Überreizung

Aus Yogawiki
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Überreizung - was ist das? Wie geht man damit um? Überreizung bedeutet dass jemand schon so viele Reize, Anforderungen, Erfahrungen gemacht hat, dass er jetzt seine Ruhe braucht. Im Zustand der Überreizung braucht es nur einen Tropfen, um das sprichwörtliche Fass zum Überlaufen zu bringen. Wer regelmäßig Yoga und Meditation übt, am besten täglich, der kann seinen Organismus immer wieder zur Ruhe bringen. So vermeidet man die Gefahr der Überreizung. Der Ausdruck Überreizung wird auch in Bezug auf Hochsensibilität, Hypersensibilität verwendet:

lebensfreude, der Gegenpol zu Überreizung

Es gibt Menschen, die reagieren stärker auf Reize als andere. Für sie sind Gerüche, Klänge, Farben, viele Menschen, schnell ein Grund für Überreizung, die auch zu Druckgefühl auf dem Magen, zu Schweißabsondern, erhöhten Puls, Angstgefühle, Unwohlsein führen kann. Es ist gut, sich seines eigenen Gemütszustands bewusst zu sein - und Techniken zu lernen, aus einem Zustand der Überreizung herauszukommen. Yoga bietet dafür sehr effektive Methoden. Und man kann bei seinen Mitmenschen Signale der Überreizung sehen - und dann einfühlsam reagieren.

Umgang mit Überreizung oder Überreiztheit

Sukadev - Gründer und Leiter von Yoga Vidya - in einem Kurzvortrag

Vielleicht hast du mit einem Menschen zu tun, der in einem Zustand der Überreizung oder Überreiztheit ist. Ein Mensch, der sehr schnell explodiert, der sehr dünnhäutig ist. Wie gehst du mit einem solchen Menschen um. In vielen Fällen ist es gut zu schauen, sensibel zu sein und freundlich zu sein. Und manchmal ist es auch gut, wenn der andere dann überflüssigerweise wegen einer Kleinigkeit überreagiert, den Sturm an dir vorüberziehen zu lassen. Manchmal hilft es auch einfach um Entschuldigung zu bitten und Besserung zu geloben.

Wenn jemand überreizt ist und du dann anfängst dich zu rechtfertigen, dann kommt es nur zur Katastrophe. Auch wenn du meinst, du hast Recht, in manchen Fällen ist es klüger einfach mal kleinbeizugeben. Manchmal ist klüger einfach zu sagen: "Es tut mir leid, da habe ich einen Fehler gemacht oder es tut mir leid, dass ich nicht getan habe, was Sie von mir erwartet haben. Was kann ich denn jetzt tun?" Manchmal hilft es einfach zu fragen, manchmal hilft es zu bitten und manchmal hilft es die Überreizung des Anderen nicht anzusprechen. Jemand anderem zu sagen: "Sie sind aber überreizt.", das hilft selten. Zu versuchen freundlich, mitfühlend zu sein, zu fragen, nachzufragen, hilfsbereit zu sein, hilft oft dem Anderen wieder zur Ruhe zu kommen.

Überreizung und Angst beim Vata-Temperament

Ein Eintrag im Yoga Vidya Lexikon der Persönlichkeit, eine Ausgabe des Ayurveda Podcast von www.yoga-vidya.de

Im Ayurveda unterscheidet man verschiedene Temperamente. Vata ist das luftige Temperament. Pitta das feurige Temperament. Kapha der erdig-wässrige Temperament, das Temperament, das eher gemütlich ist.

Vata ist also das luftige Temperament. Das Vata-Temperament ist etwas sprunghaft, Vata-Temperament sucht die Abwechslung, Vata-Temperament sucht immer wieder neues. Das Problem beim Vata-Temperament ist, manchmal kommt es in die Übersteigerung. Ist das Vata-Prinzip übersteigert, dann kommt es erst mal in große Stimmungsschwankungen, aus den Stimmungsschwankungen kann dann eine innere Unruhe kommen, aus der inneren Unruhe kann schließlich Angst kommen, aus der Angst kann es bis zur Angststörung und Panik kommen.

Übrigens nicht nur Vata-Temperament kann in die Angststörung kommen oder in eine Vata-Übersteuerung. Jedes Temperament kann zuviel Vata bekommen. Und manchmal ist die Überreizung das, was einen in eine Vata-Störung bringt. Wenn du also sehr viele Sinneseindrücke hattest, sehr viel Verschiedenes verarbeiten musstest, in ungewohnten Umgebungen sein musstest, mit ungewohnten Menschen, ein ungewohnter Tagesablauf, dann kann es sein, dass du in eine Überreizung gekommen bist. Die Überreizung kann dein Vata-Element erhöht haben, das kann in Angst und Ängstlichkeit führen. In diesem Sinne, wenn du irgendwo merkst, dass du nervös bist, innere Unruhe hast, vielleicht auch Schlafstörungen hast, dann sei dir bewusst, wahrscheinlich hast du eine Vata-Übersteuerung.

Überlege, hat das mit Überreizung zu tun? Und dann kannst du, statt zu viel zu Psychologisieren und zu überlegen, "Was habe ich alles falsch gemacht?!" oder zu viel zu Projizieren, "Was haben die anderen Menschen alles falsch gemacht?", anstatt zu überlegen alles zu ändern, überlege, wie du die Überreizung etwas reduzieren kannst.

Vielleicht dir eins, zwei Tage mehr Ruhe geben. Dabei nicht zuviel Fernseh-Konsum, nicht zuviel Medien-Konsum, nicht mit zu vielen Menschen in Kontakt treten. Wenn die Überreizung eine Grundlage war für Vata-Übersteuerung, brauchst du etwas Ruhe und Gemütlichkeit. Spaziergang in der Natur, Meditation, ruhige Yoga-Praxis, freundliche Gespräche mit einem Partner, oder länger schlafen, Tiefenentspannung, Mantra-Singen.. Egal was, wenn du eine Vata-Übersteuerung hast, schaue wie du das Vata-Element etwas beruhigen kannst. Wie das noch geht, das findest du auf unseren Internet-Seiten www.yoga-vidya.de.

Dort findest du viele Informationen über Vata und was du machen kannst um das Vata etwas zu reduzieren. Grundsätzlich also, wenn du nervös, unruhig oder ängstlich bist, dann überlege, hast du vielleicht eine Vata-Störung oder Vata-Übersteuerung. Reduziere deine Vata-Übersteuerung durch Reizarmut für ein bis drei Tage, dann könnte es sein, dass sich Angst und Ängstlichkeit von selbst reduzieren.

Überreizung in Beziehung zu anderen Persönlichkeitsmerkmalen

Überreizung gehört zur Gruppe der Persönlichkeitsmerkmale, Schattenseiten, Laster und Tugenden. Um dieses Charaktermerkmal besser zu verstehen, wollen wir es in Beziehung setzen mit anderen:

Synonyme Überreizung - ähnliche Eigenschaften

Synonyme Überreizung sind zum Beispiel Panik, Überarbeitung, Stress, Disstress, Überreagieren, Affekt, Krise, Anstrengung, Durchhaltevermögen .

Man kann die Synonyme in zwei Gruppen einteilen, solche mit positiver Konnotation und solche mit negativer Konnotation:

Synonyme mit negativer Konnotation

Synonyme, die gemeinhin als negativ gedeutet werden, sind zum Beispiel

Synonyme mit positiver Konnotation

Synonyme mit positiver Konnation können helfen, eine scheinbare Schattenseite auch positiv zu sehen. Synonyme mit positiver Konnotation sind zum Beispiel

Antonyme Überreizung - Gegenteile

Antonyme sind Gegenteile. Antonyme, also Gegenteile, von Überreizung sind zum Beispiel Erleichterung, Nächstenliebe, Sanftmut, Friedlichkeit, Harmonie, Unterforderung, Nichtwertschätzung, Faulheit . Man kann auch die Antonyme, die Gegenteile, einteilen in solche mit positiver Konnotation und solche mit negativer Konnotation.

Antonyme mit positiver Konnotation

Antonyme, also Gegenteile, zu einem Laster, einer Schattenseite, einer negativen Persönlichkeitseigenschaft, werden gemeinhin als Gegenpol interpretiert. Diese kann man kultivieren, um das Laster, die Schattenseite zu überwinden. Hier also einige Gegenpole zu Überreizung, die eine positive Konnotation haben:

Antonyme mit negativer Konnotation

Nicht immer ist das Gegenteil einer Schattenseite, eines Lasters, gleich positiv. Hier einige Beispiele von Antonymen zu Überreizung, die aber auch nicht als so vorteilhaft angesehen werden:

Eigenschaften im Alphabet davor oder danach

Hier einige Eigenschaften, die im Alphabet vor oder nach Überreizung stehen:

Eigenschaftsgruppe

Überreizung kann gezählt werden zu folgenden beiden Eigenschaftsgruppen:

  • Schattenseiten-Kategorie Leiden

Verwandte Wörter

Verwandte Wörter zu Überreizung sind zum Beispiel das Adjektiv überreizt, das Verb überreizen, sowie das Substantiv Überreizter.

Wer Überreizung hat, der ist überreizt beziehungsweise ein Überreizter.

Siehe auch

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