Unbekümmertheit

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Unbekümmertheit : Was bedeutet Unbekümmertheit? Wie wird dieses Wort verwendet? Wozu ist Unbekümmertheit ein wichtiges Persönlichkeitsmerkmal, vielleicht gar eine Tugend? Welche weiteren Persönlichkeitsmerkmale stehen in Verbindung mit Unbekümmertheit?

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Unbekümmertheit ist die Fähigkeit, ohne Sorgen und ohne allzu viele Gedanken etwas anzugehen. Kummer ist eine intensivere Form der Sorgen. Unbekümmertheit drückt aus, dass man sich keine Sorgen macht. Unbekümmertheit kann die momentane Stimmung ausdrücken. Unbekümmertheit kann auch heißen, dass man mit großer Naivität an etwas ran geht. Wenn man mit einer Unbekümmertheit sondergleichen durch gefährliche Viertel geht, kann man sich in Gefahr bringen.

Unbekümmertheit und Rückenschmerzen

Aus einem Vortrag von Sukadev Bretz

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Unbekümmertheit heißt, dass man sich weniger Kummer macht, dass man sich nicht zu sehr bekümmert bei Dingen, die schiefgehen können. Und das ist eine wichtige Eigenschaft, wenn du Rückenschmerzen hast, dann lasse nicht die Rückenschmerzen alles beherrschen. Der Mensch hat verschiedene Eigenschaften und Fähigkeiten, es ist immer eine Frage, wie sehr lässt du dich von einer Situation beeindrucken. Natürlich, angenommen, du hast sehr starke Rückenschmerzen und die Rückenschmerzen sind wirklich sehr massiv, dann ist diese Aussage der Unbekümmertheit etwas, was du nicht umsetzen kannst.

Angenommen, du hast große Probleme gerade und es ist wirklich schwierig, dann dir zu sagen, "sei unbekümmert", ist natürlich unsinnig. Du kannst nur dann unbekümmert sein, wenn die Rückenschmerzen nicht zu stark sind, aber nicht immer sind die Rückenschmerzen wirklich stark. Das Problem ist oft, es kommt ein Schmerzgedächtnis deshalb, weil alle Aufmerksamkeit nur noch in Richtung Rückenschmerzen gehen. Und man weiß, wenn es Menschen gelingt, irgendwo ihre Aufmerksamkeit von den Schmerzen wegzunehmen, unbekümmert andere Dinge zu tun, sich ablenken auf verschiedene Weisen, dann werden auch die Schmerzen geringer.

Ich sage gerne, wenn Rückenschmerzen beginnen, dann musst du zwei Dinge vermeiden. Das erste ist, genauso weitermachen wie bisher, und als zweites, zu sehr dein Leben auszurichten auf die Rückenschmerzen. Also angenommen, du hast plötzlich Rückenschmerzen, dann kannst du überlegen: "Müsste ich den Stuhl wechseln? Müsste ich die Matratze wechseln? Müsste ich vielleicht mir etwas mehr Freizeit nehmen? Müsste ich mehr spazieren gehen? Müsste ich mal zur Massage gehen? Sollte ich etwas Stress aus meinem Leben herausnehmen?"

Aber dann das zweite: "Ich muss aber auch weiter etwas Unbekümmertheit beibehalten." Wenn dein Leben nur noch um Rückenschmerzen kreist, werden die Rückenschmerzen stärken. Und dann kannst du eben als nächstes schauen: "Wie kann ich weiter das tun, was zu tun ist? Wie kann ich unbekümmert mein Leben gehen?" Wenn du dich nicht ganz beherrschen lässt von den Rückenschmerzen, sondern überlegst, "was könnte ich unbekümmert machen", dann ist das eine gute Sache.

Jetzt überlege selbst, angenommen, du bist von Rückenschmerzen betroffen, wie sehr richtest du dein Leben aus auf die Rückenschmerzen? Könntest du da irgendetwas anders machen? Könntest du dein Leben etwas mehr ausrichten auf andere schöne Dinge im Leben? Könntest du unbekümmert das ein oder andere angehen? Ja, es kommen zwischendurch die Rückenschmerzen wieder in den Vordergrund, aber das heißt ja nicht, dass du dich davon beeinflussen lassen musst, du kannst "einfach" schauen, was du unbekümmert weitermachen kannst.

Das waren nur ein paar Anregungen, die, angenommen, du hast sehr starke Schmerzen, vielleicht nicht so hilfreich sind, aber angenommen, die intensive Schmerzphase ist vorbei, dann kannst du überlegen: "Wie könnte ich mein Leben wieder mit größerer Unbekümmertheit angehen?" Vielleicht auch noch etwas, die neue Rückenschule hat auch gesagt, man muss nicht verschiedenste Bewegungen vermeiden, du musst nicht ständig überlegen: "Ist das, was ich tue, gerade rückengerecht oder nicht?" Gerade dieses ständige Gedankenmachen, "ist es rückengerecht oder nicht", scheint Rückenschmerzen zu erhöhen. Es hat nämlich z.B. eine Studie gegeben, nach der Menschen, die eine Rückenschule, also eine krankenkassenfinanzierte Maßnahme namens Rückenschule, die diese absolviert haben, dass die ein halbes Jahr mehr Rückenprobleme haben als die, die das nicht gemacht haben, denn da ist zu sehr Aufmerksamkeit darauf, was ist zu vermeiden.

Wenn du ständig überlegst, "welche Auswirkung hat das, was ich tue, auf Rückenschmerzen", denkst du die ganze Zeit an Rückenschmerzen, das Schmerzgedächtnis wird stärker und ständig geht die Aufmerksamkeit auf Rückenschmerzen. Einen größeren Grad an Unbekümmertheit zu entwickeln, das ist eines der Konzepte der so genannten neuen Rückenschule, wo Menschen dazu motiviert werden, wirklich vieles zu tun und unbekümmert zu tun.

Unbekümmertheit - Antonyme und Synonyme

In diesem Yoga Wiki werden über 1000 Tugenden und Persönlichkeitsmerkmale beschrieben. Hier einige Erläuterungen, wie man die Eigenschaft der Unbekümmertheit in Beziehung zu anderen Fähigkeiten und Verhaltensweisen sowie in Bezug auf Laster sehen kann:

Ähnliche Eigenschaften wie Unbekümmertheit - Synonyme

Ähnliche Eigenschaften wie Unbekümmertheit, also Synonyme zu Unbekümmertheit sind z.B. Sorglosigkeit, Ausgelassenheit, Unbeschwertheit, Überschwang.

Ausgleichende Eigenschaften

Jede Eigenschaft, jede Tugend, die übertrieben wird, wird zu einer Untugend, zu einem Laster, einer nicht hilfreichen Eigenschaft. Unbekümmertheit übertrieben kann ausarten z.B. in Gedankenlosigkeit, Draufgängertum, Leichtsinn. Daher braucht Unbekümmertheit als Gegenpol die Kultivierung von Vertrauen, Hingabe, Loslassen.

Gegenteil von Unbekümmertheit - Antonyme

Zu jeder Eigenschaft gibt es ein Gegenteil. Hier Möglichkeiten für Gegenteil von Unbekümmertheit, Antonyme zu Unbekümmertheit :

Unbekümmertheit Antonyme auf einen Blick

Antonyme Unbekümmertheit sind, kurz zusammengefasst, Vertrauen, Hingabe, Loslassen, Befürchtung, Beunruhigung, Ängstigung, Sorge, Bange.

Unbekümmertheit im Kontext von Big Five, Ayurveda Doshas und DISG

Stärkung von Unbekümmertheit

Unbekümmertheit kann man sehen als eine positive Eigenschaft. Vielleicht willst du ja Unbekümmertheit in dir kultivieren. Hierzu einige Tipps:

  • Nimm dir vor, eine Woche lang diese Eigenschaft der Unbekümmertheit mehr zum Ausdruck zu bringen.
  • Du kannst z.B. den Entschluss fassen: "Während der nächsten Woche will ich Unbekümmertheit stärken, stärker zum Ausdruck bringen. Ich freue mich darauf, in einer Woche ein unbekümmerterer Mensch zu sein."
  • Nimm dir vor, jeden Tag mindestens eine Handlung auszuführen, die Unbekümmertheit ausdrückt. Mache jeden Tag einiges oder mindestens etwas, was du sonst nicht tun würdest, und was diese Eigenschaft zum Ausdruck bringt.
  • Wenn du morgens aufwachst, dann sage eine Affirmation, z.B.: "Ich entwickle Unbekümmertheit ".
  • Am Tag wiederhole immer wieder eine Autosuggestion, Affirmation wie z.B.: Ich bin unbekümmert ".

Affirmationen zum Thema Unbekümmertheit

Hier einige Affirmationen für mehr Unbekümmertheit. Unter dem Stichwort "Affirmation" und "Wunderaffirmationen" erfährst du mehr zu Funktion und Wirkungsweise von Affirmationen. Nicht alle unten aufgeführten Affirmationen passen - nutze diejenigen, die für dich stimmig erscheinen. Klassische Autosuggestion für Unbekümmertheit Hier die klassische Autosuggestion:

  • Ich bin unbekümmert

Im Yoga verbindet man das gerne mit einem Mantra. Denn ein Mantra lässt die Affirmation stärker werden:

  • Ich bin unbekümmert. Om Om Om.
  • Ich bin ein Unbekümmerter, eine Unbekümmerte OM.

Entwicklungsbezogene Affirmation für Unbekümmertheit Manche Menschen fühlen sich als Scheinheiliger oder als Heuchler, wenn sie sagen "Ich bin unbekümmert " - und sie sind es gar nicht. Dann hilft eine entwicklungsbezogene Affirmation:

  • Ich entwickle Unbekümmertheit
  • Ich werde unbekümmert
  • Jeden Tag werde ich unbekümmerter
  • Durch die Gnade Gottes entwickle ich jeden Tag mehr Unbekümmertheit

Dankesaffirmation für Unbekümmertheit :

  • Ich danke dafür, dass ich jeden Tag unbekümmerter werde.

Wunderaffirmationen Unbekümmertheit Du kannst es auch mit folgenden Affirmationen probieren:

  • Bis jetzt bin ich noch nicht sehr unbekümmert. Und das ist auch ganz verständlich, ich habe gute Gründe dafür. Aber schon bald werde ich Unbekümmertheit entwickeln. Jeden Tag wird diese Tugend in mir stärker werden.
  • Ich freue mich darauf, bald sehr unbekümmert zu sein.
  • Ich bin jemand, der unbekümmert ist.

Gebet für Unbekümmertheit

Auch ein Gebet ist ein machtvolles Mittel, um eine Tugend zu kultivieren. Hier ein paar Möglichkeiten für Gebete für mehr Unbekümmertheit :

  • Lieber Gott, bitte gib mir mehr Unbekümmertheit.
  • Oh Gott, ich verehre dich. Ich bitte dich darum, dass ich ein unbekümmerter Mensch werde.
  • Liebe Göttliche Mutter, ich danke dir. Ich danke dir dafür, dass ich jeden Tag die Tugend Unbekümmertheit mehr und mehr zum Ausdruck bringe.

Frage dich: Was müsste ich tun, um Unbekümmertheit zu entwickeln?

Du kannst dich auch fragen:

  • Was müsste ich tun, um Unbekümmertheit zu entwickeln?
  • Wie könnte ich unbekümmert werden?
  • Lieber Gott, bitte zeige mir den Weg zu mehr Unbekümmertheit
  • Angenommen, ich will unbekümmert sein, wie würde ich das tun?
  • Angenommen, ich wäre unbekümmert, wie würde sich das bemerkbar machen?
  • Angenommen, ein Wunder würde geschehen, und ich hätte morgen Unbekümmertheit kultiviert, was hätte sich geändert? Wie würde ich fühlen? Wie würde ich denken? Wie würde ich handeln? Als unbekümmerter Mensch, wie würde ich reagieren, mit anderen kommunizieren?

Siehe auch

Eigenschaften im Alphabet vor Unbekümmertheit

Eigenschaften im Alphabet nach Unbekümmertheit

Vortragsmitschnitt zu Unbekümmertheit - Audio zum Anhören

Hier kannst du einen Vortrag von Sukadev Bretz, Gründer von Yoga Vidya, anhören. Dieser Vortrag ist die Audio Version eines Videos zu Unbekümmertheit, Teil des Yoga Vidya Multimedia Lexikons der Tugenden. Dieses Audio wird später eingefügt. Wir bitten um Verständnis

Selbsterfahrung, Yoga und Psychotherapie Yoga Vidya Seminare

Seminare zum Thema Selbsterfahrung, Yoga und Psychotherapie:

14. Jun 2017 - 16. Jun 2017 - Kraftvolle Stille - Zeit für seelisches Aufräumen
Nicht immer ist es an der Zeit, loszulegen und Neues anzupacken. Bisweilen ist Stille und Innehalten angesagt, Bilanz ziehen, vielleicht sogar Bestehendes genießen und würdigen, sich Zeit nehmen…
Susanne Sirringhaus,
15. Jun 2017 - 18. Jun 2017 - Vertiefte Selbsterfahrung mit Yoga und spiritueller Gestaltarbeit
Eine Entdeckungsreise zu deinem Selbst. Du hast die Möglichkeit, mit Yoga-Körperübungen, Yoga-Atemübungen, Meditation und spiritueller Gestaltarbeit dich und dein Potential neu zu entdecken und…
Shivakami Bretz,

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