Handlungen, die von [[Natur]] aus bindend sind, verlieren ihre bindende Natur, wenn du sie mit [[Gleichmut]] oder Gleichmäßigkeit im [[Geist]]e ausführst und zwar mit Hilfe reiner [[Vernunft]], die jede Gebundenheit an sinnliche Objekte verloren hat und im [[Selbst]] ruht. Du musst diese reine Vernunft und den Gleichmut des Geistes kultivieren und entwickeln. Gott hat dem Menschen dieses wunderbare Mittel gegeben, um der [[Menschheit]] zu dienen und so das ewige [[Leben]] zu erlangen. Wenn der Mensch seinen Körper zur Befriedigung niederer [[Wunsch|Wünsche]] und eigennütziger Zwecke benutzt, wird er zu einem Objekt voller [[Mitleid]] und [[Verurteilung]]. Er ist im Kreislauf von [[Geburt]] und [[Tod]] gefangen. Lasse den Geist, während du handelst, im Selbst oder [[Ishvara]] ruhen. Wer ausgeglichene Vernunft entwickelt hat und im Selbst ruht, weiß, dass alle Taten vom inneren Göttlichen ausgeführt werden ([[Antaryamin]]). Er ist sich dessen vollkommen bewusst, dass eigentlich [[Gott]] in dieser [[Körper]]maschine agiert und diese Maschine bewegt. Ein solcher [[Yogi]] des Gleichmutes oder der Gleichmäßigkeit des Geistes versteht nun komplett die grundlegenden [[Prinzipien]], die alle physischen Handlungen ausführen. Er führt alle Handlungen im Dienst an Gott aus, um Seine Absichten zu erfüllen, ohne mit dem Ergebnis verhaftet zu sein, und erlangt so ewigen [[Frieden]].
'''Arbeit ohne BeweggrundMotiv'''
Im Normalfall plant der [[Mensch]] die Früchte seiner Arbeit, ehe er überhaupt eine Arbeit beginnt. Der Geist ist so gepolt, dass er sich keine Arbeit ohne Lohn oder Entschädigung vorstellen kann. Das liegt an [[Rajas]]. Das menschliche [[Swabhava]] ist immer so. Wenn langsam Unterscheidungsfähigkeit entsteht, wenn der Geist sich mit mehr [[Sattwa]] oder Reinheit füllt, ändert sich diese Natur langsam. Langsam stellt sich ein [[Sinn]] für Selbstlosigkeit ein. Rajas erzeugt [[Selbstsucht]] und [[Anhaftung]]. Ein selbstsüchtiger Mensch hat kein großes [[Herz]]. Er hat keine [[Ideal]]e. Er ist kleingeistig. Sein Geist ist voller [[Gier]]. Er berechnet ständig. Er kann keinen großherzigen Dienst tun. Er wird sagen: "Wenn ich so und so viel Arbeit einbringe, erhalte ich so und so viel Geld dafür." Er wird darauf achten, dass die Arbeit und das Geld im Gleichgewicht sind. Er möchte nicht mehr arbeiten, als er Geld bekommt. Er wird immer nach der [[Zeit]] schauen, wann er seine Arbeit niederlegen kann. Er ist geldgierig. Er ist nur auf Geld aus. Er ist von der [[Hoffnung]] auf Vergütung gesteuert. Er ist gierig danach zu gewinnen. Selbstloser Dienst ist ihm unbekannt. Er hat keine Vorstellung von Gott. Er hat keine Ahnung von der [[Wahrheit]]. Er kann sich kein erweitertes, selbstloses [[spirituelles Leben|Leben]] vorstellen. Er dreht sich in einem engen, begrenzten Zirkel. Er lebt in diesem kleinen Zirkel. Seine [[Liebe]] gilt seinem eigenen Körper, seiner Frau und seinen Kindern. Das ist alles. [[Großzügigkeit]] ist ihm fremd.
Wenn der [[Gedanke]] daran, Gutes zu tun, ein wesentlicher Bestandteil des [[Sein]]s eines Menschen geworden ist, wird er kein Motiv mehr erwägen. Er hat enorme [[Freude]] daran, anderen zu dienen und ihnen Gutes zu tun. Es liegt eine besondere Freude und [[Ananda]] in der eifrigen Praxis von Karma Yoga. Der Karma Yogi erhält innere spirituelle Stärke und [[Kraft]] durch die Ausübung motivloser und selbstloser Taten.
Er sollte das [[Geheimnis ]] von Karma Yoga verstehen. Er sollte sich in selbstlose Arbeit stürzen. Er muss unaufhörlich arbeiten. Er muss die Menschen mit [[Atma Bhava ]] pflegen. Er muss der [[Gesellschaft ]] auf unterschiedliche Arten dienen. Nach und nach wird er die Herrlichkeit und Größe selbstloser Arbeit verstehen. Er wird sein [[Wesen ]] mit göttlichem Glanz und süßem yogischen Aroma verändern. Viele seiner Taten mögen am Anfang seines yogischen Weges eigennützig sein. Das macht nichts. Er sollte bei diesem Ziel nicht entmutigt werden. Doch langsam, wenn seine Reinheit wächst, werden einige seiner Taten sich als selbstlos herausstellen. Langfristig werden alle seine Taten selbstlos sein. Er sollte geduldig und mit unermüdlicher Energie seine Arbeit leisten. Er muss den alten Geist der Selbstsucht zerstören und einen neuen Geist der Selbstlosigkeit aufbauen. Dies ist zweifellos eine mühselige Arbeit. Sie erfordert Anstrengung und konstantes Bemühen mit viel [[Geduld ]] und eisernem [[Willen]]. Selbstlose Arbeit erhebt und bringt [[Freiheit]]. Selbstsüchtige Arbeit hält den spirituellen Fortschritt auf und bringt eine weitere Kette an deinen Füßen an. Wenn du es schwierig findest, ohne jedes Motiv zu arbeiten, dann habe das eine starke Motiv nach Freiheit, wenn du deine Arbeit verrichtest. Dies wird dich nicht binden. Es wird alle anderen, niederen, selbstsüchtigen Motive zerstören und schließlich von selbst verschwinden, so wie der Stock, der benutzt wurde, um den toten Körper zu verbrennen, am Ende selbst verbrennt. Die Freude eines entwickelten Karma Yogi ist wahrlich grenzenlos. Worte können diesen erhobenen Zustand und das innerliche innere [[Glück ]] kaum beschreiben.
Betrachte die enorme und großherzige Arbeit Lord Buddhasvon [[Buddha]], Sri Sankaras [[Sankara]] und anderer Karma Yogis von einst. Ihre Namen werden von Nachkommenschaft Generation zu Nachkommenschaft Generation weitergegeben. Man erinnert sich noch immer an ihre Namen. Die ganze Welt preist sie in [[Ehrfurcht]]. Kannst du ihren Taten auch nur einen Hauch von selbstsüchtigem Motiv zuschreiben? Sie lebten dafür, anderen zu dienen. Sie waren Beispiele absoluter Selbstaufgabe.
Wachse. Reinige dein Herz. Lebe den wahren Geist des Karma Yoga. Lebe jede Sekunde für die Verwirklichung des Ideals und Zieles des deines Lebens. Dann und nur dann wirst du die wahre Herrlichkeit von Karma Yoga erkennen. Halte dir das Beispiel der großen Karma Yogis vor Augen, die der Menschheit gedient haben und daher Frieden, [[Wonne ]] und [[Weisheit ]] für alle ausstrahlten.
[[Kategorie:Artikel von Swami Sivananda]]
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