===Christentum===
Unter christlicher Spiritualität versteht man jene spezifische Form von Spiritualität, in deren Mittelpunkt die persönliche Beziehung zu [[Jesus Christus]] steht. Sie ist immer auch biblische Spiritualität und rückgebunden an urchristliche Praktiken. Dazu zählen je nach persönlich gelebter [[Frömmigkeit]] auch [[Askese]] und [[Mystik]]. Dabei weist sie über konfessionelle [[Grenze]]n und Besonderheiten hinaus. In der christlichen Spiritualität wird individuelle Vervollkommnung nicht nur durch Techniken wie [[Kontemplation]], Lesen der [[Bibel]], [[Gebet]], [[Nächstenliebe]], [[Wallfahrt]]en, Kirchen[[musik]]) als erreichbar angesehen, sondern insbesondere als [[Gnade]] Gottes erlebt. Christliche Spiritualität umfasst nicht nur religiöse [[Ritual]]e, sondern drückt sich durch die Spiritualität im [[Alltag]] aus. Auch kleine Dinge können eine religiöse [[Bedeutung]] bekommen und so zur christlichen Umformung des Menschen beitragen.
===Islam===
Der Kampf gegen sich selbst, den kann man übrigens fast nie gewinnen. Druck erzeugt Gegendruck und gerade wenn man Leuten, die es gut meinen, vorwirft, sie meinen es böse, und man muss sie deshalb bekämpfen, schon weil sie es gut meinen und einen überzeugen wollen, dass sie es gut meinen, werden sie nicht nachgeben. Und dieses Raja Yoga Modell ist eine Weise, den Kampf zu beenden. Trotzdem ist das nicht so einfach. Man hat verschiedene Minister und stellt dann fest, der eine soll doch mal eine Weile nicht recht behalten und der setzt sich trotzdem zur Wehr. Es ist nicht immer ganz so leicht, wie ich gesagt habe. Nicht immer reicht das aus. Aber es ist ein zusätzlicher guter Ansatz.
Eine Hilfe ist auch, sich hinein zu versetzen in andere Menschen, die [[Welt]] durch die [[Augen]] eines anderen zu sehen, so entsteht auch [[Liebe]] und auch das ist das, was Spiritualität heißt, das Göttliche im anderen zu sehen, bedingungslose Liebe zu haben oder vielleicht auch erwartungslose Liebe oder eine Liebe, die mit eigenen Erwartungen und Bedingungen auch gleichmütiger umgehen kann. Wenn wir das dann noch ergänzen mit Praktiken, dann ist das Ganze ein schöner [[Weg]], wobei ihr sehen könnt, was von diesem ganzheitlichen Weg zur Gelassenheit für euch hilfreich ist.
===Hatha Yoga===
Als Praktiken empfehle ich täglich [[Asana]]s und [[Pranayama]]. Mein Tipp wäre, macht mindestens eine Viertelstunde jeden [[Tag]], macht das, wo ihr denkt, dass es für euch gut ist. Fortgeschrittenere machen mindestens eine Stunde am Tag alles zusammen, Asanas, Pranayama und [[Meditation]]. Die weniger Fortgeschrittenen jeden Tag etwas, z.B. eine Viertelstunde, und einmal die Woche etwas mehr, vielleicht einen wöchentlichen Yogakurs oder einmal die Woche mit einer CD oder DVD oder nach eigenem Gedächtnis oder Yogabuch.
Das ist so eine Art Grundhygiene, kann man sagen. So wie die Zähne jeden Tag Zähneputzen brauchen und die Haare für die meisten Kämmen brauchen, ihr kennt sicher noch andere hygienische Maßnahmen, die täglich sein müssen. So ähnlich ist es wie eine Art [[Geist]]es- und [[Prana]]- und [[Körper]]hygiene, jeden Tag etwas zu machen, was einem dort gut tut auf dem Gebiet Asanas, Pranayama, Meditation. Oder vielleicht habt ihr auch andere Sachen aus anderen Kontexten, die euch dort hilfreich sind. Und einige Sachen könnt ihr auch anwenden, wie [[Bauchatmung]], [[Lampenfiebertransformation]], [[Ärgertransformation]], spielerisch mit Körperhaltungen experimentieren. Und besonders wichtig ist die Meditation.
Mittelfristig wird euch die Meditation gelassener machen, langfristig wird die Meditation zur [[Erleuchtung]] führen. Und wenn man die Erleuchtung hat und Einheitserfahrung hat, dann stellt sich nicht mehr die Frage: "Wie soll ich gelassen leben?" Das wird eine natürliche [[Swarupa]], es geschieht einfach. Ein [[Buddha]] oder ein [[Swami]] [[Sivananda]] mussten nicht überlegen: "Wie bleibe ich gelassen im Alltag?" Sie waren es. Und die Gelassenheit im Alltag ist dann auch wieder in jedem Temperament etwas anders.
Krishna hat Gelassenheit definiert als: "Samatvam Yoga Ucyate. Yoga ist Gelassenheit." Und Patanjali sagt: "Yoga ist das Zur-Ruhe-Bringen der Gedanken im Geist. Tada Drashtuh Swarupe Vasthanam. Dann ruht der Sehende in seiner wahren Natur." Und so ist es durchaus im Sinne der Gelassenheit und im Sinne des Ziels der Gelassenheit, wenn das gesamte Yogasystem abgehandelt wird unter dem Thema "Gelassenheit". Man kann das Yogasystem unter dem Gesichtspunkt Bewusstseinserweiterung abhandeln, man kann es abhandeln unter dem Gesichtspunkt [[Hingabe]], man kann es abhandeln unter dem Gesichtspunkt Energie und [[Erkenntnis]].
 
==Der spirituelle Weg==
'''Aus Sich der Evolution bzw, Involution - von Katyayani Ulbricht'''
 
Der ganzheitliche Yoga nach Swami Sivananda lehrt die 6 Yogawege Hatha Yoga, Kundalini Yoga, Karma Yoga, Bhakti Yoga, Raja Yoga und Jnana Yoga. Jeder einzelne Weg zeigt konkrete
Schritte zur Selbstverwirklichung. Dennoch durchdringen sich die Yogawege, bedingen sich gegenseitig und gelangen so zu ihrer vollen Entfaltung.
 
Viele Menschen fühlen sich ganz oder zeitweise von einem Yogaweg besonders angezogen. Während sie tiefer und tiefer dort eintauchen, kommen die anderen Yogawege wie von selbst dazu – ob nun bewusst oder unbewusst. Man kann, je nach Herangehensweise, die einzelnen Wege systematisch beschreiten und integrieren. Die meisten Menschen
finden über Hatha Yoga zum Yoga in seiner Ganzheit. Dies kann aus Sicht unserer Evolution und Involution erklärt werden. Das schlafende Bewusstsein erwacht im
Laufe der Evolution, offenbart sich mehr und mehr bis es letztlich befreit ist und als reines oder universelles Bewusstsein ganz aufgeht. Als Mensch geboren kommen wir auf
der Erde an. Das Erdelement steht auch für Schwere, Trägheit, Starrheit, was evolutionär betrachtet den Steinen oder den Pflanzen entspricht. Als Babys können wir anfangs nur impulsive, instinktive Bewegungen ausführen, ähnlich den Tieren (was auch dem Sinn Riechen zugeordnet wird). Später lernen wir koordinierte Bewegung, Sprache usw. Aber bis wir unseren Körper wirklich beherrschen, braucht es eine lange Zeit; für eine vollkommene Transzendenz vermutlich mehrere Inkarnationen. Hier sind wir anfangs hauptsächlich von Unwissenheit geprägt. Zum Beispiel lernen wir zunächst bestimmte Abläufe, zeitgemäßes Verhalten, Ansichten usw. von anderen Menschen und der Gesellschaft, in der Regel ohne dies zu hinterfragen. Wir funktionieren nahezu wie eine Maschine aus dem Überlebensdrang heraus gesteuert.
 
Mit Yoga oder anderen spirituellen Übungswegen beginnt die Involution des Menschen. Hatha Yoga und Kundalini Yoga bewirken, den eigenen Körper zu erspüren, kennenzulernen. So entsteht ein tieferes eigenes Gewahrsein. Das führt zum Entdecken des Gemüts bzw. Geistes (im Englischen eindeutiger ausgedrückt: mind). Wir werden uns unserer
Gedanken- und Verhaltensmuster mehr und mehr bewusst. Wir beginnen uns selbst im Gemüt zu fühlen. So gehen wir bewusst in Beziehung zu uns selbst und in Resonanz mit anderen. Es entsteht eine bewusste Bewegung im Geist und im Gemüt. Vom Erdelement bewegen wir uns sozusagen geistig zum subtileren Wasserelement, was auch mit dem Sinn des Schmeckens verbunden ist. Wir nehmen wahr, was uns schmeckt und was nicht (Raga - Mögen und Dwesha - Nichtmögen) und auch unsere Bindung daran. Hier wirkt insbesondere
Karma Yoga, das selbstlose Dienen für andere, für einen guten ethischen Zweck und letztlich für Gott, unterstützend. Über Karma Yoga können wir unsere Anhaftungen an das, was wir mögen bzw. nicht mögen, unser Verlangen und unsere Abneigung überwinden. Unser Gemüt wird subtiler gemacht. Wir lernen unsere Sinne zu beherrschen. Es entsteht der innere Drang, aus dieser Gebundenheit, die sich in Leid äußert, auszubrechen und das Wissen darüber, was wirklich wert ist zu suchen.
 
Bhakti Yoga fördert diesen Prozess ebenfalls und verwandelt den Drang und Wunsch aus dem Leid nach Glück in eine innere Sehnsucht nach Einheit. Wir geben unsere ganze Liebe und Hingabe in das Dienen hinein und es entsteht der echte Wunsch nach Befreiung. Durch die Entwicklung und Praxis der Hingabe und des Darbringens von allem an das Göttliche oder Überbewusste können wir unser Gemüt, unseren Geist immer weiter sublimieren. Getrieben durch den Wunsch, uns vom Leid zu befreien und Freiheit zu erlangen, beginnen wir, uns aktiv zu bemühen. Dies entspricht der Feuerenergie und dem Sinn des Sehens. Wir entwickeln Enthusiasmus und Willensstärke, nutzen diese aktiv und sehen alles zunehmend mit dem Herzen.
 
Nun kommt Raja Yoga mehr und mehr ins Spiel mit aktiven Techniken, um unseren Geist (Gedanken, Emotionen, Psyche – also das Gemüt) zu beherrschen. Es geschieht ein Ausdünnen
unserer mentalen Konditionierung. Wir bekommen mehr Verständnis, sehen klarer, zum Beispiel unsere Swarupa (eigene Wesensnatur) und unser Swadharma (eigene Pflicht, die aus
der eigenen Wesensnatur entsteht).
 
Bis hier handeln wir aus dem Leiden heraus. Die Motivation ist der Wunsch, dieses Leiden zu überwinden. Die meisten Menschen bewegen sich auf diesen Ebenen auf und ab bzw. hin und her. Wenn wir Hatha Yoga, Karma Yoga, Bhakti Yoga und Raja Yoga ununterbrochen und stetig praktizieren, werden wir unser Wissen aus uns selbst heraus anreichern. Und auch wenn wir augenscheinlich mehrmals an den gleichen Punkt gelangen, dann mit erweitertem Blickwinkel und Wissen. Deshalb wird der spirituelle Weg oft durch eine Spirale symbolisiert.
 
Wenn reines Wissen dämmert, dann erreichen wir einen Punkt, an dem reines Wissen aufzusteigen beginnt. Hier beginnt der Weg des Jnana Yoga. Ab hier sind wir im Gleichgewicht, in Gleichmut, denn wir haben unser Gemüt sublimiert. Dies ist gekennzeichnet durch einen Zustand völliger Nichtanhaftung, unkonditionierter Sicht, fester Verankerung in der Wahrheit. Das geht einher mit der Entstehung von wahrem Mitgefühl, universeller Liebe und Ananda (Wonne, unbedingte Freude). Das Göttliche wird in allen und allem gesehen. Wie ein universelles Fühlen. (In der Entsprechung verbunden mit dem Luftelement und dem Sinn Fühlen.) Ab hier ist die Motivation nicht mehr Leid, sondern allein die Sehnsucht nach Einheit.
 
Dieses nun schon weit erwachte Bewusstsein dehnt sich weiter aus (Entsprechung: Ätherelement, Raum, Hören). Die Sicht des Wirklichen wird gestärkt, die Sicht des Unwirklichen (Relativen, Vergänglichen) immer mehr geschwächt. So kommen wir in das Bewusstsein reinen Seins (Sat). Das Wissen wird klarer und klarer und dehnt sich in den kosmischen Raum aus. Wir erfahren reines Wissen (Chid). Schließlich erreichen wir das vollständige Aufgehen im universellen Bewusstsein. Das universelle Bewusstsein wird sich aus sich selbst heraus bewusst, dass es universelles reines Bewusstsein ist.
 
Auch wenn wir auf den höheren Stufen angelangt sind, hören die anderen Yogawege nicht auf. Sie bedingen, durchdringen und entfalten sich gegenseitig. Wenn wir eine universelle Sichtweise einnehmen, gibt es diese zeitliche evolutionäre oder involutionäre Leiter gar nicht, denn letztlich gibt es nichts zu erreichen, da wir das universelle Bewusstsein bereits sind. So brauchst du dir keine Sorgen zu machen, falls dein Einstieg Jnana Yoga oder Raja Yoga ist und du vielleicht darüber zu Hatha Yoga, Karma Yoga und/oder Bhakti Yoga gelangst. Swami Sivananda betonte stets: Tue von allem etwas, von allem ein wenig, aber tue es regelmäßig und ununterbrochen. Das ist ganzheitlicher Yoga.
== Siehe auch ==
==Literatur==
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p62_Sadhana---Ein-Lehrbuch-mit-Techniken-zur-spirit--Vollkommenheit/&XTCsid=a793ba3e94d6e68c68e3244b0615a13f Swami Sivananda, Sadhana - Ein Lehrbuch mit Techniken zur spirituellen Vollkommenheit]
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p467_Kandar-Anubhuti/&XTCsid=a793ba3e94d6e68c68e3244b0615a13f Sri Karthikeyan: Kandar Anubhuti, die Geschichte eines spirituellen Aspiranten]
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p224_Mit-Kindern-Spiritualitaet-leben/&XTCsid=a793ba3e94d6e68c68e3244b0615a13f Mit Kindern Spiritualität leben]
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