[[Patanjali]] beschreibt eine Reihe übernatürlicher Kräfte ([[Vibhuti]]s bzw. [[Siddhi]]s) und Erkenntnisse, die durch das Üben von ''Samyama'' in Erscheinung treten können. Diese gelten allerdings als Hindernisse auf dem Weg zur höchsten yogischen Verwirklichung, den Zustand des [[Kaivalya]].
 
== Samyama im Yoga Sutra - ein Vortrag von Sukadev Bretz 2019 ==
[[Datei:Patanjali Statue.jpg|thumb|Patanjali - Autor des Yoga Sutra]]
'''Kommentar zu den Versen 4-8 im Patanjali Yoga Sutra.'''
 
Patanjali schreibt:
 
'''trayam-ekatra saṁyamaḥ'''
 
Dharana, Dhyana und Samadhi bilden Samyama.
 
'''tajjayāt prajñālokaḥ'''
 
Dadurch entsteht Meisterung und das Licht direkten Wissens.
 
'''tasya bhūmiṣu viniyogaḥ'''
 
Seine Anwendung des Samyama erfolgt in Stufen.
 
'''trayam-antarangaṁ pūrvebhyaḥ'''
 
Diese drei Stufen sind innerlicher als die vorhergehenden.
 
'''tadapi bahiraṅgaṁ nirbījasya'''
 
Aber sogar diese sind äußerlicher als der Samenlose Zustand.
 
=== Samyama - Entfaltung geistiger Fähigkeiten ===
[[Datei:Fähigkeiten hervorbringen Smile.jpg|thumb|Schlummernde Fähigkeiten hervorbringen]]
Herzlich Willkommen zu einem Vortrag über Samyama. Samyama, das wichtige Konzept des dritten Kapitels des [[Yoga Sutra]], einer der Schlüssel für [[Raja Yoga]], wo es ja um die Entfaltung [[geistig]]er [[Fähigkeiten]] geht und darum, die [[Erleuchtung]] zu erlangen über [[Herrschaft]] des Geistes.
 
Das dritte Kapitel wird überschrieben als [[Vibhuti Pada]], das heißt „Das Kapitel über die besonderen Herrlichkeiten, Kräfte und Fähigkeiten“. Und hier geht es um Samyama.
 
=== Konzentration, Absorption und Überbewusstsein ===
 
Samyama ist eigentlich ein unübersetzbarer Begriff. Samyama ist die Aufeinanderfolge von Dharana, das ist die Konzentration, Dhyana, das ist die [[Absorption]], und Samadhi, das [[Überbewusstsein]]. Wenn du diese drei aufeinanderfolgend übst, dann bekommst du besondere Fähigkeiten und Kräfte.
 
Was man sagen würde: [[Konzentriere]] dich auf etwas, Desha Bandha Cittasya. Das heißt nimm dir vor, dich auf etwas Konkretes zu konzentrieren. Halte deinen [[Geist]] dort und widerstehe den Neigungen des Geistes woanders hinzugehen. Wenn du etwas machst mache es mit ganzem Herzen, für die Zeit wo du dabei bist, oder die du dir vorgenommen hast. Es ist eine Disziplin des Geistes, die sehr wohl wert ist, lass dich dabei nicht unterbrechen. Desha Bandha Cittasya Dharana. Wenn du das intensivierst, dann fällst du automatisch in [[Dhyana]], du bist darin absorbiert. Und dann folgt [[Samadhi]]. Samadhi – du verschmilzt mit dem Objekt der [[Konzentration]], deine [[Subjektivität]] verschwindet, dein Geist reflektiert das, worauf du dich konzentrierst, wird letztlich zu dem worauf du dich konzentrierst. Samyama.
 
Der '''vierte Vers''' war also: Diese Drei, [[Dharana]], Dhyana und Samadhi, zusammen bilden Samyama.
 
'''Fünfter Vers''': Dadurch, durch Samyama, entsteht [[Jaya]], Meisterung, und Prajñālokaḥ, das heißt das [[Licht]] direkten Wissens.
Wenn du Samyama ausführst, dann bekommst du Jaya und [[Prajna]]. Jaya heißt Meisterung, und Prajna heißt direktes, [[intuitiv]]es [[Wissen]].
 
[[Patanjali]] hat ja an anderer Stelle gesagt es gibt drei Quellen von korrektem Wissen:
 
* Das eine ist [[Sinneswahrnehmung]],
* das zweite ist Aussagen anderer, und
* das dritte ist die [[Schlussfolgerung]].
* Und dann hat er noch gesagt es gibt eine vierte Quelle des Wissens, die tiefer ist als andere, und das ist Prajna. Und Prajna ist das intuitive Wissen von etwas.
 
=== Was heißt jetzt Samyama praktisch? ===
[[Datei:Frau Mädchen Bank bewusst sprechen aufmerksam zuhören verbunden.jpg|thumb|Verbundenheit kann intuitives Verstehen schaffen]]
Samyama kann zum Beispiel heißen du willst einen [[Menschen]] verstehen. Du wirst dich für eine Weile ganz auf den Menschen konzentrieren. Desha Bandha Cittasya. Für eine gewisse Zeit lang willst du deinen Geist ganz auf den Menschen zentrieren. Samyama hat auch etwas mit [[entspannt]]er, [[absichtslos]]er [[Konzentration]] zu tun. Also weniger im Sinne vom Nachdenken um nachher logische Schlussfolgerungen zu ziehen, auch keine [[Analyse]] von dem was du siehst, sondern es heißt die volle [[Aufmerksamkeit]] auf den Menschen richten. Und dann diesen Menschen [[spüren]]. Das ist dann wie eine Art Dhyana, [[Verschmelzung]] fast mit dem Menschen. Und wenn du so mit diesem Menschen ganz verbunden bist, dann entsteht zum einen Prajna, ein intuitives Verstehen des Menschen. Und es entsteht eine Art von Jaya, Herrschaft/[[Meisterschaft]], was heißen soll: Dann weißt du plötzlich wie du mit dem Menschen umgehst. Und vielleicht sind alle möglichen zwischenmenschlichen Probleme [[mysteriös]]er Weise verschwunden. Manchmal reicht es aus sich voll auf einen Menschen zu konzentrieren, um die zwischenmenschlichen Probleme auf mysteriöse Weise aufzulösen. Das wäre Jaya. Und manchmal erfährst du eine ganze Menge über den Menschen über Prajna, volle Konzentration.
 
==== Kriya Yoga ====
 
Letztendlich könnte man sagen Samyama ergänzt den Kriya Yoga im zweiten Kapitel. Patanjali hat ja im zweiten Kapitel besprochen:
 
'''tapaḥ svādhyāy-eśvarapraṇidhānāni kriyā-yogaḥ'''.
 
* Wenn du irgendeine [[Schwierigkeit]] hast, wie kannst du sie lösen? Zum einen, indem du selbst analysierst, überlegst: Was ist da los? [[Svadhyaya]].
 
* Dann kannst du schauen: Was kannst du ändern? Wie kannst du eingreifen? Das wäre [[Tapas]].
 
* Oder wenn du feststellst du kannst gar nichts ändern: [[Ishvara Pranidhana]], [[Loslassen]].
[[Datei:Ärger Auseinandersetzung Gespräch Emotion.jpg|thumb|Konflikte lösen]]
Nehmen wir mal ein Beispiel. Du hast einen Konflikt mit einem Menschen. Kriya Yoga wäre jetzt: Svadhyaya, du überlegst: Was ist die [[Ursache]] des Konfliktes? Wie ist das Ganze passiert? Welche Missverständnisse? Wie ticke ich? Wie tickt der andere? Wie war unsere Kommunikation? Svadhyaya. Du überlegst: Welche Möglichkeiten hast du? Holst dir vielleicht sogar einen Ratschlag ein. Tapas würde in diesem Fall heißen etwas zu [[tun]]. Du überlegst: Was könnte ich tun? Ihn vielleicht auf eine andere Weise grüßen? Vielleicht einen Vermittler nehmen? Vielleicht das ihr euch aussprecht, vielleicht eine Art Metakommunikation vorschalten. Vielleicht dem anderen zu sagen: „Ich spüre irgendwo es läuft nicht so richtig mit uns, wie können wir miteinander umgehen?“. Tapas. Also Sprechen und etwas tun. Vielleicht den anderen das nächste Mal [[freundlich]]er grüßen, ein kleines Geschenk machen, [[loben]], Respekt äußern. Oder wenn du dich immer ausgenutzt gefühlt hast, dass du denkst du kommst immer zu kurz, eben dann deine [[Bedürfnisse]] klar zu äußern, vielleicht nicht gleich [[nachgeben]], und so weiter. Tapas.
 
Und wenn du irgendwo trotz aller Bemühungen feststellst: Es nutzt doch nichts, der Konflikt kommt – es hängt ja nicht nur an dir. Entweder du kannst dich nicht ändern, du beherrschst dich nicht ausreichend, oder der andere spielt nicht mit. Ishvarapranidhana, [[Hingabe an Gott]], und sagen: „Oh [[Gott]], ich kriegs allein nicht hin, hilf du mir. Und wenn sich nichts ändert gehe ich davon aus es ist einfach so und es gehört zu meinen [[Aufgabe]]n, konfliktbehaftete, zwischenmenschliche [[Beziehung]]en zu haben, und trotzdem tun was dabei nötig ist, und dabei [[ethisch]] bleiben.“ Das wäre also Analyse, [[Überlegen]], [[Nachdenken]], [[Verstehen]], über [[Sinn]] nachdenken, vielleicht kommst du ja auch zu einem Schluss warum dir das immer mit dem Menschen passiert. Tapas, etwas ändern, etwas tun. Ishvarapranidhana, Hingabe an Gott.
[[Datei:Vertrauen Offenheit Hingabe Spiritualität .jpg|thumb|Muss etwas erlebt werden: Hingabe an Gott]]
Gemäß des alten Mystikerspruches: Oh Gott gib mir die Kraft zu ändern was ich ändern kann, Tapas, die [[Geduld]], hinzunehmen, was ich nicht ändern kann, Ishvarapranidhana, und die [[Weisheit]], zwischen beidem zu unterscheiden, Svadhyaya.
 
Aber du könntest noch etwas Viertes machen. Und das ist hier Samyama. Du könntest dir vornehmen, dich voll auf den Menschen zu konzentrieren. [[Absichtslos]]. Sei es in der [https://www.yoga-vidya.de/meditation/ Meditation] ihn dir vorzustellen und zu [[spüren]]. Ihn vielleicht in ein paar Situationen einfach Revue passieren zu lassen, aber ohne nachzudenken warum und wieso und ohne zu schimpfen, nach [[Möglichkeit]] ohne zu urteilen, ohne zu analysieren, und so weiter. Voll konzentriert sein. Und wenn du dort richtig konzentriert, absorbiert bist kann es dir passieren, dass du in Dhyana gefallen bist. Samadhi weiß ich nicht, aber mindestens [[entspannt]]e, absichtslose Konzentration, Dharana, die vielleicht in Absorption, Dhyana, führt. Und dann kann es plötzlich sein, ohne dass du irgendwas änderst: Beim nächsten Mal wo du den Menschen triffst – irgendwie ist alles anders. Du weißt nicht warum, aber das Problem hat sich aufgelöst, du hast Jaya erreicht.
 
Oder nach der [[Meditation]] kommt dir plötzlich der Punkt: „Ah! DAS läuft schief.“ Ohne darüber nachgedacht zu haben – [[Intuition]], Prajna.
 
==== Das Migräne Beispiel ====
[[Datei:Migräne Cruikshank - The Head Ache.png|thumb|Samyama anwenden bei Kopfschmerz]]
Nehmen wir eine nächste Möglichkeit. Angenommen, jemand leidet unter [[Migräne]]. Kriya Yoga, was kann man tun. Du könntest erst einmal Svadhyaya, beobachten: In welchen [[Situation]]en kommt die Migräne? Was war vorher gelaufen? Ist es etwas Rhythmisches? Kommt sie nach bestimmten [[Nahrungsmittel]]n? Kommt sie in bestimmten zwischenmenschlichen Situationen? Und so weiter. Du kannst außerdem wissenschaftliche Abhandlungen lesen, du kannst im Internet forschen, du kannst auf den [https://www.yoga-vidya.de/ Yoga Vidya Seiten] die [https://www.yoga-vidya.de/yogatherapie/uebungsvideos/spezielle-yogatherapie-themen/yoga-bei-kopfschmerz/ Yoga Therapie] Empfehlungen für Yoga bei Migräne anschauen. Du kannst das [https://www.youtube.com/watch?v=8_NzWtCqgI0 Kopfschmerzvideo], das ich gemacht habe, anschauen. Also: Svadhyaya.
 
Und dann könntest du einiges tun. [[Ernährung]] umstellen, [[Tiefenentspannung]] üben. Wenn du merkst, dass die Reizüberflutung beginnt, was oft ein Problem bei Migräne ist, rechtzeitig [[zurückziehen]], nicht so lange warten bis die Migräne kommt. Bei beginnender Migräne [[Kriyas]] üben, und so weiter.
 
Also vieles was du tun kannst. Und wenn du dann trotzdem einen Migräne Anfall erleidest: Ishvarapranidhana, Hingabe an Gott, loslassen, und wissen: Es dauert jetzt ein paar Stunden oder 1-2 Tage. Derzeit vielleicht [[Mantra]] wiederholen und sagen: „Oh Gott, [[dein Wille geschehe]], ich kann nichts machen.“
 
Oder es gäbe jetzt die vierte Möglichkeit, das wäre Samyama. Samyama würde heißen du konzentrierst dich ganz auf dein [[Kopfweh]]. Das ist übrigens das Gegenteil von dem was ich meistens empfehle bei Kopfweh, dort empfehle ich nämlich die Konzentration wegzunehmen vom [[Kopf]], und stattdessen Konzentration auf den [[Bauch]]. Oder vielleicht [[einatmen]] zum Bauch, [[ausatmen]] zu den Füßen, einatmen zum Bauch, ausatmen zu den Füßen. Diese Art der Konzentration bringt das [https://www.yoga-vidya.de/prana/ Prana] in Bauch und Füße, erdet dich, und in der Mehrheit der Fälle hört mindestens ein leichtes Kopfweh auf und in manchen Fällen kann sogar eine schlimme, beginnende Migräne gestoppt werden, alle [[Aufmerksamkeit]] weg vom Kopf. Aber das wäre eine Form von Tapas, also eine Übung die du machst.
 
Samyama würde hier heißen du konzentrierst dich auf den Kopfschmerz an sich. Du spürst ihn voll. Zwischendurch hast du wahrscheinlich das [[Gefühl]], dass dir der Kopf platzt, zwischendurch ist der [[Schmerz]] unaushaltbar, das [[Leiden]] grässlich – du hältst es aus. Und bemühst dich dabei eine gewisse [https://www.yoga-vidya.de/entspannung/ Entspannung] zu halten, in Mitten der [[Schmerzen]]. Und dann kann es plötzlich passieren, dass du in diesen Raum der Migräne so eintrittst – es sind keine Schmerzen mehr da. Du bist verschmolzen mit dieser [[Intelligenz]] der Migräne. Und dann kann es sein, dass du nie mehr Migräne hast, oder du verstehst plötzlich was der Sinn dieser Migräne ist. Intuitiv, Prajna, ohne lange nachzudenken.
[[Datei:Natur Blume verschmelzen Einheit Flow.jpg|thumb|Verschmelzen mit dem Objekt ergibt Herrschaft darüber]]
Ich kenne einige Menschen, die mit dieser Technik des Samyama, dauerhaft ihre Migräne überwunden haben. Ich kenne aber auch Menschen, die es probiert haben, und festgestellt haben es reicht für sie jetzt nicht aus. Vielleicht konnten sie das Samyama nicht voll üben. Aber in diesem Sinne: Samyama heißt den [[Geist]] voll auf etwas zu konzentrieren, ohne etwas zu [[wollen]], ohne nachzudenken, ohne zu urteilen. Es ist eine entspannte Form der [https://blog.yoga-vidya.de/konzentration-verbessern-yvs018/ Konzentration], die idealerweise bis in die Absorption hineingeht. Vielleicht sogar bis zur [[Verschmelzung]]. Und je nachdem wie weit es dir gelungen ist, dich dort hinein zu konzentrieren, kommst du in stärkerem oder schwächerem Maße in Jaya und Prajna.
 
==== Konzentriere! ====
 
Ein weiteres Beispiel. Vor langer Zeit, irgendwann 1997 war das, die Anfangszeit unseres ersten [https://www.yoga-vidya.de/center/haus-westerwald/start/ Ashrams im Westerwald]. Am Anfang waren alle voller Pioniergeist, großer [[Enthusiasmus]], viel gemacht. Und dann gab es irgendeine Phase, wo das Team zerstritten war. Alles Enthusiasten, alles Menschen die es voran bringen wollten, aber irgendwo hat es im Team nicht so gut geklappt. Dann kam ein großer Yogameister, ein Schüler von Swami Sivananda, [[Swami Nityananda]] zu Besuch, und der wollte so ein bisschen wissen wie alles so läuft. Und dann habe ich ihm davon erzählt, dass diese große [[Harmonie]] die wir mal hatten nicht mehr da war, und ich wüsste jetzt auch nicht, und wir hätten schon oft darüber gesprochen, und wir hätten uns ausgetauscht, und überlegt, das wäre also Svadhyaya.
[[Datei:Meditation-Augen-geschlossen.jpg|thumb|Konzentration auf die Mitmenschen bringt Harmonie]]
Wir haben auch einiges in den Meetings probiert, und so weiter, man könnte sagen Formen von Tapas. Aber letztlich hatte es nicht zu etwas geführt. Und dann sagt er zu mir: „Concentrate“, ich sage: „Was meinst du, `concentrate´?“, er sagt „Concentrate, concentrate, concentrate!“, [[konzentriere]], konzentriere, konzentriere! Als ich dann nochmal nachgehakt hatte hat er gesagt ich solle mich von da an jeden Tag mindestens zwei Minuten auf jeden derjenigen, die im [[Ashram]] sind, voll konzentrieren, und mir dann auch alle [[gleichzeitig]] vorstellen, und sie alle gleichzeitig spüren. Das war also eine Form von Samyama. Sich auf den Menschen konzentrieren und auf verschiedene Menschen zusammen konzentrieren. Und tatsächlich: Innerhalb einiger Tage ging es im Team besser. Innerhalb einiger Tage, auf fast mystisch-magische Weise, haben sich alle besser verstanden. Und zwar ohne, dass ich auf irgendwelche Coaches, Supervisoren zurückgekommen bin – das wäre der nächste Schritt den wir uns überlegt haben, das haben wir dann nicht gemacht. Einfach diese [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/sivananda/mind/konzentration/ Konzentration].
Seitdem habe ich es auch manchmal eingeführt, dass wir zum Beginn einer Sitzung einen Moment der Stille haben, und wo alle alle spüren. Das ist wie ein kleines Samyama. Und indem alle alle spüren, und alle zusammen dieses Samyama spüren, verbinden sich alle miteinander. Und so entsteht Jaya, eine Meisterung, dass alle zusammen harmonisch sind, was ja alle wollen in einer [[spirituellen Gemeinschaft]]. Und Prajna, irgendwo eine Intuition.
 
Das ist natürlich nicht immer und in jeder Situation die Lösung aller Probleme, sonst hätten wir bei Yoga Vidya gar keine Auseinandersetzungen, aber es ist sicher ein Mittel, das man einsetzen kann. Und dazu möchte ich dich auch ermutigen.
Und so will ich noch zum 6. Vers gehen:
 
Die Anwendung von [https://mein.yoga-vidya.de/video/what-is-samyama Samyama] erfolgt in Stufen.
''tasya bhūmiṣu viniyogaḥ''
[[Datei:Konzentration Softball Mädchen Spiel Sport.jpg|thumb|Eins werden mit dem Gegenstand]]
Also: Es geschieht stufenweise, schrittweise. Was auch eine kleine Ermutigung ist. Du musst nicht gleich zu Samadhi kommen, um [[https://blog.yoga-vidya.de/samyama-tiefenentspannung/ Samyama] Samyama] zu nutzen. Diese Übung der Konzentration, Absorption und Verschmelzung kannst du auch einfach in den Anfangsgraden machen. Dich einfach voll auf etwas, auf jemanden konzentrieren, das urteilen, analysieren und reagieren weglassen. Aber eben im Unterschied zur so genannten Achtsamkeitsübung nicht entfernt beobachten, sondern miteinander verschmelzen.
 
Vielleicht möchte ich hier gerade noch den Unterschied von Samyama zu [[Sakshi Bhav]] und [[Vipassana]] erläutern.
Sakshi Bhav heißt ja „etwas beobachten“, und auch nicht urteilen, nicht analysieren, nicht [[reagieren]]. Aber: Sakshi Bhav, bei den Buddhisten Vipassana, heißt beobachten und dabei wie ein unbeteiligter Zuschauer zu sein.
 
Im [https://schriften.yoga-vidya.de/patanjali-raja-yoga-sutra/ Yoga Sutra] würde Samyama auch heißen nicht urteilen, nicht analysieren und nicht reagieren. Aber es heißt mit [[Intensität]] und doch entspannt hineingehen und verschmelzen.
 
* Im Sakshi Bhav würdest du zum Beispiel deinen Kopfschmerz beobachten und lernen „ich bin nicht der Kopfschmerz.“
* Im Samyama würdest du in den Kopfschmerz hineingehen, mit dem Kopfschmerz verschmelzen.
 
Im Sakshi Bhav würdest du die schlechte [[Kommunikation]] beobachten, aber nichts daran ändern. Zu lernen, dass du davon nicht beeinflusst bist. Und schon allein dadurch, dass du aufhörst nachzudenken, zu überlegen, zu verurteilen, zu reagieren, dir negativ Szenarien auszumalen, schon dadurch wird vieles auch leichter. Also diese Achtsamkeit und Beobachtung kann auch [[hilfreich]] sein.
 
Samyama heißt voll hineingehen und verschmelzen, soweit es geht, eben in Stufen.
 
'''7. Vers:'''
 
Diese drei Stufen, Dharana, Dhyana und Samadhi sind [[innerlich]]er, als die vorhergehenden.
Also [[Yama]], [[Niyama]], [[Asana]], [[Pranayama]], [[Pratyahara]] sind äußerlicher. Dharana, Dhyana, Samadhi sind innerlicher.
 
'''8. Vers:'''
 
Aber sogar diese sind äußerlicher als der Samenlose Zustand.
Also über dem Samadhi wie er hier beschreibt gibt es eben noch [[Nirbija]]. Und Nirbija, auch [[Nirbija Samadhi]] genannt, ist über Dharana, Dhyana und Samadhi. Wobei dort natürlich verstanden ist: [[Samprajnata Samadhi]].
Also es heißt auch: Bleibe auch nicht stecken bei Samyama, sondern gehe bis zu Nirbija, dem Samenlosen Zustand, wo du über alles hinausgehst.
 
Soweit für heute, ich werde dir gleich noch eine Hausaufgabe geben, oder eine kleine Übung. Mein Name: [[Sukadev]] von [https://www.yoga-vidya.de/ Yoga Vidya]. Hinter der Kamera und Schnitt ist Nanda. Alle Verse kannst du nachlesen in dem Buch „[https://shop.yoga-vidya.de/de/buecher/philosophie/die-yogaweisheit-patanjali-menschen-heute Die Yoga Weisheit des Patanjali für Menschen von heute]“, das Yoga Sutra mit meinem Kommentar. Das Buch findest du im Buchhandel, im Internetbuchhandel, wie natürlich auch in den Yoga Vidya Ashrams und manchen der Yoga Vidya Zentren.
 
Das vollständige Yoga Sutra findest du auch in unserem [schriften.yoga-vidya.de Schriften Portal]. Oder besuche das Wochenend-Seminar [https://www.yoga-vidya.de/seminare/?daterange=&q=Raja+Yoga+3 Raja Yoga Teil 3], dort beschäftigen wir uns ein ganzes Wochenende mit dem dritten Kapitel des Yoga Sutra. Oder eben auch in der [https://www.yoga-vidya.de/seminare/?daterange=Yogalehrer+Weiterbildung+Intensiv+D1&q=Yogalehrer%2BWeiterbildung%2BIntensiv%2BD1 9-tägigen Raja Yoga Weiterbildung], dort geht es auch um das dritte Kapitel.
 
'''Aber hier die kleine Aufgabe, spirituelle Übung:'''
Nimm dir vor bei dem einen oder anderen Samyama zu üben.
 
Zum Beispiel:
 
* Dich auf einen Menschen vollständig zu konzentrieren.
* Oder dich auf ein [[Körperteil]] voll zu konzentrieren.
* Oder in irgendeiner Aufgabe vollständig aufzugehen.
 
Falls du bisher so viel Sakshi Bhav/Vipassana geübt hast, dieses Beobachten, probiere es mal aus, voll zu absorbieren, voll hineinzugehen. Entspannt und doch [[bewusst]]. Das ist nichts für den ganzen Tag, der Geist muss auch mal nachdenken, er muss auch mal beobachten, auch mal reflektieren, er muss auch mal analysieren, reagieren, beurteilen, planen, nachdenken, und so weiter.
 
Aber: Jeden Tag auch ein paar Übungen von Samyama.
 
Wenn du geübt hast dann schreibe doch welche Erfahrungen du damit gemacht hast. Oder schreibe deine Fragen. Danke.
 
=== Video - Samyama im Yoga Sutra ===
 
{{#ev:youtube|f_7l-oTq8wE}}
==Sukadev über Samyama==
==Siehe auch==
*[[Indriya Jaya]]
*[[Samyamita]]
*[[Pranasamyama]]
*[[Prajna]]
*[[YogangaKonzentration]]*[[Meditation]]
*[[Patanjali]]
*[[Dharana]]
*[[Samadhi]]
*[[Jaya]]
*[[Sanskrit Kurs Lektion 77]]
*[[Beobachter]]
*[[Kontrolle]]
*[[Sammlung]]
 
==Literatur==
 
* Sukadev Bretz: [https://shop.yoga-vidya.de/de/buecher/philosophie/die-yogaweisheit-patanjali-menschen-heute Die Yoga Weisheit des Patanjali für Menschen von heute]
* Sukadev Bretz, Ulrike Schöber: [https://shop.yoga-vidya.de/de/buecher/yogatherapie/sukadev-bretz-ulrike-schoeber-der-pfad-gelassenheit Der Pfad zur Gelassenheit]
* Sukadev Bretz: [https://shop.yoga-vidya.de/de/buecher/philosophie/karma-reinkarnation Karma und Reinkarnation]auch als [https://shop.yoga-vidya.de/de/yoga-vidya-verlag/ebooks/karma-reinkarnation-e-book ebook] oder [https://shop.yoga-vidya.de/de/yoga-vidya-verlag/cds/vortraege-sukadev/karma-reinkarnation-cd Hörbuch]
* Swami Sivananda: [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/sivananda/karma-yoga/ Gratis Karma Yoga Buch]
* Sukadev Bretz: [https://shop.yoga-vidya.de/de/yoga-vidya-verlag/buecher/bhagavad-gita-deutsch Die Bhagavad Gita für Menschen von heute]
* Swami Sivananda: [https://shop.yoga-vidya.de/de/buecher/swami-sivananda/sadhana-ein-lehrbuch-techniken-spirit-vollkommenheit Sadhana]
* Swami Sivananda: [https://shop.yoga-vidya.de/de/yoga-vidya-verlag/buecher/inspiration-weisheit-swami-sivananda Inspiration und Weisheit]
* Swami Sivananda: [https://shop.yoga-vidya.de/de/yoga-vidya-verlag/buecher/erfolgreich-leben-gott-verwirklichen-swami-sivananda Erfolgreich leben und Gott verwirklichen]
* Swami Sivananda: [https://shop.yoga-vidya.de/de/buecher/swami-sivananda/bhagavad-gita-v-swami-sivananda Bhagavad Gita]
== Weblinks ==
==Multimedia==
===Sukadev: Samyama-Techniken verbessern die feinstoffliche Wahrnehmung ===
<html5media>httphttps://yoga-inspirationen.podspot.de/files/644-Samyama-Techniken-verbessern-die-feinstoffliche-Wahrnehmung.MP3</html5media>
===Yogena Chittasya Padena Vacha – Patanjali Mantra===
<html5media>httphttps://mantra.podspot.de/files/Yogena_Chittasya_Padena_Vacha-Sukadev_Bretz-Patanjali_Mantra.mp3</html5media>{{Navigationsleiste Yama}}
[[Kategorie:Glossar]]
[[Kategorie:Sanskrit]]
[[Kategorie:Indische Philosophie]]
[[Kategorie:Samyama]]
[[Kategorie:Meditation]]
[[Kategorie:Artikel von Swami Sivananda]]
[[Kategorie:Raja Yoga]]
[[Kategorie:Konzentration]]
[[Kategorie:Yoga Vidya Schulung Videoreihe]]
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Samyama

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