anrkshara) sein sollen, wird am besten einleuchten, wenn ich eine Stelle aus Hugel Kashmir 1, 177 hersetze, wo er seine Reise durchs Penjab beschreibt: »Eine Plage für jeden Reisenden, er mag zu Fuss, zu Pferd oder noch mehr im Jampan reisen, habe ich zu erwähnen vergessen, nämlich : der Ziziphus - Dorne, die alles zerreissen, was ihnen nahe kommt und durch welche von Aghnur bis hierher (Rajauri) der Fussgehende sich winden muss, um nicht bei jedem Schritt aufgehalten zu werden. Die Dornen dieser Pflanzen sind gekrümmt, und haben sie einmal gefasst, so kann der Gegenstand nur dadurch losgemacht werden, dass man ihn zurückbiegt.«  Es kommen aber auch Stellen vor, die erkennen lassen, dass mit dhanvan jene grosse, wüste Fläche gemeint ist, die sich von Norden nach Süden hinzieht , 900 Meilen breit im Oaten Osten der Sindhu und çutudriCutudri, und die späterhin die Bezeichnung Marus¬thala Marusthala trägt: »Wüste (dhanvan) und Klüfte (krntatra), wie viel Tagereisen sind die nicht fern! Komm wieder heim, o ~'rshàkapi• Vrshakapi, ruft [[Indra ]] seinem davoneilenden Liebling zu Rv. 10, 86, 19. ('''Aus dem Buch "Altindisches Leben: Die Cultur der vedischen Arier", nach den [[Samhita]] dargestellt von [[Heinrich Zimmer]], Berlin 1879)'''
==Siehe auch==
*[[Heinrich Zimmer]] * Kapitel 1: [[Land]]* Kapitel 3: [[Produkt]]* Kapitel 4: [[Volk]]* Kapitel 5: [[Siedlung]]* Kapitel 6: [[Staat und Recht]]* Kapitel 7: [[Volkswirtschaft]]* Kapitel 8: [[Kleidung und Schmuck]]* Kapitel 9: [[Lebensmittel]]* Kapitel 10: [[Vergnügung]]* Kapitel 11: [[Krieg]]* Kapitel 12: [[Familie]]* Kapitel 13: [[Kunst und Wissenschaft]]* Kapitel 14: [[Tod]]* Kapitel 15: [[Leben nach dem Tod]]* Anhang: [[Yajurveda]] ==Literatur==*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p484_Vedanta-----Der-Ozean-der-Weisheit/ Swami Vivekananda, Vedanta - Der Ozean der Weisheit]*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p38_Klassische-Upanishaden/ Yoga Vidya Verlag, Klassische Upanishaden, Die Weisheit des Yoga]
==Seminare==
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