'''Aus einem Vortrag von Sukadev Bretz'''
Selbstbehauptung, eine wichtige [[Eigenschaft]], eine wichtige [[Tugend]], etwas Wichtiges, was man auch üben sollte. Was heißt Selbstbehauptung? Das ist ein interessanter [[Ausdruck]] von der [[Etymologie]] her. Haupt ist letztlich der [[Kopf]], und selbst ist man eben selbst, und Selbstbehauptung heißt, man behält einen klaren Kopf, das heißt es zunächst mal.
Selbstbehauptung heißt auch, inmitten von Angriffen, inmitten von Schwierigkeiten, bleibt man über den Dingen, man lässt sich nicht von allen durcheinanderwirbeln, man bleibt ruhig und gelassen und letztlich ist ein gewisser [[Mut]] dabei. Was kann Selbstbehauptung konkret heißen?
Zum [[Beispiel]], angenommen, jemand will etwas von dir. Selbstbehauptung heißt, zwar liebenswürdig zu sein, darüber habe ich ja auch schon gesprochen, aber es heißt auch, [[Mitgefühl]] zu haben, es heißt auch, dass du den [[Überblick]] behältst und dass du auch die Themen im Überblick behältst, die dir wichtig sind, weil du vielleicht ein idealistischer [[Mensch]] bist, weil du weißt, du brauchst etwas.
Das ist also [[Selbstbehauptung]], auch wenn viele an dir zerren und etwas von dir wollen, du behältst den Überblick und du beachtest auch, dass die wichtigen Themen dabei bleiben. Ich weiß, wovon ich spreche. Es gibt ständig [[Mensch]]en, die irgendetwas von mir wollen.
Ich bin ja [[Yoga|Yogalehrer]], [[Meditation|Meditationslehrer]], Leiter eines Seminarhauses, letztlich Leiter von einem gemeinnützigen Verein namens [[Yoga Vidya]], mit mehreren Seminarhäusern und über hundert Stadtzentren und ständig sind [[Mensch]]en da und die wollen etwas von mir. Eine gewisse Selbstbehauptung brauche ich da. Ich würde es zwar anders nennen, aber so könnte man es nennen.
Selbstbehauptung heißt weiter, dass man auch darüber nachdenken kann, auch wenn man kritisiert wird, man behauptet sich trotzdem selbst. Menschen meinen es oft gar nicht schlecht, sie wollen einem helfen, sie geben einem Tipps und sagen: "Du könntest das machen. So solltest du es machen. Du warst mal besser. Das solltest du umsetzen usw."
Selbstbehauptung heißt, man nimmt das zur [[Kenntnis]], man lächelt darüber, schreibt es sich vielleicht auf und überlegt: "Wie kann mir das helfen?" Und wenn man feststellt, "das ist [[jetzt]] nicht hilfreich", gut, dann "ok, was soll’s". Wenn man feststellt, "es wäre hilfreich, aber kriege ich nicht hin", sagt man, "ok, was soll’s".
Selbstbehauptung heißt, eben nicht von jeder [[Kritik]] und von jeder [[Anregung]] gleich durcheinandergebracht zu werden. Selbstbehauptung kann aber auch heißen, in echten Angriffen sich zu behaupten. Auch das gibt es, [[Mensch]]en greifen einen an. Auch so etwas gibt es, und da gilt es auch, sich [[selbst]] zu behaupten.
Selbstbehauptung heißt dann nicht, aggressiv zu werden und zuzuschlagen, sondern manchmal, so wie Luther zu sein und zu sagen: "Hier stehe ich, ich kann nicht anders, [[Gott]] steh mir bei." Das ist eine Selbstbehauptung, stark zu sein, wie ein Baum verwurzelt zu sein. Manchmal heißt diese Selbstbehauptung, dabei höflich zu sein, liebenswürdig, aber in der Sache stark zu sein. So wie im Te King: "Außen weich und innen hart, so ist der Weise, wenn er unter den [[Mensch]]en wandelt." Es ist gut so eine innere Selbstbehauptung zu haben, äußerlich nicht hart zu sein, aber innerlich stark zu sein und selbstbehauptend.
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Selbstbehauptung

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Selbstbehauptung als hilfreiche Tugend
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