Psychotherapie bedeutet eine professionelle Beziehung zwischen Therapeut und Klient (bzw. Klientengruppe). Es sollte eine klare Indikation und [[Ziel]]setzung geben (im Gegenteil zu einer zum [[Beispiel]] reinen Selbsterfahrungsgruppe). Die Behandlung erfolgt nach mehr oder weniger abgesicherten, wissenschaftlichen Methoden. Es ist auch eine professionelle Begleitung des Klienten durch schwierige Lebensabschnitte.
Das Spektrum der angewandten Methoden ist sehr groß und wächst ständig noch weiter. Die Effizienz der Methode sollte ausreichend erforscht und dokumentiert sein ( Psychotherapieforschung). Immer mehr auch nehmen die östlichen, spirituellen Wissenschaften wie [[https://www.yoga-vidya.de/yoga/ Yoga]], [[Tantra]], [[https://www.yoga-vidya.de/meditation/ Meditation]] etc. Einfluss auf die [[mode]]rne, westliche Psychotherapie (z. B. in der [[transpersonale Psychotherapie|transpersonalen Psychotherapie]]). ==Psychotherapie heute== Die psychoanalytische Therapie wird heute seltener praktiziert, andere Methoden, wie z.B. die Verhaltenstherapie, werden häufiger praktiziert. Da es auch eine Zersplitterung in zahlreiche Schulen gibt, die teilweise konträre Vorstellungen haben und ein unterschiedliches Vokabular benutzen, kann man heutzutage nur noch schwer von der Psychoanalyse sprechen <ref>[https://www.psychologie-heute.de/news/gesundheit-psyche/detailansicht/news/der_wandel_in_der_psychoanalyse/ Psychologie heute: Psychoanalyse im Wandel]</ref>.  Die Grundvorstellungen, die eine Psychoanalyse zur Psychoanalyse macht, sind folgende:  *Überzeugung von der Existenz des Unbewussten (wobei die Vorstellungen, was das genau ist, teilweise abweichend sind)  *das Verhältnis zwischen Analytiker und Therapeut ist asymmetrisch; die Hauptverantwortung für die Geschehnisse im Behandlungszimmer hat der Psychotherapeut. Die freudianische Analysetechnik beruht darauf, mit dem Analytiker eine Art Verbindung gegen den neurotischen Teil seiner Persönlichkeit einzugehen. Das [[Ziel]] ist also, den Patienten als unabhängige Person zu entlassen. Im Verlauf der Sitzungen soll sich ein Psychodrama entwickeln. Die unterdrückten, infantilen Wünsche und Ängste des Patienten bestimmen das Geschehen und der Patient begibt sich mit dem Analytiker in eine Auseinandersetzung über Liebe, Zurückweisung, Autorität und Missachtung. Vorübergehend wird eine mutterkindähnliche [[Beziehung]] aufgebaut, wofür die Couch sinnbildlich steht (Verkriechen in den Schoß). Die Vorgänge werden dann allerdings kritisiert und interpretiert, um letztlich die Kräfte der Vernunft innerhalb des Patienten zu stärken. Es gibt heutzutage aber vielfältige Unterschiede. Manche Therapeuten legen eher Wert auf die Rekonstruktion der Lebensgeschichte, manche auf das Bewusstmachen des Unbewussten. Interessant ist auch, welche Bedeutung dem Traumhaften in einer Sitzung beigemessen wird. Die [[Traum|Träume]] des Patienten werden gedeutet, aber auch der Analytiker kann sich auf seine Fantasien bezüglich des Geschehens in der Sitzung konzentrieren, manche interpretieren gar die ganze Sitzung als Traum. Andere Fragen: Welcher Realitätsgehalt wird den Mitteilungen des Patienten zugeschrieben (gibt es eine Unterscheidung zwischen faktischer und innerer Realität)? Usw. Vor allem ändert sich das Rollenverständnis: Der Analytiker wird nicht mehr so als starke Autorität gesehen, es wird eher Wert gelegt auf den wechselseitigen Prozess. Man weiß heute, dass die Qualität der Beziehung zwischen Patient und Analytiker das entscheidendste Kriterium ist für eine gelingende Psychoanalyse. Interessant sind auch die vielfältigen kulturellen Unterschiede: In [[Indien]] gibt es beispielsweise so eine starke symbiotische [[Beziehung]] innerhalb der [[Familie]], sodass Verstrickungen innerhalb der Familie zu lösen nicht- wie im Westen- erwünscht sind, sondern eher Ablehnung auslösen. Generell herrscht in asiatischen Ländern oft ein anderes Verhältnis zur Autorität. Man nimmt die Worte des Analytikers an, wodurch erst gar nicht der Dialog zwischen Psychoanalytiker und Patient entstehen, der ja auf Widersprüche und gelegentlich auch Feindseligkeiten beruht.
==[[Spiritualität]] und Psychotherapie==
'''Artikel von Arnold Neumann aus dem [[http://www.yoga-vidya-kompakt.de/yoga-vidya-infos/ Yoga Vidya]] Journal Nr. 15, Frühjahr 2006'''
===Spiritualität===
[[Datei:Kerzen.jpg|thumb]]
Es gibt sehr viele traditionelle, spirituelle Wege wie z. B. [[Schamanismus]], [[https://www.yoga-vidya.de/yoga/ Yoga]], [[Tantra]], [[Sufismus]], [[Buddhismus]], [[Zen]], jüdische und christliche [[Mystik]]er und einige mehr. All diese [[Tradition]]en bieten den Schülern spirituelle [[Übung]]en und Anleitungen für diesen Weg der eigenen Erfahrung. Spiritualität ist keine Sache des Ostens, sondern gab und gibt es schon immer auf der gesamten [[Welt]] in allen Traditionen der Menschen. Auch gibt es auf allen Wegen [[Guru|Lehrer]] und [[Meister]], welche den Schülern auf ihren Wegen helfen und begleiten.
Oft ist es gut, einen Begleiter zu haben, der selbst schon auf dem spirituellen Weg bewandert ist.
Entwicklungszyklus.
Flucht aus [[https://www.yoga-vidya.de/psychologische-yogatherapie/einsatzbereiche/beschwerdebilder/angst/ Angst]] vor dem, was da alles passiert in der jeweiligen Entwicklung des jeweiligen Gebietes. Man kann sich aus [https://www.yoga-vidya.de/seminare/interessengebiet/angst-ueberwinden/ Angst] vor den anderen Gebieten ganz gut in einem Gebiet verschanzen
und dort dann auch sehr weit kommen und sehr gut und bewandert werden. Man kann Meister auf einem der 3 Entwicklungsgebiete werden und andere Menschen durch sein Können begeistern und mitziehen. Man kann dadurch berühmt und populär werden… und vieles mehr erreichen. All das aber ändert nichts an der Tatsache, dass man sich dem Rest der menschlichen Entwicklung verweigert und deshalb in einer Schieflage lebt.
sind viele große spirituelle Meister, welche eine Frau haben/hatten, nicht in der Lage, diese Beziehung so zu leben, dass sie auf der menschlichen Ebene befriedigend ist/gewesen wäre.
Dies ist ein guter Weg, herauszufinden, in wie weit ein spiritueller Meister nur Meister auf seinem Gebiet ist oder auch auf den anderen beiden Gebieten. Man fragt einfach seine Frau, ob sie glücklich mit ihm ist, man schaut, ob seine [https://www.yoga-vidya.de/kinderyoga/ Kinder ] glücklich sind, man schaut, ob er mit beiden [[Bein]]en auf der [[Erde]] steht.
Sieht man nämlich alle drei Gebiete als ganzheitliche, spirituelle Entwicklung, dann sind sehr viele
Jack Kornfield ist ein Buddhist, welcher sich in seinem Buch "Frag den [[Buddha]] und geh den [[Weg]] des [https://www.yoga-vidya.de/seminarsuche/herz Herzens]" ausführlich mit diesen Problematiken beschäftigt hat. Er ist für mich einer der ganz großen lebenden Buchautoren, persönlich habe ich ihn leider noch nicht kennen gelernt.
Jack Kornfield ist promovierter Psychologe und Psychotherapeut. Er war [[Mönch]] in [[Thailand]], [[Burma]] und [[Indien]] und lehrt seit 1974 weltweit [[https://www.yoga-vidya.de/meditation/ Meditation]]. Er zählt zu den ganz großen und anerkanntesten Vermittlern von buddhistischem Gedankengut für den westlichen [[Alltag]].
Er selbst musste im eigenen [[Leben]] erfahren, dass man zwar gut in den oberen [[Chakra|Chakren]] entwickelt sein kann, also die überbewusste, transpersonale Entwicklung mit enormem [[Erfolg]] betreiben kann, dies einem aber, zurück im normalen westlichen Alltag, dort nichts bringt. Dort nämlich sind sofort alle alten Probleme, welche man ungelöst zurückgelassen hat, wieder da. Sein persönlicher Entwicklungsweg ging von oben nach unten und zeigt, dass natürlich auch dies geht. Es ist vielleicht nicht gerade empfehlenswert, ein Buch von hinten nach vorne zu lesen, möglich aber ist alles.
Obwohl ich von meinem Kloster so klar, weiträumig und high zurückgekehrt war, entdeckte ich bald - in meiner [[Liebe]]sbeziehung, in meiner Wohngemeinschaft, und bei meinem Krankenhauspraktikum für die Hochschule -, dass mir die Meditation recht wenig für meine menschlichen Beziehungen gebracht hatte.
Noch immer war ich emotional unreif und agierte die qualvollen Muster von [[Schuld]] und [[https://www.yoga-vidya.de/psychologische-yogatherapie/einsatzbereiche/beschwerdebilder/angst/ Angst]],
[[Anziehung]] und [[Ablehnung]] aus, von denen ich vor meiner buddhistischen Schulung gefangen gewesen war; nur dass nun noch der [[Horror]] dazu kam, diese Muster weitaus klarer zu sehen. Ich konnte die Meditation der [[Herzenswärme]] für tausend Wesen irgendwo auf der Welt praktizieren, aber ich bekam fürchterliche Probleme damit, mich ganz auf einen Menschen hier und [[jetzt]] einzulassen.
um [[Tier]]e oder [[Pflanze]]n, ganz egal um was, ich kümmere mich immer um das Ganze, um Alles, um
Eins. Und damit auch um mich.
 
==Klientenzentrierte Psychotherapie nach Carl Rogers==
 
Die Klientenzentrierte Psychotherapie, die auch einfach Gesprächspsycho-therapie (GT) oder Personenzentrierte Gesprächspsychotherapie oder nicht-direktive Psychotherapie genannt wird, ist ein weltweit verbreitetes klassisches Psychotherapieverfahren der humanistischen [[Psychologie]], die in den 1970er-Jahren in [[Abgrenzung]] zu den etablierten [[Verfahren]] der [[Psychoanalyse]] und der [[Verhaltenstherapie]] entwickelt wurde.
 
Die Kernthese des Begründers [[Carl Rogers]] in der Humanistischen Psychologie lautet:
 
''"Das [[Individuum]] verfügt potenziell über unerhörte Möglichkeiten, um sich [[selbst]] zu begreifen und seine [[Selbstkonzept]]e, seine [[Grundeinstellung]] und sein selbstgesteuertes [[Verhalten]] zu verändern; dieses Potenzial kann erschlossen werden, wenn es gelingt, ein klar definiertes [[Klima]] förderlicher psychologischer [[Einstellung]]en herzustellen." - Carl Rogers''
 
===Exkurs-- grober Überblick Humanistische Psychologie/Psychotherapie===
 
Die Humanistische Psychotherapie ist eine der vier großen psychotherapeutischen [[Schule]]n neben der psychoanalytischen/psychodynamischen [[Tiefenpsychologie]], der Verhaltenstherapie und seit 2008 der Systemischen [[Therapie]]. (Daneben gibt es die [[Hypnosepsychotherapie]], die [[Gruppentherapie]]n, die imaginativen Therapien, die [[Körperpsychotherapien]], die [[Kreativtherapie]]n, die Soziotherapien und andere).
 
Zudem gibt es die medikamentöse Psychopharmakotherapie und nichtmedikamentöse biologische [[Verfahren]] (z.B. [[Lichttherapie]], Elektrokrampftherapie u. a.)
 
Zu den humanistischen und erlebnisorientierten Psychotherapien zählt außer der klientenzentrierten Gesprächspsychotherapie nach Carl Rogers die Gestalttherapie nach [[Fritz Perls]].
 
Psychische [[Störung]]en entstehen nach [[Auffassung]] der Humanistischen Psychologie durch [[Blockade]] der [[Selbstentfaltung]].
 
Ferner gibt es Psychologieansätze und Therapieverfahren, die der Humanistischen [[Psychologie]] nahestehen. Hierzu zählen die [[Logotherapie]] und [[Existenzanalyse]], die humanistische Psychoanalyse, des Neopsychoanalytikers [[Erich Fromm]] und das Humanistische [[Psychodrama]].
 
Zu den Grundannahmen der Humanistischen [[Psychologie]] zählen:
 
*Der [[Mensch]] ist mehr als die Summe seiner Teile
*Der Mensch lebt in einem sozio-kulturellen [[Kontext]] mit anderen Menschen
*Der Mensch benutzt den [[Verstand]] und ist sich seiner [[Wahrnehmungen]] bewusst
*Der Mensch hat einen freien [[Wille]]n und kann entscheiden
*Der Mensch strebt nach [[Selbstverwirklichung]]
 
===Grundannahmen der Klientenzentrierten Psychotherapie===
 
Klientenzentrierte Psychotherapie basiert auf einer humanistischen [[Anthropologie]] des angeborenen [[Selbstverwirklichung]]s-und [[Vervollkommnungsstreben]]s, die bei gesunden [[Entwicklungsbedingung]]en zu einer [[Reifung]] und positiven [[Selbstentfaltung]] der [[Persönlichkeit]] führt. Der [[Mensch]] wird in seiner biopsychosozialen [[Ganzheit]] (ganzheitlich!) wahrgenommen.
 
Die Personenzentrierte Psychotherapie stützt sich auf die innewohnenden [[Ressourcen]] und orientiert sich an ihnen. Klientenzentrierte Psychologie geht davon aus, dass jeder Mensch über ausreichende [[Potenzial]]e verfügt, die den [[Beginn]] seines [[Selbstheilungsprozess]]es auslösen können, sowie er auch [[selbst]] am besten in der Lage ist, seine persönliche [[Situation]] zu analysieren und eigene [[Problemlösung]]en für sich zu erarbeiten. Ausgehend von diesem positiven [[Menschenbild]] wird bei der personenzentrierten Psychotherapie der Klient zum Experten für sich selbst auf dem [[Wachstumsweg]] zu einer "fully functioning person", "einer voll funktionsfähige Person".
 
===Eigenschaften einer "fully functioning person" nach Rogers===
*[[Offenheit]] für [[Erfahrung]]en
*[[Akzeptanz]] der eigenen [[Person]]
*Zufriedenstellende soziale [[Beziehung]]en
*[[Kreativität]]
*Realistische [[Anpassung]] und [[Wahrnehmung]] der [[Umwelt]]
*Sich [[selbst]] als Ort der [[Bewertung]] gewahr sein
*Emotionale [[Stabilität]]
*[[Selbstkongruenz]] ([[Übereinstimmung]] von [[Selbstbild]] und [[Erfahrung]])
 
===Zentrale Begriffe dieses humanistischen Persönlichkeitsmodells sind:===
====Aktualisierungstendenz====
[[Aktualisierungstendenz]] wohnt dem [[Organismus]] im [[Sinne]] einer [[Tendenz]] zur [[Entfaltung]] aller positiven [[Kräfte]] inne, und strebt nach [[Erhalt]] und [[Förderung]] der "[[Ganzheit]]" des [[Organismus]]. Alle [[Wahrnehmung]]en, die auf einen Organismus einwirken, bewertet dieser im [[Sinne]] von "gut für sich" oder "schlecht für sich" und reagiert/handelt darauf entsprechend. Dieser organische [[Bewertungsprozess]] beginnt schon in der Säuglingszeit. Das [[Baby]] schreit, weil es [[Hunger]] hat oder es zu warm oder kalt ist. So werden negative und positive [[Erfahrung]]en ins vorsprachliche [[Bewusstsein]] aufgenommen.
 
====Selbstaktualisierungstendenz====
[[Selbstaktualisierungstendenz]] ist das [[Bestreben]], sich [[selbst]] zu erfahren und sein [[Erleben]] bewusst zu verarbeiten.
Die Klientin/der Klient:
 
*arbeitet heraus, was wirklich wichtig für sie/ihn ist.
*überprüft und bewertet ihre/seine sozialen [[Beziehung]]en.
*erwirbt [[Werte]] und findet für sich heraus, was sie/er wirklich gut oder schlecht findet
*entwickelt Zukunftsperspektiven und realistische [[Lebensziel]]e.
*Entdeckt nach und nach [[Neigung]]en und [[Begabung]]en.
 
====Selbstkonzept====
Das [[Selbstkonzept]] besteht aus allen [[Annahme]]n und [[Ansicht]]en über sich [[selbst]] einschließlich deren [[Wertung]] und entwickelt sich durch die [[Interaktion]] mit der [[Umwelt]] und wird durch sie beeinflusst, bzw. geprägt. [[Bezugsperson]]en, [[Freunde]], [[Partner]], [[Institution]]en, Arbeitskollegen, [[Gesetz]]e etc. Für die [[Entwicklung]] des Selbstkonzepts sind zwischenmenschliche [[Beziehung]]en grundlegend, wobei den primären Bezugspersonen (in der Regel die [[Eltern]]) dabei eine besonders bedeutsame [[Wirkung]] zukommt. Das Selbstkonzept ist ein dauerhaftes [[Muster]]. Es entsteht meist ein "Real-Selbst" und ein "Ideal-Selbst", also ein realistisches [[Selbstbild]] einer [[Person]] über ihre tatsächlichen [[Fähigkeit]]en, [[Eigenschaft]]en und Verhaltensweisen und ein idealistisches [[Selbstbild]], so wie sie sich wünscht zu sein oder worauf sie den höchsten [[Wert]] legt.
 
====Selbstbehauptungstendenz====
Die [[Selbstbehauptungstendenz]] ist bestrebt, das [[Selbstkonzept]] aufrechtzuerhalten. Die [[Erhaltung]] des Selbstkonzepts ist bei [[Mensch]]en oft vorrangiger als die Aktualisierungstendenz.
 
====Bedürfnis nach Anerkennung und bedingungsloser Wertschätzung====
Das [[Bedürfnis]] nach [[Anerkennung]] und bedingungsloser [[Wertschätzung]] sind die wichtigsten (seelischen) Bedürfnisse des Menschen. Jeder Mensch braucht das [[Gefühl]] gesehen, beachtet und verstanden zu werden.
 
====Inkongruenz====
[[Inkongruenz]] ist eine [[Diskrepanz]] zwischen dem [[Erleben]] (neuer [[Erfahrung]]en) des [[Organismus]] und dem Selbstkonzept, wodurch psychologisch relevante [[Spannung]]en entstehen, die als [[Konflikt]]e wahrgenommen werden. Eine [[Person]] mit beschädigtem [[Selbstkonzept]] wehrt vermeintlich bedrohliche [[Erfahrung]]en durch [[Verleugnung]] oder [[Verzerrung]] ab und die [[Inkongruenz]] zwischen dem [[Selbst]] und der [[Erfahrung]] bleibt bestehen. Selbstaktualisierungstendenz und Selbstbehauptungstendenz stoßen aufeinander, [[Erfahrung]]en werden widersprüchlich bewertet. Dies führt zunächst zu [[Störung]]en in der [[Interaktion]] und [[Kommunikation]] mit anderen und kann langfristig seelische [[Störung]]en bzw. psychische [[Fehlfunktion]]en begünstigen (z.B. neurotische, psychosomatische und [[Suchtkrankheit]]en).
 
====Kongruenz====
[[Kongruenz]] heißt [[Übereinstimmung]] und bezieht sich bei der klientenzentrierten Psychotherapie sowohl auf das Therapieziel, nämlich aktuelle [[Erfahrung]]en, die nicht mit dem Selbstkonzept übereinstimmen in Kongruenz mit dem Selbstkonzept zu bringen. Dabei ist die [[Person]] in der Lage ihr Selbstkonzept anzupassen.
 
Die Kongruenz bezieht sich aber auch auf die therapeutische oder beratende [[Grundhaltung]] und meint damit eine der positiven [[Rahmenbedingung]]en des Settings der klientenzentrierten Gesprächspsychotherapie. Die Therapeutin/der Therapeut verhält sich gegenüber der Klientin/dem Klienten authentisch, echt, und unverfälscht (keine [[Fassadenhaftigkeit]]). Sie/er kann sich kongruent nur verhalten, wenn sie/er in sich [[selbst]] kongruent ist, d.h. einen guten [[Zugang]] zu sich [[selbst]] hat und ihre/seine inneren [[Regung]]en und [[Bestrebung]]en wahrnimmt, ein reales [[Selbstbild]] hat. Wenn die Therapeutin/der Therapeut in einer [[Beziehung]] kongruent ist, ist es ihr/ihm möglich, die [[Welt]] aus den [[Augen]] der Klientin/des Klienten zu sehen.
 
====Bedingungslose Wertschätzung/Anerkennung====
Die bedingungslose [[Wertschätzung]] bezieht sich auf die [[Haltung]] der Therapeutin/des Therapeuten gegenüber der Klientin/des Klienten: Die Haltung ist aktiv, positiv zugewandt und warmherzig. Die Klientin/der Klient wird vom Therapeuten vorbehaltlos als ganze [[Person]] akzeptiert. So kann sich die Klientin/der Klient den inneren [[Erfahrung]]en zuwenden und sie annehmen.
 
====Empathie====
Unter [[Empathie]] versteht man das einfühlende [[Verstehen]] der [[Welt]] und der [[Problem]]e aus der [[Sicht]] der Klientin/des Klienten und das [[Können]], dieses [[Einfühlen]] mitzuteilen. Es geht vor allem um die mit dem [[Erleben]] verbundenen [[Gefühle]] und daraus resultierenden [[Werthaltung]]en. Bei der klientenzentrierten Gesprächspsychotherapie werden unterschiedliche [[Empathieform]]en der interaktiven-verbalen und nonverbalen [[Kommunikation]] unterschieden:
*die [[Wiederholung]] des Mitgeteilten
*Konkretisierung des Gesagten
*[[Einfühlen]] in das Selbstkonzept des Klienten
*[[Verständnis]] für das haltungsprägende Erleben des Klienten
 
===Nicht-Direktivität===
Die Therapeutin/der Therapeut beschränkt sich auf das [[Zuhören]]. Weder analysiert sie/er die Klientin/den Klienten, noch wird das [[Verhalten]] kommentiert. Sie/er belehrt oder tröstet nicht und spricht auch nicht über eigene [[Erfahrung]]en. Der therapeutische [[Prozess]] wird weder durch [[Frage]]n gelenkt, noch werden andere [[Intervention]]en wie [[Übung]]en, Rollenspiele oder Hausaufgaben vorgeschlagen.
 
===Aktives Zuhören===
Das aktive [[Zuhören]] findet eine zunehmende [[Verbreitung]] in vielen Lebensbereichen und gehört auch zum gesprächstherapeutischen [[Prozess]]. Hierbei handelt es sich trotz der im Folgenden genannten beschreibbaren technischer Aspekte mehr um eine [[Haltung]]:
*Zugewandte, offene [[Körperhaltung]]
*[[Blickkontakt]]
*Signalisieren, dass man zuhört, durch sogenannte Telefonlaute („hmm“, „ja“)
*Paraphrasieren des Gehörten: Die Therapeutin/der Therapeut wiederholt mit eigenen [[Wort]]en zusammenfassend, was sie/er gehört hat. Er möchte sich vergewissern, ob sie/er die Klientin/den Klienten richtig verstanden hat.
 
===Verbalisierung emotionaler Erlebnisinhalte===
Sind [[Mensch]]en bezüglich ihrer [[Problem]]e sehr verkopft und können ihre [[Gefühle]] nicht gut ausdrücken, kann die Therapeutin/der Therapeut zurückspiegeln, welche Gefühle sie/er durch das empathische [[Zuhören]] wahrgenommen hat, was auf emotionaler Ebene „eigentlich“ mitgeteilt wurde. Durch ständiges [[Feedback]] mit eigenen [[Wort]]en gelingt es der Therapeutin/dem Therapeuten selektiv und nicht deutend die Gefühls- und erlebnismäßigen [[Inhalt]]e aus dem [[Gespräch]] mit seinem Gegenüber aufzugreifen und ihm dann mitzuteilen, was sie/er von dessen Erlebniswelt glaubt, verstanden zu haben.
 
Die bedingungslose [[Anerkennung]] hilft der Klientin/dem Klienten, die emotionalen [[Anteil]]e [[selbst]] wahrzunehmen und anzunehmen. Durch das konsequente [[Widerspiegeln]] der emotionalen Erlebnisinhalte findet die Klientin/der Klient immer tiefer zu sich [[selbst]]. Die [[Selbstexploration]] geschieht hier also auf einem längeren gemeinsamen Weg in diesem speziellen therapeutischen [[Setting]]. Die Therapeutin/der Therapeut ist in der Lage der Klientin/dem Klienten einen echten Resonanzboden zu bieten, kein "Nachplappern" ihrer/seiner [[Aussage]]n. Sie/er zeigt durch das permanente [[Feedback]], dass er/sie wirklich die [[Welt]] der Klientin/des Klienten verstehen will; dies wiederum bestätigt das [[Gefühl]] des Verstandenwerdens.
 
===Therapieziel===
Die Klientin/der Klient wird sich im Idealfall der eigenen innewohnenden Ressourcen bewusst und erlebt diese auch emotional. Die [[Anwendung]] der personenzentrierten Gesprächsführung wirkt somit ich-stärkend, auch wenn negative [[Gefühl]]e erlebbar werden. Durch die bedingungslose [[Wertschätzung]] und daraus folgenden [[Selbstannahme]] kommt es zur [[Exploration]] der selbstheilenden und anderer ohnehin innewohnenden positiven Kräfte und [[Potenzial]]e zur [[Persönlichkeitsentwicklung]]. [[Ziel]] ist auch die [[Förderung]] des [[Selbstvertrauen]]s auch die [[Zunahme]] eigenverantwortlicher [[Entscheidungsfähigkeit]]. In der [[Begegnung]] mit dem therapeutischen Gegenüber hat die Klientin/der Klient die [[Chance]], [[selbst]] die [[Möglichkeit]]en zur konstruktiven [[Gestaltung]] des eigenen [[Leben]]s zu wahrzunehmen.
==Gedanken Anderer zum Thema==
'''Psychotherapie''':
Die Menschen sind sehr unterschiedlich und oft helfen passende, [[maß]]volle [[Arbeit]] und sich möglichst viel im [[Grün]]en bei Tageslicht zu bewegen beispielsweise gegen [[https://www.yoga-vidya.de/psychologische-yogatherapie/einsatzbereiche/beschwerdebilder/depression/ Depression]] oder [[Tamas]]. [[Yogastunde]]n unterstützen vielleicht noch mehr als eine [[Zeit]] in der [[Sonne]]; beides zusammen im Park kann auch gelingen...
'''Zitate''' (Bitte gib deine Quelle an):
*[[Sinn]]
*[[Bewusstsein]]
*[[https://www.yoga-vidya.de/psychologische-yogatherapie/einsatzbereiche/beschwerdebilder/angst/ Angst]]
*[[Phobie]]
*[https://www.yoga-vidya.de/psychologische-yogatherapie/einsatzbereiche/beschwerdebilder/burnout-stress/ Burnout]*[[Psychologie]]*[[BurnoutTiefenentspannung]] ==Fußnoten==<references/>
==Literatur==
*[https://www.yoga-vidya.de/ausbildung-weiterbildung/therapie-aus-weiterbildung/psychologischer-yoga-therapeut/ Weiterbildung zum Psychologischen Yogatherapeuten]
*[https://www.yoga-vidya.de/ausbildung-weiterbildung/therapie-aus-weiterbildung/heilpraktiker-ausbildung/heilpraktiker-psychotherapie-vorbereitung-auf-amtsaerztliche-kenntnispruefung/ Heilpraktiker Psychotherapie, Vorbereitung auf amtsärztliche Kenntnisprüfung]
*[httphttps://wwwblog.yoga-vidya.de/de/service/blog/tag/spirituelle-psychotherapie/ Blog: Spirituelle Psychotherapie]
*[https://www.yoga-vidya.de/ausbildung-weiterbildung/kursleiter-ausbildung/mentales-training-und-gedankenkraft-kursleiter-ausbildung/ Kursleiter-Ausbildung Mentales Training und Gedankenkraft]
==Multimedia==
===Atemübung bei Angst und Panik===
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===Meditation in naturwissenschaftlicher Forschung===
[[Kategorie:Psychologie]]
[[Kategorie:Krankheit]]
[[Kategorie:Yoga Vidya Journal]]
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