Senne

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Die Senne‏‎ ist eine Landschaft in Nordrhein-Westfalen. Senne ist insbesondere eine Heidelandschaft, eine Art Landschaft mit sandigem Boden, es ist die bedeutendste zusammenhängende Heidelandschaft in Nordrhein-Westfalen. Teile der Senne sind große Flächen mit Magerrasen sowie auch naturnahe Gewässer und Moore. Die Senne-Landschaft hat eine reichhaltige Flora und Fauna.

Die Sennenlandschaft im Herbst Copyright

Die Senne als Ausflugsziel

Es gibt dort in etwa 5000 verschiedene Tier- und Pflanzenarten und dort gibt es über 900 Tier- und Pflanzenarten, die auf der roten Liste stehen, die also besonders geschützt sind. Die Senne hat insgesamt 250 km², ist also durchaus recht groß, man könnte sagen, wie zwanzig mal zwölf Kilometer und davon knapp die Hälfte ist der Truppenübungsplatz Senne, der vor allem von den britischen Streitkräften genutzt wird. Heute ist das Jahr 2016, man nimmt an, dass in den nächsten Jahren die britischen Streitkräfte die Senne verlassen werden und dann wird unter anderem überlegt, ob man einen Naturschutzpark Teutoburger Wald – Senne errichten will. Die Senne ist zwischen Paderborn und Augustdorf, sie ist am westlichen Rand des Teutoburger Waldes, sie ist auch ein schöner Ausflug. Angenommen, du willst einen schönen Fahrradausflug machen von Bad Meinberg aus, dann gibt es einen schönen Fahrradweg, wo du um die Senne herumfahren kannst, indem du über die Externsteine weiterfährst über den R1, das ist ein Europa-Radweg, über Detmold, Augustdorf und dann über Stukenbrock und dann weiterfährst an der Senne entlang, letztlich am Truppenübungsplatz vorbei – das klingt dramatischer als es ist – du fährst praktisch über die Senne.

Landschaft der Senne

Die Externsteine bei Horn-Bad Meinberg

Besonders schön an der Senne ist auch die Quelle der Ems, also die Ems hat ihre Quelle in der Senne, und dann geht es weiter bis zu einem Stadtteil von Paderborn, Schloss Neuhaus und weiter Bad Lippspringe und Schlangen und dann zurück, z.B. über den Bäder-Weg, nach Bad Meinberg. Es gibt auch schöne weitere Senne-Radwege und zu bestimmten Tagen kann man auch durch das Sperrgebiet hindurchfahren mit dem Fahrrad, was nochmals besonders schön ist. Die Senne hat auch viele schöne Landschaften, es gibt Bachlandschaften, es gibt auch reine Heidelandschaften, es gibt Dünen in der Senne, es gibt noch viele andere Landschaften, die besonders schön sind in der Senne. Natürlich, manchmal blühen die Heidepflanzen und es gibt auch Blaubeeren und vieles andere. Die Senne liegt also zwischen Bielefeld, Stukenbrock, Augustdort, Schlangen, Schloss Neuhaus, Hövelhof und Brackwede. Man spricht von der unteren Senne und der oberen Senne und es gibt noch das Drumlin-Feld.

Geschichte der Senne

Vielleicht noch etwas zur Geschichte der Senne. Der Name „Senne“ wurde schon 804 erwähnt als Sinethi, man findet auch noch andere Ausdrücke. Im Althochdeutschen bedeutet Senne Weideplatz und so ist die Senne schon früh als Weideplatz verwandt worden. Die Senne wurde im Mittelalter als Wüste Senne bezeichnet, denn die Ernteerträge waren gering. Es gab zwar schon vor fast 10.000 Jahren Jäger und Sammler im Senneraum, es gibt dort einige archäologische Zeugnisse, auch in Bronze- und Eisenzeit gab es Hügelgräber entlang des Gebirgsrandes und vor den Pässen über den Teutoburger Wald, also in der Senne. Allerdings, im Mittelalter wurde die Senne siedlungsfreier Raum, denn es war dort recht unfruchtbar, eben dieser sandige Boden hat wenig landwirtschaftliche Erträge abgeworfen. Man hat in der Senne nur die Tiere weiden lassen und hat auch in der Senne Holz geschlagen. Erst nach dem Dreißigjährigen Krieg wurden Dörfer auch im Inneren der Senne angelegt, so entstand Haustenbeck 1659 und auch Augustdorf entstand 1775. Und auf der Paderborner Seite entstand 1659 das „Neue Dorf“ (Niendorp), aus dem sich später die Gemeinde Hövelhof entwickelte.

Aber der größte Teil der Senne, das Senne-Innere, blieb weiter unbesiedelt, weshalb es später auch zu Truppenübungsplätzen wurde, schon im 19. Jahrhundert und dann später natürlich nach dem Zweiten Weltkrieg unter den Engländern. Im Mittelalter gab es in der Senne einzelne siedelnde Menschen, die wurden Heidebauern genannt. Es gab dort Holzeinschlag und Waldweide und so entwickelte sich eine weitere Auflichtung der Wälder und eine größere Heidelandschaft. Um die Heidelandschaft mehr nutzbar zu machen, entstand die Plaggendüngung und das heißt die ertragsarmen Böden wurden abgetragen, diese kamen dann als Einstreu in den Viehstall und später kamen dann die mit dem Dung vermischten Plaggen auf die Felder als Düngemittel. Natürlich, durch das Plaggenstechen entstanden Sandflächen ohne jegliche Vegetation und später gab es dort Pionierpflanzen und bevorzugt Heidekraut. Man könnte sagen, durch die Plaggennutzung entstanden einige Gebiete, die dann doch landwirtschaftlich genutzt werden konnten und andere wurden dann sehr karge und fast reine Sandböden mit ab und zu mal das Heidekraut. Wie ich gerade gesagt habe, im 19. Jahrhundert wurde ein großer Teil der Senne zum militärischen Gebiet, Paderborn und Neuhaus wurden seit 1820 Garnisonsstädte der Kavallerie und so wurden für diese Einheiten immer größere Teile der Senne erworben und wurden zum Kavallerie-Übungsplatz.

Auch das VII. Armeekorps mit Stabssitz in Münster erweiterte den Übungsplatz 1891 zu einem allgemeinen Militärübungsplatz. Und später wurden diese Fläche zum Sperrgebiet erklärt. Im heutigen Sennelager, das damals noch als Südlager bezeichnet wurde, campierten die übenden Soldaten in Zeltdörfern. 1901 wurde das neue Lager bei Augustdorf angelegt und das wurde dann in Steinbauweise angelegt. Im Ersten Weltkrieg entstanden in der Senne Lager für Kriegsgefangene, es gab bei Sennelager das Waldlager und bei Staumühle ein weiteres Lager und es gab bis zu 40.000 Insassen. Bis heute gibt es ein Gefängnis Staumühle. Die letzten Russen haben erst 1921 die Lager verlassen. Das Lager Staumühle wurde teilweise als Kinderdorf umgebaut. Und ab 1935, unter den Nationalsozialisten, wurden wieder die militärischen Anlagen um die Senne herum ausgebaut. So entstand das Nordlager, an dem sich heute die Rommel-Kaserne befindet. Und der Truppenübungsplatz wurde nochmals erweitert in den 30er Jahren und zahlreiche Einwohner wurden umgesiedelt, sogar Haustenbeck wurde von Menschen befreit und entstand dort ein großes Stammlager. Ab 1941 wurden dort auch viele sowjetische Kriegsgefangene untergebracht, von denen 65.000 starben, teil unter schlimmsten Bedingungen.

So wurde 1945 in der Senne im Lager Staumühle auch ein Internierungslager eingerichtet und so wurden dort ehemalige Nationalsozialisten gefangen gehalten. Und im Nordlager wurden bis zu ihrer Repatriierung auch ehemalige Kriegsgefangene untergebracht. Nach der Gründung der Bundeswehr nahmen auch deutsche Soldaten neben britischen, niederländischen und belgischen Truppen am Übungsbetrieb in der Senne teil. Und im Lager Staumühle wurden auch 1989 Flüchtlinge aus der DDR aufgenommen. In Augustdorf sind im Jahr 2014 noch etwa 4000 Deutsche stationiert, die Engländer haben 2010 ihren endgültigen Abzug für das Jahr 2020 angekündigt. Haustenbeck übrigens ist ein Dorf, das heute nicht mehr existiert, es gibt nur noch Ruinen, das Dorf Haustenbeck wurde unter den Nationalsozialisten vollständig zum Truppenübungsplatz umgewandelt. 1659 wurde dort eine Ortschaft gegründet, nämlich Haustenbeck, von Hermann Graf Adolf, er wollte dort an der lippischen Grenze Zölle erheben, denn es war die Grenze zwischen dem Lippischen und dem Paderborner Teil der Senne. Und so lebten 1840 im Ort tausend Menschen, 1937 wurden 1300 Bewohner umgesiedelt und viele siedelten um nach Moorlage, Isenbüttel, Wanzleben und anderen Städten. Bis heute ist Haustenbeck unbesiedelt und liegt eben innerhalb des Truppenübungsplatzes, der hauptsächlich von den Engländern genutzt wird.

Die Senner Pferde

Ein besonders interessantes Phänomen sind auch die Senner Pferde. Die Senner Pferde sind der Versuch einer renaturierten Pferderasse, die Senner Pferde gibt es seit 1160, sie gehören zu den ältesten Pferderassen. Das Gestüt befand sich im Besitz der lippischen Grafen und unter Graf Simon VI. gab es in der Senne einen Bestand von 200 Stuten. Graf Simon VI. lebte bis 1613. Durchziehende Truppen raubten im Dreißigjährigen Krieg viele dieser Pferde und so wurde das Gestüt im Bereich des späteren Jagdschlosses Lopshorn angesiedelt. Über Jahrhunderte gehörten große Gebiete der Senne zum Lebensraum der Stuten und ihrer Fohlen, die sich dort ganzjährig frei bewegen konnten. Man fing nur die Hengste ein und setzte sie im fürstlichen Marstall, also bei den Fürsten zu Lippe, als Reit- und Jagdpferde ein. Und seit 1935 werden die lippischen Pferde betreut von Privatleuten. Und seit 2003 gibt es die Initiative „Wiederaufbau des Schlosses Lopshorn“ als gemeinnützige GmbH und so wollen sie das älteste Gestüt Deutschlands wieder beleben und so sind in der Senne eine Reihe von Pferden dort. Es gibt die Stadt Sennestadt als Planstadt für Vertriebene und Flüchtlinge, es ist heute ein Bielefelder Stadtbezirk und es ist ein Beispiel deutscher Stadtplanung nach 1945.

Flora und Fauna der Senne

Die Senne hat, wie vorher erwähnt, eine reichhaltige Flora und Fauna, da will ich jetzt nicht allzu viel sagen. Es gibt dort auch viele Amphibien, Reptilien, Fische, wie z.B. Eidechsen und auch Schlingnatter, Ringelnatter, Blindschleiche, die kann man dort, wenn man dort wandern geht in der Senne, auch sehr leicht entdecken. Es gibt auch Krebse in den kleinen Bächen dort und man findet auch wunderschöne Blumen, auch außergewöhnliche Blumen. Es gibt Rebhühner und vieles andere. Seit dem Jahr 1998 gibt es Überlegungen, einen Nationalpark Senne zu errichten, man wollte einen Nationalpark Teutoburger Wald – Senne errichten. Es ist etwas zum Stocken gekommen, weil Menschen befürchten, dass sie dann nicht mehr sich frei in dem Teutoburger Wald, in der Senne bewegen können oder auch, dass die Städte, die zum Teil das Holz nutzen, dieses nicht mehr so nutzen können. Das sind jetzt einige Gedanken zum Thema „Senne“, also eine faszinierende Landschaft, eine Heidelandschaft, teilweise mit Bäumen, teilweise mit Heideblumen, teilweise mit Sand und teilweise einfach schön zum Meditieren, zum Spazieren und zum Entspannen. Wenn du regelmäßig zu Yoga Vidya Bad Meinberg kommst, kannst du dir auch mal überlegen, ob du mal einen Ausflug machen willst in die Senne, mindestens an die Ränder der Senne.

Senne‏‎ Video

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Senne‏‎ - weitere Informationen

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Siehe auch

Senne‏‎ ist ein Ausflugsziel im Lipperland, Ausflugsziel in Ostwestfalen-Lippe. Weitere Ausflugsziele, Kraftorte und Sehenswürdigkeiten im Lipperland und OWL:

Ausgewählte Kraftorte, Sehenswürdigkeiten, Ausflugsziele

Yoga Vidya Bad Meinberg

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