Atmungssystem

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Das Atmungssystem bringt Luft in Kontakt mit dem Blut, damit der Luftsauerstoff in das Blut aufgenommen und der Kohlenstoff, ein Abfallprodukt des Körpers, abgegeben werden kann.

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Aufbau und Funktion des Atmungssystems

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1. Sinuse (Höhlen): frontal, maxillar und sphenoidal; Hohlräume im Hirnschädel. Sie werden durch eine schmale Öffnung mit der Nasenhöhle verbunden. Ihre Funktionen sind noch nicht völlig erforscht, aber sie umfassen die Temperaturregelung, die Befeuchtung der eingeatmeten Luft sowie das Auflockern der Knochenstruktur des Schädels. Außerdem liefern sie Resonanzraum für die Stimme.

2. Nasenhöhle: Durch sie strömt die Außenluft in das Atmungssystem ein. Die Haare, die ihre Innenwände auskleiden, sind Teile des Luftreinigungssystems.

3. Die Luft dringt auch durch die Mund(Oral)höhle ein, besonders bei Menschen, welche die Gewohnheit haben, durch den Mund zu atmen oder wenn die Nasenwege, etwa bei Erkältung, zeitweise verstopft sind.

4. Rachenmandeln (Adenoide) sind überwachsene Lymphgefäße an der Spitze der Kehle. Wenn sie den Atem behindern, werden sie gewöhnlich entfernt. (Das Lymphsystem besteht aus Knoten, verbindet die Gewebe und transportiert Flüssigkeit durch den Körper. Dieses System hilft bei der Infektionsabwehr, indem es Fremdkörper, auch Bakterien, herausfiltert und Zellen (Lymphozyten) erzeugt, die die Krankheitserreger bekämpfen.)

5. Gaumenmandeln (Tonsillen): sind Lymphknoten an den Wänden der Kehle, die sich oft entzünden (wichtige Abwehrstationen im Körper!).

6. Kehle (Pharynx): Hier sammelt sich die durch Mund und Nase eingetretene Luft und wird in die Luftröhre (Trachea) weitergeleitet.

7. Kehldeckel (Epiglottis): ist ein Gewebelappen, der sich am Eingang zur Trachea befindet und sie verschließt, wenn irgendetwas, das in den Ösophagus oder Magen gelangen soll, verschluckt wird.

8. Kehlkopf (Larynx): enthält die Stimmbänder. Dort erzeugt die bewegte eintretende Luft die Töne.

9. Speiseröhre (Ösophagus): führt von Mund und Hals zum Magen.

10. Luftröhre (Trachea): führt vom Hals zur Lunge.

11. Lymphknoten: an den Wänden von Bronchialtuben und Trachea.

12. Rippen: sind Knochen, die die Brusthöhle stützen und schützen. Sie sind in einem beschränkten Ausmaß beweglich und helfen den Lungen, sich auszudehnen und zusammenzuziehen.

13. Die Luftröhre (Trachea teilt) sich in zwei Hauptbronchien (Tuben). Jede von ihnen versorgt einen Lungenflügel. Sie teilen sich wieder in drei rechte und zwei linke Lobarbronchien, welche sich ihrerseits immer weiter verzweigen.

14. Die rechte Lunge ist in drei Lappen (Flügel) oder Abschnitte unterteilt. Jeder ist wie ein Ballon mit schwammigem Gewebe gefüllt. Durch eine Öffnung des Bronchus strömt die Luft ein und aus.

15. Die linke Lunge gliedert sich in zwei Lappen.

16. Als Pleura (Lungenfell oder Brustfell) werden die zwei Membrane, die jeden Lungenlappen umgeben und die Lunge von der Brustwand trennen, bezeichnet.

17. Die Bronchialtuben sind mit Flimmerhärchen ausgekleidet, die sich wellenförmig bewegen. Diese Bewegung befördert Schleim nach oben in die Kehle, von wo er entweder herausgehustet, herausgespuckt oder verschluckt wird. Mit dem Schleim werden viele Bakterien, Staub oder andere unerwünschte Substanzen, die in die Lungen eingedrungen waren, aus dem Körper entfernt.

18. Zwerchfell (Diaphragma): eine starke Muskelplatte, die Brust- und Bauchhöhle trennt. Beim Einatmen bewegt es sich nach unten, und die Lungen dehnen sich aus.

19. Die kleinste Verzweigung der Bronchien werden Bronchioli genannt. An ihrem Ende befinden sich die Alveolen (Lungenbläschen).

20. Die Alveolen sind sehr kleine Luftsäckchen, in die die eingeatmete Luft strömt. Die Kapillaren sind Blutgefäße in den Wänden der Alveolen. Das Blut fließt durch die Pulmonar-Arterie in die Kapillaren und durch die Pulmonar-Vene in die entgegengesetzte Richtung. Das Blut entlädt seinen Kohlendioxydanteil durch die Kapillarwände in die Alveolen und nimmt aus der in den Alveolen sich befindenden Luft neuen Sauerstoff auf.

Zweitrangige Funktionen und Aktivitäten des Atmungssystems

  • Niesen und Husten: Diese Reflexe entstehen durch Reizungen der Nasenhöhlenwand oder niederer Regionen des Atmungskanals. Ihre Funktion ist es, störende Bestandteile zu entfernen. Beide beginnen mit einer kurzen Einatmung, gefolgt vom Zusammenziehen der Stimmbänder (die so die Lunge nach außen abschließen) und einem mächtigen Ausatmen. Da das Ausatmen beigeschlossenen Atmungswegen beginnt, wird ein hoher Druck innerhalb der Lunge erzeugt. Dann trennen sich die Stimmbänder, und ein starker Luftstoß fegt das Störende aus Nase und Mund heraus.
  • Gähnen, Seufzen, Schluckauf: Das sind Atmungsreflexe, deren Bedeutung und Entstehung unbekannt sind. Gähnen könnte eine indirekte Atmungsreflexantwort sein, die dazu dient, den Kreislauf anzuregen. Die Tatsache, dass sich dabei manchmal der Körper streckt, könnte diese Feststellung unterstreichen.
  • Sprechen und Singen: Töne werden durch die Schwingungen der Stimmbänder erzeugt, welche von der ausgeatmeten Luft in Bewegung gesetzt werden. Die Qualität des Tones hängt vom Spannungsgrad der Stimmbänder ab, den wir willentlich verändern können. Ebenso ist es offensichtlich, dass wir die Atembewegungen kontrollieren müssen, um den weiten Bogen der menschlichen Stimmöglichkeiten ausschöpfen zu können.
  • Die Kopfsinuse: Hinter den Stirn- und Kieferknochen befinden sich einige luftgefüllte Höhlen, die Stirnhöhlen und Nebenhöhlen (Sinus Maxillarais). Viele von uns wissen nicht, dass es diese Höhlen gibt, aber einige werden durch jahrzehntelange Sinusbeschwerden (Sinusitis = Nebenhöhlenentzündung) sehr unangenehm an sie erinnert. Die Kopfhöhlen sind mit einer dünnen Membran ausgekleidet und durch einen schmalen Durchgang mit dem oberen Teil der Nasenhöhle verbunden. Durch diese Durchgänge gelangen manchmal Bakterien in die Höhlen und rufen Entzündungen oder Infektionen hervor.
  • Unterstützung von Blut- und Lympströmen: Die Atembewegungen unterstützen auch den Strom des venösen Blutes und der Lymphe. Diese Unterstützung ist durch Druckwechsel in der Brust- und Bauchhöhle möglich. Während der Einatmung sinkt der Druck in der ersteren, steigt aber in der letzteren an. Dies wird durch die Senkung des Zwerchfells bewirkt, welches die Bauchorgane bis zu einem gewissen Grad zusammenpreßt. Durch die Druckveränderung werden die dünnwandigen Venen und Lymphgefäße in der Brusthöhle ausgedehnt und im Bauch zusammengepreßt. Die Ausatmung hat umgekehrte Wirkung, da der Druck in die andere Richtung verläuft. Wenn die Gefäße sich erweitern, dringt mehr Blut von unten in sie ein, und wenn sie zusammengepreßt werden, fließt der Blutstrom nach oben. Diese zusätzliche Rumpfbewegung bei jedem Atemzug unterstützt den Blutstrom zurück zum Herzen und den Lymphstrom zum Blut.

Erkrankungen des Atemtrakts

Röntgenbild der Lungen bei einer Lungenentzündung

Asthma

Bezeichnet einen plötzlicher Anfall von Luftknappheit, schwerer, kurzer Atem, Atemnot. Die Griechen haben ein Wort dafür. Asthma bedeutet im Griechischen "nach Luft ringen".

Anfälligkeit für Asthma

Asthmatiker sind meist allergisch gegen bestimmte Substanzen in Luft, Umwelt oder Nahrung. Dies kann sich zunächst in Hautausschlägen und Heuschnupfen zeigen. Die Anfälligkeit für Asthma scheint meist ererbt zu sein. Folgende Faktoren begünstigen das Auftreten von Asthma: Stress, schlechte Atemgewohnheiten, falsche Ernährung, mangelnde Bewegung, emotionelle und geistige Probleme.

Auftreten von Asthma

Ein Mensch kann an einer milden chronischen Form leiden oder an plötzlichen schweren Anfällen. Diese Asthmaanfälle können zu jeder Jahreszeit auftreten und Minuten, Stunden oder Tage dauern. Meistens kommt es in der Nacht zu einem Anfall. Bei einem schweren Asthmaanfall hat der Patient das Gefühl zu ersticken. Er kann nicht genug Luft bekommen und ist auch unfähig, sie ausreichend auszuatmen. Gewöhnlich hustet er stark und hat einen weißen Schleimauswurf. In der Bemühung, besser zu atmen, setzt sich der Patient gewöhnlich auf oder er steht. Er schwitzt und seine Haut färbt sich bläulich. Sein angestrengtes Keuchen kann oft weithin gehört werden.

Asthma ist ein Ergebnis von Reizung aufgrund einer allergischen Reaktion auf verschiedene Substanzen - bestimmte Pollen, Tierhaare, Staub, Federn usw. - oder chemische bzw. mechanische Reizstoffe wie Rauch, Luftverschmutzung und andere. Man weiß, dass Asthma oft eine Reaktion auf eine körperliche Infektion, besonders eine Infektion der Atemwege wie Erkältung oder Bronchitis ist. Man nimmt an, dass eine asthmatische Reaktion durch Bakterien, gegen die das Individuum allergisch ist, hervorgerufen wird. Gefühlsmäßige Stimuli können bei Personen, die aufgrund von allergischen Reaktionen asthmakrank sind, Anfälle hervorrufen.

Wirkung von Asthma

Asthma ist eine Atemschwierigkeit, die durch Verstopfung der Bronchiolen auftritt. Diese Wege können durch Muskelkrämpfe, Schwellungen der Schleimmembranen, die sie auskleidet, durch Entzündungen in den Bronchiolen und vergrößerte Mengen von Schleim vereingt sein. Trotz der quälenden Anfälle ist Asthma selten tödlich. Nach einem Anfall können Brustschmerzen auftreten, aber Röntgenuntersuchungen zeigen, dass die Lungen in den ersten Stadien der Krankheit gewöhnlich keinen Schaden erleiden. Bei Kindern verschwindet die Krankheit häufig, sobald sie das Teenageralter erreichen. Solche Heilungen treten manchmal auch bei Erwachsenen auf.

Während eines schweren Asthmaanfalles kann der Arzt dem Patienten Injektionen geben, um die Qualen zu erleichtern. Öfter haben Corticosteroide bei langandauernden Anfällen geholfen. Heutzutage können Ärzte Asthmaopfern schnell Erleichterung verschaffen und vielleicht fähig sein, weitere Anfälle zu verhindern.

Verhalten bei Asthma

1. Den Arzt aufsuchen, um eine richtige Diagnose und wirkungsvolle Behandlung des Leidens zu gewährleisten. Der Hausarzt kann zu einer speziellen Diagnose an einen Allergiespezialisten weiterempfehlen. 2. Keine Medikamente oder Sedativa ohne die Erlaubnis des Arztes einnehmen. Viele Medikamente, z.B. die auf Pferdeserum basierende Tetanusimpfung, sind für die meisten Menschen harmlos, können aber bei Asthma schwere Anfälle hervorrufen. 3. Bevor man in ein anderes Klima auswandert, sichergehen, dass nicht eine Krankheitsursache durch eine andere vertauscht wird. Man kann Informationen über den Blütenstaubanteil der Luft in verschiedenen Gebieten bekommen. 4. Eine entspannte Geisteshaltung hilft sowohl Anfälle zu verhindern, als auch sie zu verkürzen. Es nützt nichts, sich über Asthma Sorgen zu machen. Sich nicht sorgen hilft. 5. Der Arzt weiß am besten, wie die meisten Anfälle zu vermeiden oder zu erleichtern sind. Bei richtiger ärztlicher Behandlung können die meisten Asthmatiker ein angenehmes normales Leben führen. 6. Regelmäßiges Pranayama, richtige Ernährung, Asanas, Tiefenentspannung, Meditation und positives Denken sind wirkungsvolle Mittel, um Asthma vorzubeugen.

Emhysem

Bei einem Emphysem kommt es zu Atemschwierigkeiten. Das erste Anzeichen ist Kurzatmigkeit - nicht nur Atemknappheit wie beim Treppensteigen, sondern quälende und ungewöhnliche Atemlosigkeit. Manchmal kommt es zu Hustenanfällen, besonders wenn das Leiden durch chronische Bronchitis erschwert wird.

Beschreibung

Ein Emphysem ist eine Art Lungenschaden. Seine Auswirkungen können fast unmerklich sein. Die Krankheit kann sich verschlimmern, das dauert aber gewöhnlich Monate oder Jahre. Sie kann zu einer echten Behinderung werden und Arbeit sowie Vergnügungen beeinträchtigen. Die Atmung kann durch medizinische Behandlung, körperliche Übungen und Training verbessert werden. Personen, die an Emphysemen leiden, kann geholfen werden, mit ihrer Behinderung umzugehen.

Ursachen

Viele Ärzte glauben, dass Zigarettenrauch die Ursache dieser Krankheit ist. Es ist eine Tatsache, dass Menschen, die rauchige und verschmutzte Luft einatmen, öfter Emphyseme bekommen als andere. Es gibt auch ererbte Anfälligkeit, hervorgerufen durch einen Mangel an bestimmten Substanzen im Körper, der dazu führt, dass junge Menschen an einem Emphysem erkranken. Es wird nicht durch Bazillen oder andere Menschen übertragen. Kein Einzelereignis ist die Ursache, sondern eine Reihe von Umständen sind nötig, um es hervorzurufen.

An Emphysemen schienen einst meistens Menschen in mittleren Jahren und ältere Menschen zu erkranken, jene, die lange genug gelebt hatten, um eine lange Geschichte von Atembeschwerden, Infektionen, wiederholten Anfällen von Bronchitis und dergleichen mehr hinter sich zu bringen. Aber auch junge Menschen ohne eine solche Geschichte können dieses Leiden bekommen. Jedoch kann eine lange Reihe von Brustbeschwerden die Krankheit begünstigen. Die wichtigste Ursache sind eingeatmete Schadstoffe, besonders beim Zigarettenrauchen.

Vorgang

Die Wände einiger Lungensäcke sind niedergebrochen. Die Luft ist in ihnen gefangen. Ausatmen übt auf die Luftwege (Bronchien, Bronchiolen) einen zusammenpressenden Druck aus. Wenn die Luftwege geschwächt sind, können sie sich verschließen. Dadurch wird noch mehr Luft eingefangen. Wenn die Wände der Luftsäcke zerstört sind, werden auch die dazugehörigen Blutgefäße in Mitleidenschaft gezogen. Die Anzahl der Gefäße, die Blut zu den Lungen und von diesen wegführen, ist somit verringert. Das bedeutet, dass der Körper weniger Chancen hat, mit dem Sauerstoff, den er braucht, versorgt zu werden.

Eingefangene Luft: Überall, wo abgestandene Luft eingefangen ist, kann keine frische Luft mehr hingelangen. Die Lungen können an der beschädigten Stelle ihre Funktion, nämlich vom Körper benötigten Sauerstoff aus der frischen Luft zu gewinnen, nicht erfüllen. Die Lungen müssen sich des unnützen Gases entledigen (Kohlendioxyd), indem sie es vom Blut in die Luft abgeben. Dann müssen sie die abgestandene Luft herauslassen, um Platz für die frische, sauerstoffreiche Luft zu schaffen. Ein Emphysem verhindert das alles.

Wenn ein Teil der Lunge geschädigt ist, müssen die gesunden Teile angestrengter und schneller arbeiten, um den Verlust an Atemkraft auszugleichen. Das Herz arbeitet härter und wird vielleicht überanstrengt. Wenn sich das Leiden verschlimmert, ist es möglich, dass die Person um jeden Atemzug ringen muß.

Erkältung, Grippe, Bronchitis, Lungenentzündung, Stirnhöhlenentzündung

Erkältung und grippale Infekte

Erkältung (grippaler Infekt) und Grippe werden durch verschiedene Viren hervorgerufen. Die echte Grippe wird durch Influenzaviren hervorgerufen. Da diese Viren sich ständig verändern, ist man nach einer überstandenen Grippe nicht immun gegen weitere Infektionen, wie dies bei anderen Viruserkrankungen der Fall ist. Die rasche Veränderlichkeit der Grippeviren ist auch der Grund, weshalb eine Grippeimpfung immer nur für die laufende Saison schützt.

Grippale Infekte können durch eine Reihe verschiedener Viren (z.B. Rhinoviren, Adenoviren etc.) hervorgerufen werden. Die Ansteckung erfolgt meist durch Tröpfcheninfektion oder Schmierinfektion. Bei der Tröpfcheninfektion werden die Viren einer infizierten Person durch Niesen oder Sprechen durch die Luft gewirbelt und von gesunden Personen durch die Atemwege aufgenommen. Bei der Schmierinfektion werden die Viren über Händeschütteln, Anfassen von Klinken, etc. übertragen. Die diversen Wissenschaftler streiten sich, ob Tröpfchen- oder Schmierinfektion wichtiger ist. Um Schmierinfektionen zu vermeiden, sollte man mindestens 4-5 Mal täglich die Hände waschen, und grundsätzlich nie mit den Händen den Mund oder die Nase berühren bzw. die Augen reiben.

Beim grippalen Infekt (Erkältung) werden zunächst Nasen- und Rachenschleimhaut befallen. Diese schwellen an und produzieren vermehrt Sekret. Das Abwehrsystems des Körpers wird alarmiert, und es kommt zu Allgemeinbeschwerden wie Abgeschlagenheit und Fieber. Besonders häufig treten Erkältungskrankheiten in den Wintermonaten auf. Häufig kommt es zu regelrechten Epidemien. Kinder erkranken dabei weitaus häufiger als Erwachsene. Ein geschwächtes Immunsystem begünstigt die Ausbreitung der Viren.

Je nach Art des Virus können folgende Beschwerden auftreten:

  • Schnupfen
  • Husten
  • Heiserkeit
  • Halsschmerzen
  • Glieder- und Kopfschmerzen
  • Schüttelfrost
  • Fieber
  • Abgeschlagenheit

Beim grippalen Infekt klingen die Beschwerden nach einigen Tagen von selbst ab. Die echte Grippe kommt in der Regel plötzlich von einem Tag auf den anderen (daher kann man sie gut von der Erkältung unterscheiden). Sie dauert in der Regel länger und führt zu stärkeren Beschwerden, meist höherem Fieber und starker Schlappheit. Aus den mehr oder weniger harmlosen Beschwerden können durch Ausbreitung der Viren und zusätzlichen Bakterienbefall auch ernsthafte Erkrankungen werden. Dabei treten u.a. Erkrankungen wie Mandelentzündung, Mittelohrentzündung und Nebenhöhlenentzündung auf. Gefürchtete Komplikatio-nen sind Lungenentzündung und Hirnhautentzündung, die auch zum Tode insbesondere bei älteren und geschwächten Menschen führen können. Nach einer Grippe fühlt man sich meist noch längere Zeit müde und abgeschlagen.

Was man tun kann

Vom schuldmedizinischen Standpunkt aus:

  • Warmhalten, jedoch nicht schwitzen (außer bei einer Schwitzkur mit heißem Bad und heißem Tee; anschließend 2 Stunden Bettruhe)
  • Körperliche Schonung. bei Fieber Bettruhe
  • Wichtig ist, ausreichend zu trinken, damit der Schleim sich verflüssigt
  • Für ausreichende Luftfeuchtigkeit sorgen, dann können die feinen Härchen in den Bronchien die Fremdstoffe besser abwehren
  • Dampfbäder oder Inhalationen (z.B. mit Kamille oder ätherischen Ölen), um die Atemwege zu be-feuchten und um die Wirkung der Inhaltsstoffe auszunutzen, z.B. die entzündungshemmende Wirkung der Kamille
  • Brust und Rücken mit Erkältungsbalsam einreiben. Die darin enthaltenen ätherischen Öle (z.B. Eukalyptus, Thymian) wirken schleimlösend, antibakteriell und krampflösend
  • Gegen Husten helfen schleimlösende Präparate mit Ambroxol, Acetylcystein oder pflanzlichen Wirkstoffen. Hustenbonbons oder Pastillen halten die Atemwege feucht und fördern die Durchblutung
  • Bei Schnupfen kann man gefäßverengende oder homöopathische Nasentropfen einsetzen sowie mineralische Nasensalben
  • Halslutschtabletten zum Desinfizieren, Schmerzbetäuben oder Feuchthalten des Rachens lindern Halsschmerzen
  • Gegen Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen helfen Präparate mit Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Paracetamol
  • Gegen die Ursache der Erkrankung, den Virus, gibt es keine Medikamente; man kann jedoch die einzelnen Beschwerden bekämpfen
  • Es gibt auch sogenannte Grippemittel, die gleichzeitig verschiedene Wirkstoffe gegen Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Husten enthalten. Diese Mittel sind jedoch nur sinnvoll, wenn auch all diese Beschwerden auftreten
  • Gegen die typischen Erkältungssymptome werden häufig auch homöopathische Mittel eingesetzt.

Vom yogischen Standpunkt aus: Erkältung ist eine gute Reinigung für den ganzen Organismus und hilft, wieder neue Kraft und Energie aufzutanken. Ruhe ist hier besonders wichtig.

  • Drei Mal täglich Gurgeln mit lauwarmem Salzwasser (1/2 Teelöffel Salz auf 0,2l)
  • Drei Mal täglich Jala Neti (Nasenspülung mit Salzwasser)
  • Drei Mal täglich Inhalieren mit Wasserdampf (eventuell mit Kamille, Thymian, Teebaumöl, Tigerbalsam, Eukalyptus, o.ä.).
  • Vorwärtsbeuge und Drehsitz lange halten. (Bei starker körperlicher Schwäche oder Fieber weglassen).
  • Pranayama, soweit wie angenehm
  • Liegendes Pranayama: Einatmen, anhalten, ausatmen, jeweils so langsam wie vollkommen angenehm, mehrmals am Tag 10 Runden
  • Fasten mit Frucht- oder Gemüsesäften. Falls das nicht möglich ist: Nur Obst oder nur Rohkost, in jedem Fall keine Milchprodukte
  • Viel Trinken
  • Ausruhen, viel Schlaf
  • Tiefenentspannung mehrmals
  • Eventuell Vitamin C, Echinacea, und andere immunstärkende Mittel aus der Naturheilkunde

Anmerkung: Manchmal ist Erkältung einfach eine Reinigung des Organismus, oder eine Gelegenheit, geistig zur Ruhe zu kommen, die man als solches willkommen heißt.

Wann man zum Arzt/Heilpraktiker muss:

  • Wenn die Beschwerden sich nach einigen Tagen nicht bessern.
  • Wenn sehr starke Beschwerden auftreten, z.B. hohes Fieber oder starke Halsschmerzen, die auf eine echte Grippe bzw. eine Mandelentzündung hindeuten.
  • Bei Ohrenschmerzen.
  • In der Schwangerschaft; wenn Säuglinge und Kleinkinder erkrankt sind oder geschwächte, ältere Patienten.

Was der Arzt/Heilpraktiker tun kann:

  • Der Arzt kann das Ausmaß der Beschwerden feststellen und Medikamente gegen die entsprechenden Symptome verordnen. Wenn es sich um die "echte" Grippe (Influenza) handelt, gibt es Medikamente, die die Symptome abschwächen können, wenn sie innerhalb der ersten 48 Stunden genommen werden.
  • Wenn zu der Virusinfektion noch eine bakterielle Infektion hinzugekommen ist, werden oft Antibiotika verordnet. Diese sollten aber nur bei stärkeren Beschwerden genommen werden.

Vorbeugung:

  • Stärkung des Immunsystems (Abwehrsteigerung)
  • Weder zu leichte noch zu warme Kleidung tragen
  • Zu erkrankten Personen Abstand halten
  • Gegen die echte Grippe ist eine Impfung mit dem jeweils "aktuellen" Grippevirus möglich. Diese muss jährlich wiederholt werden. (Ihr Arzt berät Sie). Aber auch die Grippeimpfung hat ihre Probleme: Wenn die Erkältung weiter wandert in die Bronchien, kann sich eine Bronchitis (s.u.) entwickeln. Diese kann sich bis zur Lungentzündung verschlimmern. Lungenentzündung kann lebensgefährlich sein.

Bronchitis

Bronchitis ist eine Entzündung der Bronchialtubenauskleidung. Diese Tuben, die Bronchien, verbinden die Luftröhre mit der Lunge. Wenn sie entzündet und infiziert sind, ist die Luftzufuhr zu den Lungen erschwert, und zäher Schleim wird ausgehustet. Viele Menschen leiden bei ernsthaften Erkältungen an kurzen Anfällen akuter Bronchitis, begleitet von Fieber, Husten und Schleimauswurf. Das Leiden wird chronische Bronchitis genannt, wenn Husten und Auswurf monatelang andauern und Jahr für Jahr wiederkommen; im allgemeinen dauert die Krankheit jedesmal etwas länger.

Anfälligkeit

Chronische Bronchitis ist fast immer mit starkem Zigarettenrauchen verbunden. Sie beginnt oft in mittleren Jahren und wird, wenn das Opfer nicht im frühen Krankheitsstadium ärztliche Hilfe in Anspruch nimmt, immer schlimmer. Ungefähr dreimal so viele Männer wie Frauen erkranken an chronischer Bronchitis. Die meisten Kranken leben in Städten, in denen die Luftverschmutzung ein Problem ist.

Ernsthaftigkeit der Krankheit

Weil man Bronchitis nicht als tödliche Krankheit ansieht, wird sie oft solange vernachläßigt, bis sie sich in einem fortgeschrittenen Stadium befindet. Oft sind zu dem Zeitpunkt, an dem der Patient seinen Arzt aufsucht, seine Lungen schon sehr in Mitleidenschaft gezogen worden. Dann ist er sehr anfällig für ernste Lungenkrankheiten oder Herzfehler.

Symptome

Chronische Bronchitis bricht nicht plötzlich aus. Nachdem eine Wintererkältung ausgeheilt scheint, kann der Patient weiterhin einige Wochen lang Husten oder Auswurf haben. Da Menschen, die an chronischer Bronchitis erkranken, fast immer Raucher sind, wird der Husten fälschlicherweise nur für "Raucherhusten" gehalten. Nach einiger Zeit werden die Erkältungen schwerer, Husten und Auswurf dauern immer länger.

Ohne dass er sich dessen bewußt wird, beginnt der Patient seinen Husten und seinen Auswurf als etwas Selbstverständliches anzusehen. Bald leidet er fortwährend daran, vor der Erkältung, während der Erkältung, nach der Erkältung, das ganze Jahr über. Im allgemeinen ist der Husten am Morgen und Abend und bei feuchtem, kaltem Wetter am schlimmsten.

Ursachen

Die Bronchialtuben von Menschen mit chronischer Bronchitis können am Anfang durch Bakterien gereizt worden sein. Oder die Störung kann während einer anderen Krankheit wie Grippe oder Mandelentzündung begonnen haben. Die häufigsten Ursachen der Reizung sind jedoch Zigaretten und Luftverschmutzung. Wenn die Bronchialtuben über einen längeren Zeitraum hinweg gereizt wurden, wird enorm viel Schleim ausgeschieden, die Wände verdicken sich. Der Patient bekommt einen Reizhusten, der Luftstrom wird behindert, und die Lunge ist in Gefahr. Die Tuben sind dann ein idealer Brutplatz für Infektionen.

Behandlung

Die Entdeckung der Antibiotika war für die Behandlung der chronischen Bronchitis von äußerster Wichtigkeit. Mit Hilfe der Medikamente können auch schwere und langandauernde Infektionen überwunden werden. Sie ermöglichen es einem Patienten, nach einem akuten Anfall schneller wieder auf die Beine zu kommen.

Um chronische Bronchitis auszuheilen und ihr vorzubeugen, ist es nötig, alle Infektionen in Nase, Hals, Mund, Sinusen und Bronchialtuben auszuschalten. Das bedeutet, dass der Patient Rauchen aufgeben muß. Ein Raucher braucht nur in ein Krankenhaus zu gehen und die fortgeschrittenen Fälle chronischer Bronchitis zu sehen, um sofort mit dem Rauchen aufzuhören.

Wenn der an chronischer Bronchitis Leidende während seiner Arbeit Staub und Rauch ausgesetzt ist, wird ihn sein Arzt dazu drängen, den Arbeitsplatz zu wechseln. Das ist natürlich leichter zu raten als auszuführen. Alle Patienten können und müssen jedoch eine gesundheitsfördernde Routine folgen, denn ein verbesserter allgemeiner Gesundheitszustand verstärkt die Widerstandskraft des Körpers gegenüber Erkältungen und anderen Infektionen.

Bei chronischer Bronchitis: Ein guter Gesundheitsplan für jede Person, die an bronchialer Infektion leidet, sollte folgende Regeln beinhalten: 1. Bei Beginn jeder Erkältung oder Ateminfektion zum Arzt; auch die leichteste Erkältung ernstnehmen. 2. Nichtrauchen. 3. Vermeidung von Fettleibigkeit. 4. Täglich leichte Körperübungen ausführen, ohne übermäßige Ermüdung. 5. Beratung über Grippeimpfung. 6. Vermeidung von Ansteckung durch Erkältung und Grippe.

Hyperventilation (Atemneurose)

Übermäßige Steigerung der Atmung. Eine Steigerung der Atemzüge und eine Vertiefung der Atmung hat eine Verringerung des normalen Kohlendioxydgehalts zur Folge. Hyperventilation kann von Schwimmern absichtlich ausgeführt werden, welche annehmen, durch vorhergehende tiefe Atmung länger unter Wasser bleiben zu können. Bei Menschen, die an akuten neurotischen Ängsten leiden, tritt sie automatisch ein. Oft kann man hyperventilierenden Menschen helfen, indem man eine Hand auf den Bauch hält und sie mit sanfter Stimme dazu auffordert, langsam und tief auszuatmen.

Gefahr: Bei Schwimmern kann die Hyperventilation Ohnmacht und Ertrinken zur Folge haben.

Kapalabhati ist KEINE Form von Hyperventilation, da auf 60-150 schnelle Atemzüge eine Periode des Luftanhaltens folgt. Manche neuere Therapien benutzen Hyperventilation, um damit besseren Zugang zum Unterbewussten zu bekommen. Alle bei Hyperventilation gemachten Erfahrungen sind jedoch mit Vorsicht zu genießen.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Seminare

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