Reiki

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Reiki Reiki ist eine aus Japan stammende spirituelle Praxis und Form des Heilens durch Handauflegen, die von Mikao Usui entwickelt wurde.

Reiki-Behandlung

Durch mehrere Einweihungen werden in einer Person Energiekanäle dauerhaft geöffnet, so dass sie kosmische Energie (Lebensenergie) verstärkt aufnehmen und auf andere übertragen kann. Der Begriff "Reiki" stammt aus dem Japanischen und setzt sich aus den Schriftzeichen für "Rei", Universum, Kosmos, Geist, Seele, Magie, spirituell, göttlich und "Ki", Kraft, Energie, Vitalität, Atem, Gas, Bewusstsein zusammen. Er wird häufig mit "universeller Lebensenergie" übersetzt.

Legende

Das Herzchakra in künstlerischer und freier Darstellung

Einer Legende nach war Mikao Usui, der Gründer des Reiki, ein christlicher Missionar und Lehrer in einer Missionsschule. Eines Tages wurde er von einem seiner Schüler gefragt, wie Jesus geheilt habe. Er war bestürzt, weil er diese Frage nicht beantworten konnte und auch in der Bibel fand er keine Antwort auf diese Frage. Deshalb legte er alle Ämter nieder und gelobte, nicht eher zu seinen Schülern zurückzukehren, bis er diese Frage beantwortet hätte. Er begann, alte Schriften in verschiedenen Sprachen zu studieren und nach langer Suche fand er Hinweise zum Thema "Heilen" und auf die im Reiki verwendeten Symbole in verschiedenen Sanskrit-Schriften. Nun wusste er einiges über die Theorie des Heilens, hatte aber nicht die praktischen Fähigkeiten dazu. Deshalb zog er sich zu einer langen Meditation auf den Berg Kurama bei Tokyo zurück und gelobte, nicht wieder aufzustehen, ehe er eine Lösung seines Problems gefunden hatte.

Am 21. Tag seiner Meditation gelangte er in einen tief meditativen Zustand, in dem sich ihm die verschiedenen Symbole und Mantras des Reiki offenbarten. Gleichzeitig erhielt er die Fähigkeit, Reiki (also kosmische Energie) auf andere zu übertragen und andere in Reiki einzuweihen, so dass diese die Lebensenergie auch übertragen konnten. Auf seinem Abstieg vom Berg Kurama stieß er sich einen Fuß so heftig an einem Felsen, dass dieser blutete. Intuitiv legte er seine Hände auf die Wunde und die Blutung hörte auf. Unten im Dorf kehrte er in einer Schenke ein und bestellte ein großes Essen. (Er hatte 21 Tage gefastet.) Und wie durch ein Wunder konnte er alle Nahrung ohne Probleme vertragen, obwohl er das Fastenbrechen nicht einhielt. Der Wirt der Schenke erzählte ihm, dass seine Tochter seit ein paar Tagen unter fürchterlichen Zahnschmerzen litt. Usui legte ihr die Hände auf und die Schmerzen verschwanden. Von da an widmete Usui sich seiner Kraft zu, Menschen zu behandeln. Er behandelte viele Arme kostenlos, stellte aber nach einiger Zeit fest, dass das alleine nicht reichte. Er musste die Menschen auch unterrichten, damit sie ihr Leben ändern konnten. So entstanden die Reiki-Lebensregeln und das Reiki-System.

Diese Legende wurde lange Zeit als historisch angesehen. Aber auch, wenn heutige Erkenntnisse zeigen, dass einige Tatsachen anders waren, behält diese Geschichte (vielleicht in korrigierter Form) ihren Wert, da sie in Legendenform den Geist des Reiki überträgt.

Historie

Die wirkliche Geschichte des Reiki ist selbst nach nur ca. 100 vergangenen Jahren schwer genau nachzuvollziehen. Mikao Usui wurde am 15. August 1865 in der Gifu-Präfektur in Japan geboren und starb am 9. März 1926. Er bereiste verschiedenen Länder Europas, Amerikas und Chinas und besaß auf vielen Gebieten große Talente. So studierte er z.B. Geschichte, Medizin, verschiedene Religionen und Psychologie. Er hat aber nie promoviert. Usui übte im Laufe seines Lebens unterschiedliche Tätigkeiten aus. Er war unter anderem Beamter, Unternehmer und Sekretär eines Politikers. Er gründete das Reiki im Jahr 1922 nach einer längeren Rückzugsperiode auf dem Berg Kurama, wo er wahrscheinlich meditiert, gefastet und gebetet hat. Allerdings war Usui wohl kein christlicher Priester, sondern Buddhist. Er soll Kontakte zum Zen- und Mikkyo-Buddhismus gehabt haben. Zu seiner Zeit gab es eine ganze Reihe verschiedener Formen von Heilen, Handauflegen und anderer esoterischer Praktiken. Auch der Begriff Reiki wurde von verschiedenen Richtungen verwendet. Deshalb nannte er seinen Stil ‚Usui Reiki Ryoho’, was soviel wie die ‚Usui-Methode der Reiki-Heilung’ bedeutet.

Nach seiner Erleuchtung gründete er die ‚Usui Reiki Ryoho Gakkai’, eine Gesellschaft, in die seine Schüler aufgenommen wurden und in deren Rahmen er Reiki unterrichtete. Im September 1923 ereignete sich in Tokyo eine große Naturkatastrophe, das sogenannte Kanto-Erdbeben mit verheerenden Zerstörungen und großen Bränden. Viele Menschen starben und diejenigen, die überlebten, verloren Hab und Gut. Danach behandelte Usui unzählige Menschen und machte sich so einen Namen als Heiler in ganz Japan. Usui war ein Verehrer des damaligen japanischen Meiji-Kaisers, dessen Gedichte er gelesen haben soll und dessen Vorstellungen die fünf Lebensregeln beeinflusst haben.

In seinem System lassen sich Einflüsse des japanisch-esoterischen Buddhismus (Mikkhyo) und des Shinto wiederfinden. Usui praktizierte Reiki für circa vier Jahre, bis er während einer Reise im Alter von 61 Jahren verstarb. In dieser Zeit soll er mehr als 2000 Schüler unterrichtet haben, von denen er ungefähr 20 zu Reiki-Meistern einweihte.

Verbreitung im Westen

Einer der Schüler, die von Mikao Usui zum Reiki-Meister gemacht wurden, war Dr. Chujiro Hayashi, ein japanischer Marinearzt. Er erhielt seine Meister-Einweihung im Jahr 1925. Hayashi eröffnete im selben Jahr eine Reiki-Klinik in Tokyo, in der Patienten von ihm und seinen Schülern mit Reiki behandelt wurden. Eine seiner Patientinnen und späteren Meister-Schülerinnen war Frau Hawayo Takata, eine japanisch-stämmige Hawaiianerin. Nachdem sie von Dr. Hayashi von einer lebensbedrohlichen Krankheit geheilt worden war und 1938 von ihm zur Reik-Meisterin geweiht wurde, begann sie in Hawaii Reiki zu unterrichten und Kranke zu behandeln. Sie weihte insgesamt 22 Reiki-Meister ein.

Eine dieser Reiki-Meisterinnen war ihre Enkelin, Phyllis Lei Furumoto. Sie übernahm nach Frau Takatas Tod mit Zustimmung der meisten anderen Reiki-Meister die Leitung des Reiki. Phyllis gründete unter anderem die Reiki-Alliance und bereiste die ganze Welt, um Reiki zu verbreiten. 1988 gab sie allen Reiki-Meister ihren Segen, selbst Reiki-Meister einzuweihen und auszubilden. Seitdem hat sich Reiki rasant über die ganze Welt hinweg ausgebreitet. Eine von Frau Takata eingeweihte Reiki-Meisterin, Mary Mc Faden, gab 1981 das erste Reiki-Seminar in Europa (in Hamburg, Deutschland). Von da an unterrichtete sie meist zweimal pro Jahr in Deutschland und trug so zu der Verbreitung von Reiki in Deutschland bei.

Stile

Bhajan Noam hier bei einer Fußreflexzonenmassage. Er gibt bei Yoga Vidya auch Ausbildungen in Reiki

Es gibt heute eine ganze Reihe von Reiki-Richtungen bzw. Stilen. Einige davon sind in dem Sinne authentisch, dass sie sich bemühen, die von Usui überlieferte Praxis möglichst unverändert weiterzugeben. Bei vielen anderen Stilen haben deren Gründer die ursprüngliche Reiki-Praxis durch Hinzufügen eigener Dinge verändert. Und schließlich gibt es auch Stile, die überhaupt nichts mit dem auf Mikao Usui beruhenden System zu tun haben und nur den Namen Reiki verwenden.

Einige Beispiele für Reiki-Richtungen sind:

  • Usui Reiki Shiki Ryoho (der von Frau Takata / Phyllis L. Furumoto weitergegebene Stil)
  • Jikiden-Reiki (von Chiyoko Yamaguchi und Tadao Yamaguchi weiter getragener Stil)
  • Karuna-Reiki (von William Rand Lee entwickelt)
  • Rainbow Reiki (von Walter Lübeck entwickelt)
  • Die Radiance-Technik (von Dr. Barbara Ray weiter gegeben)

Einweihung

Reiki ist ein Einweihungsweg. Die Fähigkeit, Reiki geben zu können, wird durch mehrere Einweihungen, die man von einem Reiki-Meister erhält, erlangt. In einigen Richtungen erhält man die Einweihungen in den entsprechenden Grad nur ein einziges Mal. In anderen Richtungen sind regelmäßige Einweihungen durch den Meisterein fester Teil der spirituellen Praxis, um die Energie-Erfahrung immer wieder zu erneuern und zu vertiefen. Während einer Reiki-Einweihung wird ein genau festgelegtes Ritual vom Reiki-Meister vollzogen, welches die Reiki-Kraft überträgt.

Grade

Die meisten Reiki-Richtungen unterscheiden 3 bis 4 Reiki-Grade.

1. Grad Reiki

In den ersten Reiki-Grad wird man mit vier Einweihungen eingestimmt. Hier erhält man die Fähigkeit, Reiki-Energie durch das Auflegen der Hände zu übertragen. Eine wichtige spirituelle Praxis in diesem Grad ist die Selbstbehandlung, bei der man sich regelmäßig selbst die Hände auflegt, um sich so selbst zu heilen und mit Energie zu versorgen.

2. Grad-Reiki

In den zweiten Reiki-Grad wird man mit einer Einweihung eingestimmt. Man erhält drei Symbole und Mantras. Das erste Symbol ermöglicht es, die Reiki-Kraft zu verstärken und somit noch mehr Energie zu übertragen. Das zweite Symbol ist für die Durchführung von Mentalbehandlungen, bei denen unliebsame Muster, Ängste und ähnliches aufgelöst werden können und neue positive Affirmationen im Geist verankert werden. Das dritte Symbol ermöglicht es, Raum und Zeit "aufzuheben" und so Reiki per Fernbehandlung an nicht körperlich Anwesende zu übertragen.

3. Grad Reiki

In den dritten Reiki-Grad wird man mit einer Einweihung eingestimmt. Dieser Grad wird auch Meister- oder Lehrer-Grad genannt. Man erhält ein weiteres Symbol/Mantra und wird darin geschult, andere Menschen in Reiki einzuweihen. Einige Reiki-Richtungen unterteilen diesen Grad noch einmal in 3a und 3b oder Reiki-Meister und Reiki-Lehrer. In diesem Falle erhält der Reiki-Meister das Meister-Symbol für die eigene spirituelle Weiterentwicklung und erst der Reiki-Lehrer erhält dann auch das Wissen über die Einweihungsrituale, um andere einzuweihen. Das Einweihungsritual für Reiki-Meister und –Lehrer ist bei beiden dasselbe bzw. ein Reiki-Meister braucht nicht erneut eingeweiht zu werden, sondern benötigt unter anderem noch die Schulung in den Einweihungsritualen.

Stammbaum

Jeder Reiki-Meister, der sich auf Mikao Usui beruft, kann die Linie seiner Lehrer ohne Unterbrechung bis zu Mikao Usui zurückverfolgen. Die meisten im Westen bekannten Reiki-Systeme gehen auf Dr. Chujiro Hayashi (15.9.1880 – 11.5.1940), einen direkten Schüler von Usui zurück. Dr. Hayashis Schülerin, Frau Hawayo Takata (24.12.1900 – 12.12.1980), war die erste Reiki-Meisterin außerhalb von Japan und verbreitete Reiki im Westen. Sie weihte viele Menschen in Reiki ein und hinterließ insgesamt 22 Reiki-Meister.

Lebensregeln

Im Reiki wird der Empfangende in der Regel nicht berührt - die Energie fließt auch so

Als Mikao Usui erkannte, dass es nicht genügt, Menschen nur zu behandeln, stellte er die fünf Reiki-Lebensregeln (jap. Gokai = Die Fünf Ermahnungen) auf, um Menschen eine Richtlinie für ein gutes Leben zu geben. Die ersten Lebensregeln wurden verfälscht überliefert. Erst die Entdeckung des Grabsteines von Mikao Usui, auf dem unter anderem die Lebensregeln eingraviert stehen, ließ eine genaue Übersetzung zu.

Die fünf Lebensregeln lauten: Nur heute…

  1. … sei nicht ärgerlich.
  2. … sorge dich nicht.
  3. … sei dankbar.
  4. … arbeite (intensiv) an dir selbst (an deinem Karma).
  5. … sei freundlich zu deinen Mitmenschen.

Ärger, Zorn, Wut und Hass sind große Kräfte, die unser Leben aus der Bahn werfen können. Im Zorn geschieht es leicht, dass wir Dinge sagen oder tun, die wir hinterher bedauern. Diese Regel bedeutet nicht, Wut zu unterdrücken oder gar nicht mehr zu fühlen. Sie ist jedoch eine Erinnerung daran, achtsam mit Wut und Zorn umzugehen und sich nicht von diesen starken Gefühlen mitreißen zu lassen, sondern sie in gesunde Bahnen zu lenken. Sorge und Angst können uns lähmen, so dass wir auf unserem Weg nicht vorankommen. Die direkte Übersetzung des japanischen Original-Verses deutet an, dass Angst und Sorge die Energie unseres Herzens zerstreuen. Dadurch werden wir geschwächt und es wird schwer, sinnvolle Entscheidungen zu treffen und diese dann auch tatkräftig umzusetzen. Wenn Dankbarkeit unser Herz erfüllt, gibt uns dies die Kraft, ein positives, glückliches und erfülltes Leben zu führen. Es gibt in jedem Leben Dinge, für die man dankbar sein kann, auch wenn es manchmal nicht so aussieht.

Die Arbeit an sich selbst ist Voraussetzung für das Praktizieren eines spirituellen Weges. Im Zusammenhang mit Reiki bedeutet dies z.B., sich selbst regelmäßig mit Reiki zu behandeln. Durch die Mentalbehandlung des 2. Reiki-Grades kann beispielsweise das eigene Karma bearbeitet werden. Ebenso kann mit Hilfe des Fernheilungs-Symbols Reiki in die Vergangenheit geschickt werden, um vergangene Ereignisse zu heilen. Güte, Freundlichkeit, Mitgefühl, Wohlwollen anderen gegenüber sind der nach Außen gelebte Aspekt des Reiki. Während sich die ersten 4 Regeln zu erst einmal auf den/die Reiki-Praktizierende/n selbst beziehen, bezieht sich die 5. Regel auf das Verhalten anderen gegenüber. Damit sind alle Wesen, auch Tiere, Pflanzen, spirituelle Wesen und andere gemeint. Das kann z.B. auch bedeuten, andere mit Reiki zu behandeln.

Siehe auch

Literatur

Reiki - eine wunderbare Heilkunst
  • Frank Arjava Petter: Reiki ganz klar
  • Walter Lübeck, Mark Hosak: Das große Buch der Reiki-Symbole
  • Walter Lübeck, Frank Arjava Petter, William L. Rand:Das Reiki Kompendium
  • Frank Arjava Petter: Original Reiki Handbuch des Dr. Mikao Usui
  • Walter Lübeck, Frank Arjava Petter: Reiki – Die schönsten Techniken
  • Bodo J. Baginski, Shalila Sharamon: Reiki – Universelle Lebensenergie
  • Walter Lübeck:Reiki – Weg des Herzens
  • Frank Arjava Petter:Das Reiki-Feuer
  • Frank Arjava Petter, Tadao Yamaguchi: Das Original Reiki-Handbuch des Dr. Chujiro Hayashi
  • Mary Mc Faden: Die Heilkraft des Reiki
  • Oliver Klatt, Norbert Lindner: Reiki und Schulmedizin
  • Dr. Barbara Ray: Der Reiki-Faktor

Seminare

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