Verworrenheit

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Verworrenheit - Definition und praktische Lebenshilfe. Verworrenheit ist die Bezeichnung eines Zustandes, der keine Ordnung, keine Übersichtlichkeit hat. Was verworren ist, das kann man versuchen zu entwirren. Das Substantiv Verworrenheit wird verwendet in Bezug auf eine Lage, auf Gedanken, auf die Verhältnisse und auch auf den psychischen Zustand des Menschen.

Meditation hilft bei Verworrenheit

Im Yoga Sprachgebrauch bezeichnet Verworrenheit einen geistigen Zustand, in dem man nicht genau weiß, was man tun soll. Das kann z.B. Kshipta sein, ein zerstreuter Gemütszustand. Verworrenheit kann es geben in Bezug auf seine Ziele, seine Prioritäten. Man kann verwirrt sein bzgl. seiner Pflicht, seiner Aufgabe. Man kann im Ungewissen sein, was man als Nächstes tun soll.

Besonders wird man sich der Verworrenheit des Geistes bewusst, wenn man meditieren will und das gedankliche Chaos bemerkt. Durch regelmäßige Meditation kann man den Geist klarer machen, ruhiger. Indem man die verworrenen Gedanken ignoriert, kommt man zu einer Erfahrung des Lichtes und der Freude. Die wahre Natur des Menschen ist laut Vedanta Sat-Chid-Ananda, Sein-Wissen-Glückseligkeit. Wer das erfahren hat, der ist jenseits aller Verworrenheit.

In der Psychiatrie ist Verworrenheit ein Begriff für eine formale Denkstörung, im ICD -10 R41.0 als Orientierungsstörung zu betrachten. Verworrenheit bedeutet, dass jemand nicht klar denken kann, sich nicht verständlich ausdrücken kann, kein kohärentes Denken zeigt, getrübtes Bewusstsein hat. Kennzeichnend für Verworrenheit sind auch Störungen des Gedächtnisses, Konzentrationsstörungen, Unruhe, Umtriebigkeit, das Zerfahrene, auch der Verlust der räumlichen Orientierung. Verworrenheit kann temporär sein, z.B. infolge von Dehydration, Alkoholmissbrauch, Drogenmissbrauch. Sie kann auch chronisch werden, z.B. durch eine schwere Psychose oder durch fortgeschrittene Demenz, z.B. Alzheimer-Krankheit.

Verworrenheit und Leistungsgesellschaft

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Bedeutung von Verworrenheit

Verworrenheit und Leistungsgesellschaft, was hat das mit einander zu tun? Verworrenheit und Leistungsgesellschaft. Verworrenheit bedeutet, das man verwirrt ist. Das man nicht klar ist. Wirr ist jemand der irgendwo in Verwirrung ist. Gut – und Verworrenheit ist eine andere Variation. Ein Wort das aus „wirr“ kommt ist Verworrenheit.

Verworrenheit heißt man denkt nicht klar. Verworrenheit heißt man spürt nicht klar. Verworrenheit heißt man hat konfuse Gedanken. Und letztlich die moderene Gesellschaft eine Leistungsgesellschaft wird genannt. Sie wird auch Anspruchsgesellschaft genannt.

Leistungsgesellschaft und Anspruchsgesellschaft

Leistungsgesellschaft und Anspruchsgesellschaft sind letztlich beides Verworrenheit. Die Leistungsgesellschaft besagt, du musst etwas leisten. Du musst etwas tun. Du musst gut sein. Du musst besser sein, was ja oft auch mit inneren Antreibern verbunden ist. Du musst schnell sein. Du musst perfekt sein. Du musst stark sein. Du musst etwas tun.

Eine Leistungsgesellschaft ist ziemlich verworren. Menschen halten sich an diese Leistungsgesellschaft und die Ideale der Leistungsgesellschaft, denken sie würden so glücklich werden. Aber es ist nur verworren. Man wird nicht glücklich wenn man ausreichend leistet. Und Menschen werden es einem nicht danken wenn man ausreichend leistet. Man kann sich keine Liebe erkaufen indem man etwas leistet. Das sind alles diese Irrtümer. Deshalb führt das oft genug in das Unglück.

Es ist trotzdem gut etwas zu leisten. Aber nicht um glücklich zu sein im Sinne von weil du dir den Respekt der anderen verdienst und die Liebe. Sondern es ist gut seine Kräfte zu entfalten. Es ist gut sich für etwas einzusetzen was gut ist. Es ist gut sich zu bemühen und für Menschen da zu sein und es kann auch Spaß machen etwas zu tun. Das ist dann keine Verworrenheit. Das wäre Karma Yoga. Genau so gibt es diese Verworrenheit im Sinne von zu glauben, das du glücklich wirst, wenn du genau das bekommst was du willst.

Die zweite Verworrenheit unserer Leistungsgesellschaft ist ja die Anspruchsgesellschaft. Man will etwas bekommen für sein Geld. Auf dem spirituellen Weg ist das ja noch verworrener. Menschen haben inzwischen besondere Ansprüche an ihren Yoga Lehrer. Er muss ganz besonders gut unterrichten. Er muss einfühlsam unterrichten. An der richtigen Stelle korrigieren. Ein spiritueller Lehrer hat gefälligst einfühlsam zu sein. Er muss einen besonders berücksichtigen. Er muss auf Feedback eingehen, auf die Wünsche und Bedürfnisse.

Das ist Verworrenheit, denn der spirituelle Lehrer hat mehr die Aufgabe den Schüler zu prüfen. Der spirituelle Lehrer hat die Aufgabe dem Schüler zu zeigen wo er Schwächen hat. Der spirituelle Lehrer hat die Aufgabe die Gemütlichkeit des Schülers zu stören. Das sind die Aufgaben des spirituellen Lehrers. Nicht irgendwie ein freundlicher mitfühlender psychotherapeutischer Mentor, der wie eine Art Mutter einen irgendwo öfters mal Streicheleinheiten gibt. Das ist es nicht.

Überwinde die Verworrtenheit

In diesem Sinne, überwinde diese Verworrenheit. Mache dir erst mal klar was alles in deinem Kopf wirr ist. Was wirr ist, was du denkst wann du glücklich sein wirst. Die Wirrheit, die Verworrenheit zu glauben du könntest dir Liebe verdienen, in dem du nur genügend leistest. Die Verworrenheit, das du glaubst, das spirituelle Lehrer deinen Ansprüchen gerecht werden müssen. Und auch die Verworrenheit, das du glaubst wenn du deine Ansprüche ausreichend hoch schraubst, dann wirst du glücklich werden. Dann kannst du dafür sorgen, das alles gut ist.

Alles ziemlich verworren. Erfahre stattdessen: du bist das unsterbliche Selbst. Auf einer relativen Ebene hast du einen Körper und eine Psyche. Du musst dir keine Liebe verdienen. Die Liebe ist jetzt da. In diesem Moment kannst du die Liebe Gottes spüren. In diesem Moment kannst du die Liebe zu dir und in dir spüren. In diesem Moment kannst du dein Herz öffnen und Liebe zu anderen spüren. In diesem Moment ist Liebe erfahrbar.

Aber engagiere dich. Tue etwas. Setze dich für das Gute ein. Mit diesem Körper und mit dieser Psyche. Du hast auch Aufgaben in diesem Leben. Aber, mit dieser Klarheit handle. Nicht mit der Verworrenheit. Wo du so vieles miteinander durcheinander bringst.

Das waren ein paar Gedanken zu Verworrenheit und wie du Verworrenheit überwinden kannst. Und auch über die Grundsätzlichkeit der Verworrenheit gerade in der Leistungsgesellschaft.

Aus folgendem Vortrag von Sukadev Bretz:

Verworrenheit in Beziehung zu anderen Persönlichkeitsmerkmalen

Verworrenheit gehört zur Gruppe der Persönlichkeitsmerkmale, Schattenseiten, Laster und Tugenden. Um dieses Charaktermerkmal besser zu verstehen, wollen wir es in Beziehung setzen mit anderen:

Synonyme Verworrenheit - ähnliche Eigenschaften

Synonyme Verworrenheit sind zum Beispiel Wirrheit, Abgeneigtheit, Unausgegorenheit, Ungeordnetheit, Unklarheit, Unverständlichkeit, Durcheinander, Merkwürdigkeit, Kunterbuntheit, Vielfalt, Fülle .

Man kann die Synonyme in zwei Gruppen einteilen, solche mit positiver Konnotation und solche mit negativer Konnotation:

Synonyme mit negativer Konnotation

Synonyme, die gemeinhin als negativ gedeutet werden, sind zum Beispiel

Synonyme mit positiver Konnotation

Synonyme mit positiver Konnation können helfen, eine scheinbare Schattenseite auch positiv zu sehen. Synonyme mit positiver Konnotation sind zum Beispiel

Antonyme Verworrenheit - Gegenteile

Antonyme sind Gegenteile. Antonyme, also Gegenteile, von Verworrenheit sind zum Beispiel Gewissheit, Entschiedenheit, Deutlichkeit, Klarheit, Kenntnis, Sicherheit, Unanfechtbarkeit, Unwiderlegbarkeit, Wahrheit, Wirklichkeit, Bestimmtheit, Vertrauen, Bestimmtheit,, Pingeligkeit, Kleinlichkeit, . Man kann auch die Antonyme, die Gegenteile, einteilen in solche mit positiver Konnotation und solche mit negativer Konnotation.

Antonyme mit positiver Konnotation

Antonyme, also Gegenteile, zu einem Laster, einer Schattenseite, einer negativen Persönlichkeitseigenschaft, werden gemeinhin als Gegenpol interpretiert. Diese kann man kultivieren, um das Laster, die Schattenseite zu überwinden. Hier also einige Gegenpole zu Verworrenheit, die eine positive Konnotation haben:

Antonyme mit negativer Konnotation

Nicht immer ist das Gegenteil einer Schattenseite, eines Lasters, gleich positiv. Hier einige Beispiele von Antonymen zu Verworrenheit, die aber auch nicht als so vorteilhaft angesehen werden:

Eigenschaften im Alphabet davor oder danach

Hier einige Eigenschaften, die im Alphabet vor oder nach Verworrenheit stehen:

Eigenschaftsgruppe

Verworrenheit kann gezählt werden zu folgenden beiden Eigenschaftsgruppen:

Verwandte Wörter

Verwandte Wörter zu Verworrenheit sind zum Beispiel das Adjektiv verworren, das Verb verworren, sowie das Substantiv Verworrener.

Wer Verworrenheit hat, der ist verworren beziehungsweise ein Verworrener.

Siehe auch

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Seminare zum Thema Angst überwinden:

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Shivakami Bretz,


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